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141229 sb programmheft jan15 livepaper v2

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SCHAUBURG PROGRAMMHEFT AUSGABE 68 JANUAR 2015


„Grandios. Großartig.“

7

– FAZ

GOLDEN GLOBE E® N O M l N l E R U N GEN u. a. Bester Film (Komödie/Musical), Beste Regie e und Bester Hauptdarsteller (Komödie/Musical)

AB DONNERSTAG, 29. JANUAR NUR IM KINO


WILLKOMMEN 03

18

INHALT FILMVORSTELLUNGEN______________________________________ 04

BEVOR DER VORHANG AUFGEHT … —

Liebe Gäste und Freunde der Schauburg,

wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr und hoffentlich mit Ihnen auf viele anregende und unterhaltsame Stunden in der Schauburg. Die Vorschau auf die cineastischen Höhepunkte des Jahres 2015 ist vielversprechend und wir werden weiterhin bemüht sein, auch den kleinen (und oft sehr feinen) Spiel- und Dokumentarfilmen einen entsprechenden Platz im Schauburg Programm einzuräumen.

NATIONAL GALLERY________________________________________04 DIE SPRACHE DES HERZENS_________________________________06 ST. VINCENT______________________________________________08 EINE TAUBE SITZT AUF EINEM ZWEIG U. DENKT ÜBER D. LEBEN NACH___ 09 DIE SÜSSE GIER1������������������������������������������10 WILD TALES – JEDER DREHT MAL DURCH!_ _____________________12 FRAU MÜLLER MUSS WEG!__________________________________14 SCHÄNDUNG______________________________________________16 GET – DER PROZESS DER VIVIANE AMSALEM_ __________________16 FRÄULEIN JULIE_ __________________________________________18 WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK.____________________________18 THE IMITATION GAME EIN STRENG GEHEIMES LEBEN____________20 ANDERSWO_______________________________________________21 BIRDMAN_ _______________________________________________22 DIE LETZTEN GIGOLOS______________________________________23

Mit cineastischen Grüßen KINDERKINO______________________________________________ 24 UNSERE PROGRAMMVORSCHAU FÜR FEBRUAR 2015____________ 26

Impressum — Herausgeber Redaktion Gestaltung

Schauburg Kino Herbert Born | Marienstr. 16 | 76137 Karlsruhe T 0721 | 35 000 11 F 0721 | 38 00 47 redaktion@schauburg.de schauburg.de Herbert Born, Wolfram Hannemann (www.wolframhannemann.de) Dusan Tomic (mail@pictopunk.com)

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. „SCHAUBURG“, das kostenlose Filmmagazin des Schauburg-Filmtheaters, erscheint monatlich.


FILMVORSTELLUNGEN 04

NATIONAL GALLERY — NICHT EINFACH NUR DOKUMENTATIONEN DREHT FREDERICK WISEMAN, SONDERN ANALYSEN ÜBER DIE FUNKTIONSWEISEN UND DIE IDEOLOGISCHEN STRÖMUNGEN VON UNTERSCHIEDLICHSTEN INSTITUTIONEN. DIESMAL IST DAS DIE LONDONER „NATIONAL GALLERY“, EINES DER BEDEUTENDSTEN MUSEEN DER WELT, DEREN MEISTERWERKE ABER NUR EIN ASPEKT EINES FASZINIERENDEN FILMS SIND. Seit den 60er Jahren dreht Frederick Wiseman (der am 1. Januar 2015 85 Jahre alt wird) Dokumentationen, die dem Geist des Direct Cinema folgen: Es gibt keine Interviews, keine Musik, keine offensichtlichen Kommentare des Regisseurs, allein genaue Beobachtungen, Aufmerksamkeit für kleine Details, ein offener Blick und ein Interesse für die Subtexte der vielen Institutionen, die er im Laufe der Jahre beschrieb. Egal was Wiseman filmte, immer standen die Menschen im Vordergrund. So objektiv die Methode Wisemans jedoch auch wirkt, so politisch sind seine Filme doch stets, auch wenn sich Wisemans Haltung meist nur subtil verrät. So stehen in „National Gallery“ zwar stets die Gemälde einer der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt im Mittelpunkt, doch immer wieder kommt Wiseman auf die Geschichte einer typisch britischen öffentlichen Einrichtung zu sprechen. Dass ein Großteil der Sammlung mit Gewinnen aus der Sklaverei finanziert wurde erfährt man da ganz nebenbei. Geschichten sind dies, die Geschichte greifbar nahe werden lassen, nicht nur die der Kunst, sondern auch die politische Entwicklung Europas und der Klassenunterschiede Großbritanniens. Diese und viele anderen Geschichten erzählt Wiseman, blickt hinter die Kulissen des Museums, zeigt Restauratoren bei der Arbeit, die vor der schwierigen Frage stehen, wie großen Einfluss sie auf ein Gemälde nehmen wollen, wie sehr sie es verändern dürfen. Denn – und das ist einer der interessantesten Aspekte von „National Gallery“ – jedes Gemälde erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte, die über die bloße Oberfläche eines Gemäldes hinausgeht, die um so vielschichtiger wird, je mehr man über die dargestellten Personen eines Gemäldes weiß, über die Mythologie, auf die Bezug genommen wird, aber auch über die sozialen und politischen Umstände der Zeit, in der das Gemälde entstand. Etliche Gemälde lässt Wiseman auf diese Weise quasi analysieren, von enthusiastischen Museumsführern, die etwa Holbeins „Die Gesandten“, Rubens „Samson & Delilah“ oder Pissaros „Montmartre bei Nacht“ beschreiben. So ist „National Gallery“ neben vielen anderen Aspekten auch ein Grundkurs in Kunstgeschichte und nebenbei ein Rundgang durch eins der großartigsten Museen der Welt. AB 1. JANUAR IN DER SCHAUBURG Frankreich 2014 – Dokumentation Regie Laufzeit Verleih FSK

Frederick Wiseman 173 Minuten Kool ohne Altersbeschränkung


Je älter die Geige, um so schöner ihr Klang!


FILMVORSTELLUNGEN 06

DIE SPRACHE DES HERZENS —

EINE ORDENSSCHWESTER NIMMT SICH 1885 EINES BLIND, TAUB UND STUMM GEBORENEN MÄDCHENS AN. DIE ZU TRÄNEN RÜHRENDE WAHRE GESCHICHTE IST TATSÄCHLICH EIN FILMISCHES WUNDER, DAS SICH NUR MIT ALLEN SINNEN ERLEBEN LÄSST. Es ist schwer vorstellbar, wie man blind, taub und stumm die Welt um sich herum erfahren soll. Regisseur Jean-Pierre Améris („Die anonymen Romantiker“) versucht in seiner Geschichte der 1885 geborenen Marie Heurtin deshalb auch gar nicht, das Empfinden des Mädchens filmisch zu simulieren. Wir lernen Marie (Ariana Rivoire) kennen, als ihr Vater sie zu einem Schwestern-Kloster bringt, das verstörte Kind panisch durch den Garten rennt und sich irgendwie auf einen Baum flüchtet. Nur Marguerite (Isabelle Carré) hat unter den aufgeregten Ordensschwestern genügend Geduld, sich vorsichtig zu nähern. Marguerite, eine zarte, zierliche und kränkelnde Person, ist die eigentliche Heldin des Films. Unerschrocken macht sie sich auf einen tagelangen Fußweg, um die im Hof ihrer Familie gefangene Marie abzuholen. Ihre Erfahrungen im Lehren der Gebärdensprache will Marguerite mit Marie weiterführen, bekommt aber über eine kaum erträglich lange Zeit keinen Zugang. Das Kind reagiert auf die angebotenen Handzeichen für das von ihr innig geliebte Taschenmesser mit heftigster Ablehnung. Es ist ein hartes Ringen, beim Anzwingen der Klosteruniform sogar ein wortwörtliches. Doch nachdem die nur über das Tasten kommunizierende Schülerin das erste Wort angenommen hat, beginnt ein begieriges und neugieriges Aufsaugen der Begriffe und damit der Welt. Die „Explosion der Sprache“ macht selbst nicht vor Adjektiven, Verben und abstrakten Worten halt. Marguerite erzählt in „Die Sprache des Herzens“ mit einer Doppelung des Geschehens selbst aus ihren Tagebuchaufzeichnungen über Mühen, Verzweiflung, Hoffnung, Freude und einen tiefen Glauben. Dem Wunder der Sprache beim Entstehen zusehen – nicht weniger gelingt Jean-Pierre Améris mit diesem ungemein liebevollen und in vieler Hinsicht wunderschönen Film. Wie er mit zarten Pastellfarben und ganz sparsamen Streicherklängen dieses Wunder erleben lässt, ist unbeschreiblich, sehr bewegend und zu Tränen rührend. Dabei nähert er sich der Geschichte selbst so vorsichtig wie Marguerite auf Marie zuging. Obwohl es um einen auf schreckliche Weise in sich gefangenen Menschen geht, betört die unverstellte Offenheit und Ehrlichkeit der Figuren. Gerade in der Reduktion von Stilmitteln und in der Konzentration auf nur eine Geschichte gelang der Film so wunderbar. Ariana Rivoire, bei deren eindrucksvollem Spiel man hinzufügen muss, dass sie in Wirklichkeit nicht blind ist, und die großartige Isabelle Carré verkörpern ihre Rollen perfekt. AB 1. JANUAR IN DER SCHAUBURG Frankreich 2014 Originaltitel Regie Darsteller Laufzeit FSK Verleih

Marie Heurtin Jean-Pierre Améris Ariana Rivoire und Isabelle Carré 98 Minuten 6 Concorde


