SONNTAG, 4. JULI 2021
EIN FAST UNABHÄNGIGES FORMEL-1-MAGAZIN
MAX VERSTAPPEN
MEIN INNERER KREIS
2 Gallery F1 Red Bull Ring
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4. Juli 2021 The Red Bulletin
Dämpfer für die Weltmeister: Lewis Hamilton startet heute nur vom vierten Platz, Kollege Valtteri Bottas vom fünften.
EIN FEST
IN SPIELBERG
Vertragsverlängerung in Spielberg: Lewis „Marley“ Hamilton bleibt der Formel 1 weitere zwei Jahre als Mercedes-Pilot erhalten.
Wunderbare Szenen in der Steiermark: Zehntausende Fans, der Großteil in Orange, feierten beim Qualifying zum Grand Prix von Österreich jene Party, auf die wir alle viel zu lange gewartet hatten. Vor dieser pracht vollen Kulisse prügelten sich die Piloten Rekord runden um die Ohren, dass die Fans genüsslich mit der Zunge schnalzten. Genau so muss Racing sein! Vor allem für die Verstappen-Fans, die die Grüne Mark optisch dominierten, verlief der gestrige Sams tag exakt nach ihrem Geschmack: Pole-Position, Sergeant Pérez als Rückendeckung direkt hinter Max, die beiden Mercedes im Rückspiegel: Es ist alles angerichtet für einen festlichen Sonntag!
The Red Bulletin 4. Juli 2021
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F1 Red Bull Ring Gallery 3
Sergio Pérez nimmt den Grand Prix von Österreich direkt hinter Max aus Reihe zwei in Angriff. Erste Aufgabe: Lando Norris auf dem Weg zu Kurve 1 schnappen!
Out in Q1: beide Haas, Latifi im Williams, Kimi im Alfa und Ocon (nicht im Bild) im Alpine. Sensation: George Russell stellt seinen Williams auf Startplatz 9.
Megastar in einem parallelen Universum: Mountainbike-Magier Fabio Wibmer wurde im Fahrerlager beim Genuss wertvollen Lesesto≠s beobachtet.
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WERNER JESSNER
Dr. Marko und die Honda-Ingenieure beschwören vor dem Qualifying die PS-Geister – erfolgreich. Alle vier Honda-Autos schaffen es bis ins Q3!
Souveräner Pole-Setter und Favorit auf den vierten Sieg auf dem Red Bull Ring: Max Verstappen ist ganz klar jener Mann, den es heute zu schlagen gilt.
4 Gallery F1 Red Bull Ring
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4. Juli 2021 The Red Bulletin
Ehre, wem Ehre gebührt: Mick Schumacher hatte seinen Haas-Teamkollegen Nikita Mazepin wieder einmal sicher unter Kontrolle.
Nach dem Unfall in Runde 1 am letzten Wochenende will Pierre Gasly zeigen, was im AlphaTauri steckt. Die Voraussetzungen sind mit Startplatz 6 exzellent.
Früh ausgestiegen: Alpine-Pilot Ocon. Auch für Teamkollege Alonso war nach einem Missverständnis mit Vettel nicht viel zu holen: Platz 14 für den Altmeister
Honda-Power dominiert am Red Bull Ring: „Langsamster“ war Yuki Tsunoda (im Bild sein Kommandostand an der Box) auf Platz 7!
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WERNER JESSNER
Endlich wieder Leben unter dem großen Bullen: Zehntausende Niederländer verwandelten den Spielberg in eine Region, die direkt hinter einem Deich an der Nordsee liegen könnte.
6 Kolumne F1 Red Bull Ring
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4. Juli 2021 The Red Bulletin
HIER SCHREIBT ALEX ALBON
Formel-1-Titel auf der Rennstrecke werden zuerst im Cyberspace gewonnen, verrät der Test- und Ersatzfahrer von Red Bull Racing. Die Insider-Kolumne.
