CHRONISCHE KRANKHEITEN
GRUSSWORT
![]()
GRUSSWORT
Chronische Krankheiten belasten Millionen von Menschen in Deutschland tagtäglich – oft leise, oft unsichtbar, aber stets spürbar. Hinter jeder Diagnose steht ein Leben, das die Betroffenen und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen stellt. Das gilt ebenso für unser Gesundheitswesen und unsere Gesellschaft insgesamt. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für diese

Erkrankungen zu stärken, die Versorgung kontinuierlich zu verbessern und den Betroffenen mit Feingefühl, Respekt und Unterstützung zu begegnen. Auf den folgenden Seiten machen wir Wissen zugänglich, auch um das Verständnis für chronische Krankheiten zu fördern und Impulse für eine bessere Versorgung zu geben. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.
Nadine Effert Chefredakteurin
LEITARTIKEL
AUGENERKRANKUNGEN
COPD
HYPOPARATHYREOIDISMUS
CHRONISCHE ENTZÜNDUNGEN
INHALTSVERZEICHNIS
Umdenken für mehr Lebensqualität — 3
Rheuma im Auge? — 4
Lindern Probiotika Atemprobleme? — 6 „Taubheitsgefühle an den Händen oder im Gesicht sind typisch“ — 7
Dauerstress fürs Immunsystem — 8
JETZT SCANNEN
Lesen Sie spannende Artikel dieser Ausgabe online, und sichern Sie sich ein kostenfreies Digital-Abo www.gesundheit-wissen.net www.portal-wissen.net
Für uns steht die bestmögliche Lesbarkeit der Texte an erster Stelle. Deshalb verwenden wir in der Publikation auch das generische Maskulinum – diese Personenbezeichnungen stehen für alle Geschlechter.

Das Papier dieser Reflex-VerlagPublikation stammt aus verantwortungsvollen Quellen.
Folge uns auf Instagram, und verpasse keine Ausgabe mehr. @reflexverlag

