

Raiffeisen Mitteilungen
Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Megatrends, wie das starke Wachstum der Weltbevölkerung bei gleichzeitigem Rückgang der Ackerflächen, beeinflussen die weltweiten Agrarmärkte.
Agrarmärkte im starken Wandel
Um die Chancen und Herausforderungen für die Landwirtschaft und um die fortschreitende Internationalisierung der Agrarmärkte ging es kürzlich bei einer Informationstagung im Congress Innsbruck.
Reinhard Wolf, Generaldirektor der Raiffeisen Ware Austria AG, zeigte den Einfluss globaler Megatrends auf die internationalen Agrarmärkte auf. Eine der größten Herausforderungen sei die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung (bis 2050 über 9 Mrd. Menschen). Die Nachfrage u. a. nach Fleisch oder Getreide wachse extrem, gleichzeitig schrumpfe aber die Ackerfläche pro Kopf stark. Hinzu komme, dass der Klimawandel die Ertragssituation in vielen Ländern arg verschiebe. So gehe z. B. in Afrika die Bodenfruchtbarkeit bedenklich zurück, die Bevölkerungszahl steige aber am stärksten an. Dies berge ein hohes Bedrohungspotential in sich, meinte Wolf.
Konzentration der Agrarindustrie
„Unglaubliche Auswirkungen“ auf die internationalen Agrarmärkte hätten die Digitalisierung und die globale Vernetzung. Neben erhöhter Markttransparenz und Preisvergleichbarkeit seien vor allem eine massive Konzentration und Verlagerung in der Agrarindustrie und in den Zuliefermärkten unmittelbare Folgen. Durch Fusionen und Übernahmen hielten die zehn größten Unternehmen in der Pflanzenschutzindustrie heute bereits einen weltweiten Marktanteil von 95%, wobei vor allem China in Zukunft tonangebend sein wird sagte Wolf. Ähnliche Konzentrationen gebe es in der Saatgutindustrie oder im Dün-
gemittelmarkt. In puncto weltweite AgrarHandelsströme seien heute Süd- und Nordamerika die größten Exportregionen, Europa und Asien mit China hingegen die größten Importregionen. „All diese Entwicklungen stellt Europa vor große strategische Fragen“, meinte Wolf.
Produktpreise unter Druck
Elisabeth Köstinger, Österreichs einzige Agrarvertreterin im EU-Parlament, nannte die Krise auf den Agrarmärkten und die Stabilisierung der Marktpreise als größte Herausforderungen für die Landwirtschaft in Europa. „Die Produktpreise sind in allen Spar-
genossenschaftsbanken
Südtiroler Lösung vorgestellt

Paul Gasser erläuterte die Reform der Genossenschaftsbanken.
Bei der 52. Informationstagung des Österreichischen Raiffeisenverbandes vergangene Woche in Innsbruck informierte Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes Südtirol, in einem Vortrag über den aktuellen Stand der Selbstreform der italienischen Genossenschaftsbanken. Dabei erläuterte er die Gründe einer Sonderlösung für die Südtiroler Raiffeisenkassen. Man habe sich vehement für die Bildung einer eigenen Bankengruppe eingesetzt, um nicht der nationalen Gruppe eingegliedert zu werden. Auf diese Weise könne die Autonomie der einzelnen Raiffeisenkassen in Zukunft weitgehend gesichert, gleichzeitig aber auch die Zusammenarbeit effizienter gestaltet werden.
Verbandsobmann Herbert Von Leon betonte bei einem von den Raiffeisenverbänden Tirol und Südtirol sowie der RLB Tirol organisierten „Tirol-Abend“ die Bedeutung der länderübergreifenden Zusammenarbeit und verwies auf die langjährige vertrauensvolle Kooperation mit der Raiffeisenorganisation in Österreich und Tirol.
Die Bedeutung der länderübergreifenden Zusammenarbeit werde gerade in Zeiten, in denen innereuropäische Grenzen wieder vermehrt geschlossen werden, umso wichtiger.
ten massiv eingebrochen“, meinte Köstinger. Die Preisspirale auf den Agrarmärkten drehe sich weiter stark nach unten. Vor allem auch die hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel bringe die Landwirtschaft bei den Preiserlösen immer stärker unter Druck. „In Österreich teilen sich allein drei Handelsketten 80% des heimischen Marktes auf“, sagte Köstinger. Die Landwirtschaft habe kaum Spielraum in Preisverhandlungen, daher brauche es unabhängige Regulatoren und wohl Änderungen im Wettbewerbsrecht.
Herkunftsbezeichnung wichtig
Die Anforderungen an die Landwirtschaft werden immer höher, gleichzeitig seien sehr viele Konsumenten nicht bereit, angemessene Preise zu zahlen, sondern kauften Billigstprodukte. Das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel müsse gestärkt werden. Ebenso müsse die Herkunftsbezeichnung für Lebensmittel noch stärker berücksichtigt werden. Denn Produkte mit Herkunftsbezeichnungen erzielten eindeutig eine höhere Wertschöpfung. „Die Landwirtschaft steht heute bei der Produktion als erstes Glied und beim Preis als letztes Glied in der Kette massiv unter Druck“, meinte Köstinger. Die Verhandlungsmacht der Landwirtschaft und der

