praxisnah zusammengefasst.’
Eutergesundheit liefert Anleitungen für die perfekte Organisation der Haltung, der Betreuung und des Managements. Dabei begleitet es den Tierhalter bei seinen täglichen, wöchentlichen und monatlichen Arbeiten. Eutergesundheit richtet sich vor allem auf die Prophylaxe, das Vorbeugen von Krankheiten in ihrem Betrieb. Möchten Sie wissen, wie Sie das Melken organisieren können, so dass es schnell und für jede Kuh optimal durchgeführt wird? Wissen Sie, wie eine Kuh mit Euterproblemen richtig behandelt wird? Und wie Sie das Problem mit erhöhten Zellzahlen lösen können? Tun müssen Sie es natürlich noch selbst, aber Eutergesundheit ist ein guter Wegweiser. Praxisnah geschrieben, mit interessanten Problemstellungen, anschaulichen Fotos und Illustrationen ist dieses Buch für jeden Milchviehhalter gut zugänglich. Nehmen Sie Eutergesundheit immer wieder zur Hand. Das nützliche Wissen hilft Ihnen, die Grundlagen zur Eutergesundheit auf Ihrem Betrieb besser zu verstehen und zu optimieren. Mit Eutergesundheit bekommen Sie das wichtigste Gesundheitsproblem auf Milchviehbetrieben unter Kontrolle! Die Autoren Jan Hulsen und Theo Lam bürgen für praxisnahe Spitzenqualität. Jan Hulsen (Vetvice) ist Verfasser der Erfolgsbücher Kuhsignale und Klauen. Er hält weltweit Workshops und Lesungen für Milchviehhalter und ihre Berater. Theo Lam (UGCN/GD) verfügt über eine langjährige Erfahrung als Mastitisforscher und Rindertierarzt. Er leitet heute das niederländische Praxisprojekt zur Eutergesundheit.
Jan Hulsen Theo Lam
Eutergesundheit
Eutergesundheit ist ein Buch aus der Reihe Kuhsignale®. Kuhsignale® vermitteln auf anschauliche Weise praktisches Wissen zu tiergerechter Rinderhaltung.
Vorbeugen ist besser als heilen
V E R L AG
www.roodbont.com
Praxisleitfaden für optimale Eutergesundheit
Eutergesundheit Uiergezondheid
Mit einer strukturierten Arbeitsweise kann eine optimale Eutergesundheit auf jedem Milchviehbetrieb erreicht und aufrecht erhalten werden. Das Buch Eutergesundheit ist ein Leitfaden für Milchviehhalter und ihre Mitarbeiter.
Eutergesundheit
co pr py ot rig ec h te t d
‘ A l l e s W i s s e n zur Eutergesundheit
www.vetvice.com
Impressum Autore n : Jan Hulsen, Vetvice Theo Lam, uiergezondheidscentrum, Niederlande
F ü r Bücher und maßgeschneiderte A u sgaben:
Layout : Emjee | grafische vormgeving Erik de Bruin, Varwig Design Umsch l a g : Erik de Bruin, Varwig Design
Illustra t i o n e n : Marleen Felius Emjee | grafische vormgeving Verbaal, bureau voor visuele comunicatie Überse t z u n g Giuanne Egger-Maissen, Linguartis Redakt i o n Dr. Carola Fischer-Tenhagen Fachbe r a t u n g Dr. Marion Tischer, Vetconsult Dr. Karsten Schlaefer Koordi n a t i o n Uli Bartsch
Unser Dank gilt: Johan Boelrijk, Tiny Brouwers, Joep Driessen, Marcel Drint, John Hermans, Ria Huijben, Paul Hulsen, Frans Kennis, Wim und Berrie van Kollenburg, Dick de Lange, Toon Meesters, Jo Toenders, Jos Uiterwaal, Jansje van Veersen, Nico Vreebrug, Bertjan Westerlaan, Ellen Wilpshaar, den vielen Tierhaltern, die uns freundlicherweise erlaubt haben, auf ihren Betrieben zu fotografieren, und allen Tierhaltern, Tierärzten, Beratern, die ihre Erfahrungen bereitwillig mit uns geteilt haben. 2
