KW 02/2026
Inhalt ComplianceAusblick: Das bringt 2026 1 Landesdirektor 2 Personalia 2 Neuer Eigentümer 3 Vorstandsdirektoren 3 FMA bündelt Aufsichtskompetenzen 4 "We Pay Fair" 5 Problemkredite 5
Ausgabe 1326 08. 01.2026 Jahrgang: 24
Compliance-Ausblick: Das bringt 2026 von Andreas Dolezal Prosit Neujahr! Nach den Silvester-Feierlichkeiten starten wir ins Compliance-Jahr 2026. Eines ist bereits kurz nach dem Jahreswechsel sicher: Einfacher und weniger bürokratisch wird das Einhalten sämtlicher gesetzlicher Pflichten auch heuer nicht. Ein kurzer (unvollständiger) Ausblick.
Anlageberatung Mit Hochspannung warten alle Finanzdienstleister auf die Veröffentlichung der finalen Retail Investment Strategy RIS, die für das 1. Quartal angekündigt ist. Wie „einfach“ wird
künftig der Eignungstest? Unter welchen Voraussetzungen dürfen noch Provisionen angenommen werden? Das sind nur zwei zentrale Aspekte, die direkten Einfluss auf den Beratungsalltag von Finanzberatern haben werden.
GeldwäschePrävention Im Februar wird uns die FATF mitteilen, ob sie Österreich auf die Graue Liste setzt – und damit auf eine Stufe wie den Kongo und Syrien stellt. Die Aufregung wäre groß, die Folgen gesamtwirtschaftlich spürbar.
Das im Februar 2025 veröffentlichte Sanktionengesetz 2024 gilt seit Jahresbeginn erstmals für Wertpapierfirmen. Sie und ihre angeschlossenen Berater müssen sich neuerdings auch mit der Nichtumsetzung und Umgehung völkerrechtlich
verpflichtenden Sanktionsmaßnahmen von UN und EU beschäftigen.
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KW 02/2026 I 08. 01. 2026
Landesdirektor
Personalia
Wiener Städtische Versicherung
Chubb
Klaus Riener hat mit 1. Jänner 2026 die Leitung der Landesdirektion Oberösterreich der Wiener Städtischen übernommen. Er folgt auf Günther Erhartmaier, der die Landesdirektion fast 25 Jahre geprägt hat und nun in Pension gegangen ist. Sonja Brandtmayer bedankt sich bei Erhartmaier für seine langjährige, operative Aufbauarbeit und betont, dass mit Riener eine erfahrene Führungskraft und ein ausgewiesener Versicherungsfachmann gewonnen wurde – lösungsorientiert, teamstark und mit hoher sozialer Kompetenz. Riener stammt aus Freistadt, studierte Betriebswirtschaft an der JKU Linz und startete nach der Matura im Außendienst der damaligen Bundesländer Versicherung.
Klaus Riener
2008 wechselte er zur Zürich Versicherung (als Landesdirektor), später übernahm er die Verantwortung für Außendienst, Maklervertrieb und Vertriebssteuerung in Österreich. Für Riener verbindet die neue Funktion regionale Verantwortung, Kundennähe und Teamführung – und er hebt hervor, dass die Rückkehr nach Oberösterreich für ihn persönlich etwas Besonderes ist.
Chubb hat zum 1. Januar 2026 drei Ernennungen für Deutschland und Österreich bekanntgegeben: Lars Messutat wird Head of Distribution, Germanics, Kerstin Ley übernimmt als Cluster Claims Manager die Leitung des Schadenbereichs und Marc-André Birth wird Head of Industry Practices. Messutat soll das profitable Wachstum in Deutschland und Österreich vorantreiben und die Sales Teams führen. Er kommt von Berkshire Hathaway Specialty Insurance und bringt über 20 Jahre Erfahrung in Underwriting, Risiko- und Schadenum-
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feld sowie Führung mit. Ley leitet die Schadenabteilung in Deutschland und Österreich und führt 64 Schadenfachleute; sie ist seit 2016 bei Chubb und seit 2022 in einer führenden Marine-ClaimsFunktion tätig. Birth verantwortet den Ausbau der Industry Practices und verfügt über 20 Jahre Branchenerfahrung, zuletzt mit Fokus auf die Weiterentwicklung dieses Bereichs im Chubb-Umfeld. Leander Metzger, Regional Executive Officer Ost und Country President Deutschland, betont: „Ich freue mich sehr, Lars,
Ihre Sorgen. möchten wir haben.
