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Cow signals - German edition

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d a f ür di e r i c hti g e ‚ Antenne’ besitzt. ’ Kühe geben ständig Signale ab, aus denen sich zahlreiche Informationen über Gesundheit, Wohlbefinden, Ernährung und Leistungsfähigkeit ableiten lassen. Die Kunst eines guten Tierhalters besteht darin, diese Signale zu empfangen und darauf zu reagieren

Überall und jederzeit können Signale empfangen werden, wenn man eine ,Antenne‘ dafür hat. Mit dem Buch Kuhsignale können Sie Ihre Sinne dafür schärfen.

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Krankheiten und Störungen früher erkennen

Tierarzt und Kuhliebhaber Jan Hulsen hat in dem Buch Kuhsignale seine umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen mit Landwirten und ihren Kühen aufgeschrieben. So wurde dieses reich illustrierte Buch zu einem idealen Leitfaden für die Praxis. Sie können lernen Verhalten, Haltung und körperliche Merkmale von Einzeltieren oder der Kuh in der Herde zu beobachten und zu beurteilen. Dabei kommt es besonders darauf an, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, sondern sich immer wieder die drei Grundfragen zu stellen: Was sehe ich? Woher kommt das? Was bedeutet das? So kann eine Beule an der Schulter einer Kuh Aufschluss über das Fressgitter bieten, und es kann ein Anzeichen für unkomfortable Liegeboxen sein, wenn die Kühe darin stehen bleiben. Mit solchen Erkenntnissen können Sie dann gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Leistung der Herde ergreifen.

Krankheiten und Störungen früher erkennen

Ku h -

SIGNALE

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SIGNALE

Info r m a tionen ab, w enn man

Kuh SIGNALE

Kuh-

‚R u n d um di e U hr g e be n Kühe w ertvolle

Krankheiten und Störungen früher erkennen

Jan Hulsen

www.vetvice.com

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Impressum

Autor Jan Hulsen, Vetvice Übersetzung aus dem Niederländischen Giuanna Egger-Maissen, Linguartis Deutsche Redaktion Carola Fischer-Tenhagen Uli Bartsch

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Fotografie Titelfoto: Marcel Bekken Alle übrigen Fotos: Jan Hulsen, wenn nicht anders angegeben

Mit Beiträgen von: • Dirk Zaaijer (Future Fertility Systems, Delden) • Joost de Veer (Interact bv) • Otlis Sampimon (Gezondheidsdienst voor Dieren) • Menno Holzhauer (Gezondheidsdienst voor Dieren) • Jan Rietjens (PTC+, Horst) • Joep Driessen (Vetvice) • Nico Vreeburg (Vetvice) • Bertjan Westerlaan (Vetvice/DAC Oosterwolde, Oosterwolde (F))

Zeichnungen Marleen Felius

Layout Erik de Bruin, Varwig Design

Unser Dank gilt: Neil Chesterton, Gerrit Hooijer, Paul Hulsen, Aart de Kruif, Dietrich C.J. Landmann (LVA, Echem), Dick de Lange, Jos Noordhuizen, Kees Peeters, Thomas Schonewille, Karl Senne, Zwier van der Vegte, Bert Veldhuizen, hunderten Milchvieh­haltern, vielen Tierärzten, Betriebs- und Futterberatern.

© Jan Hulsen, 2013

Postbus 4103 NL-7200 BC Zutphen Telefon: 0031 (0) 575 54 56 88 Fax: 0031 (0) 575 54 69 90 info@roodbont.com www.roodbont.com

Moerstraatsebaan 115 NL-4614 PC Bergen op Zoom Telefon: 0031 (0) 165 30 43 05 Fax: 0031 (0) 165 30 37 58 info@vetvice.com www.vetvice.com Informationen zu Vorträgen und Workshops unter www.kuhsignale.com Autor und Verleger haben den Inhalt dieser Ausgabe mit großer Sorgfalt und nach bes-

Nichts aus dieser Ausgabe darf ohne vorherige

tem Wissen und Gewissen zusammengestellt.

schriftliche Zustimmung des Verlages durch

Autor und Verleger haften nicht für eventuellen

Druck, Fotokopie oder eine andere Methode

Schaden, der als Folge von Handlungen und/oder

vervielfältigt und/oder publiziert werden.

