Der kritische Wellnesshotelführer. Süddeutsche Zeitung
Wohltuend und erheiternd.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Einzigartig. Die Presse
Unbestechlicher Spa-Scout ... bei Hoteliers in etwa so beliebt wie der Krampus bei Kleinkindern. profil
Die hellblaue Wellness-Bibel.
Stern
Rundum geglücktes Werk, wärmstens zu empfehlen.
Kurier
Der kritische Wellnesshotelführer. Süddeutsche Zeitung
Wohltuend und erheiternd.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Einzigartig. Die Presse
Unbestechlicher Spa-Scout ... bei Hoteliers in etwa so beliebt wie der Krampus bei Kleinkindern. profil
Alle Wellness- & Gesundheitsho tels
Anonym getestet und bewer tet .
Die besten 20 %*) mit Lilien ausgezeichnet & kritisch kommentier t .
Österreich 22%, Deutschland 14%, Südtirol 29%
EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser! Beinahe hätten wir es übersehen, buchstäblich in letzter Sekunde hat irgendwer dann doch daran gedacht, an ein schönes, großes Jubiläum nämlich: die 30. Ausgabe unseres RELAX Jahres-Magazins!
Angefangen hat es quasi im Hinterhof, als one man show, wobei ich dieser lonely cowboy war. Noch etwas bescheiden die Geschäftsausstattung: ein alter PC mit MSDOS-Betriebssystem, Telefon, Fax, kein Internet. Ein sieben Jahre alter Kleinwagen. Vor-Ort-Recherche, Redaktion, Anzeigenverkauf, Grafik und Fotoredaktion, ja sogar das Ausliefern mittels Lkw – alles aus einer Hand. Es war eine erfüllende Zeit, an die ich mit großer Freude und Dankbarkeit zurückdenke. Mein Konzept? Wellness. Aber als ganzheitlicher Begriff, im Sinne der Verbindung von Körper, Geist und Seele. Daher sollte es in unserem Magazin niemals nur um exquisite Hotels und Reiseziele gehen, sondern stets auch um politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen. Ganz besonders um solche, die vom Medien-Mainstream beharrlich ausgeblendet werden, die aber viele Menschen interessieren, da sie unser Leben beeinflussen – nicht selten sogar massiv. Daher sollte auch Kritisches und erfrischend Wissenswertes dabei sein, das war die Idee. Wir haben sie realisiert, etwa mit einer Geschichte über Denkverbote. Aber das bereits vor mehr als einem Jahrzehnt – der Begriff cancel culture war damals bei uns noch weitgehend unbekannt.
Ein Teil der Auflage erschien zunächst noch als Beilage eines bekannten Frauenmagazins, inzwischen existiert dieses schon sehr lange nicht mehr. Genauso wie hunderte weitere Zeitschriftentitel von anderen, zumeist wesentlich größeren Verlagen. Wir hingegen sind stetig gewachsen. Die Erstauflage betrug 40.000 Exemplare, heute stehen wir beim Dreifachen. Der erste RELAX Guide, unser kritischer Wellnesshotelführer in Taschenbuchform, erschien erstmals zwei Jahre nach dem ersten Magazin mit der Ausgabe Österreich, und wiederum zwei Jahre später mit einer Ausgabe für Deutschland.
Noch sechs Jahre vergingen, dann identifizierten die Marktforscher des Gallup-Instituts unser Label RELAX Guide als „bedeutendste wellnesstouristische Marke Österreichs“.
Vieles hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten geändert, im Spa-Tourismus ebenso wie in der Gesellschaft. Denk- und Sprechverbote durchdringen unseren Alltag fast seuchenartig, die Angst geht um, sich zu einem bestimmten Thema öffentlich –und mitunter sogar privat – zu äußern. Denn es drohen die Keulen von Rassismus und Sexismus, und auch ein „Nazi“ ist man schnell. Der Nikolo wird als
„Kulturkrieger der Neuen Rechten“ diffamiert, Pippi Langstrumpf als fremdenfeindlich. Karl May, der zahlreiche Bücher mit moralisch weitreichenden Zielen geschrieben hat – Völkerverständigung, Friede und die Botschaft Christi inklusive –, versinkt in Vorwürfen von Rassismus und Frauenfeindlichkeit.
Die cancel culture , die Anmaßung der Selbstgerechten, der erigierte Zeigefinger der Entrüstungskulturschaffenden, die moderne Form des mittelalterlichen Prangers, stellt die Normalen als die Kranken dar – und damit alles auf den Kopf.
Der Berliner Philosoph und Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz hat sich mit dem Thema beschäftigt, Gudula Walterskirchen hat mit ihm darüber gesprochen. Über die neue Sehnsucht nach Normalität lesen Sie ab Seite 10.´
David Mamet ist einer der großen amerikanischen Dramatiker und Drehbuchautoren, Kultur, Politik und die Sprache der Macht sind seine Domäne. Für sein Meisterwerk „Glengarry Glen Ross“ erhielt er 1984 den Pulitzer-Preis, in „Wag the Dog“ entlarvte Mamet die politische Klasse seines Landes. In seinem Essay hat Mamet die Lage Amerikas so scharfsinnig wie leidenschaftlich untersucht. Sein Befund: „Trump hat kein Chaos geschaffen. Er hat es aufgedeckt.“ Zu lesen ab Seite 62.
Waren vor 30, 40 Jahren noch Neurosen und Zwänge die häufigsten psychischen Probleme, so zählen heute narzisstische Persönlichkeitsstörungen dazu, ja sogar von einem „Zeitalter des Narzissmus“ wird gesprochen. Jedenfalls häufen sich die Fälle von narzisstischem Missbrauch, dem freilich ein psychisches Muster zugrunde liegt. Auch hier geht es gewissermaßen um cancel culture , nämlich um die blinde Sucht des Narzissten nach Kontrolle und Deutungshoheit, mit der er das logische Denkvermögen und die Urteilsfähigkeit seines Opfers lähmt. Maria de Souza hat über diese unbewussten Strukturen zutiefst verunsicherter Menschen einen nahezu atemberaubenden Liebes-Thriller verfasst – ab Seite 68.
Die gegenwärtigen Multikrisen auf allen Ebenen zeigen: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Wir müssen raus aus der Tempospirale, aus der Kopflastigkeit. Zurück zum gesunden Menschenverstand, zurück zur Verbindung von Körper, Geist und Seele. Wellness ist dabei äußerst hilfreich. Mit Sauna, Massagen, Bewegung in der Natur, mit Yoga und Meditation. Daher entführen wir Sie wieder einmal in die besten Wellnesshotels. Auf der Basis unserer anonymen Hoteltests für den RELAX Guide bieten wir Ihnen zudem unsere Best-of-Empfehlungen für SpaHotels, und zwar für neun Kategorien, von „Adults only“ bis hin zu „Zimmer mit Spa“ – ab Seite 40. Im Namen unseres Teams wünsche ich Ihnen nun Unterhaltung, Urlaubsin spiration und neue Impulse zum Weiterdenken. Christian Werner
www.feuerberg.at
INHALT
Spüren lernen: in verrückten Zeiten immer wichtiger. S. 30.
8 FRAUEN SEHEN WEITER UND TIEFER
Eine Bergbäuerin über das Leben und die Welt. Ein Porträt
10 DIE SEHNSUCHT NACH DEM NORMALEN
Der Philosoph Norbert Bolz über Wokeness und Hausverstand
16 VOM GASGEBEN UND GASTGEBEN
Generationswechsel in der Hotellerie: Was können die Jungen?
18 GROSSES KINO NAH DER MOZARTSTADT
Ein Hotel überrascht mit „Küchen-Bühne“ und tollen Suiten
20 LONGEVITY IM BAYERWALD
Bis ins hohe Alter gesund bleiben: Wie geht das tatsächlich?
22 WIEDER SPÜREN LERNEN
Raus aus dem Kopf! Mit der „Wald-Natur-Therapie“
24 DIE SEHNSUCHT NACH DEM WALD
Die Natur als Quelle der Inspiration und Erholung erfahren
26 HIER GEHT’S UM DIE GROSSE LIEBE
Ein Spa-Hotel arrangiert alles rund um die Frage aller Fragen
28 GESUND GEWACHSEN
Von der Bierschenke zum Lilien-Hotel: eine Erfolgsstory
30 INNERE STÄRKE AUFBAUEN
Die ursprüngliche Bedeutung von Wellness: Longevity
32 WONNEVOLL FÜR FEINGEISTER
Südtirol: Ein beherbergungsmäßiges Kleinod begeistert uns
34 LA VITA È BELLA
Schönheit und Harmonie: ein kleines Luxushotel bei Meran
36 MAN WIRD DOCH NOCH FRAGEN DÜRFEN?
Dressing für den Kopfsalat: dringliche Fragen an das Leben
40 BEST OF: EMPFEHLUNGEN VON UNSEREN TESTERN
Adults only, am Wasser, Aufsteiger, Ausblick, Küche
43 KLEINE CHARAKTERKUNDE – TEIL 3
In zwei Worten das Wesen auf den Punkt bringen – geht das?
52 BEST OF: EMPFEHLUNGEN VON UNSEREN TESTERN
Naturbadeteich, Newcomer, coole Pools, Zimmer mit Spa
61 LEBEN RETTEN
Nachdenkliches aus heiterer Sicht – von Linus Reichlin
62 AMERIKAS ABRISSBIRNE
Trump und die Priesterherrschaft der Experten & Schwätzer
68 ER WEINTE SCHNELL
Die Geschichte einer falschen Liebe
76 SIND UNGEIMPFTE KINDER GESÜNDER?
Eine Studie an 18.500 Kindern wirft große Fragen auf
78 HOTEL-TIPPS Empfohlene Spa-Hotels – Lilien sind Bedingung!
82 IMPRESSUM & GEWINNSPIEL
7.000 m² Spa- und Wellnessbereich
Gourmetküche Alpine Kulinarik trifft auf die 5-Elemente-Lehre der TCM
Indoor- und Outdoor-Fitnessbereich Longevity Lab mit Biohacking
Resorteigener 9-Loch-Panorama-Golfplatz Lipizzaner-Reit- und -Fahranlage
Tägliches Aktiv- und Entspannungsprogramm
POSTHOTEL ACHENKIRCH
6215 Achenkirch am Achensee, Tirol, Austria T +43 5246 6522, info@posthotel.at www.posthotel.at
Absolute Alleinlage · 360° Rundumblick · herrliche Ruhe · 160 Zimmer · 190 Mitarbeiter · preisgekrönte Naturküche · 3.000 m² Wasserwelten nur für Hausgäste 7 Pools · 10 verschiedene Saunen · 200 m² Ladies Spa · 1.300 m² Vital & Spa Bereich mit medizinischer Betreuung und komplementären Therapieformen · www.dersteirerhof.at
Die Wunder dieser Welt neu entdecken: Bergbäuerin Barbara.
„FRAUEN
SEHEN WEITER UND TIEFER“
Sie hält Wortgottesdienste in der Dorfkirche, macht köstliche Marmeladen und mag Pippi Langstrumpf. Barbara Lobis-Ploner aus Südtirol ist Bergbäuerin und Buchautorin.
Sie liebt ihre Heimat und fürchtet sich vor nichts und niemandem.
Was dürfen wir Ihnen anbieten?
Frischgepressten Apfel-Karotten-Saft, bitte.
Leben wir in verrückten Zeiten?
Augustinus’ berühmte Aussage lautet: „Ihr seid die Zeit. Seid ihr gut, sind auch die Zeiten gut.“ Ich denke, das erklärt alles.
Leider ja. Es kann doch nicht verwundern. Wenn ich mir da die Zutatenlisten ansehe, beinhalten sie kaum hochwertige Lebensmittel.
Warum machen heute so viele Menschen ständig Selfies?
Vielleicht um sich zu beweisen, dass sie überhaupt
da sind, dass sie wichtig sind. Ich selbst mache selten Fotos. Zumeist aber mit dem Herzen.
Wovor fürchten Sie sich?
Als Älteste von fünf Geschwistern wurde mir von den Eltern sehr viel zugetraut und dadurch habe ich gelernt, mich vor nichts zu fürchten. Nicht vor dem Tod und auch nicht vor dem Bären in unserem Wald.
Wovon träumen Sie am meisten?
Meine Träume sind manchmal so real, dass ich während des Tags öfters ins Grübeln darüber komme.
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?
Bei meinem Ehemann als Frau schwach und stark sein zu dürfen.
Welche Persönlichkeit aus der Geschichte beeindruckt Sie am stärksten?
Jesus. Ihm ist es gelungen, in jeder Begegnung etwas unerwartet Gutes entstehen zu lassen. Zum Beispiel, als er beim Zöllner Zachäus, dem größten
Foto: Christian Werner
Gauner des Dorfs Jericho, als Gast einkehrte. Der gelobte daraufhin, den Leuten das Vierfache dessen zurückzuzahlen, was er ihnen zu Unrecht abgenommen hatte. Jesus hat ihm damit eine neue Zukunft geschenkt.
Worauf freuen Sie sich, wenn Sie morgens aufwachen?
Auf das Meistern der Herausforderungen, die diese 24 Stunden, die mir geschenkt werden, bringen.
Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Ja! Dazu ein Erlebnis: Ich habe in meiner Jugendzeit eine sterbende Frau begleitet, der Sterbeprozess war anfänglich voller Ängste, danach kehrte Ruhe, Glückseligkeit ein und ein inneres Leuchten war zu spüren. Wo sie jetzt ist, muss es wunderschön sein.
Was ist die größte Ungerechtigkeit auf Erden?
Dass so viele Menschen hungern müssen. Es wären genügend Nahrungsmittel vorhanden.
Was ist die größte Bedrohung für unsere Menschheitsfamilie?
Übermäßiger Wohlstand und Gier. Das führt unter anderem dazu, dass zu wenig sauberes Trinkwasser für alle zur Verfügung steht. Wir leben, als hätten wir eine zweite Erde im Kofferraum.
Wann haben Sie zum letzten Mal einen handschriftlichen Brief verfasst?
Seit ich ein Handy nutze, habe ich keinen Brief mehr geschrieben.
Hat es die Jugend heute leichter als vor ein, zwei Generationen?
Nein, denn wir lebten damals in einer Zeit des Aufbaus und der gegenseitigen Wertschätzung.
Welche Ihrer wichtigsten Sätze würden nur wenige Menschen mit Ihnen teilen?
Matthäus 6,26: „Seht euch die Vögel des Himmels an. Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“
War früher alles besser?
Alles sicher nicht. Vieles war einfacher, und es wurde viel weniger gebraucht, man war aber deswegen auch nicht unglücklicher, sogar glücklicher.
Wie alt ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?
So um die 30 Jahre.
Hat der Feminismus die Gesellschaft weitergebracht?
Mann und Frau sind nicht gleich, sondern sehr unterschiedlich. Sie ergänzen sich. Frauen sehen weiter und tiefer. Ich selbst brauche keinen übertrie -
benen Feminismus, keine Gleichberechtigung, aber Gleichwertigkeit. Jeder hat dieselben Rechte. Jeder darf so sein, wie er ist.
Sie halten Wortgottesdienste in Ihrem Dorf?
Ja. Das sind Messen ohne Wandlung und Kommunion, aber ich halte auch Predigten. Die Kirche leidet unter Personalmangel. Und dass Frauen auszuschließen seien, steht in der Bibel nirgendwo.
Mit welcher fiktiven Figur können Sie sich am meisten identifizieren?
Am ehesten mit Pippi Langstrumpf. Sie macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt.
Haben wir zu viele Gesetze?
Viel zu viele. Aber es braucht sie, weil es wenig Vertrauen gibt und kaum noch mit Hausverstand entschieden wird.
Wenn Sie die Macht hätten, was würden Sie schnell ändern?
Bürokratie vereinfachen, in Menschen investieren und weniger in Beton. Die Menschen mit zufriedenen und glücklichen Beratern umgeben.
Was ist der allerbeste Rat, den Sie je erhalten haben?
Die Worte von Roger Schutz, dem Ordensgründer der ökumenischen Bruderschaft in Taizé, die er an uns Jugendliche richtete: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.“
Was gibt Ihnen Kraft in Stunden der Verzweiflung?
Die Freundschaft mit Jesus. Er hat immer Zeit. Ich kann mit ihm sprechen, ich darf schimpfen. Er lässt mich besser schlafen. Er gibt keinen wohlmeinenden Ratschlag. Aber ich spüre mehr Kraft und allmählich fällt mir dann das zu, was gut ist.
Wie kommt man zu Freunden?
Mit Gespräch und Offenheit.
Was macht Sie glücklich?
Mit dem Gedanken zu leben, was ich am Ende meines Lebens erlebt, geliebt, geteilt und geschenkt haben werde.
Was macht das Leben lebenswert?
Die Selbstliebe, die Nächstenliebe und die Liebe zu Gott, zur Schöpfung. Wenn ich zuerst für mich sorge, bemerke ich, dass es auch meinen Nächsten gut gehen soll. Dann erkenne ich auch, was uns alles von der Schöpfung geschenkt wird. Daraus entsteht Dankbarkeit und daraus die Liebe zur Schöpfung. ■
Mehr: Bergbäuerin Barbara. Denkt – fühlt – handelt anders. Verlag A. Weger, Brixen.
DIE SEHNSUCHT NACH DEM NORMALEN
Was früher normal war, wird heute pathologisiert. Und das früher Abnormale beansprucht normal zu sein. Doch ohne gesunden Hausverstand und Augenmaß gibt es keine positive Entwicklung. Ein Gespräch mit dem Philosophen Norbert Bolz. Von Gudula Walterskirchen.
Normalität ist ein Begriff, über den früher nicht einmal nachgedacht wurde. Heute ist er plötzlich toxisch. Als eine österreichische konservative Politikerin unlängst von den „Normaldenkenden“ sprach, dachte sie sich wohl nichts dabei. Es ging um die Frage der Integration, oder besser Nicht-Integration, an den Schulen. Und dann sprach sie kurz danach noch von „Hausverstand“ und „gesundem Menschenverstand“, dieser störe das gut geölte Empörungsgetriebe der politischen Ränder. Der mediale Sturm der Empörung, den sie erntete, war enorm. Sie wurde beschuldigt, sich zu „radikalisieren“, sie tue so, als befände sie sich in der Mitte. Normalität stehe dafür, dass sie rechts neben sich keinen Platz mehr lasse, schrieb ein Journalist.
Radikalisiert man sich also, wenn man von Normalität und gesundem Hausverstand spricht? Was geht hier vor?
Darauf versucht einer der profiliertesten Kommunikationswissenschaftler im deutschsprachigen Raum, Norbert Bolz, in seinem neuen Buch „Zurück zur Normalität“ eine Antwort zu geben. Im Untertitel werden auch noch das „Augenmaß“ und der „gesunde Menschenverstand“ ins Treffen geführt.
Was ist Normalität ?
„Normal ist das Bewährte, etwas, das sich über Jahrhunderte oder Jahrtausende stabilisiert und bewährt hat. Verhaltensweisen, die sich bewähren und nicht zur Selbstzerstörung führen.“ Da es sich aber um Selbstverständlichkeiten handle, könne man den Wert gar nicht mehr erkennen. Nun werde die Normalität zunehmend herausgefordert, etwa von den Grünen in Deutschland, die von einer „toxischen Normalität“ sprechen, meint Bolz.
Normalität bedeutet jedoch nicht bürgerliche Langeweile, Uninspiriertheit und Fortschrittsfeindlichkeit, sondern das Gegenteil: „Ohne Normalität ist Fortentwicklung nicht möglich und ohne Sicherheitsbasis kann man nicht leben“, sagt Bolz. Man könne nicht ständig alles neu aushandeln, das sei verrückt und unmöglich. „Das Leben setzt voraus, dass fast alles selbstverständlich ist.“
Wenn ich also alles immer wieder radikal infrage stelle, komme ich nicht von der Stelle?
Genau so sei es, meint Bolz. Noch immer seien die meisten Menschen „normal“, und die würden so etwas ablehnen. Und diese Sicherheit brauche der
Mensch, sie sei die Basis des bürgerlichen zivilen Zustands. Gäbe es diesen nicht, verfiele man in einen Kampf aller gegen alle, oder ins Chaos. Wer das nicht will, braucht Normalität und Bürgerlichkeit. Wenn nun als normal im Sinne von allgemein üblich und gültig beispielsweise betrachtet würde, in einer homosexuellen Beziehung zu leben und nicht in einer Familie, und alle das täten, dann wäre die Menschheit bald ausgestorben. Dieses Beispiel mache klar, dass diese Positionen paradox, ja absurd seien. „Die Wokeness-Welt ist in sich absurd, ja verrückt. Deshalb habe ich die Familie immer ins Zentrum meiner Überlegungen gestellt, das ist heute schon fast eine Heldentat.“ Die Familie würde immer attackiert, von allen Kulturrevolutionären.
Pathologisches als neues Normal
In seinem Buch bringt er es auf den Punkt: Der Normalität wird der Krieg erklärt. Normal und pathologisch tauschen die Plätze. „Das, was früher als Neurose betrachtet wurde, etwa Hysterie, Zwänge oder Verfolgungswahn, soll jetzt als selbstbestimmter Lebensentwurf anerkannt werden.“ Die Woken behaupten, dass das moralisch Abnorme normal sei –es darf nicht mehr zwischen normal und abnormal unterschieden werden. Und das funktioniere nur deshalb, so Bolz, weil den meisten Menschen der Mut fehle, die lautstark Verrückten verrückt zu nennen. An der klassischen Familie sehe man diese Pathologisierung des Normalen: Die Familie sei toxisch, verkörpere das Patriarchat, zerstöre die Menschen. Umgekehrt würde Pathologisches zum Normalen erklärt. „Man denke an die Trans-Bewegung, die 60 oder mehr Geschlechter kennt, an die Fetischisten, die Päderasten – sie alle nutzen heute die WokeBewegung, um sich als das neue Normal zu präsentieren.“ Das sehe man nicht nur in puncto Familie und Sexualität, sondern auch in vielen anderen Bereichen.
Normalität stehe in Zusammenhang mit dem Vernünftigen. Es gebe freilich verschiedene Konzepte von Vernunft. Bolz zeigt sich als Anhänger der angelsächsischen Auffassung von reason . „Reasonable ist das, was uns der gesunde Menschenverstand sagt“, er sei aber keine Sache der Intellektuellen. „Unsere Zeit leidet an einer maßlosen Überschätzung der Intellektuellen, der sogenannten Kulturschaffenden. Normale Menschen, die im Berufsalltag stehen und
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vernünftige Jobs haben, neigen dazu, Akademiker zu überschätzen. Doch diese lntellektuellen blamieren sich von Tag zu Tag mehr.“ Die Wissenschaftler befehlen uns, ihnen zu folgen oder an die Experten zu glauben. Jeder Bürger spüre heute, dass dies zum Großteil Gefälligkeitsexperten der Regierungen seien, die Gelder für weitere Projekte einheimsen wollen. „Für jemanden wie mich, der selbst aus dem Wissenschaftsbetrieb stammt, ist diese Charakterlosigkeit vieler Wissenschaftler beschämend.“
Man spottet zunehmend über „Experten“, das hat etwas Befreiendes. „Ich habe den Eindruck, die Wokeness, die political correctness und die cancel culture sind über den Zenit hinaus. Es ist jetzt nur noch absurd. Und immer mehr Menschen verlieren ihre Ehrfurcht davor. Auch vor den Nachrichten.“ Die Tagesschau sei früher so etwas wie „15 Minuten die Wahrheit über die Welt“ gewesen, heute spüre man, es sei nur noch Propaganda. Das stimme ihn sehr optimistisch hinsichtlich des Endes der Wokeness.
Klafft hier auseinander, was erlebt wird und was öffentlich behauptet wird?
„Absolut. Beim Thema Migration ist das überdeutlich. Jeder, der Erfahrungen macht, erlebt bei einer einfachen Fahrt mit der U-Bahn, dass das, was man abends in der Tagesschau zu sehen bekommt, die reine Lüge ist – die schlimmste Form von Propaganda. Und die Menschen denken dann: Wenn das die reine Lüge ist, wie steht es dann mit politischen Themen, mit der Situation in der Ukraine, in Israel? Ist Trump wirklich wahnsinnig, ist Lula in Brasilien wirklich ein Kämpfer für die Freiheit, ist Milei wirklich einer, der die Argentinier zerstört, wie unser Bundeskanzler kürzlich gesagt hat?“
Angst um Job und Fördergelder
Es sei also heilsam, wenn die Skepsis wächst gegenüber dem, was verlautbart wird von den Politikern, den Journalisten und auch von den Wissenschaftlern.
„Ich vertraue meinem Nachbarn mehr als den sogenannten Experten.“ Die Leute ziehen sich zunehmend auf das zurück, was ihnen der gesunde Menschenverstand und die Lebenserfahrung sagen.
„Deutschland ist kein Ausnahmefall, alle Länder sind gleich verrückt“, diagnostiziert Bolz. Man denke an die Gesetze zur Transidentität und dem Geschlechterwechsel. „England ist noch verkommener, auch Frankreich hat den Wahnsinn weitergetrieben.“ Doch gebe es dort wie auch in den USA in der Bevölkerung mittlerweile massiven Widerstand. „Die Leute gehen dort massenhaft auf die Straße.“ In Deutschland gebe es das nur in Ansätzen, sie seien „letztlich Untertanen“. Österreich sei ähnlich, zeige aber doch mehr Witz und Widerstand. Die Deutschen hingegen stünden gerne auf der Seite der Macht – „machtgeschützt“ hatte es Thomas Mann genannt.
Ist Normalität nur im Zusammenhang mit Bürgerlichkeit zur finden? Es gibt doch auch viele Linke, allen voran die Arbeiterschaft, und auch viele Linksintellektuelle, die Wokeness für verrückt halten.
Bolz bestätigt diese Beobachtung, doch es fehle das Coming-out. „Vielen fehlt der Mut. Sie haben Angst, ihre Freunde zu verlieren, ihren Job, ihre Publikationsmöglichkeiten und die Fördergelder an den Universitäten.“ Es sei verständlich, dass sie Angst hätten um ihre Existenz. Wenn sie nicht den herrschenden Tenor bedienten, drohe ihnen der Rauswurf und der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.
„Wenn Sie in eine Talkshow des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wollen, dann müssen Sie genau das sagen, was da reinpasst, müssen den woken Mainstream bedienen. Und wenn Sie das nicht machen, dann werden Sie nicht eingeladen. Sie existieren dann gar nicht.“ Daher würden die meisten weiter diesen Schwachsinn reproduzieren. Dennoch, konstatiert Bolz, gebe es viel mehr Normalität, als man angesichts dieser Verlautbarungen meinen möchte.
DDR – nur raffinierter und subtiler Gewohnheiten und das Übliche kann man aber auch umdeuten, etwa in totalitären Systemen. Und auch heute wird versucht, eine „neue Normalität“ zu schaffen. Das Denunzieren anderer ist mittlerweile normal und wird geradezu gefördert. Ist also Normalität letztlich beliebig definierbar und antrainierbar?
„Über die Antrainierbarkeit haben wir in den letzten Jahren viel gelernt“, meint Bolz. Nicht zufällig sei George Orwells „1984“ wieder in aller Munde –versehen mit dem Spruch: „Das war als Warnung gedacht und nicht als Gebrauchsanweisung!“
Konditionierung sei in ungeheurem Ausmaß möglich, der Propaganda seien kaum Grenzen gesetzt. In Deutschland spreche man bereits von DDR 2.0 – nur sei die Propaganda wesentlich raffinierter und subtiler geworden.
„Es ist noch nicht das allerletzte Gefecht der alten Machthaber. Und es wird sehr lange dauern, bis man Gebilde wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zerlegt und abgeschafft hat.“ Denn reformierbar sei dieser nicht, glaubt Bolz. „Wir haben in Deutschland den Zustand eines kulturellen Bürgerkriegs erreicht, und ein solcher zieht sich erfahrungsgemäß sehr, sehr lange hin.“ Man dürfe also nicht erwarten, dass die politisch-mediale Elite klein beigebe, „denn es geht nicht um Argumente, sondern um Machtpositionen und Geld. Um irrsinnig viel Geld.“ Dennoch sei er optimistisch: Der Anfang sei gemacht.
Bei allem Optimismus ist für Bolz eine zentrale Frage offen: „Die tollsten Ideen könnten sich nicht entfalten, wenn sie keine Institutionen haben. Die andere Seite ist hervorragend institutionalisiert und organisiert.“ Es bleibe die Frage, wie könnten all die guten und klugen Gedanken organisiert und institutionalisiert werden? Denn dies wäre notwendig, wenn man den Weg zurück zur Normalität kraftvoll weitergehen will. ■
Zum Weiterlesen: Norbert Bolz, Zurück zur Normalität. Mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand. Langen Müller Verlag, München 2025.
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VOM GASGEBEN UND GASTGEBEN
Die Wellnesshotels stehen vor einem Generationenwechsel. Aber die Jungen ticken ein bisschen anders als die Aufbaugeneration. Stirbt der klassische Gastgeber aus? Im Steirerhof, der vor knapp 30 Jahren eröffnet wurde, weiß man die Antwort.
Well-was? Well-wie-bitte? Als Gunda und Werner Unterweger vor mehr als 30 Jahren ein Hotel übernahmen, war das Wort Wellness noch ein Kuriosum. Im steirischen Hügelland kannte man damals gerade den Begriff Heiltherme – dass Bad Waltersdorf über heißes und heilkräftiges Thermalwasser verfügt, wurde 1975 entdeckt. Zufällig, beim Bohren nach Öl. Die Unterwegers entwickelten sich jedenfalls zu Wellness-Pionieren, während der „Wohlfühltourismus“ zu einer Boombranche avancierte.
An Freizeit war für die Aufbaugeneration kaum zu denken, und nicht selten vernachlässigten Gastgeberpaare notgedrungen ihre Kinder zugunsten der Gäste. Auch Gunda und Werner Unterweger bekamen diesen Vorwurf dann und wann von ihren Nachkommen zu hören. „Tatsächlich haben wir den Kopf voll gehabt, wir haben nur gearbeitet, Gas gegeben“, erzählt die virtuose Steirerhof-Gastgeberin. „Man muss eben auch Sonntag Abend Gäste begrüßen.“
Generationenwechsel in der Branche
Nun sieht sich Gunda Unterweger in der Rolle der Mentorin, gilt es doch, die Nachfolger in diesem Ausnahmehotel auf die hohe Kunst des Gastgebens einzuschwören. Der Generationenwechsel betrifft derzeit zahlreiche Wellnesshotels, und dass eine Betriebsübergabe ein rechtlich wie zwischenmenschlich herausfordernder Prozess ist, kann man sich lebhaft vorstellen. Im Falle der Unterwegers sind es jedoch nicht ihre Kinder, die das operative Geschäft übernommen haben: Vielmehr dürfen sie Mario
Pabst, Sohn des langjährigen Küchenchefs, und seine Frau Anita als das neue Direktorenehepaar im Steirerhof vorstellen. Kennengelernt haben sich die beiden übrigens im Kranzbach, dem Schwesterhotel in Oberbayern, das vom RELAX Guide ebenfalls mit der Höchstnote, vier Lilien, ausgezeichnet wurde.
Dass eine junge Generation anders tickt, ist ganz natürlich. Das hört Gunda Unterweger auch aus anderen Betrieben – mitunter sei bei Übergaben sogar langwierige Mediation vonnöten. „Im Gegensatz zu den Jungen sind wir in unserer Rolle historisch gewachsen“, meint sie, „und wir sind mit den Gästen und an ihnen gewachsen.“
Viele junge Hoteliers hingegen hätten Scheu vor dem Auftritt als Gastgeber, meint Unterweger. Sie sehen sich gern als Manager, lesen lieber auf Computerbildschirmen Zahlen als Dankbarkeit in den Augen der Gäste. Um zu erkennen, was die Gäste brauchen, müsse man aber mit ihnen reden, als Ansprechpartner präsent sein, und dürfe sich nicht im Büro verstecken. Diesen zentralen Aspekt möchte Gunda Unterweger generell der nächsten Generation in der Branche weitergeben – im Steirerhof ist ihr das schon gelungen.