Jonas Nay

Festival Internazionale del Film di Roma 2014

Trang Le Hong

Internationale Hofer Filmtage 2014

Saskia Rosendahl

Joel Basman

„So wuchtig darf deutsches Kino öfter sein.“ BR KINO KINO

EIN FILM VON

UND

Devid Striesow

„Ein Film, den man hören und sehen sollte!“ ZDF HEUTE JOURNAL

Burhan Qurbani

ZORRO FILM zeigt eine UFA FICTION produktion in koproduktion mit ZDF / DAS KLEINE FERNSEHSPIEL in zusammenarbeit mit ARTE in koproduktion mit CINE PLUS FILMPRODUKTION und UFA CINEMA mit JONAS NAY, TRANG LE HONG, DEVID STRIESOW, JOEL BASMAN, SASKIA ROSENDAHL, PAUL GÄBLER, DAVID SCHÜTTER, JAKOB BIEBER, GRO SWANTJE KOHLHOF, MAI DUONG KIEU, AARON LE, LARISSA FUCHS, AXEL PAPE und THORSTEN MERTEN gefördert von MITTELDEUTSCHE MEDIENFÖRDERUNG, MEDIENBOARD BERLIN-BRANDENBURG, BKM - DER BEAUFTRAGTE DER BUNDESREGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN, NORDMEDIA - FILM- UND MEDIENGESELLSCHAFT NIEDERSACHSEN/BREMEN MBH, DEUTSCHER FILMFÖRDERFONDS unterstützt von THE JERUSLAM INTERNATIONAL FILM LAB bildgestaltung YOSHI HEIMRATH szenenbild JILL SCHWARZER kostümbild JULIANE MAIER, montage JULIA KARG maskenbild JANA SCHULZE musik MATTHIAS SAYER und TIM STRÖBLE ton STEPHAN VON HASE, KAI LÜDE, RAINER GERLACH sounddesign RAINER GERLACH, mischung FLORIAN BECK casting NINA HAUN casting jugendliche JACQUELINE RIETZ casting vietnamesen THUY TRANG NGUYEN herstellungsleitung MICHAEL JUNGFLEISCH produktionsleiter DAVID BESECKE koproduzenten cine plus FRANK EVERS, HELGE NEUBRONNER koproduzenten BURHAN QURBANI, YOSHI HEIMRATH redakteure BURKHARD ALTHOFF (ZDF / DAS KLEINE FERNSEHSPIEL), OLAF GRUNERT (ARTE) produzenten JOCHEN LAUBE, LEIF ALEXIS buch BURHAN QURBANI und MARTIN BEHNKE regie BURHAN QURBANI

AB 22. JANUAR IM KINO


FILMVORSTELLUNGEN 08

ST. VINCENT — BILL MURRAY GIBT IN EINER TRAUMHAFTEN PARADEROLLE DEN KAUZIGEN ALTEN, DEM ERST DER PFIFFIGE NACHBARSJUNGE LANGSAM DAS HERZ ÖFFNET. PERFEKT UND MIT BESTEN ZUTATEN SERVIERTE KOMÖDIE MIT RÜHRENDEM FINALE – UND MURRAY IN BESTFORM! Whiskey, Weib und Pferdewetten – das Leben des mürrischen Kriegsveteranen Vincent (Bill Murray) läuft in gemächlichen Bahnen. Nur bei den Finanzen des Rentners sieht es chronisch ungemütlich aus. Zum Glück kann er bei der schwangeren Prostituierten Draka (Naomi Watts) anschreiben, andere Gläubiger sind etwas weniger geduldig. Da trifft es sich gut, dass der Umzugswagen der neuen Nachbarin seinen Zaun samt Cabrio demoliert. Damit nicht genug der finanziellen Aussichten: Die alleinerziehende Mutter Maggie (Melissa McCarthy) benötigt dringend einen Aufpasser für ihren 12-Jährigen Oliver. Kinder sind Vincent zwar prinzipiell ein Graus, aber dieser Nebenverdienst ist einfach zu verlockend. Mehr als mürrisch empfängt der Babysitter seinen kleinen Kunden. Der aufgeweckte Knirps erobert jedoch nicht nur das Herz der wählerischen Perserkatze im Sturm, auch Vincent sieht sich der Charmeoffensive von Oliver hilflos ausgeliefert. Alsbald zeigt er ihm, wie man sich erfolgreich gegen das Stalking böser Mitschüler wehrt – das Boxtraining sorgt schlagartig für ganz neues Selbstbewusstsein bei dem sensiblen Jungen. Weil er ebenso aufmerksam die Lektionen in Pferdewetten und Prostitution verfolgt, wächst das Schlüsselkind dem mürrischen Alten zunehmend ans Herz, das zunehmend goldener erscheint. Der Zyniker mutiert zum Menschenfreund, der Filmtitel macht seinen Helden gar zum Heiligen. Regisseur und Drehbuchautor Theodore Melfi schlägt in seinem Spielfilmdebüt treffsicher die richtigen Töne an und sorgt mit geschickter Dramaturgie sowie geschliffenen Dialogen dafür, dass bei aller Heiterkeit auch die ernsten Seiten dieser Komödie gelingen – gegen Ende gerät diese Bill Murray-Show zum berührenden Melodram mit Taschentuchalarm. Bill Murray gibt den ‚grumpy old man‘ mit sichtlichem Vergnügen und beweist einmal mehr mit Bravour, dass er den Spagat zwischen lakonisch komisch und unglaublich anrührend so perfekt beherrscht wie sonst allenfalls noch ein Jack Nicholson. Mit diesem hochkarätigen Kollegen läuft das Damen-Duo gleichfalls zu Hochform auf: Comedy-Queen Melissa McCarthy überzeugt als überforderte Mama und gestresste Krankenschwester, derweil Ex-Prinzessin „Diana“- Darstellerin Naomi Watts als schnippische Hure mit Herz ihre großartige Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen darf. Sympathische Story, starke Schauspieler, elegante Inszenierung, hübscher Humor mit einer Prise Rührseligkeit: Da dürfte den Oscar-Juroren wohl das Herz aufgehen – und dem Publikum sowieso. AB 8. JANUAR IN DER SCHAUBURG USA 2014 Regie Darsteller Filmlänge Verleih Vertrieb

Theodore Melfi Bill Murray, Melissa McCarthy, Naomi Watts, Kimberly Quinn 102 Minuten Polyband Medien Sony Pictures


FILMVORSTELLUNGEN 09

Isabelle Carré

DIE

EINE TAUBE SITZT AUF EINEM ZWEIG UND DENKT ÜBER DAS LEBEN NACH —

DES

Ariana Rivoire

SPRACHE ein film von

H

Jean-Pierre Améris

ERZENS Das Leben der Marie Heurtin

EIN LUSTIGES, TRAURIGES UND AUF GANZ EIGENE ART ERGREIFENDES MEISTERWERK. DER AUS 39 TEILS MITEINANDER VERBUNDENEN, TEILS FÜR SICH STEHENDEN SZENEN KONSTRUIERTE FILM WURDE BEI DEN FILMFESTSPIELEN IN VENEDIG 2014 MIT DEM GOLDENEN LÖWEN AUSGEZEICHNET! Das fängt ja gut an: mit drei Begegnungen mit dem Tod nämlich. Das soll eine Komödie sein? Nun ja, in Roy Anderssons Universum schon. Die drei ersten Episoden sind tatsächlich sehr komisch. Was nicht in Gänze für den Rest des Films gilt. Schließlich steht ja schon im Vorspann: „Letzter Teil einer Trilogie über das Menschsein.“ Komik als reine Unterhaltung ist Anderssons Sache nicht. Eher Komik, die zu Reflektion und Erkenntnisgewinn einlädt. Existenzialistischer Humor also. Typisch skandinavisch, klar. Aber keine Sorge, es gibt auch wirklich was zu Lachen, und sei es über die zuweilen traurige Sinnlosigkeit des Alltags. Traurig sind zwei Gestalten auf jeden Fall, die in „Eine Taube …“ immer wieder durchs Bild stolpern. Der weinerliche Jonathan (Holger Andersson) und der herrische Sam (Nils Westblom) sind zwei erfolglose Handelsvertreter, die den Menschen mit Vampirzähnen und einem Pupskissen Freude bringen möchten. Allerdings werden sie ihre Waren entweder nicht los, oder die Kunden zahlen nicht. Zu ihnen gesellen sich viele andere Gestalten: Eine Tanzlehrerin ist hoffnungslos in einen ihrer Schüler verliebt, ein alter Mann in der Kneipe klagt über seine Einsamkeit, und König Karl VII. bestellt sich, bevor er in die Schlacht zieht, noch schnell in einer Vorstadtkneipe ein Wasser. Die einzelnen Episoden unterscheiden sich in Tonalität, Aufwand und Länge. Der typische Andersson-Stil aber ist ihnen allen gleich: die Kamera ist starr, die Einstellungsgröße immer eine Totale mit großer Tiefenschärfe, und Andersson schneidet nie. Es sei denn, um zur nächsten Szene zu gelangen. „Eine Taube…“ drehte er erstmals digital, und er ist, wie er in einem Interview sagte, begeistert von der neuen Technik. Allerdings nur, weil er so die Tiefenschärfe, die ihm sehr wichtig ist, optimal kontrollieren kann. In Roy Anderssons Filmen ist die Einstellung das Universum, in ihnen läuft das Leben ab. Herkömmliche Montage braucht er nicht, um seine Geschichten zu erzählen. Obwohl die Bilder mit ihrer aseptischen Künstlichkeit und ihren Grautönen recht schmucklos wirken, kondensieren in ihnen vielfältige Einflüsse aus der bildenden Kunst. Die Trivialität des Alltags und die hohe Kunst – beides verschmilzt in Roy Anderssons Film zu einem melancholischen und trotz aller Tristesse und Trauer hoffnungsvollen Blick auf das Leben. Beides macht auch seine stilistische Qualität aus: selten hat große Kunst so einfach ausgesehen.