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Kerstin und Marc-André im Chubb Management Team in Deutschland und Österreich willkommen zu heißen. Diese Ernennungen zeigen, dass Chubb über einen großen Pool an hochqualifizierten Talenten und langjährigen Führungskräften verfügt, die in der Lage sind, mehr Verantwortung zu übernehmen, und dass Chubb die Stärke besitzt, leistungsstarke Talente aus anderen Bereichen der Branche für sich zu gewinnen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit ihnen unsere Wachstumsziele für unser Geschäft zu erreichen.“
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KW 02/2026 I 08. 01. 2026
Neuer Eigentümer FIDES GmbH/EFM Der Grazer Versicherungsmakler FIDES GmbH hat einen neuen Eigentümer. Das Unternehmen wurde von der EFM – RH2 AG, einer Gesellschaft der EFM Gruppe, übernommen. Damit ist die langfristige Weiterführung von FIDES gesichert. Der bisherige Eigentümer und Geschäftsführer Hannes Kropic bleibt im Unternehmen. Er wird FIDES auch künftig als operativer Geschäftsführer gemeinsam mit Stefan Kojalek führen. „Ich bleibe für die nächsten zehn Jahre als Geschäftsführer an Bord, wollte aber jetzt schon die Eigentümerfrage klären“, sagt Hannes Kropic. Wichtig sei ihm ge-
wesen, einen Partner zu finden, der die gleichen Werte lebt: „Verlässlichkeit, Transparenz, Handschlagqualität und höchste fachliche Kompetenz mit kurzen Entscheidungswegen.“ Mit der Übernahme setzt die EFM Gruppe ihren Wachs-
tumskurs fort. „Wir übernehmen die FIDES GmbH und stärken damit unsere Präsenz am österreichischen Markt“, erklärt Stefan Kojalek. „Unser Ziel ist es, erfolgreiche Maklerunternehmen langfristig weiterzuentwickeln.“
Andreas Gaugg und Markus Spellmeyer
Vorstandsdirektoren Merkur Versicherung
DI Hannes Kropic (Geschäftsführer FIDES), Nadine Hübner-Matzer (FIDES), Reinhard Bauer (FIDES), Akad.Vkfm. Christian Draxler (FIDES), Susanne Coss (FIDES), Stefan Kojalek (EFM – RH2 AG)
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Den beiden Vorstandsmitgliedern der Merkur Versicherung AG, Markus Spellmeyer und Andreas Gaugg, wurde der Titel „Vorstandsdirektor“ verliehen. Mit dieser Entscheidung würdigt der Aufsichtsrat die erfolgreiche Arbeit und das Engagement der beiden Vor-
stände für das Unternehmen. Hinter dem Titel stehen vor allem Wertschätzung für eine Unternehmensführung, die geschlossen und mit mutigen Entscheidungen Verantwortung übernimmt und die Merkur als Personenversicherung in die Zukunft führt.
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KW 02/2026 I 08. 01. 2026
FMA bündelt Aufsichtskompetenzen FMA Mit 1. Jänner 2026 übernahm die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) die Zuständigkeit für die Überwachung und Durchsetzung von Finanzsanktionen im österreichischen Finanzsektor. Die FMA wurde damit zur zentralen Behörde für die Einhaltung von Finanzsanktionen. „Österreich ist exponiert – als kleine, offene Volkswirtschaft, wegen der geografischen Lage und seiner Rolle als Tor zu Zentral- und Osteuropa“, erklärte FMA-Vorständin Mariana Kühnel. „Wir können uns in Sachen Integrität des Finanzplatzes keine Blöße erlauben.“ „Finanzielle Integrität ist eine
Grundlage für wirtschaftliche Freiheit und Wohlstand“, so FMA-Vorstand Helmut Ettl. „Ein sauberer Finanzplatz ist eine Infrastruktur des Vertrauens, die Bürger, Unternehmen und den Staat vor Missbrauch schützt.“ Seit dem Jahreswechsel sind alle Finanzmarktteilnehmer – Banken, Zahlungsinstitute, Kryptowerte-Dienstleister und Versicherungsunternehmen – vom Anwendungsbereich des Sanktionengesetzes umfasst und fallen in die Aufsichtszuständigkeit der FMA. Sie haben Strategien, Kontrollen und Verfahren zur Minderung des Risikos der Nichteinhaltung und Umgehung von Sanktionen einzurichten; Meldungen be-
treffend Sanktionen sind nun direkt an die FMA zu richten. „Dieser integrierte Ansatz macht die FMA zu einem ‚OneStop-Shop‘ für die Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Durchsetzung von Finanzsanktionen“, so Ettl. Finanzsanktionen wurden vollständig in das bestehende Aufsichtsinstrumentarium der FMA integriert – von Marktzugangsverfahren und Fit-&-Proper-Tests über VorOrt-Prüfungen und Analysen bis hin zu Maßnahmenverfahren und Verwaltungsstrafen. Dafür wurden bestehende Systeme und Prozesse angepasst und weiterentwickelt, um eine effiziente und praxisnahe Umsetzung sicherzustellen.
