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The Red Bulletin CD 02/25

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SCHWEIZ CHF 3.80 – 2/2025 JETZT ABONNIEREN getredbulletin.ch

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN 42 P L U S SE I TE N

BIK S PE

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DREH MOMENT Die Schweizer BMX-Freestylerin Nikita Ducarroz mischt die Weltspitze auf – und inspiriert eine neue Generation

PLUS MATHIEU FORGET / VALI HÖLL / MARC HIRSCHI / SIRENS OF LESBOS / MIRIAM SUTER


RADO.COM

MASTER OF MATERIALS

RADO ANATOM


Miriam Suter ist Journalistin und Autorin und produzierte zusammen mit der SlamPoetin Lisa Christ den feministischen Podcast «Faust &  Kupfer». In unserer Kolumne «On a Positive Note» erzählt sie, was die nächtlichen Wolfsstunden mit ihr machen. Seite 96

Agustin Muñoz packte bereits mit jungen Jahren die Leidenschaft zu fotografieren. Heute reist der Costa Ricaner um die Welt und dokumentiert Action und Emotionen der weltbesten Athleten – für uns: Nikita Ducarroz. Ab Seite 36

Samuel Waldis ist Journalist beim «Tagesanzeiger» und Texter – und hat für diese Ausgabe BMX-Profi Nikita Ducarroz porträtiert, die in Costa Rica trainiert und dort das Klima geniesst. Samuel selbst lebt palmenfrei im Kanton Zürich. Ab Seite 36

THE RED BULLETIN

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EDITORIAL & CONTRIBUTORS

in BMX-Bike hat die Welt von Nikita Ducarroz verändert – sowohl gedanklich als auch geografisch. Es half ihr als Teenager zurück ins Leben zu finden. Heute ist die schweizerisch-amerika­ nische Olympionikin Vorbild und Teil einer über die ganze Welt verstreuten Bike-Community. Wir trafen sie beim Training in Costa Rica (ab Seite 36). Marc Hirschi zählt zu den besten Fahrern im Strassenrennen. Nach seinem Wechsel zum Tudor Pro Cycling Team erklärt er, was «la grinta» ist, nämlich die Kombination aus Biss und dem richtigen Instinkt (ab Seite 48). Den hat auch die Salzburgerin Vali Höll, die sich in Neuseeland auf die Mountainbike-WM im Wallis vorberei­tet. Sie erzählt uns, was genau sie auf dem Bike stark macht (ab Seite 60). Und für jene, die Autos lieben oder aussergewöhnliche Kunst schätzen, zeigen wir ein Best-of der BMW Art Cars (ab Seite 72). Auch Kunst kann richtig Gas geben! Viel Freude mit der Ausgabe! Die Redaktion

AGUSTIN MUÑOZ (COVER)

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Was treibt einen Menschen dazu an, Großartiges zu leisten? Es mit dem Unbekannten aufzunehmen, etwas Neues zu wagen und vor nichts zurückzuschrecken? Es ist die Willenskraft, die auch TUDOR hervorbrachte. Eine Kraft, die mit dieser Uhr in jedem Menschen lebendig ist. Es ist die treibende Kraft, die das TUDOR Pro Cycling Team antreibt. An ihren Handgelenken tragen sie die TUDOR Pelagos FXD Chrono, einen sportlichen Chronographen mit einem Gehäuse von 43 mm, der Carbon kühn mit Titan kombiniert. Leicht, ganz wie ihre Rennräder. Das Leben mancher Menschen wird von Kompromissen bestimmt. Andere sind bereit, ein Leben lang etwas zu wagen.

PELAGOS FXD CHRONO


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INHALT Pro-Cyclist Marc Hirschi blickt mit Zuversicht auf die Rennsaison.

Roadbike

Auf der Überholspur

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Marc Hirschi, Jungstar des Tudor Pro Cycling Teams, über bereits eingefahrene Siege und die anstehende Saison. Was für ein Mindset braucht es? Downhill

Voll im Fokus Vali Höll steht an der Spitze der Mountainbike-DownhillSzene. Wie bereitet sich die fünffache Weltmeisterin auf die Wettkampf-Saison vor? Mit auf dem Plan: die UCI Mountainbike WM im Wallis. Kunst 8 14 16

Gallery Zahlen, bitte! Hype-Check

Heroes

Sydney Sweeney 18 Schauspielerin

Lotus 20 B-Boy

Robin Gemperle 22 Ultracyclist

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Portfolio

Ganz schön abgehoben

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Fotograf Mathieu Forget bringt Spitzensportler zum Schweben. Hier seht ihr einige seiner besten Fotos. BMX

Ungebremst Die BMX-Fahrerin Nikita Ducarroz gewann nicht nur eine Olympia-Medaille, sondern auch ein neues Zuhause in der Community.

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Motorisierte Kunstwerke

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Von Andy Warhol bis Jenny Holzer – Kunstschaffende aus der ganzen Welt haben Autos von BMW gestaltet, die im 24-Stunden-Rennen von Le Mans starten. 83 88 90 92 94 95 96 98

Reise Mindgame Musik Uhren Events Impressum On a Positive Note Check-out

SANDRO BAEBLER

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Erfolgswelle An diesem Riff sind viele gescheitert: Jeden Winter ziehen die Wellen an der Banzai Pipeline vor Hawaii die Surf-Elite an. Zum Auftakt der World Surf League lieferte sich die amtierende Championesse Caitlin Simmers (USA, hier im Bild) einen Infight mit der Australierin Tyler Wright, die aber an der rechten Welle, der Backdoor, den besseren Lauf hatte. Egal, sagt Simmers: «Ob im Tunnel selbst oder vom Strand aus: Keine Welle ist schöner!» @caitysimmers THE RED BULLETIN

WSL/RED BULL CONTENT POOL

Oahu, Hawaii, USA

STEPHAN HILPOLD

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GALLERY

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GALLERY

Der Februar in Polen? Kann ziemlich ­un­gemütlich sein. Erst recht für einen Parkourläufer wie Krystian Kowalewski, der seine ideale Betriebstemperatur erst in wärmeren Gefilden erreicht. Zum Beispiel im Oman: In den abgelegenen Wadis des Landes wärmte sich der dreifache Weltmeister und Gewinner von Red Bull Art of Motion mit Backflips und anderen Tricks für die neue Saison auf. Wie gut, dass er sich zwischendurch in ­einem der türkisblauen und um diese Jahreszeit auch gut gefüllten Pools ab­kühlen konnte. @3runcoval, redbull.com THE RED BULLETIN

AHMED AL FUDILI, KENNY CEROU

Salto on the Rocks

STEPHAN HILPOLD, DAVID MAYER

Wadi Al Arbeieen, Oman


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Freiburg, Schweiz

Hoch-Zeit

4832 Meter über dem Meeresspiegel balancierte Julien Roux Ende des Jahres auf seiner Slackline – Welt­rekord! Aber nicht nur die Höhe be­eindruckte, sondern auch die gesamte S ­ ituation: Das Seil war zwischen zwei Heissluftballons gespannt, die über dem ­Gipfel des Mont Blanc schwebten. Zum Abschluss sprang der Franzose mit einem Fallschirm in die Tiefe. @leslignesdeju

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GALLERY

Charleston, USA

Emma mittendrin Und plötzlich war sie überall: Kannten Anfang vergangenen Jahres nur Insider den Namen Emma Navarro, so galt die 24-jährige Tennis­ spielerin aus Charleston, South Carolina, ­spätestens nach ihrem Einzug ins Halbfinale der US Open als die Aufsteigerin des Jahres. Oder anders ausgedrückt: Von Platz 121 der Weltrangliste spielte sie sich in nur sechs Monaten auf Platz 8. Ans Rampenlicht muss sich N ­ avarro aber erst gewöhnen: Am wohlsten fühlt sie sich (wie hier) auf den Plätzen ihrer Heimatstadt. Kann man verstehen: Die meisten von ihnen gehören ihrem Vater, einem sportbegeisterten Geschäftsmann. @emma_navarro48

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ROBERT SNOW/RED BULL CONTENT POOL

STEPHAN HILPOLD

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ZAHLEN, BITTE!

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Neue Eiszeit

Tore schoss Rekord-Torschütze Boris Michailow, der bei 11 WMs das Trikot der «Sbornaja», der Mannschaft der UdSSR, trug. Später wurde er erfolg­reicher Trainer, unter anderem bei Rapperswil-Jona.

2026

Wenn am 9. Mai die 88. Eishockey-WM der Herren startet, blickt nicht nur die Schweiz nach Schweden und Dänemark. Vorab ein Zahlenspiel.

wird die WM in Zürich und Freiburg ausgetragen, nachdem die Pandemie die Absage der WM 2020 in der Schweiz erzwungen hatte. Das wird die 12. WM in der Schweiz sein – Gleichstand mit Rekordhalter Schweden.

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von vier Auszeichnungen gingen bei der letzten WM an Schweizer: «wertvollster Spieler» und «bester Stürmer» an Kevin Fiala und «bester Verteidiger» an Roman Josi. Goalie Leonardo Genoni hatte die beste Save-Percentage und den geringsten GegentorSchnitt – und ging leer aus.

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Medaillen hat Kanada bei Eishockey-Weltmeister­ schaften geholt, davon 28 in Gold. Beides ist Rekord.

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77 803

Menschen besuchten das Auftaktspiel der WM 2010 in Deutschland im Fussballstadion von Gelsenkirchen. Absoluter Zuschauerrekord: Der Gastgeber gewann dabei sensationell 2:1 nach Verlängerung gegen den Favoriten USA.

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zu null gewann Südkorea gegen Thailand beim U18-AsienOzeanien-Turnier 1998 – und erreichte damit den höchsten Sieg in einem Länderspiel. Song Dong-hwan traf in diesem Spiel 30-mal.

WERNER JESSNER

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Mal wird Dänemark eine WM ausgetragen haben. Möglicherweise ein gutes Omen: Denn damals, 2018, holte das Schweizer Team Silber – hinter dem diesjährigen Co-Gastgeber Schweden.

GETTY IMAGES, ADOBE STOCK

Kilometer legte der Schwede Oliver Ekman-Larsson bei der letzten WM in Dänemark 2018 zurück (ganz genau: 60,89 km). Auf Platz fünf landete Nino Niederreiter mit 52,39 Kilometern.

TIM MARRS

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WM-Spiele hat Andres Ambühl in den Beinen, mehr als jeder andere in der bis 1920 zurückreichenden Geschichte. Bisher trug der Kapitän des HC Davos das Trikot der Nati bei 19 Weltmeisterschaften. Im Februar gab er seinen Rücktritt bekannt.


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HYPE-CHECK

Gefühle zeigen, sprechen, das Haus bewachen: Roboter Loona kann mehr als Pfötchen geben. Tech-Checker Kirafin dreht eine Runde mit ihm.

Das Teil Per Kamera erkennt Loona Gesichter, dank Sensoren spürt sie Berührungen, mit Mimik zeigt sie Gefühle, und dank künstlicher Intelligenz spricht sie mit uns oder lernt neue Fähigkeiten. Ach ja, per App gesteuerte Laserstrahlen jagen und das Haus überwachen kann Loona auch. Der Hype Klar, alle finden Loona süss, deswegen funktioniert sie auch so grossartig auf TikTok. Das erfolgreichste Video mit immerhin 23,5 Millionen Views kommt von SpielzeugTester Medy Renaldy.

Der Check In meinen Augen ist Loona der erste Roboter, der tat­ sächlich ein Haustier ersetzen kann. Entscheidend ist die Kombination aus Tech­ nologie und der Fähigkeit zur emotionalen Interaktion. Die hat allerdings ihren Preis: Rund 500 Franken finde ich ganz schön heftig. MUST-HAVE-FAKTOR

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Perfekt für … … alle, die ein Haustier ­wollen, aber lieber nicht die damit verbundene Arbeit. Nicht geeignet für … … alle, die einen Gefährten mit feuchter Nase und ohne Ausschaltknopf bevorzugen.

KEYI TECHNOLOGY

Haustier auf Rädern

Kirafin

heisst bürgerlich Jonas Willbold, ist 30 und unterhält seine 1,3 Millionen Follower auf TikTok mit Comedy-­ Formaten. N ­ ebenbei folgt er seiner Faszination für Tech-Produkte und -Trends. Für uns nimmt er aktuelle Hypes unter die Lupe.


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HEROES

Sydney Sweeney erlangte mit der Serie «Euphoria» Weltruhm. Nach weiteren Filmhits brilliert die Schauspielerin heute mit noch einem Talent: Neid und Kritik gelassen abwehren. Text Rüdiger Sturm Foto David Roemer/Trunk Archive

Sydney Sweeney war schon früh hart im Nehmen. Als Kind hatte die Schauspielerin einen Unfall beim Wakeboarden. Das Brett wurde nach hinten geschleudert und bescherte ihr einen tiefen Cut neben dem Auge. Wenn man sie heute darauf anspricht, lacht sie nur: «Es hat sich angefühlt, als hätte ich mir das Knie aufgeschrammt, alles halb so wild. Die Wunde musste mit 19 Stichen genäht werden, hat aber mein Leben nicht verändert.» Heute ist Sweeney 27 und auf einem guten Weg, zu einer Schauspiel-Ikone der Jetztzeit zu werden. Mit ihren Rollen in Erfolgsserien wie «Euphoria» (die über­ sexualisierte Cassie ist einer der Hauptcharaktere) oder «The White Lotus» (Sweeney gibt in der ersten Staffel Olivia, die scharfzüngige Tochter aus privilegiertem Hause) spielte sie sich in die erste Reihe Hollywoods. 2022 bekam Sweeney Nominierungen für gleich zwei Primetime Emmys. Als 2023 der Film «Wo die Lüge hinfällt» dann auch noch zu einem Überraschungserfolg wurde, war sie ­endgültig in aller Munde.

Angry auf der Rückbank

Doch Erfolg zieht Neider und Kritiker an. Das musste auch Sweeney erleben. Es begann, als sich die Schauspielerin Ende 2023 im Rolling-Stones-Video «Angry» minutenlang auf der Rückbank eines Mercedes-Cabriolets räkelte. Sweeney trug eine knappe Nieten-Lederkluft, und das Video wurde rauf und runter gespielt. Sie sei sexualisiert und zum Objekt gemacht worden, meinten Kritiker. Die Betroffene empfand das allerdings ganz anders: «Ich kann nicht kontrollieren, was die Leute über mich denken», sagt Sweeney. «Ich tue das, was mir Spass macht und wobei ich mich gut fühle. Und

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On point

Kommt aus Spokane im USBundesstaat Washington; Alter 27; bekannt geworden durch die TV-Serie «Euphoria»; erfolgreichster Film «Wo die Lüge hinfällt» (spielte 210 Millionen Euro ein); Hobbys Autos schrauben, Martial Arts

das war bei diesem Video eindeutig der Fall.» Wie hysterisch die Öffentlichkeit ­reagiert, zeigte sich auch wenige Wochen später bei den Oscar-Partys. Als die ­blonde Schauspielerin in einem weit ­ausgeschnittenen cremefarbenen Seidenkleid abgelichtet wurde, sahen manche Medien in Sweeney eine neue Marilyn Monroe. «Dabei hatte ich mir nur die Haare schneiden lassen», so die Schauspielerin, «über manche Kommentare kann ich einfach nur den Kopf schütteln.» Doch es sollte noch dicker kommen: Glichen die Unkenrufe bisher den üblichen Empörungsritualen, wenn sich eine attraktive Frau etwas freizügiger gibt, kamen die Angriffe plötzlich aus der Branche selbst: Eine Hollywood-Produzentin disste Sweeney als «nicht hübsch» und als «schlechte Schauspielerin». Sydney ging zum Gegenangriff über und liess der Produzentin über ihre Presseagentin aus­ richten: «Es ist traurig, dass sich eine Frau in Ihrer Stellung auf eine andere Frau einschiesst, anstatt ihr mit Erfahrungen und Know-how zur Seite zu stehen.»

Workouts für die Trolle

Im Dezember 2024 dann die bisher letzte Angriffswelle: Ein englisches Klatschblatt postete Bikini-Fotos von Sweeney, woraufhin sich das Netz über ihr Aussehen mokierte. Diesmal feuerte Sweeney zurück, indem sie die Posts der Trolle samt Profilnamen auf Instagram stellte und parallel

dazu Aufnahmen von ihrem aktuellen Sportprogramm teilte. Passenderweise spielt Sweeney in ihrem nächsten Film, einem Biopic über die 90er-Jahre-Ikone Christy Martin, eine Boxerin. Keine Frage: Jeder einzelne dieser ­Angriffe hätte bei zarteren Gemütern Schrammen hinterlassen, nicht aber bei Sweeney. Woher kommt die erstaunliche Selbstsicherheit? «Für mich ist das Glas nicht halb leer, sondern halb voll», so die Schauspielerin. Das mag eine Binsenweisheit sein, im Fall von Sweeney wird diese aber von Massnahmen flankiert, die es der Schauspielerin leichter machen, positiv in die Welt zu blicken. Bei Drehs verlässt sie sich etwa auf ihre eigene Produktionsfirma: «Ich umgebe mich mit Freunden oder Menschen, mit denen ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht habe.»