E
s ist eine alte Motorsport-Weisheit: Das Rennen um den Titel ist ein Marathon und kein Sprint, und mit den 23 Rennen, die für 2021 geplant sind, gilt das für die diesjährige F1-Saison umso mehr. Zu Saisonbeginn bloß ein schnelles Auto hinzustellen reicht bei weitem nicht – es muss bei jedem Rennen auf jeder Strecke perfekt performen, will man eine Chance auf den Titel haben. Daneben gilt es, das Auto weiterzuentwickeln, potenzielle Vorteile ausfindig zu machen, neue Teile zu probieren und zu verstehen, wie sie sich im Zusammenspiel mit den anderen Komponenten verhalten. Als Test- und Reservefahrer von Red Bull Racing ist all das in diesem Jahr meine Aufgabe. Als Ersatzfahrer bin ich natürlich bei jedem Rennen vor Ort, falls ich für einen der Stammpiloten einspringen muss. Wenn es darum geht, das Auto für das Wochenende schnell zu machen, beginnt meine Arbeit aber schon vor der Rennstrecke, im Team-Simulator im Werk in Milton Keynes. Dort gehe ich das Set-up von Max’ und Sergios Wagen durch, fahre es, so wie es ist, um zu sehen, wo dessen Grenzen liegen, und versuche, Probleme zu beheben. Wir sind bereit, loszulegen, sobald sie das erste Training beenden. Wir hören uns die Eindrücke der Fahrer an und vergleichen sie mit den Telemetriedaten. Ich probiere dann verschiedene Set-ups durch und versuche, ihnen das zu geben, was sie für den Rest des Wochenendes brauchen. Das Spiel wiederholt sich nach dem zweiten Training, danach haben wir hoffentlich die Autos für das dritte Training und das Qualifying abgestimmt. Spät am Freitagabend oder früh am Samstag morgen fliege ich zur Rennstrecke. Sobald ich vor Ort bin, treffe ich Max und Checo, hole mir deren Feedback ein und versuche, es mit dem, was ich am Simulator ge sehen habe, zu verbinden. So entsteht die endgültige Abstimmung. Ich spreche aber nicht nur mit den Fahrern. Die Ingenieure können sich anhand der Daten ein gutes Bild davon machen, warum ein Auto schneller ist als das andere. Dennoch ist das Feedback der Fahrer unverzichtbar. Vor allem Adrian Newey ist immer sehr daran interessiert. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich mich sehr gut in die Abstimmungsarbeit einbringen kann. Das diesjährige Auto ist eine
IMPRESSUM Chefredakteur Alexander Müller-Macheck Stv. Chefredakteure Justin Hynes, Werner Jessner Creative Director Erik Turek Art Directors Marion Bernert-Thomann, Miles English, Kasimir Reimann Head of Photography Eva Kerschbaum Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Grafik Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll Herausgeber & Geschäftsführer Andreas Kornhofer Managing Director Stefan Ebner Head of Media Sales & Partnerships Lukas Scharmbacher Project Management Bernhard Schmied (Ltg.), Sara Varming, Anna-Lucia Wilczek Executive Creative Director Markus Kietreiber Herstellung Veronika Felder Produktion Friedrich Indich, Walter O. Sádaba, Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Josef Mühlbacher Lektorat Hans Fleissner (Ltg.), Petra Hannert, Paul Keith Druck 1a druck Judenburg, Aichfelder Druck Ges.m.b.H., A-8750 Judenburg Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-0 Web redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Dietmar Otti, Christopher Reindl, Marcus Weber
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ALEX ALBON
Weiterentwicklung von dem des letzten Jahres. Ich weiß also, wie es sich anfühlen soll, und habe Rennerfahrung damit. Max und Sergio vertrauen auf mein Feedback, und das Team schätzt meine Art, Informationen zu liefern. Ich werde oft gefragt, ob es nicht langweilig sei, im Simulator zu arbeiten. Zeigt mir jemanden, der am Simulator in Barcelona eine schnellere Runde schafft als ich! Ich muss dort schon eine Million Runden gedreht haben. Nein, obwohl ich natürlich viel lieber Rennen fahren würde, ist es alles andere als langweilig. Manchmal ist es höchstens ein Knochenjob. Für Monaco zum Beispiel war ich dieses Jahr von Montag bis Freitag im Simulator, bevor ich hingeflogen bin. Meine Arbeitstage dauerten von 9 bis 22 Uhr. Mein Leben ist gerade sehr intensiv, denn parallel starte ich ja auch noch in der DTM. Ich genieße diese Herausforderung. Der Wechsel vom Monoposto in ein GT-Auto ist ein großer Schritt. Letztendlich haben beide Lenkrad und Pedale, und das ist mein tägliches Brot. Ich habe das Gefühl, dass ich mich ziemlich schnell eingefahren habe, und ich freue mich auf den Rest der Saison. Ich bin auch fest entschlossen, meinen Teil dazu beizutragen, dass Red Bull Racing in der F1 zum Saisonende ganz oben steht. Formel 1 ist vor allem anderen ein Teamsport, und zwar einer mit 800 Mitspielern. Wenn wir tatsächlich Weltmeister werden, dann werde ich enorm stolz auf diese Leistung sein. Dann haben wir nicht nur alle paar Wochen einen Sprint gewonnen, sondern auch den Marathon.
