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The Red Bulletin AT 04/26

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ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

FORTNITE’S ELITE

RED BULL RESHUFFLE MIT AMAR, MONGRAAL UND MRSAVAGE

PLUS BIBIZA / GILLIAN ANDERSON / PEDRO ACOSTA / IMKE SALANDER / JAMES HYPE

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CUP

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WILLE, HUMOR, GEMEINSCHAFT WAS DEN ULTRALÄUFER WIRKLICH ANTREIBT

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ARDA SAATÇI


Photo: T. Dobler

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MEHR ALS NUR EIN SUPERMOTO-BIKE – EIN KLARES STATEMENT. Die KTM 690 SMC R ist für eines gebaut: pure Supermoto-Action. Leicht, präzise und ausgestattet mit modernster Technologie, setzt sie ihre Power ohne Verzögerung ein, sobald du am Gasgriff drehst. Keine Kompromisse. Keine Ablenkungen. Einfach READY TO RACE.

Gezeigte Fahrszenen bitte nicht nachstellen, Schutzkleidung tragen und die geltenden Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung beachten! Die abgebildeten Fahrzeuge können in einzelnen Details von den Serienmodellen abweichen und zeigen teilweise Sonderausstattung gegen Mehrpreis.


EDITORIAL & CONTRIBUTORS

Murat Aslan lebt in Berlin und ist ein gefragter Porträt- und Werbefotograf, dessen Stil von seiner Graffiti-Vergangenheit und der Hip-HopKultur geprägt ist. Für uns hat er u. a. das Cover mit Extremsportler Arda Saatçi fotografiert. Ab Seite 26!

Pauline Luisa Krätzig schafft eine besondere Nähe zu den Menschen, die sie beschreibt. Für The Red Bulletin hat die Münchner Journalistin („SZ Magazin“, „NZZ am Sonntag“) die „Fort­ nite“-Gamer MrSavage, Amar und Mongraal interviewt. Ab Seite 46!

MURAT ASLAN (COVER)

Marko Mestrovic shootete Kampagnen für Nike, Volkswagen, Fridays for Future und Austrian Airlines. BIBIZA lichtete er auf der Trabrennbahn Krieau ab. Dort lief der Musiker in BalenciagaSchlapferln mit Trabern um die Wette. Ab Seite 38!

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üpersiniz“ – also „Ihr seid großartig!“ –, „You vs. you“, „Jeder Tag ist Muttertag“. Das alles sind Sprüche eines Ultraläufers, der auch wegen seines Mundwerks von einer riesigen Community gefeiert wird. Millionen Menschen haben den 600-KilometerRun des Berliners Arda Saatçi vom Death Valley nach Los Angeles atemlos verfolgt. Ab Seite 26 lest ihr, was den 28-Jährigen so resilient macht und welche Bros ihm den Rücken stärken. Auf Seite 20 zeigt uns Kult-Schauspielerin Gillian Anderson („Akte X“, „Sex Education“), wie viel Punk in ihr steckt. Und im Kaffeehaus trafen wir Schauspieler Nick Romeo Reimann, der von seinem neuesten Filmprojekt „Adams Acht“ erzählte – die wahre Geschichte des legendären deutschen Ruder-Achters, der 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom Gold holte. Ab Seite 68! Viel Freude mit dieser Ausgabe, die Redaktion

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Gaming

Lasst die Spiele beginnen!

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Die Zocker Amar, Mongraal und MrSavage über die Premiere des „Fortnite“Spektakels Red Bull Reshuffle. Big Wave Surfing

Die Welle ist weiblich

BIBIZA hat den Durch­ blick und geht mit neuen Rock-Vibes auf Tour.

Top-Athletin Laura Crane möchte jungen Frauen in der Szene Mut machen, ihren Weg zu gehen. MotoGP

Stehaufmann Doppelweltmeister Pedro Acosta, 22, über Stürze, Mind Coaches und den Rat seines Vaters. Film

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Gallery Support Squad Hype-Check Dataverse

Heroes

Gillian Anderson 20 Schauspielerin

James Hype 22 DJ

Arlo Parks 24 Sängerin

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Ultramarathon

Arg wie Arda

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Wie „Cyborg“ Arda Saatçi mit seiner Community und „You vs. you“ eine Generation zum Durchstarten motiviert. Musik

Spaßfaktor

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Neues Album, neuer Stil, alter Swag: Der österreichische Musiker BIBIZA talkt über Reiz und Risiko seiner künst­ lerischen Kursänderung.

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Ruhig vor dem Sturm

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Wie sich der Ex-Kinderstar Nick Romeo Reimann zurück auf die große Leinwand kämpft. 77 82 84 86 87 88 92 95 96 98

Reise Mindgame Musik Fitness Streaming Mobilität Events Impressum Kolumne Schlussminute

MARKO MESTROVIC, HELIO ANTONIO

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INHALT

54 Die Britin Laura Crane bezwingt die Riesenwellen von Nazaré.

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GALLERY

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München, Deutschland

Es ist die Vielseitigkeit, die bei ihnen zählt: Nicht umsonst werden Zehnkämpfer die „Könige der Athleten“ genannt. Der Welt­ beste derzeit: der Schwabe Leo Neuge­bauer, 201 Zentimeter groß, 106 Kilogramm schwer, 25 Jahre alt, wohnhaft in Austin, Texas. Ein Mann wie eine Maschine. In Tokio holte sich Leo im vergangenen Jahr den Weltmeister­ titel. Hier ist er bei den 110-Meter-Hürden beim Training in München zu sehen. Seine Bestzeit dabei: 14,10 Sekunden. Ein König eben. redbull.com

SHAMIL TANNA/RED BULL CONTENT POOL

STEPHAN HILPOLD

Hürdenhüne

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GALLERY

Dobratsch, Kärnten

Heimspiel

Es ist sein Hausberg: Unzählige Male bewältigte Skibergsteiger Paul Verbnjak mit dem Rennrad bereits die Villacher Alpenstraße am Dobratsch. Noch nie allerdings acht Mal hintereinander wie beim Event Everesting Austria, bei dem die Höhe des Mount Everest simuliert wird. Am Ende musste er sich ziemlich sensationell nur Everesting-Weltmeister Jack Burke (7:15 Stunden) geschlagen geben. Das nennt sich Heimspiel. @paulverbnjak

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TINEFOTO.COM/MARTIN STEINTHALER, LEO ROSAS/RED BULL CONTENT POOL

STEPHAN HILPOLD

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Salzburg, Österreich

Outer Space Was für eine Premiere! 1200 Tanz­­ begeisterte zwischen historischen Flug­ zeugen. Ein gigantischer Screen-Loop über der Bühne. Und als Höhepunkt DJ Bunt. an den Turntables, der die Menge zum Sieden brachte. Mit dem Auftakt der Musik-Eventserie SUNSET ist der Red Bull Hangar-7 in der vierten Dimension angekommen: Bisher stand die Location für Kulinarik, Kunst und Fliegerei – ab jetzt auch für Musik. THE RED BULLETIN


ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL

STEPHAN HILPOLD

12 GALLERY

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Bali, Indonesien

Alles Foto! Neuland für die Athletinnen und Athleten: Erstmals machte die Red Bull Cliff Diving World Series Station in Bali – und zwar gleich zu Saisonsauftakt. Spektakulär der Schau‑ platz: Die Steilküste am Broken Beach auf Nusa Penida südlich von Bali wird von Felsen dominiert, von denen es für Frauen 22 und für Männer 27 Meter hinunter ins offene, ­unruhige Meer geht. Der Tenor unter den Cliff Divern: ein neuer Lieblingsort! Hier im Bild und auf sämtlichen Smartphones: die US‑Amerikanerin Lisa Faulkner. redbull.com THE RED BULLETIN


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SUPPORT SQUAD

Feier deine Crowd! Bald beim Frequency Festival: Die Schwedin Zara Larsson, 28, setzt auf Girl­power. Wir checken das Netzwerk der Queen of Dance-Pop.

David Guetta DJ-Legende

Dream Team: Ihre erste Collab „This One’s for You“ war der offizielle Song der UEFA EURO 2016 und wurde zum Welthit. 2023 droppten die beiden Künstler ihre gemeinsame DancepopHymne „On My Love“.

Ariana Grande Pop-Prinzessin

Konkurrenzkampf? Fix nicht! Die zwei Sängerinnen verstehen sich blendend und sprechen in den höchsten Tönen voneinander. Grande nahm für Zara bereits Backing Vocals auf (!) und gibt öfter Kreativ-Input im Studio. Wann kommt endlich das Duett?

Tyla

R&B-Star

Der südafrikanische Shootingstar mixt Pop mit Amapiano-Rhythmen. Für Zaras Album „Midnight Sun: Girls Trip“ nahmen die beiden „She Did It Again“ auf – eine Hommage an die Popkultur der 2000er.

FAMILIE

Schwester & Sängerin

Das Video zu „On My Love“ zeigt, wie eng die beiden Schwestern sind. Zaras jüngere Sister ist nicht nur Vertraute und emotionale Stütze, sondern macht selbst Musikkarriere als Sängerin im R&B-Duo Lennix.

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Lamin Holmén Boyfriend

Seit fünf Jahren ist der schwedische Tänzer und Choreograf Zaras Fels in der Brandung. Der Vibe stimmt nicht nur privat – gemeinsam performt das Paar in Zaras Musikvideos und on stage auf Tour.