LEITARTIKEL | VON TOBIAS LEMSER
Andauernde Beschwerden, häufig verknüpft mit fortschreitendem Krankheitsverlauf: Viele Millionen Menschen kennen die Auswirkungen chronischer Krankheiten. Gleich mehrere Studien verdeutlichen das. Nicht nur aus Sicht der Betroffenen, auch mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen ist gezieltes Handeln gefragt.
Am Anfang verlaufen sie zumeist unbemerkt, nach Jahren oder sogar Jahrzehnten können die Folgen chronischer Krankheiten jedoch gravierend sein. Schmerzen, körperliche Einschränkungen und seelische Belastungen reduzieren die Lebensqualität der Betroffenen. Und: Chronische Krankheiten verändern nicht nur das Leben von Millionen Menschen, sondern belasten auch das Gesundheitssystem mit Milliardenkosten. Dennoch stehen sie selten im Zentrum der öffentlichen Debatte. Während in Politik und Gesellschaft über Krankenhausreformen, Fachkräftemangel oder Digitalisierung oft heiß diskutiert und gestritten wird, wächst im Hintergrund eine Entwicklung, die längst zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen Deutschlands gehört.
Von Diabetes bis Krebs Doch wann ist überhaupt von chronischen Erkrankungen die Rede? Anders als akute Krankheiten verschwinden sie nicht nach einigen Tagen oder Wochen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) werden Krankheiten als chronisch bezeichnet, wenn sie lang andauernd sind, nicht vollständig geheilt werden können und eine fortwährende oder wiederkehrend erhöhte Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems nach sich ziehen. Typische Vertreter sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes, Tumor- sowie chronische Atemwegserkrankungen wie COPD (chronischobstruktive Lungenerkrankung). Zusätzlich tragen chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates, psychische Beschwerden, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen sowie genetisch bedingte Leiden erheblich zur Krankheitslast der deutschen Bevölkerung bei.
Unterschiede je nach Bildung Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Laut der neuesten veröffentlichten Erhebung des RKI aus dem Juli 2025 berichteten knapp 53,7 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, an einer chronischen Erkrankung oder einem lang andauernden Gesundheitsproblem zu leiden, wovon ein Großteil eine entzündliche Komponente aufweist. Mit 57,2 Prozent war der Anteil bei Frauen höher als bei Männern (50 Prozent). Grundsätzlich nahm der Anteil über die Altersgruppen hinweg zu – von knapp 34 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen bis auf 73 Prozent in der Altersgruppe ab 80 Jahren. Ebenso auffällig in der Studie „Gesundheit in Deutschland“ sind die Unterschiede hinsichtlich des Bildungsgrades: Personen mit niedrigen Bildungsgruppe waren häufiger chronisch krank (62 Prozent) als hoch gebildete Menschen mit 46,7 Prozent. Gleichzeitig bewerteten nur noch 64 Prozent der
Die häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland
psychische Erkrankungen 22 %
Herz-KreislaufErkrankungen 17 %
Erkrankungen der Atemwege 13 %
chronische Hautkrankheiten 10 %
10 %
Erkrankungen des Bewegungsapparats 10 %
Blindheit oder Sehbehinderung 8 %
Basis: 2.995 Befragte (18–64 Jahre) in Deutschland; Mehrfachantworten möglich
Taubheit oder Schwerhörigkeit 4 %
Bevölkerung ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren.
Riskanter Lebenswandel Deutlich wird diese Entwicklung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Denn mit steigender Lebenserwartung nehmen Multimorbiditäten zu. Viele betagtere Menschen sind gleichzeitig an Bluthochdruck, Diabetes, Arthrose oder Herzschwäche erkrankt. Doch auch vor jüngeren Erwachsenen machen chronische Erkrankungen nicht Halt: Im Fokus
53,7 Prozent der Erwachsenen leiden an einer chronischen Erkrankung.
stehen vor allem psychische Leiden, Diabetes Typ 2 und chronische Darmerkrankungen. Gleichzeitig spielen Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, Übergewicht, Rauchen und anhaltender Stress eine immer größere Rolle – alles Risikofaktoren vieler chronischer Erkrankungen.
Gefährliches Bauchfett
Wie untrennbar diese Faktoren miteinander verbunden sind, verdeutlicht eine im vergangenen Jahr im „Journal of Health Monitoring“ publizierte Studie. Darin wurden neue Daten zur Entwicklung von Adipositas zwischen 2003 und 2023 untersucht. Das Ergebnis: Die Verbreitung von Fettleibigkeit stieg von 12 auf knapp 20 Prozent über alle Alters-, Geschlechts- und Bildungsgruppen hinweg an. Das bedeutet, dass
Übergewicht nach wie vor weit verbreitet ist und somit einen der gravierenden Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und verschiedene Krebsarten darstellt.
Zuletzt besonders in den Blickpunkt rückte das viszerale Fett, das in der Bauchhöhle sitzt und chronische Entzündungen in Gang setzt. „Inneres Bauchfett ist kein einfacher Energiespeicher, sondern eine tickende Zeitbombe für die Gesundheit“, erklärt Prof. Dr. Jens Aberle, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Viszerales Fett produziert Hormone und Substanzen, die Entzündungen fördern und so das Immunsystem schwächen. Je mehr Bauchfett, desto größer ist das Risiko für Herzinfarkt oder Typ-2-Diabetes.“ Die Folgen: häufigere Arztbesuche, ein steigender Medikamentenbedarf und wachsender Pflegeaufwand.
Paradigmenwechsel gefragt
Das ist Anlass genug, das Thema Prävention früh anzusetzen, um die Krankheitslast langfristig zu senken – auch aus wirtschaftlichen Gründen. Denn chronische Erkrankungen führen zu Arbeitsausfällen, Frühverrentungen und Produktivitätsverlusten. Viele Unternehmen spüren die Auswirkungen bereits heute in Form steigender Fehlzeiten. Trotzdem fließen noch immer zu viele finanzielle Mittel in die Therapie bereits bestehender Erkrankungen statt in deren Vermeidung.
Entscheidend wird daher sein, wie entschlossen Politik, Medizin und Gesellschaft darauf reagieren. Gefragt ist ein grundlegender Wandel in der Denkweise: weg von der reinen Behandlung hin zu einer konsequenten Prävention. Denn was ist schon wertvoller als ein Maximum an Lebensqualität für Millionen Menschen?
AUGENERKRANKUNGEN | VON MARK KRÜGER
Um ein aktives und selbstbestimmtes Leben führen zu können, braucht es ein gutes Sehvermögen. Wenn der Sehsinn schwindet, schränkt das die Lebensqualität ein und kann sogar gravierende Folgen haben. Nämlich dann, wenn bestimmte Augenkrankheiten nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden – so wie im Fall der Uveitis.
Wunderwerk der Natur: Die Augen nehmen pro Sekunde rund zehn Millionen Informationen auf und liefern uns rund 80 Prozent aller Informationen aus der Umwelt. Kein Wunder also, dass von den insgesamt fünf Sinnen – Sehen, Hören, Tasten, Schmecken, Riechen – der visuelle Sinn laut Umfragen für die meisten Menschen der wichtigste ist, gefolgt vom Hören. Doch zahlreiche Augenerkrankungen bedrohen diese Fähigkeit und sind eine große Last für die Betroffenen – vor allem wenn es sich um chronische Formen handelt, die langsam fortschreiten und über einen längeren Zeitraum anhalten.
Gefäßhaut betroffen
Dazu zählen unter anderem die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), das Glaukom oder die chronische Uveitis. Hinter dieser Augenerkrankung, von der rund
Blickpunkt Auge ist ein qualitätsgesichertes Beratungsangebot von Betroffenen für Betroffene. Es richtet sich an Menschen mit Sehproblemen und ihre Angehörigen – auch an Menschen mit Uveitis.
„Ich war total überfordert. Was passiert? Wie wird es jetzt weitergehen? Und niemand hat dazu eine klare Aussage gemacht.“ Mit diesen und vielen weiteren Fragen kommen Ratsuchende mit der Diagnose Uveitis in die Beratung. Die Angst vor Komplikationen oder dem Fortschreiten der Erkrankung, ein bereits eingetretener Sehverlust, immer wieder auftretende Schmerzen und die Nebenwirkungen der Medikamente beeinflussen ihren Alltag. Den Beruf nicht mehr wie bisher ausüben zu können, auf geliebte Freizeitaktivitäten verzichten zu müssen oder sich nicht mehr so aktiv in das Familienleben und in den Freundeskreis einbringen zu können, das sind oft die Themen, die viele Betroffene bewegen.
Bei einigen Patientinnen und Patienten liegt eine systemische Erkrankung vor, die sekundär zu einer Uveitis führte. So kommt zu den täglichen
eine halbe Million Menschen in Deutschland betroffen sind, steckt eine Entzündung der mittleren Augenhaut. Häufige Anzeichen umfassen Augenschmerzen, Rötung, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen. Unbehandelt drohen gefährliche Konsequenzen: etwa Katarakte (Eintrübung der Linse), Makulaödeme, Netzhautablösungen und Schäden am Sehnerv bis hin zur Erblindung. Eine Uveitis lässt sich in der Regel gut behandeln, wenn sie früh erkannt und therapiert wird.
Risiko rheumatische Erkrankungen
Die Uveitis ist häufig mit Erkrankungen assoziiert, die mit dem Immunsystem in Verbindung stehen, etwa entzündliche Darmerkrankungen
Eine Uveitis tritt oft als Begleiterkrankung auf.