DALE EDWIN MURRAY(COVER), YANN LEGENDRE
„Für Max und Sergio arbeite ich 13 Stunden pro Tag im Simulator.“
The Red Bulletin 4. Juli 2021
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WEIL DU ES WERT BIST Zuerst deckelte die F1 die Ausgaben der Teams. Jetzt sollen auch noch die Fahrergehälter limitiert werden! Verrückt geworden? Wie soll man mit weniger als 25 Millionen Dollar pro Jahr überleben? Der kluge Fahrer baut vor und investiert rechtzeitig in essenzielle Güter, bevor die Armut durchschlägt. Das Red Bulletin hilft dabei gerne.
Ein standesgemäßes Wohnmobil
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MATT YOUSON/JUSTIN HYNES
Die F1 reist an die wunderbarsten Orte, von denen du als Fahrer nichts mitbekommst, weil du ganz modern im Wohnmobil direkt neben der Strecke wohnst. Denn das ist „the place to be“ in der realitätsscheuen Rennfahrerwelt: ein mit Müll übersäter Parkplatz neben einer Reihe von Dixi-Klos in Spuck weite des Arbeitsplatzes. Es gibt nur ein Problem – die Superyacht auf Rädern deines Teamkollegen ist größer und besser als deine. Es wird Zeit, einen draufzusetzen – oder zwei. Du brauchst ein Dampfbad, einen Weinkeller, den du nie benutzen wirst, eine Bibliothek mit Büchern, die du nicht lesen kannst. Und Platz für einen Swimmingpool wird sich doch noch irgendwo finden lassen, oder?
F1 Red Bull Ring Investment 7
Heldensänger Dauernd erzählt man dir, wie toll du bist, aber keiner traut sich, es dir ins Gesicht zu sagen. Das lässt sich ändern. Nimm ein paar Küpfer linge in die Hand und kaufe dir deine eigene Band. Von nun an wirst du zu den Fanfaren deiner eigenen Erkennungsmelodie ins Fahrerlager einmarschieren, während persönliche Liedschreiber deine Größe besingen. Nein, muss nicht unbedingt was Vulgäres sein: eine schlichte Holzbläsergruppe, ein paar Lauten und ein Tamburin. Dazu vielleicht noch ein grell gekleideter Knappe, der Rosenblätter auf deinem Weg verteilt. Oder ist das bereits protzig? Nein, natürlich nicht.
Eine größere Uhr Deine jetzige Armbanduhr ist ein juwelen besetzter Handanker, der den magnetischen Nordpol ablenkt und so schwer ist, dass du vom Tragen den schwankenden Gang eines betrunkenen Seemanns bekommen hast, aber … etwas größer könnte sie schon sein. Einige deiner Kollegen haben Uhren von der Größe eines Wagenrads mit mehr Metall verzierungen als der Palast von Versailles. Allein der Gedanke daran treibt dir kalten Schweiß auf die Stirn. Du hast Glück, denn die F1-Teams scheinen unbegrenzten Zugang zu eremitisch lebenden helvetischen Uhr machern zu haben, die absolut einzigartige Zeitmesser aus reinem Unobtainium und Einhorn-Horn herstellen. Vielleicht auch welche, die sogar die richtige Zeit anzeigen.
Ein eigener Rennstall Du hattest eine gute Zeit in der Motorsport- Elite, und es ist dir total wichtig, etwas davon zurückzugeben. Doch was du vor allem zurückgeben möchtest, ist der ganze Mist, den du als Nachwuchsfahrer ertragen musstest. Der beste Weg, das zu tun, ist, ein eigenes Team zu gründen. Es spielt keine Rolle, was es ist: F4, eSports, Langstrecke … alles geht. Gründe einfach eines, heuere einen Haufen blauäugiger Kart-Fahrer an, verteile gleich aussehende T-Shirts an sie und kneble sie mit einem Vertrag, der gerade noch den Gesetzen gegen Zwangsarbeit entspricht. Jetzt heißt es nur noch entspannt abwarten, bis dir die Sponsoren die Tür einrennen. Gehaltsober grenze?! Ha, die können dich mal!
