WASSERSTOFF
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Wasserstoff
GRUSSWORT
Energieträger der Zukunft Wasserstoff ist mehr als nur ein Energieträger – er ist ein Schlüssel zur nachhaltigen Transformation von Wirtschaft, Industrie, Energieversorgung und Mobilität. Hergestellt mit erneuerbaren Energien, erschließt Wasserstoff neue Wege zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und sichert die Energieversorgung von morgen. Vor allem aber schafft er wirtschaftliche Chancen und Potenziale für Innovationen. Deutschland eröffnet sich hier die Möglichkeit, sich als Nation der Tüftler in einer
Zukunftstechnologie wieder neu zu erfinden und ganz vorne mit dabei zu sein. Dafür müssten wir aber jetzt mit Elan und Verve durchstarten. Diese Publikation zeigt auf, wie Wasserstoff-Technologien Innovationen vorantreiben, Arbeitsplätze schaffen und eine tragende Rolle in der Energiewende spielen können. Lassen Sie uns gemeinsam die Potenziale von Wasserstoff entdecken und die Basis für eine grüne und wettbewerbsfähige Zukunft legen. Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre!
Michael Gneuss Chefredakteur
INHALTSVERZEICHNIS LEITARTIKEL WASSERSTOFF FÜR MOBILITÄT
Wird Wasserstoff zum Gamechanger? — 3 Noch in den Kinderschuhen — 4
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Werbebeitrag – Unternehmensporträt
H₂ – entscheidender Baustein der Energietransformation Die Entwicklung von großen Wasserstoffprojekten gleicht einer Herkulesaufgabe. Gut, wenn sich Unternehmen beim Projekt management auf einen starken Partner wie Drees & Sommer verlassen können. Wasserstoff spielt für die Dekarbonisierung der Wirtschaft eine wichtige Rolle. Entsprechend fokussieren sich immer mehr Unternehmen auf die Entwicklung großer Wasserstoffprojekte. Allerdings halten solche Projekte in einer für viele Akteure neuen Branche eine Vielzahl von Herausforderungen bereit: Schon im Vorfeld stellen sich unter anderem Fragen nach der geeigneten
Projektgröße, der Wahl eines passenden Standortes oder dem genauen Umsetzungszeitrahmen. Auch im weiteren Projektverlauf gibt es viele Stolpersteine, die Einfluss auf den Projektfortschritt haben. So überrascht es nicht, dass Experten etwa die Errichtung einer Wasserstoffanlage inmitten eines bestehenden Industrieareals gerne mit einer Operation am offenen Herzen vergleichen. Dr. Alexander Stubinitzky, Leiter des Bereichs Hydrogen and SynFuels bei Drees & Sommer
Aber wie lassen sich dann solche Projekte realisieren, ohne durch ständige Verzögerungen viel Geld zu verlieren? „Um ein großes Wasserstoffprojekt im Kosten-, Zeitund Qualitätsrahmen umzusetzen, spielt das Projektmanagement eine
entscheidende Rolle“, weiß Dr. Alexander Stubinitzky, Leiter des Bereichs Hydrogen and SynFuels bei Drees & Sommer. Dies ist eine besondere Stärke des auf Infrastruktur, Bau und Immobilien spezialisierten Beratungsunternehmens. „Wir bringen ProjektmanagementErfahrung aus der erfolgreichen Umsetzung von zahlreichen komplexen Großprojekten mit, gepaart mit technischer Expertise im Bereich der Wasserstoff-Wertschöpfungskette.“ Damit liefert Drees & Sommer einen wichtigen Beitrag für die Dekarbonisierung der Projekte ihrer Kunden. www.dreso.com
in qualifizierte Arbeitsplätze und die Energieversorgungssicherheit“, meint Noch-Wirtschaftsminister Robert Habeck.