Billiger heißt nicht besser Statt Gästewünsche zu erfassen und auf persönlicher Ebene Verbesserungspotenzial in Details aufzuspüren, gehe es den Jungen in anderen Hotels häufig eher um betriebswirtschaftliches Zahlenspiel. So sollen etwa billigere Lieferanten bewährte Partnerschaften ersetzen oder es werden Schulden für ehrgeizige
Ausbaupläne angedacht. Was nicht unbedingt zum Erfolg führt, wie die Steirerhof-Seniorchefin in ihrer Branche beobachtet. Denn oft entpuppen sich etwa die billigeren Lieferanten schlussendlich als teurer –wenn dem kalkulierenden Rotstift geschuldete vermeintliche Einsparungen beispielsweise zu akuten Notlösungen wegen Unzuverlässigkeit oder Qualitätsmängeln führen. „Das kann richtig ins Geld gehen“, gibt die Hotelière zu bedenken. „Unsere Politik war auch immer: Keine Schulden machen.“
Größenwahn war Gunda Unterweger immer fern, eine bescheidene Selbstdarstellung gehört zur Identität ihres Hauses: „Wir sind ein ehrliches Fünfsternhotel, jedoch kein Luxusprodukt.“ Umbauten wurden im Steirerhof in möglichst kurzer Sperrzeit umgesetzt, und manches wurde auch einmal nicht realisiert, wenn Zeit oder Geld oder die entsprechenden Firmen gefehlt hatten. Die Frage beim Bauen galt nie dem Trend, sondern stets dem Sinn: „Was braucht der Gast wirklich, was macht Sinn?“
Als Mensch wahrgenommen werden
Für Strategie-Überlegungen und den Austausch mit den Gästen haben die Unterwegers nun, nach ihrem operativen Rückzug, deutlich mehr Zeit als zuvor: „Ich kann heute mit den Gästen Gespräche von ganz anderer Qualität führen.“
Seit den Corona-Jahren sei das Be -
Generationenwechsel: auch im Steirerhof. Die Unterwegers, die Aufbaugeneration, geben der jungen Generation den Vortritt. (li.)
Wellnesshotel at its best: inmitten herrlicher Natur, seit vielen Jahren mit vier Lilien ausgezeichnet. (re.)
Niveauvolle Gemütlichkeit: im ganzen Haus, auch in der Lobby. (u.)
dürfnis nach menschlichen Beziehungen spürbar gewachsen. „Vor allem alte Stammgäste plaudern gerne mit unseren jungen Gastgebern.“ Unterwegers Erfahrung zeigt auch: Gäste wollen primär erkannt, als Mensch wahrgenommen werden. „Wenn das nicht der Fall ist, dann bauschen sich selbst Kleinigkeiten schnell zur Unzufriedenheit auf.“
Für eine solche gibt es im Steirerhof freilich kaum einen Grund, dieses Haus weiß seine Gäste sowohl auf der menschlichen Ebene als auch mit der bloßen Macht des Gebotenen für sich einzunehmen: ein prachtvoller, weitläufiger Garten, 11 Saunen, sieben Pools in allen möglichen Wasserqualitäten und Temperaturen (und ein sagenhaftes Verhältnis von 280 Indoor-Ruheliegen auf 270 Betten!), hochkompetente medizinische Betreuung, ein zeitlos stilvolles Ambiente und nicht zuletzt die famose naturnahe Küche. Fast alle Mitarbeiter – drei Generationen sind derzeit am Werk, vom Lehrlingsmädchen bis zum 65-Jährigen – kommen aus der Region. Und auch sie tragen die Philosophie der Steirerhof-Gastgeberkultur in die Zukunft. Gunda Unterweger: „Gastgebertum wird in diesem Haus niemals out sein.“ ■
Ein Salzburger Spitzenhotel bietet seinen „Genussmachern“ nun eine Bühne: mit einer erlebbaren Küche. Ebenfalls neu sind Spa-Suiten, die einfach staunen machen.
Es braucht keine Trendforscher, um festzustellen: Das öffentliche Interesse am Kochen und an Einblicken in Profiküchen war nie größer als heute. Köche sind zu Popstars geworden, und die Räume, in denen sie arbeiten, zu Orten der Projektion. Kataloge werben mit Kochutensilien „wie aus der Profiküche“. Heiß begehrt sind kitchen parties in Hotels, bei denen man sein Glas Sekt und das flying buffet im neonbeleuchteten Nirosta-Ambiente und auf rutschfestem Boden mit Ablauföffnungen zu sich nimmt – unromantisch, dafür mit üppig „Hinter den Kulissen“-Mysterium aufgeladen. Auch an den immer zahlreicheren chef’s tables, ob auf Bistro- oder Sternerestaurantniveau, lässt sich ablesen: Wir wollen wissen und sehen, wie es in Küchen zugeht, wollen dabei sein, wenn die Herdvirtuosen am Werk sind. Aus Skandinaviens AvantgardeGastronomie kommt indes der Trend, dass Köche
auch servieren, dass also die einst strengen Grenzen zwischen Küche und Gastraum aufgelöst werden. Das Gmachl Genussdorf in Bergheim, ein immer schon visionärer Salzburger Familienbetrieb (nun bereits in achter Generation), hat diesen Nimbus der Küche im Rahmen seines jüngsten Umbaus aufgegriffen: Die Küche wurde komplett neugestaltet und architektonisch geöffnet, um sie für die Gäste erlebbar zu machen – ein ganzes Drittel der Räumlichkeiten, die Patisserie eingeschlossen, ist nun sichtbar!
Bei der Planung der neuen Küche waren die Teamverantwortlichen, allen voran Küchenchef Andreas Fuchs, stark involviert. Nicht nur wurden Abläufe optimiert, vollklimatisierte Arbeitsbereiche geschaffen und neueste Technologien eingeführt; man hat auch Sichtachsen geschaffen, die für das Team vor allem zur rush hour mehr Überblick und
Schaufenster zum Genuss: Die neue Küche im Gmachl Genussdorf öffnet sich den Gästen. (großes Bild li.) –Zauber am Herd: zusehen können, wenn die Küchenvirtuosen ihrer Arbeit nachgehen. (li.)
damit Ruhe bedeuten, und hat „Schaufenster“ gebaut, die als Bühne für das Küchenteam fungieren und die Menschen hinter dem Essen vor den Vorhang holen. Holzoberflächen in den gästenahen Bereichen sorgen für einen deutlich gedämpften Geräuschpegel. Genussmacher nennt man die Mitarbeiter im „Genussdorf“ Gmachl, und die Gastgeberfamilie weiß: Jeder und jede einzelne ist essenziell. Daher wurden auch die Rückzugsräume für das Team noch angenehmer gestaltet – hervorragende Teamverpflegung inklusive!
Die neue, offene Küche ist aber noch lange nicht die einzige Neuerung in diesem Wunderwuzzi von einem Hotel, das sich mit einer solchen Verve, einem so unbändigen Gestaltungswillen weiterentwickelt wie kaum ein anderer Betrieb – seit den Anfängen im Jahr 1787, als die Familie Gmachl hier das erste Mal Menschen und deren Rösser auf der Durchreise bewirtet hat. In einem Umbau-Bravourstück wurden Teile abgetragen, um neue, deutlich großzügigere Zimmer zu schaffen. Die 75 m 2 großen „Dachhäuser“ in Holzbauweise machen mit ihrer schieren Raumhöhe staunen, und dass sie jeweils auch über Sauna, Whirlpool und einen begrünten Balkon verfügen (über freien Fernblick bis zur Festung Hohensalzburg sowieso!), macht den Luxus komplett. Auch die „Salzach“-Zimmer im his torischen Haupthaus sind ganz frisch – lichtdurchflutet, mit wohltuend natürlichem Kalkputz an den Wänden, ruhigen Farben und Terrassen samt Daybeds.
Der Teegarten bietet neue Sitzmöglichkeiten beim Frühstück, man sitzt hier gefühlt ganz im Grünen. Er ermöglicht mit seiner unglaublichen Vielfalt an biologischen Premium-Tees und frisch aufgebrühten Kräutern aus lokalem Anbau Momente des Innehaltens. Tee ist schließlich ein faszinierend entschleunigendes Getränk, das gewissermaßen die Zeit stillstehen lassen kann und Kräfte zu zentrieren weiß. Und auch das Dorf-Spa auf drei Ebenen –vom RELAX Guide als „wunderschön und höchst vielfältig“ beschrieben – hat mit dem PaarmassageRaum schon wieder ein Novum. Im Gmachl geht die Reise eben immer weiter.
Mehr: Gmachl Genussdorf, +43 662 4521240 www.gmachl.at und relax-guide.com
Vom Allerfeinsten: neue „Dachhäuser“-Suiten mit Sauna und Whirlpool, auch Größe und Raumhöhe begeistern.
Unbändiger Gestaltungswille : Detailverliebt, atmosphärisch und heimelig gehört zur Gmachl-DNA. Seit 240 Jahren.
Vielfalt biologischer Premium-Teesorten: Im neuen Teegarten des Gmachl sitzt man gefühlt im Grünen.
Frischekick mit großer Wirkung: Kryotherapie bei minus 85 Grad.
LONGEVITY IM BAYERWALD
Für alle, die bis ins hohe Alter gesund bleiben wollen: Ein wissenschaftlich fundiertes Konzept kombiniert Ernährung und Bewegung mit medizinischen Analysen und Behandlungen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein engagierter Familienbetrieb vor.
Longevity bedeutet Langlebigkeit. Aus medizinischer Sicht jedoch nicht das Erreichen eines möglichst hohen Alters, sondern primär die Verlängerung der gesunden Lebensjahre. Der Begriff umfasst wissenschaftliche Forschung und Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und medizinische Behandlungen. Mit all dem soll der Alterungsprozess verlangsamt und die Lebensqualität im Alter verbessert werden – damit man diese Jahre dann auch mit Vitalität und in vollen Zügen genießen kann – dank bester Gesundheit nämlich!
Im Reischlhof, einem der führenden Wellnesshotels in Deutschland –der aktuelle RELAX Guide 2026 zer-
Neu: Höhentraining – aber relaxt!
tifizierte den engagierten Familienbetrieb bereits mehrmals mit drei Lilien –, setzt man das neue Konzept bereits in die Praxis um. Das entsprechende Umfeld wurde schon vor längerer Zeit geschaffen: ein großes Spa, ein umfangreiches Entspannungs- und Aktivprogramm und sogar ein hauseigenes Wald-Spa mit Yoga- und Ruhezonen – alles beschaulich und weitläufig. Auf vier Hektar entfaltet sich die heilsame Energie des Waldes. Das Waldbaden, die YogaPlattformen mit Weitblick oder einfach das Rauschen des Windes vermitteln ein tiefes Gefühl der Erdung und Achtsamkeit. Die Natur entfaltet ihre Wirkung: sanft, wohltuend und inspirierend.
Genialer
Was Waldbaden bewirken kann, unter anderem dank pflanzlicher Botenstoffe, ist längst wissenschaftlich nachgewiesen. Es senkt Blutdruck und Cortisol, und es fördert die Schlafqualität.
Doch Longevity im Reischlhof ist viel mehr. Zunächst geht es darum, den eigenen Körper zu analysieren – und zu verstehen. Modernste Technologie macht den aktuellen Gesundheitszustand des Gastes sichtbar. Ein 4D-Körperscan zeigt Haltungsprobleme, Körperfett, Muskelanteil und Balance, während die Stoffwechselanalyse aufzeigt, wie effizient der Körper die aufgenommene Nahrung auch tatächlich nutzen kann. Diese Daten bilden die Grundlage für eine individuelle Gesundheitsstrategie – ausgerichtet auf Ernährung, Bewegung und Regeneration.
Dann geht es um neue Energie für die Zellen. Etwa mit der Kältetherapie bei minus 85 Grad. Ein Reset für das gesamte System. Ein unmittelbares Gefühl von geistiger Klarheit und physischer Frische, zudem auch mit großer Wirkung. Das Spektrum reicht von einem verbesserten Hautbild über die intensivierte Regeneration bei Sportverletzungen bis hin zur Linderung von chronischem Schmerz.
Ergänzend sorgen Detox-Anwendungen und Saunagänge für eine natürliche Reinigung von innen heraus, und auch eine (einwöchige) Darmsanierung kann auf Wunsch gebucht werden.
Der nächste Longevity-Pfeiler im Reischlhof ist Bewegung. Egal ob einzeln oder in der Gruppe. Das fördert Kraft und innere Ruhe. Yoga, Qi Gong, Faszientraining und anderes setzen Regenerationsprozesse in Gang.
Brandneu ist das IHHT-Hypoxie-Zelltraining: eine Art Höhentraining, das anstrengungslos im Liegen absolviert wird. Es aktiviert die Sauerstoffversorgung der Zellen, fördert Entgiftung und verleiht spürbare
Auch reichlich Vitamine: Das Frühstück im Reischlhof ist reichhaltig und einfach ein Genuss. (o.) – Mit Ausblick in den großen Hotelwald: die fabelhaften Sky-Suiten im Reischlhof. Sauna inklusive! (u.)
Leichtigkeit. Ergänzend unterstützen Massagen die Durchblutung und lösen Verspannungen.
Spürbare Leichtigkeit herrscht übrigens auch im ganzen Haus, und das färbt unweigerlich auf das Longevity-Erlebnis ab. Man kann im Bademantel lustwandeln, (fast) wo immer man möchte. Schöne Zimmer mit variantenreichen Interieurstilen und ein bis spätabends geöffneter Solewhirlpool auf dem Dach tragen zum Wohlgefühl bei, die vielen Rückzugsorte ebenso. Das gute Essen freilich auch, und das fängt schon beim außergewöhnlich reichhaltigen Frühstücksbuffet an, natürlich ist hier auch für ausreichend Vitamine gesorgt. Hinzu kommen die herausragende Freundlichkeit der Mitarbeiter – fast alle stammen aus der Region –und die vorbildliche Präsenz der großen Gastgeberfamilie. Fazit: Im Reischlhof lässt sich die Lebensqualität für die Zukunft verbessern. In vollen Zügen genießen kann man hier bereits jetzt. ■
Raus aus dem Kopf! Wieder auf den Boden kommen, auf Körper und Sinne achten, die Selbstwahrnehmung verbessern. Das gelingt am besten in der Natur. Ein herzlichbodenständiger Familienbetrieb hat sie im Fokus: auch mit der „Wald-Natur-Therapie“.
Frauenau im Bayerischen Wald. Ein beschaulicher Wallfahrtsort, knapp 2.500 Einwohner, am Fuße des Nationalparks. Hier befindet sich der Eibl-Brunner, ein wunderbar gemütliches, kleines Wellnesshotel mit mehr als 130 Jahren Gastgebertradition. Nein, das Haus ist kein Spa-Muskelprotz, vielmehr eines der leisen Töne. Natürlich gibt es einen modernen Wellnessbereich mit Pools, feinen Saunen, guten Massagen und einem schönen Garten. Doch die Besonderheit ist nicht die Hardware, sondern die wertschätzende Beziehung zur Natur, die von den Gastgebern gelebt wird. Besser gesagt, vorgelebt wird, denn als Gast kann man sich hier davon inspirieren lassen. Um zu lernen, auf die Kräfte der Natur zu achten. Um sie zu spüren und zu verstehen –und damit auch ein Stück mehr von sich selbst.
„Wir versuchen,“ sagt Gastgeber Stefan Brunner, ein sonniger Mittdreißiger, „den Gästen behutsam näherzubringen, was Natur überhaupt bedeutet.“
Den meisten Menschen aus den urbanen Ballungs -
zentren sei sie nämlich weitgehend unbekannt. „Deren Leben spielt sich weitgehend im Kopf ab. Sie müssen erst lernen, zu spüren, die Selbstwahrnehmung zu stärken. Und das gelingt am besten, wenn man sich der Natur öffnet.“
Doch wie funktioniert das? Die Gastgeber haben dazu die „Wald-Natur-Therapie“ geschaffen – als Zusatz zum Spa-Angebot. Das mag auf den ersten Blick etwas hochtrabend klingen. Dahinter verbirgt sich jedoch ein so einfaches wie wirkungsvolles Konzept: das Hinausgehen nämlich, um den Wald und seine Bewohner kennenzulernen – und sich selbst ebenso. Und zwar als geführte Tour mit Lena. Sie ist Försterin und Kräuterpädagogin, Jägerin obendrein. Lena ist so wie die Gastgeber – und wohl alle Naturverbundenen: authentisch, bodenständig und lebensfroh. Lena lehrt, den Wald auf den Körper wirken zu lassen, sich seiner Vielfalt und seinen Besonderheiten zu öffnen. Auch bewusstes Atmen und Achtsamkeitsübungen gehören zu diesen Erfahrungen. Alle
Mit Lena im Wald: die Natur erfahren – und sich selbst dazu! (o.)
Belebt die Sinne: Facial im WaldSpa vom Eibl-Brunner. (li.)
Gaumenschmaus: geschmorte Hirschschulter mit Topinambur. Alles Wild kommt stets aus eigener oder anliegender Jagd. (e.)
Sinne werden dabei angesprochen und geschärft. Ganz nebenbei erfährt man auf Lenas waldtherapeutischen Streifzügen auch so einiges über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks. Unter anderem über Luchs, Biber, Fischotter, Kormoran, Eisvogel oder über Heilpflanzen und seltene Blumen. Zudem zeigt Lena, wie man etwa mit den Nadeln von Douglasien – sie sind übrigens die höchsten Bäume Deutschlands – oder Fichtennadeln Honig und Senf zubereitet. Dazu gibt es allerlei Rezepte für zu Hause. Mit dem Wald sind die Gastgeber schon seit Generationen tief verbunden, durch die Jägerei nämlich –auch Stefan Brunner ist Jäger. Darum ist Wildpret ein fixer Bestandteil auf der Speisekarte des Eibl-Brunner, zwei bis dreimal pro Woche sogar. Als Gulasch, als Ragout, als klassischer Braten. Stefan Brunner: „Wir halten das sehr hoch, auf traditionelle Weise.“ Und das Besondere daran: Alles Wild kommt ausschließlich aus eigener oder anliegender Jagd. Anders als wenn man vom Großhandel kaufte ist so ge-
währleistet, dass nichts aus Neuseeland auf den Teller kommt. Das nicht nur deswegen, weil es sonst aus Massenaufzucht stammt und kein „Waldfleisch“ ist, sondern auch, weil man auf die Wertschöpfung achtet. Diese soll lieber der eigenen Region zugutekommen. Der RELAX Guide hat das Haus für 2026 mit zwei Lilien prämiert. Zu den weiteren Vorzügen zählt er die sehr gute Küche, das reichhaltige Frühstücksbuffet und die guten Cocktails. Auch das saubere PreisLeistungs-Verhältnis sowie die herzliche Präsenz der Gastgeber wird erwähnt, und nicht zuletzt das harmonische Umfeld, das Gäste wie Mitarbeiter inspiriert. Gut zu spüren. Gut zum Erholen. ■
Mehr: Hotel Eibl-Brunner, Fon +49 9926 9510 www.eibl-brunner.de und relax-guide.com
DIE SEHNSUCHT NACH DEM WALD
Den Wald als Quelle der Inspiration und Erholung erfahren, im Wald Zuversicht und Dankbarkeit finden. Das, was wirklich zählt, avanciert zur neuen Sehnsucht. Ein Spitzenhotel bei Garmisch weiß sie zu stillen – mit „Natur-Therapie“, der Verbindung mit sich selbst.
Es gibt kaum ein Wellnesshotel in Deutschland, das so wunderschön gelegen ist wie das Kranzbach. Eine 13 Hektar große Bergwiese umgibt dieses außergewöhnliche, vom RELAX Guide auch für 2026 wiederum mit der Höchstnote von vier Lilien ausgezeichnete Spa-Refu gium. Umwogt von stillen, höchstens im Wind tuschelnden Tannen in schier unendlich scheinenden Wäldern, umringt von den Gipfeln des Wettersteingebirges und der Zugspitze. Naturschönheit in berührender Intensität.
Diese muss wohl das gewesen sein, was den Kranzbach-Gründer vor mehr als einem Jahrzehnt veranlasst hat, der Hotel ärztin Christine Müller ein dickes
Paket mit Literatur über Waldbaden zu übergeben. Als kleinen Lesestoff für den Weihnachtsurlaub. „Walden“, der Klassiker der literarischen Waldsehnsucht des amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau aus 1854, war zwar nicht darunter, dafür aber etwa der Weltbestseller des Försters Peter Wohlleben und so einiges aus Japan, wo Shinrin-Yoku, das Waldbaden, über Jahrzehnte staatlich gefördert und längst ein universitärer Forschungszweig wurde.
Es wirkt: Dr. Müller, Waldtherapeutin
Denn die medizinischen Aspekte sind zahlreich: Stärkung des Immunsys tems, Senkung des Stresshormonspiegels, Senkung des Blutdrucks, besserer Schlaf, Reduktion von Schmerz und Stress.
Schon nach 20 Minuten ist der Stresslevel messbar reduziert. Auch von der Vorbeugung gegen Zivilisationsleiden wie Herz-KreislaufErkran kungen und Diabetes ist die Rede, zudem von der Linderung depressiver Verstimmungen – in der Schweiz gibt es sogar ein Institut, das Waldtherapie für psychisch Erkrankte anbietet.
Gut 2.000 verschiedene chemische Stoffe konnten in der Waldluft nachgewiesen werden. Die Bäume sondern Terpene ab, einige haben auch physiologische Effekte.
Für die Hotelärztin, die zwar seit jeher im Sinne der Einheit von Körper, Geist und Seele zu arbeiten gewöhnt ist – „mich hat die reduktionistische Schulmedizin schon während des Studiums eher verschreckt“ –, waren die Bücher absolutes Neuland. Die Weihnachtstage verbrachte sie bei ihren Eltern in Frankfurt. Christine Müller: „Es war so trist in der Stadt, wir sind dann im Taunus durch den Wald spaziert, absichtslos, ohne irgendein Ziel. Es änderte alles. Plötzlich begriff ich, was der Wald für uns bedeutet.“
Die Ausbildung zur Waldtherapeutin hat sie längst absolviert. Heute führt die Medizinerin die Gäs te einmal pro Woche in den hoteleigenen Forst. Sie nennt es Waldatmen und verzichtet dabei weitgehend auf das Eingehen auf Forschungsergebnisse: „Wir brauchen keine Studien, keine Wissenschaft, jeder spürt, dass es wirkt.“
Eineinhalb Stunden lang geht es um Schweigen, um das Öffnen der Sinne, um Meditation und bewusstes Atmen. Das Auf-sich-wirken-Lassen von Stille und Vogelgesang, von Baumrinden, Farnen und dem Geruch von feucht-kühler Erde. Barfuß über Moos gehen. Am Boden liegend den Blick nach oben in die Wipfel richten. „Im Grunde passiert dann das, was Wellness eigentlich bedeutet: raus aus der Negativspirale von Reizüberflutung und Tempo. Abbauen von Stress, unser System zur Ruhe bringen. Uns mit der Natur verbinden, damit verbinden wir uns mit uns selbst. Und der Wald ist ein Tool, das hilft, dies leicht zu erreichen. Die Bäume geben Halt, auch den Gedanken.“
Die Welt ist unüberschaubar geworden – wer ist nicht reif für einen Rückzug? Wer möchte nicht zurück zu den Wurzeln? Den Wald als Quelle der Inspiration erleben, als Ort, an dem wir uns selbst und unsere Natur neu entdecken. Das war übrigens auch der Grund für das vor einigen Jahren mitten auf einer Lichtung im hoteleigenen Wald errichtete Meditation House – ein nahezu mystisches Erlebnis!
Märchenschloss: das luxuriöse Kranzbach in schier atemberaubender Lage. (o.) – Raus aus Tempo und Reizüberflutung: sich im hoteleigenen Wald mit der Natur verbinden. Und mit sich selbst. (li.)
Hier speisen macht Freude: Feine Tischkultur und ein herrlicher Ausblick in den Wald sind stets inkludiert.
Mystisches Erlebnis: der Meditationspavillon des japanischen Architekturvirtuosen Kengo Kuma.
Der japanische Architekturvirtuose Kengo Kuma hat es entworfen und dem Kranzbach damit einen Platz auf der Weltkarte zeitgenössischer Spa-Architektur gesichert. Noch etwas: Ein besonderer Rückzugsort ist das Baumhaus-Doppelzimmer im Wald. Ein bisschen wie bei Thoreau, jedoch mit luxuriösem Komfort – so wie alles im Kranzbach. ■
Mehr: Das Kranzbach, +49 8823 928000 www.daskranzbach.de und www.relax-guide.com
WONNEVOLL FÜR FEINGEISTER
Ein beherbergungsmäßiges Kleinod bei Meran begeistert uns stets aufs Neue. Es ist ein Ort für alle, die sich an einem charaktervollen Umfeld und an bester Küche zu erfreuen wissen.
Das Castel Dorf Tirol ist ein selten schönes Exemplar von Familienbetrieb, es liegt hoch über Meran inmitten von Weinhängen und Apfelhainen, das Panorama ist traumhaft. Alles ist lichtdurchflutet, und alles fühlt sich hier niveauvoll und ästhetisch hochstehend an. Sehr modern zwar, mit einer bemerkenswerten Absenz von Traditionellem, doch es erzeugt ein mit Italianità getränktes Wohlgefühl von der ersten Minute an, auch der mediterrane Garten trägt dazu bei.
Die Zimmer verströmen einnehmend schlichte Eleganz, alle sind nach Süden hin ausgerichtet und haben Balkon, manche auch freistehende Badewanne oder Whirlpool auf der Terrasse. Bodentiefe Glasfronten eröffnen zudem feine Aussichten, sogar vom Bett aus!
Das Spa steht exklusiv den Gästen des Hauses (ab 16 Jahren) offen, es wurde gerade großzügig erweitert und erfreut nun mit einer 30 m langen Poolkombi und einem großen
Panorama in Front-Row-Qualität: Zimmer, Spa und Terrassen im Castel Dorf Tirol sind superbe Logenplätze. (o.) – Allerfeinste Tischkultur: selbst für Südtiroler Verhältnisse im Castel outstanding und stets eine Freude. (u.)
Außenwhirlpool, der, wie so vieles im Castel, einfach das Prädikat „superber Logenplatz“ verdient. Außergewöhnlich ist auch die Küche – bei der Halbpension kann man aus etwa 14 täglich wechselnden Gerichten wählen. Der vom Guide Michelin mit zwei Sternen bedachte Chef de Cui sine bekocht aber nicht nur Hausgäste, sondern steht auch für das „Castel fine dining“ am Herd – ein hochexklusives Menü-Erlebnis mit nur fünf Tischen, allesamt mit Panorama in Front-Row-Qualität.
Was wir am Castel noch so sehr schätzen: die fabelhaften Terrassen mit Morgen- und Abendsonne, das wunderbare Frühstücksbuffet, die tollen Mitarbeiter und die präsenten Gastgeber. Mit anderen Worten: Eigentlich schätzen wir alles an diesem Hotel. Ohne Wenn und Aber! ■
Mehr: Castel Dorf Tirol +39 0473 923693 www.hotel-castel.com und relax-guide.com
Fotos: Castel Dorf Tirol, Annette Sandner
STILLER LUXUS
Haubers Naturresort ist ein Ort, der nicht überreizt – sondern entschleunigt. Zwischen Wald und Wiesen, inmitten der Allgäuer Bergwelt und auf 60 Hektar exklusivem Naturraum entsteht ein Gefühl von Weite, Ruhe und Leichtigkeit. Spazierwege beginnen direkt vor der Tür, stille Morgenrunden führen durch den Wald – und überall ist Raum für das Wesentliche: für sich selbst. Moderne Suiten, regionale Kulinarik, großzügige Wellnessund Rückzugsbereiche auf höchstem Niveau und unsere begleiteten Fastenprogramme scha en ideale Bedingungen für nachhaltige Erholung – klar, reduziert und echt Haubers.
HIER GEHT’S UM DIE GROSSE LIEBE
Der Ring muss mit – alles andere können Verlobungswillige diesem Hotel anvertrauen. Denn es ist auf Romantik spezialisiert. Und arrangiert alles rund um die Frage aller Fragen.
Auf der Liste der misslungenen Heiratsanträge ganz oben steht eine Anekdote von einer Zeitungsannonce aus Münster: Ein Mann suchte Zeugen, die seine Freundin und ihn „um 4:30 an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Annenstraße“ gesehen hatten. Ebendort habe er um ihre Hand angehalten. Er sei aber zu betrunken gewesen, um sich an ihre Antwort zu erinnern, „und jetzt hüllt sie sich in Schweigen“. Auch Geschichten von Diamantringen, die entgegen aller Regiepläne des Verliebten in heliumgefüllten Ballons davongeflogen sind, oder solche von Promis, die im Radio öffentlich über ihre Hochzeitspläne plauderten, ohne überhaupt die entscheidende Frage gestellt zu haben, zählen zu den Beispielen, wie man es besser nicht macht. Deutlich erfolgversprechender sind hingegen jene Heiratsantragspakete, die ein feines Wellnesshotel im Bayerischen Wald geschnürt hat. Der Hüttenhof nämlich, der vom RELAX Guide mit drei Lilien ausgezeichnet wurde. Ein auf Romantik spezialisiertes Adults-only-Haus, die Arrangements tragen Namen wie „Liebesgeflüster“ oder „Honeymoon“.
Wer sich hier verloben oder einen Heiratsantrag machen will, muss sich um nichts weiter kümmern –außer zum richtigen Zeitpunkt mit dem oder der Liebsten am richtigen Ort zu erscheinen.
Zwei Inszenierungen, die vom Hotelteam detailbewusst realisiert werden, stehen zur Auswahl. Der Antrag im Pool ist dabei gewiss der außergewöhnlichere. Dabei hat man abends den Indoorpool exklusiv zu zweit, ein roter Teppich wird ausgerollt, eine Flasche Sekt steht eingekühlt bereit, Rosenblätter und ein Meer von Kerzen weisen den Herzen den Weg. Romantisch leuchtende Lichttüten mit der Aufschrift MARRY ME lassen keinen Zweifel, worum es geht.
Der Hüttenhof arrangiert aber auch in einem der zum Hotel gehörigen edel-rustikalen Chalets oder im Hotelzimmer das passende Bühnenbild für die Frage aller Fragen, mit üppig Rosenblättern und Lichtern überall. Nur den Ring, den muss man selbst mitbringen. Alles andere können Verlobungswillige dem Hüttenhof anvertrauen. Er arrangiert alles rund um die Frage aller Fragen.
Fotos: Hotel Hüttenhof GmbH, guenterstandl.de
Wer sich füreinander entschieden hat und im Taumel der Zweisamkeitsfreude möglichst ungestört sein will, findet im Hüttenhof zahlreiche Ideen dafür. So ist etwa der Sky-Pool nächtens exklusiv zu buchen, mit Sekt und Laternen, auf Wunsch auch samt privater Nutzung der Panoramasauna. Sich auf einer Pferdeschlittenfahrt warm zugedeckt eng aneinanderkuscheln oder aber per Vespa zum Picknick düsen, das Frühstück im Pyjama im Zimmer genießen, einander mit einem Liebesschloss die Verbundenheit beweisen oder dank eines professionellen Fotoshootings bleibende Erinnerungen an einen ganz besonderen Urlaub schaffen – all das ist hier möglich.