Roodbont Verlag Postbus 4103 NL-7200 BC Zutphen Niederlande T + 31 (0)575 54 56 88 F + 31 (0)575 54 69 90 info@roodbont.com www.roodbont.com
UGCN Postbus 2030 NL 7420 AA Deventer Niederlande info@ugcn.nl” info@ugcn.nl www.ugcn.nl
co pr py ot rig ec h te t d
Fotos: Umschlagfoto – Jan Hulsen Jan Hulsen (wenn nicht anders angegeben) Janneke Hulsen (S. 31, 35) Otlis Sampimon (S. 20, 38, 39, 50)
F ü r Betriebsberatung und S t allbauberatung:
Mit Beiträgen von: Hans Miltenburg (GD) Otlis Sampimon (GD) Quality Milk Production Services (NY, USA) ©Jan Hulsen, 2012
Vetvice BV® Moerstraatsebaan 115 4614 PC Bergen op Zoom Niederlande T + 31 (0)165 30 43 05 info@vetvice.com www.vetvice.com
F ü r Schulungen und Fortbildungen:
CowSignals® Training Company Hoekgraaf 17A 6617 AX Bergharen Niederlande T + 31 (0)6 54 26 73 53 info@cowsignals.com www.cowsignals.com
Nichts aus dieser Ausgabe darf ohne vorherige Zustimmung des Verlages durch Druck, Fotokopie oder eine andere Methode vervielfältigt und/oder publiziert werden. Autor und Verleger haben den Inhalt dieser Ausgabe mit großer Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Autor und Verleger haften nicht für eventuelle Schäden, die als Folge von Handlungen und/oder Beschlüssen aufgrund der gegebenen Information entstehen. Eutergesundheit ist ein Band der Kuhsignale®-Bücher. Bereits erschienen sind: Kuhsignale und Klauen. Information zu den Kuhsignale®-Büchern, -Vorträgen und -Workshops finden Sie unter: www.kuhsignale. com. Kuhsignale® ist eine eingetragene Marke von Vetvice®. ISBN 978-90-8740-009-5 NUR 940
Inhalt Einleitung: 4 6
Kapitel 1: Tägliche Routine
Im Stall In der Ruhe liegt die Kraft Frisch, trocken und kühl Beurteilung der Sauberkeit Sauberkeit rund um die Kuh Kühe in Ruhe Der aufmerksame Tierhalter Medikamente verabreichen
Kapitel 2: Melken
8 10 11 12 13 14 15 16
Kapitel 3: Wöchentlich/ monatlich
Kapitel 4: Monatlich/ jährlich
Arbeiten nach Plan 30 Professionelle Beratung 31 Wie gut melken Sie? 32 Selbstkritik / Verbesserungen 33 Das Trockenstehen 34 Aufzucht Jungtiere 36 Einbringen von Färsen 37 Schalmtest 38 Milchproben entnehmen 39
Das Fünfeck Geht das besser? Planmäßigkeit Erreger und ihre Eigenschaften Probleme und ihre Bekämpfung Aha’s: Angelegenheiten, die hier auffallen
40 41 42
Stichwortverzeichnis
52
co pr py ot rig ec h te t d
Die Grundlagen Aufbau und Funktion des Euters
Der Melkstand Melkmaschine Intelligente Routine Kühe mit Infektionen (er)kennen Abweichungen Melktechnik Kontrollpunkte Zitzenbeurteilung Der Melkroboter Der Anbindestall
18 20 21
22 23 24 26 27 28 29
44 46 51
3
Einleitung
D i e Grundlagen Wichtige Begriffe Infektion und Entzündung: Eine Infektion ist das Eindringen von Krankheitserregern. Eine Entzündung ist die Abwehrreaktion des Körpers auf körperfremde Stoffe und Objekte wie Bakterien.
co pr py ot rig ec h te t d
Subklinische Mastitis: Äußerlich sind Milch und Euter unverändert. Aber das Immunsystem hat auf Erreger mit einer Erhöhung von Abwehrzellen im Euter reagiert. Das kann man mit Spezialtechniken wie Schütteltest oder einer erhöhten Leitfähigkeit der Milch messen.
