M U S K E L- S K E L E T TSPEZIAL Gesund durch den Alltag
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Muskel-Skelett-Spezial
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Ein elementares Grundbedürfnis Sitzen, gehen, bücken, heben: Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie sehr Mobilität Ihren Alltag bestimmt? Wie wichtig Bewegungsfreiheit und Beweglichkeit für Ihre Lebensqualität sind? Unser Körper ist ständig in Bewegung, selbst im Schlaf. „Sich (schmerzfrei) bewegen können“ hat eine existenzielle Bedeutung für Körper und Geist. Und: Ohne Bewegung können sich Skelett, Muskulatur und innere
Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Wir nehmen Sie in diesem „Muskel-Skelett-Spezial“ mit auf eine Inspektion des menschlichen Antriebsmotors, zeigen Ihnen, wie er möglichst lange reibungslos funktioniert und wann es Zeit ist, eine „Werkstatt“ aufzusuchen, damit er möglichst schnell wieder rundläuft. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen – und ein mobiles Leben ohne Schmerzen.
Nadine Effert Chefredakteurin
INHALTSVERZEICHNIS LEITARTIKEL PATIENT STORY ARTHROSE KNOCHENMARK RÜCKENSCHMERZEN
Für mehr Bewegungsfreiheit — 3 „NMOSD hat unser Leben komplett verändert“ — 4 Ein Spalt für Knorpelwachstum — 6 Quelle unseres Lebenssaftes — 7 Das ist die wichtigste Gesundheitsressource — 8
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Für mehr Bewegungsfreiheit
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Es trägt und hält wie ein Baugerüst, ist aber gleichzeitig äußerst beweglich: Die Rede ist vom menschlichen Skelett, das aus etwa 210 Knochen besteht. Fast alle sind dabei durch rund 650 Muskeln, über 100 Gelenken, Knorpel und Bänder miteinander verbunden. Unser Bewegungsapparat ist ein wahres Wunderwerk der Anatomie. Er gibt dem menschlichen Körper Form, Halt und Beweglichkeit. Doch wehe, er macht Probleme oder erkrankt, dann sind Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und verminderte Lebensqualität in der Regel vorprogrammiert – vor allem wenn die Pein anhält. Belastende Folgen Unter chronischen Schmerzen leiden laut der Angabe der Deutschen Schmerzgesellschaft zwischen acht und 16 Millionen Deutsche. Vor allem der Rücken und der Nacken, aber auch Knie und Schultern sind betroffen. „Durch die dauerhafte Belastung und die damit einhergehenden Einschränkungen kommt es oft zu Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Angstzuständen oder depressiven Episoden“, schreiben die Verfassenden des „Schmerzatlas 2023“ vom Gesundheitsdienstleister Liebscher & Bracht, für den über 9.300 Menschen zu ihrer Schmerzhistorie befragt worden sind. Über 70 Prozent der Umfrageteilnehmenden gaben an, ihre Schmerzen würden sich auf ihr Gemüt auswirken. 64 Prozent bestätigten, ihre Bewegungsfreiheit sei durch die Schmerzen eingeschränkt. Fast fast jede zweite Person empfand, dass die Familie unter der Situation leide. Wichtig: Prävention Die Ausprägungen und Ursachen von Krankheiten des Bewegungsapparates – in der Fachsprache muskuloskelettalen Erkrankungen (MSE) – sind vielfältig, die meisten treten zunehmend im Alter auf. Nach WHO-Schätzungen wird sich angesichts der demografischen
Entwicklung die Zahl der von Knochen- und Gelenkerkrankungen Betroffenen in den kommenden 20 Jahren verdoppeln. Wichtig ist, auch mit Blick auf die gestiegene Lebenserwartung, den Bewegungsapparat möglichst fit und gesund zu halten. Sei es mit einem ergonomischen Arbeitsplatz, gesunder Ernährung zur Vermeidung von Übergewicht und regelmäßiger Bewegung, durch welche die Muskeln gestärkt, die Gelenke mobilisiert und die Durchblutung verbessert werden. Hingegen Gift für die Gelenke ist Tabakrauchen. Eine schwedische Studie der Universität in Lund fand heraus, dass Rauchende nicht nur häufiger als andere Menschen an Rheuma erkranken. Die Gelenkzerstörung schreitet bei ihnen auch schneller voran. Fehlzeiten und Krankheitskosten Ob Arthrose, Osteoporose, Muskelschwäche oder Rückenschmerzen: MSE – zählen zu den am häufigsten in der Bevölkerung verbreiteten Leiden und sind weltweit die führende Ursache von chronischen Schmerzen, körperlichen Funktionseinschränkungen und Verlust an
Erkrankungen am Bewegungsapparat sind einer der meistverbreiteten Gründe für krankheitsbedingte Fehlzeiten. Lebensqualität. So auch in Deutschland – verbunden mit hohen Fehlzeiten und volkswirtschaftlichen Kosten. Die Krankheitskosten belaufen sich gemäß Statistischem Bundesamt (Destatis) auf jährlich 500 Euro je Einwohner (Stand: 2020) – Platz fünf im Ranking der teuersten Krankheiten. Laut „Gesundheitsreport 2023“ der Techniker Krankenkasse entfielen im Jahr 2022 mit 2,59 Fehltagen je Erwerbsperson 13,7 Prozent der gesamten Fehlzeiten auf MSE.