8 Cover F1 Red Bull Ring
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4. Juli 2021 The Red Bulletin
The Red Bulletin 4. Juli 2021
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MAX VERSTAPPENS
INNERER KREIS Natürlicher Speed und überragende Renn intelligenz haben MAX VERSTAPPEN zum Siegfahrer in der F1 gemacht. Aber wer Weltmeister werden will, braucht eine Crew, auf die er sich in allen Lebenslagen voll und ganz verlassen kann. Wir bitten jene Menschen vor den Vorhang, die in allen Situationen hinter dem Ausnahmepiloten stehen. Text JUSTIN HYNES
GETTY IMAGES
DALE EDWIN MURRAY
JOS VERSTAPPEN Vater
Ab dem Moment, als Jos Verstappen seinen Sohn Max Emilian mit zweieinhalb Jahren auf ein Quad und schließlich mit vier hinter das Steuer eines Gokarts setzte, war der ehemalige Formel-1-Pilot (1994 – 2003; 106 Rennen) Tutor und Mentor seines Sohnes. „Ich erinnere mich, dass er nach ein paar Runden die ganze Strecke mit Vollgas fuhr. Ich ging sofort los, um ihm ein größeres Kart zu kaufen“, erzählt er. Von den hunderttausenden Kilo metern, die er im Laufe eines Jahrzehnts im europäischen Kart-Sport
in einem Kleinbus zurückgelegt hat, über Max’ Sprung in die FIA-Formel-3EM im Alter von sechzehn Jahren bis hin zum Debüt in der F1 als jüngster Starter mit siebzehn und dem Sieg als jüngster Fahrer überhaupt mit achtzehn – Jos hat jeden Schritt miterlebt. Je reifer Max wurde, desto mehr verschwand Verstappen senior im Hinter grund – aber der Red Bull Racing- Fahrer beteuert, dass er unverändert den Rat seines Vaters sucht. „Wir reden immer noch über alles, was ich während des Wochenendes mache. Das betrifft auch die Arbeit am Set-up und so“, sagt Max. „Aber natürlich sammle ich selbst mehr und mehr Erfahrung, weshalb sich das Verhältnis zwischen uns jetzt ziemlich entspannt. Wir diskutieren immer noch viel, und ich genieße das wirklich. Es ist toll, seinen Vater dabei zuhaben, vor allem wenn er selbst die gleichen Erfahrungen gemacht hat und den Rennsport versteht.“
KELLY PIQUET Freundin
Nach Verstappens Sieg in Monaco im Mai sagte Helmut Marko gegenüber der renommierten Website autosport.com, dass Max „einen höheren Grad an Reife erreicht“ habe. Auch wenn es in der Öffentlichkeit kaum sichtbar ist, spielte in dem ganzen Prozess Max’ geregeltes
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Privatleben mit Kelly Piquet, der Tochter des dreimaligen F1-Champions Nelson, eine wichtige Rolle. Verstappen begann die Beziehung mit der 32-jährigen Ex-Freundin seines einstigen F1-Rivalen Daniil Kvyat im Jahr 2020 und machte ihre Partnerschaft mittels eines Instagram-Posts öffentlich, in dem er seinen Followern wünschte, dass sie in ihrem Leben „Erfolg, Liebe und Glück finden wie ich“. Kelly gehörte zu den Ersten, die Max in Monte Carlo gratulierten. Sie stürmte in den Parc fermé, um Verstappen vor den Kameras innig abzubusseln, als er dort seinen Sieg feierte.
