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books – das Magazin der Orell Füssli Buchhandlungen – November 2011

«Mich interessiert, wie jemand den Boden verliert» Interview mit Michael Theurillat

Und jetzt mal etwas völlig anderes

Der neue Roman von Jeffrey Eugenides

Das Verbrechen vor der eigenen Tür

Schweizer Krimis

Bücher aller Rassen

Hunde- und Katzenbücher

Mit Wettbewerb


Revolution der Kochkunst Geschmacksknospen im Hyperraum! Modernist Cuisine verwandelt Ihre Küche in ein Labor

„Dieses Werk wird unsere Vorstellung vom Kochen verändern.“

Modernist Cuisine: Die Revolution der Kochkunst Nathan Myhrvold, Chris Young, Maxime Bilet 6 Bände im Schuber, Band 1–5 Hardcover, Band 6 Flexicover mit Spiralbindung, Format: 26,2 x 33 cm, 2.440 Seiten SFR 549

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Erlebnisse teilen

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Liebe Leserin, lieber Leser

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Notizen «Mich interessiert, wie jemand den Boden verliert»: Interview mit Michael Theurillat 14 Schweizer Krimis: Das Verbrechen vor der eigenen Tür 18 Und jetzt mal etwas völlig anderes: Der neue Roman von Jeffrey Eugenides 20 Mein Buch 21 Aktion: Weihnachtspäckli von Stéphanie Berger 22 eReader: Einfach lesen! 24 Saison: Hunde- und Katzenbücher 28 Neuübersetzungen: Neuer Zugang zu Klassikern 32 Fantastisch! Fantasy-Neuerscheinungen 36 Kaffeepause: Die Debatte 40 Kinderwelt: Von Bären und Enten 42 Kochbücher: Essen wie im alten Bern 44 Kreuzworträtsel 48 Veranstaltungskalender 50 Kolumne: So schreibe ich Die nächste Ausgabe von «books», dem Magazin der Orell-FüssliBuchhandlungen, erscheint am 9. März 2012. Sie erhalten «books» kostenlos in jeder Filiale. Bestellungen nehmen wir gern entgegen über www.books.ch, orders@books.ch und Telefon 0848 849 848. Buchhandlungen von Orell Füssli finden Sie in Bern, Frauenfeld, Luzern, St.Gallen, Winterthur und Zürich sowie am Flughafen Zürich.

Impressum Herausgeber: Orell Füssli Buchhandlungs AG Dietzingerstrasse 3 Postfach 8036 Zürich Gesamtherstellung: Media Tune AG, Zürich Redaktion: Die Blattmacher GmbH, Zürich Gestaltung: Strichpunkt GmbH, Winterthur Coverfoto: Peek & Cloppenberg

Alle so gekennzeichneten Bücher sind auf www.books.ch auch als eBook erhältlich. Preisänderungen vorbehalten. Unsere aktuellen Verkaufspreise und eine umfassende Auswahl an Büchern, Filmen und Spielen fi nden Sie auf www.books.ch

Kürzlich habe ich in einer privaten Runde darüber diskutiert, ob Bücher ein gutes Geschenk seien. Vielleicht geht es Ihnen wie mir – und Sie sind sich der Antwort so sicher, dass Sie schon die Fragestellung für sinnlos halten. Aber es gibt eben auch andere Meinungen: Er empfinde Bücher als eine Verlegenheitslösung, meinte ein Freund, dessen Meinung ich sonst sehr schätze. In dieser Frage musste ich ihm aber vehement widersprechen, wie Sie sich sicher denken können. Ich finde, Bücher sind ein schönes und persönliches Geschenk; zumindest dann, wenn ich mir beim Schenken etwas überlege und ein Exemplar suche, das den Geschmack des Beschenkten trifft und auch mich interessiert. Finde ich ein solches Buch, schenke ich nicht nur einen schönen Gegenstand, sondern ein Leseerlebnis – und vielleicht sogar Gesprächsstoff für unsere nächste freundschaftliche Begegnung bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein. Heute kann ich mir eine gute Alternative zum Buchgeschenk vorstellen: Einen eReader oder eine Geschenkkarte für eBooks. Gerade für Vielleser überwiegen die Vorteile des eReaders so deutlich, dass ich es dieses Jahr mit einem Gerät unter dem Weihnachtsbaum versuchen werde. Ich wünsche Ihnen schöne Festtage und einen guten Jahresabschluss mit viel Zeit zum Lesen!

Ihr András Németh Mitglied der Geschäftsleitung


Notizen

© Stephen Hyde

2009 erschien der letzte Roman von Nick Hornby – «Juliet Naked». Seither warten die vielen Fans des 54-jährigen Briten aufs nächste Buch. Noch hat Hornby kein neues Werk angekündigt, doch Kiepenheuer & Witsch verkürzt uns das Warten: Im Sammelband «Small Country» sind vier Erzählungen von Hornby vereint, von denen die meisten bislang nicht auf Deutsch erschienen sind. Höhepunkt des Buchs ist die letzte Erzählung – «Nipplejesus» von 2001. Für Eingeweihte ist der Text nicht neu, denn er war in einer szenischen Einrichtung bereits auf verschiedenen deutschsprachigen Bühnen zu sehen. Ein Rausschmeisser erzählt in der Ich-Form von seinen Erfahrungen mit moderner Kunst. Der glatzköpfige Hüne wird von einem Museum angestellt, um ein höchst umstrittenes Werk zu bewachen: ein Jesusbild, das aus winzigen Fotos von Brustwarzen zusammengesetzt wurde. Was der Rausschmeisser über das Bild denkt, wie er es als «sein» Kunstwerk verteidigt und mit welcher persönlichen Enttäuschung die Sache endet, wird raffiniert, unterhaltsam und zugleich mit einem Schuss Melancholie erzählt – als Hornby das schrieb, war er offenbar in Hochform.

Notizen

4 – www.books.ch – November 2011

schichte, um die «Protokolle der Weisen von Zion». Dieses «Dokument» bediente um die vorletzte Jahrhundertwende den Antisemitismus und zirkuliert noch heute unter Verschwörungstheoretikern. Eco bietet eine mögliche Entstehungsgeschichte der Protokolle an. Es geht um Freimaurer, Geheimdienste, Jesuiten, die italienische Revolution, die Pariser Kommune, um Karl Marx und Psychotherapie. Den üppigen Mix serviert Eco in gewohnt süffigem und von leisem Humor unterspültem Stil. Wer sich gern auf hohem, ja sagen wir: auf wirklich hohem Niveau unterhält, ist bestens bedient. Übrigens: Umberto Eco hätten wir auch gut auf unserer Jahrestage-Seite erwähnen können, denn er wird im Januar 2012 80 Jahre alt. Herzliche Gratulation! © Isolde Ohlbaum

Als ich in jüngster Zeit mit «Der Friedhof von Prag» unterwegs war, dem neuen, bei Hanser erschienenen Roman von Umberto Eco, war mir das Mitgefühl meiner Kollegen sicher: «Ach, wieder so ein Historienschinken!», «Lange Sätze, was?», «Beginnt die Geschichte auch wieder erst auf Seite 150?» Und ich durfte antworten: «Ja. Ja. Ja. Und es macht Spass.» «Der Friedhof von Prag» ist ein typischer Eco für den Bildungsbürger: komplex und verschachtelt, voller Anspielungen, die wohl nur Historiker so richtig zu schätzen wissen, und mit einem Quantum an Figuren ausgestattet, das auch «Ben-Hur» zur Ehre gereichte. Legt man das Buch einmal für zwei Tage zur Seite, ist es um die Orientierung geschehen. Ecos Thema ist ja auch komplex: Es geht um eine der berüchtigtsten Fälschungen der Ge-

Am 22. August dieses Jahres starb Vicco von Bülow – besser bekannt als Loriot – im Alter von fast 88 Jahren. Dass die vielen Bewunderer von Loriot jetzt noch einmal Unbekanntes vom Meister zu lesen bekommen, ist das Verdienst von Diogenes: Der Zürcher Verlag hat soeben «Bitte sagen Sie jetzt nichts» veröffentlicht. Das Buch vereint die besten Gespräche mit Loriot aus den Jahren 1968 bis 2009. Die Interviews sind zwar alle schon irgendwo erschienen, die meisten waren aber nicht mehr zugänglich. Jetzt tragen sie wichtige Mosaiksteinchen zum Gesamtbild bei, das man sich in den letzten Jahrzehnten von Loriot machen konnte. Man erfährt viel über Vicco von Bülows Jugend, über seine gesittete Haltung gegenüber dem Leben und den Mitmenschen, über seine Liebe zur Musik, zu Hunden, zum Humor und zu Brandenburg. Ein etwas strengeres Lektorat hätte dem Buch zwar gut getan; viele Fragen wiederholen sich, obwohl sich Loriot an einer Stelle selber darüber beklagt, ewig das Gleiche herunterrattern zu müssen. Doch als Dokument über eine zu Ende gegangene Epoche gehört die Sammlung ins Regal aller, die sich für Zeitgeschichte und deren wichtigsten Protagonisten interessieren.


Leute, die das mögen, mögen auch ... Oft ist die letzte Seite eines Buchs jene, die man am wenigsten gern mag – weil man nicht möchte, dass das Lesevergnügen schon zu Ende ist. Glücklicherweise können einem Fachleute in solchen Momenten weiterhelfen und Bücher mit vergleichbaren Qualitäten empfehlen. Heute macht das Bettina Zeidler von Rösslitor Bücher in St.Gallen, der führenden Buchhandlung der Ostschweiz. Die Germanistin absolvierte vor fünf Jahren ein Praktikum im Rösslitor – und ist seither begeisterte Buchhändlerin. Ihr gefallen vor allem Thriller und Krimis. «Schwer und melancholisch müssen sie sein, es darf auch richtig Blut spritzen und einem die Fussnägel hochrollen», sagt die zweifache Mutter. Ihre Buchempfehlung richtet sich daher vor allem an Leserinnen und Leser, die es besonders spannend mögen.

Foto: Dominique Meienberg

«Die Millenniums-Trilogie von Stieg Larsson ist genial – doch leider ist der Autor verstorben, wir können uns also keine Fortsetzungen mehr erhoffen. Es gibt aber gute Alternativen. Mir gefallen zum Beispiel die Krimis von Jussi Adler-Olsen um den Ermittler Carl Mørck vom Sonderdezernat Q hervorragend. Bislang sind drei Bände erschienen: ‹Erbarmen›, ‹Schändung›, ‹Erlösung›. Parallelen zu den Büchern von Stieg Larsson gibt es einige: In beiden Serien wird auf aussergewöhnliche Art ermittelt, da wie dort dreht sich die erste Geschichte um eine verschwundene Frau bzw. ein verschwundenes Mädchen und um einem Wettlauf gegen die Zeit. Sowohl bei Stieg Larsson als auch bei Jussi Adler-Olsen kommen sehr markante Charaktere vor. Adler-Olsen schreibt so süffig, wie das Larsson getan hat. Beide Autoren arbeiten mit parallel nebeneinander verlaufenden Geschichten, und alle ihre Bücher sind einfach extrem spannend. Bei ‘Erbarmen’ setzte ich erstmals nach der Lektüre der Millenniums-Trilogie wieder Adrenalin frei. Ja: Adler-Olsen und Larsson machen es einem unmöglich, ihre Bücher wegzulegen.»

Dominique Eigenmann Faszination Federer Die Anatomie der Perfektion broschiert, ISBN 978-3-0369-5623-7

Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie Homers «Odyssee» lesen – die Dichtung in 24 Gesängen umfasst schliesslich 12’200 Hexameterverse. Aber als Bücherfan sollten Sie dieses Urgestein der Literatur natürlich kennen. Jetzt können Sie es sich zum Glück ganz einfach machen: Knesebeck hat Homers Riesenwerk in ein Pop-Up-Buch gepackt. Monster, Schiffe, wütende Götter springen Ihnen entgegen, überall gibt es Laschen, an denen Sie ziehen und mit denen Sie etwas bewegen können – der Klassiker wird so zum unterhaltsamen Spielzeug!

Die mitreißende Hommage eines glühenden Fans! In diesem persönlichen Buch wird unmittelbar klar, weshalb Roger Federer zu einer globalen Ikone geworden ist, und warum sich kaum jemand seiner Souveränität und unwiderstehlichen Ästhetik entziehen kann.

KEIN & ABER

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Notizen Ursula Zangger ist Leiterin von Orell Füssli am Bellevue – und Mitglied der siebenköpfigen Hotlist-Jury 2011. Gemeinsam mit den Leserinnen und Lesern der Berliner Wochenzeitung «der Freitag» wählte die Jury die zehn besten Bücher aus unabhängigen Verlagen aus. Orell Füssli hat die Hotlist 2011 unterstützt. Diese zehn Bücher haben es auf die Liste geschafft: «Mein sanfter Zwilling» (Sieger)

Nino Haratischwili, erschienen bei der Frankfurter Verlagsanstalt

«Archiv verworfener Möglichkeiten»

Naomi Schenck/Ulrich Rüdenauer (Hrsg.), erschienen bei Belleville

«McSorley's Wonderful Saloon»

Joseph Mitchell, erschienen bei Diaphanes

«Goldfischgedächtnis»

Monique Schwitter, erschienen bei Droschl

«Ein weltgewandtes Land»

John Ashbery, erschienen bei luxbooks

«Der Kanal»

Lee Rourke, erschienen bei mairisch

«Die allgemeine Tauglichkeit»

Akos Doma, erschienen bei Rotpunkt

«Adams Fuge»

Steven Uhly, erschienen bei Secession

«Vorabend»

Peter Kurzeck, erschienen bei Stroemfeld

«Tagebücher Band 1/1910-1911»

Erich Mühsam (Hrsg.: Chris Hirte und Conrad Piens), erschienen bei Verbrecher

Vom Cover der letzten Ausgabe von «books» lächelte Charles Lewinsky; im zugehörigen Interview bezeichneten wir den Zürcher Autor als «Tausendsassa» und fragten: «Gibt es etwas, das er nicht kann?» Seinem vielfältigen Œuvre hat Lewinsky jetzt eine weitere literarische Form hinzugefügt: den Comic. Für den Band «Zwei mal zwei», erschienen bei Edition Moderne, lieferte er ein Szenario, das der Zürcher Zeichner Andreas Gefe in individuellem Stil und schönen Farben umsetzte. Die Geschichte erzählt von zwei Paaren, die Eltern werden – und vom typisch neuzeitlich-urbanen Umgang mit dem grossen Ereignis Geburt, das ja an sich eine völlig alltägliche Sache ist. Einmal mehr erweist sich Charles Lewinsky als humorvoller und exakter Beobachter seiner Zeitgenossen. 6 – www.books.ch – November 2011

Im September 2011 bot Ihre Buchhandlung im Zürcher Seefeld ein veritables Spektakel: «Das begehbare Buch». Über 20 Partner gestalteten auf Einladung von Orell Füssli in der Villa Mainau 36 Zimmer zu einem Buch ihrer Wahl. Die Aktion, die von vielen spannenden Veranstaltungen begleitet wurde, war ein riesiger Erfolg und lockte über 4000 Besucher an. Der bekannteste Gast dürfte Laurence Fishburne gewesen sein. Der Hollywood-Filmstar («Matrix», «Tina – What’s Love Got To Do With It?») weilte Ende September in Zürich, wo er die Jury des 7. Zurich Film Festivals präsidierte. Er liess es sich nicht nehmen, den von seinem Jury-Kollegen This Brunner gestalteten Raum im begehbaren Buch zu bewundern. Unser Bild zeigt Fishburne mit der Zürcher Anne Rüffer vom Verlag rüffer & rub und András Németh, Mitglied der Geschäftsleitung von Orell Füssli.

Seit 1998 findet in Basel jährlich ein Literaturfestival statt. Es heisst heute BuchBasel und gehört zu den wichtigsten Branchenanlässen – unter anderem auch, weil in seinem Rahmen auch der Schweizer Buchpreis vergeben wird. In diesem Jahr findet der Anlass vom 18. bis 20. November statt. Kleinverlage und Branchenleader präsentieren Neuerscheinungen, darüber hinaus locken rund 100 Veranstaltungen und die Möglichkeit, unter den Gästen über 200 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland zu entdecken. Besondere Höhepunkte sind heuer der Blick in den französischen Sprachraum, die Sonderprogramme für junge Erwachsene und Kinder sowie das Buchfest der regionalen Buchhandlungen und Bibliotheken.


Notizen

Die gegenwärtige Jahreszeit hat für Bücherliebhaber viele Vorteile. Man fühlt sich zum Beispiel nicht ständig dazu gedrängt, die schönen Abende bei Grillfesten zu verplempern, sondern darf sich jederzeit mit einem Buch zurückziehen, ohne gleich als Menschenfeind zu gelten. Allerdings ist es im Winter manchmal so kalt, dass man beim Lesen auf dem Arbeitsweg kaum die Hände zum Umblättern aus den Manteltaschen nehmen will. Dagegen lässt sich jetzt aber etwas unternehmen: Bei Orell Füssli gibt’s schmucke kleine Handwärmer, welche die Finger auch bei eisigsten Temperaturen jederzeit umblätterbereit halten. Die zwölf Zentimeter hohen, grauen oder türkisfarbenen Eulen-Handwärmer enthalten eine Wärmeplatte, die sich nach leichtem Knicken erstmals aufwärmt. Für weitere Verwendungen muss man das Gelkissen, das in der Eule steckt, einfach ein paar Minuten lang in kochendes Wasser legen.

GESCHENKT:

Wer bei Federica de Cesco an Jugendbücher denkt, liegt nicht falsch: Die Autorin hat über 50 Romane für junge Leserinnen und Leser geschrieben, darunter auch das legendäre Debüt «Der rote Seidenschal», das sie im Alter von gerade einmal 15 Jahren veröffentlichte. Seit vielen Jahren richtet sich die mittlerweile 73-Jährige, die in Luzern lebt, aber auch an Erwachsene. Auch ihr neuester, bei Blanvalet erschienener Roman «Mondtänzerin» ist nicht für Junge gedacht – obwohl er über weite Strecken von einer Jugend in Malta erzählt. In den Kata-

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komben schliessen Alessa, Giovanni, Peter und Vivane einen Treuepakt. Ein schweres Unheil reisst das Kleeblatt auseinander – doch nicht für immer, wie sich Jahre später zeigt. Die Geschichte ist herzzerreissend; Federica da Cesco hat die besondere Gabe, starke und überzeugende Charaktere zu entwickeln, deren Schicksale einen berüh­ rten und interessieren. Und sie schafft es, die Entwicklung der Figuren glaubhaft zu zeichnen – auf eine so intensive Weise, dass bei den meisten Lesenden wohl Fragen über die eigene Entwicklung und das eigene Erwachsenwerden hochkommen werden. Was lässt sich Besseres über ein Buch sagen?

Wettbewerbs-Gewinner In der letzten Ausgabe von «books» ver­losten wir unter den Teilnehmenden unseres Kreuzworträtsel-Wettbewerbs drei Büchergutscheine. Gewonnen haben: 1. Preis: Marlies Zahner, Embrach/ZH 2. Preis: Susanne Hunziker, Kloten

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Herzliche Gratulation! Die Gewinnerinnen und Gewinner der Preise 4 bis 10 werden schriftlich benachrichtigt.

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www.books.ch – November 2011 – 7


Notizen

© Roine Karlsson

Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga oder Ronja Räubertochter sind zwar keine traurigen Gestalten, aber ein bisschen seufzen dürften sie am 28. Januar schon: Dann ist es genau zehn Jahre her, dass ihre Schöpferin Astrid Lindgren starb. Geboren wur-

de die wohl berühmteste Kinderbuchautorin der Welt 1907 in einem kleinen Dorf in Südschweden. Dass sie Schriftstellerin wurde, war ein Zufall: Ihre Tochter Karin lag krank im Bett, und als Mutter mit lebhafter Fantasie erfand Astrid Lindgren für sie Geschichten um ein starkes Mädchen namens Pippi Langstrumpf. Als sie sich selber den Fuss verstaucht hatte und zum Herumsitzen verknurrt war, schrieb Lindgren die Pippi-Geschichten nieder. Ihr Manuskript wurde zuerst zwar abgelehnt, fand dann aber doch sehr schnell einen Verleger – und mauserte sich innerhalb weniger Jahre zum Klassiker der KinderbuchLiteratur. Bis heute gingen rund 145 Millionen Bücher von Astrid Lindgren über die Ladentische. Das Geheimnis dieses Erfolgs liegt wohl darin begründet, dass es Astrid Lindgren immer gelang, die Sichtweise von Kindern einzunehmen, ohne sich ihnen je anzubiedern – sie verstand Kinder, deren Bedürfnisse, Träume und Ängste ganz genau. Im Januar 2012 erscheint bei Oetinger die Biographie «Astrid Lindgren – ein Lebensbild». Generationen von Kindern, die mit Astrid Lindgren aufwuchsen, griffen in der Jugend zu den Werken eines anderen Bestseller­ autors: zu jenen von Karl May. Am 30. März ist es genau 100 Jahr her, dass der deutsche Abenteuer-Schriftsteller starb. Sein Leben könnte einem seiner Romane entsprungen sein. May wurde 1842 in eine 8 – www.books.ch – November 2011

Geschichten von unbekannten Paradiesen oder «Edlen Wilden» lasen – May bediente sie meisterhaft. Ein Hochstapler blieb er aber Zeit seines Lebens; so gab er zum Beispiel die Abenteuer seiner Figur Old Shatterhand als eigene Erlebnisse aus. Sein dubioser Umgang mit der Wahrheit wurde Karl May schon zu dessen Lebzeiten angekreidet, er schmälerte seinen Erfolg aber in keiner Weise. Die letzte grosse KarlMay-Welle liegt allerdings schon ein paar Jahrzehnte zurück: In den 1960er- und 1970er-Jahren waren die Verfilmungen der Winnetou-Romane der ganz grosse Hit in Europa. Anlässlich des 100. Todestages werden jetzt viele Bücher von Karl May neu aufgelegt – und im April erscheint bei Carlsen die Biographie «Die ganze Wahrheit», in der Old Shatterhand seine Sicht vom Leben seines Erfinders darlegt.

In der letzten Ausgabe von «books» publizierten wir die Liste der bislang erfolgreichsten Bücher der Welt. Auf Platz 1 landete «Eine Geschichte aus zwei Städten» von Charles Dickens. Auch in dieser Ausgabe unseres Magazins spielt der Engländer eine Rolle: Im Beitrag über Neuübersetzungen ab Seite 28 geht es auch um seinen brillant neu übertragenen Roman «Grosse Erwartungen». Bei so starken Banden darf auf unserer Jahrestage-Seite natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es bald einen Dickens-Geburtstag zu feiern gibt: Am 7. Februar ist es 200 Jahre her, dass der Vater von «Oliver Twist» in Portsmouth zur Welt kam. Der Jahrestag ist ein guter Anlass, sich intensiv mit Dickens’ Leben und Werk auseinanderzusetzen. Eine schöne Möglichkeit dazu bietet das hervorragende Buch «Unser Vater Charles Dickens», erschienen im Aufbau-Verlag. Herausgeber ist der Übersetzer Alexander Pechmann; er hat Erinnerungen von Mary und Charlie Dickens zusammengetragen und aufbereitet. Sohn und Tochter liefern viele spannende Details über ihren (zuweilen erdrückend grossen) Vater; man erfährt ebenso viel über den Schriftsteller wie über seine Zeit. Genug Vergangenheit: Wir haben auch noch einen aktuellen Geburtstag zu vermelden. Don DeLillo wurde am 30. November 75 Jahre alt. Der New Yorker zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren der USA. Wer wissen möchte, wie gut er ist, kann zum Beispiel zu seinem postmodernen Roman «Unterwelt» greifen. Darin entfaltet unser Geburtstagskind ein üppiges, fast 1000 Seiten umfassendes Panorama seines Heimatlandes; die Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von 1950 bis 1990

© Joyce Ravid

Jahrestage

mausarme Weberfamilie hineingeboren. Dank seiner vielfältigen Begabungen genoss er als Schüler besondere Förderung, doch er geriet auf die schiefe Bahn: Wegen Diebstahls, Betrugs und Hochstapelei sass er ab 1865 dreieinhalb Jahre lang im Zuchthaus. Kurz nach seiner Freilassung delinquierte er erneut und bekam vier Jahre Zuchthaus aufgebrummt. Die Bekanntschaft mit einem Gefängniskatecheten habe ihn damals geläutert, meinte der Autor später. Tatsächlich bemühte er sich nach seiner Freilassung ernsthaft, eine bürgerliche Existenz aufzubauen. Er wurde Redaktor – und hatte schliesslich das Glück, einen Abnehmer für die Abenteuergeschichten zu finden, die er nebenberuflich verfasste. Es war die Zeit, in der viele Menschen der Zivilisation überdrüssig waren und gern

und berührt unzählige Aspekte der amerikanischen Kultur und jüngeren Geschichte – von Baseball bis zu Atomkraftwerken, von Frank Sinatra bis zur Kuba-Krise.


