risControl Das Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation Nr. 08 - 2026 | Heft 560 | 47. Jahrgang
Daten sind das Gold des Maklers Interview mit Julia Pleyer, Thomas Steingläubl und Hans-Peter Gaube von TOGETHER CCA
Zwischen besserer Vorsorge und gläsernem Kunden Biometrie und betriebliche Altersvorsorge
Ruhestandsplanung beginnt nicht erst mit dem Pensionsantritt Interview mit Christian Nuschele von Standard Life
»DENKT DRAN: EIN HELM SCHÜTZT NUR DEN KOPF. DIE VAV ALLES.« TEN R E P X E VON HERT VERSIC
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Urlaub wie damals Die Urlaubszeit steht bevor, und die Familienrunde wird zu dem freudigen Ereignis befragt: Wo geht die Reise denn heuer hin? Nach Afrika – eine Safari soll es werden, mit Löwen, Elefanten und als Draufgabe einem Nashorn, dem größten Reisewunsch der Cousine. Dafür hat sie schon seit Jahren gespart. Die Erbtante – die geneigte Leserschaft kennt sie, die berühmte, schon etwas ältere Erbgodl – meint in ihrer etwas uncharmanten und doch herzlichen Art: „Ich habe gelesen, Afrika ist heuer nicht so gut. Dort ist doch die Problematik mit Ebola, oder? Dort könntest du dich anstecken oder im Flugzeug neben jemandem sitzen, der wen kennt, der vielleicht wieder wen kennt, und dann musst du in Quarantäne. Also ich würd lieber daheim bleiben.“ Die liebe Cousine rollt mit den Augen und lässt sie reden. Der nächste Verwandte schwärmt von seiner geplanten Kreuzfahrt: Karibik, Jamaika und Martinique – eine wundervolle Reise, mit Ländern voller Sonne und Freude, einfach eine Traumreise. Das Schiff hat alles, was man sich nur vorstellen kann, an Bequemlichkeiten. Auch den mitreisenden Kindern fehlt es an nichts, schon gar nicht an Freizeitattraktivitäten. Wie er so glücklich über seine Kreuzfahrt erzählt, räuspert sich die Erbtante. „Du weißt aber schon, was vor einiger Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff passiert ist. Willst du dich mit deiner Familie wirklich in diese Gefahr begeben?“ Die Urlaubspläne und die Freude an den geplanten Reisen werden mit allerlei düsteren Gedanken etwas getrübt. Ist es wirklich im Moment nicht so gut, weit weg zu fliegen? Das mit dem Kreuzfahrtschiff war wirklich kein schönes Erlebnis. Man wird still in der Runde, und jeder folgt seinen eigenen Gedanken. Die Erbgodl meint: „Was habt ihr denn? Macht doch Urlaub wie früher.
Eine richtige Sommerfrische. Wir alle.“ Sie möchte anscheinend mit in den wohlverdienten Urlaub, was bei Safari, Kreuzfahrt und langer Flugreise nicht möglich ist. „Was meinst du mit Sommerfrische?“ Da kommt die alte Dame ins Schwärmen: „Früher einmal sind wir alle gemeinsam aufs Land gefahren, gleich ein ganzes Monat, wenn nicht länger. In eine kleine Pension. Jahrelang waren wir dort alle gut untergebracht, und es hat uns an nichts gefehlt. Statt Kreuzfahrt und Safari gab es einen Bootsausflug, und geschwommen sind wir im See. Am Abend wurde es kühl, eine Klimaanlage hat niemand gebraucht. Und da es gewittrige Abende gab, stand auf den Tischen in der Pension immer ein Kerzenhalter, gleich mit Streichhölzern, falls der Strom wieder einmal ausfallen sollte. Die Abende haben wir mit Karten und Brettspielen verbracht, und der Fernseher war nur für absolute Notfälle da.“ Und nun wird man es nicht glauben: Wir attestieren der Generation Z ja immer, dass sie das Neueste und Modernste haben will und nur sehr schwer zufriedenzustellen ist. Aber genau diese Generation Z, die in unserer Familie doch sehr wohl vertreten ist, stellt sich auf die Seite der Erbgodl und meint: „Das wäre es doch: ein Urlaub wie früher. Schon mit den Annehmlichkeiten der Autoanreise statt öffentlicher Verkehrsmittel, aber sonst mit der Pension. Die gibt es auch noch, nur halt schon modernisiert. Der See ist der gleiche, und die Boote schauen auch nicht viel anders aus. Sogar die Gewitter gibt es noch, und am Abend wird es immer noch kühl.“ Vielleicht ist das Damals nicht immer nur unter dem Motto „Früher war alles besser“ zu sehen, aber vielleicht unter dem Motto: „Es war nicht alles schlecht.“ Wir werden berichten.
03 • Editorial • risControl 08/2026
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Editorial 03 Urlaub wie damals
News 06 Änderungen im Vorstand – VBV-Betriebliche Altersvorsorge AG 06 Rechtsabteilung – Wiener Städtische Versicherung 06 Beim eigenen Auto gelten klare Regeln – Helvetia Österreich 07 Präsident – IGV Austria 07 Kooperation – Zurich Österreich 08 Aufsichtsratsvorsitz – Vienna Insurance Group/NÜRNBERGER Beteiligungs-AG 08 Interimistischer CEO – Global Gruppe 08 Erratum – Servicefreundlichster Versicherer 2026 09 Expansion in der Steiermark – LBUA/ Hochnegger 09 Neuer CEO – LBUA/GGW Austria GmbH 10 KI ja – aber nicht ohne Menschen – Guidewire 10 Neues Dental Partner Center – UNIQA Insurance Group 11 Motorradfahrer unzureichend geschützt – Kuratorium für Verkehrssicherheit 11 IDD-Branchentag – Höher Akademie
Interview 18 „Daten sind das Gold des Maklers“ – Julia Pleyer, Thomas Steingläubl und Hans-Peter Gaube, TOGETHER CCA 28 „Man soll sich selber etwas zutrauen“ – Michaela Schneeberger, EFM St. Kathrein
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Von Frau zu Frau 22 Sichtbar werden, ohne sich zu verbiegen – Susanne Kondziolka-Bloch, Inhaberin und Geschäftsführerin Friedrich W. Bloch GmbH
Kolumne 51 EU-Rat will PEPP wiederbeleben – von Andreas Dolezal
04 • Inhalt • risControl 08/2026
Vertrieb im Zentrum 16 Weiterbildung sichtbar gemacht
Im Fokus
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36 Biometrie wird neu vermessen – von René Schachinger 38 Betriebliche Altersvorsorge – Einer der spannendsten Wachstumsmärkte der österreichischen Versicherungs- und Finanzbranche – von KommR Arno Slepice 40 Alle Eier in einem Korb – von Mag. Christian Sec 42 Betriebliche Vorsorge: Der Vergleich entscheidet 44 Ruhestandsplanung beginnt nicht erst mit dem Pensionsantritt – Christian Nuschele, Standard Life 47 Reformbedarf ohne Opferbereitschaft – von Mag. Christian Sec 48 „Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“ – DI Georg Daurer, Vorstand der BONUS Pensionskassen AG
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Finanzen 54 Vorsorge mit Substanz – von Michael Kordovsky
Markt 12 Tier-OPVersicherung für Österreich – HanseMerkur 12 Vermögen wächst, Verträge schwinden – FMA 12 Problembewusstsein vorhanden, Wissen gering – Valida Vorsorge Management 13 Neue Vertrauensschaden-Deckung für Pferdebetriebe – R+V Österreich 13 Starkes Auslandsgeschäft für Österreichs Versicherer – FMA 14 Champagner-Index – Marketagent 14 Zukunft der Kompositversicherung – Meyerthole Siems Kohlruss 15 Netzwerk ausgebaut – Merkur Versicherung 15 Versicherungsmarkt wächst weltweit stärker als in Österreich – Allianz Global 21 Schadenmanagement neu denken: Warum Prozessintelligenz vor KI kommt – CarVita 30 Rekordvolumen österreichischer Investmentfonds – von Andreas Dolezal 30 Prävention senkt Schäden – VVO 31 Österreichs Versicherer bleiben kapitalstark – EY Österreich 31 Gesundheitsnetzwerk – UNIQA 34 Finanzberatung trifft Creator Economy – Finanzfuchsgruppe
Veranstaltung 17 Sommerfest mit SalzkammergutTradition – muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit 17 20. ÖRV Akademie abgeschlossen – ÖRV Akademie 26 BÖV Insurance Champion – VVO 26 Ehrenvoller Abschied – Niederösterreichische Versicherung 27 Aktion „Golfen mit Herz“ – Merkur Versicherung 27 KI, Präsenz und Vernetzung – R+V Österreich 32 Insurance 360° – Nachhaltiges Wachstum durch Innovation – Österreichische Gesellschaft für Versicherungsfachwissen 33 Strategische Klausur – muki Versicherung Abschied – Niederösterreichische 52 Sommerfest – EFM 52 Resilienz als strategischer Faktor – KOBAN SÜDVERS 53 Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor – Österreichische Hagelversicherung 57 Kinderunfälle: Warum private Vorsorge für Familien wichtig ist – Generali
05 • Inhalt • risControl 08/2026
Änderungen im Vorstand VBV-Betriebliche Altersvorsorge AG
Die VBV-Pensionskasse hat ihren Vorstand neu aufgestellt: Mit 1. Juli 2026 übernimmt Christian Reiss den Vorsitz (CEO). Zudem wurden Michaela Attermeyer und Martin Vörös zusätzlich zu ihren bestehenden Funktionen in der VBV-Gruppe in den Vorstand der VBVPensionskasse berufen. Die personelle
Rechtsabteilung Wiener Städtische Versicherung Alexander Figl hat mit 1. Juli 2026 die Leitung der Rechtsabteilung der Wie-
Neuaufstellung ist Teil eines langfristig geplanten Generationenwechsels. „Die Neuaufstellung des Vorstands ist Teil eines strukturierten und langfristig vorbereiteten Generationenwechsels innerhalb der VBV-Gruppe“, sagt Andreas Zakostelsky, Generaldirektor der VBV-Gruppe. Im Zuge der Neuordnung ist der bisherige CEO Günther Schiendl mit Ende Juni 2026 aus seinen Funktionen innerhalb der VBV-Gruppe ausgeschieden. Die VBV-Pensionskasse ist Österreichs größte überbetriebliche Pensionskasse und verwaltet für mehr als 410.000 An-
wartschafts- und Leistungsberechtigte ein Vermögen von rund 9,79 Milliarden Euro.
ner Städtischen übernommen. Der 33-Jährige war seit Oktober 2025 stellvertretender Abteilungsleiter und folgte auf Manuel Schalk, der in den Vorstand des Versicherers wechselte. Figl studierte Rechtswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz und promovierte an der Wirtschaftsuniversität Wien in Wirtschafts-
recht. Zusätzlich absolvierte er ein Masterstudium in Versicherungsrecht an der Universität Hamburg. Vor seinem Wechsel zur Wiener Städtischen war Figl unter anderem als Rechtsanwaltsanwärter, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Inneres und Universitätsassistent an der WU Wien tätig. Seine berufliche Laufbahn begann er als Polizeibeamter.
„Die Ergebnisse unserer aktuellen Studie zeigen, wie emotional Österreicher mit ihrem Auto verbunden sind. Für viele ist es ein Statussymbol, Alltagsbegleiter und ein persönlicher Raum“, sagt Werner Panhauser, Vorstand Vertrieb und Marketing von H elvetia Österreich. Auch das Vertrauen in die eigenen Fahrkünste ist hoch: 92 Prozent der befragten Autofahrer bezeichnen sich selbst als sichere Lenker. 57 Prozent sind zudem überzeugt, besser zu fahren als die eigene Partnerin oder der eigene Partner. 64 Prozent haben im Auto bereits ein ernstes Gespräch geführt, einen Konflikt ausgetragen oder Kritik am Fahrstil geäußert. Für mehr als ein Viertel der Befragten dient das Auto auch als Rückzugsort. 28 Prozent nutzen es bewusst, um
Christian Reiss
Beim eigenen Auto gelten klare Regeln Helvetia Österreich
Das Auto ist für viele Österreicher weit mehr als ein reines Fortbewegungsmittel. Laut einer aktuellen MarketagentUmfrage im Auftrag von Helvetia sind 69 Prozent stolz auf ihr Fahrzeug. Für 40 Prozent spiegelt das Auto sogar die eigene Persönlichkeit wider. Entsprechend sensibel reagieren viele auf den Umgang anderer mit ihrem Fahrzeug. 80 Prozent stört es, wenn Türen zu fest zugeschlagen werden, jemand mit schmutzigen Schuhen einsteigt oder Müll im Auto zurückbleibt. Fast die Hälfte möchte nicht, dass andere Personen das eigene Auto lenken. Essen und Trinken im Fahrzeug ist für 48 Prozent ebenfalls unerwünscht.
06 • News • risControl 08/2026
Werner Panhauser
kurz allein zu sein oder Ruhe zu finden. Gleichzeitig ist das Fahrzeug für viele ein privater Raum, der auch für persönliche Gespräche und Zweisamkeit genutzt wird. Beim Thema Sicherheit geben 93 Prozent an, im Auto immer den Sicherheitsgurt anzulegen. Unterschiede zeigen sich zwischen den Generationen: Während sich 98 Prozent der Babyboomer regelmäßig anschnallen, sind es
bei der Generation Z 82 Prozent. Auch beim Schuhwerk gibt es Abweichungen. Insgesamt fahren 22 Prozent im Sommer zumindest gelegentlich mit FlipFlops oder barfuß. Bei der Generation Z liegt der Anteil bei 38 Prozent, bei den
Babyboomern bei fünf Prozent. „Das ist nicht automatisch verboten, kann im Schadenfall aber relevant werden, wenn ungeeignetes Schuhwerk nachweislich zum Unfall beigetragen hat“, erklärt Panhauser.
Für die Studie wurden im Mai 2026 österreichweit 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt. Darunter waren 859 Autofahrer sowie 923 Personen, die zumindest gelegentlich als Beifahrer unterwegs sind.
Präsident IGV Austria
Helmut Hochnegger hat seine Funktion als Präsident der IGV Austria niedergelegt. Die IGV Austria bedankt sich bei Helmut Hochnegger für sein langjähriges Engagement und seinen persönlichen Einsatz für die Interessen der ungebundenen Versicherungsmakler in Österreich. Während seiner Präsidentschaft hat er die Entwicklung der IGV Austria mit großem Verantwortungsbewusstsein und Weitblick begleitet und wichtige Impulse und Entscheidungen für
Martin Handstanger, Helmut Hochnegger und Michael Thaler
die Weiterentwicklung der Organisation gesetzt. Bis zur ordentlichen Generalversammlung im Herbst werden
die Vizepräsidenten Martin Handstanger und Michael Thaler die Funktionen übernehmen.
Kooperation Zurich Österreich
Zum 150-jährigen Jubiläum startet Zurich Österreich eine langfristige Kooperation mit dem Naturschutzbund Österreich. Wird ein Schadenfall künftig in Form einer Ablöse abgewickelt, wird zusätzlich der Schutz heimischer Natur unterstützt. Pro Ablöse soll rund ein Quadratmeter wertvolle Naturfläche in Österreich angekauft, renaturiert und dauerhaft gesichert werden. Die erste unterstützte Fläche liegt im Weinviertel. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Sandgrube, die sich zu einem wichtigen Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und verschiedene Vogelarten entwickelt hat. Offene Sandflächen, Steilwände und Trockenrasen bieten dort Rückzugsräume für Arten, die zunehmend unter Druck geraten. Auch der Neuntö-
Stephan Christely (Partnermanager Claims bei Zurich Österreich), Stephanie Helm (Sustainability Manager & CSR bei Zurich Österreich), Gernot Neuwirth (Bundesgeschäftsführer Naturschutzbund Österreich) und Gabriela Rusu (CMO bei Zurich Österreich)
ter, eine bedrohte Vogelart, findet dort geeignete Bedingungen. „Als Versicherer denken wir in Generationen. Wir stehen unseren Kunden im Schadenfall zuverlässig zur Seite und übernehmen gleichzeitig Verantwortung für unsere Umwelt“, sagt René Unger, CEO. Mit der Kooperation mit dem Naturschutzbund wolle man geschützte Naturflächen schaffen, von denen auch kommende Generationen profitieren.
07 • News • risControl 08/2026
Die Kooperation ist Teil der Nachhaltigkeitsaktivitäten von Zurich Österreich. Inhaltlich geht es dabei nicht nur um Arten- und Lebensraumschutz, sondern auch um den Zusammenhang zwischen intakten Ökosystemen und Risikovorsorge. Naturflächen können Wasser speichern, Hitze abmildern und damit auch einen Beitrag zur Verringerung von Folgeschäden durch Extremwetter leisten.
Aufsichtsratsvorsitz Vienna Insurance Group/NÜRNBERGER Beteiligungs-AG VIG-CEO Hartwig Löger ist neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Beteiligungs-AG. Gerhard Lahner, COO der Vienna Insurance Group, wurde zum weiteren Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Löger folgt auf Marion Ebentheuer, die dem Gremium weiterhin als Mitglied angehört. Neben Lahner ist Eva Amschler stellvertretende Vorsitzende. Die Neubesetzung folgt auf die Über-
Interimistischer CEO Global Gruppe
Der Gründer der Global Gruppe Kai Wilms hat wieder interimistisch die
nahme der NÜRNBERGER durch die Vienna Insurance Group. Mit dem Vollzug des Erwerbs am 18. Mai 2026 übernahm die VIG insgesamt 99,2 Prozent der Anteile an der NÜRNBERGER Beteiligungs-AG. „Wir werden aktiv am bereits erfolgreich eingeschlagenen Transformationskurs der NÜRNBERGER zum Präventionsversicherer mitwirken und die strategische Ausrichtung des Unternehmens zusammen weiterentwickeln“, erklärt Löger. Die VIG will ihre Mehrmarkenstrategie auch bei der NÜRNBERGER fortführen. Der Standort Nürnberg und die Identität der Marke sollen erhalten bleiben. Dem zwölfköpfigen Aufsichtsrat gehören Hartwig Löger als Vorsitzen-
der, Eva Amschler und Gerhard Lahner als stellvertretende Vorsitzende sowie Christine Bruchmann, Jan Duschek, Marion Ebentheuer, Peter Forster, Burkhard Oppenberg, Christian Rödl, JensUwe Schmiedecke, Birgit Weiß und Mirko Wolf an.
Führung als CEO übernommen. Thomas Wang verlässt das Unternehmen auf gegenseitigem Einverständnis. „Sämtliche strategischen Projekte werden unverändert fortgesetzt. Ein strukturierter Prozess zur Bestellung eines dauerhaften Nachfolgers läuft bereits“, so das Unternehmen. Kai Wilms: „Ich freue mich darauf, in meine frühere Rolle zu-
rückzukehren und den Wachstumskurs der Global Gruppe konsequent fortzusetzen. Die Pipeline ist voll, und es gibt viel zu tun. Unser Erfolg beruht nicht nur auf einer klaren, ambitionierten Strategie mit dem Kunden im Mittelpunkt, sondern auf einer Kultur der Offenheit und des gegenseitigen Vertrauens und Respekts. Genau an diese Stärken werden wir weiterhin anknüpfen.“
Erratum Servicefreundlichster Versicherer 2026 In unserer Berichterstattung zur Auszeichnung „Servicefreundlichster Versicherer 2026“ im Rahmen der Salzburger Veranstaltung „Vertrieb im Zentrum“ in der Juni Ausgabe ist uns leider ein Bedauernswerter Fehler unterlaufen. Im Artikel haben wir den muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit richtigerweise als Gesamtsieger genannt, in der abgedruckten Übersicht wurde der erste Platz jedoch fälschlicherweise nicht dargestellt. Wir bit-
Hartwig Löger
Gesamtwertung 1
muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
2
Hannoversche Lebensversicherung AG
3
VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft
4
HDI Versicherung AG
5
Wüstenrot Versicherungs-Aktiengesellschaft
6
Helvetia Versicherungen AG
7
Generali Versicherung AG
8
ARAG SE Direktion für Österreich
9
WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG
10
Merkur Lebensversicherung Aktiengesellschaft
ten diesen Übertragungsfehler zu entschuldigen und veröffentlichen anbei
08 • News • risControl 08/2026
die vollständige, korrigierte Ergebnistabelle.
Expansion in der Steiermark LBUA/Hochnegger
Die Leading Brokers United Austria GmbH (LBUA) erweitert ihre Unternehmensgruppe um die Hochnegger Versicherungsmakler GmbH. Das Unternehmen wird künftig als Tochtergesellschaft der Maklergruppe geführt. Die Hochnegger Versicherungsmakler GmbH hat ihren Hauptsitz in Eibiswald und ist außerdem in Graz und Pörtschach vertreten. An den drei Standorten sind acht Mitarbeiter beschäftigt. Der Schwerpunkt liegt auf der Betreuung von Gewerbebetrieben, insbesondere aus dem Bau- und Baunebengewerbe. Zu den zentralen Geschäftsfeldern zählen Betriebs-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen. Das Unternehmen wurde 1995 von Helmut Hochnegger gegründet. Sein Sohn Nico Hochnegger trat 2015 in den Betrieb ein und ist seit 1. Jänner
2026 Geschäftsführer. Beide werden das Unternehmen auch innerhalb der LBUA weiterführen. Die bestehende Zusammenarbeit mit der F&H Versicherungsmakler GmbH rund um Gerald Flatischler soll fortgesetzt werden. Sie betrifft vor allem die überregionale Betreuung von Gewerbekunden. Als Gründe für den Eintritt in die LBUA nennt Hochnegger die Ausrichtung der Gruppe auf das Gewerbegeschäft, das bestehende Vertrauensver-
hältnis zu LBUA-CEO Alois Schoder sowie die Möglichkeit einer Rückbeteiligung. Die operative Eigenständigkeit und die bestehenden Kundenbeziehungen sollen erhalten bleiben. „Mit der LBUA haben wir einen Partner gefunden, der unsere Werte teilt und uns gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnet“, erklärt Helmut Hochnegger. LBUA-CEO Alois Schoder bezeichnet das Unternehmen als fachliche und regionale Ergänzung der Gruppe.
Nico Hochnegger, Helmut Hochnegger und Alois Schoder
Neuer CEO LBUA/GGW Austria GmbH Tobias Kohl übernimmt mit 1. April 2027 die Funktion des CEO der Leading Brokers United Austria GmbH und der GGW Austria GmbH. Bereits ab Oktober 2026 wird er gemeinsam mit dem derzeitigen CEO Alois Schoder die Übergabe vorbereiten. Schoder, der die Entwicklung der Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt hat, bleibt LBUA und GGW Austria auch nach seinem Ausscheiden aus der operativen Führung verbunden. Künftig wird er als Beirat tätig sein. Kohl verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Zuletzt war er Chief Customer & Sales Officer der Wüstenrot Gruppe und Mitglied des
Tobias Kohl und Alois Schoder
Management Boards. Dort verantwortete er den österreichweiten Vertrieb mit rund 700 Mitarbeitern sowie die Weiterentwicklung der Vertriebskanäle und mehrere Transformations- und Digitalisierungsprojekte. „Es war mir wichtig, die Nachfolge frühzeitig und mit der nötigen Sorgfalt zu regeln“, erklärt Schoder. Mit Kohl
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übernehme eine Führungspersönlichkeit, die strategischen Weitblick und Führungserfahrung verbinde. Die offizielle Übergabe ist für April 2027 vorgesehen. Bis dahin soll Kohl schrittweise in die Strukturen, Netzwerke und strategischen Themen der Unternehmensgruppe eingebunden werden.