Regelmäßige Kontrollen der Augen sind das A und O.
oder rheumatische Erkrankungen wie die juvenile idiopathische Arthritis (JIA), rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew. Bei Kindern mit JIA entwickeln etwa ein Drittel eine Uveitis mit dem Risiko für bleibende Schäden. Da frühe Krankheitsstadien häufig asymptomatisch verlaufen, wird die Erkrankung nicht immer unmittelbar erkannt. Ein frühzeitiges Screening ist daher ratsam. Eine aktuelle Studie, erschienen im Februar 2026 in „Nature Communications“, brachte zutage, dass nicht nur, wie bereits bekannt, T-Zellen die Entzündungen bei der JIA-assoziierten Uveitis vorantreiben, sondern vielmehr ein Zusammenspiel aus T- und B-Zellen. Beide Zelltypen gehören zu den weißen Blutkörperchen und dienen als Teil des Immunsystems der Erregerabwehr. Diese neue Erkenntnis könnte in Zukunft Basis für neue Therapieansätze sein, um dem Sehverlust bei betroffenen Kindern gezielter vorzubeugen.
Herausforderungen im Umgang mit der Grunderkrankung auch noch die Sorge um das Sehvermögen hinzu. Das verlangt den Betroffenen einiges ab.
Informationen und Austausch Sich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann dabei helfen, mit der Erkrankung umzugehen. Viele Hilfsmittel, vergrößernde Sehhilfen, Alltagshelfer und Schulungen ermöglichen es den Betroffenen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten.
Die Blickpunkt-Auge-Beratung in Anspruch zu nehmen kann am Anfang Überwindung kosten. Hier gibt es eine Fülle an Informationen zu Sehhilfen und anderen Hilfsmitteln, zu rechtlichen und finanziellen Fragen, zur Alltagsbewältigung, Mobilität und beruflichen Teilhabe. Bei Bedarf kann ein Austausch mit Gleichbetroffenen ermöglicht und an Fachberatungen vermittelt werden. Wichtig ist aber auch der regelmäßige Augenarztbesuch, um das vorhandene Sehvermögen so lange wie möglich zu erhalten.
www.dbsv.org
www.blickpunkt-auge.de

„Uveitis ist eine chronische
Wenn sich das Innere des Auges entzündet, ist schnelles Handeln gefragt, damit die Sehfähigkeit erhalten bleiben kann. PD Dr. med. Benedikt Schworm, Leitender Oberarzt für Augenheilkunde am LMU Klinikum München, setzt auf maßgeschneiderte Therapien.

Herr Dr. Schworm, was genau ist eine Uveitis? Eine Uveitis ist eine Entzündung des Augeninneren. Wir unterscheiden drei verschiedene Formen, je nachdem, wo im Auge
WICHTIGE ANLAUFSTELLEN
Uveitis e. V.
mit vielen Therapiemöglichkeiten“
die Entzündung sitzt. Bei der vorderen oder auch anterioren Uveitis ist die Regenbogenhaut und/oder der Zilliarkörper (Strahlenkörper) im Auge entzündet. Die Patienten klagen über rote Augen, verschwommene Sicht, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit. Eine Entzündung des mittleren Teils des Augapfels bei der intermediären Uveitis äußert sich vor allem in trübem und nebligem Sehen. Bei einer Entzündung des hinteren Teils, der posterioren Uveitis, kommt es zu Flimmern und Flackern. Die Betroffenen sehen seltsame Lichter und generell schlechter.
Heilt die Entzündung nicht von selbst wieder ab? Nein. Zwar gibt es Formen infektiöser Uveitis, die zum Beispiel durch Herpesviren oder Toxoplasmose-Erreger ausgelöst werden und wieder abklingen, sobald die Grunderkrankung behandelt ist. Die überwiegende Zahl der Uveitis-Fälle geht jedoch
Dieser Selbsthilfeverein bietet direkte Hilfe und Aufklärung sowie den Aufbau deutschlandweiter Netzwerke. Er richtet sich speziell an Betroffene und Angehörige, die Fragen zur Erkrankung haben, Ängste abbauen oder Erfahrungen austauschen möchten. Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie auf: www.uveitis-ev.de
Deutsche Uveitis-Arbeitsgemeinschaft e. V. (DUAG)
Die DUAG ist eine unabhängige Selbsthilfeorganisation. Sie bietet Beratung für Betroffene und Angehörige, unterstützt regionale Selbsthilfegruppen, veranstaltet Seminare und ist die Herausgeberin der „Uveitis“-Zeitung. Detaillierte Informationen finden Sie auf: www.duag.org
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV)
Der DBSV offeriert umfassende Informationen zum Krankheitsbild, zu Therapiemöglichkeiten und zum Umgang mit den Folgen einer Uveitis. Details dazu finden Sie auf: www.dbsv.org/uveitis.html

SCHON GEWUSST?
Die Gefäßhaut (Uvea) liegt zwischen Leder- und Netzhaut. Sie besteht aus Regenbogenhaut, Ziliarkörper und Aderhaut. Die Uvea reguliert den Lichteinfall, versorgt das Auge und ermöglicht die Scharfeinstellung. Eine Entzündung (Uveitis) gefährdet das Sehvermögen.

auf eine Autoimmunreaktion zurück, ist also nicht infektiös und heilt deshalb auch nicht von selbst ab. Diese Uveitis muss dauerhaft behandelt werden, da die Entzündung sonst immer wieder aufflammt. Für alle Formen gilt: Wird nicht ausreichend behandelt, kann sich Flüssigkeit in der Netzhaut einlagern. Es entsteht ein sogenanntes Makulaödem, welches die Stelle des schärfsten Sehens, die Makula, schädigt und somit die Sehfähigkeit dauerhaft verschlechtert. Denn die Makula kann nicht repariert werden. Ziel ist es also immer, die Entstehung eines Makulaödems zu verhindern und die Sehfähigkeit zu erhalten.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Uveitis?
Nach der genauen Diagnose wird die Behandlung maßgeschneidert auf den Patienten angepasst. Wichtig ist zunächst, den akuten Entzündungsschub zu stoppen und zu unterdrücken. Hierbei hilft Kortison – in der Regel lokal verabreicht, in schweren Fällen aber auch kurzzeitig systemisch in Form von Tabletten. Im zweiten Schritt geht es darum, die Entzündung dauerhaft zu hemmen, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Je nachdem, welcher Teil des Auges entzündet ist, wird anders behandelt. Ist der vordere Teil betroffen, gibt es beispielsweise dauerhaft
niedrig dosierte Kortison-Augentropfen. Ist der hintere Teil entzündet, kann entweder eine Therapie mit immunsuppressiven Medikamenten wie auch bei Rheuma-Erkrankungen begonnen werden, oder es wird ein länger wirkendes Kortison direkt in das Auge eingebracht.
Für wen eignet sich eine direkte Kortison-Behandlung ins Auge? Kortison kommt nicht zum Einsatz, wenn der Patient unter einem starken Anstieg des Augeninnendrucks oder an einem Glaukom leidet. Ansonsten kann beispielsweise ein länger wirkendes Kortison-Implantat, welches in das Auge eingebracht wird, kontinuierlich und direkt am Ort der Entzündung wirken. Das kann für viele Patienten eine Reduktion an Injektionen bedeuten und aus diesem Grund von Vorteil sein.
Gibt es eine Möglichkeit zur Vorbeugung der Erkrankung, und wo kann ich mir Hilfe holen? In der Regel kommt die Uveitis allein und ist nicht mit Risiko- oder Lebensstilfaktoren verbunden. Vorbeugen kann man also nicht. Mit der passend abgestimmten und eingestellten Behandlung kann man gut mit der Erkrankung leben. Unterstützung gibt es durch Selbsthilfegruppen oder Uveitis-Gesellschaften wie die Deutsche Uveitis-Arbeitsgemeinschaft, kurz DUAG.
* solange Vorrat reicht Abbildungen können abweichen, Preisänderungen/Druckfehler vorbehalten
COPD | VON TOBIAS LEMSER Anzeige
Alle Therapiegeräte dieser Anzeige sind verordnungsfähig.
Schicken Sie uns Ihr Rezept, gerne auch online, wir erledigen alles Weiteredeutschlandweit !
Sauerstoff
Aktion Inogen Rove 6 ab 1.849,00 € *
ZAHL ZUM STAUNEN
131.000