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GIANPIERO LAMBIASE Renningenieur
Während seiner Zeit bei Jordan, Midland/Spyker und Force India, dem Team mit den wechselnden Namen aus Silverstone, hat Gianpiero so unterschiedliche Charaktere wie Vitantonio Liuzzi, Paul Di Resta und auch den diesjährigen Red Bull-Neuzugang Sergio Pérez betreut. 2015 wechselte er von Force India zu Red Bull Racing – zunächst als Renningenieur von Daniil Kvyat. Doch als der Russe 2016 vor dem GP von Spanien ausgewechselt wurde, übernahm Lambiase den selbstbewussten, extrem talentierten Max Verstappen, der damals erst 18 Jahre alt war. Die Beziehung zwischen den beiden begann mit einem Tusch: Sieg in Barcelona, wo Verstappen bei seinem Debüt für Red Bull Racing als jüngster Fahrer in 67 Jahren Formel 1 einen Grand Prix gewann. Seitdem sind sie unzertrennlich. „Wir sind ziemlich direkt zueinander. Das kann über Funk mitunter so klingen, als wären wir sauer auf einander. Sauer bin ich aber nicht auf ihn, sondern auf die Situation auf der Strecke. Man versucht einfach, das Beste herauszuholen. Selbst nach dem Rennen denken manche vielleicht, dass wir uns beieinander für den Ton entschuldigen sollten, aber darum geht es nicht. Es ist eine tragfähige Beziehung, und ich arbeite wirklich gern mit ihm. Wir wollen beide gewinnen. Wir sind immer aneinander dran, treiben uns gegenseitig an. Wir halten uns gegenseitig auf Trab und versuchen, das Maximum aus jedem Rennen zu holen.“
Volle Konzentration: Max Verstappen geht als WM-Leader in den Großen Preis von Österreich. Mitverantwortlich: sein Team
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F1 Red Bull Ring Cover 11
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TOM HART Performance Engineer
Was ist der Unterschied zwischen einem Renn- und einem Performance- Ingenieur? Der Renningenieur ist für den Überblick über das gesamte Wochenende eines Fahrers verantwortlich, schaut sich das Gesamtbild der Rennpläne an, arbeitet mit den Strategen zusammen und trifft während des Grand Prix Entscheidungen an der Boxenmauer. Der Performance- Ingenieur hingegen ist dafür da, die Daten und das Feedback des Fahrers zu analysieren, um das Auto bestmöglich auf die jeweiligen Bedingungen abzustimmen. In Max’ Crew fällt diese Aufgabe dem Neuling Tom Hart zu. Max’ Performance-Ingenieur war bisher Hugh Bird, der aber zu Beginn dieses Jahres auf die andere Seite der Garage gewechselt ist, um als Renn ingenieur von Sergio Pérez zu arbeiten. Die Rolle auf Max’ Seite der Box hat Hart übernommen. „Es klappt wirklich gut mit ihm. Natürlich braucht es immer ein bisschen Zeit, um sich einzugewöhnen, aber ich würde sagen, dass Tom seine Sache von Anfang an wirklich gut gemacht hat. Er ist sehr umgänglich und kann ziemlich lustig sein. Vor allem ist er kein totaler Nerd! Aber er ist clever und weiß, was ich vom Auto erwarte. Wenn ich kleine Probleme habe, findet er sehr schnell Lösungen.“
„HELMUT MARKO IST WIE EIN VATER FÜR MICH. ER ERZÄHLT KEINEN BULLSHIT.“ MAX VERSTAPPEN
Hier kommt der Chef: Natürlich zählt auch die Boxen-Crew zu den entscheidenden menschlichen Faktoren.