KI ja – aber nicht ohne Menschen Guidewire
Künstliche Intelligenz wird im Versicherungsbereich zunehmend akzeptiert. Das zeigt eine europaweite Verbraucherstudie von Guidewire unter mehr als 4.000 Befragten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien. Österreich war nicht Teil der Erhebung, dennoch liefern die Ergebnisse auch für den heimischen Versicherungsvertrieb interessante Hinweise. Die zentrale Botschaft lautet nicht, dass Kunden nur noch digitale Prozesse wollen. Vielmehr akzeptieren sie KI dort, wo sie entlastet – etwa bei Formularen, Anträgen oder Routineprozessen. Wenn es aber um Entscheidungen, Prämien oder Schadenfälle geht, bleibt der Wunsch nach menschlicher Kontrolle deutlich bestehen. Besonders sichtbar wird das am Beispiel Deutschland: 56 Prozent der Befragten fühlen sich laut Studie wohl damit, KI beim
Neues Dental Partner Center UNIQA Insurance Group
Die UNIQA Insurance Group erweitert ihr Gesundheitsnetzwerk erstmals um ein Dental Partner Center. Kooperationspartner ist das H4O Dental Life Center, das Ende 2025 ein Zahnarztzentrum in Wien-Floridsdorf eröffnet hat. „Mit dem ersten Dental Partner Center erweitern wir unser Gesundheitsnetzwerk gezielt um den Bereich Zahngesundheit. Unser Anspruch ist es, unseren Kunden den Zugang zu hochwertiger zahnmedizinischer Versorgung so einfach, transparent und qualitativ hochwertig wie möglich zu gestalten“, erläutert Hans Aubauer, Leiter der Krankenversiche-
Ausfüllen von Formularen oder Versicherungsanträgen einzusetzen. Gleichzeitig geben 40 Prozent an, dass die Möglichkeit, eine KI-Entscheidung an einen menschlichen Mitarbeiter weiterzugeben, ihr Vertrauen stärken würde. Auch das Misstrauen gegenüber KI ist gestiegen: von 17 auf 24 Prozent innerhalb eines Jahres. Für Makler, Agenturen und Vertriebsverantwortliche ist genau diese Ambivalenz entscheidend. Kunden erwarten rasche, einfache und digitale Abläufe. Sie wollen aber nicht in einem automatisierten Prozess allein gelassen werden, wenn eine Situation komplex, emotional oder finanziell relevant wird. Gerade im Schadenfall gewinnt laut Guidewire der persönliche Kontakt wieder an Bedeutung. Auch beim Umgang mit Daten zeigt sich dieses Spannungsfeld. Einerseits erkennen viele Kunden den Nutzen von Sensoren und vernetzten Geräten, etwa für eine bessere Risikoeinschätzung. Andererseits bestehen Sorgen, dass solche Daten auch zum Nachteil der Versicherten verwendet werden könnten. Für
Versicherer und Vertrieb wird Transparenz damit zu einem zentralen Vertrauensfaktor. KI wird Beratung daher nicht ersetzen, sondern ihre Rolle verändern. Der Vertrieb wird stärker erklären müssen, wo digitale Unterstützung sinnvoll ist, wo ihre Grenzen liegen und wann ein Mensch Verantwortung übernimmt. René Schoenauer von Guidewire bringt es so auf den Punkt: Kunden wollten „das Beste aus beiden Welten“ – Effizienz bei Routineprozessen und menschlichen Kontakt, wenn es wirklich darauf ankommt.
rung bei der UNIQA Insurance Group AG. Im Rahmen der Kooperation ist das Dental Partner Center in die LARA-Partnersuche von UNIQA integriert und ermöglicht die Online-Terminbuchung. Das unternehmensinterne Gesundheitsnetzwerk umfasst damit mehr als 30 Medical Partner Center in Österreich so-
wie weitere spezialisierte Gesundheitsangebote. Das H4O Dental Life Center unter der Leitung von Gründer und CEO Dr. Bernd Bartosek bietet zahnmedizinische Leistungen, darunter Kieferorthopädie und Oralchirurgie. Das Angebot reicht von Vorsorge und Diagnostik bis zur Behandlung. Zudem sollen digitale Services die Terminvereinbarung und Abrechnung unterstützen.
René Schoenauer
Hans Aubauer (Leiter der Krankenversicherung bei UNIQA), Verena Prenner (UNIQA HealthService), Dr. Bernd Bartosek (Gründer und CEO des H4O Dental Life Center), Sabina Rutar (COO H4O Dental Life Center) und Michael Fuchs (GF UNIQA HealthService)
10 • News • risControl 08/2026
Motorradfahrer unzureichend geschützt Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mit den sommerlichen Temperaturen sind wieder besonders viele Motorradfahrer auf Österreichs Straßen unterwegs. Umso wichtiger wird das Thema Schutzkleidung. Dennoch zeigt eine aktuelle Beobachtung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) mit rund 13.900 Motorradfahrern, dass 45 Prozent nicht ausreichend geschützt unterwegs sind. Besonders niedrig ist die Tragequote im Ortsgebiet: Dort verzichten 76 Prozent auf angemessene Schutzkleidung, im Freiland sind es 31 Prozent. „Es ist ein Irrglaube, dass einem bei geringem Tempo im Orts-
IDD-Branchentag Höher Akademie
Die Höher Akademie veranstaltet am 16. September 2026 erstmals einen ganztägigen IDD-Tag in den Kasematten Wiener Neustadt. Im Mittelpunkt stehen aktuelle rechtliche Entwicklungen, Künstliche Intelligenz, Cyberrisiken, Wirtschaftskriminalität sowie die Unternehmensentwicklung in der Versicherungsbranche. Die Veranstaltung richtet sich an Versicherungsvermittler, Führungskräfte und Entscheidungsträger. Das Programm umfasst acht Fachvorträge aus den Bereichen Versicherungswirtschaft, Rechtsberatung, Wirtschafts-
Datum: 16. September 2026 Zeit: 09:00 bis 16:30 Uhr Ort: Bahngasse 27, 2700 Wiener Neustadt Teilnahmegebühr: 149 Euro
gebiet nichts Schlimmes passieren kann“, betont Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV. Wer bei einem Unfall ohne angemessene Schutzkleidung verletzt wird, muss laut Judikatur zudem mit einer Kürzung des Schmerzensgeldes rechnen. Die Zahl der Verletzten erreichte 2025 mit 4.584 Betroffenen einen neuen Höchststand. Seit dem Jahr 2000 ist vor allem die Zahl der Leichtverletzten um 55 Prozent gestiegen, während die Zahl der Schwerverletzten leicht zurückging. Besonders hohe Verletztenzahlen wurden 2025 in Niederösterreich (978), Wien (799), der Steiermark (688) und Kärnten (410) verzeichnet – jeweils Rekordwerte seit Beginn der Zeitreihe 1976. Wie hoch das Risiko beim Motorradfahren ist, zeigt auch der Vergleich mit dem Pkw: Unter Berücksichtigung der
prüfung und Interessenvertretung. Thematisiert werden unter anderem die Marktkonsolidierung und Bewertung von Versicherungsmaklerbetrieben, der Versicherungsschutz bei Kriegs-, Terrorismus- und Sabotagerisiken, Haftungsmanagement und außergerichtliche Konfliktlösung sowie die rechtssichere Beratung nach der Insurance Distribution Directive. Weitere Vorträge beschäftigen sich mit Künstlicher Intelligenz, Cyberversicherung und der Absicherung gegen Wirtschafts- und Cyberkriminalität. Zu den Vortragenden zählen Raphael Toman von Brandl Talos Rechtsanwälte, Thomas Böhm von CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte, Martin Tietz und Markus Späth von Liberty, Dominik Reinartz von ATTIKON Finanz, Christoph Drescher von der SV Kanzlei Drescher, Johannes Stögerer von Bauer Hartmann Stögerer sowie Andreas Kornherr von der Wirtschaftskammer Niederösterreich. „Mit dem IDD-Tag
11 • News • risControl 08/2026
Dipl.-Ing. Klaus Robatsch
Fahrleistung ist das Verletzungsrisiko laut KFV rund 37-mal höher. Während die Zahl der bei Pkw-Unfällen Getöteten seit 1976 von 991 auf 166 im Jahr 2025 deutlich gesunken ist, bleibt die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer mit 81 Todesopfern im Jahr 2025 auf hohem Niveau. Bis einschließlich 12. Juli 2026 kamen bereits mindestens 36 Motorradfahrende ums Leben.
René Hompasz
möchten wir eine Plattform schaffen, die weit über die reine Erfüllung gesetzlicher Weiterbildungsverpflichtungen hinausgeht“, erklärt René Hompasz, Geschäftsführer der Höher Insurance Services GmbH. Ziel sei es, aktuelle Herausforderungen praxisnah aufzubereiten und den fachlichen Austausch innerhalb der Branche zu fördern. Für die Teilnahme werden fünf Stunden Weiterbildung gemäß den gesetzlichen IDD-Anforderungen angerechnet. Die Veranstaltung wird für Versicherungsagenten, Versicherungsmakler und gewerbliche Vermögensberater zertifiziert.
Tier-OPVersicherung für Österreich HanseMerkur
Die HanseMerkur bietet in Österreich ab sofort eine Tier-OP-Versicherung für Hunde und Katzen an. Das speziell für den österreichischen Markt entwickelte Produkt ersetzt die bisherige Tierkrankenversicherung und konzentriert sich auf die Absicherung
Vermögen wächst, Verträge schwinden FMA
Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge verliert weiter an Bedeutung.
hoher Operationskosten. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren sehr genau hingehört, was Tierhalter in Österreich wirklich brauchen. Mit der neuen Tier-OP-Versicherung konzentrieren wir uns auf jene Kostenrisiken, die im Ernstfall am stärksten belasten – und bieten dafür eine verlässliche Absicherung zu einem attraktiven Preis-LeistungsVerhältnis. Denn tiermedizinische Eingriffe können schnell mehrere Tausend Euro kosten, in Einzelfällen sogar fünfstellige Beträge. Unsere neue Lösung gewährleistet in diesen Fällen eine hochwertige medizinische Versorgung und sorgt für finanzielle Planungssicherheit“, sagt Holger Ehses, Vorstand
der HanseMerkur. Die Versicherung wird in drei Leistungsvarianten angeboten. Pro Versicherungsfall fällt ein Selbstbehalt von 20 Prozent an. In der Variante Komfort beträgt die Jahreshöchstentschädigung 2.500 Euro, im Premium-Tarif 5.000 Euro. In der Variante Premium Plus ist die Deckung unbegrenzt. Der Versicherungsschutz umfasst unter anderem die freie Tierarzt- und Klinikwahl, weltweiten Schutz auf Reisen sowie die Übernahme von Nachbehandlungs- und Rehabilitationskosten nach einer Operation. Optional kann der Schutz um Zahnleistungen erweitert werden. Das Höchstaufnahmealter für Hunde und Katzen liegt bei fünf Jahren.
Ende 2025 verwalteten 18 Versicherer noch rund 729.000 Verträge – um 6,7 Prozent weniger als im Jahr davor. Damit schrumpfte der Bestand bereits im 13. Jahr in Folge. Nur vier Unternehmen boten 2025 überhaupt noch Neuverträge an. Mit 7.223 Abschlüssen ging das Neugeschäft um 10,6 Prozent zurück. Auch die vereinnahmten Prämien sanken um 2,5 Prozent auf 621,43 Millionen Euro. Für Rü-
ckenwind sorgten hingegen die Kapitalmärkte: Das verwaltete Vermögen stieg um 6,8 Prozent auf 9,27 Milliarden Euro. Die volumengewichtete Performance der Versicherer erreichte vor Kosten 12,99 Prozent, nach 2,88 Prozent im Jahr 2024. Der Markt ist inzwischen stark konzentriert. Unternehmen der Vienna Insurance Group stehen für 55 Prozent des Prämienvolumens und nahezu das gesamte Neugeschäft. Eine nachhaltige Belebung der Zukunftsvorsorge erwartet die FMA vorerst nicht.
rausforderung für das Pensionssystem nennen die Teilnehmer vor allem den demografischen Wandel Valida Vorsorge Management und die zunehmende Belastung des Umlagesystems. Viele Das österreichische Pensionssystem Befragte rechnen damit, im Ruwird als reformbedürftig wahrgenomhestand nur noch rund die Hälfte men, gleichzeitig bestehen weiterhin ihres bisherigen Nettoeinkomgroße Wissenslücken bei der betriebmens zur Verfügung zu haben. lichen Vorsorge. Das zeigt eine quaGleichzeitig wird die Bedeutung litative Befragung des Meinungsforder betrieblichen Vorsorge häufig überschungsinstituts Triple M im Auftrag schätzt. Bei konkreten Fragen zur zweivon Valida Vorsorge Management. ten Säule, zu Beitragshöhen oder mögliIm Rahmen von Fokusgruppen chen späteren Pensionsleistungen fehlt vielfach das Wissen. wurden Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Geschäftsführer und PersonalverantwortliBesonders die Abfertigung Neu wird häufig nicht als Bestandteil der che aus unterschiedlichen Altersgruppen Altersvorsorge wahrgenommen. Ein und Branchen befragt. Als größte He-
Problembewusstsein vorhanden, Wissen gering
12 • Markt • risControl 08/2026
Martin Sardelic
Grund dafür ist, dass das angesparte Kapital bei einem Arbeitgeberwechsel oder beim Pensionsantritt vielfach als Einmalbetrag ausbezahlt wird. „Das Problembewusstsein ist grundsätzlich vorhanden, aber das Wissen über die betriebliche Vorsorge ist nach wie vor sehr gering“, sagt Martin
Sardelic, CEO von Valida Vorsorge Management. Aus seiner Sicht braucht es neben einer Stärkung der zweiten Säule mehr Transparenz und Information. Die Befragten wünschen sich eine betriebliche Vorsorge, die einfach, sicher und flexibel ausgestaltet ist. Dazu zäh-
len Wahlmöglichkeiten bei Veranlagung und Auszahlung sowie freiwillige zusätzliche Beiträge. Langfristig erwarten vor allem die befragten Führungskräfte eine stärkere Entwicklung hin zu einem ausgewogenen Mehrsäulenmodell. Die Ergebnisse ergänzen damit die
aktuelle Diskussion über die Zukunft der Altersvorsorge: Strukturelle Reformen allein werden nicht ausreichen. Damit betriebliche Vorsorge einen größeren Beitrag zur Alterssicherung leisten kann, müssen ihre Möglichkeiten auch verständlicher und sichtbarer werden.
können auch Einsteller, Reitbeteiligungen, Reitschüler, externe Trainer, Tierärzte oder weitere mit Zustimmung des Betriebs tätige Personen erfasst sein. Auch Schäden durch Dritte – etwa Pferdediebstahl oder vorsätzlich verursachte Gesundheitsschäden – können je nach Vereinbarung gedeckt sein. Zudem reagiert die Erweiterung auf zunehmende digitale Risiken in der Pferdebranche, etwa gefälschte Pferdeinserate, manipulierte Verkaufsangebote oder Betrugsfälle bei Anzahlungen und Transportkosten. Ebenfalls berücksichtigt werden moderne Betrugsmethoden wie Fake Identity oder Zahlungsumleitungen mittels KI-gestützter Täuschung. Die Versicherungssumme beträgt je nach Vereinbarung bis zu 100.000 Euro inklusive Scha-
dennebenkosten wie Tierarzt-, Sachverständigen- oder Obduktionskosten. Für bestimmte Schäden durch Dritte gilt eine Entschädigungsgrenze von maximal 50.000 Euro. Christian Narten von R+V Österreich sagt dazu: „Pferdebetriebe tragen eine besondere Verantwortung, gegenüber den Tieren, den Eigentümerinnen und Eigentümern, den Einstellerinnen und Einstellern sowie dem eigenen wirtschaftlichen Betrieb.“
Im Inland erreichten sie 11,3 Milliarden Euro. Insgesamt erhöhten sich die Prämien von GRAWE, Merkur, UNIQA, Vienna Insurance Group und Wüstenrot um 8,2 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro. Das Wachstum setzte sich damit fort, obwohl die Zahl der Versicherungsund Rückversicherungsunternehmen innerhalb der Gruppen von 98 auf 93 zurückging. Der Schwerpunkt des Auslandsgeschäfts lag weiterhin in Zentral-, Ostund Südosteuropa. Wichtigster Markt war Tschechien mit einem Anteil von 22,3 Prozent an den Auslandsprämien, gefolgt von Polen mit 17,6 Prozent. Dahinter lagen Rumänien, Ungarn, die
Türkei und die Slowakei. Auf diese sechs Länder entfielen gemeinsam 70 Prozent des ausländischen Prämienvolumens. Besonders stark war die Marktposition österreichischer Versicherungsgruppen in Tschechien und der Slowakei, wo sie jeweils mehr als 40 Prozent des Versicherungsmarktes abdeckten. In Litauen lag ihr Marktanteil bei 35 Prozent, in Rumänien bei 33 Prozent. Für 2026 erwartet die FMA eine geografische Verschiebung. Durch die Übernahme der Nürnberger Versicherung durch die Vienna Insurance Group dürfte Deutschland im Auslandsgeschäft deutlich an Bedeutung gewinnen. Die Kapitalausstattung blieb stabil: Ende 2025 lagen die Solvenzquoten aller fünf Versicherungsgruppen über 240 Prozent.
Neue VertrauensschadenDeckung für Pferdebetriebe R+V Österreich
R+V Österreich hat die Vertrauensschadenversicherung um eine spezielle Deckung für Pensions- und Reitbetriebe erweitert. Versichert werden finanzielle Schäden durch vorsätzliche Handlungen wie Diebstahl, Betrug, Sabotage, Manipulation, Vergiftung oder Doping von eigenen oder eingestellten Pferden. Die Lösung richtet sich unter anderem an Gestüte, Reitställe, Reitschulen, Pferdeverleihe sowie Reit- und Fahrvereine. Neu ist vor allem der erweiterte Kreis mitversicherter Personen. Neben klassischen Vertrauenspersonen
Starkes Auslandsgeschäft für Österreichs Versicherer FMA
Die fünf international tätigen österreichischen Versicherungsgruppen erzielten 2025 bereits 56 Prozent ihres Prämienvolumens außerhalb Österreichs. Die Nettoprämien im Ausland stiegen gegenüber dem Vorjahr um 10,7 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro.
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Christian Narten
eingeschätzt, nach 32,2 Prozent im Vorjahr. Auch die Bereitschaft, Aktien des eigenen Unternehmens zu kaufen, ist gesunken und liegt bei 67,2 Prozent nach 78,2 Prozent im Jahr 2025. Das deutet darauf hin, dass die Unsicherheit zunehmend auch auf die Einschätzung der eigenen betrieblichen Perspektiven durchschlägt. Noch pessimistischer als die Unternehmen beurteilt die österreichische Bevölkerung die Wirtschaftslage. Bei Konsumenten liegt der Champagner-Index aktuell bei 35,6 Prozent und damit deutlich unter dem Wert der Unternehmensseite von 46,7 Prozent. Gegenüber 2025 mit 40,8 Prozent hat sich die Stimmung damit weiter verschlechtert. Parallel dazu nimmt auch die persönliche Lebenszufriedenheit ab. Der Anteil jener, die mit ihrem Leben sehr oder eher zufrieden sind, liegt 2026 bei 63,8 Prozent. Zugleich wird die eigene finanzielle Situation kritischer bewertet: Nur noch 36,5 Prozent schätzen sie als sehr oder eher gut ein, nach 43,1 Prozent im Vorjahr. 29,1 Prozent rechnen in den kommenden Monaten mit einer weiteren Ver-
schlechterung ihrer finanziellen Lage, 23,7 Prozent mit einer Verbesserung. Besonders deutlich zeigt sich die Verunsicherung beim Thema Arbeitsmarkt. Nur noch 26,6 Prozent der Bevölkerung halten Arbeitsplätze in Österreich für sicher. 2023 lag dieser Wert noch bei 50,6 Prozent. Auch die Zustimmung zur Aussage, dass sich Arbeit noch lohnt, liegt mit 29,9 Prozent auf niedrigem Niveau. Damit spiegelt der Index nicht nur die gedrückte Konjunkturstimmung wider, sondern auch wachsende Sorgen um Einkommen, Beschäftigung und Kaufkraft. Im Vergleich zur Schweiz bleibt Österreich klar zurück. Schweizer Business-Insider bewerten die Wirtschaftslage 2026 mit 62,7 Prozent deutlich besser, auch wenn dies gegenüber 2025 mit 68,3 Prozent ebenfalls einen Rückgang bedeutet. Für die Erhebung wurden 290 Unternehmensinsider sowie 1.000 Konsumenten befragt. Der Champagner-Index gilt damit erneut als Stimmungsbarometer für die wirtschaftliche Lage aus Sicht von Unternehmen und Bevölkerung.
Kostenquote im Durchschnitt bei rund 106 Prozent. Nach Rückversicherung steigt die Betrachtung auf Meyerthole Siems Kohlruss etwa 111 Prozent, unter zusätzlicher Berücksichtigung Beim ersten Komposit Kompass von von Kapitalkosten auf eine wirtschaftliMeyerthole Siems Kohlruss (MSK) dische Combined Ratio von rund 118 Prokutierten rund 150 Führungskräfte und zent. Für die langfristige Tragfähigkeit Experten aus der Versicherungswirtdes Geschäfts seien daher eine konseschaft in Deutschland und Österreich quent risikogerechte Kalkulation und ein über aktuelle Herausforderungen der professionelles Risikomanagement entSchaden- und Unfallversicherung. Im scheidend. Fokus standen unter anderem WohnIntensiv diskutiert wurde auch die gebäudeversicherung, Naturgefahren, politische Debatte über eine verpflichKlimarisiken, Elementarschutz, Rücktende Elementarschadenversicherung. versicherung sowie modernes Pricing Dabei wurde betont, dass mögliche Löund regulatorische Anforderungen. sungen wirtschaftlich tragfähig gestaltet Ein zentrales Thema war die weiwerden müssen. Prämienbegrenzungen terhin angespannte Profitabilität in der würden immer auch Fragen der UmverWohngebäudeversicherung. Steigende teilung aufwerfen. Entscheidend sei daher, transparent zu klären, wer mögliche Bau- und Reparaturkosten, zunehmende Finanzierungslücken trägt – der Staat, Naturgefahren sowie höhere Kapitalkosdie Versicherer oder die Versichertenten setzen die Sparte strukturell unter gemeinschaft. Gleichzeitig wurde PräDruck. Deutlich wurde dies auch anhand der Marktentwicklung: Seit der Derevention als zentraler Bestandteil jeder gulierung 1994 lag die Schaden- und Naturgefahrenstrategie hervorgehoben,
von lokalen Schutzmaßnahmen bis hin zu risikobewusster Bau- und Raumplanung. Breiten Raum nahm auch das Thema Pricing Excellence ein. Christoph Meurer, Vorstand der Itzehoer Versicherungen, und DI Maria Kadan, Vorständin der HDI Versicherung Österreich, zeigten auf, welche Anforderungen modernes Pricing in der Praxis erfüllen muss. Erfolgreiches Pricing gehe heute weit über mathematische Modelle hinaus. Gefragt seien schnelle Entscheidungsprozesse, effiziente Governance-Strukturen sowie eine enge Verzahnung von Aktuariat, Management und Vertrieb. Gleichzeitig gewinnen regulatorische Anforderungen und Fragen der Wohlverhaltensaufsicht weiter an Bedeutung. MSK-Geschäftsführer Dr. Andreas Meyerthole fasste die Herausforderungen der Branche zusammen: „Die Kompositversicherung steht vor einer Phase grundlegender Weichenstellungen.“ Naturgefahren, Inflation, regulatorische Vorgaben und steigende Anforderungen an Datenqualität, Pricing und Governance würden die Steuerung von Risiken nachhaltig verändern.
ChampagnerIndex Marketagent
Die wirtschaftliche Stimmung in Österreich hat sich 2026 laut dem aktuellen Champagner-Index von Marketagent leicht verbessert, bleibt aber auf gedämpftem Niveau. Unternehmensinsider bewerten die allgemeine Wirtschaftslage heuer mit einem Füllstand von 46,7 Prozent im metaphorischen Champagnerglas. Das sind 5,2 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2025 mit 41,5 Prozent, zugleich liegt der Wert aber weiter unter den Vergleichswerten aus 2024 mit 50,2 Prozent und 2023 mit 53,4 Prozent. Deutlich zurückhaltender fällt der Blick auf das eigene Unternehmen aus. Die erwartete Unternehmensperformance für die kommenden zwölf Monate wird nur noch mit 26,6 Prozent
Zukunft der Kompositversicherung
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Netzwerk ausgebaut Merkur Versicherung
Die Merkur Versicherung hat ihr Agenturnetzwerk um „SFI Financial Invest powered by Merkur“ erweitert. Die Kooperation bündelt Beratungsleistungen rund um Wohnen, Finanzierung, Vorsorge und Absicherung. Die Schantl ITH Immobilientreuhand bringt ihre Kompetenz im Verkauf und in der Vermittlung von Immobilien ein. SFI Financial Invest ergänzt das Angebot in den Bereichen Finanzierung und Vermögen, während die
Merkur Versicherung die Themen Gesundheit, Vorsorge und finanzielle Absicherung abdeckt. Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen des Konzepts „Wunder Mensch Agentur“. „Mit der Wunder Mensch Agentur bringen wir Partner-
unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammen, die Menschen in entscheidenden Lebensphasen mit ihrer jeweiligen Expertise begleiten“, erklärt Paul Pittino, Organisationsdirektor der Merkur Versicherung und Geschäftsführer der Wunder Mensch Agentur.
durchdringung: Die Lebensversicherungsquote hat sich innerhalb eines Jahrzehnts auf nur noch ein Prozent halbiert und liegt damit deutlich unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 4,3 Prozent. Daniel Matić, CEO der Allianz Österreich, sieht darin ein klares Signal für die aktuelle Nachfrageentwicklung: „Die aktuellen Zahlen bestätigen, was wir im Markt spüren: Das Bedürfnis nach Sicherheit und Verlässlichkeit bleibt in unserer Gesellschaft hoch. Besonders die Krankenversicherung mit einem Zuwachs von plus 8,4 Prozent zeigt, wie sehr die Menschen bereit sind, in ihre gesundheitliche Absicherung zu investieren. In der Lebensversicherung hingegen haben wir als Branche noch viel Arbeit vor uns, denn da liegen wir deutlich hinter dem westeuropäischen Schnitt zurück.“ Weltweit blieb die Lebensversicherung mit Prämieneinnahmen von 2.861 Milliarden Euro das größte Segment. Die Prämien stiegen um 6,9 Prozent, wobei Asien mit einem Wachstum von 9,9 Prozent und China mit 11,4 Prozent die wichtigsten Wachstumstreiber waren. Die Schaden- und Unfallversicherung wuchs um 3,8 Prozent auf 2.320 Milliarden Euro, während die Krankenversicherung mit ei-
nem Plus von 12,3 Prozent auf 1.688 Milliarden Euro die höchste Dynamik aller Sparten verzeichnete. Treiber waren steigende Gesundheitskosten, die Alterung der Bevölkerung und die zunehmende Nachfrage nach privater Gesundheitsvorsorge. Für die kommenden zehn Jahre rechnet Allianz Research in Österreich mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,1 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung, 1,2 Prozent in der Lebensversicherung und 5,0 Prozent in der Krankenversicherung. Weltweit soll der Versicherungsmarkt um durchschnittlich 5,3 Prozent pro Jahr wachsen. Das entspricht einem zusätzlichen Prämienvolumen von 5.260 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Wachstums in der Lebensversicherung wird dabei voraussichtlich auf Asien entfallen, während Nordamerika in der Schaden- und Unfallversicherung der wichtigste Wachstumsmarkt bleibt. Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran verweist auf die Auswirkungen geopolitischer Veränderungen: „Da Handel, Kapitalströme und Regulierung zunehmend fragmentiert werden, ersetzt Resilienz zunehmend Effizienz als dominierendes Ordnungsprinzip.“ Die Versicherungswirtschaft gewinne dadurch als Instrument des Risikotransfers und als Ermöglicher von Investitionen und wirtschaftlicher Stabilität weiter an Bedeutung.