Notizen

Aus dem Leben einer Buchhändlerin Kunde, etwa 14 Jahre alt: Haben Sie «TOP Secret 7»? Buchhändlerin: Das haben wir im Moment nicht da – aber im «Kidstown» im Franz Carl Weber liegt es bereit, soll ich es gleich reservieren? Kunde, ganz entsetzt: Nein, ich bin doch viel zu alt, ich kann doch nicht in DIESEN Laden gehen! Buchhändlerin: Ja, dort wär’s aber an Lager, gleich über die Strasse ... Kunde, ganz entsetzt: Nein, nein, ich warte lieber, bis es hier wieder an Lager ist! (Dialoge in dieser Rubrik sind authentisch und wurden in einer Filiale von Orell Füssli geführt.)

Was lesen Sie gerade ? Patrick Rohr, Kommunikationsberater, Autor und ehemaliger «Arena»-Moderator, Zürich:

(Bild: zVg)

Bob Gysin ist einer der bekanntesten Architekten der Schweiz. Das von ihm entworfene EAWAG Forum Chriesbach in Dübendorf setzte neue Massstäbe in der nachhaltigen Architektur. Doch Bob Gysin ist seit 40 Jahren auch Gallerist. Zum Geburtstag der «Galerie Bob Gysin», die sich heute an der Ausstellungsstrasse beim Zürcher HB befindet, ist die Publikation «GBG» erschienen. Auf eindrücklich-simple Weise gibt sie Einblick in die Entwicklung des aktuellen Kunstgeschehens: Sie vereint alle Einladungen, welche die Galerie seit ihrer Gründung verschickte.

Ich bin ein Parallel-Leser: Auf meinem Nachttisch liegen immer mehrere Bücher, die ich nebeneinander und in unterschiedlicher Intensität lese. Dazu zählen meist ein belletristisches Werk und daneben, für die Zeit vor dem Einschlafen, ein bis zwei Sachbücher. Am weitesten bin ich im Moment mit Michel Theurillats beeindruckendem Zürich-Krimi «Sechseläuten». Mich packt, wie der Basler mit dem Mord an einer Jenischen ein düsteres Kapitel Schweizer Geschichte geschickt mit der Aktualität verwebt: Die Spur zum Mord führt in den Machtzirkel der FIFA am Sonnenberg. Ich bin gespannt, wie die Geschichte ausgeht. Bestens amüsiere ich mich derzeit bei Sven Broders Vater-Anekdoten «Papa steht seinen Mann». Mir gefällt, wie der «Beobachter»-Autor die Freuden und Leiden eines jungen Daddys beschreibt, auch wenn ich selber nicht in dieser Rolle bin. An meinem Zweitwohnsitz in Amsterdam arbeite ich mich durch Arnon Grunbergs Bestseller «De Azielzoeker» («Der Asylbewerber»), in dem es um absurde Beziehungen und ebensolchen Sex geht, und durch Andy Warhols Monster-Biografie «Giant», die mich wunderbar beflügelt. Neu im Beobachter-Verlag von Patrick Rohr: «Erfolgreich präsent in den Medien»

Alle Notizen von Marius Leutenegger

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Interview Interview: Benjamin Gygax – Foto: Basile Bornand

«Mich interessiert, wie jemand den Boden verliert»

10 – www.books.ch – November 2011


Interview Michael Theurillats Krimis mit Kommissar Eschenbach haben sich vom Geheimtipp zu Bestsellern gemausert. In seinem neuesten Buch «Rütlischwur» führt uns der ehemalige Banker Theurillat ins Schattenreich der internationalen Finanzwelt. «books»: «Rütlischwur» knüpft nahtlos an Ihren letzten Roman «Sechseläuten» an. Eschenbach gönnte sich nach dem letzten Fall in einer persönlichen Krise eine Auszeit in Kanada. Wie geht es weiter? Michael Theurillat: Eschenbach hat in Kanada die Freiheit erlebt, jetzt kehrt er zurück und gerät gleich in eine kleinbürgerliche Intrige bei der Polizei. Aber das ist nur der Anfang. Um 400 Seiten schreiben zu können, brauche ich ein Thema, das mich über längere Zeit fesselt. Bei «Rütlischwur» ist es die Frage nach der Freiheit – und zwar nicht nur individuell betrachtet, sondern auch in Bezug auf das Kollektiv, den Staat. Wie verhält sich ein kleines Land, dessen oberstes Credo Unabhängigkeit und Neutralität ist, in einer Situation, in der man sich diese gar nicht leisten kann und im Ernstfall vielleicht auch gar nicht verteidigen könnte? Wir stecken ja wieder einmal mitten in einer solchen Situation. Sie sprechen das Bankgeheimnis an. Sind Eschenbachs Ermittlungen im Bankenmilieu von den aktuellen Ereignissen inspiriert? Nicht direkt, aber es hat schon Spass gemacht, die Geschichte gerade heute zu schrei­ben – in einer Zeit, in der gewisse Werte spürbar ins Wanken geraten. Leider erleben wir jetzt, dass nur über Kontrollsysteme nachgedacht wird. Doch die Misere ist durch bessere Systeme nicht zu lösen – im Gegenteil. Ich habe früher einmal bei der Bank Sarasin gearbeitet; da besuchte mich der alte Alfred E. Sarasin jeweils am Morgen im Büro, er schaute mir in die Augen und fragte, wie es läuft. Den hätte ich nie beschissen – und wenn ein Unglück passiert wäre, hätte ich ihm das gebeichtet. Gegenüber einem System gibt es dieses Verhältnis von gegenseitigem Respekt und Vertrauen nicht. Diese Gedanken habe ich ins Buch einzubringen versucht. Dabei lasse ich Eschenbach für eine kurze Zeit in einer Privatbank arbeiten, in der Funktion des Chief Compliance Officers. Ein Abenteuer, für

das ich ihm mit dem Kloster Einsiedeln ein Wertepolster mitgebe. Eschenbach erwacht nach einem Unfall im Kloster und macht die Bekanntschaft von Bruder John. Ist Einsiedeln als Hort des Humanismus gedacht in der brutalen Bankenwelt, in die Eschenbach gerät? Ja, aber mit einer Prise Ironie. Ich glaube nicht, dass die katholische Kirche oder andere Konfessionen für den modernen Menschen noch die Hilfe sind, die sie früher waren. Das sieht man ja auch am Beispiel Eschenbachs. Ich brauchte einen Gegenpol zur Finanzwelt, und da schien mir das Kloster eine charmante Möglichkeit. In meinen Romanen lasse ich gern zwei Mikrokosmen aufeinandertreffen, weil sich daraus spannende Konstellationen ergeben – zum Beispiel dieses merkwürdige Paar: Bruder John und Eschenbach.

Michael Theurillat bgy. Michael Theurillat kam 1961 in Basel zur Welt, studierte Wirtschaftswissenschaften, Kunstgeschichte sowie Geschichte und arbeitete nach seiner Promotion auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft beim Schweizerischen Bankverein. 2000 gab der damals 41-Jährige seine einträgliche Stelle als Managing Director der neu entstandenen UBS auf, um sich als Berater selbstständig zu machen und Krimis zu schreiben. «Rütlischwur» ist

Bei «Sechseläuten» ging es um den Skandal mit den «Kindern der Landstrasse», jetzt um den Rütlischwur und General Guisans Rütlirapport von 1940. Verfolgen Sie mit der Einbettung Ihrer Geschichten in den zeitgeschichtlichen Kontext eine aufklärerische Absicht? Ich erzähle nur Geschichten, aufklären muss sich jeder selbst. Was den zeitgeschichtlichen Kontext betrifft: Das habe ich mit «Sechseläuten» zum ersten Mal gemacht, und ich habe damit ein grosses Echo ausgelöst. Ich denke, der Umgang mit realen Begebenheiten macht Spass, weil man sich als Leserin oder Leser damit zu beschäftigen beginnt, obwohl man hinsichtlich Roman ja nie recht weiss, ob es wirklich so passiert oder nur erfunden ist. Das hat mir übrigens bei Orson Welles schon gefallen, er war ein Meister darin, Realität und Fiktion zu vermischen, in seinem Hörspiel über die Landung Ausserirdischer zum Beispiel oder im Film «F for fake». «Rütlischwur» basiert zum Teil auch auf einer realen Figur, die ich für das Buch künstlerisch verfälscht habe: Oberst Albert Bachmann, den kürzlich verstorbenen Ex-Geheimdienstchef. Mir schien, Sie hegen für die alte Elite in der Schnittmenge von Wirtschaft, Militär und Geheimdienst auch Sympathie. Ist dieser Eindruck richtig? Ich traf Bachmann einmal und fand ihn sympathisch; er schien ein sehr intelligenter Mensch zu sein. Aber ich habe mich auch

sein viertes Buch. Michael Theurillat lebt und arbeitet in der Nähe von Zürich.

gefragt, wie es passiert, dass eine Institution wie die Geheimarmee P26 in einem Land wie der Schweiz so lange überlebt. Systeme haben die Tendenz, ausser Kontrolle zu geraten. Plötzlich beginnen sie, ein Eigenleben zu führen. Da schliesst sich ja auch der Bogen zu den Banken. Als Mensch habe ich die tragische Figur Bachmann gemocht – mit seinem Zauberlehrlingsgebilde, das ihm am Ende nicht Ruhm und Ehre gebracht, sondern ihn den Kopf gekostet hat. Deshalb schildere ich sein Pendant im Roman mit einer gewissen Sympathie – wenn auch mit einem Augenzwinkern. Mein Oberst Billadier ist ein Fossil des kalten Krieges; und mit fossilen Gestalten kann man eben immer etwas liebevoller umgehen als mit aktuellen. Die Elite dagegen kommt nicht wirklich gut weg. Macht und Verbrechen gehen bei Ihnen oft Hand in Hand. Sind Sie der Ansicht, dass Reiche und Mächtige über mehr kriminelle Energie verfügen als der Durchschnitt? Überhaupt nicht. Ich denke, es ist eher umgekehrt. Viele Verbrechen geschehen aus einer tiefen inneren Ohnmacht heraus, wie zum Beispiel der Totschlag an Winter in meinem Roman «Eistod». Auch das Verbrechen im jüngsten Buch geschieht aus Machtlosigkeit. Aber Macht führt einen vielleicht eher in Versuchung, sich über das Gesetz zu www.books.ch – November 2011 – 11


»Heute durch Poland, Hebron, Paris und Hanover gefahren, um nach Berlin zu gelangen.«

Hundert tage

Sie schreiben Krimis, die eindeutig in Zürich verankert sind. Wie wichtig ist der lokale Bezug für Sie? Ich finde Zürich als Heimat meines Kommissars schon sehr passend. Als ich hierher kam, fiel mir auf, wie sehr die Stadt die moderne, städtische Schweiz repräsentiert. Zudem ist Zürich eine wunderschöne Stadt mit vielen eigenständigen Mikrokosmen.

Sie ist ein Querschnitt durch die nordamerikanische Gesellschaft: die Atlantikküste – mit Puritanern und Quäkern im Norden, jüdischem Leben in den Großstädten, mit Chinatown und Little Havana.

Könnten denn Ihre Eschenbach-Romane auch in einer fiktiven europäischen Grossstadt angelegt sein? Ich bin der Meinung, eine Geschichte muss in sich so stark sein, dass man sie auch an einen anderen Ort transformieren könnte. Aber wäre Eschenbach kein Zürcher, dann gäbe es viele schöne Passagen nicht – mir persönlich würde dann etwas fehlen.

Nirgends liegen Amerikas Widersprüche – zwischen Hygienewahn und Naturverbundenheit, zwischen

Paranoia und Toleranz – so nahe beieinander wie hier. Von Juli bis Oktober hat sich Zora del Buono mit

ihrem Hund Lino im Gepäck auf eine Reise entlang der Küste begeben, vom kühlen, weiten Neufundland

bis in den schwülen, überdrehten Irrsinn Floridas.

Mit ihren weitverzweigten familiären Wurzeln – die

Begegnungen zwischen Neufundland und Key West

Großmutter Slowenin, der Vater Süditaliener, die Mutter Schweizerin – fühlt die Autorin sich in der Fremde

besonders wohl. Auf ihrer Reise lässt sie die Menschen

ihre von der Einwanderung geprägten Lebensgeschichten erzählen: Krabbenfischer, moderne Wikinger,

Immigrationsforscher, Leute, die per Green-Card-Los ins Land kamen und solche, die vor den Folgen von

Kriegen flüchteten wie die Boatpeople aus Vietnam.

«Wäre Eschenbach kein Zürcher, dann gäbe es viele schöne Passagen nicht – mir persönlich würde dann etwas fehlen.»

onen. Manchmal muss man lange an einer Stelle verharren, um danach einen grossen Sprung zu machen. Bei den Ermittlungen in meinen Büchern muss Eschenbach sehr viel aushalten. So funktioniert ja übrigens auch die Schweizer Politik. Andere haben oft viel schneller eine Lösung, ändern sie später dann aber fünfmal oder fahren damit gegen die Wand. Wir tun uns erst einmal schwer, überlegen und halten aus – leider nicht mehr so viel wie früher.

Mit dem Blick der Europäerin erschließt Zora del

Buono sich und den Lesern die ungeheure Vielfalt der Ostküste und fragt: Ab wann ist man eigentlich Amerikaner? Was bedeuten historische Erfahrungen

Beziehen denn Krimis aus der Beschreibung realer Orte – so wie es in Regio-Krimis üblich ist – eine besondere Qualität? Das Wiedererkennen der eigenen Stadt ist nur das Vordergründige. Ich glaube vielmehr, es geht um die Sehnsucht nach dem, was wir kennen: Um Heimat und – in einem übertragenen Sinn – auch um Familie. Das ist eine Zeiterscheinung. Wir mögen auch Krimis aus Venedig, weil wir da schon mal waren und die Wege von Brunetti nachvollziehen können. Es entwickelt sich derzeit ein riesiges Biotop von Regio-Krimis, in dem unglaublich viele uns vertraute Pflänzchen gepflegt werden. Am Schluss gibt es dann auch den Langstrassen- oder den Kleinbasel-Krimi. Mir persönlich wird das zu eng. Die Schweiz ist schon klein genug, ich möchte – wenn schon – einen schweizerischen Krimi schreiben.

von Walfang bis Woodstock für das heutige Zusammenleben? Die Antworten, die ihr unterwegs begegnen, setzt die Autorin in Bezug zu Europa und verwebt

Porträts, historische Schlaglichter und aktuelle Notizen zu einer atmosphärisch dichten Reisereportage.

mare

Zora del Buono

Hundert tage amerika

Zora del Buono

erheben. Das finde ich interessant. Wenn wir uns die Wirtschafts-Kriminalfälle ansehen, dann finden wir bei den Protagonisten oft eine Selbstüberschätzung, ein Gefühl von Unfehlbarkeit im Sinne von: «Das steht mir zu» oder «Ich kann das». Mich interessiert, wie jemand so den Boden verlieren kann.

mare 256 Seiten, durchgehend zweifarbig gedruckt, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 32,90 sFr., ISBN 978-3-86648-145-9, www.mare.de

Gibt es denn etwas typisch Schweizerisches in Ihren Krimis und an Eschenbach? Es gibt schweizerische Themen, zum Beispiel eben das Thema Freiheit. «Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, in keiner Not uns trennen und Gefahr.» Aber auch das Langsame, das Knorrige, das Andersartige – und das Aushalten von Drucksituati-

mare

12 – www.books.ch – November 2011

Man könnte auch von «aussitzen» sprechen … Oder «ausstehen» – eine Frage der Perspektive. Ich finde, das hat auch eine Qualität, denn Fehler zeigen sich ja oft erst später. Gewissen Dingen muss man sich entgegensetzen. Es gibt einen schönen Spruch, der auch im Buch zitiert wird: «Gegenwind macht einen aufrechten Gang.» Ich wäre froh, wenn das auch weiterhin eine typisch schweizerische Qualität bliebe. Hat die mit der Grösse der Schweiz zu tun? Nein, eben nicht! Und das ist ja das Erstaunliche. Der Kleine tendiert doch eher dazu, anderen sofort Recht zu geben, sich anzulehnen, einen Verbündeten zu suchen. Das Aushalten dagegen hat etwas Furchtloses. Wie Eschenbach, der seine Pistole immer zu Hause lässt. Er scheint typologisch in einer Linie mit Glausers Wachtmeister Studer oder Dürrenmatts Kommissar Bärlach zu stehen. Ist das beabsichtigt? Ich wollte Eschenbach schon in die Reihe der bekannten Schweizer Ermittler stellen, einfach ein bisschen modernisiert. Etwas komplett anderes zu erfinden, wäre mir fremd gewesen. Ich probiere ihn so zu zeichnen, dass sich die Leserinnen und Leser gern


Interview mit ihm durch die Geschichte bewegen. Er ist ein moderner Jedermann; jeder soll einen Teil von sich selbst in ihm wiederfinden. Kürzlich habe ich in einer Schulklasse gefragt, wie sie sich Eschenbach vorstellen. Alle hatten ein komplett unterschiedliches Bild, das überhaupt nichts mit meinem eigenen zu tun hatte. Ich finde, wenn so etwas möglich ist, habe ich es gut gemacht. Ihr Buch beginnt damit, dass die Jugendliche Judith Bill dem Kloster Einsiedeln zuläuft. Bei «Sechseläuten» gab es den stummen Knaben Latscho. Ist es Zufall, dass wieder eine geheimnisvolle Kinderfigur eine Rolle spielt? Das kann ich nur schwer beantworten, denn solche Figuren ergeben sich einfach. Aus der Distanz betrachtet muss ich sagen: Es braucht sie, weil das Geflecht der Generationen eine schöne Dynamik ergibt. Auch bei «Rütlischwur» handelt es sich ja in gewisser Weise um eine Familiengeschichte. An Judith hat mich interessiert, dass sie als Waise frei von familiärer Prägung ist. Ich glaube, es ist eine der grossen menschlichen Leistungen, sich von Vererbung und Umgebung zu lösen und den eigenen Weg zu finden. Judith trägt mit ihren Fähigkeiten zum Reiz des Buches bei: Sie hat ein besonderes Gefühl für Spielkarten und lügt nicht. Gibt es dieses Phänomen, oder haben Sie es erfunden? Wie ich ihren Sinn für Spielkarten auf die Spitze treibe, darüber habe ich keine Vorlage gefunden. Aber mathematische Spielereien mit Spielkarten sind ein Hobby von mir. Was Judiths Verpflichtung zur Wahrheit angeht, so kennt man das aus der Literatur über die so genannten «Indigo-Kinder». Es heisst, diese Kinder kämen «von einem anderen Stern», reagierten stark negativ auf Machtsituationen, könnten nicht lügen und hätten oft Hochbegabungen. Mich hat Ihre Fähigkeit beeindruckt, lebendige und humorvolle Dialoge zu schreiben. Das ist keine weit verbreitete Gabe. Wie gelingt Ihnen das? Das sagte mir auch meine Verlegerin, als sie mich vor sieben Jahren in Zürich besuchte. Zu meinem ersten Manuskript meinte sie: «Die Geschichte ist noch soso-lala. Aber Sie können Figuren erfinden und Dialoge schrei­ben – und das kann man nicht lernen.» Persönlich mag ich die witzigen Dialoge von Altmeister Andrea Camilleri, sie sind einfach

umwerfend. Eine gute Übungsanlage waren für mich auch immer Kleinkunst- und Kabarett-Texte. Jetzt gerade schreibe ich etwas für Caroline Rasser für die Basler Fasnacht. Kürzlich haben Sie gemeinsam mit anderen Autorinnen und Autoren als Dressman für Peek & Cloppenburg gearbeitet. Was war das für eine Erfahrung? Das Shooting wurde zwischen Peek & Cloppenburg und unserem Verlag Ullstein eingefädelt. Dass ich mit meinen 50 Lenzen noch als Fotomodell tauge und von einem Star wie Marc Hom abgelichtet werde, ist eine witzige Geschichte. Ich hatte damals eine Gastritis und daheim ging auch alles drunter und drüber. Und dann kam ich in diese völlig andere Welt mit einem 35-köpfigen Team, das uns super betreute. Ich hatte zwei wunderschöne Tage. Danach war mein Bauchweh wie weggeblasen und ich wie frisch geboren. Das war eine rettende Insel, eine Pause von vielen Dingen, die mich damals sehr belasteten. Wie bringen Sie alle Ihre Aktivitäten unter einen Hut? Manchmal eben nicht. Das Schwergewicht liegt oft bei Sachen, die gar nicht geplant sind. Als ich das Ende von «Rütlischwur» schrieb, starb mein Vater. Während eines halben Jahres stand seine Begleitung im Vordergrund. Und während der Arbeit an «Sechseläuten» kam die Finanzkrise, und es brannte in allen Beratungsmandaten. Vieles ist eben nicht planbar. Aber zwischendurch gibt es immer wieder Tage, an denen ich alles vergesse und ins Blaue hinaus träumen und schreiben kann. Im «Rütlischwur» geht es um die Baby­ klappe, Kindersoldaten, die Finanzkrise, die geistige Landesverteidigung – gehen Ihnen bei dieser Fülle nicht zu schnell die Themen aus? Nein, ich habe keine Angst, dass die Ideen versiegen, sonst würde ich nicht schreiben. Aber manchmal ist es schwierig, dafür das nötige Umfeld zu schaffen. Ich komme ja aus einem Managerleben, in dem Sie 17 Sachen gleichzeitig tun und Heerscharen von Leuten beschäftigen, die Ihnen Dinge abnehmen. Schreiben ist das pure Gegenteil. Die Ruhe dafür zu finden, ist nicht selten ein Kampf. Aber wenn es mir gelingt, sitzt das Glück neben mir und die Welt steht still.

Rütlischwur 384 Seiten CHF 34.90 Ullstein

Die Krimis von Michael Theurillat Im Sommer sterben (2006) 335 Seiten CHF 13.90 List

Ein Mordfall auf einem Golfplatz bei Zürich hält Kommissar Eschenbach in drückender Sommerhitze auf Trab: Philipp Bettlach wurde aus 600 Meter Distanz getötet – nur wenigen Schützen gelingt ein solcher Schuss. Der Banker war sehr beliebt und hatte scheinbar keine Feinde. Bis die Vergangenheit ihn einholte ... Eistod (2008) 314 Seiten CHF 13.90 List

Zunächst wundert sich niemand, dass in diesem harten Winter Obdachlose erfrieren. Doch nachdem ein Rechtsmediziner bei den Leichen Reste eines rätselhaften Gifts nachweisen kann, nimmt Eschenbach die Ermittlungen auf. Hat sein alter Schulfreund Professor Winter womöglich biochemische Substanzen zur Folterung islamischer Terroristen entwickelt? Sechseläuten (2010) 304 Seiten CHF 15.90 List

Eine Mitarbeiterin der FIFA stirbt am Sechseläuten – und niemand scheint daran interessiert, den Tod aufzuklären. Auch der Junge, den man an der Seite der Frau fand, schweigt zunächst. Allmählich nimmt Eschenbach einen Faden auf, der zum Hilfsprojekt «Kinder der Landstrasse» führt. Es hatte jenische Kinder bis 1972 aus ihren Familien gerissen.

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Schwerpunkt der beiden Männer. Auch der Fahnder der Kantonspolizei hat vor Kurzem seinen Job bei der Bundespolizei gekündigt, steht in der Scheidung und schiebt eine gehörige Midlife-Crisis. Anstatt Umzugskisten auszupacken, sitzt er lieber im «Nullpunkt», seinem Stammlokal. Unterhaltsam verknüpft Wittwer die Lebenslinien der drei unterschiedlichen Männer in einer spannenden Geschichte.