HELMUT MARKO Motorsport-Berater von Red Bull
Als strenger Lehrmeister war Marko im Red Bull Junior-Programm zu einem großen Teil dafür verantwortlich, Talente wie Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo und Carlos Sainz jun. in die F1 zu bringen. Marko holte Verstappen im August 2014 aus der Formel 3 in das F1-Programm von Red Bull und offenbarte dem damals Sechzehnjährigen wenige Tage später, dass er im Jahr darauf für Toro Rosso fahren würde. Seitdem haben die beiden eine tiefe Verbindung entwickelt, die, wie Max betont, darauf basiert, dass sie offen miteinander reden können. „Er ist wie ein Vater für mich. Sagt, was er denkt, ist immer geradeheraus, und das mag ich. Er erzählt dir keinen Bullshit. Das Verhältnis zu ihm ist einfach sehr gut und das zu Christian Horner auch. Wir haben in den letzten Jahren so viel zusammen erlebt und kommen richtig gut miteinander aus.“
BRADLEY SCANES Performance Coach
Ebenfalls recht neu in Max’ Team ist Physio- und Leistungstrainer Bradley Scanes. Der Engländer, der auch die britischen Turner betreut, übernahm Anfang 2020 die Rolle von Max’ bisherigem Trainer Jake Aliker und wird den Red Bull Racing-Piloten über die Saison in Top-Form halten. „Meine Frau wird sagen, dass ich mehr Zeit mit Max verbringe als mit ihr“, sagt er. „Aber in unserer Ehe läuft alles gut. In der F1 ist es wirklich wichtig, fit zu sein – gerade für die letzten, womöglich entscheidenden Runden eines Rennens.“ Nicht, dass Max ein Trainings-Freak wäre. „Es gibt dabei nichts, was er wirklich gerne macht. Seine größte Leidenschaft ist definitiv das Auto fahren, nicht körperliches Training. Aber er weiß, dass es wichtig ist, und seine Disziplin zeichnet ihn aus. Wenn ich ihn über das Programm entscheiden lasse, geht er eine Runde joggen und arbeitet danach auf dem Balkon mit Gewichten.“
12 Generation 2026 F1 Red Bull Ring
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4. Juli 2021 The Red Bulletin
FORMEL
ZUKUNFT
Die Neulinge Yuki Tsunoda, Mick Schumacher und Nikita Mazepin sind alle erfolgreich durch die F3 und F2 geglüht und haben es 2021 in die F1 geschafft. Aber wer wird in fünf Jahren – wenn Hamilton, Vettel und Alonso in Rente gegangen sind – neben ihnen und dem blutjungen Kimi Räikkönen in der Start aufstellung stehen?
OSCAR PIASTRI Team 2021: Prema Racing, F2 Team 2026: Alpine, F1 Ein weiterer Prema-Pilot, der Australier Piastri, ist kometenhaft durch die Nachwuchsserien aufgestiegen und rast durch die Konkurrenz, als wäre sein DRS ständig offen. Er wurde Vizemeister der britischen Formel 4, bevor er hintereinander den Renault Eurocup und den F3-Titel gewonnen hat. Seit er in die F2 aufgestiegen ist, hat er das erste Feature Race der Saison gewonnen und ist einmal Dritter geworden. Wenn er als Mitglied der Renault Sport Academy in die F1 wechselt, wird er im Bleu de France von Alpine fahren.
Enzo (19)
Oscar (20)
Jüri (20)
DIE FITTIPALDIS
JÜRI VIPS
Team 2021 (Enzo): Charouz Racing System, F3 Team 2026: Haas, F1
Team 2021: Hitech Grand Prix, F2 Team 2026: Red Bull Racing, F1
Die Fittipaldis sind die Kardashians der Formel 1. Reich, glamourös, gutaussehend und erfolgreich – und es gibt viel mehr von ihnen, als man glaubt. Nach zwei Generationen im Rennsport scheint es, dass überall, wo man hinschaut, noch ein schneller junger Fittipaldi in ein Cockpit springt. Wenn sie nicht in der F2 oder F3 fahren, sind sie in der Box als Testfahrer oder in der Fabrik am Simulator zu finden. Dass in fünf Jahren kein Fittipaldi in der F1 an den Start geht, ist statistisch unwahrscheinlich. Die Favoriten sind Pietro und Enzo, die Enkel des zweifachen F1-Weltmeisters und zweifachen Indy-500- Siegers Emerson. Pietro war Testfahrer für Haas in der F1 und ist in der F2, WEC, DTM und Super Formula gefahren. Derzeit dreht er in der IndyCar-Serie seine Runden. Enzo war 2018 italienischer F4-Meister und startet 2021 seine zweite Saison in der F3. Zusätzlich tritt er auch in der IndyCar Pro an, der Indy-Nachwuchsserie.
In den letzten Jahren haben Marko Asmer und Markko Märtin ihr Land gemeinsam mit der estnischen Autosport Union nach Talenten durchsiebt und dabei Rallye- Weltmeister Ott Tänak, Prema-Teamchef Ralf Aron und dessen Bruder Paul betreut. Vips ist ihre jüngste Ent deckung, und er ist nicht nur schnell, vielseitig und talentiert, sondern auch hochintelligent. 2021 fährt er bei Hitech in der F2. Als Achtjähriger trat er als menschlicher Computer bei „Estonia’s Got Talent“ im Fernsehen auf. Er hat die deutsche Formel 4 gewonnen und wurde 2018 Vierter in der Formel-3-EM hinter den erfahreneren Dan Ticktum, Mick Schumacher und Robert Shwartzman. 2019 fuhr er einen großartigen Grand Prix von M acau, bei dem er die Pole-Position holte, das Qualifikationsrennen gewann und das Hauptrennen anführte, bis ein Safety Car das Rennen durcheinanderwirbelte und Richard Verschoor zum Sieg verhalf.
