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Gesundheit 4.0

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GESUNDHEIT 4.0

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April 2022

EINE PUBLIK ATION DES REFLEX VERLAGES

www.digitale-gesundheit-info.de


Gesundheit 4.0

2 GRUSSWORT

Gesund in die Zukunft Die vergangenen beiden Pandemiejahre haben eindrücklich gezeigt: Deutschland braucht ein rundum digitalisiertes, flexibles und krisenfestes Gesundheitssystem. Ein Gesundheitssystem, in dem Informationen in Echtzeit zur Verfügung stehen, in dem Daten digital statt mit antiquierten Geräten übermittelt werden, in dem KI bei der Auswertung relevanter Gesundheitsdaten hilft und in dem in einer akuten Gesundheitskrise Zahlen zu Infektionen und Krankenhausbettenbelegung immer aktuell, verlässlich und valide sind. All das, so hat es die Coronapandemie aufgedeckt, kann das deutsche Gesundheitssystem derzeit nicht leisten. Doch Corona hat auch für einen Schub gesorgt: Zwar wurde die Grundlage für Digitalisierung und Innovationen

im Gesundheitssystem mit den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie dem Krankenhauszukunftsgesetz oder dem Digitale-Versorgung-Gesetz bereits vor der Pandemie geschaffen. Innovative Technologien machen sich aber bereits im Alltag von Gesundheitsdienstleistenden breit. So assistieren in manchen Krankenhäusern bereits Roboter bei der OP, in anderen dokumentieren Pflegekräfte den Zustand ihrer Patienten mit Smartphone oder Tablet, Hausärzte sind via Telemedizin virtuell ansprechbar, und Versicherte nutzen verschreibungspflichtige Apps als Behandlungsergänzung. Was heute schon möglich ist und wo wir dringend und vor allem schnell besser werden müssen, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Michael Gneuss Chefredakteur

INHALTSVERZEICHNIS leitartikel kritis diga telematikinfr astruktur 2.0

Diagnose: Systemfehler — 3 IT-Sicherheit kann Leben retten — 6 Therapie auf dem Smartphone — 8 Vernetzte Gesundheit — 9

Das Papier dieser Reflex Verlag-Publikation stammt aus verantwortungsvollen Quellen.


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LEITARTIKEL | VON MICHAEL GNEUSS

Deutschland hinkt bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems hinterher. Seit Jahren verhindern Bürokratie, Gerangel um Zuständigkeiten und fehlende digitale Infrastrukturen den technologischen Wandel eines der wohl wichtigsten Sektoren der Gesellschaft. Doch nun tut sich was in der Bundesrepublik. Die durch Corona offengelegten Schwachstellen sollen mit neuen Gesetzesinitiativen zügig behoben werden. Es ist eine App für alles: Omakanta, die Gesundheits-App der finnischen Regierung, speichert Diagnosen und Rezepte, Bluttests und Röntgenbilder, Impfungen und Organspende- oder Patientenverfügung. Kurzum: In der App sind alle relevanten Patienteninformationen gespeichert. Einloggen können sich Nutzerinnen und Nutzer mit dem elektronischen Identitätsnachweis (ID), der ab 2030 europaweit gelten soll, in Finnland aber schon seit Jahren verfügbar ist. Die Datenhoheit liegt bei den Bürgerinnen und Bürgern, doch auch Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser oder Krankenkassen haben Zugriff. „Die Menschen wollen ja, dass beim Besuch in einer Praxis oder im Krankenhaus die Behandelnden die ganze Krankengeschichte kennen und nicht unnütz weitere Untersuchungen gemacht werden“,

iStock / Vitalii Petrushenko

UND K ATHARINA LEHMANN

erklärt Teemupekka Virtanen, der die App für die finnische Regierung entwickelt hat. Rund 40 Millionen Euro hat die Entwicklung gekostet, bezahlt habe der Staat. Die laufenden Kosten für den Betrieb, etwa 15 bis 20 Millionen Euro pro Jahr, zahlen jetzt Krankenkassen, Apotheken und Anbieter von Gesundheitsdiensten – im Schnitt sind das ein paar Cent pro Nutzung. In Finnland klappt, was in Deutschland unmöglich erscheint: die konsequente und umfassende Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Wir haben smartere Gesetze und weniger Bürokratie“, erklärt Timo Harakka, Minister für Verkehr und Digitalisierung in der finnischen Regierung, gegenüber dem „Handelsblatt“. Das locke Investoren und Forschende an. Zudem vertrauten Bürger, Behörden und Unternehmen den neuen Technologien. Denn Finnland habe von Anfang an alles für Netzsicherheit und Datenschutz getan und heute „die effizientesten Netze der Welt“, erklärt Harakka. Zur Wahrheit

Fokusinterview

„Digitale Prozesse beschleunigen” Durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz sowie die modernen Möglichkeiten der Darstellung und Auswertung von Bildern sind bei der Erkennung von Tumoren bessere Ergebnisse möglich. Dipl.-Ing. Frank Klägel, PreSales Consultant Medical Systems bei Fujifilm, erklärt, wie davon sowohl Diagnostiker als auch Patienten profitieren. Welche Rolle spielt die digitale Pathologie im Gesundheitswesen? Die digitale Pathologie ist eindeutig auf dem Vormarsch. Klar ist: Die Digitalisierung der konventionellen Mikroskopie durch Scanner und die Befundung an Bildschirmen in Verbindung mit dem Management von Daten versprechen eine Reihe von Vorteilen. Dabei muss zwischen Pathologie und Histopathologie unterschieden werden. Was ist der Unterschied? Die klinische Pathologie kümmert sich um

Dipl.-Ing. Frank Klägel, PreSales Consultant Medical Systems

die labortechnische Untersuchung von Körperflüssigkeiten, Blut und Gewebe sowie die mikroskopische Untersuchung von Zellen. Die Histopathologie kümmert sich um die mikroskopische Untersuchung von Gewebe. Wir bei Fujifilm fokussieren uns auf die Histopathologie. Sie ist bisher nur in geringem Maße digitalisiert und das letzte fehlende Glied zwischen Hausarzt, Therapie und Genesung.