LEITARTIKEL | VON MICHAEL GNEUSS UND K ATHARINA LEHMANN
Im Oktober hat die Bundesnetzagentur das Wasserstoffkernnetz genehmigt – und damit den Startschuss für die Nationale Wasserstoffstrategie gegeben. Das gasförmige Element hat das Potenzial, die Dekarbonisierung energieintensiver Industriesektoren wie der Stahl-, Eisen- und Zementindustrie zu erleichtern, und wird nicht zuletzt auch als Energielieferant im Schiffs- und Flugverkehr an Bedeutung zunehmen. Nun gilt es, diese Potenziale schnell zu heben – und Deutschland als Vorreiter in Position zu bringen. Über insgesamt 9.040 Kilometer wird sich die neue Wasserstoff-Autobahn, das sogenannte Wasserstoffkernnetz, durch die gesamte Bundesrepublik ziehen und als wichtigste Leitung der künftigen Wasserstoff-Transport- und -Importinfrastruktur zentrale Produktionsstandorte, Speicherorte und Importknoten mit Verbrauchern aus Wirtschaft und Versorgung verbinden. Bis zu 278 Terawattstunden an Energie in Form von Wasserstoff soll das Netz nach Angaben der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber jährlich transportieren – das entspreche einem Drittel des heutigen Erdgasverbrauchs. Bereits 2032 soll das Mammutprojekt fertiggestellt werden; etwa 60 Prozent des neuen Wasserstoffkernnetzes entstehen durch Umwidmung und Umstellung bestehender Erdgasleitungen; 40 Prozent werden neu gebaut. Diese Kombination aus Umrüstung und Neubau führe einerseits zu einer Senkung der Gesamtkosten und andererseits zu einer Beschleunigung des Ausbaus. Die Gesamtkosten
in Höhe von 19,8 Milliarden Euro soll die Privatwirtschaft tragen – mit staatlicher Unterstützung über die Deckelung von Netzentgelten. Ab Sommer 2025 soll zudem die Planung für das Verteilernetz beginnen, mit dem der Wasserstoff dann zu den Verbrauchern transportiert wird. Dem Wasserstoffkernnetz kommt im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie eine zentrale Bedeutung für die Energieversorgung der Zukunft zu, ruhen doch auf Wasserstoff als Energieträger und Speichermedium große Hoffnungen: Allen voran soll mit dem Einsatz von H₂, gewonnen mit erneuerbarer Energie, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie
Investitionen in Wasserstoff sind eine Investition in unsere Zukunft. Öl und Gas beseitigt werden. So böten Wasserstoff und dessen Folgeprodukte die Chance, Klimaschutz in den Bereichen voranzubringen, in denen es keine technischen Alternativen oder effizientere Dekarbonisierungslösungen gibt, heißt es vonseiten der noch amtierenden Bundesregierung. Im Fokus stehen dabei vor allem energieintensive Industrien wie Stahl-, Chemie- und Zementproduktion. Aber auch im Verkehr, allen voran im Flugverkehr, in der Schifffahrt und für Schwerlasttransporte soll Wasserstoff künftig zum Einsatz kommen. „Investitionen in Wasserstoff sind eine Investition in unsere Zukunft. In den Klimaschutz,
CO₂-neutral produzieren Weltweit verbraucht die Industrie aktuell 95 Millionen Tonnen Wasserstoff im Jahr, in Deutschland sind es 1,7 Millionen Tonnen. Sollen gerade energieintensive Industrien, für die es bislang keine anderen Lösungen für eine CO₂-freie Produktion gibt, klimaneutral werden, wird der Bedarf an Wasserstoff drastisch steigen. Wasserstoff wird in der Industrie zur Erzeugung von Prozesswärme oder direkt als Rohstoff in der Produktion verwendet. In der Stahl- und Chemieindustrie etwa werden gasförmige Energieträger für zahlreiche Produktionsverfahren benötigt, nicht nur energetisch, sondern auch als wichtige Rohstoffe. Stahlwerke beispielsweise wollen mit Wasserstoff CO₂-neutralen Stahl herstellen, Agrochemieunternehmen nutzen das Gas für die Produktion von Düngemitteln. Es wird aber auch als Kühlmittel oder für das Raffinieren von Mineralöl gebraucht. Unterwegs mit Wasserstoff Auch im Verkehrssektor kann Wasserstoff als Grundstoff für künftiges Flugbenzin, Schiffsdiesel und auch für E-Fuels dienen. Aber auch direkt mit Wasserstoff angetriebene Lkws sollen in den kommenden Jahren über Deutschlands Straßen rollen. „Gerade im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge ist Elektromobilität nicht ausschließlich mit batterieelektrischem Antrieb gleichzusetzen. Vielmehr muss auch der Brennstoffzellenantrieb als Teil der Technologievielfalt mitgedacht werden“, sagt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Die Vorteile liegen auf der Hand: Wasserstoff ist schnell zu tanken, leicht zu verteilen und verspricht größere Reichweiten. Dafür brauche es nach Schätzung des VDA bis 2030 mindestens 1.000 Wasserstofftankstellen in Europa, davon 300 in Deutschland. Und auch in der Luftfahrt soll Wasserstoff mittelfristig
