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an einen Tisch
Trotz erneuertem «Waldenburgerli» scheint das Waldenburgertal nicht richtig in Fahrt zu kommen. Die kantonale Standortförderung soll deshalb stärker unterstützen, fordert ein politisches Postulat. LiMa: Frau Kaden, Landrätin Andrea Kaufmann fordert in einem Postulat vom Kanton mehr Unterstützung für das Waldenburgertal. Ist das nicht vergebene Liebesmüh? Katrin Kaden: Nein, ich sehe das anders. Zum einen ist das Tal selbst Wirtschaftsstandort. Unser Gewerbeverein hat 144 Mitglieder. Zum anderen ist das Waldenburgertal verkehrstechnisch in Richtung Restschweiz gut gelegen. Ein paar Minuten über den Hügel fahren, und man ist auf der Autobahn. Auch Basel mit seiner Agglomeration ist durch die Erneuerung der Waldenburgerbahn näher gerückt.
Der Waldenburgertaler Schatzfinder enthält 108 attraktive Bons aus dem Waldenburgertal. Er ist beim Gewerbeverein erhältlich kmu-waldenburgertal.ch/ schatzfinder und kostet 35.– Franken.
Die Baustellen mit den entsprechenden Verkehrsbehinderungen dauerten aber eine gefühlte Ewigkeit. Ja, das war eine schwierige Zeit für das Tal und seine Unternehmen: Baustellen vor der Haustür, schwierige Zufahrten – für Kleinbetriebe bedeutet es enorme Kosten, wenn die Mitarbeitenden ständig im Stau stehen. Und einige KMU litten noch unter den Nachwirkungen der Corona-Zeit. Hat Landrätin Kaufmann also mit ihrem Postulat dem Gewerbeverein einen Wunsch erfüllt? Sie haben sich auch schon für mehr Standortförderung ausgesprochen. Wir hatten uns nicht abgesprochen. Aber Andrea Kaufmann spricht uns aus der Seele. Der Gewerbeverein ist schon vorher mit der Standortförderung in Kontakt getreten, und wir spüren da grosses Interesse und Offenheit. Was kann und soll der Kanton denn tun? Zu unserem Vereinsgebiet gehören acht Gemeinden. Alle haben ähnliche Themen, aber das Vorgehen ist nicht koordiniert. Wir vom Gewerbeverein suchen aktiv die Zusammenarbeit. Aber uns fehlen Ressourcen, denn wir arbeiten ehrenamtlich in unserer Freizeit. Was es braucht, ist eine Koordinationsstelle,
die Interessen sammelt und bündelt, um gezielte Massnahmen zu treffen. Ich sage nicht, das soll der Kanton allein machen. Das muss miteinander geschehen. Aber die Standortförderung könnte den nächsten Schritt machen und alle an einen Tisch bringen. Wie geht es denn den KMU im Waldenburgertal? Unterschiedlich. Die exportorientierten Unternehmen sind wie anderswo davon abhängig, was im Ausland geschieht. Die letzten Jahre war der starke Franken eine Herausforderung. Dem Handwerk, vor allem im Baugewerbe, geht es gut. Sein Problem ist der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel. Die Branchen Gesundheit und Beauty laufen gut, habe ich den Eindruck. Mehr Schwierigkeiten haben Restaurants und Läden. Das ist nicht neu und hat sich mit Corona akzentuiert. Viele haben sich danach nicht mehr erholt. Das ist ein Problem für den ganzen Standort. Wo sehen Sie sonst noch Handlungsbedarf? Wenn das Tal zum Wohnen und Arbeiten attraktiv sein soll, dann braucht es auch ein gutes Angebot an Restaurants und Läden. Das ist nicht nur für Private wichtig, sondern macht den Standort auch für Arbeitnehmer attraktiv. Neben dem Arbeitsmarkt und der Berufsbildung sind hohe Energiekosten, zu viel Bürokratie und Herausforderungen wie die Digitalisierung weitere Themen, die die Firmen belasten.
Hölstein
Oberdorf
Niederdorf 44 LiMa 105 | Ausgabe 2 | 2025
Waldenburg