Der RELAX Guide hebt besonders die Sauberkeit, die edlen Materialien allerorts und „viel Raum zum Entschleunigen“ hervor und preist das Frühstücksbuffet mit Freilandeiern. In diesem familiengeführten Hotel – am Werk ist bereits die dritte Generation – weiß man, was das mehrheitlich junge Paar-Publikum braucht, von der freistehenden Badewanne bis zur herzförmigen Torte auf dem Zimmer als zubuchbares Extra. Das Spa auf zwei Ebenen wartet mit fünf Saunen auf, bietet einen 15 m langen, auch im Winter nutzbaren Außenpool, einen besonders großen FKK-Außenwhirlpool und überaus angenehme Ruhezonen innen und außen. Für Instagram-Momente wie geschaffen: die herzförmige Doppelliege im Dachgarten mit traumhafter Aussicht, gleich neben dem Sky-Pool. Und apropos Herz: So manches Hotelzimmer macht schon mit seinem Namen – von „Wolke 7“ über „Loveness“ bis hin zu „Nur wir zwei“ – klar: Hier geht’s um nichts weniger als die große Liebe. ■
Mehr: Hüttenhof Hotel & Chalets, +49 8585 9605 0 www.hotel-huettenhof.de und relax-guide.com
Zweisamkeitsgenuss: in den luxuriösen Chalets mit privatem Spa, Terrasse und Pool. (o.) – Adults only plus Kuschelromantik: der Hüttenhof in Grainet. (li.)
Glücksmomente: Rosenblätter und Kerzenschein schaffen Atmosphäre. (o.) – Überraschung gelingt: mit dem Heiratsantrag im Pool des Hüttenhofs. (u.)
Weitläufigkeit: eine
GESUND GEWACHSEN
Offenheit als Schlüssel zum Erfolg: einst eine kleine Schenke mit Bierrecht, heute eines der besten Wellnesshotels in Bayern. Optisch zwar modern geworden, blieb man seinen Werten dennoch treu – Humor und fürsorgliche Herzlichkeit inklusive.
Viele Dinge, mit denen wir unseren Gästen Gutes tun können, fallen mir beim abendlichen Schwimmen ein“, erzählt uns Anita Holzer mit einer Offenherzigkeit, die selten geworden ist in Zeiten der durchkuratierten Selbstdarstellung. Die heutige Seniorchefin des Mooshofs im Bayerischen Wald war als Ferialjobberin in den 1970er-Jahren ins Haus gekommen – ursprüngliches Berufsziel: Lehrerin. Auch an ihrem Lebensweg lässt sich ablesen, dass Offenheit für den Erfolg dieses Hotels ein Schlüsselbegriff ist. Die Fähigkeit, sich umzuorientieren, neue Perspektiven zu erwägen. Die Bereitschaft, Horizont-
verschiebungen zuzulassen, und die Demut, die eigenen Vorstellungen nicht als unverrückbar anzusehen. Und dennoch sich treu, in sich selbst fest verankert bleiben; sich verändern, aber sich nicht verlieren.
All das sind Eigenschaften, die in den Personalabteilungen dieser Welt gern gesehen sind, egal in welcher Branche.
Im Mooshof, hier am Ortsrand von Bodenmais, ist es diese vielgestaltige Offenheit – kein Größenwahn, sondern eine gesunde Neugier auf zukünftige Schritte –, die das Haus über die Jahrzehnte hat gedeihen lassen. Aus einer Schenke mit „Bierrecht“ (wir schreiben das Jahr
Mondäne
der drei neuen Lounges im Mooshof.
Alltagsabgewandt entspannen: großer Garten, viel Sonne.
1912) wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts eine Pension samt Campingplatz und schlussendlich eines der besten Spa-Hotels Bayerns – im aktuellen RELAX Guide wird der Mooshof mit 16 Punkten und zwei Lilien bewertet und als Aufsteiger angeführt. Jüngster Streich: die fabelhafte Neugestaltung von Zufahrt und Lobby, gewissermaßen der erste Händedruck eines Hotels, sowie die komplette Neugestaltung von 20 klimatisierten De-luxe-Zimmern.
Offenheit wird in diesem Familienbetrieb in zwischenmenschlicher Hinsicht gelebt – wer schon einmal hier war, wird sich noch lange an die humorvolle, unvoreingenommene und gerade richtig dosierte Kommunikation vonseiten der Gastgeber erinnern. Auch ein Detail wie Barrierefreiheit auf der Homepage fügt sich in dieses Bild. Offenheit ist weiters in der Physiognomie dieses zwischen gediegen und modern changierenden Hotels immer wieder aufs Neue erkennbar: Im Restaurant zum Beispiel hat man mittels filigran gestalteter Raumtrenner eine Atmosphäre zwischen gemütlich-intimer Abgeschiedenheit und Weitläufigkeit geschaffen, Oberlichte und Panoramafenster sorgen auf ihre Art für die Öffnung nach außen.
Die Erkundung des hiesigen Spas kann durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen. Draußen erfreut eine große Liegewiese mit einem gepflegten Badeteich (die Tester des RELAX Guide schwärmen vom besonders hautschmeichelnden Wasser, das aus einer hauseigenen Quelle sprudelt). Die idyllischen Liegemöglichkeiten darf man als Möbel gewordene Einladung zum Müßiggang verstehen, während der 17 Meter lange Außenpool bewegungshungrigen Sportschwimmern Zug um Zug ermöglicht, ohne dass sie gleich wieder vom Beckenende im Flow unterbrochen werden. Außerdem warten im Mooshof-Spa acht Sau-
nen, darunter eine Eventsauna mit Lasershow und Kinoleinwand, ein Eisnebeltunnel, ein FKK-Relaxpool und zahlreiche Ruhemöglichkeiten, viele davon mit freiem Blick in die Natur. Was gewissermaßen eine lebende Visitenkarte für jedes Haus ist: listenweise Stammgäste. Manche kommen bereits seit 45 Jahren in den Mooshof – nicht zuletzt wegen der guten Massagen. Die Gäste schätzen hier auch die fabelhafte Restaurantterrasse, die selbst der Sonne so gut gefällt, dass diese morgens und abends lange verweilt, die kenntnisreich aufgebaute Weinauswahl und die Küche. Vor allem aber wissen sie zu würdigen, dass man sich im Mooshof immer so außergewöhnlich gut aufgehoben fühlt, aufmerksam umsorgt und persönlich wahrgenommen. Kein Wunder: Offene Menschen wie die Holzers sind eben besonders gut darin, Beziehungen aufzubauen. ■
Z u viel von allem, zu wenig vom Richtigen: spüren lernen.
INNERE STÄRKE AUFBAUEN
Kraft schöpfen, das Immunsystem stärken, Klarheit finden. Das wird in verrückten Zeiten immer wichtiger. Genau genommen wäre es die ursprüngliche Bedeutung von Wellness. Doch man nennt es Longevity. Ein Lilien-Hotel im Pöllauertal fokussiert jetzt darauf.
Gleich vorweg: Es handelt sich um das Retter, das wohl mit Abstand beste Seminarhotel Österreichs. Es liegt solitär und wunderschön im Pöllauertal und wurde vor zwei Jahren um einen geradezu bezaubernden Wellnessbereich erweitert. Damit schaffte es den Aufstieg in die exklusive Liga der Lilien-Hotels. Bio und Natur sind hier quasi bereits seit Menschengedenken gelebtes Credo sowie Namensbestandteil des Hauses, brandneu ist hingegen die Ausrichtung auf Longevity.
Wer nicht einfach nur „wellnessen“, sondern sein Leben nachhaltig verändern möchte, wird in diesem Bio-Natur-Resort fündig: Denn hier geht es um echte Regeneration – ganzheitlich. Also körperlich, geistig und seelisch. Das Thema Longevity, also gesund, wach und vital durchs Leben zu gehen, ist 2026 im Retter ein klarer Schwerpunkt, der mit dem Auftakt eines dreitägigen „Gesundheitsgipfels“ Anfang des Jahres begonnen hat.
Hochkarätige Experten aus Medizin, Mental Health,
Ernährung, Bewegung und Langlebigkeitsforschung gaben dabei Einblicke in Forschung und Praxis. Unter anderem ging es um die enorme Bedeutung des Darms für die Gesundheit und den Aufbau innerer Stärke – etwa im Vortrag „Machtvolle Selbstführung in Zeiten der Machtlosigkeit“. Alles hochinteressant! Es kommt nicht von ungefähr, dass man sich gerade im Retter solchen Themen widmet. Denn seit 30 Jahren beherbergt und betreut man Teams und Führungskräfte, und die Gastgeber wissen, was diese am meisten brauchen: die Fähigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das gelingt freilich umso besser, je gesünder, vitaler – und entspannter man ist.
„Die Orientierungslosigkeit unserer Zeit“, sagt Ulli Retter, „hat ganz viel mit Angst zu tun. Und die entsteht durch Stress, durch das ständige Suchen im Außen und durch fabrikmäßig vorgefertigtes Essen, das die Bakterienvielfalt im Darm stark reduziert. So verringert sich allmählich der Kontakt zur Realität und letztlich zu sich selbst.“
Entscheidend ist daher die Ernährung: Frisch und nur mit Zutaten aus biologischer Landwirtschaft Gekochtes garantiert, dass das Darm-Mikrobiom mit Vielfalt gestärkt wird. „Wir machen das bereits seit mehr als 20 Jahren“, sagt Ulli Retter, „kompromisslos, zu 100 Prozent. Und wenn schon Fleisch, dann verkochen wir aus Überzeugung glückliche Freilandtiere von Bio-Bauernhöfen der Region. Die Küche ist ehrlich, bodenständig und ausgezeichnet, sie versteht sich auch bestens auf die Bedürfnisse von Allergikern. Die Früchte der eigenen Bio-Obstgärten, wie Quitten, Äpfel, Birnen und Beeren, werden zu Säften, Marmeladen und feinen Elixieren verarbeitet.“
In der hauseigenen Backstube werden übrigens täglich Brot und Gebäck frisch gebacken – mit urgetreidebasierten, weizenfreien Rezepturen.
Stressabbau gehört ebenso zu den Basisthemen von Longevity, etwa durch Meditation, Yoga, Massagen und funktionelles Training. Für all das ist im RetterSpa – mit 25 m Außenpool, Naturbadeteich zum Eisbaden, acht Saunen und zahlreichen Rückzugsorten –bestens vorgesorgt.
Vier Termine für jeweils dreitägige Longevity-Retreats gibt es dieses Jahr im Retter. Gespräche und die Vermittlung von Wissen stehen auf dem Programm, natürlich auch Bewegung, Reflexion und Rituale zur Veränderung. Das Ziel ist der Wandel hin zu einem langen, gesunden Leben in Glück und Freude. Man kann es auch Wachstum nennen. ■
Mehr: Retter Bio-Natur-Resort, +43 3335 2690 www.retter.at und relax-guide.com
Du bist, was du isst: 100 Prozent bio stärkt von innen. Brot, Gebäck, Teigwaren : täglich von Hand gemacht.
Belebende Natur, bezauberndes Spa: im Retter.
LA VITA È BELLA
Ein kleines Luxushotel über den Dächern von Meran begeistert uns. Es ist ein echter Rückzugsort. Bestens geeignet für alle, die sich am Wahren und Schönen zu erfreuen wissen.
Schönheit und Harmonie: Das Giardino Marling ist ein niveauvoller Mutter-Tochter-Betrieb in angenehmer Größe. Er liegt auf 400 m Seehöhe über den Dächern von Meran und verströmt Wärme, Lebensfreude und Leichtigkeit. Ringsum erfreuen Weingärten, Apfelhaine und vielstimmiger Vogelgesang, und am Ausblick konnten wir uns gar nicht sattsehen. Er geht hinüber auf Dorf Tirol und Schenna, mit einem Feldstecher kann man sogar die Pferderennen mitverfolgen, die Saison beginnt übrigens stets am Ostermontag. Das Innere zeigt sich von sensibler Frauenhand so stilsicher wie spürbar mit leidenschaftlichem Perfektionismus gestaltet, große Freude machen uns stets die vielen Schnittblumen und der namensgebende mediterrane Garten: Hier wachsen Palmen, blühen Jasmin, Lavendel und duften de Rosen.
Meranblick und viele Blumen: Das gehört, wie der prächtige Garten, zum Charakter dieses kleinen Luxushauses.
Unaufgeregt elegant und luxuriös gestaltet präsentieren sich die Zimmer, alle haben Klimaanlage, das allabendliche Turn-down-Service auf Wunsch gehört im Giardino zum Standard.
Das Spa ist weitläufig und steht exklusiv den Hausgästen zur Verfügung, es bietet unter anderem einen Saunabereich mit großen Glasfronten und vier Saunen, ein edles Hallenbad mit Steinfliesenbecken und auf der Dachterrasse einen großen Sky-Pool und einen Sky-Whirlpool.
Terrasse mit Morgensonne, beste Küche, feine Tischkultur, großartige Weinkarte. Dazu noch die wunderbaren Gastgeberinnen. O, wie ist das Leben schön! ■
Mehr: Giardino Marling +39 0473 447177 www.giardino-marling.com und relax-guide.com
Fotos: Giardino Marling, Andreas Marini, Daniel Zangerl
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Auf vielfachen Leserwunsch – und den gegenwärtigen Denkverboten zum Trotz: weitere 95 unserer dringlichsten Fragen an das moderne Leben. Sie fördern Offenheit, öffnen Herzen und inspirieren nicht selten zum Lächeln, Nachdenken und Mutigsein.
01. Kann man sagen, Algorithmen sind die Verkuppler der Gegenwart?
02. Darf man Frau Merkel mit „Wir sind geschafft!“ antworten?
03. Reden Briefträger die E-Mails schlecht?
04. Wird unsere Zeit dereinst als „Epoche der Verrückheit“ bezeichnet werden?
05. Darf man sagen, Angst macht dumm und gehorsam, und die Mächtigen wissen das?
06. Darf man sagen, die Wissenschaft ist nicht in der Lage, festzustellen, ob der Tod die größte Reise oder gar keine Reise ist?
07. Darf man sagen, Globalisten gegen Heimatverbundene ist weltweit schlechthin der Kampf der Gegenwart?
08. Kann man Pessimisten positiv überraschen?
09. Ist es nicht lustig, dass sich gerade kontrollsüchtige Menschen so nach Abenteuern sehnen?
10. Wenn Staunen nachweislich gesünder, ausgegli-
chener und geselliger macht, fühlt sich dann eine Welt, in der die meisten Menschen verlernt haben zu staunen, nicht trister an als sie ist?
11. Wieso empfinden sich emanzipierte Frauen trotz aller Selbständigkeit und Unabhängigkeit so häufig nicht als schön genug?
12. Ist veganer Sauerrahm Quark und veganer Parmesan Käse?
13. Kann man sagen, das Leben wird einfach, wenn man alles Aufgeregte, Oberflächliche und Zerstreuende nicht mehr beachtet?
14. Traut man einem Zahnarzt, der den Mund zu voll nimmt?
15. Darf man sagen, die meisten Politiker leben über unsere Verhältnisse?
16. Haben schmierige Typen fettige Haut?
17. Kann man sagen, das Leben wird zwar vorwärts gelebt, aber nur rückwärts verstanden?
Foto:
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18. Stimmt es, dass manche Menschen bloß altern, ohne jemals erwachsen zu werden?
19. Wäre es möglich, dass die Amerikaner und die Russen Westeuropa wieder einmal vor sich selbst retten?
20. Darf man sagen, die moderne Zivilisation gleicht immer mehr einer Wüste und das Konsumglück der zugehörigen Fata Morgana?
21. Kann man sagen, die meisten sehen nur das, was sie glauben?
22. Darf man sagen, die Realitätsverweigerung wurde zu einem eigenen Denksystem entwickelt?
23. Müssten wir nicht wieder lernen, uns am Langfristigen zu orientieren?
24. Kann man sagen, es gibt genug mutige, kluge und redliche Menschen, und man sollte sich von ihnen inspirieren lassen?
25. Liegt es an der noch nie dagewesenen Vernetzung, dass sich so viele Menschen einsam fühlen?
26. Soll man sich in jemanden verlieben, der immer auf dem Sprung ist?
27. Kann man sagen, krankhafte Narzissten sind einfach nur Lügner und Räuber, denen ihr Tun weder bewusst noch erinnerlich ist?
28. Darf man sagen, das größte Mysterium der Gegenwart ist das Verschwinden des gesunden Menschenverstands?
29. Kann man sagen, die Wissenschaft verlangt von Gott einen ausführlichen Existenzbeweis, sieht ihn aber gar nicht?
30. Kann man sagen, die Freiheit endet für viele dort, wo das W-Lan schwach wird?
31. Warum gibt es keinen Frieden, obwohl ihn doch fast alle wollen?
32. Kann man sagen, dass alles, was man durch Gewalt erwirbt, auch durch Gewalt stirbt?
33. Darf man sagen, ein echtes Lächeln ist wertvoller als der Vortrag eines Wissenschaftlers?
34. Kann man sagen, es gibt Leute, die so stark mit ihrem eigenen Fett gesalbt sind, dass man sie nicht zu fassen kriegt, obwohl man sie in ihrer ganze Blöße erkennt?
35. Ist die fromme Selbstgerechtigkeit das Lieblingskind des Teufels?
36. Darf man sagen, Gott ist in allem oder nirgendwo, es hängt nur vom eigenen Standpunkt ab?
37. Haben Realisten Träume und sind diese dann auch realistisch?
38. Darf man sagen, der Wokismus ist eine in reichen Ländern grassierende Seuche des Verstands?
39. Darf man sagen, Bauern und Handwerker wissen, wann sie einen Fehler gemacht haben, Wissenschaftler und Experten hingegen nicht?
40. Kann man sagen, die wahren Pfade sind die noch unbetretenen?
41. Ist Empörung das Fitnessstudio des modernen Gewissens?
42. Darf man sagen, die Politik ist die Unterhaltungsabteilung der globalen Finanz industrie?
43. Kann man sagen, das Herz ist der beste Berater des Kopfes?
44. Darf man sagen, alles verwandelt sich in Stress, wenn es zu viel wird?
45. Darf man sagen, der Politiker sagt im Wesentlichen nichts, aber das recht überzeugend?
46. Darf man dem österreichischen Ex-Bundeskanzler antworten, „jeder kennt jemanden, der die Corona-Impfung bereut“?
47. Was soll man Menschen raten, die ihre Gefühle in körperlichen Beschwerden ausdrücken?
48. Wie kommt es, dass der moderne Mensch in einem so dichten Sicherheitsnetz wie nie zuvor lebt, aber dennoch Angst hat wie nie zuvor?
49. Darf man sagen, richtig von rechtens zu unterscheiden, ist viel einfacher, als uns Politik und Medien vormachen?
50. Kann man sagen, solange jedermann das Glück für sich verlangt, kann es kein Glück auf Erden geben?
51. Kann man sagen, das wirklich Neue kommt immer nur schwach und hilflos in die Welt?
52. Kann man sagen, je unbewusster die Gedanken sind, desto gefährlicher wird das Verhalten?
53. Wären „Eile mit Weile“, „Auf hoher See und auf der Schiene ist man in Gottes Hand“ oder „Der Weg ist das Ziel“ Slogans für die Deutsche Bahn?
54. Müssen Zeitreisende auch pünktlich sein?
55. Ist die Selbstoptimierung des Egos nicht die gierigste Form der Selbstablehnung?
56. Würde ein Mann wie Martin Luther King heute nicht sofort gecancelt?
57. Ist es der Sinn des Lebens, herauszufinden, was der Sinn des Lebens ist?
58. Ist für den Astrologen sein Pech vorhersehbar?
59. Darf man sagen, so manchem Diener des Volkes fehlen Mut, Integrität und Reife, mitunter Bildung obendrein?
60. Darf man sagen, die Satire ist inzwischen eine der letzten Berufszweige mit Realitätskontakt?
61. Sind Beziehungslosigkeit, Verwirrtheit und Desorientierung die besonderen Merkmale unserer Gegenwart?
62. Muss man Arbeit und Erfolg der öffentlichen Verwaltung tatsächlich an der Unverständlichkeit ihrer Sprache und der Unsichtbarkeit ihrer Effizienz messen?
63. Haben Kannibalen eigentlich Lieblingsmenschen?
64. Wenn jemand sich ständig selbst optimiert, wer ist er dann eigentlich zum Schluss?
65. Darf man sagen, das Fernsehen war früher ein Fenster zur Welt und ist heute ein Spiegelkabinett?
66. Gibt es Astronauten mit Höhenangst?
67. Produzieren Bürokraten ihre Gefühle in dreifacher Ausfertigung?
Fortsetzung auf Seite 82 ➝
STERNE. STAUNEN. STILLE.
WALDZAUBER & SPA
So schön im Sauerland: Feine Kulinarik. Gute Betten. Tolle Landschaft. Jede Menge Wald. Und natürlich unser frischer Spa-Bereich: Innenpool, ein Panorama-Außenpool, zwei kernige Saunen im Blockhaus. Dazu entspannende Behandlungen und Massagen in wunderschönen Räumen – haben Sie Lust auf so ein schönes Erlebnis? Dann schauen Sie doch einfach mal vorbei! Willkommen im Waldhaus Ohlenbach!
Anja und Stefan Schneider und alle Waldhäusler
ENDLICH ZEIT NUR FÜR UNS!
Eine gelegentliche romantische Auszeit zu zweit ist jeder Liebesbeziehung förderlich. Viele Adults-only-Hotels gibt es jedoch nicht. Diese hier gehören zu den besten.
Diedrich – im historischen Fachwerkstädtchen Mögen andere Hotels mit dem werben, was sie haben, das Diedrich zählt lieber auf, womit es nicht dienen kann. In diesem schmucken Traditionshaus in einem pittoresken Fachwerkstädtchen im Hochsauerland gibt es weder Kinder noch Dinnerbuffets noch Themensaunaaufgüsse, keine Hochzeiten, keine Gruppen, keine Events. Stattdessen finden erwachsene Gäste hier zur Ruhe, ob allein oder zu zweit, können es sich am Kamin gemütlich machen, bekommen abends peu à peu ein Menü serviert –auch gelungene vegane Alternativen. Und statt Buntstiften im Köcher oder anderen Kinderbeschäftigungsutensilien steht auf jedem Tisch eine tatsächlich duftende Rose – am Zimmer übrigens auch.
Das Diedrich ist ein „Erwachsenenhotel“ (ab 16 Jahren), es war einst eine Poststation und wird bereits in der vierten Generation geführt. Die Mitarbeiter, darunter viele langjährige, erleben wir stets als besonders zuvorkommend. Was wir auch schätzen: die gute bodenständige Küche, die nicht zuletzt auf Wild setzt – mehr Freilandhaltung geht nicht.
Das Spa auf vier Ebenen bietet unter anderem fünf Saunen, einen Schneeraum mit Minusgraden und einen Infinitypool von Sportschwimmerausmaßen samt Sonnendecks. Eines unserer liebsten Details im Diedrich ist das große Guckloch in den Pool darüber. So sieht man aus dem Ruheraum sogar in den
Himmel – durch das Wasser hindurch! Diedrich ****s – Nordrhein-Westfalen, DE www.hotel-diedrich.de
Juffing – und die Seele atmet auf Großformatige internationale Zeitungen, gleich drei bestens sortierte Bibliotheken, zahlreiche Leserückzugsräume – und keine Kinder oder Jugendlichen, die für Lärm oder Ablenkung sorgen können: Das Juffing, in einem Tiroler Dörflein neben dem Kirchlein gelegen, ist nicht nur in dieser Hinsicht ein außergewöhnliches Hotel. Im Winter ist man an das 100 km umfassende Loipennetz in Bayrischzell angebunden, Pistendiscofeeling gibt es hier nicht, dafür attraktive Aktivitäten wie Schneeschuhwandern sowie Workshops und Programme für ein positives Mindset. Zwar sind hier viele Paare zu Gast, wir wissen aber aus eigener Erfahrung, wie wunderbar umsorgt man sich im Juffing auch als Alleinreisende fühlen kann.
Man lebt hier eine Körper-Geist-Seele-Interpretation von Wellness, das zeigt sich in jedem Detail. Alles ist lichtdurchflutet und feinsinnig gestaltet, mit wohltuenden Materialien, alle Zimmer gehen nach Süden und haben Eichenboden und Betten der Luxusmarke Hästens. Das schöne Spa bietet unter anderem einen Sky-Infinity-Whirlpool, Außensauna sowie einen Naturbadeteich samt Liegedeck.
Bei der hiesigen Küche haben wir immer ein gutes
Schöne Zeit für Paare: im Diedrich, Hochsauerland.
Gefühl – viel Regionales, Biologisches, und auch auf Sonderwünsche wird ohne Augenrollen Rücksicht genommen. Genau so soll es sein.
Juffing ****s – Tirol, AT www.juffing.at
Reiters Supreme – Evergreen des Gehaltvollen Im Südburgenland: seit mehr als zwei Jahrzehnten ein großer Name und stets Symbol für die extra mile in Sachen Großzügigkeit, Naturliebe und Wertschätzung für den Gast. Es handelt sich um ein kleines Paradies für Erwachsene (ab 16 Jahren), das auf einem 125 Hektar großen Naturareal liegt. Zahlreiche Einrichtungen wie etwa ein Lipizzanerreitstall oder ein 27-Loch-Golfplatz gehören dazu, genauso aber auch Schmetterlingswiesen, ein herrlicher Park mit Springbrunnen und ganz viele Tiere, all das versprüht ansteckenden Frohsinn. Unsere Lieblingszimmer sind übrigens jene ganz oben, mit Daybed und Sauna auf der Terrasse und Ausblick dazu. Das Spa ist außerordentlich weitläufig und exklusiv für Hotelgäste. Zu den Besonderheiten zählen wir neun unterschiedlich temperierte Pools (Sole, Süßwasser, mineralisiertes Thermalwasser), feine Rückzugsoasen sowie eine FKK-Zone im Freien mit zwei Onsen und Naturbadeteich. Täglich gibt’s ein Aktivprogramm, auch achtsames Yoga und Workouts.
Fokus auf Körper, Geist und Seele: Im Hotel Juffing bei Kufstein wird Wellness ganzheitlich interpretiert.
In diesem mit vier Lilien prämierten Fünfsternhaus schätzen wir weiters das wundervolle Frühstücksbuffet und die sehr gute Küche, die Zutaten vom eigenen Bauernhof sowie von regionalen Kleinbetrieben bevorzugt, speziell in Sachen Fleischqualität gibt’s wohl nichts Besseres. Reiters Supreme ***** – Burgenland, AT www.supremehotel.at
Kronelamm – bald sehr viel Neues
Wer sich fragt, wo der Name des Hotels herkommt (die Gastgeberfamilie heißt übrigens Berlin, und das mitten im Schwarzwald): Wenn zwei Gasthäus er namens Krone und Lamm zusammenwachsen, entsteht der Name Kronelamm. Das mit zwei Lilien und 15 Punkten prämierte Hotel ist über mehrere Etagen in den Hang gebaut, der schöne Ausblick in hügelige Waldlandschaften, eine freundlich-familiäre Atmosphäre und nicht zuletzt die wunderbaren Kuchen und Torten bei der Nachmittagsjause – wenn diese beginnt, wird das Spa schlagartig menschenleer – zählen zu seinen Vorzügen, die übrigens eine Leserin aus den San Bernardino Mountains, Kalifornien, als unexpected pleasure zusammengefasst hat. Derzeit wird im Kronelamm groß angebaut, der laufende Betrieb ist davon nicht beeinträchtigt. Unter anderem im Entstehen sind 29 weitere Zimmer, teilweise mit Sauna oder Whirlpool auf dem Balkon, neue Spa-Flächen sowie ein weiterer Fitnessraum kommen dazu, und nicht zuletzt ein Parkhaus, das angesichts der neuen Größe auch nötig ist.
Das Spa (für Gäste ab 14 Jahren) bietet unter anderem Außenpool und FKK-Zone im Freien sowie
Verstärkt das Urlaubsgefühl: eine stimmungsvolle Bar wie jene im Kronelamm im Schwarzwald.
Kleines Paradies für Adults only: Auch die KenshôSauna im Reiters Supreme verdient dieses Prädikat.
Dachsteinblick im Ausseerland: Die Wasnerin mit Fokus auf Literatur, Yoga und Entschleunigung.
Gugerbauer – Fasten-Auszeit für neue Kraft Wenn der Fluss mithilft, dass alles wieder in Fluss kommt: Das familiengeführte Gesundheitshotel Gugerbauer liegt direkt an der Schärdinger InnUferpromenade und ist eine sympathische Ruheoase. Man ist auf Fastenangebote spezialisiert, und das seit bereits drei Jahrzehnten, drei unterschiedliche Programme stehen zur Auswahl: Basenfasten, Heilfasten nach Dr. Buchinger und Intervallfasten, bei dem mit der Autophagie, gewissermaßen einem Selbstreinigungsprogamm der Zellen, gearbeitet wird. Das Haus steht aber auch solchen Gästen offen, die sich einfach Gutes tun und einen Gang zurückschalten wollen.
Die Küche beherrscht Basenbrühen (gegen chronische Übersäuerung) und belebende Ingwershots genauso wie eine genussreiche Slowfood-Küche, frische Kräuter sind großzügig im Einsatz, Gewürze werden nicht nur wegen ihres Aromas, sondern ganz bewusst auch wegen ihrer Wirksamkeit eingesetzt.
sechs Saunen, auch eine besonders feine: eine sogenannte „Hochsitzsauna“ mit Ausblick über das Tei nachtal. Diesen genießen wir aber auch auf der Restaurantterrasse, wo man gefühlt in den Baumwipfeln sitzt – mit Abendsonne obendrein. Kronelamm ****s – Baden-Württemberg, DE www.kronelamm-schwarzwald.de
Die Wasnerin – zum Wiederfinden seiner Mitte Bad Aussee ist die geografische Mitte Österreichs, und hier, im Salzkammergut, ist’s nicht nur wunderschön, sondern hier gibt es auch ein Hotel, das sich zum Wiederfinden seiner inneren Mitte bestens eignet, was hier „Auszeitln“ genannt wird. Dazu passend gibt’s handyfreie Zonen, eine gute Bibliothek, Lesungen namhafter Autoren, Literaturfestivals sowie eine kleine Buchhandlung – quasi als Horizonterweiterung jenseits des digitalen Overloads. Es ist ein Ort für Literaturverliebte, Yogafreunde und generell für alle, die sich nach „Auszeitln“ sehnen – nur Raucher sollte man nicht unbedingt sein.
Das vom RELAX Guide mit drei Lilien und 18 Punkten prämierte Adults-only-Hotel (ab 16) bietet schöne, hochwertig ausgestattete Zimmer, auch Träumen unterm Sternenhimmel ist möglich, denn einige haben sogar „Wohnzimmer“ und Betten am Balkon. Der Wellnessbereich ist exklusiv für Hotelgäste, zu seinen Besonderheiten zählen ein großer, auch im Winter beheizter Außenpool, ein Schneeraum sowie fünf Saunen, darunter eine auf der Dachterrasse. Die Massagen sind sehr gut, bei schönem Wetter kann man sie sogar im Freien genießen. Yoga-Sessions gibt es bis zu dreimal täglich.
Freilich hat das Haus noch weitere Vorzüge, etwa das wunderbare Frühstücksbuffet bis 12 Uhr, die sehr gute Küche samt feiner veganer Varianten, die überaus freundlichen Mitarbeiter sowie das stimmige Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Wasnerin G’sund & Natur ****s Steiermark, AT, www.diewasnerin.at
Wir empfehlen ein Zimmer auf der Flussseite – wer dem Wasser gleich nach dem Aufwachen gemächlich beim Fließen zusehen darf, beginnt den Tag gleich ganz anders. Wenn ein Haus viele Stammgäste hat, ist das immer ein gutes Zeichen, offenbar halten viele dem Gugerbauer schon lange die Treue. Das Gastgeberpaar Karl und Christine Gugerbauer weiß aus eigener Erfahrung, wie gut Fasten tut, die beiden können die Vorzüge des Reduzierens wunderbar vermitteln. Und sie verstehen zu motivieren.
Gugerbauer **** – Oberösterreich, AT www.hotel-gugerbauer.at
Basische Ernährung: entsäuert Gewebe und Geist, auch im Gugerbauer am Innufer in Schärding.