Mariana Kühnel
Helmut Ettl
Zusätzlich wurden Freigabeverfahren für eingefrorene Vermögenswerte (derzeit rund 2,5 Mrd. Euro in Österreich) sowie entsprechende Strafverfahren übernommen. Durch die Kombination von AML/CFT- und Sanktionsprüfungen erwartet die FMA Synergien, weniger Doppelmeldungen/-prüfungen und eine umfassendere Risikosicht, etwa bei Konzernstruk-
turen und grenzüberschreitenden Transaktionen. Für die Unternehmen bedeutet dies eine zentrale Anlaufstelle mit klareren Zuständigkeiten und abgestimmten Prüfzyklen. Für 2026 plant die FMA rund 30 kombinierte Vor-Ort-Prüfungen sowie 20 Vor-Ort-Einsichtnahmen in den Bereichen AML/CFT und Finanzsanktionen.
Gut zu Recht kommen
KW 02/2026 I 08. 01. 2026
„We Pay Fair“
Problemkredite
Helvetia
FMA
Die Universität St. Gallen hat der Helvetia Österreich das Siegel „We Pay Fair“ verliehen. Die Versicherung gehört damit zu jenen Unternehmen, die eine nachweislich faire und diskriminierungsfreie Entlohnung sicherstellen. Das Siegel steht für Transparenz, Fairness und eine moderne Vergütungspolitik und unterstreicht Helvetias Position als attraktive Arbeitgeberin – sowohl für bestehende Mitarbeitende als auch für Talente am Arbeitsmarkt. Um die eigene Vergütungspolitik umfassend und objektiv zu prüfen, hat das Unternehmen eine externe Analyse durch das Competence Centre for Diversity & Inclusion (CCDI) der Universität St. Gallen durchführen
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat erstmals Kreditdienstleister nach dem neuen Kreditdienstleister- und Kreditkäufergesetz (KKG) zugelassen. Das Gesetz soll es Banken erleichtern, Problemkredite zu verkaufen und zu verwalten. Gleichzeitig soll der Handel mit solchen Krediten transparenter werden und Kreditnehmer sollen besser geschützt sein. Das Gesetz gilt seit dem Jahr 2025 und setzt eine EU-Vorgabe um. Es regelt den Verkauf und die Betreuung von notleidenden Krediten, also Krediten, die nicht mehr pünktlich zurückgezahlt werden. Banken müssen den
Bernd Allmer
lassen. Das statistische Modell berücksichtigt unter anderem Ausbildung, Berufserfahrung, Funktion und Beschäftigungsgrad. „Die Auszeichnung zeigt, dass wir nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllen, sondern aktiv Gleichstellung und Vielfalt fördern“, betont Bernd Allmer, CHRO. „Sie motiviert uns zugleich, weiterhin in Chancengleichheit zu investieren und unseren Weg konsequent fortzusetzen.“
Verkauf dieser Kredite der FMA melden. Unternehmen, die solche Kredite im Auftrag von Käufern einziehen, brauchen dafür eine Genehmigung der FMA. Dabei handelt es sich um bereits zugelassene Inkassobüros. Für Kreditnehmer ist wichtig: Der Verkauf eines Kredits darf keine Nachteile bringen. Zinsen, Laufzeiten und alle Vertragsbedingungen bleiben gleich. Kreditnehmer müssen rechtzeitig informiert werden, wenn ihr Kredit verkauft wird und wer ihn künftig betreut. Rechtlich ändert sich für sie nichts, nur der Ansprechpartner
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Impressum Herausgeber & Verleger: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation | 3701 Oberthern, Oberthern 33 | ZVR 780165221 Verlags-, Herstellungs- u. Erscheinungsort: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation | 3701 Oberthern, Oberthern 33 Redaktion: Doris Wrumen, Isabella Schönfellner, Mag. Christian Sec Grafik: Christoph Schönfellner Fotos: Adobe Stock/Mudassir, Ludwig Schedl, Cati Donner, EFM, Helvetia/ Sebastian Freiler
wechselt von der Bank zum Kreditdienstleister. Diese Dienstleister müssen sich an strenge Regeln halten, etwa beim Datenschutz und bei der Kommunikation. Unfaire oder aggressive Methoden sind verboten. Die Aufsicht über die Kreditdienstleister liegt bei der Bankenaufsicht der FMA. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf der Website der FMA.
7. 5. 2026
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