Zara Larsson

Mit nur zehn Jahren gewann sie die schwedische Version von „Got Talent“, mit fünfzehn folgte die erste EP, mit sechzehn Platin und mit achtzehn der Durchbruch mit der Single „Lush Life“. Seitdem erobert Zara die Charts und begeistert mit Cyber-Y2K-Barbie-Ästhetik ihre Fans. Auf ihrem Remix-Album „Midnight Sun: Girls Trip“ sind u. a. ­Shakira, PinkPantheress und Madison Beer mit ­dabei. Zara engagiert sich für Frauenrechte und gegen ­gesellschaftliche Missstände. Insta: @zaralarsson

GETTY IMAGES, CHARLOTTE RUTHERFORD, DDP

Hanna Larsson

BARBARA KAUDELKA

MUSIK-BIZ


FREEDOM CHRONO ENJOY LIFE “SPRINKLES“ Uhrmachermeister HÜBNER Wien & Linz, Juweliere ELLERT Vösendorf SCS, Juwelier SCHWÖDT Wien, Juwelier KOPF Feldkirch, Juwelier THEUERER Wien, Uhren & Juwelen WEMPE Wien


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HYPE-CHECK

Kirafin

Die Form Smart Schwimm­ brille zeigt dir per Head-upDisplay deine Leistungsdaten. Tech-Checker Kirafin geht schon einmal auf Tauchgang.

Das Teil Ob im Pool oder Badesee: Mit Sensoren misst diese Schwimmbrille Daten wie Pace, Distanz, Zugfrequenz und Herzfrequenz. Ein ARBildschirm projiziert die Werte in Echtzeit auf einer Seite vors Fenster. Der Hype Sorgt auf TikTok in der Ironman- und Schwimmszene für Wirbel. Erfolgreichstes Video mit 640.000 Views von Aneesha. THE RED BULLETIN

Der Check Schon ein Gamechanger: im Wasser für Live-Daten nicht mehr auf die Smartwatch schauen zu müssen. Der Preis von 250 Euro klingt hoch, für Sport-Geeks ­tatsächlich aber eher ein Schnäppchen. MUST-HAVE-FAKTOR

Push it: Der Herz­ frequenz-Sensor und die Knöpfe zum Bedienen sitzen seitlich.

Perfekt für … … Athleten, die auch bei Innovationen Erste sein wollen (hi, Triathleten!). Ungeeignet für … … Schwimmer, die lieber mit freier Sicht PoolKacheln zählen wollen.

FORM

FischAuge

heißt bürgerlich Jonas Willbold, ist 33 und unterhält seine 1,3 Millionen Follower auf TikTok mit Comedy-­ Formaten. Nebenbei folgt er seiner Faszination für Tech-Produkte und -Trends. Für uns nimmt er aktuelle Hypes unter die Lupe.


TASTES LIKE living in the moment CH-BIO-004


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DATAVERSE

1.

Stream come true

2.

Österreich, deine Streamer

Dieses Jahr wird die Plattform Twitch 15 Jahre alt – wir gratulieren mit Zahlen und Daten.

3.

Drei Creator, die du auf keinen Fall verpassen solltest. 1. Krokoboss Viel „League of Legends“, noch mehr Entertainment 2. V1nKub Action und Tipps rund um den Shooter „Call of Duty: Warzone“

Daten und Text Tin Fischer Illustration Tobias Wanders

3. Veyla

Was macht Twitch groß?

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2025 2024 2023 2022

Twitch wuchs vor allem in der Pandemie. Seither sind die Zuschauerstun­ den etwas rückläufig. Klar, wir sind wieder mehr draußen. Hinzu kamen aber auch Kon­ kurrenten wie Kick. Dennoch: Gamestream ist heute Mainstream.

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Was genau schaut ihr da eigentlich?

29

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20

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72

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Zuschauerstunden in Mrd.

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Zeit angenehm vertreiben

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7

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16 15 20

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sich mit anderen nett unterhalten eigenes Gameplay streamen

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weiblich männlich

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People of Twitch

%

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Gameplay anderer schauen

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Im Vordergrund steht das Verfolgen von Gameplay. Für die Hälfte der befragten User ist aber auch das Plaudern und Chatten wich­ tig – nicht angestrengt und kon­trovers, sondern vor allem Spaß soll es machen.

Der Großteil der User ist noch immer männlich, obwohl Frauen heute genauso oft zocken. Doch spielen Females anders. Sie bevorzugen Quizzes, Puzzles oder Lernspiele über den Tag verteilt. Twitch ist eher zum Zurücklehnen, Abhängen und Plaudern.

SAM STRAUSS/RED BULL CONTENT POOL, MATTHIAS HESCHL/RED BULL CONTENT POOL STREAMER: SULLYGNOME (2025), WARUM: SWR-BEFRAGUNG UNTER 883 TWITCH-NUTZENDEN (2021), WACHSTUM: TWITCHTRACKER VIA STATISTA, GESCHLECHTER: SIMILARWEB VIA STATISTA SOWIE BITKOM-STUDIE (2025)

Shooter wie „Call of Duty“, immer kombiniert mit Humor


Nimm die Welle, statt davon zu träumen.

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Es gelten Bedingungen.

Erlebe Amex. Mit echten Reisevorteilen, die zu dir passen.


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HEROES

Gillian Anderson ist als Agent Scully aus „Akte X“ immer noch Kult. Heute hat sich die Schauspielerin und Ex-Punk davon emanzipiert und zeigt auf, was Frauen für ein freies Leben brauchen. Text Rüdiger Sturm Foto Paola Kudacki  /  Trunk Archive

Körperliche Erfüllung – das ist das große wiederkehrende Thema von Gillian Anderson. Vier Jahre lang spielte die US-Schauspielerin in „Sex Education“ eine Therapeutin, die sich auf Sex spezialisiert hat – aber komplett unfähig ist, mit ihrem Sohn darüber zu reden. Von 2019 bis 2023 lief die Serie auf Netflix, 2024 dann veröffentlichte Gillian das Buch „WANT“. Der Untertitel: „Sexuelle Fantasien von Frauen im 21. Jahrhundert“. Darin versammelt sie anonyme Briefe und Bekenntnisse von Frauen über deren sexuelle Wünsche. Und der aktuelle Film der 58-Jährigen? Der heißt „Teenage Sex and Death in Camp Miasma“ und ist ein Slasher-Horrorfilm, in dem Anderson eine ältere Starschauspielerin gibt, die einer ­jungen und verklemmten Regisseurin bei ­deren sexueller Befreiung hilft. Dabei verband man Anderson lange dank der legendären Sci-Fi-Serie „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ eher mit Aliens als mit allzu Menschlichem. Doch Gillian Anderson war schon immer äußerst vielseitig, man denke nur an ihre Darstellung von Margaret Thatcher in der vierten Staffel von „The Crown“, eine Rolle, für die sie nach der Darstellung von Agent Scully in „Akte X“ ihren zweiten Golden Globe erhielt. Doch zurück zum Thema Sex: Was ist denn für die Schauspielerin dabei der Schlüssel zum Glück? „Wir müssen, soweit es geht, die Scham und Angst, die man mit Sex verbindet, eliminieren“, sagt die dreifache Mutter. Wie das gehen soll? „Indem wir das Thema entmystifizieren und ganz unverblümt und offen damit umgehen.“ Sie selbst, sagt sie, habe damit gute Erfahrungen gemacht, aber es sei auch notwendig, dass Sex Teil des öffentlichen Diskurses werde: „Ich bin entschlossen, meinen Beitrag

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On point

Geboren am 9. August 1968 in Chicago; wollte nie in TV-Serien spielen; ist Kunstsammlerin; lebt in London; veröffentlichte von 2014 bis 2016 drei Science-Fiction-Romane

dazu zu leisten. Offenheit ist unglaublich wichtig.“ Genau aus diesem Grund wollte Gillian mit ihrem Buch eine Bestands­ aufnahme der weiblichen Sexualität machen – von Frauen aus der ganzen Welt, die Anderson ihrerseits ihre Erfahrungen zukommen ließen.

Gillian als Grenzgängerin

Dass die Schauspielerin, die seit 2002 in London lebt und mittlerweile mit dem gefeierten Drehbuchautor Peter Morgan liiert ist, keine starren Grenzen akzeptiert, war schon in ihrer Jugend klar. In ihrer Highschool-Klasse galt sie als „diejenige, die mit höchster Wahrscheinlichkeit ein­ mal verhaftet werden würde“, erzählt Anderson grinsend. Und fügt hinzu: „Das hat auch gestimmt, es ist mir tatsächlich ein paarmal passiert.“ Einmal brach sie als Teenager in ihre eigene Schule ein, um die Türschlösser zuzukleben. „Ich war damals krass drauf. Ich war ein junger Punk und brachte mich gern in Schwierigkeiten. Meine Klassenkollegen waren nicht auf der gleichen Wellenlänge wie ich. Für die war ich nur ein Problemfall.“ Auch heute, meint sie, stecke immer noch der Punk in ihr. Aber sie sei über den Status der Rebellin hinausgewachsen. Mittlerweile ist es ihr wichtig, die eigene Widerspenstigkeit stärker auszubalan­ cieren: „Ich versuche mich gesund zu ernähren, mitfühlend und verantwortungsvoll zu sein – natürlich auch gegenüber

meinen Kindern“, so Anderson. Die dekla­ rierte Feministin unterstützt zahlreiche NGOs; von Kinderrechten über Flüchtlingshilfe bis zu und den Rechten indigener Völker reicht ihr Engagement. 2017 ver­ öffentlichte sie gemeinsam mit der britischen Autorin Jennifer Nadel die Schrift „We“, die sich als „Manifest für Frauen überall“ verstand: „Das Buch handelt von neun Prinzipien, mit denen Frauen die Herausforderungen dieses Lebens be­ wältigen können. Die haben viel mit Mut, Ehrlichkeit und Güte zu tun. Frauen müssen sich zusammentun, um einen Wandel herbeizuführen.“