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Pietro (24)
The Red Bulletin 4. Juli 2021
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ROBERT SHWARTZMAN Team 2021: Prema Racing, F2 Team 2026: Ferrari, F1 Der Russe hat in jeder Serie, in der er gestartet ist, vorn mitgemischt und scheint auf dem Weg in die F1 nicht zu stoppen zu sein. Er ist Mitglied der Ferrari Driver Academy und hat mit Prema Racing große Erfolge gefeiert. In seiner Rookie-Saison in der F3 wurde er Dritter, bevor er die Meisterschaft 2019 dominierte und den Titel holte. In der F2 wurde er letztes Jahr in seiner Premierensaison Vierter und holte mehr Siege als jeder andere Fahrer. In seinem Trophäenschrank steht auch der Titel der Toyota Racing Series 2018. Darüber hinaus ist Shwartzman ein Star in den sozialen Medien, wo er mit seinem Aussehen und seinem Humor tausende Follower auf Instagram und TikTok anzieht. Dieser junge Mann ist nicht nur schnell, sondern auch gut vermarktbar.
F1 Red Bull Ring Generation 2026 13
CALLUM ILOTT Team 2021: Hitech Grand Prix, F2 Team 2026: Alfa Romeo, F1 Der Fahrer aus der Ferrari Driver Academy steht auf der Pole-Position. Nachdem er in dieser Saison im freien Training bereits für Alfa Romeo gefahren ist, hat er einen Fuß in der Eliteserie. Als Testfahrer für Ferrari und Reservist für Alfa wurde er in der F2 im letzten Jahr Zweiter hinter Mick Schumacher. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis Ilott in die F1 aufsteigt. Einzig seine Landsleute könnten ihm auf dem Weg in die Startaufstellung zu Stolpersteinen werden. Lewis Hamilton wird 2026 seine Handschuhe zwar schon längst an den Nagel gehängt haben, aber mit George Russell und Lando Norris werden sicherlich zwei weitere Briten im Feld sein. Doch wir sind uns sicher, dass er bis 2026 einen Platz bei Alfa Romeo haben wird – oder vielleicht sogar schon der erste Brite seit Nigel „Il Leone“ Mansell ist, der für Ferrari fährt.
Robert (21)
Liam (19)
Callum (22)
Arthur (20)
LIAM LAWSON
ARTHUR LECLERC
Team 2021: Hitech Grand Prix, F2 Team 2026: Scuderia AlphaTauri, F1
Team 2021: Prema Racing, F3 Team 2026: Haas, F1
Die Hitech-Box teilt er sich heuer mit Jüri Vips, den wir bereits kennengelernt haben. Lawson hat mit dem Sieg beim ersten Sprintrennen des Jahres 2021 seine F2Karriere bestmöglich begonnen. Er ist der Champion der T oyota Racing Series 2019 und hat den Titel 2020 nur knapp verpasst. Die Konkurrenz ist stark, und Liam muss mit Jüri Vips um einen Platz bei AlphaTauri oder Red Bull Racing kämpfen – vorausgesetzt, dass bei den zwei Teams ein Platz frei wird –, aber Talent hat der Mann aus Neuseeland zur Genüge. Das „Land der langen weißen Wolken“ kann auf eine stolze Tradition zurück blicken, von Bruce McLaren, Chris Amon und Denny Hulme bis hin zu Brendon Hartley. Liam, der Jüngste unter ihnen, hat auch einen weiteren Kiwi als Mentor, Kenny Smith. Und er fährt den atemberaubenden Ferrari 488 GT3 Evo 2020 in der DTM mit Nick Cassidy und Alex Albon als Teil von Red Bull AF Corse.