In den meisten Fällen stecken harmlose Muskelverspannungen hinter Rückenschmerzen.
iStock / A. Gavrilovic
Erkrankungen, Beschwerden und Verletzungen des Haltungs- und Bewegungsapparates zählen zu den häufigsten Leiden. Neben Prävention ist es wichtig, Versorgungslücken zu schließen.
Damit belegte diese Erkrankungsgruppe hinsichtlich der Fehlzeiten den dritten Rang unter den Krankheitsgruppen.
Weitere Informationen unter www.schmerzfrei-leben-info.de
LEITARTIKEL | VON NADINE EFFERT
Gezieltes Risikomanagement Umso wichtiger sind Prävention und eine optimale Behandlung. „Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen ist in den letzten 15 Jahren stark verbessert worden“, ist in einer Mitteilung des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zu lesen. Dennoch würden längst nicht alle Patientengruppen eine ausreichende Versorgung erhalten, was ungünstige Behandlungsergebnisse zur Folge haben kann. Ein Grund hierfür: Da die Grunderkrankung häufig mit Begleiterkrankungen einhergeht, sind Betroffene oftmals bei verschiedenen Fachärztinnen und -ärzten in Behandlung und nehmen zum Teil viele Medikamente parallel ein. Welche Risikofaktoren konkret für eine Unter-, Über- und Fehlversorgung bei Krankheiten des Bewegungsapparates ursächlich sind, damit beschäftigen sich Forschende aus Berlin, Greifswald und Bremen im Konsortium TARISMA (Targeted Risk Management in Musculoskeletal Diseases) noch bis zum Jahresende. Das Ziel: neue Versorgungskonzepte zu erstellen und dafür zu sorgen, dass diese so rasch wie möglich den Patientinnen und Patienten zugutekommen.
Es gibt kaum einen Menschen, der Rückenbeschwerden nicht kennt. Entsprechend gibt es viele Gesundheitsangebote und Produkte auf dem Markt, die diese verhindern sollen. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. bietet Verbrauchenden eine wertvolle Orientierungshilfe. Orthopädische Matratzen für zu Hause, Aktiv-Stühle und höhenverstellbare Schreibtische fürs Büro, ergonomische Kinder-Autositze und Schulranzen sowie rückenfreundliche Schuhe und Trainingsgeräte für die Freizeit: Im Dschungel der Angebote ist die Orientierung oft kompliziert. Eine Entscheidungshilfe bietet die Aktion Gesunder Rücken e. V. Der Verein informiert seit mehr als 25 Jahren zum Thema
Rückengesundheit und zeichnet nach umfassender Prüfung rückenfreundliche Produkte mit dem AGR-Gütesiegel aus. Die unabhängige Prüfkommission besteht aus Ärztinnen und Ärzten sowie Therapierenden verschiedener Fachgebiete. Das AGR-Gütesiegel und der Prüfprozess wurden vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) als seriös und vertrauenswürdig ausgezeichnet. Tag der Rückengesundheit Die AGR will Menschen dabei unterstützen, ihren persönlichen Weg zu einem gesunden Rücken zu finden. Für dieses Ziel organisiert sie unter anderem jährlich am 15. März den Tag der Rückengesundheit gemeinsam mit dem Bundesverband
© AGR / Ergon, HTS BeSafe, Bellicon, Sedus
Werbebeitrag – Gütesiegelporträt
Rückenfit im Alltag: Mehr als eine Frage der Haltung
Das AGR-Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ kennzeichnet rückenfreundliche Produkte.
deutscher Rückenschulen e. V. An diesem Tag finden bundesweit Veranstaltungen für Betroffene und Interessierte statt. www.agr-ev.de
Muskel-Skelett-Spezial
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„NMOSD hat unser Leben komplett verändert“ PATIENT STORY | VON TOBIAS LEMSER
Bundesweit sind bis zu 2.000 Menschen von NMOSD betroffen, einer seltenen, schwerwiegenden Autoimmunerkrankung des zen tralen Nervensystems. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 39 Jahren. Matthias Fuchs, selbst Betroffener, berichtet, wie er von der Diagnose erfahren hat und was ihm dabei hilft, mit der Erkrankung umzugehen. Als Matthias Fuchs im Jahr 2010 mit seiner Frau Christine zur gemeinsamen Reise nach New York City aufbrach, ahnte er noch nicht, wie sich von diesem Urlaub an sein Leben verändern würde. „Ich stand auf dem hell erleuchteten, mit Blitzlichtern durchzogenen Times Square und spürte plötzlich einen starken Schmerz auf meinem linken Auge. Die Sicht wurde völlig verschwommen, als wäre Nebel davor.“ Neurologe sorgte für Klarheit Zurück in München, suchte der damals 34-jährige Ingenieur schnellstmöglich einen Augenarzt auf, der ihn nach einigen Tests weiter zum Neurologen schickte. Diagnose: Sehnerventzündung, was, wie er damals noch nicht wusste, ein Zeichen für seine Erkrankung sein kann. Dank Steroidinfusionen konnte Matthias Fuchs sein Sehvermögen wiedererlangen. Doch dann der nächste Tiefschlag: „Zwei Jahre später konnte ich beim Wandern meinen linken Fuß nicht mehr richtig hochheben und stolperte über jeden Stein“, erinnert er sich. Nach umfangreichen Untersuchungen und zahlreichen Tests beim selben Neurologen und am Klinikum Großhadern war schließlich klar: Der Münchner hat NMO (engl. Neuromyelitis optica). Diese Erkrankung gehört zu der Gruppe von Autoimmunerkrankungen, die auch als Neuromyelitis-optica-Spektrum- Erkrankungen (NMOSD, engl. Neuromyelitis optica spectrum disorders) bezeichnet werden. Dabei wird durch fehlgeleitete Abwehrzellen des Immunsystems