Der Anderson-Effekt

Für Anderson bedeutet gesellschaftliche Veränderung nicht unbedingt Kampf: „Es gibt viele Frauen, die die Grenzen, die ihnen die Gesellschaft setzt, überschreiten und auf diese Weise die öffentliche Wahrnehmung verändern. Das Problem ist aber, dass viele der weiblichen Vorbilder von heute nicht unbedingt die Werte und Vorstellungen verkörpern, auf die es wirklich ankommt: Mitgefühl und humanitäre Interessen.“ Bedenkliche Vorbilder gebe es aktuell zur Genüge. Vor allem in den sozialen Medien, wie Anderson findet: „Hier wird eine absurde physische Perfektion pro­ pagiert – und das auch noch über manipulierte Bilder. Das ist erschreckend. Wie kann man dem nur so eine Wichtigkeit beimessen?“ Die Schauspielerin fügt hinzu: „Ich bin wirklich froh, dass ich das in meiner Jugend nicht erleben musste.“ Gillian Anderson möchte junge Frauen ermächtigen. Das Rüstzeug dazu hat sie: Bereits durch ihre Einsätze als Agent Scully in „Akte X“ wurde die Schauspielerin zu einem Role Model. „Wissenschaft­ liche Studien haben damals vom ‚ScullyEffekt‘ gesprochen. Damit ist gemeint, dass viele Mädchen durch die Serie ins­ piriert wurden, Naturwissenschaften zu studieren.“ Die Zahl der Studentinnen in naturwissenschaftlichen Fächern ist in der Tat durch „Akte X“ gestiegen. Mal schauen, welcher Anderson-Effekt als Nächstes nachgewiesen werden kann. Instagram: @gilliana


„Frauen müssen sich zusammentun, um einen Wandel herbeizuführen.“ Schauspielerin Gillian Anderson hat ein Manifest für Frauen geschrieben.

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HEROES

James Hype behandelt DJing wie Extremsport und will auf jeder Show noch krassere Tricks zeigen. Er findet: Je schwieriger deine Obstacles, desto höher lernst du zu springen. Text Alex Lisetz Foto Cult Creatives/Chris Alba

Mit zwanzig schien es, als hätte James Hype seine Pechsträhne überwunden. Endlich stand er da, wo er immer hin­ wollte: Ibiza. Am Smartphone hatte er die Mail-Zusage für eine Residency in einem gefragten Club. Bevor es losging, wollte er noch einmal kurz durchatmen. „Ich fuhr mit dem Leihauto zum Aussichtspunkt El Vadre. Zehn Minuten Sonnen­untergangSchauen, dann wieder in die Stadt. Als ich zurück zum Parkplatz kam, war die Scheibe eingeschlagen, mein L ­ aptop und meine Brieftasche gestohlen, und ich konnte den Job vergessen.“ James Hype ist der Weltruhm nicht in den Schoß gefallen. „Ich konnte nichts, kannte niemanden. Aber ich war ehrgeizig. Zum 15. Geburtstag hatte ich mir ge­ brauchte Decks gewünscht. Damit brachte ich mir in meinem Kinderzimmer das DJing selbst bei.“ Partys, Fame, Mädels? Interessierten ihn nicht. „Ich fuhr mit dem Auto stocknüchtern in die Clubs und stocknüchtern wieder nach Hause. Dazwischen verlor ich mich in der Musik und beobachtete die DJs bei der Arbeit.“

Vom Skater zum Scratcher

Wie wurde aus dem schüchternen Teen­ ager aus einer nordenglischen Kleinstadt einer der technisch virtuosesten HouseDJs der Welt? Und warum sind bei seinen energetischen Shows Live-Mashups, spon­ tane Edits und drei oder vier parallele Decks Standard? Darauf hat James Hype eine routinierte Antwort: „Ich will mich selbst fordern, dem Publikum etwas bieten und DJing auf ein neues Level bringen.“ Doch als wir im Gespräch tiefer in seine frühe Jugend eintauchen, gewinnt er selbst neue Einsichten. „Als Kind und ­Jugendlicher war ich Skater. Und auf ­unserem Skateplatz gab es einen DJ, der Musik machte, während wir Jungs unsere

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On point

Heißt James Edward Lee Marsland; begann seine Karriere in Liverpool; hat ein Musik- und Mode-Label namens Stereohype; war mit „Ferrari“ 64 Wochen in den A-Single-Charts; betreibt auf Insta „als Lebensweisheiten getarnte Selbsttherapie“

Tricks übten. Ich fand ihn unheimlich cool und wollte unbedingt so werden wie er.“ „Kann es sein, dass du im Herzen Ska­ ter geblieben bist? Dass die Decks deine Halfpipe sind, auf der du immer höhere Sprünge und immer schwierigere Tricks zeigen willst?“, fragen wir. „Hab ich noch nie so gesehen“, sagt James Hype, „aber klingt verdammt plausibel.“

Widerstand macht standfest

James Hypes Extremsport-Spirit erklärt auch sein Arbeitsethos. „Fortschritt braucht Trial and Error. Darum sollte man nicht über Rückschläge jammern, sondern aus ihnen lernen. Als mir auf ­Ibiza mein Laptop gestohlen wurde, war ich verzweifelt. Aber dann realisierte ich, dass alle Ideen, alle halbfertigen Songs, alle Samples auch in meinem Kopf abge­ speichert waren. Und nicht nur das. Als ich mich bemühte, die verlorenen Daten wiederherzustellen, kamen bessere Ideen dazu.“ Sein Learning: Willst du vorwärts, darfst du es dir nicht zu einfach machen. „Ich versuche, jeden Tag um ein Prozent besser zu werden als am Tag davor. Denn nur wenn du dich ständig selbst forderst, bleibst du auf Dauer erfolgreich.“ Am Be­ ginn seiner Karriere, so der heute 36-Jäh­ rige, war ihm nicht klar, dass diese Regeln allgemeingültig sind und nicht nur auf ihn zutreffen. „Leute wie Calvin Harris waren damals für mich Halbgötter. Ich hingegen

war nur ein Normalo. Also musste ich mein im Vergleich kleines Talent mit Fleiß kom­ pensieren, um wahrgenommen zu werden, dachte ich. Bis ich die berühmten Typen kennenlernte und mir klar wurde: Auch die wurden nicht als Stars geboren. Sie sind so gut, weil sie sich den Arsch abarbeiten.“

Superpower Cringe-Resilienz

Für die Produktion von „Waterfalls“ und „More Than Friends“, für ausverkaufte Stadientourneen und internationale Hits mit 850 Millionen Spotify-Streams („Fer­ rari“) braucht es aber nicht nur Fleiß und Talent. „Du darfst keine Angst vor CringeMomenten haben“, sagt er und lacht schon bei der Erinnerung daran, „sonst wirst du nie den Schritt wagen und etwas Neues schaffen. Bei vielen Songs, die von mir im Netz kursieren, rollt’s mir die Ze­ hennägel auf. Oder wenn ich an meine ­allererste Show denke …“ James, damals keine zwanzig, hatte seine erste Mix-CD an jeden DJ in jedem Liverpooler Club verteilt, und nach Wo­ chen erhielt er eine Facebook-Nachricht: Ein After-Hour-Club in einer Nebenstraße gab ihm eine Chance. Ganze sechs Stun­ den lang sollte er auflegen. „Das erste Pro­ blem war, dass mir nach der Halbzeit die Musik ausging. Das zweite, dass ich zeigen wollte, was ich draufhabe, aber null Rück­ sicht auf die Stimmung des Publikums nahm. Ich zog nerdig mein Programm durch und ignorierte, was bei den Leuten ankam und was den Vibe killte.“ Heute ist James Hype für das Gegenteil bekannt: seine ansteckende Energie und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten in puncto Crowd Control. Dass seine Head­ lineshow auf der Electronic Green Stage beim diesjährigen Frequency Festival als Red Bull Directions stattfindet, sieht er als persönlichen Meilenstein. Denn eine fixe Setlist gibt es nicht: Stattdessen muss der Artist intuitiv auf die Live-Regieanweisun­ gen des Publikums reagieren. Und die können musikalisch in jede Richtung ­gehen. „Ich freue mich auf diese Heraus­ forderung, aber ich bin auch mächtig ­nervös. Diese Show wird ein Erlebnis mit ganz eigener Energie werden – für die Crowd, aber auch für mich selbst.“ Instagram: @jameshype; @jameshypethoughts Red Bull Directions mit James Hype beim FM4 Frequency Festival (Electronic Green Stage) am 20. August 2026


„Du darfst keine Angst vor CringeMomenten haben.“ DJ James Hype weiß, wie du den Schritt für Neues wagst.

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HEROES

Arlo Parks wurde mit 22 zur Stimme ihrer Generation – bis sie merkte, dass sie vergessen hatte, zu leben. Hier erklärt die Sängerin, wie sie auf der Tanzfläche wieder zu sich fand. Text Marcel Anders Foto Alistair McVeigh

Manchmal verändert sich das Leben ­tatsächlich über Nacht: Arlo Parks war ­gerade einmal 22 Jahre alt, als sie bei den BRIT Awards als „Best New Artist“ ausgezeichnet wurde und zur Stimme ­einer ­europäischen Generation avancierte. Während ihre Freunde in London feier­ ten, tourte sie bereits um die Welt. Die Londoner Sängerin, die mit bürger­ lichem Namen Anaïs Marinho heißt, be­ gann im Alter von 14 Jahren Songs zu schreiben und hatte bereits einen Platten­ vertrag, bevor sie ihre Matura gemacht hatte. Heute ist Parks 26 Jahre alt, ihre Tracks wurden hunderte Millionen Mal gestreamt, und 2021 gewann sie den Mercury Prize, Großbritanniens renom­ miertesten Albumpreis, für ihr Debüt­ album „Collapsed in Sunbeams“. Parks lebt ihren Kindheitstraum, muss­ te dafür aber einen Preis zahlen. Im Mai 2022 zog sie nach Los Angeles, doch nur vier Monate später strich sie mehrere Kon­ zerte ihrer US-Tour – sie hatte ein Burnout nach 18 Monaten mit durchgehenden Auftritten. Seither hat sie einen Gang zu­ rückgeschaltet, Wurzeln geschlagen und das Nachtleben nachgeholt, das ihr in jun­ gen Jahren verwehrt geblieben war. Das Ergebnis ist ihr drittes Album „Ambiguous Desire“: verträumt und tanzbar zugleich, vom Clubbing inspiriert, aber so persön­ lich wie eh und je. Neue Klarheit fand sie auf der Tanzfläche. „In diesen Räumen fallen meine Mauern“, sagt Parks. „Und ich glaube, ich konnte diese Energie ins Studio mitnehmen.“ the red bulletin: Wie gefällt dir das Leben in L. A.? arlo parks: Ich mag die Sonne, das Tempo, die Natur – und dass ich hier ­jeden Tag boxen kann. Ich war schon