Aktion MQ50 inkl. GRATIS Fingerpulsoxymeter 615,00 € * inkl. GRATIS






Stationär, mobil oder flüssig z.B.:
Sauerstoffkonzentratoren
0,1- 10 l/min Dauerfl ow Große Auswahl an mobilen Geräten für die Reise
Schlafapnoe

Laut der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation sind 6,8 Millionen Menschen von der chronischen Lungenerkrankung COPD betroffen. Heißes Sommerwetter macht den Leidgeplagten besonders zu schaffen. Doch worauf sollten Patientinnen und Patienten dann achten, und inwieweit könnte das Darmmikrobiom bei der Behandlung von COPD eine wichtige Rolle spielen?
Lange abends im Grünen sitzen, ins kühle Nass springen, die Sonne genießen: Für viele Menschen sind die warmen Sommermonate die schönste Zeit des Jahres – auch dank unserer Hormone, die durch das Sonnenlicht vermehrt ausgeschüttet werden und sich positiv auf unsere Stimmung auswirken können. Ein weiterer Vorteil, insbesondere für Menschen mit Lungenerkrankungen, ist: Lästige Atemwegsinfekte, die im Winter gehäuft vorkommen, treten im Sommer deutlich seltener auf.
Nach Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrums waren im Jahr 2023 in Deutschland rund 131.000 Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen.
Quelle: https://www.dhs.de/suechte/nikotin/ zahlen-daten-fakten/; letzter Zugriff: 26.06.2026






CPAP/autoCPAP
BiLevelST, z.B.:
Sefam Néa Auto+ prisma SMART max AirSense 11
Reisegerät


AirMini AutoSet ab 939,00 € *
CPAP Schlafkissen
- kann Leckagen verhindern
Masken - in großer Auswahl
Inhalation 28,95 € *
Pureneb
AEROSONIC+


Inhalation für die oberen und unteren Atemwege mit 100 Hz Vibration, insbesondere bei Sinusitis: Durch die 100 Hz Schall-Vibration entsteht ein in Schwingung versetztes Aerosol, das die feinen Engstellen passiert und bis in die Nasennebenhöhlen/Ohren (eustachische Röhre) gelangt. Ein Gerät, viele Anwendungsmöglichkeiten: Egal ob Sinusitis, Mittelohrentzündung, Bronchitis, COPD oder Asthma: Als Kombi-Inhalationsgerät kann das Pureneb für alle Erkrankungen der Atemwege eingesetzt werden.
LIMBO Duschund Badeschutz
Komfortabel duschen trotz Gips oder Wunde !
• Wiederverwenbar, langlebig
• Mit Neoprenverschluss, dehnbar und handlich Für Verbände, Gips, Wunden