Mastitiserreger dringen fast immer über den Strichkanal in das Euter ein. Die Funktionsfähigkeit und Sauberkeit des Strichkanals und der Zitzenkuppe sind darum für die Eutergesundheit extrem wichtig. Euterentzündungen entstehen, wenn Erreger ins Euter eindringen und dadurch das Abwehrsystem aktivieren. Mit der Entzündung versucht die Kuh die Bakterien im Euter loszuwerden. Das gelingt nicht immer. Der Zitzenkanal ist eine Barriere für die Bakterien. Meistens funktioniert das. Dippen der Zitzenkuppen unterstützen die Abwehrfunktion. Bleibt der Zitzenkanal aber offen, dringen Bakterien ins Euter, z. B. bei und nach dem Melken, sowie am Anfang und Ende der Trockenstehperiode. Meistens werden diese Bakterien beim nächsten Melken mit der Milch wieder ausgespült oder von den Abwehrzellen im Euter unmerklich beseitigt. Doch ist die Abwehr zu schwach bzw. die Bakterien zu stark oder zu zahlreich, kommt es zu einer Entzündung. 4
Infektionsdruck
Kontrolle
Behandlung
Körpereigene Abwehr
Melken
Das Fünfeck Eutergesundheitsmanagement kann man in fünf Kontrollbereiche einteilen. Jeder Kontrollbereich sollte möglichst gut organisiert und dann eingehalten werden. Siehe auch Seite 40.
Klinische Mastitis: Bei einer klinischen Mastitis ist die Milch sichtbar verändert. In besonders schweren Fällen ist das Euter schmerzhaft geschwollen, die Kuh hat Fieber und ist krank.
Mastitiserreger Euterassoziierte Erreger: Bakterien, die mit der Milch von Kuh zu Kuh übertragen werden. Umwelterreger: Bakterien, die aus der Umwelt ins Euter gelangen.
Einleitung
D i e Grundlagen
Problemkühe haben eine erhöhte Zellzahl (Kuh >250.000; Färse >150.000) bzw. in einer Laktation wiederholt Mastitis. Dann behandeln Sie jede Kuh mit der optimalen Therapie anhand des betriebsspezifischen Behandlungsplans und einer bakteriologischen Milchprobenuntersuchung.
Infiziertes Euter
Heilt von selbst
Während des Melkens
Infiziertes Euter
Sorgen Sie dafür, dass alle Elemente des Fünfecks in Ordnung sind, um neue Mastitisfälle zu verhindern. Kurzfristig liegt ihre größte Aufmerksamkeit darauf, eine Infektion der gesunden Kühe durch Problemkühe zu vermeiden.
Zur Vermeidung von Euterentzündungen, sollten möglichst wenige Bakterien ins Euter eindringen. Grundlegend dafür ist sauberes und technisch einwandfreies Melken. Kühe mit Euterinfektionen sind ein Herd für Mastitiserreger. Diese Tiere
Heilt durch Behandlung
Heilt nicht
co pr py ot rig ec h te t d
Stall-/Weideumgebung
Zel lzahl bzw. Zellgehalt
Gesunde Euter
Euterhaut
Schlachtung
müssen Sie isolieren und versuchen, möglichst schnell erfolgreich zu behandeln. Dafür braucht die Kuh ein sauberes Umfeld und ihre körpereigene Abwehr und die des Euters müssen möglichst gut sein.
Die Anzahl Zellen pro Milliliter Milch nennt man Zellzahl oder Zellgehalt. Milch enthält immer eine gewisse Menge abgestoßener Euterzellen und Abwehrzellen. Milch aus einem gesunden Euter hat weniger als 100.000 Zellen/ml. Bei einer Euterentzündung steigt die Zellzahl, vor allem durch Erhöhung der weißen Blutkörperchen an.