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On point

Alter 26; geboren in London; lebt heute in Los Angeles; größter Hit „Eugene“; aktuelles Album „Ambiguous Desire“; Zweit-Kunst Gedichte schreiben; Kreativ-Peak nachts; prominente Fans Billie Eilish, Michelle Obama

i­ mmer sportlich, habe auf hohem Niveau Feldhockey gespielt und dachte lange, das würde mein Leben werden. Neben dem Boxen laufe ich regelmäßig und stemme Gewichte – Bewegung erdet mich. Dein neues Album ist vom amerika­ nischen Nachtleben inspiriert. Warum dieser Wandel? Es war das Ende einer Phase endlosen Tourens, in der ich kaum dazugekommen bin zu leben. Ich fragte mich: Was bedeu­ tet es, wirklich zu leben? Anzukommen, spontan zu sein, Spaß zu haben? Diese Haltung hat sich auf die Musik über­ tragen. Neben L. A. hast du viel Zeit in New York verbracht. Welche Rolle hat diese Stadt für dich gespielt? Dort gibt es eine unglaubliche Club-Kultur sowie eine einzigartige Musikgeschichte. Ich habe mich in die Geschichte von Nacht­ clubs wie der Paradise Garage, The Loft und dem Studio 54 vertieft und mich gleichzeitig in die heute noch existie­ren­ den Orte gestürzt. War das ein Versuch, das verpasste ­Nachtleben deiner Teenagerjahre nachzuholen? Auf jeden Fall. Viele Menschen haben während des Studiums Zeit, um in diese Welt einzutauchen. Ich war aber schon

mit siebzehn auf Tour. Es war also das erste Mal, dass ich mich wirklich fallen lassen konnte. Ich glaube, das braucht ­jeder Mensch einmal im Leben: einfach tanzen, für ein paar Monate. Muss man denn dafür überhaupt in einen Club? Nicht unbedingt. Manchmal räumen wir bei mir zu Hause die Möbel zur Seite, ­legen Janet Jackson auf und tanzen durch das Wohnzimmer. Tanzen und Bewegung sind für jeden möglich – überall. Was macht Tanzen so transformativ? Es holt dich aus dem Kopf und bringt dich in deinen Körper – auf eine Weise, die sonst kaum möglich ist. Du handelst nur noch aus dem Bauch heraus, spürst dich selbst und bist Teil von etwas Größerem. In diesen Momenten liegt mein Herz nah an der Oberfläche. Genau dieses Gefühl wollte ich mit meinem neuen Album ver­ mitteln: Man soll sich darin verlieren und sich gleichzeitig selbst finden können. Hast du Selbstzweifel, wenn du deinen Sound veränderst? Immer. Das gehört dazu, wenn man sich selbst herausfordert. Du spürst, wie der Boden unter deinen Füßen nicht ganz fest ist. Aber das bedeutet auch, dass du dich bewegst und wächst. Jedes meiner drei Alben hatte einen anderen Prozess – von Anfang bis Ende gab es nie Gewissheit. Wie wichtig ist es dir, deine Queerness in deiner Musik widerzuspiegeln? Für mich geht es weniger darum, Sprach­ rohr zu sein, als vielmehr darum, über die Menschen zu reden, die ich liebe, über Gemeinschaft und darüber, was ich verkörpere. Ich bin queer, und das spiegelt sich in meinen Songs wider. Ich fühle mich glücklich, in einer Zeit zu leben, in der sich immer mehr Künstlerinnen und Künstler offen zu ihrer Queerness be­ kennen. Manche Menschen hatten schon ­immer Angst vor dem Anderssein. Ich ver­ suche, Offenheit in die Welt zu schicken. Instagram: @arlo.parks Die „Desire-Tour“ führt Arlo Parks u. a. am 16. November 2026 in die Münchner Muffathalle und am 19. November 2026 in die Arena Wien.


„Das braucht jeder mal im Leben: einfach tanzen, für ein paar Monate.“ Nach ihrem Umzug nach L. A. nahm sich Parks Zeit für die wichtigen Dinge.

THE RED BULLETIN


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YOU NEVER RUN ALONE Mit seinem Ultralauf vom Death Valley bis zum Santa Monica Pier bewegte Arda Saatçi eine ganze Generation. Was ihn so stark macht? Eiserner Wille. Und die Menschen, die an ihn glauben.

DANIEL GRACANIN

Text Tobias Moorstedt Fotos Daniel Gracanin & Murat Aslan

THE RED BULLETIN


ULTRARUNNING

Bei der Red Bull Cyborg Season – Ultra 600 lief Arda Saatçi 604,6 Kilo­ meter vom Death Valley nach Los Angeles. THE RED BULLETIN


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illionen folgen Arda Saatçis ExtremsportChallenges auf YouTube und Twitch. Er möchte, dass alle wissen: Solche ­Leistungen erbringt man nicht alleine! Hier erklären Arda und das „Team Cyborg“, wie man für etwas ­trainiert, das noch kein Mensch zuvor gewagt hat. THE RED BULLETIN

MURAT ASLAN

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ULTRARUNNING

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Super-Crew – Arda (vorne) mit Team (von links): Fotograf Daniel, Creative Director Video Paul, Personal Assistant Vincent, M ­ anager Anil, Head of Performance Gzim, Video Editor Ardit

Styling Soo-Hi Song Hair and Make-up Nadin Wagner THE RED BULLETIN


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Grenzgänger mit großem Herzen: Arda Saatçi will mit seinen Challenges Maßstäbe setzen und seine Fans inspirieren, ihr Potenzial auszuschöpfen.

THE RED BULLETIN


ULTRARUNNING

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Das soziale Netz

Die Einsamkeit des Cyborgs

MURAT ASLAN

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in Leichtathletikstadion im tiefen Westen von Berlin, da, wo sich die deutsche Hauptstadt seit 1960 nicht verändert hat und niemand unter Hipster-Verdacht steht. Im weiten Rund über der Tartanbahn grasen zottelige Schafe und sind grandios un­ beeindruckt von dem muskulösen Mann, der über die rote Bahn läuft und so wirkt, als könnte er dies bis zum Ende aller Tage tun. Es ist zehn Uhr. Um diese Zeit trinken die meisten ihren zweiten Kaffee. Arda Saatçi hat dann oft schon 30 Kilo­ meter abgespult. Standardprogramm. Systempflege. Außer ihm sind noch zwei andere ­Läufer unterwegs. Ein Mittfünfziger stakst langsam die Gerade entlang. Ein muskulöser Dad zieht seinen kleinen Sohn im Anhänger hinter sich her. Die ­Betontribünen sind leer. Die Schafe kauen. Jeder hat seine eigene Pace. Jeder ist auf seiner eigenen Reise. Cyborg – so nennt das Netz den 28-Jährigen, wenn er die Grenzen des Möglichen neu definiert. Wie in diesem Frühjahr bei der Red Bull Cyborg Season – Ultra 600, als er über 600 Kilometer aus dem Death Valley ans Meer lief. „Ein nettes Kompliment“, sagt Arda. Halb Mensch, halb Maschine. Ein Player aus der Zukunft, ohne Angst und mit end­ loser Energie. Aber in der Science-FictionLiteratur ist der Cyborg auch immer ein einsames Wesen. Gefangen zwischen der Welt der Roboter und jener der Menschen. Unfähig, Gefühle zu haben. Kalt. Fremd. „Meine Mama mag den Spitz­ namen nicht so“, sagt Arda und lacht einen so warm an aus seinen braunen Augen, dass man sofort merkt: Man muss sich keine Sorgen machen um ihn. Zwischen den Trainingseinheiten steht Arda in einer Gruppe von sechs ­jungen Leuten. Sie stehen eng beiein­ ander, die Arme auf den Schultern des anderen, Team Huddle als Grundhaltung – dann brechen sie in lautes Lachen aus. Arda in der Mitte. Ein Cyborg, der sein soziales Netz pflegt und ein Team hinter sich hat, ist vielleicht wirklich unbesiegbar.