gehört aber auch: Die finnische Gesellschaft ist mit ihren 5,5 Millionen Einwohnern bedeutend kleiner als die deutsche – und damit auch agiler und flexibler. Digitalisierung verbessert die Versorgung Nichtsdestotrotz: Deutschland muss sein Gesundheitssystem digitalisieren. Nur so kann die Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik auch in Zukunft mit den technologischen Innovationen mithalten und gleichzeitig bezahlbar bleiben. „Digitale Technologien können die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern. Zudem eröffnet die zunehmende Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten in Verbindung mit modernen digitalen Analyseverfahren neue und weitreichende Möglichkeiten für eine stärker personalisierte Diagnostik und Therapie“, erklärt Irene Bertschek, Professorin für „Ökonomie der Digitalisierung“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Forschungsbereichsleiterin am ZEW in Mannheim

Wie sieht der Weg von der entnommenen Zellschicht bis zum Befund aus? Zunächst werden die Objektträger mit der Zellschicht in einem hochauflösenden Scanner digitalisiert. Anschließend folgt die Untersuchung des Präparates in Form von hochauflösenden Bildern am Monitor sowie parallel dazu die Interaktion und Integration mit dem gewünschten Laborinformationssystem. Dringende oder kritische Fälle werden im Workflow automatisch angezeigt, KI-Module helfen im Prozess stets beim Detektieren und bei der Diagnose. Dank der Bilddigitalisierung und der Interoperabilität unserer Systemlösung sind dabei der fachliche Austausch unter Pathologen als auch das Heranziehen einer zweiten Meinung problemlos möglich. Am Ende des Prozesses wird dann der Befund in einem lokalen digitalen Archiv oder in der Cloud abgespeichert. Wie wird sich die digitale Pathologie weiterentwickeln? Die

Bedeutung wird stark zunehmen. So gibt es bereits heute ein jährliches Wachstum der untersuchten Zellpräparate von sechs Prozent. Zudem erfordern 70 Prozent aller klinischen Eingriffe die Mitarbeit der Histopathologie, bei Krebsfällen sind es sogar 99 Prozent. Ohne einen weiteren Ausbau der Kapazitäten im Bereich der digitalen Pathologie ist es bald nicht mehr möglich, sämtliche Untersuchungen durchzuführen. Wird die digitale Pathologie eines Tages den Pathologen ersetzen? Ganz sicher nicht, die letzte Entscheidung muss der Mensch treffen. Aber die digitalen Möglichkeiten werden den Prozess beschleunigen. Dadurch sind mehr Diagnosen pro Tag und gleichzeitig ein schnelleres Feedback für den Therapeuten möglich. Schnellere Prozesse sind auch deswegen geboten, weil es wenig Nachwuchs in diesem Bereich gibt. 59 Prozent der Pathologinnen und Pathologen sind derzeit älter als 50 Jahre.

Weitere Informationen unter  www.digitale-gesundheit-info.de

Diagnose: Systemfehler

Digitalisierung – im deutschen Gesundheitssystem noch nicht angekommen


und Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Doch: „Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Digitalisierung weit hinter anderen europäischen Ländern zurück. Gerade die aktuelle Coronakrise hat schonungslos aufgezeigt, dass das deutsche Gesundheitssystem massive Defizite bei der Digitalisierung aufweist.“ Die Ursachen für die mangelnde Digitalisierung hat das EFI zusammen mit dem Fraunhofer ISI in der Studie „E-Health in Deutschland – Entwicklungsperspektiven und internationaler Vergleich“ aufgedeckt. So gelten als Hauptbremser neben den schwierigen Akteurskonstellationen, unter anderem bedingt durch die Selbstverwaltung, insbesondere die überbordende Bürokratie, hohe Technologiekosten, Sicherheitsbedenken und regulatorische Unsicherheiten sowie fehlende Zuverlässigkeit der technischen Lösungen, die mangelnde Interoperabilität der Systeme, das Fehlen einer flächendeckenden digitalen Infrastruktur sowie die teilweise fehlende Akzeptanz bei Patienten und Medizinern. Es geht voran Doch die Untersuchung zeigt auch: Es geht voran mit der Digitalisierung. „Nach langem Stillstand wurde mit den Gesetzesinitiativen der vergangenen Legislaturperiode eine wichtige Grundlage für die Beschleunigung der Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems gelegt“, weiß Tanja Bratan, die die Forschung am Fraunhofer ISI koordinierte. Um sie nun weiter voranzutreiben, brauche es aber weitere politische Initiativen und Maßnahmen auf Ebene der Bundesländer, des Bundes und der EU, die zum Beispiel digitale Anwendungen in der Breite verfügbar machen und spürbare Mehrwerte der Digitalisierung in der Versorgung schaffen. „Auf Basis unserer Studienergebnisse sehen wir unter anderem besonderen Handlungsbedarf beim Ausbau einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur als Grundlage für die Digitalisierung, der Entwicklung einer E-Health-Strategie für Deutschland, einer besseren Vernetzung im gesamten Gesundheitssystem sowie einer

Verteilung der 150 vielversprechendsten Telemedizin-Start-ups nach Segment weltweit im Jahr 2020

Telemedizin-Plattformen

Fernüberwachung & Diagnostik

Therapie & Coaching

virtuelle Grundversorgung

Telepharmazie & Rezepte

virtuelle Unterstützung

31 %

11 %

27 %

deutlichen Verbesserung der IT-Sicherheit in Gesundheitseinrichtungen. Darüber hinaus sollte ein stetiges Monitoring die Umsetzung der Digitalisierung begleiten und in Reallaboren E-Health-Anwendungen erprobt werden. Aber auch der Aufklärung der Bevölkerung und der Verbesserung der digitalen Kompetenzen der Gesundheitsberufe sollte eine absolute Priorität zukommen“, fordert Bratan.