Werbebeitrag – Unternehmensporträt
Grüner Wasserstoff ist der Standortvorteil der Zukunft „Grüne Gewerbegebiete und grüne Energie sind als Standortfaktoren heute ausschlaggebend“, ist Sabine Lauffer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH (WMSE), überzeugt. Die WMSE unterstützt den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft auf Basis grüner Energien unter anderem mit dem Informations- und Networking-Format #MSEwasserstoff. Zu dessen zehnter Ausgabe, dem MSEwasserstoff FORUM unter Schirmherrschaft von Ines Jesse, Staatssekretärin im Wirtschaftsund Infrastrukturministerium Mecklenburg-Vorpommern, kamen am 12.09.2024 deutschlandweit anerkannte Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Neustrelitz zusammen – darunter Dr. Marc Heddrich
(DLR), Christoph Schütte (Siemens Energy Deutschland), Peter Rößner (APEX Nova Holding GmbH), Dr. Kathrin Goldammer (Reiner Lemoine Institut), Christian Güthert (EDF Deutschland GmbH). Diese gaben einen umfassenden Überblick über politische Rahmenbedingungen, den Stand der Wissenschaft in der Wasserstoffherstellung, praktische Umsetzungen, bereits im Markt etablierte Anwendungen und deren Entwicklungspotenziale, tauschten sich aktiv mit den rund 180 Teilnehmenden aus. Mecklenburg-Vorpommern möchte Vorreiter in der Nutzung und Verwendung von grünem Wasserstoff in der Ostseeregion werden. Dafür investieren Land und EU mehr als 700 Millionen Euro in die Infrastruktur. Das Land nimmt aber auch seine Unternehmen als potenzielle Anwender in die
Deutschlandweit anerkannte Experten zum Thema erneuerbare Energien und Wasserstoff präsentierten beim MSEwasserstoff FORUM in Neustrelitz ein breites Informations- und Wissensspektrum.
Pflicht. „Diese fordern im Gegenzug mehr Stabilität und Planungssicherheit für anstehende Investitionen in Milliardenhöhe“, greift WMSE-Geschäftsführerin Sabine Lauffer den Appell der Wirtschaft
an die Politik auf. Informationen zur Veranstaltung, Mitschnitt und Vorträge: www.wirtschaft-seenplatte.de/ msewasserstoff-forum/
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Wird Wasserstoff zum Gamechanger?
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Öl als Energieträger ersetzen, sind Batterien doch vor allem für größere Flugzeuge zu schwer. In der Erprobung sind sowohl Brennstoffzellen, die Propeller antreiben, als auch Turbinen, in denen H₂ direkt verbrannt wird. Noch ist das Fliegen mit Wasserstoff aber Zukunftsmusik – das größte Problem ist die Speicherung. Denn Wasserstoff kann nicht wie Kerosin in die Flügel gepumpt werden. Er muss in kugelförmigen Behältern im Rumpf mitgeführt werden. Grüner Wasserstoff braucht grünen Strom Für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft braucht es regenerative Energien, die massiv ausgebaut werden müssen. Denn nur wenn Wasserstoff aus grünem Strom gewonnen wird, gilt er als klimaneutral. Und hier stockt es derzeit gewaltig. Bei der Sonnenenergie wurden die Ausbauziele der Bundesregierung in diesem Jahr erreicht; bei der Windkraft allerdings nicht – da stehen erst knapp 21 Prozent der geplanten Anlagen. Außerdem braucht es Speicher, um den Wasserstoff immer vorrätig zu haben. Ein höheres Tempo ist auch bei der Herstellung der Elektrolyseure vonnöten, den Anlagen, in denen aus dem grünen Strom Wasserstoff wird. Einer Erhebung der Unternehmensberatung PwC zufolge seien heute Elektrolysekapazitäten von nicht einmal 0,1 Gigawatt in Betrieb, finanziert seien Projekte mit 0,55 Gigawatt. Die Nationale Wasserstoffstrategie sieht aber vor, dass Deutschland bis 2030 eine eigene WasserstoffElektrolysekapazität von zehn Gigawatt aufbaut. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste Deutschland nun jedes Jahr Elektrolyseanlagen mit ein bis zwei Gigawatt und 200 bis 400 Windräder bauen, rechnen die PwCExperten vor. In den vergangenen zwei Jahren wurden jedoch nur 0,25 Gigawatt Zubau finanziert. Langfristig sollen allerdings bis zu 80 Prozent des Wasserstoffs importiert werden. Dabei sollen die Lieferquellen möglichst breit gestreut werden. Abkommen zur Lieferung von Wasserstoff seien in den vergangenen Jahren mit Ägypten, Australien, Chile, Indien, Kanada, Namibia, Saudi-Arabien, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Algerien geschlossen worden, heißt es bei der Bundesregierung.