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ei Kilometer 300 der Cyborg Season hörte Arda plötzlich Schritte hinter sich. Viele Schritte. Er war seit mehr als 50 Stunden unterwegs, allein auf einer endlosen Straße, die schnur­ gerade durch die Wüste führt. Anil, sein Manager. Gzim, sein Physiotherapeut. Ardit, sein Video Editor. Die anderen Jungs aus dem engsten Kreis. Sie hatten gemerkt, dass es ihm schwerer fiel, und liefen ein paar Kilometer mit. Auch die, die eigentlich gar nicht laufen. Auch die, die selbst seit mehr als zwei Tagen wach waren. Er hatte noch über 300 Kilometer vor sich. Aber plötzlich nicht mehr allein. Team Cyborg war seit zehn Monaten gemeinsam unterwegs. Arda, der lange von einer Fußballkarriere geträumt hatte, glaubt an den Sepp-Herberger-Satz (deutscher Trainer, Anm.), dass ein gutes Team echte Freundschaften braucht. „Wir verbringen so viel Zeit ­miteinander“, sagt er. „Erleben uns in ­extremen Zuständen. Da muss es passen.“ Teamchemie. Vibe. Nenn es, wie du willst. In den letzten Jahren, die großen ­Erfolg und Aufmerksamkeit gebracht haben, ist das Team immer weiter gewachsen – aber nicht durch Rekrutierungsprozesse oder eingesandte Lebensläufe. Fragt man die Jungs, wie sie bei Arda gelandet sind, hört man immer die gleiche Geschichte: „Ich kannte ihn über einen Freund. Dann haben wir uns getroffen, und es hat ‚Klick!‘ gemacht.“ Anil, sein Manager, lernte Arda über ­gemeinsame Kontakte in der Berliner Creator- und Fußballszene kennen –

und hat seitdem Videoeditoren und Fotografen gefunden, die nicht nur ihr Metier beherrschen, sondern zum Team passen müssen. „Man darf hier kein Ego haben“, sagt Anil, „sondern muss für die Sache brennen.“ Das sind keine Phrasen, merkt man im Gespräch. Er erzählt, dass sich ihre Großväter bereits in den Siebzigerjahren kannten. Man spürt: Er fühlt das. Es ist Schicksal für ihn. Jede Cyborg Season bringt neue Teammitglieder – und neue Freunde. „In zehn Wochen Campingmobil lernt man sich besser kennen als in zehn ­normalen ­Jahren“, sagt Daniel, der Fotograf. Arda nickt: „Sie erleben eine extrem intensive Zeit mit mir. Sie lernen mich kennen, wenn ich Schmerzen habe, wenn ich müde bin, wenn ich gut gelaunt bin. Alle Highs und Lows. Und das schweißt zusammen.“ Elf Freunde hat der innere Kreis noch nicht, aber es werden jede Saison mehr. Und genau wie in einer Fußballmannschaft gibt es klare Rollen: Arda ist Motor und Kapitän, der die Richtung vorgibt. Und wie in jedem Team gibt es den Dauerläufer, die Vaterfigur, den Alleskönner. „You vs. You“ ist eines von Ardas Mottos. Er meint damit, dass man sich nicht von außen unter Druck setzen lassen soll. Dass man sich eigene Ziele setzt und seinen eigenen Weg verfolgt. Aber das heißt nicht, dass man ihn allein gehen muss. Er hat Daniel, Vincent, Anil und die ­anderen. You vs. You ist gut. Noch besser ist: We vs. Me.

„Die Crew erlebt eine extrem intensive Zeit mit mir. Wenn ich Schmerzen habe, wenn ich gut gelaunt bin. Alle Highs und Lows. Das schweißt zusammen.“

THE RED BULLETIN


ULTRARUNNING

Der Urknall eines Universums

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it achtzehn musste sich Arda ein­gestehen, dass das mit der Karriere als Fußballprofi nichts werden würde. Er spricht nicht über eine Knie­ verletzung, die den Traum zerstörte. Er sagt ehrlich: „Es hat einfach nicht ge­ reicht. Ich hab mein Potenzial nicht aus­ geschöpft.“ Eine Niederlage. Ein Urknall, der alles änderte. Vom Mannschaftssport Fußball wech­ selte er zum Boxen. „Ich habe einen Sport gesucht, in dem ich keine Ausreden mehr habe“, sagt er. „Beim Fußball kann man den Misserfolg immer auf die falschen Laufwege der Mitspieler schieben. Beim Boxen bin ich ganz allein schuld, wenn ich eine auf die Nase bekomme.“ Niemand läuft für dich. Du musst liefern. Arda beginnt mit Krafttraining und Langstreckenläufen, steht während des BWL-Studiums um vier Uhr morgens auf und läuft 30 Kilometer, bevor die erste Vorlesung beginnt. In dieser Zeit lernt er den Streamer Elias Nerlich kennen, der ihn und seinen Sport promotet. Er ­arbeitet als Personal Trainer, bereitet einen Creator auf ein Promi-Boxduell vor – und trifft dabei auf den Video­ grafen Paul Schalles, der ihn kurzerhand in s­ einer Hamburger WG aufnimmt. „Man hat sofort gemerkt, dass man seine Geschichte erzählen muss“, erinnert sich Paul. „Ich dachte nur: Das muss raus in die Welt.“ In der WG-Küche entwerfen die bei­ den die YouTube-Strategie. Pauls Rezept klingt einfach: „Er hat nicht ein Kamera­ gesicht und ein privates Gesicht. Er ist einfach er selbst. Man muss draufhalten und echte Momente einfangen.“ Seitdem sind die Zahlen stetig gewachsen – die Followerzahlen von ein paar Hundert auf mehrere Millionen gestiegen, die Chal­ lenges immer vielseitiger. In einem Punkt jedenfalls sind sich alle Teammitglieder einig: Die Kurve geht stetig nach oben, sagt Vincent, sein ältester Freund – aber Arda ist immer noch Arda.

Der entscheidende Punkt

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enn man einen Weg zum aller­ ersten Mal in der Geschichte der Menschheit geht, gibt es keinen Reiseführer, keine ­Trainingspläne, keine Erfolgs­ rezepte. Dann muss man kreativ werden. Arda hatte das Ziel ausgegeben: 600 Kilo­ meter in 96 Stunden durch die Wüste. „Ich bin von Experten umgeben, die mir helfen, mich vorzubereiten“, sagt er. Aber wie bereitet man sich im Berliner Winter auf die Wüste vor? Um die Monotonie zu trainieren, rannte er 100 Kilometer um den Block. Sah morgens die Bäckersfrau den Laden aufsperren und abends die Jalousie ­herunterlassen. Er trug vier Pullover, um Hitzestress zu simulieren. Er rannte acht Stunden auf dem Laufband, mit Blick auf die Wand, ohne Musik, alleine. Fragt man Gzim, seinen Physiothera­ peuten, der Ardas Körper besser kennt als jeder andere, nach dessen Superkräften, startet er eine Liste: „Arda ist ein Bulle, er hat enorme Resilienz. Kriegt einen Krampf und läuft am zweiten Tag ganz normal.“ Aber was ihn besonders mache, sei seine Fähigkeit, Monotonie auszu­ halten. „Das kann er wie kein anderer. Ich weiß nicht, welche Tür er in seinem Kopf öffnet und wo er dann ist.“ Ab einem bestimmten Punkt bist du als Spitzensportler allein, sagt Arda. Der Fußballer am Elfmeterpunkt. Der Berg­ steiger in der Todeszone. „Dann musst

Beim Shoot auf dem Sportplatz in Wilmers­ dorf legt Arda eine kurze Pause ein. THE RED BULLETIN

du dein größter Supporter sein“, erzählt er. Keine Kamera. „Du bist stark genug. Mach dir keine Sorgen. Weiter. Immer weiter.“ Arda sagt, er würde laufen, „bis ich umkippe“. Er gibt zu, dass es ihm schwerfällt, Kontrolle abzugeben. Aber er weiß auch, dass es Grenzen gibt. Auf dem Bildschirm verfolgt Gzim während des Rennens die Vitaldaten in Echtzeit. Vieles lässt sich kalkulieren. ­Lebensmittel zuführen, ohne Stress. 90 Gramm Carbs. Ein Liter Wasser. Ein Gramm Salz. Vegane Gummibärchen. Aber irgendwann steigt der Puls schneller als die Abrufzahlen des Livestreams. 130. 140. 153. Für viele Sportler ist das okay, Zone 3. „Aber wir reden von Arda“, sagt Gzim. „Dem Cyborg, der auch nach 70 Kilometern bei 130 bleibt.“ Er wusste: Arda hat ein Problem. Er bekam einen Hitzschlag. Halluzinationen. Die Kakteen schlängelten sich in der Luft, die Markie­ rungen auf der Straße leuchteten in ­Neonfarben. Aber Arda hatte vor allem Angst vor einer Sache: dass sie ihn aus dem Spiel nehmen. Dass sie das Hand­ tuch werfen. Arda lag glühend auf der Liege. Sein Manager Anil war „komplett fertig“. Er telefonierte mit Ardas Mama, der er ver­ sprochen hatte, dass ihr Sohn gesund ­zurückkehrt. Mit dem Arzt des Red Bull Athlete Performance Centers in Kalifor­ nien hatte Gzim ein Notfallprotokoll ent­ wickelt. „Am Ende ist es Intuition“, sagt er. „Wie geht es ihm wirklich?“ Er macht eine Pause. „Das sind Grenzgänger, die Jungs.“ Sie warteten. Es wurde kühler. Es ging. Weiter. Gzim sagt: „Eigentlich hatte ich nie Zweifel, dass er ankommt.“

MURAT ASLAN, DANIEL GRACANIN

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Zeit zum Aufladen: Im Death Valley wechselt Arda sein durchgeschwitztes Shirt (Foto oben). Über alle Berge: In der Wüste Kaliforniens musste er nicht nur Temperaturen bis zu 50 Grad bewältigen, sondern auch rund 6000 Höhenmeter überwinden. THE RED BULLETIN


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wiener workout warriors über arda Saatçi

SIGI

„Ich hab schon ­seine Japan-Chal­ lenge verfolgt. Und jetzt auch diesen Stream. Du denkst, das ist nicht mög­ lich. Aber er konnte die Leistungsgren­ zen verschieben. Arda ist echt ein Ansporn für junge Leute! Schön auch, dass er das Ver­ sprechen gehalten hat, mit seiner Mama am Santa Monica Pier Eis zu essen!“

„Wir haben ihn auf Twitch in der Schule gestreamt, egal wo. Es hat uns gefallen, dass Arda sagt, dass man sich nur mit seinem ver­ gangenem Ich ver­ gleichen sollte und nicht mit anderen Leuten. Die Liebe zu seiner Mama ist auch richtig krass – und wie er Men­ schen motiviert zum Sport zu ­gehen. Süper!“