Versicherungsmarkt wächst weltweit stärker als in Österreich Allianz Global
Die Versicherungsbranche ist 2025 weltweit um 7,1 Prozent gewachsen und erreichte laut Allianz Global Insurance Report 2026 ein Prämienvolumen von 6,9 Billionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 456 Milliarden Euro. Damit entwickelte sich die Branche weltweit stärker als der österreichische Versicherungsmarkt, der um 4,5 Prozent auf ein Gesamtprämienvolumen von 24 Milliarden Euro zulegte. Österreich wuchs damit jedoch rund doppelt so stark wie im langfristigen Durchschnitt. Innerhalb Österreichs verzeichnete die Krankenversicherung mit einem Plus von 8,4 Prozent das stärkste Wachstum. Die Schaden- und Unfallversicherung legte um 4,9 Prozent zu, während die Lebensversicherung mit einem Wachstum von lediglich 0,9 Prozent deutlich hinter vergleichbaren Märkten zurückblieb. Besonders auffällig ist die Entwicklung der Markt-
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Weiterbildung sichtbar gemacht Die Fachmesse „Vertrieb im Zentrum“ stand auch heuer wieder ganz im Zeichen von Austausch, fachlicher Orientierung und persönlicher Begegnung innerhalb der Versicherungsbranche. Neben Vorträgen, Diskussionen und Branchengesprächen rückte ein besonderer Programmpunkt die Bedeutung qualifizierter Weiterbildung in den Mittelpunkt: die feierliche Zertifikatsverleihung des InnoShip Instituts. Den Auftakt gestaltete Studiengangsleiter Mag. Erich Dulle mit einer kompakten Präsentation über InnoShip und den universitären Lehrgang „Akademischer Versicherungsmakler / Akademischer Versicherungsmanager“. Dabei wurde deutlich, dass praxisnahe, akademisch fundierte Weiterbildung in der Branche weiterhin stark nachgefragt ist. Besonders erfreulich: Mit dem 130.
Studierenden konnte ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Lehrgangs erreicht werden. Im anschließenden Gespräch mit Prof. Dr. Achim Hecker und Mag. Alexander Gimborn wurden nicht nur die bisherigen Erfolge beleuchtet, sondern auch die Perspektiven für die kommenden Jahre diskutiert. Im Fokus standen die Anforderungen an moderne Versi-
Mag. Alexander Gimborn, Prof. Dr. Achim Hecker, Mag. Erich Dulle und Moderator Mag. Gernot Rohrhofer
Christof Krabacher
cherungsmakler, die zunehmende Komplexität des Marktes und der Anspruch, fachliche Kompetenz laufend weiterzuentwickeln. Ein Höhepunkt war die Verleihung der Zertifikate an Christof Krabacher, Pascal Schiendorfer und Wolfgang Ganitzer. Mit dem erfolgreichen Abschluss haben die Absolventen einen wichtigen Schritt in ihrer beruflichen Weiterentwicklung gesetzt. Gleichzeitig wurde sichtbar, welchen Stellenwert Engagement, Durchhaltevermögen und lebenslanges Lernen für eine zukunftsorientierte Branche haben. Die Zertifikatsverleihung zeigte, dass die Veranstaltung nicht nur Plattform für Information und Networking ist, sondern auch ein Ort, an dem Leistungen gewürdigt und neue Impulse für die berufliche Praxis gesetzt werden. Ein starkes Signal für alle, die Weiterbildung als Chance begreifen – und ein guter Grund, auch im kommenden Jahr wieder dabei zu sein.
Pascal Schiendorfer
16 • Vertrieb im Zentrum • risControl 08/2026
Wolfgang Ganitzer
Sommerfest mit SalzkammergutTradition muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit feierte sein diesjähriges Sommerfest beim Steegwirt in Bad Goisern. Der Abend verband Kulinarik, gelebte Unternehmenskultur und regionale Tradition – mit einem klaren Schwer-
punkt auf Teamgeist. Der Veranstaltungsort passte dabei in mehrfacher Hinsicht zum Programm. Küchenchef Fritz Grampelhuber, der den Steegwirt gemeinsam mit seinem Bruder Tamino führt, ist auch als Mannschaftskoch des österreichischen Fußball-Nationalteams tätig. Die Fußball-Weltmeisterschaft lieferte daher den passenden thematischen Rahmen für den Abend. Viele Mitarbeiter kamen in den Trikots ihrer Lieblingsmannschaften und sorgten für eine sportliche Atmosphäre. Neben kulinarischen Highlights wurden langjährige Mitarbeiter geehrt. Ein besonderer Programmpunkt war das Stahelschießen, ein traditionel-
les Armbrustschießen, das im Salzkammergut fest verwurzelt ist. Dabei traten die Teams „Vertrag“ und „Schaden“ in einem freundschaftlichen Wettkampf gegeneinander an. Für muki stand dabei weniger der sportliche Wettbewerb als vielmehr das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Präzision, Zusammenhalt und das Miteinander wurden an diesem Abend nicht nur symbolisch sichtbar. „Ob Vertrag oder Schaden – bei muki ziehen alle am gleichen Strang. Genau das ist muki-Spirit“, sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Ackerl. Das Sommerfest zeigte damit auch, wie Unternehmenskultur im Alltag entsteht: nicht über Leitbilder, sondern über gemeinsame Momente.
gang fand von Februar bis Juni statt und setzte auf praxisnahe Inhalte für den Berufsalltag in Reisebüros und bei Veranstaltern. Im Mittelpunkt standen Führung, Personalentwicklung, Kundenbindung, aktiver Vertrieb, Krisenmanagement sowie persönliche Weiterentwicklung. Teil des Programms war auch eine individuelle Persönlichkeitsanalyse, mit der die Teilnehmer ihre Stärken und ihre Führungsrolle reflektieren konnten. Seit dem Start der Akademie haben rund 350 Absolventen das Programm durchlaufen. Viele von ihnen sind heute
in verantwortlichen Funktionen in der Touristik tätig. „Die ÖRV Akademie in Kooperation mit dem ÖRV ist in der Touristik nicht mehr wegzudenken. Sie ist seit Jahren ein fixer Bestandteil der Touristik-Weiterbildung und trägt maßgeblich dazu bei, die Branche zukunftsfit zu machen. Viele Absolventen früherer Akademien sind bereits Führungskräfte in der Touristik“, sagt Kevin Radinger, Geschäftsführer des TTC Travel Training Center. ÖRV-Präsidentin Eva Buzzi verweist ebenfalls auf die Bedeutung qualifizierter Mitarbeiter für die Branche und sieht in der Akademie einen Beitrag zur Stärkung von Führungspersönlichkeiten im Reisevertrieb.
20. ÖRV Akademie abgeschlossen ÖRV Akademie
Mit der Diplomverleihung ging die 20. ÖRV Akademie in Wien zu Ende. Das vom Österreichischen ReiseVerband und dem TTC Travel Training Center durchgeführte Programm zählt seit 2007 zu den etablierten Weiterbildungsformaten für Fach- und Führungskräfte im Reisevertrieb. Der Jubiläumsjahr-
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„Daten sind das Gold des Maklers“ Die Anforderungen an Vermittler steigen: mehr Daten, komplexere Prozesse und zusätzliche regulatorische Vorgaben. Gleichzeitig soll mehr Zeit für die Beratung bleiben. Im Gespräch mit risControl sprechen Julia Pleyer, Thomas Steingläubl und Hans-Peter Gaube von TOGETHER CCA über Digitalisierung, KI, Datenqualität und die Weiterentwicklung der CCA-Welt. Julia Pleyer verantwortet bei TOGETHER CCA die Bereiche KI, Innovation, Kommunikation und Marketing. Thomas Steingläubl ist Product Owner und Teamleiter von CCA9. Hans-Peter Gaube ist Product Owner CCAOnline. Die drei bringen unterschiedliche Perspektiven auf Bestandsverwaltung, OnlineLösungen, Automatisierung und neue digitale Arbeitsweisen ein. Wenn wir in die Zukunft blicken: Wie wird sich die Arbeit von Vermittlern verändern? Gaube: Wir sehen bei vielen Maklern, dass ihnen heute immer weniger Zeit für ihre Kunden bleibt, weil die Datenmengen größer werden und gleichzeitig mehr Prozesse und regulatorische Anforderungen zu erfüllen sind. Genau hier wollen wir mit unseren Produkten unterstützen: Prozesse sollen automatisiert, einfacher und schneller werden, damit wieder mehr Zeit für die Beratung bleibt. Digitalisierung gibt es schon lange. Entscheidend ist aber nicht nur die Frage, ob man digitalisiert, sondern in welchem Ausmaß. Viele Kunden nutzen heute nur einen Teil der Möglich-
Prozesse sollen automatisiert, einfacher und schneller werden, damit wieder mehr Zeit für die Beratung bleibt.
keiten, die bereits in der Software vorhanden sind. Auch hier können wir unterstützen und zeigen, wo sich noch mehr automatisieren und vereinfachen lässt. Kommen diese Impulse aus den Maklerbetrieben selbst – oder muss man die Möglichkeiten erst aktiv aufzeigen? Steingläubl: Es gibt viele Kunden, die sehr konkrete Ideen haben, wo sie automatisieren oder Prozesse verbessern wollen. Von diesem Austausch leben wir. Gleichzeitig gibt es Entwicklungen, die vom Markt oder von Versicherungsunternehmen getrieben werden, etwa durch Standards wie OMDS, hier ist unsere Aufgabe, sie zu implementieren und für die Kunden nutzbar zu machen. Stichwort Standards: Welche Rolle spielt OMDS, und wie ordnen Sie BiPRO ein? Gaube: OMDS ist im österreichischen Markt stark etabliert. Wenn ein Versicherungsunternehmen
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einen neuen Service umsetzt und wir ihn anbinden, kann das auch die Nutzung im Markt vorantreiben. BiPRO beobachten wir ebenfalls, der Standard ist aber stärker vom deutschen Markt geprägt. Für uns steht klar der österreichische Standard im Mittelpunkt. Dort, wo konkrete Anwendungsfälle entstehen, schauen wir uns natürlich auch andere Schnittstellen an. Viele sprechen derzeit über KI. Was verändert sich dadurch tatsächlich im Berufsalltag? Pleyer: KI ist in vielen Bereichen bereits angekommen. Das betrifft nicht nur große Unternehmen. Man sieht es bei Spracherkennung, KI-Assistenten, E-Mail-Vorlagen oder in der Microsoft-Welt. Auch in unseren Softwarelösungen gibt es schon länger KI-gestützte Funktionen, zum Teil bereits seit der Zeit vor dem großen Hype um generative KI. Ein Beispiel ist unser Outlook Add-In. Makler haben täglich eine enorme Menge an Kommunikation mit Kunden, Versicherungsunternehmen und anderen Beteiligten. Diese Korrespondenz muss richtig in CCA abgelegt werden. Das Add-In erkennt etwa
Hans-Peter Gaube, Julia Pleyer und Thomas Steingläubl
Der Austausch mit unseren Kunden ist für uns sehr wichtig.
Polizzennummern, Kundennamen, Vertragsnummern oder Schadennummern und schlägt vor, wohin eine Nachricht zugeordnet werden kann. Das reduziert den Suchaufwand, und die Korrespondenz kann mit einem Klick abgelegt werden. Das klingt weniger nach Zukunftsszenario, sondern sehr stark nach konkreter Arbeitserleichterung. Pleyer: Genau darum geht es. Ein weiteres Beispiel ist der KI-gestützte Schadenprozess. Wenn ein Kunde eine E-Mail mit Schadendaten schickt, kann die KI relevante Informationen
herausfiltern und für die Schadenanlage aufbereiten. Wichtig ist, dass die Zusammenfassung sehr nahe am Ausgangstext bleibt, damit keine falschen Inhalte entstehen. Das Schadendatum und andere relevante Angaben können direkt vorgeschlagen werden. Wir arbeiten auch daran, Rückfragen an den Kunden vorzubereiten, wenn noch Informationen fehlen. Natürlich muss das geprüft werden, bevor eine Nachricht versendet wird. Der Prozess wird dadurch aber schneller und strukturierter. Wie entstehen solche Funktionen? Entwickelt man das intern oder gemeinsam mit den Anwendern? Pleyer: Wir entwickeln nicht im stillen Kämmerchen. Der Austausch mit unseren Kunden ist für uns sehr wichtig. Viele von ihnen sind bereit, Zeit zu
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investieren und Feedback einzubringen. Bei unseren KI-Expertentreffen laden wir regelmäßig Kunden aus unterschiedlichen Häusern ein – kleinere und größere Betriebe, damit wir einen guten Mix haben. Dort zeigen wir Ideen, manchmal auch Prototypen, und holen Feedback ein. Das kann dazu führen, dass wir Dinge anders priorisieren oder bewusst nicht umsetzen, weil wir erkennen, dass dafür im Markt kein entsprechender Bedarf besteht. Genau dieser Austausch macht die Lösungen praxistauglicher. Ist KI gerade für kleinere Maklerbetriebe und EPU eine Chance? Pleyer: Unbedingt. Gerade kleine Unternehmen müssen mit einem hohen administrativen Aufwand zurechtkommen. Wenn Software dabei unterstützt, Prozesse strukturiert und regulatorische Anforderungen berücksichtigt, wird es auch für Einzelmakler leichter, den Überblick zu behalten.
KI kann den Aufwand für viele kleine Aufgaben reduzieren, die im Alltag sonst sehr viel Zeit binden. Voraussetzung dafür sind aber saubere Daten. Ist das in der Praxis immer gegeben? Gaube: Das Thema Datenqualität betrifft alle – unabhängig von der Größe des Unternehmens. Es gibt größere und kleinere Betriebe, bei denen die Daten sehr gut gepflegt sind, und andere, bei denen viel nachgearbeitet werden muss. Steingläubl: Wenn Daten nicht gut strukturiert sind, braucht es oft Unterstützung. Das kann in Projekten gemeinsam mit dem Kunden passieren: OMDS-Kompatibilität herstellen, Standardwerte anpassen, Workflows definieren und zeigen, wie Daten künftig gepflegt werden sollten. OMDS ist hier eine gute Startbasis, weil viele Kundendaten bereits darüber verfügbar sind. Pleyer: Zusätzlich gibt es die Dienstleistung OLE, über die OMDS-Daten weiterer Versicherungen bereitgestellt werden können. Dazu kommen Projektarbeit und Prozessbegleitung. Wichtig ist: An der Datenbasis muss laufend gearbeitet werden. Die Daten sind das Gold des Maklers. Wie aufwendig ist der Einstieg für Betriebe, die bisher noch kein Bestandsverwaltungssystem nutzen? Gaube: Mit CCA CloudEdi kann man sehr schnell starten. Die Lösung ist browserbasiert, wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung, der Kunde erhält seinen Zugang und kann arbeiten. Die Erstbefüllung kann bereits mit OMDS2-Bestandsdaten erfolgen. Gerade für kleinere Betriebe, die bisher vielleicht mit Excel oder sehr einfachen Strukturen gearbeitet haben, ist das ein niederschwelliger Einstieg in eine professionelle Maklersoftware. Ein Thema in der Praxis sind auch Fremdverträge. Wie kann Digitalisierung hier unterstützen? Pleyer: Die manuelle Erfassung von Fremdverträgen ist sehr zeitaufwendig.
Deshalb arbeiten wir daran, dass die KI FremdWir probieren viel aus verträge einliest und – auch Dinge, die am zumindest den Vertragskopf als Basis im System Ende vielleicht nicht anlegt. Oft geht es im umgesetzt werden. Aber ersten Schritt darum, genau daraus lernt man. den Vertrag überhaupt strukturiert im System zu haben. Danach kann entschieden werden, ob man ihn prüft, beobachtet, kündigt oder in einen Folgeprozess ser Start-up-Spirit ist in gewisser Weise überführt. erhalten geblieben. Steingläubl: Nach der Erfassung beginnen die Folgeprozesse. Man muss beim Versicherungsunternehmen den aktuellen Stand abfragen, Unterlagen einholen, Rückfragen stellen und prüfen, was der Kunde tatsächlich braucht. Gaube: Häufig ist die vorliegende Fremdpolizze schon mehrere Jahre alt. Damit kann man oft gerade noch den Vertragskopf erfassen. Für alles Weitere braucht es aktuelle Auskünfte und anschließend die Klärung der Wünsche und Bedürfnisse des Kunden. Das heißt, Digitalisierung ersetzt nicht die Beratung, sondern schafft die Grundlage dafür? Steingläubl: Genau. Die Software soll Routinearbeit abnehmen und Prozesse strukturieren. Die Beratung bleibt beim Vermittler. Aber je besser Daten, Abläufe und Schnittstellen funktionieren, desto mehr Zeit bleibt für diese Beratung. Zum Abschluss noch der Blick auf TOGETHER CCA als Arbeitgeber: Was macht das Unternehmen interessant und attraktiv? Pleyer: Ich glaube, man merkt, dass wir Freude an dem haben, was wir tun. Das zieht sich durch das Unternehmen. Viele Kollegen sind schon sehr lange dabei. Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass man sich hier wohlfühlt und gleichzeitig etwas bewegen kann. TOGETHER CCA besteht seit mehr als 25 Jahren. Diese Beständigkeit ist wichtig, gleichzeitig haben wir uns unseren innovativen und dynamischen Geist bewahrt. Es gibt immer wieder neue Impulse und Ideen sowie die Bereitschaft, Dinge zu hinterfragen. Die-
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Steingläubl: Ein wesentlicher Punkt sind die Freiheiten. Man hat bei uns viele Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen. Wer Verantwortung übernimmt und Vorschläge macht, wird gehört. Wir probieren viel aus – auch Dinge, die am Ende vielleicht nicht umgesetzt werden. Aber genau daraus lernt man. Das Vertrauen der Geschäftsführung ist sehr wertvoll. Man bekommt den Freiraum, sich mit Themen zu beschäftigen, die spannend sind und das Unternehmen weiterbringen können. Pleyer: Dazu kommt das Vertrauen aus dem Markt. Unsere Veranstaltungen – etwa die Innovation Night, Messeauftritte oder Sommertouren – machen wir in erster Linie für unsere Kunden. Wir bekommen dort aber auch viel Feedback zurück: Lob ebenso wie konkrete Verbesserungsvorschläge. Beides ist wichtig und fließt wieder in unsere Arbeit ein. Gaube: Für mich ist auch die Atmosphäre entscheidend. TOGETHER CCA ist groß genug, um professionell aufgestellt zu sein, aber trotzdem familiär geblieben. Die Stimmung im Team passt. Und wenn die Stimmung passt, kann man gemeinsam einfach mehr erreichen. Steingläubl: Wichtig ist auch die Flexibilität. Die Kombination aus Homeoffice und Büro funktioniert bei uns sehr gut. Je nach Bereich gibt es unterschiedliche Modelle. Grundsätzlich sind wir so aufgestellt, dass die Zusammenarbeit unabhängig vom Ort funktioniert. Der persönliche Austausch entsteht trotzdem, ohne dass alles vorgegeben werden muss. Vielen Dank für das Gespräch.
Schadenmanagement neu denken: Warum Prozessintelligenz vor KI kommt Die Diskussion über Künstliche Intelligenz (KI) im Schadenmanagement ist in vollem Gange. Doch während vielerorts über neue Tools gesprochen wird, zeigt die Praxis ein anderes Bild: KI allein schafft noch keinen besseren Schadenprozess. Gerade im operativen Alltag bleibt der erwartete Nutzen häufig hinter den Erwartungen zurück. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der durch KI gewonnenen Zeit durch Nacharbeit wieder verloren geht. Mitarbeitende prüfen, korrigieren oder ergänzen KIErgebnisse, anstatt tatsächlich entlastet zu werden. „Aus unseren Erfahrungen im Schadenmanagement sowie im Fuhrparkund Vertragsmanagement sehen wir täglich, dass KI Abläufe beschleunigen kann“, erklärt Jürgen Henschel, CEO der CarVita Holding GmbH. „Gleichzeitig erleben wir aber, dass unklare oder fehlerhafte Prozesse durch KI nicht gelöst, sondern häufig sogar skaliert werden. Die Folge sind zusätzliche Kontrollschritte, Mehrarbeit und unnötiger Frust bei den Mitarbeitenden.“
Digitalisierung beginnt mit Prozessintelligenz Gerade im Schadenmanagement treffen unstrukturierte Daten, Medienbrüche, manuelle Übergaben und komplexe Entscheidungen aufeinander. Sind die zugrunde liegenden Prozesse nicht klar definiert, entsteht durch KI selten mehr Effizienz – vielmehr steigt der Kontrollaufwand. CarVita verfolgt deshalb einen ganzheitlichen Digitalisierungsansatz. Bereits im Fachartikel der Mai-Ausgabe wurde das Zusammenspiel von Menschlicher Intelligenz (MI), Sozialer Intelligenz (SI), Prozessintelligenz (PI) und Künstlicher Intelligenz (KI) als Grundlage einer echten Digitalen Intelligenz (DI) beschrieben. Daraus ergibt sich eine
Digitale Intelligenz ist das Ergebnis: Unsere Schnittstellen zu Gutachterorganisationen und Werkstätten zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in einer intelligent vernetzten Prozesslandschaft steckt.
klare Erkenntnis: Nicht jede KI-Anwendung schafft Mehrwert – jeder Schadenprozess braucht jedoch eine intelligente Struktur. „Digitale Intelligenz bedeutet, die gesamte Prozesskette im Blick zu haben“, erläutert Jürgen Henschel. „Eine Information lediglich über eine API weiterzugeben reicht nicht aus, wenn sie beim Empfänger nicht automatisiert verarbeitet werden kann. Digitalisierung bedeutet, sicherzustellen, dass Informationen den richtigen Prozess auslösen und ohne Medienbrüche dort ankommen, wo sie benötigt werden.“
KI gezielt einsetzen CarVita setzt KI dort ein, wo sie ihre Stärken ausspielt – etwa bei der Verarbeitung unstrukturierter Informationen, der Bilderkennung oder der Datenaufbereitung. Die eigentliche Prozesssteuerung erfolgt jedoch über klare Regeln, definierte Ausnahmen und nachvollziehbare Logiken. Genau diese Trennung sorgt dafür, dass Automatisierung unterstützt, anstatt zusätzliche Komplexität zu erzeugen.
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Digitalisierung endet nicht an der Unternehmensgrenze Für Versicherer, Makler, Sachverständige, Werkstätten und Flottenbetreiber stellt sich daher eine entscheidende Frage: Wie intelligent ist der gesamte Schadenprozess organisiert? „Analoges Scheuklappendenken betrachtet häufig nur den eigenen Prozessschritt“, so Jürgen Henschel. „Eine echte Dunkelverarbeitung gelingt nur dann, wenn der gesamte Schadenprozess über alle Beteiligten hinweg gedacht wird. Digitalisierung bedeutet auch, Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette dabei zu unterstützen, ihre Prozesse zu digitalisieren. So entstehen durchgängige Abläufe, Vertrauen und langfristige Kundenbeziehungen.“ Die zentrale Frage lautet deshalb nicht mehr: Welche KI setzen wir ein? Sondern: Wie intelligent ist unser Schadenprozess aufgebaut? Wer diese Frage beantwortet, schafft die Grundlage für effizientere Abläufe, höhere Datenqualität und eine nachhaltige Digitalisierung des Schadenmanagements
Sichtbar werden, ohne sich zu verbiegen Susanne Kondziolka-Bloch ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Friedrich W. Bloch GmbH und seit über 30 Jahren in der Versicherungsbranche tätig. 2009 übernahm sie nach dem Tod ihres Vaters das Familienunternehmen. Ihr Fokus liegt auf Familien und Kleinunternehmen, ihr persönliches Steckenpferd ist die Krankenversicherung. 2024 hat sie ihr Buch „Relaxt versichern“ im Goldegg Verlag veröffentlicht – ein persönlicher Meilenstein, einerseits weil sie schon immer ein Buch schreiben wollte, andererseits weil es im Tagesgeschäft ein wirkungsvolles Marketinginstrument ist. Welche Herausforderungen sehen Sie als Frau, die beruflich im Versicherungs- und Finanzsektor tätig ist, und wie gehen Sie damit um?
in diesen Veränderungen?