irrtümlich körpereigenes Gewebe angegriffen. Damit einhergehende Entzündungen betreffen vor allem das Rückenmark und die Sehnerven, jedoch auch in einigen Fällen das Gehirn. Schwere, sich wiederholende Schübe können zur Erblindung, Lähmung oder sehr selten sogar zum Tod führen. Das Komplexe bei NMOSD: Mit jedem Schub verschlimmert sich der Zustand der Betroffenen – mitunter sogar sehr schnell. Typische Beschwerden sind Sehstörungen, genauso wie Taubheit oder Kribbeln in den Extremitäten. Nicht wenige Betroffene haben Schwierigkeiten beim Gehen, so wie Matthias Fuchs, der sich nach der Diagnose immer schlechter bewegen konnte und zeitweise Mühe hatte, ganz allein vom Sofa aufzustehen. „Als ich 2019 kaum noch 500 Meter laufen konnte, entschied ich mich für einen Rollstuhl.“ Unaufhaltsame Reiselust Gerade wegen der drohenden Immobilität schlägt NMOSD vielen Betroffenen auf die Psyche. Genauso bei Matthias Fuchs: Auch wenn er noch immer damit kämpft, die Erkrankung zu akzeptieren, geht der Autofan weiterhin positiv durchs Leben: „Die Diagnose hat unser Leben komplett verändert. Aber nicht nur im Negativen. Unser Alltag ist überhaupt nicht traurig. Wir sind viel unterwegs gewesen und sind es immer noch. In den letzten Jahren haben wir die USA, Kanada, Hawaii, Afrika, Island und viele Destinationen in Europa bereist.“ Seit 2020 sind Matthias und Christine in Besitz eines Campervans, womit sie so oft wie möglich dem Alltagsstress entfliehen. Frühzeitige Therapie entscheidend Bis zur Antikörpertherapie hat es insgesamt sieben Jahre gedauert – was unter anderem daran lag, dass es bis zu diesem Zeitpunkt noch keine zugelassenen Medikamente für NMOSD gab. Das große Problem: die finanzielle Übernahme durch die Krankenkasse. Matthias Fuchs musste einen langen Weg über mehrere Instanzen gehen, bis die Krankenkasse schließlich einwilligte, die Kosten für eine sogenannte Off-Label-Therapie zu übernehmen. Für den Münchner ein großes Glück – auch weil die Diagnose nach kurzer Zeit
in einem frühen Stadium gestellt wurde, was grundsätzlich bei allen an NMOSD-Erkrankten für eine gute Prognose zentral ist.
Mit jedem Schub verschlimmert sich der Zustand. Doch es braucht neben der frühzeitigen Diagnose auch eine konsequente Behandlung mit dem obersten Ziel, neue Schübe zu verhindern. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie kommen sowohl bei einem akuten Erkrankungsschub als auch im täglichen Leben ebenso der Physio- und Ergotherapie eine besondere Bedeutung zu. Ob NMOSD Matthias Fuchs als Mensch verändert hat, beantwortet der Münchner voller Überzeugung: „Absolut. Die eigene Situation zu überdenken, die Lebensperspektive zu ändern und Hilfe anderer anzunehmen kosteten zwar einiges an Anstrengung, kann aber wunderbare Möglichkeiten schaffen.“ STECKBRIEF NMOSD
Verlauf Meist schubförmig Symptome Meist Sehstörungen und/oder Sensibilitätsstörungen bis hin zur Lähmung in Armen und Beinen Beeinträchtigungen Symptome bilden sich zum Teil nach Schub schlecht zurück; Verschlechterung nur durch Schub Durchschnittliches Erkrankungsalter 39 Jahre MRT Größere zusammenhängende Entzündungsherde meist in Sehnerven und Rückenmark Quelle: https://www.dmsg.de/news/detailansicht/ multiple-sklerose-und-neuromyelitisoptica-spektrum-erkrankung-aehnlichesymptome-aber-unterschiedliche-erkrankungen; Zugriff: 27.11.2023
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Rund 1.500 bis 2.000 Menschen in Deutschland sind von NMOSD1, genauer gesagt von plötzlichen Entzündungsschüben, die ihre Sehnerven und ihr Rückenmark angreifen, betroffen. Die Inzidenz bei Frauen ist neunmal höher als bei Männern.2
Schub schnell weitere auftreten, denn die Schübe treten häufig in sogenannten Clustern auf. 90 Prozent aller Patienten erleben innerhalb von fünf Jahren nach dem ersten Schub weitere Schübe.4 Lebensqualität stark beeinträchtigt Fast zwei Drittel der Menschen mit NMOSD verlieren innerhalb von drei Jahren erheblich an Sehkraft, was im weiteren Verlauf zur vollständigen Erblindung führen kann.5, 6 Drei Viertel der Erkrankten leiden an chronischen Schmerzen, für 40 Prozent gehören Depressionen zum Alltag.7 Neben finanziellen Belastungen durch Behandlungskosten und Einschränkungen im Berufsleben klagen Betroffene zudem häufig über Blasen- und Darmprobleme sowie eine sexuelle Dys-
„Wir sind davon überzeugt, dass Wissenschaft und Mitgefühl zusammen Leben verändern können.“ Sebastian Herzig, Geschäftsführer von Horizon Therapeutics – ein Teil von Amgen
Zu den frühen Symptomen, mit denen sich Erkrankte erstmals bei einer Ärztin oder einem Arzt vorstellen, können plötzliche Taubheitsgefühle an Gliedmaßen gehören, ein Kribbeln im Körper, brennende Schmerzen im Rücken, Übelkeit, Inkontinenz, Geh- und Sehstörungen bis hin zu völliger Blindheit auf einem Auge oder sogar auf beiden Augen.3 Anders als bei einer MS sind die häufig wiederkehrenden Schübe bei einer NMOSD allerdings schwerer und verlaufen attackenartig: Mit jedem neuen Schub können sich Symp tome plötzlich verschlechtern oder neue auftreten. Zudem können nach einem durchgemachten