„Chancen nutzen“: 52. Informationstagung des Österreichischen Raiffeisenverbandes in Innsbruck
bäuerlichen Interessenvertreter müsse also weiter gestärkt werden, um angemessene Preise sichern zu können.
Die Informationstagung im Congress Innsbruck unter dem Motto „Chancen nutzen!“ wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband für dessen Spitzenfunktionäre aus allen Sparten organisiert. Experten informierten dabei über aktuelle Entwicklungen und Chancen in den Sparten Geld, Ware und Verwertung.
„Kein Opfern der Landwirtschaft“
Ein Freihandelsabkommen auf dem Rücken der Landwirtschaft wird es nicht geben, meint die österreichische EU-Parlamentarierin Elisabeth Köstinger zum Thema TTIP.
Frau Köstinger, wie stehen Sie zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen EU und USA?
Elisabeth Köstinger: Die USA sind ein Handelspartner auf Augenhöhe. Wenn wir es aber nicht schaffen, unsere hohen europäischen Standards –Gentechnikfreiheit, Herkunftsbezeichnung usw. –durchzusetzen, dann wird’s dieses Handelsabkommen nicht geben. Wir stimmen nur einem fairen, ausgewogenen Vertrag zu.

EU-Parlamentarierin Elisabeth Köstinger arbeitet u. a. federführend im Agrar- und im Umweltausschuss mit.
Sie sagten, das Thema TTIP sei auch sehr emotional belastet …
Ja, wobei die Diskussion rund um TTIP für die Landwirtschaft aber auch unglaublich positiv ist. Jeder fühlt sich als Kämpfer für die landwirtschaftliche Produktion. Das müssen wir natürlich nutzen: Also jeder, der da für heimische, regionale Produkte eintritt, soll sie dann aber bitte auch kaufen.
Wann wird’s so weit sein mit dem TTIP?
Ehrlich gesagt, stehen die Chancen sehr schlecht, dass es noch heuer zu einem Abschluss kommt. Auch weil die Amerikaner, die das Interesse an Europa etwas verloren haben, ja mit dem pazifischen Raum derzeit ein Handelsabkommen abgeschlossen haben. Aber wie gesagt: Kein Opfern der Landwirtschaft auf dem Altar des Freihandels, kein Handelsabkommen auf dem Rücken der Landwirtschaft, da sind die roten Linien in Europa ganz klar!
interview: thomas hanni
„Den Vernatsch mehr pushen“
Mit der geplanten Kellerei-Fusion in Kaltern soll auch die Sorte Vernatsch weiter aufgewertet werden, sagen Helmuth Hafner und Alexander von Egen im Interview.
Im Jänner wurden den Mitgliedern die Argumente für die Fusion vermittelt, u. a. dass mit der Fusion der Kalterersee-Wein weiter aufgewertet werden soll. Wie?
Hafner: Wir möchten den Vernatsch, sag ich mal, mehr denn je pushen. Wir schauen, dass die guten Lagen, wo der Vernatsch hingehört, erhalten bleiben. Durch die Fusion können wir die Lagen zusammenlegen und neu ordnen. Und wir können die Qualität des Kalterersee-Weins weiter steigern. Das ist uns wichtig!
Der landesweite Vernatschanteil liegt heute bei 17%, in Kaltern aber noch bei rund 40%. Wird dieser hohe Anteil gehalten?
Hafner: Wir haben sicherlich einige Hektar Vernatsch in Lagen, wo er einfach nicht hingehört. Hier werden wir umpolen mit Sorten, die der Markt verlangt. Das ist auch eine Chance für die Mitglieder und für die Kellerei.
» Wir glauben an unseren Heimatwein, an den guten Vernatsch! «
Bei den Vollversammlungen im Jänner wurde von einem Exklusivitätsanspruch für den KaltererseeWein gesprochen. Was ist damit gemeint?
Hafner: Wir in Kaltern, wir sind die KaltererseeErzeuger, es gibt keine anderen. Deswegen wird es den Kalterersee nur mehr hier geben. Ich bin auch überzeugt, dass die Bauern in Zukunft für Vernasch und Kalterersee wieder mehr Geld erhalten werden. Das ist eigentlich das Ziel von uns allen.
Wie soll das gehen? Die Wertschöpfung liegt beim Vernatsch deutlich unter jener der meisten Sorten.
Hafner: Es ist sicher ein steiniger Weg. Wir können das auch nicht von heute auf morgen bewältigen. Das große Ziel ist einfach, den Wert des Vernatsch wieder zu steigern. Er ist ein guter Wein und wir sind davon überzeugt.
Von Egen: Die Kellerei Kaltern wird in Zukunft auch als Vernatschkellerei bekannt sein, neben unseren Sorten bei Rot und Weiß. Wir sehen da einen Trend. Wir glauben an unseren Heimatwein

