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Programmheft Schauburg-Cinerama, Karlsruhe März 2022

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2022 MÄRZ

„Ein Meisterwerk“ ABENDZEITUNG

„Bewegend“ DER TAGESSPIEGEL

„Berührend“ FILMSTARTS

IM KINO


18.04.22 OSTERMONTAG 12 UHR

12.06.22 SONNTAG MATINEE 13 UHR

2001: REGIE

STANLEY KUBRICK

a space odyssey NEUE 70mm Kopie

OSTERMONTAG MATINEE 18. APRIL 2022 | 12 UHR SONNTAG MATINEE 12. JUNI 2022 | 13 UHR

mit Buchpräsentation in Anwesenheit des Autors Nils Daniel Peiler DEUTSCHE SPRACHFASSUNG INKL. PROGRAMMHEFT

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


KAI WESSEL | ›CICERO‹

MICHAEL KRANZ | ›WAS TUN‹

RALF BAUER | ›SEM DUHL‹

BEVOR DER VORHANG AUFGEHT Liebe Gäste und Freunde der Schauburg, wir freuen uns, auch im Monat März Ihnen viele neue Filme anbieten zu können, die wir hier im Heft vorstellen. Gleichzeitig bieten wir Ihnen aber auch einige Gelegenheiten mit den Filmemachern in Kontakt zu kommen und im gemeinsamen Gespräch das Filmerlebnis zu vertiefen. Der März beginnt mit dem Besuch des Regisseurs Michael Kranz, der seinen Film „WAS TUN“ am 5. März um 21 Uhr vorstellen wird. Am Donnerstag, 10. März um 18.30 Uhr begrüßen wir Regisseur & Hauptdarsteller Ralf Bauer zur Vorführung seines Filmes "Sem Dhul – Die Wiederkehr" in der Schauburg. Und am Samstag 26. März stellen uns Regisseur Kai Wessel und Produzentin/Autorin Katharina Rinderle ihren Film „Cicero“ vor. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Mit cineastischen Grüßen

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

AUSGABE #141

REDAKTION GESTALTUNG

NEUERSCHEINUNGEN IM MÄRZ AB 3. MÄRZ THE BATMAN 04 WAS TUN 05 THE CARD COUNTER 06 DEM LEBEN ENTGEGEN – KINDERTRANSPORTE NACH SCHWEDEN 07 AB 10. MÄRZ PARALLELE MÜTTER 08 VATERSLAND 10 DER SCHNEELEOPARD 11 MORD IN SAINT-TROPEZ 11 AB 17. MÄRZ DREI ETAGEN 12 PETITE MAMAN – ALS WIR KINDER WAREN 13 AB 24. MÄRZ COME ON, COME ON 14 CICERO – ZWEI LEBEN, EINE BÜHNE 15 TOVE 16 AB 31. MÄRZ DAS EREIGNIS 17 BIS WIR TOT SIND ODER FREI 18 A HERO – DIE VERLORENE EHRE DES HERRN SOLTANI 19 SPECIALS IM MÄRZ 20 PROGRAMMVORSCHAU FÜR APRIL 2022 26

Schauburg Kino Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 Fax: 0721 38 00 47 born@schauburg.de schauburg.de Herbert Born, Marcus Vetter, Wolfram Hannemann Dušan Tomić – www.duto.studio

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters erscheint monatlich.


AB 03. MÄRZ IN OV

THE BATMAN

ACTION, KRIMI, DRAMA | USA 2022 Superhelden-Epos von Regisseur Matt Reeves mit Robert Pattinson ist in der titelgebenden Doppelrolle als Gotham Citys maskierter Rächer und seinem Alter Ego, dem zurückgezogen lebenden Milliardär Bruce Wayne. Seit zwei Jahren schon durchstreift Bruce Wayne als Batman (Robert Pattinson) die dunklen Straßen von Gotham City und versetzt die Kriminellen der Stadt in Angst und Schrecken. Mit Alfred Pennyworth (Andy Serkis) und Lieutenant James Gordon (Jeffrey Wright) als einzigem Vertrauten inmitten eines korrupten Netzwerks von Beamten und hochrangigen Persönlichkeiten hat sich der einsame Rächer unter seinen Mitbürgern als alleinige Instanz der Vergeltung etabliert. Als ein Killer die Elite Gothams mit einer Reihe sadistischer Anschläge ins Visier nimmt, führt eine Spur kryptischer Hinweise den besten Detektiv der Welt tief in den Untergrund, wo er auf Figuren wie Selina Kyle alias Catwoman (Zoë Kravitz), Oswald Cobblepot alias Pinguin (Colin Farrell), Carmine Falcone (John Turturro) und Edward Nashton alias Riddler (Paul Dano) trifft. Während seine Ermittlungen ihn immer näher ans Ziel führen und das Ausmaß der Pläne des Täters deutlich wird, muss Batman neue Beziehungen knüpfen, um den Schuldigen zu entlarven und dem Machtmissbrauch und der Korruption, die Gotham City schon lange plagen, ein Ende zu bereiten. Neben Robert Pattinson („Tenet“, „Der Leuchtturm“) hauchen Zoë Kravitz („Big Little Lies“, „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“), Paul Dano („Love & Mercy“, „12 Years a Slave“), Jeffrey Wright („James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“, „Westworld“) und John Turturro („Transformers“Filmreihe, „The Plot Against America“) den berühmten und berüchtigten Bewohnern Gothams Leben ein. In weiteren Rollen sind Peter Sarsgaard („Die glorreichen Sieben“, „Interrogation“) als Staatsanwalt Gil Colson, Jayme Lawson („Farewell Amor“) als Bürgermeisterkandidatin Bella Reál sowie Andy Serkis („Planet der Affen“-Filmreihe, „Black Panther“) und Colin Farrell („The Gentlemen“, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“) zu sehen. Reeves („Planet der Affen“-Filmreihe) führte Regie nach einem Drehbuch, das er zusammen mit Peter Craig geschrieben hat und das auf Charakteren von DC basiert. REGIE Matt Reeves DARSTELLER Robert Pattinson, Zoë Kravitz, Colin Farrell LAUFZEIT 175 Minuten

04 NEU


EIN FILM VON CÉLINE

SCIAMMA

(PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN)

PETITE

MAMAN ALS WIR KINDER WAREN

PREMIERE

mit Regisseur MICHAEL KRANZ Samstag, 5. März 21:00 Uhr AB 3. MÄRZ

WAS TUN

DOKUMENTATION |DEUTSCHLAND 2020 Ein ungewöhnlich persönlicher, durchaus provokanter und mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm über den Wunsch und die (Un)Möglichkeit, einen Unterschied zu machen. Irgendwo in Bangladesch: Ein 15-jähriges Mädchen in einem roten Sari sitzt auf einem schäbigen Bett. Sie hält inne, sucht nach Worten und unterbricht zögernd das Interview: „Gibt es keinen anderen Weg für uns Frauen als den des Leides? Gibt es überhaupt einen Weg? Wer kann mir diese Fragen beantworten?“ Bewegt von dieser Szene aus Michael Glawoggers Dokumentarfilm „Whore’s Glory“ macht sich der Filmstudent Michael Kranz auf die Suche nach dem Mädchen. Auf seiner Reise in die Welt der bangladeschischen Zwangsprostitution begegnet er Menschen, die allen Widrigkeiten zum Trotz, unermüdlich daran arbeiten, die Hoffnung auf eine bessere Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Da ist Hafeza, deren Widerstand sie für Monate ins Krankenhaus bringt, oder Redoy, der unter dem Bett schläft, in dem seine Schwester Freier bedienen muss, und, trotz allem, das Rezept für ein glücklicheres Leben kennt. Ein ungewöhnlich persönlicher, durchaus provokanter Film über den Wunsch und die (Un)Möglichkeit, einen Unterschied zu machen. Der aufrüttelnde und bewegende Dokumentarfilm von Michael Kranz startet rechtzeitig zum Weltfrauentag. Er feierte seine deutsche Erstaufführung beim Dok.fest München 2020. Im gleichen Jahr wurde der Film auf den Biberacher Filmfestspielen als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. 2021 gewann er den Deutschen Dokumentarfilmpreis (Förderpreis + Publikumspreis) und wurde als bester Dokumentarfilm in Würzburg ausgezeichnet. Zudem lief er auf dem Human Rights Film Festival in Berlin und war für den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis 2021 nominiert.