funktion.3, 8 All diese Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität deutlich. Und auch schwerste motorische Störungen mit Lähmungserscheinungen sind keine Seltenheit – in einigen Fällen sind sie so stark, dass die Patienten auf einen Rollstuhl angewiesen sind.6 Wird die Erkrankung nicht erkannt oder behandelt, verstirbt jeder dritte Betroffene innerhalb von zehn Jahren.9 NMOSD oft mit MS verwechselt Lange Zeit wurde NMOSD als Variante der Multiplen Sklerose betrachtet. Erst 2004, mit der Entdeckung der sogenannten Aquaporin-4-Immunglobolin-G-Auto-
E N G AG E M E N T F Ü R M E N S C H E N M I T S E LT E N E N E R K R A N KU N G E N
Um auf Krankheiten wie NMOSD aufmerksam zu machen, engagiere sich sein Unternehmen stark im Bereich der seltenen Erkrankungen, sagt der Geschäftsführer des Biotechnologieunternehmens Horizon Therapeutics – jetzt ein Teil von Amgen, Sebastian Herzig. „Wir wollen dazu beitragen, das Leben von Betroffenen, ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld ein Stück weit zu verbessern.“ Dafür hat das Unternehmen unter anderem das Programm #RAREis ins Leben gerufen, mit dem zum Beispiel durch Zuschüsse Patientenorganisationen auf der ganzen Welt unterstützt werden, mit Schwerpunkt auf die wichtigsten Bedürfnisse von Menschen, die an seltenen Autoimmunund schweren Entzündungskrankheiten leiden.
© Shutterstock (HTWE)
Neuromyelitis-optica-SpektrumErkrankungen (NMOSD, engl. Neuromyelitis optica spectrum disorder) sind seltene Erkrankungen, bei denen das körpereigene Immunsystem Sehnerven und Rückenmark angreift. Aufgrund ihres zunächst ähnlichen, schubweisen Verlaufs wird eine NMOSD oft mit einer Multiplen Sklerose (MS) verwechselt. Doch NMOSDSchübe sind oft schwerwiegender und führen häufig zu irreparablen Schäden und Behinderungen.
antikörper (AQP4-IgG), wurde deutlich, dass es sich bei NMOSD um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt.10 Bis zur Einführung des Tests auf AQP4-IgG war die Unterscheidung von NMOSD und MS eine diagnostische Herausforderung, zumal die Symptome vor allem zu Beginn der Erkrankung nur schwach ausgeprägt sein können11 und die Beteiligung des zentralen Nervensystems auch zu einer MS passen könnte. Und so wird selbst heute noch in 41 Prozent der Fälle eine MS diagnostiziert, obwohl es sich eigentlich um eine NMOSD handelt.3 Für die betroffenen Patienten hat das die Konsequenz, dass ihre NMOSD nicht behandelt wird und durch die MS-Therapie sogar verschlimmert werden kann.12 Deshalb ist es entscheidend, dass die Behandelnden die Unterschiede der beiden Erkrankungen kennen. Unterschiede zwischen NMOSD und MS Ein wichtiger Unterschied zwischen der MS und NMOSD ist das Erkrankungsalter: Eine NMOSD tritt vor allem um das 40. Lebensjahr herum auf – etwa elf Jahre später als MS.11, 13 Im zentralen Nervensystem sind zudem andere Zellen betroffen14 und während es bei NMOSD relativ häufig zu Entzündungen des Sehnervs und langstreckigen Rückenmarksentzündungen kommt, sind solche Befunde bei der MS ungewöhnlich.11 Ein weiterer Unterschied ist, dass sich Menschen mit MS häufig wieder von Krankheitsschüben erholen, was bei NMOSD nur selten der Fall ist.15 Klarheit durch Antikörpertest Der entscheidende Faktor bei der Unterscheidung von NMOSD und MS ist in den meisten Fällen
ein Labortest: Während bei den NMOSD-Betroffenen Autoantikörper gegen das sogenannte Wasserkanalprotein Aquaporin-4 im Blutserum gefunden werden, sind diese bei einer MS nicht nachweisbar.16 Die Autoantikörper werden von speziellen weißen Blutkörperchen produziert, sogenannten Plasmablasen und Plasmazellen. Diese spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung der NMOSD und sind ein wichtiges Ziel bei der gezielten Behandlung.16 www.horizontherapeutics.de Hemmer B et al., S2k-Leitlinie www.dgn.org/leitlinien (letzter Zugriff 25.01.2023). 2 Wingerchuk DM et al., Neurol. 2015;85(2):177-89. 3 Beekman J et al., Neurol Neuroimmunol Neuroinflamm. 2019;6(4):e580. 4 Wingerchuk DM et al., Neurol. 1999;53(5):1107-14. 5 Cabre P et al., J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2009;80:1162-4. 6 Jiao Y et al., Neurol. 2013;81:1197-204. 7 Ayzenberg I et al., Neurol Neuroimmunol Neuroinflamm. 2021;8(3):e985. 8 Eaneff S et al., Mult Scler Relat Disord. 2017;17:116-22. 9 Huda S et al., Clin Med (Lond). 2019;19(2):169-76. 10 Trebst J et al., J Neurol. 2014;261:1-16. 11 Kim SM et al., Ther Adv Neurol Disord. 2017;10(7):265-89. 12 Jarius S et al., Clin Exp Immunol. 2014;176:149-64. 13 Hor JY et al., Front Neurol. 2020;11:501. 14 Kawachi I, Lassmann H, J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2017;88:137-45. 15 Jarius S et al., J Neuroinflamm. 2012,9:14. 16 Borisow N et al., Front Neurol. 2018;9(888):1-15. 1
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Horizon Therapeutics, jetzt Teil von Amgen, erstellt.