Fotos:
KLEINE CHARAKTERKUNDE – TEIL 3
Hoteltester müssen das Wesen eines Hotels erfassen und beschreiben. Gute Tester üben sich auch darin, den Charakter von Menschen auf den Punkt zu bringen. Die
Aufgabe: Zwei Worte müssen genügen! Hier eine Auswahl unserer Versuche.
Die Hoteltester des RELAX Guide sind ständig bemüht, die Essenz eines Hotelcharakters in wenigen prägnanten Worten einzufangen. Mitunter üben wir das auch an Menschen. Je kürzer die Beschreibung, desto schwieriger wird es. Unser Ehrgeiz bestand nun darin, die wesentlichen Wesenszüge auf lediglich zwei Worte einzudampfen. Knapp, prägnant –und dennoch aussagekräftig.
The Good
* herzstärkendes Antidepressivum
* beharrlicher Baumeister
* urteilsloser Beobachter
* weitsichtiger Bewahrer
* offenherziger Denker
* aufrechter Diener
* rückgratstabiler Freidenker
* fackeltragende Führerin
* treuer Gefährte
* geerdeter Geistesblitz
* heiterer Greis
* verantwortungsvolle Herrin
* kraftvoller Hindernisüberwinder
* fürsorglicher Kapitän
* edelmütiger Kämpfer
* anmutig-schlichte Königin
* erwärmendes Lebensfeuer
* geduldiger Lebenswegwanderer
* standhafter Leuchtturm
* selbstlos Liebende
* gutwillige Mitfühlende
* hemdärmeliger Realist
* klarherziger Richter
* stiller Schutzengel
* wahrhaftiger Sprecher
* lichtvolle Sucherin
* visionärer Traditionalist
* chronisch Unterschätzter
* friedensliebende Vermittlerin
* wortlose Versteherin
* gütiger Wegweiser
* stets Zuverlässiger
The Bad
* milliardenschwere Alleinerzieherin
* schamvoll Ängstliche
* zerbrechliche Barbie-Puppe
* gemütsarmer Bürokrat
* libidinöses Defizit
* dauerempörte Dramaqueen
* bildschöne Eisprinzessin
* partnerfinanzierte Fake-Persönlichkeit
* lüstern-lästerndes Großmaul
* treudoofer Hausmeister
* storchenbeiniger Hofbeamter
* harmoniesüchtiger Konfliktübertüncher
* argwöhnischer Kopfmensch
* betriebsamer Langweiler
* jammernde Lebenskünstlerin
* ungeerdeter Luftikus
* erigierter Mahnfinger
* zerstreuter Müßiggänger
* kleinkarierter Pedant
* braver Schulbub
* priesterhafter Schwätzer
* unbedarfter Schwätzer
* grabernster Selbstzweifler
* scharfzüngiger Spaßvogel
* hirnlose Strandschönheit
* woker Systemkritiker
* affektierter Trendpapst
* engherziger Tugendbold
* meinungsstarke Unwissende
* saugendes Vakuum
* verführerischer Vamp
* realitätsferner Weltflüchtling
* zaghafter Zögerer
* egoistische Zweiflerin
And the Ugly
* gewissenloser Aufstiegsjunkie
* kaltlächelnde Ego-Strategin
* toxischer Fürsorglicher
* stolzer Geldprotz
* schamloser Grenzverletzer
* verlogener Heilsverkünder
* geistvergiftende Influencerin
* feistes Kautschukgesicht
* entgleister Kleinbürger
* virtuoser Lügenmärchenerzähler
* unbekümmerte Lügnerin
* skrupelloser Machttechnokrat
* verbiesterte Nazi-Mutter
* manipulativer Puppenspieler
* berechnender Seelenräuber
* spitzfindiger Wahrheitsverdreher
* toxische Zärtliche
* schadenfroher Zerstörer
Lesen, träumen, Ruhe finden: Enzian Seehotel.
TRAUMHAFT DIREKT AM SEE
Stimmungsvolles Licht zu jeder Tageszeit, beruhigende Vibes: Am Seeufer ist es besonders schön. Dazu vier Tipps unserer Tester – Lilien-Hotels, in denen nicht nur das Wasser berührt.
Enzian Seehotel – charmantes Kleinod
Sommerfrischige Atmosphäre inmitten eines schönen Gartens: ein beherbergungsmäßiges Kleinod par excellence, nämlich ein Mutter-Tochter-Betrieb, bereits in vierter Generation bewirtschaftet, sehr liebevoll obendrein. Er besteht aus einem schmucken Landhaus und zwei modernen Nebengebäuden mit feinen, ganz großen Suiten, diese liegen auf der anderen Straßenseite, fast direkt am See.
Das Spa ist klein, allerdings exklusiv für Hausgäste. Es ruht auf Pfählen im Wasser und bietet vornehmlich angenehme Ruhezonen sowie zwei feine Sau nen, von denen aus man zur Abkühlung auch pudelnackt in den See springen kann. Das lieben übrigens auch wir Tester vom RELAX Guide, genauso wie die Restaurantterrasse, die Gemütlichkeit der alten Holzstube und die regionale Küche, die wir als „erfreulich bodenständig“ bezeichnen – die Mehlspeisen gar als „unwiderstehlich“. Großes Lob gibt es auch für die Gastgeberinnen, die fast immer für ein nettes Plauscherl zu haben sind.
Zu erwähnen bleiben noch der Weißensee und die Landschaft ringsum: wunderschön, und sommers wie winters echt fein zum Erholen. Denn ringsum gibt’s herrliche Wanderwege, vom Enzian zudem
Ruder-, Tretboote und SUP-Boards zur Gratisleihe, im Winter Eisstöcke und Rodeln ebenso. Enzian Seehotel **** – Kärnten, AT www.seehotelenzian.at
Jagdhaus Eiden – am „Meer“ in Meeresnähe Unweit der Nordsee, aber direkt am See, der den Namen „Zwischenahner Meer“ trägt: ein schmucker Familienbetrieb als hochsolider Romantikhotel-Klassiker inmitten eines 10 Hektar großen Parks. Drinnen regieren gediegenes Landhausflair und liebevolles gestalterisches Engagement, gemütliche Stuben gehören dazu. Auch ein Spielcasino gibt es hier, mit den in elektrischen Farben leuchtenden Hotelriesen wie dem Bellagio oder dem MGM Grand in Las Vegas hat das aber nichts gemein, und das ist gut so!
Im Spa erfreuten wir uns an einem schönen Außenbereich mit Pool, Solepool und Whirlpool sowie großer Liegewiese mit alten Bäumen und Hängekörben. Am hoteleigenen Badestrand fanden wir gar unseren Lieblingsort, die urige „Strandwagensauna“ nämlich. Man kann sie zu zweit, also nur für sich und seinen Liebling, buchen, wofür man ein schönes Maß an Privatheit erhält. Danach geschwind ins „Meer“ mit seiner frischen Kühle – ist das herrlich!
Foto: Enzian Seehotel
Weitere Besonderheiten des Hauses: gute Massagen, eine sehr gute Küche bei feiner Tischkultur und ein überaus freundliches Team. Segways kann man übrigens auch ausleihen – das ist anderswo bereits selten geworden.
Jagdhaus Eiden ****s – Niedersachsen, DE www.jagdhaus-eiden.de
Seezeitlodge – jugendliche Schönheit
Einfach schön: Ein noch junges Haus mit hervorragender Architektur, es liegt auf einer Anhöhe über dem Bostalsee, landeinwärts ist das Areal von Wäldern gesäumt, über den See hinweg blickt man auf einen kleinen Hafen am gegenüberliegenden Ufer. Drinnen verströmt alles atmosphärische Qualität. Angenehme und wohldurchdachte Grundrisse, viel Tageslicht und natürliche Materialien sorgen für ein Gefühl von anregender Leichtigkeit.
Zum einnehmend modernen Ambiente gesellt sich ein weitläufiges Spa mit einem ganz außergewöhnlich gestalteten „keltischen“ Saunadorf – „Ritualplatz“ mit Räucher- und Feuerstelle sowie ein großer Naturbade teich, der in der kalten Jahreszeit FKK-Zone ist, inklusive. Auch bei den Treatments kommt keltisches Heilwissen zur Anwendung.
Belebender Sonnenaufgang: Strandwagen-Sauna im Romantikhotel-Klassiker Jagdhaus Eiden.
Einnehmende Architektur am Wasser: tiefgehende Abendstimmung in der Seezeitlodge am Bostalsee.
Mit drei Lilien und 17 Punkten prämiert der Wellnesshotelführer RELAX Guide das schöne Haus, die Tester zeigten sich unter anderem vom tollen Frühstücksbuffet (mit selbstgebackenem Brot und vielem aus der Region, bis 11 Uhr), vom inkludierten Mittags-Smoothie, vom Ausblick auf den See sowie von der umfangreichen Weinkarte beeindruckt. Auch die gemütliche Bar punktete, die außerordentlich große Gin-Auswahl sowieso. Seezeitlodge Hotel & Spa – Saarland, DE www.seezeitlodge-bostalsee.de
Vila Vita Pannonia – Chalets mit Badesteg Wunderbar: ein kleiner See, Sandstrand und ein eigenes Häuschen (aber bis zu 116 m 2 groß) mit Badesteg! Das sind die Seeresidenzen im Vila Vita Pannonia, einem äußerst gepflegten Bungalow-Dörfchen mit bester Eignung für Familien – auch solche mit Hund. Es liegt eine gute Autostunde von Wien entfernt, inmitten eines 200 Hektar großen Naturareals – eine unglaubliche Weitläufigkeit zählt zu den Besonderheiten des Resorts.
Hinzu kommen zahlreiche Aktiv- und Sportmöglichkeiten, neben Wassersport (Kajak, Stand-upPaddling, Tretboote) gibt es auch einen Reitstall, Fahrräder (zur Gratisleihe), einen Motorik-Kletterpark, Tennis- und Beachvolleyballplätze – um nur einiges zu nennen. Auch Kids finden viel Abwechslung, unter anderem gibt es Abenteuerspielplatz und Streichelzoo, zudem ganztägige Betreuung (April bis Oktober).
Das Vila Vita Pannonia bietet auch Hotelzimmer im Hauptgebäude sowie zahlreiche kleinere Bungalows ohne Zugang zum Badesee, die exklusivste Option sind freilich die Seeresidenzen. Feine Extras wie etwa
Abendessen am Wasser: auf der Terrasse des À-lacarte-Restaurants im Dörfchen Vila Vita Pannonia.
Sauna und Weinkühlschrank gehören hier dazu. Vom Frühstück und der sehr guten Küche waren unsere Tester sehr angetan, ganz besonders aber von der Seeterrasse des À-la-carte-Restaurants. Tester-OTon: „Hier speist man vorzüglich.“
Vila Vita Pannonia – Burgenland, AT www.vilavitapannonia.at
Exklusiv für Hausgäste: neues Spa im Verwöhnhotel Kristall.
FRISCHER
WIND IN DER LILIEN-LIGA
Konkrete Verbesserungen wie etwa Modernisierungen führen zu einer höheren Bewertung. Eine solche haben im neuen RELAX Guide 35 Hotels erreicht. Vier davon zeigen wir hier.
Kristall Verwöhnhotel – viel Neues im Spa
Ein sympathisches Haus für Ruhesuchende (Adults preferred, ab 14 Jahren): Es liegt im Tiroler Dorf Pertisau am Achensee ruhig am Waldrand, der Fokus liegt auf Auszeit für Paare, und zwar in einem Wohlfühlambiente, welches hier in betont stimmungsvoller und moderner Ländlichkeit während der letzten Jahre geschaffen wurde. Hinzu kommen Details, die es anderswo nicht mehr gibt und die an alte Hoteltugenden erinnern, etwa das Zimmerservice von 8 Uhr Früh bis Mitternacht – echt fein!
Schöne Zimmer mit Interieurs aus heimischen Hölzern stehen in zahlreichen Varianten zur Auswahl, einige haben auch Sauna, Whirlpool und offenen Kamin. Der Wellnessbereich ist exklusiv für Hausgäste, er wurde vor kurzem um ein großes, ganz wunderbares Sky-Spa erweitert, was dem Hotel die Auszeichnung mit zwei Lilien und 16 Punkten einbrachte. Unter anderem gibt es jetzt neun Saunen, große Pools innen und außen sowie zwei Badeteiche im Garten. Was wir noch mögen, im Word-Rap: das tolle Frühstücksbuffet, die sehr gute Küche – Light Lunch und süße Nachmittagsjause sind inkludiert –, den stets präsenten Gastgeber, dessen Umsicht und Freund -
lichkeit auch die Mitarbeiter beflügelt.
Kristall Verwöhnhotel ****s – Tirol, AT www.kristall-pertisau.at
Tannerhof – gute Vibes zum Regenerieren Kein Wellnesstempel, aber ein außergewöhnliches Gesundheitsresort, ein wunderbarer Rückzugsort nämlich. Ideal, um raus aus dem Kopf zu kommen. Es handelt sich um ein schnuckeliges Anwesen außerhalb von Bayerischzell in Oberbayern. Es besteht aus Hauptgebäude und mehreren „Hütten“, die ein Dörflein bilden. Viel altes Holz, Naturstein, Leinen sowie ein inspirierendes, liebevolles Team und eine sehr gute Küche prägen den Charakter. Lan-Anschluss und W-Lan sind eher rar, TV und Radio gibt es gar nicht. Man ist hier eben sinnvollerweise nicht auf Empfang, sondern bei sich.
Das Spa ist exklusiv für Hausgäste, ganz neu sind hier ein großzügiger Außenpool, zudem ein feiner Ruheraum, zwei Gyms und eine Panoramasauna, all das in einem ästhetisch einnehmenden Holzbau. Die Massagen sind ausgezeichnet, und auch das Aktivprogramm kann sich sehen lassen. Die Gastgeber sind Ärzte, sie fokussieren auf Regeneration nach
Foto: Kristall Verwöhnhotel
den Kneipp-Prinzipien, auf Fastenkuren sowie medizinische Check-ups (EKG, Ultraschall u. a.). Das Behandlungsspektrum ist breit, auch Kunsttherapie und psychologische Betreuung gibt es.
Unser Fazit: Ein inspirierendes, herzliches Umfeld für Stresspatienten. Ringsum belebende Natur. Vielstimmiger Vogelgesang, bester Schlaf. Tannerhof Naturhotel & Gesundheitsresort Bayern, DE, www.natur-hotel-tannerhof.de
Mohr Life Resort – extravaganter Lifestyle Lermoos, Tirol: Ein schönes Haus in bester Panoramalage, mit freiem Ausblick auf die Zugspitze nämlich, ist das Mohr Life Resort. Ein weiteres Plus in puncto Lage bietet das Haus für Skifahrer – es sind nur ein paar gute Schritte zur Talstation Hochmoosexpress, dem Anschluss an sieben weitere Lifte und 27 km Pisten. Inklusive einer nahen Dependance besteht das Hotel aus vier Logiergebäuden mit Zimmern in höchst unterschiedlichen Interieurstilen.
Drinnen regiert eine phantasievoll inszenierte Melange aus Tradition, Exotik und Coolness, so hat man etwa in der James-Bond-Lifestyle-Suite durch eine Glaswand gar sein garagiertes Auto (z. B. den Aston Martin) stets im Blick. Das Spa ist atmosphärisch gestaltet, es bietet unter anderem sieben Saunen, einen 20 m langen, auch im Winter offenen Außenpool und zahlreiche wunderschöne Ruhezonen, ziemlich neu ist eine mystisch-elegante mit marokkanischem Flair.
Inmitten der Natur: Das neue Spa im Gesundheitsresort Tannerhof ist eine Wohltat exklusiv für Hausgäste.
Home sweet home: Coolness à la James Bond mit Ausblick aufs eigene Auto im Mohr Life Resort.
Das Hotel wurde für 2026 mit zwei Lilien und 15 Punkten („außergewöhnlich“) ausgezeichnet. Ganz besonders gefallen uns die Terrasse mit Morgensonne und das Frühstücksbuffet. Auch fein: Light Lunch und Nachmittagsjause sind inkludiert. Mohr Life Resort ****s – Tirol, AT www.mohr-life-resort.at
Jungbrunn – viel Abwechslung im Spa Reizvoll im Tannheimer Hochtal gelegen: Ein schmucker Familienbetrieb, er wird bereits in dritter Generation geführt, im Winter ist man hier nahe der Talstation der Neunerköpfle-Gondelbahn mit Anschluss an neun weitere Lifte und knapp 20 Pistenkilometer. Die schöne Lage, ein innen wie außen facettenreiches Spa, zuvorkommende Mitarbeiter und ein atmosphärisch gestaltetes Ambiente zählen zu den Vorzügen des Hauses. Rustikales, Exotisches, Modernes und Elegantes zeigen sich hier miteinander verwoben. Schöne Zimmer sind aus zahlreichen, stark unterschiedlichen Varianten wählbar, auch solche mit freistehender Glasbadewanne und offenem Kamin gibt es, für Verliebte sogar eine „Herzblut-Suite“: mit Satinbettwäsche und einem chromglänzenden Herz über dem Bett, rot flackernd erleuchtet. Das Spa ist geheimnisvoll verschlungen angelegt, bietet aber viel –etwa: neun Saunen, 20 m langen Außenpool, Außen-
Superfeine Suiten: der „Gutzeitort“ Jungbrunn im Tiroler Tannheimer Tal nun mit drei RELAX-Lilien. (re.)
sauna, Naturbadeteich – sowie einiges an Neuem. Ganz neu in diesem nunmehr mit drei Lilien und 17 Punkten ausgezeichneten Haus ist übrigens auch die Kaminbar, abends gibt es hier Livemusik, und bis frühmorgens darf fröhlich gelumpt werden. Jungbrunn – Der Gutzeitort – Tirol, AT www.jungbrunn.at
HERRLICH, DIESER AUSBLICK!
Ein belebender Fernblick, gar unverbaut bis zum Horizont? Das ist wunderbar, aber eher selten. Unsere Empfehlung: vier Lilien-Hotels, die das bieten können.
Waldhaus Ohlenbach – nicht für jedermann Nicht perfekt, aber einfach bezaubernd: Ein kleiner Familienbetrieb im Hochsauerland, genauer gesagt in the middle of nowhere , gleichzeitig fernab vom Mainstream. Er ist für Menschen mit stolzen Augen, falscher Zunge und hartem Herzen wohl nur bedingt geeignet, für gutwillige, aber vielleicht bisweilen rettungslos verkopfte Großstadtbewohner hingegen eine Offenbarung. Und so ganz nebenbei ein Antidepressivum ohne Nebenwirkungen. Aber das ohne Aufpreis.
Das Waldhaus Ohlenbach liegt solitär an einem Südhang und ist nur von Wald umgeben. Der Ausblick ist hier aus vielen Räumen, auch aus dem Restaurant und dem Spa, geradezu im Überfluss zu genießen. Und in der Nacht sieht man selbst in der Ferne kaum ein Licht – es sei denn das der Sterne.
Das Spa ist zwar kein Riese, und einige Zimmer sind noch etwas démodé , aber alles im Haus ist sichtlich mit Hingabe gestaltet, die Gastgeber präsent sowie herzlich und authentisch – wie die Mitarbeiter.
Sterr Hotel & Chalets – „Sterrway to heaven“ Ruhevoll gelegen mit herrlichem Ausblick: Ein sympathischer Familienbetrieb in idyllischer Lage im Baye rischen Wald, er besteht aus einem kleinen Hotel und sechs urigen Altholz-Chalets (für zwei oder vier Personen). Letztere sind ein paar gute Schritte vom Haupthaus entfernt, werden „Bergdorf“ genannt und sind rings um einen kleinen Naturbadeteich angeordnet. Offener Kamin, Sauna und Whirlpool auf der Terrasse gehören hier zum Standard, ein großes Maß an Behaglichkeit ebenso.
Auch im Hotel gibt es Zimmer mit Sauna, ganz große sogar, in diesen genießt man auf zwei Etagen einen herrlichen Ausblick über den Garten hinweg hinaus in die Natur – und das sogar aus dem Whirlpool auf der Terrasse. Die Inte rieurs zeigen sich mit edlen Naturmaterialien gestaltet. Und wer will, kann sich in diesem Ambiente Frühstück und Abendessen servieren lassen.
Was wir hier besonders mögen: das wunderbare Frühstücksbuffet (bis 11 Uhr), die sehr gute Küche und die einnehmend feine Tischkultur. Weiters die frischen Blumen, die spannende Weinkarte mit den vielen Offenen und natürlich die Abende auf der Terrasse – geradezu herzöffnend. Waldhaus Ohlenbach ****s – NRW, DE www.waldhaus-ohlenbach.de
Der RELAX Guide zählt das mit zwei Lilien und 16 Punkten ausgezeichnete Sterr zu den besten Wellnesshotels in Deutschland. Uns Testern gefiel die Lage ebenso gut wie die erquickenden Ruhebereiche im Garten. Hinzu kommt großes Lob für die Küche und das freundliche, mitunter urbayerische Team. Auch die moderaten Getränkepreise punkten, das saubere Preis-Leistungs-Verhältnis obendrein.
Sterr Hotel & Chalets **** – Bayern, DE www.hotel-sterr.de
Belebt die Sinne: Pool im Waldhaus Ohlenbach.
Foto: Waldhaus Ohlenbach
Solitäre Premium-Lage: Das Sterr Hotel & Chalets im Bayerischen Wald begeistert – auch mit seiner Lage.
Augenweide: Das Schlossanger Alp hat nun ein komplett neues Spa – phantastischer Fernblick inklusive.
Superfeines Spa im Luxushotel: Das Stock Resort im Tiroler Zillertal ist mit drei Lilien ausgezeichnet.
hiesigen Mikrokosmos, denn hier ist man auf Wellnessurlaub mit Kindern spezialisiert. Ganzjährig.
Dafür gibt es zwei Wellnessbereiche, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen erfreuen – wirklich weitläufig und mit einer Fülle an Einrichtungen. Etwa ein 25 m langer Außen pool mit wundervollem Ausblick, ein Ladys-Spa, superfeine Ruhe räume, ein Kinderbadebereich mit 70 m langer Reifenrutsche sowie ein großartiges Fitnessstudio, sogar mit Trainingsmöglichkeiten im Freien.
Schlossanger Alp – grandioser Ausblick Unweit von Pfronten und der Grenze zu Tirol: Ein schmucker kleiner Familienbetrieb als Berghotel, es liegt auf einer großen Lichtung tief im Wald, und das auf 1.130 m Seehöhe. „Hier oben“, sagt die Webseite, „ist die Luft klarer. Das Licht weicher. Wird das Tempo leiser und der Blick weiter.“ Und das ist keine Übertreibung. Hinter Fassaden mit idyllischbayerischer Anmutung – das Schlossanger Alp wird bereits in fünfter Generation betrieben – regiert gehoben-urige Gemütlichkeit, und der Ausblick belebt. Das Spa ist übrigens brandneu. Zwar gab es bereits eines, doch das war ein bisschen zu klein. Anstatt, wie anderswo üblich, da und dort anzustückeln und ein gewöhnungsbedürftiges bis nerviges Labyrinth zu schaffen, entschieden sich die Gastgeber – fünf tüchtige und herzliche Familienmitglieder – für eine komplette Neuerrichtung. Sie geriet schlechthin zur Augen weide. Unter anderem gibt’s ein felsiges Tauchbecken mit Wasser fall sowie feine Ruhezonen, all das natürlich mit herrlicher Aussicht. Schöne Zimmer (auch solche mit Sauna, sogar ein Baumhaus gibt es), heimelige Stuben, köstliches Essen und eine einnehmend ungekünstelte Atmosphäre zählen zu den weiteren Vorzügen des mit zwei Lilien und 16 Punkten prämierten Hauses. Schlossanger Alp – Bayern, DE www.schlossanger.de
Stock Resort – super Luxus und ganz viel Spa Ganz groß und zugleich ein „Big Name“ im Tiroler Skiparadies Zillertal ist diese familiengeführte Fünfstern-superior-Herberge, die hoch über dem Ort liegt, sozusagen zwischen dem Hintertuxer Gletscher (15 km) und der Finkenberger Almbahn (200 m). Skifahren ist freilich nur ein Teil der Möglichkeiten im
Noch etwas bietet das mit drei Lilien und 18 Punkten ausgezeichnete Hotel: einen superben Bademantelwärmer beim Außenpool – ein Unikat, das auf unserem Insta-Kanal bereits zigtausend Mal bewundert wurde. Zudem wunderschöne Zimmer (bis zu 120 m 2 groß, auch solche mit Sauna), eine sehr gute Küche, freundliche Mitarbeiter und täglich mindestens 10,5 Stunden Betreuung für Kinder ab drei Jahren.
Stock Resort *****s – Tirol, AT www.stock.at
Genießen vor Traumkulisse: im Kaiserhof Ellmau.
EINFACH GUT ESSEN
Frische Zutaten und solide Handwerkskunst statt Chichi mit großen Gesten: Diese vier Hotels zählen zu jenen, die bei unserem Test mindestens mit „Sehr gut“ bewertet wurden.
Kaiserhof Ellmau – Top-Küche mit Panorama Kalk und Kalk gesellt sich gern – heißt es nicht so?
Vielleicht ist es Phantasie, aber es kam uns bei unserem letzten Testbesuch jedenfalls so vor, als wäre ein edler Schaumwein aus der kalkbodendominierten Champagne noch großartiger, wenn man dabei auf Kalkfels blickt. Und den hat man hier im Blick. Der Wilde Kaiser ist im Kaiserhof Ellmau, einem mit vier Lilien ausgezeichneten Fünfstern-superior-Hotel hoch über dem Ort, nicht zu übersehen. Für manche gilt dieses massive und doch so detailreiche Gebirge als das prachtvollste Österreichs –und hier ist es allgegenwärtig, dominiert die Ausblicke vom Spa ebenso wie von den Zimmern mit bodentiefen Fenstern und Eichenparkett oder jene vom 18 m langen Infinity-Pool auf dem Dach. Aussicht auf den Wilden Kaiser gibt es auch auf der fabelhaften Restaurantterrasse und in der Sky-Bar. Unbedingt anzumerken ist auch die ausgeprägte vinophile Schlagseite dieses Familienbetriebs für Anspruchsvolle. Der Herr über den Weinkeller, Karl Rotheneder, war schon „Sommelier des Jahres“. Von seinen Reisen bringt er immer wieder neue Entdeckungen mit, die er den Gästen – darunter übrigens außergewöhnlich viele langjährige – während des Dinners oder (unser Tipp) bei seinen Verkostungen
im „Vinariat“ auch gerne vorstellt.
Kaiserhof Ellmau *****s – Tirol, AT www.kaiserhof-ellmau.at
Haubers Naturresort – naturnah gut essen Zwischen dem Bodensee und Schloss Neuschwanstein, idyllisch an einem Südhang am Waldrand, liegt Haubers Naturresort, ein grundsolider Allgäuer Familienbetrieb in Oberstaufen, vom RELAX Guide mit drei Lilien prämiert. Der wohltuende, entschleunigende Duft von Almheu durchzieht das ganze Haus, ein Waldpfad entlang eines Bächleins gehört ebenfalls zum Areal.
Das hiesige Spa ist ein wahres Wasserparadies, zudem exklusiv für Hausgäste. Es wartet unter anderem mit einem 25 m langen Außenpool, einem großzügigen Außenwhirlpool und einem riesigen FKK-Naturbadeteich auf.
Golfer (ein kostenloser 18-Loch-Platz liegt direkt nebenan) sind hier ebenso gut aufgehoben wie Fastenwillige. Der Verzicht wird in Haubers Naturresort durch diverse Fastenprogramme, etwa Schrothkur, Basen- oder Intervallfasten, leicht gemacht. Andererseits haben wir es hier mit einer wirklich sehr, sehr guten Küche zu tun. Sie ist naturnah ausgerichtet, so wie es sich für ein Hotel gehört, das die
Foto: Kaiserhof Ellmau
Natur im Zweitnamen trägt, und sie punktet mit vielen guten Einfällen – selbst in der etwas schwierigen Kategorie vegan. Und während wir zum Frühstück anderswo allzu oft Eier aus Bodenhaltung vorgesetzt bekommen, sind es hier solche aus biologischer Freilandhaltung. Haubers Naturresort ****s – Bayern, DE www.haubers.de
Fayn Garden Retreat – mediterranes Feeling Dieser Garten weiß wahrlich, wie er uns betören kann: mit Granatapfel- und Ringlottenbäumen, mit Oleander, Olivenbäumen, Zypressen, Palmen … Umringt von Weingärten und Obstplantagen, liegt das Fayn Garden Retreat ruhig und klug abgeschirmt in Algund bei Meran. Wenn wir Meran hören, ergänzen wir in Gedanken mediterran, und genau diese Stimmung ist sowohl am mit Steinfliesen ausgekleideten Außenpool zu spüren als auch auf den stimmungsvollen Himmelbetten unter Bäumen und der Restaurantterrasse, auf der sich die Südtiroler Sonne nicht nur morgens, sondern auch abends zeigt. Der Garten und diese Terrasse allein wären Gründe genug, dieses feinsinnig gestaltete Zwei-Lilien-Hideaway zu buchen. Da wäre aber auch noch die Kulinarik: Ein tolles Frühstück gibt es bis 11 Uhr (danke dafür!), und selbst die Nachmittagsjause, die, wie wir aus Erfahrung wissen, anderswo meist mäßig inspiriert umgesetzt wird, ist von ausgesuchter Qualität. Küchenchef Holger Lübcke scheint tatsächlich jede Mahlzeit des Tages gleich ernst zu nehmen. Und man weiß hier, dass für den Genuss auch die Tischkultur eine Rolle spielt. Was uns ebenfalls stets begeistert, sind die Drinks: Im Fayn Garden serviert man keine 08/15-Cocktails, sondern flüssige Preziosen im Glas! Fayn Garden Retreat ****s – Südtirol, IT www.fayn.it
Rinderfilet mit Tannenspitzenjus: Naturnahe Küche ist das Markenzeichen von Haubers Naturresort.
Chalet Purmontes – das Fünf-Suiten-Hideaway 9,9 von 10 Punkten bei der Kulinarik in der RELAXGuide-Wertung – das sagt wohl schon alles. In Grünruhelage im Pustertal, auf 910 m Seehöhe, ist dieses Mini-Luxus-Hideaway mit seinen fünf Suiten only zu finden. Diese warten nicht nur jeweils mit einem offenen Bad und einem Weinkühlschrank auf, sondern auch mit einem privaten Infinitypool mit 36 Grad warmem Wasser, und auch eine Sauna bekommt man auf Wunsch. Zudem gibt es ein weiteres Spa auf dem Dach, dessen Öffnungszeiten man selbst bestimmen kann, und einen Badeteich mit Liegewiese.
Fünf Suiten, das bedeutet genau fünf Tische im Restaurant und genau fünf auf der Terrasse, nicht mehr – welche Wohltat! Die Küche erhält von uns das Attribut ausgezeichnet, das schaffen nur wenige Betriebe. Chef de Cuisine Fabian Oberhauser kann auf Zutaten aus der familieneigenen Landwirtschaft zurückgreifen, denen er mitunter mit internationalen Aromen einen unerwarteten Anstrich verleiht. Von den amuse-bouches bis zu den petits fours
Betörend mediterran: der Garten, aber auch das Geschmackserlebnis im Fayn Garden Retreat.
begeistern uns seine Menüs jedesmal aufs Neue. Wer wie wir das Service gern herausfordert, kann das hier bei der Weinbegleitung tun; man sollte sich nur darauf einstellen, dass man im Purmontes das unterhaltsame Spielchen um das umfangreichere Weinwissen womöglich verliert – die Beratung ist nämlich außergewöhnlich kompetent. Chalet Purmontes – Südtirol, IT www.winklerhotels.com/chalet-purmontes
Echtes Hideaway, mit Spitzenküche: das luxuriöse Chalet Purmontes im Südtiroler Pus tertal.
Ausblicksidylle: Schalber Wellnessresidenz.