Ab 1. Januar im Kino

AB 1. JANUAR IN DER SCHAUBURG Schweden / Norwegen / Frankreich / Deutschl. 2014 Originaltitel En duva satt på en gren och funderade på tillvaron Buch & Regie Roy Andersson Darsteller Holger Andersson, Nils Westblom, Charlotta Larsson, Viktor Gyllenberg, Lotti Törnros Kamera István Borbás, Gergely Pálos Laufzeit 100 Minuten FSK 12 Verleih Neue Visionen

W W W. S P R A C H E D E S H E R Z E N S - F I L M . D E


FILMVORSTELLUNGEN 10

DIE SÜSSE GIER — AUS DREI PERSPEKTIVEN ERZÄHLTER „FILM NOIR“ ÜBER EINEN UNFALL MIT FAHRERFLUCHT, DER GLEICHZEITIG EINE ÄTZENDE SATIRE AUF DEN BERLUSCONISMUS DARSTELLT. GROSSER PUBLIKUMSERFOLG IN ITALIEN, DER DAS LAND BEI DEN ACADEMY AWARDS 2015 VERTRETEN WIRD. In einer eisigen Nacht verursacht ein Autofahrer einen Unfall, bei dem sich ein Radler schwer verletzt. Der Fahrer hält nicht an, um zu helfen. Der Film erzählt, wie es dazu kam. Die Geschichte beginnt mit dem Immobilienmakler Dino Ossola (Fabrizio Bentivoglio). Er träumt von mehr Geld, mehr Macht, mehr Einfluss. Er will sein wie Giovanni Bernaschi (Fabrizio Gifuni), der reichste Mann der Stadt. Wie wunderbar, dass seine Tochter Serena (Matilde Gioli) mit dessen Sohn liiert ist! Dino freundet sich mit Giovanni an und leiht sich eine Unsumme von der Bank, um sie bei seinem Investment-Fond anzulegen. Giovannis Frau Carla (Valeria Bruni Tedeschi) kann derweil über unfassbaren Reichtum verfügen, langweilt sich aber und fühlt sich nicht ernst genommen. Bis sie erfährt, dass ein altes Theater in Luxusappartements verwandelt werden soll. Endlich hat sie die Aufgabe gefunden, die ihrem Leben einen Sinn geben soll. Währenddessen hat Serena die Liebe ihres Lebens gefunden – und es ist nicht Giovanni Bernaschis Sohn. Vizi und seine Drehbuchautoren verlegen den Roman nicht nur nach Italien, sie nehmen ihn auch komplett auseinander und setzen ihn neu zusammen. Die Geschichte ist in drei Kapitel aufgeteilt, die das Geschehen jeweils aus der Perspektive einer anderen Figur zeigt. Dieses Vorgehen hat seinen Reiz, weil die Handlung so mit jedem weiteren Durchgang mit einer weiteren Bedeutungsschicht angereichert wird. Außerdem spitzt das Drehbuchteam die Geschichte so zu und lässt sie zu einem Film Noir werden, der seine Spannung bis zu Schluss hält. Um „Die süße Gier“ zu verstehen, muss man den Film vor allem als Kommentar auf die speziellen italienischen Verhältnisse verstehen – in diesem Sinne ist er dann eben doch stark lokal verankert. Vizi legt eine ätzende Satire auf den Berlusconismus vor, auf den Glauben, dass zunächst das eigene Glück zählt, dann erst die Gemeinschaft. Erst im letzten Kapitel, das auch die Krimi-Handlung überraschend auflöst, deutet er so etwas wie einen Ausweg an. Und der liegt, wie so oft, in der Liebe, nicht im Geld. AB 8. JANUAR IN DER SCHAUBURG Italien / Frankreich 2013 Originaltitel Il Capitale Umano Regie Paolo Vizi Buch Francesco Bruni, Francesco Piccolo, Paolo Vizi Darsteller Fabrizio Bentivoglio, Fabrizio Gifuni, Matilde Gioli, Valeria Bruni Tedeschi, Luigi Lo Cascio Laufzeit 111 Minuten FSK 12


allEs andErE als hEilig »EinE wundErbarE und bErührEndE KomödiE« ThE huffingTon PosT

»auf diEsEn bill murray habEn sEinE fans gEwarTET«

»unmöglich ihn nichT zu liEbEn«

VariETy

los angElEs TimEs

ab 8. Januar 2015 im Kino www.st-Vincent-film.de

/stVincentfilm


FILMVORSTELLUNGEN 12

WILD TALES – JEDER DREHT MAL DURCH! — WAS PASSIERT, WENN EIN MENSCH ZUM ÄUSSERSTEN GETRIEBEN WIRD? DIE SECHS EPISODEN DIESES UNGLAUBLICH FIESEN UND UNGLAUBLICH WITZIGEN FILMS ZEIGEN ES. DIE PECHKOHLRABENSCHWARZE KOMÖDIE VON DER KONSEQUENTEN VERGELTUNG SIND NICHTS FÜR ZART BESAITETE! Kleine Geschichten mit großen Folgen: Da entdecken einige Flugzeugpassagiere, dass sie einen gemeinsamen Bekannten haben. Oder: Die Bedienung in einem Schnellrestaurant erkennt in einem Gast den Kredithai, der ihre Familie auf dem Gewissen hat. Ein schnieker Anzugträger legt sich mit einem rustikalen Proll an, und der Sprengstoffexperte Simon verliert aufgrund von Behördenwillkür und dank eines wiehernden Amtsschimmels sowohl seine Frau als auch seine Beherrschung und entwickelt einen ausgeklügelten Racheplan. Ein verwöhnter Bengel aus reicher Familie soll mithilfe von viel Geld und einem harmlosen Hausangestellten vor einem Strafverfahren wegen Fahrerflucht mit Todesfolge geschützt werden, und eine Braut erfährt auf ihrer Hochzeitsparty von der Treulosigkeit ihres frisch Angetrauten. Damián Szifróns ganz unterschiedliche Storys von Provokation und Eskalation beginnen harmlos. Doch schnell ist der Konflikt da: Ein Hindernis, ein kleines bzw. großes Missverständnis oder eine unverhoffte Begegnung genügen, um das Feuer zu entfachen, bis es hochlodert. Das dauert – je nach Menschenschlag – auch mal etwas länger, aber schon ist Szifrón dabei, eine hundsgemeine, abgefeimte Wendung zu finden, die in die Katastrophe führt. Zunächst formieren sich die Beteiligten, die Konfrontation startet: Wer ist der Stärkere? Keiner möchte klein beigeben, also wird, anders als in den Stan- und Laurel-Filmen, nicht einfach die Krawatte abgeschnitten, sondern hier und da fließt auch mal Blut. Szifrón hat freudvoll, mit sehr viel Menschenkenntnis und Humor darüber nachgedacht, welche extremen Möglichkeiten es wohl geben könnte, um eine Krise zum Äußersten zu treiben. Die Auflösungen, die er wählt, sind manchmal etwas blutig, aber immer hochgradig amüsant und vor allem spannend. Jede dieser Geschichten ist für sich ein Kunstwerk und erinnert in ihrer abgefeimten Konstruktion erzählerisch an Roald Dahl und Edgar Allen Poe. Und ebenso wie ihre literarischen Inspirationen sind sie weder unmoralisch noch zynisch, obwohl gelegentlich ein bisschen Tarantino-Charme sichtbar wird, besonders in den eher blutigen Sequenzen. Empfindsame Seelen könnten sich hier durchaus mal unwohl fühlen; der Film ist nichts für sensible Naturen, denn Szifrón wird gern etwas drastischer und greift auch zu kleineren und größeren Schockeffekten, so dass das Lachen gelegentlich im Hals stecken bleibt. Da passt alles, denn brav war gestern, und Rache ist nicht nur süß, sondern auch Blutwurst. AB 8. JANUAR IN DER SCHAUBURG Argentinien, Spanien 2014 Originaltitel Relatos Salvajes Regie & Buch Damián Szifrón Darsteller Ricardo Darin, Dario Grandinetti, Oscar Martinez, Leonardo Sbaraglia, Érica Rivas, Rita Cortese, Julieta Zylberberg Laufzeit 122 Minuten FSK 12 Verleih Prokino


TRAUMFABRIK 2014/15

ODYSSEE IN KUBRICK SPACE RETROSPEKTIVE STANLEY KUBRICK

Termine im Überblick So 9.11. – 15:00 – SCHAUBURG

KILLER‘S KISS | DER TIGER VON NEW YORK So 16.11. – 15:00 – SCHAUBURG

THE KILLING | DIE RECHNUNG GING NICHT AUF So 23.11. – 15:00 – SCHAUBURG

PATHS OF GLORY | WEGE ZUM RUHM So 30.11. – 15:00 – SCHAUBURG

SPARTACUS So 7.12. – 15:00 – SCHAUBURG

LOLITA So 14.12. – 15:00 – SCHAUBURG

JAN HARLAN: STANLEY KUBRICK – A LIFE IN PICTURES | EIN LEBEN FÜR DEN FILM In Anwesenheit des Regisseurs Jan Harlan Mi 17.12. – 18:00 – ZKM | Zentrum für Kunst & Medientechnologie Karlsruhe, Lorenzstr.19, Vortragssaal

FLUSSER IN KUBRICK SPACE

Ein Filmexploratorium zur Medientheorie von Vilém Flusser in den Filmen von Stanley Kubrick. Mit zahlreichen Filmzitaten, präsentiert von Wolfgang Petroll

So 18.01. – 15:00 – SCHAUBURG

DR. STRANGELOVE | DR. SELTSAM ODER: WIE ICH LERNTE DIE BOMBE ZU LIEBEN So 25.01. – 15:00 – SCHAUBURG

2001: A SPACE ODYSSEY | ODYSSEE IM WELTRAUM So 1.02. – 15:00 – SCHAUBURG

A CLOCKWORK ORANGE | UHRWERK ORANGE Fr 6.02. – 17:30 – Beginn AWWK-Filmseminar Traumfabrik in der Schauburg:

Veranstaltungsort (falls nicht anders angegeben) SCHAUBURG Filmtheater, Marienstrasse 16, Karlsruhe

STANLEY KUBRICK – FILME ALS MIKROSKOP FÜR MENSCHLICHES VERHALTEN.