Das Glück ist ein Cookie

Auch in ihrem Verhältnis zu Kritikern hat sich Sweeney über die Jahre hinweg eine dicke Haut zugelegt: «Jeder hat seine Meinung. Ich kann die Menschen nicht zwingen, etwas zu lieben.» Als die RomCom «Wo die Lüge hinfällt», eine freie ­Adaption von Shakespeares «Viel Lärm um nichts», bei deren Produktion die Schauspielerin selbst beteiligt war, durchgehend schlechte Kritiken einfuhr, blieb Sweeney dennoch gelassen: «Der Film ist mein Baby, ich glaube an ihn. Und entscheidend ist letztlich sowieso etwas anderes: Das Publikum liebt den Film.» Sich selbst treu zu bleiben, das sei das, worauf es im Leben ankomme, so die Schauspielerin. Aber ist das nicht schwer, wenn man dermassen unter Beobachtung steht? Schon wieder zeigt Sweeney eine entwaffnende Gelassenheit: «Nein, ich bin einfach ich. Das heisst: Ich tue das, was mir Freude macht. Ich koche, verbringe Zeit mit meinem Hund, habe Freunde und Familie zu Besuch oder lese. Ich bin im Grunde ganz normal, ja, sogar ziemlich häuslich.» Oder, etwas anders ­gesagt: «Fürs Glücklichsein reicht mir manchmal schon ein gutes Cookie.» Instagram: @sydney_sweeney


«Letztlich ist entscheidend, was das Publikum liebt.» Auf Filmkritiker hört Sweeney selten, die Zahlen ihrer Filme geben ihr recht.

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HEROES

Lotus hat Red Bull BC One Cypher Switzerland bereits zwei Mal gewonnen. Wichtiger als der Hattrick ist für den 18-jährigen B-Boy aber, seine eigenen Visionen umzusetzen. Text François Graz Foto Muriel Florence Rieben

Er gehört zur Crème de la Crème des Schweizer Breakdance und begeistert bei lokalen wie internationalen Competitions immer wieder aufs Neue: Mateo Prinz aka Lotus weiss mit seiner Bühnenpräsenz zu elektrisieren. Dabei ist der 18-jährige B-Boy bereits seit mehr als zehn Jahren in der Szene aktiv. Hinter der jugendlichen Leichtigkeit verbirgt sich ein akribischer Breaker, der genau weiss, was er will. Am 31. Mai wird Lotus versuchen, beim Red Bull BC One Cypher Switzerland zum dritten Mal in Folge den Titel als bester Schweizer Breaker abzuräumen. Word! the red bulletin: Du hast schon als 6-Jähriger mit dem Breaken begonnen. Wie kam es dazu? lotus: Schon als ich klein war, habe ich mich für Musik und Tanz interessiert. Meine Mutter hat Kurse in afrikanischem Tanz in Cressier im Kanton Neuchâtel ­gegeben. Eines Tages hat sie mich zu ­einer Break-Session bei Artur Libanio und Paulo Silva mitgenommen, den ­Mitbegründern der Breakdance-Schule ­Groove Academy und der Groove Session. Ich bin zwei Stunden geblieben und war geflasht! ­Danach habe ich in Cressier mit dem Breaken begonnen und bin dann über die Crew «The Squad», mit der ich noch heute auftrete, nach Neuchâtel gekommen. Was verbirgt sich hinter deinem Pseudonym? Den Spitznamen «Lotus» hat mir meine Mutter gegeben, als ich noch jünger war, da ich bei den Competitions immer superruhig und gechillt geblieben bin. Gleichzeitig ist es auch eine Anspielung auf die ­bekannte Yoga-Pose, die ich aber irgendwann aus meinem Repertoire entfernen

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Im Fokus

Geburtstag 14. September (genau wie sein bester B-Boy-Kumpel Smile); Erfolge Sieger bei den Red Bull BC One Cypher Switzerland 2023 & 2024; Playlist Mairo und Westside Gunn

Binnen zwei Jahren hast du den Red Bull BC One Cypher Switzerland gleich zweimal gewonnen. Bist du ­bereit für den Hattrick? Wie schon bei den beiden vorherigen ­Auflagen will ich vor allem Spass haben. Es war natürlich eine super Erfahrung, aber auch nicht völlig stressfrei. Vielleicht hat man es mir nicht angesehen, aber ich war bei meinen Auftritten ziemlich nervös. Trotz Sieg war ich mit meiner Performance nicht ganz zufrieden. Derzeit arbeite ich intensiv daran, körperlich und mental noch stärker zu werden. Klar wäre es schön, das Ding ein drittes Mal zu gewinnen, was in dem Wettbewerb nicht so häufig vorkommt. Aber wie gesagt, ich will vor allem Spass haben!

musste, weil sie mir einfach höllische Knieschmerzen bereitet und auch nicht mehr wirklich zu meinem künstlerischen Ansatz gepasst hat. Dennoch habe ich mein Pseudonym behalten, da es meine Persönlichkeit gut zum Ausdruck bringt – und weil es eben von einer Person stammt, die mir sehr nahesteht und die mich in- und auswendig kennt.

Wie schätzt du die Schweizer Break-Szene ein? Wir haben einige neue, vielversprechende Talente bei uns, aber auch echt legendäre Crews wie Deep Trip aus Neuchâtel mit Artur Libanio und Paulo Silva oder Basel City Attack. Trotzdem bleibt das Breaken im Untergrund verwurzelt. Denn auch wenn das Niveau in der Schweiz verdammt hoch ist, zeigen wir das ausserhalb des Landes nur selten. Ich will die Schweiz hingegen international bekannter machen und künftige Generationen inspirieren – so wie ich in jüngeren Jahren inspiriert wurde.

Was ist dein Signature-Move? So was habe ich eigentlich nicht, da jede meiner Bewegungen charakteristisch für mich sein soll. Vielleicht zeichnet mich eine gewisse Flexibilität bei den Bewegungen aus, vor allem in Oberkörper, Kopf und Nacken – extraterrestrische Verbiegungen sozusagen. (Lacht.) Ich möchte die Codes und die Vision des Breakdance auf meine Art neu definieren.

Hast du ein bestimmtes Ritual, bevor du auf die Bühne gehst? Zuerst versuche ich, die Bühne zu visualisieren und mir mindestens vier Moves vorzustellen, die ich zeigen will. Dann beame ich mich in der Regel weg – Kopfhörer auf die Ohren und voller Fokus. Manchmal ist es wichtig, sich vollkommen von aussen abzuschotten, um im Kopf alles noch mal durchzugehen.

Der erste Gamechanger deiner jungen Karriere war der Sieg bei der Groove Session gemeinsam mit B-Boy Stripes im Jahr 2018. Welche Erinnerung hast du sieben Jahre später noch daran? Ehrlich gesagt war mir in dem Moment gar nicht bewusst, welches Glück ich ­hatte, mit einer Breakdance-Legende wie ­Stripes zu performen! Er ist ein hervor­ ragender Tänzer, von dem ich enorm viel gelernt habe. Dieser Wettbewerb war für mich insofern entscheidend, als ich nach dem Sieg viel positives Feedback in den sozialen Medien erhalten habe. Ich sagte mir: «Jetzt musst du weitermachen.»

Was steht 2025 für dich an? Ich möchte mich in der Szene weiter ­etablieren und meine Visionen umsetzen. Ausserhalb des Breakdance habe ich zwei Optionen: Entweder studiere ich Wirtschaft in St. Gallen oder ich nehme ein Jahr Auszeit, um die Welt zu bereisen. Instagram: @lotus_tsfk


«Was mich auszeichnet? Meine extraterrestrischen Verbiegungen!» B-Boy Lotus definiert Breakdance auf seine eigene Art neu.

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HEROES

Robin Gemperle ist der Shootingstar der Ultracycling-Szene. Was der Aarauer nach seiner erfolg­ reichsten Saison für Pläne hat? Mindestens fünf Coiffeurbesuche pro Woche. Text Marco Cousin Foto Nils Laengner

Wenn er bei Ultraradrennen antritt, ­drehen sich die Köpfe: Nicht nur, weil ­Robin Gemperle einer der Besten seines Fachs ist, einer, der über die höchsten Pass­strassen schwitzt, sich durch die ­unwirklichsten Wüsten schlägt oder sein Bike über Geröll und durch Schlamm trägt – sondern auch, weil man ihm den hauptberuflichen Extremsportler nicht ansieht. Im Gegenteil – mit seiner coolen Frisur, dem schlichten Ohrring und seinen hippen Outfits sticht der 29-Jährige aus der Menge heraus. Gemperle ist der Rockstar ­unter den Ultracyclisten. Im Aarauer ­Coworking Space, wo wir uns treffen, fällt er dagegen nicht weiter auf. Gemperle macht zwar erst seit drei Jahren Ultracycling, auf dem Rad sitzt er dafür schon eine Ewigkeit. Bereits im Teenageralter wird er als talentierter Mountainbiker gehandelt, erhält sogar ­einen Platz im Scott-SRAM MTB Racing Team – das ist, wie wenn man als Fuss­ baller von Real Madrid engagiert wird. Schon damals hat er enorm hohe Er­ wartungen an sich selbst – zu hohe. «Wenn du im Trikot dieses Teams an den Start gehst, beobachten dich alle», sagt Gemperle heute über diese Zeit. «Ich habe beim Training immer total übertrieben – ein bisschen Überheblichkeit war wohl auch im Spiel.» Nach nur zwei Jahren war Gemperle verheizt – und schmiss hin.

Alles neu mit Fritto Misto

Er krempelt sein Leben um, studiert ­Architektur an der ETH, legt in Zürcher Clubs auf und organisiert mit Freunden Gastroevents unter dem Namen «Fritto Misto» – ein Hipster eben, mit einer ­diversen Community, und einer, der das Rast­lose am Studentenleben zu ge­ niessen weiss. «Eine tolle Zeit», sagt er.

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On point

Stammt aus Aarau, Schweiz; kam am 21. Mai 1996 auf die Welt; erstes Bike Scott Scale RC 2012; bestes Food-Erlebnis TxuletaBurger in der Bar Desy in San Sebastian; arbeitete auch schon als Gärtner im Altersheim

«Bis heute brauche ich mein städtisches Leben als Ausgleich zum ständigen Kampf ums Gewinnen.» Das Rad lässt Gemperle trotzdem nicht los: Bei Bikepacking-Touren mit Freunden offenbart sich immer wieder seine enorme Ausdauer. Er wagt erste Experimente Richtung Ultracycling – sehr zum Leidwesen der Freunde, die ihn dabei begleiten: 1000 Kilometer in 50 Stunden? Warum nicht? 15 Stunden am Stück im Sattel? Aber sicher doch! Der frühere Spitzensportler in Gemperle leckt Blut und gibt keine Ruhe, bis eine neue Herausforderung gefunden ist: das Transcontinental Race 2022 (TCR), ein Ultraradrennen der Superlative. Festgelegt sind dabei nur Start und Ziel, dazu fixe Strecken­ abschnitte und Kontrollpunkte. Die Renndistanz kann bis zu 4200 Kilometer ­betragen. Definitiv nichts für Anfänger. Beim Transcontinental Race gilt zudem – wie bei vielen Ultraradrennen – das Selbstversorgerprinzip, was bedeutet: Hilfe ist nicht erlaubt, auch nicht bei ­Defekten. 2022 nimmt Gemperle das erste Mal teil – und verschätzt sich gehörig: Sein Bike hält den Elementen nicht stand, mehrfach ist er kurz vorm Aufgeben. ­Dennoch schafft er es als kompletter Neuling in die Top Ten. Der Leistungssportler ist so richtig angefixt, der Hipster muss erst einmal zurückstecken. Nächtelang feilt, flext und tüftelt Gemperle an seinem Scott Addict Gravel RC Bike. Aber nicht nur das Material züchtet Gemperle hoch:

Er legt sich einen Coach zu, stundenlang sitzt er mit Lufttrockner auf seinem Indoorbike im Waschkeller – um die hohen Temperaturen beim TCR zu simulieren. Bei der zweiten Teilnahme am Rennen unterliegt Gemperle knapp dem langjäh­ rigen Ultradominator, dem Österreicher Christoph Strasser. Beim dritten Rennen 2024 – es geht von Roubaix im nördlichen Frankreich bis nach Istanbul – hat er dann nur einen Gedanken: gewinnen. Mit über sechs Stunden Vorsprung kommt Gemperle als Erster ins Ziel. Das kreative Training, die akribisch vorbereitete Route, das bis ins letzte Detail zurechtgeschliffene Bike – alles zahlt sich aus. «Meine Professionalität unterscheidet mich von klassischen Ultracyclisten», sagt Gemperle im Aarauer Coworking-Space.

Rennen ohne Romantik

Ein Mindset, mit dem sich der 29-Jährige nicht nur Freunde gemacht hat: Ultracycling, sagen Kritiker, solle ein Abenteuersport bleiben und nicht zum hochgezüchteten Leistungswettbewerb verkommen. Was Gemperle darüber denkt? «Ich mag es nicht, wenn Ultracycling romantisiert wird. Klar, Abenteuer sind schön und gut, aber ein Rennen ist ein Rennen. Und Rennen sind zum Gewinnen da!» Um Letzteres auch in Zukunft zu schaffen, nimmt Gemperle vieles auf sich: «Ich überwache meinen Schlaf, mein Training, mein Gewicht, meine Ernährung. Anders als vor zehn Jahren ist das heute eine sehr bewusste Entscheidung.» Die Obsession, gewinnen zu müssen, ist längst der Einstellung gewichen, dass man im Leben mehr als nur ein Ding ­unter einen Hut bringen kann: Gemperle sucht sich seine Rennen aus, trainiert ­gezielt und nicht übermässig, die Gastroevents sind nach wie vor ein wichtiger ­Bestandteil in seinem Leben. Und nach fast jeder Trainingseinheit stattet er seinem besten Freund, einem Coiffeur, einen Besuch ab. Nicht um sich die Haare schneiden zu lassen, sondern um zu plaudern und Kaffee zu trinken. Wir sehen: Der Athlet und der Hipster ziehen in Gemperles Leben mittlerweile an einem Strang. So geht Gewinnen. Instagram: @robingemperle


«Ultracycling ist Leistungssport mit viel Abenteuerlust!» Robin Gemperle mag beide Facetten seiner Disziplin, im Zweifel aber «geht es ums Gewinnen».

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Ganz schön abgehoben Von Bahnradfahren bis Fechtkampf: Fotokünstler Mathieu Forget meistert jede Sportart – vorzugsweise im Flug. Text Simon Schreyer Fotos Mathieu Forget THE RED BULLETIN


PORTFOLIO

Nur fünf Velodrom-Runden musste Radprofi Florian Grengbo drehen, bis Fotograf Mat Forget (der in seinen Bildern meist selbst vorkommt) den perfekten Moment er­wischte. Mat: «Ich musste hoch und vor­wärts springen, um durch den Faltenwurf meines Anzugs zu suggerieren, ich flöge hinter Florian her.» Mats Assistent drückte ab. Fertig ist die Illusion. THE RED BULLETIN


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PORTFOLIO

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Dieser Mann operiert an der Schnittstelle zwischen Hochglanz und Hochleistung. Als Kunstfigur «Forgetmat» inszeniert sich Fotokünstler Mathieu Forget in seinen Bildern selbst und treibt dabei schwerelose Akrobatik mit Top-Athleten. Gern mit Humor, garantiert ohne KI. Das Musée des Con­ fluences in Lyon ist ein futuristischer Bau der österreichischen Archi­ tekten Coop Himmel­­b(l)au, der trotz Stahl und Panzerglas sehr luftig wirkt. In diesem ­aussergewöhnlichen Set­ ting performen Mat und Tennis-Star Caroline Garcia eine Mischung aus Tanz und Tennis.

Mat Forget: «Dieses Foto entstand im Museum der schönen Künste in Paris. Den edlen Fechtsport vor Ge­mälden von Monet, Géricault oder Rembrandt in Szene zu setzen, war eine Ehre und ein Spass zugleich.» Der sitzende Fechter ist Weltmeister Enzo Lefort, der fliegende Mann mit der Maske natürlich Mathieu. THE RED BULLETIN


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PORTFOLIO

Mathieu Forget bringt die Sportwelt zum Schweben. Auch seine Shootings ge­staltet der Fotograf schwerelos. Die Versuche, den perfekten Moment einzufangen, beschränkt er auf eine Handvoll. «Danach verliert die Situation für alle Beteiligten an Spontaneität – und somit an Leichtigkeit», meint Mat. Leichtigkeit ist für den 34-jährigen Franzosen die Lebensmaxime. Deshalb nimmt er auch seinen Drang zur Selbstinszenierung und die mögliche Kritik daran nicht schwer. Woher kommt der Wunsch abzuheben? Mat: «Ich entstamme einer Sport-Dynastie (Opa Pierre und Vater Guy gelten in Frankreich als Tennis-Adel, Bruder Thibault ist aktiver Profi), doch eigentlich komme ich vom Ausdruckstanz, den ich in Los Angeles studierte. Mein Erweckungserlebnis als Teenager war Michael Jacksons Moonwalk. Von da war es nicht mehr weit zur Vision des schwere­ losen Körpers.» Insta: @forgetmat

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Bei seinen Shootings setzt Mat mittlerweile zwei Assis­ tenten und einen Videografen ein, vor ein paar Jahren war es noch ein simpler Selbst­ auslöser. Bei den Fotos selbst kommt keine KI zum Einsatz, doch zu jedem Motiv ent­ stehen kurze Clips, die mit KI verfeinert werden und auf TikTok und Instagram für Aufsehen sorgen.