Die F1 braucht immer Brüder, die sich Kopf-an-Kopf- Rennen liefern, aber seit Michael und Ralf Schumacher sind keine mehr gegeneinander angetreten. Ein weiteres Mitglied der Ferrari Driver Academy, Arthur Leclerc, mag zwar eher ein Überraschungskandidat sein, da er nach seinem zweiten Platz in der Formel-Regional-Serie in der F3 gerade erst debütiert hat. Es mag auch stärkere Fahrer geben, aber mit einem Bruder, der bereits bei Ferrari ist, hat Arthur die besten Voraussetzungen. Außerdem wird er von Nicolas Todt gemanagt, der im F1-Fahrerlager bestens vernetzt ist und außer von Charles Leclerc auch noch Manager von Felipe Massa und Daniil Kvyat war. Arthur ist schnell in die F3 aufgestiegen. Kann er sich dort bewähren, ist er auf dem besten Weg in die F1.
14 Streaming F1 Red Bull Ring
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4. Juli 2021 The Red Bulletin
NEXTFLIX „Formula 1: Drive to Survive“ war für die F1 und Netflix ein groß artiger Erfolg. Einblicke ins Fahrerlager, heldenhafte Geschichten über sportliche Rivalität, Beschimpfungen von Weltklasseformat. Aber um das Interesse der Fans aufrechtzuerhalten, braucht jede Show hie und da neue Formate. Wir hätten ein paar Vorschläge.
DER FLUCH DES HEIMRENNENS
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Kampfgeist angeht , steht Fernando Alo niemandem nach. nso Nando ist auch ein begnadeter Athlet und ein bega bter Ingenieur mit angebore ner Führungspersö nlichkeit. Außerdem ist er so detailverliebt, da ss wir gerade eine erhalten haben, in SMS der er sich beschw ert, dass wir ihn im letzten Satz Nando genann t haben. Mit zwei F1-Weltme isterschaften, zwei Siegen bei den 24 Stunden vo n Le Mans und ein er soliden Dakar-Teilnahme gib t es keinen Zweifel an seinen Qualitäten. Wir sin d sogar der Meinu ng, dass Alonso alles kann und Netflix dessen enorme Fähigkeiten dokume ntieren muss. Wir folgen Fernan do dabei, wie er CFD-Simulationen optimiert, sich zu Teraflops von Wi ndkanälen äußert und bei ein em Zoom-Anruf in Viry-Châtillon Mo toren nach Gehör abstimmt – und das, bevor er neue Farbmuste r für die Neugestaltung des Pr oduktions werks auswählt, da s Tagesmenü schreibt und die ka putte Glühbirne in der Dame ntoilette im dritten Stock au swechselt.
RAMSAYS PADDOCK-ALBTRAUM
Eine weitere Möglichkeit, die Einschaltquoten zu steigern, ist, ein breiteres Publikum zu er reichen. Kochsendungen sind bei allen beliebt. Vielleicht sollten sich die Produzenten von „Drive to Survive“ an einem Segment versuchen, bei dem die Fahrer ihre Rennanzüge gegen Schürzen tauschen und das TeamCatering übernehmen müssen. Während sie einen Crashkurs in Haute Cuisine absolvieren, kann Starkoch Gordon Ramsay Obszönitäten schreien und sie mit Gnocchi bewerfen. Wenn Ramsay nicht verfügbar ist, hängt man Günther Steiner einfach eine Schürze um und sagt ihm, dass die Fahrer den Toast verbrannt haben.
PAUL KEITH
ert. Es hat bei „Game of Thrones“ funktioni der Bei ert. tioni funk us“ rtac Es hat bei „Spa reden hier „Sesamstraße“ nicht, aber egal. Wir ode, ackte Tatsachen – die bewährte Meth über n n. In um das Publikum für mehr zu begeister Bottas für Staffel 3, Episode 1, sorgte Valtteri finnischen eine Überraschung, als er in seinem dabei lässig sich und ging a Saun Landhaus in die unbekleidet filmen ließ. , dass Natürlich wissen kultivierte Europäer Sauna der in ackt sern Finnen gerne splitterfa nie auch m eine sie alb wesh – n anze t m heru die aber –, in die Augen schauen blauäugigen F1-Fans in den USA waren wohl nicht auf den Anblick von Bottas’ knackigem Heckteil vorbereitet. Jetzt geht es in die nächste Staffel, und wir er warten nicht weniger als die volle Frontalansicht eines Fahrers, der mutig genug ist, alles zu zeigen. Du bist dran, Daniel Ricciardo ...
FERNAN WENN SCHON, DADO ALONSO: NN RICHTIG! Was
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