Die Telemedizin ist durch die Coronapandemie inzwischen in der Versorgung angekommen. Wichtig sei zudem, alle Akteurinnen und Akteure des Gesundheitssystems, also Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Physiotherapeuten, Apotheken und Krankenkassen, mithilfe einer sicheren und effizienten

6%

18 %

6%

Quelle: CB Insights, 2020

Gesundheit 4.0

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Telematikinfrastruktur miteinander zu vernetzen. Diese Telematikinfrastruktur stelle als geschlossenes IT-Netz das Rückgrat der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens dar, heißt es in der Studie. Auf ihr laufen wichtige Anwendungen wie die elektronische Patientenakte, mit der allen Akteuren des Gesundheitswesens erstmals einrichtungs- und sektorenübergreifend medizinische Patientendaten zur Verfügung stehen, der elektronische Arztbrief oder das E-Rezept. Für weitere Anwendungen wie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gebe es konkrete Vorgaben zur Umsetzung, weitere seien in Planung. „Die Telemedizin ist durch die Coronapandemie inzwischen in der Versorgung angekommen, vor allem in Form von Videosprechstunden, während Anwendungen wie der E-Arztbrief zwar vergütet, bislang aber nicht in großem Umfang genutzt werden. Die Gesetzesinitiativen der vergangenen Legislaturperiode und die mit ihnen verbundenen Anwendungen werden ihre Wirkungen größtenteils noch entfalten“, sind die Studienautoren um Tanja Bratan optimistisch. 

Vernetzung zwischen Ärzt:innen, Krankenhäusern, Krankenkassen und anderen Leistungserbringern – ohne Telematikinfrastruktur (TI) wäre ein digitales Gesundheitswesen undenkbar. Bislang hardwarebasiert, soll sie in den kommenden Jahren durch eine gänzlich softwarebasierte Cloudlösung ersetzt werden, die TI2.0. Ihr Ziel: alle Akteure im Gesundheitswesen inklusive der digitalen Leistungsanbieter und des Pflegemarkts optimal miteinander zu vernetzen.

sie durch einfachen Zugriff sowie einen verbesserten Informationsfluss, der die Kommunikation zwischen den verschiedenen Leistungserbringern erleichtert. Patienten ermöglicht sie bessere medizinische Behandlung sowie ein Mehr an Souveränität über ihre Gesundheitsdaten, Leistungsanbietern einen geschützten Rahmen für fairen und transparenten Wettbewerb. Der Austausch von Behandlungs- und Patientendaten endet zudem nicht mehr an der Landesgrenze.

Die TI2.0 verspricht viele Vorteile für Patienten wie Gesundheitsakteure. Stark auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet, besticht

So viel zur Theorie. Bis zu ihrem reibungslosen Funk tionieren wartet die TI2.0 jedoch noch mit nicht zu unterschätzenden

GettyImages

Werbebeitrag – Unternehmensporträt

TI2.0 – die Zukunft des Gesundheitswesens

Herausforderungen auf. So muss der Übergang von der TI1.0 zur TI2.0 erfolgen, ohne die medizinische Versorgung zu unterbrechen. Um dieser Herausforderung samt all ihren Handlungsfeldern zu begegnen, bedürfen Leistungserbringer eines starken Partners, der hohe Digitalisierungskompetenz

mit weitereichender Expertise im Gesundheitsbereich vereint. Gerne steht Detecon Ihnen mit hochspezialisierten HealthcareBerater:innen auf Ihrem Weg in die TI2.0 zur Seite. www.detecon.com


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Werbebeitrag – Interview

„Alles vernetzt – Patientenportal aus einem Guss“ Patient Engagement, also die aktive Teilhabe des Patienten an seinem Genesungsprozess, ist gegenwärtig eines der Buzzwords in der Gesundheitsbranche. Damit aus diesem Buzzword aber gelebte Realität werden kann, benötigen Gesundheitseinrichtungen entsprechende Softwarelösungen. Die dienen dem Informationsaustausch zwischen Klinik, Patienten sowie Zuweisern und unterstützen alle wichtigen Prozesse von der Aufnahme des Patienten über die Behandlung bis zur Entlassung. Eine solche Lösung ist die Patient XCare Suite, das Patientenportal von Dedalus HealthCare. Business Development Manager Dr. Frank Unglauben erläutert, was die Lösung alles kann. Doktor Unglauben, mit der Patient XCare Suite stellt Dedalus HealthCare ein Patientenportal vor, das Kliniken mit ihren Patienten und Zuweisern digital vernetzt. Warum ist das sinnvoll? Wir sehen einen starken Wunsch aus dem Markt, die Digitalisierung für spürbare Produktivitätsfortschritte zu nutzen. Das betrifft nicht nur die Kliniken, sondern auch die Patienten. Laut einer repräsentativen Studie haben mehr als die Hälfte aller Patienten bereits E-Health-Services genutzt, an erster Stelle die Online-Terminvereinbarung. Patienten und Ärzte schätzen die Zeitersparnis, den vereinfachten Informationsaustausch ohne Medienbrüche

und den Effizienzgewinn durch die digitalen Services. Mit der Patient XCare Suite machen die Kliniken Patienten und Zuweisern ein attraktives Angebot und erfüllen nicht zuletzt die regulatorischen Anforderungen des Krankenhauszukunftsgesetzes. Welche Funktionen bietet die Patient XCare Suite? Die Lösung wird alle wichtigen Prozesse rund um das Aufnahme- und Behandlungsmanagement abbilden einschließlich des Entlassmanagements, das im zweiten Halbjahr hinzukommt. Das heißt konkret: Schon vor dem Tag der Aufnahme können die Patienten beziehungsweise optional die Praxen alle notwendigen Formalitäten papierlos erledigen, zum Beispiel Termine vereinbaren, Aufklärungs- und Anamnesebögen sowie Vorbefunde hochladen oder Wahlleistungen buchen. Am Tag der Aufnahme liegen alle notwendigen Informationen für das Onboarding im KIS vor. Und während beziehungsweise nach dem Krankenhausaufenthalt? In der Klinik stehen den Behandlern dank der tiefen Integration des Krankenhaus-Informationssystem ORBIS und des Bilddatenmanagementsystems DeepUnity alle Patienten- und Bilddaten zur Verfügung. Der Behandlungsverlauf ist jederzeit transparent, die Abstimmung zwischen Ärzten und Pflegekräften einfach. Die Zuweiser wiederum erhalten über das Portal Einblick in die