„Das Bezauberndste, was Sciamma bisher gemacht hat.“ INDIEWIRE

„Ein Kinomärchen.“ TAGESSPIEGEL

„Eine magische kollektive Erfahrung für das Publikum.“ KINO-ZEIT.DE

REGIE Michael Kranz LAUFZEIT 73 Minuten

NEU 05

AB 17. 3. IM KINO


AB 3. MÄRZ

THE CARD COUNTER

THRILLER, DRAMA|USA, GROSSBRITANNIEN, CHINA 2021 Ein Verhörspezialist, der für Kriegsverbrechen im Gefängnis saß, verdient jetzt als Kartenzähler in Casinos sein Geld. Paul Schrader liefert vielleicht einen der eindrucksvollsten Filme zum Thema Irak-Krieg. William Tell (Oscar Isaac) war als Soldat in Abu Ghraib stationiert. Er wurde als Verhörspezialist von Major Gordo (Willem Dafoe) ausgebildet. Als publik wurde, was dort geschah, waren es vor allem die unteren Ränge, die dafür büßen mussten. So verbrachte auch Tell mehr als acht Jahre im Gefängnis. Wieder raus ist sein Leben eines der Einsamkeit. Er reist von Stadt zu Stadt, von Casino zu Casino und verdient so seinen Lebensunterhalt. Als Kartenzähler könnte er beim Blackjack weit mehr verdienen, aber er genießt das Leben als „anonymer“ Spieler. Bis ein junger Mann auf ihn zukommt und die Vergangenheit wieder aufgewühlt wird. Schrader ist ein unbequemer, ein eigensinniger Filmemacher. Seine Werke biedern sich nicht an. Sie sind unkonventionell, aber sie atmen immer auch den Geist ihres Schöpfers. Einen Schrader-Film erkennt man, da bildet „The Card Counter“ keine Ausnahme. Der Film ist langsam erzählt. So manchem wird er wohl zu langsam sein. Aber Schrader erlaubt seinem Star Oscar Isaac, das dunkle Psychogramm eines Mannes zu zeichnen, der so wie seine Opfer im Foltergefängnis im Irak längst gebrochen ist. Spieler tragen eine Last, erklärt William Tell als Off-Erzähler dem Zuschauer. Wenn sie mit Sponsoren arbeiten, häufen sie trotz hohen Gewinnen auch hohe Schulden an. Die abzubauen, ist kaum möglich, aber es gibt eine andere Last, die niemals schwinden wird – die Taten der Vergangenheit, die Tell noch immer heimsuchen. „The Card Counter“ ist kein Kriegsfilm, aber er arbeitet mit den Traumata des Krieges. Die Szenen in Abu Ghraib fing Schrader in einem anderen Bildformat ein. Chefkameramann Alexander Dynan, der mehrmals mit Schrader zusammenarbeitete, benutzte dafür eine VR-Linse, die einen Winkel von 220 Grad zulässt und das Ganze wie aus einem Videospiel wirken lässt – was die Gräuel, die man hier sieht, nur noch betont. Leichte Kost ist „The Card Counter“ nicht. Er fordert die Aufmerksamkeit und die Geduld des Zuschauers, während er die Hölle eines persönlichen Traumas mit der unwirklichen Scheinwelt der Casinos in Einklang bringt. PROGRAMMKINO.DE/PETER OSTERIED REGIE & BUCH Paul Schrader DARSTELLER Oscar Isaac, Tiffany Haddish, Tye Sheridan LAUFZEIT 111 Minuten FSK 16

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JOAQ U I N PH OE N IX W O O DY N O R M A N

COME ON

COME ON

AB 3. MÄRZ

DEM LEBEN ENTGEGEN – KINDERTRANSPORTE NACH SCHWEDEN DOKUMENTATION | SCHWEDEN, ÖSTERREICH 2019

Die kurdisch stämmige Regisseurin Gülseren Şengezer porträtiert in ihrer Dokumentation vier jüdische Zeitzeugen, die Ende der 30er Jahre dem Tod in den Gaskammern entgingen, aber ohne Eltern und fern ihrer Heimat oft nur schwer ein neues Zuhause fanden. Als eines der wenigen Länder gelang es Schweden während des Zweiten Weltkriegs neutral zu bleiben. Als das deutsche Reich die Nachbarländer Norwegen und Dänemark besetzte, wurden zwar ebenso deutsche Truppenverlegungen erlaubt wie später, als Deutschland die Sowjetunion überfiel, doch politisch hielt sich das skandinavische Land zurück. Eine Haltung, die sich auch im Verhalten gegenüber jüdischen Flüchtlingen zeigte: Wie die allermeisten Länder sträubte sich auch Schweden, die eigentlich festgesetzten Quoten einzuhalten oder gar zu erhöhen und der jüdischen Bevölkerung Deutschlands und später der besetzten Länder, eine Flucht ins Exil zu ermöglichen. Ende der 30er Jahre wurde es gerade einmal 500 Kindern gestattet, einzureisen, allerdings mit deutlich mehr Widerwillen als Empathie: Von der Regierung wurden die oft erst vier Jahre alten jüdischen Kinder kaum unterstützt, Bürgen mussten sich für sie einsetzen, dass ihre Eltern nachkommen konnten war ausgeschlossen. Wie in den meisten Ländern durchzog auch die schwedische Gesellschaft unterschwelliger Antisemitismus – und das obwohl nur gut 7000 Juden in Schweden lebten, was kaum 0,1% der Bevölkerung ausmachte. Für die vier Zeitzeugen, die Gülseren Şengezer für ihre Dokumentation interviewt hat, bedeutete das Exil in Schweden zwar das Überleben, aber zu einem hohen Preis. Hans Wiener, Herta Lichtenstein, Elise Reifeisen-Hallin und Gertraud Fletzberger heißen die vier Überlebenden, die zwischen vier und 13 Jahre jung sind, als sie sich an Bahnhöfen in Österreich von ihren Eltern verabschieden müssen. In ausführlichen Interview-Passagen berichtet das Quartett davon, wie es sich in das schwere Schicksal gefügt hat, das oft von Albträumen geprägt war, durch wechselnde Gastfamilien führte und stets vom Eindruck geprägt war, nicht erwünscht zu sein. Jahrzehnte liegen diese Ereignisse zurück, doch wenn die Zeitzeugen in Gülseren Şengezers Dokumentation über sie berichten, deutet sich auf eindringliche Weise an, warum es so wichtig ist, die Erinnerung an die Vergangenheit lebendig zu halten. PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYNS

DREHBUCH UND REGIE VON MIKE MILL S

REGIE Gülseren Sengezer LAUFZEIT 94 Minuten FSK 12

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AB 24. MÄR Z NUR IM KINO


AB 10. MÄRZ

PARALLELE MÜTTER ›MADRES PARALELAS‹ | DRAMA |SPANIEN 2021

Mit seinem neuen Film unterstreicht Pedro Almodóvar einmal mehr, dass er stilistisch alle Fäden in der Hand hat – und nach wie vor ein spannender Geschichtenerzähler ist. Die in Madrid lebende Werbefotografin Janis (Penélope Cruz) wird bei ihrer Affäre mit dem Anthropologen Arturo (Israel Elejalde) ungeplant schwanger. Da Arturo seine erkrankte Ehefrau nicht verlassen will, beschließt Janis, das Kind alleine großzuziehen. Im Krankenhaus teilt sie sich ein Zimmer mit der ebenfalls ungewollt schwangeren 17-jährigen Ana (Milena Smit). Die Geburt ihrer Babys findet am selben Tag statt, fortan unterstützen sich die alleinerziehenden Mütter, zumal Anas Mutter Teresa (Aitana Sánchez Gijón) als Theaterschauspielerin auf Tournee geht und ihr Vater seit der Scheidung der Eltern ohnehin abwesend ist. Derweil bemüht sich Arturo um eine Genehmigung, ein Massengrab aus der Franco-Zeit auszuheben. Darin liegt Janis' im Bürgerkrieg erschossener Urgroßvater, der nun beerdigt werden soll. „Parallele Mütter“ trägt auf sämtlichen Ebenen die markante Handschrift des Autorenfilmers Pedro Almodóvar, die stets auf den ersten Blick erkennbar ist. Die Farben strahlen satt wie immer, die artifizielle Ausstattung setzt mit bunten Wäscheklammern oder drapierten Obstschalen Akzente, die Kostüme sitzen passend zur Bildgestaltung. Auch thematisch beackert Almodóvar aus seinem Werk bekannte Themen. Der Fokus liegt auf der Mutterschaft der unterschiedlichen Frauen Janis und Ana sowie am Rande Teresa, die ihre Rolle auf je eigene Weise gestalten, aber im selbstbestimmten Handeln geeint sind. „We should all be feminists“ steht quasi als Quintessenz auf einem Shirt, das Penélope Cruz in einer Szene trägt. Einige spannende Wendungen, die hier keinesfalls verraten werden sollen, halten die zwischenmenschlichen Beziehungen durchweg auf Trab. Die Stimmungswechsel und erzählerischen Wendungen sind meisterlich inszeniert und halten die intimen (Gewissens-)Konflikte durchweg unter Spannung. Ein oft trauriger und sehr schöner Film, mit dem Pedro Almodóvar nach zwei Dutzend Kinobeiträgen noch immer einen modernen Eindruck hinterlässt. PROGRAMMKINO.DE / CHRISTIAN HORN REGIE & BUCH Pedro Almodóvar DARSTELLER Penélope Cruz, Milena Smit, Rossy de Palma, Israel Elejalde, Aitana Sánchez Gijón, Julietta Serrano, Daniela Santiago LAUFZEIT 126 Minuten FSK 6