ab 17,50 € *

Fingerpulsoxymeter 29,90 €
Atem- und kraftlos
Anders jedoch, wenn es richtig heiß wird und die Temperaturen wie zuletzt in vielen Teilen Deutschlands sogar auf über 40 Grad ansteigen. Sogenannter Hitzestress setzt Menschen mit chronischen Atemwegskrankheiten wie COPD vielfach besonders zu.
COPD, das für Chronic Obstructive Pulmonary Disease steht (zu Deutsch chronisch-obstruktive Lungenerkrankung), ist eine irreversible, fortschreitende Atemwegs- und Lungenerkrankung, bei der die unteren Atemwege verengt und chronisch entzündet sind.
Zu den ersten Anzeichen einer COPD zählt vor allem Husten, der sich im Laufe der Zeit verstärkt und mit
Kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, wird die Lunge weniger durchblutet.
schleimigem und sogar blutigem Auswurf verbunden sein kann. Atemnot und körperlich eingeschränkte Belastbarkeit sind ebenso typisch. Zu den Betroffenen zählen in der Regel Rauchende, aber auch jene, die den Nikotinkonsum inzwischen eingestellt haben. Luftverschmutzung und die Belastung durch Stäube, Gase und Dämpfe in einigen Berufszweigen sind weitere wichtige Ursachen.
Den Schleim verflüssigen Wie sehr COPD-Leidgeplagte zudem unter den verschiedenen Wetterbedingungen leiden, hängt von Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Wind ab. Grundsätzlich führen sommerliche Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit zu einer erhöhten gefühlten Atemanstrengung. Außerdem steigt das Risiko einer Dehydrierung, was wiederum den Schleimabtransport in der Lunge erschwert – ganz abgesehen von erhöhten Ozonwerten und Smog im urbanen Raum, die Entzündungen der Atemwege sowie Luftnot mit sich bringen können. Was also tun bei Hitze, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen?
Insbesondere Trinken sollte oberste Priorität haben, um den Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen – ideal sind 1,5 bis drei Liter, vorzugsweise Wasser, ungezuckerte Tees oder verdünnte Obstsäfte in Zimmertemperatur. Denn kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, wird die Lunge weniger durchblutet, sodass sich Entzündungen verstärken können. Wichtig jedoch zu wissen: Ist die Trinkmenge zu hoch, kann dies den Druck in den Blutgefäßen erhöhen und die Lunge ebenso belasten.
Linderung durch Inhalation Fachleute raten darüber hinaus, bei schlechter Luftqualität oder an heißen Tagen im Haus zu bleiben und mit Ventilatoren oder einer Klimaanlage für Abkühlung zu sorgen. Ebenso kann der Einsatz eines Luftreinigers sowie eines Sauerstoffkonzentrators hilfreich sein. Letzterer wurde speziell für die medizinische LangzeitSauerstofftherapie im häuslichen Umfeld entwickelt. Auch wenn COPD unheilbar ist, können Leidgeplagte bei einer frühzeitigen Diagnose und optimalen medizinischen Behandlung etwa mittels Inhalationstherapie ihre Lebenserwartung im Vergleich zu früheren Jahren deutlich verbessern – zumeist verringert sich diese statistisch um fünf bis sieben Jahre. Unerlässlich ist es jedoch, mit dem Rauchen aufzuhören, das zu den größten Risikofaktoren zählt.
Probiotika unter der Lupe Künftig ebenso im Blickpunkt könnte bei der Behandlung von COPD das Darmmikrobiom stehen. Zwar ist bereits seit längerer Zeit bekannt, dass dieses auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Lunge hat. Wie genau eine Therapie mit Probiotika, also Mikroorganismen, die positiv auf die Darmflora wirken sollen, die Symptome bei COPD beeinflusst, ist bislang kaum erforscht. Anlass für Forschende aus China, gleich acht Studien zu analysieren, welche den Auswirkungen von Probiotika auf COPD auf den Grund gingen. Das Ergebnis der Ende 2024 veröffentlichten Untersuchung: Probiotika verbessern nicht nur die Lungenfunktion, sondern ebenso die Lungenstruktur und Entzündungswerte – gute Nachrichten also für Leidgeplagte. Die Forschenden weisen jedoch darauf hin, dass weitere Forschungsarbeiten und klinische Studien mit großen Teilnehmendenzahlen erforderlich seien, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Probiotika bei COPDBetroffenen zu belegen.
„Taubheitsgefühle
HYPOPARATHYREOIDISMUS | IM GESPRÄCH MIT TOBIAS LEMSER

Mehr als 100.000 Menschen sind europaweit an Hypoparathyreoidismus, kurz HypoPT, erkrankt. Dr. med. Pia Roser, Oberärztin und Fachärztin für Innere Medizin und Endokrinologie am Universitätsklinikum HamburgEppendorf (UKE), zeigt auf, welche Folgen diese Hormonerkrankung haben kann und was therapeutisch möglich ist.
Frau Dr. Roser, was bedeutet HypoPT genau? Das ist eine seltene chronische hormonelle Erkrankung, bei der der Körper zu wenig oder kein Parathormon bildet. Dieses Hormon wird in den Nebenschilddrüsen gebildet und ist entscheidend für die Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts. Calcium ist unverzichtbar für viele Körperfunktionen wie die Muskelarbeit, Nervenleitung, Blutgerinnung und Knochengesundheit.
Wer gehört zur Risikogruppe? Das sind Menschen, die im Halsbereich operiert wurden, insbesondere an der Schilddrüse. Werden dabei die sehr kleinen Nebenschilddrüsen geschädigt oder versehentlich entfernt, kann sich ein chronischer HypoPT entwickeln. Da Frauen häufiger an Schilddrüsenerkrankungen leiden und deshalb öfter operiert werden, sind sie auch häufiger davon betroffen. Aber auch genetische Veränderungen oder bestimmte Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen können zu einem HypoPT führen.
Wie äußert sich die Erkrankung? Typisch sind eine ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung genauso wie Taubheitsgefühle an den Händen, Füßen oder im Gesicht. Betroffene berichten zudem von innerer Unruhe, Ängsten, Konzentrationsproblemen und dem Gefühl, nicht mehr klar denken zu können. In ausgeprägten Fällen können auch Herzrhythmusstörungen auftreten. Nach Schilddrüsenoperationen gilt es deshalb, Warnzeichen wie anhaltendes Kribbeln und starke Erschöpfung oder geistige Leistungseinbußen abklären zu lassen. Denn bleibt die Erkrankung unerkannt, kann sie die Lebensqualität stark beeinträchtigen und langfristig Organe schädigen.
Welche Behandlungsoptionen gibt es? Die Standardtherapie besteht aus einer Kombination von Calciumpräparaten und aktivem Vitamin D. Ziel ist es, damit den Calciumspiegel im unteren Normbereich zu halten und die Beschwerden zu kontrollieren. Sind Betroffene dennoch eingeschränkt leistungsfähig, kann eine Hormonersatztherapie mit Parathormon in Betracht kommen.
Was raten Sie Betroffenen, wenn es ihnen nicht gut geht ? Wichtig ist, die Symptome nicht zu bagatellisieren und sich zeitnah in einer spezialisierten endokrinologischen Praxis oder Klinik vorzustellen. Laborwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen, den offenen Dialog zu suchen und zudem Selbsthilfegruppen aufzusuchen, hilft langfristig, eine gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten.



Hypopara-Betroffene

Hypoparathyreoidismus mag selten sein –und doch gibt es viele, die verstehen wie es sich anfühlt. Sabine, Fabienne und Bettina teilen ihre bewegenden Geschichten: von Unsicherheiten und Alltagshürden, aber auch von Hoffnung, Stärke und dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
Jetzt QR-Code scannen und in Geschichten eintauchen!




