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Raiffeisen Mitteilungen 23/2016

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Raiffeisen Mitteilungen

des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die „Heilige Familie“ der Südtiroler Künstlerin Sigrid Trojer bildet das Motiv der diesjährigen Raiffeisen Weihnachtskarte.

Blick für das

Gemeinsame schärfen

Verbandsobmann Herbert Von Leon blickt auf das Jahr 2016 zurück und betont, dass künftige Herausforderungen noch stärker gemeinsam gelöst werden müssen – mit den Genossenschaften und für die Genossenschaften.

Das zu Ende gehende Jahr war einmal mehr von Konflikten überschattet. Aleppo, der weltweite Terror, die Flüchtlingsfrage, der Wandel in der Türkei, der Brexit und – die Wahl von Donald Trump haben das Jahr 2016 geprägt. Populisten spüren zunehmend Aufwind, gewohnte Ordnungsstrukturen werden vermehrt in Frage gestellt. Auch die Solidarität zwischen den EU-Staaten bröckelt, was weder Stabilität fördert, noch Vertrauen schafft.

Mit Blick auf Südtirol können wir feststellen, dass unsere Wirtschaft trotz des schwachen Aufschwungs in Italien ein solides Wachstum aufweist. Auch das Geschäftsklima in der heimischen Landwirtschaft hat sich

nach dem schwierigen Jahr 2015 wieder etwas gebessert.

Herausforderndes Jahr

Auch die Raiffeisenorganisation kann insgesamt auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurückblicken. Ein einfaches Jahr war es für die Genossenschaften aber nicht, auch wenn die Raiffeisenkassen erneut eine gute wirtschaftliche Entwicklung aufweisen und etwa die Kellerei- oder auch die Sennereigenossenschaften durchwegs gute Preise erzielen konnten. Vor allem in der Milchwirtschaft dürfen die hohen Produktionskosten nicht außer Acht gelassen werden und in der Obst-

wirtschaft wissen wir um den umkämpften globalen Apfelmarkt. Hohe Produktqualität und moderne Genossenschaftsstrukturen bilden hier wichtige Stützen, um sich am Markt zu behaupten. Erneut gut behaupten konnten sich – trotz sinkender Energiepreise – unsere Energiegenossenschaften, die wieder auf die bewährte Unterstützung des Energieverbandes zurückgreifen konnten. Auch die weiteren Sparten haben sich 2016 insgesamt solide entwickelt.

Nach dem Koordinierungsausschuss für die Raiffeisen-Geldorganisation und dem Koordinierungsausschuss der landwirtschaftlichen Genossenschaften konnten wir heuer auch einen eigenen Koordinierungsausschuss

abkommen

Territoriales Lohnelement

Anfang Dezember haben die lokalen Genossenschaftsverbände (Raiffeisenverband, Legacoopbund, Confcooperative Bozen/ Federsolidarietà, A.G.C.I.) und die Gewerkschaftsorganisationen (ASGB, SGBCISL, CGIL-AGB, UILSGK) im Raiffeisenhaus Bozen ein Abkommen zum territorialen Lohnelement für die Beschäftigten in den Sozialgenossenschaften des Landes unterzeichnet. Das Abkommen betrifft jene Sozialgenossenschaften, die den Kollektivvertrag für Sozialgenossenschaften zur Anwendung bringen. Das territoriale Lohnelement (elemento retributivo territoriale ERT) wird zum einen auf Grundlage positiver wirtschaftlicher Entwicklungen im Sektor der Sozialgenossenschaften und zum anderen auf die Präsenz der Mitarbeiter in den jeweiligen Unternehmen berechnet. Pro Mitarbeiter und Jahr kann das territoriale Lohnelement bis zu maximal 200 Euro betragen. Das Abkommen sieht aber auch Schutzklauseln vor, die es Sozialgenossenschaften im Falle von wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten ermöglichen, die Auszahlung zu reduzieren oder auszusetzen. Die erste Auszahlung des territorialen Lohnelements bezieht sich auf das Bezugsjahr 2015.

für die Sozialgenossenschaften einrichten. Damit wird der wachsenden Bedeutung des Sektors Rechnung getragen.

Dass die Genossenschaft ein attraktives Unternehmensmodell bleibt, zeigt sich an den rund 20 neuen Mitgliedsgenossenschaften im heurigen Jahr; hier trägt die Arbeit unserer Start-Up-Anlaufstelle für Genossenschaftsgründung Früchte.