Job: Unternehmer, 27 Instagram: @sigi_official War: Leistungssportler im 400-Meter-Staffellauf Gym: John Harris Fitness Hauptbahnhof

MILLAD

Job: Leitung Marketing bei einer Versicherung, 35 Instagram: @_millli_vanilli_ Hat: in sechs Monaten fast 30 Kilogramm abgenommen Gym: John Harris Fitness Hauptbahnhof

THE RED BULLETIN

FELIX UND AJDIN

Job: Schüler, 17 Instagram: @approachvienna @ajdo_hsnvc7 Gym: FITINN Kendlerstraße

MURAT ASLAN, NINA KALTENBÖCK, LISA RISCHAN, PATRICK DAUBNER, NADINE BAUMGARTNER PRIVAT

„Ardas Mindset ist echt auf einem anderen Level. Da muss man mal rankommen! Wir sagen beim Training immer: ,Der Hund beißt.‘ Arda ist die perfekte Ver­ körperung davon. Größter Respekt!“


ULTRARUNNING

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„Da ich selbst gerne laufen gehe, hat er mich dazu inspiriert, wieder mehr Sport zu machen und konsequent an meinen eigenen Zielen zu arbeiten. Neben Ardas sportlichen Leistungen feiere ich vor allem seinen Humor und seine authentische Art. Seine legendären EnglischSkills sorgen auch immer wieder für einen Lacher.“

„Ich hab seine Challenge während dem Laufen gestreamt. Mich hat Arda enorm für meinen ersten Ultra motiviert. Aktuell trainiere ich für den Last Soul Ultra von Kim Gottwald. Man kann so viel mehr als man denkt. ­Einfach den Kopf ausschalten und an sich glauben!“

NADINE

EMIL

Job: Zivildiener, 18 Instagram: @emil07_h Trainiert und läuft: im Home Gym und in der Natur

Job: Content Creatorin, 25 Instagram: @nadine.chiara.marie Hat: bis vor kurzem nicht ge­dacht, dass sie es schafft, 80 Kilometer zu laufen Gym: Zone.Fit 1190, DASGYM.

Hartes Pflaster: Seine Laufrouten führen Arda oft auch durch die Stadt. Diese Aufnahme entstand beim Gelände der Messe Berlin in Charlottenburg. THE RED BULLETIN


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Zusammengeschweißt: Nach dem Ziel­einlauf auf dem Santa Monica Pier bedankt sich der Ultraläufer bei seinen Fans für ihren Support. THE RED BULLETIN


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„Ich will, dass die Leute, die unsere Videos sehen, denken: So sollte man miteinander umgehen.“

Auf der Sonnenseite: Im Alltag versorgt Arda seinen Körper mit dem bestmöglichen Training – und sein Team mit der bestmöglichen Stimmung.

DANIEL GRACANIN, MURAT ASLAN

Up Next

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rda ist Fan von Beşiktaş Istanbul und weiß, dass sportliche Performance konkrete Folgen für die psychische Gesundheit von Fans hat. „Beşiktaş ist so schlecht“, sagt er, lachend und leidend zugleich, seit fünf Jahren ohne Meisterschaft. Vielleicht ist das ein Grund, warum er sich schämte, nachdem er das Meer erreicht hatte – aber das Ziel von 96 Stunden nicht hatte einhalten können. „Alle haben so hart für mich gearbeitet“, sagt er. „Ich hatte das Gefühl, ich hätte sie enttäuscht.“ Aber dieses Gefühl hielt

nicht lange an. Das Feedback aus dem Netz. Sein Team. Er verstand, dass er Menschen inspiriert und ihnen Energie gibt. Als er das S ­ tadion verlässt, hupen Leute in den Autos, er winkt freundlich, macht Selfies. Ist für sie da. Im Fußball gibt es Tabellen, im Sprint Siegerlisten. Bei Arda Saatçi, der in einer eigenen Liga spielt, gibt es nur den Vergleich mit sich selbst. „Der Tabellenplatz ist mein gestriges Ich“, sagt er. Täglich findet in seinem Kopf das ultimative Lokalderby statt. Eigentlich, so der Cyborg, ist das Leben doch einfach: „Willst du dein Ziel erreichen? Dann mach es. Wenn nicht – leg dich hin.“

Er ist noch nicht fertig. Will eine der einflussreichsten Personen des Sports sein. Einer der Athleten, die man kennt. Am liebsten säße er mit seinen Idolen am Tisch: CR7, den er wegen der Gier bewundert. MMA-Kämpfer Khabib, den er wegen der Demut schätzt. Muhammad Ali, der die Gesellschaft verändert hat. „Es geht nicht um Rekorde“, sagt er, „sondern darum, Menschlichkeit zu feiern.“ Genau da kommt das Team wieder ins Spiel. „Ich will, dass Leute, die unsere Videos sehen, denken: So sollte man miteinander umgehen“, sagt Arda Saatçi. ­Respekt. Anerkennung. Wertschätzung. Nähe. Wärme. Ehrlichkeit. Im Stream kann man das Team bei der Arbeit sehen, kann sehen, dass auch seine Freunde nicht schlafen. „In den Hotelzimmern – alles benutzt außer dem Bett“, sagt Anil. Auf YouTube, aus der Ferne und doch nah, spürt man diese Wärme. Sie ist ebenso Grund für den Erfolg wie die unfassbaren Leistungen. Vincent sagt: „Es fühlt sich nicht an wie Arbeit. Es macht Spaß, auf unserer Reise zu sein.“ Und die geht weiter. Die Idee für das nächste Projekt, erzählt Arda, entsteht meist in der letzten Phase des aktuellen. Während er auf Santa Monica zulief, mit Polizeieskorte, Mama und Freunden am Pier, dachte er vermutlich schon über das nächste Abenteuer nach. „Ich brauche diesen Gänsehautmoment“, sagt er. „Dass ich spüre: Das bringt mich komplett aus meiner Komfortzone und hebt mich auf ein neues Level.“ Was als Nächstes kommt, wissen nur Arda und seine Freunde. Und gerade stecken sie bestimmt ihre Köpfe zusammen, um den Körper bereit zu ­machen. Und dann macht bestimmt ­jemand einen blöden Witz. Genau dar­ um geht es. Instagram: @ardasaatci Code scannen und Ardas Red Bull Cyborg Season – Ultra 600 nachschauen THE RED BULLETIN


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SPASS!

BIBIZA geht lieber all-in als auf Nummer sicher. Für sein neues Album „RocknRollSt★r“ hat er Wien hinter sich gelassen und den Glamour entdeckt. Uns erzählt er, warum guter Pop ohne Größenwahn nicht funktioniert. Interview Jan Wehn Fotos Marko Mestrovic THE RED BULLETIN

OUTFIT: HOSE UND GÜRTEL STYLISTS OWN, JACKE PHILIPP PLEIN, BRILLE EMPORIO ARMANI, SCHUHE BALENCIAGA VIA MINAMINOU, UNTERWÄSCHE HANDY CHILLEN

IT’S ALL ABOUT


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Hose eng, Stimmung gut. Musiker BIBIZA auf der Trabrennbahn Krieau in Wien: weil „ich Pferde und Pferdestärken liebe!“ THE RED BULLETIN


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„Ich feiere das Risiko – egal ob bei Songs und Alben oder im Leben überhaupt.“ THE RED BULLETIN


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The only way is up: BIBIZA im Richterturm der Wiener Trabrennbahn

OUTFIT: JACKE DOLCE&GABBANA VINTAGE, HOSE ROBIN’S JEANS VINTAGE, TOP CHRISTINA SEEWALD, BRILLE CARRERA, SCHUHE BALENCIAGA VIA MINAMINOU, GÜRTEL ARTI DELLA MANO, RINGE ZYIKO STUDIOS VIA WOLFMICH

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ir treffen BIBIZA auf der Trabrennbahn Krieau im zweiten Wiener Bezirk. Ein passender Ort für einen, der das Risiko liebt – und gerade ein neues Album mit dem Namen „RocknRollSt★r“ herausgebracht hat. Damit erfindet sich der 27-Jährige neu – der Name ist als Programm zu verstehen. Ein Gespräch über den Mut, das eigene Erfolgsrezept über Bord zu werfen – und die Superkraft der guten Laune. the red bulletin: Hand aufs Herz – bist du eher das Pferd, der Trabrennfahrer oder der Typ an der Bar, der sein letztes Geld verwettet? bibiza: (Lacht.) Der Typ an der Bar, ganz klar. Freunde von mir kommen manchmal nach dem Feiern in der Früh hierher und setzen ihr letztes Geld. Ich muss da auf jeden Fall mal mitkommen. Gehst du gerne aufs Ganze? Total. Ich feiere das Risiko – egal ob bei Songs und Alben oder im Leben überhaupt. Wenn ich feiern gehe, ist das beinahe so, als ob ich ein Spiel mit mir selbst spiele: Geh ich noch dahin und anschließend noch dorthin? Schaff ich es, bis zum Morgen durchzuhalten? Erinnerst du dich an das erste Mal, wo du richtig all-in gegangen bist? Das ging schon früh los. Mein Vater kommt aus Tirol. Als Kind habe ich da oft an einem Bach mit Steinen gespielt und wollte unbedingt von einem auf den

BIBIZA

Geboren 1999 in Wien, die gefeierten Alben „Wiener Schickeria“ (2023) und „Bis einer weint“ (2024) gehören zu seinen größten Erfolgen. 2025 erhielt BIBIZA seinen dritten Amadeus Music Award in der Kategorie „Best Sound“.