Behandlungsdaten ihrer Patienten und haben mit dem Tag der Entlassung alle Daten „auf dem Tisch“. Dieser digitale Prozess bringt für beide Seiten einen enormen Zeitgewinn. Nach dem Klinikaufenthalt können Patienten und Zuweiser über die Patient XCare Suite die ambulante Therapie managen, etwa mit Behandlungsplänen, Terminvereinbarungen, neuen Aufklärungen und Befunden. Die im Portal vorhandenen Daten aus der Klinik werden auf Wunsch fortlaufend um die Daten aus der ambulanten Behandlung ergänzt und mit der Klinik geteilt. Eine eventuell erforderliche Wiederaufnahme gestaltet sich so besonders reibungslos. Es gibt bereits eine Reihe von Portalen im Markt. Wie unterscheidet sich die Patient XCare Suite von ihnen? Das Besondere ist die Integration von ORBIS und dem DeepUnity PACS: Alle Daten, die über das Portal eingehen, stehen direkt in diesen Systemen zur Verfügung. Das Personal der Klinik arbeitet mit den gewohnten Tools in ORBIS und muss sich nicht an eine neue Umgebung anpassen – eine überzeugende Lösung aus einem Guss statt vieler „Inseln“ in einer fragmentierten Systemlandschaft. Ein weiteres Plus ist die benutzerfreundliche Oberfläche unserer ORBIS U-Plattform mit intelligenten Arbeitshilfen und intuitiver Bedienung. Aus welchen Systemkomponenten besteht die Patient XCare Suite? Die Patient XCare Suite ist eine webbasierte Anwendung, deren Core-Funktionen sich modular erweitern lassen. Die Suite ist in marktgängigen, modernen Browsern lauffähig und stellt damit keine beziehungsweise sehr geringe Ansprüche an die Systemumgebung bei Patienten und Zuweisern. Zusätzlich bieten wir von Anfang an eine native App für Smartphones, die für den Patienten kostenlos ist. Die Modularität hat Vorteile für die Kliniken: Zum einen müssen sie keine Funktionen einkaufen, die vielleicht schon vorhanden sind. Zum anderen lässt sich im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) sehr differenziert

Dr. Frank Unglauben

aufschlüsseln, für welchen Förderbereich welches Budget aufgewandt wurde. Der Nachweis der sachgerechten Mittelverwendung lässt sich so besser führen. Es gibt also bei der Patient XCare Suite keine logische Minimalkonfiguration, sondern man stellt sich seine Idealkonfiguration zusammen. Die Patient XCare Suite kann mit einem Check-in-Terminal erweitert werden. Wie integriert sich das in den Gesamtworkflow der Patientenaufnahme? Wir bieten schon eine ganze Weile eine praxiserprobte Kiosklösung an, die den Patienten in Verbindung mit der Patient XCare Suite jetzt eine nahtlose Fortführung des zu Hause begonnenen Onboardings ermöglicht: Beim Eintreffen in der Klinik kennt das System den Termin, eventuell noch offene Fragebögen liegen zur Beantwortung vor, Einwilligungserklärungen lassen sich digital unterschreiben etc. Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, können Kliniken zukünftig Aufnahmen vollständig im SelfService durchführen. Um diese Prozesse zu ermöglichen, ist das Kiosksystem ähnlich tiefgreifend in ORBIS integriert wie die Patient XCare Suite. Ist die Patient XCare Suite nach KHZG förderfähig? Ja. Wir erstellen bereits Angebote und nennen die Preise für alle drei Teilbereiche des Fördertatbestandes. Auf dieser Grundlage haben viele Kliniken ihre Förderanträge gestellt. Mit dem in ORBIS integrierten Entlassportal Care-Bridge können wir den Fördertatbestand 2 komplett aus einer Hand und vollintegriert liefern. www.dedalusgroup.de


IT-Sicherheit kann Leben retten KRITIS | VON JENS BARTELS

Die Zahl der Cyberangriffe steigt weiter an. Davon sind auch Einrichtungen der kritischen Infrastruktur wie etwa Krankenhäuser betroffen. Die Folgen ausgefallener IT-Systeme können im Ernstfall Menschenleben gefährden. Gefragt sind deswegen eine Verbesserung sicherheitsrelevanter Konzepte und eine stärkere Sensibilisierung der Mitarbeitenden in Gesundheitseinrichtungen. Qualität und Anzahl von Hackerangriffen nehmen laut des Lageberichts des Bundeskriminalamtes stark zu. Zu den bevorzugten Zielen im Bereich der medizinischen Infrastruktur gehören Krankenhäuser. Aktuelle Beispiele dafür

Hackerangriffe auf Kliniken gefährden das Patientenwohl. liefern die nur einige Monate zurückliegenden Cyberangriffe auf den Klinikverbund Medizin Campus Bodensee oder das Klinikum Braunschweig. Durch den Hackerangriff auf den Klinikverbund fiel für einige Tage die komplette Computer- und Informationstechnik aus; im Braunschweiger Klinikum legte ein Computervirus für mehrere Stunden die Kommunikation lahm. Unter anderem konnten in diesem Fall keine E-Mails mehr gelesen werden.

IT-Systeme müssen immer ausgeklügelteren Angriffen standhalten.