Mentale Weiterentwicklung

Viel Arbeit, Einsatz und Veränderungsbereitschaft wurde heuer der Raiffeisen Geldorganisation abverlangt, die ganz im Zeichen der Reform der Genossenschaftsbanken stand. Wir haben versucht, das Bestmögliche für unsere Organisation zu erreichen und jeden Entwicklungsschritt transparent zu kommunizieren. Ich stelle auch eine mentale Weiterentwicklung fest, denn die Gründung der autonomen Raiffeisen-Bankengruppe wird mittlerweile als Chance und als Möglichkeit der Mitbeteiligung erkannt. Wir sind an einem guten Punkt, auch wenn es manche Details noch zu bewerkstelligen gilt. Für das bisher Erreichte danke ich allen Beteiligten der verschiedenen Arbeitsgruppen für ihr Engagement und den vielen Obmännern und Geschäftsführern der Raiffeisenkassen, die ihre Meinung aktiv eingebracht haben.

Die allgemeinen Entwicklungstendenzen – vom verschärften Wettbewerb, dem rasanten Wandel bis zur Digitalisierung – legen es nahe, künftige Her-

Verbandsobmann Herbert Von Leon: Herausforderungen gemeinsam bewältigen

ausforderungen noch stärker gemeinsam in genossenschaftlicher Solidarität zu bewältigen und vermehrt über den Tellerrand der eigenen Genossenschaft hinauszuschauen. Mit Freude stelle ich bei meinen Besuchen in den Mitgliedsgenossenschaften nach wie vor breiten Optimismus, großes Vertrauen in die Raiffeisenorganisation und Bereitschaft zum Wandel fest. Dies macht mich zuversichtlich, dass wir mit Dynamik und Einsatz die gestellten Anforderungen gut bewältigen werden.

Ich danke den Funktionären, Führungskräften und Mitarbeitern in den Mitgliedsgenossenschaften und -verbänden für ihren Einsatz, der zum Wohl unserer Organisation, der Einzelmitglieder und der Bevölkerung gereicht, und wünsche ein frohes Weihnachtsfest wie auch gutes neues Jahr 2017!

Vertrieb von Modì stärken

Ein Dreierbündnis aus VOG, Gebrüder Clementi und Tagliani Vivai will künftig mit der neuen Futura Konsortial GmbH den Vertrieb des Clubapfels Modì stärken.

Der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften VOG, Gebrüder Clementi und Tagliani Vivai haben am 29. November in Bozen die Futura Konsortial GmbH ins Leben gerufen. Mit dieser neuen Partnerschaft wurde das bisherige Unternehmen TC Frutta in eine Konsortialgesellschaft umgewandelt und in Futura umbenannt.

Die von der Gesellschafterversammlung gewählten Mitglieder des Verwaltungsrates sind Richard Clementi, der zugleich auch zum Präsidenten der Gesellschaft ernannt wurde, Vizepräsident Georg Kössler, Pier Filippo Tagliani, Gerhard Dichgans und Luis Clementi.

„Ziel von Futura ist der gemeinsame Vertrieb der von den drei Gesellschaftern erzeugten Modì Äpfel“, erläuterte Präsident Richard Clementi den Geschäftszweck der neuen Gesellschaft. Vizepräsident Georg Kössler äußerte sich überzeugt davon, dass die neue Initiative sehr vorteilhaft für die

Ende November wurde in Bozen die neue Futura Konsortial GmbH gegründet.

Erzeuger sei und den Kunden Versorgungsstabilität und gleichbleibend hohe Qualitätsstandards gewährleisten werde.

Nach längerer Vorbereitungszeit wird Futura Anfang Januar 2017 mit den ersten Lieferungen von Modì Äpfeln an Kunden in ganz Europa die Tätigkeit aufnehmen.

Die Kräfte im Sozialen bündeln

Ende November wurde im Raiffeisenverband der neue Koordinierungsausschuss der Sozialgenossenschaften gegründet. Damit wird die Interessenvertretung gestärkt.

In den letzten Jahren haben die Sozialgenossenschaften bereits über die „Plattform Sozialgenossenschaften“ den regelmäßigen gegenseitigen Informationsaustausch zu relevanten Themen gepflegt und erweitert. Aufgrund der unterschiedlichen Geschäfts- und Tätigkeitsfelder sind die Sozialgenossenschaften eine sehr heterogene Mitgliedergruppe des Raiffeisenverbandes.