DA-UNBR-DE-00063 12/23
Werbebeitrag – Indikationsporträt
Angriff auf das zentrale Nervensystem
Ein Spalt für Knorpelwachstum ARTHROSE | VON NADINE EFFERT
Arthrose ist die häufigste aller Gelenkerkrankungen. Für Millionen von Menschen in Deutschland bedeutet dies zunehmende Schmerzen und eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Wenngleich die Symptome relativ gut in den Griff zu bekommen sind, hoffen Betroffene auf neue Erkenntnisse aus der Forschung – und die kommen aus Utrecht. Geschwollene Gelenke, die morgens steif sind und bei jeder Bewegung schmerzen: Laut der Deutschen Arthrose-Hilfe leiden darunter rund fünf Millionen Menschen – vorrangig in Händen, Knie und Hüfte. Arthrose ist keine Erscheinung, die nur bei alten Menschen auftritt. Auch junge Menschen kann die chronisch-degenerative Gelenkerkrankung treffen – häufig durch intensive sportliche Belastung, aber auch als Spätfolge eines Unfalls, infolge von Überbelastungen durch SCHON GEWUS ST ?
Bei den über 60-Jährigen sind knapp die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer von Arthrose betroffen. Während eine Hüftgelenk-Arthrose bei beiden Geschlechtern gleichermaßen auftreten, leiden Frauen doppelt so häufig an einer Arthrose der Knie- und Fingergelenke. Über vier Millionen Menschen haben allein in Deutschland bereits ein künstliches Gelenk. Jährlich werden etwa 230.000 künstliche Hüftgelenke, 180.000 künstliche Kniegelenke sowie 24.000 künstliche Schultergelenke eingesetzt. Quelle: Deutsche Arthrose-Hilfe e. V.
Übergewicht oder aufgrund einer angeborenen Schwäche oder Formstörung der Gelenke. Schmerzen lindern Trotz unterschiedlicher Ursachen liegt den entzündeten, geschwollenen und schmerzenden Gelenken stets eine zunehmende Abnutzung des als Stoßdämpfer dienenden Gelenkknorpels zugrunde. Die Folge: Der Gelenkspalt wird immer enger, bis die Knochenenden direkt aufeinander reiben. Auch der Knochen selbst verändert sich im Verlauf und bildet an den Rändern knöcherne Ausziehungen, sogenannte Osteophyten, die bei Bewegung ebenso Schmerzen auslösen. Bei fortschreitender Krankheit werden die Gelenke immer unbeweglicher und steifer. Hinzu kommen Schmerzen bei Ruhe. In einem frühen bis mittleren Stadium der Erkrankung stehen Betroffenen verschiedene konservative Therapien zur Verfügung, die das Voranschreiten des Verschleißes verlangsamen, die Schmerzen lindern und die Bewegungsfreiheit wiederherstellen können. Dazu zählen physikalische Therapie, Injektionen mit aufbereitetem Eigenblut oder Hyaluronsäure, Bewegung ohne Belastung sowie schmerzlindernde, entzündungshemmende Medikamente. Eine operative Behandlung, etwa in Form einer Gelenkspiegelung oder einem künstlichen Gelenkersatz, ist das letzte Glied in der Behandlungskette. Alternative zum Ersatz Bislang war es nicht möglich, eine Arthrose zu bremsen oder gar rückgängig zu machen. Das könnte sich, wenn es nach einem Forscherteam um Mylène Jansen vom University Medical Center Utrecht geht, in Zukunft ändern. Experimente an von starker Kniearthrose betroffenen
Bei einer Kniearthrose wird die schützende Knorpelschicht im Gelenk dünner.
Menschen zeigte, dass mithilfe einer speziellen Apparatur ein Gelenkspalt erzeugt werden kann, wodurch der Knorpel Raum zum Nachwachsen hat. Bei vielen Studienteilnehmenden konnte die Maßnahme Erfolge verbuchen. Im Übersichtsartikel, erschienen im November in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Rheumatology“, schreibt die Forscherin, dass es immer mehr An-
Eine frühe Therapie kann die Beweglichkeit der Gelenke erhalten und verbessern. zeichen dafür gebe, dass man den „Prozess des Gewebezerfalls bei Arthrose umkehren kann“. Vor allem aber kam es zu einer Linderung der Beschwerden, was zum Beispiel einen Gelenkersatz in jungen Jahren hinauszögert. Zudem könnten verbesserte Erkenntnisse über die der Gelenkreparatur zugrundeliegenden Mechanismen auch neue Anhaltspunkte für gezieltere Behandlungsmöglichkeiten liefern.