6 Termine. Information/Anmeldung: www.awwk-karlsruhe.de

So 8.02. – 15:00 – SCHAUBURG

Eintrittskarten

BARRY LYNDON

an der Schauburg-Kinokasse Ermäßigung für Studierende.

So 15.02. – 15:00 – SCHAUBURG

Die TRAUMFABRIK 2014/15 kuratiert von Wolfgang Petroll und Herbert Born. Alle Filme mit Mikroeinführung von Wolfgang Petroll (Dozent für Film und Medienaesthetik; Lehrbeauftragter am ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, KIT) und anschließendem Kinogespräch.

SCHAUBURG Eintritt Filme € 8,- / Ermäßigt € 7,- / Seminarteilnehmer € 5,-

Informationen / Anmeldung / Vorverkauf Filme: www.schauburg.de Seminare: www.zak.kit.edu www.awwk-karlsruhe.de Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, müssen wir uns jedoch ausdrücklich vorbehalten.

THE SHINING So 22.02. – 15:00 – SCHAUBURG

FULL METAL JACKET So 1.03. – 15:00 – SCHAUBURG

EYES WIDE SHUT So 8.03. – 15:00 – SCHAUBURG

STEVEN SPIELBERG: A.I. – ARTIFICIAL INTELLIGENCE | KÜNSTLICHE INTELLIGENZ Mit freundlicher Unterstützung der


FILMVORSTELLUNGEN 14

FRAU MÜLLER MUSS WEG! — BASIEREND AUF DEM ERFOLGREICHEN THEATERSTÜCK VERWANDELT SÖNKE WORTMANN EINE GRUNDSCHULKLASSE IN DIE KAMPFARENA ELTERLICHER EITELKEIT, ALS DIE ELTERNVERTRETER DIE KLASSENLEHRERIN ZUR AUFGABE ZWINGEN WOLLEN. ERHELLENDE, BEISSENDE UND SEHR GELUNGENE SATIRE. Eine Elterngruppe hat mit Frau Müller einen Termin am Wochenende in der Schule gemacht, um mit ihr „Klartext“ zu reden. Zwar war man all die Jahre mit der warmherzigen Erzieherin zufrieden und auch die Bastelarbeiten und der Chor waren immer eine Zierde der Schule, aber jetzt geht es ums Eingemachte: die Versetzungsnoten, und die sollen in Gefahr sein. „Frau Müller hat die Klasse und den Lehrstoff nicht im Griff“, so heißt es, und außerdem gibt es da das Gerücht, dass sie in therapeutischer Behandlung sei. Fünf Eltern sind auserwählt als Exekutionskommando, im Namen aller Eltern der Klasse, Frau Müller die Kunde zu überbringen. Allen voran Jessica (Anke Engelke), die typische Karrierefrau, die hier gar nicht lange diskutieren, sondern kurzen Prozess machen will. Doch die befürchtet langatmige Diskussion bleibt aus. Frau Müller (Gabriela Maria Schmeidel) nimmt die gestellte Vertrauensfrage überrascht, aber gefasst zur Kenntnis, lässt sich nicht in die Enge treiben und holt zum Gegenschlag aus. Als sie fürchtet, in ihrer Wut zu weit zu gehen, verlässt sie das Klassenzimmer und ist für Stunden nicht auffindbar. Die konsternierten Eltern beschließen nach einer Weile, sie zu suchen und fangen an, sich gegenseitig zu zerfleischen. Ein wahres Gemetzel inszeniert Sönke Wortmann da, der den ach so besorgten Eltern die Maske vom Gesicht zieht und ihren wahren Charakter aufdeckt. Da geht es längst nicht mehr um das Wohl der Kinder, sondern eher um private Eitelkeiten, Vorteilsannahmen und Vorurteile, die im ungünstigen Fall auf die Kinder abfärben und ihr Verhalten im Unterricht mitbestimmen. Wortmann inszeniert dieses Kammerspiel als eloquente Komödie und zeichnet ein punktgenaues und ausgesprochen zeitgemäßes Gesellschaftsporträt, in dem sich jeder wieder finden kann. Besonders erfrischend ist, dass er die Diskussion ums deutsche Schulsystem einmal umdreht und nicht nur den Lehrern die Schuld gibt. Meisterhaft seziert er das zwiespältige Verhalten der Eltern, die hier das Beste für ihre Kinder fordern, ihnen das zuhause aber schon lange nicht mehr gewähren. Wortmann nimmt in der filmischen Umsetzung des Theaterstücks deutliche Anleihen bei Polanskis „Der Gott des Gemetzels“, steht ihm in Sachen Dialog und Timing in nichts nach und hat noch dazu ein aktuelles Thema, das zur Zeit aus der deutschen Öffentlichkeit nicht wegzudiskutieren ist. AB 8. JANUAR IN DER SCHAUBURG Deutschland 2014 Regie Darsteller

Laufzeit FSK Verleih

Sönke Wortmann Anke Engelke, Gabriele Maria Schmeide, Jstus von Dohnanyi, Ken Duken, Alwara Höfels, Mina Tander u.a. 87 Minuten 6 Constantin


FILMVORSTELLUNGEN 16

GET – DER PROZESS DER VIVIANE AMSALEM — DER LEIDENSWEG EINER ISRAELISCHEN FRAU, DIE VOR EINEM RABBINATSGERICHT UM DIE SCHEIDUNG VON IHREM MANN KÄMPFT. MIT SCHONUNGSLOSER DIREKTHEIT ERZÄHLTE GESCHICHTE ÜBER GESELLSCHAFTLICHE ZUSTÄNDE, DIE UNFASSBAR ERSCHEINEN.

SCHÄNDUNG — DER EIGENSINNIGE ERMITTLER CARL MØRCK RECHERCHIERT IN EINEM 20 JAHRE ZURÜCKLIEGENDEN, NUR SCHEINBAR GEKLÄRTEN MORDFALL UND STÖSST AUF NEUE SPUREN UND VERDÄCHTIGE. SOLIDE SKANDINAVISCHE THRILLERKOST NACH JUSSI ADLER-OLSENS ROMAN. Auf „Erbarmen“ folgt „Schändung“. Die zweite Verfilmung eines Jussi Adler-Olsen-Romans baut auf vielem auf, was das Kinodebüt von Sonderermittler Carl Mørck (Nikolaj Lie Kass) und seines Kollegen Assad (Fares Fares) noch eher im Schnelldurchgang anriss. Wieder steht ein schreckliches Verbrechen am Beginn der mysteriösen, skandinavisch-düsteren Geschichte, die den Zuschauer tief in menschliche Abgründe und pervertierte Seelen eintauchen lässt. Der brutale Doppelmord an einem Geschwisterpaar im Umfeld eines renommierten Eliteinternats beschäftigt dieses Mal Mørck und Assad, die im neu gegründeten Sonderdezernat Q eigentlich nur ungeklärte Altfälle nach Aktenlage abarbeiten sollen. So wollen es zumindest ihre Vorgesetzten. Insofern fällt das scheinbar längst aufgeklärte Verbrechen an den Geschwistern nicht so ganz in den Aufgabenbereich der beiden Ermittler. Als jedoch der Vater der Ermordeten Mørck darum bittet, sich den Fall noch einmal anzusehen – man habe damals letztlich einen Unschuldigen zum Sündenbock gemacht – und dieser am nächsten Tag tot in seiner Wohnung aufgefunden wird, weckt das die Neugier des erfahrenen Kommissars. Film wie Roman erkunden daraufhin mit hohem Tempo und noch größerer Intensität die seltsame Parallelwelt einer selbsternannten Elite, in der Gesetze augenscheinlich nicht für jeden gelten. Wer Geld und somit Macht besitzt, kann auch außerhalb gesellschaftlicher Spielregeln agieren und seine pervertierten Wünsche ausleben. Die Schauplätze sind abwechslungsreicher, die Figuren interessanter als im ersten Film. Die zusätzliche halbe Stunde, die „Schändung“ seinem Vorgänger voraushat, ist somit größtenteils gut investiert, auch weil sich trotz aller Polizeiklischees allmählich eine Beziehung zwischen Mørck und dem Zuschauer zu etablieren scheint. Vielleicht waren die ersten beiden Adler-Olsen-Verfilmungen im Rückblick nur das Warm-up für einen kriminalistischen Marathon, bei dem noch mindestens drei weitere Teile auf uns warten. AB 15. JANUAR IN DER SCHAUBURG Dänemark 2014 Originaltitel Fasandræberne Regie Mikkel Nørgaard Drehbuch Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg nach dem Roman von Jussi Adler-Olsen Darsteller Nikolaj Lie Kass, Fares Fares, Pilou Asbæk, David Dencik, Danica Curcic, Johanne Louise Schmidt Laufzeit 119 Minuten FSK 16