Das Verbrechen vor der eigenen Tür Gross ist die Zahl der Neuerscheinungen von Schweizer Krimis. Sie zeigen zahlreiche Facetten des Lebens in diesem Land – und führen uns auf den Spuren des Verbrechens auch in die Ferne. Text: Benjamin Gygax

Eine Welle von Mord und Totschlag überrollt die Schweiz – zumindest eine literarische. Denn in diesem Jahr ist wieder eine beeindruckende Fülle von Schweizer Krimis erschienen, die für jeden Geschmack etwas bereithält. Unter den Müttern und Vätern dieser Neuerscheinungen sind bekannte Namen wie Martin Suter – mit «Allmen und der rosa Diamant» – ebenso auszumachen wie weniger bekannte. Der Krimi scheint auch die bevorzugte Gattung zu sein, wenn man erste Gehversuche wagen will oder einfach aus Spass schreibt. «Krimis sind ein schönes Genre, weil es wie der Blues oder Jazz etwas sehr Freies hat», findet der inzwischen arrivierte Autor Michael Theurillat, «man schafft es damit zwar nicht ins Feuilleton – und darunter leiden vielleicht auch einige –, aber deshalb bieten Krimis auch viel Freiraum.» Zahlreiche Autorinnen und Autoren nützen diesen Freiraum, um ihre eigene Heimatstadt unsicher zu machen. Es gibt wohl keine grössere Schweizer Stadt mehr, die nicht ihren eigenen Krimi vorweisen kann. 14 – www.books.ch – November 2011

Auch wenn die Themen und Figuren letztlich typisch schweizerisch sind, die Kulisse ist lokal geprägt. So zum Beispiel beim neusten Krimi des Berner Autors Paul Wittwer. Der Arzt legt mit «Widerwasser» seinen dritten, sehr gelungenen Roman vor. Seine Hauptfigur Mauro Matter ist – wie könnte es anders sein – Arzt und lebt in Bern. In Beruf und Beziehung schwer angeschlagen, torkelt er mit einer beachtlichen Menge Grappa intus durch das Berner Matte-Quartier. Als er mit dem Gedanken spielt, sich in die Aare zu stürzen, fällt ihm buchstäblich der Neuanfang vor die Füsse: in der Person von Alexander Goldmann, der von der Kirchenfeldbrücke in die Uferböschung stürzt. Der Tote gleicht Matter frappant, und so lässt sich dieser in einer spontanen Regung dazu hinreissen, die Identität mit dem unbekannten Toten zu tauschen. Er ahnt nicht, dass er damit den Weg von Vincenzo Lo Russo kreuzt. Der mächtige Camorra-Boss hat sich eben den Weg aus der Haft freigeschossen und ist auf der Suche nach Goldmann. Der Ausbruch wiederum bringt Limacher auf die Spur

Um Identitäten dreht sich alles auch bei «Alles still», diesmal aber in der ReussStadt Luzern. Im zweiten Krimi des Luzerner Schriftstellers und Musikers Beat Portmann geht es um Salesia Pfyffer, eine junge Frau aus einem alten Luzerner Patriziergeschlecht. Sie möchte wissen, wer ihr Vater ist. Weil ihre Mutter dieses Geheimnis mit ins Grab nahm, sucht sie Hilfe. Gemeinsam mit einem vermeintlichen Privatdetektiv macht sie sich auf die Suche nach den Spuren, die das Liebespaar in den frühen 1970er-Jahren hinterlassen hat. Dabei durchstreifen sie die Luzerner Gassen, Plätze und Lokale, die der Autor im Roman mit klarem Strich erkennbar skizziert. Sie dringen mit der Zeit immer tiefer in die Psyche einer Stadt vor, die mit dem Namen der Patrizierin eng verbunden ist – und die bis heute über ihren Bedeutungsverlust nicht hinwegkommt. Bei ihren Nachforschungen begegnet das Paar frommen Kindermädchen, wortkargen Marktfrauen und mysteriösen Jesuiten, kommt nicht nur einem Verbrechen auf die Spur, sondern auch einer Liebesgeschichte, die sie auf verhängnisvolle Weise in ihren Bann zieht. Der Roman ist in der Reihe «Tatort Schweiz» erschienen, die der Limmat Verlag vor einigen Jahren ins Leben rief und zu der auch Hörbücher gehören. Wie Beat Portmann ist auch Roger Strub nicht nur Autor, sondern unter anderem auch Musiker. Noch früher war er Lehrer – und in diesem Umfeld bewegt sich Strub mit seinem Bieler Kriminalroman «Tödliche Punkte». Seine Ermittlerin Lena Bellmann kennen die Leserinnen und Leser schon aus Strubs vorangehenden vier Krimis. Doch diesmal ermittelt sie nicht bei der Berner Kantonalpolizei, sondern als Privatdetektivin, denn sie macht sich selbstständig. «Diese Entscheidung hatte sie von dem Druck befreit, der sie in den letzten Jahren wie eine schwere Last niedergedrückt und


Schwerpunkt dafür gesorgt hatte, dass sie viel zu viel Weisswein trank und fast täglich Schmerzmittel gegen ihr Rückenleiden schluckte, das medizinisch kaum, psychologisch aber sehr wohl zu erklären war.» Lena Bellmann will ihrem Beruf positive Aspekte abgewinnen und eröffnet mit zwei weiteren Frauen eine Agentur für Nachforschungen, Personenschutz und Beratung weiblicher Opfer. Ihr erster Auftrag bringt sie allerdings bereits wieder in Kontakt mit ihren früheren Arbeitskollegen. Sie soll im Auftrag einer türkischen Mutter deren Sohn beschützen, kann aber nicht verhindern, dass auch er Opfer einer Mordserie wird. Junge Ausländer sterben durch ein mysteriöses Pfeilgift, und das Motiv bleibt vollkommen im Dunkeln. Handelt es sich um eine Abrechnung zwischen Jugendgruppen, um Rassismus oder eine alte Geschichte um sexuelle Belästigung in der Schule? Bellmann lässt sich als Lehrerin dort anstellen und nimmt die Suche auf. Im Gegensatz zu den vorgestellten RegioKrimis gibt es auch ausgezeichnete Schweizer Krimiliteratur, die sich gerade nicht an bekannten Plätzen aufhält, sondern in die Fremde schweift. Diesen Weg schlägt die

bekannte Schweizer Krimiautorin Petra Ivanov in ihrem neuesten Buch ein. Sie hat sich zwar ein sehr schweizerisches Thema ausgesucht, bleibt aber mit ihrer Geschichte nicht in der Schweiz, sondern nimmt ihre Leserinnen und Leser mit in den Kosovo.

«Krimis sind ein schönes Genre, weil es wie der Blues oder Jazz etwas sehr Freies hat.»

Die Autorin, die für ihre Bücher schon immer sehr sorgfältig recherchiert hat, kennt den Balkan aus ihrer früheren Tätigkeit für das Hilfswerk HEKS. In «Tatverdacht» schildert sie das Leben im Kosovo und den Alltag der Schweizer Swisscoy-Soldaten einprägsam. Der unauffällige Infanterist

Fabian Zaugg wird im Camp Casablanca verhaftet, weil er von einer lokalen Angestellten der Soldaten-Kneipe «Pulverfass» der Vergewaltigung beschuldigt wird. Mit ihrem neuen Buch hat Ivanov nicht nur die Schweiz verlassen, sondern auch ihr bewährtes Ermittlerteam: Staatsanwältin Regina Flint und den Kantonspolizisten Bruno Cavalli. Nach dem fünften Flint-Cavalli-Roman präsentiert sie uns ein neues, ebenso schillerndes Team. Und wir kennen es zumindest teilweise sogar schon. Wer Ivanovs Bücher gelesen hat, kann sich vielleicht an die zierliche, aber harte Polizistin Jasmin Meyer in Cavallis Team erinnern. «Bambi», so wird sie von ihren Kollegen genannt, schmeisst nach einem traumatischen Erlebnis bei der Polizei den Bettel hin und versucht, sich ins Leben zurück zu kämpfen. Weil ihr Ex-Freund, der Anwalt Pal Palushi mit kosovarischen Wurzeln, sie dabei unterstützen will, überträgt er ihr die Nachforschungen zu Fabian Zaugg, dessen Verteidigung er übernommen hat. Zwischen den beiden Protagonisten knistert es heftig, wir tauchen tief ein ins Leben im Kosovo, der Fall bleibt bis zuletzt spannend und löst sich überraschend auf – was will man mehr von einem Krimi?

Weitere lesenswerte Neuerscheinungen Scherbenhaufen Stefan Haenni

Lichterfest Sunil Mann

Spiel mit dem Tod Anne Gold

Freitod, der 13. Peter Hänni

183 Seiten CHF 14.90 Gmeiner

312 Seiten CHF 14.90 Grafit

288 Seiten CHF 15.90 Reinhardt

199 Seiten CHF 36.90 Cosmos

Fellers dritter Fall: Im Schlossmuseum Thun geht bei einem Handgemenge ein kostbarer Tonkrug zu Bruch. Der junge Töpfer Niklaus Weihermann wird beschuldigt, und seine Freundin Eva, die ihn entlasten könnte, schweigt beharrlich. Privatdetektiv Hanspeter Feller bemüht sich um die Aufklärung des Falls und entlarvt den Richter Adam Füssli als Täter. Als dieser kurz darauf tot am Ufer der berühmten Kleist-Insel geborgen wird, führen die Ermittlungen Feller weit zurück in die Vergangenheit zu einem grauenvollen Verbrechen, das nie gesühnt wurde.

Privatdetektiv Vijay Kumar und seinen Freund, den Fotoreporter José, trifft es im wahrsten Sinn des Wortes knüppelhart: In einer Kneipe werden sie in eine Schlägerei verwickelt. Dabei fällt der junge Fernando ins Koma. Er ist der Neffe von Rosie, und mit der Suche nach dieser Frau war Vijay wiederum vom Zürcher Medientycoon Blanchard beauftragt worden. Wieso sorgt sich dieser so um das Leben seiner Putzfrau?

Nach einer durchzechten Nacht braucht Kommissär Ferrari seine Ruhe. Deshalb will er die ältere Dame loswerden, die überzeugt ist, dass ihr Ehemann einen Selbstmord plant. Er verspricht ihr, mit ihrem Gatten zu reden. Und wie erwartet löst sich die Selbstmordtheorie während des Gesprächs unter den Männern in Luft auf. Doch kurze Zeit später springt der Mann vom Dach seines Arbeitsorts. Ferrari ist entsetzt und beginnt gegen den ausdrücklichen Befehl von Staatsanwalt Borer mit den Ermittlungen.

Dass auf einem Friedhof gelegentlich gegraben wird, ist normal. Aber morgens um vier? Jedenfalls findet der Witwer Karl Hofer, der mit dem Feldstecher in die Nacht hinausspäht, wenig Gefallen an solchem Tun. Der Tod bereitet einigen Menschen ziemlich viele Unannehmlichkeiten. Auch dem Abwart Ernst Trachsel: Wenn der diesen dumpfen Knall hört, weiss er, was passert ist. Dann packt er einen Sack Rasenerde auf seinen Schubkarren ...

www.books.ch – November 2011 – 15


Schwerpunkt Noch weiter in die Ferne führt uns Bernadette Calonego. Die Autorin wurde in Stans geboren, lebt aber seit dem Jahr 2000 in Vancouver in Kanada. Von dort berichtet sie regelmässig als Korrespondentin für zahlreiche deutschsprachige Medien. Und dorthin entführt sie uns in ihrem zweiten Krimi «Unter dunklen Wassern». Auch wer nicht in Ferienerinnerungen an Kanada schwelgen kann, wird Calonegos plastische Schilderungen von Land und Leuten zu schätzen wissen. Die 33-jährige Sonja Werner hat vor drei Jahren ihren Partner und dessen Sohn bei einem Flugzeugabsturz in

British Columbia verloren. Die Umstände wurden nie ganz geklärt, sie selbst wird seither von Panikattacken und Allergien verfolgt. Als die Historikerin im Auftrag eines Schweizer Museums nach Kanada reist, um für eine Ausstellung das Leben der deutschen Auswanderin Else Seel zu recherchieren, rutscht sie immer tiefer in die Nachforschungen zu vergangenen Ereignissen. Geschickt verknüpft die Autorin einen Krimi-Plot um Diamantenvorkommen mit der Selbstfindungsgeschichte Sonjas und dem Rückblick auf das Leben Else Seels. Es trägt zum Reiz des Buches bei, dass es

die Berliner Dichterin Seel tatsächlich gab: Sie wanderte 1927 überraschend aus, um einen kanadischen Trapper zu heiraten und in der Wildnis zu leben. Verstrickungen mit der Camorra, eine Mordserie unter Bieler Secondos, eine Vergewaltigung im Wohncontainer eines Swisscoy-Soldaten oder eine Schweizerin auf den Spuren von Kanadas Trapper und Diamantenschürfer: Die vorgestellten Krimis zeigen, wie vielfältig der Kleinstaat Schweiz mit der Welt verbunden bleibt – und wie vielseitig das Schweizer Krimi-Genre ist.

Allmen und der rosa Diamant Martin Suter

Tödliche Punkte Roger Strub

Tatverdacht Petra Ivanov

218 Seiten CHF 27.90 Diogenes

219 Seiten CHF 15.90 Pendragon

400 Seiten CHF 34.90 Appenzeller

Widerwasser Paul Wittwer

Alles still Beat Portmann

Unter dunklen Wassern Bernadette Calonego

398 Seiten CHF 34.90 Nydegg

235 Seiten CHF 36.90 Limmat

380 Seiten CHF 15.90 Bloomsbury

Die entspannendste Gute-Nacht-Lektüre!

Schlafen Sie wohl? NEU Gut geschlafen! Wie Sie Schlafprobleme lösen und Ihr Wohlbefinden steigern 1. Auflage, September 2011, 224 Seiten ISBN 978 3 85569 461 7

Alles über Schlaftypen, Ruhekiller und Schlummerhelfer: Der neue BeobachterRatgeber lüftet das Geheimnis des gesunden Schlafs und verrät, wie Sie Schnarchen, Schlafwandeln und Co. in den Griff bekommen.

Beobachter-Buchverlag, Postfach, 8021, Zürich 16 – www.books.ch – November 2011 www.beobachter.ch/buchshop Auch in Ihrer Buchhandlung erhältlich!

Wissen, was wichtig ist.


Buchtipps

Sommerhaus mit Swimmingpool Herman Koch

Fast genial

Marc Schlosser ist Hausarzt in Amsterdam. Er hat zwei heranwachsende Töchter und eine attraktive Frau. Als sein Patient, der berühmte Schauspieler Ralph Meier, Schlosser und dessen Familie einlädt, im Sommer ein paar Tage mit ihm und seinen Söhnen in ihrem Ferienhaus in Frankreich zu verbringen, sagt der Arzt zu. Anderthalb Jahre später stirbt Meier, und Schlosser muss sich wegen eines möglichen Kunstfehlers vor der Ärztekammer verantworten. Doch gab es wirklich einen Kunstfehler? Oder hat der Tod von Schlosser vielleicht mit den Geschehnissen in jenem Sommer zu tun? Allmählich zeigen sich die tiefen Verwerfungen zwischen den beiden Familien ... Ein hochspannendes, meisterlich konstruiertes Familiendrama.

Der knapp 18-jährige Francis wohnt mit seiner Mutter in einem heruntergekommenen Trailerpark in New Jersey. Er sieht sein Leben schon dort enden − bis er die Wahrheit über seine Zeugung erfährt. Offenbar verdankt er seine Existenz einem absurden Experiment, an dem seine Mutter einst teilnahm. Sein Vater ist zudem kein Versager, der die Familie im Stich liess, sondern ein genialer Wissenschaftler aus Harvard. Zusammen mit seinem besten Freund Grover, einem verschrobenen Superhirn, und dem Mädchen seines Herzens, der labilen und unberechenbaren Anne-May, macht sich Francis auf den Weg, seinen Vater zu finden. Nach einer wahren Begebenheit.

352 Seiten

336 Seiten

CHF 32.90

CHF 36.90

Kiepenheuer & Witsch

Diogenes

ISBN 978-3-462-04344-0

ISBN 978-3-257-06789-7

In Zeiten des abnehmenden Lichts Eugen Ruge

Rücken an Rücken

Ein Roman wie eine Zeitreise: Diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie reicht von ihren Erlebnissen im Exil bis ins «Jahr der Wende» 1989 und darüber hinaus. Sie führt die Leser von Mexiko über Sibirien in die neu gegründete DDR, über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama. Ein grosser Deutschland­ roman, der Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht! Eugen Ruge erschafft zudem eine schillernde Innensicht der DDR, die ungeheuer menschlich und komisch zugleich ist – er beschreitet den schmalen Grat zwischen Hinterhertrauern und Verteufeln des ehemaligen Arbeiterstaats souverän. Gewinner des Deutschen Buchpreises!

Ostberlin, Ende der 1950er-Jahre. Die Geschwister Ella und Thomas wachsen auf sich allein gestellt im Haus der Bildhauerin Käthe auf. Rücken an Rücken loten sie ihr Erwachsenwerden aus. Käthe, eine kraftvolle und schroffe Frau, hat sich für das kommunistische Deutschland entschieden. Leidenschaftlich vertritt sie die Erfindung einer neuen Gesellschaft, doch ihr Einsatz fordert Tribut. Im Schatten scheinbarer Liberalität setzen Kälte und Gewalt Ella zu. Sie flüchtet sich mal in eine Krankheit, mal begehrt sie trotzig auf. Thomas indessen versucht sich zu fügen. Doch er erträgt die Erniedrigungen nur schwer – und stürzt sich in die unglückliche Liebe zu Marie.

432 Seiten

384 Seiten

CHF 26.90

CHF 26.90

Rowohlt

S. Fischer

ISBN 978-3-498-05786-2

ISBN 978-3-10-022605-1

Benedict Wells

Julia Franck

www.books.ch – November 2011 – 17


Reportage

Und jetzt mal etwas völlig anderes Lange hat es gedauert, bis der Nachfolger des Bestsellers «Middlesex» in die Läden kam. Doch das Warten hat sich gelohnt: Jeffrey Eugenides’ neuer Roman «Die Liebeshandlung» wird alle seine alten Fans zufriedenstellen – und ihm mit Sicherheit viele neuen Leserinnen und Leser bescheren. Text: Erik Brühlmann

Fans von Jeffrey Eugenides brauchen Geduld. Während andere Schriftsteller in einem Jahrzehnt fünf, sechs oder mehr Bücher veröffentlichen, vergehen zwischen zwei Eugenides-Romanen im Schnitt neun Jahre. So gesehen erscheint sein neues Werk «Die Liebeshandlung» pünktlich – neun Jahre nach dem mit dem Pulitzer-Preis gekrönten Epos «Middlesex».

Aus zwei mach eins Dass es «Die Liebeshandlung» überhaupt in die Regale der Buchläden geschafft hat, 18 – www.books.ch – November 2011

ist eigentlich ein Zufall. «Nach ‹Middlesex› arbeitete ich zwei Jahre lang an einem anderen Roman», gestand der in Detroit geborene Schriftsteller im Mai dieses Jahres an einem Podiumsgespräch an der Book Expo America. Irgendwann habe er die Hintergrundgeschichte einer Nebenfigur namens Madeleine geschrieben und einfach nicht mehr damit aufhören können. Plötzlich sei ihm klar geworden, dass Madeleine das Potenzial für einen eigenen Roman habe. «Danach war es wie bei der Operation von siamesischen Zwillingen: Ich versuchte, die

beiden Geschichten voneinander zu trennen und in beiden genügend lebenswichtige Organe zu belassen, damit sie überleben.» Im Fall von Madeleine und «Die Liebeshandlung» ist die Operation gelungen. Das andere Manuskript verschwand in der Schublade.

Es musste etwas anderes sein Dass der Nachfolger von «Middlesex» keine weitere Familiensaga werden würde, war dem 51-Jährigen zu diesem Zeitpunkt längst klar. «Nach ‹Middlesex› hatte ich genug von dieser Art Geschichten und wollte einfach etwas ganz anderes machen», so der Schriftsteller. Also machte er sich auf, mit seiner zur Hauptfigur beförderten Madeleine die Gefilde der Liebe und des marriage plot – so auch der Titel des englischen Originals – zu erkunden. «Der marriage


Reportage plot war die Grundlage vieler grosser Romane des 19. Jahrhunderts», erklärte der studierte Anglist am Podiumsgespräch. In Romanen wie Jane Austens «Mansfield Park» oder Leo Tolstois «Anna Karenina» ging es um Liebe, Heirat und Moral – der Stoff, aus dem emotionale Geschichten gestrickt sind. «Mir war schnell klar, dass mein Unterfangen nicht einfach werden würde, denn meine Geschichte sollte nicht 1816, sondern in den 1980er-Jahren spielen.» Im 19. Jahrhundert konnte eine Frau durch eine Heirat gesellschaftlich aufsteigen, eine Scheidung bedeutete hingegen ihren persönlichen Ruin; das bot hervorragenden Stoff für Romane. Moderne Entwicklungen wie Eheverträge beerdigten dagegen die Geschichten mit einem klassischen marriage plot als Grundlage. «Trotzdem wollte ich versuchen, eine solche Geschichte vor modernem Hintergrund zu schreiben.»

Eine Geschichte der unzähligen Ebenen Aber keine Angst: Natürlich verbrachte der Pulitzerpreisträger nicht so viele Jahre damit, eine simple Liebesgeschichte zu schreiben – auch wenn «Die Liebeshandlung» durchaus als eine Dreiecksgeschichte zwischen Madeleine und ihren Verehrern, dem hoffnungslos verliebten Mitchell und dem manisch-depressiven Leonard, gelesen werden kann. Ebenso gut geht der Roman auch als eine witzige, teilweise freche College-Geschichte durch; oder als philosophische Betrachtung des Themas Liebe; oder als Tour de Force durch die Klassiker der Marriage-plot-Literatur; oder als Kaleidoskop der Liebe in all ihren Ausprägungen: körperlich, geistig, romantisch, religiös, erfüllt und unerfüllt. Kurzum: Jeffrey Eugenides hat die Jahre des Schreibens dazu genutzt, eine Geschichte zu erschaffen, die an Vielschichtigkeit kaum mehr zu überbieten ist und zu mehrfachem Lesen auffordert.

list an einen Zufall, dass «Die Liebeshandlung» unter anderem am College der Brown University 1982 spielt – also genau an dem Institut, an dem der Autor ein Jahr später selbst seinen Abschluss machte. Autobiografisch angehaucht dürfte auch sein, dass Mitchell, ein Student der Religionswissenschaften, nach dem Universitäts-Abschluss nach Indien reist, um mit Mutter Teresa zu arbeiten; dasselbe tat auch Jeffrey Eugenides. Der Schriftsteller sieht sich selbst zwar nicht als einen autobiografischen Autoren – «es verwirrt mich immer, wenn ich über mich selbst schreibe» –, gestand aber in einem Interview: «Ich benutze Episoden aus meinem Leben, damit meine Geschichten real erscheinen.»

Weitere Bücher von Jeffrey Eugenides Middlesex 733 Seiten CHF 15.90 Rowohlt

Der Roman erzählt auf ebenso mitreissende wie witzige Art die Lebens- und Familiengeschichte von Calliope/Cal Stephanides, einem Hermaphroditen. Die Geschichte erhielt Lob von allen Seiten und wurde 2003 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Die Selbstmord-Schwestern 250 Seiten CHF 14.90 Rowohlt

Und die Moral von der Geschicht’ ... «Die Liebeshandlung» ist ein wenig wie das wahre Leben: Die Schönheit des Buchs liegt im Auge des jeweiligen Betrachters. Jede Leserin und jeder Leser wird etwas anderes aus der Geschichte mitnehmen, vielleicht auch etwas über die Liebe oder zumindest die Liebesliteratur lernen. Die Erkenntnisse des Schriftstellers selbst sind naturgemäss etwas distanzierterer Natur: dass es auch in unserer modernen, zuweilen kühlen und berechnenden Zeit möglich ist, eine Geschichte mit einem funktionierenden marriage plot zu schreiben. «Ich kam zu dem Schluss, dass der marriage plot in der heutigen Zeit immer noch in unseren Köpfen abläuft», stellt er fest. «Er ist die Idee der idealisierten Romanze, die wir alle haben. Wir alle sind aufgewachsen mit Erwartungen und Vorstellungen, wie man die perfekte Liebe findet. Wir haben diese Vorstellungen aus Filmen und Büchern. Und auf dieser Grundlage funktioniert der marriage plot auch heute noch.»

Jeffrey Eugenides’ Debütroman erzählt die Geschichte von fünf Schwestern und ihrem «Jahr der Selbstmorde». Ironisch, schaurig und einfühlsam zugleich. Das Buch wurde 1999 mit James Woods und Kathleen Turner verfilmt. Der Spatz meiner Herrin ist tot 571 Seiten CHF 23.90 Rowohlt

Für diesen Band hat Jeffrey Eugenides einige der besten und berührendsten Liebesgeschichten der Weltliteratur zusammengetragen. Air Mail 118 Seiten CHF 12.90 Rowohlt

Jeffrey Eugenides beweist, dass er auch ein Meister der Kurzgeschichte ist: drei fantastische, komische und traurige Erzählungen in einem Band.

Der Autor in seinem Buch Nach «Middlesex», der Geschichte eines Hermaphroditen, habe er beschlossen, keine Fragen mehr nach autobiografischen Elementen in seinen Romanen zu beantworten, erklärte Jeffrey Eugenides an der Book Expo America lachend. Er wird sich allerdings darauf einstellen müssen, dass ihm solche Fragen wieder gestellt werden. Es glaubt ja wohl kein neugieriger Journa-

Die Liebeshandlung 624 Seiten CHF 31.90 Rowohlt

www.books.ch – November 2011 – 19


Mein Buch

«Nicht jedes Buch wurde für mich geschrieben.»

Clemens Haipl / Max Witzigmann

Goodbye Rock’n’Roll

Wir möchten von Orell-Füssli-Kundinnen und -Kunden wissen: Welches ist Ihr liebstes Buch? Heute antwortet Hubert Gehrig aus St. Gallen.

