

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die Spitze der Raiffeisenorganisation in Tirol samt den geladenen Ehrengästen feierte den runden Geburtstag.
Starke Säule für Tirol
Der Raiffeisenverband Tirol feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Auf dem Verbandstag in Innsbruck wurde das runde Jubiläum gebührend gefeiert.
„Raiffeisen Tirol ist eine wesentliche Stütze für Tirols Wirtschaft und die Menschen in diesem Land. Es ist wirklich eindrucksvoll, was seit mehr als 100 Jahren von den Raiffeisengenossenschaften für unser Land geleistet wird“, meinten Peter Hechenberger, Obmann des Raiffeisenverbandes Tirol, und Verbandsdirektor Arnulf Perkounigg auf dem Verbandstag im Congress Innsbruck. Die Gründung der ersten Genossenschaften in Tirol vor über 100 Jahren war die Antwort auf die damals herrschende Krise des Mittelstandes. Bauern, Handwerker, Gewerbetreibende und andere Bürgerinnen und Bürger des Landes waren Zinswucherern ausgeliefert und hatten keinen Zugang zu günstigen Kre-
diten. Der deutsche Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen suchte und fand den Ansatz zur Lösung des Problems: Bürger und Bauern sollten sich in Genossenschaften zusammenschließen und ihre Ersparnisse den von ihnen gegründeten Kreditgenossenschaften zur Verfügung stellen. Mit dem gesammelten Geld konnten günstige Kredite ohne Wucherzinsen an andere Mitglieder der Genossenschaft vergeben werden.
Rasante Entwicklung
Seither haben sich Wirtschaft und Gesellschaft in einem Ausmaß umwälzend verändert, wie sich das vor 100 Jahren niemand hätte vorstellen können. Nachdem sich die genossenschaftliche Idee in Tirol in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts flächendeckend durchgesetzt hatte, beschlossen die Tiroler Genossenschaften vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Gründung eines gemeinsamen Verbandes, der neben vielen anderen Aufgaben den Erfahrungsaustausch der Genossenschaftspioniere verbesserte und die Genossenschaften des Landes prüfte, aber auch mit Rat und Tat zur Seite stand.
Inzwischen ist das Genossenschaftswesen eine wesentliche Stütze der Gesellschaft geworden. Dies auch deshalb, da Genossenschaften sich bis heute den Veränderungen stets erfolgreich angepasst haben. „Aber die Grund-
Die Alpen auf einen Klick
Ein neues Portal zur nachhaltigen territorialen Entwicklung im Alpenraum ist jetzt online. „WIKIAlps“ richtet sich an Verwalter, Beamte, Forscher und die interessierte Öffentlichkeit, die sich mit territorialer Entwicklung beschäftigen. Wie bei Wikipedia können die Nutzer Seiten erstellen und ändern. Die Idee hinter dem Projekt ist, Daten zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes strukturiert zur Verfügung zu stellen. Koordiniert wird das Projekt von den EURAC-Instituten für Alpine Umwelt und für Regionalentwicklung und Standortmanagement, siehe www.wikialps.eu.
raiffeisenkasse algund
Neuer Direktor in Algund
Seit 1. Juli leitet Artur Lechner die Geschicke der Raiffeisenkasse Algund. Lechner, der auf eine 15-jährige Erfahrung im Bankensektor zurückblicken kann, folgt auch Eduard Enrich, der seine Karriere in der Raiffeisenorganisation 1973 begonnen hatte und seit dem Jahre 2000 den Direktorenposten in der Raiffeisenkasse Algund bekleidete. Enrich galt als umsichtiger Geschäftsführer, kompetenter und kollegialer Gesprächspartner in allen Gremien der Raiffeisenkasse.