Immer wieder kann man während der langen, oft schwer zu ertragenden zwei Stunden von "Get – Der Prozess der Viviane Amsalem" nicht anders, als den Kopf zu schütteln und sich zu fragen, ob das denn wirklich sein kann. Kann es in einem Land wie Israel, das trotz aller Missstände und Probleme zu Recht als einzige Demokratie im Nahen Osten bezeichnet wird, dass zumindest in manchen Aspekten ein liberales, weltoffenes Land ist, tatsächlich solch archaische Traditionen geben, wie sie hier geschildert werden? Die Rede ist von der Ehescheidung, die in Israel als einzigem demokratischem Staat der Welt, nicht zivilrechtlich vollzogen werden kann, sondern ausschließlich von einem Rabbinatsgericht, in dem streng orthodoxe Richter nach ebenso traditionellem wie tradiertem jüdischem Recht urteilen. Und dieses Gesetz macht es einer Frau praktisch unmöglich, die Scheidung von einem Mann zu erwirken, der sich aus welchen Gründen auch immer weigert, in die Scheidung einzuwilligen. So geht es der von Co-Regisseurin Ronit Elkabetz gespielten Viviane Amsalem. Immer neue Auflagen machen die Richter, während Viviane und ihr Anwalt Carmel (Menashe Noy) mit zunehmender Verzweiflung gegen die archaischen Traditionen kämpfen, um endlich ihren Get, ihren Scheidungsbrief in Händen zu halten. All das zeigen die Geschwister Elkabetz in meist starren Einstellungen, fast ausschließlich in einem kargen Gerichtsraum, der wie aus der Welt gefallen zu sein scheint. Wie eine Passionsgeschichte wirkt das Schicksal der Viviane Amsalem, die einfach nur das haben will, was zumindest in westlichen Ländern inzwischen praktisch jeder Frau selbstverständlich zusteht: Das Recht, über ihr Leben selbst zu bestimmen. Dass die Regisseure und Autoren dabei klug genug sind, ihren Mann Elisha nicht zu verdammen, ihm immer wieder auch Momente des Mitgefühls zuzugestehen, macht den wie eine Farce anmutenden Prozess noch schwerer zu ertragen. Nicht zuletzt das meist zurückhaltende Spiel von Ronit Elkabetz, die meist stoisch, aber mit zunehmender Verzweiflung den Prozess verfolgt, vermittelt aufs Eindringlichste die schiere Ungerechtigkeit, der sich Frauen in Israel oft noch gegenübersehen. Leicht auszuhalten sind die zwei Stunden von "Get – Der Prozess der Viviane Amsalem" gewiss nicht, aber an emotionaler Dichte ist der Film der Geschwister Elkabetz schwer zu übertreffen. AB 15. JANUAR IN DER SCHAUBURG Israel /Frankreich /Deutschland 2014 Regie & Buch Ronit & Shlomi Elkabetz Darsteller Ronit Elkabetz, Menashe Noy, Simon Abkarian, Sasson Gabay, Eli Gorstein, Gabi Amrani Laufzeit 115 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung Verleih Edition Salzgeber


Seniorenkino

in der Schauburg immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 5 EUR; inkl. 1 Glas Sekt

Filme im Januar 2015:

14.01.

21.01.

28.01.

Foto: © Monkey Business – fotolia.com

07.01.


FILMVORSTELLUNGEN 18

FRÄULEIN JULIE — WERKGETREU ÜBERSETZT DIE NORWEGISCHE SCHAUSPIELLEGENDE UND BERGMAN-MUSE LIV ULLMAN STRINDBERGS PSYCHOLOGISCHES DRAMA „MISS JULIE“ IN KUNSTVOLLE FILMSPRACHE ALS ZERFLEISCHUNGSSTÜCK, DAS DURCH UNGEHEUREN PSYCHOLOGISCHEN REALISMUS DEN EWIGEN GESCHLECHTERKAMPF MIT BRENNENDER SCHÄRFE AUF DIE LEINWAND BANNT. Irland, 1890. Auf Schloss Fermanagh wird gefeiert. Der Baron ist verreist. Seine Tochter Julie nützt die Gelegenheit und vertreibt sich die Zeit in dieser lauen Mittsommernacht auf ihre Weise. Übermütig verführt die einsame Adelstochter den Butler ihres Vaters zum Tanz. Keck überschreitet sie damit Klassenschranken. Obwohl John eigentlich mit der Köchin Kathleen (Samantha Morton) verlobt ist, lässt er sich auf ihr Spiel mit dem Feuer ein. Seine anfängliche Zurückhaltung weicht bald. Sie umkreisen einander. Ein raffiniertes Wechselspiel aus Zärtlichkeit und Zurückweisung nimmt seinen Lauf. Doch der Liebesrausch währt nur kurze Zeit. Bald schon sind die Rollen vertauscht … Mit virtuoser Sensibilität und präziser Gestik stürzen sich die beiden Hauptdarsteller bis zur schieren Selbstaufgabe in das Auf und Ab des Geschlechterkriegs. Schnörkellos bleibt ihr kompliziertes Verhältnis in einer spannungsreichen Ambivalenz. Letztlich durchleiden beide ihre Beziehung mit einer Intensität, die Körperfasern und Nervenstränge aufs Höchste elektrisiert. Souverän lotst sie Regisseurin Liv Ullmann dabei über die intimen Schlachtfelder der Gefühle. Geprägt vom Kunstkino Ingmar Bergmans, Fellinis oder Kurosawas mit seiner tiefschürfenden Symbolik bevorzugt der Weltstar bei seinen kammerspielhaften Tableaus lange Einstellungen und Close ups ohne hektische Schnitte. Eine Langsamkeit, die für heutige Verhältnisse ungewohnt ist. Ihr dramaturgisch geschultes Gespür behält dabei trotzdem die Oberhand. Kompromisslos konzentriert die Grand Dame die Aufmerksamkeit der Kamera auf die Dynamik und Entwicklung ihrer Charaktere und lässt ihnen dabei gleichzeitig genügend Raum für eine naturalistische Darstellung. Golden Globe Gewinnerin Jessica Chastain zieht in dieser emotionalen Tour de Force als femme fragile die Blicke magnetisch auf sich. Großartig jongliert sie mit verschiedenen Tonlagen, hin und hergerissen zwischen Leidenschaft, Begehren und Abhängigkeit. Der irische Schauspieler Colin Farrell, für den es als Aufsteiger Jean und werdender Herr, kein Begehren ohne Berechnung gibt, beeindruckt mit robuster Vitalität und krudem Charme. Der 38jährige, mit dem Gesicht eines Rebellen, meistert seine Rolle bravourös. Schonungslos repräsentiert er in diesem Drama um Liebe, Machtpositionen und Klassenunterschiede, den maskulinen Widerpart samt seinen hilflosen Herrschaftsgelüsten. AB 22. JANUAR IN DER SCHAUBURG Norwegen, Großbritannien, Irland, Frankreich 2014 Originaltitel Miss Julie Buch & Regie Liv Ullman Darsteller Jessica Chastain, Colin Farrell, Samantha Morton, Nora McMenamy Laufzeit 129 Minuten Verleih Alamode

WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK. —

IM AUGUST 1992 BRANNTE IN ROSTOCK-LICHTENHAGEN EIN ASYLBEWERBERHEIM. DIESE SCHLIMMSTEN FREMDENFEINDLICHEN AUSSCHREITUNGEN IN DER GESCHICHTE DER BUNDESREPUBLIK INSZENIERT BURHAN QURBANI ALS STILISTISCH ÜBERZEUGENDEN FILM VON KRAFTVOLLER INTENSITÄT. Zwei Jahre nach der deutschen Einheit war der Traum von blühenden Landschaften schon fast ausgeträumt, steckte die Wirtschaft in der Rezession, beantragten über 400.000 Menschen Asyl, so viele wie nie zuvor und danach. Aus dieser Mischung, zusätzlich gespeist von Alkohol, Drogen und einem diffusen Gefühl der Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit entstand wohl die Atmosphäre, die am 24. August 1992 zu Ausschreitungen führte, die im Nachhinein als Pogrom bezeichnet wurden. Wie durch ein Wunder kam beim Brand eines Asylbewerberheims in Rostock-Lichtenhagen niemand ums Leben, doch danach war Deutschland ein anderes Land. Im Zentrum von „Wir sind jung. Wir sind stark.“ stehen jugendliche Deutsche, die sich jung und stark fühlen und – so suggeriert es der Film – nicht wissen was sie tun. Das gilt für Stefan (Jonas Nay), Sohn eines Lokalpolitikers, der seinem Vater längst entglitten ist und mit seiner Clique den heißen Sommer am See oder in den Plattenhaussiedlungen der Stadt verbringt. Aber noch mehr für seinen Kumpel Robbie (Joel Basman), ein Anarchist, ein Randalierer, der in einem Atemzug „Heil Hitler“ und „Scheiß Stasi“ ruft und gegen alles und nichts rebelliert … Ob dies tatsächlich die mehrheitliche Haltung der Täter im Sommer 1992 war sei dahingestellt, im Kontext dieses Films wirkt diese Darstellung überzeugend. Zumal es Qurhani mit einem passend desolaten Szenen- und Kostümbild gelingt, die Zeit einzufangen: Voller Schnauzbärte, Ballonseide, verwaschenen Jeansjacken und anderen modischen Sünden ist diese Welt, geprägt von Trostlosigkeit zwischen Plattenbauten. Da wäre es gar nicht nötig gewesen, einen Großteil des Films in schwarz-weiß und reduziertem Bildformat zu filmen, um am Abend, als die Krawalle losgehen, auf Farbe und Scope zu wechseln, um auch optisch zu betonen, dass die Randale für viele Beteiligte und Gaffer eine willkommene Abwechslung aus dem grauen Alltag waren. Und doch ist diese stilistische Entscheidung bezeichnend für einen Film, der angesichts seines Themas dann vielleicht auch passenderweise sehr Deutsch ist: Fraglos gut gemeint, oft auch gut gemacht – was die Schauspieler angeht ohnehin, das kennt man vom deutschen Film, aber auch stilistisch ambitioniert, mit langen Plansequenzen und einigem Stilwillen, was man vom deutschen Kino nicht immer kennt. AB 22. JANUAR IN DER SCHAUBURG Deutschland 2014 Regie Burhan Qurbani Buch Martin Behnke, Burhan Qurbani Darsteller Jonas Nay, Joel Bamsn, Devid Striesow, Saskia Rosendahl, Paul Gäbler, David Schütter, Jakob Bieber Laufzeit 128 Minuten FSK 12 Verleih Zorro-Film, Vertrieb 24 Bilder