Eine Vätergeschichte in 256 E-Mails 208 Seiten CHF 28,90

ISBN 978-3-99200-021-0

Vater werden ist nicht schwer … Clemens und Max, Comedy-Autoren und Jung-Papas, haben’s nicht leicht. Goodbye Rock’n’Roll – hallo Babyblues! Und so tauschen sich die beiden Kindsköpfe in einem kurzweiligen E-Mail-Dialog zwischen Wien und München aus, in der Hoff nung, Antworten zu finden auf Fragen wie: Wie stellt man es an, wenn schon nicht die Fehler der eigenen Eltern zu vermeiden, dann wenigstens die gleichen Fehler anders zu machen? Und: Ist das Leben eines Mannes tatsächlich mit dem Blasensprung seiner Partnerin zu Ende?

Uli Wohlers

Die Spur der Schweine

Rasmussen und Papuga ermitteln 346 Seiten CHF 29,90

Mord im dänischen Ferienparadies. Schweinerei! Bornholm, die friedliche Ferieninsel, das Capri des Nordens – davon merkt der Kopenhagener Kommissar Stig Tex Papuga nicht viel. Gleich an seinem ersten Arbeitstag steht er vor einem Güllesee, in dem eine Leiche dümpelt. Frohe Weihnachten!

20 – www.books.ch – November 2011

www.braumueller.at

ISBN 978-3-99200-047-0

Aufzeichnung: Erik Brühlmann

Hubert Gehrig hat das Lesen wiederentdeckt: «Früher, als ich noch bei einer grossen Schweizer Bank arbeitete, war der Kopf am Abend meistens zu voll, um mich noch auf ein Buch konzentrieren zu können», erzählt der 70-Jährige. Nach der Pensionierung habe er deshalb einen riesigen Nachholbedarf gehabt. Seither frönt er seinem Hobby Lesen ausgiebig. «Zeit genug habe ich, denn meine Frau und ich sehen kaum fern», so Hubert Gehrig – und wenn, dann stünden meist Sendungen über fremde Länder oder Literatursendungen auf dem persönlichen Programm. «So habe ich auch schon das eine oder andere Buch entdeckt!» Doch der Vater zweier erwachsener Kinder ist nicht nur Leser, sondern auch Sammler. «Ich markiere mir interessante Gedanken, schöne Passagen und kluge Zitate», verrät er. «Danach übertrage ich sie am Computer in eine Datei, drucke sie aus und lege sie in einen Ordner ab.» Der aktuelle Ordner ist schon fast voll und enthält das Beste aus rund fünf Jahren Lesetätigkeit. Dass Hubert Gehrig ausgelesene Bücher behält, versteht sich fast von selbst. «Vor einigen Jahren warf ich einmal einen Stoss weg. Das bereute ich danach allerdings.» Dennoch gibt es in der Sammlung auch Bücher und Autoren, die dem Vielleser nicht zusagen: «Mit Eveline Haslers Stil kann ich mich zum Beispiel nicht anfreunden», gesteht er, «auch nicht mit jenem von Lukas Hartmann oder Peter Stamm.» Dass er beim Bücherkauf hin und wieder danebengreife, sei bei der Fülle des Leseangebots aber normal: «Es wurde halt nicht jedes Buch für mich geschrieben!» Im Grunde liest Hubert Gehrig alles. Be-

sonders angetan haben es ihm Sachbücher aller Art. Zurzeit fasziniere ihn «Es war ein Dorf in Kosova» von Arif Demolli − «ein autobiografisches Werk, bei dem man die Kosovaren auf sympathische Art von einer anderen Seite kennenlernt», so Hubert Gehrig. Auch Hans Küngs «Projekt Weltethos» habe es ihm angetan, ebenso wie die Rumänien-Romane von Eginald Schlattner. Ein absolutes Lieblingsbuch herauszustreichen, fällt Hubert Gehrig jedoch schwer. «Ich habe mir lange überlegt, wie ich ein ‹Lieblingsbuch› überhaupt definieren würde», sagt er. «Ein Buch, das ich mehrmals lesen würde? Eines, das ich Freunden empfehle? Eines mit einem besonders schönen Schreibstil?» Schliesslich fiel seine Wahl auf «Religion in der Verantwortung» von Helmut Schmidt. «Die Gedanken und Konzepte in diesem Buch haben mir sehr imponiert», sagt Hubert Gehrig. «Der ehemalige deutsche Bundeskanzler appelliert an die Führer aller Religionen, endlich Respekt und Toleranz zu predigen.» Die Weltreligionen, sagt Schmidt, müssten davon abkommen, die alleinige Wahrheit für sich zu reklamieren, und sie sollten stattdessen Verantwortung für die gesamte Menschheit übernehmen. «Man merkt dem Buch deutlich an, dass Schmidt aus der Weisheit des Alters schöpft – und sich traut, seine Argumente klar und deutlich zu formulieren.»

Religion in der Verantwortung Helmut Schmidt 250 Seiten CHF 31.90 Propyläen


Mein Buch

SEHNLICHST ERWARTET!

Weihnachtspäckli von Stéphanie Berger

Foto: www.stephanie-berger.ch

Jedes Jahr im Dezember bietet die Filiale Kramhof einen besonderen Service an: Im Päckli-Zelt können Kundinnen und Kunden gekaufte Bücher als Geschenk verpacken lassen. Gleichzeitig sammelt Orell Füssli Spenden für die Stiftung Mütterhilfe. 2011 gibt es dafür prominente Unterstützung. Text: Erik Brühlmann

Lassen Sie Ihr Buch am 17. Dezember 2011 von Stephanie Berger verpacken!

784 Seiten | CHF 33.90

Wer in der Vorweihnachtszeit endlich das perfekte Geschenk gefunden hat, steht zumeist vor einer weiteren Herausforderung: es hübsch einzupacken. Bei Orell Füssli erledigen dies die Buchhändlerinnen und Buchhändler – kostenlos! Um den vorweihnachtlichen Andrang stemmen zu können, wird auch dieses Jahr das Päckli-Zelt im Innenhof der Kramhof-Filiale aufgestellt. Seit nunmehr vier Jahren bewältigt Orell Füssli den Päckli-Andrang jeweils mithilfe eines gemeinnützigen Partners. Zum zweiten Mal ist dies heuer die Mütterhilfe, die sich an der Aktion vom 3. bis zum 24. Dezember beteiligt. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Filiale Kramhof werden die Freiwilligen der Mütterhilfe während dieser Zeit dafür sorgen, dass die Geschenke der Kundinnen und Kunden zu wahren Schmuckstücken unter dem Weihnachtsbaum werden. Als Gegenleistung für den Einsatz stehen in allen Filialen von Orell Füssli Spendenkässeli der Mütterhilfe. Ein besonderer Höhepunkt der Aktion ist der 17. Dezember: «Das ist sozusagen unser Prominententag», verrät Urs Schäfer von der Mütterhilfe. «Dann werden Bänz Friedli, Rolf Hiltl, Tim Wielandt und Stéphanie Berger im Päckli-Zelt mithelfen!» Für die Entertainerin Stéphanie Berger, deren Karriere mit dem Miss-Schweiz-Titel

Der fünfte Teil der WanderhurenGeschichte: drastisch, dramatisch und tief bewegend.

1995 begann, ist die Zusammenarbeit mit der Mütterhilfe der Beginn eines langfristigen Engagements. «Ich war auf der Suche nach einer Organisation, die ich glaubwürdig vertreten kann und die nicht einfach wahllos prominente Gesichter als Werbeträger benutzt», erklärt die gebürtige Bernerin. Vor zwei Jahren wurde sie das erste Mal im Rahmen eines Wohltätigkeitsanlasses auf die Mütterhilfe aufmerksam. Im vergangenen Jahr wurde Stéphanie Berger selbst Mutter eines Sohnes. «Das hat meine Perspektive in Bezug auf das Elternsein grundlegend verändert», sagt sie. «Plötzlich wurde mir klar, was zum Beispiel alleinerziehende Mütter tagtäglich leisten – erst recht,wenn sie nicht über die nötigen Mittel verfügen.» Umso wichtiger sei es, diese Familien zu unterstützen. Wenn nicht, entwickelt sich ein Teufelskreis, bei dem jeder den anderen immer weiter herunterzieht.» Stéphanie Berger freut sich jedenfalls schon auf ihren Einsatz für den guten Zweck: «Ich mache unheimlich gern Päckli!» Das klingt nach einem Einpack-Talent. «Nein, überhaupt nicht», gibt sie lachend zu. «Dafür werden meine Päckli dann auch ganz speziell und unvergesslich.»

Seit 1932 unterstützt die Mütterhilfe Mütter, Väter und Paare in der ganzen Deutschschweiz. Die konfessionell und politisch unabhängige Stiftung bietet mit elf Mitarbeitenden Sozialberatungen, Elternschaftstherapien, Familieneinsätze, Weiterbildungen und materielle Hilfe für Eltern – von der Schwangerschaft bis zum Zeitpunkt, wenn das jüngste Kind drei Jahre alt ist. Der grösste Teil der Mittel stammt aus Spenden und Legaten; Subventionen bezieht die Mütterhilfe nicht.

© FinePic®, München

Die Mütterhilfe

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Orell Füssli

Einfach lesen! Wer viel liest, kann das heute einfach und bequem auf einem eReader tun. Daniel Fisler von Orell Füssli vermittelt einen Überblick über die Geräte und das eBooks-Sortiment. Text: Benjamin Gygax

segerät nutzt: «Ich bin begeistert, vor allem auch was die Benutzerfreundlichkeit anbelangt.» Besonders gross ist diese gemäss Fisler mit dem ePub-Format. Mit diesem Format kann die Schriftgrösse frei gewählt werden; und einige eReader lesen den Text auf Wunsch auch gleich vor.

Technik tritt in den Hintergrund «Wir haben nicht nur die Wale, die Mönchsrobben und die Bären in den Abruzzen zu retten, sondern auch die Bücher», plädierte der italienische Autor und Sprachwissenschaftler Umberto Eco 2009 in seinem Werk «Die Kunst des Bücherliebens». Es steht ausser Zweifel, dass der bibliophile Eco mit «Bücher» gedruckte Bücher meint. Brauchen Bücher wirklich Artenschutz? Und ist der eReader die Bedrohung?

Ist das Buch bedroht? Das Bundesamt für Statistik weiss: Die Zahl der Buchtitel, die in der Schweiz jährlich herausgegeben werden, ist im 20. Jahrhundert von rund 1700 auf über 11‘000 angewachsen, jedes fünfte Buch ist heute ein literarisches Werk. Das schreibende Gewerbe scheint also zu florieren. Allerdings sagt das noch nichts über die Nachfrage aus. Hier präsentiert sich die Situation etwas anders. Sowohl die Zahl der Buchhandlungen als auch der Branchenumsatz sinken gemäss einer Studie der Universität Zürich seit einigen Jahren leicht. Es gibt Verschiebungen bei den Verkaufskanälen: weg von Buchhandlungen, hin zum Online-Verkauf. Und es gibt eine Verschiebung vom gedruckten Buch zum eBook. Einzelne Online-Händler verkaufen seit diesem Jahr bereits mehr eBooks als gedruckte Bücher.

Neues neben Bewährtem Als Verantwortlicher von Orell Füssli für das eReading-Geschäft ist Daniel Fisler daran interessiert, eBooks zu fördern, doch er weiss: «Unser Hauptstandbein sind die Filialen, wo wir unseren Kundinnen und Kunden ein breites Sortiment und echte 22 – www.books.ch – November 2011

Beratung bieten. Deshalb werden eBooks das gedruckte Buch nie ersetzen.» Allerdings ist Fisler überzeugt: «eBooks stehen am Anfang einer neuen Epoche. In drei bis vier Jahren werden unsere Kunden sicher jedes zehnte Buch als eBook kaufen.» Gründe dafür gibt es viele: eReader sind leicht, bieten Platz für über 1000 Bücher, und der Kauf eines neuen Buchs ist auf www.books.ch sehr einfach. eBooks werden im Durchschnitt 20 bis 40 Prozent günstiger angeboten als gedruckte Bücher. Deshalb amortisiert sich ein eReader schon nach etwa 20 eBooks. Die neue Technik erlaubt beim Lesen zudem Interaktion in sozialen Netzwerken oder das Einbinden multimedialer Inhalte.

Auf dem Sprung zum Alltagsgegenstand Lassen sich die Kundinnen und Kunden von solchen Argumenten überzeugen? Christa Werder tut das auf jeden Fall. Die Englischlehrerin kauft ihre Bücher bei Orell Füssli; seit einem Jahr besitzt sie einen Sony Reader und liest etwa zur Hälfte eBooks. Warum? «Einerseits biegen sich bei mir zu Hause die Büchergestelle», sagt sie, «andererseits habe ich mit dem eReader absolut gute Erfahrungen gemacht. Ich kann ihn ganz zuletzt in den Koffer werfen und muss mir nicht überlegen, was ich in den Ferien lesen möchte – ich habe die ganze Auswahl dabei.» Da die Batterie eines eReaders zum Lesen von mindestens 10’000 Seiten reicht, muss sie nicht einmal das Ladekabel und den Stecker-Adapter einpacken. Überzeugt von den eBooks ist auch die Orell-FüssliKundin Susan Platt, die seit diesem Sommer ein iPad besitzt und es fleissig als Le-

Christa Werder sagt, sie sei fasziniert von elektronischen Gadgets und probiere sie auch gern aus, Susan Platt arbeitet nebenbei als selbstständige Webdesignerin. Kein Wunder also, können sich die beiden Frauen mit dem eReading anfreunden. Tatsächlich haben sich bisher vor allem Menschen einen eReader zugelegt, die gern mit Technik spielen – und das waren vor allem Männer. Doch Daniel Fisler weiss: «Den grössten Zuwachs verzeichnen eReader-Verkäufe bei Frauen über 30 Jahren.» Gemäss deutschem Branchenverband Bitcom soll der Umsatz mit eReadern in diesem Jahr um 33 Prozent von 24 auf 31 Millionen Euro anwachsen. Noch eindrücklicher soll das Wachstum bei den Tablets-PCs und iPads ausfallen: Erwartet wird beinahe eine Verdoppelung der verkauften Geräte. Es scheint, als ob sich Leserinnen und Leser langsam mit den neuen Geräten anfreunden.

Bücher für jeden Geschmack Die Technik ist das eine, das vorhandene Buchangebot das andere. Bis vor einigen Jahren war es nicht berauschend, doch auch diese Zeiten sind vorbei. «Heute verfügen wir über 100’000 Titel in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch in unserem Sortiment, rund 45’000 davon sind deutschsprachig», weiss Daniel Fisler, «ein Drittel des Angebots entfällt auf Belletristik.» Christa Werder liest gern Krimis und Kurzgeschichten, braucht als Sprachlehrerin ihren eReader aber auch für GrammatikNachschlagewerke. Susan Platt bezeichnet sich selbst als Leseratte und liest vor al-

Wenige Schritte zum eBook Alle Schritte zum Einrichten Ihres Lesegerätes werden auf www.books.ch erklärt (Kundenservice > Downloads > eBook). Weitere Unterstützung erhalten Sie in allen Filialen von Orell Füssli oder vom Kundenservicecenter unter 0848 849 848 (Kosten: 4 Rappen pro Minute).


Orell Füssli Für alles das passende Lesegerät Wer Bücher elektronisch lesen möchte, kann zwischen zwei Technologien wählen. Bei eReadern ist die Bildschirmdarstellung ähnlich wie im Buch und dank E-Ink-Technologie sehr scharf und kontrastreich. Die leichten Geräte bieten mit einer Batterieladung langen Lesespass, verfügen aber über keine Farbbildschirme. Sie sind ideal für Vielleser. Tablet-PCs und das iPad sind vielseitiger, aber auch grösser und schwerer. Diese Geräte entsprechen vor allem Multimedia-Nutzern. Möglich, aber eher unpraktisch ist es, eBooks auf dem PC oder auf dem Smartphone zu lesen. Orell Füssli bietet eine Auswahl guter Geräte an:

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Daniel Fisler, Category Manager eReading bei Orell Füssli: «Wir haben Kundinnen und Kunden, die ausschliesslich eBooks lesen – und zwar immer mehr.»

e Eleganter Alleskönner

lem Science-Fiction, Fantasy und Mystery. «Ich benutze den eReader zudem auch zum Vorlesen von Kindergeschichten für meine 6-jährige Tochter», sagt Susan Platt, «und spannend finde ich auch interaktive Bücher wie ‹Our Choice› von Al Gore.»

Verlage sind am Zug Was heute im Sortiment noch fehle, seien Sachbücher: «Viele Leute vermissen Reiseführer und Ratgeber, aber auch Kinderbücher», so Daniel Fisler. Und manchmal sind auch Bestseller nicht gleichzeitig mit der gedruckten Ausgabe verfügbar. Doch was als eBook erscheint, bestimmen die Verlage. Fisler meint: «Leider haben wir auch als grösster Buchhändler der Schweiz kaum Einfluss auf deren Politik.» Und kleinere Verlage scheuen oft die hohen Einstiegskosten für die technische Infrastruktur, die für den Handel mit DRM-geschützten eBooks nötig ist. Nicht so der Verlag Kiepenheuer & Witsch. Zur Frankfurter Buchmesse 2011 stellte er seine Reihe «KiWi eBook extra» vor. Die bisher sieben Bücher dieser Edition erscheinen exklusiv als eBooks. «Aber eigentlich sollte uns gar nicht das Medium beschäftigen, sondern, dass weiterhin Bücher geschrieben, erworben und vor allem auch gelesen werden», meint Daniel Fisler. Wer also lieber gedruckte Bücher liest, wird bei Orell Füssli auch weiterhin ein umfassendes Sortiment finden.

Der meistverkaufte eReader bei Orell Füssli ist jetzt in einer überarbeiteten Version erhältlich. Der «Sony Reader Wi-Fi (PRS-T1)» kostet CHF 199.– und bietet: k E-Ink-Touchscreen mit 15 cm Bildschirmdiagonale, einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln und 16 Graustufen; k 2 GB Speicher für bis zu 1200 eBooks, erweiterbar mit separater MicroSD-Speicherkarte auf 32 GB; k Akkulaufzeit bis zu 4 Wochen, mit Wi-Fi-Nutzung bis zu 3 Wochen; k Abspielmöglichkeit von Musikdateien im MP3- oder AAC-Format über den Kopfhörerausgang. Den Reader gibt es in den Farben Rot, Weiss und Schwarz. Wer möchte, kann sein Gerät mit einem Einband derselben Farbe oder einem Soft Case in Pink oder Dunkelblau schützen.

r Zuverlässiger Reisebegleiter

Der «iriver Story HD» ist ein zuverlässiger Begleiter für unterwegs. Das Gerät weist die zurzeit höchste und kontrastreichste Bildschirmauflösung auf und eignet sich vor allem für Leute, die keinen Touchscreen brauchen. Er spielt keine Hörbücher ab. Der eReader kostet CHF 199.– und bietet: k E-Ink-Bildschirm mit 15 cm Diagonale, einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln und 16 Graustufen; k 2 GB Speicher für bis zu 1200 eBooks, erweiterbar mit separater MicroSD-Speicherkarte; k Akkulaufzeit bis zu 14’000 Seiten; k Darstellungsmöglichkeit für Bild- und MicrosoftOffice-Dokumente.

t Günstiger Freizeitbegleiter

Der «ImCoSys eReader» ist der günstigste eReader bei Orell Füssli und kostet CHF 179.–. Sein Bildschirm eignet sich speziell für Leute, die gern draussen oder bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen lesen. Er bietet: k Touchscreen mit 15 cm Bildschirmdiagonale, einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln und 16 Graustufen; k 2 GB Speicher für bis zu 1200 eBooks, erweiterbar mit separater MicroSD-Speicherkarte auf 32 GB; k Akkulaufzeit bis zu 10‘000 Seiten, ohne MP3Nutzung; k Abspielmöglichkeit von Musikdateien im MP3- Format über den Kopfhörerausgang.

u Multimedialer Tablet

(ab Dezember 2011 erhältlich)

Das «Samsung Galaxy Tab 8.9» ist ein echter Herausforderer für das iPad. Mit 8,9 Zoll Bildschirmdiagonale ist der Tablet-PC zwar etwas kleiner, eignet sich dafür optimal zum Lesen. Mit der Android-App von books.ch lassen sich eBooks bequem kaufen und direkt aufs Gerät laden. Das Samsung Galaxy Tab 8.9 kostet CHF 599.– und bietet: k Touchscreen mit TFT Display (230,9 x 157,8 cm), einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln. Wird mit Android 3.1 (Honeycomb) ausgeliefert. k eine Dicke von 8,6 Millimetern und ein Gewicht von 447 Gramm – das Gerät ist also noch einen Tick dünner und leichter als das iPad 2; k 3-Megapixel-Kamera hinten und 2-MegapixelKamera vorn; k kein erweiterbarer Speicher, nur mit WLAN erhältlich. Geeignet für: eBooks, Video-Telephonie, E-Mail, Fotos, Videos/Filme, Musik, Surfen

Detaillierte Informationen zu allen Geräten finden Sie unter www.books.ch/eBooks/reader. In den Filialen von Orell Füssli werden Sie kompetent zum eReader- und eBooks-Angebot beraten.

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Saison

Bücher aller Rassen In Schweizer Haushalten leben 1,35 Millionen Katzen und über 500’000 Hunde. In unserem Land gibt es also eine nahezu gigantische Zahl von Katzen- und Hundefans. Für sie ein passendes Weihnachtsgeschenk zu finden, ist nicht schwer – denn die Auswahl an Büchern, die genau für sie verfasst wurden, ist so vielfältig, wie es die Hunde- und Katzenrassen sind. Wir haben ein paar Neuheiten und Klassiker aus dem Tierbücher-Regal gezupft. Text: Marius Leutenegger

Das Katzenbuch für Zweifler

Das Hundebuch für Yogisten

Tante Susy hatte jahrzehntelang Katzen. Als die letzte, die ebenso filigrane wie kaiserliche Livia, an extremem Bewegungsmangel starb, verkündete Susy einen Hauch zu laut: «Nie wieder Katzen! Dieses ganze Geschleppe – Katzensand rein, Katzensand raus. Und dann die Kosten fürs Katzenhotel, wenn wir mal eine Woche nach England rübermachen! Read my lips: Nie! Wieder! Katzen!» Keine Frage, da wollte sich eine Katzenliebhaberin selber vom Undenkbaren überzeugen. In solchen Fällen ist ein Buch wie «365 Gründe Katzen zu lieben» das passende Mitbringsel. Es ist günstiger als eine Rassekatze und hat den genau gleichen Effekt: Tante Susy wird wieder Katzenmama. Denn wer kann diesen Argumenten schon widerstehen? Grund 57: «Wo immer sich eine Katze niederlässt, wird sich das Glück einfinden.» Oder Grund 93: «Dass die Katze so gelenkig ist, liegt daran, dass ihr Rückgrat besondere ‹Scharniere› aufweist.» Oder Grund 230: «Wer nicht füttern will die Katzen, muss ernähren Maus und Ratzen.» Gut, DIESER Grund ist vielleicht nicht wahnsinnig aktuell, deshalb blättern wir zu 335: «Die Katze hat ein sehr dichtes Fell, das aus drei Haartypen besteht: Stichel- oder Grannenhaare, Leithaare und Flockhaare.» Dem ist nichts hinzuzufügen. Nur noch, dass das fast würfelförmige Buch hübsch aufgemacht ist und man es gern ein Jahr lang täglich zur Hand nimmt.

Eigentlich gehörte auf dieses Buch der Text aus dem Abspann jeder HollywoodKomödie: «Bei dieser Produktion kamen keine Tiere zu Schaden.» Denn die Fotos des schmalen Bändchens zeigen Hunde in genau jenen schauerlichen Verrenkungen, die sich wirklich nur Menschen selber antun wollen. Das ist für Freunde des naturbelassenen Canis lupus familiaris (Familienwolfs) natürlich etwas irritierend. Zu deren Beruhigung sei aber erwähnt, dass bei der Herstellung der Fotos für «Das geheime Wissen der Yoga-Hunde» ein Bildbearbeitungsprogramm die entscheidende Rolle gespielt hat. Der Spass, den man an diesem Buch haben kann, ist also ein unbeschwerter – doch man weiss gar nicht recht, wer hier eigentlich auf die Schippe genommen wird: die Menschen, die sich so originelle Stellungen wie die «KatzeKuh-Haltung» oder die «Vollständige Bootshaltung» ausgedacht haben – oder die Hunde, die auf allen Fotos mit geradezu zürcherischem Ernst bei der Sache zu sein scheinen.