5
Einleitung
Aufbau und Funktion des Euters
co pr py ot rig ec h te t d
Durch die zwei Milchvenen und die großen Bauchvenen fließt das Blut vom Euter zum Herz. Zwei Arterien bringen das Blut zum Euter. Im Liegen, fließen bis zu 20% mehr Blut durch das Euter. Pro kg Milch fließen etwa 500 Liter Blut durch das Euter.
Ein bisschen Milch ist in der Euterund Zitzenzisterne. Der Rest wird in den Alveolen gespeichert. Beim „Einschießen der Milch“ wird sie freigesetzt. 6
Einleitung
Aufbau und Funktion des Euters
co pr py ot rig ec h te t d
Das Eutergewebe besteht aus zahllosen Alveolen, die wie eine Traube aussehen. In den Alveolen wird die Milch gebildet und gespeichert.
Der Strichkanal ist gewöhnlich mit Keratin verschlossen. Das ist eine pastöse Substanz, die von den Oberflächenzellen des Strichkanals gebildet wird.
Die roten Sterne stellen Muskelzellen dar. Durch das Hormon Oxytocin ziehen sie sich zusammen. Dadurch wird die Milch aus der Traube in die Euterzisterne und Zitze gepresst. „Die Milch schießt ein.“ Durch Berührungsreize an der Zitze und Zitzenkuppe setzt das Gehirn Oxytocin in die Blutbahn frei. Stress blockiert diesen Prozess.
So sieht ein Euter von innen aus. Bei Mastitis verstopfen die Milchgänge durch Flocken und Schwellung des Eutergewebes. Eine Oxytocinspritze kann helfen, die Kuh dann gründlicher auszumelken. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Antibiotika erreichen Sie ein besseres Ergebnis. 7
Kapitel 1 T ä g l i c h e R o u t i n e
Im Stall
co pr py ot rig ec h te t d
Von Kühen ausgehender Infektionsdruck Kühe mit Mastitiserregern im Euter sind ein Ansteckungsherd für gesunde Kühe. Die Infektion wird meist beim Melken übertragen. Hygiene beim Melken ist daher oberstes Gebot. Kühe mit einer Euterentzündung müssen sofort entdeckt werden, damit die Übertragung von Mastitiserregern verhindert wird. Auch im Stall sind diese Kühe ein Risiko. Infektionen werden auch durch Fliegen oder Milchpfützen auf Liegeplätzen übertragen.
Sie arbeiten jeden Tag aktiv an der Eutergesundheit. Teilweise direkt, z.B.: durch Zitzendippen von Trockenstehern oder Säubern der Liegeboxen. Teilweise indirekt durch Fütterung, Schaffung eines ruhigen Umfeldes Verbesserung der allgemeinen Tiergesundheit. Der Infektionsdruck ist die Summe der Krankheitserreger, die das Euter belagern und ihrer krankmachenden Wirkung (Pathogenität). Die häufigsten Mastitiserreger haben in der Regel eine hohe Pathogenität. Versuchen sie Keime von ihren Kühen fernzuhalten. Ob Erreger eine Mastitis verursachen, hängt auch von den Abwehrkräften der Kuh ab.
Umgebung mit niedrigem Infektionsdruck Bestimmte Umweltkeime wie E. coli und Sc. uberis sind immer vorhanden. Sie können durch trockene Liegeplätze und saubere Einstreu kontrolliert werden. Andere bevorzugen ein be8
stimmtes Milieu. Klebsiellen befinden sich z. B. vor allem in nassem Sägemehl. Pseudo-monaden vermehren sich in verschmutztem Wasser, verschmutzten Dippmitteln oder Eutertüchern. Euterassoziierte Keime: Bakterien, die von Kuh zu Kuh über die Milch übertragen werden. Umweltkeime: Bakterien, die aus der Umwelt ins Euter gelangen.
Die meisten Mastitiserreger sind überall im Stall und an den Kühen zu finden. Man ist also stets damit beschäftigt, das Eindringen der Bakterien in den Strichkanal zu verhindern.
Stehen Kühe dicht gedrängt, erhöht sich der Infektionsdruck, es besteht ein größeres Mastitisrisiko. Meist geschieht es nicht freiwillig; hier, um sich vor der Sonne zu schützen. Es entsteht Stress, der außerdem die Abwehrkräfte schwächt.