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Judo ist ein Kampfsport mit Bodenhaftung und Stand­festigkeit – das Gegenteil von Mats leichtfüssigem Style. Deshalb bat er Judoka Romane Dicko, ihre Frisur aufzu­ machen und zu hüpfen. Mat: «Statt Kimonos trugen wir lange, leichte Seiden­roben, die mit unseren B ­ ewegungen mitflossen.»

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31 Mat: «Sasha Zhoya ist ein guter Freund von mir und ein spannender Charakter. Er gehört zur Weltspitze im Hürdenlauf, war aber vor seiner Profikarriere Tänzer. So wie ich! Daher versteht er die Verortung meiner Projekte ­z wischen Elan und Eleganz und weiss sich dementsprechend zu bewegen.»

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Mat (li.) und Badminton-Ass Christo Popov in einem Duell zwischen Licht und Schatten. Mat: «Badminton ist ein Spiel, das immer ein wenig harmlos und familien­tauglich wirkt. Darum nahm ich mir vor, unser Match in eine gefährliche und düstere Dimension zu tauchen.» THE RED BULLETIN


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«Meine erste Leidenschaft war Tennis, danach kamen das Tanzen und die Fotografie. Künstlerisch bin ich jetzt genau dort, wo ich sein möchte.» Mat (li.) und WeltklasseSchwimmer Florent Manaudou an einem Pool in Antibes: «Luft trifft Wasser. Das war die elementare Idee hinter diesem Shot. Um Florents Muskelmassen zu ver­ schleiern, kleidete ich uns in fliessende Gewänder. Somit wirkt der Schwebe­ zustand für das Auge glaubhafter.»

Möglicherweise die foto­­ grafische Quintessenz von Mat Forgets Ästhetik: Das Bild vereint seinen Hintergrund im Tennis­ sport, die Grazie seines fliegenden Körpers und eine präzise Komposition: «Hier habe ich in der Nach­bearbei­tung meine vorsichtigen Tapser im Sand und die Spur des Absprungs weg­ retuschiert.»

Forgets 200-SeitenBuch ist eine Fusion aus Art und Athletik. forgetmatshop.com THE RED BULLETIN


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36 Olympiamedaillengewinnerin Nikita Ducarroz springt in den Sonnenuntergang vor Jacó, Costa Rica.

LuftHoheit THE RED BULLETIN


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Text Samuel Waldis Fotos Agustin Muñoz THE RED BULLETIN


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Als Teenager litt sie unter Angstzuständen. Heute ist die Schweiz-Amerikanerin Nikita Ducarroz eine der weltweit besten BMX-Fahrerinnen – und Vorbild und Teil einer Community, in der jede Stärke zählt – aber auch jede Schwäche Platz hat. THE RED BULLETIN


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Verschnaufpause im Trainingspark 10CIO in Jacó, Costa Rica. Gerade ist Nikita noch einen Trick nach dem anderen gesprungen. Ihr Repertoire ist riesig – das hat sie an die Weltspitze gebracht.

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n der Weltmeisterschaft 2022 in Austra­ lien erlebt Nikita Ducarroz eine Begeg­ nung, die ihr in Erinnerung bleiben wird – und das, obwohl sie kein Wort versteht. Die schweiz-amerikanische BMX-Fahrerin trifft die elfjährige Japanerin Miharu Ozawa. Nikita spricht kein Japanisch, Miharu kein Englisch. Und trotzdem verstehen sich die beiden prächtig: Ihre BMX-Leidenschaft verbindet sie. Nikita weiss zu diesem Zeitpunkt kaum etwas über Miharu. Aber sie hat einen von Miharus Tricks in einem Video gesehen, einen 540, bei dem sich die ­Athletin eineinhalbmal um die eigene Achse dreht. Nikita sagt: «Miharu be­ herrschte bereits damals den Trick besser als ich. Sie ist wahnsinnig stilvoll.» ­Miharu darf mit ihren elf Jahren noch nicht bei der BMX-Elite mitfahren – aber die Elite hat sie bereits neugierig ins Visier genommen. Kurz nach dem Treffen nimmt Nikita Miharu in ihrem Haus in North Carolina auf. Zwei Wochen leben und trainieren sie zusammen. Und was da im BMX-Park abgeht, das vergisst Nikita nicht mehr: «Miharu ist ein sehr schüchterner Mensch. Doch auf dem Bike, da kam es aus ihr her­ aus. Sie machte Sachen, die wir bei einem Mädchen noch nie zuvor gesehen hatten.»

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Nikita kennt dieses befreiende Gefühl: Sie hat es selbst erlebt, als sie sich in ihrer Teenagerzeit wegen Angstzuständen aus dem Leben zurückgezogen hatte und dank dem BMX-Bike wieder zu den Men­ schen fand. Damals, also vor beinahe fünfzehn Jahren, war Nikita selbst noch eine junge Miharu: unsicher und recht verloren im Leben. Damals war die BMXCommunity ihre Rettung. Die Älteren kümmern sich um die jüngeren Fahrerin­ nen und Fahrer. Die Jüngeren werden selbst älter und nehmen die nächste Ge­ neration an die Hand. So funktioniert der soziale Mechanismus dieser Community, die zu Nikitas Heimat geworden ist. Welche Herausforderungen Nikita auf diesem Weg meistern musste, wie sie an ihnen gewachsen ist, um schliesslich selbst zu einer Wegbereiterin zu werden, davon handelt dieser Text.

Zur Medaille in Tokio

1996 wird Nikita als Tochter einer Ame­ rikanerin und eines Schweizers geboren. Sie wächst in Glen Allen auf, einem 700-Seelen-Ort in der Nähe von San Fran­ cisco, nur ein paar Kilometer vom Pazifik entfernt; die Sommerferien verbringt sie in der Schweiz, in Genf, wo sie auf der Plaine de Plainpalais BMX fährt. Heute ist Nikita 28 Jahre alt. Sie gehört seit Jahren zu den besten BMX-Fahrerin­ nen der Welt – und sie ist eine der routi­ niertesten: In der Weltrangliste steht sie aktuell auf Platz 11, alle vor ihr sind jün­ ger. Nikita gilt als Fahrerin mit richtig grossem Trick-Repertoire. Genau das hat ihr den Sprung in die absolute Topklasse ermöglicht. Ihr Signature-Move ist der 540, jener Trick also, den auch Miharu so wunderbar beherrscht und den an Con­ tests nur die allerwenigsten Frauen stehen können. 2021 wurde Nikita in Moskau Europameisterin. Zudem ist sie zweifache Vizeweltmeisterin und holte 2021 an den Olympischen Spielen in Tokio Bronze, als ihre Sportart erstmals überhaupt im Pro­ gramm war. Es ist ihr grösster Triumph. Und sie erinnert sich genau an diesen Tag. Oben auf der Rampe in Tokio, kurz bevor es losgeht, zeigt Nikitas Smartwatch einen Puls von 140 an. Die Olympischen Spiele sind die grösste Bühne – für eine Sportart wie BMX sowieso. Da spielt die Herzfrequenz schon mal verrückt, auch wenn Nikita in diesem Moment noch

Immer am Sprung: Nikita bei einem «Turndown», einem Trick, bei dem man das Heck des Bikes nach unten zum Boden dreht.


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keinen einzigen Trick in den Beinen hat. Sie liegt auf einem Medaillenplatz und will diesen im zweiten Run festigen. Aber sie stürzt. Sie ist noch immer Dritte. Also beginnt das Warten, bis alle Fahrerinnen ihre Runs beendet haben. Nikita nennt es das längste Warten ihres Lebens. Die Kameras fangen ihr Gesicht ein, als die letzte Fahrerin loslegt. Und als klar ist, dass Nikita Bronze gewinnt, brechen alle Emotionen durch. Tränen. Erleichterung. Glück. Sie beschreibt den Moment als das totale Chaos, als gutes Chaos. Sie wird von allen umarmt, von ihrem Trainer, klar, aber auch von all

«Die Freestyle-Szene ist eine sehr einladende Community, die andere feiert, wenn sie einen guten Run hinlegen.» THE RED BULLETIN


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Im costa-ricanischen BMX-Athleten Kenneth Tencio hat Nikita einen ihrer vielen Verbündeten gefunden. Gemeinsam suchen sie in den Hügeln um Jacó nach einer Location für den Fotoshoot. Immer dabei: eine mobile Rampe.

den Fahrerinnen, die auf dem Papier ihre Konkurrentinnen sind. BMX ist eine junge Sportart, die in den 1960ern in den USA geboren wurde. Lange eher belächelt und von etablierten Disziplinen nicht ernst genommen, schweisst das die Fahrerinnen und Fahrer zusammen.

Der eigenen Linie nach

Gefahren wird auf einem Kleinstbike ohne Gangschaltung und mit 20-Zoll-Reifen. Einfach gesagt gibt es zwei Disziplinen: Bei den BMX-Rennen geht es um Geschwindigkeit; im BMX-Freestyle geht es darum, möglichst akrobatisch zu fahren. In der Unterkategorie Park, in der Nikita fährt, wählen die Fahrerinnen ihre eigene Linie und tricksen über verschiedene ­Arten von Hindernissen. Was die Verbände angeht, sind Männer und Frauen inzwischen gleichgestellt, sowohl was die Anzahl der Wettbewerbe als auch was das Preisgeld angeht. Bei ­anderen Contests aber dominieren noch immer die Männer. Bei den X-Games zum Beispiel, neben den Olympischen Spielen die zweite grosse Veranstaltung der Free­ stylewelt, gibt es erst seit 2024 eine Konkurrenz für die Frauen. Die Szene braucht also dringend weibliche Vorbilder. Nikita ist eines davon – auch, weil sie als eine der ersten Frauen vom BMX-Sport leben kann. Mit gerade einmal 28 Jahren ist sie eine Inspiration für junge Fahrerinnen, für all die Miharus, die in den Zirkel der Weltelite vorstossen wollen.

Weibliche Vorbilder? Gibt es in der BMXSzene wenige. Mit guten Vibes und Sinn für die Community ist Nikita Inspiration für jüngere Fahrerinnen.

In diesem Frühling trainiert Nikita in Costa Rica, genauer gesagt im Küstenort Jacó am Pazifik. Das Land in Zentralamerika bietet beste klimatische Bedingungen: für menschliches Glück sowieso, aber auch für das BMX-Training. Nikita beschreibt die Infrastruktur so: «Der Park hier bietet eine unglaubliche Vielfalt an Rampen, die in ihrer Grösse jenen der Contests entsprechen. Wir können in der Halle trainieren und sind somit nicht abhängig vom Wetter.» Während dieser Text entstand, erlebte Nikita in dieser Halle eine Premiere: Zum ersten Mal stand sie einen Flair, einen Rückwärtssalto mit halber Drehung. Sie schickt ein Video davon per WhatsApp. Zu sehen ist, wie nicht nur sie sich freut, sondern alle, die in dieser Halle zugegen sind. Nikita ist nicht allein in Costa Rica: Eine ganze Gruppe Weltklassefahrerinnen hat hier zusammen­ gefunden, um gemeinsam zu trainieren.

Natürlich wohnt man auch gemeinsam: Nikita teilt sich die Unterkunft mit den kolumbianischen BMX-Zwillingen Liz und Queen Villegas, Swimmingpool und privates Gym inklusive. Jeden Morgen trainieren sie zusammen, rund drei Stunden oder auch mal länger, wenn die Session besonders inspirierend ist. Am Nachmittag arbeiten sie im Gym. Ansonsten verbringen sie die meiste Zeit am Strand, um die Batterien aufzuladen. «Diese Community bedeutet mir alles», sagt Nikita. Aber was macht eine gute, eine gesunde Community eigentlich aus? Nikita nennt drei Faktoren, die ihr wichtig sind. Erstens muss die Motivation immer grösser sein als der Druck. Eine gesunde Gruppe motiviert alle, besser zu werden. Jede Fahrerin geht inspiriert nach Hause, nicht ausgelaugt oder klein gemacht von den anderen. Zweitens geht es um echtes Miteinander: Alle in der Community freuen sich ehrlich über die Fortschritte und Erfolge

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So Springst dU BESSER Auf dem Weg an die BMX-Weltspitze hat Nikita Ducarroz psychische Hürden überwinden müssen. Noch heute machen ihr Angstzustände und Panikattacken zu schaffen. Aber sie hat Wege gefunden, mit diesen Momenten umzugehen. Hier teilt sie vier persönliche Methoden, die auch du anwenden kannst. THE RED BULLETIN


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Muskel- und Atemübung Scanne deinen Körper, beginn bei den Füssen. Spanne die Muskeln an und entspanne sie wieder. Geh dann weiter nach oben, zu den Waden, und wiederhole den Vorgang. Arbeite dich so durch den ganzen Körper, bis du beim Kopf angekommen ist. Dazu atmest du bewusst tief ein und aus. Für Nikita ist das die perfekte Übung, um ruhig zu werden, ohne einzuschlafen.

Die Trainingshalle im 10CIO Park wird von Red BullAthlet Kenneth Tencio geleitet. Die internationale BMX-Szene ist hier regelmässig zu Gast. Nikita (Mitte) mit den kolumbianischen Zwillingen und BMX-Profis Liz und Queen Villegas. Auch sie fahren an der Weltspitze mit.

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Vertraute Stimmen Unterhalte dich mit einem Menschen, den du gut kennst und dessen Stimme dir vertraut ist. Wenn die Gedanken rasen, hilft diese Methode, dich zu erden. Nikita sagt: «Manchmal reicht schon ein kurzes Gespräch, um wieder einen klaren Kopf zu kriegen.»

Vergleich mit dem Körper Mental Health als Thema wird immer verbreiteter und zunehmend akzeptiert; und doch ist es immer noch verpönt. Nikitas Methode, dieses Tabu zu brechen, ist der Vergleich mit dem Körper: Ein psychisches Tief ist nichts anderes als ein gebrochener Arm. Auch wenn Nikita über viel Erfahrung auf dem Gebiet verfügt, muss sie sich das immer wieder selbst in Erinnerung rufen.

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Notfall-Toolbox auf dem Handy Wenn du deine Methoden gefunden hast, die dir in schwierigen Momenten helfen, notiere sie auf deinem Handy. In hektischen Momenten kann es schwierig sein, sich an jede einzelne zu erinnern. Da hilft eine solche Liste. Nikita verschafft sich so in aller Schnelle einen Überblick, was sie tun kann, wenn plötzlich alles zu viel wird. Willst du mehr zum Thema wissen? Auf dem Instagram-Account @m1ndtricks spricht Nikita ausführlich über Mental Health.

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der anderen. Wir erinnern uns an die Olympischen Spiele in Tokio, wo Nikita das erlebt hat, als sich die anderen Fahre­ rinnen mit ihr über ihre Bronzemedaille freuten und sie umarmten. Nikita sagt: «Im Vergleich zu traditionellen Sport­ arten, bei denen Einzelpersonen gegen­ einander antreten, ist die Freestyle-Szene eine sehr einladende und fröhliche Com­ munity, die andere feiert, wenn sie einen guten Run hinlegen.» Drittens braucht es Raum für Indivi­ dualität. Nikita beschreibt das so: Jeder (und jede) muss er selbst sein können. Ohne ständiges Gefühl, sich anpassen zu müssen. Und wie erkennt man, ob diese Fakto­ ren vorhanden sind? Nikita hat dafür ei­ nen Tipp: «Frag dich, wie du dich fühlst, nachdem du Zeit in einer Gruppe ver­ bracht hast. Wenn du dich gut und sicher und inspiriert fühlst, bist du ziemlich sicher am richtigen Ort.»

Glück mit der Community

Dieses Gefühl hat Nikita zum ersten Mal, als sie durch die schwierigste Zeit ihres Lebens geht. Sie ist 14 Jahre alt und spielt Fussball. Aber Angst- und Panikattacken machen ihr sehr zu schaffen. Sie sind so schlimm, dass sich Nikita komplett aus dem Leben zurückzieht und sich zu Hause verschanzt. In dieser Zeit stösst sie via YouTube auf BMX und denkt, das könnte etwas sein. Also lässt sie sich ein Bike be­ sorgen und versucht sich in der Einfahrt vor dem Haus. Alleine. Dann macht sie auf Facebook eine Entdeckung, die ihr Leben verändert: In der Gegend haben sich junge Menschen mit BMX-Bikes zusammengeschlossen. Nikita lässt sich von der Tante hinfah­ ren. Die Jungs haben im Hinterhof Dirt Jumps gebaut, kleine Erdhügel, über die sie mit ihren Bikes springen. Und obwohl Nikita zu dieser Zeit kaum das Haus ver­ lässt, traut sie sich dorthin. Irgendetwas zieht sie an, das stärker ist als ihre Angst. Sie ist das einzige Mädchen. Aber das

Fake? No! Costa Ricas Natur bietet Raum für viele Tricks und Stunts – hier ein «Fakie» von Nikita an einer Palme.

Angekommen: Durch das BMX-Fahren hat Nikita nicht nur zu einer Gemeinschaft, sondern auch zu sich selbst gefunden.