MET OPERA LIVE IM KINO 2015 17. Januar

THE MERRY WIDOW Franz Lehár Mit Renée Fleming, Kelli O‘Hara, Nathan Gunn, Thomas Allen Dirigent: Andrew Davis

31. Januar

LES CONTES D‘HOFFMANN Jacques Offenbach Mit Hibla Gerzmava, Kate Lindsey, Vittorio Grigolo, Thomas Hampson. Dirigent: Yves Abel

14. Februar

IOLANTA / HERZOG BLAUBARTS BURG Peter Tschaikowsky / Béla Bartók Mit Anna Netrebko, Piotr Bezcala / Nadja Michael, Mikhail Petrenko. Dirigent: Valery Gergiev

14. März

LA DONNA DEL LAGO Gioachino Rossini

25. April

CAVALLERIA RUSTICANA/ DER BAJAZZO Pietro Mascagni / Ruggero Leoncavallo Mit Eva-Maria Westbroek, Marcelo Álvarez / Patricia Racette, Marcelo Álvarez. Dirigent: Fabio Luisi

The Met: Live in HD is made possible by a generous grant from its founding sponsor

www.metimkino.de

Neubauer Family Foundation

Global corporate sponsorship of The Met: Live in HD is provided by

The HD Broadcasts are supported by

PHOTO: BRIGITTE LACOMBE / METROPOLITAN OPERA

Mit Joyce DiDonato, Juan Diego Flórez, John Osborn Dirigent: Michele Mariotti


FILMVORSTELLUNGEN 20

THE IMITATION GAME EIN STRENG GEHEIMES LEBEN — EIN VERSCHROBENER MATHEMATIKER SOLL WÄHREND DES ZWEITEN WELTKRIEGS DIE CODIERUNG DER DEUTSCHEN ENIGMA-MASCHINE KNACKEN. BEWEGENDES DRAMA, DAS DEM GENIALEN ALAN TURING EIN DENKMAL SETZT UND HAUPTDARSTELLER BENEDICT CUMBERBATCH DEN OSCAR BESCHEREN KÖNNTE. Sie war ein Meilenstein der Chiffrier-Technik: Die Enigma-Maschine galt als absolut sicher und unbezwingbar. Für die Nazis der perfekte Weg, die Befehle an die Kriegsmaschinerie zu verschlüsseln. Der britische Geheimdienst versuchte mit allen Mitteln, den geheimen Code zu knacken und engagierte die klügsten Rechen-Köpfe des Landes. Alles vergeblich, bis der exzentrische Student Alan Turing auftritt. Das Bewerbungsgespräch des arroganten Schnösels gerät zum Fiasko, doch weil er extrem talentiert ist, kann man auf ihn nicht verzichten. Turing schert sich so wenig um die Meinung seiner Kollegen als um jene der Vorgesetzten. Als ihm sein Chef, immerhin ein hochdekorierter Commodore, dumm kommt, wendet er sich direkt an Winston Churchill. Und Bingo: Turing wird prompt zum Chef der kleinen Aufklärungstruppe befördert … Mit Rückblenden wird erzählt, wie der sensible Außenseiter in der Schule gemobbt wurde. Wie er schon frühzeitig, unterfordert vom Mathematik-Unterreicht, seine Leidenschaft für Codierungs-Systeme entdeckte und seinem einzigen Freund, dem Seelenverwandten Christopher, chiffrierte Briefchen schrieb. Wie es sich für ein Drama um Verschlüsselung gehört, kommt auch die Dramaturgie als Puzzle daher und wechselt elegant die Zeitebenen. Neben der Rückschau in die Jugendjahre gibt es einen Blick in die Nachkriegszeit, als der Held 1952 von der Polizei wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt und schließlich als Homosexueller verurteilt wird: Zwei Jahre Gefängnis oder eine Hormonbehandlung lautet das menschenverachtende, zu jener Zeit gleichwohl gängige Urteil, Turing entscheidet sich für die chemische Kastration, deren Nebenwirkungen den leidenschaftlichen Sportler immer tiefer in eine Depression taumeln lassen. Den Fokus legt dieses Quasi-Biopic auf die Tüftel-Arbeit der Code-Knacker in den streng abgeschirmten Baracken von Bletchley Park, die als Radio-Fabrik getarnt sind. Eindrucksvoll die Leistung von Benedict Cumberbatch. Der mit „Sherlock“ zum Kult-Mimen avancierte Brite gibt den genialen Sonderling mit einer charismatischen Lässigkeit und Präzision, die unter die Haut geht. Eine auf den ersten Blick kaum sympathische Figur, einen verhaltensgestörten, überheblichen Kauz derart feinsinnig zu präsentieren, dass er ans Herz geht, ist eine oscarreife Glanzleistung. AB 22. JANUAR IN DER SCHAUBURG Großbritannien 2014 Regie Darsteller

Filmlänge Verleih

Morten Tyldum Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Matthew Goode, Mark Strong, Chales Dance 114 Minuten DCM


FILMVORSTELLUNGEN 21

von Friedrich Schiller

ANDERSWO —

TRAGIKOMÖDIE UM EINE AUS ISRAEL STAMMENDE, IN BERLIN LEBENDE FRAU UND IHRE SUCHE NACH HEIMAT UND IDENTITÄT ZWISCHEN DEN KULTUREN. VIEL BEACHTETER UND GUT BESETZTER DEBÜTFILM. Seit acht Jahren studiert die Israelin Noa in Berlin. Bald wird sie 30 und ist gerade mit ihrem Freund Jörg zusammengezogen. Dennoch fühlt sich Noa fremd in ihrem Leben und hat das Gefühl, ihren Platz noch nicht gefunden zu haben. Zusätzlich wird das Thema ihrer Abschlussarbeit – ein Lexikon der unübersetzbaren Wörter – als unzureichend abgelehnt. Kurzentschlossen fliegt Noa in ihre Heimat, um dem Ganzen zu entfliehen. In Israel angekommen, fällt sie in die Rolle des aufmüpfigen Teenagers zurück, der im Dauerstreit mit seinen Eltern liegt. Als dann ausgerechnet am nationalen Erinnerungstag ihr besorgter Freund auftaucht, muss Noa erkennen, dass Rollen zu wechseln nicht Ankommen bedeutet. Aber wie geht das, wenn man bisher seine Rollen einfach nur abgestreift hat, wie einen Pullover, der nicht mehr passt? „Anderswo“ von Ester Amrami erzählt von der Suche einer jungen Frau nach sich selbst. Die Tragikomödie – eine deutsch-israelische Variante von „Francis Ha“ – präsentiert mit Hauptdarstellerin Neta Riskin eine aufregende neue Schauspielerin. Das Spielfilmdebüt von Ester Amrami hat seit seiner Premiere bei der Berlinale 2014 auf zahlreichen in- und ausländischen Festivals für Aufsehen gesorgt und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: darunter der Studio Hamburg Nachwuchs Preis, „Forum of Independents”-Award des IFF Karlovy Vary und der FIPRESCI-Preis der deutschsprachigen Filmkritik. AB 29. JANUAR IN DER SCHAUBURG Deutschland 2014 Regie Darsteller Laufzeit Verleih

Ester Amrami Neta Riskin, Golo Euler, Hana Laszlo 85 Minuten Film Kino Text (Filmagentinnen)

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17.1. TICKETS 0721 933 333 ABOS 0721 3557-323/-324 WWW.STAATSTHEATER.KARLSRUHE.DE