365 Gründe Katzen zu lieben Brigitte Bulard Cordeau 365 Seiten CHF 24.90 Knesebeck

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Das geheime Wissen der Yoga-Hunde Dan Borris 112 Seiten CHF 24.90 Knesebeck

Das Katzenbuch der Weisheit 7. Auflage – das ist schon fast ein Gütesiegel. Und tatsächlich könnte man Terry Pratchetts Buch «Die gemeine Hauskatze» als Mutter aller Katzenbücher bezeichnen. Oder wenigstens als ihre Stiefmutter. Oder entfernten Onkel. Nun gut: Es ist wohl eher so etwas wie der irre Cousin in der grossen Familie der Katzenlitera-

tur. Als Weihnachtsgeschenk für ein BüsiGrossmueti ist «Die gemeine Hauskatze» zwar denkbar ungeeignet, aber es gibt auf der ganzen Welt Millionen von Fans von Terry Pratchett und seinen ScheibenweltRomanen – und die lieben das Buch offenbar selbst dann, wenn sie selber gar keine Katze besitzen. Aus gutem Grund: Dieser «Ratgeber» ist geprägt vom typischen lakonischen Terry-Pratchett-Humor. «Abgesehen davon kann man Katzen sowieso nichts beibringen», hält der Meister zum Beispiel fest. «Überhaupt nichts. Vielleicht glauben Sie, Sie können es, aber dann haben Sie einfach noch nicht richtig begriffen, was da vor sich geht. Sie denken, die Katze erscheint Punkt zehn Uhr abends zum Futterfassen. Aus der Sicht der Katze jedoch hat man ein unförmiges Etwas auf zwei Beinen dazu abgerichtet, jeden Abend eine Dose aus dem Kühlschrank zu holen.» Es lässt sich kaum bestreiten: Pratchett hat recht. Deshalb wird sein Büchlein wohl noch manche Auflage erleben. Die gemeine Hauskatze Terry Pratchett 154 Seiten CHF 12.90 Goldmann


Zum Wünschen und Schenken Saison

Das Hundebuch für Vernünftige Wer sich einen Hund kauft, holt sich nicht nur einen treuen Freund, sondern auch ein Rätsel auf vier Beinen ins Haus: Entgegen des Eindrucks, den manche Besitzer von ihrem Begleiter vermitteln möchten, ist der Hund kein besserer Mensch, sondern ein Tier mit ganz eigenem Verhalten. Wie kommt es zum Beispiel, dass der eigene Hund jenen des Nachbarn überhaupt nicht mag, obwohl der doch immer spielen möchte? Oder dass er zwar aufs Wort gehorcht – aber nur daheim? Oder dass er Dinge frisst, die er – bei allem Respekt vor hündischen Irrtümern – unmöglich appetitlich finden kann? Aufschluss über solche und viele, viele andere Hunde-Mysterien gibt der handliche Band «300 Fragen zum Hundeverhalten». Es ist für Herrchen und Frauchen sozusagen das, was Remo Largos «Babyjahre» für Eltern ist: ein unprätentiöser, leicht verständlicher Ratgeber, der die vielen anderen Bücher zum Thema mehr oder weniger überflüssig macht. Und der Tipps gibt, an die man sich jederzeit halten kann. Wer also nur ein einziges Buch, aber keine Fragen mehr haben möchte, ist mit diesem hier bestens bedient. 300 Fragen zum Hundeverhalten Roland Lindner 256 Seiten CHF 21.90 Gräfe & Unzer

Das Katzenbuch für Anfänger Katzen sind erziehungsresistent. Wer das nicht glaubt, soll nur an die letzte Raubkatzen-Nummer zurückdenken, die er oder sie in einem Zirkus sah: Löwen haben, ausser dazusitzen und einmal über ein Podest zu schleichen, nichts zu bieten. Sie jonglieren keine Bälle, spielen keine Instrumente und tun nicht einmal so, als könnten sie rechnen. Und Katzen sind ja nichts anderes als eigensinnige kleine Löwen; es ist vermutlich einfacher, den Wollknäuel zu dressieren als die Katze, die daran hängt. Dennoch kann man bei Katzen vieles richtig und noch viel mehr falsch machen. «Katzen halten ganz entspannt» hält auf etwa 100 Seiten und in lockerem Stil alles fest, was man über Katzen wissen muss – gut portioniert und strukturiert. Illusionen macht

die Autorin und erfahrene Katzenhalterin Isabella Lauer ihrer Leserschaft keine. Ihr Tipp zum Thema Erziehung: «Zeigen Sie der Katze, was sie darf und was nicht. Und wenn sie trotzdem etwas Unerwünschtes tut, machen Sie ihr es unmöglich, so gut es geht. Wenn sie etwa an einer verbotenen Stelle kratzt, kleben Sie diese Stelle ab. Oder wenn sie Blumen anfrisst, stellen Sie diese weg.»

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Katzen halten ganz entspannt Isabella Lauer 127 Seiten CHF 28.90 Kosmos

Das Katzen- und Hundebuch für Nachtschwärmer Auf Seite 22 dieser Ausgabe von «books» stehen manche kluge Argumente für die Anschaffung eines eReaders. Es gibt aber auch gute Gründe für Lesestoff aus der Druckerei. Einer davon ist das Bilderbuch «Wer ist hier der Chef?». Sein Clou: Viele der Zeichnungen leuchten im Dunkeln, und es bleibt einfach faszinierend, was man mit Papier alles anstellen kann. Vor lauter Licht an- und ausknipsen – die Bilder müssen erst «aufgeladen werden» – könnte man fast die schöne Geschichte vergessen, die mit den beiden fundamentalen Eigenschaften spielt, die Hund und Katze nachgesagt werden: Anhänglichkeit und Unabhängigkeit. Was macht am Ende freier? Das Buch ist zwar für Kinder ab sechs Jahren gedacht, aber alle Tierfreunde sind ja in gewissem Sinn Kinder im Geiste geblieben – und werden dieses schöne Buch zu schätzen wissen.

Der Tigermutter die Stirn bieten!

Satire, die das Leben schreibt

Banker-Deutsch entlarvt: Eine Abrechnung in Stichwörtern

Schonungslos, pointiert und meinungsstark

Authentische Fälle aus dem Alltag eines Milieu-Anwalts

Eine packende Biografie

192 S., gebunden mit SU 264 S., gebunden, Fr. 29.90 durchg. illustriert 978-3-280-05444-4 Fr. 29.90 978-3-280-05446-8

192 S., gebunden Fr. 19.90 978-3-280-05440-6

192 S., gebunden Fr. 34.90 978-3-280-05417-8

Wer ist hier der Chef? Bart Moeyaert, Katrien Matthys 60 Seiten CHF 29.90 Hanser

Das Hundebuch für Experten Die Gestaltung des Buchs ist so staubtrocken, dass man nach dem Aufschlagen gleich kontrolliert, ob man nicht kurioserweise den Registerband von Kindlers Literaturlexikon zur Hand genommen hat. Wen es nach süssen Welpenfotos dürstet, wird jedenfalls eher reserviert reagieren, wenn er dieses Buch unter dem Weihnachtsbaum vorfindet. Der Hund auf

192 S., broschiert Fr. 29.90 978-3-280-05433-8

192 S., gebunden Fr. 29.90 978-3-280-05427-7

www.books.ch – November 2011 – 25

www.ofv.ch


Nervenkitzel garantiert Anne Gold Das Auge des Sehers 360 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ISBN 978-3-7245-1763-4

Markus A. Will Der Schwur von Pir채us 444 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ISBN 978-3-7245-1769-6

Dani von Wattenwyl Die Brigade des Falken 523 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ISBN 978-3-7245-1698-9

Jetzt im Buchhandel oder unter www.reinhardt.ch


Saison dem Cover verrät’s: Da wird nicht frohgelaunt vom besten Freund des Menschen geschwärmt, sondern mit Akkuratesse rapportiert, was man über Hunde weiss. Man sollte sich aber nicht täuschen lassen: Das Buch ist geradezu unheimlich fundiert, und das Gefühl, es hier mit echtem Wissen zu tun zu haben, fesselt einen schon nach wenigen Seiten. Wer tief eintauchen will in die Materie, wird vermutlich kaum ein besseres und aktuelleres Standardwerk finden. Es greift in seiner grundsätzlichen und am Ende eben auch verständlichen Betrachtungsweise weit über das eigentliche Thema hinaus; hat man die 400 eng beschriebenen Seiten und die gut gemachten Grafiken durchgearbeitet, weiss man Bescheid über unzählige Aspekte der Evolution, Ethologie oder Soziobiologie. Hunde Dr. Adám Miklósi 415 Seiten CHF 89.Kosmos

Das Katzenbuch mit Jö-Jö-Jö-Effekt Wie leicht wäre es, über diesen «Dekorativen Aufsteller mit 240 Fotos und treffenden Zitaten über unsere geheimnisvollen, samtpfotigen Gefährten» eine Giesskanne voller Spott auszuschütten: Au weia, diese allzu süssen Katzenbabys! Diese ans Devote grenzende Hoffotografie! Aber Gopfriedstutz, sie sind eben wirklich herzig, die kleinen und grossen Büsis, die man hier zu sehen bekommt. Man würde das Buch ja gern einmal den Hooligans vom FCZ in die Hände drücken und schauen, ob die damit nicht doch sanft zu stimmen wären. Als Hundefreund will man natürlich festhalten, dass das Ganze mit Welpen wohl noch einen Tick reizender wäre, aber man muss fair bleiben: Zwei gerade mal ein paar Wochen alte Kätzchen, die völlig überfordert in die Kamera starren und denen man gleichzeitig ansieht, dass sie schon bald viel Ärger machen werden, sind schon eine Augenweide. Weisheiten für Katzenfreunde 240 Seiten CHF 36.90 Pattloch

Katzenbücher für Bücherfreunde

Das Hundebuch für Voyeure

Wer Katzen mag, schätzt meist auch Literatur – das zeigt eine zwar keineswegs repräsentative, aber deshalb nicht weniger ernst zu nehmende Erhebung im persönlichen Umfeld. Hundebesitzer lesen wohl auch, haben aber naturgemäss weniger Zeit dafür, weil sie ständig Gassi gehen müssen – derweil die Katzenmenschen eher dazu neigen, mit ihrem eigenwilligen Tier eine Polstergarnitur zu teilen. Kein Wunder also, gibt es schöne literarische Lesebücher für Katzenfreunde. Zwei davon seien explizit herausgegriffen, weil sie sich ideal als kleines Mitbringsel bei einer Einladung zum Tee eignen; und man stellt sich als Hundebesitzer ja gern vor, unter kultivierten Katzenfreunden seien solche Einladungen verbreitet. «Das klassische Katzenbuch» ist genau das, was der Titel verspricht: ein Katzenbuch voller Klassiker. Vereint sind über 50 Beiträge berühmter Autorinnen und Autoren von Jean de La Fontaine über Johann Wolfgang von Goethe bis zu Gottfried Keller. Das Schöne an diesem Buch ist, dass man endlich all die Schriftsteller kennenlernt, von denen man schon lange einmal etwas lesen wollte – und alle diese Giganten der Literatur in homöopathischen Dosen serviert bekommt. Etwas beschaulicher geht es im Buch «33 Arten eine Katze zu lieben» zu und her. Seine Autorenschaft stammt aus der zweiten Reihe, aber das gilt nur hinsichtlich ihrer Prominenz und nicht ihrer Qualitäten. Die kurzen Essays von Leuten wie Erika Pluhar oder Gerhard Roth sind wunderbar und lesen sich federleicht – eben genau passend zum Tee kurz nach Weihnachten, wenn der Schnee rieselt, das Holz im Kamin knackt und die Katze auf dem Sofa schnurrt.

«Meine Nacht mit Anna» ist ein Buch für alle, die gern durch Schlüssellöcher spähen. Jasper ist ein Rüde, der seinen Korb mit seiner Gefährtin Anna teilt. Als sie krank wird, erzählt er ihr während einer unruhigen Nacht sein ganzes Leben. Dabei öffnet er ihr sein Hunde-Herz, wie noch nie ein Hunde-Herz geöffnet wurde. Ja, das ist kitschig – aber doch nicht so sehr, dass man nicht ständig weiterlesen möchte. Denn Jasper hat Humor, und alle Hundebesitzer wissen ja, dass ihre Tiere durchaus witzig sein können. Ausser natürlich, wenn es ums Futter geht.

Das klassische Katzenbuch Christiane Freudenstein (Hrsg.) 298 Seiten CHF 12.90 Fischer

33 Arten eine Katze zu lieben Ruth Rybarsky (Hrsg.) 281 Seiten CHF 19.90 Residenz

Meine Nacht mit Anna Michaela Schwarz 142 Seiten CHF 12.90 Aufbau

Die dichtesten Hunde- und Katzenbücher Zu guter Letzt noch zwei Bücher, die vermutlich wirklich jeden Hunde- und Katzenfreund, jede Hunde- und Katzenfreundin begeistern: die Gedichtbände «Der prosaische Hund» und «Die poetische Katze». Die ungerechte Titelgebung ist einem französischen Sprichwort geschuldet: «Der Hund mag wundervolle Prosa sein, aber nur die Katze ist Poesie.» Nun denn, beide Bücher überzeugen mit schönen Gedichten über ihre jeweilige Hauptfigur und mit hübschen Illustrationen. Mit einem Umfang von gut 30 Seiten sind die Bändchen auch jedem schnöden Gedichte-Verächter zumutbar, zumal die Auswahl allgemeinverträglich bleibt – unter anderem garantieren Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz und Christian Morgenstern beste Unterhaltung. Die poetische Katze Armin Abmeier (Hrsg.) Rotraud Berner (Illustrationen) 31 Seiten CHF 18.90 Jacoby & Stuart

Der prosaische Hund Armin Abmeier (Hrsg.) Rotraud Berner (Illustrationen) 34 Seiten CHF 18.90 Jacoby & Stuart

www.books.ch – November 2011 – 27


Neuer Zugang zu Klassikern

Zahlreiche fremdsprachige Bücher erscheinen gegenwärtig in neuen und deutlich verbesserten Übersetzungen – die Klassiker laden dazu ein, erneut gelesen zu werden. Text: Markus Ganz

Es mangelt gewiss nicht an Büchern in dieser Welt. Bereits die deutschsprachige Literatur ist äusserst umfangreich. Der Reichtum der Literatur lässt sich jedoch nur mit Übersetzungen von Werken aus anderen Sprachkulturen erfassen. Wie anspruchsvoll das Übertragen indessen ist, demonstrieren allein schon Übersetzungen von Alltagstexten mit Internet-Tools wie BabelFish aufs Vergnüglichste. Um einem literarischen Werk gerecht zu werden, benötigt ein Übersetzer auch literarische Qualitäten, denn er muss es quasi neu verfassen. Es ist denn auch kein Zufall, dass oft Schrifsteller – darunter auch viele berühmte wie Johann Wolfgang Goethe – Bücher anderer Autoren übersetzen.

In Babylon In der Realität sind aber nicht alle Übersetzer Meister ihres Fachs. Entsprechend gross ist das Potential für Neuübersetzungen. Sie drängen sich allerdings nur bei herausragenden Werken auf, deren Qualitäten 28 – www.books.ch – November 2011

in der bisherigen Übersetzung nicht voll zur Geltung kamen. Oft finden sich sogar Fehler und Fehldeutungen, weil die Übersetzung auf einer Übersetzung in eine andere Sprache basiert, weil also beispielsweise ein russischer Text von einer französischen Übersetzung ins Deutsche übertragen wurde. Solche babylonischen Zustände erhöhen die Gefahr, dass sich eine Übersetzung weit von der Vorlage entfernt.

Einblicke in Wunder Es gibt aber auch die Künstler unter den Übersetzern, wie Charles Lewinsky in der Buchbeilage der «NZZ am Sonntag» bewundernd feststellte. Jene, die «mutig vorangehen, um uns Türen in fremde Sprachwelten zu öffnen, damit wir deren Wunder wenigstens erahnen können». Ein solcher Künstler ist bestimmt Harry Rowohlt, der schon rund 150 Bücher übersetzt hat. Der Hamburger findet auch für vieldeutige Wortspielereien künstlerische Entsprechungen im Deutschen. Er weiss die Poesie und die sprachliche Klarheit des Originals zu übertragen, weil er nicht an den Wörtern des Originals kleben bleibt.

nah am Original, fand dafür aber eine ungewohnt natürliche, flüssige Sprache, wie es die Absicht des amerikanischen Autors war. Der Grosserfolg dieser 2010 erschienenen Neuübersetzungen hat offensichtlich viele Verlage dazu animiert, weitere Klassiker neu übersetzen zu lassen, wie aktuelle Veröffentlichungen nahelegen.

Ohne den Staub der Geschichte Gerade ältere Übersetzungen sind oft in ihrer Zeit verhaftet. Sie wirken sprachlich verstaubt und werden neueren Erkenntnissen nicht gerecht, welche die Bedeutung eines Werks in einen grösseren Zusammenhang stellen. Solche Mängel hat man etwa bei der neuen Übertragung der mittelalterlichen «Isländersagas» ins Deutsche behoben, an der nicht weniger als 15 Übersetzer gearbeitet haben. Gemäss Herausgeber Klaus Böldl ging es nicht nur darum, die ideologisch und philologisch verstaubte Thule-Ausgabe aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abzulösen. Man habe die Sagas auch als literarisches Werk in den europäischen Kontext stellen wollen.

Neuer Ansatz Ein erster Grosserfolg Andreas Nohl blieb bei seinen Neuübersetzungen von Mark Twains Romanen «Tom Sawyer» und «Huckleberry Finn» zwar

Gerade solche historisch bedeutsamen Bücher sind nicht nur bei Schülern und Studenten oft als reine Bildungslektüre, als lästiger Pflichtstoff verschrieen. Das gilt


Neuübersetzungen auch für das Hauptwerk des wegweisenden italienischen Dichters Dante Alighieri, der von 1265 bis 1321 lebte. Kurt Flasch hat die fulminant zwischen Inferno und Paradies umherschweifende «La Divina Commedia» – besser bekannt als «Die Göttliche Komödie» – in leicht lesbare und farbig schillernde deutsche Prosa übertragen. Er habe entdeckt, erklärt der Kenner mittelalterlicher Philosophie seinen Ansatz, dass nicht der Vers, sondern der Satz das eigentliche Architekturelement Dantes sei.

Eine Einladung In den Anmerkungen von Kurt Flasch wird auch deutlich, welchen Herausforderungen er sich stellen musste. Er erklärt etwa, dass Giovanni Boccaccio Ende des 14. Jahrhunderts das Bild der wilden Tiere als Metapher des falschen Lebens gedeutet habe – und der Schwierigkeit, zum richtigen Ziel zu finden. Der Dichter Ugo Foscolo habe die wilden Tiere in seiner Bearbeitung von Anfang des 18. Jahrhunderts dann aber politisch interpretiert. Kurt Flasch selbst folgte nun der Überzeugung, dass beide Deutungen miteinander vereinbar sind. Wer durch solche akademisch erscheinenden Erläuterungen von der Lektüre abgeschreckt wird, lese zuerst den dazugehörigen Band, der treffend «Einladung, Dante zu lesen» betitelt ist. Kurt Flasch will damit den Leser durch «diese Welt der falschen Päpste und wahren Sünder, der antiken Liebenden und verfluchten Despoten» führen – wenn das kein Versprechen ist!

Viel Gespür für die Charaktere Zu den meistübersetzten Autoren gehört Charles Dickens, der grossartige englische Erzähler des 19. Jahrhunderts. Viel beklagt wird allerdings auch die mangelhafte Qualität einiger Übersetzungen. Es ist eben nicht leicht, Dickens’ extravaganten Formulierstil ins Deutsche zu übertragen und seinem psychologischen Gespür für die Charaktere, vor allem den oft im Mittelpunkt stehenden Kindern, gerecht zu werden. Melanie Walz meistert diese Herausforderungen bei ihrer Übertragung von «Grosse Erwartungen» hervorragend, und ihr gelingt es auch, die vielschichtigen Assoziationen von «Great Expectations» zu übertragen und den Tonfall zu treffen, in dem sich oft eine feine Ironie und Komik findet. In ihrem umfangreichen Nachwort

erläutert sie die Entstehungsgeschichte des Romans und die Gründe für die Änderung des Endes. Interessant zu erfahren ist zudem, wie sie Textvarianten zwischen Manuskript, Fahnenabzügen und ersten Buchausgaben berücksichtigt hat. Auch Axel Monte liefert übrigens zu seiner lebendigen Neuübersetzung von Dickens’ zweitem und wohl populärstem Roman «Oliver Twist» aufschlussreiche Anmerkungen und Deutungen.

Entschlackter Schreibstil Bei John Kennedy Tooles Roman «Die Verschwörung der Idioten» gibt es nicht viel zu erklären. Es ist ein ungemein komischer Schelmenroman, der in den USA längst Kultstatus geniesst. Man darf hoffen, dass er dank der süffigen Neuübersetzung von Alex Capus auch im deutschsprachigen Raum endlich die Beachtung erhält, die er verdient. Die Chancen stehen gut, denn Capus wird dem schrägen Witz und Sarkasmus besser gerecht als die erste Übersetzung, die zudem sprachlich recht umständlich ist. Das zeigt sich bereits in der einleitenden Beschreibung der Hauptperson Ignatius J. Reilly, eines ebenso arroganten wie phlegmatischen Muttersöhnchens, der sich auch mit 30 Jahren nicht mit Arbeit abmühen will, damit er sich voll seiner Verdauung und der Verkommenheit der Moderne widmen kann.

Ein Vergleich In der Übersetzung von 1982 heisst es: «Eine grüne Jagdmütze, stramm auf der fleischigen Wölbung des Kopfs. Über Büscheln von ungestutztem Haar, breiten Ohren und den Borsten, die aus den Ohren wuchsen, standen die grünen Ohrenlaschen ab wie Winker, die zwei Richtungen auf einmal anzeigen. Volle Lippen schürzten sich unter dem buschigen schwarzen Schnauzbart, zogen sich seitwärts auf Winkel zurück, wo in kleinen Falten Verachtung und Krümel von Pommes Frites nisteten.» Neu lautet dieselbe Passage: «Auf dem kugelrunden Kopf eine viel zu kleine grüne Jagdmütze mit Ohrenklappen, die wie Signalzeichen waagerecht in beide Richtungen abstanden. Darunter ein paar Haarbüschel und zwei grosse, borstige Ohren. Ein buschiger schwarzer Schnauzbart und volle, geschürzte Lippen, in den Mundwinkeln ein Anflug von Verachtung, gemischt mit Krümeln von Kartoffelchips.»

Brillant formuliert Umso besser kommt in der Neuübersetzung zur Geltung, wie aktuell das grösstenteils im Jahr 1963 geschriebene Buch auch heute noch ist – in seiner sarkastischen Gesellschaftsbeschreibung inklusive WellnessManie und Fernseh-Versessenheit. Im Mittelpunkt bleibt stets der Antiheld Ignatius, der aus der Not heraus plötzlich arbeiten gehen muss. Dabei entwickelt er für geschäftliche und gesellschaftliche Probleme bestechend einfache Lösungen – mit verheerenden Folgen. In den brillant formulierten Tiraden gegen alles und alle wächst einem diese tragikomische Figur bald ans Herz. Sie trägt eindeutig autobiographische Züge des Autors, wie Alex Capus in seinem Nachwort darlegt. Der Roman wurde erst 1980 veröffentlicht, aber bereits ein Jahr später mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet – zwölf Jahre, nachdem sich John Kennedy Toole das Leben genommen hatte.

Isländersagas 3384 Seiten CHF 139.– S. Fischer

Commedia – In deutscher Prosa und Einladung, Dante zu lesen Dante Alighieri Kurt Flasch (Übersetzung) 735 Seiten CHF 145.– S. Fischer

Grosse Erwartungen Charles Dickens Melanie Walz (Übersetzung) 826 Seiten CHF 52.– Hanser

Oliver Twist, oder: Der Werdegang eines Jungen aus dem Armenhaus Charles Dickens Axel Monte (Übersetzung) 687 Seiten CHF 45.90 Reclam

Die Verschwörung der Idioten John Kennedy Toole Alex Capus (Übersetzung) CHF 35.90 461 Seiten Klett-Cotta

www.books.ch – November 2011 – 29


Buchtipps

Pleasure. Bekenntnisse einer sexuellen Frau Maggie Tapert

Was das Leben mit der Liebe macht Erwin Koch

Maggie Tapert, die Sexpertin aus der Schweiz, beschreibt in ihrem ersten Buch ihr Leben als Weg zur sexuellen und geistigen Befreiung. Sie ist bereits über 60 Jahre alt und sexuell immer noch ausserordentlich aktiv: Sie hat mehrere Liebhaber und gestaltet ihr Liebesleben nach ihren eigenen weiblichen Regeln. Das Buch ist eine provokante sexuelle Autobiografie, die manche schockieren, andere begeistern wird. Ehrlich, nachdenklich, manchmal witzig, manchmal traurig – ein Buch, das Mut machen will und kann. Denn es ist eine spannende Lebensgeschichte und eine mitreissende Aufforderung, sich das zu nehmen, was jeder Frau zusteht: Erfüllung.

Erwin Koch erzählt Geschichten von dem, was die Liebe aushalten muss, wenn sie vom Leben gefordert wird: Was wird aus ihr, wenn sie vom Schicksal bedrängt wird, von Armut, Alter, Krankheit oder Behinderung? Was wird, wenn der Schein trügt? Die Geschichten über oftmals einfache Menschen zeigen die polarisierende Kraft von Literatur: Dem einen mögen sie zu traurig sein, dem anderen zu leidenschaftlich – aber sie lassen wohl niemanden gleichgültig zurück. Denn sie berühren ohne sprachliche Effekthascherei und machen die Leserinnen und Leser auf diese Weise zu Mitfühlenden. Ein grossartiges Buch über das Leben zwischen Glaube, Liebe und Hoffnung.