Kapitel 1 T ä g l i c h e R o u t in e
Mastitiskühe und Tiere mit hohen Zellzahlen am Ende melken
2
Einmal alle vier Wochen - nach der Bewertung des Zellgehalts bei der Milchkontrolle – entscheiden Sie, welche Kühe Risikotiere sind und welche nicht mehr.
2. Sie machen eine eigene Gruppe mit Risikotieren, die Sie gesondert melken. Durch eine geschickte Anordnung von Gittern und Durchgängen ist das in vielen Ställen möglich. Damit kann man auch die durchschnittliche Wartezeit verkürzen und so die Futteraufnahme verbessern.
Alle Kühe müssen den ganzen Tag Zugang zu gutem Futter und dadurch einen vollen Pansen haben. Hier sehen Sie viele magere Kühe, Kühe mit leerem Pansen und durch Kot verschmutzt. Die Kühe fressen zu wenig und selektieren wahrscheinlich das Futter. Ihre Abwehr wird geschwächt.
Zwei Lösungsvorschläge aus der Praxis:
1
1. Alle Risikotiere bekommen ein Halsband, mit dem sie vor dem Melken im Vorwarteraum angebunden werden. Die Kühe gewöhnen sich schnell daran.
Sie beschließen, alle Kühe mit erhöhtem Zellgehalt oder Mastitis am Schluss jeder Melkzeit zu melken. So vermeiden Sie, dass sich gesunde Kühe durch infiziertes Melkzeug anstecken. Sie haben alle Kühe, die Sie behandeln müssen, gleichzeitig im Melkstand. Wie gehen Sie am besten vor?
co pr py ot rig ec h te t d
Vorraussetzung für gute Abwehrkräfte ist eine gute Futter- und Wasserversorgung. Das Futter muss viel Energie, Eiweiß und Rohfaser enthalten, und sollte keine Pansenübersäuerung verursachen. Die Versorgung mit Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen ist wichtig. Die Immunität wird auch durch ein ruhiges Umfeld und Bewegung gestärkt. Eine gesunde Kuh in einem guten Stall liegt durchschnittlich 14 Stunden pro Tag auf einem trockenen Liegeplatz. Bewegung regt den Stoffwechsel an und fördert die Klauengesundheit. Schließlich gilt: je gesünder die Kuh, desto besser die Abwehr. Klauenerkrankungen und Infektionskrankheiten wie BVD und Para-Tbc schwächen die Abwehr der Kuh.
Im Stall
9
Kapitel 1 T ä g l i c h e R o u t i n e Oder so:
So nicht:
So: Vorwarteraum
Vorwarteraum
co pr py ot rig ec h te t d
In den Vorwarteraum treiben Kühe müssen möglichst entspannt in den Melkstand kommen. Das fängt beim Treiben in den Vorwarteraum an. Sie können dabei beobachten, ob die Kühe gut laufen können. Ihre Pansenfüllung zeigt, wie viel sie in den letzten Stunden gefressen haben. Vor allem die letzten Kühe sind interessant. Das sind meist die Kühe, die Schwierigkeiten beim Laufen haben. Haben diese genug gefressen? Ist deren Kot nicht zu dünn, zu trocken oder schlecht verdaut? Auch im Vorwarteraum muss Ruhe herrschen. Pro Melkzeit sollten Kühe bei zweimaligem Melken pro Tag höchstens eine Stunde warten, bei dreimaligem Melken pro Tag höchstens 45 Minuten.
I n d e r R u h e liegt die Kraft
Ruhe und Umsicht ist im Umgang mit Kühen wichtig. Kühe ruhiger Tierhalter produzieren mehr Milch. Außerdem sind sie leichter zu handhaben, sie haben weniger Verletzungen. Entspannte Kühe stoßen und verletzen sich weniger an Gittern und Ecken im Stall. 10
Melkstand
Melkstand
Müssen Kühe weit laufen, besteht ein größeres Risiko für Klauenquetschungen, vor allem auf Betonstraßen und Weidewegen mit losen Steinen. Eine gute Pflege der Treibgänge zahlt sich durch weniger Klauenprobleme aus. Kühe laufen am liebsten auf einem weichen, trittfesten Untergrund wie dieser Gummimatte.