© Februar 2026 Ascendis Pharma Endocrinology GmbH. 02/2026 DECOMMPTH-2500067 v1.0. Ascendis ® das Ascendis Pharma Logo und das Firmenlogo sind eingetragene Marken der Ascendis Pharma Gruppe. www.leben-mit-hypopara.de
CHRONISCHE ENTZÜNDUNGEN | VON MARK KRÜGER
Schätzungsweise zehn Prozent der Menschen leiden hierzulande an einer dauerhaften Entzündung im Körper. Oft beginnt sie unbemerkt und verschlimmert sich im Laufe der Zeit. Doch was passiert bei einer Chronifizierung, und warum ist eine reine Symptombehandlung zum Scheitern verurteilt?
Ob eine langanhaltende „stille“ Zahnfleischentzündung, rheumatoide Arthritis oder Neurodermitis: nur drei Beispiele von unzähligen chronischen Entzündungen, die in unserem Körper auftreten und ihn belasten können. Fachleute sprechen von einer andauernden, unterschwelligen Immunreaktion. Um eine Chronifizierung handelt es sich dann, wenn eine Entzündungsreaktion nicht innerhalb weniger Tage abklingt, sondern über Monate oder sogar Jahre anhält.
Lebensrettende Prozesse
Prinzipiell sind Entzündungen im Körper nichts Schlechtes, sondern eine wichtige Reaktion unseres Abwehrsystems. „Das Ziel jeder Entzündung ist die Heilung. Durch die Körperreaktion wird der schädliche Reiz beseitigt und der entstandene Schaden repariert. Ohne Entzündungen würden wir selbst bei kleinen Infektionen binnen weniger Tage sterben“, erklärt DAK-Zahnärztin Dr. Roschan Farhumand. Kritisch seien sie jedoch dann zu sehen, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum hinziehen, also die Ursache nicht beseitigt wird. Durch
das lange Andauern der Krankheit wirkt sie für den gesamten Körper zerstörerisch, was an der Durchschlagskraft unseres Immunsystems liegt.
Da sich bei einer chronischen Entzündung das Immunsystem permanent in einem aktiven Alarmzustand befindet, also dauerhaft Botenstoffe ausgeschüttet werden, kann es zu einer zellulären sogenannten Hyperinflammation kommen. Das Immunsystem verliert seine Regulationsfähigkeit und greift schlimmsten-
Es braucht weit mehr als eine reine Symptombehandlung mit Schmerzmitteln.
falls gesundes körpereigenes Gewebe an – der Beginn einer Autoimmunerkrankung. Aber auch Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall genauso wie bestimmte Krebsarten können die Folge sein.
Individuelle Therapie
Umso wichtiger ist es, unspezifische Beschwerden wie eine erhöhte Infektanfälligkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, verbunden mit einer leicht erhöhten Temperatur, medizinisch
SCHON GEWUSST?
Kefir, kombiniert mit verschiedenen Ballaststoffen, senkt Entzündungswerte im Blut stärker und breiter als Omega-3 allein. Zu dieser Erkenntnis kam im Jahr 2025 ein Forschungsteam der University of Nottingham. Die Teilnehmenden galten jedoch als gesund, sodass sich Aussagen zu konkreten Erkrankungen oder Langzeiteffekten daraus nicht ableiten lassen.
Quelle: https://link.springer.com/article/10.1186/ s12967-025-07167-x; letzter Zugriff: 27.06.2026
abklären zu lassen – idealerweise in einem spezialisierten Zentrum. Fest steht: Bei einer chronischen Entzündung braucht es weit mehr als eine reine Symptombehandlung mit Schmerzmitteln, weil sich so der biologische Teufelskreis im Körper nicht unterbrechen lässt. Der Erlanger Immunologe und Rheumatologe Prof. Dr. med. Georg Schett rät davon ab, Betroffene mit Antibiotika oder – angesichts einer Infektionsneigung im Körper – mit „überschießend viel Kortison“ zu behandeln. Viel wirkungsvoller sei dagegen eine individuelle und ursachenorientierte Behandlung etwa mittels Antikörpertherapie wie Biologika. Ebenso zentral sei eine Anpassung des Lebensstils: „Zum Schutz vor chronischen Entzündungen sind Stressvermeidung, Nikotinverzicht und eine ausgewogene Ernährung das A und O.“ Diese sollte so divers und ballaststoffreich wie möglich sein, also reich an Pflanzen und Getreide, stecken, um Entzündungen hemmen zu können.
Angeborener Herzfehler: gut begleitet von klein auf
Chronische Erkrankungen beginnen oft im Kindesalter – und begleiten die Betroffenen ein Leben lang. Gerade bei angeborenen Herzfehlern zeigt sich, wie entscheidend neben medizinischem Fortschritt auch eine altersgerechte Aufklärung und ein einfühlsamer Umgang sind.
Dank des medizinischen Fortschritts erreichen heute über 90 Prozent der Kinder mit einem schweren angeborenen Herzfehler das Erwachsenenalter.
In Deutschland leben aktuell etwa 250.000 Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler, rund 40 Prozent von ihnen benötigen eine kontinuierliche, lebenslange kardiale Betreuung. Medizinischer Fortschritt allein genügt jedoch nicht – genauso wichtig ist, wie wir mit betroffenen Kindern und ihren Familien über diese Krankheit sprechen.
Genau hier setzt das neue MitmachBuch „Öffne Dein Herz – Herzmedizin“

des Kinderherzbuch Verlags an. Es erklärt Kindern im Alter von vier bis elf Jahren kindgerecht das Herz, Untersuchungen, Operation, Narkose und Klinikalltag. Mit Ausmalseiten, Aufklebern und Mitmach-Elementen wird komplexe Herzmedizin so vermittelt, dass junge Patientinnen und Patienten ihre Behandlung besser verstehen und aktiv mitgestalten können. Das stärkt die Resilienz, reduziert Angst und hilft dabei, Vertrauen in die Behandlung aufzubauen – eine wichtige Basis für den späteren Übergang in die spezialisierte Erwachsenenversorgung.
„Öffne Dein Herz – Herzmedizin“ ist zugleich eine Kommunikationshilfe für Eltern, Ärztinnen und Ärzte sowie das gesamte Behandlungsteam. Das Buch schafft eine gemeinsame Sprache: Es erleichtert Aufklärungsgespräche, unterstützt bei schwierigen Fragen und hilft Familien, medizinische Informationen mit der emotionalen Situation ihres Kindes zu verbinden. So wird moderner

medizinischer Fortschritt bei angeborenen Herzfehlern mit guter Kommunikation vereint – von der Kinderkardiologie bis zur EMAH-Versorgung im Erwachsenenalter.

