Gottesdienst zum Tag der Auferstehung des Herrn -- Ostersonntag -12. April 2020 Deutsche Kirchengemeinde Atlanta Pre-recorded 21.April 2019 Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offenbarung 1, 18
Begrüßung und Bekanntmachungen
Er ist erstanden, eg 116, 1-5 (Text: U. Leupold 1969 nach dem Suaheli-Lied »Mfurahini, Haleluya« von B. Kyamanywa 1966; Melodie: aus Tansania)
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Er war begraben drei Tage lang. Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank; denn die Gewalt des Tods ist zerstört; selig ist, wer zu Jesus gehört. Laßt uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!
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Der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ihr suchet Jesus, hier ist er nicht. Sehet, das Grab ist leer, wo er lag: er ist erstanden, wie er gesagt.« Laßt uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!
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»Geht und verkündigt, daß Jesus lebt, darüber freu sich alles, was lebt. Was Gott geboten, ist nun vollbracht, Christ hat das Leben wiedergebracht.« Laßt uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!
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Er ist erstanden, hat uns befreit; dafür sei Dank und Lob allezeit. Uns kann nicht schaden Sünd oder Tod, Christus versöhnt uns mit unserm Gott. Laßt uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!
Alttestamentarische Lesung : 1. Samuel 2, 1-2.6-8a Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN, mein Haupt ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Der HERR tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf. Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, daß er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse. Worte unseres lebendigen Gottes. Worte unseres lebendigen Gottes. | Gott sei Lob und Dank.
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Psalm 118 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg! Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg! Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, daß ich durch sie einziehe und dem HERRN danke. Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen. Ich danke dir, daß du mich erhört hast und hast mir geholfen. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HERR macht; laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
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Ehre sei Gott in der Höhe
Tagesgebet Gekreuzigter Gott,… Gott neuen Lebens, Wir finden uns “in between”... Wir trauern. Wir sind von geliebten Menschen getrennt. Wir fuehlen uns verwirrt und ueberwaeltigt inmitten all dem was in den letzten Wochen passiert ist. So wie die Juenger, die weggelaufen sind in Panik. Die weggelaufen sind in ihrer Angst. Die sich versteckten in ihrer Trauer. So fuehlen auch wir uns aengstlich, ohnmaechtig und ausgeliefert einem Virus gegen den es noch keine Impfung gibt.
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Und dann erreicht uns die Botschaft dass das Grab leer war. Dass Jesus auferstanden ist. Dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Wir finden uns „in between“ Zwischen Trauer und Zweifel, Zwischen Angst und keimener Hoffnung, Zwischen Verwirrtheit und Momenten des Lichtes. Komm in unsere Dunkelheit. Lass es Ostern in uns und um uns werden. Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie uns leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung. Amen
Epistel: 1. Korinther 15, 1-11 Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, daß ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Daß Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.Es sei nun ich oder jene: so predigen wir, und so habt ihr geglaubt. Halleluja. Worte unseres lebendigen Gottes.
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Gelobt sei Gott im höchsten Thron, eg 103, 1-5 (Text: M. Weiße, 1531; Melodie: M. Vulpius, 1609)
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Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja, Halleluja, Halleluja.
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Der Engel sprach: »Nun fürcht' euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht. Ihr sucht Jesus, den find't ihr nicht.« Halleluja, Halleluja, Halleluja.
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»Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not; kommt, seht, wo er gelegen hat.« Halleluja, Halleluja, Halleluja.
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Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Ankündigung des Evangeliums – Johannes 20, 1-18 Ehre sei Dir, Herr. Am ersten Tag der Woche kommt Maria von Magdala früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, daß der Stein vom Grab weg war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. Es liefen aber die zwei miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab, schaut hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging in das Grab hinein und sieht die Leinentücher liegen, aber das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei den Leinentüchern liegen, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder heim. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt. Worte unseres lebendigen Gottes. Lob sei dir, Christus. Glaubensbekenntnis Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, 7
empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen. Erschienen ist der herrlich‘ Tag, eg 106, 1+3-5 (Text und Melodie: N. Herman, 1560)
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Sein' Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstöret ist nun all sein Macht. Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja.
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Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja.
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Drum wollen wir auch frรถhlich sein, das Halleluja singen fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja.