Treffen mit diesen Jungs gibt ihr ein Ge­ fühl von Freiheit. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist sie wieder sie selbst. Das alles passierte vor vielen Jahren. Doch Nikita beschreibt den Moment, als wäre er gestern gewesen: «Diese Men­ schen haben mich aufgenommen und mir geholfen, aus meinem Schneckenhaus herauszukommen. Es fühlte sich an, als sei ich nicht mehr das Kind, das festsass.» Der Moment bei diesen Jungs steht am Anfang der Besserung. Aber die Panik­ attacken sind noch heute Teil von Nikitas Leben: Nach der Europameisterschaft 2023 in Polen zum Beispiel, bei der sie die Medaillen knapp verpasste, sitzt sie allein im Hotelzimmer: «Mein Flug ging in ein paar Stunden. Mein Team und mein Men­ talcoach waren schon weg. Mein Herz raste, ich bekam kaum Luft. Ich sass auf dem Bett und konnte mich nicht bewegen. Das ist der totale Kontrollverlust.»

Nikitas Lernkurve in solchen Momen­ ten zeigt nach oben, auch wegen der Me­ thoden, die sie sich dafür zurechtgelegt hat (siehe Seite 44/45). Nikita ist zur Expertin für Mental Health geworden. Sie hat den InstagramAccount @m1ndtricks aufgebaut, um auf das Thema aufmerksam zu machen, sie kann sich inzwischen selbst helfen, und sie hat Menschen um sich, die ihr Leben bereichern, es ausmachen. Mit 28 Jahren hat sie sich erste Gedanken gemacht, was dereinst kommen könnte. Eines ist klar: «Ich kann mir ein Leben ohne die BMX-Community nicht mehr vorstellen.» Miharu, das japanische Mädchen vom Anfang dieses Textes, ist heute übrigens 15 Jahre alt und gehört zu den weltbesten BMX-Fahrerinnen. Nikita freut sich mit ihr. Sie, die einst selbst eine junge Miharu war und von der Community aufgenom­ men wurde, ist zur Wegbereiterin für die nächste Generation geworden. Nikita sagt: «Es ist schön, auf der ande­ ren Seite zu stehen.» @nikita.ducarroz

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DIE KUNST DER AUSDAUER Er hat Biss. Und den richtigen Instinkt. Damit wurde Marc Hirschi zu einem der erfolgreichsten Schweizer Rennradfahrer der Gegenwart. An der Spitze des Tudor Pro Cycling Teams schlägt der Berner jetzt das nächste Kapitel seiner Karriere auf. Text Christof Gertsch Fotos Sandro Baebler

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Wer hoch hinauswill, muss untendurch gehen können: Wenige Rad­ fahrer haben diesen Grundsatz so verinner­ licht wie Marc Hirschi. THE RED BULLETIN


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Trainieren bis zum letzten Luftzug: Marc Hirschi testet im Windkanal, was nötig ist, damit er noch mehr aus sich rausholen kann. Er weiss: Nur wer den Schmerz sucht, kann ihn auch geniessen – und am Ende gewinnen. THE RED BULLETIN


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geboren am 24. August 1998 in Ittigen (BE), wurde 2018 U23-Welt- und Europameister, 2020 gewann er eine Etappe der Tour de France und den Klassiker La Flèche Wallonne. Nach mehreren Jahren im Team UAE Emirates fährt er seit 2024 für das Schweizer Tudor Pro Cycling Team. Ziele in dieser Saison: Weltmeisterschaften, Tour de France und die Ardennenklassiker Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich.

n einem milden Märznachmittag setzt sich in der Nähe des Turiner Hauptbahnhofs ein Radfahrer in ein Bistro, bestellt Salat und Mineralwasser und atmet tief durch. Noch eine Stunde, dann geht sein Zug. Endlich nach Hause, denkt er. Er ist erschöpft. Elf Renntage, verteilt über drei Wochen, liegen hin­ ter ihm: eine Rundfahrt und vier Eintagesrennen. 1889 Kilometer im Sattel. Zuerst quer durch das fran­ zösische Département Ardèche, dann über verstaubte toskanische Landstrassen und von der tyrrhenischen an die adriatische Mittelmeerküste. Und zum Ab­ schluss das älteste Radrennen der Welt, Mailand–­ Turin, das fast 150 Jahre zuvor zum ersten Mal aus­ getragen wurde. Die Bilanz des Radfahrers nach der intensiven Zeit? Durchzogen. Bestes Ergebnis: Platz 4. Schlech­ testes: Platz 149. Aber das ist normal. Die grossen Ziele kommen erst noch. Der Mann in dem Bistro heisst Marc Hirschi und zählt zu den besten Radfahrern der Welt. Er hat schon eine Etappe der Tour de France gewonnen, das Ge­ samtklassement mehrerer Rundfahrten sowie zwei bedeutende Eintagesrennen: die Flèche Wallonne und die Clásica San Sebastián. Dennoch erlebt er auch noch immer die schwere Seite seines Sports: stundenlanges Leiden, an dessen Ende nicht mehr bleibt als ein müder Kopf und ausgelaugte Beine. Dafür muss man geschaffen sein. Und man muss es wollen. Für Marc Hirschi, 26 Jahre alt, aufgewach­ sen in Ittigen bei Bern, wohnhaft im freiburgischen Schmitten, gilt beides. Er liebt es, dass in seinem Sport der Erfolg nicht aus dem Nichts kommt. Wenn er ge­ winnt, weiss er genau, was er dafür getan hat. Wer hoch hinauswill, muss untendurch gehen können – diesen Grundsatz hat er verinnerlicht wie nur wenige andere. Das macht ihn so besonders. Er verfolgt seine Ziele mit bewundernswerter Klarheit und eindrück­ licher Strebsamkeit. Auch das neueste: vom Helfer zum Leader werden.

Zuletzt fuhr Marc vier Jahre lang für das Team UAE Emirates um den Spitzenfahrer Tadej Pogačar. Der Slowene, dreifacher Tour-de-France-Sieger, gilt derzeit als weltweit bester Radfahrer. Wer mit ihm in einem Team fährt, weiss, welche Rolle ihm zufällt: die des Helfers. Selbst dann, wenn man Marc Hirschi heisst. So funktioniert Radsport: alle für einen. In ­jedem Team herrscht eine Hierarchie. Ein Fahrer ist da, um zu gewinnen, die anderen sind da, um ihn zu unterstützen.

Das Wagnis als Heimkehr

Marc war nicht unglücklich bei UAE Emirates. Er mochte seine Kollegen, und wenn Pogačar, der gleich alt ist wie er, nicht am Start stand, durfte er gelegent­ lich sogar seine eigene Chance nutzen. Auch wusste er zu schätzen, dass sein Vertrag nach zwei Jahren verlängert wurde, obwohl er nach einer komplizierten Hüftoperation Zeit brauchte, um wieder zur alten Stärke zu finden. Doch als der Vertrag vergangenes Jahr erneut auslief, spürte Marc, dass die Zeit ge­ kommen war, etwas zu wagen. Er wollte nicht nur zufällig, sondern zuverlässig Leader sein. Gleich mehrere Teams hätten ihn gern verpflichtet. Marc aber entschied sich für jenes, dessen Motto am besten zu seiner Situation passte: «Born to dare» – auf Deutsch: «Geboren, um etwas zu wagen» – ist der Slogan der Uhrenmarke Tudor, Hauptsponsor des Schweizer Tudor Pro Cycling Teams. Für Marc war es eine Heimkehr. Er traf auf Sebastian Deckert, der Jahre zuvor sein Trainer gewesen war. Und er be­ gegnete Fabian Cancellara wieder, Gründer und Chef des Teams und eine Schweizer Legende im Radsport. Zuvor war Cancellara eine Zeit lang sein Manager ­gewesen. Noch wichtiger aber: Cancellara ist der Grund, dass er überhaupt mit Radfahren anfing. Als Cancellara in den späten 2000er- und frühen 2010er-Jahren seine grössten Erfolge feierte, schaltete Marcs Vater Heinz, ein Hobbyradfahrer, so oft wie THE RED BULLETIN


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Finetuning beim Training

Beim Rennen zählt jede Sekunde, deshalb überlässt Hirschi nichts dem Zufall. Haltung, Material, Aero­ dynamik – alles wird tau­ sendfach durchgespielt.

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«Siege sind wichtig. Aber ich liebe auch die Tage, an denen ich vergeblich kämpfe.» Marc Hirschi brauchte ein wenig, bis er das richtige Mindset fand.

möglich den Fernseher ein. Und Marc setzte sich auf der Couch dazu. Sie wollten wissen, wie sich Cancellara schlug – schliesslich waren sie quasi Nachbarn: Nicht nur die Hirschis, auch die Cancellaras lebten in Ittigen. Es gibt ein Foto aus jener Zeit, auf dem man Cancellara sieht, wie er im Dorf nach seinem ersten Olympiasieg empfangen und gefeiert wird. Mittendrin im jubelnden Pulk ist der kleine Marc zu erkennen, der versucht, ein Autogramm zu ergattern (dass Jahre später dann Cancellara um Marcs Unterschrift buhlte, ist eine schöne Randnotiz dieser Geschichte). Wegen Cancellara begann Marc sich für Radsport zu interessieren. Aber es war sein Vater, der in ihm das Feuer entfachte. Auf der Rückreise von den ­Sommerferien fuhren die beiden immer die Alpenpässe der Tour de France hoch. Am letzten Anstieg des ­Tages warteten sie mit Tausenden auf die Profis. Dann legten sie sich zum Schlafen in ihren Toyota.

«La Grinta» als Lernziel

Aero bis ins Detail

Messen, justieren, optimieren: In stundenlanger Feinarbeit feilt das Tudor-Team an der perfekten Rennposition.

Marc mochte es, mit seinem Vater und dem kleinen Bruder ein Hobby zu teilen. Und vor allem mochte er es, alles selbst zu bestimmen. Auf dem Velo war der Erfolg nicht wie zuvor im Fussballverein von den Launen anderer abhängig. Der Vater, ein IT-Techniker, organisierte sich die Arbeit so, dass er so oft wie möglich mit ihm trainieren konnte. Marc war ehr­ geizig. Er dachte immer, dass es für ihn ideal wäre, wenn es im Sport nur um Fleiss ginge, nicht um ­Begabung. Dann müsste er bloss den ganzen Tag ­trainieren und wäre der Beste. Neben Fleiss und Begabung geht es im Radsport noch um etwas Drittes: la grinta, wie es im Italie­ nischen, der Sprache des Radsports, heisst. Biss, Durchhaltevermögen, Renninstinkt. La grinta be­ deutet, dass man erkennt, wann die Gegner am Ende sind; an wessen Hinterrad man sich im Sprint orientieren muss; wo am Berg der Moment für den Angriff kommt; in welcher Fluchtgruppe mitzugehen sich lohnt; zu welchem Zeitpunkt im Rennen man ein ­wenig durchschnaufen kann; wann man mit jeder ­Faser seines Körpers aufmerksam sein muss, weil man sonst stürzt oder die entscheidende Situation verschläft. THE RED BULLETIN


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VOM TOURHELDEN ZUM TEAMCHEF: FABIAN CANCELLARA HAT ALS FAHRER ALLES ERREICHT – UND KEHRT MIT DEM TUDOR PRO CYCLING TEAM ZUR TOUR DE FRANCE ZURÜCK. Als Fabian Cancellara im Jahr Team führen würde. Doch nun 2016 seine Karriere beendete, schienen er und sein Geschäftstat er das auf eine Weise, von der partner Raphael Meyer, heute die meisten Sportler nur träumen CEO des Tudor Pro Cycling können: auf dem Höhepunkt. Teams, die Einzigen zu sein, die Er war gerade zum zweiten Mal die Swiss Racing Academy retten Olympiasieger im Zeitfahren konnten. Sie griffen dem Team geworden. Anderthalb Jahrunter die Arme und sicherten sein zehnte lang gehörte er zur WeltÜberleben. Und bekamen nach spitze, war einer der bekannteseinigen Jahren Lust auf mehr. Sie ten Sportler der Schweiz, das fanden mit Tudor einen Sponsor, Ram­pen­licht scheute er nie. Dann der gewillt war, einzusteigen. verschwand er. Aus der Swiss Racing AcaWer ihn kannte, demy heraus entstand auf fragte sich damals, die Saison 2023 hin ein wie er wohl damit Profiteam, das sich nach umgehen würde, und nach der Weltspitze dass nicht mehr annähern will. Inzwischen ständig irgendmit 140 Angestellten, jemand irgendambitionierten Zielen – etwas von ihm wisund seit dieser Saison sen wollte. Es ist auch zwei grossen Auseine der grössten hängeschildern: dem Fragen im Sport: ­französischen Altstar Erfüllt sich Was kommt nach Julian Alaphilippe und seinen Traum der Karriere? Cander Schweizer Hoffnung ein zweites Mal: cellara ging mit der Marc Hirschi. Fabian unbekannten Situ«Wir haben viel vor», Cancellara ation erstaunlich sagt Cancellara. «Aber gelassen um. Zwei wir wollen uns auch nicht Dinge nahm er sich vor: Er wollte übernehmen.» Es klingt, als sich Zeit nehmen. Und er wollte wüsste er genau, wo er hinwill. etwas tun, was dem Schweizer Ende März wird er für die Radsport hilft. umsichtige Aufbauarbeit belohnt: Er gründete «Chasing Can­ Die Tour-de-France-Organisatocellara», eine Event-Serie für ren informieren ihn, dass sein Hobbyvelofahrerinnen und Team eine der begehrten EinHobbyvelofahrer. Übernahm ladungen zum grössten Radvorübergehend das Management rennen der Welt erhält. Cancelvon Marc Hirschi. Dann geschah lara kann seine Freude kaum in etwas Überraschendes: CancelWorte fassen. Als er ein Kind war, lara erfuhr, dass die Swiss Racing hatte er den Traum, als Radfahrer Academy – ein Team, das sich der an der Tour teilzunehmen. Das Förderung des Schweizer Nachschaffte er – und noch viel mehr: wuchses verschrieben hatte – in Er gewann acht Etappen und Geldnöte geraten war. Die Kartrug insgesamt 29 Tage lang das riere von sechzehn jungen Talenmaillot jaune des Gesamtleaders. ten war gefährdet. Und jetzt kommt’s noch besser: Bei seinem Rücktritt war sich Er kehrt zur Tour de France Cancellara einer Sache ziemlich zurück. Nicht mehr als Fahrer, sicher gewesen: dass er nie ein sondern als Teambesitzer. Es ist, als ginge sein Traum ein zweites Mal in Erfüllung.

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Manche sagen, man könne la grinta nicht lernen. Hirschi sagt: doch. Er habe es von seinem Vater gelernt, aber auch von den stundenlangen TV-Studien. Wenn er ein Radrennen verfolgte, interessierte ihn immer das Taktische: Wann greift jemand an? Wer gibt auf? Warum gewinnt einer, auf den niemand gesetzt hat? Schon als Jugendlicher war er der Typ, der damit umgehen konnte, wenn er an seinen Beinen scheiterte. Wegen eines taktischen Fehlers aber wollte er nicht verlieren.

Der Schmerz als Motivation

Doch zurück ins Jahr 2025 und nach Turin, wo Marcs Freude über die Rückreise nicht einmal davon getrübt wird, dass er schon in wenigen Tagen wieder weitermuss. Anfang April schickt ihn sein Team nach Spanien, wo er zuerst ein Eintagesrennen, dann die brutale Baskenlandrundfahrt absolvieren soll. Ins­ gesamt 1066 Kilometer in sieben Tagen. Noch einmal leiden, um später glänzen zu können. Marc hat in dieser Saison drei grosse Ziele. Im Herbst die Weltmeisterschaften. Im Sommer die Tour de France (vgl. Kasten links). Und jetzt, im Frühling, drei Rennen in den Niederlanden und Belgien: das Amstel Gold Race sowie die Ardennenklassiker Flèche Wallonne und Lüttich – Bastogne – Lüttich. Was die Rennen eint, ist dies: Sie sind länger als 200 Kilo­ meter, führen über eine Vielzahl kleiner, aber fieser Hügel – und sie ­finden, auch jahreszeitbedingt, auf-

Müde, verdreckt, ausgelaugt: Hirschi ist ein Vorbild im Aus- und Durchhalten.

ANOUK FLESCH, GETTY IMAGES

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im Hotel mit den Teamkollegen – und tags darauf war der Erfolg vergessen. Marc wollte mehr. Jeder Sportler will immer mehr. Will den Erfolg wieder­ holen, am liebsten sofort. «Heute weiss ich, dass ich diesen Sieg hätte ge­ niessen sollen», sagt Marc. «Aber ich weiss noch etwas viel Wichtigeres: Egal wie oft man siegt – es gibt ­immer mehr Tage, an denen man es nicht tut. Tage, an denen man vergebens kämpft. Man muss lernen, auch an diesen Tagen Gefallen zu finden. Sonst geht man kaputt.»

Die Demut als Belohnung

Kurze Pause, scharfer Blick: Auch bei den Schuhen überlässt Hirschi nichts dem Zufall. Im Spitzensport entscheidet oft ein kleines Detail über Sieg oder Niederlage.

fallend oft bei härtesten Bedingungen statt. Bei ­Regen, Wind, Kälte. Die Rennen sind kein Vergnü­ gen. Auch nicht für Marc Hirschi. Und doch liebt er es, sie bestreiten zu dürfen. Warum? Heute hat er eine andere Antwort als vor ein paar Jahren. Hätte man ihn früher gefragt, hätte er gesagt: wegen der Siege. Heute sagt er: «Ich habe gelernt, dass man als Radfahrer die Motivation nicht nur aus den Erfolgen ziehen sollte. Man muss lernen, auch den Weg wertzuschätzen, der einen dorthin führt.» Es ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die man als Sportler gewinnen kann. Viele kommen nie so weit. Er schon. Er ist schon da.