gefassten Beschlüssen auf Grund der gegebenen Informationen ensteht. ISBN 978-3-7843-3342-7

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Einleitung

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1 Bewusst beobachten

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6 Vom Großen zum Kleinen 8 Beurteilung der Kuhsignale 9 Sehen und vergleichen 10 Risikogruppen 12 Indikatortiere 12 Risikoorte 14 Risikomomente 15 Absichtsbewegungen 16 Unverstandene Angelegenheiten 17 Anatomie einer Kuh 18 Risikomanagement 20 Erfolgsfaktoren 21 2 Auf der Weide 22 Gesundheit, Normalwerte und Risiken 22 Ein echter Grasfresser 23 Naturwiesen und Ammenkuhhaltung 24 Die Sinnesorgane 25 Sozialverhalten 26 Hinlegen und Aufstehen 28 Brunst 29 Aufmerksamkeit für Wohlbefinden 30 Klauen auf der Weide 31 Bewegungsscore 32

Risikoorte Licht und Klima Spalten und andere Böden Klauenbeurteilung Klauenprobleme Folgen von Klauenproblemen Liegebedürfnis Liegeboxen, Fress- und Liegeplätze Sehen und verstehen Im Stroh

3 Im Stall Mit anderen Augen betrachtet Unterschiede zwischen Tieren Rangordnung und Platz

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4 Fütterung und Verdauung Pansenbeurteilung Kot Kotbewertung A Kotbewertung B Rationsgestaltung Futteraufnahme Anordnung von Fressgitter und Futtertisch Wasser Körperkonditionsbeurteilung Körperkonditionskarte Was sagt die Konditionsbeurteilung aus Risikogruppen

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5 Im Melkstand Lernen mehr zu sehen Verhalten beim Hereinkommen Verhalten beim Verlassen Ruhe beim Melken Verhalten beim Melken Sauberkeit und Hygiene Sprunggelenke Klauen Milch prüfen Zitzengesundheit Zitzenbeurteilung Pansenfüllung

6 Der Melkroboter Erfolgsfaktoren für automatisches Melken Kuhverkehr Klauengesundheit Aktive Kühe mit Fresslust Selbsteinschätzung Gesundheit Krankheit und Beschwerden

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Inhalt

Inhalt

68 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 78 80 80 82 83 84 85

7 Jungtiere und Trockensteher 86 Allgemein oder betriebsspezifisch 86 Wachstum und Entwicklung 87 Die ersten Lebenstage 88 Veränderungen 89 Lernende Kühe 90 Jungtieraufzucht 91 Trockenstellen 92 Rund um die Geburt 95 Stichwortverzeichnis

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Der moderne Milchviehhalter arbeitet hart und muss viel über landwirtschaftliches Management und die Haltung von Kühen wissen. Es kommt vor, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Durch Vergrößerung der Betriebe und höhere Arbeitsbelastung laufen die Milchviehhalter und deren Berater Gefahr, den Blick für die Tiere in ihrem Betrieb zu verlieren. Aber in der Milchproduktion geht es vor allem um die Kühe.

den Ursachen und der Umsetzung in konkrete Maßnahmen. Die Fragen, die Sie sich immer wieder stellen müssen, sind: ● Was sehe ich? ● Warum ist das so? ● Was bedeutet das? Bewusster beobachten Dieser Praxisleitfaden ist von und für Milchviehhalter und Tierärzte geschrieben worden. Es soll ein zusätzliches Werkzeug sein, um Krankheiten zu vermeiden, das Wohlbefinden der Tiere zu verbessern und die Leistung zu optimieren. „Wie kann ich zwei Tage, bevor eine Kuh krank wird, schon sehen, dass etwas nicht stimmt?”, fragte mich kürzlich ein Milchviehhalter. „Auf diese Weise könnte ich Tierarztkosten sparen, Produktions-