Die unterschiedlich spezialisierten zellulären Bestandteile und das Blutplasma bilden in ihrem komplexen Zusammenspiel ein in vielen Millionen Jahren evolutionär entwickeltes flüssiges Organ, welches zahlreiche Vitalfunktionen übernimmt. Hierzu gehört auch die Vermittlung der natürlichen Prozesse zur Immunabwehr und Regeneration. Wirkung von PRP Für die Geweberegeneration besonders wichtig sind das nährstoffreiche Plasma und die
Thrombozyten (Plättchen). Werden beide aus dem Blut separiert, erhält man sogenanntes „Plättchenreiches Plasma“ (PRP). Dabei müssen die störenden Blutbestandteile möglichst vollständig eliminiert werden, damit sich die komplexe Wirkung der von den Plättchen freigesetzten bioaktiven Substanzen voll entfalten kann. Wird in ein
von Arthrose betroffenes Gelenk körpereigenes PRP injiziert, kann dieses das gestörte biologische Milieu im Gelenk normalisieren, Entzündungen lindern, die Knorpeldegeneration aufhalten und die Selbstregeneration des umgebenden Gewebes aktivieren. Das Fortschreiten der Arthrose wird so unter Einsatz konzentrierter
© Regen Lab SA
Werbebeitrag – Therapieporträt
Ihr Blut kann Ihre Arthrose aktiv hemmen Blut ist ein wahrer Lebenssaft: Welche Rolle Thrombozyten bei der Behandlung von Arthrose spielen und wie dieser Blutbestandteil am effektivsten wirkt, wissen Norbert Laube und Christoph Wille von Regen Lab SA, Lausanne, Schweiz.
iStock / L. Chernetska
Muskel-Skelett-Spezial
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Am Injektionsort aktiviert RegenPRP® die Hart- und Weichgeweberegeneration nachhaltig.
patienteneigener Ressourcen wirksam eingedämmt. Zertifizierte Technologie Die vom Schweizer Zelltherapiespezialisten RegenLab® nach höchsten Medizinproduktestandards zertifizierte Trenngeltechnologie erfüllt kompromisslos die anspruchsvollsten Forderungen an die Patientensicherheit und die biologische Aktivität des gewonnenen PRPs. Bereits 15 Minuten nach der Entnahme von zehn Milliliter Blut wird das RegenPRP® in das erkrankte Gelenk injiziert. Klinische Studien zeigen, dass mit RegenPRP® meist zwei bis drei Behandlungen reichen, um eine überlegene nachhaltig lebensqualitätssteigernde Wirkung mit verbesserter Beweglichkeit zu erreichen. www.regenlab.de
Quelle unseres Lebenssaftes
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KNOCHENMARK | VON TOBIAS LEMSER
Wachstumsstörungen oder Schmerzen in Hüft- und Schultergelenken: Beschwerden des Bewegungsapparates, die auf das Innerste unserer Knochen, das Knochenmark, zurückzuführen sein können. Doch wie hängt zum Beispiel die Sichelzellenanämie oder Beta-Thalassämie damit zusammen? Regelmäßig Blut zu spenden ist für viele Menschen Herzenssache. Was gibt es Besseres, als damit Leben retten zu können? Ähnlich beim Knochenmark: Zwar braucht es für eine Spende ganz spezielle Übereinstimmungsmerkmale, die nur die wenigsten Spendewilligen erfüllen können. Doch passen die Blutwerte exakt auf die erkrankte Person, ist das Lebensglück etwa bei Heilung einer Leukämie umso größer. Ort der Blutbildung Doch was ist Knochenmark überhaupt, wo befindet es sich, und welche Bedeutung hat es? Fakt ist: Knochenmark – nicht mit Rückenmark zu verwechseln, das zum zentralen Nervensystem gehört – ist das wichtigste Organ für die Blutbildung. Die darin enthaltenen Stammzellen sind in der Lage, immer wieder neue lebensnotwendige Blutzellen herzustellen. Zu finden ist Knochenmark in allen größeren Knochen, vor allem in den langen Röhrenknochen und in den flachen Knochen wie Brustbein, Schulterblättern und Hüftknochen. Grundsätzlich wird es in gelbes und rotes Knochenmark unterteilt. Haben Neugeborene ausschließlich rotes Knochenmark, wird es im Laufe des Lebens zunehmend vom gelben Knochenmark verdrängt. Die rote Form dient vor allem der Neubildung von Blutzellen und enthält viele Stammzellen, welche sich wiederum zu verschiedenen Arten
von Zellen weiterentwickeln. Neben den Blutplättchen (Thrombozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) können auch rote Blutkörperchen (Erythrozyten) aus den Stammzellen entstehen. Erythrozyten, die scheibenförmig sind, enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Liegt jedoch eine Erbkrankheit vor, wie etwa eine Sichelzellenanämie, verformen sich die roten Blutkörperchen in krankhafte sichelförmige Zellen, die wegen ihrer Form die Blutgefäße im Körper verstopfen. Bei der Beta-Thalassämie hingegen wird zu wenig des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) gebildet beziehungsweise gehen die roten Blutkörperchen vorzeitig zugrunde, sodass es zu einer Blutarmut kommt. Starke Gelenkschmerzen Etwa 3.000 bis 5.000 Menschen leben hierzulande mit einer Sichelzellenanämie. Laut Schätzungen der WHO kommen weltweit jährlich über 300.000 Kinder damit zur Welt. Mögliche Folgen: Durchblutungsstörungen, Organschäden sowie starke Schmerzen in den Knochen sowie in den Hüft- und Schultergelenken. Ist von einer sogenannten Knochennekrose, die auf eine gestörte Blutzirkulation zurückzuführen ist, die Hüfte betroffen, gibt es inzwischen mehrere Therapieoptionen. Hierzu zählen im fortgeschrittenen Zustand das Anbohren des Hüftkopfes – mit dem Ziel, eine verbesserte Durchblutung und somit eine Ausheilung der Nekrose zu erreichen. Liegt bereits eine Zerstörung des Knochens vor, kann der Defekt mit transplantierten Knochen oder Platten überbrückt und stabilisiert werden. Anders bei einem Gelenkschaden: Hier kommt in der Regel einzig die Implantation eines künstlichen Gelenkes infrage.