Der pensionierte Direktor Eduard Enrich und der Neue Artur Lechner internet
sätze sind gleich geblieben, denn die sind zeitlos und untrennbar mit dem Selbstverständnis der Genossenschaften verbunden“, unterstrich Obmann Peter Hechenberger in seinen Ausführungen.
Tiroler Wirtschaftskraft
Mehr als 3200 Tiroler haben in der Genossenschaftsorganisation ihren Arbeitsplatz und rund 30 Millionen Euro an jährlichen Investitionen, die vor allem der regionalen Wirtschaft zugutekommen, sichern zahlreiche weitere Arbeitsplätze.
In Tirol arbeiten 78 selbstständige Raiffeisenbanken mit insgesamt 237 Bankstellen und 500 Bankomaten. Die Warensparte wird von sieben
„Vertrauen
Lagerhäusern, neun warenführenden Raiffeisenbanken betreut. Dazu kommen 31 Molkereien, Milch- und Sennereigenossenschaften, 18 Energiegenossenschaften und Genossenschaften in anderen Bereichen. Mehr als 125.000 Tirolerinnen und Tiroler sind Mitglied bei einer Raiffeisen-Genossenschaft. Diese tragen nicht unwesentlich zum Steueraufkommen bei. Die Steuerleistung für das Jahr 2013 betrug rund 64 Millionen Euro. Unter den zahlreichen Festgästen aus Wirtschaft, Politik und Kirche waren unter anderem auch der Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes, Walter Rothensteiner, und der zuständige Minister Andrä Rupprechter sowie Heiner NicolussiLeck, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol.
der Kunden ist höchstes Gut“
Für Peter Hechenberger, Obmann des Raiffeisenverbandes Tirol, steht fest: Genossenschaften sind aktueller denn je und können nachhaltig wirken.
Herr Obmann Peter Hechenberger, sind Sie sicher, dass Genossenschaften im Zeitalter der Globalisierung noch zeitgemäß und konkurrenzfähig sind?
Peter Hechenberger: Da bin ich ganz sicher. Gerade während der Finanz- und Wirtschaftskrisen der letzten Jahre haben die Genossenschaften ihre ganzen Stärken ausgespielt und die Krise besser überstanden als die meisten vergleichbaren Mitbewerber.
Spielt da vielleicht der glückliche Zufall eine Rolle.
Hechenberger: Glückliche Zufälle mag es in Einzelfällen geben, aber nicht auf die Dauer und schon gar nicht in der Wirtschaft. Der bekannte und hoch angesehene Leiter des Institutes für Höhere Studien, Professor Christian Keuschnigg, hat in einer Studie ermittelt, dass Insolvenzen bei Genossenschaften viel weniger häufig sind als im Rest der Wirtschaft.
Wo sehen Sie den Grund dafür?

Manche Skeptiker meinen, dass die ehrenamtlichen Funktionäre nur scheinbar mitreden können. Die meisten Funktionäre wären überfordert.
Hechenberger: Die ehrenamtlichen Funktionäre werden von den Mitgliedern gewählt, und niemand wird ernsthaft annehmen, dass die Mitglieder – die ja Eigentümer ihrer Genossenschaften sind – nicht die besten in den Vorstand oder den Aufsichtsrat entsenden. Und wir legen größten Wert auf die bestmögliche Aus- und Weiterbildung unserer Funktionäre. Das ist die Basis für die Erfolge von morgen.
Hechenberger: Das höchste Gut jedes Unternehmens ist heute mehr denn je das Vertrauen der Kunden. Das genießen unsere Raiffeisengenossenschaften gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in besonders hohem Ausmaß. Die Bürger verlangen von Unternehmen heute Ehrlichkeit gegenüber den Kunden und der Öffentlichkeit, sie wünschen sich eine langfristige Orientierung, und sie fordern Nachhaltigkeit anstelle von gierigem Streben nach Gewinn ohne jede Rücksicht. All das praktiziert Raiffeisen in Tirol seit mehr als 100 Jahren mit Erfolg.
Peter Hechenberger, Obmann des Raiffeisenverbandes Tirol
Koordinierungstisch eingerichtet
Die Genossenschaftsverbände Südtirols haben vergangene Woche im Raiffeisenhaus den Koordinierungstisch eingerichtet. Er soll die Interessen der vier Genossenschaftsverbände bei übergreifenden Themen zusammenführen und vertreten.
Unter Vorsitz des Raiffeisenverbandes haben sich im Raiffeisenhaus in Bozen die Präsidenten der vier Genossenschaftsverbände Südtirols getroffen, um ein neues Gremium ins Leben zu rufen und um dessen Statuten zu beschließen.
„Zweck des Koordinierungstisches ist es, die Interessen der Genossenschaftsverbände bei übergreifenden Themen, Tätigkeiten oder Handlungsfeldern zu koordinieren und die Zusammenarbeit zwischen ihnen kontinuierlich zu pflegen, zu fördern und auszubauen“, sagte Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes.
Engere Zusammenarbeit
Die Vertreter der Genossenschaftsverbände zeigten sich über diesen Schritt in Richtung einer engeren Zusammenarbeit erfreut und unterstrichen die Wichtigkeit einer vermehrt gemeinsamen Interessenvertretung der Genossenschaften.
Dabei geht es den Genossenschaftsverbänden darum, gegenüber der Politik, den Behörden und der Öffentlichkeit möglichst einheitlich aufzutreten, ohne allerdings die Entscheidungs- und Handlungsautonomie des einzelnen Verbandes einzuschränken. So wollen die Genossenschaftsverbände in Zu-