IN DIE FRISCHE ABTAUCHEN
Nach der Sauna in den Naturbadeteich springen, das ist ein Hoch genuss, aber längst nicht überall möglich. Doch in diesen vier Lilien-Hotels gehört er zum Spa-Angebot.
Schalber Wellnessresidenz – toller Ausblick
Toller Panoramaausblick, Spitzenservice, wunderbare Atmosphäre: Das gehört zur DNA dieses großen familiengeführten Fünfstern-superior-Hotels, das in Serfaus auf 1.430 m Seehöhe an einem Sonnenhang liegt, im Winter ist man hier ganz nah an rund 200 km Pisten. Drinnen regieren erfrischend zeitlose Edelländlichkeit und stilvolle Modernität: schöne Stuben, und alles sehr charmant und heimelig. Und fast überall erfreut ein wundervoller Ausblick auf die umliegende Bergwelt.
Das Schalber-Spa ist exklusiv für Hausgäste, es ist auf sechs Ebenen verteilt, eher kleinteilig, aber sehr abwechslungsreich. Wir fanden unter anderem neun Saunen (eine davon textil) und einen großzügigen Adults-only-Bereich mit Ruhezonen, einem FKK-Bereich und drei Panoramapools – der längste misst 20 m. Zudem gibt es einen Familien bereich mit zwei Innenpools plus Wasserrutsche, ein LadysSpa und einen feinen Naturbadeteich in einem schönen, ruhigen Garten – zugänglich erst ab 16 Jahren. Wir lieben in diesem Drei-Lilien-Hotel die wunderbare Restaurantterrasse, das tolle Frühstücksbuffet (bis 11 Uhr) und die ausgezeichnete Küche bei feiner Tischkultur. Kids und Teens hingegen schätzen die
„Indoor Fun & Action“-Area sowie die liebevolle Betreuung (täglich 12 Stunden). Alles bestens! Schalber Wellnessresidenz *****s – Tirol, AT www.schalber.com
Seehof Nature – ruhevoll mit gutem Stil Unser Liebling im Raum Brixen ist etwas ganz Besonderes, ein außergewöhnlich harmonischer Familienbetrieb nämlich, Zielgruppe Adults preferred (ab 14). Er liegt wunderschön auf 860 m Seehöhe über dem Eisacktal, ringsum nur Wiesen, Wälder, eiszeitliche Findlinge, ein kleiner See – und vielstimmiger Vogelgesang. Drinnen ist’s so gemütlich und einnehmend schön gestaltet, dass man von der ersten Sekunde an wohlige Geborgenheit empfindet.
Auch die Zimmer folgen dem hohen ästhetischen Anspruch, ganz wunderbar sind auch die neuen Sky-Suiten – mit offenen Bädern und mit Day beds sowie Badewanne auf der großen Terrasse, in jenen mit Blick auf den See genießt man zudem die Morgensonne. Zum schönen Spa gehören unter anderem ein 18 m langer, ganzjährig nutzbarer Außenpool, zahlreiche kleinteilige Ruheräume und Terrassen direkt am Naturbadeteich, der mit gut 125 m Länge zu den größten in Südtirol zählt.
Zwei Lilien („außergewöhnlich“) vergeben wir vom RELAX Guide an diese ruhevolle Schönheit. Nicht zuletzt auch wegen der feinen Qualität beim Frühstücksbuffet und der sehr, sehr guten Küche, die sich auch bestens auf vegetarische Gerichte versteht. Tipp: der Spaziergang durch die Weingärten hinunter nach Brixen – die Altstadt ist es jedenfalls wert. Seehof Nature Retreat ****s Südtirol, IT www.seehof.it
Berghof Ramsau – urig-nett Ganz locker und entspannt: Ein urig-nettes Klein hotel auf 1.100 m Seehöhe, es liegt ein Stück außerhalb des Dörfchens, vor herrlicher Bergkulisse. Winters ist man hier in einem Dorado für Langläufer, Skifahrer, Snowboarder und Tourengeher, im Sommer nah an Klettersteigen, Mountainbike-Trails und schönen Wanderwegen. Hinter blumengeschmückten Fassaden warten ländliche Gemütlichkeit und Gastgeber mit Hands-onMentalität. Die Atmosphäre ist herzlich und leger, man ist gleich per Du – ohne dass man dafür eine Schnapstaufe über sich ergehen lassen müsste. Obwohl: Bei den Edelbränden hier wäre das sogar ein Genuss!
Das Berghof-Spa ist kein Riese, aber exklusiv für Hausgäste. Es bietet unter anderem vier Saunen, einen 10 m langen Indoorpool, Außensauna sowie einen Naturbadeteich, der im Winter eisfrei gehalten wird, für den wunderbaren Frischekick des Eisbadens nämlich. Mit toller Wirkung auf Körper und Geist.
Schwimmen, eisbaden: der riesige Teich inmitten schönsten Grüns im Seehof Nature Retreat bei Brixen.
te Ruheräume und gleich zwei Naturbadeteiche, einer davon FKK. Fazit: Wir fühlen uns hier einfach pudelwohl. Schwärmen vom Frühstücksbuffet, von der sehr guten Küche (Fleisch- und Wurstwaren kommen aus der eigenen Metzgerei) – und nicht zuletzt vom Bier aus dem hauseigenen Braukessel. Gmachl Genussdorf ****s Salzburg, AT www.gmachl.at
Nach der Sauna: schwungvoll hinein in den Schwimmteich des herzlichen Familienbetriebs Berghof Ramsau.
Weiters schätzen wir die Restaurantterrasse, das Frühstücksbuffet und die bodenständige, gute Küche, die so einiges vom eigenen Biobauernhof verarbeitet. Unbedingt erwähnen müssen wir noch die präsenten und überaus authentisch-herzlichen Gastgeber, das sind Hia si und Caro mit ihrer Tochter Sina. Außerdem: das saubere Preis-Leistungs-Verhältnis. Berghof Ramsau **** Steiermark, AT www.hotel-berghof.at
Gmachl Genussdorf – viel Neues Ein Vier-Lilien-Hotel mit weitläufigem, schönem Garten, und das vor den Toren der Mozartstadt: Das „Genussdorf“ ist ein einnehmend sympathisches Haus und zugleich ein leuchtender Stern am Himmel der Salzburger Wellnesshotellerie. Denn hier wird stetig und mit unbändigem Gestaltungswillen weiterentwickelt. Erst vor kurzem wurde eine neue, offene Küche geschaffen, die als Bühne für das Küchenteam fungiert und die Menschen hinter dem Essen vor den Vorhang holt. Auch neue, deutlich großzügigere Zimmer gibt es nun: Etwa die 75 m 2 gro ßen „Dachhäuser“, sie machen mit ihrer schieren Raumhöhe staunen, und dass sie jeweils auch über Sauna und Whirlpool sowie einen begrünten Balkon verfügen, macht den Luxus komplett.
Das Dorf-Spa auf drei Ebenen –der RELAX Guide beschreibt es als „wunderschön und höchst vielfältig“ – bereitet große Freude: sechs Pools, 12 Saunen, hübsch gestalte -
Zwei Teiche, einer für FKK: Das Spa im Genussdorf Gmachl ist wunderschön und höchst vielfältig. (re.)
Weiter Ausblick: im Schachner.
DIE BESTEN ALLER NEWCOMER
35 neue Hotels gibt es im RELAX Guide 2026. Wir haben sie alle besucht, konnten aber nur 16 davon mit Lilien auszeichnen. Finden Sie hier vier der besten.
Schachner – mit weitem Ausblick
Als Day-Spa- und Seminaradresse ist der Schachner längst weithin bekannt, nun ist das Haus dank eines Umbau-Kraftaktes nicht nur zu einem Wellness-, sondern auch gleich zu einem Lilien-Hotel geworden. Die Lage dieses beliebten Wachauer Familienbetriebs, neben der barocken Wallfahrtskirche Maria Taferl und hoch über der Donau, kann man nun auch von einem Infinitypool aus erleben – wirklich erhebend!
Auch die Fenster der Panoramasauna rahmen die Landschaft wie ein Gemälde. Wir raten unbedingt zu einem südseitigen Zimmer, um noch länger in den Genuss der hiesigen Aussicht zu kommen. Das Spa mit seinen fünf Saunen, darunter zwei Textilsaunen, ist ganz modern. Es bietet eine separate Adults-onlyZone (bis 21:30 geöffnet!) und, eines der Highlights, einen attraktiven großen Außenwhirlpool – natürlich mit prachtvollem Ausblick!
Wir schwärmen von der Restaurantterrasse mit Morgen- und Abendsonne, von der tollen Bar – und den auffallend liebevoll gemixten Cocktails. Freude machten uns auch Frühstücksbuffet und Abendessen
sowie das ungekünstelt agierende Team. Schachner **** – Niederösterreich, AT www.hotel-schachner.at
Aki Family Plose – Luxus für Groß und Klein Noch luxuriöser geht es in Sachen Kinderhotel derzeit nirgendwo: Das Aki Family Resort Plose, ein brandneues High-End-Familienresort im Südtiroler Eisacktal, übertrifft mit dem Gebotenen selbst die bisherigen Spartensieger. Es ist von jener Sorte, die auch das ästhetische Auge der Eltern erfreut.
Minimalistisch mit dunklen Farben und hellem unbehandelten Holz als Kontrast gestaltet, mit stylischen Lichtakzenten, und auch die Kinderzonen sind plastikfrei – ganz wunderbar. Während es für Kinder drei Rutschen und zwei Textilsaunen gibt (Pools sowieso), suchten wir erwachsene Tester auch das Wald-Spa auf, für das „Adults only“ gilt. Es liegt tatsächlich mitten im Wald, rundherum nichts als Bäume, und ist geradezu sagenhaft schön. Unbedingt einmal besuchen: den Yoga-Pavillon hier im Wald, wo auch (Post-)Schwangerschaftsturnen angeboten wird.
Foto: Schachner/Günter Standl
Auf die Kinder warten in diesem Superlativ von einem Hotel nicht nur Spielscheune, Mal- und Holzatelier, sondern auch ein Biotop mit Floß und Wasserspielplatz, eine Turnhalle, die abends zu einem Theater wird, ein Streichelzoo und schier unzählige Stunden Betreuung. Schlecht für unsere Figur, gut für die Laune: Den Desserts, der Patisserie generell, konnten wir nur schwer widerstehen.
Aki Family Resort Plose ***** – Südtirol, IT www.aki-plose.com
Karwendel Leutasch – heimelig ländlich
Neu in die Riege der Lilien-Hotels aufgestiegen ist dieser sympathische Familienbetrieb in Leutasch. Bei der vor kurzem erfolgten Modernisierung hat man sich hier eine ordentliche Portion alpiner Ländlichkeit bewahrt – ein erfrischender Kontrast zur grassierenden kühlherzigen Trendbeflissenheit. Umso harmonischer wirkt hier alles, und gemütlich obendrein. Die überschaubare Größe und das Bergpanorama tragen ihren Teil zum hohen Wohlfühlfaktor bei.
Behagliche Ländlichkeit vor Naturkulisse: das Karwendel in Leutasch. Nichts für Kids, viel für Hunde.
Luxus wie nirgendwo sonst: Kein anderes Kinderhotel übertrifft das High-End-Flair des Aki Family Plose.
Zur aufrechten Identität dieses Hotels passt die regionale Hausmannskost, die man selbstbewusst zelebriert. Bei uns punktet die Küche des Karwendel mit Sehr gut, also einer Note, von der viele andere Hotels, die glauben, man müsse auf dem Teller möglichst viel effektvolles Tralala und 100 aufwendige Elemente bieten, nur träumen können. Im Spa erfreuen sechs Saunen, schöne Liegemöglichkeiten im Freien und ein erfrischender Naturbadeteich – unter anderem. Kinder sind in diesem Haus nicht erlaubt, Hunde dafür umso mehr. Sie begrüßt man mit allerlei Utensilien an der Rezeption, ein Agility-Parcours bietet Raum für Geschicklichkeitstraining. Seefeld-Leutasch ist generell eine hundefreundliche Urlaubsregion, die Gastgeber haben zahlreiche Tipps auf Lager. Karwendel Alpenhotel Leutasch **** – Tirol, AT www.karwendel.com
Wagnerhof – Privatsphäre beim Achensee Erstaunlich, welche Privacy man in verbautem Gebiet schaffen kann – das war unser Gedanke, als wir im Wagnerhof das erste Mal im attraktiv gestalteten Garten am Pool lagen. Von hier aus hat man Berge und Grün im Blick (und so einige Fallschirmspringer), nicht aber die vielen anderen Hotels, die sich ringsum in Pertisau tummeln; der kühle, von dunkelbewaldeten Gipfeln umzingelte Tiroler Achensee ist ein attraktives Reiseziel auch für internationale Gäste. Auch vom neuen, feschen Spa aus – es ist in einem runden Turm untergebracht – blickt man vorrangig auf üppige Wiesen, von bodentiefen Fenstern aus. Ein kleiner Adults-only-Outdoorpool auf der oberen Etage ermöglicht Ruhe, Familien sind in den anderen Zonen aber durchaus erlaubt, die Gastgeberinnen – Mutter mit zwei Töchtern – sind sehr kinderfreundlich, authentisch und herzlich obendrein. Die Küche punktet mit Sehr gut, im Sommer empfiehlt sich die wunderbare Terrasse mit Abendsonne. Milch und Rindfleisch kommen vom eigenen Bau-
Für schöne Tage: feine Suiten mit Daybeds auf der Terrasse im Wagnerhof in Pertisau am Achensee.
ernhof, um den sich Vater und Sohn kümmern. Noch etwas: Die Gartensuiten verfügen über eine eigene Grünfläche. Und ein Detail aus dem Testbericht: „Unsere Massagen waren sensationell.“ Wagnerhof **** – Tirol, AT www.wagnerhof.at
BADEN, VIELLEICHT AUCH TRÄUMEN
So schön ein Spa-Hotel auch sein kann, ein erhebendes Badeerlebnis ist das i-Tüpfelchen auf jeder Wellnessoase. Diese vier Hotels zählen zu jenen mit unseren Lieblingspools.
Panorama Allgäu Resort – einfach schön Ankommen und wohlfühlen: ein feiner, nicht allzu gr0ßer Familienbetrieb in wunderschöner Ruhelage am Waldrand, umgeben von Wiesen, Weihern und Mooren. Er wird bereits in vierter Generation geführt und hat vor kurzem eine porentiefe Verjüngungskur absolviert. Der Ausblick ist schier unendlich und unverbaut obendrein, also schlechthin grenzgenial. Zu den weiteren Stärken zählen ein weitläufiger Wellnessbereich und ein einnehmendes Ambiente. Dieses lässt sich gut mit „aufs Wesentliche reduziert“ und „mit hoher Wertigkeit“ beschreiben, also als stilistische Rechtschaffenheit ohne Verrenkungen –„einfach schön“ passt freilich ebenso.
Auch das Spa ist atmosphärisch gestaltet, es bietet ein Areal für Adults only und eine kleinere Familienzone, weiters vier Saunen und einen FKK-Außenwhirlpool – um nur einiges zu nennen. Highlight für uns Tester ist jedenfalls der Infinity-Außenpool: eingebettet in einen Badeteich, all das mit dem für dieses Haus so typischen Panorama.
Mit drei Lilien und 18 Punkten hat der RELAX Guide das schöne Hotel ausgezeichnet, wir Tester lobten besonders die fabelhafte Terrasse, das wunderbare Frühstücksbuffet und die gute regionale Küche.
Panorama Allgäu Spa Resort – Bayern, DE www.panorama-allgaeu.de
Giardino Marling – im Paradiesgarten Fein für Menschen, die das Schöne suchen: Seinen Namen verdankt das von Mutter und Tochter geführte Fünfsternhaus dem wundervollen mediterranen Garten, der es umgibt. Palmen und Olivenbäume spenden hier Schatten, Lavendel, Jasmin und Rosen in vielen Farben erfrischen mit ihrem Anblick und Duft. Ringsum erfreuen Weingärten und Apfelhaine, der Ausblick auf Meran und ins Etschtal ist wunderschön. Im Inneren regieren Harmonie, edle Materialien und herrlicher Blumenschmuck.
Das Spa ist – wie auch das Restaurant – exklusiv den Gästen des Hauses vorbehalten. Es bietet unter anderem einen ausgedehnten Saunabereich mit großen Glasfronten, im Freien zudem einen Solepool und auf dem Dach einen tollen, 17 m langen Sky-Pool mit Liegenterrasse und Whirlpool, all das mit wunderbarem Ausblick, sogar auf die Meraner Trabrennbahn – mit einem Fernglas könnte man so das Rennen seines Favoriten mitverfolgen.
Phantastisch: Schwimmen im Panorama Allgäu Resort.
Foto: Panorama Allgäu Resort
Schönheit und Harmonie: nur für Hausgäste im feinen Giardino Marling, mit Meran-Blick.
Vier Thermalpools, 29 bis 36 Grad: im Holzapfel, Bad Füssing.
Winkler Sport & Spa – großes Aktivangebot
In einem Dörfchen auf 960 m Seehöhe im Südtiroler Pustertal fanden wir dieses kinderfreundliche Fünfsternhotel, es ist eines der vier allesamt sehr gastfreundlichen Häuser der Familie Winkler. Ein umfangreiches Aktivangebot, schöne Zimmer in sehr vielen Varianten – sie sind bis zu 100 m2 groß, auch solche mit Sauna und Whirlpool oder mit eigenem Außenpool plus Gärtlein samt Feuerstelle stehen zur Auswahl – und ein überaus freundliches Team zählen zu den Vorzügen dieses 200-Betten-Hotels.
Mit vier Lilien zertifiziert der RELAX Guide das „Gesamtprodukt“ Giardino Marling. Nicht zuletzt auch wegen der Morgensonne beim Frühstück, der ausgezeichneten Küche bei edler Tischkultur – und des lieblichen Gesangs der Vögel im Garten. Die Weine fanden wir Tester übrigens toll – auch preislich. Giardino Marling ***** – Südtirol, IT www.giardino-marling.com
Holzapfel – so viele Thermalpools
Bad Füssing, Niederbayern: gutes Essen, ein schönes Spa mit Thermalwasser und faire Preise. All das charakterisiert diesen grundsoliden Familienbetrieb, der seinen Wellnessbereich vor kurzem großzügigst erweitert hat und damit in die Liga der Drei-LilienHotels aufrücken konnte. Eigentlich sind es ja zwei Hotels, nämlich das Stammhaus und das „Wellnesshotel“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite, die beiden sind unterirdisch verbunden. Auch die öffentliche „Therme 1“ ist über einen Bademantelgang erreichbar, der Eintritt ist für Holzapfel-Hausgäste im Logispreis inkludiert.
Das neue Spa wartet unter anderem mit vier unterschiedlich temperierten Thermalpools auf – 29, 33, 34 und 36 Grad, der längste ist 17 m –, zudem gibt es sieben Saunen, einen schaurig frischen Eisraum und eine FKK-Zone im Freien. Großzügige Spa-Öffnungszeiten sind übrigens anderswo selten geworden, hier jedoch nicht: 10 Stunden für die Saunen, 13 Stunden für die Pools!
Im schönen Spa fanden wir sechs Saunen (eine davon textil) und nicht weniger als sieben Pools, der längste misst 25 m. Der schönste ist hingegen etwas kürzer, dafür aber umso beeindruckender, handelt es sich doch um einen Infinitypool auf der Dachterrasse der Adults-only-Zone. Und von hier genießt man ein herrliches 360-Grad-Panorama ins Pustertal.
Neben Yoga, Meditation & Co bietet man seinen Gästen fast täglich eine geführte Wanderung, im Winter ein kostenloses Shuttle ins nahe Skigebiet, ein Eislaufplatz befindet sich direkt am Hotel. Für Kids gibt es unter anderem Sport- und Fußballhalle sowie täglich acht Stunden Betreuung (ab drei Jahren). Streichelzoo, Alpakawanderungen und Reitstall erfreuen im nahen Lanerhof der Winklers. Winkler Sport & Spa Resort ***** – Südtirol, IT www.winklerhotels.com
Was wir noch besonders mögen: die vielen langjährigen Mitarbeiter, die Küche, die große Sauberkeit sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. Und den Umstand, dass Spa und Therme an An- und Abreisetag ganztägig genutzt werden können. Holzapfel ****s – Bayern, DE www.hotel-holzapfel.de
Die reine Freude: einer von sieben Pools im Winkler.
Relaxen am eigenen Pool: im Nesslerhof.
DAS SPA FÜR UNS ALLEINE!
Sechs Lilien-Hotels, in denen man seine Suite eigentlich nicht mehr verlassen möchte.
Nesslerhof – stimmiges Gesamtpaket Skifahren, wandern und gut essen: Ein sehr sympathisches Fünfsternhotel, es liegt im Wintersport-Dorado Großarl, erste Reihe fußfrei gegenüber der Talstation der neuen Kieserlbahn – ein Katzensprung zu 70 Pistenkilometern im Winter und in der restlichen Zeit ein idealer Startpunkt für herrliche Wanderungen. Das moderne Haus erfreut mit ausnahmslos großen und schönen Zimmern, sie sind durchwegs hochwertig ausgestattet, alle haben Balkon oder Loggia, überlange Betten und viel Licht kommen hinzu. Logismäßiger Höhepunkt sind die Luxussuiten mit offenem Kamin und Spa – bis hin zum eigenen Infinity-Außenpool auf der 95 m2 großen Dachterrasse. Das bedeutet beinahe mehr Wellness als in einem recht einfachen Spa-Hotel – nur halt exklusiv für sich.
Auch der allgemeine Wellnessbereich ist großzügig dimensioniert, zudem atmosphärisch gestaltet, mit Zonen für Familien und Adults only. Da gibt es acht Saunen, fabelhafte Ruheräume und einen riesengroßen Naturbadeteich – unter vielem anderen.
Noch etwas begeistert uns in diesem mit vier Lilien und 18 Punkten prämierten Haus: die sehr gute, regional und biologisch ausgerichtete Küche. Der RELAX
Guide im O-Ton: „Mit Raffinesse und ansprechender Präsentation. Light Lunch und Nachmittagsjause sind inkludiert. Gelungene Weinkarte, erfreuliche Preise an der Bar.“ Stimmiges Gesamtpaket! Nesslerhof ***** – Salzburg, AT www.nesslerhof.at
Tonihof – nun ganz groß modernisiert Pferde und Musik sind hier die Leidenschaft der vierköpfigen Gastgeberfamilie, die als „Tonihof Buam“ auch jenseits des Hotelbetriebs von sich reden macht, nämlich schneidig, urbayerisch und voller Schwung. Es handelt sich um einen Newcomer, der es praktisch aus dem Stand auf zwei Lilien im RELAX Guide schaffte. Um einen sympathischen, natur- und heimatverbundenen Familienbetrieb von angenehm überschaubarer Größe. Er liegt im Bayerischen Wald, genauer gesagt inmitten eines 50-Häuser-Dörfchens. Vor kurzem wurde hier um 20 Millionen Euro modernisiert und erweitert, nun regiert in den öffentlichen Räumen ein Wohlfühlambiente ohne Wenn und Aber – durchgängig, wie aus einem Guss.
Die Zimmer zeigen sich allesamt recht behaglich gestaltet, entweder im traditionellen Landhausstil
Foto:
Nesslerhof
Wohlfühlambiente ohne Wenn und Aber: mit Sauna und Whirlpool auf der Terrasse im Tonihof im Bayerischen Wald.
Geinberg5 – Hideaway mit Butler-Service
Eines der ganz wenigen echten Hideaways, es wurde vor 13 Jahren eröffnet und damit maßgeblicher Auslöser des (mit einiger Verzögerung eingetretenen) Trends zu ganz großen Hotelzimmern und solchen mit private spa. Es handelt sich um ein kleines Bungalow-Dörfchen mit Luxusanmutung. Es bietet 21 außerordentlich große Suiten (114 bis 300 m2), diese sind in 11 Villas, also in Bungalows, untergebracht, bieten ein fabelhaftes Wohngefühl und verfügen stets über Sauna, Dampfbad, offenen Kamin und einen Thermalwhirlpool auf der Terrasse – 36 Grad, und das rund um die Uhr, herrlich –, einen eigenen Badesteg am Schwimmteich gibt’s obendrein.
Ein allgemeiner Adults-only-Wellnessbereich für die Gäste der Villas ist in einem zweistöckigen Badehaus untergebracht, er wurde wenige Wochen vor Drucklegung großzügig modernisiert und um so einige Attraktionen bereichert. Zu den zwei großen Thermalpools sind unter anderem ein SchaumDampfbad, ein Dachgarten mit Eventsauna sowie aufwendig gestaltete Ruhezonen hinzugekommen. Das Frühstück ist wunderbar, es wird bis 12 Uhr serviert. Alle Mahlzeiten kann man übrigens auch in der Villa einnehmen, ein Butler bringt sie dann, und
auf Wunsch ist er stets hilfreich zur Stelle. Etwa wenn es ums Anheizen der Buchenholzscheiter im Kamin geht. Man braucht also – und möchte es auch kaum –seine private villa nicht zu verlassen. Selbst die Massagen werden quasi „ans Bett“ geliefert. Geinberg5 Private Spa Villas – Oberösterreich, AT www.sparesortgeinberg.at
Privacy mit Butler-Service: Im Geinberg5 Private Spa Villas ist das selbstverständlich, Sauna, Whirlpool und Badesteg ebenso. oder in geradliniger Neoländlichkeit. Logismäßiges Highlight ist übrigens die 80 m 2 große Luxussuite vom Typ „Almsinfonie“. Sie bietet unter anderem Weinkühlschrank, Sauna und einen Whirlpool auf der Terrasse. Auch der Wellnessbereich ist weitgehend neu und ansprechend gestaltet, und auch Sauna- und FKK-Enthusiasten werden hier glücklich. Frühstück und Küche fanden wir sehr gut. Zu den weiteren Besonderheiten zählen ein Kinderbauernhof mit Eseln, Lamas und anderen Tieren sowie ein Reitstall mit Noriker- und Haflingerpferden – Reitunterricht gibt es für alle ab drei Jahren. Tonihof Natur & Wellness ****s – Bayern, DE www.tonihof.com
Riederalm – beste Wahl für Feinschmecker Leogang im Pinzgau, ein Wintersportparadies (70 Lifte, 270 km Abfahrten) und eines der Bike-Dorados Europas. Ganz nah an der Talstation der Asitzbahn liegt dieses familienfreundliche, sympathische Hotel, das wir vom RELAX Guide mit zwei Lilien und 16 Punkten („außergewöhnlich“) auszeichnen und als best choice in Sachen Küche einstufen. Denn was hier vor allem im À-la-carte-Restaurant „dahoam“ vom Hotelchef Andreas Herbst kulinarisch geboten wird,
Hängematte zum Baden: großzügige Spa-Suiten mit zauberhaftem Ausblick in der Riederalm, Leogang.
Ein ganzer Trakt mit Spa-Suiten: nach großzügiger Modernisierung nun im Das Mühlbach zu genießen.
stellt vieles in den Schatten, in der Region belegt die virtuose Kulinarik für uns sowieso Platz eins.
Die Riederalm besteht aus vier miteinander verbundenen, nicht sehr großen Gebäuden, die in unterschiedlichen Stilrichtungen (traditionell, modern-ländlich und modern-urban), aber stets sehr gemütlich gestaltet sind. Die Zimmer (DZ von 22 bis 70 m 2) präsentieren sich stilvoll und mit hochwertigen Naturmaterialien arrangiert, alle haben Balkon oder Terrasse. Ein wahrer Hingucker: die großzügigen Penthouse-Suiten mit Sauna und freihängender Badewanne – ja, richtig gelesen, fast wie eine Hängematte!
Was uns hier noch sehr gut gefällt: das feine Frühstücksbuffet (ein serviertes Langschläferfrühstück gibt es bis 11.30 Uhr), die spannende Weinkarte –und dass alles so unaufgeregt rundläuft. Viel für Kids, ringsum herrliche Wanderwege.
Riederalm Good Life Resort ****s – Salzburg, AT www.riederalm.com
Wöscherhof – aus der Suite in den Badeteich Von der dampfend heißen Sauna in der eigenen Suite gleich direkt in den Badeteich, das gefällt nicht nur uns. Hier in Uderns im Zillertal, im Wöscherhof, einem sympathisch-ländlichen Viereinhalbstern-Familienbetrieb im Zillertal, kann man diesen Luxus erleben. Das familienfreundliche Haus liegt auf 550 m Seehöhe unweit vom Golfplatz, im Winter hält der kostenlose Skibus beinahe vor dem Hotel, zudem wird man auf Anruf vom hoteleigenen Shuttle abgeholt. Es gibt zwei Logiergebäude und sozusagen auch optisch zwei Welten: Heimelige Alpenländlichkeit trifft mitunter recht abrupt auf neoalpine Modernität. Das Spa bietet zunächst die Trennung in einen Familienbereich und eine feine Adults-only-Zone (ab 18 Jahren), Letztere befindet sich auf dem Dach, hier genießt man den Ausblick auf die Zillertaler Berge –auch im Sky-Infinitypool. Unter anderem erfreuen insgesamt acht Saunen, sie stehen mehrheitlich auch Kindern offen. Das ist selten und umso einnehmender. Als etwas Besonderes empfanden wir auch die Aufmerksamkeit der Gastgeberfamilie und die regionale Küche. Bio-Eier, Milch, Fleisch und Speck kommen aus der eigenen Landwirtschaft – „wir sind und bleiben Bauern“, sagen die authentischen Gastgeber. Eine Nachmittagsjause mit Softdrinks ist inkludiert, das Preis-Leistungs-Verhältnis sauber.
Wöscherhof ****s – Tirol, AT www.woescherhof.com
Das Mühlbach – großzügigst modernisiert Am alten Hauptplatz neben der Kirche: ein uraltes Traditionshaus im niederbayerischen Bad Füssing. Es hat sich vor kurzem komplett neu erfunden und sozusagen auf drei Lilien und 17 Punkte im RELAX Guide hinaufkatapultiert. Denn großzügigst wurde hier modernisiert und erweitert, ein zusätzliches Logiergebäude hat die Hotelgröße auf nunmehr 200 Betten beinahe verdoppelt, und die öffentlichen Räume verströmen neuerdings eine helle und einladende Atmosphäre – wir fühlten uns auf Anhieb wohl.
Zu den Neuheiten gehören auch wunderschöne Zimmer, zwei Kategorien verfügen nun sogar über ein eigenes Spa, entweder auf 100 m2 mit Sauna oder mit Thermalwasser-Whirlpool auf der Terrasse, die Bademäntel sind übrigens aus reiner Baumwolle.
Auch ein zweiter Wellnessbereich ist entstanden, und was für einer! Im Word-Rap: Sky-Spa, FKKLiegendeck, warmer FKK-Pool mit Ausblick in die Landschaft, acht Saunen und fünf unterschiedlich temperierte Pools, der längste liegt inmitten eines Badeteichs, wunderbares Thermalwasser gibt’s obendrein.
Aus unseren Notizen: „Reichhaltiges Frühstücksbuffet, gute Küche bei netter Tischkultur, Light Lunch und süße Nachmittagsjause sind inkludiert, teuerster Flaschenwein 87 Euro. Zierliche Servierkräfte aus Asien im Dirndl, sie haben sich sogar die urbayerische Heiterkeit zu eigen gemacht.“
Das Mühlbach ****s – Bayern, DE www.muehlbach.de
Cosy: Der herzliche Wöscherhof bietet viele Zimmer mit Spa, auch solche mit direktem Badeteichzugang.
Fotos: Wöscherhof, Das Mühlbach
LEBEN RETTEN
Von Linus Reichlin.
Im Jahr 2022 sagte der damalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: „Waffen aus Deutschland retten in der Ukraine Tag für Tag Leben.“ Ich schaute zweimal hin, aber der Satz stand immer noch da. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Ich dachte, tja, was soll man dazu sagen?
Konsequenterweise müsste man es bedauern, dass es keine deutschen Nuklearwaffen gibt, denn mit ihnen könnten Tag für Tag viel mehr Leben gerettet werden als mit Leopard-Panzern.