240 Seiten

136 Seiten

CHF 29.90

CHF 32.90

Südwest

Corso

ISBN 978-3-517-08748-1

ISBN 978-3-86260-024-3

Lasst Kinder wieder Kinder sein! Michael Winterhoff

Pariser Chic. Der Style-Guide

Der erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff wendet sich an die Erwachsenen und fragt, warum es für immer mehr Erwachsene nicht mehr möglich ist, eine von unbewussten Belastungen freie Beziehung zu anderen Menschen – und damit auch zu ihren Kindern – aufzubauen. Wir lassen uns von Negativnachrichten überfluten, sind persönlich durch gesellschaftliche und technische Entwicklungen überfordert, die eigenen Lebensverhältnisse werden destabilisiert. Das alles erzeugt eine Art Massentraumatisierung: Der Mensch wird rastlos, handelt nicht mehr ruhig und zielgerichtet und findet keinen Weg mehr aus dem sich ständig beschleunigenden Hamsterrad.

Inès de la Fressange war jahrelang Topmodel aller grossen Designer. Heute gilt sie als Pariser Mode-Ikone. In diesem Buch verrät sie alles über den Pariser Chic. Ihre Botschaft lautet: Mode muss Spass machen und darf nicht zu kompliziert sein. Es genügt, die gezielte Wahl einiger wichtiger Basics, aus denen sich das passsende Outfit für jede Gelegenheit kombinieren lässt – mit den richtigen Accessoires, versteht sich. Über Kleidung und Kosmetik bis zur Wohnungseinrichtung zeigt die erfahrene Modefrau, worauf es beim Pariser Chic ankommt. Die grössten Fauxpas beim Ankleiden und Schminken sind ebenso Thema wie das modische Aussehen in jedem Alter. Dazu gibt es die besten Adressen in Paris für alle Fashinistas und Städtebummler. Ein Muss für alle, die Mode lieben.

205 Seiten

240 Seiten

CHF 29.90

CHF 39.90

Gütersloher Verlagshaus

Knesebeck

ISBN 978-3-579-06750-6

ISBN 978-3-86873-419-5

30 – www.books.ch – November 2011

Inès de la Fressange mit Sophie Gachet


Buchtipps

Das Lächeln am Fusse der Tonleiter Daniel Fueter

Von Humagne Rouge bis Heida Chandra Kurt und Madeleine Gay

Musik wirkt in viele Bereiche unseres Alltags hinein. Gleichzeitig ist sie auch vom gesellschaftlichen Wandel betroffen, passt sich den Geschmäckern an und geht mit der jeweiligen Zeit. Die Aufsätze und Vorträge dieses Bands befassen sich mit den Aspekten dieser Wechselwirkung: mit dem digitalen Verfertigen von Gewittern, das vom technologischen Fortschritt profitiert; mit dem Zusammenhang von Kunst und Krise anhand der Figur Münchhausens; oder mit dem Zusammenhang von Humor oder Leidenschaft mit Musik. Eine witzige und vielschichtige Sammlung von Betrachtungen zu Musik und Gesellschaft des Zürcher Musikkenners Daniel Fueter.

Die Weinautorin Chandra Kurt und die Winzerin Madeleine Gay haben zusammen 2007 die «Collection Chandra Kurt» begründet − eine Weinkollektion, die sich ausschliesslich aus alten Walliser Sorten zusammensetzt. Das Buch ist eine Hommage an diesen önologischen Schatz. Jede Traubensorte hat eine einzigartige Geschichte, die eng mit der Geschichte des Wallis verknüpft ist: Es geht um das kulinarische Erbe der Region, um Bräuche und Traditionen des wichtigsten Weinbaukantons der Schweiz. Abgeschlossen wird das Buch mit alten Rezepten, die zu den einzelnen Sorten passen − perfekt abgestimmt auf das Menü, ob Galadiner, romantisches Abendessen oder einfacher Teller.

224 Seiten

176 Seiten

CHF 42.90

CHF 44.90

rüffer & rub

Orell Füssli

ISBN 978-3-907625-55-2

ISBN 978-3-280-05428-4

Am Schreibtisch grosser Dichter und Denkerinnen

Oktoberblau

Severin Perrig

Wer isst mit Hingabe ein Gorgonzola-Sorbet? Wer lässt sich in der Kirche Santa Cecilia zum Schmusen verführen? Richtig, das ist Evi Gygax, Weltenbummlerin und Buchhändlerin aus dem aargauischen Hölibach, die sich in Rom von einer Liebeskrise erholen will. Doch unter dem wolkenlosen Oktoberhimmel gerät Evi von einer Kalamität in die andere: Luca, ein Kollege ihrer Freundin Bibiana, liegt mit offenen Pulsadern in seiner Badewanne. Und Bibiana will partout die Polizei nicht alarmieren. Dumm nur, dass Stunden später anstelle von Luca eine neue Leiche in der Wanne liegt …

Orte des Schreibens erzählen von Höhen und Tiefen: von göttlichen Eingebungen auf mythischen Bergen, von kratzenden Federn in klösterlicher Stille, von Luxus-Salons oder armseligen Dachkammern. Die Räume laden ein zum Fantasieren, zur musealen Andacht oder zur virtuellen Verwirrung im Computer-Zeitalter. Mal ist das Kämmerlein erfüllt von Liebestränen wie bei Dante, mal ist es verqualmt wie bei Immanuel Kant oder Friedrich Schiller. Virginia Woolf forderte das Zimmer für sich allein, die Brüder Grimm brauchten nur eines zu zweit. Und wer wie Truman Capote zur Gattung der «horizontalen Autoren» gehört, benötigt zum Schreiben einfach nur ein Bett. Eine Reise durch die Schreibstätten der Weltliteratur.

Susy Schmid

272 Seiten

175 Seiten

CHF 42.90

CHF 29.90

rüffer & rub

Cosmos

ISBN 978-3-907625-56-9

ISBN 978-3-305-00393-8

www.books.ch – November 2011 – 31


Fantastisch!

Ein junger Mitarbeiter von Orell Füssli präsentiert Neuerscheinungen und Geheimtipps aus dem Fantasy-Genre: Bücher für alle, die sich gern in fremde Welten entführen lassen. Aufzeichnung: Marius Leutenegger

«Lassen Sie sich vom Cover meines ersten Tipps nicht täuschen: Es passt nicht zum Buch. Die Blümchen suggerieren eine liebliche Romantasy-Geschichte, und das ist ‹Die Seelen der Nacht› von Deborah Harkness nicht. Ich habe das Buch zuerst auf Englisch gelesen, und bei dieser Ausgabe war das Cover viel besser – bei der deutschen Version hätte ich wohl nicht zugegriffen. Das wäre allerdings schade gewesen, denn Harkness’ Roman ist hervorragend. Im Zentrum steht die britische Historikerin Diana Bishop. Sie lebt alles in allem ein stinknormales Leben. Doch ein 32 – www.books.ch – November 2011

ziemlich gewichtiges Detail unterscheidet sie von ihren Kolleginnen: Sie ist eine Hexe und entstammt einer alten Familie, die sich traditionell mit Alchemie beschäftigt. Diana will die Alchemie unbedingt rehabilitieren: Sie möchte zeigen, dass ihr nichts Magisches anhaftet, sondern dass es sich bei ihr einfach um eine besondere Art von Chemie handelt. Leider berührt Diana in der Bibliothek von Oxford ein magisches Manuskript, und es kommt, wie es kommen muss: Diana weckt ungewollt eigenartige Mächte, und am nächsten Tag füllt sich die Bibliothek mit Vampiren, Hexen, Zauberern, dem ganzen magischen Gesindel halt. Alle sind hinter dem Manuskript her, das als das mächtigste der Welt gilt und den Ursprung aller Magie erklären soll. Die ziemlich aufgewühlte Diana lernt darauf einen Vampir kennen, der ebenfalls aus einer sehr alten Familie stammt. Gemeinsam wollen die beiden herausfinden, was es mit

dem Manuskript auf sich hat. Und Diana will vor allem den mysteriösen Tod ihrer Eltern klären ... Die Autorin hat viel von sich selber in ihren Roman einfliessen lassen – sie ist selber Historikerin und eine berühmte Weinkennerin, daher spielt Essen und Trinken in ‹Die Seelen der Nacht› auch eine wichtige Rolle. Ich fand ihr Buch wirklich toll, sehr spannend und gut geschrieben; Deborah Harkness verfügt über einen gewaltigen Wortschatz, und sie nutzt ihn, um alles sehr bildlich zu beschreiben. Die Fortsetzung dieses Serienauftakts soll übrigens im Elisabethanischen Zeitalter spielen. Und ja: Auch wenn ich finde, dass das Cover der deutschen Version übers Ziel hinausschiesst, kommt die Romantik in diesem Buch nicht zu kurz. Die Liebesgeschichte ist aber wirklich nicht der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.


Fantastisch! Über meinen nächsten Tipp reiben Sie sich vielleicht die Augen – denn in dieser Rubrik stellen wir für gewöhnlich Neuerscheinungen vor, diese Texte sind aber schon seit über eineinhalb Jahrhunderten erhältlich. Ihr Autor ist Edgar Allan Poe. Der französische Illustrator Benjamin Lacombe hat einige der besten Erzählungen von Poe

macht. Er lebt bei Verwandten, sein Alltag plätschert vor sich hin. Es ist ein wenig wie bei Poe: Alles verläuft ganz normal, doch plötzlich kippt die Sache. Jay begegnet einem mysteriösen Mädchen, das in ein Kaninchenfell eingehüllt in einem Busch sitzt. Das Mädchen heisst Ivy und weiss viel über Jay – zum Beispiel, dass sein Leben

«Ich mag diese Tendenz zu Endlos-Reihen nicht. Wenn ich ein Buch sehe, das mich interessiert, und ich dann merke, dass ich erst noch fünf andere Bände lesen muss, um es zu verstehen, nervt mich das.» Tim Lenny George ausgewählt und für seinen wunderschönen Band ‹Unheimliche Geschichten› neu illustriert. Ihm ist ein richtiges Meisterwerk geglückt. Die Zeichnungen von Lacombe sind dunkel, aber zugleich sehr elegant – eben genauso wie die Erzählungen von Poe. Natürlich sind die Werke des US-Amerikaners, der von 1809 bis 1849 lebte, anspruchsvoll. Seine Sprache ist für heutige Begriffe recht hochgestochen, man muss sich daran gewöhnen. Aber es lohnt sich, in sie einzutauchen: Poe hat eine sehr subtile Art, das Grauen allmählich zu steigern. Seine Geschichten beginnen meistens ganz harmlos, sie spielen unter gesitteten und oft gut situierten Leuten. Dann kommt ein merkwürdiges Element hinzu, dann noch eines – und dann wird es wirklich finster. Poe ist der Urvater zahlreicher Genres, auf ihn lassen sich Horror-, ScienceFiction-, Fantasy- und Kriminalliteratur zurückführen, unendlich viele Autorinnen und Autoren haben von ihm abgekupfert. Jeder Fantasy-Fan sollte daher Poe kennen, und das neue Buch mit den Illustrationen von Benjamin Lacombe bietet einen idealen Einstieg – das ist ein so schönes Buch und ein ideales Weihnachtsgeschenk! Auf meinen dritten Tipp bin ich aus Zufall gestossen: ‹Zweilicht› von Nina Blazon. Ich sah das Cover und dachte, das könnte etwas für unsere Rubrik sein. Der erste Eindruck hat mich nicht getäuscht. Hauptfigur der Geschichte ist Jay, ein Bub aus Deutschland, der ein Austauschjahr in New York

in Gefahr ist, weil ein gewisser Wendigo ihn töten will. Ivy verlangt von Jay, dass er zu einer bestimmten Brücke kommt. Und ganz allmählich merkt man als Leserin und Leser, dass alles ganz, ganz, aber auch wirklich ganz anders ist, als man bis jetzt annahm: Die Geschichte spielt in zwei Welten, und jene, in der Jay zur Schule geht, ist nicht die reale ... Das Buch ist extrem verwirrend und verzwickt. Man muss schon sehr konzentriert dabeibleiben, wenn man verstehen will, wie die beiden Welten miteinander verknüpft sind. Dennoch habe ich den Roman wahnsinnig gern gelesen. Er ist etwas ganz anderes als die klassischen Fantasy-Dinger, ein Gemisch aus Fantasy und Science-Fiction, das mit viel Mystik und sogar etwas Gesellschaftskritik angereichert wurde. Erwachsene werden dieses Buch genauso mögen wie Jugendliche. Und ein besonderes Argument für ‚Zweilicht’ ist, dass es sich endlich wieder einmal um eine Erzählung handelt, die nach einem Band abgeschlossen ist. Ich mag diese Tendenz zu Endlos-Reihen nicht. Wenn ich ein Buch sehe, das mich interessiert, und ich dann merke, dass ich erst noch fünf andere Bände lesen muss, um es zu verstehen, nervt mich das. Meistens lässt die Qualität bei Fortsetzungen ohnehin arg nach, und man bekommt das Gefühl, es gehe nur noch ums Geldverdienen. Ich finde es darum wirklich lobenswert, wenn jemandem ein einbändiger Fantasy-Roman glückt – so wie Nina Blazon.»

Tim Lenny George, 17, absolviert im Kramhof in Zürich das zweite Jahr seiner Buchhändlerlehre. Weil er in einem Dorf ausserhalb von Bern lebt, braucht er täglich vier Stunden, um morgens zur Arbeit und danach wieder nach Hause zu gelangen. «Den weiten Weg nehme ich aber gern auf mich», sagt er. «Denn die Zeit im Zug kann ich zum Lesen nutzen.»

Die Seelen der Nacht Deborah Harkness 799 Seiten CHF 29.90 Blanvalet

Unheimliche Geschichten Edgar Allan Poe Benjamin Lacombe (Illustrationen) 152 Seiten CHF 35.90 Jacoby & Stuart

Zweilicht Nina Blazon 411 Seiten CHF 29.90 cbt

www.books.ch – November 2011 – 33


Fantastisch! Junge Mitarbeitende von Orell Füssli geben weitere Tipps:

Manuela Bigler, 23, arbeitet in der Kinder- und Jugendbuchabteilung von Orell Füssli im Berner Einkaufszentrum Westside. «Das Lesen hat mich von Kind auf begleitet», sagt sie, «deshalb wollte ich auch beruflich mit Büchern zu tun haben.» Momentan verschlingt Manuela zwei bis vier Bücher in der Woche, am liebsten sind ihr Fantasy-Romane. «Bei diesem Genre kann ich am besten abschalten», sagt die Bernerin. «Ich lese nicht so gern Geschichten, die zu nahe an der Realität sind, denn Lesen soll ja auch einen Ausgleich zum Alltag bieten. Ihr Tipp: «Flames’n’Roses» von Kiersten White. «Evie ist 16 und arbeitet seit acht Jahren in der Internationalen Behörde zur Kontrolle Paranormaler, der IBKP. Die Paranormalen sind die Vampire, Werwölfe, Feen und so weiter; sie müssen sich an ein paar Gesetze halten, damit die Menschen sie nicht bemerken. Eines Tages bricht ein Paranormaler in die IBKP ein. Es handelt sich um ein Wesen, das Evie noch unbekannt ist: eine Wechselgestalt. Der Fremde wird verhaftet und Evie freundet sich mit ihm an – obwohl er verdächtigt wird, etwas mit einer Welle von Morden an Paranormalen zu tun zu haben. Dann bricht erneut ein Wesen in die IBKP ein. Evie und das Wechselwesen fliehen. Und sie stossen auf eine bittere Erkenntnis ... ‹Flames’n’Roses› ist der erste, in sich abgeschlossene Teil einer Trilogie. Die Geschichte ist komplex, wird aber sehr spritzig erzählt. Es gibt viele witzige Dialoge, die Figuren sind sympathisch und machen ständig unerwartete Dinge. Das Buch eignet sich ideal für alle, denen ‹Rubinrot› gefallen hat – ich fand es jedenfalls SEHR unterhaltsam.» Flames’n’Roses Kiersten White 380 Seiten CHF 28.90 Loewe

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Raffi Marty, 18, steht im dritten Jahr seiner Buchhändlerlehre; gegenwärtig arbeitet er am Kundendienst im Kramhof. «Ich wollte im Verkauf arbeiten und schaute mir die verschiedenen Branchen an», erzählt er. «Der Buchhandel gefiel mir sofort am besten.» Denn zum einen sei das Gespräch mit den Kundinnen und Kunden in dieser Branche besonders intensiv – zum anderen ist Raffi ein begeisterter Leser, der sich gern mit Büchern umgibt. Er liest allerdings fast nur dicke Fantasy-Romane, «etwas anderes geht praktisch nicht. Warum das so ist, weiss ich auch nicht.» Sein heutiger Tipp: «Der Weg der Könige» von Brandon Sanderson. «In einem Netz von Lügen und Intrigen brennt der Krieg um die ‹Splitterklingen› genannten Schwerter der alten Götter. Doch die vier Hauptfiguren Dalinar, Kaladin, Schallan und Szeth erkennen jeder für sich, dass mehr dahintersteckt. Ein grossartiges Epos! Obwohl dieser erste Band der Sturmlicht-Chroniken fast 1000 Seiten umfasst, macht Brandon Sanderson hungrig auf mehr und zieht die Leserschaft in seinen Bann.» Der Weg der Könige Brandon Sanderson 896 Seiten CHF 33.90 Heyne

Katharina Iten, 24, lebt in Dübendorf. FantasyBücher liebt sie, weil «die Geschichten in einer anderen Welt spielen, aber meistens sehr realistisch klingen. Sie erlauben mir, für kurze Zeit in eine völlig andere Welt einzutauchen. Zudem haben sie fast immer ein Happy End.» Wer eine persönliche Leseempfehlung von Katharina Iten erhalten möchte, kann sich von ihr jeden Mittwoch und Freitag beraten lassen – in der Fantasy-Abteilung von Orell Füssli Kramhof an der Zürcher Bahnhofstrasse. Ihr Tipp: «Rubinroter Schatten» von Jeaniene Frost. «Kira Graceling ist Privatdetektivin. Eines Abends hört sie auf dem Heimweg seltsame Geräusche. Sie entdeckt den Vampir Mencheres, der gerade von Ghulen angegriffen wird. Kira eilt ihm zu Hilfe und wird dabei schwer verletzt. Mencheres nimmt sie mit in sein Haus; der Versuch, ihre Gedanken zu löschen, scheitert, und Kira bleibt bei Mencheres, damit sie das Geheimnis der Vampire niemandem verraten kann ... Dies ist der zweite Roman von Jeaniene Frost über die Nighthuntress-Welt. Es handelt sich um eine Spin-Off-Serie von ‹Nachtjägerin›, die mir ausgezeichnet gefällt. Mencheres ist über 4000 Jahre alt und ein sehr mächtiger Vampir, der sein Dasein beenden will. Da begegnet er Kira, die im Verhältnis zu ihm natürlich noch sehr jung ist. Die Liebesgeschichte nimmt einen wichtigen Teil der Geschichte ein. Laut Autorin soll es zwei weitere Bücher geben, die in der Nighthuntress-Welt spielen.» Rubinroter Schatten Jeaniene Frost 396 Seiten CHF 24.90 Penhaligon


Buchtipps

Sean Penn Richard T. Kelly

Dürrenmatt oder Die Ahnung vom Ganzen

Peter Rüedi

Sean Penn gilt als unkonventionell, rebellisch und kontrovers – und manche bezeichnen ihn als den talentiertesten Schauspieler seiner Generation. Während seiner aussergewöhnlichen Karriere als Schauspieler und Regisseur wie auch mit seinem gelegentlich exzessiven Privatleben zeigte Penn immer wieder, dass er sich nicht an Regeln hält. Richard T. Kelly zeichnet in dieser autorisierten Biografie ein spannendes Bild des kompromisslosen Schauspielers und seines bewegten Lebens nach – auch anhand exklusiver Interviews mit Sean Penn, seiner Familie, mit seinen Freunden sowie Kollegen wie Jack Nicholson, Susan Sarandon, Woody Allen und vielen anderen.

Die erste grosse Biografie über Friedrich Dürrenmatt, den Pfarrerssohn aus dem Emmental, der zum Autor von Weltruhm und mit Millionenauflagen wurde. Anders, als das bei vielen anderen Schriftstellern der Fall ist, kennen wir Friedrich Dürrenmatt nicht, wenn wir sein Werk kennen. Peter Rüedi spürt den grossen thematischen Zusammenhängen zwischen Leben und Werk nach. Seine Sicht auf Dürrenmatt ist nicht nur die des klassischen Biografen, sie eröffnet uns auch einen Weg durch den immensen Gedankenkosmos des Schriftstellers. Das Buch basiert auf vielen ausführlichen Gesprächen mit Friedrich Dürrenmatt, mit der Familie, mit Weggefährten und Freunden – sowie auf einer erstmaligen umfassenden Auswertung des riesigen Nachlasses.

416 Seiten

960 Seiten

CHF 32.90

CHF 44.90

Riva

Diogenes

ISBN 978-3-86883-159-7

ISBN 978-3-257-06797-2

Michael Jackson. Die wahre Geschichte Dieter Wiesner

In Spanien gekämpft, in Russland gescheitert Erich Schmid

Am 25. Juni 2009 hielt die Welt den Atem an: Michael Jackson, der grösste Popstar überhaupt, ist tot. Zwei Jahre danach sind immer noch viele Fragen offen: Warum musste Michael Jackson sterben? Wieso so kurz vor seinem geplanten Comeback? Wem nützte sein Tod? Dieter Wiesner, langjähriger Vertrauter und Manager von Michael Jackson, beschreibt, wie Michael Jackson immer mehr in die Fänge einer gnadenlosen «Musik-Mafia» geriet. Er enthüllt, dass Jacksons Angst und Verfolgungswahn berechtigt waren: Für gewisse Kreise war Michael Jackson tot mehr wert als lebend. Und er gibt persönliche Erinnerungen preis: über Jacksons heimliche kleine Fluchten, seine Einsamkeit und seine Sehnsucht nach Liebe.

Hermann «Männy» Alt (1910−2000) stand wie nur wenige Schweizer für seine Ideale ein. Im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte er gegen den Faschismus, in der Sowjetunion leistete er Aufbauhilfe nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch in einem System ohne Recht auf Meinungsfreiheit hatten seine Vorstellungen von einem demokratischen Sozialismus keinen Platz. Männy Alt stand zwischen den Fronten: zwischen Ost und West, Linken und Rechten. Was dies im Alltag konkret bedeutete, hat Erich Schmid anhand von Interviews, Briefen, Protokollen und einer Vielzahl von Bildern aufgearbeitet. Die packende Lebensgeschichte gibt auch einen Einblick in ein Jahrhundert voller Hoffnungen und Schrecken.

