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Dubai

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Travel & More 49

Unterwegs zum Sitz der Götter.

Burj Khalifa in Dubai

das höchste Gebäude der Welt Fotoreportage von Tom Richter


Travel & More 51

A

ls wir an einem mit großer Spannung erwarteten Tag das höchste Gebäude auf diesem Globus betreten, ahnen wir nicht, dass es auch eine ganz kleine Reise zurück in die eigene Vergangenheit wird, zumindest an einen Nebenschauplatz. Wir können beinahe nicht glauben, was uns ein Mitreisender zur Entstehungsgeschichte des Burj Khalifa erzählt, aber es ist wahr, sozusagen ein nicht geplanter, aber guter Witz der Geschichte: Stahl Made in Germany mitten in den Arabischen Emiraten. Tatsächlich wurden beim Bau der oberen Geschosse einige Tausend Tonnen Recyclingstahl verwendet, die direkt aus dem abgerissenen Palast der Republik stammen. Ich frage mich noch, ob das wohl Absicht oder reiner Zufall war und was der Architekt des Berliner Prachtbaus davon halten würde, als sich der brechend volle Turbolift schließt und erstaunlich leise seinen Weg in den Himmel antritt. Vor ihm stehen die Besucher in Schlangen, und der beste Tipp ist es, hören wir, das Eintrittsticket aufgrund günstigerer Konditionen schon vorher per Internet zu bestellen. Ein anderes interessantes Detail: die Umbenennung des Wolkenkratzers, der seit einer Finanzspritze den Namen des Herrschers der Vereinigten Arabischen Emirate trägt.


Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht. Nach knapp 60 Sekunden sind wir bereits oben angekommen. „At the Top“, die Aussichtsetage ist erreicht, rundum verglast und nach oben offen, und sie erfüllt genau die Erwartungen, die man an den zweithöchsten Aussichtspunkt der Welt haben kann. Eigentlich schafft sie noch mehr. 124. Etage, 452 Meter, und wir sind vollkommen überwältigt von DIESEM Anblick. Tausende und Abertausende von kleinen Details liegen einem hier zu Füßen, wie in einem Baukasten. Der künstliche blaue See und die umliegenden Hochhäuser, für uns werden sie zu Spielzeug. Die Autos auf den Schnellstraßen sind nur noch Sandflöhe. Der Schatten des Burj Khalifa, der sich mächtig über die Straßen, Parks und ganze Stadtteile Dubais legt. Der Persische Golf. Burj-al-Arab und das Jumeirah-Beach-Hotel, die Palmeninsel und World Island, für die nur wenig Aufmerksamkeit bleiben. Vor fünfzehn Jahren war dort fast überall noch Wüste. Und die Krümmung der Erde, von hier oben können wir sie sehen.


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Die Erzählungen unseres Mitreisenden gehen beinahe unter, aber eine so beeindruckende Anzahl von Rekorden und Highlights darf man einfach nicht unterschlagen: Mit 829,8 Metern höchstes Bauwerk der Welt, besitzt weltweit die meisten Stockwerke und auch die höchstgelegene nutzbare Etage. Seit Errichtung des Empire State Buildings 1931 vereint dieser Solitär wieder in einem einzigen Gebäude alle diese Rekorde. Neuartiger, Y-förmiger Grundriss. Weltweit erstes ArmaniHotel auf den ersten acht Etagen. „At.Mosphere“ und das höchstgelegene Restaurant mit Lounge sowie Cocktailbar auf unserem Globus. Über 1.000 private Appartements mit einem Preis ab 30.000 Euro pro Quadratmeter. Goldautomaten, an denen man Goldbarren ziehen kann (Bonität vorausgesetzt). Höchstes je gebautes Dach. Größtes Wasserspiel mit 150 Metern Höhe. 22 Millionen Arbeitsstunden hat dieser Bau verschlungen, und das 7.000 Quadratmeter große Fundament ruht auf 850 Stahlbetonpfählen, die bis zu 70 Meter in den Boden ragen. Bei gutem Wetter kann man die Gebäudespitze aus über 100 Km Entfernung immer noch sehen, flüstert ein anderer Besucher. Und es ginge noch weiter

mit rekordverdächtigen Zahlen, würde man seine Aufmerksamkeit nicht für diese unvergleichliche Aussicht und alle Sinne brauchen, mit denen man Burj Khalifa wahrnehmen möchte. Wenn man ein Gebäude, das fast einen Kilometer in den eigentlich schon reservierten Himmel ragt, überhaupt verstehen kann… Ganz nach oben dürfen wir übrigens nicht, das darf niemand, bis auf den Chefingenieur und seine Mitarbeiter. Mit kaum mehr als einem Meter Durchmesser sind die letzten Aufstiegsschächte auch sehr eng. Da ziehen wir doch die Cocktailbar auf der 122. Etage vor und wählen einen wohlschmeckenden Drink. Abends, nachdem die Hitze dieses ganz normalen Tages vergangen ist, kehren wir noch einmal zurück, um die Wasserspiele zu bewundern. Für eine Dreiviertelmillion Menschen, die rund um diesen Turm wohnen, bieten sie mit spektakulären Fontänen, Feuer, Videobildern und arabischer sowie westlicher Musik einen mittlerweile vertrauten Anblick. Natürlich auch für Touristen aus aller Welt, die von den Terrassen der umliegenden Restaurants das einzigartige Schauspiel genießen – um das den Burj Khalifa bestimmt so manche internationale Metropole beneidet.


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