Mein Großvater sagte immer: „Wenn die Leute anfangen, Dinge zu sagen, die verrückt klingen, und wenn sie dafür Applaus kriegen, sollte man sich 100 Büchsen Corned Beef kaufen.“ Mein Großvater war 1937 ein Jahr in Großbritannien gewesen und hatte dort Corned Beef lieben gelernt, weil er kein Geld für richtiges Fleisch hatte. 1962, während der Kubakrise, kaufte er 100 Büchsen Corned Beef in einem Laden in Arbon am Bodensee, sie wurden von einem Großhändler aus Zürich angeliefert.
Damals kannte man in der Schweiz Corned Beef nur vom Hörensagen, aber dieser Großhändler aus Zürich importierte es aus alten Lagerbeständen der britischen Armee: Corned Beef aus Burma, aus Kaschmir, aus Libyen. Nach der Kubakrise musste meine Großmutter die 100 Dosen wegschmei ßen, weil sogar die verschlossenen Dosen zu stinken begannen, vor allem die aus Libyen, die noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammten.
Mein Großvater sagte: „Papperlapapp, wenn der Atomkrieg ausgebrochen wäre, hättest du das Zeug auch verdorben gegessen.“ Er war einfach ein erbarmungsloser Realist. Wenn er noch leben würde, hätte er spätestens nach dem zitierten Satz des Nato-Generalsekretärs den Keller mit Corned Beef aufgefüllt.
Diesmal hätte er es einfach bei Aldi kaufen können: Die Menschheit macht logistische Fortschritte. Die Menschheit macht überhaupt einerseits Fortschritte, und andererseits fällt sie wieder ins Jahr 1914 zurück. „1914“, sagte mein Freund Bruno, als wir darüber sprachen, „machten wir auch schon Fortschritte, und dann fielen wir ins Jahr 1805 zurück.“ Schlacht bei Austerlitz. Klingt gut, als Schlachtenname. Austerlitz, Kanonenblitz, toter Fritz, Bajonettaufschlitz. In Austerschlitz starben eine Menge junger Männer, aber heute wissen nur noch Fachleute, warum. In 200 Jahren weiß keiner mehr, warum die Leute im Ukraine-Krieg starben. Das zeigt, dass der Mensch einfach gern Kriege führt, die Gründe sind nebensächlich.
„Nein“, sagte Bruno, „die Gründe sind Sätze wie der, dass deutsche Waffen Leben retten.“
„Aber man muss den Nato-Generalsekretär“, sagte ich, „auch ein bisschen in Schutz nehmen: Er ist Sozialdemokrat und war in einer Rudolf-SteinerSchule. Links und Anthroposoph. Von so jemandem kann man ja wohl nicht erwarten, dass er sagt: Wir schicken Waffen in die Ukraine, um die Russen so richtig plattzumachen!“
Wie auch immer, eins steht fest: Meinem Großvater hätte die ganze Sache nicht gefallen. Er sagte immer: „Tu nur das, wovon du etwas verstehst.“ Und jetzt sind in Deutschland 73 Prozent der GrünenWähler für eine Rückeroberung der Krim!
Wenn man sie fragt, wie das denn funktionieren soll, sagen sie: „Na, mit diesen gepanzerten Elektro -
Die Menschheit macht einerseits Fortschritte, und andererseits fällt sie wieder ins Jahr 1914 zurück.
autos, wie heißen die schon wieder, wo vorn so ein langes Rohr ist.“
Für die Grünen ist der Krieg eine karitativ-militärische Hilfsaktion: Frieden schaffen mit deutschen Waffen. Leben retten durch Autos, wo vorn ein langes Rohr ist. Wenn das Rohr hinten wäre, wäre es ein Backrohr für Voll-Rohr-Brote. Jetzt fehlen noch Demeter-Granaten, die bei Vollmond mit regional erzeugtem Sprengstoff gefüllt werden. Granaten vom Biobauern „für die Menschen, die jetzt unsere Hilfe brauchen“.
„Wie lange hält sich eigentlich Corned Beef?“, fragte Bruno, und ich sagte: „Bis es dir ein Grüner wegfrisst, der selber keinen Notvorrat hat.“
Dieser Artikel aus Linus Reichlins Serie „Unten durch“ ist zuerst in der Weltwoche erschienen.
„ At the copa, copacabana … “
Butler, Pennsylvania, 13. Juli 2024: „Du bist nicht verrückt. Die Welt steht auf dem Kopf.“
AMERIKAS ABRISSBIRNE
„Er ist kein Philosoph. Er ist eine Abrissbirne.“ Der Antipolitiker Donald Trump beendet die Priesterherrschaft der Experten und Schwätzer. Von David Mamet.
Alle paar Jahrzehnte werden die USA von einem Fieber geschüttelt. Nicht der Sorte Fieber, die die Leute ins Krankenhaus bringt — sondern vor die Mikrofone. Dann glauben wir wieder, dass irgendwo irgendwer – ein Experte, ein Zar, ein Rat – besser als wir weiß, wie wir unser Leben leben sollen.
Dann überlassen wir ihm das Steuer. Wir überlassen es Professoren, Gelehrten, Bürokraten mit eleganten Schuhen. Wir lassen sie etwas bauen, das sie „Systeme“ nennen, komplizierte Gebilde aus Jargon und Komitees. Sie sagen, das sei nur zu unserem Besten.
Doch was sie wirklich verkaufen, ist nicht Politik. Es ist Komplexität. Sie ist das Produkt. Komplexität rechtfertigt den Experten. Werden die Probleme zu verwickelt, als dass normale Menschen sie verstehen könnten, dann wird der Mann mit der Tabelle und dem Harvard-Abschluss unerlässlich.
Und lange haben wir ihnen das abgekauft. Wir kauften ihnen die Story ab, das Leben sei zu schwierig, zu nuanciert, zu fragil, als dass es ohne die Klasse der Aufgeklärten bewältigt werden könnte. Man sagte uns, gesunder Menschenverstand sei ein Mythos, arbeitende Menschen könnten unmöglich
wissen, wie man das Land repariert, das sie gebaut haben. Die Botschaft war einfach: Du kannst mit deiner Freiheit nicht umgehen, also übernehmen wir das für dich.
Das ist die große Lockvogeltaktik moderner Herrschaft. Das Problem ist nie die Sache selbst, sondern der Umgang mit ihr: Man braucht keinen Damm; man braucht ein ämterübergreifendes strategisches Wasserressourcenaufsichtsgremium. Man braucht keinen Polizisten, man braucht eine Initiative für Gemeinschaftssicherheit und holistische Wellness. Die konkrete Realität wird aufgelöst und ersetzt durch eine Abstraktion; und dank der Abstraktion gibt es Arbeitsstellen, fließen Stipendien und Förderungen, häuft sich Macht an. Das ist eine Industrie, die auf der bewussten und profitablen Vernebelung des Offensichtlichen beruht. Für die Pries terschaft der Experten muss jede Lösung drei neue Probleme generieren, von denen jedes eine zusätzliche Schicht administrativer Überwachung, mehr Sitzungen und einen neuen Satz Akronyme benötigt. Ihr wahres Ziel ist nicht die Bewältigung der Krise, sondern die Krise zu ihrer permanenten Heim adresse zu machen.
Foto: Anna Moneymaker gettyimages
Trump, die Marktkorrektur
Und dann kam der Mann, der ihnen dies nicht abkaufte. Donald Trump ist kein Rätsel. Er ist eine Reaktion, eine Marktkorrektur, wenn man so will. Jahrelang verkaufte die herrschende Klasse ein Produkt namens Komplexität. Trump kam und sagte: „Nein, danke.“
Er glaubte ihre Verkaufsmasche nicht. Er sprach nicht ihre Sprache. Ihre Etikette war ihm egal. Er stand da mit seiner langen Krawatte und sagte die offensichtlichen Dinge, die alle anderen sich nicht zu sagen trauten. Er bezeichnete die Medien als fake. Er sagte, das System sei manipuliert. Und auch wenn die Leute ihn nicht mochten, gefiel ihnen, dass es endlich einer sagte. Das brach den Bann. Denn sowie man sich eingesteht, dass des Kaisers Kleider nichts als Einbildung sind, sieht der ganze Umzug lächerlich aus.
Dass ein Mann sich weigerte, mitzuspielen, war für die Mitglieder der Elite unverzeihliches Ketzertum. Sie hatten das Spiel so konzipiert, dass es für jeden ohne ihre spezielle Ausbildung, ihr anerkanntes Vokabular und ihre gemeinsamen Vorstellungen unspielbar war. Trump brach nicht nur die Spielregeln, er verhielt sich so, als nähme er diese gar nicht wahr, wie ein Bauunternehmer, der durch ein Museum geht und darauf hinweist, dass die Brandunterdrückungsanlage nicht gut genug sei. Seine Einfachheit war kein Fehler, sie war eine Waffe. Er ersetzte die gewundene, zarte Sprache eines Seminars durch die einfache, robuste Sprache einer Transaktion.
Er sprach in Grundfarben in einer Welt, die aus Tausenden Grauschattierungen bestand; und die Leute, die die Nuancen, die sie sich nicht leisten konnten, leid waren, hörten ihm zu. Sie erkannten den Tonfall von jemandem, dem es wichtiger war, einen Deal zu machen, als darauf zu achten, dass alles gut aussah.
Die sogenannten Eliten waren nicht wütend, weil das Land zerfiel. Die USA waren nicht am Zerfallen, sie funktionierten, nur nicht für sie. Was sie wütend machte, war, dass ihre Autorität zerfiel. Ihr Monopol auf das Erklären der Dinge. Die Professoren, Consultants und fact checkers hatten ihre Karrieren auf der Vorstellung aufgebaut, dass der Durchschnittsbürger zu dumm sei, um sein Leben zu bewältigen. Plötzlich wird ein Typ, der Wolkenkratzer baut und wie ein Vorarbeiter redet, Präsident, und die ganze Priesterschaft dreht durch. Weil er die Marke zerstört hat. Er hat die Komplexität des Produkts obsolet gemacht.
Die Empörung hatte nichts mit Politik, sondern mit Berufen zu tun. Ihre Fachkenntnis, das Einzige, was sie zu verkaufen hatten, wurde über Nacht entwertet. Ihre Universitätsabschlüsse, ihre Mitgliedschaften bei Think-Tanks, ihr Zugang zu den Hinterräumen der Macht – all dies beruhte darauf, dass die Öffentlichkeit ein Problem für unlösbar hielt. Ließ sich das Problem jedoch mit einer einfachen
Entscheidung und einem klaren Ziel lösen, dann löste sich ihr Job, der darin bestanden hatte, das Problem bis in alle Ewigkeit zu verwalten, in Luft auf. Sie sahen in Trump keinen politischen Gegner, sondern eine ökonomische Bedrohung, einen Saboteur
Trump hat kein Chaos geschaffen. Er hat es aufgedeckt.
des lukrativen Verwaltungsstaats. Ihre Wut war der Schrei eines Monopols, das seines exklusiven Patents verlustig geht. Das erklärt, warum sie ihn so giftig und persönlich attackierten: Er war nicht nur politisch anderer Meinung als sie; er wagte es vielmehr, anzudeuten, dass ihre Berufung nichts als ein unnötiger Umweg sei.
Damit das klar ist: Trump hat kein Chaos geschaffen. Er hat es aufgedeckt. Er ist wie jemand, der in ein schickes Restaurant kommt, das Tischtuch hochhebt und sagt: „Hier drunter gibt es Ratten.“ Die Kellner sind entsetzt – nicht weil er falschliegt, sondern weil er recht hat vor den Kunden. Das stört die „Anständigen“: nicht die Korruption, sondern deren Aufdeckung.
Er erlaubte ihnen, zu brüllen Sie bezeichnen ihn als vulgär. Natürlich ist er vulgär. „Vulgär“ kommt vom lateinischen „vulgus“, und das bedeutet „Volk, Pöbel“. Er muss nicht klingen wie sie. Er muss nicht die richtigen Wörter kennen oder sich für die falschen entschuldigen. Er muss sie vielmehr daran erinnern, dass das Land nicht den Kommentatoren gehört, sondern den Bürgern. Und das ist sein unverzeihliches Verbrechen.
Die Abscheu der Elite vor seiner Sprache widerspiegelt ihre Abscheu vor einer Teilhabe des Durchschnittsbürgers. Sie setzt Geschliffenheit mit Kompetenz gleich und Ungehobeltheit mit Unfähigkeit. Ihre guten Manieren sind kein Moralcode, sondern ein Sicherheitssystem: eine Möglichkeit, die Nichterwählten, die Nichteingeladenen und die über keine Referenzen Verfügenden von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten. Wenn sie ihm schlechten Geschmack vorwerfen, wollen sie damit in Tat und Wahrheit sagen: „Du gehörst nicht in unser Haus.“
Doch die Leute, die ihn gewählt haben, hatten dies verstanden. Sie wählten keinen Protokollchef; sie wählten jemanden, der die Protokolle zerstören würde, die sie am Reden gehindert hatten. Sie sahen seine Primitivität als Ausdruck von Authentizität, als bewusste Weigerung, sich der Klasse anzudienen, die jahrzehntelang auf sie herabgeschaut hatte. Er erlaubte Millionen, nicht mehr höflich und sich selbst zensierend zu flüstern, wie das die Hüter der Kultur verlangten, sondern zu brüllen, und zwar in der unverblümten Sprache, mit der man sich auf der Straße, in der Fabrik und am Küchentisch ausdrückt.
Wir leben in einer Kultur des Sichentschuldigens. Jede Werbung, jede Preisverleihung, jede universitäre Vorlesung ist ein Akt der Buße. Wir entschuldigen uns für unseren Erfolg, für unsere Geschich-
Nicht Aufstände, nicht Slogans, nicht Hashtags. Sondern die stetige, langsame Rückkehr des gesunden Menschenverstands.
te, unsere Privilegien, unsere Klimaanlagen. Doch Schuld ist ein Geschäftsmodell. Wenn sie dir weismachen können, dass deine Freiheit ein gestohlenes Gut ist, dann können sie sie besteuern, können sie sie regulieren, können sie sie beschämen, bis sie wie Mitleid aussieht. Trump weigerte sich, Buße zu tun. Er ging in den Beichtstuhl und sagte: „Heute keine Sünden.“ Und das – nicht seine Tweets, nicht die Politik, nicht der Lärm – hat sie zum Ausrasten gebracht. Weil seine Weigerung ihre krummen Geschäfte aufgedeckt hat. Die ganze Industrie des moralischen Managements wird von Schuld angetrieben. Nimmt man diesen Treibstoff weg, müssen die Experten ihr Geschäft aufgeben.
Die Industrie der Moralverwaltung ist eine riesige, sich selbst erhaltende Bürokratie der Scham. Sie braucht einen regelmäßigen Nachschub an Sündern, und wenn die bereits existierenden Sünden nicht genügen, erfindet sie neue dazu: unbewusste Voreingenommenheit, Mikroaggression, historisches Privileg. Diese Moralinflation sorgt dafür, dass der Preis für die Absolution, der mit Gefügigkeit, Ergebenheit und der Aufgabe der eigenen Urteilsfähigkeit bezahlt wird, nie sinkt.
Der Experte ist der Einzige, der dazu befugt ist, das Sakrament der Empfindsamkeit zu spenden. Trumps simple, plumpe Weigerung, die Rolle des reuigen Sünders zu spielen, war eine existenzielle Bedrohung dieses ganzen Systems. Man hörte einen ganzen Wirtschaftssektor den Laden dichtmachen. Trump sagte nicht nur: „Ich bin nicht schuldig.“ Er sagte: „Eure Macht, mich für schuldig zu erklären, ist eine Illusion.“ Er verweigerte die Voraussetzung, und damit beraubte er die Priester ihres Gehalts.
Die eigentliche Revolution
In der Sprache wird die Krankheit zuerst sichtbar. Achten Sie darauf, wie Wörter mutieren. „Arm“ wird zu „benachteiligt“. „Freiheit“ wird zu „Chancengleichheit“. „Bürger“ wird zu „Teilhaber“. Der Trick ist immer der gleiche: Ersetze Klares durch Abstraktes, und du kannst alles verkaufen. Ist ein Mann arm, kann man ihm helfen, ihm unter die Arme greifen, einen Job anbieten, ihm ein Gewerbe beibringen. Ist er jedoch „unterdrückt durch systemische Chancenungleichheit“, braucht man plötzlich eine Taskforce, Stipendien, lebenslange Konferenzen – und nieman-
dem wird je geholfen. Komplexität ist profitabel. Klarheit nicht.
Diese linguistische Krankheit ist ein Akt der intellektuellen Gentrifizierung. Sie nimmt ein solides, funktionierendes Wort, ein Wort mit Ecken und Kanten und einer einzigen harten Bedeutung, und ersetzt es durch einen weicheren, schwammigeren Begriff, dessen Bedeutung sich so manipulieren lässt, wie es dem Sprecher passt. „Fairness“ ist ein altes englisches Wort, das gleiche Regeln für alle Spieler impliziert. „Equity“ ist ein neues Wort, das eine ungleiche Verteilung impliziert, die von einem Administrator vollzogen wird. Das Wort „justice“ bedeutete einst „Urteil“; jetzt bedeutet es „Prozess“. Die Sprache des Experten ist bewusst trübe, denn sowie das Wasser klar wird, ist es aus mit der Rolle des Experten als unerlässlicher Übersetzer. Deswegen sind die besten Strategiepapiere solche, deren Lektüre mindestens eine Stunde erfordert und nach der man verwirrter ist als vorher. Ziel ist es, auf der Straße zum Verständnis eine bleibende Mautstelle zu errichten, in welcher der Experte sitzt und das Geld einkassiert. In den USA findet gegenwärtig ein Seilziehen zwischen zwei Sprachen statt: der Sprache der Arbeit und der Sprache des Geschwätzes. Die Sprache der Arbeit sagt: „Reparier diese verdammte Röhre.“ Die Sprache des Geschwätzes sagt: „Bilden wir einen Arbeitskreis zum Thema ,Gerechter Zugang zu Wasser‘.“ Der Arbeiter will rechtzeitig zum Abendessen nach Hause kommen. Der Schwätzer will noch länger vor der Fernsehkamera bleiben. Der Arbeiter bemisst Erfolg nach den Ergebnissen. Der Schwätzer bemisst Erfolg nach der Aufmerksamkeit. Und zum ersten Mal seit langem beginnen die Arbeiter zu begreifen, dass sie keine Erlaubnis brauchen, um recht zu haben. Das ist die eigentliche Revolution, nicht Aufstände, nicht Hashtags, nicht Slogans. Sondern die langsame, stetige Rückkehr des gesunden Menschenverstands. Der grundlegende Konflikt betrifft die Maßstäbe. Die Sprache der Arbeit ist der Realität verpflichtet. Die Röhre leckt, oder sie leckt nicht. Das Haus steht, oder es fällt zusammen. Das sind binäre, nicht verhandelbare Ergebnisse. Die Sprache des Geschwätzes hingegen ist nur Abmachungen verpflichtet. Erfolg wird bemessen nach der Qualität der Pressemitteilung, der Eleganz der Absichtserklärung oder dem Applaus bei der Podiumsdiskussion. Er ist ein geschlossener Kreis, in dem die Schwätzer einander anerkennen, abgeschottet gegen das schonungslose Feedback der greifbaren Welt. Der Arbeiter weiß, dass ein Fehler einen kaputten Boiler und einen wütenden Kunden zur Folge hat. Der Schwätzer weiß, dass ein Fehler oft einen Buchvertrag, ein Stipendium oder einen lukrativen Consulting- Auftrag zur Folge hat. Als die Arbeiter sahen, dass Trump die Grundprinzipien der Schwätzer ablehnte, war das ein Augenblick tiefer Erkenntnis. Sie begriffen, dass sie die Sprache der Schwätzer nicht zu lernen brauchten, um glaubwürdig zu sein. Sie mussten nur auf eine kaputte Röhre zeigen und sagen: „Das funktioniert so nicht.“
Man sagt, Trump spalte das Land. Ich glaube vielmehr, das Land war schon gespalten: in jene, die Dinge machen, und jene, die dafür Gesetze aufstellen. Er hat die Spaltung nicht erfunden, er hat sie aufgezeigt. Er hat die Verpackung weggerissen. Er sagte: „Schaut, so sieht’s aus: Die Leute, die eure Autos reparieren, eure Häuser bauen und euer Essen produzieren, werden wie Idioten behandelt von Leuten, die nichts produzieren außer Powerpoint-Präsentationen.“ Vielleicht ist ihnen sein Ton zuwider. Okay. Aber immerhin ist es ein Ton, den man versteht. Er redet nicht wie ein Think-Tank. Er redet wie einer, der einen Deal abschließen will. Seine Sprache ist nicht geschliffen, sondern echt. Und Echtheit ist ein seltenes Gut in einer Kultur, die süchtig ist nach Theater.
Die Spaltung, die er offenlegte, ist die Kluft zwischen Produktion und Administration. Die Menschen von der Produktion, der Schweißer, der Bauer, der Lastwagenfahrer, funktionieren nach dem Prinzip des Machens. Sie sind notwendig, aber sie sind auch unangenehm körperlich. Die Menschen von der Administration, der Analyst, die Diversitätsbeauftragte, der Stipendienvergeber, funktionieren nach dem Prinzip des Verwaltens. Sie sind abstrakt, und ihr Wert bemisst sich nach der Schwierigkeit ihrer Sprache und der Unsichtbarkeit ihrer Arbeit.
Die produzierende Klasse wird von der administrativen Klasse verachtet, nicht weil ihre Angehörigen ungebildet sind, sondern weil ihre Arbeit zu einfach ist, als dass sie den Lohn der Administratoren rechtfertigen würde. Trump in seiner Rolle als der Inbegriff eines Dealmakers und Baumeisters diente als Übersetzer, als Brücke zwischen der vergessenen Sprache der Fabriken und der hohen Rhetorik der Präsidentschaft. Er mag wie ein Elefant im Porzellanladen geklungen haben, aber für die außerhalb des Ladens klang es, als gehe da endlich unnötiges Porzellan kaputt.
Gegengift zum Panikmacher
Die amerikanische Linke hat ihre ganze moderne Identität auf dem Bewirtschaften von Angst aufgebaut: Angst vor dem Klima, Angst vor Beleidigungen, Angst vor Kapitalismus, Angst vor der anderen Seite. Angst rechtfertigt Kontrolle. Und Kontrolle rechtfertigt Karrieren. Doch Angst hat ein Ablaufdatum. Mit der Zeit haben die Leute genug davon, Angst zu haben. Sie möchten wieder an die Arbeit gehen. Sie möchten ihre Kinder aufziehen, ohne moralische Fragebögen ausfüllen zu müssen. Sie möchten sagen können, was sie meinen, ohne ein Seminar über Privilegien. Der Antipolitiker, dessen Prototyp Trump ist, bietet Erleichterung von dieser Erschöpfung an. Er sagt: „Du bist nicht verrückt. Die Welt steht auf dem Kopf. Und du brauchst keine Bewilligung, um dies festzustellen.“ Mehr braucht es nicht, um einen Bann zu brechen.
Angst ist das nicht zu übertreffende Verkaufswerkzeug der auf Kontrolle versessenen Elite. Sie ist der
Brennstoff des Administrationsstaats. Je schlimmer die Krise zu sein scheint, je direkter der existenzielle, planetare oder gesellschaftliche Kollaps bevorzuste -
Das Grauen der Elite vor dem Populismus ist das Grauen davor, überflüssig zu werden.
hen scheint, desto dringender ist die Notwendigkeit, dass eine nichtgewählte, allmächtige Autorität einschreitet und jeden Aspekt des Lebens übernimmt. Diese Strategie verschiebt das Gespräch über die Frage „Was kann man tun?“ (eine praktische, auf den Erfolg ausgerichtete Diskussion) hin zur Frage „Was muss aufgegeben werden?“ (eine moralische, auf Anpassung ausgerichtete Diskussion). Jeder neuen Regulierung, jeder Ausweitung staatlicher Bürokratie, jeder neuen Sprachregelung geht die Warnung vor einem Verhängnis voraus.
Was den Antipolitiker attraktiv macht, ist die Attraktivität des Mannes, der sagt: „Das Ungeheuer ist nicht real, und selbst wenn es real wäre, kann es nicht über uns bestimmen.“ Er ist das Gegengift zum professionellen Panikmacher; was er anbietet, ist nicht Politik, sondern eine einfache, befreiende Stimmung, die Stimmung eines Menschen, der genug davon hat, sich verwalten zu lassen. Diese emotionale und intellektuelle Klarheit kann die Klasse der Verwalter nicht tolerieren, denn es ist unmöglich, eine Bevölkerung zu verwalten, die sich nicht mehr fürchtet.
Das ist es, was niemand aus der Höflichkeitswelt zugeben will: Die Amerikaner hassen Experten nicht, weil sie gescheit sind. Sie hassen Experten, weil sie selbstgefällig sind. Ein Spengler weiß, wenn er einen Fehler gemacht hat. Ein Professor nicht. Das ist der Unterschied. Macht der Spengler einen Fehler, rinnt Wasser heraus. Macht der Professor einen Fehler, rinnt Kultur heraus. Und wenn man lange genug unter der Aufsicht von Menschen gelebt hat, die nie einen Fehler zugeben, dann unterstützt man den Mann, der sie bloßstellt, auch wenn er laut ist, auch wenn er primitiv ist. Denn je lauter er wird, desto offensichtlicher wird, dass des Kaisers Komitee nackt ist.
Der Professor, abgeschieden im Akademikertum, operiert in einer Welt, in der Fehler als „Überarbeitungen“ oder „neue Theorien“ bezeichnet werden. Ein Professor ist festangestellt, was eine institutionelle Garantie dafür ist, dass er vor allen Folgen geschützt ist. Der Klempner hingegen operiert im gnadenlosen Scheinwerferlicht der Konsumentenwirtschaft. Wenn das Klo um drei Uhr morgens den Geist aufgibt, ist sein Versagen für den Kunden sofort schmerzhaft offensichtlich, und darunter leiden der Ruf, der Lebensunterhalt und der Terminplan des Klempners. Die Klasse der Experten ist nicht verantwortlich für das Ergebnis, sondern nur für den Vorgang. Sie können eine katastrophale Politik an-
wenden, diese in einem Leitartikel verteidigen, ein Stipendium annehmen, um ihren Misserfolg zu studieren, und dann der Öffentlichkeit vorwerfen, dass sie nicht mitgemacht habe. Diese grundlegende Risikolosigkeit, diese vollkommene Trennung zwischen intellektueller Handlung und materiellen Folgen, führt zu der Selbstgefälligkeit, die den arbeitenden Bürgern so auf den Geist geht. Für die Arbeiterklasse ist ein echter Experte jemand, dem die Realität und nicht ein Komitee recht gegeben hat.
Die gute Nachricht ist: Auf Dauer gewinnt immer die Wirklichkeit.
Es ist einfach, dies als Populismus abzutun. Doch Populismus ist nichts als Demokratie ohne Mittelsmänner. Lässt man die Berater, die Lobbyisten, die Meinungsforscher, die „Strategen für gemeinnütziges Engagement“ weg, bleiben die echten Bewohner eines Landes übrig, die nach wie vor glauben, richtig von falsch zu unterscheiden, sei einfacher, als man uns einredet. Man muss ihnen nicht beibringen, wie sie leben sollen. Man muss sie nur lange genug in Ruhe lassen, damit sie es tun können. Bürokraten nennen dies gefährlich. Ich nenne es Freiheit.
Die Leute verlangen keine Anarchie
Die Klasse der Mittelsmänner, das riesige Ökosystem Nichtproduzierender, die sich zwischen die Bürger und deren Regierung schieben, wirkt bewusst als Erzeuger von Friktionen. Sie werden dafür bezahlt, dass sie die klare Stimme des Volkes verkomplizieren, moderieren, filtrieren und letztlich verdünnen. In diesem Licht gesehen, ist Populismus keine Ideologie, sondern ein Konstruktionsprinzip, die Forderung nach der Rückkehr zu einer direkten, unvermittelten Beziehung zur Macht. Er ist ein Aufstand gegen den Vorgang, nicht gegen die Politik. Wenn die Leute sagen, sie möchten „weniger Vorschriften“, dann verlangen sie damit nicht Anarchie; sie verlangen, dass 80 Prozent der Bürokraten gefeuert werden, deren einzige Funktion darin besteht, ihre Existenz dadurch zu rechtfertigen, dass sie ebendiese Vorschriften schaffen.
Das Grauen der Elite vor dem Populismus ist deshalb das Grauen davor, überflüssig zu werden. Wenn eine Transaktion einfach und direkt wird, hat der Mittelsmann am meisten zu verlieren. Die Forderung, das „schmutzige, laute, wunderschöne Experiment“ Demokratie solle ohne Babysitter funktionieren, ist die Forderung nach Souveränität, nach dem Recht, die Folgen seiner Entscheidungen selbst zu tragen, ohne dass sich eine Behörde einmischt. All dies bedeutet nicht, dass Trump vollkommen ist oder dass Heilige seinen Stil übernehmen sollen. Er ist kein Philosoph. Er ist nicht einmal ein Politiker. Er ist eine Abrissbirne. Aber manchmal braucht man eben eine Abrissbirne. Bevor man ein Haus wie -
deraufbauen kann, muss man die Teile abreißen, die verrottet sind. Und hier stehen die USA zurzeit: in der Staubwolke nach dem Abriss, sie blicken auf die freiliegenden Fundamente und versuchen sich zu erinnern, wie man baut.
Die Abrissbirne ist ihrem Wesen nach nicht subtil. Sie kann keine nuancierten Verhandlungen führen mit einer tragenden Mauer. Ihr Zweck ist es, Strukturen zu zerstören, die zu schwach, zu korrupt oder zu unehrlich geworden sind, um stehenzubleiben. Klagen über Trumps Taktlosigkeit, mangelnde Feinfühligkeit oder mangelnde intellektuelle Schärfe haben nichts mit dem zu tun, wofür er da ist. Man kritisiert nicht den moralischen Charakter eines Skalpells, bevor es einen Tumor entfernt; man beurteilt es nach seiner Wirksamkeit. Die notwendige Zerstörung der Autorität der Verwalterklasse erforderte ein Werkzeug, das ebenso grobschlächtig und kompromisslos war.
Wunderschönes Experiment
Die Staubwolke ist unangenehm, sie vernebelt den Blick, sie verursacht Husten, doch sie ist der notwendige Vorbote eines Neubaus. Die nächste Phase wird der schwierige Teil sein, der Aufbau; doch der erste notwendige Schritt war das kompromisslose Wegräumen, das Freilegen der verrotteten Fundamente, die die Experten jahrzehntelang verborgen hatten unter Schichten von Komplexität und geschliffen klingender Rhetorik. Der große Dienst, den der Antipolitiker uns erwiesen hat, war nicht die Politik, die er vertrat, sondern die Klarheit der von ihm bewirkten Zerstörung.
Das haben die Medien immer noch nicht kapiert. Sie glauben, wenn sie nur lauter schreien, mehr Adjektive anhäufen, mehr Empörung zeigen, mehr Leitartikel schreiben, dann können sie die Leute so beschämen, dass diese wieder gehorchen. Doch die Beschämung greift nicht mehr. Die Öffentlichkeit hat den Trick durchschaut. Sie weiß, wenn ein Mann im Fernsehen sagt: „Das ist gefährlich“, dann bedeutet dies in der Regel: „Das bedroht meine Arbeitsstelle.“ Und hat man diesen Schwindel erst einmal durchschaut, kann man nicht mehr anders, als klarzusehen. Deswegen kommen Belehrungen nicht mehr an. Deshalb klingen moralische Beschimpfungen hohl. Der Kunde hat den Laden verlassen, doch der Verkäufer brüllt immer noch in den leeren Gängen herum.