Noch in den Kinderschuhen WASSERSTOFF FÜR MOBILITÄT | VON JENS BARTELS
Bislang spielen Wasserstofftechnologien beim Bewegen von Menschen und Gütern noch eine untergeordnete Rolle. Auf Straße und Schiene sind nur wenige H₂-Fahrzeuge unterwegs. Das muss sich schnell ändern, wenn Deutschland die selbst gesteckten Klimaziele erreichen will. Deutschland möchte bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein. Dieses Ziel erfordert unter anderem die Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Dabei gilt es, die konventionellen Antriebe mit fossilen Energieträgern durch effiziente und klimaschonende Antriebe zu ersetzen. Hierfür stellt etwa die Brennstoffzellen-Technologie eine vielversprechende Alternative dar. Das Prinzip dahinter: Eine Brennstoffzelle nutzt die im Wasserstoff gespeicherte chemische Energie und wandelt diese durch Verbrennung in Strom um. Dabei entsteht neben Wärme ausschließlich Wasser. Der durch die Brennstoffzelle erzeugte Strom speist zum Beispiel einen Elektromotor, der somit den klimaneutralen Antrieb ermöglicht. Auf diese Weise kann die Brennstoffzellen-Technologie ein weitgehend klimaneutrales Verkehrssystem ermöglichen. Güterfernverkehr testet schon Gute Chancen für die Nutzung der Brennstoffzellen-Technologie werden großen und schweren Lastkraftwagen im Fernverkehr eingeräumt. Der einfache Grund: Wasserstoff hat eine relativ hohe Energiedichte, wodurch Wasserstoff-Lkws große Reichweiten erzielen können. So sind ohne Weiteres 800 bis 1.000 Kilometer ohne Tankstopp möglich.
Die tatsächlichen Verbräuche hängen aber natürlich vom Motor und dem jeweiligen LkwModell ab. Ein weiterer Pluspunkt von Brennstoffzellen-Lkws: Sie können fast genauso schnell betankt werden wie Diesel-Lkws. Je nach Modell ist die Betankung in zehn bis 15 Minuten möglich. Zu den Nachteilen dieser Variante gehört, dass Wasserstoff komprimiert oder verflüssigt und dann in geeigneten Wasserstofftanks im Fahrzeug gespeichert werden muss. Diese Tanks befinden sich in der Regel hinter dem Fahrerhaus, wodurch der vordere Teil des Lkws länger wird. Dieser Längenzuwachs muss je nach gesetzlicher Bestimmung durch eine Verkürzung der Ladefläche kompensiert werden. Dadurch verringert sich aber auch das Ladevolumen. Insgesamt gilt für eine mögliche Nutzung von wasserstoffbetriebenen Lkws folgende Faustformel: Je schwerer der Lkws und je länger die Strecke, desto eher rechnet sich diese Antriebsart. Verschiedene Hersteller testen wasserstoffbetriebene Lkws, aktuell ist die Anzahl dieser Fahrzeuge auf deutschen und europäischen Straßen aber noch sehr überschaubar. Bislang wenige Tankstellen Außerdem fehlen bislang ein bedarfsgerechtes Netz an Wasserstofftankstellen und die dazugehörige Infrastruktur. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für Politik, Bundesnetzagentur und Energiewirtschaft. Bis zum Jahr 2030 fordert etwa der Verband der Automobilindustrie mindestens 1.000 Wasserstofftankstellen in Europa, davon 300 in Deutschland. Aktuell sind im gesamten Bundesgebiet
Gastbeitrag
Den Wasserstoffhochlauf nicht abwürgen: was nach dem Ampel-Aus noch angepackt werden muss Der Bruch der Ampel-Koalition hat das politische Berlin in eine Phase der Ungewissheit gestürzt. Auf Drängen der Opposition wird Bundeskanzler Scholz am 16. Dezember die Vertrauensfrage stellen, um so den Weg für Neuwahlen frei zu machen. Im Gegenzug hat die Union signalisiert, einige dringende Gesetzesvorhaben noch mitzutragen, bevor der Fokus auf den Wahlkampf den politischen Betrieb lähmen und notwendige Reformen verzögern wird. Doch ein entscheidendes Projekt fehlt bisher auf der Prioritätenliste des Kanzlers: das Wasserstoffbeschleunigungsgesetz (WassBG). Friederike Lassen, Vorständin des DWV, zur Thematik: Wasserstoff ist von zentraler Bedeutung für die Dekarbonisierung unserer Industrien, der Mobilitätsbranche und der Energiewirtschaft
und -vermarktung zu werden. Das WassBG bildet die unverzichtbare Grundlage für einen zügigen Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur und ermöglicht so erst den Hochlauf der Wasserstoff-Marktwirtschaft.