Der Erfolg als Etappe

Marc war 22 Jahre alt, als er seinen bisher grössten Erfolg feierte: den Gewinn der zwölften Etappe der Tour de France 2020. Er griff aus der Spitzengruppe heraus an, vergrösserte in einer waghalsigen Abfahrt den Vorsprung und liess sich auf den hügeligen ­letzten Kilometern nicht mehr einholen. Dann aber ging alles sehr schnell: die Feierlichkeiten auf dem ­Podium, der Medienrummel im Ziel, der Champagner

Wir alle bewundern Überflieger. Sportler wie Tadej Pogačar, die öfter gewinnen als andere. Aber eigent­ lich besteht der Reiz des Sports in etwas anderem. Das Besondere des Sports ist, dass es weniger Ge­ winner als Verlierer gibt – im Radsport sogar noch weniger. Im Fussball treffen in jedem Spiel nur zwei Teams aufeinander, das heisst, es gibt meist einen Sieger, an jedem Wochenende in jeder Meisterschaft eine Vielzahl siegender Teams. Das Gleiche im Tennis: Natürlich gewinnt am Ende nur einer das Turnier, aber davor gab es in jeder Runde mehrere Sieger – in den Achtelfinals, den Viertelfinals, den Halbfinals. Nicht so im Radsport. Dort gibt es ein Rennen mit zweihundert Startenden. Und am Ende gewinnt ­einer, und alle anderen gewinnen: nicht. Wer versteht, dass nur siegen wird, wer auch die Tage lieben lernt, an denen man nicht vorne fährt, hat die Fähigkeit, andere zu führen. Marc Hirschi ist einer von ihnen. Er ist kein grosser Erzähler, sucht nicht die Aufmerksamkeit. Ihm würde nichts fehlen, wenn es diese Geschichte hier über ihn nicht gäbe. Er ist nicht der Typ, der sich mit grossen Worten er­ klärt. Er ist ein Vorbild im Aushalten, Durchhalten, Zumuten. «Wäre Radfahren nicht mein Beruf, würde ich ­sicher nicht freiwillig so viel trainieren, wie ich es jetzt tue», sagt er, als er in Turin seinen Koffer vom Bistro über den Fussgängerstreifen zum Bahnhof rollt. «Manche Trainings sind richtig hart, alles schmerzt, ich habe keine Lust. Und trotzdem schaffe ich es heute besser als früher, auch diese Momente zu geniessen. Weil ich weiss, dass sie dazugehören.» Dann verabschiedet er sich, um zum Perron zu ­eilen. Zurück bleibt ein Gefühl von Demut, das ihn umgibt, ein tiefes Verständnis für das Funktionieren dieses besonderen Sports. Wie hatte er vorhin gesagt? «Als Radfahrer investiert man viel, wird aber selten belohnt – wenn man das verstanden hat, kommt ­irgendwann auch der Erfolg.» Instagram: @marchirschi; tudorprocycling.com

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60 Sie ist dreifache Weltmeisterin im Downhill (und doppelte JuniorenWeltmeisterin): In Neuseeland fand Vali Höll im Winter perfekte Trainingsbedingungen.

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im Fokus Text Nina Kaltenböck

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Fotos Graeme Murray


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Lange dominierten Fahrerinnen aus Frankreich und England die Mountainbike-Downhill-Szene. Dann übernahm eine Österreicherin das Zepter: Vali Höll. Auf Neuseelands Südinsel bereitet sich die 23-Jährige auf die Weltcupsaison vor – im Regen­bogentrikot, das seit 1922 von Rad-Weltmeistern getragen wird. Uns erzählt sie abseits des Trails, was sie stark macht, was sie aufregt und was ein Nein alles bewirken kann.

«Berms» nennt man die Steilkurven beim Mountainbiking. Davon gibt es im Bike­park in Queenstown viele. Vali nimmt sie routiniert. THE RED BULLETIN


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Acht Uhr, vier Grad und kalter Wind: die drei­fache Weltcup-Gesamt­ siegerin am Coronet Peak kurz vor der steilen Abfahrt

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ie ist die Nummer 1 am Bike. Und das nicht in irgendeiner Disziplin. Mit bis zu 70 km/h und einem Gefälle von 60 Prozent geht es beim MTB-Downhill über Stock und Stein. Was das bedeutet? Volle Konzentration und pures Adrenalin. Genau das ist auch Vali Hölls Idealzustand. Die Salzburgerin ist nach Neuseeland gekommen, um sich auf die Weltcup-Saison vorzubereiten. Es regnet. Valis Bikes sind nach 30 Stunden Anreise und zwei Zwischenstopps nicht ein­getroffen. Dafür heisst sie in Queenstown auf Neuseelands Südinsel der Jetlag willkommen. Dagegen hat Vali ein spezielles Rezept: «Ich trage beim Reisen eine Blaulichtfilter-Brille. Sobald ich da bin, passe ich mich sofort an die Zeitzone an, gehe spazieren und esse gesund zu Abend. Und ganz wichtig: fix keine Naps vor dem Schlafen­gehen!» Wir lassen sie regenerieren – und stehen nach den ersten Trainings auf der Matte. Wir, das ist das fünfköpfige Foto- und Videoteam, das Vali zwei Tage lang begleiten wird. Am Coronet Peak auf 1651 Metern wird Vali bei vier Grad und kaltem Wind am offenen Kofferraum eines Vans geschminkt. «Ich wollte eh schon immer mal mit Make-up racen. Wie Lindsey Vonn. Ich find sie mega!», sagt Vali l­ achend, bevor sie die Trails testet und sich anschliessend für unser Interview Zeit nimmt. THE RED BULLETIN

the red bulletin: Du fliegst ans ­andere Ende der Welt, um dich auf den Weltcup vorzubereiten. Wie ehrgeizig bist du auf einer Skala von 1 bis 10? vali höll: Es kommt drauf an, was es ist. Wenn es Family Games sind, dann minus 13. Egal ob Kartenspiele oder Monopoly, ich verliere immer und weiss nicht, wieso. Vielleicht, weil ich bei Gesellschaftsspielen nicht 100 Prozent gebe. Im Sport bin ich dafür total im Race Mode – das ist dann fix 12 auf der Skala. Das Mindset eines Racers ist: schnell rauf und schnell runter. Was entschleunigt dich im Kopf? Ich bin früher nie spazieren gegangen. Das war für mich immer Zeitverschwendung. Jetzt gehe ich raus, wenn es mir einmal nicht gut geht. Spazierengehen hilft, meine Gedanken zu sortieren. Wenn ich dann nach Hause komme, hab ich richtige Glücksgefühle und bin gut drauf. Ich habe glücklicherweise ein sehr cooles Umfeld. Die meisten Menschen, mit denen ich abhänge, haben nichts mit Spitzensport zu tun. Viele meiner Freunde sind sechs oder sieben Jahre älter als ich. Die Gespräche, die ich mit ihnen führe, sind ganz andere als im Sport. Während eines Wettkampfs dreht sich alles um ­einen selbst. Da tut es gut, wenn’s einmal nicht so ist. Du bist fünffache Weltmeisterin, gibst dich aber trotzdem nie zufrieden. Selbst wenn du gewonnen hast, möchtest du, dass der Gap zur Nächstplatzierten schön gross ist. Man darf nicht zu grosse Erwartungen haben. Nur weil das Jahr davor gut gelaufen ist, muss das nächste nicht auch gut l­ aufen.

Man macht oft alles gleich, und trotzdem funktioniert es nicht so, wie man will. Mir hilft es, nicht jeden Winter in der OffSeason das Gleiche zu machen. Ich will in keine Routine verfallen, sondern immer neue Reize finden. Der Nachwuchs lässt nicht nach, auch die Älteren sind extrem am Pushen. Wir müssen jedes Jahr noch schneller fahren als das Jahr davor. «Schneller, weiter, höher» gilt auch beim härtesten MTB-Rennen der Welt: beim Red Bull Hardline. Als 2024 nach zehn Jahren das erste Mal Riderinnen am Start waren, was hast du dir da gedacht? Es war megacool. Als es Lou Ferguson (eine Elite-Riderin aus Schottland; Anm.) das erste Mal geschmissen hat und ich gewusst hab, sie fährt weiter, hab ich aus dem Raum gehen müssen. Ich hatte richtig Schiss, dass sie sich schwerer ­verletzt. Es ist wirklich impressive! Die Fahrerinnen haben alle genug Skills. Die Frage ist nur, ob man beim Rennen unter Druck abliefern kann. Das Verletzungsrisiko ist gross. Das, was wir im täglichen Training ­machen, ist auch schon krass genug. Die meisten Verletzungen, die wir haben, passieren bei ganz leichten Trails oder beim Spazierengehen, beim Skifahren, bei ganz alltäglichen Sachen. Will man sich nicht verletzen, muss man zu Hause bleiben. Ich will aber raus und trainieren, nur dann kann man besser werden.

«Ich bin sehr authentisch – aber auch introvertiert und versuche, meine Sachen für mich zu behalten.»


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THEMA

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DOWNHILL

Du hattest 2020 nach einem Sturz eine schlimme Sprunggelenksverletzung, die du auch im Red Bull Athlete ­Performance Center behandelt hast. Wie heilst du mental am besten? Das war meine erste Verletzung und etwas Neues für mich. Eine spannende Zeit. Als Athletin hast du immer den Drang «Ich muss z’ruckkommen und mach’s dann zehnmal besser als vorher». Das ist eine Motivation, die andere im Alltag nicht ­haben. Oft ist es so: Viele sind nach einem Comeback stärker als vorher. Man muss mental einiges leisten. Fort­ schritte dauern, und es ist ein mühsamer und langsamer Prozess im Vergleich zum schnellen Wettkampfleben. Wie bleibst du mental stark? Ich gehe das ganze Jahr über einmal in der Woche zur Sportpsychologin. Und das hilft einfach voll. Viele Sportlerinnen und Sportler haben mentale Probleme, des­wegen mache ich vorbeugend etwas dagegen. Ich will nicht erst handeln, wenn es zu spät ist. Du hast schon früh gewusst, was du willst, und hast mit 16 Jahren allein mit Sponsoren verhandelt. Worauf hast du da gesetzt? Ich weiss, dass ich sehr oft auf die Schoko­ ladenseite gefallen bin. Ich hatte Glück bei den Menschen, die ich getroffen habe, und allen, die mich supporten. Ich weiss, dass das nicht selbstverständlich ist. Zum Verhandlungsgeschick: Meine Eltern haben ein Gastgewerbe, das Spielberg­ haus in Saalbach (ein «Heimatleuchten» über das Spielberghaus findest du in der Folge «Winter in Saalbach-Hinterglemm» in der Mediathek von ServusTV On; Anm.), da hab ich gelernt, wie man das meiste aus allem macht. Du bist heute nicht nur Rennfahrerin, sondern auch Influencerin und Markenbotschafterin und machst 10 000 Dinge gleichzeitig. Du musst ­Projekte pitchen – nur Rennen fahren ist leider zu wenig.

«Is this Vali Höll up there?» Vali bleibt auf den Trails in Queenstown nicht lange unerkannt.

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«Einfach nur Rennen fahren ist zu wenig. Du bist Influencerin und machst 10 000 Dinge gleichzeitig.»

U Machst du das mit Schmäh? Ich bin sehr authentisch. Aber auch sehr introvertiert. Bei Signing Sessions fühle ich mich daher oft unwohl. Andere Ath­ letinnen sind extrovertierter, die haben es wahrscheinlich einfacher. Ich veröffent­ liche die YouTube-Doku-Serie «It is what it is» über mich, in der ich einiges aus meinem Trainingsalltag zeige, aber gene­ rell versuche ich, meine Sachen für mich zu behalten. Ich find’s wichtig, dass man nicht komplett die Hosen vor anderen runterlässt. Was macht dich – abge­sehen von deinen technischen Skills – erfolgreich? Gerade als Athletin heisst es schnell: «Ah, das ist eine Prinzessin», wenn man sein Ding durchzieht. Ich habe lernen müssen, Nein zu sagen. Auch ohne irgendwelche Gründe dafür zu nennen. Ich weiss mittler­ weile, was ich tue und was mir guttut. Man muss nicht alles machen, sondern gut abwägen. Ich kann gerade beobach­ ten, dass junge Athletinnen und Athleten mental megakrass struggeln, weil alles zu viel wird: Social Media, so viele Wett­ kämpfe hintereinander zu haben, und es reicht nicht, bei der Competition mitzu­ fahren. Du musst davor Interviews geben, hier noch ein Video, da noch ein Vlog. Nicht nur dann, wenn Saison ist, sondern auch schon im Winter.

m Valis Skills fotografisch festzuhalten, begibt sich das Produktionsteam mit ihr auf den Downhill-Trail «Rat Attack» in Queenstown. Manche ­Passagen sind so steil, dass es fast unmög­ lich ist, sie zu Fuss zu bewältigen. Wer hier – wie wir beim Fotoshoot – runter­ marschiert, bewältigt das Gefälle mit­unter am Hosenboden und holt sich beim Down­ hill-Stolpern blaue Zehennägel. Auf den Trails des Bikeparks herrscht reger Betrieb. Alle paar Minuten schreit jemand «Rider!». Das Team rettet sich an einen Baum, in den Abgrund oder ­versucht sich sonst irgendwie schlank zu machen. Es bilden sich Fan-Grüppchen unter den Bike-Profis. «Is this Vali Höll up ­there?», hört man immer wieder – während Vali ihr Ding macht. Sie schnup­ pert die frische Luft, die nach Zedern und Pinien riecht. Und blinzelt in die Ferne. Die Landschaft hier hat schon Regisseur Peter Jackson so beeindruckt, dass er sie für die Filmtrilogie «Der Herr der Ringe» auserkor. Wenn wir die Location wech­ seln, sehen wir Herden an Ziegen und Schafen – nur fünf Millionen Menschen leben auf den zwei Inseln Neuseelands, aber 25 Millionen Schafe.

Daheim ist 18 147 km von hier

«Neuseeland ist nicht so überlaufen, die Hügel sind echt sick, und das Essen ist ­supergesund», schwärmt Vali. «Es erinnert mich ein bisschen an Österreich, aber die Leute hier sind viel entspannter.» Wann die Profi-Athletin mal im eigenen Bett übernachtet? Von Januar bis Oktober heisst es Vollgas racen. Nur ein paar Tage im November und Dezember sind für zu Hause, für Saalbach reserviert. Dort, wo der Grundstein für Valis Bike-Liebe gelegt wurde. Wo sie als Fünfjährige auf den vom Papa gebauten Trails runtergefetzt ist. Wo Familie und Freunde leben. Wo Vali nicht die Profi-Athletin ist, sondern die gute Freundin, die echt übel Karten spielt. THE RED BULLETIN


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DOWNHILL

Du hast es mit 19 Jahren geschafft, dir deine eigene Mannschaft zusammenzustellen. Wie das? Ich bin ein Rebell, was Strukturen an­ belangt. Ich geniesse es, Weltcup zu ­fahren, und finde es megacool. Aber man muss nicht immer alle Regeln be­ folgen, die e­ inem vorgegeben werden. Und ich traue mich mittlerweile zu sagen, dass 3750 Euro (rund CHF 3600; Anm.) für einen Weltcup-Sieg ein Witz sind! Wir stecken schliesslich g ­ enauso viele Stun­ den in die Arbeit rein. Plus «monatlich wiederkehrende ­Beschwerden», wie Mikaela Shiffrin schon einmal festgehalten hat. Voll. Es ist krass, wie weit hinten wir noch sind. Im Jahr 2025! Auch die Strukturen im Radsportverband gehören geändert, es braucht jüngere Menschen und mehr Frauen in den Verbänden. Und wo sind bitte die Marketingstrategien? Warum kümmert sich da keiner drum? An unse­ ren Erfolgen liegt es bestimmt nicht.

ASK VALI ANYTHING

Wir haben auf dem Insta-Account @redbulletin gefragt, welche Fragen ihr an Vali habt. Hier ihre Antworten. @ame_all_day: Was würdest du jungen Mädchen raten, die in deine Fussstapfen treten wollen? Rückschläge sind ein Teil des Weges, auf dem man wächst. @be_ag_le: Worüber kannst du

Vollgas lachen? Über schwarzen Humor und TikTok-Videos.

@sophiawayy: Was ist deine grösste Leistung, auf die du stolz bist? Als ich jünger war, dachte ich, es ­wären die Titel und die grossen Siege. Aber ich habe schnell gemerkt, dass meine Freundschaften und meine Selbstfürsorge viel wichtiger sind als alles andere. Deshalb bin ich stolz auf die Menschen, mit denen ich zusammen bin. @_taysherriff: Was ist dein Lieblingsort? Saalbach. HOME! @skippedthelightfandango: Dein

Rezept bei Muskelkater? Eisbad, Blackroll – aber nicht zu viel –, Bewegung und viel Wasser trinken.