FILMVORSTELLUNGEN 22

BIRDMAN ODER (DIE UNVERHOFFTE MACHT DER AHNUNGSLOSIGKEIT) — EIN EINSTIGER SUPERHELDENDARSTELLER VERSUCHT SEIN COMEBACK IN EINEM THEATERSTÜCK AM BROADWAY. AMBITIONIERTER, STILISTISCH AUFREGENDER FILM, DER EIN BRILLANTES SCHAUSPIELERENSEMBLE AUF EINEM PARFORCERITT INSZENIERT UND ZU EINER VIELSCHICHTIGEN KRITIK AN HOLLYWOOD UND HOCHKULTUR GLEICHERMASSEN ANSETZT. Birdman, diese Rolle hat der alternde Schauspieler Riggan Thomson (Michael Keaton, Ende der 80er Jahre durch „Batman“ berühmt geworden) drei Mal gespielt. Doch zu Teil vier hat er Nein gesagt – so wie Keaton zu Teil drei – und seitdem ist seine Karriere im Tiefflug. Zusammen mit seinem Freund und Produzenten Jack (Zach Galifianakis) versucht Riggan nun noch einmal seine Reputation zurückzugewinnen: Er inszeniert sich selbst in einer Adaption von Raymond Carvers Kurzgeschichte „What we talk about when we talk about love“ und das gleich am legendären Broadway. Doch die Proben laufen schleppend, Riggans Tochter Sam (Emma Stone) assistiert ihrem lange entfremdeten Vater, kämpft aber noch mit den Folgen ihrer Drogensucht, der neue Hauptdarsteller Mike (Edward Norton) ist ein manierierter Selbstdarsteller, aber auch ein brillanter Schauspieler, und über allem steht die Gefahr eines veritablen Flops … Wie einen filmischen Stream of Consciousness inszeniert Iñárritu das, lässt Riggan bisweilen kinetische Kräfte entfalten und später gar fliegen, deutet aber immer wieder an, dass diese Fähigkeiten nur im Kopf Riggans existieren. Zusätzlicher Clou: Bis auf zwei, drei Schnitte zu Beginn und am Ende ist der gesamte Film so inszeniert, dass er wie eine einzige, fließende Einstellung wirkt. Schwerelos gleitet die elektrifizierende Kamera von Emmanuel Lubezki durch die engen Flure des Theaters, in dem fast der gesamte Film spielt, umkreist die Darsteller und lässt Stunden und Tage ineinander fließen. Was leicht zu Selbstzweck hätte verkommen können ist hier passendes stilistisches Mittel, um die Welten des Theaters und des Kinos zu verbinden. Manchmal wirkt es so, als würde es sich Iñárritu dabei mit der Dialektik zwischen Hochkultur und Hollywood allzu einfach machen. Stattdessen deutet Iñárritu aber auch den kulturellen Verfall des Broadways an, auf dem nicht alles elitäre Hochkultur ist. Und so kommt schließlich der ebenso lange wie schöne Untertitel von „Birdman“ ins Spiel: Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit, gleichzeitig der Titel einer Kritik in der New York Times, die Riggan nach der Premiere lesen darf – oder muss. Iñárritu belässt es bei einem offenen Ende, das ebenso vielfältig zu interpretieren ist wie der gesamte Film, der inhaltlich, stilistisch und metaphorisch zu den reichsten Filmen des Jahres zählt. AB 29. JANUAR IN DER SCHAUBURG USA 2014 Regie Buch

Alejandro G. Iñárritu Alejandro G. Iñárritu, Alexander Dinelaris, Jr., Armando Bo Kamera Emmanuel Lubezki Darsteller Michael Keaton, Emma Stone, Edward Norton, Zach Galifianakis, Amy Ryan, Naomi Watts, Andrea Riseborough Laufzeit 119 Minuten FSK 12


FILMVORSTELLUNGEN 23

DIE LETZTEN GIGOLOS —

JESSICA CHASTAIN COLIN FARRELL SAMANTHA MORTON

STILVOLL GEKLEIDET, AUSSCHWEIFEND TANGO TANZEND ODER ALS BEGLEITUNG BEI EINEM TAGESAUSFLUG AN EXOTISCHE ORTE – SIE SIND DAS KÄUFLICHE ACCESSOIRE FÜR GUT BETUCHTE FRAUEN AB 60. HINREISSENDER DOKUMENTARFILM ÜBER BEJAHRTE GIGOLOS. Ob leidenschaftlicher Tango im Teesalon, entspannter Spaziergang an Bord oder Tagesausflüge an exotischen Urlaubszielen, „Die letzten Gigolos“ sind graumelierte Herren von Welt. Sie verbringen ihren Lebensabend auf Kreuzfahrtschiffen – als Unterhalter und Tanzpartner für amüsierfreudige Frauen ab 60, um deren Urlaubsträumen nachzuhelfen. Organisiert von Agenturen und angestellt von Reedereien bereisen sie die Weltmeere und werden belohnt mit dem Abenteuer Kreuzfahrt und der Flucht aus ihrem Seniorendasein zu Hause. Gemeinsam mit dem Frankfurter Peter Nemela (74) begibt sich der Regisseur Stephan Bergmann auf die amüsanten Spuren derer, die als Gentlemen auf dem Schiff ihre Träume verwirklichen wollen. Doch taugt das Kreuzfahrtschiff nur begrenzt als Spielwiese für ihre Suche nach einem anderen, spannenderen Leben. So liegt es an den Kavalieren selbst, mit Glück und Talent ihrem Ziel etwas näher zu kommen – und sich auf dem Weg auch einiger Avancen gekonnt zu erwehren. „Die letzten Gigolos“ ist ein herzerwärmender Spaß rund um charmante Herren, die ihre Sehnsüchte auf Kreuzfahrtschiffen zu verwirklichen hoffen und die niemals aufgeben werden, sie zu suchen. Auf eine lebensbejahende und beschwingte Weise erzählt der Film vom Verlieren und Gewinnen, von Rückschlägen und kleinen Triumphen. Ein Augenzwinkern für das Älterwerden. „Eine wunderbar gestaltete Dokumentation, die sehr facettenreiche Einblicke in die Welt eines wahren Traumschiffes gewährt.“ (Begründung der Deutschen Filmund Medienbewertung (FBW) zur Vergabe des Prädikats „Besonders wertvoll“.)

Ein Film von LIV ULLMANN

Nach dem Theaterstück von August Strindberg

„EINE MEISTERHAFTE DARBIETUNG, EIN GROSSER SCHAUSPIELERISCHER TRIUMPF

AB 29. JANUAR IN DER SCHAUBURG Deutschland 2014 — Dokumentation Regie Stephan Bergmann Laufzeit 91 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung Verleih Neue Visionen

FRÜHSTÜCKS 1. FEBRUAR PREMIERE — in Anwesenheit 10.00 UHR von Regisseur Stefan Bergmann

IN EINER LEIDENSCHAFTLICHEN ADAPTION.“

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Michel in der Suppenschüssel

Michel lebt mit seinen Eltern und Geschwistern in Smöland. Als er eine Schüssel ausschlekken will, rutscht er aus und bleibt darin stecken!

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Die Biene Maja

Biene Maja widersetzt sich allen Regeln des Bienenstocks und bringt die Ordnung der Arbeitsgesellschaft mit ihrem Entdeckergeist mächtig durcheinander. Länge: 78 Min. / FSK: 0

Rico, Oskar und die Tieferschatten

Rico, ein wenig begabter, zehnjähriger Junge, freundet sich mit dem hochbegabten, zwei Jahre jüngeren Oskar an – und gemeinsam gehen sie auf Verbrecherjagd. Länge: 96 Min. / FSK: 0

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22

. - 28. Januar

Pettersson und Findus

Pettersson und sein Kater Findus segeln und fischen am See. Doch der Frieden ist trügerisch, denn am Himmel brauen sich riesige Sturmwolken zusammen...

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Länge: 72 Min. / FSK: 0

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Michel bringt die Welt in Ordnung

Astrid Lindgren über Michel: “Er war mir so nahe wie mein eigenes Kind. Eigentlich ist der Michel bis heute meine Lieblingsfigur.”

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FILMVORSCHAU 26

UNSERE PROGRAMMVORSCHAU FÜR

FEBRUAR 2015

BLACKHAT

DAS BLAUE ZIMMER

FOXCATCHER

Als eine anonyme Hackergruppe die internationalen Finanzmärkte angreift, rekrutiert der amerikanische Geheimdienst Nicholas Hathaway, einen genialen Hacker, der zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Gegen das Versprechen seiner Freilassung lässt er sich auf eine Zusammenarbeit mit der Regierung ein. Doch schon bald merkt er, dass er sich mitten in einem tödlichen Kampf gegen Cyber-Terroristen befindet. Action-Spezialist Michael Mann meldet sich nach fünf Jahren Pause wieder mit einem spektakulären Thriller zurück.

Ein Mann, der eines Schwerverbrechens angeklagt wird. Eine böse Frau, die dem Film Noir entstiegen ist. Eine verhängnisvolle Affäre und zerredete Leidenschaft. Ein Gerichtsdrama ohne Wahrheitsfindung. All das und noch viel mehr ist „Das blaue Zimmer“ von und mit Matthieu Amalric nach einem Roman von Georges Simenon.

Die unglückliche Geschichte der Beziehung zwischen dem reichen Unternehmens-Erben John du Pont und dem Ringer-Brüderpaar Mark und Dave Schultz ist hierzulande kaum bekannt. Regisseur Bennett Miller, der sich mit Filmen wie „Capote“ und „Moneyball“ auf real-life-Dramen spezialisiert hat, macht daraus ein ungeheuer intensives LeinwandErlebnis. Miller wurde für seine Arbeit beim Festival in Cannes 2014 als bester Regisseur ausgezeichnet. Als John du Pont begeistert der Komiker Steve Carell in seiner ersten tragischen Rolle.

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Regie Michael Mann Darsteller Chris Hemsworth, Viola Davis, William Mapother Kinostart 05.02.2015

Regie Mathieu Amalric Darsteller Léa Drucker, Mathieu Amalric, Stéphanie Cléau Kinostart 05.02.2015

Regie Bennett Miller Darsteller Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo Kinostart 05.02.2015

INHERENT VICE – NATÜRLICHE MÄNGEL

ALS WIR TRÄUMTEN

HEUTE BIN ICH SAMBA

Unerwartet taucht Shasta, die Ex von Schnüffler Doc Sportello auf und fleht um Hilfe: Sie sei die Geliebte eines milliardenschweren Immobilienmakler, dessen Ehefrau nun plane den Milliardär kidnappen und in die Klapsmühle stecken zu lassen. Als Shasta und ihr Liebhaber plötzlich verschwinden begibt sich Doc in einer psychedelische Welt aus Stonern, Surfern und Cops, um den Fall zu lösen. Teils Surf noir, teils psychedelische Farce – aber ganz Thomas Pynchon, meisterhaft inszeniert von Paul Thomas Anderson („Magnolia“, „The Master“).