Kinderminute mit Lied der Kinder O du frรถhliche, (Text: J. Falk, (1816) 1819; Melodie: Sizilien vor 1788, bei J. Herder 1807)
Predigt
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Christ ist erstanden, eg 99, 1-3 (Text:Bayern/Österreich 12. bis-15. Jhd. Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jhd., Wittenberg 1529)
Musik zur Kollekte Fürbittengebet Wir beten gemeinsam | Christus, du Licht. Erbarme Dich! Noch ist es dunkel. Noch sind wir voneinander getrennt. Noch zeigt der Tod seine finstere Macht. Doch du machst diese Nacht hell. Christus, du bist auferstanden. Du bist das Licht unfassbar für uns, Trost für deine geplagte Welt, Hoffnung in der Angst. (Wir beten gemeinsam:) 10
Christus, du Licht – erbarme dich. Mach es hell für alle, die mit dem Tod ringen die Kranken, die Infizierten, für alle, die in Krankenhäusern und Pflegeheimen arbeiten. (Wir beten gemeinsam:) Christus, du Licht – erbarme dich. In dein Licht nimm hinein, alle, die einsam sterben, alle, die trauern und unsere Verstorbenen. (Wir nennen Dir in der Stille ihre Namen.) (Wir beten gemeinsam:) Christus, du Licht – erbarme dich. Mit deinem Licht umstrahle alle, von denen wir getrennt sind: unsere Angehörigen, unsere Freundinnen und Freunde, unsere Schwestern und Brüder. (Wir nennen Dir in der Stille ihre Namen.) (Wir beten gemeinsam:) Christus, du Licht – erbarme dich. Du bist auferstanden Christus - du bist das Licht. Du lässt uns leben. Teile dein Leben mit denen, die von der Angst verschlugen werden. Teile dein Leben mit den Einsamen, mit den Verzweifelten, mit den Geschlagenen. Du bist auferstanden und teilst dein Leben mit uns. (Wir beten gemeinsam:) Christus, du Licht – erbarme dich. 11
Komm mit deinem Leben in diese geplagte Welt. Teile dein Leben mit denen, die sich für andere hingeben. Teile dein Leben mit denen, die für dieses Leben kämpfen. Teile dein Leben mit denen, die uns lieb sind und nach denen wir uns sehnen. (Wir nennen Dir in der Stille ihre Namen. Wir beten gemeinsam:) Christus, du Licht – erbarme dich. Du bist auferstanden, Christus, du besiegst den Tod, damit wir leben. Teile dein Leben mit uns und lass uns aufleben heute und in diesen österlichen Tagen. Noch umgibt uns der Tod, aber wir beten dich an, denn du bist das Leben. Halleluja. Amen. Wir beten nun gemeinsam das Vater unser: Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden. Unser taegliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vegeben unseren Schuldigern und fuehre uns nicht in Versuchung sondern erloese uns von dem Boesen Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit In Ewigkeit, Amen
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Lobe den Herren, den mächtigen König, eg 317, 1-5 (Text: J. Neander, 1680; Melodie: 17. Jhd., geistlich Stralsund 1665, Halle 1741)
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Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?
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Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!
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Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet.
5
Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen. Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht. Lobende, schließe mit Amen!
Segen
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Predigt über Johannes 20, 11- 18 Was ist Auferstehung? Auf jeden Fall beginnt sie am Grab. Sie beginnt mit dem Tod, mit der Trauer, dem Verlust eines geliebten Menschens. Vor ein paar Tagen noch hatte Maria Jesus mit teurem Oel gesalbt. Sie hatte ihn liebevoll beruehrt. Sie war ihm nahe gewesen, und er hatte den Ausdruck ihrer Liebe zugelassen. Sie hatte ihn gesegnet, gesalbt, und er hatte sie mit Worten ebenfalls gesegnet. Und dann, der dunkelste aller Tage. Der Freitag an dem sich alles veraenderte. Nichts war mehr so wie zuvor. Die Kreuzigung war ein schreckliches Ereignis. Ganz hilflos hatte Maria unter dem Kreuz gestanden. Alle Hoffnung war dahin. Sie konnte ihn nicht mehr beruehren. Die Naehe war der Distanz gewichen. Nichts war mehr so wie zuvor. Ganz leise beginnt Auferstehung. Eine Frau, ein Garten am frühen Morgen, vielleicht ein paar Vogelstimmen, noch ist kein Geschiebe in den Gassen der Altstadt, noch rufen die Händler ihre frischen Waren nicht aus, noch starrt ihr niemand hinterher. Noch vor Sonnenaufgang hat sich Maria aufgemacht. Sie musste zu ihm. Schon zwei Tage war er tot, ihr Jesus, lag da im Grab, einsam in Kälte und Dunkelheit. Und als sie schließlich im Garten ankam, traurig und voller Tränen in den Augen da stürzte sie ins Bodenlose. Das Grab ist leer. Nun haben sie ihn auch noch geraubt, nicht mal im Tod haben sie ihn in Ruhe gelassen, nicht mal im Tod war er sicher vor den Anfeindungen, vor den Übeltätern aus Politik und Tempel, die ihn auf dem Gewissen hatten. Gefährlich war Jesus in seiner Liebe, in seiner radikalen Gottes und Menschenliebe. So einer muss weg. Und nun haben sie auch noch seinen Leichnam geraubt. Nun hat Maria gar nichts mehr. Keinen Jesus, kein Grab, das sie besuchen und pflegen kann, an das sie sich hinsetzen kann und weinen. Keinen Ort hat sie für Ihre Liebe, keinen Raum an dem sie sich ihm nahefühlen kann. Wir brauchen doch solche Orte. Orte an denen wir uns nieder setzen können, Orte an denen wir unsere Liebe wenigstens noch durch ein paar Blumen, einen Engel, einen Besuch zeigen können.