Kondziolka-Bloch: Zwei Entwicklungen beunruhigen mich derzeit. Zum einen werden immer mehr Kondziolka-Bloch: Die größte HerMaklerbetriebe von Großausforderung in dieser Branche war für maklern aufgekauft. Das mich persönlich in den ersten Jahren ist traurig, weil damit der die Unterschätzung. Da fragten KunIndividualismus unseres den, ob „der Chef“ auch da sei, oder Gewerbes verloren zu gehen droht. zahlreiche Branchenkollegen: „Bei Konzerne werden Umsatzzahlen einwem arbeiten Sie?“ Als ob es undenkfordern, der einzelne Maklerbetrieb bar wäre, dass eine Frau selbst die Inhakönnte dadurch stärker unter Druck berin eines Versicherungsmaklerbüros geraten. Plötzlich zählt womöglich sein kann. wieder nur der Abschluss, nicht die BeDas war frustrierend, aber auch moratung. Der Kunde könnte einmal mehr tivierend. Heute hat sich das komplett zum Opfer einer Servicewüste werden: gedreht. Man akzeptiert und respektiert Warteschleifen, Ticketsysteme, KImich als Expertin. Kompetenz setzt sich Stimmen – und niemand kennt mehr durch – egal, ob man Rock oder Anseine Geschichte. zug trägt. Zum anderen ist da die KI. Da Wie bewerten Sie die aktuellen kommt noch sehr viel auf uns zu, und Entwicklungen in der Branche, grundsätzlich sehe ich das positiv. Viele und welche Rolle spielen Frauen Betriebe müssen sich digital aber noch ordentlich aufrüsten, sonst bleiben sie auf der Strecke. Selten hat der Die größte Herausforderung Satz „Wer nicht mit der Zeit geht, in dieser Branche war für geht mit der Zeit“ mich persönlich in den ersten besser gepasst Jahren die Unterschätzung. als jetzt. Und die Überalterung un-
Selten hat der Satz „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ besser gepasst als jetzt.
serer Branche macht mir große Sorge – viele Kollegen haben weder Energie noch Know-how für diese Transformation und oft auch keine Nachfolgeregelung. Welche Rolle Frauen dabei spielen? Ehrlich gesagt: noch eine zu kleine. Wir sind unterrepräsentiert, gerade in Führungspositionen. Aber genau deshalb müssen wir jetzt sichtbarer werden, uns vernetzen und Vorbilder sein. Damit die nächste Generation sieht: Es gibt Alternativen zu Konzernkarrieren und Umsatzdruck. Welche Schritte sind Ihrer Meinung nach notwendig, um mehr Frauen in Führungspositionen in der Versicherungs- und Finanzbranche zu sehen – vonseiten der Unternehmen, des Staates und der Frauen selbst? Kondziolka-Bloch: Unternehmen müssen Erfolg breiter definieren: nicht
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nur über Abschlusszahlen, sondern auch über Beratungsqualität, Kundenbindung und Weiterempfehlungen. Flexible Arbeitsmodelle sollten Standard sein – keine Extrawurst. Dazu braucht es Gehaltstransparenz. Der Staat ist gefordert, Karenzzeiten nicht zu Karriereknicks werden zu lassen, steuerliche Anreize für Wiedereinstiegsprogramme zu schaffen und stärker über Altersvorsorge aufzuklären – besonders für Frauen. Denn der Gender Insurance Gap ist real. Und Frauen selbst? Sie dürfen Erfolge zeigen und Netzwerke nutzen. Ich habe Jahre gebraucht, um zu begreifen: Meine Spezialisierung ist keine Schwäche, sondern meine Stärke. Welche Fortbildungen und Weiterbildungsprogramme halten Sie für Frauen in der Finanz- und Versicherungsbranche für besonders wichtig? Kondziolka-Bloch: Fachlich braucht es natürlich Zertifizierungen, Produktschulungen, Wissen zu KI und Digitalisierung sowie rechtliche Updates. Was mir aber manchmal fehlt, sind Programme zu Verhandlungsführung, Preisgestaltung und Selbstmarketing. Viele Frauen beraten hervorragend, können ihren eigenen Wert aber nicht immer entsprechend kommunizieren. Genau hier wären auch MentoringProgramme wichtig: Wie positioniere ich mich? Wie gehe ich mit schwierigen Kunden um? Wie sage ich Nein, ohne unhöflich zu wirken? Über solche Fragen wird noch viel zu selten gesprochen. Wie wichtig ist Ihnen persönliches Networking, und welche Plattformen oder Events nutzen Sie, um sich mit anderen Frauen in Ihrer Branche zu vernetzen?
Viele Frauen beraten hervorragend, können ihren eigenen Wert aber nicht immer entsprechend kommunizieren.
Kondziolka-Bloch: Lebenswichtig – aber nicht im Sinne von VisitenkartenVerteilen. Ich bin Mitglied in der IGV Austria, Vorstandsmitglied beim ÖVM, aktiv bei BNI. LinkedIn nutze ich für echten fachlichen Austausch, nicht für oberflächliches „Gratuliere zum Firmenjubiläum“. Was ich besonders schätze: internationale Businessnetzwerke. Zu sehen, was Unternehmerinnen in anderen Ländern meistern müssen, öffnet Horizonte. Plötzlich relativieren sich die eigenen Herausforderungen – oder man findet durch den Austausch mit anderen Lösungen, auf die man alleine nie gekommen wäre. Ich tausche mich auch wöchentlich mit Branchenkollegen aus, auch über Ländergrenzen hinweg. Makler in Deutschland kämpfen mit ganz ähnlichen Themen wie wir. Was ich vermisse: mehr branchenspezifische Netzwerke für Frauen in der Versicherungsbranche in Österreich. Nicht generisch „Frauen in Führung“, sondern strategischer Austausch unter Kolleginnen: Wie positioniert ihr euch? Wie verkauft ihr Beratungsqualität statt nur Produkte? Was glauben Sie, sind die größten Hürden für Frauen in Ihrer Branche, und wie können diese überwunden werden? Kondziolka-Bloch: Das veraltete Bild des „erfolgreichen Versicherungsmaklers“: extrovertiert, verkäuferisch, immer verfügbar, laut. Viele Frauen passen nicht in dieses Schema und denken, sie seien ungeeignet. Dabei braucht die Branche genau ihre Fähigkeiten: Empathie, Genauigkeit, Langfristdenken. Die Lösung liegt darin, mehr weibliche Vorbilder zu zeigen – mit echten Erfolgsgeschichten, die auch Umwege und Zweifel enthalten. Es braucht keine SuperwomanMythen, sondern authentische Beispiele, an denen sich andere orientieren können. Welche Tipps würden Sie jungen Frauen geben, die gerade in die Finanz- und
Ich habe Jahre gebraucht, um zu begreifen: Meine Spezialisierung ist keine Schwäche, sondern meine Stärke.
Versicherungsbranche gen?
einstei-
Kondziolka-Bloch: Sucht euch eine Nische. Generalisten gibt es genug. Baut echte Expertise auf – werdet Expertin, nicht Verkäuferin. Zeigt fachliche Präsenz: LinkedIn, Fachartikel, Vorträge. Vernetzt euch strategisch. Und vergesst die „perfekte Work-Life-Balance“ – es gibt Phasen mit mehr Arbeit und Phasen zum Durchatmen. Plant langfristig. Macht Ihr Unternehmen Unterschiede bei der Beratung von Kundinnen? Falls ja, welche, und wie passen Sie Ihre Strategien entsprechend an? Kondziolka-Bloch: Ich berate nach Lebenssituation, nicht nach Geschlecht. Aber bei Müttern frage ich konkret: Wie lange Karenz geplant? Teilzeit danach? Dann rechne ich vor, was drei Jahre Karenz für die Pension bedeuten. Viele sind schockiert. Bei Unternehmerinnen spreche ich „unsichtbare Arbeit“ an – Care-Arbeit, die nebenbei läuft. Das beeinflusst die Liquiditätsreserve. Das ist Risikomanagement, keine Privatsache. Fühlen Sie persönlich sich als Kundin gut beraten in Finanzangelegenheiten? Haben Sie das Gefühl, Berater gehen ausreichend auf die speziellen Herausforderungen von Frauen ein? Kondziolka-Bloch: Ich bin selbst auch gelernte Vermögensberaterin, habe also durchaus Ahnung und kann vieles selbst einschätzen. Aber gerade deshalb weiß ich: Man braucht manchmal den Blick von außen, jemanden, der nicht betriebsblind ist. Das Glück ist: Ich habe tolle Bran-
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Wer weiter nur auf Abschlusszahlen schielt statt auf echte Beratung, wird den Wandel nicht überleben.
chenkollegen. Bei Bedarf kann ich auf diese zurückgreifen – da weiß ich, ich bekomme Top-Qualität. Mein Rat an alle: Wenn ihr euch nicht gut beraten fühlt – wechselt. Es gibt Beraterinnen und Berater, die eure Lebensrealität verstehen. Was motiviert Sie täglich in Ihrer Arbeit in der Versicherungs- und Finanzbranche, und welche Ziele haben Sie für die Zukunft? Kondziolka-Bloch: Diese „Aha“Momente, wenn Klienten zum ersten Mal wirklich verstehen, wofür sie zahlen. Der Kampf gegen Versicherungsmythen, die hartnäckiger kleben als alter Kaugummi. Familien mit Neugeborenen in meiner Online-Beratung – Babys auf dem Schoß, gurrend, weinend. So echt, so menschlich. Dafür mache ich das. Und natürlich meine eigene Familie. Sie erdet mich, erinnert mich daran, wofür ich arbeite. Am Ende des Tages geht’s nicht um Polizzen-Nummern, sondern um Menschen und ihre Sicherheit. Mein Ziel: die Anlaufstelle für private Zusatzversicherungen in Österreich – nicht die größte, aber die mit dem besten Ruf. Welche Erfolge in Ihrer Karriere machen Sie besonders stolz, und wie haben Sie diese erreicht? Kondziolka-Bloch: Ein Betriebsgebäude, komplett abgebrannt. Totalschaden. Eine Familie am Ende, ihre Existenz in Schutt und Asche. Die Versicherung wollte nicht voll zahlen. Mein Vater und ich kämpften fast ein Jahr lang – ich habe dabei gelernt, was es bedeutet, wirklich für einen Kunden einzustehen. Am Ende gab es die volle Summe. Da wusste ich: So sollte Versi-
chern sein. Heute ist mein größter Erfolg wahrscheinlich mein Buch „Relaxt versichern“ im Goldegg Verlag. Jahrelang habe ich darüber nachgedacht, dann endlich geschrieben. Ein Jahr lang bin ich täglich eine Stunde früher dafür aufgestanden, das war hart, aber notwendig. Die tolle Resonanz zeigt: Es wurde gebraucht. Und Erfolg ist auch, nein sagen zu können. Zu Kunden, die nur einen Einzelvertrag wollen. Zu Firmenkunden wie der IT-Firma neulich – erster Termin, Chef sagt: „Ich hab keine Zeit zum Beantworten Ihrer Fragen, machen Sie einfach mal.“ Zu Menschen, denen ich wegen Unterlagen nachlaufen muss. Das ist ihre Bringschuld, nicht meine Holschuld. Wenn’s am Anfang schon hakt, wird’s nicht besser. Das ist wie in einer Beziehung. Zu einem Kunden nein sagen zu können, wenn es nicht passt – das ist Freiheit. Wie schaffen Sie es, in einer oft von Männern dominierten Branche selbstbewusst aufzutreten und Ihre Stimme zu erheben? Kondziolka-Bloch: Vorbereitung. Ich gehe in kein Meeting, ohne die Zahlen, Verträge und Rechtslage zu kennen. Das gibt mir Sicherheit und das Gefühl, auf Augenhöhe mitreden zu können. Und: Humor. Ich nehme mich nicht mehr so ernst. Wenn’s passt, fällt auch mal ein Witz beim Vorstand. Mit Humor kann man jedes Gespräch auflockern – und ehrlich gesagt sind die meisten froh, wenn’s nicht so stocksteif abläuft. Ich tu mir nichts mehr an, was sich nicht richtig anfühlt. Präsenz hilft: LinkedIn, Instagram, mein Buch, Vorträge. Irgendwann arbeitet der Ruf für dich – aber dafür musst du ihn aufbauen. Und: Ich habe aufgehört, „einer der Jungs“ sein zu wollen. Meine Art zu denken – in Familienszenarien statt Polizzen-Num-
Wir haben ein ImageProblem – und das nicht ohne Grund. Schwarze Schafe machen da draußen immer noch so viel kaputt.
mern – ist kein Nachteil. Es ist meine Stärke. Welche Botschaft liegt Ihnen besonders am Herzen? Kondziolka-Bloch: Für Frauen in der Branche: Ihr müsst nicht perfekt sein, um erfolgreich zu sein. Seid echt, fachlich gut und bereit, sichtbar zu werden. Eure „Schwächen“ – Empathie, Vorsicht, Genauigkeit – sind in Wahrheit Stärken. Nutzt sie. Und lasst euch nicht klein machen. Holt euch Unterstützung – Menschen, die an euch glauben, wenn ihr selbst zweifelt. Für die Branche insgesamt: Wir haben ein Image-Problem – und das nicht ohne Grund. Schwarze Schafe machen da draußen immer noch so viel kaputt. Kunden, die über den Tisch gezogen wurden, erzählen das weiter. Und wir alle baden das aus. Die Zukunft liegt nicht im Verkaufen, sondern im Beraten. Im Individualismus statt Massenabfertigung. In Modernisierung – digital, aber persönlich. Wer weiter nur auf Abschlusszahlen schielt statt auf echte Beratung, wird den Wandel nicht überleben. Der Kunde merkt den Unterschied. Und er entscheidet, ob wir eine Zukunft haben. Vielen Dank für das Gespräch.
Mit Humor kann man jedes Gespräch auflockern – und ehrlich gesagt sind die meisten froh, wenn’s nicht so stocksteif abläuft.
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densfall. Bewertet wurden Kundenorientierung, Gesprächsverhalten sowie die fachliche Richtigkeit der Auskünfte. Christian Eltner betonte die Bedeutung qualifizierter Ausbildung für die Versicherungswirtschaft: „Ausbildung hat in der Versicherungswirtschaft einen großen Stellenwert. Die Bildungsakademie der Österreichischen Versicherungswirtschaft trägt mit ihren hohen Standards dazu bei, dass Kundinnen und Kunden in Österreich top beraten werden. Mit dem Wettbewerb BÖV
Insurance Champion machen wir gemeinsam mit der WK Salzburg die Leistungen des Versicherungsnachwuchses sichtbar. Wir gratulieren den Gewinnern sehr herzlich!“ Den Titel „BÖV Insurance Champion 2026“ sicherte sich David Bukovica von der Wüstenrot Versicherungs AG aus Oberösterreich. Den zweiten Platz ex aequo belegten Aisha Raufu von der Value Holding GmbH aus der Steiermark und Lee Ritschl von der Wiener Städtischen Versicherung AG aus Niederösterreich.
Aufsichtsratspräsident Franz Raab und Generaldirektor Stefan Jauk dankten ihm für Niederösterreichische sein großes EngaVersicherung gement und seinen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens. Der langjährige Vertriebsvorstand Mehr als 18 Jahre prägte Lackner Bernhard Lackner wurde bei einem Sommerfest feierlich verabschiedet. die Niederösterreichische Versicherung.
Für seine Verdienste wurde er von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem Silbernen Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich ausgezeichnet. Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die 50. Geburtstage von Generaldirektor Stefan Jauk und Vorstandsdirektor Stefan Wukovitsch gewürdigt. Wukovitsch hatte mit Jahresbeginn die Nachfolge von Bernhard Lackner angetreten.
BÖV Insurance Champion VVO
Die Bildungsakademie der Österreichischen Versicherungswirtschaft (BÖV) stellt mit dem Wettbewerb „BÖV Insurance Champion“ junge Talente der Branche vor den Vorhang. Der Wettbewerb wurde auf Initiative von Peter Haggenmüller, BÖV, mit Unterstützung der WK Salzburg ins Leben gerufen. Beim diesjährigen Finale in der WK Salzburg stellten sich neun Nachwuchstalente aus Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Wien der Fachjury. Die von den Landesberufsschulen für Versicherungskaufleute nominierten Kandidaten absolvierten ein Beratungsgespräch mit einem Testkunden und bearbeiteten einen Scha-
Ehrenvoller Abschied
Bernhard Lackner, Vorstandsdirektor Stefan Wukovitsch, Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Andrea Wagner, Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Generaldirektor Stefan Jauk, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Lorenz Mayer, Vorstandsdirektor Patrick Lachmann und Aufsichtsratsvorsitzender Franz Raab
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Aktion „Golfen mit Herz“ Merkur Versicherung
Die Merkur Versicherung unterstützte als Hauptsponsor das Charity-Golfturnier des Vereins „Golfen mit Herz“ im Golfclub Murhof in Frohnleiten. Der Reinerlös in Höhe von 47.000 Euro kommt hilfsbedürftigen krebskranken Kindern und Jugendlichen in der Steiermark zugute. Ziel ist es, betroffenen Familien rasch und unbürokratisch finanzielle Hilfe zukommen zu lassen und sie in einer besonders belastenden Lebenssituation zu unterstützen. „Gesellschaftliche Verantwortung bedeutet für uns, dort zu helfen, wo Unterstützung dringend benötigt wird. Mit „Golfen mit Herz“ verbinden wir sport-
KI, Präsenz und Vernetzung R+V Österreich
Rund 40 Frauen aus der Versicherungsbranche folgten der Einladung von R+V Österreich und Women in Insurance Austria zum diesjährigen Event unter dem Motto „Stimme. Haltung. Klarheit.“ Im Mittelpunkt standen die persönliche Weiterentwicklung, der Austausch innerhalb der Branche sowie praxisnahe Impulse für den Berufsalltag. In zwei Workshops erhielten die Teilnehmerinnen Einblicke in den effizienten Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie in die Wirkung von Stimme, Körpersprache und Präsenz. Dabei wurden konkrete Anwendungsmöglichkeiten für den beruflichen All-
Siegmund Birnstingl (Obmann-Stellvertreter Golfen mit Herz), Markus Spellmeyer (Vorstandsdirektor Merkur Versicherung AG), Peter Zurlinden (Kurator der CCF Stiftung), Dr. Otto Wusche (Obmann-Stellvertreter Kinderkrebshilfe Steiermark), Christian Kladiva (Vorstandsdirektor Merkur Versicherung AG) und Markus Zahrnhofer (Vorstandsdirektor Merkur Versicherung AG)
liches Miteinander mit einem wichtigen sozialen Anliegen. Es freut uns sehr, dass wir gemeinsam mit allen Turniergästen einen Beitrag für betroffene Kinder leisten können“, betonen Markus Spellmeyer und Markus Zahrnhofer
vom Vorstand der Merkur Versicherung. Der Verein „Golfen mit Herz“ wurde 2003 gegründet und unterstützt hilfsbedürftige krebskranke Kinder und Jugendliche. Er wird von der CCF Stiftung begleitet.
tag vermittelt – von der Nutzung von KI-Tools bis hin zu Techniken für souveränes Auftreten und wirkungsvolle Kommunikation. Neben den fachlichen Inhalten bot die Veranstaltung ausreichend Gelegenheit zum Netzwerken und zum Austausch von Erfahrungen und Perspektiven. Das Event unterstrich damit die Bedeutung von Weiterbildung, Sichtbarkeit und starken Netzwerken für Frauen in der Versicherungswirtschaft.
„Der große Zuspruch zeigt, wie wichtig Formate sind, die fachliche Weiterentwicklung mit persönlicher Begegnung verbinden. Gerade Themen wie künstliche Intelligenz gewinnen im Berufsalltag spürbar an Bedeutung. Umso wichtiger ist es, Frauen in der Branche dabei zu unterstützen, neue Technologien sicher und praxisnah für sich zu nutzen, Netzwerke zu stärken und relevante Zukunftsthemen gemeinsam zu gestalten“, betont Mae von Lapp, R+V Wiesbaden.
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„Man soll sich selber etwas zutrauen“ Michaela Schneeberger über schlaflose Nächte, den Rückhalt von EFM und das Hochgefühl, plötzlich selbst die Verantwortung zu tragen. Manchmal ist die mögliche Nachfolgerin längst im Unternehmen. Sie kennt die Kunden, die Abläufe und den Betrieb – nur sieht sie sich selbst noch nicht als Unternehmerin. So war es auch bei Michaela Schneeberger. Seit 2009 arbeitete sie im Front Office von EFM St. Kathrein. Als Franz Ziegerhofer seine Pension plante, wurde ihr angeboten, den Betrieb zu übernehmen. EFM begleitete die Übergabe und war bereit, auch das wirtschaftliche Risiko mitzutragen: Sollte die Übernahme wider Erwarten nicht funktionieren, sollten für Schneeberger daraus keine Schulden entstehen. Trotz dieses Rückhalts blieb die Entscheidung groß. Sie absolvierte mit 43 Jahren die Ausbildung zur akademischen Versicherungsmaklerin, übernahm 2021 den Standort und führt ihn heute gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen. Fünf Jahre später sagt sie: „Ich würde es auf alle Fälle wieder tun.“ Frau Schneeberger, was ging Ihnen durch den Kopf, als Ihnen angeboten wurde, den Betrieb zu übernehmen? Schneeberger: Ich habe viele schlaflose Nächte gehabt, bis ich mich auch dank meines familiären Rückhalts wirklich dazu entschlossen habe. Es ging ja doch um eine große Summe. Ich musste mir genau überlegen, ob ich das finanziell stemmen kann und ob ich mir diesen Schritt zutraue. Ich habe den Betrieb, die Kunden und die Abläufe sehr gut gekannt. Trotzdem ist es etwas anderes, ob man
angestellt ist oder plötzlich selbst die gesamte Verantwortung übernimmt. EFM war bereit, auch das wirtschaftliche Risiko mitzutragen. Wie wichtig war dieser Rückhalt? Schneeberger: Das war natürlich sehr wichtig. Ich bin nicht völlig allein dagestanden. Es hat Unterstützung gegeben, auch bei den ganzen Übergabeformalitäten und beim Zahlungsplan. Gleichzeitig habe ich die Zahlen des Unternehmens gekannt. Es wäre also schon überraschend gewesen, wenn es nicht funktioniert hätte. Ich hatte die Kunden bereits viele Jahre betreut und kannte das EFM-System sehr gut. Dadurch war das Risiko für mich überschaubarer. Sie haben mit 43 Jahren noch einmal eine umfassende Ausbildung begonnen. Mussten Sie sich dazu überwinden? Schneeberger: Je älter man ist, desto weniger leicht tut man sich beim Lernen als in jungen Jahren. Aber man kann wieder lernen zu lernen. Ich glaube, wenn man es wirklich will, kann man es in jedem Alter schaffen. Das Alter ist definitiv kein Hindernis. Man muss einfach offen für neue Sachen sein. Es gibt immer wieder Systemänderungen und Neuerungen. Jetzt kommt auch die künstliche Intelligenz zu uns ins Haus beziehungsweise ist schon da. Man darf sich vor dem Ganzen nicht verschließen, sondern muss mitgehen und für Neues offen sein. Wie hat sich der erste Schritt in die Selbstständigkeit angefühlt?
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Schneeberger: Zu Beginn war es sehr ungewohnt. Wenn man immer aus einem Angestelltenverhältnis kommt, ist man dort sicher aufgehoben. Und auf einmal ist man selbstständig und trägt die Verantwortung für den ganzen Betrieb und für die Mitarbeiter. Aber es war für mich kein beängstigendes Gefühl. Ich habe es bis heute keinen einzigen Tag bereut. Gab es einen Moment, in dem Sie gespürt haben: Jetzt bin ich wirklich Unternehmerin? Schneeberger: Dass man auf einmal die direkte Ansprechperson vor Ort ist, gibt einem schon ein ziemliches Hochgefühl. Die Arbeit selbst war mir ja vertraut. Aber plötzlich liegt die Verantwortung bei einem selbst. Man trifft die Entscheidungen und steht auch dafür ein. Das verändert schon etwas. Auch bei Ihnen persönlich? Schneeberger: Ja, auf alle Fälle. Ich habe sehr viel dazugelernt und bin um einiges selbstbewusster geworden. Meine Familie ist sehr stolz auf mich. Das Wichtigste ist aber: Ich bin stolz auf mich. Die Entscheidung hat mir eigentlich sehr viel Positives gebracht. Die einzige negative Seite ist, dass man weniger Freizeit hat. Aber als Selbstständige kann man sich doch auch einiges selbst einteilen. Wie haben die Kunden auf die Übernahme reagiert? Schneeberger: Sehr positiv. Wir haben am Anfang einen Kundenbrief ausgeschickt, in dem die Übergabe be-
Schneeberger: Eine sehr große. Der Vorteil ist, dass wir vor Ort nicht für alles selbst verantwortlich sind. Die Formularwartung und viele andere Dinge werden zentral erledigt. Wenn wir uns darum auch noch kümmern müssten, würde für die eigentliche Arbeit kaum noch Zeit bleiben. So können wir uns auf die Kunden und den Betrieb konzentrieren. Wichtig ist auch das Netzwerk. Wenn es wirklich brennt, kann ich mich an die Zentrale oder an Kollegen wenden. In unserer NextGeneration-Gr uppe tauschen wir uns werktags in einer kleinen Runde aus. Einer hat ein Problem, ein anderer vielleicht eine Lösung oder zumindest eine Erfahrung, die weiterhilft. Man ist selbstständig, aber nicht allein. Was würden Sie einer Frau sagen, die heute vor einer ähnlichen Entscheidung steht?
kannt gegeben und ich vorgestellt wurde. Die meisten Kunden kannten mich ja bereits. Sie wussten, dass ich im Betrieb bin und ihre Anliegen kenne. Es hat nur ganz wenige gegeben, die den Wechsel nicht mitgetragen haben.
Schneeberger: Dass wir unseren Umsatz steigern und neue Kunden gewinnen konnten. Besonders schön ist, dass viele Kunden von selbst oder durch Weiterempfehlungen zu uns kommen. Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit.
Worauf sind Sie nach diesen fünf Jahren besonders stolz?
Welche Rolle spielt das EFM-System heute für Sie?