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Einleitung

Eine Kuh sendet Signale aus, die über ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit Auskunft geben. Solche Signale sind Körperhaltung, Verhaltensweisen und andere äußerliche Merkmale. Die Kuhsignale lassen sich zur Optimierung Ihres Betriebsablaufes verwenden. Am Anfang steht das bewusste Beobachten der Tiere, gefolgt von der Suche nach

ausfälle vermeiden und das Wohlbefinden der Kühe erhöhen. „Diese Frage trifft den Kern der „Kuhsignale”. Die Kunst ist, möglichst viel zu sehen, bevor die Probleme auftreten, Risiken einzuschätzen, bevor sie Opfer fordern und erste Anzeichen einer Krankheit zu bemerken, bevor sich diese manifestiert. Betriebsblindheit ist eine große Gefahr für den Landwirt. Diese birgt das Risiko, dass man offensichtliche Hinweise auf Probleme übersieht. „Kuhsignale“ anwenden heißt, bewusst Beurteilungsmomente in die tägliche Routine einzubauen. Sich kritisch mit Kollegen und Beratern auseinander zu setzen und andere Betriebe zu besuchen, vermindert die Gefahr der Betriebsblindheit.

TopAgrar-Archiv

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Einleitung

Der Aufbau des Buches „Kuhsignale“ soll Sie anregen, häufig darin zu blättern. So greifen Sie immer wieder ein neues Thema auf. Das übersichtliche Stichwortverzeichnis am Ende des Buches hilft Ihnen bei der Suche.

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Dieses Buch ist absichtlich nicht nach Fachgebieten, Betriebsabläufen oder Körperteilen der Kuh gegliedert. Dieses Buch orientiert sich an dem Ort, von dem aus Sie Ihre Beobachtungen machen, sowie an der Absicht, mit der Sie beobachten. Gliedmaßen und Klauen werden an mehreren Stellen angesprochen und dort aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Im Stall achten Sie auf die Stellung der

Gliedmaßen und auf der Weide können Sie die Bewegung gut beurteilen. Im Melkstand sehen Sie die Vorder-, Seitenund Hinteransicht der Klaue im Detail, und während der Klauenpflege erhalten Sie schließlich die Informationen von der Unterseite.

TopAgrar-Archiv

ein Buch zum anschauen „Kuhsignale” ist kein Lesebuch. Hier geht es um Hinschauen und Nachdenken. 250 Fotos und graphische Darstellungen zeigen, was Sie an Kühen alles erkennen können. Beispiele und Suchbilder sollen sie motivieren, Ihre Kühe einmal mit anderen Augen zu sehen und z.B. die Stallumgebung mal aus der Sicht der Kuh zu beurteilen.

Viel Vergnügen beim Betrachten und Lesen.

Jan Hulsen, Autor, Tierarzt und Kuhliebhaber

“Dass man etwas nicht weiß, kann vorkommen.

Aber dass man etwas nicht sieht, ist dumm.” Ein Landwirt.

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Kapitel 1

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Bewusst beobachten

Alles wahrzunehmen, heißt alles an einer

Kuh, einem Kalb oder einem Bullen und an

Rinderherden zu beobachten. Die Signale zu

erkennen, die eine Kuh ständig sendet: das ist die Herausforderung von kuhgerechtem Management. Diese Informationen können Sie verwenden um das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Produktion Ihrer Tiere zu erhalten und zu optimieren. Und das zahlt sich aus!

Um genau zu verstehen, warum eine Kuh ein bestimmtes Verhalten zeigt, müssten Sie in die Haut des Tieres schlüpfen. Das ist unmöglich. So müssen Sie versuchen, möglichst alle Signale der Kuh wahrzunehmen. Kuhsignale liefern wichtige Informationen für Ihre Betriebsführung. Wahrnehmen unterscheidet sich vom bloßen Sehen. Man kann etwas betrachten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Bewusstes Beobachten liefert Informationen, mit deren Hilfe die Betriebsführung unmittelbar verbessert werden kann.

Nehmen Sie sich täglich Zeit, Ihre Tiere gut zu beobachten.

Sie können auf zwei Arten bewusst beobachten: 1. Zielgerichtet Beobachten. Sie suchen nach bestimmten Dingen. Sie kontrollieren den Betriebsablauf und achten besonders auf risikoreiche Situationen. 2. Unbefangen Beobachten. Vergessen Sie alle Entschuldigungen und Erklärungen, warum etwas nicht so läuft, wie es Ihnen vorschwebt. Tun Sie so, als seien Sie zu Besuch.

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Stellen Sie sich die folgenden Fragen.

Dadurch können sich Messpunkte unterscheiden oder auch im Laufe der Zeit ändern.