nächsten springen, es hat mich dabei aber ständig voll auf die Fresse g’haut. Aber diese „Was wäre, wenn …?“-Gedankenspiele habe ich bis heute. Zum ­Beispiel: Wie weit kann ich mich aus dem Fenster lehnen, ohne runterzufallen? Aber ich bin dabei nie kopflos, sondern wäge immer ab, wie weit ich an die Grenze gehen kann. Auch in der Musik. Das neue Album hat über­ raschend wenig mit Wien zu tun. Dabei war die Stadt bisher Dreh- und Angelpunkt deiner Kunst. Das war eine gewagte Entscheidung, ja. Aber ich war irgendwann einfach genervt von mir selbst. (Grinst.) Hattest du das Gefühl, zum Klischee deiner selbst zu werden? Es ist schon spannend, was passiert, wenn man so eine Kunstfigur erschafft: Man muss sein, was man nach außen hin vorgibt zu sein – und die Menschen THE RED BULLETIN


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Ist das auch der Grund, warum keiner der Songs auf dem neuen Album in Wien entstanden ist? Die Alben davor haben wir immer in der „Villa Lala“ (einem Tonstudio im 13. Bezirk; Anm.) gemacht, also mitten in Wien. Aber in der Stadt ist immer so viel los, da kann ich diese Ruhe gar nicht herstellen, die meine Band und ich brauchen. Deswegen kam dieser Impuls, wegzufahren. Wir waren zum Beispiel in ­Ungarn, Barcelona und Valencia. Und wenn man so unterwegs ist, dann bist du viel freier, ungezwungener, vielleicht auch ein bisschen bekloppter in der Birne. Genau das hört man jetzt auch auf den Songs. Es ist

„Bitte call my Manager“ heißt BIBIZAS aktuelle Single: „Mein Handy screen my bling Ding Dong Bling Bling.“

nicht so verrucht und räudig, sondern hat eine ge­ wisse Leichtigkeit, etwas Glamour und klingt viel ­internationaler. Wie funktioniert ihr als Band? Sehr gut! Von meiner Band checkt wirklich niemand, was in Deutschland passiert. Die haben noch nie in ihrem Leben was von Levin Liam gehört – und von Nina Chuba gerade mal einen Song. Das ist eine komplette Parallelwelt – und gerade deshalb voll geil. Eine Band, die den Markt nicht kennt, schreibt auch nicht für den Markt. Das ist unser Geheimnis. Was muss bei so einem Trip mit der Band immer mit in den Koffer? Ein Lexikon. Wenn ich keine Idee hab, schlage ich ­irgendeine Seite auf, les mir dreißig Wörter durch, von denen eins irgendwie seinen Weg in den Text findet. „Luxusparese“ vom letzten Album ist zum Beispiel so entstanden. Parese ist der medizinische Fachbegriff für Lähmung. Also habe ich kurzerhand noch den ­Luxus drangehängt, weil es für mich die Wohlstandsverwahrlosung perfekt auf den Punkt gebracht hat. In dem Song „Frank“ bist du in jedem Land ein anderer. Wie kommt man auf so eine Idee? Wir haben in Valencia zu Abend gegessen und uns aus irgendeinem Grund Dokus über Arnold Schwarzenegger angeschaut. Und mit einem Mal war da die Idee mit den ersten Zeilen: „In Amerika bin ich Frank, in Vienna bin ich Franz, in France bin ich François.“ Aber eben auch genauso arrogant und ­cocky vorgetragen. Mit dieser übertriebenen Selbsterhöhung zu spielen, hat mir extrem Spaß gemacht. Gleichzeitig steckt da natürlich auch eine gewisse Ironie drin. Und Wien. Aber es ist eben nicht mehr aus Wien heraus, sondern über Wien. Die ersten beiden Alben haben von dieser roten und schwarzen Farbwelt gelebt. Jetzt ist alles weiß. Wie wichtig ist dir die Optik? Lange bevor das Album fertig war, hatte ich schon das Gefühl, dass die Songs für mich alle weiß klingen. Ich mag es, dass verschiedene Phasen unterschied­ liche Farben haben und sich das dann bis ins kleinste Detail fortführt. Ich finde, das macht Kunst aus – zu merken, dass jemand sich etwas dabei gedacht hat und diese Linie sich durch sein Werk zieht. Styling Ilija Hvala Hair and Make-up Jessie Way

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OUTFIT: TOP HVALA ILIJA, JACKE ARMANI VINTAGE, HOSE FUTUR ADOM, SCHUHE BALENCIAGA VIA MINAMINOU, RINGE ZYIKO STUDIOS VIA WOLFMICH, GÜRTEL ARTI DELLA MANO, SONNENBRILLE STYLIST OWN, SCHAL JARA NOORI

verlangen das auch von einem. Das kann ungesund werden. Aber das war gar nicht der Auslöser. Ich wollte weg von diesem Mozartkugel-Monarchie-Ding und ein glamouröseres und internationaleres Album machen.

„Wenn ich keine Idee habe, schlage ich irgendeine Seite im Lexikon auf.“


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Traber Attila, mit fast 30 schon ein Pensionist, und BIBIZA: Die beiden sind ein Herz und eine Seele.

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Und das, obwohl er sich vor zwei Jahren die rechte Schulter aus­­ gekegelt hat: BIBIZA, gut abgehangen THE RED BULLETIN


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Das neue Album trägt den Titel „RocknRollSt★r“, trotzdem ist es für dich kein klassisches Rock­ album. Wie passt das zusammen? Für mich ist Rock eher die Einstellung als das Genre: Trust yourself, free love – und ein gepflegtes „Go fuck yourself!“ in Richtung aller Erwartungen. Meine Attitüde ist der Rock ’n’ Roll – und auf der Platte gibt es ganz viele Facetten davon, auch musikalisch. Sind Rock  ’n’  Roll-Stars, die sich selbst Rock  ’n’  RollStars nennen, nicht das genaue Gegenteil davon? Das habe ich mir auch schon mal überlegt. (Pause.) Dann war es mir aber ziemlich egal – und das ist genau die richtige Einstellung. (Lacht.) Das erste Konzert, das du besucht hast, war auch schon Rock: nämlich Green Day in der Wiener Stadthalle, mit deinem Papa. Wie alt warst du?

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OUTFIT: TOP CHRISTINA SEEWALD, HOSE STYLITS OWN, SCHUHE BALANCIAGA VIA MINAMINOU, BRILLE EMPORIO ARMANI, SCHAL JARA NOORI, GÜRTEL ARTI DELLA MANO GETTY IMAGES, WARNER MUSIC

Trio infernale BIBIZA über drei Frontmänner, die ihm gezeigt haben, wie man eine Bühne zu seiner macht.

1. Anthony Kiedis Red Hot Chili Peppers

Die Red Hot Chili Peppers waren mein Leben lang die Band und Anthony Kiedis der GOAT. Nackt auf der Bühne, Socken am Penis, wild herumspringen – das fand ich schon immer beeindruckend.

2. Liam Gallagher Oasis

Ich hab Oasis erst mit 25 über den US-Hype gecheckt, davor war mir die Musik irgendwie zu einfach gewesen. Jetzt feiere ich die Band: Liam steht da, spielt kein Instrument, Hände hinterm Rücken, das Mikro viel zu hoch, einfach komplett unbeeindruckt – und sieht dabei urgeil aus. Diese Unity, dass das Studenten genauso feiern wie Dorf­menschen, ist das Geilste.

3. Robbie Williams

Ein geborener Entertainer. Schon am Ende seiner Boyband-Zeit, als er bei Take That rausgeflogen ist, weil er so drüber war – und danach erst recht. Wenn ich ihn sehe, habe ich das Gefühl, dass er für die Bühne geboren ist. Für mich fast noch mehr Frontmann als Liam – und mir am Ende auch ein bisschen näher.

„Mich interessiert bei Konzerten nie der Pyro-Kram, sondern der, der da vorne steht.“ Da muss ich zehn Jahre alt gewesen sein. Das war 2009 während der „21st Century Breakdown“-Tour und zwei Jahre bevor ich selbst angefangen habe, Musik zu machen. Aber an eine Sache erinnere ich mich ganz genau: Billie Joe Armstrong hatte so eine Merch-Kanone, mit der er die T-Shirts durch die halbe Halle gefeuert hat. Eins ist eineinhalb Meter neben mir gelandet – ein Typ neben mir hat es gefangen, ich hab keins bekommen. Das fand ich damals maximal faszinierend. Und das sagt eigentlich viel: Mich hat nie der Pyro-Kram beeindruckt, das Feuer, das Licht. Mich interessiert der, der da vorne steht. Am 24. Juli hast du vor knapp 8000 Leuten in der Metastadt gespielt. Was bedeutet dir das? Alles. Ich liebe Musik über alles, und live zu spielen, ist für mich wie ein Fußballspiel: Die Mannschaft geht aufs Feld und räumt den Laden auf. Wir gehen rauf, und es ist die ganze Zeit wie ein Torjubel. Einer, bei dem die Crowd dir auch etwas zurückgibt – das ist nicht über Zahlen oder Likes zu bewerten, sondern echt: Was man gibt, kommt zurück. Gerade diese Show in der Metastadt bedeutete mir viel. Ich weiß noch, wie ich nach meiner ersten großen Show vor 3500 Leuten von der Bühne gegangen bin und traurig war. Ich dachte: Das war jetzt die größte Show meines Lebens, größer wird es nie. Und jetzt waren es mehr als doppelt so viele. Als Dreizehnjähriger hab ich mir vorm Einschlafen genau das vorgestellt – auf einer Bühne zu stehen. Hast du dich auf die Show besonders vorbereitet? Nein. (Lacht.) Davor einmal noch geprobt zu haben, war wahrscheinlich ganz gut. Aber sonst: nein. Das ist ja nichts Gespieltes. Vielleicht hier und da über­ zogen und überspitzt – aber das bin ja alles ich. Das passt schon so. Du hast Rap gemacht, Indie, jetzt Rock. Was kommt als Nächstes? Keine Ahnung – und das ist gut so. Ich hab nie einen Plan, mir passiert alles, wie es soll. Wenn wir ein Songcamp machen, können wir auch mit Jazz-Songs heimkommen, das kann niemand steuern. Wichtig ist nur: Es muss was Neues für mich sein. Am Ende geht es um dasselbe: gute Laune. It’s all about the Spaß! Instagram: @trabrennpark.krieau, @bibiza_official Infos zur Tour auf bibiza.at

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Eine Art Speed-Dating der „Fortnite“-Elite: Das ist Red Bull Reshuffle. Diesen Sommer steigt das Event erstmals in Wien. Drei Legenden der Gaming-Szene über ein Spektakel, das „Fortnite“ auf ein neues Level katapultiert.