Giulio Clamer (Präs. AGCI), Fabrizio Tiego (Dir.), Christian Tanner (Vize-Dir. RVS), Paul Gasser (General-Dir. RVS), Claude A. Rotelli (Präs. Confcooperative), Heini Grandi (Präs. Legacoopbund), Stefano Ruele (Dir.), Giulia Failli (Vize-Präs. Legacoopbund), Andrea Grata (General-Sek. Confcoop)
kunft Themen gemeinsam angehen wie u. a. im Rechtsbereich, bei der Ausarbeitung neuer Gesetze, bei der Förderung des Genossenschaftsgedankens in verschiedenen Einrichtungen für Aus- und Weiterbildung sowie bei der Forschung – beispielsweise an der Freien Universität Bozen oder an der Europäischen Akademie (EURAC).
Zudem sollen ein kontinuierlicher Informations- und Erfahrungsaustausch aufgebaut
und die Errichtung gemeinsam geführter Einrichtungen (z. B. eines übergreifenden Gremiums für Sozialgenossenschaften) angedacht werden.
Dem Koordinierungstisch, der in regelmäßigen Abständen zusammentritt, gehören der Raiffeisenverband Südtirol, die Confcooperative Bolzano, Legacoopbund und die Associazione Generale Cooperative Italiane Alto Adige Südtirol (AGCI) an.
Gute Erdbeerernte im Martelltal
Auch heuer wieder fand Ende Juni das traditionelle Erdbeerfest statt. Tausende Touristen und Einheimische haben den Weg zum Festplatz gefunden.
59 Bauern pflanzen im Martelltal auf 60 Hektar Erdbeeren an. Vermarktet werden diese in der Marteller Erzeugergenossenschaft, die 1989 gegründet wurde. Ende Juni fand das traditionelle Erdbeerfest statt.
Dazu wurden 500 kg Erdbeeren, 70 kg Mehl, 3000 Eier und 60 kg Marmelade zu einem 60 m2 großen Erdbeerkuchen geformt. Erdbeerkönigin Ramona Fleischmann stand es zu, den Anschnitt zu tätigen und das Fest offiziell zu eröffnen. Die Erdbeeren stammen natürlich aus dem Anbaugebiet. „Die ersten
Erdbeeren wurden Anfang Juni geerntet, die Ertragslage ist gut“, sagte Gerhard Eberhöfer, Verkaufsleiter der Bioware der VI.P und neuerdings auch für den Vertrieb und die Vermarktung der Erdbeeren zuständig, das Teil des Sanierungskonzeptes der Genossenschaft ist, die in Schwierigkeiten geraten war und nun die Führungsspitze neu besetzt hat. „Ein Viertel der Ernte haben wir hinter uns, die Qualität ist gut, auch die Preise – die Witterung aber ist ausschlaggebend“, bestätigt Obmann Reinhard Staffler aus Tabland.