08 NEU


AB 10. MÄRZ

VATERSLAND

›MADRES PARALELAS‹ | DRAMA |DEUTSCHLAND 2020 Das Leben einer Filmemacherin von den 60er Jahren bis heute wird zur autobiographischen Reise durch eine disruptive Kindheit. Hybrider Spielfilm, der auf mehreren Ebenen als intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie funktioniert. Als eines Tages eine große Kiste bei der Filmemacherin Marie eintrifft, fragt die Tochter: „Was ist da drin?“, und erhält als Antwort von der Mutter: „Meine Kindheit.“ Die Kiste enthält Fotos und Filme, die von Maries Vater stammen. Er war Profi-Fotograf und hat das ganze Familienleben auf Celluloid gebannt. Dabei nimmt die Geschichte dieser Familie, die so schön und harmonisch beginnt, einen tragischen Verlauf. Das Geschehen hat bei Marie Narben hinterlassen, die bis heute schmerzen. Dennoch begibt sie sich auf die Reise zurück in die 60er Jahre. Die Krankheit und der Tod der Mutter, der schwierige Alltag mit dem älteren Bruder und dem Vater, die Internatsschule, die ersten Anzeichen von Rebellion, die langsame Ablösung von der Familie … Petra Seeger hat eine ungewöhnliche und sehr interessante Form für ihre Frauengeschichte gewählt: Spielszenen in Rückblenden und mit unterschiedlichen Darstellerinnen für das jeweilige Marie-Lebensalter wechseln sich ab mit OriginalDokumenten aus der Vergangenheit und mit Szenen aus dem Hier und Jetzt. Die so entstehenden Schnittstellen und Parallelen machen einen Teil der Faszination des Filmes aus. Das ist überraschend, sind doch ansonsten selbstreferenzielle Storys, noch dazu mit Bezug auf die Filmbranche, oft eher öde Bauchbepinselung als ernsthafter Diskussionsbeitrag. Auch cineastisch hat der Film einiges zu bieten, z. B. eine aufmerksame, sensible Kameraarbeit. Die Bilder aus Maries Kindheit, wie das Begräbnis der Mutter, sind am einprägsamsten. Es scheint, als ob die Bildsprache umso bewegender wird, je weiter Petra Seeger in ihre bzw. Maries Kindheit zurückgeht. Die Szenen zwischen der kleinen Marie und der kranken Mutter oder später am Esstisch mit Bruder und Vater sind extrem anrührend. „Alles ist autobiografisch, selbst das Erfundene“ – das Zitat des französischen Schriftstellers Claude Simon steht als Motto über dem Film. Es beschreibt in aller Kürze gleichzeitig das Thema des Films und Petra Seegers sympathische und intelligente Umsetzung. Chapeau! PROGRAMMKINO.DE / GABY SIKORSKI

REGIE & BUCH Petra Seeger DARSTELLER Margarita Broich, Felizia Trube, Momo Beier, Stella Holzapfel, Bernhard Schütz, Matti SchmidtSchaller KAMERA Hajo Schomerus MUSIK Dietmar Bonnen LAUFZEIT 118 Minuten

10 NEU


AB 10. MÄRZ

DER SCHNEELEOPARD DOKUMENTATION |FRANKREICH 2021

Zwei Männer begeben sich auf die Suche nach dem Schneeleoparden, der im tibetischen Hochland lebt und vor dem Aussterben steht. Eine Ode an die Schönheit dieser Welt und eine Mahnung, sie auch zu bewahren. Der Natur- und Wildlife-Fotograf Vincent Munier und der Schriftsteller Sylvain Tesson suchen im tibetischen Hochland nach dem Schneeleoparden. Es gibt nur noch wenige Exemplare dieser Gattung, so dass es schwierig ist, überhaupt einen Blick auf das scheue Tier zu erhaschen. Die beiden Männer durchstreifen das Gebirge, folgen Spuren, warten, fotografieren. Die Suche nach diesem Tier ist auch eine Reise in das eigene Ich und eröffnet einen Dialog über den Platz des Menschen in einer Welt, deren Natur immer mehr schwindet. Vincent Munier ist der dreimalige „BBC Wildlife Photographer of the Year“ und hat die Bilder dieses Trips in seinem Buch „Zwischen Fels und Eis“ zusammengefasst, während Sylvain Tesson seine Erfahrungen im Buch „Der Schneeleopard“ schildert. Der Film ist so etwas wie das Beste beider Welten. Er bietet die großartigen Bilder von Flora und Fauna des tibetischen Hochlands, aber auch die Introspektive, die einem Buch leicht möglich ist, einem Film aber nicht immer gelingt. Hier jedoch schon. „Der Schneeleopard“ ist ein fast schon mystischer Film, bei dem die Frage, ob das titelgebende Tier am Ende wirklich gesehen wird oder nicht, beinahe schon zur Nebensache wird. Die Suche ist auch spannend, keine Frage, in erster Linie ist dies jedoch ein Film, der die Schönheit unserer Welt feiert, aber auch den Schmerz in sich trägt, dass diese Pracht immer mehr vergeht. „Der Schneeleopard“ ist eine Ode an die Schönheit dieser Welt, untermalt von der großartigen Musik von Nick Cave und Warren Ellis, die meinten: „Dieser Film hat es verdient, seine eigene musikalische Stimme zu haben.“ Und die hat er. Sie umschmeichelt den Zuschauer, während er den vielen Tieren des tibetischen Hochlands begegnet und ausharrt, um einen Blick auf den Schneeleoparden zu erhaschen.

AB 10. MÄRZ

MORD IN SAINT-TROPEZ KOMÖDIE |FRANKREICH 2021

Eine ironisch-turbulente Komödie mit Frankreichs Superstars Christian Clavier („Monsieur Claude“), Benoît Poelvoorde („Das brandneue Testament“) & Gérard Depardieu. Vor der malerischen Kulisse Südfrankreichs will eine dubiose Kette von Sabotageakten aufgeklärt werden – mit köstlichem Humor und Mystery. Saint-Tropez in den 1970ern: Ein mondänes Mekka der Schönen und Reichen. Weit entfernt von Inspektor Boulins (Christian Clavier) normalem Alltag. Die Karriere des etwas arroganten Kriminalisten ist schon länger im Stocken begriffen – kaum verwunderlich, ist er doch wahrlich nicht die hellste Leuchte am Firmament. Mit seiner unbeholfenen und trotteligen Art sorgt er regelmäßig für Katastrophen und macht seinem Chef (Gérard Depardieu) das Leben schwer. Da aber gerade Urlaubszeit ist, steht nur Inspektor Boulin für einen Sondereinsatz in Saint-Tropez zur Wahl: Der einflussreiche Unternehmer Tranchant (Benoît Poelvoorde) hat den Minister persönlich um Hilfe gebeten, nachdem auf seiner prunkvollen Sommerresidenz ein Auto sabotiert wurde und Drohbriefe an seine Frau eingingen. Er wünscht sich den besten Ermittler von Paris zur Aufklärung des Falls. Als Butler getarnt soll Boulin der Sache nun möglichst unauffällig auf den Grund gehen. Während sich auf dem herrschaftlichen Anwesen die Elite Frankreichs für das alljährliche Sommerfest einfindet, mischt sich Inspektor Boulin mit seinen eigenwilligen Ermittlungsmethoden unter die illustre Gesellschaft und sorgt dabei für jede Menge Chaos … In der Tradition der kultigen Inspektor ClouseauFilme kommt diese irrwitzig-komische Vergnüglichkeit daher. Nach dem Kinohit "Monsieur Claude und seine Töchter" ist Frankreichs Superstar und Publikumsliebling Christian Clavier nun in einer weiteren Hauptrolle, nun als tollpatschiger Inspektor zu sehen, der in der Welt des französischen Jetsets für Unruhe und Verwirrung sorgt.