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Andi Kolb ist Vizeweltmeister, ich bin Weltmeisterin. Es scheint aber leider ­niemanden zu interessieren – und das, obwohl man uns als Nationalteam schon gut vermarkten könnte. Aber vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig. Sprechen wir über das Team, das du dir ausgesucht hast. Wie hast du diese «Extrawurst» durchgeboxt? Es ist schon scary, wenn du für den Sport mit 16 Jahren allein die Welt bereist. ­Deswegen war es mir wichtig, meine Crew mitzuhaben, die ich mir ausgesucht habe und mit der ich mich wohlfühle. Das war ein Riesenprivileg, denn es kön­ nen sich nicht viele Athleten aussuchen, wer sie begleitet. Vor allem in so jungen Jahren. Das können sonst nur etablierte Nummer-1-Fahrer. Wie ist dir das gelungen? Ich hab einfach gefragt. Es hat geheissen: «Wir wollen, dass du für uns Weltcup fährst.» Ich darauf: «Ich hätt gern meine Godi (Patentante Angie; Anm.), meinen Trainer und meinen Physiotherapeuten dabei.» Und die: «Passt.» Wer nicht fragt, wird die Antwort nie erfahren. Auf das musste ich auch erst kommen! Es ist eine Überraschung, wie oft man ein «Ja» bekommt. Wer ist dein Inner Circle, der dir hilft, für Rennen mental stark zu sein? Allen voran meine Mum. Ich hab erst mit 21 gecheckt, wie cool meine Mama ist! Ich bin ein Fan von ihr. Sie ist stark, lieb, cool und kann so vieles. Ich wünsche mir, dass ich mal so werd wie sie. Sie denkt voll für mich mit – auch wenn ich grad am anderen Ende der Welt bin. Leider kann sie nicht so gut schlafen, wenn ich weg bin. Leider bin ich sehr viel weg. (Lacht.) Bedanken kann ich mich, wenn ich sie auf Trips mitnehme – wie zuletzt auf ein Rennrad-Trainingslager oder nach Gran Canaria. Sie ist auch mein Sport-Buddy, wenn’s um Skitouren geht. Wessen Meinung ist dir noch viel wert? Die meines Sporttherapeuten und soge­ nannten «Vali-Psychologen» Greg. Ruhige Charaktere wie ich brauchen laute, extro­ vertierte Menschen im Leben. Was Greg sagt, ist immer direkt und on point. Er ist

die einzige Person, die mich verarschen darf. Er sagt mir, wenn ich Sachen zu ernst nehme, und er bringt mir bei, auch die kleinen Erfolge zu feiern und nicht nur resultatfokussiert zu denken. Dasselbe predigt wahrscheinlich auch deine Sportpsychologin Caja. Zu ihr in Therapie zu gehen, ist das Beste, was ich machen kann. Für mich gehört ­etwas für mein Hirn zu machen genauso dazu wie Fitnesstraining oder Massagen. Caja hat mir auch geholfen, mit Dank­bar­ keitsübungen zu beginnen. Ich hab immer g’sagt: «Ich will nicht auf meinem Bett ­sitzen und darüber nachdenken, ­wofür ich dankbar bin. Ich find das so cheesy.» Jetzt mach ich es aber. Und ich habe durch sie gelernt, mir einen Safe Space einzuprägen. Das ist ein Bild von einem Moment, der mir sehr getaugt hat: Im konkreten Fall ist das ein Sonnenunter­ gang, den ich beim Wandern mit Mathilde und meinen Freunden erlebt habe. Die­ ses Gefühl habe ich abgespeichert, und ­immer, wenn es mir nicht gut geht oder ich nervös bin, rufe ich das ab. Mathilde Gremaud ist eine Schweizer Freestyle-Athletin und deine Partnerin. Worüber tauschen sich eine Weltmeisterin und eine Olympiasiegerin aus? Es ist lustig, weil wir sehr ähnlich sind. Es geht immer ums Gleiche: Wieso hab ich kein Feuer? Wieso hab ich das Gefühl, ich geb keine 100 Prozent? Was denken die anderen von mir? Ich geb Mathilde das weiter, was Greg mir predigt. Und das ist auch gleichzeitig für mich Therapie. So können wir uns gegenseitig aus einem Tief holen. Mathilde und ich hatten, wie wir uns kennengelernt haben, sofort eine Verbindung und konnten offen reden. Normalerweise kannst du dich den Kol­ leginnen nicht anvertrauen, wenn du ­gerade am Zweifeln bist. Wieso nicht? Man will nicht, dass jemand deine Ver­ letzlichkeit ausnützen kann. Als Athletin ist es an der Tagesordnung, ein Pokerface zu haben. Auf der anderen Seite: Athletin zu sein, ist das Coolste auf der Welt. Wir bereisen die ganze Welt. Wir kriegen Geld dafür. Man macht feine Sachen. Trotzdem ist man mal einen Tag schlecht drauf. Da­ für darf man sich nicht schlecht fühlen.


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«3600 Franken für einen Weltcup-Sieg sind ein Witz. Und ich traue mich, das zu sagen.» Downhill-Riderinnen verdienen weit weniger als ihre männlichen Kollegen. THE RED BULLETIN


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DOWNHILL

«Was mich fertigmacht? Telefonisch einen Tisch im Restaurant zu reservieren.» Das Training hat sie für heute hinter sich: Vali, hier in einem AlphaTauriSweater, plaudert am Lake Wakatipu über «harte Challenges».

VALI IM WALLIS Die grösste Mountainbike-Ver­ anstaltung, die es je gab, findet dieses Jahr von 30. August bis 14. September im Wallis statt.

Zum allerersten Mal werden bei den UCI Mountainbike-Weltmeisterschaften alle acht Dis­ziplinen des Sports in einer einzigen Aus­ tragungsregion durchgeführt – ein Highlight in der Ge­­schichte des Mountainbike­sports. An jedem der acht Walliser Orte findet eine Disziplin statt, bei der sich die besten Fahrerinnen und Fahrer der Welt miteinander messen. Die Eröffnungs­zeremonie wird in Sion abgehalten. Weitere Infos findet ihr unter: valais2025.ch/de Tickets für Champéry (DHI) und Crans-Montana (XCO) gibt es unter valais2025.ch/de/ticketing

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E

ine von Valis Stärken ist es, Druck als Feuer zu nutzen. «Ich brauch Pressure, um zu performen. Ich muss vorm Start scheissnervös sein, damit es ein gutes Rennen wird», sagt die Salzburgerin. Dann ist sie zu 110 Prozent da. Dann reagieren ihre Augen blitzschnell auf jedes mögliche Szenario. Dann können Körper und Geist alles abrufen, was sich Vali durch hartes Training und ein gutes Umfeld zu eigen gemacht hat. Vali ist 23 und hat alles abgehakt, was es sportlich zu erreichen gibt. «Aber ich sehe immer etwas, was man verbessern kann.» Sie habe ja im vergangenen Jahr nur zwei Weltcuprennen gewonnen. Im Jahr davor waren es vier. «Ich finde immer einen neuen Antrieb. Denn ich will nicht, dass irgendwer schneller ist als ich!» Der Weltcup führt sie diesen Sommer nach Polen, Frankreich, Italien, in die USA und nach Kanada.

Und was ist mit Red Bull Cerro Abajo, ­einem Downhill-Exzess mitten durch die hoch gelegenen Viertel der Stadt ­Valparaíso in Chile? «Mama hat gesagt, das darf ich nicht machen», grinst Vali. Na dann – fragen wir nach den Wünschen für die Zukunft, privat wie beruflich. Was muss sich für Downhill-Riderinnen dringend ändern? Frauen verdienen auch in unserem Bereich nicht so gut wie Männer. Das fängt bei den Sponsoren an und ist auch bei den Teamdeals so. Unter den Top-drei-Frauen kriegst du nicht dasselbe wie unter den Top-drei-Männern; die liegen bei Teamdeals alle bei 300 000 bis 350 000 Euro. Bei uns Mädels verdient keine so viel. Transparenz ist daher superwichtig. Auch auf Social Media wird viel Wert gelegt – bist du pretty und trägst du enge Sportleggings im Gym? Ich weiss, dass das für Kooperationspartner wichtig ist, aber es nervt trotzdem. Am liebsten würde ich eine Saison ohne Social Media machen. Aber in jedem Vertrag ist Social-MediaPräsenz eines der Top-Topics. Egal ob du gut im Weltcup bist oder nicht. Abseits vom Downhill-Racen: Wann verlässt du deine Comfort Zone? Irgendwann will ich mal skydiven oder bungeejumpen. Aber die krasseste Sache war, als ich in Innsbruck den Vermieter meiner Wohnung gefragt hab, ob er mit dem Preis was machen kann. Es war so schlimm für mich, das zu fragen. Und er darauf: «Ja, klar.» Und ich: «WTF! Wenn ich nicht gefragt hätte, hätte ich’s nie gewusst!» Dann hab ich zu Mathilde gesagt: «Jetzt hab ich aber etwas gut! Jetzt musst du immer in Restaurants anrufen und ­einen Tisch reservieren.» Denn das ist echt das Schlimmste für mich. (Lacht.) Insta & TikTok: @valihoell


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RIDE

WIN

RED BULL VERLEIHT FLÜÜÜGEL.


Auto Motiv 72

Roy Lichtenstein Der amerikanische Pop-Art-Künstler, berühmt für seine «Ben-Day dots» (gedruckte Punkte, wie man sie auch aus frühen Comics kennt), bemalte 1977 diesen 320i Turbo aus der E21-Serie. Bevor das Auto ins Museum durfte, musste es sich mit den Piloten Hervé Poulain und Marcel Mignot am Steuer bei den 24 Stunden von Le Mans bewähren – was mit einem Klassensieg und Gesamtrang neun überzeugend gelang. Genau das hatte sich Lichtenstein auch gewünscht: «Mit den geraden Linien wollte ich die Strasse darstellen, die dem Auto zeigt, wo es langgeht.» BMW 320i Turbo, 1977, 4 Zylinder, 300 PS, Nr. 3 THE RED BULLETIN

BMW

Pop-Art am Start


KUNST

50 Jahre, 20 Kunstwerke auf vier Rädern – und jetzt kann jeder sie sehen: Die BMW Art Cars feiern ihr Jubi­läum mit einer Ausstellung auf allen fünf Kontinenten. Text Werner Jessner THE RED BULLETIN


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KUNST

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Zu ihrem 50. Jubiläum gehen die BMW Art Cars auf Welttournee und machen auch Station in der Schweiz – rechtzeitig zum 50-jährigen Bestehen der BMW Group Switzerland. Scanne den QR-Code für Infos zu den weltweiten Ausstellungen. THE RED BULLETIN

Andy Warhol

Der Meister macht’s persönlich

Nur 28 Minuten benötigte Warhol, um händisch sechs Kilo Farbe auf das Rennauto aufzutragen. Das Konzept dahinter: «Ich habe versucht, ­Geschwindigkeit darzustellen. Wenn ein Auto wirklich schnell fährt, verschwimmen alle ­Linien und Farben.» Und schnell war dieser M1 auf jeden Fall: Gesamt­rang 6 bei den 24 Stunden von Le Mans, inmitten von lauter Porsches. Warhol danach: «Ich liebe dieses Auto. Es ist besser gelungen als mein Kunstwerk.» Heute ist Art Car Nummer 4 eines der wertvollsten Autos der Geschichte. Warhol arbeitete übrigens gratis – so wie alle anderen Art-Car-Künstler auch. BMW M1, 1979, 6 Zylinder, 470 PS, Nr. 4

CHRISTIAN BMW, STEPHAN PONDELLA BAUER

Zwei Mal in meinem Leben hatte ich das Vergnügen, gegen Art Cars Rennen zu fahren», sagt Raffaele «Lello» Marciello, «2017 gegen den schwarzen M6 GT3 von Cao Fei, und letztes Jahr war das M Hybrid Hypercar von Julie Mehretu Raffaele «Lello» Marciello, ­unser Schwesterauto. 30, ist BMW-Werksfahrer. Der Zürcher startet in der Ich muss sagen, dass FIA-Langstrecken-WM. die Fotos ihrer Arbeit nicht ganz gerecht werden. Erst wenn man in der Box direkt vor den Autos steht, erkennt man, wie unglaublich detailreich sie gestaltet sind. Mein Favorit ist übrigens Jeff Koons’ M3 von 2010. Der Grossteil aller Art Cars waren Rennwagen, von denen bislang – wiewohl ins Feuer der Competition geschickt – noch keines im ­Renneinsatz beschädigt wurde. Grundsätzlich fährt man – zumindest als Fahrer anderer Teams – nicht weniger hart gegen rollende Kunstwerke. Insofern finde ich es besonders mutig, was BMW seit fünfzig Jahren macht: Kunstwerke nicht wegzusperren, sondern Renn­ fahrern anzuvertrauen und sie so auch den Fans zu zeigen. Die kommende Welttournee auf fünf Kontinenten ist also super passend. Ich bin alle Langstrecken-Klassiker gefahren, aber Le Mans sticht heraus: Von der Atmosphäre mit 300 000 Fans sowieso, aber auch fahrerisch ist die Strecke besonders. Ein Art Car, das die 24 Stunden von Le Mans gewänne, wäre der Star dieser eindrücklichen Sammlung, kein Zweifel.


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KUNST

David Hockney Das Innere nach aussen

Der im nordenglischen Bradford geborene und seit v ­ ielen Jahren in Kalifornien lebende Künstler wählte für sein Art Car einen dramatisch anderen Zugang als Warhol: Satte sieben Monate dauerte die Arbeit an diesem 850 CSL. Hockney wollte das Innere des Autos sichtbar machen – denn: «Es geht ja nicht nur darum, etwas Farbe auf­zu­­tragen. Ich habe die Oberfläche des Autos auf spielerische Art zerstört und gleichzeitig das G ­ esamt-Design respektiert.» BMW 850 CSi, 1995, 12 Zylinder, 380 PS, Nr. 14

Blaupause der Geschwindigkeit

US-Künstler Frank Stella gilt mit seiner extrem reduzierten Malerei als Wegbereiter des Minimalismus. Als Rennsport-Fan o ­ rientierte er sich am technischen Aspekt von Autos und überzog den 3.0 CSL mit einer Art Millimeterpapier. Dass das komplette Design in Schwarz-Weiss gehalten ist, verstärkt die technoide Anmutung: «Mein Entwurf ist wie eine Blaupause auf der Karosserie.» Das brachial motorisierte Coupé erlebte 1973 seine Feuertaufe in Le Mans, fiel allerdings nach 23 Runden aus. BMW 3.0 CSL, 1976, 6 Zylinder, 750 PS, Nr. 2 THE RED BULLETIN

BMW, CHRIS TEDESCO/BMW

Frank Stella


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John Baldessari Zwischen den Dimensionen

Der amerikanische Konzept- und ­Medienkünstler, der der Kunstszene von Los Angeles jahrzehnte­lang seinen Stempel auf­drückte, spielte bei seinem Art Car mit dem Unterschied von Zweiund Dreidimensionalität. Baldessari setzte nicht nur seine t­ ypischen Farbflecken ein, sondern inte­grierte auf der rechten Tür ein Bild des Autos selbst und auf der linken den unmiss­ver­ ständlichen Schriftzug «Fast». Dieser M6 GTLM war ü ­ brigens auf den amerikanischen Rennstrecken Daytona, Sebring und Watkins Glen erfolgreich. BMW M6 GTLM, 2016, 8 Zylinder, 585 PS, Nr. 19

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KUNST

Jenny Holzer Die Macht der Worte

Die Konzept- und Installationskünstlerin wuchs in Amerika als Tochter eines Autohändlers auf. Bekannt für ihre kritische ­Einstellung zur westlichen Gesellschaft, überzog Holzer diesen Sportwagen-Prototyp mit sprachlichen Botschaften, die zum Nachdenken anregen. Die prominenteste: «Protect me from what I want.» Holzer: «Für mich gibt es kein geeigneteres Medium als einen Rennwagen.» Ihr Art Car trat bei den 24 Stunden von Le Mans nur in der Vorqualifikation an, nicht jedoch im Rennen. Das baugleiche Schwesterauto siegte. BMW V12 LMR, 1999, 12 Zylinder, 580 PS, Nr. 15

Spielplatz der Fantasie

Die Idee hinter dem bislang letzten Art Car formulierte seine Erschafferin so: «Ich sass im Studio und überlegte: Was würde passieren, wenn dieses Auto durch mein Gemälde ‹Everywhen› fahren und von ihm beeinflusst werden würde?» Das Ergebnis ist ein sehr kleinteilig ­gestaltetes Art Car: Es ist bis ins letzte Detail mit kleinen Flecken und Punkten überzogen, «so wie Autos nach einem 24-Stunden-Rennen eben aussehen». Art Car Nummer 20 trat 2024 in Le Mans mit der Startnummer 20 an, hielt allerdings nur 96 Runden lang durch. BMW M Hybrid V8, 2024, 8 Zylinder, 640 PS, Nr. 20 THE RED BULLETIN

NEWSCAST 2012, BMW

Julie Mehretu


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Jeff Koons Die Kraft muss raus

Das Thema des US-Künstlers erschliesst sich auf den ersten Blick. «Unter der Motorhaube steckt eine Menge Kraft. Es geht darum, eine Verbindung zu dieser Kraft herzustellen», so Koons. Umso aufwendiger war die Umsetzung: Hunderte Linien mussten via CAD-Zeich­nungen von 3D auf 2D heruntergerechnet, dann gedruckt und präzise aufgeklebt werden. Und das schnell: Zwischen den ersten Entwürfen und der Präsentation lagen nur zwei Monate. BMW M3 GT2, 2010, 8 Zylinder, 500 PS, Nr. 17

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KUNST

Esther Mahlangu Bavaria goes Africa

Das zwölfte Art Car der Geschichte war das erste von einer Frau gestaltete. Die Südafrikanerin von der Ethnie der Ndebele brachte dabei die Kultur Afrikas auf das Blech des BMW der Generation E34, genauer gesagt «die Hausdekoration meines Stammes», so Mahlangu damals. Das Ndebele-Muster wird von Generation zu Generation weitergegeben – und zwar ausschliesslich unter Frauen. Mahlangu probierte die Technik z­ uerst an einer Autotür aus. Erst danach bemalte sie den weissen 525i. Dauer: eine Woche. BMW 525i, 1991, 6 Zylinder, 192 PS, Nr. 12

Cao Fei App Car

Die chinesische MultimediaKünstlerin wählte bei ihrem Art Car eine radikal neue Herangehensweise: Ein carbonschwarzes A ­ uto – ­Referenz an eines der gängigsten M ­ aterialien im Rennsport – verschmilzt via Augmented Reality mit einem Farben­sturm, der direkt über dem Fahrzeug tobt. Eine App v ­ erbindet also reale und d ­ igitale Welt – was das Art Car Nummer achtzehn erlebbar macht. Fei: «Wir treten in ein neues Zeitalter ein, in dem der Geist Objekte direkt steuert und Gedanken übertragen werden können.» BMW M6 GT3, 2017, 8 Zylinder, 585 PS, Nr. 18

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Alexander Calder

BMW, ENES KUCEVIC

Der Nukleus

Der französische Rennfahrer Hervé Poulain trat 1975 an US-Bildhauer Alexander Calder heran – mit der Bitte, seinen BMW für die 24 Stunden von Le Mans zu gestalten. Das erste Art Car der Geschichte war ein überragender (Publikums-)Erfolg und die Initialzündung für all seine Nachfolger, auch wenn sportlich das Aus nach sieben Stunden erfolgte. Künstlerische Herausforderung für Calder: mit bestehenden Formen zu arbeiten. So kam es zum dramatischen ­Einsatz von Farbe. Das erste Art Car wurde zur Ikone – und war eines von Calders ­letzten Kunstwerken: ein Jahr später starb er. Die BMW Art Cars jedoch leben weiter. BMW 3.0 CSL, 1975, 6 Zylinder, 480 PS, Nr. 1 THE RED BULLETIN


BEFLÜÜÜGELT DURCH DEN SOMMER. NEU

Weisser Pfirsich


GUIDE

Reise / Musik / Uhren / Mindgame /Events

STEFAN KÜRZI

TRAIL STATT PISTE

Freestyle-Ski-Star Mathilde Gremaud (re.) erkundet ihre Heimat mit Freunden auf dem Bike.