Mit dem neuen Koordinierungsausschuss, der über eine eigene Geschäftsordnung verfügt, wird die Zusammenarbeit der Sozialgenossenschaften nun institutionalisiert, auf eine neue Ebene gehoben und gleichzeitig auch die Interessenvertretung und Sichtbarkeit der eigenen Tätigkeit wirkungsvoll verstärkt.

Ziele und

Aufgaben

Ziel des neuen Koordinierungsausschusses ist es, die Kräfte im Bereich Soziales zu bündeln, den Informationsaustausch zu verbessern, Synergieeffekte zu schaffen und als Interessenvertretung mit einer Stimme zu sprechen. Zu den Aufgaben gehören laut Geschäftsordnung u. a. der periodische Erfahrungsaustausch, die Vertiefung der Zusammenarbeit, die Verbesserung der Tätigkeiten und Dienstleistungen, die Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten und die Förderung des Genossenschaftswesens im Bereich Soziales.

Verbandsobmann Herbert Von Leon, der dem neuen Koordinierungsausschuss vorsteht, betonte bei der Gründung am 29. November im Raiffeisenhaus in Bozen die wachsende Bedeutung der Sozialgenossenschaften nicht nur für den Raiffeisenverband sondern generell in der Gesellschaft, weil sie sehr zukunftsträchtige Tätigkeitsfelder abdecken. Generaldirektor Paul Gasser forderte die Mitglieder des Koordinierungsausschusses auf, sich aktiv einzubringen, gemeinsame Anliegen aufzuarbeiten

Gründungssitzung des Koordinierungsausschusses der Sozialgenossenschaften.

und die entsprechende Interessenvertretung der Sozialgenossenschaften wahrzunehmen.

Die Vertreter der Sozialgenossenschaften betonten unter anderem, dass die Vernetzung immer wichtiger werde und gemeinsame Anliegen nur als Gruppe effizient vorangebracht werden könnten. Zudem unterstrichen sie die Bedeutung einer guten Beratung und Unterstützung der Sozialgenossenschaften, damit diese vermehrt auch ihre wirtschaftliche Tätigkeit ausbauen könnten.

Sektoren

und Mitglieder

Den Koordinierungsausschuss der Sozialgenossenschaften bilden folgende Mitglieder, welche auch die verschiedenen Tätigkeitsfelder bzw. Sektoren vertreten:

• Pflege & Therapie: Barbara Pizzinini (EOS), Stefan Hofer (Handicar) und Heinz Senoner (Südtiroler Kinderdorf);

• Kleinkinderbetreuung: Judith Vonmetz (Tagesmütter); Karin Schölzhorn (Mit Bäuerinnen lernen, wachsen, leben);

• Seniorenbetreuung: Martin Telser (Altenheim Eden);

• Arbeitsintegration/SG Typ B: Sigrid Regensberger (Vergiss mein nicht);

• Fairer Handel: Hans Schwingshackl (Weltladen Twigga);

• Sonstige: Mario Marcone (Promos). Zudem gehören dem Koordinierungsausschuss, der als Bindeglied zwischen Sozialgenossenschaften und Raiffeisenverband fungiert, Verbandsobmann Herbert Von Leon, Generaldirektor Paul Gasser, der Leiter der Hauptabteilung Unternehmensberatung für Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften Karl Heinz Weger und die Unternehmensberaterin für Sozialgenossenschaften Astrid Kuprian an.

bildkalender

„hoamisch & guat“

Als Genossenschaft mit landwirtschaftlichen Wurzeln liegt der Raiffeisenkasse Obervinschgau die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus am Herzen. Mit dem Bildkalenderprojekt „hoamisch und guat – Eine kulinarische Wanderung durch den Obervinschgau“ sollen Synergien zwischen Gastronomie und regionaler Landwirtschaft aufgezeigt und die erfolgreichen Kooperationen sichtbar gemacht werden. Gemeinsam mit den Ferienregionen Obervinschgau und Reschenpass, den HGV-Gruppen der Gemeinde Mals und Graun sowie mit den zwölf Gastronomiebetrieben wurden zwölf kulinarische Highlights mit saisonbedingten Spezialitätenangeboten verteilt auf das gesamte Gebiet in einem Kalender zusammengefasst. Die Spezialitäten können direkt in den Gastronomiebetrieben verkostet oder nachgekocht werden. Die für die Spezialitäten verwendeten Zutaten stammen vorwiegend direkt von heimischen Produzenten vor Ort.