Als wir träumten war der Stadtrand von Leipzig die Welt. Die DDR war weg und wir waren noch da. Pitbull war noch kein Dealer. Mark war noch nicht tot. Rico war der größte Boxer und Sternchen war das schönste Mädchen, doch sie hat mich nicht so geliebt, wie ich sie. Alles kam anders. Aber es war unsere schönste Zeit. Verfilmung des gleichnamigen Romans von Clemens Meyer über fünf Freunde im Leipzig der Nachwendezeit.

Zehn Jahre ist es her, dass Samba – nicht ganz legal – aus Senegal nach Frankreich eingereist ist. In Paris hält er sich unauffällig mit Aushilfs jobs über Wasser, bis er in Abschiebehaft landet. Jetzt steckt Samba richtig in der Klemme und erhofft er sich Hilfe von der dünnhäutigen Karrierefrau Alice, die sich nach einem Burn-Out nun ehrenamtlich im Sozialdienst engagiert. Samba ist ihr erster „Fall“. Witzige, warmherzige Gesellschaftskomödie über Freundschaft in Zeiten sozialer Missstände, über Identitätskrisen und den Mut, die Dinge zu verändern – von den Machern von „Ziemlich beste Freunde“.

Regie Paul Thomas Anderson Darsteller Joaquin Phoenix, Josh Brolin, Owen Wilson Kinostart 12.02.2015

Regie Andreas Dresen Darsteller Merlin Rose, Julius Nitschkoff, Joel Basman Kinostart 26.02.2015

Regie Olivier Nakache, Eric Toledano Darsteller Omar Sy, Charlotte Gainsbourg, Tahar Rahim Kinostart 26.02.2015

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Herz aus Stahl

AB DO

1.1.

Regie David Ayer („Sabotage“) Mit Brad Pitt („Inglourious Basterd“) Shia LaBeouf („Transformers“) Logan Lerman („Noah“) Jon Bernthal (Wolf of Wall Street) Michael Pena („American Hustle) April, 1945. Während die Alliierten ihren letzten und entscheidenden Vorstoß in den Kriegsschauplatz von Europa wagen, kommandiert ein kampferprobter Army Sergeant namens Wardaddy einen Sherman Panzer und dessen fünfköpfige Besatzung auf einer tödlichen Mission hinter den Feindeslinien. Zahlen- und waffenmäßig weit unterlegen, müssen sich Wardaddy und seine Männer gegen überwältigend große Widerstände behaupten, während sie versuchen, mitten im Herzen von Nazi-Deutschland zuzuschlagen.

FILMhighlights im JANUAR The Gambler

AB DO

15.1.

Regie Rupert Wyatt („Planet der Affen: Prevolution“) Mit Mark Wahlberg („The Fighter“) Jessica Lange („Tootsie“) Brie Larson („21 Jump Street“) John Goodman („Big Lebowski“) Der Tod seines Großvaters wirft LiteraturProfessor Jim Bennett völlig aus der Bahn. Obwohl er sowieso schon hohe Spielschulden hat, leiht er sich Geld vom gefährlichen Kredithai Neville. Da er auch diese nicht zurückzahlen kann, muss er sich das Geld von seiner Mutter leihen, die ihm aber schwört, dass das das letzte Mal sein wird. Als eine junge Studentin aus seiner Klasse, mit der sich Jim angefreundet hat, bedroht wird, muss sich Jim erneut Geld leihen, wieder von einem sehr gefährlichen Mann und er hat keine Ahnung, wie er seine Schulden begleichen soll.

AB DO

8.1.

Regie Olivier Megaton („Colombiana“) Mit Liam Neeson („Schindlers Liste“) Forest Whitaker („Der Butler“) Maggie Grace („Breaking Dawn“) Famke Janssen („X-Men“) Liam Neeson kehrt zurück als ehemaliger TopAgent Bryan Mills. Dessen Leben bricht völlig auseinander, als er fälschlicherweise eines Mordes beschuldigt wird, dessen Opfer ihm sehr nahe stand. Während er von einem hartnäckigen Polizeiinspektor verfolgt wird, setzt Mills seine ganz besonderen Fähigkeiten ein, um den wahren Killer zu finden und ihn zur Rechenschaft zu ziehen.

Baymax

GOLDEN GLOBE

3D

AB DO

22.1.

Regie Don Hall („Winnie Puuh“, „Küss den Frosch“, „Tarzan“) Chris Williams („Ein Königreich für ein Lama“, „Bolt - Ein Hund für alle Fälle“) Hiro Hamada liebt Roboter über alles. Der talentierte Junge ist so verrückt nach ihnen, dass er mittlerweile in diesem Bereich in seiner Heimatstadt San Fransokyo einen gewissen Ruf hat. Selbst sein bester Freund Baymax ist ein Roboter – allerdings beeindruckt dieser zunächst mehr mit seiner imposanten Statur als mit seinem Können. Ziemlich tollpatschig, aber stets um das Wohl aller bemüht, steht er Hiro immer mit Rat und Tat zur Seite – ob der will oder nicht. Als sich in San Fransokyo etwas Mysteriöses anbahnt, überschlagen sich die Ereignisse und Hiro und Baymax werden vor die größte Herausforderung ihres Lebens gestellt. Zusammen mit ihrer ebenso begabten wie durchgeknallten Clique müssen sie zu einem echten Team werden und zeigen, was sie drauf haben, um die Stadt vor einer dunklen Bedrohung zu retten…

PREVIEW am Mi 7.1., 20:15 Uhr

The Best of Me - Mein Weg zu Dir

AB DO

8.1.

Regie Michael Hoffman („Tage wie dieser...“) Mit James Marsden („X-Men“) Michelle Monaghan („Eagle Eye“) Liana Liberato („Wenn ich bleibe“) Luke Bracey („G.I. Joe“) Sebastian Arcelus Gerald McRaney Der Film erzählt von Dawson und Amanda, die in der High School ein unzertrennliches Liebespaar waren, bevor sich Amandas Vater ihrem Glück in den Weg stellte. 20 Jahre später bringt der Zufall sie in ihrer alten Heimatstadt wieder zusammen. Das Wiedersehen lässt die Gefühle von damals aufleben, steht aber erneut unter keinem guten Stern. Können Dawson und Amanda jemals gemeinsam glücklich werden … Die bittersüße Liebesgeschichte THE BEST OF ME – MEIN WEG ZU DIR basiert auf dem internationalen Bestseller von Nicholas Sparks. Wenn Zeit vergeht und Sehnsucht bleibt – kann Liebe die Hindernisse des Lebens überwinden?

LadyPalast

inkl. ein Glas Sekt

nur Mi 7.1., 19:45 Uhr

Annie

NOMINIERT FÜR DEN

2 GOLDEN GLOBES NOMINIERT FÜR

AB DO

15.1.

Regie Will Gluck (Freunde mit gewissen Vorzügen) Mit Quvenzhané Wallis Cameron Diaz („Verrückt nach Mary“) Jamie Foxx („Django Unchained“) Rose Byrne Bobby Cannavale Als Baby wurde Annie einst von ihren Eltern verlassen, die ihr jedoch das Versprechen gaben, eines Tages zu ihr zurückzukommen. Seitdem war das Leben für Sie mit ihrer gemeinen Pflegemutter Miss Hannigan nicht immer leicht. Doch alles könnte sich ändern, als plötzlich der abgebrühte Wirtschafts-Tycoon und New Yorker Bürgermeister-Kandidat Will Stacks auf der Bildfläche erscheint: Auf Rat seiner brillanten Vizepräsidentin Grace und seines ebenso scharfsinnigen wie durchtriebenen Wahlkampfleiters Guy nimmt er – als nur leicht verschleiertem Bestandteil seiner Wahlkampagne – Annie bei sich auf. Stacks glaubt, dass er Annies Schutzengel ist, doch Dank Annies selbstbewusster Art und ihrer durch nichts zu erschütternden positiven Lebenseinstellung, könnte genau das Gegenteil der Fall sein.

John Wick

AB DO

22.1.

Regie David Leitch Chad Stahelski Mit Keanu Reeves („Matrix“, „Speed“) Willem Dafoe („Spider-Man“) Michael Nyqvist („Verblendung“) Alfie Allen („Game of Thrones“) John Wick, berühmt-berüchtigt als bester Hitman der Branche, ist nach seinem letzten Auftrag endgültig aus dem Geschäft ausgestiegen. Doch die Ruhe währt nicht lange. Nach einem Überfall auf sein Haus sieht er sich seinem ehemaligen Boss gegenüber: Viggo Tarasof, Anführer des gefährlichsten Gangstersyndikats von New York. Um seine Vergangenheit für immer loszuwerden, rüstet er sich für den ultimativen Rache-Feldzug. Doch längst hat Viggo die besten Killer der Stadt auf John angesetzt. Darunter auch Johns alten Freund Marcus… Hollywood-Superstar Keanu Reeves gelangte spätestens mit dem Hochgeschwindigkeits-Thriller „Speed“ und der „Matrix“-Trilogie zu Weltruhm. Nun kehrt er zum Actiongenre zurück und trifft dabei auf Kollegen mit Klasse und Charakter: Willem Dafoe spielt Wicks alten Freund Marcus, Michael Nyqvist ist als Gangsterboss Tarasof der ultimative Feind.

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SCHAUBURG PROGRAMMHEFT AUSGABE 68 JANUAR 2015

EIN FILM VON PAOLO VIRZI


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