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GUIDE

REISE/

SPRÜNGE MIT RUNDUMBLICK Sie ist eine der besten Freestyle-Skifahrerinnen der Welt. In dieser Geschichte schreibt Mathilde Gremaud über ihre Freiburger Heimat und nimmt uns mit auf den Berggipfel La Berra – allerdings nicht auf Skiern, sondern dem Enduro-E-Bike.

Immer, wenn ich hier oben auf La Berra bin, kehrt tiefe Ruhe in mir ein. Der Rundumblick auf 1719 Metern erlaubt die Sicht auf den Greyerzersee und den Jura, auf der anderen Seite auf die Berner und Freiburger Voralpen; bei guten Verhältnissen sieht man von hier aus sogar den Mont Blanc. Dieser Ort ist für mich Heimat: Hier, in diesem Skigebiet, stand ich zum ersten Mal auf den Skiern, die heute mein Beruf sind – und mein Leben. Knapp zehn Minuten brauche ich von La Roche, meiner Heimatgemeinde, zur Talstation. Ich erinnere mich, dass es früher einen schwarzen Bügellift gab. Für mich als junges Mädchen war er steil und wirkte bedrohlich, weil er so stark anzog. Seit gut zehn Jahren fährt ein Sessellift hoch. Der ist nicht nur mit Skiern an den Füssen angenehm, er bietet im Sommer auch die Möglichkeit, mit den Bikes hochzukommen. Für diese Geschichte habe ich genau das gemacht, zusammen mit zwei Freunden. Den einen kenne ich vom BikeShop zu Hause, der andere war einer ­meiner Coaches auf der Freestyle-Tour.

Trails für jeden Geschmack

DER WALD RUFT Bei der Bergstation von La Berra beginnen zwei DownhillTrails, Mathilde übernimmt den Lead. THE RED BULLETIN

STEFAN KÜRZI, UFT, ALPHASURF

Das Gebiet auf La Berra ist bei Wanderern beliebt: In einer Dreiviertelstunde umrundet man den Gipfel, in fünf Stunden schafft man die Rundtour, die am Kloster La Valsainte vorbeiführt. Wir drei sind mit Enduro-E-Bikes unterwegs und fahren auf den zwei Downhill-Trails, die bei der Bergstation auf La Berra beginnen. Der blaue ist der leichtere und perfekt für alle, die mit Downhillen anfangen möchten: Er ist lang und eher flach. Ein paar Wurzeln in den Waldpassagen sowie den einen oder anderen Sprung muss man zwar meistern, aber alles ist sehr sicher. Hier kommt runter, wer mit dem Fahrrad eine Treppe mit fünf Stufen auf den Pedalen stehend fahren kann. Und wenn es doch nicht geht, steigt man einfach ab und geht ein Stück zu Fuss. Der rote Trail fordert einen deutlich mehr. Er geht direkter ins Tal und ist somit steiler. Man fährt durch enge Kurven und längere Waldstücke, oft schulternah an Bäumen vorbei oder über kleine Bäche. Der Trail ist im Bike-Park-Style gebaut. Es gibt immer wieder herausfordernde


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HOME, SWEET HOME Mathilde zeigt die schönsten Facetten ihrer Heimat: die Berge ihrer Kindheit, wie die Spitzflue (o. li.), oder die Stadt Freiburg (u. re.). Zwischen den Dreharbeiten (o. re.) gibt es würzige Älplermagronen (u. li.).

«Die Trails auf La Berra gibt es seit 2018. Genau genommen habe ich dort nicht nur Skifahren, sondern auch Radfahren gelernt.» Stellen, wie zum Beispiel Double-Jumps, zwei aufeinanderfolgende Sprünge, bei denen man die Geschwindigkeit kontrollieren muss, um an den richtigen Stellen zu landen. Die Trails auf La Berra gibt es seit 2018. Ich wurde am Eröffnungstag eingeladen, um sie zu testen. Bei dieser Eröffnung war ich zum ersten Mal in einem Bike-Park. Ich erinnere mich, dass ich mich auf dem roten Trail wie die totale Anfängerin gefühlt habe. Ich nahm Abschnitt für Abschnitt, musste immer wieder absteigen.

Zum Abschluss ein Eis

JUMP Hier kann man Boards testen: Wasserskifahren in Estavayer-le-Lac

Das Schwierigste waren die Sprünge, das hat mich erstaunt, weil ich Bewegungen in der Luft als Freestyle-Skifahrerin ja ­gewohnt bin. Eigentlich habe ich auf La Berra also nicht nur Skifahren, sondern auch Radfahren gelernt. Wir sind an ­diesem Nachmittag rund vier Stunden unterwegs. Sowohl der rote THE RED BULLETIN


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Travel-Tipps Beste Reisezeit Am besten besucht man Freiburg (Fribourg) von Frühling bis Herbst. Von Bern erreicht man die Stadt in etwa 20 Minuten mit dem Zug, von Zürich in ca. 1½ Stunden. Mit dem Auto kommt man über die A12 ins Stadtzentrum. Was man nicht verpassen sollte Mountainbike-Fans finden tolle Trails in der Umgebung. Die Altstadt ist perfekt für einen Spaziergang. Probieren sollte man Fondue Moitié-Moitié, eine Mischung aus Gruyère- und VacherinKäse. Ach ja, und die Schokoladen­ fabrik Maison Cailler ist nur eine kurze Zugfahrt entfernt!

hungrig ist, dem empfehle ich das Restaurant Chalet de la Berra oben bei der Bergstation. Es ist ruhig und das Essen richtig gut. Vor kurzem hat ein neuer Wirt übernommen, ich lege euch seine Macaronis de Chalet ans Herz, die hausgemachten Älplermagronen. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin und wir nach der Biketour noch etwas Spezielles machen möchten, fahren wir mit dem Auto nach Bulle. Dort essen wir ein Eis in der Gelateria La Mucca: das beste Eis der Welt!

ÜBERBLICK Ist einen Besuch wert: Freiburg, die Heimatstadt von Mathilde.

THE RED BULLETIN

als auch der blaue Trail sind gut erkennbar, und an den zwei Stellen, wo sie sich kreuzen, gibt es Wegweiser. Beide Trails enden rund 700 Höhenmeter weiter unten bei der Talstation. Dort, im Restaurant Le Brand, gibt es eine Ladestation für die Akkus der E-Bikes. Für mich ist es eine Möglichkeit, nach dem Training im Schnee am Abend noch etwas zu unternehmen: Das E-Bike erlaubt mir Ausflüge, die mich nicht komplett fertigmachen. So kriege ich den Kopf frei. Ich nehme meistens nur einen kleinen Rucksack mit und deponiere ihn bei der Talstation. Auf dem Trail reicht es, Wasser dabeizuhaben. Wer nach dem Biken

«OhMG» ist eine Mini-Serie, die das Ausnahmetalent Gremaud durch die Saison 2023/24 begleitet – schau rein!

SAMUEL WALDIS

RUHE FINDEN Der anspruchsvolle rote Trail ist im Bike-Park-Style gebaut und hat ­viele enge Kurven.

Meine Heimatregion bietet ohnehin viel. Im autofreien Städtchen Gruyère lässt es sich etwa wunderbar flanieren, in diesen engen Gassen rund um den Brunnen im Zentrum. Das Thermalbad Les Bains de la Gruyère ist wie eine kleine Feriendestination. Noch heute gehe ich für Massagen dorthin. Wer es aktiver mag, sollte zum Wasserskifahren nach Estavayer-le-Lac. Auf der 800 Meter langen Anlage kann man alle möglichen Boards ausprobieren. Für die Urbanen bietet sich ein Besuch der Stadt Freiburg an. Ich persönlich mag die ländlichen Spots lieber. La Berra zum Beispiel, die Bike-Trails! Oder die Gipfel zum Ausruhen, mit der Aussicht in meine Heimatregion. Das ist ein Ort, an dem Ruhe in mir aufkommt.

STEFAN KÜRZI

«Auf dem E-Bike kriege ich nach einem Training im Schnee den Kopf frei.»

Mehr als Wandern und Biken


Veranstalterin: BikeDays.ch GmbH


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MINDGAME/

GEH DIR AUF DEN SENKEL Hier kommt eine Rätsel-Challenge samt Kick für deine mentale Fitness. Folge 2: mit räumlicher Wahrnehmung die richtigen Schuhbänder suchen. Die Herausforderung Finde das richtige Schuhband zum jewei­ligen Schuh. Beachte dabei die unterschiedliche Schnürung.

SASCHA BIERL

PFEFFERMIND

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Der Skill

Scanne den QR-Code, um zur Lösung des Rätsels zu gelangen.

Dieses Rätsel trainiert die räumliche Vor­stellungskraft, einen der wichtigsten Bausteine unserer Intelligenz. In unserem Hirn spielen dafür verschiedene Areale zusammen – etwa der Hippocampus oder der entorhinale Cortex. Im Alltag brauchen wir die räumliche Vorstellungskraft zum Beispiel bei Ballspielen wie Basketball oder beim Planen von Handwerksprojekten. THE RED BULLETIN


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MUSIK/

VIBES MIT BAUCHGEFÜHL

Die Schwestern Jasmina und Nabyla Serag vom Berner Kollektiv Sirens of Lesbos über Songs, die sie immer wieder von Neuem umhauen.

Manche bezeichnen ihre Musik als futuristischen Soul, andere als elektronischen Soul  ‘n’  Brain Pop. Dass ihre Songs auf verschiedenen Playlists und unter stets wechselnden Labels auftauchen, ist für die beiden Sängerinnen von Sirens of Lesbos nur eine Bestätigung: «Schon sehr früh war für uns klar: Weder unser Name noch unsere Musik sollten für ein bestimmtes Genre stehen. Wir ­wollen einfach unserer Intuition folgen und Musik machen, die uns begeistert.» Was mit der Single «We’ll Be Fine» (2018) seinen Anfang nahm, hat im bisher persönlichsten Album des Kollektivs – «I Got a Song, it’s Gonna Make Us Millions» – seine Vollendung gefunden. Für ihre Album-ReleaseTour 2025 stehen Konzerte in London, Paris, Amsterdam, Berlin und Istanbul an. Das spiegelt nicht nur den Erfolg, sondern auch die Ambitionen des Berner Kollektivs wider: «Wir wussten schon immer, dass wir global zu Hause sind!»

Summer Madness (1974)

«Dieser Song begleitet uns von klein auf. Egal wo du bist, wie es dir gerade geht, die­ ses Lied reisst dich einfach mit! Dabei hat es nichts Kom­ plexes, nichts wahnsinnig Durchdachtes, da sind ein­ fach nur die richtigen Ele­ mente genau richtig zusam­ mengestellt – und maximale Vibes. Künstlerisch träumt man davon, etwas Ähnliches zu schaffen.» THE RED BULLETIN

FKA Twigs (feat. Shygirl)

Papi Bones (2022)

«Der Song ist völlig unver­ fälscht, es gibt keine kom­ plexen Synthies, einfach nur raw power. Das Musikvideo und auch das restliche Album haben genau eine Message: Scheiss drauf, was andere denken. Zwei People of Co­ lour gehen in knappen Out­ fits über die Strasse, twerken und schieben einen Kinder­ wagen vor sich her; das ist einfach nur geil!»

Umm Kulthum

Childish Gambino

«Ein Evergreen! Schon allein die Soundästhetik ist super nostalgisch. Kulthums Aus­ strahlung, ihre unglaubliche Bühnenpräsenz faszinieren uns. Man darf auch die politi­ sche Komponente nicht ver­ gessen: Als unverheiratete Sängerin und Feministin stellte sie sich ihr Leben lang bewusst gegen gesellschaft­ liche Erwartungen. Für uns eine Ikone und die Inspira­ tionsfigur schlechthin!»

«Dieser Song ist – wie immer bei Gambino – von A bis Z durchdacht. Da steckt bril­ lantes Storytelling dahinter. Die Zusammensetzung der Stimmen haut uns jedes Mal um: geile Solostimmen, dann Choreinlagen. Einer der ver­ rücktesten Songs aller Zei­ ten, und trotzdem wirkt er null verkrampft. Ein Song wie der Film ‹The Sixth Sense›: maximaler Plottwist!»

Alf Leila We Leila (1971)

Me and Your Mama (2016)

MARCO COUSIN

Kool & The Gang

RAW POWER. Fünf Mitglieder, zwei Sängerinnen: die Schwestern Jasmina und Nabyla Serag von Sirens of Lesbos

LUCIE ROX

Bei ihrer Album-Release-Tour machen Sirens of Lesbos auch in Zürich halt: am 10. Mai in der Zentralwäscherei und am 17. Juli beim Gurtenfestival.


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UHREN/

BASIC INSTINCT

Die Variante mit Solar­ ladelinse sorgt für eine unbegrenzte Akkulaufzeit. Die SatIQ-Technologie garantiert eine optimale Geolokalisierung. Mit der integrierten ­LED-Taschenlampe siehst du auch nachts – und du wirst gesehen!

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Die Garmin Instinct 3 passt sich jedem Stil an, es gibt sie in Schwarz oder auch in kräftigeren Farben in der limitierten «Tropical Pulse»-Kollektion. Physiologische Messwerte geben Auskunft über deine Gesundheit, so nimmt sie etwa den Menstruationszyklus auf oder überwacht den Stress­level und ermöglicht so ein b ­ es­seres Verständnis deiner körperlichen Verfassung. Das metallverstärkte Gehäuse (40, 45 oder 50 mm) entspricht dem Militärstandard MIL-STD-810G und bietet eine erhöhte Stossfestigkeit und Temperaturbeständigkeit. Bis zu 100 Meter wasserdicht. Ab CHF 299.90, garmin.com

WILLY BOTTEMER

Mit der neuen Garmin Instinct 3 beginnt das Abenteuer am Hand­ gelenk. Das Beste: Die extrem robuste Multi­sport-Smartwatch gibt es auch mit integrierter Solarladelinse.


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EVENTS/

SPRING WITH A SPIN

Breaking-Battle, Velo-Challenge, Gaming-Infight: welche Events du im Frühling nicht verpassen solltest.

22.

bis 25. Mai

Cycle Week Zürich wird erneut zum Zentrum des Radsports. Das grösste Velofestival des Landes bietet die einzigartige Möglichkeit, die Vielfalt des Sports in der Europaallee und in der Brunau zu erleben. Ein ganz besonderes Highlight: das Showbattle BMX Flatland vs. Dance Your Style – also BMX-Artisten gegen Tänzer – auf dem GustavGull-Platz am Freitagabend. Nicht verpassen! Alle Infos: cycleweek.ch

2.

Mai bis 29. Juni

Mai

Red Bull BC One Cypher Switzerland Wenn sich die B-Girls und B-Boys zum wichtigsten Schweizer One-on-One-BreakingBattle treffen, dann kann das nur eines bedeuten: Der Red Bull BC One Cypher Switzerland ist zurück! Im Beaulieu in Lausanne werden die besten helvetischen B-Girls und die herausragendsten B-Boys batteln. Mit dabei sind auch Titelverteidigerin Becca (im Bild) und Titelverteidiger Lotus. Wie Lotus zum Breaken kam und was genau seinen unnachahmlichen Tanzstil ausmacht, erzählt er im Interview auf Seite 20.