Die Beziehung der Öffentlichkeit zu den Medien hat sich gewandelt von passivem Konsum zu feindseliger Dekonstruktion. Der Bürger hört nicht mehr den Inhalt der Sendung; er hört die Absicht hinter der Sendung. Jedes weinerliche Editorial, jedes Podium betroffener Experten, jede feierliche Verkündung einer drohenden „Krise der Demokratie“ wird mittlerweile dekodiert als ein verzweifelter Versuch, die Kontrolle über das Narrativ zurückzugewinnen, den Kunden zurück in den Laden zu zerren. Dieser Misserfolg ist der katastrophale Zusammenbruch
des Geschäftsmodells der Informationsklasse. Ihr Produkt – vermittelte Realität – wird zurückgewiesen zugunsten roher, unvermittelter Erfahrungen. Die Eliten halten die Aufsässigkeit der Öffentlichkeit für Ignoranz; dabei ist sie eine fortgeschrittene Form der Lesefähigkeit: die Fähigkeit, aus dem moralistischen Sermon die finanziellen Motive herauszulesen. Das alte Spiel von Scham und Kontrolle ist vorbei. Die Einzigen, die dies noch nicht mitbekommen haben, sind die, deren Lohn davon abhängt, dass das Spiel weitergeht.
Das ist das Ironische an der Sache: Immer wieder wird behauptet, im Dunkeln sterbe die Demokratie, doch was wirklich stirbt, ist die Vorstellung, die Demokratie brauche einen Babysitter. Das amerikanische System, dieses schmutzige, laute, wunderschöne Experiment, wurde so konstruiert, dass es auf Misstrauen beruht. Seine Begründer glaubten nicht an Engel. Sie glaubten daran, dass Ehrgeiz durch Ehrgeiz, Gier durch Gier in Schach gehalten werden. Die moderne Elite glaubt an Management. Sie glaubt, wenn sie die richtige Tabelle entwickelt, kann sie damit das Wesen des Menschen reparieren. Doch das Wesen des Menschen ist kein Softwarefehler. Es ist das Betriebssystem. Und Trump funktioniert nach dem ursprünglichen Code.
Das System der amerikanischen Gründerväter beruhte auf einem zutiefst zynischen, realistischen Bild des Menschen: Er sei voller Fehler, egoistisch und zu Größe ebenso fähig wie zu Verdorbenheit. Ihre Lösung war nicht, eine „aufgeklärte Klasse“ einzusetzen, um ihn zu läutern, sondern eine strukturelle Friktion, das System der checks and balances , um zu verhindern, dass ein Fehler zum Tyrannen werden kann.
Die moderne Elite dagegen leidet am Wahn, der Mensch und das System ließen sich vervollkommnen. Sie sehen die Verfassung nicht als Geländer, sondern als eine Ansammlung historischer Fehler, die ausgebügelt, aufdatiert und schließlich ersetzt werden sollten durch ein von der Elite ausgedachtes eigenes, überlegenes, auf Tabellen beruhendes Konstrukt. Sie möchten eine friktionslose Demokratie, die von zugelassenen Engeln verwaltet wird. Doch die Demokratie ist ihrem Wesen nach laut, chaotisch und ineffizient. Sie ist ein andauernder, wüster Kampf. Der Antipolitiker, der nach dem ursprünglichen Code von Egoismus und ungeschminktem Ehrgeiz funktioniert, hat das Land daran erinnert, dass das System nicht für Harmonie gebaut ist; es ist dafür gebaut, Konflikte auszuhalten.
Geräusche eines letzten Akts
Wo also stehen wir? Mitten im Kampf zwischen Wirklichkeit und Darstellung. Zwischen Leuten, denen es um das Resultat geht, und Leuten, denen es um das Aussehen geht. Die gute Nachricht ist: Auf die Länge gewinnt immer die Wirklichkeit. Denn nur sie kann gewinnen. Und die schlechte Nachricht: Es braucht in der Regel einen Zusammen -
bruch, damit die Leute sich darauf besinnen. Die Experten haben einen Theorienturm gebaut, der so hoch ist, dass sie nicht mehr davon herunterkommen können, ohne das Gesicht zu verlieren. Deshalb predigen sie weiter vom Balkon aus, bis dieser wegbricht. Und wenn er wegbricht, werden die Leu -
Dieses bürokratische Gebäude aus Komplexität und Jargon ist zutiefst instabil, da es nicht im Boden der Wirklichkeit verankert ist.
te mit Schmutz unter den Fingernägeln diejenigen sein, die immer noch aufrecht dastehen. Weil sie nie da hochgekrochen sind.
Der Turm der Theorie, dieses bürokratische Gebäude aus Komplexität, Jargon und vermittelter Moral, ist zutiefst instabil, da er nicht im Boden der Wirklichkeit verankert ist. Er ist ein Konstrukt, das auf Glauben beruht, nicht auf greifbaren Fakten. Die Leute, die ihn gebaut haben, die administrative Klasse, können seinen Zusammenbruch nicht überleben, da ihre ganze Identität mit seiner Höhe und Komplexität verklammert ist. Doch der Arbeiter, der auf dem Boden lebt, der jeden Tag mit den unnachgiebigen Gesetzen der Physik und der Wirtschaft zurechtkommen muss, muss nur warten, bis die Schwerkraft zwangsläufig für eine Korrektur sorgt.
Der Lärm und das theatralische Getue auf dem Balkon werden anhalten, doch das Publikum weiß: Dies sind die Geräusche eines verzweifelten letzten Akts. Die Ära der Darstellungen ist vorbei, jetzt beginnt die Ära der Konsequenzen.
Der Vorhang ist gefallen. Das Licht geht an. Das Publikum buht nicht, es verlässt den Saal. Es hat genug von der Show. Jetzt werden wir sehen, wer tatsächlich etwas aufbauen und nicht nur davon reden kann. Das ist der tatsächliche Zustand der Nation. Nicht Verzweiflung. Sondern eine Gelegenheit. Das Ende des Drehbuchs ist nichts als der Anfang der Arbeit.
David Mamet, 77, ist einer der großen amerikanischen Dramatiker und Drehbuchautoren. Für sein Meisterwerk „Glengarry Glen Ross“ erhielt er 1984 den Pulitzer-Preis. Das Theaterstück über Immobilienmakler wurde später mit Al Pacino und Jack Lemmon verfilmt. Mamet schrieb unter anderem die Drehbücher zu „The Postman Always Rings Twice“, „The Untouchables“ oder „Hannibal“. Für „The Verdict“ und die geniale Politsatire „Wag the Dog“ erhielt er Oscar-Nominationen. Zu Mamets bekanntesten Regiearbeiten gehören „House of Games“ oder „Heist“. Mamet schreibt auch Bücher und Essays über Kultur, Politik und die Sprache der Macht. Letzte Buchpublikation: „The Disenlightenment: Politics, Horror, and Entertainment“ (Harper Collins, 2025).
Aus dem Englischen von Thomas Bodmer. Dieser Artikel ist unter dem Titel „Amerika braucht keinen Babysitter“ zuerst in der Weltwoche erschienen. ■
ER WEINTE SCHNELL
Er hatte keine Moral, aber er weinte schnell. Die Beziehung mit ihm begann ver heißungsvoll, allmählich wurde daraus ein Gang wie über einen zugefrorenen See. Ich konnte leicht aus rutschen. Und wenn ich dann durch die Eisdecke einbrach, gab ich die Schuld niemals dem Eis, sondern mir. Die Geschichte einer falschen Liebe. Von Maria de Souza.
Er hatte sich mich ausgesucht. Dass es mit Kalkül geschah, wusste ich damals nicht. Ich war einfach überglücklich: ein so fescher Mann, rassig, stilvoll gekleidet, sensibel. Schöne, dunkle Augen, ein Akzent zum Schwärmen. Goethe, Thoreau und Mozart waren zwar seine Sache nicht, doch seine Andersartigkeit empfand ich als wunderbar bereichernd. Ein gutes halbes Jahr lang erschien mir, dass sich alles in Richtung aufrichtiger Liebe entwickeln würde. Dann zog er bei mir ein. Während der ersten Monate wurde ich verwöhnt und umschmeichelt. Doch kaum war er sich meiner Liebe sicher, änderte sich alles. Er begann zu kritisieren, bald war ihm nichts gut genug. Das Gras war überall grüner als bei uns. Dabei ging es uns gut, wir hatten genug von allem. Freunde und Geschäftspartner warnten: „Hände weg von diesem Mann. Er tut dir nicht gut.“ Ach was –ich wollte und konnte das nicht glauben. Sieben Jahre später verlor ich plötzlich den Boden unter den Füßen: Ich war meiner inneren Stimme beraubt. Er hatte mich als alkoholkranke Drogenabhängige kriminalisiert. Meine Firma, das Erbe meines Vaters, gehörte mir nicht mehr, sondern ihm, der überall herumerzählte, er selbst wäre deren Mastermind.
Unsere Körper – wie Magneten Dabei hatte ich alles richtig gemacht. Vermeintlich. Er hatte so ein unstillbares Bedürfnis nach Anerkennung. Ich konnte das zwar nicht nachvollziehen, aber ich gab ihm Anerkennung und Macht, zunächst in meiner Firma. Obwohl er mangels Fachkenntnissen nur eine unbedeutende Rolle übernehmen konnte, ließ er sich umgehend Geschäftskarten mit dem Titel „Vice President“ drucken. Nein, ich war nicht entsetzt. Arglos schmunzelnd ließ ich ihn gewähren. Denn unsere Beziehung hatte so verheißungsvoll begonnen: mit seinen virtuosen Eroberungskünsten, mit seiner sinnlichen Verzauberung. Unsere Körper –wie Magneten. Er machte mich glauben, wir hätten dieselben Werte und dieselbe Vorstellung vom Leben. Ich hatte nie Glück mit Männern gehabt und war lange Jahre alleine. Aber jetzt war ich überzeugt, die große Liebe müsse so aussehen!
Doch sobald sich die Alltagsroutine breitmachte, begannen die Schwierigkeiten. Dabei liebe ich den Alltag. Das Putzen, das Aufräumen, das Kochen. Er hingegen schien ihn zu hassen. Denn immer mehr zeigte sich, dass für ihn sich stets wiederholende Tätigkeiten, banale Pflichten und generell die Übernah-
Im Nebel der Verschleierung: den Abgrund erkennen.
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Lieblingsplatz
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me von Verantwortung unerträglich waren. Zumutungen fast, die er schnell an mich delegierte, soweit ich sie ihm nicht ohnedies bereits unaufgefordert abgenommen hatte.
Nachdem ich aber beruflich bereits über alle Maßen ausgelastet war, brachte mich das zunehmend in einen Zustand von permanentem Stress. Von Monat zu Monat ein bisschen mehr.
In nicht wenigen Dingen verhielt er sich verantwortungslos. Wie ein Teenager vielleicht, mitunter wie ein dreijähriges Kind. Und ich wuselte hinterher wie eine für ihn sorgende Mutter, um das Drama klein zu halten oder wieder auszubügeln. Es waren zahllose Kleinigkeiten, aber nervenzerfetzende. Es änderte sich nichts. Und eine Entschuldigung gab es niemals. Aber ich wollte nur das Gute sehen, konzentrierte mich auf seine Vorzüge.
Doppelleben voraus
Irgendwann begann er, nachdem ich ihn abends bekocht hatte, alleine auszugehen und erst nach Mitternacht nach Hause zu kommen. Mit Schaudern erinnere ich mich an das Klackklack seiner genagelten Schuhe, das mich stets aufweckte. Man konnte es schon auf der Straße und dann den ganzen Korridor entlang hören. Jeder Schritt klang nach zur Schau gestellter Selbstsicherheit und fühlte sich wie ein kleiner Stich ins Herz an. Dennoch ließ ich ihn gewähren. Denn ich dachte, er müsse einfach einmal die ihm fehlenden Erfahrungen machen. Alles werde sich dann in Wohlgefallen auflösen – und unsere Liebe vertiefen.
Er, der fremd war in diesem Land, bewegte sich bald in Gesellschaft von Koksern oder Menschen, die sich als Nabel der Welt empfanden, häufig mit lukrativen, aber zweifelhaften Karrieren. Er hatte ein Faible für Berühmtheiten, wollte ebenfalls zu den Reichen und Schönen gehören. Und stets trat er als Vice President meiner Firma auf.
Es dauerte nicht lange, da ging er ein Verhältnis mit einer reichen kanadischen Erbin ein, die, umringt von allerlei halbfett gedruckten Prominenzen, durch die Klatschpresse geisterte.
Er war ein Meister im Täuschen und Verschleiern, daher verging viel Zeit, bevor alles aufflog, eigentlich durch Zufall nur. Just an dem Tag, an dem ich den Mietvertrag für ein luxuriöses City-Penthouse unterschrieben hatte. Auf sein Drängen hin, weil er mein Haus am Stadtrand – aus den 1960er Jahren – als „kleinbürgerlich“ und „unangemessen“ empfand.
Zusammenbruch und Neubeginn
Ich war am Boden zerstört. Niemals hätte ich das gedacht. Freunde sollten mir viele Jahre später sagen, dass ich drei Tage nur geweint hätte. Ich weiß das heute nicht mehr. Aber ich weiß, dass ich nun gezwungen war, einen Schlussstrich zu setzen.
Nach Wochen kam ein Brief von ihm. Weit über 20 Seiten lang, fast unleserlich. Mein erster Impuls war, das als Gift abzutun und gar nicht zu lesen. Doch
nach ein paar Tagen vertiefte ich mich dennoch in diesen Brief, dessen Inhalt sich wie ein Virus in meine Seele hineinzufressen begann. Von Schuld und Vergebung war da die Rede, und davon, dass er nun endlich
Eine Entschuldigung gab es niemals.
Aber ich wollte nur das Gute sehen.
wisse, was im Leben wirklich zähle. Und außerdem, dass ich mich doch „menschlich“ verhalten solle, ihm verzeihen müsse. Bei all der Liebe, die wir doch füreinander empfänden.
Das wirkte. Im Brustton der Überzeugung gelobte er Besserung und versprach, den Kontakt zu seiner Geliebten abzubrechen, sie sei ohnedies eine „lupenreine Narzisstin“. Wir waren also wieder ein Paar. Die Welt, das machte ich mir zumindest vor, war abermals in Ordnung. Er begann, an sich zu arbeiten, sogar mit Hilfe eines Coaches, der ihn von nun an begleitete, jedoch, wie ich erst heute weiß, seine Problematik nur vertiefte, freilich nicht, ohne dafür Unsummen zu kassieren.
Aber zunächst folgten viele schöne Monate, und ich war glücklich.
Schwangerschaft ändert alles Irgendwann kam durch einen Zufall ans Licht, dass er weiterhin in Kontakt mit dieser Dame stand. Bezeichnenderweise gerade zu jenem Zeitpunkt, in dem er einen Kinderwunsch äußerte und heiraten wollte. Das war mir so unbegreiflich, dass ich mich dagegen aussprach und verlangte, dass er auch weiterhin ein Präservativ verwenden müsse. Entgegen unserer Abmachung wurde ich dennoch schwanger.
Ich kann den Grund nicht erklären, aber mit der Schwangerschaft begann die wonnevollste Zeitspanne, die ich jemals mit ihm erleben durfte. Nach der Geburt unserer Mädchen – es waren die allersüßeste Zwillinge – heirateten wir, und damit geriet unser Familienleben zu noch größerer Freude. Das Glück währte jedoch nur so lange, bis ihm die quirligen Babys offensichtlich zur Last fielen. Ab diesem Zeitpunkt begann sich alles wiederum zunehmend schwieriger anzufühlen. Seine Unzufriedenheit und sein Argwohn waren erneut da.
Anfangs waren es kleine Bemerkungen, subtile Kritik oder gezieltes Schweigen. Ich hatte beruflich mehr um die Ohren als je zuvor, meine Bitten um Ruhe, um etwas Abstand, ignorierte er oder machte sie lächerlich. Auf Widerspruch reagierte er hochempfindlich, und es wurde immer schwieriger, einen problematischen Sachverhalt zu besprechen. Sachlich auf ein bestimmtes Thema angesprochen, konterte er zunehmend mit einem Wortschwall, der stets viele andere Themen miteinbezog, obwohl diese in keinerlei Sinnzusammenhang standen. Für diesen Wortsalat gab es niemals eine Lösung. Ich fühlte mich dann schnell verwirrt und schuldig, selbst wenn ich gar
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nichts falsch gemacht hatte. Ein Fortschritt, so wie er aus einer sinnvollen Auseinandersetzung zu erwarten wäre, wurde jedenfalls zunehmend unmöglich.
Ich rationalisiere, entschuldige ihn.
Nach und nach verliere ich das Gespür für Grenzen – und den Kontakt zu mir.
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Auch eine Besonderheit aus Zeiten, die ich längst als überwunden betrachtete, kam langsam wieder zum Vorschein: sein Besprechen unserer Konflikte mit Außenstehenden. Die kleinste Unachtsamkeit meinerseits, selbst wenn sie lediglich in seiner überhitzten Phantasie existierte oder zu lächerlich gewesen wäre, um sie überhaupt zu thematisieren, und schon war er bei Dritten, denen er – zumeist unter Tränen – von meinen „Verfehlungen“ berichtete. Danach übernahm er die Meinungen seiner „Berater“, nicht ohne sie mir gebetsmühlenartig unter die Nase zu reiben. Etwa: „Die Bärbel sagt auch, dass du eine Narzisstin bist.“
Wohlverhalten bremst Aggressionen
In der Firma begann er, mich sukzessive von Informationen abzuschneiden und immer mehr Befugnisse an sich zu reißen. Begleitet wurde das von notorischer Kritik an meinen Leistungen und ganz allgemein an den Produkten meiner Firma. Ein Umstand, der allmählich auch auf unsere Mitarbeiter abfärbte. Sie schenkten ihm zunehmend mehr Glauben, was sich wiederum auf das Selbstbewusstsein der ganzen Organisation ungünstig auswirkte.
All das war mir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht klar. Denn es geschah verschleiert und enthielt auch keine mir nachvollziehbare Logik. Ich bemerkte nur die Auswirkungen, um die ich mich kümmern musste. Durch Wohlverhalten, in der Hoffnung, dass damit weitere Aggressionen vermieden werden könnten. Und das half!
Ließ ich ihn nämlich ungehindert nach seinem Gutdünken gewähren, dann kam es immer wieder schnell zu harmonischen, geradezu wonnevollen Phasen, die Tage oder gar Wochen anhielten und in mir insgeheim die Hoffnung nährten, dass sich letztlich doch noch alles zum Guten wenden würde.
Diese Hoffnung war auch der Grund dafür, weshalb ich ihm schließlich die Hälfte meiner Firma schenkte –ihm, der ohne einen Cent in der Tasche gekommen war. Vorangegangen war dem ein monatelanges herzzerreißendes Betteln, Flehen und Schmeicheln. Nicht selten weinte er dabei. Hinter seinen Krokodilstränen vermeinte ich ein Kindheitstrauma zu erkennen. Eine existenzielle Angst, die mich tief berührte.
Nein, ich glaube nicht, dass es vorsätzlich-strategisch von ihm ausgedacht war. Eher war es eine Art von kleinkindhaftem Instinkt. Jedenfalls begann mit
der Schenkung ein Martyrium, das sich von Monat zu Monat in schier unvorstellbare Dimensionen aufschaukelte. Er verfiel in einen Machtrausch!
Spott, Empörung oder Teilnahmslosigkeit
Es geschah, unmittelbar nachdem er an einem „Männerseminar“ teilgenommen hatte, von dem ich aber erst viele Wochen später erfuhr. Dies zum selben Zeitpunkt, in dem ich seine Notizen am Nachttisch fand. Unter Hinweis auf alte religiöse Texte wie etwa aus dem Hinduismus oder dem Islam hatte er die Frau darin als „minderwertig“, als „nicht vertrauenswürdig“ und „ohne Seele“ beschrieben.
Seit damals ist es absolut unmöglich, mit ihm ein Gespräch zu führen. So als hätte er einen stählernen Rollbalken heruntergelassen. Auf die großzügige Schenkung reagiert er nun nicht etwa mit Dankbarkeit, sondern mit Dominanz. Oder besser gesagt mit Gehirnwäsche: Er verdreht Tatsachen ins Gegenteil, kommuniziert mit Paradoxien, also mit zwei Aufforderungen, die einander gegenseitig ausschließen, bestraft jeden Widerspruch mit Abwertung und boshafter Kritik. Seine Lügen seien die Wahrheit und er selbst ein hilfloses Opfer. Dabei weint er schnell, selbst vor den Kindern.
Gebetsmühlenartig wiederholt er, wie sehr er sich um die Beziehung bemühe, während ich angeblich nur für Zerrüttung sorge, da ich eine Narzisstin sei, die er auch mit größter Mühe einfach „nicht glücklich machen“ könne, ohne dabei „selbst seelisch kaputtzugehen“.
Seine Kontrollsucht wird totalitär, auch Handy, Computer und E-Mails werden heimlich überwacht. Nun besitzt er die Deutungshoheit über alles, was in der Familie geschieht. Was ich an Meinungen, Gedanken und Gefühlen äußere, wird mit Spott, Empörung oder offensiv zur Schau gestellter Teilnahmslosigkeit beantwortet – auch wiederum vor den Kindern.
Das „Männerseminar“ muss ihn vollends um den Verstand gebracht haben.
Ich schlage ihm vor, eine Auszeit zu nehmen. Er sagt, es gehe ihm gut. Das Seminar habe ihn auf den richtigen Weg gebracht. Ich habe große Angst um ihn. Er braucht Hilfe. Ich habe Angst um unsere Kinder. Sie brauchen Hilfe. Mein Wunsch, dass alles „normal“ oder „heilbar“ wäre, ist stark. Ich rationalisiere, entschuldige ihn. Nach und nach verliere ich das Gespür für Grenzen – und den Kontakt zu mir.
Ich kann nicht mehr.
Ich ziehe mich für ein paar Wochen in eine Klinik zurück. Dort wird mir klar, dass nicht ich es bin, die an allem schuld ist. Ich kann mich gut regenerieren und ich fasse bald wieder neuen Mut.
Ruhepuls 108
Als ich zurückkehre, befinde ich mich wieder in meiner Mitte. Wieder einmal bin ich zuversichtlich, dass sich alles zum Guten wenden wird. Doch weit gefehlt! Es hagelt Schuldzuweisungen, paradoxe Aufforderungen, Abwertungen – auch das wiederum vor den
DICH
GLEICH einer
Kindern. Heftigsten Wutausbrüchen ohne nachvollziehbaren Grund folgen Phasen liebevoller Zuwendung. All das wechselt mit erotischen Verführungen ab, die allerdings sofort ein brüskes Ende finden, wenn es ihm gelungen ist, mich sexuell zu erregen. Diese immer verrückter werdende Fahrt auf der Gefühlsachterbahn lässt mich verzweifeln und manchmal auch wütend werden. Ja, er versteht es perfekt, meinen inneren Aufruhr bis zur Weißglut zu treiben.
Nach einem Monat bin ich erneut völlig am Ende, jedoch schlimmer als je zuvor! Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Verliere mein Kurzzeitgedächtnis, kann mir beim Onlinebanking nicht einmal den Code merken, den ich am Handy eintippen muss. Wache stets kurz nach Mitternacht schweißgebadet auf und kann dann nicht mehr einschlafen. Glaube wiederum, an allem schuld zu sein. Grüble in Endlosschleifen darüber, wie denn so viel Ungeheuerlichkeit nur möglich sein kann. Mit 108 Ruhepuls fahre ich nochmals in die Klinik.
Dort dämmert mir, dass er sich von mir trennen möchte, aber beabsichtigt, dass ich es ausführen soll. Ich soll gehen, zu den Kindern würde er sagen, „die Mama hat mich verlassen“. Ich schreibe ihm, dass ich mich nicht trennen will, es aber hinnehmen muss, wenn er es möchte. Er müsse jedoch Stellung nehmen und den Grund nennen, das sei er mir und den Kindern auf jeden Fall schuldig. Die Antwort sollte erst Monate später kommen – unter Tränen: Ich sei es doch, die sich trennen will!
Endlich getraue ich mich zu erzählen
Perle
liegt das KOLLERs direkt am MILLSTÄTTER SEE
Hatte ich mich bislang nicht getraut, jemandem von den unfasslichen Ereignissen zu erzählen, so beginne ich nun, das Schweigen zu brechen und meinen Freunden zu berichten. Sie scheinen sofort zu wissen, dass alles Theater sei und es nur um Geld gehe, er habe doch längst jemand anderen. Sie sagen unisono, es sei naiv von mir, zu glauben, dass dieser Mann meiner Hilfe bedürfe. Es sei ein Machtspiel. Ich glaube es nicht, kann es nicht glauben. Er steht doch komplett neben sich! Er geht im Kreis. Am Gängelband seiner tiefverwurzelten Ängste.
Aber ich lerne, mich abzugrenzen und mich um mich selbst zu kümmern. Nach vier Wochen komme ich zurück, wiederum gestärkt und gefasst. Zudem mit der erlernten Fähigkeit, auf seine Aggressionen nicht mehr einzusteigen, sie „neutral“ zu erleben.
Das hilft mir zwar, die folgenden Monate halbwegs zu überstehen, obwohl seine Wutanfälle noch heftiger ausfallen als bisher. Doch er besteht darauf, dass ich „zumindest vorübergehend“ in mein Haus ziehe –bis „wir alle wieder einen klaren Kopf“ hätten.
Unsere Putzfrau versteht kaum ein Wort Deutsch, doch bei meinem Auszug hat sie Tränen in den Augen. Auch sie kann es nicht verstehen: Wir haben eine Firma, die uns gut nährt, wunderbare Kinder, ein schönes Zuhause – und alle sind gesund. Wie dankbar müsste man für all das sein.
Ich wohne nun wieder in meinem Haus, das seit dem Umzug leerstand und sich unendlich traurig anfühlt. Monat um Monat vergeht. Der Kontakt mit
Seine Antwort kommt erst Monate später: Ich sei es doch, die sich trennen will!
ihm beschränkt sich auf das Allernötigste, die Kinder übernimmt er jedes zweite Wochenende. Niemals wage ich es, über meine Rückkehr zu sprechen. Aber er wird umgänglicher, scheint sich allmählich zu beruhigen, auch wenn es nur im Schneckentempo vorangeht. Vielleicht, so denke ich, geschieht ein Wunder – ich hatte schließlich schon einige erlebt –und die Familie ist doch noch zu retten. Die Kinder brauchen ihren Vater.
Ich bin so ich durch dich
So vergehen fast drei Jahre, bis plötzlich ein Orkan aus Strafgerichts- und Zivilverfahren über mir losbricht. Ich soll die Kinder misshandelt haben. Ich soll alkoholkrank und drogensüchtig sein, würde von Mitarbeitern wegen meiner Herrschsucht gefürchtet. Er beantragt meinen Ausschluss als Miteigentümerin der Firma, will den Restanteil der Firma übernehmen und meine totale Vernichtung erreichen. Ein paar Tage lang bin ich seelisch vollkommen destabilisiert und bereit, ihm alles zu übergeben.
Aber plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Erstmals erkenne ich den Abgrund in ihm und beginne, mich zu verteidigen. Es wird schwierig. Er startet Schmutzkampagnen und verbreitet schamlose Lügen, um mein Umfeld zu manipulieren. Jahrhundertwogen aus Wut und Rachegelüsten türmen sich auf. Sachlich-vernünftige Lösungsangebote kann er nicht annehmen, da er sich stets als über den Tisch gezogenes Opfer sieht. Dass sich seine Anwälte die Hände reiben, kann er nicht erkennen.
Nach langen Jahren und Unsummen von vernichtetem Vermögen findet die Angelegenheit schließlich ein Ende. Anmerken möchte ich, dass ich nahezu ein halbes Jahrzehnt benötigt habe, um zu verstehen, was überhaupt passiert ist. Ebenso, um meine Unfähigkeit, die fehlende Resonanz, den Argwohn und den Missbrauch zu erkennen. Auch seinen zigfach wiederholten, aber mir zuvor niemals erklärlichen Satz, ich sei sein „Fels in der Brandung“, verstehe ich jetzt. Er selbst war diese Brandung. Ich habe meine innere Stimme wiedergefunden. Aus der Asche des Erlebten ist eine neue Qualität entstanden. Nun weiß ich: Wahre Liebe wertschätzt die Andersartigkeit des Partners. Sie verletzt nicht, sondern sie nährt uns und macht uns reich. Und das Ziel der Ehe ist, dass sich Seelen und Geist zusammenfinden, um Seelen und Geist zu befreien. „Ich bin so ich durch dich“, flüstert mir meine Liebe zu. ■ Aus dem Portugiesischen von Manuel de Alameida.
SIND UNGEIMPFTE KINDER GESÜNDER?
Eine Studie sollte ursprünglich beweisen, dass geimpfte Kinder gesünder seien als ungeimpfte. Das Ergebnis legt aber genau das Gegenteil nahe. Aus Angst um seinen Job ließ der Autor die Studie vor Jahren verschwinden. Im US-Senat wurde sie nun dennoch vorgestellt.
Sind umgeimpfte Kinder gesünder? Das lässt sich relativ einfach herausfinden. Wenn man nämlich Kinder, die mindestens eine der vielen empfohlenen Impfungen erhalten haben, mit vollkommen ungeimpften Kindern vergleicht. Wer hat nach einigen Jahren welche Krankheiten? Und welche der beiden Gruppen ist generell gesünder: die Geimpften oder die Ungeimpften?
Genau diese Frage hat Marcus Zervos, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten der Wayne State University School of Medicine in Detroit, im Jahr 2020 untersucht und die Gesundheitsdaten von rund 18.500 Kindern ausgewertet. Der Wissenschaftler wollte der Welt beweisen, dass geimpfte Kinder gesünder seien!
Seine Studie kam jedoch zum gegenteiligen Ergebnis: Geimpfte Kinder hatten ein 2,5-fach erhöhtes Risiko, innerhalb von 10 Jahren mindestens eine chronische Krankheit zu entwickeln.
Und weil das die Autoren ihre Reputation und ihren Job hätte kosten können, haben sie diese „unbequeme Wahrheit“ in einer Schublade verschwinden lassen. Im September 2025 wurde sie geleakt und gelangte an die US-Öffentlichkeit. Bei uns hingegen schweigen Medien und Ärzteverbände darüber.
In den letzten 30 Jahren kam es zu einem deutlichen Anstieg chronischer Erkrankungen bei Kindern. Bereits 2011 hatten 43 Prozent der Kinder in den USA zumindest eine chronische Erkrankung. Studien zur Untersuchung der Ursachen gibt es nur wenige.
Da in diesem Zeitraum sowohl die Anzahl der empfohlenen Impfungen im Kindes- und Jugendalter als auch die Impfskepsis bei Eltern stetig anstiegen, wollte man den kurz- und langfristigen Gesundheitszustand geimpfter und ungeimpfter Kinder vergleichend zeigen.
Primär allerdings mit dem Ziel, die Sicherheit von Kinderimpfungen zu belegen und der Impfskepsis entgegenzuwirken. Studienleiter war der Infektiologe Prof. Marcus Zervos von der Wayne State University, der zudem Abteilungsleiter der Infektiologie des Henry Ford Health System ist. Diese Studie wurde bereits 2020 abgeschlossen, jedoch bisher nicht veröffentlicht und erst im September 2025 im Rahmen einer Anhörung des US-Senates vorgestellt.
Defizite üblicher Impfstoffstudien
Das Team um Prof. Zervos nennt eine Reihe an Problemen „herkömmlicher“ Impfstoffstudien, die es in seiner Arbeit vermieden hat:
* Zu kurze Nachbeobachtungszeit für die Erfassung von Spätfolgen – meist um 30 Tage. Danach werden Nebenwirkungen nur mehr über passive Nebenwirkungsmeldesysteme erfasst, welche laut Studien eine Untererfassungsrate von etwa 94 Prozent aufweisen.
* Meist werden lediglich die Auswirkungen von ein bis zwei Dosen eines bestimmten Impfstoffes untersucht, aber nicht die kumulative Wirkung der insgesamt empfohlenen bzw. durchgeführten Impfungen.