Was sehe ich? Beschreiben Sie die Situation sachlich.

Was sehe ich? Ein Kalb besaugt ein anderes Kalb.

Warum ist das so? Suchen Sie nach der Ursache.

Wie kommt das? Das Tier hat ein Saugbedürfnis und befriedigt dieses. Meist saugt es immer beim selben Artgenossen.

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Was bedeutet das? a. Handelt es sich um das Signal eines Einzeltieres oder von mehreren Tieren (Herdensignal)? b. Ist es eine positive Information oder muss ich eingreifen?

Bewusst beobachten

Die Messpunkte für Normen sind betriebsspezifisch. Sie wählen die Messpunkte, die Sie am wichtigsten finden und die Sie beeinflussen können.

Fragen stellen:

Indem Sie abwägen: „Ist diese Information positiv oder muss ich eingreifen?” vergleichen Sie die erhaltene Information mit einem „Normwert”. In diesem Buch sind die Kühe der Mittelpunkt. Sie sind der Messwert unseres Ziels: zufriedene, gesunde und leistungsfähige Kühe. Normen werden in messbaren Einheiten angegeben, wie z.B. Zentimeter für Liegeboxenabmessungen, Kilogramm für Einstreu und strukturiertes Futter. Dies sind abgeleitete Werte, die nur Informationen über den Weg und nicht über das Ziel beinhalten. Zehn Zentimeter Einstreu ist z.B. eine Norm, um einen guten Liegekomfort zu erzielen. Der kann aber auch mit einer weichen Matte oder einem guten Sandbett erreicht werden. Normen müssen also immer wieder diskutiert werden.

Was bedeutet das? Die Zitzen des besaugten Kalbes können gequetscht und dadurch infektionsanfällig werden. Es können Verwachsungen entstehen. Beste Lösung: Das saugende Tier von den anderen Tieren trennen, denn es wird dieses Verhalten sein Leben lang zeigen. Was sehe ich? Viele der Färsen haben Verletzungen an den Sprunggelenken. Wie kommt das? Solche Verletzungen entstehen durch Liegen auf rauer, harter Oberfläche. Das Problem wird durch zu kleine Liegeboxen verstärkt. Was bedeutet das? Die Tiere haben Schmerzen beim Laufen und Hinlegen. Es können Entzündungen entstehen. Die Tiere werden sich ungern hinlegen. Lösung: Vergrößern Sie die Boxen und sorgen Sie für weiche Liegeflächen. 7

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Beobachten Sie vom Großen zum Kleinen. Beurteilen Sie erst die gesamte Herde, dann einzelne Gruppen und dann das Einzeltier. Verfahren Sie daraufhin umgekehrt. Jedes Tier und jede Tiergruppe gibt Ihnen eigene Informationen.

Vom Großen zum Kleinen Eine gute Beurteilung führt vom Großen zum Kleinen, vom Ganzen zum Teil, von der Entfernung in die Nähe. Haben Sie ein interessantes Detail entdeckt, bringen Sie es in den Zusammenhang mit dem Ganzen. Viele Menschen neigen dazu, interessante Dinge erst mal aus der Nähe zu betrachten. Meist ist es aber besser, erst mal einige Schritte zurückzutreten um das Objekt als Ganzes zu betrachten. Diese Kälber liegen lieber in den äußeren Liegeboxen als in den Doppelreihen in der Mitte. Überprüfen Sie in einem solchen Fall den Liegekomfort und das Stallklima.

Sie beginnen mit dem Wahrnehmen der „Kuhsignale“ in der größten Gruppeneinheit, gefolgt von Teilgruppen dieser Kühe und enden beim Einzeltier. Dabei beobachten Sie die Tiere zielgerichtet und unvoreingenommen. Stellen Sie sich folgende Fragen: Vermittelt die Herde ein einheitliches Bild? Wenn nein, worin unterscheiden sich die Tiere? Ist es der Glanz des Haarkleides, die körperliche Entwicklung, der Verschmutzungsgrad, die Körperkondition oder die Pansenfüllung? Welche Tiere fallen auf? Gehören diese Tiere zu einer Risikogruppe? Wie ist die Verteilung der Tiere innerhalb des Stalls? Bevorzugen die Kühe bestimmte Stallabschnitte, z.B. weil dort die Liegeboxen bequemer sind oder das Stallklima besser ist? Wie viele Kühe stehen in den Laufgängen und wie viele in den Liegeboxen? Wie viele Kühe liegen in den Liegeboxen? Sind es mindestens 90%? Checklisten leisten bei dieser Beobachtung gute Dienste.