1. Mai

KilometerKönig:innen Du, dein Velo, 3 Wochen und 607 Kilometer (die Länge der drei längsten Stages der Tour de France 2025). Klingt machbar? Sehr gut! Dann öffne deine Strava-App und mach bei dieser Challenge mit. Der Gewinn: ein Frankreich-Trip, wo du das ­Team von Red Bull-BORA-hansgrohe anfeuerst und an einem Rollout mit den Profis teilnimmst. THE RED BULLETIN

Die Rennserie bringt auch in diesem Jahr Adrenalin, Sport und Leidenschaft auf die Schweizer Trails. Rennen und Events finden von ­Anfang Mai bis Ende Juni an vier ­Locations statt: Engelberg, Huttwil, Gruyères und Davos. Nachwuchstalente aufgepasst: Zum ersten Mal ist die UCI Junior Series integriert.

24.

Mai bis 1. Juni

MisoXperience Ein Outdoor-Sportfestival, das seinesgleichen sucht. Eine unscheinbare Wiese an der Moesa im Bündner Misox verwandelt sich in ein Paradies für OutdoorEnthusiasten und wird für eine ganze Woche zum Schauplatz für Action und Spass mit Aktivitäten wie Kajakfahren, Bouldern, Gleitschirmfliegen, Yoga, Slacklinen oder Volleyball. Triff dich mit Gleichgesinnten und lass deine Abenteuer bei Live-Musik und am Lagerfeuer ausklingen. Alle Infos hier: misoexperience.ch

JEAN-CHRISTOPHE DUPASQUIER/RED BULL CONTENT POOL, SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL

31.

ÖKK Bike Revolution


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29.

Mai bis 1. Juni

Red Bull Erzbergrodeo Heulende Motoren, ein schier unbezwingbarer Berg und reichlich Adrenalin: Die 29. Auflage des weltweit renommiertesten Extreme-Enduro-Rennens geht am mächtigen ­Erzberg in der österreichischen Steiermark über die Bühne. Die Fahrer und (wenigen tapferen) Fahrerinnen erwartet 35 Kilometer gnaden­ loses Terrain. Das Spektakel ist auf redbull.tv zu erleben. Alle Infos zum Event findest du auf redbull.com

24. Mai

Rift Rulers Wer holt die Röstigraben-Krone in «Fortnite»: die Romandie oder die Deutschschweiz? Red Bull Rift Rulers geht am 24. Mai in die finale Runde. Beide Landesteile konnten in den vergangenen zwei Jahren jeweils einen Sieg erringen, es steht also 1:1. Die besten Spieler des Landes kämpfen nun um den Titel «Ruler of the Rösti Rift». Live auf Twitch zu sehen und in der Red Bull Gaming World im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. redbull.com

ARMON RUETZ/RED BULL CONTENT POOL

Buchtipp

«Mind Set Win» Top-Athleten wie Max Verstappen und Lindsey Vonn teilen Schlüsselmomente ihrer ­Karrieren und verraten psychologische Tricks, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden können. Entstanden ist das Buch aus dem gleichnamigen Podcast. ­Gesprochen wird über Resilienz und Hartnäckigkeit und über die Kraft von Routinen. Plus: Experten zeigen, wie du diese Tech­ niken in den Alltag integrieren kannst.

Herausgeber Andreas Kornhofer Chefredakteur Andreas Rottenschlager Textchef Stephan Hilpold Executive Creative Director Markus Kietreiber Creative Directors Erik Turek (Ltg.), Kasimir Reimann Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Miles English, Kevin FaustmannGoll, Carita Najewitz, Tara Thompson Fotoredaktion Eva Kerschbaum (Ltg.), Marion Batty (Stv.), Susie Forman, Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Global Content Tom Guise (Ltg.), Lou Boyd Publishing Management Sara Car-Varming (Ltg.), Hope Elizabeth Frater Art Direction Commercial Peter Knehtl (Ltg.), Lisa Jeschko, Martina Maier, Julia Schinzel, Florian Solly Head of Publishing Operations Sigurd Abele Direct to Consumer Business Peter Schiffer (Ltg.), Marija Althajm, Matteo Luciani, Melanie Schmid, Katharina Tirouflet, Yoldaş Yarar Retail & Special Projects Klaus Pleninger Herstellung & Produktion Veronika Felder (Ltg.), Martin Brandhofer, Walter O. Sádaba, Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailovic, Josef Mühlbacher Finanzen Žiga Balič, Simone Kratochwill, Tobias Steiner Senior Manager Digital Business Mathias Fritsch Projektmanagement Publishing Katrin Dollenz Assistant to General Management Sandra Stolzer General Manager Red Bull Media House Publishing Stefan Ebner Redaktionsanschrift Am Grünen Prater 3, A-1020 Wien Tel.: +43 1 90221-0; redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Strasse 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Dietmar Otti, Christopher Reindl, Marcus Weber

THE RED BULLETIN Schweiz ISSN 2308-5886 Chefredakteurin Anna Mayumi Kerber Redaktion Christine Vitel Lektorat Hans Fleissner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-Walek Country Project Management Meike Koch Media Sales & Partnerships Christian Bürgi (Ltg.), Marcel Bannwart, Lauritz Putze, Michael Wipraechtiger Abo getredbulletin.com, abo@ch.redbulletin.com Druck Quad/Graphics Europe Sp. z o.o., Pułtuska 120, 07-200 Wyszków, Polen Offenlegung gemäss § 25 Mediengesetz Informationen zum Medien­inhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: redbull.com/im/de_AT THE RED BULLETIN Deutschland ISSN 2079-4258 Chefredakteur David Mayer Country Project Management Natascha Djodat THE RED BULLETIN Frankreich ISSN 2225-4722 Chefredakteur Pierre-Henri Camy Redaktion Marie-Maxime Dricot, Christine Vitel Country Project Management Fabio Lazzetta THE RED BULLETIN Grossbritannien ISSN 2308-5894 Chefredakteurin Ruth McLeod Country Project Management Ollie Stretton THE RED BULLETIN Österreich ISSN 1995-8838 Chefredakteurin Nina Kaltenböck Redaktion Lisa Hechenberger, Petra Sturma Country Project Management Julian Vater THE RED BULLETIN USA ISSN 2308-586X Chefredakteur Peter Flax Redaktion Melissa Gordon, Nora O’Donnell Country Project Management Gizelle McBride

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ON A POSITIVE NOTE

Hier schreiben Schweizer Literaturtalente über Themen, die sie bewegen – und liefern ihren positiven Spin dazu.

Wolfsstunden oder: Wie die Nacht für Miriam Suter ein anderes Licht auf die Dinge wirft.

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Was mich momentan beschäftigt? Die aktuelle Weltlage, die Frage, ob ich wirklich einen Vorrat mit Mineralwasser und Dosenbohnen anlegen soll, wie schnell ich im Notfall rennen könnte, ob ich beruflich im Sommer ausreichend ausgelastet bin – um das schlechte Gewissen, das mir mein zeitweise gähnend leeres Konto macht, ausradieren zu können –, der Fakt, dass ein orangegesich­tiges Kleinkind eines der einflussreichsten Länder der Welt kaputt-toibelt, kurzum: die Sorge dar­ über, wie lange mein Leben noch so wunderschön fluffig-angenehm sein wird, wie es jetzt gerade ist. Das sind jeweils unschöne Stunden, und wenn ich wieder einschlafe, dann wache ich am nächsten Morgen ganz zerknittert auf, und die Welt sieht darum nicht wirklich rosiger aus als in den sogenannten Wolfsstunden. Damit meint man in der Schlafforschung die Zeit zwischen

KORNEL STADLER

K

ürzlich nahm ich wieder einmal das Notizbuch zur Hand, das seit gut ­einem Jahr auf meinem Nachttisch liegt. Ich nenne es liebevoll mein panic journal. Es kommt zum Glück nur selten zum Einsatz, und bis vor kurzem hatte ich es lange Zeit gar nicht mehr aufgeschlagen, was ein gutes Zeichen ist, denn: In dieses Notizbuch schreibe ich nur dann, wenn ich vor lauter Sorgen nicht schlafen kann. Es kommt in unregelmässigen Abständen vor, dass ich wie ein Uhrwerk zwischen zwei und drei Uhr morgens aufwache und nur schwer ­wieder einschlafen kann. Ich schiebe es jeweils auf die Planeten: Als Jungfrau mit Fische im ­Aszendenten soll ich die aktuelle Zeit angeblich ganz besonders spüren. Vielleicht liegt es also an der Sternenkonstellation, dass ich mich seit gut einer Woche, begleitet von lautem Schnauben, gefühlt stundenlang hin und her drehe, ganz zu meinem eigenen Leiden und demjenigen des Menschen, mit dem ich jeweils ein Bett teile.


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drei und vier Uhr morgens – wenn ausser den Wölfinnen eigentlich niemand mehr wach sein sollte. In vielen Kulturen gilt sie passenderweise als mystische, beunruhigende Zeit, in der dunkle Ge­danken aufkommen, Schlafprobleme gehäuft auftreten und der Mensch sich besonders ver­ letzlich fühlt. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem nor­ dischen Volksglauben und wurde vor allem durch den schwedischen Regisseur Ingmar Bergman populär, der 1968 den Film «Die Stunde des Wolfs» («Vargtimmen») drehte. Im Film sagt eine Figur: «Es ist die Stunde, in der die meisten Men­ schen sterben, in der die meisten Kinder geboren werden. Es ist die Stunde, in der Albträume am realsten erscheinen und die Dämonen erwachen», und ich finde, das klingt eigentlich sehr passend. Ausserhalb der Mystik gibt es natürlich auch aus der Biologie einige Erklärungen für das Auf­ wachen: Der Cortisolspiegel steigt langsam, und durch das zunehmende Stresshormon im Blut wird der Schlaf leichter. Gleichzeitig sinken Körper­ temperatur und Blutdruck auf den niedrigsten Punkt; wer friert, erwacht schneller. Wie es sich für eine richtige Wölfin gehört, versuche ich, aus der Nervosität eine Tugend zu machen, und schreibe meine nächtlichen Gedan­ kenstrudel jeweils nieder. Ich weiss nicht genau, ob es eine Berufskrankheit ist, aber Schreiben ist mein Allheilmittel gegen jegliche Unannehm­ lichkeiten, die einem das Leben so in den Weg werfen kann: Es hilft bei Liebeskummer und es macht die Verliebtheit noch schöner, es kann wirre Gedanken ordnen und festgefahrene ­Haltungen auflösen, es heftet Ängste auf Papier fest und es bietet der Freude den Raum, den sie verdient. In den Wolfsstunden aber hat Schreiben für mich vor allem eine Funktion: Es leert meinen Kopf. Ich schreibe immer so lange, bis ich nicht mehr weiss, was ich schreiben soll. Diese Technik nennt man übrigens écriture automatique, also «automatisches Schreiben». Der Begriff stammt aus dem französischen Surrealismus der 1920erJahre und beschreibt eine Schreibtechnik, bei der Gedanken ungefiltert und ohne bewusste Kontrolle zu Papier gebracht werden – direkt aus dem Unbewussten heraus. Offiziell wurde diese Schreibtechnik von Männern erfunden, ge­ prägt und weitergetragen; aber wie so oft im Patri­ archat stimmt das höchstens zur Hälfte. Auch viele Autorinnen und Künstlerinnen wie die Deut­ sche Unica Zürn oder die Britin Leonora Carring­ ton nutzten das automatische Schreiben, um ihre Stimme zu finden oder Gedanken weiterzuspin­ nen – sie werden bloss nicht als Vertreterinnen der Schreibtechnik anerkannt.

« Wie es sich für eine richtige Wölfin gehört, versuche ich, aus meiner Nervosität eine Tugend zu machen.»

Schreiben fungiert für mich also auch als ­ rücke, um in meine eigene Dunkelheit hinein­ B zugehen und zumindest zu versuchen, sie um drei Uhr morgens ein bisschen zu erhellen, sie ein bisschen zu verstehen. Einer, der es meisterhaft verstand, ins Dunkle zu schauen und dabei die Freuden des Lebens nicht zu vergessen, war der grossartige Regisseur David Lynch, der uns unter anderem die fantastische TV-Serie «Twin Peaks» geschenkt hat. Er sagte einmal über das Schrei­ ben: «The thing about writing is you don’t know what’s going to happen until you do it. It’s a thril­ ling process.» Und ganz genau so fühlt sich automatisches Schreiben an, nicht bloss zur Wolfsstunde. Das Schöne daran: Durch das Festhalten der Gedan­ kenspirale wird sie nicht nur leichter zu ertragen, man kann auch später wieder lesen, was einen in der Vergangenheit geplagt hat; und mit wachem Geist einordnen, wo es vielleicht wirklich klemmt (ob sich die Unsicherheit, etwas Neues zu wagen, zum Beispiel als Zukunftsangst tarnt). Und um im besten Fall festzustellen: So schlimm ist alles eigentlich gar nicht (mehr). Dieses Wissen kann die nächste Wolfsstunde etwas heller machen. Auch darin war Lynch in seinen Filmen Meister: das Schlimme aushalten und das Gute gleich­ zeitig in vollen Zügen geniessen. Seine Figuren sind, so düster sie auch oft sein mögen, immer wieder spitzbübisch, herrlich extravagant oder mit derart absurden Charaktereigenschaften ausgestattet, dass man sie einfach lieben muss. Diesen Tipp möchte ich euch, liebe Leserinnen und Leser, mitgeben: Kauft euch ein schönes ­Notizbuch und einen Stift, der gut in der Hand liegt, und legt beides auf den Nachttisch. Nehmt das Notizbuch immer dann zur Hand, wenn ihr wie ich auch manchmal tief in der Nacht wach liegt, und schreibt drauflos. Schreibt, notiert, ­dokumentiert. Gegen die Dunkelheit, gegen das Vergessen, gegen das Auflösen. Ich kann fast ver­ sprechen: Ihr werdet viel über euch selbst lernen. So ein Notizbuch eignet sich übrigens auch hervorragend dafür, schöne Dinge aufzuschrei­ ben, die einem das Leben so anwirft. Zum Bei­ spiel die ältere Frau heute Morgen im Tram, die extra aufstand, um sich auf die andere Seite des Ganges zu setzen, weil sie von dort die blühenden Kirschbäume besser sehen konnte.

MIRIAM SUTER ist Journalistin und Autorin. Sie befasst sich mit gesellschaftskritischen und feministischen Themen – so auch in dem Buch «Niemals aus Liebe» (Limmat Verlag, 2024), das sie mit Natalia Widla ­geschrieben hat. miriamsuter.net

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CHECK-OUT

10 Fragen an

Birgit Bless hat vor acht Jahren ihre Leidenschaft fürs Velo-Fahren entdeckt. Seither gilt: Immer schneller, weiter und höher! Als BikeContent Creator teilt sie ihre Begeisterung für den Sport.

IMMER AUF ACHSE. Mehr als 65 000 Menschen folgen der 28-jährigen «Bigi» und ihren BikeAbenteuern auf Instagram.

Was war dein Wunschberuf als Kind? Flugbegleiterin oder Schreinerin. Es ist aber nichts von beidem geworden.

Was ist dein Lieblingsgegenstand?

Mein Velo! Es gibt mehrere davon (lacht). Aber zwischen Rennvelo, Cross-Country- und Dirtbike ist das Enduro mein Favourite.

Was hättest du gerne früher gewusst?

Dass es mir egal sein sollte, was andere über mich denken. Man soll sein eigenes Leben leben und glücklich sein – unabhängig davon, was andere davon halten. Was steht als Nächstes an?

Was ist die aktuelle Nr. 1 auf deiner Playlist?

Das Race Across the Alps, das härteste Eintagesrennen der Welt über 525 Kilometer und 14 500 Höhenmeter. Das Ziel ist, unter 32 Stunden ins Ziel zu kommen.

Momentan höre ich wahn­sinnig viele 80er-Songs. Kennt ihr «Nothing Compares 2 U»?

Auf was freust du dich am meisten im Frühling?

Katze oder Hund?

Die Sonne, die Wärme – einfach die Frühlings-Vibes.

Katze. Mein Kater heisst Rider.

Reiseziel mit Bike auf deiner Bucket List?

Da gibt es megaviele! Patagonien zum Beispiel oder British Columbia in Kanada. Ich bin aber auch zu Hause sehr happy.

Camping oder Luxushotel? Camping.

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DARIO STALDER, ADOBE STOCK

Guilty Pleasure?

To-do-Listen. Ich mag es, Dinge aufzuschreiben und sie abzuhaken, wenn ich sie erledigt habe.


Eine neue Ära der Sicherheit. Der neue Volvo EX90. Mit 7 komfortablen Sitzen, über 600 km vollelektrischer Reichweite und Safe Space Technology mit wegweisenden Sicherheitsinnovationen, ist unser neuester Premium-SUV als der sicherste Volvo aller Zeiten konzipiert. volvocars.ch/EX90

A B C D E F G

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Volvo EX90, Twin Motor Performance, 517 PS/380 kW. Stromverbrauch gesamt: 20.7–22.0 kWh/100 km, CO₂-Emissionen: 0 g/km. Energieeffizienz-Kategorie: C.


ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

THE RED BULLETIN 2/2025


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