PROGRAMMKINO.DE / PETER OSTERIED

REGIE & BUCH Marie Amiguet, Vincent Munier LAUFZEIT 92 Minuten FSK 0

REGIE Nicolas Benamou DARSTELLER Christian Clavier, Benoît Poelvoorde, Thierry Lhermitte LAUFZEIT 91 Minuten FSK ab 12 Jahren

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AB 17. MÄRZ

DREI ETAGEN

›TRE PIANI‹ |TRAGIKOMÖDIE, KOMÖDIE, DRAMA | ITALIEN 2020 Die Geschichte dreier Familien, die ein Mehrfamilienhaus in Rom bewohnen. Zwischen Ironie und Melodrama angesiedelter Film des italienischen Regisseurs Nanni Moretti. Auf drei Etagen leben drei Familien in einem wohlhabenden Stadtteil Roms: Richter Vittorio und Dora wohnen zusammen mit ihrem erwachsenen Sohn Andrea. Als Andrea betrunken einen tödlichen Autounfall verursacht, hofft er auf die Unterstützung seines Vaters. Doch stattdessen brechen die langjährigen Spannungen zwischen Vater und Sohn auf. Familienvater Lucio ist besessen von der Angst, sein alter Nachbar könnte seiner kleinen Tochter zu nahegekommen sein. Auf der Suche nach der Wahrheit begeht er einen verhängnisvollen Fehler, der die ganze Familie erschüttert. Die junge Mutter Monica ist oft mit ihrem Baby allein und lebt in einer Welt zwischen Realität und Fantasie. Ihr Mann ist häufig auf Geschäftsreisen, da taucht ihr Schwager Roberto auf, das schwarze Schaf der Familie. Er braucht ihre Hilfe. Monica fühlt sich zu seiner ruhigen, aufmerksamen Art hingezogen. All diese Menschen leben mit ihren Geschichten, ihren Fehlentscheidungen und Schicksalen unter einem Dach. Während die Männer in ihrem Eigensinn wie gefangen erscheinen, versuchen die Frauen, die familiären Brüche zu kitten und ihren eigenen Weg zu gehen. Mit “Der Etagen” gelang Regisseur Nanni Moretti seine achte Teilnahme am Wettbewerb in Cannes. Sein Film, hochkarätig besetzt u.a. mit Margherita Buy, Riccardo Scamarcio, Alba Rohrwacher und natürlich Nanni Moretti selbst, wurde mit Standing Ovations gefeiert. Erstmals verfilmte Moretti kein eigenes Drehbuch, sondern den Roman “Über uns” des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo. Handlungen und deren direkte Folgen auf Beziehungen sind das Thema, das sich durch den Film zieht. In einem gutbürgerlichen römischen Mehrfamilienhaus porträtiert er drei unterschiedliche Familien und begleitet sie über ein Jahrzehnt. Ihre Verstrickungen, Missverständnisse und Fehlentscheidungen sowie ihre Suche nach Zugehörigkeit verweisen auf die Gefühle und Ideale, die uns alle prägen. REGIE Nanni Moretti BUCH Nanni Moretti, Federica Pontremoli, Valia Santella, nach dem Roman von Eshkol Nevo DARSTELLER Riccardo Scamarcio, Margherita Buy, Alba Rohrwacher, Adriano Giannini, Elena Lietti, Nanni Moretti LAUFZEIT 119 Minuten

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AB 17. MÄRZ

PETITE MAMAN – ALS WIR KINDER WAREN ›PETITE MAMANS‹ | DRAMA | FRANKREICH 2021

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen, als ein Mädchen Freundschaft mit einer Gleichaltrigen schließt, die sich als ihre Mutter entpuppt. Komplexer, vielschichtiger Film, der geschickt mit Fantasy- und Mystery-Elementen kokettiert. Nach dem Tod ihrer Großmutter hilft die achtjährige Nelly (Joséphine Sanz) ihren Eltern (Nina Meurisse, Stéphane Varupenne) beim Aufräumen eines alten Hauses. Es handelt sich um jenes Haus, in dem ihre Mutter Marion einst ihre Kindheit verbracht hat. Entsprechend sind für Marion das Haus und die Umgebung von (nicht immer nur guten)

Erinnerungen geprägt. Nelly hingegen genießt es, mehr über die Vergangenheit herauszufinden und die Geschichten, die Marion im nahen Wald und im Baumhaus erlebt hat. Als ihre von Depressionen geplagte Mutter eines Tages plötzlich abreist, lernt Nelly im Wald ein gleichaltriges Mädchen kennen. In den folgenden Tagen verbringen Nelly und das Mädchen viel Zeit miteinander und werden Freundinnen. Der Name des Mädchens: Marion. Bald wird klar, dass Nelly durch eine Zeitschleife 25 Jahre in die Vergangenheit gereist ist. Nicht einmal 75 Minuten lang ist das neueste Werk der Französin Céline Sciamma. Dennoch gelingt „Petite Maman“ trotz der kurzen Laufzeit eine umfassende, komplexe Betrachtung der Themenfelder Verlust, Annäherung, Kindheit und elterliche Liebe. Dabei geht es der 43-jährigen Regisseurin trotz der immer wieder aufflammenden, subtilen Mystery- und Spuk-Elemente nie um plakative Twists oder unerwartete Wendungen. Ein Faible für surreale Stoffe und das Phantastische setzt „Petite Maman“ allerdings schon voraus und man sollte über den Willen verfügen, sich auf dieses manchmal etwas irritierende, stets herausfordernde filmische Experiment einzulassen. Doch die Aufmerksamkeit und das Interesse des Betrachters werden belohnt. Sie eröffnen neue Perspektiven auf die Verbindung von Eltern und ihren Kindern und erlauben frische Sichtweisen auf mitunter schwer zu verstehende, elterliche Verhaltensweisen. So versteht Nelly erst durch das Kennenlernen ihrer gleichaltrigen Mutter, wieso diese später, als erwachsene Frau, zu Depressionen neigt und zu Nelly ein doch eher distanziertes Verhältnis aufgebaut hat. PROGRAMMKINO.DE / BJÖRN SCHNEIDER

REGIE & BUCH Céline Sciamma DARSTELLER Joséphine Sanz, Gabrielle Sanz, Nina Meurisse, Stéphane Varupenne, Margot Abascal LAUFZEIT 72 Min.

MEMENTO PRODUCTION

PRÄSENTIERT

EIN FILM VON OSC AR -PREISTR ÄGER ®

ASGHAR FARHADI

„Einer der besten Filme des Jahres.“

„Farhadis bester Film seit ‚Nader und Simin – Eine Trennung‘.“

R O G E R E B E RT.CO M

„Ein genialer und fesselnder Film.“

INDIEWIRE

A HERO

N E W YO R K T I M E S

DIE VERLORENE EHRE DES HERRN SOLTANI AB 31.03.2022 IM KINO


AB 24. MÄRZ

COME ON, COME ON DRAMA | USA 2021

Ein Radiomoderator begibt sich mit seinem kleinen Neffen auf einen Roadtrip quer durch die USA. Ein höchst philosophischer und ehrlicher Film voller emotionaler Zwischentöne.

Der New Yorker Radiomoderator Johnny (Joaquin Phoenix), der nach einer langen Beziehung wieder Single ist, muss sich nach einem Anruf von seiner Schwester Viv (Gaby Hoffmann) unerwartet um ihren Sohn kümmern, den neunjährigen Jesse (Woody Norman). Es ist das erste Mal, dass Johnny allein für ein Kind verantwortlich ist - und das erste Mal, dass Jesse längere Zeit von seiner Mutter getrennt ist. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip quer durch die USA, auf dem Johnny sein Radioprojekt fertigstellt. Er interviewt Kinder zu ihren Träumen, Ängsten und Hoffnungen. Diese Reise verändert beide und es entsteht eine tiefe, emotionale Verbindung zwischen ihnen. Regie bei „Come On, Come On” führte Erfolgsregisseur Mike Mills („Jahrhundertfrauen”), der auch das Drehbuch schrieb, inspiriert durch viele Gespräche mit seinem eigenen Sohn. Der Film feierte seine Premiere im September 2021 auf dem Filmfestival in Telluride und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als „Bester Film“ bei den Independent Sprit Awards. Mike Mills erzählt zutiefst einfühlsam über Kinder und Erwachsene, wie sie sich neugierig und auf Augenhöhe begegnen. Ein höchst philosophischer und ehrlicher Film. PROGRAMMKINO.DE / BJÖRN SCHNEIDER

REGIE Mike Mills DARSTELLER Joaquin Phoenix, Gaby Hoffmann, Jaboukie Young-White LAUFZEIT 108 Minuten

14 NEU


PREMIERE

mit Regisseur und Autorin KAI WESSEL & KATHARINA RINDERLE Samstag, 26. März 18:30 Uhr AB 24. MÄRZ

CICERO – ZWEI LEBEN, EINE BÜHNE DOKUMENTATION, MUSIK | DEUTSCHLAND 2021

Vor sechs Jahren starb Roger Cicero, der mit seinem Swing-Jazz große Popularität erlangte. Ob er auch glücklich damit war ist eine Frage, die Kai Wessel in seiner Dokumentation immer wieder anreißt, eine Frage, die auch das Leben des Vaters Eugen prägte. Ein viel zu frühes Ende fand der Musiker Roger Cicero 2016, ein Hirnschlag war es, ein geradezu zynischer Zufall: Denn knapp 20 Jahre zuvor, im Dezember 1997 war auch sein Vater Eugen Cicero an einem Hirnschlag gestorben. Während der Vater 57 wurde, wurde der Sohn nur 45. Ein Doppelporträt ist nun Kai Wessels Film „Cicero“, zumindest im Ansatz.