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Friedhöfe sind Orte der Suche nach der Liebe. Sie sind Ruhestätten und zugleich Sehnsuchtsorte. Orte der Liebe. Und nun hat Maria nicht einmal mehr das. Alles haben sie ihr weggenommen. Da steht sie nun und weint. Weint wie so viele von uns schon an Gräbern geweint haben, weint wie so viele geweint haben, die nicht einmal ein Grab hatten, sondern nur eine nüchterne Mitteilung: Gefallen für Volk und Vaterland. Weint, wie so viele weinen heute, weil sie nicht bei ihren Geliebten sein koennen wenn diese in Isolationsstationen alleine sterben. Es ist ein so großes Weinen in der Welt. Wird das nie aufhören das Töten, das Sterben und Weinen? Eine einsame, todtraurige Frau in einem Garten. Was ist Auferstehung? Auf jeden Fall beginnt sie am Grab. Maria sieht, und sieht doch nicht. Als sie so weint sieht sie zwei Engel im Grab sitzen. Sie sieht und sieht doch nicht. Nicht einmal die Boten aus Gottes Welt, die Engel können sie sehend machen. Ja, nicht einmal ihre liebevolle Anteilnahme dringt durch die Schwärze ihres Leids. „Frau was weinst du?“ fragen die Engel. Maria antwortet zwar, aber schon im Reden dreht sie sich um, wendet sich ab. Und so verschwinden die Engel spurlos aus der Ostergeschichte. Offenbar können sie gegen die Übermacht des Todes und der Trauer nichts ausrichten. Plötzlich ist da noch einer. Keiner weiß wo er hergekommen ist. Und den sieht Maria und sieht doch nicht. Maria sieht aber erkennt nicht. Und noch einmal die gleiche Frage. „Frau was weinst du?“ Und dann: „Wen suchst Du?“ Ja, wen suchst Du? Ist es nicht interessant, dass Jesus zwei Fragen hat. Nicht nur eine, wie die Engel, die nach dem Weinen fragen, sondern auch die viel tiefere Frage nach der Sehnsucht. „Wen suchst Du?“ Vielleicht fragt Gott ja auch uns heute Morgen nach unserer Sehnsucht. Wen suchst Du? Was willst Du eigentlich wirklich? Was ist dir wichtig? Wen entbehrst Du? Welche Löcher stopfst Du mit Arbeit? Mit Immer Mehr? Was brauchst Du wirklich zum Leben? Was fehlt Dir? Maria hält den Unbekannten für den Gärtner. In ihrer Panik glaubt sie, dass es dieser Gaertner ist der Jesus weggenommen hat.