320 Seiten

192 Seiten

CHF 36.90

CHF 39.90

Heyne

Orell Füssli

ISBN 978-3-453-19608-7

ISBN 978-3-280-06122-0

www.books.ch – November 2011 – 35


Die

Debatte Was machen eine Buchhändlerin und ein Buchhändler in der Kaffeepause? Sie plaudern über Bücher. «books» hat sich im «Starbucks» der Filiale Kramhof zu den Orell-Füssli-Mitarbeitenden Patrizia Melaugh und Immanuel Peter gesetzt. Aufzeichnung: Marius Leutenegger

«books»: Willkommen zur vierten Debatte in dieser Besetzung. Patrizia, du hast «Und wieder Februar» von Lisa Moore mitgebracht. Worum geht’s? Patrizia Melaugh (PM): 1982 ereignete sich in der Nähe von Neufundland eine Katastrophe, bei der die ganze Besatzung einer Ölplattform ums Leben kam. Helen verlor dabei ihren Ehemann und den Vater ihrer vier Kinder. Das Buch setzt 25 Jahre nach dem Unglück ein. Mitten in der Nacht erhält Helen einen Anruf von ihrem Sohn, der geschäftlich in Singapur ist: Er hat erfahren, dass er Vater wird. Vor einem halben Jahr hatte er während einer Geschäftsreise eine Affäre, und jetzt ist diese Frau schwanger. Der Sohn ist selber ja vaterlos aufgewachsen und hat es bisher vermieden, sich auf feste Beziehungen einzulassen. Auch Helen selber steht an einem 36 – www.books.ch – November 2011

Wendepunkt: Soll sie eine neue Liebe zu einem Mann wagen? Von diesem Punkt aus erfahren wir viel über das Leben von Helen: ihre Geschichte, ihre Situation in der Gegenwart, es geht immer wieder um das Unglück und die Trauer danach. Das Buch hat mich berührt, weil ich Helen verstanden habe und mich selber von der Autorin verstanden fühlte. Oft dachte ich: Ja, genau so ist es, das ist gut ausgedrückt! Als ich die Mitte des Buchs erreicht hatte, sagte ich zu mir: Ich muss langsamer lesen, damit ich nicht so schnell fertig bin. Immanuel Peter (IP): Und ich dachte in der Mitte des Buchs: Jetzt muss ich entweder schneller lesen oder ein paar Stellen überspringen! Zum einen fand ich zwar nicht schlecht, wie die Autorin mit den verschiedenen Zeitebenen arbeitet, aber mir hat die Handlung gefehlt; hat man den Klappentext gelesen, weiss man, worum es geht, es kommt nichts mehr hinzu. Der Text besteht hauptsächlich aus Erinnerungen, vieles ist sehr detailverliebt, bleibt aber oft nichtssagend. Wie meinst du das? IP: Ich habe manche Erinnerungen nicht verstanden oder sie schienen mir oberflächlich. Ich muss mit meiner Kritik aber vorn

anfangen: Zuerst war ich begeistert vom Thema, das die Autorin aufgreift – 1982 wurde tatsächlich eine Bohrinsel durch eine Monsterwelle vernichtet, alle 84 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Man vergisst manchmal, welche Dramen hinter solchen Zahlen stecken. Helens Schicksal hat mich bewegt, aber vor allem, weil ich mir selber vorstellte, wie man sich in einer solchen Situation fühlt – hingegen nicht durch die Art und Weise, wie ihr Schicksal beschrieben wird. PM: Oberflächlich fand ich das Buch überhaupt nicht. Es stimmt, dass die Autorin oft Details beschreibt, was mir aber sehr gefallen hat. Zum Beispiel: Jemand führt ein wichtiges Telefonat und betrachtet gleichzeitig die Maserungen im Tisch – genau so erlebt man das doch! Ich konnte mich ganz und gar in Helen hineinversetzen, obwohl ich ihr Schicksal nicht teile. Aber möglicherweise ist «Und wieder Februar» tatsächlich ein Buch über und für meine Generation. Es war vielleicht schon eine Zumutung, dass du als junger Mann es lesen musstest. Bist du zu jung für dieses Buch, Immanuel? IP: Das ist schon möglich, aber mich sprach das Buch eben auch in literarischer Hinsicht nicht an. Und ich erinnere mich an andere Bücher aus unserer Debatte, die wohl auch nicht unbedingt für einen Mann in meinem Alter gedacht waren und mir trotzdem gefielen – etwa «Die hellen Tage» von Zsuzsa Bánk. Nun, ein Buch kann eben nicht alle Lesenden gleichermassen ansprechen. PM: Vermutlich gefällt «Und wieder Februar» vor allem Frauen ab 50. Ich denke, vielleicht muss man gewisse Dinge erlebt oder gesehen haben, damit man sagen kann: Ja, so ist es, das ist gut. Und klar, dieser Roman lebt nicht von der Handlung, sondern von der psychologisch guten Darstellung. Immanuel, wie schwer fiel dir denn das Lesen dieses Buchs? IP: Ich war schon ein bisschen frustriert, als ich mich zu langweilen begann. Ich hoffte dann wenigstens auf ein überraschendes Ende, doch das blieb aus. Und ich fand auch, dass die einzelnen Geschichten teilweise zu stark auseinandergerissen werden. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht, die Autorin würde die Geschichte des Sohns von Helen weitererzählen. Aber dieser Strang blieb plötzlich für viele Kapitel un-


Kaffeepause berührt – und als er wieder aufgenommen wurde, interessierte er mich nicht mehr. Das ist jetzt also mal ein Buch, bei dem ihr euch nicht einig seid. Vielleicht ist das bei Immanuels Empfehlung anders: dem Kriminalroman «Die Haischwimmerin» von Heinrich Steinfest. IP: Ich stiess vor fünf Jahren auf Steinfest, als ich in der Filiale am Bellevue die Krimis betreute. Der österreichische Autor ist schon viermal beim deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden – zweimal wurde er Zweiter und zweimal Dritter. Doch seine Bücher sind keine klassischen Krimis, sondern eher humorvolle Fantasy-Romane, bei denen die eigentliche Krimihandlung eine Nebenrolle spielt. Worum geht’s? IP: Zusammenfassen lässt sich «Die Haischwimmerin» kaum. Der Roman beginnt mit einer traurigen Liebesgeschichte zwischen Lilli Steinbeck, einer KriminologieStudentin, und Ivo Berg. Lilli wird schwanger von Ivo, aber besonders leidenschaftlich ist die Sache nicht. Erst leben die beiden in Rom, dann ziehen sie auf Lillis Wunsch in ein Kaff in Süddeutschland, weil das Umfeld für ein Kind dort besser sei. Schliesslich bringt ein Unglück das Paar auseinander: Lilli wird angefahren und verliert das Kind. Ihre Nase wird bei diesem Unfall zerstört, doch Lilli lässt sie sich nicht richten, sondern behält sie als äusseres Zeichen für ihre innere Verletzung. 20 Jahre nach dem Unfall ist Ivo Berg Baumpfleger mit einer ausserordentlichen Begabung: Er kann mit

Patrizia Melaugh: Mich interessierte der Text nicht mehr, weil ich alles so gesucht fand. Immanuel Peter: Ich verstehe schon, dass man das Buch auf diese Weise bewerten kann. Aber ich selber finde den Roman sehr humorvoll, und der Humor ist weder gesucht noch billig. Patrizia Melaugh: Er ist nicht billig, aber bemüht.

Bäumen kommunizieren. Deshalb erhält er auch den Auftrag, im fernen Osten eine seltene Lärche ausfindig zu machen. Auf seiner Reise wird Ivo Berg von einem skurrilen 13-jährigen Buben begleitet, zudem ist auch noch eine Frau dabei. Auf der Suche nach dem Baum stösst das ungewöhnliche Team auf eine in einem Lärchenwald versteckte Stadt. Dort spielt der dritte Teil – und Lilli, die Ivo nie vergessen hat, arbeitet dort zufälligerweise als Ermittlerin ... Das alles ist recht speziell, aber nicht so schräg, wie es in meiner Zusammenfassung klingt. Es gibt zahlreiche Science-Fiction-Elemente, und ich wusste natürlich schon vorher, dass ich mich hier auf eine ungewöhnliche Geschichte einlasse. Bei Steinfest komme ich aber immer mit Sachen in Berührung, von denen ich noch nie gehört habe, und das hat mir auch in diesem Fall gut gefallen. PM: Im Unterschied zu dir wusste ich nicht, worauf ich mich einlasse. Steinfest schreibt clever und witzig, aber ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, er wolle genau diesen Eindruck erwecken.

Als würde er uns ständig zurufen: «Schaut nur, wie wahnsinnig originell ich bin!» Mir kam das zuweilen sehr weit hergeholt oder konstruiert vor, und das Ganze ging mir irgendwann auf den Wecker. Ab der Mitte des Buchs erging es mir so wie dir mit «Und wieder Februar»: Ich verlor das Interesse und überflog manchmal Seiten, weil ich alles so gesucht fand. IP: Ich verstehe schon, dass man das Buch auf diese Weise bewerten kann. Aber ich selber empfinde nicht so: Ich finde den Roman sehr humorvoll, und der Humor ist weder gesucht noch billig. PM: Er ist nicht billig, aber bemüht. So aufmerksamkeitsheischend, als wolle Steinfest ständig zeigen, was für ein toller Kerl er ist. IP: Es scheinen nicht alle deinen Eindruck zu haben. Steinfest zieht seinen Stil schon seit Mitte der 1990er-Jahre durch und hat heute eine grosse Fangemeinde. PM: Humor ist immer heikel. Entweder kommt er an oder nicht – und bei mir ist er nicht angekommen. Das bemüht Witzige entrang mir höchstens ein müdes Lächeln.

Und wieder Februar Lisa Moore 335 Seiten CHF 29.90 Hanser

Die Haischwimmerin Heinrich Steinfest 350 Seiten CHF 32.90 Piper

Das vergessene Kind Kate Atkinson 454 Seiten CHF 32.90 Droemer/Knaur

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Kaffeepause Aber jetzt weiss ich immerhin: Steinfest ist vielleicht etwas für junge Männer, aber nichts für mich. IP: Ja, Steinfest gefällt mir. Ich habe mich richtig darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Ausserdem finde ich seinen Stil schon sehr gut – der Text ist ausserordentlich flüssig geschrieben. Auch hier scheint also keine Einigung möglich. Gehen wir daher lieber zum dritten Buch: «Das vergessene Kind» von Kate Atkinson – in der Hoffnung, euch beide zufrieden zu sehen. Patrizia, fass doch mal zusammen. PM: In den 1970er-Jahren war Tracy Waterhouse Polizistin in Leeds und sah sich mit vielen happigen Fällen konfrontiert. Jetzt leitet sie in einem Einkaufszentrum den Sicherheitsdienst. Die Geschichte beginnt am letzten Tag vor ihren Ferien. Tracy geht ein paar Dinge einkaufen und hebt viel Geld von ihrem Bankkonto ab. Da hört sie plötzlich ein Geschrei – und sieht, wie eine Frau ein kleines Kind hinter sich herzerrt. Die Frau ist eine Prostituierte. Tracy folgt den beiden zu einer Bushaltestelle. Als der Bus heranfährt, handelt sie blitzschnell: Sie streckt der Frau das Geld hin und kauft ihr das Kind ab. Natürlich weiss Tracy, dass sie da etwas Unrechtes tut, aber sie nimmt das Kind mit ins Ferienhaus. Es stellt sich heraus, dass die Prostituierte nicht die Mutter, sondern die Tante des Kindes ist – und sie versucht nun, Tracy zu erpressen. IP: Tracy bekommt Panik und kontaktiert ihren ehemaligen Berufskollegen Jackson Brodie. Der pensionierte Ermittler ist die

Patrizia Melaugh, 59, lebt in Schaffhausen und arbeitet in der Abteilung Belletristik der Filiale Kramhof. Sie mag vor allem Bücher aus dem englischen Sprachraum. Ihre zwei Kinder sind bereits erwachsen.

Immanuel Peter, 27, lebt in Zürich und arbeitet in der Abteilung «Besser Leben» der Filiale Kramhof. Er liest gern ganz unterschiedliche Romane sowie Sachbücher im Bereich Gesundheit und Meditation.

Serienfigur von Kate Atkinson. Er sucht gerade die leiblichen Eltern einer Frau, die einst adoptiert wurde. Die beiden Handlungsstränge werden schliesslich auf clevere Weise zusammengeführt. Das hat Atkinson gut gemacht. Überhaupt hat mir das Buch gut gefallen – obwohl ich es für ziemlich überladen halte. Auf meiner Liste standen schnell einmal 17 Figuren, die man kennen muss, um der Geschichte folgen zu können. Etwas mehr Gradlinigkeit hätte sicher nicht geschadet. PM: Das Buch stand wochenlang auf der englischen Bestsellerliste, und diese Position hat es nicht gestohlen: Die Charaktere sind stark und der Plot ist sehr spannend. Müsste man das Buch vergleichen, würde ich sagen: Das ist etwas für alle Leserinnen und Leser von Elizabeth George.

IP: Zuweilen begibt sich Atkinson aber auf eine Gratwanderung hinsichtlich Glaubwürdigkeit. Mich hat immer wieder die Frage beschäftigt: Würde sich eine Ex-Polizistin wirklich so verhalten wie Tracy? Es ist fast ein wenig naiv, wie sie dem Kind ein schönes Leben bieten will. PM: Sie lässt sich halt hinreissen zu etwas, und das hat auch mit ihren harten Erfahrungen zu tun, die sie als Polizistin machte. IP: Jedenfalls ist das Buch nie gekippt, ich habe es jederzeit gern gelesen. Jackson Brodie finde ich eine sehr gelungene Figur. Zum ersten Mal begegnet man ihm im Buch, als er einem aufgeblasenen Typen einen kleinen Hund abnimmt. Er kann einfach nicht mit anschauen, wie dieser Typ den Hund schlecht behandelt – dabei ist Brodie das Bild eines harten Kerls!

Weihnachtszeit – Zeit für Freunde. Eine Empfehlung der Starbucks Coffeehouses in den Orell Füssli Buchhandlungen im Westside (Bern), im Kramhof und am Stadelhofen (Zürich).

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Hausgemacht mit unserem 100% Fairtrade zertifizierten Espresso Roast. © 2011 Starbucks Coffee Company. All rights reserved. Printed in Germany.


Publireportage

Kunst und Wissenschaft der «Weltmaschine» Wie sah das Universum unmittelbar nach dem Urknall aus? Wo ist das noch nie nachgewiesene Higgs-Boson? Welche Geheimnisse des Lebens haben wir noch nicht entdeckt? Ein faszinierendes Buch beschreibt die Arbeit mit dem Large Hadron Collider am CERN in Genf.

Schon die Apparatur selbst ist ein Phänomen: Sie ist 27 km lang, und trotzdem bekommt sie kaum jemand zu Gesicht – der Large Hadron Collider (LHC), auch «Weltmaschine» genannt, befindet sich nämlich 100 Meter unter der Erde am CERN nahe Genf. Mit seiner Hilfe wollen internationale Forschungsteams das schier Unmögliche schaffen: der Natur die grössten Geheimnisse entlocken. Vor zwei Jahren wurden in diesem Teilchenbeschleuniger das erste Mal Teilchen zur Kollision gebracht, doch damit hat die Suche nach Antworten gerade erst begonnen.

Wissenschaft ... Mit dem Buch «LHC – Large Hadron Collider» versucht die Edition Lammerhuber den Spagat zwischen Wissenschaft und Kunst. Denn die beiden Disziplinen haben dieselben Ziele: über das Sichtbare hinaus-

zugehen, Visionen zu entwickeln und sie kreativ zu verwirklichen. So gewähren die einzelnen Kapitel Einblicke in die Absichten der Menschen hinter dem LHC-Projekt, beschreiben die Versuchsprogramme, den Alltag und die Arbeit der Wissenschaftler. Das Buch will den Lesenden für die wunderbare Welt der Teilchenphysik begeistern und sie der «Weltenmaschine» näherbringen.

... und Kunst Gestaltet ist das übergrosse Buch als Kunstbuch – mit den faszinierenden Bildern des Fotografen Peter Ginter. 15 Jahre lang begleitete er den LHC in all seinen Phasen und stellte exklusiv für dieses Buch sein gesamtes Material zur Verfügung. Die Bilder laden zum Forschen und Entdecken ein und machen aus «LHC – Large Hadron Collider» ein aussergewöhnliches Buch über eine aussergewöhnliche Maschine.

Die Autoren Peter Ginter ist Fotograf. Er hat in über 100 Ländern Reportagen für Magazine wie GEO, National Geographic und STERN fotografiert. Seine Arbeiten wurden vielfach international prämiert, unter anderem fünfmal mit dem World Press Photo Award. Rolf-Dieter Heuer studierte Physik in Stuttgart und Heidelberg, bevor er am Elektronen-Positronen-Speicherring PETRA in Hamburg und ab 1984 beim OPAL-Experiment am CERN mitarbeitete. Von 2004 bis 2008 war er Forschungs­ direktor für Hochenergiephysik am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY, seit 2009 ist er Generaldirektor des CERN. Franzobel lebt als Schriftsteller und Dramatiker in Wien. Sein Werk erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bachmann- (1995), Schnitzler- (2002) und Nestroy-Preis (2005). LHC Large Hadron Collider Peter Ginter Rolf-Dieter Heuer Franzobel 264 Seiten CHF 79.90 Edition Lammerhuber ISBN 978-3-901753-28-2

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Kinderwelt

Buchstart: Das Beste für die Kleinsten In allen Kinderbuchabteilungen von Orell Füssli findet man Bücher, die mit einem Kleber von «Buchstart» gekennzeichnet sind. Dahinter steckt eine Erfolgsgeschichte, die vor bald 20 Jahren in Birmingham ihren Anfang nahm. Text: Marius Leutenegger

«Alle Kinder sollen die Chance haben, mit Büchern aufzuwachsen!», forderte die englische Lehrerin Wendy Cooling. 1990 verliess sie den Schuldienst, um sich nur noch einem Ziel zu widmen: Kindern aller Altersstufen Zugang zu Büchern zu verschaffen. Seither publiziert Wendy Cooling vor allem Anthologien mit Kindergeschichten, darunter besonders beliebte zum Preis von nur einem Pfund. Zudem hat sie mit weiteren Bücherfreunden das britische «Book Start Project» lanciert. 1992 führte die Gruppe in Birmingham die erste Aktion durch: 300 Babys wurden mit der Welt der Bücher vertraut gemacht. Eine Langzeitstudie bescheinigte diesem ersten Experiment durchschlagenden Erfolg. Die Kinder, die früh in Kontakt zu Büchern kamen, wiesen bei Schuleintritt erhebliche kognitive Vorteile gegenüber ihren nicht belesenen Kameradinnen und Kameraden auf.

anderem vom Bundesamt für Kultur, vom Lotteriefonds und verschiedenen Sponsoren – darunter Orell Füssli.

Ein Päckli für jedes Kind Die Schweizer Version des Projekts verfolgt die gleichen Ziele wie das britische Vorbild: Alle rund 70’000 Kinder, die in der Schweiz jedes Jahr zur Welt kommen, sollen von Beginn weg Zugang zur Welt der Bücher und des Wissens haben. Ein Weg dorthin führt über die Eltern: Buchstart überreicht ihnen über die Kinderärzte oder die Elternberatung das Buchstart-Paket. Es enthält zwei Bilderbücher für Kleinkinder und ein speziell konzipiertes Buchstart-Eltern-Bilderbuch, das Eltern aufzeigt, wie sie ihrem Kind die Welt der Sprache, der Bilder und der Bücher näherbringen können.

Worauf man sich verlassen kann Seit 2008 auch in der Schweiz Mittlerweile wird das «Books Start Project» in Grossbritannien von der öffentlichen Hand und privaten Spendern getragen. Fast jedes Kind, das auf den britischen Inseln zur Welt kommt, erhält heute ein Paket mit Büchern. Ähnliche Initiativen gibt es auch in den USA, in Japan, Korea, Australien und in Europa – und seit 2008 in der Schweiz. Das hiesige Projekt wird getragen von Bibliomedia Schweiz, der Informationsdrehscheibe der schweizerischen Bibliothekslandschaft, und dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM. Unterstützt wird Buchstart unter 40 – www.books.ch – November 2011

Eine andere Leistung von Buchstart sind die zweimal jährlich erscheinenden Empfehlungslisten, die Eltern bei der Wahl geeigneter Bilder- und Vorlesebücher fürs Vorschulalter unterstützen. Die empfohlenen Bücher – je fünf für die Altersgruppen bis drei, drei bis vier, vier bis sechs – kann man in den Buchstart-Club-Buchhandlungen kaufen. Dazu gehören auch alle Filialen von Orell Füssli. Die Bücher der Liste sind mit einem Buchstart-Kleber gekennzeichnet: auf diese Weise sehen Eltern auf einen Blick, auf welche Bücher sie sich garantiert verlassen können.

Drei Tipps von Buchstart Für die Altersgruppe bis drei Jahre: Leo Lionni war ein wahrer Kosmopolit: Er kam als Italiener in Amsterdam zur Welt, studierte in Zürich und nahm später die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. In seinen Kinderbüchern behandelte er immer wieder Themen wie Solidarität oder Aussenseitertum. Weltberühmt wurden seine Mäusefiguren. In «Spielen!» tun Lionnis Mäuse das, was der Titel verspricht, von früh bis spät: Sie stöbern in Büchern, pflücken Blumen, werfen den Ball, verstecken und verkleiden sich – man wäre gern dabei. Spielen! Leo Lionni 28 Seiten CHF 12.90 Beltz & Gelberg

Für die Altersgruppe drei bis vier Jahre: Dieser fest gebundene Sammelband mit rund 250 Reimen und Liedern regt Eltern dazu an, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, ihnen vorzulesen und mit ihnen zu singen. Es gibt etwas für jeden Anlass und in jeder Form: Spiele mit allen Körperteilen, Verse zum Essen, zum Trösten und Einschlafen, für Geburtstage und Feste, über Uhr- und Jahreszeiten, zu Wind und Wetter. Ein Klassiker für jede Familie! Schnick Schnack Schabernack Renate Raecke, Monika Blume, Gerda Raidt 144 Seiten CHF 34.90 Gerstenberg

Für die Altersgruppe vier bis sechs Jahre: Billy hat einen veritablen Gangster zum Papa. Der will, dass Billy auch einmal Gangster wird, und staffiert ihn deshalb mit einem ungeladenen Revolver aus. «Pfoten hoch!», sagt Billy – ausgerechnet zum Regenwurm. Und er wird zu einem Held, wie ihn sich sein Vater kaum gewünscht hätte ... Dieses Buch gefällt kleinen Buben wohl ebenso wie ihren Müttern, was bei Pistolengeschichten alles andere als selbstverständlich ist. Pfoten hoch! Catharina Valckx 32 Seiten CHF 19.90 Moritz


Kinderwelt

Sali Theo! Braunbär Theo ist ein herzlicher Gastgeber in der Kinderwelt von Orell Füssli: Jeden zweiten Samstag begrüsst er im oder vor dem Kramhof seine kleinen Besucherinnen und Besucher und verteilt Ballone. Die jungen Fans können sich an ihm fast nicht sattsehen und wollen seine Hand schütteln – denn Theo ist zwar riesig, aber auch so flauschig, dass von ihm nun wirklich keine Gefahr ausgehen kann.

GROSSER

R E D KMAIN LWETTBEWERB

Jede Einsendung erhält ein Geschenk. Und die 10 besten Zeichnungen werden in der Buchhandlung Kramhof in Zürich ausgestellt. Ausserdem gibt es viele Gutscheine zu gewinnen! Viel Schneeflocken-Spass! Theo

LIEBE KINDER Der Winter ist da. Und was gibt es schöneres, als im Schnee zu spielen, Schneemänner zu bauen oder mit dem Schlitten den verschneiten Hügel hinunter zu fahren? Es gibt so viele Möglichkeiten: Gib mir Tipps, wie ich meine Sportferien gestalten kann! Zeichne mich so, wie du den Winter am liebsten verbringst.

Einsendeschluss ist der 15. Januar 2012. Maximale Grösse der Bilder: A3. Die Bilder inkl. deiner Adresse & Geburtsdatum einsenden an: Orell Füssli Buchhandlung Kramhof, Theo’s Wintermalwettbewerb, Füsslistrassse 4, 8001 Zürich

Orell Füssli Buchhandlung Kramhof, Füsslistrasse 4, Tramstation Rennweg. www.books.ch – November 2011 – 41


Kochbücher

Essen wie im alten Bern – oder wie im neuen Zürich Multikulti prägt immer mehr unser Essen. Doch die Sehnsucht nach Gerichten, die regionale Tradition mit währschaftem Genuss verbinden, wächst.

Hinweisen wie «Suppe mit Rasse u Spöiz», «gattlig gebraten» oder «e Chellete chüschtige Sosse» die Stirne runzeln, seien beruhigt: Im Buch findet man auch ein Emmentaler Glossar.

Text: Markus Ganz

Geschichtsschreibung auf dem Teller

Pasta und Pizza gehören hierzulande längst zu den Standardgerichten. Auswärts wählt man selbstverständlich auch mal ein thailändisches Tom Kha Gai, ein türkisches Köfte oder indische Samosas; Sushi kauft man zum Snack beim Grossverteiler. Die globalisierte Welt hat aber auch beim Essen wieder die Sehnsucht nach Verwurzelung geweckt: Man möchte im Gaumen ein Stück verlorene Heimat wiederfinden. Und stellt beim Essen der traditionellen Gerichte dann oft fest, dass sie paradoxerweise schon fast exotisch wirken.

Währschaftes mit «Rasse u Spöiz» Wer weiss heute noch, wie eine Heusuppe, eine Apfelrösti oder ein Kalbskopf mit Vinaigrette schmeckt – und wie man diese Speisen zubereitet? Rezepte zu solch urtümlichen Gerichten findet man in «Emmentaler Küche – Geniessen wie zu Gotthelfs Zeiten» von Fritz Gfeller. Der leidenschaftliche Koch kennt diese Küche wie kein Zweiter und weiss sie auch anzupreisen; von seinem früheren Buch «Rezepte aus dem Emmental» soll er nicht weniger als 200’000 Exemplare verkauft haben. Im mit schönen Fotos von Emmentaler Häusern und Landschaften angereicherten Buch werden auch raffiniertere Gerichte wie Wädli-Terrine mit Senfschaumsauce oder Kutteln an Tomaten-Rotwein-Sauce und Schneekartoffeln vorgestellt. Das alles sind währschafte Genüsse, bei denen in der Regel nicht an «Nidle, Anke u Chäs» gespart wird. Deshalb kann es gut sein, dass man zur Verdauung noch einen «Brächete»Schnaps braucht, dessen Zubereitung ebenfalls beschrieben ist. Hobbyköche, die bei 42 – www.books.ch – November 2011

«Kochen wie im alten Bern» lädt noch stärker zu einer gastronomischen Entdeckungsreise in die Vergangenheit ein, denn es ist Koch- und Geschichtsbuch zugleich. Der Historiker François de Capitani beschreibt zunächst anschaulich, wie man im Bern des 18. Jahrhunderts gelebt, gekocht und gegessen hat. Dann zeigt Walter Aebischer, Küchenchef und Mitinhaber des Berner Restaurants Harmonie, wie man die aus alten Kochbüchern zusammengestellten Rezepte heute umsetzen kann. Eine Anpassung war notwendig, weil die alten Kochanweisungen oft unklar waren, gewisse Zutaten nicht mehr erhältlich sind und die geschmacklichen Vorlieben sich verändert haben. Aus heutiger Sicht erstaunt die Vielfalt, die man zumindest in den besseren Häusern des alten Bern pflegte: Es gab weit mehr als nur Berner Platte, nämlich auch Speisen wie Randenkompott oder mit Sardellen mariniertes Kalbfleisch. Überraschend ist nicht zuletzt der Einsatz exotischer Gewürze wie frischem Ingwer, Nelken und Sternanis, welche die oft deftigen Speisen nicht nur schmackhaft, sondern auch bekömmlich machen. Passend zum Thema wurden die Fotografien im Restaurant Harmonie aufgenommen, das seit mindestens 175 Jahren eine Gastwirtschaft ist.