Anfang und Ende des Films beherrscht Roger, der zeitgenössische Musiker, der Sonnyboy, der schon in jungen Jahren durch seine markante Stimme auffiel, Jazzgesang studierte, dem langen Schatten des Vaters zu entkommen suchte, mit einer Swing spielenden Big Band große Erfolge feierte, aber bis zu seinem Tod immer noch nach sich selber suchte. Freunde und Wegbegleiter, Manager und Komponisten beschreiben Roger Cicero, ja, verklären ihn größtenteils, wie das für das Genre des biographischen Dokumentarfilms die Regel ist. Eine Hagiographie ist „Cicero“ oft, zeichnet penibel, anhand von reichhaltigem Dokumentarmaterial, den Weg vom Nachwuchsmusiker zum erfolgreichen Künstler nach. Andeutungsweise erzählt Wessel hier von zwei Musikern, die in ihren Feldern – als Pianist bzw. Sänger – mit großem Talent gesegnet waren, die von Freunden und Kollegen als großzügig und sympathisch geschildert werden, die aber stets ein wenig mit dem großen kommerziellen Erfolg zu hadern schienen. War es zu leichte Muse, mit der sie ihr Publikum fanden? Verrieten sie ihr Talent, indem sie es sich zu leicht machten? Ob diese Fragen sowohl Vater als auch Sohn Cicero wirklich umtrieben kann man nur ahnen. Denn Kai Wessel hat in seinem Dokumentarfilm die interessante Entscheidung getroffen, zwar sehr viele Interviews zu verwenden, aber keins mit den Ciceros. Wie sich Eugen bzw. Roger über ihr Leben und ihre Kunst geäußert haben, bleibt also offen. Nur durch den Blick und die Aussagen Dritter, zusätzlich durch den Abstand von Jahren oder Jahrzehnten verändert – vielleicht auch verklärt – blickt der Film auf Vater und Sohn. Welchen Eindruck man am Ende von Roger und Eugen Cicero mitnimmt, bleibt also ganz dem Zuschauer überlassen. PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYNS REGIE Kai Wessel BUCH Katharina Rinderle, Kai Wessel LAUFZEIT 112 Min.

Ein bezaubernder Film über die Schöpferin der Mumins!

Bester Film Beste Regie Beste Hauptdarstellerin Beste Kamera Bestes Produktionsdesign Bestes Kostümdesign Bestes Make-up

VARIETY

EIN FILM VON

ZAIDA BERGROTH

ab 24. März nur im Kino!

DREHBUCH

EEVA PUTRO


AB 24. MÄRZ

TOVE

BIOGRAFIE | FINNLAND, SCHWEDEN 2020 Filmische Biographie der finnischen Künstlerin Tove Jansson, die vor über 70 Jahren die Mumins erfunden hat. Leises, gefühlvolles Drama über eine Frau, die frei sein wollte. 1944 im Luftschutzbunker: Tove Jansson (Alma Pöysti) unterhält Kinder mit ihren Geschichten über die Mumins. Für echte Kunst hält sie sie aber nicht, übrigens ebenso wenig wie ihr Vater, der berühmte Bildhauer. Tove möchte wahre Kunst erschaffen, doch es sind die Mumins, die ihr die finanzielle Unabhängigkeit bescheren werden, während sie mit einem verheirateten Politiker eine Affäre beginnt und sich in die Bühnen-Regisseurin Vivica Bandler (Krista Kosonen) verliebt – ein Freigeist wie sie, aber jemand, der auch in Sachen Liebe nicht gebunden sein will. Zur Mitte der 1940er Jahre einzusetzen, erlaubt es, früher zu dem Moment zu kommen, da Tove Jansson mit ihren Mumins echten Erfolg hat. Aber dafür opfert man die wichtige Beziehung zu ihrem Vater, die danach nur noch gestreift wird. Denn sie stand in seinem Schatten, und er ließ sie das immer spüren. Hier steckt der große Konflikt in Tove Janssons Leben – zumindest, wenn man auf den dramatischen Gehalt achtet. Stattdessen konzentriert sich der Film mehr auf ihr Liebesleben. Eines, das von einer gewissen Freiheit bestimmt ist, die aber dadurch beschnitten wird, da sie nicht bekommt, was sie will. Das macht Tove Jansson zu einer tragischen Figur – zumindest im Film. Erahnen kann man im Film noch, dass Jansson viele der Figuren aus dem Mumintal nach realen Menschen gestaltet hat. Mit zweien hat sie auch die Liebe zu Vivica aufgegriffen. Eine Liebe, die damals nicht sein durfte, weil Homosexualität in Finnland noch unter Strafe stand.. „Tove“ ist ein unaufgeregter Film, der notgedrungen immer große zeitliche Sprünge machen muss. Aber auch so ist er ein im Großen und Ganzes stimmiges Porträt einer Künstlerin, die von Alma Pöysti hervorragend gespielt wird. Dass die Mumins in „Tove“ etwas unterrepräsentiert sind, hätte der Künstlerin wahrscheinlich sogar gefallen. In späteren Jahren löste sie sich von den Mumins und bedauerte es ein wenig, dass es diese Schöpfung allein ist, wegen der man sich an sie erinnerte. Später schloss sie ihren Frieden damit, dass die Mumins ihr großes Vermächtnis darstellen.” PROGRAMMKINO.DE / PETER OSTERIED REGIE Zaida Bergroth BUCH Eeva Putro, Jarno Elonen DARSTELLER Alma Pöysti, Krista Kosonen, Shanti Roney LAUFZEIT 102 Minuten FSK 12

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MARTIN SCORSESE OSCAR

ISAAC

TIFFANY

HADDISH

präsentiert TYE

SHERIDAN

WILLEM

DAFOE

AB 31. MÄRZ

DAS EREIGNIS

›TRE PIANI‹|DRAMA |FRANKREICH 2021 Eine junge Studentin wird im Frankrich der 1960er Jahre ungewollt schwanger. Ein Film über soziale Klassen, die Durchlässigkeit der Gesellschaft und den schwierigen Versuch, sich als Frau nicht unterkriegen zu lassen. Frankreich Anfang der 60er Jahre. Anne (Anamaria Vartolomei) hat es fast geschafft. Sie steht kurz vor den Aufnahmeprüfungen zur Universität, wo sich ihr Traum, als Professorin zu unterrichten erfüllen kann. Doch dann erfährt Anne, dass sie schwanger ist, was selbst für eine Frau aus besseren Kreisen ein Problem wäre, für jemanden wie sie, die aus einfachen Verhältnissen in der Provinz stammt und kaum vernetzt ist, ist es meist das Ende. Schwangerschaftsabbrüche sind zu diesem Zeitpunkt in Frankreich illegal, sobald Ärzte von ihrer Lage hören wird Anne aus den Praxen hinauskomplimentiert – oder bekommt gar Medikamente untergeschoben, die die Schwangerschaft befördern statt sie zu beenden. Ihre Mutter (Sandrine Bonnaire) bekommt von den Sorgen der Tochter kaum etwas mit, ihr liberaler Professor (Pio Marmaï) ahnt etwas, doch helfen kann er nicht… Wer Filme wie „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ oder „Niemals Selten Manchmal Immer“ gesehen hat kennt die Muster, von denen Audrey Divan in ihrem zweiten Spielfilm erzählt, kennt den Kampf von Frauen in patriarchalischen Gesellschaften, um Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Doch auch wenn Divan den langen, schweren Weg ihrer Protagonistin zu einer Abtreibung in harschen Bildern zeigt, erzählt sie doch von viel mehr. Wie den oft kaum wahrnehmbaren, aber stets existenten Klassenunterschieden, die die französische Gesellschaft prägen. Wirkt Anne äußerlich noch wie eine ganz normale Studentin, wirkt gerade die regelmäßige Heimreise zu den Eltern auf dem Land wie eine Zeitreise. So wie sie kann hilft die Mutter ihr, doch man merkt, dass sie die Ziele der Tochter kaum begreifen kann. Von welcher Enge die Gesellschaft geprägt ist deutet Audrey Divan durch das fast quadratische Bildformat an, in dem die kleinen Räume der Engelsmacherin, die Anne nach langem Suchen ausfindig macht, noch viel bedrückender wirkt. Gerade im Kontrast zu den hohen Räumen der bürgerlichen Arztpraxen, aber hoch zu den universitären Hörsälen. Am Ende wird es Anne geschafft haben, doch der Weg dahin war schwer und hat Narben hinterlassen. PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYNS

„Mit ‚The Card Counter‘ legt ‚Taxi Driver‘-Autor Paul Schrader eine ebenso faszinierende wie intensive Charakterstudie vor.“ filmstarts.de

REGIE Audrey Divan BUCH Audrey Diwan, Marcia Romano, nach dem Roman von Annie Ernaux DARSTELLER Anamaria Vartolomei, Kacey Mottet-Klein, Sandrine Bonnaire, Louise Orry-Diquero, Louise Chevillotte, Pio Marmaï, Anna Mouglalis LAUFZEIT 100 Minuten