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Schneeberger: Man soll es wirklich genau überdenken. Man muss sich die finanzielle und familiäre Situation anschauen und prüfen, ob die Voraussetzungen passen. Aber man soll sich auch selber etwas zutrauen. Wenn man den entsprechenden Rückhalt hat und es wirklich will, kann man diesen Schritt schaffen. Würden Sie diesen Weg noch einmal gehen? Schneeberger: Ja, auf alle Fälle. Vielen Dank für Ihre Zeit!
Rekordvolumen österreichischer Investmentfonds Starke Netto-Zuflüsse in Aktien- und Rentenfonds sowie eine insgesamt freundliche Entwicklung an den globalen Finanzmärkten haben den österreichischen Investmentfonds auch im Schlussquartal des Jahres 2025 einen neuen Rekord beschert. Das zeigt der Quartalsbericht Asset Management der Finanzmarktaufsicht FMA. von Andreas Dolezal Plus 15,7 Milliarden Euro Ende 2025 lag das verwaltete Vermögen der von österreichischen Kapitalanlagegesellschaften und Fondsmanagern aufgelegten 2.109 Investmentfonds bei 246,4 Milliarden Euro und damit 6,8 Prozent oder 15,7 Milliarden Euro über dem Stand des Jahresultimo 2024. Aktienfonds verzeichneten im Jahr 2025 Nettomittelzuflüsse von rund 3,9 Milliarden Euro, Rentenfonds von 3,1 Milliarden Euro, Misch- und Immobilienfonds erlitten hingegen netto Abflüsse.
Zehn neue Fonds Die 2.109 österreichischen Fonds gliedern sich in 895 Organismen zur gemeinsamen Veranlagung in Wertpapiere (OGAW) und 1.214 Alternative Investmentfonds (AIF). Die Anzahl der Fonds nahm 2025 insgesamt um zehn Fonds zu. Nach Veranlagungsstrategie kategorisiert teilen sich diese in 1.144 Misch-, 442 Renten-, 356 Aktien-, 49 kurzfristige Rentenfonds, 53 Private
Prävention senkt Schäden VVO
Equity Fonds, 14 Immobilienfonds sowie 51 sonstige Fonds auf. Insgesamt waren zum 31.12.2025 in Österreich 8.307 OGAW (+167 im Jahr 2025) und 3.922 AIF (+472 im Jahr 2025) ausländischer KAG und AIFM zum Vertrieb notifiziert. Gemessen an ihrem Anteil an der Anzahl der grenzüberschreitend vertriebenen Fonds hebt die FMA die Herkunftsländer Luxemburg, Irland, Deutschland und Frankreich hervor.
Zur Hälfte „Grüne“ Fonds
Andreas Dolezal
Die 714 österreichischen Nachhaltigkeitsfonds gemäß Art. 8 und 9 der EU-Offenlegungsverordnung wuchsen etwas stärker als der Markt und machen mit 123,6 Milliarden Euro etwa die Hälfte des gesamten verwalteten Vermögens aus. Die 714 österreichischen Nachhaltigkeitsfonds gemäß Art. 8 und 9 der
EU-Offenlegungsverordnung wuchsen etwas stärker als der Markt und machen mit 123,6 Milliarden Euro etwa die Hälfte des gesamten verwalteten Vermögens aus. ESG- bzw. nachhaltigkeitsbezogene Begriffe im Fondsnamen werden von 190 Fonds verwendet, die fast 40 Milliarden Euro verwalten. Die häufigsten Bezeichnungen stammen aus den Begriffsfamilien „Nachhaltig“, „Ethik“ und „ESG“.
Neue Auswertungen auf Basis der aktualisierten Naturgefahrenplattform HORA 3.0 zeigen das hohe Schadenpotenzial durch Hochwasser und Starkregen in Österreich. Für rund 2,16 Millionen Wohngebäude wurde ein durchschnittlicher
jährlicher Hochwasserschaden von bis zu 285 Millionen Euro errechnet. Bei einem Extremereignis mit einer statistischen Wiederkehrperiode von 200 Jahren könnte das Schadenvolumen auf bis zu 6,8 Milliarden Euro ansteigen. Besonders im Fokus stehen Starkregen-
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ereignisse, die mittlerweile auch außerhalb klassischer Hochwasserzonen erhebliche Schäden verursachen können. Die Analysen verdeutlichen zugleich das große Potenzial von Präventionsmaßnahmen: Bereits einfache bauliche Anpassungen können das Risiko deutlich reduzieren. So könnten 86 Prozent der Gebäude vor Starkregenüberflutungen geschützt werden, wenn sensib-
le Gebäudebereiche um lediglich fünf Zentimeter höher abgesichert würden. Bei Hochwasser ließen sich durch geeignete Objektschutzmaßnahmen die Schäden um mehr als die Hälfte verringern. VVO-Generalsekretär Christian Eltner betont: „Der Klimawandel ist längst Realität und die finanziellen Folgen werden immer deutlicher sichtbar. Besonders Starkregenereignisse zeigen,
dass heute nicht mehr nur klassische Hochwassergebiete betroffen sind.“ Experten aus Versicherungswirtschaft, Forschung und Prävention sehen daher einen verstärkten Ausbau von Eigenvorsorge, Risikobewusstsein und Objektschutz als wesentliche Voraussetzung, um die wirtschaftlichen Folgen künftiger Extremwetterereignisse zu begrenzen.
entfallen auf die sicherste Kategorie (sogenanntes Tier-1-Kapital). Das bedeutet, dass fast das gesamte Geld aus echten, sofort verfügbaren Eigenmitteln wie Aktienkapital und Gewinnrücklagen besteht. Für die Kunden bringt der Report allerdings eine Kehrseite: Über alle Sparten hinweg stiegen die verrechneten Prämien um 4,9 Prozent auf 24,3 Milliarden Euro und lagen damit spürbar über der damaligen Inflation von 3,6 Prozent. „Prämiensteigerungen spiegeln ein Umfeld wider, in dem Kosten, Schadenaufwand und Risiken weiter steigen. Die Branche muss eine schwierige Balance zwischen leistbarem Schutz und langfristiger Ertragskraft halten“, betont Barbara Czanik, Partnerin bei EY Österreich.
Im europäischen Vergleich steht der heimische Markt bei der Solvenz (Median in Leben: 266,6 %; NonLife: 256,0 %) hervorragend da. Beim Wachstum zeigt sich ein gemischtes Bild: Während Österreichs Lebensversicherer mit 4,7 Prozent dem EUSchnitt (6,6 %) hinterherhinken, überflügelt der heimische Sachbereich mit 5,9 Prozent das europäische Wachstum (4,5 %). Das Kapitalpolster kommt zur rechten Zeit, denn ab 2027 rollt mit dem Solvency-II-Review die nächste regulatorische Welle an. Diese bringt konkrete Verschärfungen und Anpassungen bei technischen Parametern wie der Zinskurve, der Risikomarge und der Volatilitätsanpassung. Zudem müssen die Unternehmen neue Vorgaben bei der Berichterstattung, der Governance, dem Datenmanagement sowie bei der Bewertung von Nachhaltigkeits- und Klimarisiken umsetzen.
Österreichs Versicherer bleiben kapitalstark EY Österreich
Die heimischen Versicherungsunternehmen stehen finanziell auf einem extrem soliden Fundament, doch die Kosten- und Schadeninflation schlägt voll auf die Prämien durch. Laut der aktuellen EY-Solvency-II-Analyse kletterte die durchschnittliche SCRQuote 2025 auf starke 275,5 Prozent (Vorjahr: 255,4 %). Damit verfügt die Branche im Schnitt über deutlich mehr Eigenmittel, als regulatorisch gefordert ist. Zudem überzeugen die Rücklagen durch höchste Qualität: 94,1 Prozent
Gesundheitsnetzwerk UNIQA
UNIQA hat ihr österreichweites Gesundheitsnetzwerk weiter ausgebaut und bietet Kunden nun in allen neun Bundesländern Zugang zu sogenannten Medical Partner Centern. Das Netzwerk umfasst aktuell 35 Standorte, weitere Zentren sind bereits geplant. Die Medical Partner Center bündeln unterschiedliche Gesundheitsleistungen an einem Ort – von Vorsorgeuntersuchungen und Diagnostik über ambulante Behandlungen bis hin zu
rascher medizinischer Erstversorgung. Ergänzt wird das Angebot je nach Standort durch Leistungen wie Radiologie, Physiotherapie oder Laboruntersuchungen. Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung mit kurzen Wartezeiten und einfachen Abläufen zu ermöglichen. „Unser Ziel ist es, unseren rund 1,4 Millionen Kunden einen möglichst einfachen, raschen und qualitativ hochwertigen Zugang zu medizinischer Versorgung zu bieten – unabhängig vom Wohnort“, erklärt René Knapp, Vorstand für Personenversicherung bei UNIQA. Besondere Schwerpunkte liegen auf dem weiteren Ausbau des Partnernetz-
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René Knapp
werks LARA sowie auf der Versorgung von Kindern. In Wien stehen dafür bereits mehrere spezialisierte Kinderarztzentren als Medical Partner Center zur Verfügung.
Insurance 360° – Nachhaltiges Wachstum durch Innovation Die Veranstaltung Insurance 360° – Nachhaltiges Wachstum durch Innovation der Österreichischen Gesellschaft für Versicherungsfachwissen widmete sich am 28. Mai 2026 im Courtyard by Marriott Vienna Prater/Messe zentralen Zukunftsfragen der Versicherungswirtschaft. Eröffnet und moderiert wurde die VerTitel „Erneuern oder ersetzt werden“ wirtschaft bereits breit eingesetzt oder anstaltung von Mag. (FH) Susanne kurzfristig geplant wird. Zugleich bedie Innovationsfähigkeit der Branche Hofer, Versicherungsverband Österstehen Herausforderungen bei Datenin den Mittelpunkt. Seine zentrale Botreich (VVO). Im Mittelpunkt standen schutz, Regulierung, Sicherheit, Knowschaft: Die Versicherungsindustrie sei neue Technologien, künstliche Intellinicht zu träge, sondern vielfach zu behow und Komplexität. Saria ordnete genz, veränderte Kundenerwartungen, quem. Wesentliche Impulse entstünKI regulatorisch zwischen AI Act, Solaufsichtsrechtliche Anforderungen und vency II, IDD und DORA ein und beden zunehmend im Ökosystem rund konkrete Use Cases aus der Praxis. Untonte die Bedeutung einer risikobasierum Versicherer – etwa durch Insurtechs, terstützt wurde die Veranstaltung von ten KI-Governance über den gesamten Vertriebspartner, MGAs, TechnologieAccenture. Lebenszyklus. dienstleister und verändertes KundenDen Auftakt setzte Markus Heyen, verhalten. Wölfl brachte es pointiert auf In der von Mag. (FH) Susanne Hofer, VVO, moderierten PodiumsAccenture, mit der Keynote „Globale den Punkt: Wer selbst nicht innovativ sein wolle, müsse sich Partner suchen, Trends – lokale Konsequenzen“. Er diskussion mit Markus Heyen, Stanisdie es können. Innovation brauche dalava Saria, Christoph Thiel und Xaver zeigte, wie Technologie und insbesonher eigene Budgets, eigene Teams und dere KI klassische VersicherungsmoWölfl wurden Innovationsdruck, Redeutlich mehr Geschwindigkeit. delle verändern und Versicherer zugulierung, Sicherheitsanforderungen nehmend vom reaktiven Risikoträger Die aufsichtsrechtliche Perspektive und Verantwortung vertieft. Diskutiert wurde, dass KI nicht nur Chancen, sonzum aktiven Begleiter werden. Unter brachte JUDr. Stanislava Saria, PhD., dern auch neue Angriffsflächen schafft. den Stichworten „Stability Premium“, Finanzmarktaufsicht Österreich, ein. Sie Regulatorik wurde dabei nicht nur als „Human Journeys“ und „Finding Neo“ zeigte, dass KI in der Versicherungswurde deutlich, dass Orientierung, Vertrauen, Prävention und digitale Handlungsfähigkeit künftig zentrale Erfolgsfaktoren sein werden. Zugleich warnte Heyen davor, dass Europa bei Rechenkapazitäten, Datensouveränität und technologischem Verständnis nicht ins Hintertreffen geraten dürfe: Auch Versicherer müssten künftig Algorithmen besser verstehen. Xaver Wölfl, VD Dipl.-Math. Christoph Thiel, JUDr. Stanislava Saria, PhD., Xaver Wölfl, M.A., Mag. (FH) Inno-vers e.U., Susanne Hofer, Markus Heyen, MBA und Mag. Katharina Trampisch stellte unter dem
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Begrenzung, sondern auch als möglicher Impuls verstanden, Unternehmen auf den Stand der Technik zu bringen. Ein zentrales Thema war der „Human in the Loop“: menschliche Verantwortung bleibt wesentlich, auch wenn Prozesse zunehmend automatisiert werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass dieser Begriff nicht bloß als Beruhigungsformel dienen darf. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Zankl setzte danach einen besonders pointierten KI-Impuls. Er beschrieb die Gegenwart als jenes Zeitalter der künstlichen Intelligenz, das er seit Jahren kommen gesehen habe. Der Mensch überschätze sich häufig selbst, während KI in Bereichen wie Medizin und Recht bereits Leistungen erbringe, die weit über dem Durchschnitt menschlicher Ergebnisse liegen. Zankl stellte das Prinzip der Datenmaximierung durch KI dem Prinzip der Datenminimierung der DSGVO gegenüber und zeigte anhand drastischer Beispiele, etwa Suicide Prevention und medizinischer Hochrisikoanwendungen, wie schwierig die Balance zwischen Datenschutz, Ethik
und praktischem Nutzen geworden ist. Seine Botschaft war klar: KI werde Standard. Auch die Nichtverwendung könne künftig haftungsrechtliche Fragen aufwerfen. Jedes Unternehmen mit Rechtsabteilung werde sich daher auch KI-Kompetenz aufbauen müssen. Die Use Cases zeigten anschließend die praktische Breite des Themas. Andreas Weiss, Accenture, rückte die Generation Z in den Fokus und zeigte, dass diese sehr wohl Versicherungsschutz sucht, aber einfache, modulare und digitale Lösungen erwartet. Künftig werde nicht nur der Kunde selbst suchen, sondern zunehmend sein AIAgent. Mag. Kerstin Keltner, AON Österreich, beleuchtete die Versicherbarkeit von KI-Risiken – von Cyber und Datenschutz über Intellectual Property, E&O und D&O bis hin zu Reputations- und Vertrauensschäden. Mag. Karin Kafesie, Vienna Insurance Group, zeigte am Beispiel der VIG, wie Kommunikation, Kooperation und Kollaboration Innovation innerhalb einer großen Gruppe skalierbar machen können. Die abschließende, ebenfalls von Mag.
(FH) Susanne Hofer, VVO, moderierte Diskussion mit Karin Kafesie, Kerstin Keltner und Andreas Weiss führte die Use-Case-Perspektiven zusammen. Deutlich wurde, dass nachhaltiges Wachstum durch Innovation nicht allein eine technologische Frage ist. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Kundennähe, Risikoverständnis, regulatorischer Orientierung, Versicherbarkeit und Kommunikation.
liche Lösungen. Die Klausur fügt sich in eine Phase ein, in der muki seine Marktposition weiter ausbauen will. Erst zu Jahresbeginn wurden die Mandate von Vorstandsvorsitzendem Thomas Ackerl und Vorstandsdirektor Dipl.-Math. Christian Clauß um weitere fünf Jahre verlängert; der Jahresbericht für 2025 weist u.a. mit EGT und einem Rekordwert an ökonomischen Eigenmitteln das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Unternehmens-
geschichte aus. Das Vorstandsteam soll das Unternehmen damit bis 2030 führen. Für Thomas Ackerl ist Führung vor allem mit Orientierung und Einbindung verbunden: „Gute Führung bedeutet, Menschen mitzunehmen, Orientierung zu geben und gemeinsam an einer klaren Zukunftsvision zu arbeiten.“ Christian Clauß sieht im bereichsübergreifenden Austausch einen zentralen Erfolgsfaktor: „Der offene Austausch zwischen den Bereichen schafft Verständnis füreinander und stärkt genau das, was muki ausmacht: unser Miteinander.“
Strategische Klausur muki Versicherung
Im Rahmen der muki Führungskräfte-Klausur 2026 in der Südsteiermark stand die strategische Ausrichtung des Versicherungsvereins im Mittelpunkt. Die Führungskräfte nutzten das Treffen für bereichsübergreifenden Austausch, strategische Diskussionen und die gemeinsame Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie „muki Auftrag 2030“. Diese beschreibt die künftige Positionierung des Unternehmens als moderner Versicherer mit Fokus auf Kundennähe, Serviceorientierung sowie nachhaltige, digitale und par tnerschaf t-
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Fazit Insurance 360° zeigte, dass Innovation in der Versicherungswirtschaft bereits heute konkrete Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Kundenschnittstellen, Regulierung und Risikodeckung hat. KI ist dabei nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Veränderungsfaktor für Organisation, Haftung, Kommunikation und Kundenerwartungen. Nachhaltiges Wachstum entsteht dort, wo Technologie verantwortungsvoll eingesetzt, in tragfähige Geschäftsmodelle übersetzt und mit echtem Kundennutzen verbunden wird.
Finanzberatung trifft Creator Economy Wie die Finanzfuchsgruppe mit Influencer-Marketing neue Wege geht Finanzielle Entscheidungen gehören zum Leben – und dennoch werden sie in der öffentlichen Kommunikation oft komplizierter dargestellt, als sie sein müssten. Die Finanzfuchsgruppe möchte das ändern und setzt dabei auf einen Weg, der in der Finanz- und Versicherungsbranche noch keineswegs selbstverständlich ist: langfristige Kooperationen mit Influencerinnen und Influencern, die Finanzthemen aus ihrem persönlichen Alltag heraus erzählen. Bereits im vergangenen Jahr startete die Finanzfuchsgruppe erste Kooperationen mit Verena Gamlich und Valentina Volcich. Aufgrund der positiven Resonanz und der erfolgreichen Zusammenarbeit werden beide Partnerschaften 2026 fortgeführt. Neu hinzugekommen sind Eva Maria Meidl und Sebastian Zier. Damit arbeitet die Finanzfuchsgruppe aktuell mit vier Persönlichkeiten zusammen, die unterschiedliche Lebensrealitäten, Erfahrungen und Zielgruppen mitbringen.
Vertrauen entsteht nicht in einem einzigen Posting Für die Finanzfuchsgruppe ist Influencer-Marketing weit mehr als kurzfristige Reichweite. Im Mittelpunkt stehen langfristige Beziehungen, glaubwürdige Einblicke und Inhalte, die einen konkreten Mehrwert bieten. Deshalb beginnen die Kooperationen nicht mit einem fertigen Skript, sondern mit ausführlichen Gesprächen. In mehreren Briefingterminen trafen die vier Influencer auf die Berater der Finanzfuchsgruppe – die sogenannten Finanzfüchse. Dabei waren alle Fragen ausdrücklich willkommen. Gerade dieser offene Austausch erwies sich als besonders wertvoll: Besprochen wurden keine abstrakten Werbebotschaften, sondern persönliche Erfahrungen, Wünsche, Unsicherheiten und Ziele. Die Themen reichen vom Versicherungscheck über kurz-, mittel- und langfristigen Vermögensaufbau bis zu Finanzierungen und der ganz alltägli-
chen Frage, was Kinder eigentlich wirklich kosten. Die daraus entstehenden Inhalte zeigen authentisch, wie sich die vier Persönlichkeiten mit ihren eigenen Finanzen auseinandersetzen, welche Fragen sie beschäftigen und welche Orientierung ihnen professionelle Beratung geben kann.
Finanzthemen dort erzählen, wo der Alltag stattfindet Dass dieser Ansatz zeitgemäß ist, zeigt auch die Mediennutzung in Österreich: Laut Statistik Austria nutzten 2025 bereits 68 Prozent der 16- bis 74-Jährigen soziale Medien. Damit sind Instagram, TikTok und andere Plattformen längst nicht mehr nur Orte der Unterhaltung, sondern auch wichtige Berührungspunkte für Information und Orientierung. (Quelle: https://www.statistik.at/ statistiken/forschung-innovation-digitalisierung/digitale-wirtschaft-und-gesellschaft/ikt-einsatz-in-haushalten) Gerade bei Finanzthemen ist dabei besondere Verantwortung gefragt. Die europäische Finanzmarktaufsicht ESMA hat Anfang 2026 eigene Hinweise für Finfluencer veröffentlicht und betont unter anderem die Bedeutung transparenter, ausgewogener und nachvollziehbarer Kommunikation. (Quelle: https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/2026-01/Finfluencers_factsheet_EN.pdf ) Für die Finanzfuchsgruppe ist deshalb klar: Persönliche Geschichten können Aufmerksamkeit schaffen – fachlich fundierte Beratung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Finanzthemen bleiben jedoch unverzichtbar.
Das eigene Geld selbst in die Hand nehmen Das Ziel der Kooperationen ist es, Menschen in Österreich zu ermutigen,
Verena Gamlich mit Berater Stefan Enderle
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sich aktiv mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Das ist nicht immer einfach und oft leichter gesagt als getan. Genau hier setzt das Financial Profiling der Finanzfuchsgruppe an. Auf Basis statistischer Daten und des persönlichen „Financial Profile“ wird sichtbar, welche finanziellen Herausforderungen im Laufe des Lebens entstehen können. Darauf aufbauend werden individuelle Ziele definiert und konkrete Wege dorthin entwickelt. Kunden erhalten damit einen verständlichen Überblick über ihre finanzielle Situation – begleitet von einer persönlichen Ansprechperson, die erreichbar bleibt. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre, gestiegene Lebenshaltungskosten und ein verändertes Zinsumfeld haben den Bedarf an professioneller Finanzberatung zusätzlich verdeutlicht. Gleichzeitig wünschen sich viele Menschen mehr Freiheit, mehr Erlebnisse und mehr Möglichkeiten, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. „Die Menschen wollen mehr vom Leben – mehr Freiheit, mehr Erlebnisse. Und dafür brauchen sie nun einmal auch mehr Geld“, sagt Christian Mattasits,
Valentina Volcich mit Berater Markus Donner
CEO der Finanzfuchsgruppe. Für ihn steht deshalb nicht das einzelne Produkt im Mittelpunkt, sondern der Mensch: „Wir setzen bewusst auf eine Kommunikation, die Finanzberatung neu einordnet. Wir wollen Beratung dort sichtbar machen, wo sie tatsächlich Wirkung entfaltet: im Alltag, bei wichtigen Ent-
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scheidungen und in unterschiedlichen Lebensphasen.“ Mit ihren Influencer-Kooperationen übersetzt die Finanzfuchsgruppe diesen Anspruch in lebensnahe Geschichten. So wird Finanzberatung greifbarer, verständlicher und vor allem eines: näher am echten Leben.
Biometrie wird neu vermessen Zwischen besserer Vorsorge und gläsernem Kunden von René Schachinger Es gibt Wörter, die klingen harmlos. Fast technisch. Biometrie zum Beispiel. Das klingt nach Tabellen, nach Risikoprüfung, nach Aktuariat, nach Gesundheitsfragen und nach jenen Formularen, bei denen man spätestens auf Seite drei kurz überlegt, ob man in den letzten fünf Jahren wirklich jemals Rückenschmerzen hatte. Oder ob man sie nur deshalb bekommt, weil man gerade das Formular ausfüllt. Dabei geht es bei Biometrie um weit mehr. Es geht um Berufsunfähigkeit. Um schwere Krankheit. Um Pflege. Um Ableben. Um Einkommensschutz. Um all jene Themen also, über die man nicht gerne spricht, solange alles funktioniert. Und über die man sehr schnell sprechen möchte, wenn es nicht mehr funktioniert. Und genau deshalb ist dieses Thema nicht theoretisch. Österreich wird älter. Die geglättete Sterbetafel 2022 bis 2024 weist eine Lebenserwartung von 79,44 Jahren bei Männern und 84,11 Jahren bei Frauen aus. Das ist erfreulich. Aber länger leben heißt nicht automatisch länger gesund, länger arbeitsfähig oder länger finanziell unabhängig sein. Auch der Alltag liefert genug Hinweise. 2024 gab es in Österreich mehr als 6 Millionen Krankenstandsfälle. Im Durchschnitt entfielen 15,1 Krankenstandstage auf jede erwerbstätige Person. Krebs ist ebenfalls keine Randnotiz der Statistik: 2023 wurden in Österreich 46.518 Krebsneuerkrankungen dokumentiert. Und beim Thema Pflege zeigt sich die Dimension besonders deutlich: Zum Stichtag 31. Dezember 2024 waren rund 494.000 Menschen in Österreich pflegegeldberechtigt. Das entspricht 5,37 Prozent der Bevölkerung. Das sind keine Zahlen für Angstverkauf. Das sind Zahlen für Realismus.