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Auferstehung beginnt am Grab. Und sie beginnt damit, dass wir unseren Namen hoeren. „Maria“! Ganz leise –mehr gehaucht als gesagt. Maria nur das, nur der Name. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“, sagt Gott „du gehörst mir.“ In der Taufe habe ich meinen Namen auf deinen Namen gelegt und bin nie von dir gewichen – auch dann nicht als du auf dem Friedhof geweint hast , auch dann nicht als du vor Schmerzen geschrien hast, auch dann nicht als du vor Einsamkeit geschluchzt hast, ja nicht einmal da, wo man Dir ein grosses Unrecht getan hat. Ich bin nie von Dir gewichen, auch dann wenn du so bitterlich Unrecht getan hast, ja nicht einmal in deinen letzten Atemzügen werde ich dich verlassen- du gehörst mir. „Maria.“ Und jetzt endlich erkennt sie und noch einmal wendet sie sich um – offenbar muss ihr Herz viele Wendungen machen, bis es aus dem Todesschatten heraustreten kann. Jetzt erkennt sie. Wenn Gott uns bei unserem Namen ruft, dann beginnt die Auferstehung. Dann erkennen wir. Das kann im Traum sein oder mitten am Tag, das kann ein Schrecken sein oder ein Glück. Wir werden gerufen, wir sind schon gefunden. Wir müssen Gott nicht suchen und holen. „Rabbuni.“ Mein Meister. Maria will ihn umfassen, ihn herzen und drücken um es wirklich zu glauben, um glauben zu können, dass nun alles wieder gut ist, dass der Alptraum vorbei ist, dass nun alles wieder so sein wird wie früher. Aber so wie wir viele zur Zeit nicht herzen und umarmen koennen, und noch nicht einmal die Hand schuetteln, so auch Maria nicht. „Rühr mich nicht an“ sagt Jesus. „Du kannst mich nicht halten, du kannst mich nicht mehr so haben wie einst. Du kannst mich erleben und hören und meine Spuren erahnen. Aber was war ist vergangen. Nichts ist wie früher. Etwas ganz und gar Neues hat begonnen. So leise die Auferstehung beginnt, so sehr ist es in Wahrheit doch eine riesige Umsturzbewegung. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Das Grab kann den Toten nicht halten. Aber Auferstehung heißt eben auch nicht, dass Jesus einfach wieder so da ist. Ein Toter kommt nicht einfach zurück, sondern ein Lebendiger erscheint. Einer, der den Tod gesehen und vernichtet hat. Jesus ist nicht der gleiche. Er ist verwandelt. Seine Botschaft an Maria ist die: „In mir beginnt Gott mit der Verwandlung der Welt. Kein Toter kommt jemals zurück, dafür komme ich als Herr über den Tod. Als Sieger. Und 16
dieser Sieg gilt nicht nur mir, er gilt allen und deshalb geh los.“Jesus schickt Maria ins Leben zurück. Ganz leise hat Ostern begonnen. Eine Frau, ein Garten ein leeres Grab und plötzlich wird es laut und alle Glocken überschlagen sich und läuten das Osterfest ein und die Menschen auf der ganze Welt rufen es sich zu (und das zur Zeit mit zwei Metern Abstand), und das in allen Sprachen und zu allen Zeiten: „Jesus, der Herr, ist erstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“ Und dieser Ausruf ist gleichzeitig ein Protestruf! Und die Menschen die Jesus nachfolgen werden zu Prostet Leuten gegen den Tod. Protestleute gegen all die vielen kleinen Tode, die viele Namen haben, Namen wie Armut, Gewalt und Zerstörung. Und Protestleute auch gegen den großen Tod, den Feind des Lebens. Und so protestieren wir heute gegen Menschen die andere in Gefahr bringen, nur weil sie nicht an den Covet 19 Virus glauben. Wir protestieren gegen die Ungerechtigkeit dass nicht genug Testkits und Schutzanzuege und Masken fuer unsere Pfleger und Aerzte in den Krankenhaeusern bereit gestellt werden. Wir protestieren, dass der Schutz und das Ueberleben von Menschen und von kleineren Geschaeften geopfert werden um die grossen Konzerne unserer Wirtschaft zu retten. Wir protestieren wo parteipolitisches Kalkuel die Versorgung von akut kranken Menschen gefaehrdet. Der Tod von unschuldigen Menschen ist in diesen Tagen und Wochen eine ganz reale und schmerzliche Wirklichkeit fuer viele Laender, heute mehr spuerbar und schmerzhaft als oft. Jesus sendet uns zurueck in diese Welt, so wie er Maria sandte indem er sagt: „In der Welt habt Ihr Angst, ich aber habe die Welt ueberwunden“. Wenn Jesu Auferstehung Wirklickeit ist, wenn die Vernichtung des Todes in Jesus begonnen hat, dann brauchen wir uns nicht mehr fürchten oder wenigstens nicht so oft. Wir werden das Leben pflegen und bewahren, wo immer wir es treffen. Wir werden nicht aufhören zu protestieren wo immer Leben gefaehrdet wird, und wir werden nicht aufhören die Ostergeschichte zu erzählen. 17
Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wir sind bei unserem Namen gerufen. Jesus, unser Bruder, ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Amen
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