* Es wird meist kein Vergleich mit komplett ungeimpften Personen durchgeführt, sondern lediglich mit Personen, die den untersuchten Impfstoff nicht erhalten haben.
* Oft wird in Studien zu einzelnen Impfstoffen in der Vergleichsgruppe nicht einmal mit Placebo, sondern mit anderen Impfstoffen (oder Adjuvantien) verglichen, was wissenschaftlich nicht sauber ist, jedoch mit dem Argument begründet wird, ein Vergleich mit Ungeimpften wäre ethisch nicht vertretbar.
* Darüber hinaus werden Impfstoffstudien meist durch die vermarktenden Firmen bzw. Pharma-nahe Institutionen durchgeführt oder finanziert, was einen bedeutenden Interessenskonflikt darstellt.
* Eine gängige Praxis ist auch die starke Aufsplitterung bestimmter Nebenwirkungen. So werden z. B. nicht Thrombosen oder Blutungen allgemein erfasst, sondern auf unzählige Untergruppen verteilt. Damit wird das Sichtbarwerden eventueller Risikosignale verzögert bis verhindert.
Überraschendes Ergebnis
In der Studie erfolgte eine Untersuchung der Gesundheitsdaten von 18.468 Kindern in Michigan (Henry Ford Health System und Impfregister), die zwischen 2000 und 2016 geboren wurden. 16.511 dieser Kinder hatten mindestens eine der empfohlenen Impfungen erhalten, 1.957 Kinder waren komplett ungeimpft. Kinder mit angeborenen Erkrankungen wurden ausgeschlossen. Es wurden Diagnosen aus dem ambulanten und stationären
Bereich berücksichtigt und das Risiko ab Geburt ermittelt.
Nach multivariater Anpassung fanden die Autoren „entgegen ihren Erwartungen“ ein 2,5-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung mindestens einer chronischen Erkrankung bei geimpften Kindern. Besonders deutliche Krankheitsanstiege gab es bei Asthma (Häufigkeitsverhältnis 4,29), Autoimmunerkrankungen (Häufigkeitsverhältnis 5,96), atopi schen Erkrankungen (Häufigkeitsverhältnis 3,03) und neurologischen Störungen (Häufigkeitsverhältnis 5,53). Erkrankungen wie Enzephalitis, Diabetes, Verhaltens auffälligkeiten wie ADHS, Muskelzuckungen oder Lernstörungen wurden ausschließlich bei geimpften Kindern gefunden. Bei Erkrankungen wie Krebs, Nahrungsmittelallergien, Autismus und Krämpfen fanden die Autoren kein signifikant erhöhtes Risiko in der geimpften Gruppe. Die Studie wurde allerdings vor Einführung der modRNA-Impfstoffe durchgeführt. Aktuell wäre daher eine Neuevaluierung erforderlich.
In der ungeimpften Gruppe zeigten sich keine Risikoerhöhungen. Insgesamt traten sechs Todesfälle auf – fünf davon in der geimpften Gruppe. Drei Fälle müssen ausgeschlossen werden, da sie infolge von Geburtskomplikationen auftraten, darunter ein Fall aus der ungeimpften Kohorte. Ein Fall wurde als „Gehirntrauma“ beschrieben, bei zwei Fällen war die Todesursache unklar.
In ihrer Schlussfolgerung schreiben die Autoren, dass Impfungen bei bestimmten Kindern das Risiko einer chronischen Erkrankung erhöhen könnten. Die Möglichkeitsform ist in Studien gebräuchlich, wenn – noch – keine eindeutigen Beweise vorliegen. Die Studie wurde vom HFHS-Review-Board begutachtet und angenommen. Sie erhielt keinerlei Finanzierung von außen.
Faktenchecker suchen nach Erklärungen
In den USA wurde diese Studie öffentlich breit diskutiert – bei uns findet man im Internet lediglich Faktenchecks, in denen erklärt wird, warum sie nicht aussagekräftig sei. Dabei werden folgende Kritikpunkte genannt:
* Weniger Arztkontakte bei ungeimpften Kindern, wodurch Diagnosen übersehen worden sein könnten. Dies ist bei der Art der untersuchten Erkrankungen (Diabetes oder andere Autoimmunerkrankungen, Asthma, Ekzeme oder neuropsychiatrische Erkrankungen – um nur einige zu nennen) jedoch wenig wahrscheinlich.
* Mehr Afroamerikaner und Kinder mit geringem Geburtsgewicht bzw. Frühgeburtlichkeit in der geimpften Gruppe, das seien zusätzliche unabhängige Risikofaktoren. Doch auch nach Berücksichtigung dieser Einflussfaktoren blieb das Risiko für chronische Erkrankungen in der geimpften Gruppe signifikant höher als in der ungeimpften.
* Kürzere mittlere Nachbeobachtungszeit in der ungeimpften Gruppe (461 Tage, hingegen 970 Tage
in der geimpften Gruppe). Zum Ausschluss dieses möglichen Verzerrungseffektes führten die Autoren allerdings Analysen nach einem, drei und fünf Jahren durch, welche die Studienergebnisse bestätigten und sogar einen Risikoanstieg im Lauf der Zeit zeigten: Häufigkeitsverhältnis nach einem Jahr 2,84, nach drei Jahren 3,48, nach fünf Jahren: 4,05 – der Hinweis auf ein Risiko, das mit der Anzahl der erhaltenen Impfdosen steigt!
* Und last but not least das Argument, dass diese Studie lediglich eine Korrelation aufzeige und keine Kausalität oder Beweise liefere. Darauf weisen die Autoren freilich selbst hin.
Impfsicherheit noch ungeklärt
Es gibt noch signifikante Wissenslücken zur detaillierten Funktionsweise des menschlichen Immunsystems und vor allem zu den Auswirkungen von wiederholten Impfungen auf dieses hochkomplexe System. In der wissenschaftlichen Literatur werden bereits seit längerer Zeit mögliche unerwartete immunologische Effekte von Impfungen diskutiert. Generelle Impfempfehlungen für alle widersprechen daher dem medizinischen Grundsatz „Primum nihil nocere („vor allem nicht schaden“).
Nach den Ergebnissen dieser US-Studie hatten 57 Prozent der geimpften Kinder nach 10 Jahren zumindest eine chronische Erkrankung, bei den ungeimpften Kindern waren es „lediglich“ 17 Prozent. Diese Studie ist natürlich kein endgültiger Beweis, aber sie zeigt deutliche Risikosignale, die dringend ergebnisoffen und frei von finanziellen und ideologischen Interessen überpüft werden sollten. Es ist jedenfalls erschütternd, dass trotz solch warnender Ergebnisse weiterhin aggressive Impfwerbekampagnen an unseren Schulen laufen.
Angesichts der stetig wachsenden Anzahl der empfohlenen Impfungen zu immer früheren Zeitpunkten (aktuell ab dem zweiten Lebenstag), der zunehmenden Impfstoffkombinationen (bis zu Sechsfach-Impfungen), der fehlenden belastbaren Studien zu den kumulativen Effekten, der völlig unzureichenden Erfassung eventueller Langzeitneben wirkungen und der oben beschriebenen Wissenslücken dürfen solche Ergebnisse nicht – wie im deutschsprachigen Raum – von irgendwelchen „Faktencheckern“ als „mangelhafte“ und „irreführende“ Machenschaften von „Impfgegnern“ abgetan werden, sondern müssen entweder wissenschaftlich sauber bestätigt oder widerlegt werden.
Alles andere ist Ideologie oder Lobbyismus und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Das sind wir unseren Kindern schuldig. ■
Dieser Artikel ist eine geringfügig gekürzte Fassung eines Beitrags der Wissenschaftlichen Initiative Gesundheit für Österreich. Es ist dies ein überparteiliches Netzwerk aus Ärzten, Wissenschaftlern und Angehörigen aus Gesundheitsberufen. www.gesundheit-oesterreich.at
ADULTS ONLY
DAS KRANZBACH 4
Ruhe- und Alleinlage mit Blick auf die Zugspitze. Spa in der Natur mit großer Liegewiese, Pools, Saunen, separater LadysSauna, Spa-Behandlungen und Meditation House mitten im Wald. Regionale Küche und eigener Kräutergarten.
• D 82493 Krün
BAYERN +49 8823 92800 0 www.daskranzbach.de
POSTHOTEL ACHENKIRCH ***** 3
Das Adults-only-Resort in den Tiroler Bergen, Spielraum für das Ich. 7.000 m² Spa- und Wellnessbereich, Gourmetküche, 500 m² Indoor- und Outdoor-Fitnessbereich, 9-Loch-Panorama-Golfplatz, Lipizzaner-Reit- und -Fahranlage u. v. m.
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DAS SONNENPARADIES **** S 2
Das Sonnenparadies steht für exklusives Ambiente, Wellnessfreude auf 2.000 m² und Südtiroler Gourmetgenuss. Das im Jahr 2022 neugestaltete Adults-onlyHotel erwartet seine erwachsenen Gäste mit noch mehr Wohlgefühl.
• I 39017 Schenna bei Meran SÜDTIROL +39 0473 945 676 www.das-sonnenparadies.it
DIEDRICH **** S 1
Adults-only-Wellness ab 16 Jahren – bewusst ruhig, klar und persönlich. Seit 1898 familiengeführt, heute ein moderner Rückzugsort mit vier Ebenen Wellness: beheizter Infinity-Außenpool, Innenpool, Saunen, Schneeraum, Yoga im lichtdurchfluteten „Haus der Mitte“ und wohltuende Anwendungen. Individuelle Zimmer, regionale Küche (auch vegan) und Frühstück bis 11:30 Uhr. Keine Kinder. Keine Hunde. Keine Gruppen. Viel Raum für echte Erholung und zum Wieder-Land-Sehen – inmitten weiter Wiesen, sanfter Hügel und herrlicher Naturwege rund um Hallenberg.
• D 59969 Hallenberg NORDRHEIN-WESTFALEN +49 2984 9330 www.hotel-diedrich.de
ZUM BRÄU**** 1
BEAUTY & WELLNESS
HOLZAPFEL **** S 3
Entspannung pur: sechs Saunen, vier Pools, darunter ein Sky-Pool und ein Sportbecken, 5.000 m2 Wellnessbereich und elegante Ruheräume. Feinste Kulinarik, Wärme und herzliche Gastfreundschaft erwarten dich.
• D 94072 Bad Füssing
BAYERN +49 8531 957 386 www.hotel-holzapfel.de
FAMILIE & WELLNESS
Auf dem Hochplateau von Hafling hoch über Meran erwartet Sie ein exklusiver Fünf-Sterne-Rückzugsort mit beeindruckendem 360-Grad-Bergblick und direktem Zugang zu einem einzigartigen Outdoor-Paradies. Großzügige Zimmer und Suiten sowie luxuriöse Bergvillen schaffen Freiraum auf höchstem Niveau. Das 6.000 m² große Spa, der längste Naturbadeteich Südtirols sowie getrennte Adults-only- und Family-Bereiche garantieren Erholung für jeden Gast. Die ausgezeichnete Küche setzt auf regionale Produkte, Bio-Fleisch und frische Kräuter aus dem Garten – Genusskultur auf höchstem Niveau.
• I 39010 Hafling bei Meran SÜDTIROL +39 0473 279 300 www.chalet-mirabell.com
Der Bräu – ein Ort für Lachen, Liebe und Genuss. Ein Ort für Erholung und Entspannung in der Wohlfühlwelt. Gaumenfreuden zum Anbeißen, Zimmer & Suiten zum Träumen. Unkompliziert, charmant, echt – Wellnessurlaub fürs Herz.
• D 94262 Kollnburg
BAYERN +49 9942 9485 0 www.zum-braeu.de
Willkommen im Post Family Resort: euer Familienhotel im Salzburger Land. Unser Versprechen: Zeit für die guten Dinge in modernem Design und persönlicher Atmosphäre. Von Eltern für Eltern clever durchdacht, schenken wir euch die Geborgenheit eines Zuhauses. Maximale Entlastung: Die komplette Babyund Kleinkindausstattung ist vor Ort. Jede Saison gibt es Neuerungen wie Padelplatz und Indoor-Salzkiste. Balance pur: Ultimatives Kinderglück (Ponyhof, Badesee mit 80-Meter-Rutsche, Indoor-Rutschenparadies) trifft PremiumRückzug (Adults-only-Spa, neues Beauty-Spa). Abends krönt ein viergängiges Gourmetmenü den Tag.
• A 5091 Unken SALZBURG +43 6589 4226 www.post-familyresort.com
CHALET MIRABELL ***** 4
POST FAMILY RESORT **** S 2
WANDERN & WELLNESS
DER DABERER - DAS BIOHOTEL **** S 3
Mit vier Hauben ausgezeichnete Slowfood-Küche, biozertifiziert, ein Spa mit Raum und Weitblick, achtsame Treatments. Geradlinige Architektur, wunderbare Menschen und Atmosphäre. Yoga, Waldsauna, Waldteich.
• A 9635 Dellach im Gailtal, KÄRNTEN +43 4718 590, www.biohotel-daberer.at
POPPENGUT RELAX & WANDERHOTEL **** 1
Wandern und genießen im Stodertal: familiengeführtes, auf Wandern spezialisiertes Hotel mit gemütlichem Ambiente und feinster Gourmetküche. Harmonischer Wellnessbereich in Gartenlage. Herzliche Gastgeber – Ruhe und Erholung pur.
• A 4573 Hinterstoder, OBERÖSTERREICH +43 7564 5268, www.poppengut.at
LUXUS & WELLNESS
SEEZEITLODGE 3
Die Seezeitlodge Hotel & Spa liegt im Sankt Wendeler Land im Saarland, direkt am Bostalsee, eingebunden in die umgebende Mittelgebirgslandschaft und eng verknüpft mit der regionalen Kulturgeschichte. Unter dem Credo „Echt schön. Schön echt.“ führen Kathrin & Christian Sersch mit viel Innovationskraft und Liebe zum Detail ein Hotel, das Wellnessurlauber, Sportler, Genießer sowie Kultur- und Naturliebhaber gleichermaßen begeistert. Diese erwarten 97 moderne Zimmer und Suiten, das Restaurant Lumi mit Seeblickterrasse, die Bar Nox mit Feuerlounge, eine Bibliothek, drei Tagungsräume und das über 5.000 m2 große Seezeit Spa.
Als die mit der höchsten Wertung ausgezeichnete Beautyfarm bietet das Gut Varendorf auf 25.000 m2 alles, was das Herz begehrt, die Seele berührt, die Sinne betört und die Gesundheit erhält. Seinen unverwechselbaren Charme hat sich das inmitten einer traumhaften, zweieinhalb Hektar großen Parklandschaft gelegene historische Anwesen erhalten. Mehr als 35 außerordentlich kompetente, engagierte und aufmerksame Mitarbeiter kümmern sich um maximal 23 Gäste. Sie werden Gastfreundschaft mit Herz und Stil spüren, Geborgenheit erfahren und eine bezaubernde Ruhe finden. Ein Garten Eden nur für Frauen. Wir heißen Sie auf Gut Varendorf herzlich willkommen!
• D 49597 Rieste-Süd NIEDERSACHSEN +49 5464 9205 0 www.gut-varendorf.de
DER STEIRERHOF ***** 4
Private Therme mit sieben Pools, 10 Saunen und Ladys-Spa. Physikalisches Vorsorgeinstitut, Hotelarzt, Massagen, Schmerztherapie, Detox-Behandlungen, Kosmetik. Aktivprogramm, Haubenküche, Panoramaterrasse und mehr!
• A 8271 Bad Waltersdorf, STEIERMARK +43 3333 3211 0, www.dersteirerhof.at
GOLF & WELLNESS
DILLY – DAS NATIONALPARK RESORT **** S 1
• A 4580 Windischgarsten OBERÖSTERREICH +43 7562 5264 www.dilly.at
Das Dilly Resort verbindet Erholung, Genuss und herzliche Gastfreundschaft. Inmitten der Region Nationalpark Kalkalpen bietet das Dilly eine großzügige Wellnesswelt mit zwei Adults-only-Spas, Family-Spa, Panoramasaunen, Infinitypool, 25-Meter-Sportpool, Indoorpools und Rückzugsorten zum Durchatmen. Kulinarisch werden Sie mit Dilly’s Verwöhnpension „alles inklusive“ verwöhnt.
GUT WEISSENHOF **** S 3
Am 27-Loch-Golfplatz, Golfschule, hoteleigene Reitanlage mit Reitschule, Spa mit großzügiger Außenanlage, gute Treatments. Genussküche mit Produkten aus eigener Landwirtschaft, feine Weine, Kidsclub, geführte Wanderungen.
• A 5550 Radstadt SALZBURG +43 6452 7001 www.weissenhof.at
BIO-WELLNESS
RETTER BIO-NATUR-RESORT **** S 1
100 % Bio-Genuss und Entspannung im ersten Bio Organic Spa auf 3.200 m² mitten im Naturpark Pöllauer Tal in der Oststeiermark. Eingebettet in 12 Hektar Naturgärten mit klimatisierten Naturparkzimmern. Yoga, Pilates und vieles mehr.
• A 8225 Pöllauberg, STEIERMARK +43 3335 2690, www.retter.at
SMALL HOTELS
FAYN GARDEN RETREAT **** S 2
Romantisches Hideaway (34 Suiten und Zimmer) im mediterranen Herzen Südtirols mit wunderschöner Gartenanlage. Exklusive Spa-Erlebnisse, wohltuende Ruhe und stilvolle Kulinarik.
• I 39022 Algund bei Meran, SÜDTIROL +39 0473 220 355, www.fayn.it
CASTEL DORF TIROL ***** 4
Fine Living & Fine Dining auf der Sonnenseite der Alpen. Traumlage und privates Ambiente, erstklassige Küche vom Zwei-Sterne-Koch, ausgezeichnetes Spa, Infinitypools im schönen Garten, inhabergeführt mit einem herzlichen Team.
• I 39019 Dorf Tirol bei Meran, SÜDTIROL +39 0473 923693, www.hotel-castel.com
WELLNESS AM WASSER
ENZIAN SEEHOTEL **** 1
Das Paradies am See. Mit einem auf 100 Pfählen schwebenden See-Spa direkt am Wasser, Schwimmen im bis zu 25 Grad warmen, glasklaren Wasser und dann direkt auf die Almen. Das Berg-See-Erlebnis der ganz besonderen Art. Mit Gourmethalbpension.
• A 9762 Weißensee
KÄRNTEN
+43 4713 2221 www.seehotelenzian.at
GOURMET
KOLLERS **** S 3
Gleich einer Perle liegt das Kollers direkt am Millstätter See. Mit Spa, Saunahaus am See, ganzjährig beheiztem Seepool, Relax-Schiff „MS Kollers Swan“. LuxusBootshaussuite Riva. Dinner for two auf einer „Palmeninsel“ im See.
• A 9871 Seeboden
KÄRNTEN
+43 4762 82000 www.kollers.at
KAISERHOF ELLMAU ***** S 4
Genießen Sie einzigartiges alpines Wellnessflair im familiengeführten Luxushotel Kaiserhof (52 Zimmer/Suiten) in äußerst privilegierter Lage auf einem Sonnenplateau hoch über Ellmau, mit atemberaubendem Blick auf den Wilden Kaiser. Großzügigst angelegte Zimmer und Suiten holen mit großen Fensterflächen und Glasbalkonen die Natur förmlich in die Räume hinein und gewähren traumhafte Ausblicke. Entspannung pur auf vier Ebenen im Panorama-SpaTurm (Adults only). Spektakuläres Highlight: der ganzjährig beheizte 18 m lange Unlimited-Mountain-Pool „Roof Top“ mit 360-Grad-Blick! Allerhöchster Genuss erwartet Sie in den fünf edlen Restaurants, in der stylischen Skybar und im exponierten „Walk of Wine“. Im Frühjahr 2026 sind umfangreiche Umbauarbeiten im Restaurant- und Loungebereich geplant, um noch mehr Komfort, Atmosphäre und Wohlfühlqualität für unsere Gäste zu schaffen.
• A 6352 Ellmau
TIROL +43 5358 2022 www.kaiserhof-ellmau.at
DER DABERER - DAS BIOHOTEL **** S 3
Mit vier Hauben ausgezeichnete Slowfood-Küche, biozertifiziert, ein Spa mit Raum und Weitblick, achtsame Treatments. Geradlinige Architektur, wunderbare Menschen und Atmosphäre. Yoga, Waldsauna, Waldteich.
• A 9635 Dellach im Gailtal KÄRNTEN +43 4718 590 www.biohotel-daberer.at
CASTEL DORF TIROL ***** 4
Fine Living & Fine Dining auf der Sonnenseite der Alpen. Traumlage und privates Ambiente, erstklassige Küche vom ZweiSterne-Koch, ausgezeichnetes Spa, Infinitypools im schönen Garten. Inhabergeführt mit einem herzlichen Team.
• I 39019 Dorf Tirol bei Meran SÜDTIROL +39 0473 923693 www.hotel-castel.com
GESUNDHEITSHOTELS
BAD CLEVERS GESUNDHEITSRESORT & SPA 2
Unser ganzheitliches Wohlfühlkonzept kombiniert Medizin, Wellness und Natur mit neusten Erkenntnissen aus Sport und Ernährung. Erleben Sie nachhaltige Regeneration und gesunde Prävention –individuell auf Sie abgestimmt.
• D 87730 Bad Grönenbach
BAYERN +49 8334 609 0 www.badclevers.de
WEIN & WELLNESS
WALDHAUS OHLENBACH **** S 2
Im Waldhaus Ohlenbach können Sie nicht nur das Spa, sondern auch die Natur ringsum genießen. Ob beim Wandern oder Langlaufen, Sie können sich danach auf ausgezeichnete Kulinarik bei uns freuen. Kommen Sie gerne vorbei!
• D 57392 Schmallenberg-Ohlenbach NORDRHEIN-WESTFALEN
+49 2975 84 0 www.waldhaus-ohlenbach.de
Wein, Wellness, Wohlbefinden im 700 Jahre alten Gutshof am Fuße des Weinbergs. Gemütliche Landgut- und klimatisierte Premium-Winzerzimmer mit privatem Weinklimaschrank. Hauseigene Gebietsvinothek mit 350 Weinen von über 90 Winzern zur Verkostung und Mitnahme zum Ab-Hof-Preis. 1.000 m² Vino Spa mit Infinitypool am Dach, von dem aus man in die Weinberge und zur Retzer Windmühle blickt. Sechs Saunen, Warmwasserbecken und Ruheräume inmitten der originalen Burgmauern. Wein wird auch für die Haut angeboten –mit der in Österreich exklusiv angewendeten Weinkosmetik von San Vino. Das Retzer Land bietet ein über 500 km langes, beschildertes Radwegenetz. E-Bike-Verleih im Haus!
• A 2070 Retz NIEDERÖSTERREICH +43 2942 3711 www.althof.at
ALTHOF RETZ **** 1
HAUBERS NATURRESORT **** S 3
Haubers Naturresort, am Ende der Dorfstraße gelegen, zählt zu den besten Wellnesshotels im Allgäu. Vier Sterne superior versprechen exzellenten Service, feinste Kulinarik aus Haubers Küche sowie großzügige Wellnessbereiche. Drei Pools und ein Naturbadesee laden zum Schwimmen ein. Golfer genießen den Direkteinstieg an der Hoteltüre mit inkludiertem Greenfee und freiem Spiel auf insgesamt acht Golfplätzen. Fastenangebote wie Heilfasten, Basenfasten, Inter vallfasten und Fasten nach Schroth sind ebenfalls ganzjährig buchbar. Besondere Momente erleben Haubers Gäste während der Events am Schwalbennest, des Seefestes und der vielen traditionellen Events das ganze Jahr hindurch. 62 Hektar Naturresort versprechen ganzheitliche Erholung im Rahmen von Haubers Wellbeing-Konzept.
• D 87534 Oberstaufen-Kalzhofen
BAYERN
+49 8386 9330 5 www.haubers.de
RETTER BIO-NATUR-RESORT **** S 1
100 % Bio-Genuss und Entspannung im ersten Bio Organic Spa auf 3.200 m² mitten im Naturpark Pöllauer Tal in der Oststeiermark. Eingebettet in 12 Hektar Naturgärten mit klimatisierten Naturparkzimmern. Yoga, Pilates und vieles mehr.
• A 8225 Pöllauberg STEIERMARK +43 3335 2690 www.retter.at
PANORAMA ALLGÄU SPA RESORT 3
Das Panorama Allgäu Spa Resort hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Rückzugsort voller Geborgenheit und Vertrautheit zu schaffen – ein Urlaubszuhause und gleichzeitig ein Synonym für das Allgäuer Lebensgefühl. Tradition und exklusiver Komfort, abgerundet durch einen unvergesslichen Blick auf die umliegende Bergwelt, verschmelzen auf harmonische Weise miteinander. Ein Besuch im Panorama Allgäu Spa Resort fühlt sich an wie ein warmherziges Nachhausekommen. Umgeben von unzähligen Seen, Weihern, Flüssen und saftigen Wiesen wird die Auszeit im Allgäuer Seeleuten für Ruhesuchende, Genießer und Naturliebhaber zum unvergesslichen Panorama-Moment. Bereit, das Allgäu neu zu entdecken?
• D 87494 Rückholz BAYERN +49 8364 248 www.panorama-allgaeu.de
DER STEIRERHOF ***** 4
Private Therme mit sieben Pools, 10 Saunen und Ladys-Spa. Physikalisches Vorsorgeinstitut, Hotelarzt, Massagen, Schmerztherapie, Detox-Behandlungen, Kosmetik. Aktivprogramm, Haubenküche, Panoramaterrasse und mehr!
• A 8271 Bad Waltersdorf
STEIERMARK +43 3333 3211 0 www.dersteirerhof.at
FALKENHOF BIO THERMALHOTEL **** 2
Tauchen Sie ein in unseren hauseigenen Thermalpool (36°C) oder Salzwasserpool (29°C). Bio-Genussküche mit Menüwahl, Spa-Bereich (Massagen, Beauty, Ayurveda, Yoga, Detox), Golf und vieles mehr.
• D 94072 Bad Füssing
BAYERN +49 8531 9743 www.hotel-falkenhof.de
& MEHR
GUT WEISSENHOF **** S 3
Am 27-Loch-Golfplatz, Golfschule, hoteleigene Reitanlage mit Reitschule, Spa mit großzügiger Außenanlage, gute Treatments. Genussküche mit Produkten aus eigener Landwirtschaft, feine Weine, Kidsclub, geführte Wanderungen.
• A 5550 Radstadt SALZBURG +43 6452 7001 www.weissenhof.at
DER DABERER - DAS BIOHOTEL **** S 3
Mit vier Hauben ausgezeichnete Slowfood-Küche, biozertifiziert, ein Spa mit Raum und Weitblick, achtsame Treatments. Geradlinige Architektur, wunderbare Menschen und Atmosphäre. Yoga, Waldsauna, Waldteich.
• A 9635 Dellach im Gailtal KÄRNTEN +43 4718 590 www.biohotel-daberer.at
RETTER BIO-NATUR-RESORT **** S 1
100 % Bio-Genuss und Entspannung im ersten Bio Organic Spa auf 3.200 m² mitten im Naturpark Pöllauer Tal in der Oststeiermark. Eingebettet in 12 Hektar Naturgärten mit klimatisierten Naturparkzimmern. Yoga, Pilates und vieles mehr.
• A 8225 Pöllauberg
STEIERMARK +43 3335 2690 www.retter.at
WINTERSPORT & WELLNESS
DAS EDELWEISS MOUNTAIN RESORT ***** 2
Luxuriöses Wohlfühldesign trifft auf 7.000 m² Mountain Spa mit Bereichen für Familien und Adults only. Ski in, ski out und exklusive Kulinarik inmitten der Salzburger Bergwelt.
• A 5611 Großarl SALZBURG +43 6414 3000 www.edelweiss-grossarl.com
YOGA
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IMPRESSUM
Medieninhaber: Werner Medien GmbH. Herausgeber und Geschäftsführer: Mag. Christian Werner. Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Flavia Fellini, David Mamet, Linus Reichlin, Maria de Souza, Dr. Gudula Walterskirchen. Fotoredaktion: Johannes Bischof. Lektorat: Luise Schmitz. Covergestaltung: galekovic.design. Coverfotos: istockphoto.com. Produktion: Alexander Jonas KG. Anzeigenberatung: Martina Salzmann, Isabella Scheinecker, Nadine Antos, Mag. Christian Smolibowski. Herstellung: Vogel Druck GmbH Höchberg. Verlagsanschrift: Breitenfelder Gasse 10/5, 1080 Wien, Austria. +43 1 403 2565, office @ relax-guide.com, www.relax-guide.com.
Wiederverwendung des Inhalts (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Zustimmung gestattet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos keine Haftung. Das RELAX Magazin erscheint seit 1997 einmal jährlich im Februar. RELAX und RELAX Guide sind eingetragene Warenzeichen – Registered Trademark.
Ö sterreichische Auflagenkontrolle
68. Wird Respekt heute nicht viel häufiger gefordert als verdient?
69. Darf man fragen, wenn Nachhaltigkeit doch so bedeutsam ist, warum dann alles immer kurzlebiger wird?
70. Kann man sagen, jeder Mensch hat ein einzigartiges Ich, aber manche haben gleich mehrere verschiedenartige nebeneinander?
71. Könnte man sagen, alle sind Suchende, allerdings haben manche keinen Kompass?
72. Haben Minimalisten nur minimale Probleme?
73. Woran liegt es, dass man heute lieber recht hat als glücklich ist?
74. Darf man sagen, dass der Vorwurf von Diskriminierung zu einer neuen Form der Diskriminierung geworden ist?
75. Kann man sagen, das Ego ist der schlechteste Teamplayer des Universums?
76. Darf man sagen, Datenschutz schützt heute vor allem die Mächtigen vor Nachforschungen?
77. Kann man sagen, die Gegenwart ist die einzige Zeitform, die sich niemals an Regeln hält?
78. Ist man tatsächlich auf der Welt, um so zu sein, wie einen die anderen haben möchten?
79. Kann man sagen, der Weltfrieden braucht als Grundlage den inneren Frieden jedes einzelnen Menschen?
80. Ist Moral das Feigenblatt der Macht?
81. Lernt die künstliche Intelligenz vom Menschen, das Falsche perfekt zu machen?
82. Kann man sagen, wir haben gelernt, mit allem umzugehen, nur nicht mit uns selbst?
83. Darf man sagen, Meinungsfreiheit gibt es neuerdings nur, solange man das Richtige meint?
84. Kann man sagen, je mehr man sich sein Ego „optimiert“, desto weniger bleibt von einem übrig?
85. Bedeutet Freiheit vor allem, sich einen passenden Käfig auszusuchen?
86. Wenn Wahrheit relativ ist, wieso streiten dann alle so absolut?
87. Warum reden die meisten Menschen am liebsten über Probleme, die sie selbst erfunden haben?
88. Darf man sagen, die Mächtigen schreiben Geschichte, aber keiner liest sie Korrektur?
89. Bedeutet Demokratie heute, mitunter zwischen Pest und Cholera wählen zu dürfen?
90. Was denken sich arme Leute, wenn sie hören, es sei zu viel Geld in Umlauf?
91. Kann man sagen, alles wird so schnell anders, aber nichts wird besser?
92. Darf man sagen, so viel DDR war bei uns noch nie?
93. Kann man sagen, alle leben unter dem gleichen Himmel, doch nicht alle haben denselben Horizont?
94. Darf man sagen, die Bürokraten planen und die Geschichte weint darüber?
95. Kann man sagen, das Denken ist die seltenste Freizeitbeschäftigung? ■ ➝ Fortsetzung von Seite 39
IM WINTER & SOMMER GANZ OBEN OBERTAUERN
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Alle
Wellness- & Gesundheitshotels
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� Geistreich statt Zeitgeist
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� 4 × jährlich in Print
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