Solche Cyberattacken sind besonders problematisch, da der Sektor Gesundheit zum Bereich der Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) zählt, also die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft bildet. Klar muss in diesem Zusammenhang sein: Hackerangriffe auf Infrastrukturen der medizinischen Versorgung gefährden Menschenleben und schaden dem Patientenwohl. Entsprechend ist es von zentraler Bedeutung, etwa Krankenhäuser als eine der tragenden Säulen der Gesundheitsversorgung bestmöglich vor Cyberangriffen zu schützen. Schwachstellen identifizieren Als ersten Schritt zu mehr Sicherheit gilt es, mögliche Schwachstellen über eine Bestandsaufnahme des aktuellen IT-Systems ausfindig zu machen. Oft lässt sich beobachten, dass die ITInfrastruktur in Krankenhäusern nur selten systematisch und gleichmäßig mit den technischen Anforderungen und den mit ihr verbundenen

Werbebeitrag – Unternehmensporträt

Telemonitoring – strukturierte Begleitung statt Zufallsfund Lange dafür gekämpft – nun ist es möglich: PatientInnen mit Herzinsuffizienz profitieren seit Anfang dieses Jahres in Deutschland von den Möglichkeiten des Telemonitorings. Die medizinische Leistung ist abrechenbar. PatientInnen können die zeit- und ortsunabhängige medizinische Begleitung nutzen, wodurch sich Probleme frühzeitiger erkennen und Maßnahmen individuell einleiten lassen. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber hoffentlich erst der Beginn. Beim neuen telemedizinischen Angebot im Bereich Herzinsuffizienz arbeiten ein primär behandelnder Arzt (zum Beispiel Hausärzte, Kardiologen) und ein telemedizinisches Zentrum zusammen. Telemonitoring ermöglicht die kontinuierliche Erfassung verschiedener

iStock / metamorworks

Gesundheit 4.0

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Rainer Beckers, Geschäftsführer der ZTG GmbH

Vitalparameter und damit eine lückenlose Betreuung. Implantierte kardiale Aggregate, zum Beispiel Defibrillatoren, oder externe Geräte wie Waage, EKG- und Blutdruckmessgerät messen Gewicht, Blutdruck, elektrische Herzaktion und erfassen Informationen zum allgemeinen Gesundheitszustand. Im Bedarfsfall lässt sich zeitnah reagieren.

IT-Sicherheitsaspekten gewachsen ist. Deswegen sollten Krankenhäuser bei einem sogenannten Cybersicherheits-Check ihre gesamte IT-Infrastruktur einschließlich ihrer Netzwerkverbindungen zu Partnern, Dienstleistern und Kunden analysieren, fordert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dabei stehen Krankenhäuser nach Überzeugung des BSI im Hinblick auf die Umsetzung von organisatorischen und technischen IT-Sicherheitsanforderungen besonderen Herausforderungen gegenüber. Sie müssen auf der einen Seite die Anforderungen an die IT-Sicherheit umsetzen, ohne dass es auf der anderen Seite zu spürbaren Beeinträchtigungen des medizinischen Betriebs kommt. Eine weitere zentrale Schwachstelle der IT-Systeme in Krankenhäusern ist der Faktor Mensch. Darauf weist eine Studie von Kaspersky Europe aus dem vergangenen

Auch Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes kann Telemonitoring den Alltag erleichtern. Je nachdem, wie instabil der Verlauf der Krankheit ist, bedarf es häufiger Arztbesuche, um risikoreiche Entgleisungen rechtzeitig zu erkennen und ihnen gegenzusteuern. Doch gesundheitsrelevante Werte äußern sich nicht jeden Tag gleich. Beim Telemonitoring können PatientInnen selbstständig relevante Parameter über mobile, nutzerfreundlich gestaltete Geräte und Apps messen – genau dort, wo sie gerade sind: zu Hause, bei der Arbeit, im Urlaub. Ein genereller Besuch in der Praxis ist nicht erforderlich – außer bei Abweichungen. Großer Gewinn für ÄrztInnen Der zufälligen und punktuellen Kontrolle entgegenwirken. Unvollständige und verspätete Daten vermeiden: „Telemonitoring kann nach der Entlassung aus dem Krankenhaus helfen, den Heilungsverlauf engmaschig zu kontrollieren. Für

viele PatientInnen bedeutet dies Sicherheit und kann, insbesondere in ländlichen Gebieten, den Alltag erleichtern. Sterblichkeit, Krankenhausaufenthalte, Notarzteinsätze und vermeidbare Arztbesuche nehmen ab“, erklärt Telemedizin-Experte Rainer Beckers, Geschäftsführer der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH. Die ZTG GmbH berät mit Förderung des Landes NordrheinWestfalen AkteurInnen zu digitalen Fragen im Gesundheitswesen. Es lohnt sich also! Wie die Behandlung von PatientInnen mit chronischer Herzinsuffizienz zeigt, können telemedizinische Maßnahmen eine sinnvolle Ergänzung darstellen und auch ÄrztInnen entlasten. Damit das gelingt, braucht es Netzwerke und Expertise. Genau hier setzt die ZTG GmbH an. Sie vernetzt, berät und bringt die richtigen AkteurInnen für das jeweilige Vorhaben an einen Tisch. www.ztg-nrw.de