Im Martelltal können die Bauern mit der Erdbeerernte bislang zufrieden sein.
soireen schloss tirol
Neue Wege im Rittersaal
Am 26. Juni wurden die 25. Soireen auf Schloss Tirol mit einem Konzert des Ensembles Quadro Nuevo eröffnet. Diese erfolgreiche Konzertreihe geht nach einem Vierteljahrhundert ganz neue Wege: Waren es in den letzten Jahrzehnten programmatisch auf das Mittelalter und die Renaissance ausgerichtete Schwerpunkte, so versucht das Programm 2014 die Alte Musik mit jazzigen Klängen zu verbinden und setzt damit auf inhaltliche Verjüngung. Der suggestive Rittersaal auf Schloss Tirol wird zum universalen Klangraum.

mit dem Echo-Jazz-Preis ausgezeichnet.
Traumbilder der Fantasie
Auf Schloss Runkelstein bei Bozen wurden die heurigen Sieger des RaiffeisenJugendwettbewerbs prämiert.
Bereits zum 44. Mal wurde der Raiffeisen-Jugendwettbewrb ausgetragen. Aus über 11.000 Einsendungen aus ganz Südtirol musste die Jury eine Auswahl treffen und die besten Arbeiten auszeichnen. Unter dem Motto „Traumbilder – Nimm uns mit in deine Fantasie“ ließen 11.000 Grund- und Mittelschüler ihrer Fantasie freien Lauf. Mal-, Kreativ- und Multimedia-Arbeiten wurden eingesandt. „Der Raiffeisen-Jugendwettbewerb ist weltweit der größte Jugendwettbewerb, der von 21 Genossenschaftsbanken mitgetragen wird“, sagte Andreas Mair am Tinkhof, Leiter der Hauptabteilung Bankwirtschaft im Raiffeisenverband. „Die kontinuierliche hohe Beteiligung am Wettbewerb freut uns und zeugt von hohem kreativen und künstlerischen Interesse junger Menschen.“ Unter dem Ehrenschutz von Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder wurden die Sieger im Rahmen einer kleinen Feier geehrt. Die Sieger in der Kategorie Malwettbewerb sind Anne Gruber (1. Klasse Grundschule Villanders), Sonja Hasler (5. Klasse, Grundschule Latzfons), Daniel Nagler (1. Klasse B, Scuola Media San Martino). In

Abschlussveranstaltung des Raiffeisen-Jugendwettbewerbs auf Schloss Runkelstein
der Kategorie „Multimedia Projekte“ sind die Siegerprojekte der Videoclip der Schulband „Estintores“ der Mittelschule St. Johann/Ahrntal, in der Kategorie sonstige Projekte die Mittelschule Blumau 2C. Auch heuer wog der Raiffeisenverband jedes eingereichte Bild mit 50 Cent auf, sodass am Ende Ida Psaier, Vizepräsidentin des Arbeitskreises Eltern Behinderter, 6000 Euro überreicht werden konnten.
Kellerei Schreckbichl in Venedig
Im Rahmen der Architekturbiennale 2014 in Venedig zeigten Südtiroler Bauhandwerksbetriebe eine Auswahl ihrer Werke. Dazu gehörte auch ein Bauprojekt der Kellerei Schreckbichl.
„alpitecture meets Biennale“ ist eine Ausstellung Südtiroler Bauhandwerksbetriebe, die während der Preview- und Eröffnungstage der Architekturbiennale 2014 im Palazzo Bollani stattfand. Gezeigt wurden eigens angefertigte Modelle, darunter auch die geplante Kellereierweiterung samt Wine Shop und Parkfläche der Kellerei Schreckbichl. „Für uns ist es eine große Ehre, als einzige Südtiroler Kellerei in Venedig präsent zu sein, da die Architektur ein wesentlicher Bestandteil unseres innovativen Kellereikonzeptes ist“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Raifer. An vier Abenden konnten Journalisten, Architekten und Bauherren zu einem Dinner neben feinen Speisen auch Schreckbichler Weine genießen.

Das Architekturprojekt der Brixner Architekten bergmeisterwolf für den künftigen weiteren Ausbau der Kellerei Schreckbichl.
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13. 4. 1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, Tel. 0471 945453, E-Mail: rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
Das Ensemble Quadro Nuevo wurde bereits