Neu ist Biometrie in der Versicherung nicht. Die Branche beschäftigt sich seit Jahrzehnten damit. Neu ist aber die Bedeutung, die dieses Thema gerade bekommt. Denn Biometrie wird neu vermessen. Nicht nur medizinisch. Nicht nur aktuariell. Sondern strategisch, vertrieblich und gesellschaftlich. Versicherer wollen Risiken besser verstehen. Kunden wollen leistbaren und passenden Schutz. Vermittler brauchen klare Produkte, nachvollziehbare Annahmeprozesse und eine Beratungslogik, die man auch erklären kann, ohne nach dem dritten Satz den Raum zu verlieren. Genau hier beginnt Spannung. Daten sind Macht. Das klingt hart, ist aber so. Wer mehr über Risiken weiß, kann genauer kalkulieren. Wer genauer kalkulieren kann, kann Produkte besser bauen. Und wer Produkte besser baut, kann Kunden im Idealfall passender absichern. Für den Markt ist das grundsätzlich eine Chance. Gesundheitsdaten, Berufsgruppen, medizinischer Fortschritt, Lebensstil, Prävention und digitale Auswertungen schaffen Möglichkeiten, die vor einigen Jahren noch schwer vorstellbar waren. Risiken können differenzierter betrachtet werden. Pauschale Ablehnungen können seltener werden. Prämien können fairer kalkuliert werden. Deckungskonzepte können näher an der tatsächlichen Lebensrealität der Kunden entstehen. Das ist die gute Seite. Und wie das bei guten Seiten oft so ist, gibt es auch eine Rückseite. Je genauer ein Risiko be-
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wertet wird, desto persönlicher wird die Frage, welche Informationen ein Kunde preisgeben muss. Aus einer vernünftigen Risikoprüfung kann beim Kunden schnell das Gefühl entstehen, vollständig durchleuchtet zu werden. Dann lautet die Frage nicht mehr nur: Bekomme ich Versicherungsschutz? Sondern: Wie viel muss ich von mir offenlegen, um überhaupt noch versicherbar zu sein? Und an diesem Punkt wird Biometrie zur Vertrauensfrage. Denn der Kunde ist kein Datensatz. Er ist auch keine Sammlung aus Diagnosen, Risikofaktoren, Berufsmerkmalen, Hobbys, Gewohnheiten und statistischen Wahrscheinlichkeiten. Er ist ein Mensch. Ein Mensch, der Absicherung sucht, weil im Ernstfall Einkommen, Familie, Kredit, Betrieb oder Lebensstandard auf dem Spiel stehen. Und genau deshalb ist Biometrie so wichtig. Nicht als Produktkategorie für Spezialisten. Nicht als Randthema in der Vorsorgeberatung. Sondern als Fundament jeder ernst gemeinten Finanzplanung.
Die Branche muss sich dabei eine unbequeme Frage gefallen lassen: Wenn Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Pflege und schwere Krankheit so zentrale Lebensrisiken sind, warum wirken sie im Vertrieb oft trotzdem wie ein Nebenschauplatz? Auch die Marktzahlen zeigen diese Schieflage. Im VVO Datenteil zum Neugeschäft der Lebensversicherung mit laufender Prämie wurden 2024 bei Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen 6.766 Verträge ausgewiesen. Man muss diese Zahl nicht dramatisieren. Aber man sollte sie auch nicht schönreden. Für ein Risiko, das im Ernstfall die gesamte wirtschaftliche Existenz eines Menschen verändern kann, ist das kein Signal von Überversorgung. Natürlich braucht Versicherung Daten. Ohne Daten gibt es keine Kalkulation. Ohne Kalkulation gibt es keine tragfähigen Produkte. Und ohne tragfähige Produkte gibt es keine stabile Risikogemeinschaft. So einfach ist das. Aber Daten brauchen Maß. Und Zweck. Und eine Erklärung, die beim Kunden ankommt. Es macht einen Unterschied, ob Daten dazu dienen, bessere Vorsorge zu ermöglichen, oder ob sie beim Kunden das Gefühl auslösen, dass
am Ende nur noch die Besten, Gesündesten und Schönwetterrisiken zu vernünftigen Bedingungen versichert werden können. Genau hier muss die Branche aufpassen. Biometrie darf nicht zu einem Selektionsspiel werden, bei dem immer genauer gesucht wird, wer noch in das gewünschte Risikoprofil passt. Sie muss ein Instrument bleiben, um Menschen sinnvoll abzusichern. Das ist ein großer Unterschied. Für Vermittler bedeutet das: Die Beratung wird anspruchsvoller. Es reicht nicht mehr, Produkte zu erklären und Prämien zu vergleichen. Es muss erklärt werden, warum bestimmte Fragen gestellt werden. Wofür Gesundheitsangaben notwendig sind. Warum eine ordentliche Risikoprüfung am Ende auch dem Kunden dient. Und warum biometrische Absicherung nicht irgendein Zusatzbaustein ist, den man vielleicht irgendwann einmal macht, wenn alles andere erledigt ist. Dieses irgendwann ist in der Vorsorge ein gefährliches Wort. Die beste Pensionslösung hilft wenig, wenn die Sparrate nach einer Krankheit nicht mehr bezahlt werden kann. Die beste Veranlagung verliert an Bedeutung, wenn ein Einkommen dauerhaft wegfällt. Und der strategische Fi-
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nanzplan bricht, wenn das wichtigste Kapital nicht geschützt ist: die eigene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig muss die Branche ehrlich bleiben. Mehr Daten bedeuten nicht automatisch bessere Beratung. Mehr Daten bedeuten zuerst mehr Verantwortung. Verantwortung im Umgang mit sensiblen Informationen. Verantwortung in der Produktentwicklung. Verantwortung in der Kommunikation. Und Verantwortung gegenüber einem Kunden, der verstehen muss, warum Transparenz notwendig ist, ohne sich gläsern zu fühlen. Denn der gläserne Kunde ist kein Fortschritt. Er ist eine Warnung. Fortschritt entsteht dort, wo Daten helfen, Menschen besser zu schützen. Nicht dort, wo sie nur dazu dienen, Risiken eleganter auszusortieren. Die Zukunft der Biometrie wird daher nicht allein daran entschieden, wie präzise Versicherer Risiken berechnen können. Sie wird daran entschieden, ob es gelingt, aus Daten bessere Absicherung zu machen und nicht nur bessere Selektion. Am Ende wird der Kunde eine sehr einfache Frage stellen: Dienen diese Daten meinem Schutz oder nur der Kalkulation des Versicherers? Wenn die Branche darauf keine gute Antwort hat, wird Vertrauen verloren gehen. Wenn sie aber eine gute Antwort gibt, kann Biometrie zu dem werden, was sie eigentlich sein sollte: das Fundament moderner Vorsorgeberatung. Nicht als Angstthema. Nicht als reines Produktsegment. Nicht als Formularfriedhof. Sondern als ehrliche Auseinandersetzung mit der Frage, was finanziell weiterlaufen muss, wenn das Leben nicht nach Plan läuft. Denn eines ist sicher: Das Leben hält sich selten an Annahmerichtlinien - Gute Vorsorge sollte es trotzdem aushalten.
Betriebliche Altersvorsorge – Einer der spannendsten Wachstumsmärkte der österreichischen Versicherungsund Finanzbranche Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und steigendes Vorsorgebewusstsein verändern den Markt nachhaltig. Warum die betriebliche Altersvorsorge heute weit mehr ist als ein Versicherungsprodukt und weshalb daraus enorme Chancen für Unternehmen und Vermittler entstehen. von KommR Arno Slepice, Geschäftsführer businesspoint consulting & vorsorge gmbh Die betriebliche Altersvorsorge entwickelt sich zunehmend zum Einstieg in eine ganzheitliche betriebliche Vorsorge – und damit zu einem strategischen Instrument moderner Unternehmensführung. Während in Österreich intensiv über das gesetzliche Pensionsantrittsalter diskutiert wird, verändert sich der Markt bereits heute – und zwar deutlich schneller, als vielen bewusst ist. Der demografische Wandel, der zunehmende Fachkräftemangel und das wachsende Bewusstsein für die finanzielle Absicherung im Alter machen die betriebliche Altersvorsorge zu einem der spannendsten Wachstumsmärkte der österreichischen Versicherungs- und Finanzbranche. Die Herausforderungen unseres Pensionssystems sind bekannt. Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich, während das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Pensionisten zunehmend unter Druck gerät. Viele Arbeitnehmer stellen sich deshalb schon heute die berechtigte Frage, ob die gesetzliche Pension künftig ausreichen wird, um ihren gewohnten Lebensstandard im Ruhestand sichern zu können. Ein ähnlicher Wandel zeigt sich am Arbeitsmarkt. Nach aktuellen Daten des
Sozialministeriums sind bereits mehr als 30 Prozent aller Beschäftigten in Österreich 50 Jahre oder älter. Gleichzeitig kämpfen Unternehmen nahezu aller Branchen um qualifizierte Mitarbeiter. Der Wettbewerb wird längst nicht mehr ausschließlich über das Gehalt entschieden. Arbeitgeber müssen attraktive Rahmenbedingungen schaffen und ihren Mitarbeitern langfristige Perspektiven bieten. Genau hier beginnt für mich der eigentliche Stellenwert der betrieblichen Vorsorge. Wer heute ausschließlich über die Altersversorgung spricht, greift zu kurz. Moderne betriebliche Vorsorge bedeutet, Unternehmen und ihre Mitarbeiter ganzheitlich zu begleiten. Neben der Altersvorsorge können – abhängig von den individuellen Anforderungen – auch Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitsabsicherung, Hinterbliebenenvorsorge, Gesundheitslösungen oder weitere betriebliche Benefits Bestandteil eines durchdachten Vorsorgekonzeptes sein. Die Altersvorsorge bildet dabei häufig den Einstieg, das eigentliche Ziel ist jedoch eine langfristige Vorsorge- und Personalstrategie, von der
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KommR Arno Slepice
Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren. Die Marktentwicklung bestätigt diesen Trend eindrucksvoll. Laut Österreichischer Nationalbank sind die Ansprüche österreichischer Haushalte aus der betrieblichen Altersvorsorge zwischen 2019 und 2025 um rund 24 Prozent auf 74,3 Milliarden Euro gestiegen. Dennoch macht die zweite Säule der Altersvorsorge mit rund 8 Prozent erst einen vergleichsweise geringen Anteil am Geldvermögen privater Haushalte aus. Der Markt wächst dynamisch – sein Potenzial ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft.
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Das eigentliche WachsDarstellung bei einmaliger Kapitalabfindung APK Tarif 2026 zum Pensionsantritt auf Basis dieser tumspotenzial liegt nicht vereinfachten Modellrechnung. darin, bestehende Lösungen zu ersetzen. Es liegt vielmehr bei den zahlUnternehmen Beginn Bewertetes Alter Monatlicher Sparbetrag reichen österreichischen Muster GmbH 2026-09-01 46 Jahre 1.000,00 € Klein- und Mittelbetrieben, die sich mit der betrieblichen Vorsorge bisErtrag Kapital garantiert Jahresrente garantiert lang kaum oder gar nicht 178.303 143.588 4.696 beschäftigt haben. EUR EUR brutto p.A. Viele Unternehmer wissen zwar, dass das staatJahresrente inkl. Gewinn* liche Pensionssystem vor Kapital inkl. Gewinn* Liquiditätsaufwand 17.119 großen Herausforderungen 429.116 250.813 davon klassisch: EUR 6.121 steht und der Fachkräftedavon klassisch: EUR 187.594 EUR davon fondsgebunden: EUR 10.998 davon fondsgebunden: EUR 241.522 mangel den Arbeitsmarkt brutto p. A. nachhaltig verändert. Was häufig fehlt, ist ein verständlicher Überblick über Liquiditatsaufwand im Endversteuert beim € 250.813 die Möglichkeiten und Unternehmen Begünstigten bei € 321.837 den wirtschaftlichen NutHälfte-Steuersatz (Annahme: 25%) zen betrieblicher Vorsorge+ Ertrag im € 178.303 Endversteuert beim Unternehmen lösungen. Begünstigten bei € 214.558 Genau an dieser Stelle Steuersatz 50% beginnt die eigentliche BeKapital inkl. Gewinn Steuerersparnis im € 429.116 zum Endalter * ratungsleistung. Unternehmen bei € 74.918 Für VersicherungsKapitalabfindung makler, Versicherungsagenten und Vermögensberater eröffnet sich damit eine außergewöhnliche Chance. Liquiditätsaufwand, garantierte LeisDie betriebliche Vorsorge zählt zu den Fazit anspruchsvollsten Beratungsfeldern untungen, mögliche Mehrleistungen und serer Branche. Steuerliche, arbeitsrechtsteuerliche Auswirkungen können transIch bin überzeugt, dass wir erst am Anfang dieser Entwicklung stehen. Unterliche, betriebswirtschaftliche und verparent visualisiert und unterschiedliche nehmen, die heute in die Zukunft ihrer Varianten unmittelbar miteinander versicherungstechnische Fragestellungen Mitarbeiter investieren, investieren glichen werden. Komplexe Zusammengreifen ineinander. Wer Unternehmen gleichzeitig in ihre eigene Zukunft. hänge werden dadurch verständlich und hier kompetent begleitet, verkauft keine Die betriebliche Altersvorsorge ist Produkte – er entwickelt gemeinsam mit fundierte Entscheidungen deutlich erheute weit mehr als eine Ergänzung der seinen Kunden nachhaltige Lösungen, leichtert. gesetzlichen Pension. Sie ist häufig der die über viele Jahre Bestand haben. Digitalisierung ersetzt den persönliEinstieg in eine ganzheitliche betrieblichen Berater dabei nicht – sie macht ihn che Vorsorge und entwickelt sich zu eibesser. Sie reduziert administrative TäDigitalisierung macht tigkeiten, erhöht die Beratungsqualität nem strategischen Instrument moderner Beratung besser und schafft mehr Zeit für das WesentUnternehmensführung. Wer diesen Wandel frühzeitig erParallel dazu verändern sich auch die liche: Vertrauen aufbauen, individuelle kennt und Unternehmen aktiv bei der Erwartungen der Unternehmer. EntStrategien entwickeln und Unternehscheidungen werden heute zunehmend men langfristig begleiten. Entwicklung nachhaltiger Vorsorgedatenbasiert getroffen. Unternehmer erGerade bei komplexen Vorsorgekonzepte begleitet, wird nicht nur von warten nachvollziehbare Berechnungen, konzepten erwarten Unternehmer heute einem wachsenden Markt profitieren, transparente Entscheidungsgrundlagen dieselbe Transparenz wie bei anderen Insondern sich als unverzichtbarer Partund verständliche Szenarioanalysen. ner seiner Unternehmenskunden posivestitionsentscheidungen. Moderne BeModerne digitale Beratungslösuntionieren. Darin liegt aus meiner Sicht ratungssysteme schaffen genau diese gen ermöglichen es heute, komplexe Transparenz und werden damit zuneheines der größten Wachstumspotenziale Vorsorgekonzepte innerhalb weniger mend zu einem entscheidenden Wettfür die österreichische VersicherungsMinuten übersichtlich darzustellen. bewerbsfaktor. und Finanzbranche.
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Alle Eier in einem Korb Österreich zählt bei der staatlichen Altersvorsorge zu den Spitzenreitern Europas – beim Einsatz des Kapitalmarkts dagegen zu den Nachzüglern. Während viele Länder ihre Pensionen auf mehrere Säulen stützen, warnt WIFO-Experte Thomas Url vor den Risiken der Einseitigkeit: Langfristig sei das reine Umlagesystem nicht leicht zu stemmen. von Mag. Christian Sec „Wenn man Österreich mit vergleichbaren westeuropäischen Ländern vergleicht, sieht man, dass Österreich den Kapitalmarkt überhaupt nicht für die Altersvorsorge nutzt“, erklärt Thomas Url, Pensionsexperte des WIFO, bei einem Vortrag vor Journalisten in Wien. Der Vergleich der Einkommensersatzraten aus verpflichtenden und freiwilligen Altersvorsorgesystemen mit anderen europäischen Ländern zeigt die Schieflage des österreichischen Pensionssystems. Österreich erreicht zwar eine vergleichsweise hohe Bruttoersatzrate von 74 Prozent, diese beruht jedoch fast ausschließlich auf öffentlichen Beiträgen. Viele Länder haben dagegen ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen öffentlicher und privater Altersvorsorge geschaffen – bei einer ähnlichen Brut-
toersatzrate. Zwei Beispiele dafür sind die Niederlande und Dänemark. In den Niederlanden liegt die Einkommensersatzrate der öffentlichen Altersvorsorge laut OECD-Daten bei lediglich 29 Prozent. Große Betriebspensionsfonds sichern zusätzlich fast die Hälfte des Lebenseinkommens ab. Auch in Dänemark weist die öffentliche Altersvorsorge eine ähnliche Ersatzrate auf. Ergänzt wird diese durch verpflichtende private Vorsorgeelemente, die – anders als in den Niederlanden – über verpflichtende Lebensversicherungen organisiert sind und ebenfalls einen erheblichen Teil des Einkommens im Alter ersetzen. Ein Vorteil des Umlageverfahrens liegt laut Url darin, einer Generation unmittelbar Pensionen zu ermöglichen, ohne dass diese zuvor über Jahrzehnte
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Beiträge geleistet haben muss – ein Vorteil, der etwa beim Wiederaufbau nach dem Krieg praktisch war.
Startproblematik Umgekehrt ist der Übergang vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren schwierig, weil das Kapitaldeckungsverfahren eine Ansparphase benötigt. „Eine vollständige Umstellung ist kostspielig“, sagt Url. Denn die Übergangsgeneration müsste doppelt zahlen: für aktuelle Pensionisten und gleichzeitig für die eigene Altersvorsorge. Nach einer klassischen Regel ist das Kapitaldeckungsverfahren vor allem dann sinnvoll, wenn die Rendite höher ist als das Bevölkerungswachstum. Umgekehrt ist das Umlageverfahren vorteilhaft, wenn das Bevölkerungswachstum höher ist als die Verzinsung. Laut Url gab es in den vergangenen Jahrzehnten Phasen, in denen jeweils das eine oder das andere System Vorteile hatte. Seine Schlussfolgerung lautet daher: „Das zeigt, dass es gut ist, wenn man die Eier nicht alle in einen Korb legt.“ Zudem weist Url darauf hin, dass das reine Umlageverfahren durch die demografische Entwicklung unter Druck gerät: Immer weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Pensionisten. „Das schafft ein Finanzierungsproblem.“ Ein weiterer Vorteil kapitalgedeckter Systeme liegt laut Url darin, dass das Kapital international investiert werden kann. Dadurch
könnten Erträge aus stärker wachsenden Volkswirtschaften nach Österreich zurückfließen. „Das ist ein Vorteil, der in Österreich liegen gelassen wird – und wahrscheinlich einer der größten Fehler der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge.“ Zusätzlichen Druck erzeugt die steigende Lebenserwartung, die die durchschnittliche Pensionsbezugsdauer verlängert. Url erläutert: „Wenn man 40 Jahre erwerbstätig ist und über 20 Jahre Pension bezieht, kommt man – inklusive Wirtschaftswachstum – in Beitragssatzregionen, die wirklich hoch sind“, und das sei langfristig „nicht leicht zu stemmen“. Auch deshalb lohnt ein Blick ins EU-Ausland. Während das gesetzliche Pensionsalter von 65 Jahren in Österreich als unantastbar gilt, planen zahlrei-
che europäische Länder bereits umfangreiche Anpassungen. Häufig kommen automatische Mechanismen zum Einsatz: In Italien, Dänemark, Schweden oder den Niederlanden steigt das Pensionsalter mit der Lebenserwartung. Dänemark verfolgt dabei das konsequenteste Modell: Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, erhöht sich auch das Pensionsalter um ein Jahr. Die Niederlande und Schweden koppeln die Anpassung mit rund zwei Dritteln etwas moderater.
Reförmchen Reformen erscheinen aus Urls Sicht dringend. Der Finanzierungsbedarf des Pensionsversicherungssystems steigt kontinuierlich. Im Jahr 2024 lag er bei 18,6 Milliarden Euro. Bis 2030
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steigt dieser laut Alterssicherungskommission auf 27 Milliarden Euro beziehungsweise von 3,8 auf 4,5 Prozent des BIP. Mehr als ein Viertel der Staatsausgaben fließt bereits in den Bereich Alter und Pensionen. „Die Politik muss sich fragen, ob sie wirklich so viel in die Alterssicherung investieren will – oder ob nicht mehr Mittel für Gesundheit oder Forschung und Entwicklung frei werden sollten.“ Laut Url bestehen grundsätzlich vier Reformoptionen: Erstens die Anhebung des vergleichsweise niedrigen tatsächlichen Pensionsantrittsalters – Österreich geht im EU-Vergleich um mehr als ein Jahr früher in Pension. Zweitens die Reduktion der vergleichsweise hohen Ersatzraten der Erstpension. Die Nettoersatzrate liegt bei Durchschnittseinkommen bei knapp 87 Prozent und damit fast 20 Prozent über dem EUDurchschnitt. Drittens Anpassungen bei der Indexierung der Bestandspensionen. Und viertens der Aufbau kapitalgedeckter Elemente. „Mit dem Umlageverfahren sind wir reichlich versorgt, uns fehlt es jedoch am Kapitalelement.“ Mit der Pensionsreform 2025 wurde die Korridorpension um ein Jahr eingeschränkt – das Antrittsalter dafür steigt von 62 auf 63 Jahre. Durch die Erhöhung der erforderlichen Versicherungsjahre von 40 auf 42 erwartet Url einen positiven Effekt bei der Steigerung des durchschnittlichen Pensionsantrittsalters. Die Flexibilisierung bei der Teilpension – also Teilzeitarbeit bei gleichzeitigem Bezug einer Teilpension – werde derzeit noch wenig genutzt. Zusätzlich soll mit einem Opt-in-Modell für Vorsorgekassen die betriebliche Altersvorsorge gestärkt werden. Dabei können Abfertigungsansprüche in Pensionskassen übertragen werden, um statt garantierter Veranlagung höhere Renditechancen zu nutzen. Das sei eine günstige Möglichkeit, kapitalgedeckt anzusparen.
Betriebliche Vorsorge: Der Vergleich entscheidet Für geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH stellt sich regelmäßig die Frage, wie Kapital steueroptimiert aus dem Unternehmen entnommen und für die Vorsorge eingesetzt werden kann. Ob eine betriebliche Pensionszusage tatsächlich vorteilhafter ist als eine private Vorsorgelösung, lässt sich aber nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist eine ehrliche Vergleichsrechnung. Die Beratung zur Altersvorsorge von GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführern ist komplex. In der Praxis treffen dabei häufig unterschiedliche Sichtweisen aufeinander: Vorsorgeberater betonen die Vorteile betrieblicher Lösungen, Steuerberater beurteilen diese mitunter deutlich zurückhaltender. Beides kann nachvollziehbar sein – problematisch wird es aber dann, wenn die zugrunde liegenden Berechnungen unvollständig sind oder wesentliche Parameter nicht ausreichend berücksichtigt werden. MMag. Florian Steger, geschäftsführender Gesellschafter der STECON Betriebsvorsorge GmbH und gerichtlich beeideter Sachverständiger für betriebliche Altersvorsorge, sieht genau hier einen zentralen Beratungsbedarf. Die Frage, wie GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer Kapital aus ihrer Gesellschaft entnehmen und für private oder betriebliche Vorsorgelösungen nutzen können, erfordere regelmäßig eine detaillierte Gegenüberstellung mehrerer Varianten.
Steuerliche Vorteile sind nur ein Teil der Rechnung Auf den ersten Blick erscheint die betriebliche Pensionszusage oft attrak-
tiv. Während bei klassischen Gewinnausschüttungen Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer anfallen und Geschäftsführerbezüge mit Einkommensteuer sowie Sozialversicherung belastet sein können, wird bei der betrieblichen Pensionszusage zunächst ein höherer Betrag für die Vorsorge wirksam. Die Versteuerung erfolgt erst in der Leistungsphase, also etwa bei Pensionsantritt oder bei einer späteren Abfindung.
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt den Unterschied: Ein Geschäftsführer mit einem Jahresbezug von 75.000 Euro möchte zusätzlich 10.000 Euro pro Jahr für die Vorsorge einsetzen. Wird dieser Betrag über eine betriebliche Pensionszusage investiert, steht im Beispiel der volle Betrag für das Vorsorgeprodukt zur Verfügung. Bei einer privaten Vorsorgelösung über eine Gehaltserhöhung reduziert sich der investierbare Betrag hingegen durch Sozialversiche-
MMag. Florian Steger
rung und Einkommensteuer deutlich. Im angeführten Beispiel führt die betriebliche Variante zu einer höheren monatlichen Nettorente als die private Vorsorge. Daraus könnte der Eindruck entstehen, dass die betriebliche Pensionszusage klar überlegen ist. Genau an diesem Punkt warnt Steger jedoch vor vorschnellen Schlussfolgerungen.
Die Pensionsphase wird oft zu wenig mitgerechnet Denn entscheidend ist nicht nur, wie viel während der aktiven Erwerbsphase investiert werden kann. Ebenso wichtig ist die spätere steuerliche Situation in der Pensionsphase. Hat der Geschäftsführer im Ruhestand neben der gesetzlichen Pension noch weitere Einkünfte, etwa aus Vermietung und Verpachtung, kann sich der Grenzsteuersatz auf die betriebliche Pension erhöhen. Der Vorteil der betrieblichen Vorsorge kann dadurch spürbar sinken. Im Beispiel verändert sich das Ergebnis deutlich, wenn in der Pensionsphase zusätzliche Vermietungseinkünfte von 2.000 Euro pro Monat berücksichtigt werden. Die betriebliche Vorsorge bleibt zwar weiterhin vorteilhaft, der Abstand zur privaten Vorsorge fällt aber geringer aus. Genau solche Effekte werden in einfachen Vergleichsrechnungen häufig nicht ausreichend dargestellt. Ein weiterer Punkt ist das gesetzliche Pensionskonto. Wird eine
Gehaltserhöhung gewählt und liegt der Geschäftsführer unter der Höchstbeitragsgrundlage, können zusätzliche Pensionsversicherungsbeiträge zu einer höheren gesetzlichen Pension führen. Eine betriebliche Pensionszusage beeinflusst das gesetzliche Pensionskonto hingegen in der Regel nicht, weil darauf keine entsprechenden Pensionsversicherungsbeiträge entfallen. Vereinfacht gesagt: Keine Beiträge, keine zusätzliche Leistung aus dem gesetzlichen System.