Anatomie eines Röhrenknochens
schwammartiges Innengewebe
proximale Epiphyse (rumpfnahes Endstück)
Epiphysenfuge Markraum
gelbes Knochenmark Endost (innere Knochenhaut)
Diaphyse (Knochenschaft)
Substantia compacta (kompakter Teil des Knochens) Periost (Knochenhaut) Blutgefäße
distale Epiphyse (rumpffernes Endstück) Gelenkknorpel Quelle: iStock / Sakurra (bearbeitet), 2023
Werbebeitrag – Therapieporträt
Wie Beta-Thalassämie das Leben sabotiert Eine Beta-Thalassämie begleitet Betroffene ein Leben lang, denn die Bluterkrankung ist genetisch bedingt und damit angeboren. Kleine Kinder haben oft Wachstumsstörungen, weitere Folgen können Fehlbildungen am Skelett und Knochenbrüche sein. Die Therapie ist heutzutage eine Herausforderung. Bereits Säuglinge, die an einer transfusionsabhängigen BetaThalassämie (TDT) erkrankt sind, leiden unter schwerer Blutarmut. Der Mangel an roten Blutkörperchen schwächt den Körper, sodass Betroffene ihr Leben lang auf Bluttransfusionen angewiesen sind. Starke Beeinträchtigungen Viele von ihnen brauchen alle zwei Wochen frisches Spenderblut
– diese Mengen können langfristig zu schweren Schäden an Herz, Milz und Leber führen. Die Folge: Viele Patienntinnen und Patienten versterben vor ihrem 50. Lebensjahr. Die medizinische Versorgung von Menschen mit TDT stellt Betroffene und das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Zusätzlich zu den Belastungen durch die Behandlung hat eine TDT auch Einfluss auf die Lebensqualität und den Alltag. Einige Betroffene leiden so sehr unter der Krankheit, dass Arbeiten unmöglich wird. Bedarf an neuen Therapien Bei milden Verlaufsformen kann eine medikamentöse Therapie helfen. Für schwer erkrankte Menschen besteht die einzige Chance auf kurative Therapie bislang in der
Die angeborene Bluterkrankung Beta-Thalassämie stellt Patientinnen und Patienten sowie deren Familien vor große Herausforderungen.
Stammzelltransplantation. Diese kommt aber nur für einen kleinen Teil der Betroffenen infrage. Somit ist medizinische Forschung gefragt: Es werden innovative Therapiemöglichkeiten benötigt, um
Menschen mit Beta-Thalassämie in Zukunft besser zu helfen und ein normaleres Leben zu ermöglichen. Weitere Infos auf: www.findyourbetathalpath.de
Das ist die wichtigste Gesundheitsressource
Muskel-Skelett-Spezial
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RÜCKENSCHMERZEN | VON NADINE EFFERT
Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gründen, eine Arztpraxis aufzusuchen, und verursachen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro Krankheitskosten. Was ist Gift für den Rücken? Und mit welcher Maßnahme lassen sich Kreuzschmerzen am effektivsten vorzubeugen?
Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter; Frauen sind häufiger betroffen. Jedoch haben auch jüngere Erwerbstätige Rückenbeschwerden: Im Alter zwischen 30 und 35 Jahren leiden bereits 27 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer darunter.