Dr. med. Petra Wiechel, Chefärztin der Swiss Mountain Clinic, Fachärztin für Allgemeinmedizin (D) und Expertin für biologische Medizin (Universität Mailand), weist darauf hin, dass allein in Deutschland mehr als 6,3 Millionen Menschen von einer Autoimmunerkrankung betroffen sind. Doch was genau ist bei ihnen aus dem Gleichgewicht geraten? Das Gute: Ein Ungleichgewicht lässt sich ergründen und behutsam wieder in Richtung Gleichgewicht steuern.
Hashimoto, Rheuma, Multiple Sklerose, ME/CFS und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Die Namen sind verschieden, die Muster dahinter ähneln sich oft. Vor wenigen Jahrzehnten waren solche Diagnosen selten, heute begegnen sie uns überall, und ihre Zahl steigt weiter. Diese Entwicklung ist zu rasch, um sie allein mit unseren Genen zu erklären. Unsere Erbanlagen haben sich in so kurzer Zeit nicht wesentlich verändert, unsere Lebensweise hingegen schon.
Mit der Zeit ist aus einer Fehlinformation eine Fehlregulation entstanden. Daraus kann später eine Fehlfunktion mit weitreichenden Folgen werden, die wir dann Autoimmunerkrankung nennen. Der Körper hat lange gepuffert und kompensiert, bis er nicht mehr konnte und aus dem Gleichgewicht geraten ist. Eine genetische Veranlagung mag dabei eine Rolle spielen, doch sie allein macht nicht krank. Ebenso entscheidend ist die Epigenetik, also die Frage, welche dieser Anlagen durch unsere
ANZEICHEN FÜR EINE STILLE ENTZÜNDUNG
• eine anhaltende Erschöpfung trotz ausreichendem Schlaf
• wechselnde Gelenk- oder Muskelbeschwerden ohne klare Ursache
• zunehmende Verdauungsprobleme, Blähungen oder Unverträglichkeiten
• Infekte, die häufiger wiederkehren als früher
• immer wieder aufflammende Hautveränderungen