in Kaltern, an den guten Vernatsch Kalterer-See und wir werden ihn dorthin bringen, wo er hingehört – als viel mehr anerkannter Wein!
Die Kellerei-Fusion sorge für mehr Klarheit auf dem Markt und stärke die Marke Kaltern. Auch das wird in der Argumentation angeführt.
Von Egen: Das ist ganz klar! Als gemeinsame Weinkellerei Kaltern sind wir eine besonders starke Marke: Weindorf Kaltern, Weinkellerei Kaltern! Wir wissen ja, wie es in anderen Weingemeinden gegangen ist: Tramin, Terlan, Kellerei Bozen u.a.m. Da haben die Zusammenschlüsse allen etwas gebracht! Auch im Marketing und im Verkauf sehe ich Lichtblicke für die Zukunft.
Kaltern soll also d a s Weindorf Südtirols schlechthin werden?
Von Egen: Wir sind das Weindorf Nummer eins in Südtirol, ja in ganz Tirol – immer gewesen. Wir sind ein geschlossenes Weinbaugebiet, haben von Planitzing bis fast nach Tramin wunderbare Weinlagen. Die Mitglieder beider Kellereien haben ja die gleichen Lagen, die gleichen Güter, wir bringen die gleiche Qualität, also tun wir uns auch leicht. Wir bringen ja schon heute die Qualität. Und in Zukunft können wir uns noch weiter verbessern!
Wie geht es jetzt weiter?
Hafner: Bis Ende Februar möchten wir den Verschmelzungsplan hinterlegen, im April/Mai gibt es beide Vollversammlungen und dann ist eigentlich alles rechtskräftig. Im Herbst werden die Wahlen sein und das Geschäftsjahr startet dann mit 1. September 2016 gemeinsam. Der Jahrgang 2016 soll bereits unter der Marke Kellerei Kaltern erscheinen!
interview: thomas hanni
lehrfahrt: baywa ag
Smart Farming & Co.
Im Rahmen der Initiative „Zukunft gestalten“ organisiert der Raiffeisenverband für die Mitgliedsgenossenschaften am 10. und 11. März 2016 eine Lehrfahrt zur BayWa AG in Regensburg und München.
Die Lehrfahrt bietet einen umfassenden Einblick in die Segmente der BayWa AG Baustoffe, Agrar, Technik und Energie. Die Teilnehmer erfahren u. a., wie ein regional verwurzeltes Unternehmen auf die Anforderungen globaler Märkte reagiert. Die Digitalisierung in der Landwirtschaft –Smart Farming – erfordert neue innovative Geschäftsmodelle, um als Landmaschinenhändler und Service-Partner die Bauern effizient zu unterstützen. Manager informieren über Chancen und Risiken globaler Märkte und den Wandel in der Landwirtschaft, den die Digitalisierung mit sich bringt. Welche Kosteneinsparungen sind mit Smart Farming realisierbar und wie ändert sich der Arbeitsplatz des Landwirts in der Zukunft? Außerdem bietet die Lehrfahrt Einblick in die intelligente Landwirtschaft – vom Melkroboter, über die Drohne bis hin zu satellitengesteuerten Landmaschinen.
Infos zur Lehrfahrt erteilt die Abteilung Bildungswesen im Raiffeisenverband.

Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft
obstgenossenschaft juval
Dank an den Verwaltungsleiter
Bei der Vollversammlung der Obstgenossenschaft JUVAL im vergangenen November wurde der ehemalige Verwaltungsleiter Hubert Kuppelwieser feierlich verabschiedet. Hubert Kuppelwieser hat in seiner 20-jährigen Dienstzeit von 1995 bis zur Pensionierung mit 1. April 2015 den Verwaltungsbereich der Genossenschaft auf- und ausgebaut und war intern wie extern als kompetenter Ansprechpartner hoch geschätzt. Obmann Alois Alber dankte dem langjährigen Verwaltungsleiter im Namen der Obstgenossenschaft für seine vorbildliche Tätigkeit und wünschte ihm für die weitere Zukunft alles Gute.

Arbeits- und Gesundheitsschutz
21 Raiffeisenkassen erhielten kürzlich im Raiffeisenverband die Zertifikate für die Einführung des Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystems AMS überreicht.

Im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz verfolgen die Raiffeisenkassen das Ziel, ideale Rahmenbedingungen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeiterschaft zu schaffen. Nur gesunde Beschäftigte garantieren auf Dauer den Erfolg des Unternehmens. Das nach weltweiten Standards geprüfte Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem (AMS) biete dazu ideale Grundlagen und mehrere Vorteile, sagte der Verantwortliche für den Bereich Arbeitssicherheit im Raiffeisenverband, Franz Thaler bei einer Informationstagung im Raiffeisenverband.
AMS bietet Vorteile
Dazu gehörten die Erhöhung der Rechtssicherheit und deren übersichtlichere Überprüfung, die Mög-
Raiffeisen Weiterbildungskurse
kursangebot
raiffeisen-geldorganisation (rgo)
21 weitere Raiffeisenkassen haben das Arbeits- und GesundheitsschutzManagementsystem AMS umgesetzt.
lichkeit der Reduktion des mittleren INAIL-Prämiensatzes (zwischen 5% und 28% in Abhängigkeit der Betriebsgröße) oder bessere Versicherungskonditionen aufgrund eines verbesserten Risikomanagements im Bereich Gefährdung durch Raubüberfälle.
Nachdem bereits 2014 entsprechende Zertifikate an den Raiffeisenverband und an sieben Raiffeisenkassen ergingen, erhielten nun weitere 21 Raiffeisenkassen das Zertifikat. Es sind dies die Raiffeisenkassen Val Badia, Deutschnofen-Aldein, Gherdeina, Hochpustertal, Kastelruth-St.Ulrich, Laas, Latsch, Passeier, Ritten, Schlanders, Schlern-Rosengarten, Schnals, Tauferer-Ahrntal, Terlan, Tisens, Toblach, Tschars, Ulten-St.Pankraz-Laurein, Untereisacktal, Vintl und Welsberg-Gsies-Taisten.
Qualifizierung Riskmanagement für Verwaltungs- und Aufsichtsräte
Die Wurzeln einer Genossenschaft –Eine Einführung für Banklehrlinge
Unternehmensgründung
Gelungene und sichere Kommunikation im Kundenkontakt
Informationstagung für EDV-Koordinatoren
Hotel Eberle/Bozen
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Schloss Rechtenthal/Tramin
Hotel Eberle/Bozen waren- und dienstleistungsgenossenschaften (wdl)
Lehrfahrt zur BAYWA AG in Regensburg und München
diverse Orte in Deutschland rgo und wdl
Das perfekte Interview
Hotel Eberle/Bozen
Telefontraining – Der gute Ton am Telefon 15.3.2016 Hotel Eberle/Bozen
Fotowerkstatt II – Das perfekte Portraitfoto
Power Point 2010 – Professionelle Präsentationsgestaltung
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck –Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs.unternehmenskommunikation@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
18.3.2016 RVS Pavillon
22.3.2016 RVS/RIS-Schulungsraum/Bozen
Raiffeisen Nachrichten
Mehr Informationen aus dem Raiffeisen Genossenschaftswesen: www.raiffeisen-nachrichten.it