Keine pauschale Antwort Damit wird deutlich: Die betriebliche Pensionszusage kann ein sehr wirkungsvolles Instrument sein, um steuerliche Vorteile zu nutzen und eine zusätzliche Pensionssäule aufzubauen. Sie ist aber nicht automatisch in jeder Konstellation die wirtschaftlich beste Lösung. Das Ergebnis hängt von zahlreichen Faktoren ab – vom aktuellen Geschäftsführerbezug, der Sozialversicherungssituation, der steuerlichen Progression, der Laufzeit bis zur Pensionierung, den erwarteten späteren Einkünften und der Entwicklung des gesetzlichen Pensionskontos. Für die Beratung bedeutet das: Ein Vergleich darf nicht nur die Investitionsphase betrachten. Er muss auch die Leistungsphase, die Steuerwirkung im Ruhestand und mögliche Auswirkungen auf die gesetzliche Pension berücksichtigen. Erst dann entsteht ein realistisches Bild. Steger bringt den Kern der Diskussion damit auf eine einfache Frage: Geht es darum, ein Produkt zu verkaufen – oder darum, tatsächlich zu beraten? Gerade bei der Vorsorge von GmbH-GesellschafterGeschäftsführern entscheidet diese Unterscheidung über die Qualität der Empfehlung. Eine ehrliche Vergleichsrechnung zeigt nicht immer das einfachste Ergebnis, aber sie schafft die Grundlage für eine tragfähige Entscheidung.
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Ruhestandsplanung beginnt nicht erst mit dem Pensionsantritt Die steigende Lebenserwartung verändert die finanzielle Planung für den Ruhestand grundlegend. Christian Nuschele von Standard Life spricht über lange Pensionsphasen, den oft unterschätzten Liquiditätsbedarf im Alter und darüber, warum Berater stärker in Zahlungsströmen denken sollten. Die Lebenserwartung steigt, die Pensionsphase kann heute 25 oder sogar mehr als 30 Jahre dauern. Was bedeutet das konkret für die Ruhestandsplanung? Nuschele: Der deutlichste Effekt ist, dass wir für die Pensionsphase mittlerweile über Zeiträume sprechen, die man früher als langfristiges Investieren bezeichnet hätte. Alles, was über zehn oder 15 Jahre hinausging, galt als wirklich langfristig. Heute reden wir im Ruhestand über 25 oder 30 Jahre. Das ist für viele Menschen schwer greifbar. Gleichzeitig wird oft vergessen, dass auch in dieser Phase weiter investiert werden muss, um über diese lange Strecke zu kommen. Investieren heißt dabei auch: Produktivkapital, Aktien, volatilere, aber chancenorientiertere Kapitalanlagen. Denn am Ende wird man diese Chancen brauchen. Viele Menschen denken bei Altersvorsorge vor allem an den Vermögensaufbau. Wird die Frage, wie daraus später ein regelmäßiges Einkommen wird, noch zu wenig beleuchtet? Nuschele: Ja, eindeutig. Die Denkeweise ist meist auf den Aufbau ausgerichtet. Wenn jemand über Altersvorsorge spricht, geht es in der Regel darum, welche Pension zu erwarten ist, welche Pensionslücke möglicherweise entsteht, und was getan werden muss, um diese Lücke bis zum Pensionsbeginn zu schließen.
Was danach kommt, wird zu wenig durchleuchtet: jene 25 oder 30 Jahre, in denen Inflation, veränderter Kapitalbedarf und veränderter Liquiditätsbedarf eine große Rolle spielen. Der Liquiditätsbedarf im Ruhestand verläuft nicht linear. Zu Beginn ist er oft hoch, weil viele Menschen aktiv sind, reisen möchten und sich Hobbys widmen. Später kann dieser Bedarf zunächst sinken, um im letzten Drittel wieder deutlich zu steigen – etwa durch Pflege- und Gesundheitskosten. Woran liegt das?
ling: Wofür ist welches Geld da, wann wird es gebraucht und wie muss es investiert sein, damit der Plan aufgehen kann? Wann sollte man mit dieser Planung beginnen? Nuschele: Die eigentliche Altersvorsorgeplanung sollte aus meiner Sicht etwa zwischen 25 und 30 beginnen. Mit 18 geht es meist eher darum, ein Sparverhalten zu entwickeln und zu verstehen, dass nicht alles, was am Konto landet, sofort wieder ausgegeben werden sollte. Wenn es auf die 50 zugeht, beginnt der Übergang von der Altersvorsorgeplanung in die Ruhestandsplanung. Dann sollte man Bilanz ziehen: Wie haben bisherige Sparpläne funktioniert? Wie haben sich Pensionsansprüche entwickelt? Was hat sich beruflich und familiär verändert? Und auch: Wie lange will ich arbeiten, wo will ich leben und welche finanziellen Mittel brauche ich dafür? Mit 70 kann man auf die Höhe des Angesparten kaum noch großen Einfluss nehmen. Aber auch dann kann
Nuschele: Weil Altersvorsorgeplanung häufig darauf reduziert wird, dass zu Pensions- bzw. Rentenbeginn genug vorhanden sein soll. Aber dieses „genug“ hat viele Aspekte. Man muss antizipieren, wie das Leben verlaufen könnte, welche Pläne jemand hat, welche Mittel angespart wurden, wo diese investiert sind, wie liquide sie sind und wofür sie später gedacht sind. Will ich das Geld verbrauchen? Will ich es vererben? Soll ein Teil vielleicht an Kinder oder Enkel gehen? Und wann wird welches Geld tatsächlich gebraucht? Genau hier kommt das Denken in unterschiedlichen Die eigentliche Zahlungsströmen ins Spiel. Altersvorsorgeplanung Wir sprechen in sollte aus meiner Sicht etwa diesem Zusamzwischen 25 und 30 beginnen. menhang von Cashflow-Mode-
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man noch darüber nachdenken, wie die nächsten 15 oder 20 Jahre finanziell gestaltet werden. Standard Life hat aktuelle Ergebnisse einer INTEGRAL-Umfrage zur Generation 50 plus in Österreich präsentiert. Was hat Sie dabei besonders überrascht? Nuschele: Überrascht hat mich vor allem, dass sich das Bewusstsein im Vergleich zur letzten Studie kaum verändert hat. Viele grundlegende Fragen zur Auseinandersetzung mit Pension und Ruhestand wurden ähnlich beantwortet wie vor drei Jahren. Bemerkenswert war auch die starke Ablehnung bei der Frage, ob sich künftige Pensionisten vorstellen könnten, zugunsten der jüngeren Generation ihre Ansprüche ein Stück weit zurückzunehmen. Der überwiegende Teil sagte: auf gar keinen Fall oder eher nicht. Das zeigt, wie stark der Anspruch an die gesetzliche Pension verankert ist. Gleichzeitig wissen wir, dass die demografische Entwicklung das System unter Druck setzt. Darüber müsste ehrlicher gesprochen werden. 44 Prozent der Befragten würden sich angespartes Kapital bei Pensionsbeginn vollständig auszahlen lassen. Nur 18 Prozent bevorzugen eine lebenslange monatliche Rente. Ist das aus Sicht der Ruhestandsplanung problematisch? Nuschele: Es ist zumindest ein Thema, über das man sehr genau sprechen muss. Der Wunsch nach Verfügbarkeit ist nachvollziehbar. Menschen möchten Kontrolle über ihr Geld behalten. Aber wenn die Pensionsphase 25 oder 30 Jahre dauern kann, muss man sorgfältig planen, wie dieses Kapital über einen langen Zeitraum reichen soll. Eine Komplettauszahlung kann sinnvoll sein, wenn es dafür einen klaren Plan gibt. Problematisch wird es dann, wenn das Kapital zwar vorhanden ist, aber keine Struktur dahintersteht. Dann besteht die Gefahr, dass zu Beginn zu viel verbraucht wird und später, wenn Pflege- oder Gesundheitskosten steigen, zu wenig übrig ist. Deshalb geht es nicht um die eine richtige Lösung, sondern um die passende Kombination aus Verfügbarkeit, Sicherheit,
Renditechancen und laufendem Einkommen. Wie kann man Menschen stärker für diese Themen sensibilisieren? Nuschele: Wir als Standard Life sprechen vor allem mit unabhängigen Beratern, also mit gewerblichen Vermögensberatern und Versicherungsmaklern. Wir wollen unseren Geschäftspartnern helfen, über Zielgruppen nachzudenken, an die sie vielleicht noch nicht ausreichend denken. Gerade die Zielgruppe in Richtung Ruhestandsplanung wächst. Es ist eine Zielgruppe, in der häufig Vermögen vorhanden ist, das geordnet und strukturiert werden muss. Unsere Aufgabe ist es, Beratern Brücken zu bauen, wie sie mit ihren Kunden über diese Themen sprechen können. Ganz generell braucht es aber eine ehrlichere Kommunikation über Langlebigkeit und Ruhestand. Das betrifft den Staat, die Medien und die Branche. Es muss offen darüber gesprochen werden, dass längeres Leben auch längere Finanzierungsphasen bedeutet. Wie sieht eine gute Ruhestandsplanung in der Praxis aus? Nuschele: Nehmen wir eine 55-jährige Person. Dann geht es zunächst darum, Bilanz zu ziehen. Wie haben die bisherigen Sparprozesse funktioniert? Was ist aus klassischen Lebensversicherungen zu erwarten? Gibt es Fondssparpläne? Wo liegen Gelder bei Banken? Welche Produkte haben performt, welche nicht? Passen bestehende Verträge noch zur aktuellen Lebenssituation? Es geht nicht darum, wahllos umzudecken. Es geht um eine nüchterne Analyse: Hat das bisher funktioniert? Ist das Produkt noch passend? Gibt es Risiken, die abgesichert sind, obwohl sie heute vielleicht nicht mehr relevant sind? Und welche Anschlusslösungen sind transparent, kostengünstig und geeignet? Welche Rolle können fondsgebundene Lösungen dabei spielen?
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Es muss offen darüber gesprochen werden, dass längeres Leben auch längere Finanzierungsphasen bedeutet.
Nuschele: Aus Sicht der Ruhestandsplanung können fondsgebundene Lösungen gut passen, wenn sie flexibel und transparent sind. Gerade in einem Alter, in dem der Zeitpunkt der Verwendung näher rückt, sind Kosten, Transparenz und Flexibilität entscheidend. Ungezillmerte Konzepte können hier interessant sein, weil sie nicht dazu führen, dass Verträge jahrelang unter Wasser sind, bevor überhaupt ein Ergebnis erzielt werden kann. Man kann Gelder einbringen, Investmententscheidungen anpassen und die Laufzeit auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen. Auch bei Bankguthaben stellt sich die Frage: Ist eine reine Investmentlösung sinnvoll, oder kann eine Fondspolizze gegen Einmalerlag eine Alternative sein? Oft wird gesagt, dass solche Lösungen 15 Jahre laufen müssen, damit steuerliche Vorteile voll greifen. Aber genau über solche Zeiträume sprechen wir in der Ruhestandsplanung. 15 Jahre sind in diesem Zusammenhang nicht zwangsläufig lang. Was ist der häufigste Fehler in der Ruhestandsplanung? Nuschele: Zu spät zu beginnen und zu stark vom Produkt her zu denken. Gute Ruhestandsplanung beginnt nicht mit der Frage, welches Produkt verkauft werden soll. Sie beginnt mit dem Konzept: Was ist zu welchem Zeitpunkt gewünscht? Was ist notwendig? Welche Mittel sind vorhanden? Welche Möglichkeiten gibt es? Wenn der Plan steht, steigt auch die Bereitschaft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dann passen Produkte in eine Struktur hinein. Aber zuerst muss klar sein, wofür das Geld gebraucht wird – und wann. Danke für das Gespräch.
Reformbedarf ohne Opferbereitschaft Nur 16 Prozent wären bereit, auf einen Teil ihrer staatlichen Pension zu verzichten, um damit die Altersvorsorge künftiger Generationen zu sichern. Das geht aus einer von Integral im Auftrag von Standard Life durchgeführten Studie hervor, für die 653 Personen in Österreich im Alter von 50 bis 75 Jahren befragt wurden. von Mag. Christian Sec Auf den ersten Blick könnte man dies als charmante Eigenart des österreichischen Gemüts interpretieren – nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut.“ Doch überraschenderweise stehen wir mit dieser Haltung keineswegs allein da. Eine Umfrage des internationalen Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem Jahr 2025 zeigt, dass Mehrheiten in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zwar an der langfristigen Finanzierbarkeit ihrer staatlichen Pensionssysteme zweifeln, gleichzeitig aber in allen untersuchten Ländern die staatlichen Pensionen für zu niedrig halten. Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung unter den bereits Pensionierten. Entsprechend gering fällt auch der Optimismus der jüngeren Generation aus: Rund zwei Drittel blicken pessimistisch auf ihre künftige staatliche Pension. Gerade dieser Widerspruch zählt zu den größten politischen Hindernissen bei Pensionsreformen: Die Mehrheit erkennt zwar den Reformbedarf an, lehnt aber Maßnahmen ab, sobald diese mit persönlichen Nachteilen verbunden sind. Wie der Pensionsexperte des WIFO, Thomas Url, in einem Vortrag erläuterte, müsste bei einer Umstellung vom Umlage- auf ein Kapitaldeckungsverfahren die Übergangsgeneration doppelt zahlen – einerseits für die laufenden Pensionen, andererseits für den Aufbau der eigenen Altersvorsorge. Welche Generation möchte schon die neue Trümmergeneration sein, auf deren Schultern die nächste ihren Wohlstand aufbaut? Ein Bereich, in dem es immer wieder gelingt, Menschen
zu erheblichen Opfern zugunsten künftiger Generationen zu bewegen, ist der Krieg. Soldaten riskieren im Extremfall sogar ihr Leben, damit die nächste Generation in Freiheit leben kann. Ökonomisch betrachtet handelt es sich auch hier um einen Transfer in die Zukunft. Das zeigt, dass intergenerationeller Altruismus grundsätzlich möglich ist. Allerdings unterscheidet sich die Mobilisierung im Krieg grundlegend von jener für Pensionsreformen oder den Klimaschutz. Im Krieg wird eine unmittelbare existenzielle Bedrohung kommuniziert, die Angst erzeugt und die Bereitschaft erhöht, Opfer zu akzeptieren. Die Aussicht auf Sieg oder Niederlage lässt die Folgen des eigenen Handelns unmittelbar und eindeutig erscheinen. Pensionsreformen fehlt diese Unmittelbarkeit. Ihre Vorteile liegen oft Jahrzehnte in der Zukunft, während die Nachteile sofort spürbar sind. Verhaltensökonomen sprechen hier von der Gegenwartspräferenz: Menschen gewichten unmittelbare Verluste stärker als zukünftige Gewinne. Deshalb wird eine Anhebung des Pensionsalters häufig als unmittelbarer Verlust empfunden, obwohl sie langfristig der Stabilisierung des Systems dienen soll. Die heftigen Proteste in Frankreich gegen die Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters von 62 auf 64 Jahre haben dies eindrucksvoll gezeigt.
Wenn die Dringlichkeit allein nicht ausreicht, um die Bevölkerung für Reformen im Interesse künftiger Generationen zu gewinnen, braucht es möglicherweise institutionelle Lösungen. Einen bemerkenswerten Ansatz verfolgt Wales. Dort trat 2016 der „Well-being of Future Generations Act“ in Kraft. Das Gesetz verpflichtet öffentliche Stellen, die langfristigen Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf kommende Generationen zu berücksichtigen. Die unabhängige Future Generations Commissioner überwacht die Umsetzung, spricht Empfehlungen aus, berät Behörden und kann Missstände öffentlich anprangern. Zwar verfügt sie über kein Vetorecht, ihr Einfluss ist dennoch beträchtlich. So spielte Sophie Howe, die erste Amtsinhaberin, eine maßgebliche Rolle dabei, dass die walisische Regierung den milliardenschweren Ausbau der Autobahn M4 aufgab und ihre Verkehrspolitik stattdessen stärker auf klimafreundliche Mobilität ausrichtete.
„Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“ DI Georg Daurer, Vorstand der BONUS Pensionskassen AG, über Reformbedarf in der zweiten Säule, mehr Transparenz in der Altersvorsorge und Nachhaltigkeit zwischen Verantwortung und Performance. Die Bundesregierung will die betriebliche Altersvorsorge stärken. Für Georg Daurer ist der politische Grundgedanke richtig, die Umsetzung aber noch nicht konsequent genug. Im Gespräch erklärt der Vorstand der BONUS Pensionskassen AG, warum die zweite Säule früher ansetzen muss, weshalb Transparenz über alle Vorsorgebausteine entscheidend ist und warum Nachhaltigkeit in der Veranlagung immer auch mit Performance vereinbar sein muss. Hat die Regierung erkannt, dass im Pensionssystem Handlungsbedarf besteht? Daurer: Ja, grundsätzlich hat die Regierung erkannt, dass etwas getan werden muss. Der Gedanke ist richtig, die Umsetzung ist aus meiner Sicht aber noch nicht ausreichend. In der ersten Säule wird es langfristig um eine faktische Erhöhung des Pensionsalters gehen. Viele Menschen stellen sich ohnehin bereits darauf ein, länger arbeiten zu müssen. Auch in der zweiten Säule gibt es Reformbedarf, insbesondere bei der Abfertigung neu beziehungsweise beim BMSVG. Dass man nach mehr als 20
Kleine Beiträge brauchen lange Zeiträume, bis daraus ein Kapitalstock entsteht, der groß genug ist, um eine spürbare Pensionsleistung zu finanzieren.
Jahren feststellt, dass die ursprüngliche Konstruktion nicht optimal war, kommt spät. Entscheidend ist jetzt, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Was müsste bei der zweiten Säule anders laufen? Daurer: Es geht darum, von Beginn an Kapital aufzubauen, aus dem später tatsächlich eine zusätzliche Pension entstehen kann. Kleine Beiträge brauchen lange Zeiträume, bis daraus ein Kapitalstock entsteht, der groß genug ist, um eine spürbare Pensionsleistung zu finanzieren. Das dauert 20 Jahre oder länger. Deshalb müsste stärker in Richtung Vorsorge gedacht werden. Wenn Kapital erst spät pensionsorientiert veranlagt wird, ist viel Potenzial verloren. Je früher begonnen wird, desto eher kann daraus eine echte Zusatzpension entstehen. Wie kann man Arbeitnehmer stärker für die betriebliche Altersvorsorge sensibilisieren? Daurer: In Österreich ist die Haltung stark verbreitet, dass
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Der Bürger sollte mehr Freiheit bekommen, aber auch mehr Verantwortung übernehmen können.
der Staat es schon richten wird. Diese Mentalität muss sich ändern. Der Bürger sollte mehr Freiheit bekommen, aber auch mehr Verantwortung übernehmen können. Gleichzeitig braucht es konkrete Maßnahmen. Die Lohnnebenkosten sollten gesenkt werden, während die Beiträge zur betrieblichen Vorsorge schrittweise erhöht werden könnten. Die derzeitigen 1,53 Prozent stammen aus der Einführungsphase des Modells Anfang der 2000er-Jahre. Aus heutiger Sicht ist das zu wenig. Eine Möglichkeit wäre, bei Kollektivvertragserhöhungen einige Basispunkte zusätzlich für die Vorsorge vorzusehen. Verstehen die Menschen solche Zusammenhänge? Daurer: Ja. Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar. Es wird oft unter-
Man muss es verständlich erklären, aber man sollte den Menschen nicht von vornherein absprechen, solche Zusammenhänge begreifen zu können.
schätzt, dass viele sehr wohl verstehen, was langfristig notwendig ist. Man muss es verständlich erklären, aber man sollte den Menschen nicht von vornherein absprechen, solche Zusammenhänge begreifen zu können. Wichtig ist auch die Art der Kommunikation. Mit Angst erreicht man wenig. Altersvorsorge sollte nicht als Drohszenario vermittelt werden, sondern als Möglichkeit, selbst etwas zu gestalten. Braucht Österreich ein neues Verständnis von Vorsorge? Daurer: Ja. Die gesetzliche Pension bleibt wichtig und ist grundsätzlich ein gutes System. Aber sie lebt davon, dass Beiträge geleistet werden. Künftig wird es weniger Menschen geben, die durchgehend hohe Beitragsgrundlagen und lückenlose Versicherungszeiten haben. Teilzeit, Erwerbsunterbrechungen oder spätere Berufseinstiege wirken sich direkt auf die spätere ASVG-Pension aus. Das wird oft unterschätzt. Hier kann die zweite Säule einen Teil ausgleichen. Wenn jemand später 200 oder 300 Euro zusätzliche Pension im Monat erhält, ist das ein spürbarer Beitrag.
sionskonto, aber diese Möglichkeiten werden zu wenig genutzt. Man müsste viel aktiver darauf hinweisen: Schaut in euer Pensionskonto, informiert euch frühzeitig und rechnet nach, was eure Erwerbsbiografie für die spätere Pension bedeutet. Aus meiner Sicht sollten Informationen zum Pensionskonto früher und aktiver zugestellt werden. Wenn jemand mit 25 oder 30 Jahren sieht, welche Auswirkungen Teilzeit, Unterbrechungen oder geringere Beiträge haben, kann er noch rechtzeitig gegensteuern. Nachhaltigkeit ist auch in der betrieblichen Altersvorsorge ein wichtiges Thema. Wie passt das mit Performance zusammen? Daurer: Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. Wir haben uns diesem Thema bereits früh verschrieben. Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit kein statischer Begriff. Was vor 20 Jahren als nachhaltig gegolten hat, wird heute teilweise anders bewertet. Pensions- und Vorsorgekassen verwalten treuhändisch fremdes Geld. Daher muss man auch auf Performance achten. Eine zu enge oder starre Nachhaltigkeitsauslegung kann zu Zielkonflikten führen, wenn dadurch wichtige Ertragschancen ausgeschlossen werden. Am Ende muss die Veranlagung auch im Interesse der Kunden funktionieren. Welche Rolle spielen Unternehmen künftig bei der finanziellen Absicherung ihrer Mitarbeiter?
Daurer: Unternehmen werden hier eine immer wichtigere Rolle spielen. In manchen Branchen ist betriebliche Altersvorsorge bereits stark verbreitet. Daurer: Eine sehr wichtige. Es gibt In Bewerbungsgesprächen wird zuden Pensionsrechner und das Pennehmend gefragt, welche Zusatzleistungen es neben dem Gehalt gibt. Die betriebliche Die gesetzliche Pension bleibt Altersvorsorge ist wichtig und ist grundsätzlich dabei ein wichein gutes System. tiger Bestandteil. Sie wird den Welche Rolle spielt das Pensionskonto?
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Ein großer Schritt wäre eine zentrale Plattform oder App, auf der gesetzliche Pension, betriebliche Vorsorge, private Vorsorge und sonstige Produkte sichtbar werden.
Fachkräftemangel nicht lösen. Aber sie kann ein Argument im Wettbewerb um Mitarbeiter sein. Es geht um einen zusätzlichen Anreiz und um ein Signal, dass ein Unternehmen langfristig Verantwortung übernimmt. Wo braucht es mehr Transparenz und Effizienz? Daurer: Die zweite Säule ist im Vergleich bereits sehr transparent. Mehr Transparenz braucht es vor allem über alle Vorsorgebausteine hinweg. Ein großer Schritt wäre eine zentrale Plattform oder App, auf der gesetzliche Pension, betriebliche Vorsorge, private Vorsorge und sonstige Produkte sichtbar werden. Jeder sollte auf einen Blick sehen können, welche Ansprüche und Vorsorgeprodukte vorhanden sind und wo möglicherweise Lücken entstehen. Das würde vielen Menschen helfen, früher Entscheidungen zu treffen. Was ist Ihre zentrale Botschaft an die Politik? Daurer: Die betriebliche Altersvorsorge muss einfacher, transparenter und effizienter werden. Die Menschen brauchen frühzeitig Informationen darüber, was sie später erwartet. Gleichzeitig sollte die zweite Säule so gestärkt werden, dass sie tatsächlich einen spürbaren Beitrag zur Pension leisten kann. Dafür braucht es größere Einheiten, bessere Veranlagungsmöglichkeiten, mehr Wahlfreiheit und klare Rahmenbedingungen. Dann kann die betriebliche Altersvorsorge langfristig mehr leisten und für die Menschen verständlicher werden. Vielen Dank für Ihre Zeit.
EU-Rat will PEPP wiederbeleben Das Pan-European Personal Pension Product PEPP ist ein 2019 eingeführtes, EU-weites freiwilliges Altersvorsorgeprodukt, das bestehende staatliche und betriebliche Rentensysteme sowie nationale private Altersvorsorgesysteme ergänzen kann. Oder besser gesagt ergänzen sollte. von Andreas Dolezal Denn das von der Politik ersonnene Produkt fristet aufgrund mehrerer Konstruktionsfehler ein veritables Schattendasein. Die EIOPA (EU-Versicherungsaufsicht) führt auf ihrer Internetseite gerade einmal zwei (!) Anbieter von PEPP-Produkten.
Wiederbelebung In einer Pressemitteilung vom 24. Juni 2026 teilt der EU-Rat mit, dass er PEPP mit einer Überprüfung der Rahmenbedingungen für Sparer attraktiver, zugänglicher und einfacher gestalten möchte. Bestehende Anforderungen und Gestaltungsmerkmale, die die Akzeptanz des PEPP bisher behindert haben, sollen beseitigt werden. Das hohe Maß an Verbraucherschutz soll gewährleistet bleiben.