Friederike Lassen, Vorständin des DWV
als Ganzes. Gleichzeitig bietet er die Chance, Deutschland als Leitmarkt für Wasserstofftechnologien zu etablieren und so nicht nur die heimischen Industrien in einer klimaneutralen Zukunft zu stützen, sondern gleichzeitig auch führend in der Technologieentwicklung
Das Gesetz, das in den Ausschüssen des Bundestags bereits weit vorangeschritten ist und für das fraktionsübergreifend Unterstützung signalisiert wurde, würde bürokratische Hürden abbauen und Planungs- und Genehmigungsverfahren erheblich beschleunigen. Ohne dieses Gesetz fehlt den Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Planungssicherheit. Ein ganzer Industriezweig würde ohne einen zeitnahen Beschluss gerade in der maßgeblichen Phase richtungsweisender Investitionsentscheidungen im Regen stehen gelassen. Dass Scholz das WassBG
bislang nicht priorisiert hat, ist daher schwer nachvollziehbar. Der Gesetzgebungsprozess ist bereits weit fortgeschritten. wird fraktionsübergreifend gestützt, und auch in der Wirtschaft herrscht Einigkeit über seine Notwendigkeit. Die Minderheitsregierung hat hier eine letzte Gelegenheit, ein zukunftsweisendes Projekt umzusetzen, bevor der Wahlkampf endgültig jede Handlungsfähigkeit erstickt. Der Wasserstoffhochlauf ist ein entscheidendes industrie- und klimapolitisches Projekt. Wird das WassBG jetzt nicht verabschiedet, droht Deutschland den Anschluss in der globalen Wasserstoffwirtschaft zu verlieren und die wirtschaftlichen Chancen einer klimaneutralen Industrie zu verspielen – mit fatalen Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
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Fortschritte bei Triebwerken Der Antrieb per Wasserstoff verspricht auch im Schiffs- und Flugverkehr eine vielversprechende Alternative. Forschende der ETH Zürich haben nun wichtige Grundlagen für die Entwicklung
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von nachhaltigen Wasserstoff-Flugzeugtriebwerken geliefert: Sie testeten das akustische Verhalten von Wasserstoff-Einspritzdüsen im Labor unter Bedingungen, wie sie auf Reiseflughöhe herrschen. Die Studie hilft dabei, die Einspritzdüsen zu optimieren und den Weg für ein funktionierendes Wasserstoff-Triebwerk zu ebnen. In wenigen Jahren soll es für erste Tests am Boden bereit sein. Grundsätzlich lässt sich die Energie, die benötigt wird, um 200 Passagiere über Tausende Kilometer in der Luft zu transportieren, als Wasserstoff in einem Kühltank zu einem mindestens 30-mal geringeren Gewicht speichern, als es in einer Batterie möglich wäre. „Höchstens Kleinflugzeuge mit geringer
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Quelle: H2 Mobility, 2023
Erste Züge fahren mit H₂ Auch beim Nah- und Fernverkehr auf der Schiene läuft der Aufbau möglicher wasserstoffbasierter Lösungen bislang schleppend. Immerhin wird etwa in Bayern mit dem Fahrplanwechsel im Dezember der erste Wasserstoffzug regelmäßig auf ausgewählten Fahrten auf den Strecken Augsburg–Füssen und Augsburg–Peißenberg unterwegs sein. Zum Start des neuen Angebotes wird gleichzeitig eine Wasserstofftankstelle im Bahnbetriebswerk in Augsburg zur Verfügung stehen. Auch in Tübingen hat die Bahn bereits eine Wasserstofftankstelle für Loks eingerichtet. Andere Bahnbetreiber in Deutschland setzen schon etwas länger auf Wasserstoff: Zum Beispiel nutzt im Taunus eine DB-Regio-Tochter Loks mit Wasserstoffantrieb, und in Niedersachsen fahren die Züge der Elbe-Weser-Verkehrsbetriebe mit H₂. Allerdings gibt es auch Alternativen zu der Technologie.