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Sicherheitsniveau erhöhen Um diese Schwachstellen zu beseitigen und das IT-Sicherheitsniveau in Krankenhäusern langfristig erfolgreich anheben zu können, bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtung mit einem etablierten und systematischen Vorgehen bei modernen IT-Sicherheitsvorhaben. Dazu gehören unter anderem der Aufbau und Betrieb eines Informationssicherheitsmanagementsystems sowie dessen kontinuierliche Weiterentwicklung, die Erweiterung des vorhandenen IT-Notfallmanagements und die Berücksichtigung der IT-Anforderungen bei bereichsübergreifenden Prozessen. Darüber hinaus sollten alle Mitarbeitenden durch entsprechende Weiterbildungen und Kurse oder auch durch externe IT-Sicherheitsexperten individuell über den

richtigen Umgang mit potenziellen digitalen Gefahren in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich umfassend geschult werden. Nicht zuletzt geht es bei der Etablierung eines besseren Sicherheitsniveaus um die Frage, welche Person über welchen Zugang auf welches System zugreifen kann, oder um die regelmäßige Erstellung von Sicherheitskopien der vorhandenen Daten. Hier gilt der Grundsatz: Je besser die Daten gesichert sind und je öfter sie erstellt werden, desto mehr schützen sie davor, auf Forderungen von kriminellen Hackern eingehen zu müssen. IT-Sicherheit und Datenschutz im Blick Die digitale Transformation des Gesundheitssektors wird die Anforderungen an die ITSicherheit noch einmal erhöhen. Gleichzeitig gilt es aber, die Regelungen zu Datenschutz und Datenweitergabe im Gesundheitssektor so zu gestalten, dass die hochsensiblen Daten sicher sind, gleichzeitig aber Forschung und Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden können. „Bei Gesundheitsdaten besteht, mehr als in anderen Bereichen, ein Spannungsverhältnis

zwischen IT-Sicherheit und Datenschutz auf der einen und den Potenzialen der Datennutzung auf der anderen Seite“, erläutert Uwe Cantner, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Verbesserungen bei der Gesundheitsversorgung und Neuerungen der personalisierten Medizin würden somit ausgebremst. Vor dem Hintergrund der bestehenden Hemmnisse bei der Weitergabe und Nutzung von Gesundheitsdaten und zur besseren wissenschaftlichen Nutzung von Gesundheitsdaten befürwortet die Expertenkommission ausdrücklich das im Koalitionsvertrag angekündigte Gesundheitsdatennutzungsgesetz. Dabei müsse aber der administrative Aufwand für die DSGVO-konforme Nutzung von Gesundheitsdaten möglichst gering gehalten werden. „Um die mit den Daten aus der elektronischen Patientenakte verbundenen Potenziale – wie zum Beispiel passgenaue Diagnosen – ausschöpfen zu können, sollte die Möglichkeit der Freigabe der Daten, insbesondere für Forschungszwecke, möglichst niederschwellig ausgestaltet werden“, fordert Cantner. 

W U S S T E N S I E S C H O N , D AS S . . .

iStock / gpointstudio

Krankenhäuser brauchen besonderen Schutz.

... zu den KRITIS, also den Kritischen Infrastrukturen, insgesamt neun Sektoren gehören? Neben dem Gesundheitssystem sind das die Bereiche Energie, IT und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Medien und Kultur, Wasserversorgung, Finanzen und Versicherungen, Ernährung sowie Staat und Verwaltung. Diese Sektoren gilt es besonders zu schützen, bilden sie doch das Rückgrat unserer Gesellschaft.

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Jahr hin. Demnach sehen 30 Prozent der im Rahmen der Studie befragten IT-Entscheidungsträger im deutschen Gesundheitswesen insbesondere ihre Mitarbeitenden und deren fehlendes Cybersicherheitsbewusstsein als größtes IT-Sicherheitsrisiko.


Therapie auf dem Smartphone

Gesundheits-Apps helfen, Krankheiten zu überwachen, zu behandeln und zu lindern.

DIGA | VON ANDREA VON GERSDORFF

Gesundheits-Apps unterstützen Patientinnen und Patienten bei der Behandlung ihrer Krankheiten; vor allem bei chronischen Erkrankungen und lebensstilbedingten Volkskrankheiten sollen sie zum Einsatz kommen. Doch die digitalen Helfer werden nur selten verordnet. Zwar ist die Mehrheit der Patienten den digitalen Gesundheitsanwendungen gegenüber aufgeschlossen, Ärzte haben aber noch Sicherheitsbedenken. Knapp 40.000 Rezepte für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wurden nach Angaben des DiGA-Berichts des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen in den vergangenen Jahren bis Januar 2022 aus-

Die Patienten sind den Gesundheits-Apps gegenüber mehrheitlich aufgeschlossen. gestellt. Zum Vergleich: Insgesamt stellen Ärztinnen und Ärzte jedes Jahr über 680 Millionen Verordnungen aus, hat der Verband der Ersatzkassen ermittelt. Zu den Favoriten zählen eine Tinnitus-App sowie eine App zur Behandlung von Hüft-, Knie- und Rückenschmerzen. An dritter Stelle folgt eine App zur Gewichtsreduktion. Bei den Verordnungszahlen für die digitalen Gesundheits-Apps, die Patienten helfen, ihre Krankheiten zu überwachen, zu behandeln und

zu lindern, ist also noch viel Luft nach oben. Lange gibt es die App auf Rezept aber noch gar nicht: Erst seit Inkrafttreten des Digitale-Versorgung-Gesetzes im Jahr 2019 können Ärzte die digitalen Helferlein verschreiben. Zur Auswahl stehen derzeit auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte 31 Anwendungen, 21 sind noch immer vorläufig gelistet. Zu den zehn Apps, die bereits einen Nachweis über ihre Wirkung erbracht haben, zählen solche, die sich an Patienten mit Multipler Sklerose in Kombination mit Fatigue wenden oder auch ein Therapieprogramm gegen depressive Symptome für Diabetiker bieten. Vorläufig gelistete DiGAs fokussieren beispielsweise auf die Behandlung und Linderung von Migräne oder die Überwindung von Nikotinabhängigkeit. Neu ist eine Anwendung bei Reizdarm-Syndrom. Akzeptanz vorhanden Die Patienten sind den Gesundheits-Apps gegenüber mehrheitlich aufgeschlossen: So gaben 59 Prozent von knapp 1200 Befragten dem Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom gegenüber an, für die Nutzung von DiGAs offen zu sein. In der Altersgruppe bis 65 Jahre zeigten sogar bis zu 67 Prozent Interesse an den Gesundheits-Apps. Evaluierung wichtig Doch Dreh- und Angelpunkt für die Verbreitung der DiGAs sind die Ärzte. Zwar sehen sie insgesamt Vorteile für die Gesundheitsversorgung und -vorsorge, dennoch bestehen bei ihnen