Dass jemand heutzutage nicht über Kreuzschmerzen klagt, gilt schon fast als Rarität: Denn im Jahr 2021 waren 26,2 Millionen Menschen in Deutschland mit Rückenbeschwerden in ärztlicher Behandlung – also fast ein Drittel
Fokus Muskulatur In den meisten Fällen stecken harmlose Verspannungen der Nacken- und Rückenmuskulatur hinter den Beschwerden, die somit häufig spontan und ohne Behandlung nach einigen Tagen verschwinden. Wichtig: nicht in eine Schonhaltung verfallen, sondern in Bewegung bleiben. Wärmebehandlungen, Massagen und Akupunktur verhelfen zu einer schnelleren Linderung. Ursache für Rückenschmerzen können sowohl körperliche als auch psychische Faktoren sein. Dazu zählen unter anderem zu wenig Bewegung, falsche Haltung, einseitige Tätigkeiten, Übergewicht und Stress. Prof. Dr. Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln, weist angesichts der Ergebnisse aus dem Gesundheitsatlas auf LinkedIn darauf hin, dass
Jede dritte Person in Deutschland hat Rücken. der Bevölkerung. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der im November vorgestellt wurde. „Damit sind Rückenschmerzen eines der häufigsten Gesundheitsprobleme in Deutschland“, sagt WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Die
Rückenschmerzen in der deutschen Wohnbevölkerung Anzahl betroffener Frauen und Männer nach Altersgruppen
1.400.000 1.200.000
800.000 600.000 400.000 200.000 0
Frauen
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30–34
Männer
40–44
50–54
60–64
70–74
80–84
ab 90
Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Gesundheitsatlas Rückenschmerzen, 2023
1.000.000
Z A H L Z U M S TAU N E N
96,7 Millionen
So viele Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Rückenschmerzen gab es im Jahr 2022 unter den 34,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Quelle: Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) – Rückenschmerzen, November 2023
eine „gut ausgebildete Muskulatur die wohl wichtigste Gesundheitsressource“ gegen Rückenschmerzen sei. Bewegungsmangel würde diese hingegen „gravierend fördern“. Daher, so der Gesundheitsexperte, müsse sich präventives als auch therapeutisch angeleitetes Muskeltraining „als zentrale und primäre Intervention“ etablieren. Chronifizierung vermeiden „Angesichts von zunehmend älter werdenden Belegschaften in Deutschland sollten Risikofaktoren, die mit der Entstehung oder Chronifizierung von Rückenschmerzen in Zusammenhang stehen, möglichst frühzeitig adressiert werden“, so Schröder. Schließlich seien auch die volkswirtschaftlichen Folgen beachtlich. Laut Krankheitskostenstatistik entfielen im Jahr 2022 11,6 Milliarden Euro auf Rückenleiden. Von einer Chronifizierung ist die Rede, wenn die Schmerzen länger als drei Monate anhalten. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind 15,5 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Wichtig ist es, rechtzeitig eine Arztpraxis aufzusuchen, um den Übergang von zeitweisen zu dauerhaften Schmerzen zu vermeiden und die Wurzel des Übels ausfindig zu machen. Denn es können – wenn auch nur in etwa bis zu 30 Prozent der Fälle – ebenso ernsthafte Erkrankungen wie zum Beispiel Wirbelbrüche, Entzündungen oder Nervenschäden im Bereich der Wirbelsäule Auslöser für die Beschwerden sein.
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1 Klopp, R. C., Niemer, W., & Schulz, J. (2013). Wirkungen einer physikalischen Stimulierung der spontanen arteriolären Vasomotion bei Rehabilitanden unterschiedlichen Alters. Journal of Complementary and Integrative Medicine, 10(Suppl), S15-S22. 2 Bohn, W., Hess, L., & Burger, R. (2013). The effects of the “physical BEMER® vascular therapy”, a method for the physical stimulation of the vasomotion of precapillary microvessels in case of impaired microcirculation, on sleep, pain and quality of life of patients with different clinical pictures on the basis of three scientifically validated scales. Journal of Complementary and Integrative Medicine, 10(Suppl), S5-S12.
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Muskel-Skelett-Spezial
KOMMENTAR
Betriebsdauer verlängern Wussten Sie, dass die Weichen für einen starken, gesunden Bewegungsapparat, zu dem Muskeln und Skelett gehören, schon von klein auf gestellt werden? Fakt ist: Je kräftiger die Muskeln des Kindes sind, desto stabiler werden die Knochen. In den ersten 20 Lebensjahren wird auf dem „Knochenkonto“, wie orthopädische Fachleute zu sagen pflegen, ein Guthaben angesammelt. Falls Sie Mutter oder Vater eines Kindes sind, sollten Sie dies im Hinterkopf behalten. Mit zunehmendem Lebensalter bauen nicht nur die Muskeln,
sondern auch die Knochen ab, die Stabilität geht verloren. Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, mit gezielten, regelmäßigen Kraftübungen anzufangen und somit die Gelenke bestmöglich zu schützen. Denn selbst im Alter reagiert Ihr Körper aufs Muskeltraining. Ohne Sport hingegen verlieren Sie bis zum 80. Lebensjahr bis zu 40 Prozent Ihrer Muskelmasse – mit Gebrechlichkeit, Schwäche und Balancestörungen als mögliche Folgen. Also: Bleiben Sie aktiv – Ihr Antriebsmotor dankt es Ihnen mit Mobilität bis ins hohe Alter.
Nadine Effert Chefredakteurin
IMPRESSUM
Projektmanagerin Anika Förster, anika.foerster@reflex-media.net Redaktion Nadine Effert, Tobias Lemser Layout Silke Schneider, grafik@reflex-media.net Fotos iStock / Getty Images, Coverbild iStock / yurok Druck BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH V.i.S.d.P. Redaktionelle Inhalte Nadine Effert, redaktion@ reflex-media.net Weitere Informationen Pit Grundmann, pit.grundmann@ reflex-media.net, Reflex Verlag GmbH, Hackescher Markt 2–3, D-10178 Berlin, T +49 (0)30 / 200 8949 0, www.reflex-media.net Diese Publikation des Reflex Verlages erscheint am 12. Dezember 2023 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Reflex Verlag und die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH sind rechtlich getrennte und redaktionell unabhängige Unternehmen. Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktporträts, Interviews, Advertorials, Anzeigen sowie Gastbeiträgen und Fokusinterviews geben die Meinung der beteiligten Unternehmen beziehungsweise Personen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen. J E T Z T S C AN N E N
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