Beurteilung der Herde Verteilung innerhalb des Stalls Nutzung von Laufgängen und Liegeboxen Gedränge, Staus, Konflikte Einheitlichkeit

Beurteilung eines tieres Anteilnahme an der Umgebung Glanz und Glätte des Haarkleides Entwicklung Verschmutzung Körperkondition Pansen/ Bauchfüllung

Hautschäden Schwellungen/ Schmerz Verhalten Haltung und Bewegung Produktion Hat sich etwas verändert? Sonstiges

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Weshalb tut die Kuh, was sie tut? Es gibt, grob gesagt, drei Gründe, weshalb eine Kuh etwas tut: Das Verhalten führt zu einem positiven Erlebnis. Die Kuh möchte es tun.

Beispiele sind Fressen, bequem Liegen, Umgebung erkunden. Das Verhalten vermeidet ein negatives Erlebnis. Denken Sie an das Vermeiden von Stromschlägen durch Ducken oder das Flüchten vor groben Menschen und vor dominanten Kühen. Das Verhalten tritt zwangsläufig infolge einer Krankheit, Schmerz, hormonell bedingt oder im Zusammenhang mit der Kalbung auf. Die Frage „Weshalb tut eine Kuh, was sie tut?” liefert also wertvolle Antworten.

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Echte Signale wiederholen sich Ein echtes Kuhsignal wiederholt sich. Schlägt eine Kuh einmal das Melkzeug ab, hat das nicht unbedingt eine Bedeutung. Wiederholt es sich bei der gleichen Kuh, lässt sich das Tier ungern

melken. Weshalb ist das so? Schlagen mehrere Kühe das Melkzeug ab, kann das eine gemeinsame Ursache haben, z.B. Blindmelken, zu hohes Vakuum, Zitzenverletzungen, oder stechende Insekten. Fragen Sie sich: Tritt das Problem öfter auf, bei mehreren Kühen, oder auch in anderen Betrieben?

Bewusst beobachten

Beurteilung der Kuhsignale Die Kuhsignale müssen im größeren Zusammenhang betrachtet werden, d.h. Sie sollten überlegen, welcher Zusammenhang zwischen der jeweiligen Situation, der Kuh selbst und dem Kuhsignal besteht.

Tiere, die bereits in der Vergangenheit durch ein Signal aufgefallen sind, sind bei einer nachfolgenden Kontrolle leichter wiederzuerkennen, wenn Sie sie deutlich sichtbar markieren.

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Kälber, die sich auf den Spaltenboden legen wollen, werden durch das Gitter auf dem Boden daran gehindert. Weshalb wollen sich die Tiere auf den Spaltenboden legen? Hat das mit Rangordnungskämpfen, mit dem Komfort der Liegeboxen, mit dem Stallklima, mit dem Klima in den Liegeboxen oder mit Überbelegung zu tun?

Viele Landwirte stören sich an Kot in Liegeboxen. Jedoch sollte in mindestens 10% der Boxen Kot liegen. Koten selbst die Färsen nicht in der Liegebox, liegt die Vermutung nahe, dass die Liegeboxen für die älteren und größeren Tiere des Bestandes zu kurz sind.

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Sehen und vergleichen Wenn Sie nicht wissen, was bei einem Tier normal ist, vergleichen Sie das Tier mit einer anderen Kuh oder einem anderen Kalb. Schauen Sie sich um und vergleichen Sie sich dann mit anderen Betrieben. Fragen Sie einen Kollegen. Ein Vergleich mit völlig anderen Betriebsumständen, kann ebenfalls nützliche Informationen liefern.

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Stehen Kühe gerne mit den Vorderbeinen höher als mit den Hinterbeinen? Auf Bergweiden sieht man keinen Unterschied. Es gibt Kühe, die bergauf grasen, und welche, die talwärts grasen. Das Liegen findet auf der Ebene oder mit leicht erhöhtem Vorderleib statt.

Für eine gute Beobachtung brauchen Sie gutes Licht und freie Sicht im Rinderstall. Hier wird die Sicht durch den Aufbau in der Mitte des Stalles behindert.