DAS SPIEL BEGINNT IM KINO NEU 17


AB 31. MÄRZ

BIS WIR TOT SIND ODER FREI DOKUMENTATION |SCHWEIZ 2020

Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des Schweiter Ausbrecherkönigs Walter Stürm. Ein Film über Freiheit, Rebellion und Liebe. „Wir werden alles ändern. Alles.“ Es sind die frühen 1980er-Jahre in der Schweiz – Rebellion liegt in der Luft. Die engagierte Anwältin Barbara Hug (Marie Leuenberger) will das rückständige Justizsystem von Grund auf umkrempeln. Sie vertritt Linksautonome wie die rebellische Heike (Jella Haase) und nutzt das Gericht als ihre Bühne. Eines Tages sucht der Industriellen-Sohn und Berufskriminelle Walter Stürm (Joel Basman), gerade mal wieder aus dem Gefängnis geflohen, ihren Rat. Der charismatische Stürm widerspricht allen Regeln, lebt bedingungslosen Egoismus und gerät dabei immer wieder mit dem System aneinander. Nicht nur Heike verfällt seinem jungenhaften Charme, auch Barbara fühlt sich zu ihrem Mandanten hingezogen. Als der Ausbrecherkönig erneut im Knast landet, kommt er in Isolationshaft. Und ausgerechnet Stürm, der keiner Ideologie anhängt, wird in linken Kreisen zum Symbol für Freiheit und die Würde des Einzelnen – und zum Objekt der Begierde zweier ungleicher Frauen. „Bis wir tot sind oder frei” von Regisseur Oliver Rihs („Blackout”, „Schwarze Schafe”) erzählt die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte des Schweizer Ausbrecherkönigs Walter Stürm und ist ein Film über Freiheit, Rebellion und Liebe. In den Hauptrollen glänzen Marie Leuenberger („Die göttliche Ordnung”, „Helle Nächte”), Joel Basman („Wir sind jung. Wir sind stark”, „Ein verborgenes Leben”) und Jella Haase („Lieber Thomas”, „Berlin Alexanderplatz”, „Fack JU, Göhte”). Seine internationale Premiere feierte der Film im Hauptwettbewerb des Internationalen Filmfestivals Tallinn, wo Marie Leuenberger mit dem Preis für die beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Auch beim renommierten portugiesischem Avanca Film Festival erhielt der Film u.a. Auszeichnungen als Bester Film, für die Beste Hauptdarstellerin und die Beste Kamera. Die Deutschlandpremiere fand beim Filmfest Hamburg statt. REGIE Oliver Rihs DARSTELLER Joel Basman, Marie Leuenberger, Jella Haase LAUFZEIT 119 Minuten FSK ab 16

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AB 31. MÄRZ

A HERO – DIE VERLORENE EHRE DES HERRN SOLTANI THRILLER, DRAMA |IRAN, FRANKREICH 2021

Drama um den Familienvater Rahim Soltani, der eine gute Tat begeht und dafür von der Öffentlichkeit zum Helden erklärt wird. Fesselnde wie aufwühlende Bestandsaufnahme der Gegenwartsgesellschaft. Humanistisches Kino, das gleichermaßen politisch ist Als Rahims Freundin eine Handtasche mit wertvollen Münzen findet, ist er sich sicher: Es ist ein Wunder! Mit Hilfe der Münzen hofft er, einen Teil seiner Schulden abzubezahlen und seine Haftstrafe zu verkürzen – so könnte er seine Freundin endlich heiraten und mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen. Doch es kommt alles anders: Rahim wird von seinem Gewissen eingeholt und entscheidet sich, die Handtasche zurückzugeben. Während eines zweitägigen Ausgangs kann er die Besitzerin ausfindig machen. Als die Gefängnisdirektion von seiner guten Tat erfährt, stürzen sich sogleich Journalisten und Fotografen auf ihn – an diesem Mann sollte sich die Gesellschaft ein Beispiel nehmen! Schon nach kurzer Zeit beginnen die ersten jedoch, an der Geschichte des frisch gekürten Helden zu zweifeln. Die Besitzerin der Handtasche ist unauffindbar und sein Gläubiger lässt sowieso kein gutes Haar an ihm. Rahim sieht sich in einer zunehmend komplizierteren Situation gefangen, in der ihn jeder noch so kleine Fehltritt die zum Greifen nahe Freiheit kosten kann. Asghar Farhadi beweist erneut, dass er zu den größten Humanisten der Filmgeschichte gehört: “A Hero – Die verlorene Ehre des Herrn Soltani” ist zugleich ein kraftvolles Plädoyer für das Gute im Menschen und die erschütternde Bestandsaufnahme einer Gesellschaft, die genau so schnell Heldenbilder erschafft wie sie bereit ist, diese wieder zu zerstören. In Cannes gab es dafür den Großen Preis der Jury – zurecht. Das fesselnde Meisterwerk steht dem 2012 mit dem Oscar ausgezeichneten “Nader und Simin – Eine Trennung” in emotionaler Schlagkraft in nichts nach. REGIE Asghar Farhadi DARSTELLER Amir Jadidi, Mohsen Tanabandeh, Sarina Farhadi LAUFZEIT 127 Minuten

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SPECIALS IM MÄRZ

THE BATMAN PREVIEW IM ENGLISCHEN ORIGINAL IN 2D MITTWOCH | 02. MÄRZ | 20.00 UHR Seit zwei Jahren schon durchstreift Bruce Wayne als Batman die dunklen Straßen von Gotham City und versetzt die Kriminellen der Stadt in Angst und Schrecken. Comic-Reboot mit Starbesetzung: Robert Pattinson, Zoë Kravitz & Colin Farrell – bei uns natürlich im englischen Original!

SCHWANENSEE

SEM DHUL – DIE WIEDERKEHR

AUFZEICHNUNG AUS DEM BOLSHOI THEATRE OF RUSSIA, MOSKAU SONNTAG | 06. MÄRZ | 16.00 UHR

PREMIERE IN ANWESENHEIT VON REGISSEUR UND HAUPTDARSTELLER RALF BAUER DONNERSTAG | 10. MÄRZ | 18.30 UHR

In neuer Besetzung kehrt Tschaikowskis Meisterwerk auf die Bühne zurück. Technisch höchst anspruchsvoll und zugleich zutiefst bewegend, mit einem überwältigenden, weltberühmten Ballettkorps als grandiose Einheit: Das zeichnet die legendäre Liebesgeschichte zwischen Prinz Siegfried und den beiden Persönlichkeiten Odette/Odile aus. Die Inszenierung hat ihren Ursprung im Bolschoi Theater und sie mitzuerleben ist ein Muss für jeden Ballett-Liebhaber.

Als Fluchthelfer in Indien kämpft Ralf gegen das chinesische Regime und für die Freiheit der Tibeter, zu deren Gemeinschaft er einzigartigen Zugang gefunden hat. Seine Vergangenheit in Deutschland hat er weit hinter sich gelassen, doch das Auftauchen alter Weggefährten zwingen ihn in der Heimat gegen eine chinesische Immobiliengesellschaft vorzugehen. Ein SurferParadies an der Nordsee soll einem Hotelkomplex weichen. Zur Vorstellung begrüßen wir den gebürtigen Karlsruher und Theater-Lokalmatadoren Ralf Bauer zum Filmgespräch nach der Vorstellung.

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RICHARD STRAUSS: ARIADNE AUF NAXOS LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DER METROPOLITAN OPERA IN NEW YORK SAMSTAG | 12. MÄRZ | 19.00 UHR Die Operngeschichte kennt nur wenige so kongeniale Zusammenarbeiten wie die desKomponisten Richard Strauss und des Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal. In der Titelrolle dieses bezaubernden Meisterwerks präsentiert die beeindruckende junge Sopranistin und Shooting Star Lise Davidsen eine ihrer Paraderollen erstmals an der Met.

GIUSEPPE VERDI: DON CARLOS LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DER METROPOLITAN OPERA IN NEW YORK DONNERSTAG | 26. MÄRZ | 17.00 UHR Die Met präsentiert Verdis Meisterwerk in einer monumentalen Neuinszenierung von Sir David McVicar. Schiller hat mit seinem Roman „Don Karlos“, einem Stück über Liebe, Freiheit und Menschenwürde vor dem Hintergrund der spanischen Inquisition, eine glänzende literarische Vorlage geschaffen.

BANFF TOUR 2022 – MOUNTAIN FILM FESTIVAL WORLD TOUR EXTREMSPORT-KURZFILM-EVENT SONNTAG | 27. MÄRZ | 17.00 UND 20.30 UHR In der Schauburg bekommt ihr Ende März die volle Portion Bergabenteuer geliefert! Es erwartet Euch in diesem Jahr ein nasskaltes Höhlenabenteuer, eine musikalische Trekkingtour, Klettern am Limit sowie Freeriden und Mountainbiken auf höchstem Niveau. Mit Gewinnspiel und Moderation!