Anzahl der Wasserstofftankstellen in Deutschland von 2018 bis 2023
Nutzlast werden in Zukunft batteriebetrieben sein“, prognostiziert Prof. Dr. Nicolas Noiray, Professor am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich, im aktuellen Newsletter des Instituts. „Für Passagier- und Frachtflugzeuge sind synthetische Treibstoffe die einzige Alternative zum heutigen Kerosin.“ Und von diesen synthetischen Treibstoffen lässt sich Wasserstoff am wirtschaftlichsten nachhaltig produzieren. Eine große Herausforderung wird dabei übrigens auch darin bestehen, die gesamte Infrastruktur rund um die Wasserstoff-Luftfahrt aufzubauen und zum Beispiel ausreichende Mengen klimaneutralen Wasserstoffs zu den Flughäfen zu transportieren.
BMW und Toyota treiben Durchbruch der Wasserstoff-Mobilität im Pkw-Bereich voran – gemeinsame Vision für emissionsfreie Mobilität der Zukunft. Die Automobilbranche befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Technologiewandel. Neben batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) gewinnt eine weitere Form der Elektromobilität zunehmend an Bedeutung: die BrennstoffzellenTechnologie. Zwei Pioniere in diesem Bereich sind die BMW Group und die Toyota Motor Corporation, die ihre Zusammenarbeit für Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge (FCEV) im Pkw-Bereich deutlich ausbauen. Meilenstein: Erstes Serien-FCEV eines Premiumherstellers 2028 will der Münchner Konzern sein erstes in Serie produziertes FCEV auf den Markt bringen. „Das ist ein Meilenstein in der Automobilgeschichte: das erste Serienfahrzeug mit Brennstoffzelle von einem globalen Premium-Hersteller“, betont Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Damit wird BMW seinen Kunden neben batterieelektrischen und Plug-inHybrid-Modellen eine weitere lokal
emissionsfreie Antriebsoption bieten. Um diese neue Generation der Brennstoffzellen-Antriebstechnologie zu entwickeln, bündeln BMW und Toyota ihre Innovationskraft und technologische Expertise. „Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit zwischen BMW und Toyota ein neues Stadium erreicht“, sagt Koji Sato, Präsident und Vorstandsmitglied der Toyota Motor Corporation. „Basierend auf unseren gemeinsamen Werten, werden wir unsere Kooperation in Bereichen wie der Entwicklung von BrennstoffzellenSystemen der nächsten Generation und dem Ausbau der Infrastruktur vertiefen, mit dem Ziel, eine Wasserstoffwirtschaft aufzubauen.“ Toyota verfügt über langjährige Erfahrung mit Brennstoffzellen im Serienbau. Beginnend 2014 mit dem Mirai der ersten Generation, werden seit 2020 Mirai der zweiten Generation auf internationalen Märkten angeboten. Die Einführung der Brennstoffzellen der dritten Generation steht nun kurz bevor, die sich durch eine kompaktere und kostengünstigere Bauweise auszeichnen. Synergieeffekte durch gemeinsames Brennstoffzellen-System Die gemeinsam entwickelte Brennstoffzellen-Technologie soll sowohl
© BMW Group
Werbebeitrag – Unternehmensporträt
Vorreiter der Zukunft
Wasserstoff-Pioniere: Die BMW Group und die Toyota Motor Corporation vertiefen ihre Zusammenarbeit für Brennstoffzellen-Fahrzeuge (FCEV) im Pkw-Bereich. Koji Sato, Präsident und Mitglied des Vorstands (geschäftsführender Direktor) der Toyota Motor Corporation; Oliver Zipse, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG (09/2024)