Internationale Tradition Auch Zürich kennt eine lange Küchentradition, doch diese geht immer weiter über Gerichte wie Zürcher Geschnetzeltes hinaus. Der aufwendig gestaltete Bildband «Zürich for Gourmets» verdeutlicht, dass sich Downtown Switzerland auch in der Gastronomie als betont internationale Stadt

versteht. Annette Weber stellt 29 herausragende Zürcher Restaurants vor, die meist fremde Küchentraditionen pflegen, diese aber individuell und auf Gourmet-Niveau interpretieren. Nicht nur die Haute Cuisine ist mit Spitzenrestaurants wie dem «Dolder Grand», dem «Mesa» und dem «Sonnenberg» vertreten. Auch einige einfachere Restaurants wie die «Pumpstation» am Seeufer zeigen, wie sie ihre Gäste verwöhnen. Die Köche verraten jeweils drei ihrer Rezepte, die zusammen ein abgerundetes Menü ergeben. Marcus Gyger hat die Speisen ebenso prächtig fotografiert wie die Restaurants und Ansichten der Stadt Zürich.

Emmentaler Küche – Geniessen wie zu Gotthelfs Zeiten Fritz Gfeller 160 Seiten CHF 38.90 FONA

Kochen wie im alten Bern Walter Aebischer, François de Capitani 120 Seiten CHF 32.90 Stämpfli

Zürich for Gourmets Annette Weber, Marcus Gyger 336 Seiten CHF 99.– Weber


Kochbücher

Für Sie probiert: Linsensalat an Himbeeressig-Senf-Sauce Rezept des Restaurants Au Gratin aus dem nebenan besprochenen Buch «Zürich for Gourmets»

Vorspeise für 4 Personen Zutaten: Für die Himbeeressig-Senf-Sauce: 40 g frische Himbeeren 12 g Wasser 52 g Sonnenblumenöl 32 g Himbeeressig 2 g Colman’s Senfpulver 5 g Ingwer, fein geraffelt Salz und Pfeffer Für den Linsensalat: 25 g grüne Linsen 25 g braune Linsen 5 g Butter 10 g Zwiebeln, gehackt 60 g Wasser 60 g Vollrahm Salz und Pfeffer

it beim m e i S n l! Mache Gewinnspie n große Gewinnen Sie eine Küchenwaage oder andere attraktive Preise Senden Sie einfach eine Mail an: smm-ofb@books.ch Stichwort: Fein gebacken! Einsendeschluss ist der 31.12.2011 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Alles rund um Kochbücher: kosmos.de/gut-gekocht

40 g Maiskörner 100 g Rauchlachs, fein geschnitten 4 Salatbouquets

Zubereitung: Sauce: Alle Zutaten ausser dem Ingwer mixen und durch das Haarsieb geben. Den Ingwer dazugeben und mit dem Schwingbesen verrühren. Salat: Linsen mindestens 2 Stunden lang in viel Wasser einweichen. Die Zwiebeln in Butter andünsten, die Linsen beigeben und mitdünsten. Das Wasser und den Vollrahm beigeben und ca. 15 Minuten auf leichtem Feuer kochen. Salz und Pfeffer beigeben. Das Salatbouquet mit etwas Sauce beträufeln. Die weich gekochten, noch warmen Linsen, die Maiskörner und den Rauchlachs mit der Sauce vermischen und auf den Tellern anrichten. Mit dem Salatbouquet garnieren..

Fein gebacken!

Cornelia Schinharl Christa Schmedes Fein gebacken! Das Grundbackbuch 240 S., 260 Abb., CHF 33,90 978-3-440-12592-2

Fein gebacken! erklärt ausführlich alle 10 Grundteigarten und zeigt immer ganz genau, was zum Gelingen wirklich wichtig ist. Dazu gibt es über 150 Rezepte und zahlreiche Tipps und Tricks. www.books.ch – November 2011 – 43 So macht backen Spaß!


Wettbewerb

Das Literatur-Kreuzworträtsel Unter den richtigen Lösungen verlosen wir Bücher-Gutscheine: 1. Preis: Fr. 200.–, 2. Preis: Fr. 100.–, 3. Preis: Fr. 50.–, 4. bis 10. Preis: je Fr. 20.–.

✁ Lösungswort: Vorname / Name Adresse Bis am 31. Januar 2012 in einer der Orell-Füssli-Filialen in Zürich, Bern, Luzern, Winterthur, Frauenfeld, am Flughafen Zürich oder bei Rösslitor Bücher in St. Gallen abgeben – oder per E-Mail an: books@books.ch. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.

44 – www.books.ch – November 2011

PLZ / Ort E-Mail


Das Weihnachtshaus Abenteuer

Cars 2

Der Zoowärter

Zeichentrick

Abenteuer

1

2

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 3

4

Abenteuer

Thomas (Jared Padalecki) kehrt in seine Heimatstadt zurück, um Weihnachten mit der Familie zu feiern. Doch diesmal ist nicht alles wie immer: Die Mutter steckt in finanziellen Nöten, und dem Elternhaus droht der Zwangsverkauf. Auch um Thomas’ langjährigen Freund und Mentor Glen (Peter O’Toole) steht es nicht gut: Der einst erfolgreiche Künstler sieht sich mit den Tücken des Alterns konfrontiert. Trotzdem hat der Geist der Weihnachten dieses Jahr ein ganz besonderes Geschenk für ihn ...

Lightning McQueen nimmt mit seinem Kumpan Mater die Reise über den Ozean nach Japan und Europa auf sich, um erstmals beim Grand Prix um den Weltmeistertitel zu kämpfen. Doch schnell rückt in den Hintergrund, wer tatsächlich den stärksten Motor besitzt und am schnellsten beschleunigt − denn Lightning und Mater werden für eine Spionagemission ausgewählt. Und plötzlich muss Mater vor den Augen der Welt schwerwiegende Entscheidungen treffen.

Die Tiere im Franklin-Park-Zoo lieben ihren gutherzigen Pfleger Griffin Keyes (Kevin James). Da er mehr Gesellschaft von Löwen als von Ladys hat, beschliesst Griffin, den Zoo zu verlassen, um seine Herzdame zu erobern. In Panik beschliessen die Tiere, ihren Schweigekodex zu brechen und ihr grösstes Geheimnis zu offenbaren: Sie können sprechen! Um Griffin an seiner Kündigung zu hindern, bringen sie ihm die Regeln der Brautwerbung bei – auf animalische Art!

Hogwarts hat als Zufluchtsort ausgedient. Im grossen Finale entwickelt sich der Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt der Zauberer zu einem regelrechten Krieg. Niemals stand derart viel auf dem Spiel; niemand ist mehr sicher. Die entscheidende Auseinandersetzung mit Lord Voldemort scheint unausweichlich, und es sieht fast so aus, als müsste Harry Potter sich opfern. Oder kann er mit den sagenumwobenen Heiligtümern des Todes eine Wende herbeiführen?

CHF 17.90

CHF 26.90

CHF 23.90

CHF 23.90

Ab 6 Jahren

Ohne Altersbeschränkung

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Ab 12 Jahren

EAN 4260261430077

EAN 8717418320706

EAN 4030521692015

EAN 5051890045614

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DVD 4

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Hangover 2

Brautalarm

Midnight in Paris

Komödie

Komödie

Komödie

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Stephanie-GlaserCollection 3

Dramen und Komödien

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Phil, Alan, Doug und Stu reisen nach Bangkok, wo Stu eine junge Thailänderin heiraten will. Am Tag vor der Hochzeit wollen sie den Junggesellenabschied feiern – und obwohl ihnen ihr letztes Abenteuer in Las Vegas noch gut in Erinnerung ist, trinken sie doch einen Tropfen Alkohol. Oder zwei. Das Ergebnis ist verheerend: Am nächsten Morgen hat Alan keine Haare mehr, Stu dafür eine Tätowierung. Und was macht nur dieser Affe im Badezimmer des schäbigen Hotels?

Als sich ihre beste Freundin Lillian verlobt, muss sich Annie als Trauzeugin mit den anderen Brautjungfern den umfangreichen Hochzeitsvorbereitungen widmen. Vor allem die selbstbewusste Helen offenbart sich aber als Nebenbuhlerin um die Gunst der Braut. Und so entwickelt sich ein bitterböser Schlagabtausch der Rivalinnen. Ob Junggesellinnenabschied oder Kleideranprobe: Die Brautjungfern lassen keine Möglichkeit aus, ei­ nander Steine in den Weg zu legen.

Das amerikanische Paar Gil und Inez macht Urlaub in Paris und geniesst die gemeinsame Zeit in der Stadt der Liebe. Als sie einen alten Bekannten, den kulturell beflissenen Intellektuellen Paul treffen, tut sich vor allem Gil mit der unerwarteten Begleitung nicht leicht. Als eines Abends Inez mit Paul tanzen gehen will, streift Gil allein durch Paris und erlebt die Nacht seines Lebens – was sich natürlich auf die Beziehung auswirkt.

Eine unverzichtbare Box für Fans der beliebten, kürzlich verstorbenen Schauspielerin: Sie vereint mit «Das Fräuleinwunder», «Die Herbstzeitlosen», «Leo Sonnyboy» (mit Mathias Gnädinger), «Polizischt Wäckerli» (mit Schaggi Streuli), «Klassezämekunft» (mit Anne-Marie Blanc und Ursula Andress) und «Taxichauffeur Bänz» einige der beliebtesten Spielfilme mit Stephanie Glaser. Ergänzt wird die Box mit einer DVD voller Bonusmaterial.

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EAN 5051890041647

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EAN 7611719512116

Rabbit Hole

Der Freischütz

The Son of No One

Drama

Drama

Francesco und der Papst 6

5

Drama

Thriller

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Die letzten Monate waren die Hölle für Becca (Nicole Kidman) und Howie Corbett: Seit ihr kleiner Sohn bei einem Autounfall ums Leben kam, gibt es keinen Alltag mehr für das Ehepaar. Längst dringt Ho­ wie nicht mehr zu seiner Frau durch. Doch dann bricht Becca aus ihrer Isolation aus: Regelmässig trifft sie sich auf einer Parkbank mit einem jungen Mann und fasst Vertrauen zu ihm – obwohl er das Auto gelenkt hat, das ihren Sohn getötet hat ...

Der junge Jäger Max liebt Agathe, die Tochter des Erbförsters Kuno. Nach altem Brauch muss Max aber erst einmal seine Eignung als Erbe und Schwiegersohn bei einem «Probeschuss» unter Beweis stellen, bevor er Agathe heiraten darf. Leider hat das Jägerglück ihn verlassen, denn er trifft mit keinem Schuss mehr. Sein zwielichtiger Kamerad Kasper kann Max in seiner Not davon überzeugen, dass ihm nur noch schwarze Magie und dunkle Mächte helfen können ...

Der elfjährige Francesco lebt mit seiner Familie in Rom. Er singt im Knabenchor des Chors der Sixtinischen Kapelle, der die päpstlichen Liturgien begleitet. Dank seiner einzigartigen Stimme wird er ausgewählt, das alljährliche Solo vor dem Heiligen Vater zu singen – das durften bisher nur Erwachsene. Während für Francesco die aufregendste Zeit seines Lebens beginnt, erlebt auch Papst Benedikt XVI. bewegende und sehr persönliche Momente.

16 Jahre sind vergangen, seit Jonathan White sein Viertel in New York verlassen musste. Jetzt kehrt er zurück. Er ist in die Fussstapfen seines Vaters getreten und Polizist geworden – und zwar ein verdammt guter. Aber er wird von den Ereignissen gepeinigt, die ihn damals fliehen liessen. Als anonyme Briefe an die lokale Zeitung zwei Morde an Junkies anprangern, die von der Polizei vertuscht wurden, wird Jonathan von der Vergangenheit eingeholt ...

CHF 21.90

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CHF 17.90

CHF 27.90

Ab 12 Jahren

Ab 12 Jahren

Ohne Altersbeschränkung

Ab 16 Jahren

EAN 7611372641604

EAN 4011976878483

EAN 4011976874683

EAN 4260147223168

www.books.ch – November 2011 – 47


Veranstaltungen von Orell Füssli November

24. Filiale Winterthur

18. Filiale Kramhof, Zürich

19 h

26. Filiale Frauenfeld

10.30-11 h

Märlistund für Kinder ab 3 Jahren

20 h

Immer am letzten Samstag im Monat erzählen Buchhändlerinnen aus den neusten Bilderbüchern. Anschliessend wird gemeinsam noch etwas Passendes zur Geschichte gebastelt.

29. Filiale am Bellevue, Zürich Filmnacht

Literaturcafé

Andrea Clavadeschter zeigt und kommentiert seinen Film «Reflections and Ghosts» über Martin Hodel.

In der Café-Bar stellen die Buchhändlerinnen eine kleine und feine Auswahl der neuesten Bücher vor.

21. Kellerbühne St. Gallen, St. Georgen-Str. 3

20 h

24. The Bookshop, Zürich

Andri Snær Magnason präsentiert sein Buch, eine unterhaltsame Reise durch die Welt der Globalisierung am Beispiel Islands. Moderation und Lesung des deutschen Textes: Sebastian Arenas.

bis 22 h

Night Shopping

24. Filiale Kramhof

bis 22 h

Spendenaktion «Schweizer Spitzenköche für Afrika»

«Gerron» Lesung von Charles Lewinsky. Veranstaltet von Rösslitor Bücher in Zusammenarbeit mit der Kellerbühne St. Gallen.

23. Filiale Winterthur

14-16 h

Wintermärchen – erzählt von den Zürcher Märlilüüt

23. Kaufleuten, Pelikanplatz, Zürich

20 h

Julia Franck Lesung im Rahmen der L-Reihe, veranstaltet von Orell Füssli in Zusammenarbeit mit dem «Tages-Anzeiger» und dem Kaufleuten.

Dezember

Heiko Niederer, Chef Fine Dining des «The Dolder Grand», und weitere Gault-MillauKöche verkaufen ihre Gourmet-Kreationen im Kramhof. Sämtliche Einnahmen – inklusive Margen der verkauften Exemplare von «Spitzenköche aus Afrika» sowie der verkauften Kaffees durch die Starbucks-Filiale im Kramhof – gehen an die Stiftung «Menschen für Menschen».

24. Filiale am Bellevue, Zürich

bis 22 h

Autogrammstunde mit Dieter Meier, Boris Blank und Daniel Ryser Am Night Shopping von Orell Füssli am Bellevue signieren Dieter Meier, Boris Blank und Daniel Ryser die Neuerscheinungen «Yello», «Out of Chaos» und «Oskar Tiger». Ab 20 h.

3.

The Bookshop, Zürich

10 h

Childrens reading with Santa

5.-11. Filiale Flughafen Zürich

7.

Grosser Weihnachtsverkauf auf der Promotionsfläche Filiale Westside, Bern

15 h

Roland Zoss singt Lieder von Jimmy-Flitz bis Xenegugeli Für Kinder ab 4 Jahren. Xenegugeli, das sagenhafte Wesen, bringt Erwachsene und Kinder zum Träumen! In den Geschichten quer durchs Alphabet begegnet man dem Krokodil, das Spaziergänger zum Zvieri isst. Man galoppiert mit dem Ross ohne Reiter durch Blitz und Donner,

schwimmt mit dem Delfin oder tanzt mit Jimmy-Flitz Maus im Suppenteller Rock’n’Roll!

Mehr Veranstaltungen und Informationen finden Sie auf www.books.ch 48 – www.books.ch – November 2011 48 – www.books.ch – November–– 2011

20.30 h

«Traumland – Was bleibt, wenn alles verkauft ist?»


15. Filiale Winterthur

17-20 h

Handanalysen mit Monika Hauser Lassen Sie sich in 10 Minuten aus der Hand lesen und erfahren Sie Neues über sich.

21. Filiale Frauenfeld

19-20.30 h

Märlistunden für Kinder ab 3 Jahren

Kinderspezialprogramm

Jeden letzten Samstag im Monat um 10.30 h:

Immer samstags Filiale Kramhof, Zürich

Filiale Frauenfeld

Ausführliche Informationen unter www.books.ch

Jeden ersten Samstag im Monat um 14 h:

Filiale Kramhof, Zürich Jeden ersten Samstag im Monat um 10 h:

an hour full of stories, fun and activities The Bookshop, Zürich

Männer-Night-Shopping Buchhändlerinnen und Buchhändler begleiten nach Ladenschluss ausschliesslich Männer bei ihren Weihnachtseinkäufen. Damit sie genau das Richtige für ihre Liebsten finden!

Luis Sepúlveda

Vincenzo Todisco

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Roman

Aus dem Italienischen von Maja Pflug

Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen

280 Seiten, gebunden, 2011 isbn 978-3-85869-456-0, Fr. 29.90

162 Seiten, gebunden, 2011 isbn 978-3-85869-455-3, Fr. 24.90

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R

162 Seiten, gebunden, 2011 isbn 978-3-85869-457-7, Fr. 24.90

Roman

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Kindheitsgeschichten aus dem Luzerner Hinterland

Der Schatten dessen, was wir waren

Rocco und Marittimo

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Wie die Arche Noah auf den Napf kam

Zwischen Berg und Meer

Der letzte Coup

Der Priester, Landwirtschaftsexperte, Journalist und Weltreisende Al Imfeld beschreibt in seinen Kindheitserinnerun­ gen, wie die Käserei vor Ort einging, die historischen Wirtshäuser der Roten und der Schwarzen verschwanden und aus seinem Dorf eine blosse Ortschaft wurde.

Eine Familiensaga, episch, schmerzlich, und komisch: Rocco und Marittimo kommen 1965 im fahrenden «Zug der Hoffnung» zur Welt, der die Emigranten aus Süditalien in die Schweiz bringt. Fatalerweise werden die Neugeborenen miteinander vertauscht. Es ist der Anfang einer aufregenden Geschichte.

35 Jahre nach Pinochets Putsch treffen sich die Exilanten Cacho, Lolo und Lucho in ihrer Heimat Chile wieder – ein «Schatten dessen, was wir einmal waren», wie sie selbstironisch anmerken. Dick­ bäuchig sind sie geworden, kahl und grau­ bärtig … aber keinesfalls zu unterschät­ zen, denn sie planen einen letzten Coup, sind der verschollene Beute eines legen­ dären Banküberfalls auf der Spur.

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Humor und Wehmut

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DRS 1, Menschen und Horizonte

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«Endlich wieder ein Roman, der den Leser mitten hinein in die Vergangen­ heitwww.books.ch und Gegenwart Chiles führt.» – November 2011 – 49

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»Vincenzo Todisco ist ein ursprüng­ liches Erzähltalent, seine Erfindungen sind witzig, sinnlich und realitäts­ bezogen, geprägt von einer heute selte­ nen Leidenschaft für Rebellion und Utopie.« Der Bund

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«Er wirkt bodenständig wie ein Bauer, gütig wie ein Kapuziner und er fabu­ liert wie ein Afrikaner. Dabei hat Al Imfeld vier Studienabschlüsse und er ist auf vier Kontinenten zuhause.»

Rotpunktverlag.

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Al Imfeld

www.rotpunktverlag.ch

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c r R c Rotpunkt-Bücher unter den Weihnachtsbaum r R R c R R c r R c c R R c c R c r r c R R c r R R r c c r c c c c c

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Bayerischer Rundfunk


Kolumne Schreiben ist Austausch. Schreiben ist auch Ausdruck der Freude und des Leidens. Freude deshalb, weil eine gelungene Geschichte, Kolumne oder Buchpassage vergleichbar ist mit einer guten Speise, die den Freundinnen und Freunden geschmeckt hat. Leiden, weil der Schreibende dem Druck der Frage «Kann ich mich gut genug ausdrücken und wie will ich es tun?» nicht ausweichen kann. Bis der erste Satz sitzt, ist es oft ein langer Weg. Ich erinnere mich an viele solche Momente. Den ganzen Vormittag hatte ich nicht eine Idee für den ersten Satz, dafür wanderte ich alle paar Minuten vom Arbeitszimmer in die Küche und warf jedes Mal ein paar Trauben in den Mund. Erst am Nachmittag fiel mir auf, dass alle Traubendolden ihre Früchte los waren. Die

Aufeinandertreffen kann störende Geräusche wie von einem verstimmten Instrument hervorbringen. Aus meiner Erfahrung weiss ich jedoch, dass diese verschiedenen Welten eine Bereicherung sind, einander ergänzen, als würden vier Hände gemeinsam einen Krug töpfern.

mehr eine kleine Portion Empathie, ohne die dem Schreibenden die Glaubwürdigkeit fehlen würde.

Mein Anspruch ist nicht hoch: Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern ein Bild vermitteln, ein Bild aus meiner Beobachtung, aus meiner Optik, die eine von tausend anderen Optiken ist. Auch für mich gilt es bei jedem Text neue Bilder zu entdecken. So auch die Handlung meines letzten Romans «Hochzeitsflug». Ich bekam vor einigen Jahren die Geschichte des schwulen jungen türkisch-tscherkessischen Beyto in wenigen Sätzen mit. Beyto, der noch auf der

Schweizer Autorinnen und Autoren erzählen in «books», wie sie schreiben. Heute: Yusuf Yesilöz

Wenn ich meine bisherigen Werke anschaue, stelle ich mit Erstaunen fest, dass viele meiner Figuren, ob Mann oder Frau, Kind oder Greis, in zwei Welten, oft auch zwischen zwei Welten leben. Sie sind auf irgendeiner Reise, befinden sich auf Brücken und erzählen von ihren Erfahrungen, die sie in vielen Welten machen. Auch in meinem eigenen Leben sind diese zwei Welten omnipräsent; meine eher ländlich geprägte Herkunftskultur und meine neue, städtische Welt treffen in mir aufeinander. Dieses 50 – www.books.ch – November 2011

Suche nach der eigenen Identität ist, wird gegen seinen Willen verheiratet. Ich trug die Geschichte einige Jahre mit in einer Kiste, oftmals öffnete ich sie, schloss den Deckel wieder zu, weil ich nicht wusste, in welcher Form ich diese Geschichte erzählen könnte. Als mir nach einigen Jahren klar war, dass Beytos Schicksal mich nicht in Ruhe lässt, entschied ich mich, es aufzuschreiben. Ich begab mich also in ein Neuland namens Homosexualität und beschäftigte mich mit vielen Aspekten dieses Themas. Meine Recherchen über die Schwulenliebe beendete ich jedenfalls erst dann, als ein junger Mann meine Frage «Wie ist die Liebe der Homosexuellen?» mit der Frage «Wie ist die Liebe der Heterosexuellen?» beantwortete. Es gebe tausende Arten des Liebens, fügte er noch freundlich verschmitzt hinzu. Ich machte mich danach auf eine Entdeckungsreise in das Leben des jungen Beyto. Dass ich den Roman in Ichform schrieb, merkte ich anfangs gar nicht. Die spontane Ichform sollte keine Provokation sein, viel-

Yusuf Yesilöz ist Schriftsteller, Dokumentarfilmer und Übersetzer. Er kam 1964 in einem kurdischen Dorf zur Welt und reiste 1987 in die Schweiz ein; heute lebt er mit seiner Familie in Winterthur. Sein neuster Roman ist im Frühling 2011 erschienen. Hochzeitsflug 198 Seiten CHF 37.90 Limmat

Bild Luca Zanier

Bauchkrämpfe zwangen mich zu einem Spaziergang auf den Goldenberg, von wo aus ich einen schönen Vogelblick auf die Stadt Winterthur habe, die in fünf Tälern liegt. Meinen ursprünglich gedachten Text konnte ich an dem Tag nicht schreiben, auch nicht eine Geschichte über zu viel Traubenessen. Dafür konnte ich die Atmosphäre dieses Tages beobachten, die eine Quelle der Inspiration war. Irgendwann gelang es mir dann doch noch, den ersten Satz zu finden.


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