Treffen Sie Vorbereitungen Im Stall nehmen Sie Kuhsignale mit Augen, Nase und Händen wahr. Beginnen Sie im Büro, denn schriftliche Notizen, wie Listen mit Risikotieren oder Besonderheiten, Übersichten der Milchkontrollverbände, der Fruchtbarkeitskalender und Notizen früherer

Kontrollen sind bei der Beobachtung sehr hilfreich. Arbeiten Sie systematisch Kuhgerechtes Management steht und fällt mit der Organisation und der Regelmäßigkeit der Beobachtungen. Führen Sie Ihre Kontrollgänge immer zum gleichen Zeitpunkt in gleichen Abständen durch. Nehmen Sie Ihre Kontrolllisten mit. Benutzen Sie einen Tages- und Wochenplan. Auch beim Melken und Füttern sollten Sie Zeit zum Beobachten einplanen. Passen Sie auf, das Sie keine Tiere übersehen: ● Kontrollieren Sie dreimal täglich die Trockensteher, die hochtragenden Färsen und die Milchkühe. ● Kontrollieren Sie zweimal täglich die Kälber und Jungrinder. Kontrollgänge werden Routine Routine und arbeitserleichternde Maßnahmen bestimmen die Qualität Ihrer Rundgänge. Kontrollieren Sie auch regelmäßig die Jungrinder und Trockensteher. Begutachten Sie die Tiere nicht nur vom Futtergang aus, sondern gehen Sie auch auf den Laufgang. Lassen Sie Schlupflöcher im Fressgitter, so dass Sie bequem zu den Tieren gelangen. Stellen Sie den Klauenpflegestand so, Genügend Licht bedeutet, dass man überall im Stall problemlos eine Zeitung lesen kann.

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Bewusst beobachten

Sie sollten einen Zusammenhang von Ursache und Folge erkennen können. Sie sehen die Folge (Beule am Rücken) und suchen nach der Ursache (Liegebox). Die Kuh auf dem linken Foto hat übrigens auch wenig gefressen (mäßige Pansenfüllung) und scheint das linke Hinterbein zu entlasten).

dass Sie schnell und einfach unter eine Klaue schauen können. Alles Beispiele von kleinen Dingen, die eine große Wirkung entfalten können.

Notizen eine gute Möglichkeit des Informationsaustausches. Außerdem zwingt das Aufschreiben dazu, Beobachtungen bewusst durchzuführen und klar und eindeutig zu formulieren.

Wertvolle Gedächtnisstützen Niemand kann sich alles genau merken. Schreiben Sie Ihre Beobachtungen auf. Benutzen Sie dazu ein Heft, eine Wandtafel oder den Computer. So können Sie Ihre Beobachtungsergebnisse verfolgen. In Bereichen, in denen mehrere Personen arbeiten sind schriftliche

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Tierarzt und Kuhliebhaber Jan Hulsen hat in dem Buch Kuhsignale seine umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen mit Landwirten und ihren Kühen aufgeschrieben. So wurde dieses reich illustrierte Buch zu einem idealen Leitfaden für die Praxis. Sie können lernen Verhalten, Haltung und körperliche Merkmale von Einzeltieren oder der Kuh in der Herde zu beobachten und zu beurteilen. Dabei kommt es besonders darauf an, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, sondern sich immer wieder die drei Grundfragen zu stellen: Was sehe ich? Woher kommt das? Was bedeutet das? So kann eine Beule an der Schulter einer Kuh Aufschluss über das Fressgitter bieten, und es kann ein Anzeichen für unkomfortable Liegeboxen sein, wenn die Kühe darin stehen bleiben. Mit solchen Erkenntnissen können Sie dann gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Leistung der Herde ergreifen.

Überall und jederzeit können Signale empfangen werden, wenn man eine ,Antenne‘ dafür hat. Mit dem Buch Kuhsignale können Sie Ihre Sinne dafür schärfen.

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Kühe geben ständig Signale ab, aus denen sich zahlreiche Informationen über Gesundheit, Wohlbefinden, Ernährung und Leistungsfähigkeit ableiten lassen. Die Kunst eines guten Tierhalters besteht darin, diese Signale zu empfangen und darauf zu reagieren

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