iStock / DragonImages

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weiterhin Bedenken hinsichtlich Zuverlässigkeit, Anwenderfreundlichkeit, Sicherheit oder einer möglichen persönlichen Mehrbelastung. Die Spitzenreiter unter den verschriebenen Apps, für deren Indikation es teilweise auch frei verfügbare Gesundheits-Apps gibt, unterstreichen diese Bedenken. Passend dazu heißt es überdies in einer Ausarbeitung der Gesellschaft für Innere Medizin: „Solange Mediziner nicht vom Nutzen der digitalen Anwendungen überzeugt sind, deren wissenschaftliche Evaluierung methodisch und quantitativ noch am Anfang steht, werden sie diese nicht unbedingt verschreiben.“ Sie rechnet zwar damit, dass sie „langfristig bevorzugt in spezifischen Indikationsgebieten nützlich sein werden“. Doch bis dahin könnte es noch ein langer Weg sein. 

Werbebeitrag – Produktporträt

Mit neuen Daten zu einzigartigen Erkenntnissen Während die Digitalisierung in den letzten Jahren in vielen Bereichen fortgeschritten ist, gibt es in der Gesundheitsindustrie noch erheblichen Nachholbedarf. Nicht zuletzt die Erfahrungen der Pandemie haben den Mehrwert einer kontinuierlichen und strukturierten Erfassung von Daten über unterschiedlichste Quellen hinweg verdeutlicht. Dabei bieten neue digitale Lösungen enorme Möglichkeiten, um in großem Maßstab Daten zur Versorgungsrealität zu gewinnen und für eine Verbesserung und Individualisierung von Therapien nutzbar zu machen. Während Daten aus klinischen Studien

oder wissenschaftlichen Quellen seit Langem etabliert sind, findet die Patientensicht außerhalb klinischer Studien im Kontext der pharmazeutischen Wertschöpfung kaum Berücksichtigung. Doch gerade die realen Patientenerfahrungen und -bedürfnisse sind ein idealer Ausgangspunkt für die Entwicklung besserer und effektiverer Therapien. Genau an dieser Stelle setzt Temedica an und ist damit ein europäischer Vorreiter in diesem Segment. Temedica entwickelt medizinisch und wissenschaftlich validierte Apps als digitale Patientenbegleiter für eine Vielzahl chronischer Erkrankungen, die Patient:innen bei der Bewältigung ihres individuellen

Der Permea Monitor ist eine intuitive Lösung für maßgeschneiderte Analysen über mehrere Datenquellen hinweg.

Krankheitsverlaufs unterstützen. Über Temedicas einzigartige RealWorld-Evidence-Plattform Permea werden diese patientenzentrierten Daten DSGVO-konform mit weiteren Datenquellen verknüpft und daraus neuartige Erkenntnisse über Therapien und deren Auswirkungen unter realen Bedingungen gewonnen. Mit diesen

neuen Einblicken meistert das Unternehmen kritische Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette der Gesundheitsindustrie und leistet einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Patient:innenversorgung. www.temedica.com www.permea-health.com


Vernetzte Gesundheit

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Mit elektronischer Patientenakte und E-Rezept sowie verschiedenen Telematikanwendungen wird das deutsche Gesundheitswesen Schritt für Schritt immer digitaler. Zwar gab es erhebliche Startschwierigkeiten, jetzt kommt das große Digitalisierungsprojekt aber voran. Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten stehen der Digitalisierung weiterhin offen gegenüber. Dies ist eines der Ergebnisse des kürzlich erschienenen „PraxisBarometers Digitalisierung 2021“. So sind mittlerweile 94 Prozent der Praxen der unter 50-jährigen Medizinerinnen und Mediziner an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen, bei den Apotheken ist das flächendeckend der Fall. Im Vergleich zum Vorjahr berichten aber immer mehr Niedergelassene von der Fehleranfälligkeit der TI: 50 Prozent der befragten Praxen haben mindestens wöchentlich mit Fehlern bei der TI-Nutzung zu kämpfen. Vorteile sind vielfältig Grundsätzlich ist die Telematikinfrastruktur der Wegbereiter für die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Sie wird alle Akteure in diesem Bereich – von der Arztpraxis und dem Krankenhaus über Apotheken und den Pflegebereich bis zum Patienten – miteinander vernetzen und so den sektoren- und

systemübergreifenden sowie sicheren Austausch von Informationen gewährleisten. Der Nutzen eines digitalisierten Gesundheitswesens ist groß. Eine funktionsfähige Telematikinfrastruktur ermöglicht unterschiedlichste Anwendungen wie etwa die Online-Aktualisierung der Stammdaten des Versicherten auf der Gesundheitskarte oder

Die Telematikinfrastruktur gilt als Wegbereiter der Digitalisierung des Gesundheitswesens. die Verwendung der elektronischen Patientenakte sowie des elektronischen Medikationsplans, aber auch die Ausstellung des elektronischen Rezepts oder der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Verzögerungen bremsen Umbau Allerdings hinkt die Bereitstellung einzelner Fachdienste dem Zeitplan hinterher. Während die elektronische Patientenakte bereits seit dem vergangenen Jahr für Arztpraxen und Kliniken verpflichtend ist, wurde die für Anfang 2022

W U S S T E N S I E S C H O N , D AS S . . .

… jeder in Deutschland Versicherte Anrecht auf die elektronische Patientenakte hat? Gespeichert werden Arztbriefe, Diagnosen, Befunde, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte, Röntgenbilder, elektronische Medikationspläne und Notfalldaten sowie seit diesem Jahr auch Impfausweis, Zahnbonusheft, E-Rezepte sowie Mutterpass und das Untersuchungsheft für Kinder. Dabei bestimmten allein die Nutzer, welche Dokumente sie bestimmten Haus- und Fachärzten oder Therapeuten freigeben.