in individuellen BMW- als auch Toyota-Modellen zum Einsatz kommen. Die individuellen FCEVModelle werden ihre jeweilige Markenidentität und -charakteristik beibehalten, sodass Kunden zwischen verschiedenen, herstellerspezifischen FCEV-Optionen wählen können. Wasserstoff: das zweite Standbein der Elektromobilität Wasserstoff ist eine wichtige Ergänzung zur Elektromobilität – als zweites Standbein neben batterieelektrischen Fahrzeugen. Mit ihrer vertieften Zusammenarbeit im
Bereich der Brennstoffzellen-Technologie unterstreichen BMW und Toyota ihre Vorreiterrolle bei der Entwicklung emissionsfreier Antriebslösungen. „Gemeinsam mit BMW und Partnern aus verschiedenen Industrien werden wir unsere Bemühungen intensivieren, um eine Zukunft zu schaffen, in der die Wasserstoffenergie die Gesellschaft unterstützt“, bekräftigt Koji Sato. www.bmwgroup.com/de/ news/allgemein/2024/ wasserstoff-kooperation.html
Weitere Informationen unter www.klimaschutz-info.de
erst weniger als 90 öffentlich zugängliche H₂-Tankstellen in Betrieb. Zudem sind die meisten dieser Tankstellen vorwiegend zur Betankung von Pkws konzipiert und weisen häufig nur eine geringe Betankungskapazität auf.
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Wasserstoff
KOMMENTAR
Der Meer-Wasserstoffreaktor Wasserstoff ist einer der zentralen Bestandteile unseres Universums; das Molekül kommt nicht nur in Wasser, sondern in mehr als der Hälfte aller bekannten Mineralien vor. Und aus diesen lässt es sich auch gewinnen, zeigen nun Forschende des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Diese kombinierten jüngst zerkleinertes Aluminium mit Meerwasser und Kaffeesatz – und erhielten innerhalb weniger Minuten den wertvollen Energieträger. So ließen sich aus einem Gramm Aluminium rund 0,5 bis ein Liter Wasserstoff produzieren. Das Meerwasserpartikel Gallium-Indium dient als Aktivator zum Freisetzen
des im Aluminium gespeicherten Wasserstoffs; der Koffein-Bestandteil Imidazol als Beschleuniger. Über Einsatzmöglichkeiten ihres Wasserstoffreaktors haben sich die Forschenden auch schon Gedanken gemacht: Nahe liegt der Einsatz in der Schifffahrt. So könnte ein Reaktor mit rund 20 Kilogramm Aluminium-Pellets ausreichen, um ein kleines U-Boot rund 30 Tage mit Wasserstoff und damit mit Treibstoff zu versorgen. Im nächsten Schritt wollen sie nun herausfinden, wie sich dieses Verfahren auch für Lastwagen, Züge und vielleicht sogar Flugzeuge nutzen lässt. Die Idee: das nötige Wasser aus der Luftfeuchtigkeit zu ziehen.
Michael Gneuss Chefredakteur
IMPRESSUM
Projektmanagement Philipp Stöhr, philipp.stoehr@reflex-media.net Redaktion Jens Bartels, Michael Gneuss, Katharina Lehmann Layout Silke Schneider, grafik@reflex-media.net Fotos iStock / Getty Images, Coverbild iStock / style-photography Druck Badische Neueste Nachrichten Badendruck GmbH V.i.S.d.P. Redaktionelle Inhalte Michael Gneuss, redaktion@reflex-media.net Weitere Informationen Pit Grundmann, pit.grundmann@reflex-media.net, Reflex Verlag GmbH, Hackescher Markt 2–3, D-10178 Berlin, T +49 (0)30 / 200 8949 0, www.reflex-media.net Diese Publikation des Reflex Verlages erscheint am 10. Dezember 2024 im Handelsblatt. Der Reflex Verlag und die Handelsblatt Media Group & Co. KG sind rechtlich getrennte und redaktionell unabhängige Unternehmen. Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktporträts, Interviews, Advertorials, Anzeigen sowie Gastbeiträgen und Fokusinterviews geben die Meinung der beteiligten Unternehmen beziehungsweise Personen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen.
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Deutscher Wasserstoff-Verband (DWV) e. V. 4 Robert-Koch-Platz 4 10115 Berlin https://dwv-info.de
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