LOVING HIGHSMITH QUEERFILMNACHT MITTWOCH | 30. MÄRZ | 21.00 UHR Patricia Highsmith schuf Weltliteratur. Ihr Privatleben hielt sie aber stets geheim, genau wie Ihre lesbische Orientierung. Regisseurin Eva Vitija erzählt anhand von überlieferten Briefen und Interviews mit Ex-Freundinnen von Highsmiths Lieben und Leidenschaften. „Loving Highsmith“ ist aber auch das Porträt einer Generation von Frauen, die mit Ihrem Buch „Carol“ den Mut fand, für ihr Recht auf Liebe zu kämpfen.

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RETROSPEKTIVE

FRANÇOIS OZON

Der Cannes-Liebling François Ozon ist ein Vielfilmer, in allen möglichen Genres tätig und trotzdem stets unverkennbar. Seine dichten Inszenierungen und die Fähigkeit, schwelende Konflikte seiner Charaktere langsam an die Oberfläche zu führen ist einzigartig. Er ist ein Analytiker der menschlichen Seele, um die er gerne unsere groteske Welt baut.

IMMER SONNTAGS, UM 15 UHR 27. FEBRUAR | in 35mm Projektion

SWIMMING POOL Die biedere Krimiautorin Sarah Modwell trifft auf die 20-jährige Julie. Zunächst ist Sie abgestoßen vom offenen Liebesleben der jungen Frau, doch bald dient diese als Inspirationsquelle für Ihren neuen Roman. Fiktion und Realität beginnen sich zu mischen. Raffinierter Thriller mit fabelhafter Besetzung!

06. MÄRZ

RÜCKKEHR ANS MEER Intensives Drama um eine drogensüchtige junge Frau, die allen Widerständen zum Trotz ihr Kind bekommen will. Ozon schafft es einfühlsam die Wirren um Selbstbehauptung, Freiheitsdrang und Schuld differenziert und zugleich eindringlich in seinen Bildern zu verankern.

13. MÄRZ

DAS SCHMUCKSTÜCK „Frauen an die Macht!“ Dieses emanzipierte Werk ist beschwingt und ein höchst vergnügliches Lehrstück mit der wundervollen Cathrine Deneuve im Mittelpunkt. Die Frau des verstorbenen Regenschirmfabrikchefs muss nun die Geschäfte in die Hand nehmen. Kein Problem für die Grand Dame der Nation!

20. MÄRZ

IN IHREM HAUS Der frustrierte Französischlehrer Germain glaubt in einem seiner Schüler ein Literaturgenie entdeckt zu haben. Der Junge entpuppt sich als psychisch lädiert, doch Germain kann seine Hoffnungen nicht loslassen. Beunruhigendes Thriller-Drama um gesellschaftliche Abhängigkeiten und verpasste Chancen.

27. MÄRZ

JUNG & SCHÖN Isabelle ist jung und schön und erst 16 Jahre alt. Nach Ihren ersten sexuellen Erfahrungen beschließt sie ihren Körper an ältere Männer zu verkaufen. Als ihre Eltern dahinter kommen herrscht Fassungslosigkeit. Distanziert beobachtetes Drama um Moral und (wieder) Selbstbestimmung.

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MIDNIGHT MOVIES – ART OR ARSE Völliger Quark oder verkannte Perle? Für fast jeden Film unserer nunmehr sechsten Midnight Movies-Staffel würden sich für beide Richtungen Stimmen finden.

MÄRZ

SENIORENKINO Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 6€ inkl. 1 Glas Sekt

26. FEBRUAR | NAPOLEON DYNAMITE | 23.00 UHR | engl. OV | Napoleon Dynamite ist eine beliebte Zielscheibe für grobe Scherze seines kompletten Umfelds. Man könnte ihn als melancholischen Loser umschreiben, vom Scheitel bis zur Sohle. Als Debbie in sein Leben tritt könnte sich für ihn alles ändern. Völlig skurrile Verliererballade um einen Außenseiter, der nicht aus seiner Rolle schlüpfen kann. Der Film bricht mit gängigen Sehgewohnheiten und bezaubert mit extrem absurdem Humor!

02.03.

09.03.

16.03.

23.03.

28. FEBRUAR | THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW| 21.00 UHR | engl. OV| Als Mainstream-Flopp wurde diese Produktion mehr oder weniger ungewollt zum Midnight Movies-Hit. Erst nachdem New Yorker Kinobetreiber den Streifen in Ihren Mitternachtsschienen platzierten ging der Siegeszug um Rocky, Brad und Janet so richtig los. Mit der Zeit etablierten sich feste Rituale, die jede Vorstellung begleiteten: Ausrufe, das Werfen von Reis und Konfetti, wildes Tanzen und Klatschen. Auch Jahrzehnte danach pilgern die Rocky-Horror Fans alljährlich zum Rosenmontag in die Schauburg, um diese Party fortleben zu lassen.

30.03. Frankreich 1634: Pater Grandier akzeptiert das katholische Zölibat nicht und pflegt ein erfülltes Sexualleben. Seine Nonnen tun es ihm gleich. Satirisch überspitzes Historiendrama nach Aldous Huxley und Begründer des Nunsploitationfilms! Als würdigen Abschluss unserer Midnight Movies-Reihe sehen Sie eine extrem seltene und ungekürzte 35mm TechnicolorFilmbandkopie. SPECIALS 23

Foto: © Monkey Business – fotolia.com

05. MÄRZ | DIE TEUFEL | 23.00 UHR | 35mm Projektion |

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


Täglich Täglich 15.00 15.00 UhrUhr

KINDERKINO KINDERKINO IMIMMÄRZ MÄRZ

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24. FEBRUAR 24. FEBRUAR – 02.– MÄRZ 02. MÄRZ

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10. –10. 16.– MÄRZ 16. MÄRZ

YAKARI YAKARI – DER – DER KINOFILM KINOFILM

ELLAELLA UNDUND DASDAS GROSSE GROSSE RENNEN RENNEN

DIE DIE PFEFFERKÖRNER PFEFFERKÖRNER UNDUND DERDER SCHATZ SCHATZ DERDER TIEFSEE TIEFSEE

Yakari, Yakari, ein Indianerjunge ein Indianerjunge vom vom Stamm Stamm der Sioux, der Sioux,Kinderfilm Kinderfilm um die umkleine die kleine Ella, Ella, die gemeinsam die gemeinsam folgtfolgt der Spur der Spur des Mustangs des Mustangs Kleiner Kleiner Donner. Donner. mit ihren mit ihren Freunden Freunden gegen gegen die Schließung die Schließung ihrerihrerWährend Während der Ferien der Ferien ist die ist12-jährige die 12-jährige AliceAlice Während Während seines seines Abenteuers Abenteuers erhält erhält er eine er eine Ad- Ad- Schule Schule kämpft. kämpft. bei ihrem bei ihrem Freund Freund Tarun Tarun in Nordirland. in Nordirland. Als Als lerfeder, lerfeder, die ihm die eine ihm eine besondere besondere Fähigkeit Fähigkeit ver- verTaruns Taruns Mutter, Mutter, eine eine Meeresforscherin, Meeresforscherin, auf ihrer auf ihrer leiht:leiht: Er kann Er kann von nun von an nunmit anTieren mit Tieren sprechen. sprechen. JAHR: 2013 JAHR: /2013 83 MIN. / 83/ MIN. FSK: 0/ FSK: 0 Forschungsstation Forschungsstation überfallen überfallen wird,wird, übernimmt übernimmt AliceAlice mit den mit Pfefferkörnern den Pfefferkörnern den Fall. den Fall. JAHR: 2020 JAHR: /2020 LÄNGE: / LÄNGE: 81 MIN. 81/ MIN. FSK: 0/ FSK: 0 JAHR: 2021 JAHR: /2021 LÄNGE: / LÄNGE: 94 MIN. 94/ MIN. FSK: 6/ FSK: 6

17. –17. 23.– MÄRZ 23. MÄRZ

24. –24. 30.– MÄRZ 30. MÄRZ

31. MÄRZ 31. MÄRZ – 06.– APRIL 06. APRIL

DUMBO DUMBO

OSTWIND OSTWIND – DER – DER GROSSE GROSSE ORKAN ORKAN

RONJA RONJA RÄUBERTOCHTER RÄUBERTOCHTER

Ein neuer Ein neuer Babyelefant Babyelefant ist im istZirkus im Zirkus angekomangekommen,men, allerdings allerdings mit riesigen mit riesigen Ohren. Ohren. Er istErein ist ein Tollpatsch Tollpatsch und sehr und sehr unglücklich. unglücklich. DochDoch eineseines Tages Tages entdeckt entdeckt er, dass er, dass er mit erseinen mit seinen großen großen Ohren Ohren fliegen fliegen kann.kann.