„Bei richtiger Nutzung haben EUweite Altersvorsorgesysteme das Potenzial, die Anlagemöglichkeiten für den Ruhestand zu erweitern und gleichzeitig Kapital in die breitere, produktive Wirtschaft zu lenken“, gibt sich Makis Keravnos, Finanzminister der Republik Zypern, überzeugt.
Konstruktionsfehler beseitigen Bei Basis-PEPP soll die Pflicht zum Anbieten einer Anlageberatung aufgehoben werden, Beratungen sollen nur mehr auf Wunsch der Kunden erfolgen. Dies sei entscheidend, um BasisPEPPs zu reinen Ausführungsgeschäften zu machen, die online vertrieben werden können. Fruchtet diese Idee, könnten PEPPs zur starken Konkur-
renz klassischer Pensionsvorsorge-Berater werden. Die Gebührenobergrenze von einem Prozent p.a. soll aufgehoben werden, da sie derzeit die wirtschaftliche Rentabilität für Anbieter – und die Attraktivität für den Versicherungsvertrieb – massiv einschränkt. Weiters sollen Anlagebeschränkungen aufgeweicht werden, um Basis-PEPPs flexibler zu machen.
Geduld gefragt Die Übrarbeitung der lebenden Leiche PEPP zieht sich seit Jahren wie Kaugummi dahin. Erst 2027 soll es das überarbeitete PEPP geben. Ob sich Anbieter, Anleger und Vermittler dann mehr dafür interessieren als in der Vergangenheit, bleibt abzuwarten.
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15. APRIL 2027 MESSEZENTRUM SALZBURG
Sommerfest EFM
Zum traditionellen EFM-Sommerfest lud Versicherungsmaklerin Regina Brandstetter gemeinsam mit ihrem Team in die Galerie3034 nach UnterOberndorf. Zahlreiche Kunden, Geschäftspartner sowie Freunde des Hauses folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch in entspannter Atmosphäre. „Gerade in einer zunehmend digitalen Welt sind persönliche Begegnungen wichtiger denn je. Das Sommerfest bietet die Möglichkeit, abseits des Geschäftsalltags miteinander ins Gespräch zu kommen und bestehende Beziehungen zu pflegen“, betont Regina Brand-
stetter. Ein Höhepunkt des Abends war die Ausstellung der Künstlerin Jolanda Richter, die erstmals ihre Werke in der Galerie3034 präsentierte. Neben Kohlezeichnungen, Ölgemälden und FineArt-Drucken konnten die Gäste auch bislang unveröffentlichte Arbeiten der
Künstlerin entdecken. Die gelungene Verbindung von Kunst, Begegnung und persönlichem Austausch machte das Fest erneut zu einer erfolgreichen Veranstaltung und unterstrich die enge Verbundenheit von Regina Brandstetter mit ihren Kunden sowie der Region.
dass Versicherung von Unternehmen zunehmend nicht mehr nur als Kostenposition, sondern als strategisches Instrument gesehen wird. 43 Prozent der befragten Entscheidungsträger betrachten Versicherung bereits als Investition in die Zukunftsfähigkeit, 87 Prozent erwarten eine weiter steigende Bedeutung in den kommenden drei Jahren. Die Fachvorträge machten deutlich, wie eng Risikomanagement heute mit Unternehmensführung verbunden ist. Dr. Martin Pfeffer, Partner der VALTUS Management Factory, beleuchtete Krisenkommunikation in schwierigen Unternehmensphasen. Philipp Trauss-
nig, Geschäftsführer der TRAUSSNIG Spedition GmbH, rückte robuste Lieferketten vor dem Hintergrund des Fahrermangels in den Fokus. Patrick Bardel, Gründer und CEO der BPN Group, sowie Michael Geisler, CISO der Lagermax Group, zeigten am Beispiel Cyberrisk, wie anspruchsvoll es geworden ist, aus großen Mengen sicherheitsrelevanter Daten jene Risiken herauszufiltern, die für Unternehmen tatsächlich geschäftsrelevant sind. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Großschadenabwicklung. Diskutiert wurden regulatorische Anforderungen, Obliegenheiten, Unterversicherung und die Bedeutung der ersten 72 Stunden nach einem Schadenfall. Der Tenor: Im Ernstfall reicht eine gute Police allein nicht aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Makler, Sachverständigen und rechtlicher Begleitung. Auch internationale Versicherungsprogramme wurden behandelt. Dabei ging es um Master Policies, lokale Polizzen, Compliance- und Steuerfragen sowie unterschiedliche Schadenkulturen in einzelnen Märkten. Der Summit zeigte damit deutlich: Resilienz entsteht nicht erst in der Krise, sondern durch Vorbereitung, Prävention, klare Strukturen und verlässliche Partner.
Resilienz als strategischer Faktor KOBAN SÜDVERS
KOBAN SÜDVERS lud zum zweiten Risk Summit nach Salzburg. Im Mittelpunkt standen zentrale Risikothemen für Industrie- und Gewerbekunden: Unternehmenskrisen, Versorgungssicherheit, Cyberrisiken, Großschadenabwicklung und internationale Versicherungsprogramme. Den Auftakt bildete der WBN Global Research Report 2026 „The New Risk Reality“. Die Ergebnisse zeigen,
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Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor Österreichische Hagelversicherung
Ein lebenswertes und unabhängiges Österreich braucht unverbaute Böden, erneuerbare Energie und ein neues Wirtschaftsdenken, das die natürlichen Ressourcen erhält. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des 16. Nachhaltigkeitsfrühstücks der Österreichischen Hagelversicherung. Auf Einladung von Dr. Kurt Weinberger, Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung, sprach Univ.Prof. Dr. Sigrid Stagl, Österreichs Wissenschafterin des Jahres 2024, Gründerin des Instituts für Ökologische Ökonomie an der WU Wien und Leiterin des WU Competence Center for Sustainability Transformation and Responsibility, vor mehr als 100 geladenen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik.
Weinberger: Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch – sie müssen zusammengedacht werden. Eine Wirtschaft, die ihre natürlichen Grundlagen zerstört, sägt
am eigenen Ast. Unverbauter Boden, sauberes Wasser und ein stabiles Klima sind keine romantischen Nebenthemen, sondern notwendige Standortfaktoren. „Unsere Äcker und Wiesen dürfen daher nicht länger als billigste Reserveflächen für Verbauung missbraucht werden“, betonte Weinberger und ergänzte: „Wir müssen Wirtschaft neu denken: Wohlstand darf nicht nur an kurzfristigem Wachstum gemessen werden, sondern auch daran, ob wir unsere Lebensgrundlagen erhalten. Naturkapital muss denselben Stellenwert bekommen wie Finanzkapital. Wer unverbaute Böden erhält, sichert Erträge. Wer regionale Produktion stärkt, stärkt Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Boden- und Klimaschutz sind daher kein Bremsklotz, sondern Voraussetzung für stabile wirtschaftliche Entwicklung.“
Klima- und Bodenschutz sind Standortpolitik Sigrid Stagl machte deutlich, dass Klima- und Bodenschutz Teil moderner (Land-)Wirtschafts-, Wettbewerbsund Industriepolitik sein müssen. Ein Schwerpunkt in ihrer Keynote lag auf Österreichs Unabhängigkeit von fossilen Importen. Erneuerbare Energien liefern nicht nur klimaneutralen Strom, sondern halten Wertschöpfung im Land und verringern geopolitische Erpressbarkeit. Zugespitzt formulierte
Stagl: „Erneuerbare sind richtig cool: Sie schützen das Klima, halten Wertschöpfung im Land und machen uns weniger erpressbar.“ Die Transformation sei daher kein Kostenblock, sondern eine Investition in Sicherheit, Resilienz und Zukunftsfähigkeit. Das gelte auch für den Bodenverbrauch: „Boden zu schützen ist keine Nostalgie, sondern ökonomische Vernunft: Wer heute weiter versiegelt, zahlt morgen doppelt – bei Ernährungssicherheit, Hochwasserschäden und Lebensqualität.“
Natürliche Grundlagen sichern, Unabhängigkeit stärken Die Veranstaltung zeigte: Klima- und Bodenschutz dürfen nicht länger als Randthemen behandelt werden. „Wir haben alle die Stellschrauben in der Hand – drehen wir daran. Die besten Böden Österreichs müssen geschützt, erneuerbare Energien konsequent ausgebaut und wirtschaftliche Entscheidungen stärker an langfristiger Sicherheit ausgerichtet werden. Im Sinne dessen, wie der kanadische Premierminister Mark Carney beim World Economic Forum am 20. Jänner 2026 in Davos treffend sagte: „Ein Land, das sich nicht selbst ernähren oder mit Energie versorgen kann, hat nur wenige Optionen. Nur ein Österreich, das seine natürlichen Grundlagen erhält, bleibt lebenswert und unabhängig – für unsere Kinder und Kindeskinder“, so Weinberger abschließend.
Eva Schulev-Steindl (BOKU), Karl Gruber (Wien Energie GmbH), Anton Reinl (AGES), Ferdinand Lembacher (LKÖ), Wolfgang Petschko (DONAU Versicherung AG | Vienna Insurance Group), Kurt Weinberger (ÖHV), Verena Ehold (Umweltbundesamt), Ernst Karpfinger (Die Rübenbauern), Sigrid Stagl (WU Wien), Günter Griesmayr (AMA), Anja Haider-Wallner (Amt der Burgenländischen Landesregierung), Ulrich Herzog (BM für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz), Matthias Grün (Esterhazy Betriebe AG), Anton Kasser (Amt der Niederösterreichischen Landesregierung), Reinhard Mang (BM für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft), Richard Auer-Welsbach (Land&Forst Betriebe), Christina Mutenthaler (AMA Marketing), Franz Kosyna (Wiener Städtische Versicherungsverein), Gerhard Starsich (Münze Österreich AG), Monika Forstinger (BM a. D.), Thomas Schäfer-Elmayer, Christian Eltner (VVO)
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Vorsorge mit Substanz Substanz, Qualität und ein vernünftiger Einstiegspreis gewinnen in unruhigen Börsenphasen an Bedeutung. Value-Aktien, Dividendenzahler, Gesundheitswerte und ausgewählte Schwellenländer können ein robustes Vorsorgedepot sinnvoll ergänzen. von Michael Kordovsky Nach starken Kursanstiegen bei Technologie- und Halbleiteraktien ist Vorsorge wieder stärker eine Frage des Einstiegspreises. Substanz bedeutet dabei nicht, nur Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis zu kaufen. Entscheidend sind robuste Bilanzen, verlässliche Cashflows, Preissetzungsmacht und zumindest moderates Wachstum. Erst diese Kombination schafft einen Puffer gegen enttäuschte Erwartungen.
Bewertung statt Modetrend Der Nasdaq-100 Index lag zwar per 27. Juli auf Jahressicht noch 20 Prozent im Plus, doch seit Juni könnte sich charttechnisch bereits ein Scheitel gebildet haben. Eine längere Korrekturphase ist nicht mehr auszuschließen, zumal ein Vorläuferindikator, nämlich der Philadelphia Semiconductor Index für Halbleiteraktien, zwischen dem 22. Juni und 27. Juli um 21 Prozent korrigierte. Die restlichen Märkte hat dies aber noch wenig tangiert. Die Korrektur war überfällig, denn per 30. Juni wies der MSCI World Semiconductors and Semiconductor Equipment Index ein KGV von 49,36, ein erwartetes KGV von 23,52 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 17,09 auf. Einzelne Enttäuschungen bei Auftragseingang, Margen oder Investitionsbudgets können auf so einem Bewertungsniveau heftige Ausschläge auslösen. Das spricht nicht gegen Technologie, sondern gegen blinde Konzentration. Ein Wachstumsunternehmen kann attraktiv sein, wenn seine Gewinne schneller steigen als die Bewertung. Umgekehrt wird selbst ein hervorragendes Geschäftsmodell riskant, wenn
der Kurs bereits ein nahezu perfektes Szenario vorwegnimmt. Für die Vorsorge ist daher eine Mischung aus breitem Markt, Value, Dividendenqualität und ausgewählten Zukunftsthemen belastbarer als die Jagd nach dem jeweils heißesten Trend.
Value mit Wachstum Warren Buffett sucht keine statistisch billigen Problemfälle, sondern Unternehmen, deren wirtschaftlicher Wert langfristig wächst und deren Aktien mit Sicherheitsmarge erworben werden können. Der Ansatz ist ein Dauerbrenner, aber kein permanenter Outperformer. Laut Berkshire Hathaway legte der Marktwert der Berkshire-Aktie von 1965 bis Ende 2025 im Durchschnitt um 19,7 Prozent pro Jahr zu, der S&P 500 einschließlich Dividenden um 10,5 Prozent. In einzelnen Jahren und längeren Phasen blieb Berkshire dennoch hinter dem Index zurück. Value verlangt Geduld und funktioniert gerade deshalb nicht wie ein kurzfristiges Handelssignal. Auch auf Indexebene ist der Bewertungspuffer sichtbar. Der MSCI World Enhanced Value Index kam Ende Juni 2026 auf ein KGV von 15,67, ein erwartetes KGV von 10,97 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,67. Der breite MSCI ACWI war mit einem KGV von 23,64, einem erwarteten KGV von 17,78 und dem 3,86-Fachen des Buchwerts wesentlich teurer. Der Abschlag schützt nicht vor Verlusten, senkt aber die Fallhöhe, sofern Gewinne und Bilanzen stabil bleiben. Für ein substanzorientiertes Aktienuniver-
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Michael Kordovsky
sum kommen neben Berkshire Hathaway auch etablierte europäische Dauerläufer infrage. Unilever erwirtschaftet bereits 59 Prozent seiner Umsätze in Emerging Markets. Die Top-5-Märkte sind die USA, Indien, Brasilien, China und UK. Im ersten Halbjahr konnte bei leichtem Umsatzanstieg der freie Cashflow von 1,08 Milliarden auf 1,55 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Analysten erwarten von 2025 bis 2028 ein Wachstum des Gewinnes je Aktie von 9,8 Prozent p.a. (Quelle: MarketScreener). Nestlé steigerte im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz organisch um 3,6 Prozent und erwirtschaftete einen freien Cashflow von 3,38 Milliarden CHF (+46,3 %). Nestlé ist gerade dabei, die Kosten zu senken und mittelfristig ist eine höhere Rentabilität durchaus wahrscheinlich. Beide Konzerne verfügen über globale Marken, müssen aber beweisen, dass Preiserhöhungen nicht dauerhaft zulasten der Absatzmengen gehen. Die Deutsche Telekom erhöhte 2025 das bereinigte EBITDA nach Lea-
sing um 2,8 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro und schlug eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, was in etwa einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent entspricht. Allianz steigerte 2025 das operative Ergebnis um 8,4 Prozent auf den Rekordwert von 17,4 Milliarden Euro und die Dividende um elf Prozent auf 17,10 Euro (rund 4 % Dividendenrendite). Telekommunikation und Versicherung sind nicht konjunkturfrei, liefern aber vergleichsweise gut planbare Zahlungsströme.
Dividenden mit Qualität Hohe Dividendenrenditen allein sind kein Qualitätsmerkmal. Sie können auch durch einen Kurssturz, sinkende Gewinne oder eine bevorstehende Kürzung entstehen. Solider sind Unternehmen mit tragfähiger Ausschüttungsquote, positiver Cashflow-Deckung und einer Historie stabiler oder wachsender Dividenden. Der MSCI World High Dividend Yield Index filtert zusätzlich nach Qualitätsmerkmalen und wies Ende Juni 2026 eine Dividendenrendite von 3,18 Prozent auf. Sein er-
wartetes KGV lag bei 14,68, verglichen mit 19,17 beim MSCI World. Zu den Top-Positionen zählen u. a. Johnson & Johnson, Exxon Mobil, AbbVie, Procter & Gamble und Coca-Cola. Dividenden tragen einen Teil der Gesamtrendite bei und zwingen das Management zu Kapitaldisziplin. Sie sind aber kein Zinsersatz: Kurse schwanken, Ausschüttungen sind nicht garantiert und eine hohe Fremdfinanzierung kann die Dividende gefährden. Für Anleger, die regelmäßig Kapital entnehmen möchten, bieten Qualitätsdividenden dennoch einen Vorteil: Im Falle einer ausschüttenden Tranche entsteht ein Teil des laufenden Ertrags ohne den Verkauf von Fondsanteilen. Beispielsweise erscheint der Xtrackers MSCI World Dividend Yield ESG UCITS ETF interessant, da dieser auch ESGKriterien berücksichtigt.
Gesundheit mit Nachholpotenzial Der Gesundheitssektor verbindet defensive Nachfrage mit strukturellem Wachstum durch alternde Bevölke-
rungen, neue Therapien und steigende Gesundheitsausgaben. Eine pauschale Unterbewertung liegt allerdings nicht vor. Der MSCI World Pharmaceuticals, Biotechnology and Life Sciences Index war Ende Juni 2026 mit einem KGV von 21,70 und einem erwarteten KGV von 18,20 nur moderat günstiger als der MSCI World mit 24,57 beziehungsweise 19,17. Seine Dividendenrendite lag mit 1,95 Prozent über den 1,52 Prozent des Weltaktienindex. Deutlicher ist der Abschlag in Europa. Der MSCI Europe Pharmaceuticals, Biotechnology and Life Sciences Index kam auf ein KGV von 17,10 und ein erwartetes KGV von 15,80. Der MSCI ACWI lag bei 23,64 beziehungsweise 17,78. Zugleich erzielte der europäische Pharma-, Biotech- und Life-Sciences-Index 2025 einen Wertzuwachs von 24,01 Prozent, blieb aber hinter dem MSCI Europe mit 36,25 Prozent zurück. Das ist keine klassische Krisenbewertung, bietet gegenüber hoch bewerteten Technologiebereichen jedoch einen vernünftigeren Einstieg. Das fundamentale Wachstum bleibt intakt. Laut Grand View Research sollte
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der globale Pharmamarkt von 2026 bis 2033 um 6,1 Prozent p.a. (CAGR) auf 2.776,7 Milliarden US-Dollar wachsen. Biotechwerte bieten zusätzlich überdurchschnittliche Innovationschancen, sind aber wegen des Risikos von Rückschlägen in der Medikamentenentwicklung und häufig auch wegen noch fehlender Gewinne volatiler als etablierte Pharmariesen.
Schwellenländer und Afrika Emerging Markets bieten niedrigere Bewertungen und eine geringere Abhängigkeit von den teuersten US-Mega-Caps. Der MSCI Emerging Markets Index war Ende Juni 2026 mit einem erwarteten KGV von 11,65 und dem 2,58-Fachen des Buchwerts bewertet. Beim MSCI ACWI waren es 17,78 und 3,86. Der Abschlag ist beträchtlich, spiegelt aber politische Risiken, Währungsschwankungen, schwächere Corporate Governance und die hohe Gewichtung asiatischer Halbleiterwerte wider. Afrika ist eine besonders kleine, chancenreiche und riskante Nische. Der MSCI EFM Africa Top 50 Capped In-
dex umfasste Ende Juni 2026 50 große und liquide Titel und wies ein KGV von 11,49, ein erwartetes KGV von 9,15 sowie eine Dividendenrendite von 3,35 Prozent auf. Der breitere MSCI Emerging Frontier Markets Africa Index enthält 87 Unternehmen aus zwei Schwellen- und zwölf Frontier-Märkten. Anleger erhalten Zugang zu Banken, Telekommunikation, Rohstoffen und wachsendem Konsum, müssen aber Illiquidität, politische Eingriffe, hohe Transaktionskosten und Währungsabwertungen einkalkulieren. Afrika sollte deshalb nur einen kleinen Satellitenanteil bilden.
Bausteine und klare Regeln Ein robustes Vorsorgedepot kann beispielsweise zu 45 bis 55 Prozent aus einem Kerninvestment in Form eines Multi-Asset-Portfolios bestehen. Dieses sollte neben einem günstigen globalen Aktien-ETF und diversen Anleihenfonds und Anleihen-ETFs auch Edelmetalle, Rohstofffonds sowie alternative Investmentstrategien wie Long/ Short Equity oder Managed-FuturesFonds enthalten.
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Je zehn bis 15 Prozent können auf Value und Qualitätsdividenden entfallen. Gesundheit einschließlich Pharma und Biotech kann mit zehn bis 15 Prozent, Emerging Markets mit zehn bis 15 Prozent beigemischt werden. Für Afrika reichen aufgrund der höheren Risiken zwei bis fünf Prozent. Die Gewichtung hängt von Zeithorizont, Verlusttoleranz und Liquiditätsbedarf ab; ein Notgroschen gehört nicht ins Aktiendepot. Als börsengehandelte Bausteine kommen etwa der iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF, der SPDR MSCI World Health Care UCITS ETF und für risikobereite Anleger der iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF infrage. Afrika lässt sich über einschlägige Fonds wie beispielsweise den Robeco Afrika Fonds E EUR abdecken, der vor allem in Südafrika, Ghana, Ägypten und Nigeria investiert ist. Umschichtungen sollten nicht aus dem Bauch erfolgen. Sinnvoll ist ein jährliches oder halbjährliches Rebalancing auf die strategischen Zielquoten. Dadurch werden stark gestiegene Segmente automatisch reduziert und zurückgebliebene Bereiche aufgestockt. Bei Einzelaktien ist ein Verkauf angezeigt, wenn die Investmentthese bricht: dauerhaft sinkende Cashflows, eine nicht mehr tragfähige Verschuldung, Bilanzprobleme, struktureller Margenverfall oder eine Dividende, die nur noch aus Schulden finanziert wird. Die 200-Tage-Linie kann als zusätzliche Risikobremse dienen, sollte aber nicht allein entscheiden. Ein nachhaltiger Bruch bei gleichzeitig fallender Linie und schwächer werdenden Fundamentaldaten ist relevanter als ein kurzfristiges Unterschreiten. Bei breit gestreuten Langfristinvestments führen starre Verkaufssignale dagegen leicht zu Fehlsignalen und teuren Wiedereinstiegen. Fundamentale Qualität, Bewertung und Diversifikation bleiben die erste Verteidigungslinie. Technische Regeln sind lediglich der Sicherheitsgurt.
Kinderunfälle: Warum private Vorsorge für Familien wichtig ist Ob beim Spielen im Garten, beim Sport oder in den eigenen vier Wänden: Unfälle gehören zu den häufigsten Risiken im Alltag von Kindern. Gerade außerhalb von Schule und Kindergarten besteht jedoch oft kein oder nur eingeschränkter Schutz durch die gesetzliche Sozialversicherung. Eine private Unfallversicherung schafft Abhilfe. Im Jahr 2025 wurden laut Kuratorium für Verkehrssicherheit in Österreich rund 119.600 Kinder nach einem Unfall im Krankenhaus behandelt. Das bedeutet: Alle vier Minuten verunfallt in Österreich ein Kind so schwer, dass es im Spital betreut werden muss. Alle drei Wochen stirbt ein Kind an den Folgen eines Unfalls. Der Haushalt ist dabei der häufigste Unfallort für Kinder. An zweiter Stelle liegt der Bereich Freizeit und Freizeitsport gefolgt von Verkehrsunfällen.
Finanzielle Folgen nicht unterschätzen Dass ein Unfall nicht nur gesundheitliche Einschränkungen mit sich bringt, sondern auch zu erheblichen finanziellen Belastungen führen kann, ist vielen Menschen nicht bewusst. Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen oder notwendige Umbauten können Familien vor große Herausforderungen stellen. Da Kinder erst ab dem verpflichtenden Kindergartenjahr und auch dann nur eingeschränkt gesetzlich unfallversichert sind, gewinnt private Vorsorge zusätzlich an Bedeutung.
rem persönliches Rehab-Management, Leistungen bei dauernder Invalidität, finanzielle Absicherung von Angehörigen sowie die Übernahme von Kosten für Bergungen oder notwendige Adaptierungen nach einem Unfall. Darüber hinaus stehen Expert_innen mit Informationen zur Unfallprävention zur Seite – insbesondere zu Themen wie Kindersicherheit und sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Zusätzlich bietet die Generali attraktive Preisvorteile für Familien: Für zwei oder mehr Erwachsene in einem gemeinsamen Vertrag gilt ein Mehrpersonenrabatt von 15 Prozent. So viel erhalten auch Alleinerziehende bei Mitversicherung ihrer Kinder. Werden Kinder gemeinsam mit Erwachsenen versichert, profitieren die erwachsenen
Umfassende Absicherung für die ganze Familie Die Generali Unfallversicherung unterstützt Familien mit individuell anpassbaren Lösungen und zusätzlichen Serviceleistungen. Dazu zählen unter ande-
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Personen von einem Familienrabatt von 20 Prozent.
Schulstart-Aktion für Kinder Zum Schulbeginn bietet die Generali eine besondere Aktion: Wer ein Kind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bis zum 30. September 2026 neu unfallversichert, erhält die Prämie bis zum Jahresende geschenkt. Damit soll Familien der Einstieg in eine Unfallvorsorge zusätzlich erleichtert werden. Mit ihrem modularen Produktaufbau, flexiblen Beratungsmöglichkeiten und umfassenden Leistungen ist die Generali verlässliche Partnerin für die Absicherung von Unfallrisiken – sowohl für Familien als auch für Einzelpersonen.
In der nächsten Ausgabe
Interview mit Thomas Ackerl, Vorstandsvorsitzender muki Versicherungsverein a. G.
Interview mit Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Dr.h.c.mult. Günter Blöschl, Leiter des Instituts für Wasserbau und Ingenieurhydrologie, TU Wien
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