Die Kühe sollen in ungestörtem Fluss in den Melkstand gelangen, ohne umdrehen zu müssen. Dominante und rangniedrige Kühe haben ihren festen Platz in einer sich bewegenden Herde, so dass keine Konflikte entstehen. Die stärksten Kühe laufen meist vorne. Wenn der Strom Kühe umkehren muss, müssen die starken und die schwachen Tiere quer durch die Herde laufen. Das verursacht Unruhe und Stress und Klauenprobleme durch Schreckreaktionen. Die Kühe kommen nicht von alleine in den Melkstand. Gummiböden sorgen dafür, dass die Kühe gern in den Vorwarteraum gehen und weniger Klauenverletzungen durch Stoß- und Drehbewegungen erleiden.
Ein ansteigender Vorwarteraum lässt sich einfacher reinigen als ein flacher. Die Eingänge zum Melkstand müssen spitz zulaufen. Der Boden sollte eben sein, damit Klauen nicht gequetscht werden. Dazu muss er rutschfest sein, am besten aus Gummi.
‘ A l l e s W i s s e n zur Eutergesundheit p raxisnah zusammengefasst.’
Eutergesundheit liefert Anleitungen für die perfekte Organisation der Haltung, der Betreuung und des Managements. Dabei begleitet es den Tierhalter bei seinen täglichen, wöchentlichen und monatlichen Arbeiten. Eutergesundheit richtet sich vor allem auf die Prophylaxe, das Vorbeugen von Krankheiten in ihrem Betrieb.
Eutergesundheit Praxisleitfaden für optimale Eutergesundheit
Eutergesundheit Uiergezondheid
Mit einer strukturierten Arbeitsweise kann eine optimale Eutergesundheit auf jedem Milchviehbetrieb erreicht und aufrecht erhalten werden. Das Buch Eutergesundheit ist ein Leitfaden für Milchviehhalter und ihre Mitarbeiter.
co pr py ot rig ec h te t d
Möchten Sie wissen, wie Sie das Melken organisieren können, so dass es schnell und für jede Kuh optimal durchgeführt wird? Wissen Sie, wie eine Kuh mit Euterproblemen richtig behandelt wird? Und wie Sie das Problem mit erhöhten Zellzahlen lösen können? Tun müssen Sie es natürlich noch selbst, aber Eutergesundheit ist ein guter Wegweiser. Praxisnah geschrieben, mit interessanten Problemstellungen, anschaulichen Fotos und Illustrationen ist dieses Buch für jeden Milchviehhalter gut zugänglich. Nehmen Sie Eutergesundheit immer wieder zur Hand. Das nützliche Wissen hilft Ihnen, die Grundlagen zur Eutergesundheit auf Ihrem Betrieb besser zu verstehen und zu optimieren. Mit Eutergesundheit bekommen Sie das wichtigste Gesundheitsproblem auf Milchviehbetrieben unter Kontrolle! Die Autoren Jan Hulsen und Theo Lam bürgen für praxisnahe Spitzenqualität. Jan Hulsen (Vetvice) ist Verfasser der Erfolgsbücher Kuhsignale und Klauen. Er hält weltweit Workshops und Lesungen für Milchviehhalter und ihre Berater. Theo Lam (UGCN/GD) verfügt über eine langjährige Erfahrung als Mastitisforscher und Rindertierarzt. Er leitet heute das niederländische Praxisprojekt zur Eutergesundheit. Eutergesundheit ist ein Buch aus der Reihe Kuhsignale®. Kuhsignale® vermitteln auf anschauliche Weise praktisches Wissen zu tiergerechter Rinderhaltung.
Eutergesundheit Vorbeugen ist besser als heilen
V E R L AG
www.roodbont.com
Jan Hulsen Theo Lam
www.vetvice.com