ÜberÜber Gut Kaltenbach Gut Kaltenbach ziehtzieht ein Sommersturm ein Sommersturm Ronja Ronja und Birk und Birk versöhnen versöhnen ihre ihre zweizwei verfeindeverfeindeauf und auf ein undPferde-Wanderzirkus ein Pferde-Wanderzirkus suchtsucht auf dem auf dem ten Räuberfamilien ten Räuberfamilien miteinander. miteinander. Verfilmung Verfilmung Gestüt Gestüt Schutz Schutz vor dem vor dem Unwetter. Unwetter. des Kinderbuchs des Kinderbuchs von Astrid von Astrid Lindgren. Lindgren. JAHR: 2020 JAHR: /2020 LÄNGE: / LÄNGE: 100 MIN. 100/ MIN. FSK: 0/ FSK: 0

JAHR: 1984 JAHR: /1984 LÄNGE: / LÄNGE: 120 MIN. 120/ MIN. FSK: 0/ FSK: 0

JAHR: 1941 JAHR: /1941 LÄNGE: / LÄNGE: 64 MIN. 64/ MIN. FSK: 0/ FSK: 0

D ER INSK IN!D ER ! SKAG AGST EBSTU RT G UGRT AC H TU ACNHGTUGNEB Ihrbt Ihr habt g ha rtsta bugrtsta rembuGe An EuAnremEuGe

RITTRTITT RinsENKiIEinndsENerKiINkindEnoTerIN FREFIE !kino!

GEBURTSTAGSFEIER GEBURTSTAGSFEIERIMIMKINO?? KINO??

Es istEsganz ist ganz einfach einfach und und viel günstiger viel günstiger als Sie alsvielleicht Sie vielleicht denken. denken. Wenn Wenn gewünscht gewünscht inklusive inklusive FeierFeier mit Pizza, mit Pizza, Chicken Chicken Nuggets Nuggets oderoder Kuchen Kuchen und und Kakao. Kakao. EineEine Führung Führung hinter hinter die Kulissen die Kulissen der Schauburg der Schauburg ist möglich. ist möglich. Sprechen Sprechen Sie uns Sie einfach uns einfach an ...an ... Telefon Telefon 07210721 35000 35000 15 / -17 15 //-17 -18/(Büro) -18 (Büro) / info@schauburg.de / info@schauburg.de 24

Der Beauftragte Der Beauftragte der Bundesregierung der Bundesregierung für Kultur für Kultur und Medien und Medien hat die hat SCHAUBURG die SCHAUBURG von 1976 von 1976 bis 2018 bis 2018 jährlich jährlich für einfür hervorragendes ein hervorragendes KinderKinderund Jugendfilmprogramm und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet. ausgezeichnet.


MET OPERA LIVE IM KINO 2022 12. März

ARIADNE AUF NAXOS Richard Strauss

Mit Lise Davidsen, Isabel Leonard, Brandon Jovanovich, Brenda Rae, Sean Michael Plumb, Johannes Martin Kränzle Dirigent: Marek Janowski

26. März

DON CARLOS Giuseppe Verdi

Mit Sonya Yoncheva, Jamie Barton, Matthew Polenzani, Etienne Dupuis, Eric Owens, John Relyea Dirigent: Yannick Nézet-Séguin

7. Mai

TURANDOT Giacomo Puccini

Mit Anna Netrebko, Ermonela Jaho, Yonghoon Lee, Ferruccio Furlanetto Dirigent: Marco Armiliato

LUCIA DI LAMMERMOOR Gaetano Donizetti

Mit Nadine Sierra, Javier Camarena, Artur Ruciński, Matthew Rose Dirigent: Riccardo Frizza

Änderungen vorbehalten

/METimKino

www.metimkino.de

/METimKino

PHOTO: MARTY SOHL / METROPOLITAN OPERA

21. Mai


FILMVORSCHAU

APRIL 2022

14. APRIL 2022

7. APRIL 2022

7. APRIL 2022

DEATH OF A LADIES’ MAN Er war der letzte Poet der Popkultur, der Womanizer mit der tiefen Stimme, der melancholische Songwriter, der ganze Generationen beeinflusste, rastlose Seele und schillernde Persönlichkeit zugleich. Leonard Cohen gilt als Jahrhunderttalent aller Zeiten. Der kanadische Regisseur Matt Bissonnette widmet den Liedern seines berühmten Landsmanns, Dichters und Troubadours eine weitere Hommage. REGIE Matt Bissonnette DARSTELLER Gabriel Byrne, Jessica Paré, Brian Gleeson

WO IN PARIS DIE SONNE AUFGEHT

ALLES IST GUT GEGANGEN

Liebe in den Zeiten von Tinder. Das ist der Kern des neuen Films des französischen Star-Regisseurs Jacques Audiard, der für harte Genrefilme bekannt ist und diesmal scheinbar neue Wege einschlägt. Im Kern ist jedoch auch „Wo in Paris die Sonne aufgeht“ ein genau beobachteter Film über gesellschaftliche Sphären, angesiedelt im von Migranten geprägten 13. Pariser Arrondissement.

Eine Schriftstellerin soll ihrem alten Vater helfen, sein Leben selbstbestimmt zu beenden. Ausgerechnet sie, die ihren Vater in der Jugend als egomanischen Patriarchen erlebt und ihm mehr als einmal den Tod gewünscht hat. Frankreichs Meisterregisseur François Ozon präsentiert ein hochkarätiges Glanzstück der sehr bewegenden Art. Mit emotionaler Wucht geht es um Würde, Selbstbestimmung und die Familie – mit all ihren innewohnenden Machtverhältnissen.

REGIE Jacques Audiard DARSTELLER Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant

REGIE François Ozon DARSTELLER Sophie Marceau, André Dussollier, Géraldine Pailhas

14. APRIL 2022

EINGESCHLOSSENE GESELLSCHAFT

21. APRIL 2022

THE NORTHMAN

28. APRIL 2022

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH

Der Vater eines Schülers stürmt ins Lehrerzimmer und fordert Klaus, einen Lehrer alter Schule, auf, dessen Abiturnote noch einmal zu überdenken. Er hat eine Waffe mitgebracht. Eine Diskussion beginnt. Starbesetzter Film nach der gleichnamigen Hörspielvorlage von Bestseller-Autor Jan Weiler, der mit pointierten Dialogen einen kritischen und satirischen Blick ins Lehrerzimmer wirft. Da erkennt sich wirklich jeder wieder, der mal in einer Schule war.

Jahre sind vergangen, seit Wikingerkönig Aurvandil bei einem Anschlag hinterrücks ermordet wurde. Sein Sohn, der als Kind Zeuge der blutigen Tat war, kehrt körperlich gestählt nach Island zurück, fest entschlossen, unbarmherzig Vergeltung zu üben, seine Mutter zu retten und den Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. Neuestes und bislang aufwändigstes Werk des visionären Ausnahmeregisseurs Robert Eggers.

Murat ist weg. Inhaftiert im USGefangenenlager Guantanamo. Rabiye Kurnaz, Bremer Hausfrau und liebende Mutter, versteht die Welt nicht mehr. Geht zur Polizei, informiert Behörden und verzweifelt fast an ihrer Ohnmacht. Bis sie den Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke findet. Ein Film über Recht und Willkür. Ein Film über Menschen, die über sich hinauswachsen.

REGIE Sönke Wortmann DARSTELLER Florian David Fitz, Anke Engelke

REGIE Robert Eggers DARSTELLER Anya TaylorJoy, Alexander Skarsgård, Nicole Kidman

REGIE Andreas Dresen DARSTELLER Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner

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François

OZON Retrospektive

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

8 frauen 27.02. swimming pool 20.02. 06.03. 13.03. 20.03. 27.03. 03.04. 10.04. Mit freundlicher Unterstützung der

Georg Fricker Stiftung

rückkehr ans meer das schmuckstück in ihrem haus jung & schön frantz der andere liebhaber

Alle Filme in der deutschen Fassung Sonntags jeweils 15.00 Uhr

Ab 14. April:

alles ist gut gegangen

bei uns im Programm


2022 MÄRZ

AVANCA FILM FESTIVAL BESTE SCHAUSPIELERIN MARIE LEUENBERGER

AVANCA FILM FESTIVAL BESTER SPIELFILM

biswirtotsindoderfrei

TALLIN BLACK NIGHTS FILM FESTIVAL BESTE SCHAUSPIELERIN MARIE LEUENBERGER

www.biswirtotsindoderfrei.de

AVANCA FILM FESTIVAL BESTE KAMERA

AVANCA FILM FESTIVAL DON QUIJOTE AWARD

biswirtotsindoderfrei

EIN FILM VON

OLIVER RIHS

AB 31. M Ä RZ IM KINO


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Programmheft Schauburg-Cinerama, Karlsruhe März 2022 by Schauburg Kino & Theater - Issuu