Im Jänner gibt es „Knuspriges Bauernbratl“

Austausch zu Genossenschaftsthemen

Anfang Dezember waren Präsident Maurizio Gardini und Generaldirektorin Fabiola Di Loreto vom gesamtstaatlichen Genossenschaftsverband Confcooperative zu Besuch im Raiffeisenverband.

Eines der zentralen Themen der Agenda war die Erneuerung der Konvention zur Mitgliedschaft des Raiffeisenverbandes im gesamtstaatlichen Genossenschaftsverband. Diese Konvention ist bereits seit längerer Zeit in Ausarbeitung und konnte nun endgültig verabschiedet werden.

Eine weitere Thematik des Treffens – an dem neben Verbandsobmann Herbert Von Leon, Generaldirektor Paul Gasser, Vizedirektor Christian Tanner, Revisionsdirektor Robert Nicolussi auch der Leiter der Hauptabteilungen Recht Michael Obrist und der Leiter der Hauptabteilung Steuerrecht Markus Fischer teilnahmen – war die Reform der Genossenschaftsbanken. Zu diesem Teil des Treffens fanden sich auch RLB-Präsident Michael Grüner und RLB-Generaldirektor Zenone Giacomuzzi ein.

Präsident Gardini berichtete dazu ausführlich über den letzten Stand der Verhandlungen in Folge der Vollversammlung von Federcasse

in Bozen.

und über seine Vermittlungsbemühungen für das Zustandekommen einer einzigen nationalen genossenschaftlichen Bankengruppe.

Weitere Themen des Treffens bildeten die Gesetzesinitiativen zu den Bürgerbeteiligungsgenossenschaften und der „Regelung der vorwiegenden Mitgliederförderung“. Zudem informierten die Vertreter des Raiffeisenverbandes über ein neues, vor kurzem in Kraft getretenes Regionalgesetz.

Gesundheitsfonds für die Seilbahnen

Der Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols und die Sozialpartner haben kürzlich mit dem Raiffeisen Gesundheitsfonds ein gewerkschaftliches Abkommen unterzeichnet.

Mit dem am 15. November am Sitz des Unternehmerverbandes unterzeichneten Gewerkschaftsabkommen erhalten die Mitarbeiter der Südtiroler Seilbahnunternehmen die Möglichkeit einer lokalen ergänzenden Gesundheitsvorsorge.

Die zwischen den Vertragspartnern und der Hilfsgesellschaft Mutual Help abgeschlossenen Konvention gilt ab dem neuen Jahr. Im Leistungspaket enthalten sind fachärztliche private und öffentliche Leistungen, chirurgische Eingriffe in privaten und öffentlichen Heilanstalten, der Beistand bei Krankenhauseinlieferung (Begleitperson und Kranken-

transport), soziale Leistungen mit sanitärer Relevanz (Mutterschaft, Sehhilfen, Prothesen, Hauskrankenpflege) und zahnärztliche Leistungen.

Bei der Unterzeichnung mit dabei waren Stefano Ruele (Präsident Mutual Help), Tony Tschenett (ASGB-Transport und Verkehr), Robert Tauber (Unternehmerverband), Helmut Sartori (Präsident der Seilbahnunternehmer Südtirols), Anita Perkmann (FILT/GTV-CGIL/ AGB), Rosaria Severino (FIT-CISL/SGB) und Klaus Gufler (Raiffeisen Gesundheitsfonds).

Als lokale Alternative zum nationalen Gesundheitsfonds bringt der Raiffeisen Ge-

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck –Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs.unternehmenskommunikation@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)

sundheitsfonds den eingeschriebenen Mitarbeitern und den Betrieben einen realen Mehrwert. Vertragsunterzeichnung am Sitz des Unternehmerverbandes.

Raiffeisen Nachrichten

Mehr Informationen aus dem Raiffeisen Genossenschaftswesen: www.raiffeisen-nachrichten.it

Vertreter des Raiffeisenverbandes mit Confcooperative-Generaldirektorin Fabiola Di Loreto bei einem Arbeitstreffen

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