Die digitale Transformation verändert zunehmend das Verhältnis zwischen Krankenversicherern und Kund:innen. Die Allianz Private Krankenversicherung hat sich dieser Herausforderung früh gestellt und erhält für die Allianz Gesundheits-App als einzige Versicherung in einem unabhängigen Rating „Deutschlands beste Apps“ des F.A.Z-Instituts 100 von 100 möglichen Punkten – das bedeutet Platz eins unter Deutschlands Versicherern. Die digitale Reise der Kund:innen beginnt bereits mit dem Versicherungsabschluss, der vollständig online erfolgen kann. Hierbei steht der Schutz der hochsensiblen Gesundheitsdaten für das Unternehmen an erster Stelle. Für diese Sicherheit sorgen im Wesentlichen drei Elemente: • Zwei-Faktor-Authentifizierung • End-to-End-Verschlüsselung • E xplizite Abfrage, welche Daten geteilt werden sollen. „So können wir gewährleisten, dass die Allianz ihre Kund:innen

Immer für Sie da, wenn es darauf ankommt – Allianz Private Krankenversicherung

Adobe Stock

Werbebeitrag – Produktporträt

Smartes „Ökosystem” für Privatversicherte

stets sicher digital durch das Gesundheitswesen lotst und sie individuell passend in jeder Lebensphase begleitet“, sagt Daniel Bahr, Vorstand der Allianz Private Krankenversicherung. Für Ihre Gesundheit da – ein Leben lang Der Vorteil des wachsenden ServicePortfolios der Allianz liegt darin, dass rund um die eigene Versicherung in einer Art „smartem Ökosystem“ nahezu alles über die App oder den PC abruf- und bearbeitbar ist. So können Rechnungen digital

eingereicht oder Dokumente zur Vorsorge hinterlegt werden. Hat man das Smartphone zur Hand, genügt es, die Rechnungen zu fotografieren und via Allianz Gesundheits-App einzureichen. Kund:innen ohne Smartphone können Belege auch eingescannt im Onlineportal allianz.‌ de hochladen. Doch nicht nur die Versicherung selbst wird einfacher, auch ein gesunder Lebenswandel wird unterstützt: Personalisierte Gesundheitstipps können direkt in der App gelesen werden. Fitness-Videos, Coaching-Programme, Angebote

zum Managen einer Diabeteserkrankung oder ein digitaler Pflegebegleiter sind ebenso über die App erreichbar wie die persönliche Gesundheitsakte. Eine Arzt- und Kliniksuche mit Terminvereinbarung, ein Symptom-Checker, Arzt-Chat oder eine ärztliche Videosprechstunde direkt aus der App heraus runden das Angebot ab. Die Allianz bietet ihren Kund:innen somit eine nahezu komplette digitale „Gesundheitsreise“ an. Im Zentrum steht immer der Mensch Trotz vielzähliger digitaler Angebote ist stets ein persönlicher Ansprechpartner der Allianz für Kund:innen vor Ort oder telefonisch da. Denn im Zentrum der Unternehmensphilosophie steht immer der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen. Die digitale Gesundheitsreise der Allianz lässt sich also individuell steuern und auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausrichten. Getreu dem Motto: Für Ihre Gesundheit da – ein Leben lang. gesundheitswelt.allianz.de

Weitere Informationen unter  www.digitale-gesundheit-info.de

TELEMATIKINFRASTRUKTUR 2.0 | VON JENS BARTELS

geplante flächendeckende Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und des elektronischen Rezepts verschoben. Zugleich fallen immer wieder Schwierigkeiten bei der IT-Nutzung des großen Digitalprojekts des deutschen Gesundheitswesens auf. Ein Problem stellen in diesem Zusammenhang etwa zugelassene TI-Komponenten wie Kartenlesegeräte dar, die im Zusammenspiel mit bestimmten elektronischen GesundheitskartenTypen die Systeme in den Praxen zum Abstürzen bringen. Auch die Konnektoren als Hardware für den Zugriff auf die Telematikinfrastruktur müssen durch neue Geräte ersetzt werden. Bis Ende 2025 sollen dann die TI-Dienste direkt über das Internet zu erreichen sein. 


Gesundheit 4.0

10 KOMMENTAR

U N S E R E N ÄC H S T E AU S G A B E

Doktor KI Wer Krankheiten erfolgreich kurieren will, muss wissen, wie sie entstehen. Das gilt nicht nur für Virusinfektionen wie Covid-19. Es sind vor allem Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer, die Medizinern und Forschenden noch immer Rätsel aufgeben – deren Entstehungsmechanismen und Behandlungsoptionen sie aber dank innovativer Technologien immer besser verstehen. Wissenschaftler des Potsdamer HassoPlattner-Instituts haben nun gezeigt, was modernste digitale Technologien für die Medizin leisten können. Ihnen

ist es gelungen, durch die Kombination eines DeepLearning-Modells mit herkömmlichen algorithmischen Methoden der Entschlüsselung des Proteoms, also der Gesamtheit der Proteine im menschlichen Organismus, näherzukommen. So konnten sie Phosphopeptid um bis zu 15 Prozent besser identifizieren als herkömmliche Methoden. Das ist ein wichtiger Schritt, um eines Tages sämtliche Proteine im Organismus genau zu bestimmen. Dann wären Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs besser und individueller therapierbar.

Michael Gneuss Chefredakteur

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Diese Publikation des Reflex Verlages erscheint am 28. April 2022 im Handelsblatt. Der Reflex Verlag und die Handelsblatt Media Group & Co. KG sind rechtlich getrennte und redaktionell unabhängige Unternehmen. Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktporträts, Interviews, Anzeigen sowie Gastbeiträgen und Fokusinterviews geben die Meinung der beteiligten Unternehmen beziehungsweise Personen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen.

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Mai 2022

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