Lebensweise im Lauf der Jahre anoder abgeschaltet werden.
Darm im Fokus
Einen Ausgangspunkt sehe ich immer wieder im Darm. In über 30 Jahren ärztlicher Tätigkeit ist mir kaum ein Mensch mit Rheuma, mit einer Autoimmunerkrankung oder mit einem Tumor begegnet, dessen
Zucker, Alkohol, manche Medikamente. Auch Gluten und das Pflanzengift Glyphosat können die Barriere öffnen. Ist sie einmal offen, ist das Immunsystem im Dauereinsatz. Es entsteht eine stille Entzündung, die häufig der gemeinsame Nenner hinter sehr verschiedenen Beschwerden ist. Sie erklärt, warum sich Betroffene oft schon lange vor einer Diagnose erschöpft und nicht richtig gesund fühlen.
Belastung: unterschiedlicher Umgang
Meine Patientinnen und Patienten stellen mir oft genau diese Frage: „Warum trifft es mich und eine andere Person nicht, obwohl wir ähnlich leben?” Wir sind alle unterschiedlich ausgestattet und gehen mit denselben Belastungen des Lebens unterschiedlich um. Entscheidend ist, wie gut der Körper sich selbst entlasten kann. Die Leber etwa, unser wichtigstes
„Etwa 80 Prozent unseres Immunsystems sitzen im Darm. Dort entscheidet sich täglich, was als harmlos durchgelassen und was bekämpft wird.“
Darm wirklich gesund war. Etwa 80 Prozent unseres Immunsystems sitzen im Darm. Dort entscheidet sich täglich, was als harmlos durchgelassen und was bekämpft wird.
Ich nutze gern das Bild eines Topfes, dessen Ränder feine Risse bekommen haben. Er tut noch seinen Dienst, verliert aber ständig kleine Mengen dessen, was eigentlich in ihm bleiben sollte. Beim sogenannten Leaky-Gut-Syndrom, dem durchlässigen oder löchrigen Darm, ist die Schleimhaut nicht mehr dicht. Unvollständig verdaute Eiweißbruchstücke, bakterielle Abbauprodukte und Umweltgifte gelangen durch die gelockerte Barriere ins Gewebe. Das Immunsystem kennt diese Substanzen nicht und reagiert, zuerst leise, dann immer lauter.
Die Ursachen für eine durchlässige Schleimhaut sind oft hausgemacht. Stark verarbeitete Nahrung,
Entgiftungsorgan, arbeitet bei jedem Menschen mit unterschiedlicher Kraft. Bei dem einen sammelt sich an, was andere mühelos ausscheiden. Kommt dauerhafter Stress hinzu, geraten die Nebennieren unter Druck und erschöpfen. Genau dann können jene Mechanismen wegfallen, die eine beginnende Entzündung sonst in Schach halten. Eine Patientin sagte mir einmal im Rückblick auf die Jahre vor ihrer Diagnose: „Mein Körper hat lange gerufen, ich habe nie hingehört.“
Ursachen suchen statt Symptome unterdrücken Die übliche Behandlung setzt bei den Symptomen an. Man dämpft die Entzündung, man bremst die überschießende Abwehr. Das lindert und ist in akuten Phasen oft notwendig, und niemand sollte eine wirksame Therapie eigenmächtig absetzen. Es lohnt sich aber, zusätzlich die Frage zu stellen, warum
der Körper sich so verhält. Wer das Feuer löscht und zugleich nach der Zündquelle sucht, hat die besseren Aussichten, dass es nicht immer wieder aufflammt.
In der biologischen Medizin schauen wir zuerst nach diesen Ursachen. Wir machen das innere Milieu sichtbar. Eine Stuhlanalyse kann zeigen, ob die Darmbarriere durchlässig ist und ob eine stille Entzündung schwelt. Solche Untersuchungen kann jeder bei seinem Arzt erbitten. Aus diesen Befunden, aus der Lebensgeschichte und den Beschwerden entsteht ein Bild, das erklärt, was ein einzelner Laborwert allein selten begründen kann.
Der Darm lässt sich nicht mit einer einzigen Maßnahme heilen, wohl aber mit geduldiger Arbeit über Wochen und Monate hinweg zu guter Leistung zurückführen. Bei der eigenen Gesundheit ist jeder Mensch ein Mitwirkender. Das Reizende wegzulassen, die Schleimhaut zu nähren, dem Darm Ruhe zu geben, all das liegt zu einem großen Teil in Ihrer eigenen Hand.
Chronisch heißt nicht aussichtslos
Hier liegt der Grund für meinen Optimismus. Chronisch bedeutet nicht aussichtslos. Es bedeutet, dass ein Prozess lange genug gelaufen ist, um sich festzusetzen. Was sich über Jahre entwickelt hat, lässt sich nicht in Tagen umkehren. Doch der Körper ist kein starres System. Er trägt eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Selbstregulation in sich, und er kann zurück ins Gleichgewicht finden, sobald man die Ursache der Störung beseitigt und ihm Zeit gibt. Ich habe Menschen erlebt, deren Beschwerden über Jahre zugenommen hatten und die nach geduldiger Arbeit an den Ursachen spürbar aufatmen konnten. Entscheidend ist, früh hinzuschauen und nicht zu warten, bis ein Befund alles erklärt. Je eher wir verstehen, was aus dem Gleichgewicht geraten ist, desto mehr lässt sich zurückgewinnen. www.swissmountainclinic.com
Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte medizinische Fachperson.
HÄUFIGKEIT ALTER
53,7 Prozent
der Erwachsenen haben eine chronische Krankheit oder ein lang andauerndes Gesundheitsproblem.
73,3 Prozent
der über 80-Jährigen sind chronisch krank, während es bei den 18- bis 29-Jährigen 33,9 Prozent sind.
BILDUNG
61,9 Prozent
sind Betroffene mit niedriger Bildung. Sie gaben häufiger eine chronische Krankheit oder ein lang andauerndes Gesundheitsproblem an als Personen der mittleren und hohen Bildungsgruppe.
VERSORGUNGS QUALITÄT
2,67
Die selbst eingeschätze Versorgungsqualität von Erwachsenen in Deutschland mit chronischen Krankheiten liegt im mittleren Bereich (Skala 1–5).
KOMMENTAR
Chronische Erkrankungen zählen in Deutschland zu den größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen – insbesondere angesichts der steigenden Zahl von Patientinnen und Patienten. Benötigt werden daher eine langfristige, interdisziplinäre Versorgung sowie eine stärkere Fokussierung auf Prävention, Früherkennung und patientenzentrierte
Therapien. Zentrale Stellschraube ist und bleibt gezielte Prävention. Doch deren Potenzial wird bislang weder konsequent strategisch genutzt noch flächendeckend gefördert. Ein offener Dialog zwischen Medizin, Politik, Forschung und Gesellschaft ist grundsätzlich entscheidend, um chronische Krankheiten zu vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Nadine Effert Chefredakteurin
IMPRESSUM
Projektmanagement Myriam Krämer, myriam.kraemer@reflex-media.net Redaktion Nadine Effert, Mark Krüger, Tobias Lemser Layout Silke Schneider, grafik@reflex-media.net Fotos iStock / Getty Images, Coverbild iStock / cienpies Druck Badische Neueste Nachrichten Badendruck GmbH V.i.S.d.P. Redaktionelle Inhalte Nadine Effert, redaktion@reflex-media.net Weitere Informationen Pit Grundmann, pit.grundmann@reflexmedia.net, Reflex Verlag GmbH, Hackescher Markt 2–3, D-10178 Berlin, T +49 (0)30 / 200 8949 0, www.reflexmedia.net
Diese Publikation des Reflex Verlages erscheint am 10. Juli 2026 in DIE WELT. Der Reflex Verlag und DIE WELT sind rechtlich getrennte und redaktionell unabhängige Unternehmen. Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktporträts, Interviews, Advertorials, Anzeigen sowie Gastbeiträgen und Fokusinterviews geben die Meinung der beteiligten Unternehmen beziehungsweise Personen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen.
UNSERE NÄCHSTE AUSGABE
IT-SICHERHEIT

IT-Sicherheit
Cybersecurity im Wandel: KI, Automatisierung sowie KRITIS- und NIS-2Vorgaben treiben Investitionen und Innovationen. Zunehmend wird die Absicherung von Energieinfrastrukturen wichtiger. Der Ratgeber „ITSicherheit“ zeigt, wie Unternehmen ihre IT resilient aufstellen. Er untersucht Trends und Strategien, gibt konkrete Handlungsempfehlungen und unterstützt
Entscheider dabei, Sicherheitsarchitekturen nachhaltig zu stärken.
Erfahren Sie mehr am 27. Juli im Handelsblatt.
JETZT SCANNEN Unsere Ausgaben finden Sie auch auf unserem Wissensportal: www.portal-wissen.net
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. 4 Rungestraße 19 10179 Berlin www.dbsv.org
Alimera Sciences Ophthalmologie GmbH 5 Cicerostraße 21 10709 Berlin www.alimerasciences.de
OxyCare GmbH Medical Group 6 Holzweide 6 28307 Bremen www.oxycare-gmbh.de
Ascendis Pharma GmbH 7 Im Neuenheimer Feld 584 69120 Heidelberg www.ascendispharma.de
Kinderherzbuch Verlag GmbH & Co. KG 8 Erdmannstraße 6 10827 Berlin www.kinderherzbuchverlag.de
Swiss Mountain Clinic AG 9 Strada Cantonale 53 6540 Castaneda GR, Schweiz www.swissmountainclinic.com
Aktion Deutschland Hilft e. V. 12 Willy-Brandt-Allee 10–12 53113 Bonn www.aktion-deutschland-hilft.de

Jetzt spenden!
Zwei schwere Erdbeben haben Venezuela erschüttert.
Aktion Deutschland Hilft leistet Nothilfe – mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Notunterkünften und medizinischer Versorgung.
Helfen Sie den Menschen jetzt – mit Ihrer Spende!
Aktion-Deutschland-Hilft.de
Bündnis der Hilfsorganisationen