MIX & MATCH

Text Pauline Krätzig Fotos Andreas Jakwerth THE RED BULLETIN


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„Das wird knallen“: „Fortnite“-Legenden Kyle „Mongraal“ Jackson, Martin Foss Andersen aka MrSavage und Amar Al-Naimi (v. li.) THE RED BULLETIN


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Spielen wir ein Spiel: Wir sitzen in einem Flugzeug oder – klimafreundlicher – einem Bus. Würde das Flugzeug auf einer ein­ samen Insel stranden wie in der Serie „Lost“ oder der Bus wie im Action-Thriller „Speed“ nicht mehr anhalten können: Wer von den Mitreisenden wirkt vernünftig, souverän, belastbar? Wer wie ein Nerven­ bündel? Wer übernimmt die Führung? Mit wem überlebt man diesen Albtraum? Ruhepol, Pragmatikerin, Taktiker – und: Ist hier jemand Arzt? Jede Zufallsbekannt­ schaft kann existenziell werden. Genau davon lebt das Online-Game „Fortnite“: von per­sönlichen Survival Skills, impro­ visierten Allianzen und gemeinsamen Überlebens­strategien.

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MrSavage Der Shotcaller

Martin Foss Andersen, 21, gehört seit Jahren zur Weltspitze von „Fortnite“ und gilt als einer der technisch stärksten Spieler Europas. Während andere auf Show setzen, überzeugt der Norweger mit seiner ruhigen, fokussierten Art. Insta: @mrsavage

ortnite“ – der Koop-Survival-Shooter ist so groß, dass auch Nicht-Gamer zumindest mal den Namen gehört haben. Der kommt vom altenglischen „fortnight“. Zerpflückt in die Wörter fort (Befestigung) und night (Nacht) ergibt sich „eine Festung für die Nacht“. Darauf baute das Softwareunternehmen Epic Games das Konzept für sein Spiel „Fortnite“ auf. Es startete 2017 kostenpflichtig unter dem Titel „Rette die Welt“: Die Spieler zimmern Festungen zusammen, um sich nachts vor zombieartigen Hüllen zu schützen. Der weltweite Durchbruch von „Fortnite“ zum Massenphänomen und Kult ­begann im selben Jahr mit dem Release des kostenlosen „Battle Royale“-Modus: Zu Beginn jedes Matchs springen bis zu

hundert Spieler aus dem ikonischen ­fliegenden „Battle Bus“ über einer Insel ab. Ziel ist es, Waffen und Ausrüstung zu sammeln und sich solo oder im Team ­gegen alle anderen durchzusetzen. Warum das so Bock macht? Fragen wir zwei, die in der ersten „Fortnite“Generation erwachsen und als GamingWunderkinder groß geworden sind: Der Brite Kyle Jackson alias Mongraal und der ­Norweger Martin Foss Andersen alias ­MrSavage zählen bis heute zu den besten „Fortnite“-Spielern. „Ich liebe es, gegen andere zu spielen, wenn etwas auf dem Spiel steht“, sagt Mongraal. „Casual ­Gaming ist langweilig – kein Adrenalin, kein echtes Ziel. Battle Royale ist einfach eines der besten Genres überhaupt.“ Für MrSavage ist „der Thrill, gegen so ­viele Leute in einem Game anzutreten und dann zu gewinnen, einfach ein geiles ­Gefühl“. Die beiden sind sich einig: Das Game „Fortnite“ ist next level. Zugegeben – die „Fortnite“-Szene wirkte in ihren ­Anfängen im Vergleich zu klassischen Esports wild bis ­absurd: Schulkids mit krassen Reflexen wie Martin und Kyle, die aus ihren Kinderzimmern streamten, wurden über Nacht weltberühmt und reich, noch ehe sie Auto fahren durften. Die ersten „Fortnite“-Wettkämpfe wirkten teils ­improvisiert, Teenager traten als Ritter, Busch oder Banane gegen EsportsProfis an und zockten um Preisgelder in Millionenhöhe. Inzwischen hat sich das Chaos gelichtet und „Fortnite“ sich zum globalen Live-Entertainment entwickelt – mit großen Bühnen, Millionenpublikum und Eventformaten, die eher an Festivals als an LAN-Turniere erinnern. Diesen Sommer bringt Red Bull ein komplett neues Format in das Spiel: Red Bull Reshuffle wird Österreichs bisher größtes Einzel-Esports-Event und ein weltweit einzigartiges „Fortnite“-Spektakel. Vierzig internationale „Fortnite“-TopSpieler werden am 15. August im Wiener Austria Center den „Battle Royale“-Reload-Modus sprengen. Der Knackpunkt von „Reshuffle“: Jede Runde wechselt der Duo-Partner. Warum das Laune macht? THE RED BULLETIN


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Mongraal Der Aimer

­ ragen wir einen, der seit Jahren EsportsF und Gaming-Events organisiert und moderiert. Der Wiener Amar Al-Naimi, kurz: Amar, wird das Event hosten und auf seinem YouTube-Kanal streamen: „Ich habe in acht Jahren ‚Fortnite‘ jedes erdenkliche Format gesehen oder selbst erfunden. Das hier gab’s noch nie. Als man es mir erklärt hat, dachte ich: Ihr seid Genies!“

„Fortnite“ – ein Fest für eine Nacht

Wer noch nie auf einem großen „Fort­nite“-­ Event war, stellt sich vielleicht eine Halle voller Nerds vor, die stumm auf Bild­ schirme starren und ab und zu aus­ticken. ­„Geschrei ist null produktiv“, weiß Mongraal, dessen Wutausbrüche früher fast so legendär waren wie seine Gaming Skills. Eine Energie, die perfekt zur hitzigen „Fortnite“-Frühzeit passte. Doch die ­Szene hat sich professionalisiert, und aus talentierten Schulkids sind Hoch­ leistungsathleten geworden. Außerdem sind „Fortnite“-Events sowieso schon die volle Dröhnung. Das Austria Center wird brodeln wie bei einem Popkonzert oder Fußballfinale: Auf gigantischen Screens leuchten digitale Welten auf. Menschen, die sonst nur als Nickname, Voiceover oder Gesicht auf Twitch und YouTube existieren, stehen leibhaftig vor ihrer ­eskalierenden Fanbase. Vor dem ersten Match ist es kurz still – ein elektrisches Knistern geht durch die Menge. Dann drehen sich die Profis in ihren Gamingstühlen ein, lassen noch eine Dose Energy zischen. Das Spiel beginnt. Die Halle tobt. Außen schreit alles Reizüberflutung, bei den Pros kehrt Ruhe ein. Sie ziehen die Kapuze übers Headset ins Gesicht und sich in ihre eingerichtete Komfortzone auf der Bühne zurück. Zwischen Sponsorentechnik liegen Kaugummis, Glücks-

bringer und vertraute Tastaturen. Mongraal bringt seine eigene Maus: „Die ist custom, superleicht, mit so ’nem HexLoch-Design. Standard-Mäuse sind um 50 Gramm schwerer – damit hat man eine ganz andere Sensibilität.“ Viele tragen über den kleinen Kopfhörern im Ohr für Ingame-Sound und Voice-Chat große Noise-Cancelling-Headphones, um die Außenwelt stummzuschalten. Denn bei „Fortnite“ kann ein einziges Geräusch, ­jeder Schritt eines Gegners entscheidend sein. Es herrscht auch kein Durcheinandergelaber wie beim Team-Zocken zu Hause. „Fortnite“-Pro-Kommunikation ist wie bei Formel-1-Funk ein Soziolekt aus knappen Kommandos, kurzen Codes und Positionsangaben: „height“ – „box ­cracked“ – „two east“ – „rotate now“ – Wörter, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Genau wie der richtige Teamplayer. „Ich mag Duos sogar l­ ieber als Solos. Du hast einen, auf den du dich verlassen kannst“, sagt Mongraal. Die Frage ist: Was macht einen guten Teammate aus? Und schon casten wir wieder das beste Match zum Überleben.

Doppelt hält besser (durch)

Die beiden wichtigsten Spielerrollen in kompetitiven „Fortnite“-Teams sind „In-Game Leading“ (IGL) und „Fragging“. Der IGL bestimmt Taktik und Routen. Der Fragger kümmert sich ums Grobe, schaltet die Gegner aus und kämpft den Weg frei. Fähigkeiten bedeuten bei „Fortnite“ mehr als Fingerfertigkeit. Mechanics ist die Spieltechnik – reagieren, schießen, bauen –, Game Sense sind strategische und intui­ tive Skills – denken und entscheiden. Bei „Fortnite“ sollte man all das gleichzeitig delivern können – natürlich schneller, besser, präziser als der Rest. Wenn also

,,JEDES EVENT IST WICHTIG FÜR DIE SZENE. ABER DAS RESHUFFLE IST SO EINZIG­ARTIG, DA WERDEN VIELE LEUTE EINSCHALTEN. DAS WIRD RICHTIG KRASS.'' MONGRAAL

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Kyle Jackson, 22, ist eines der ersten „Fortnite“Wunderkinder. Mit 13 Jahren wurde der Brite zum Superstar der europäischen Szene – berühmt für seinen offensiven Spielstil, seine krassen Reflexe und seine Zielgenauigkeit. Insta: @mongraal

„Fortnite“-Pros bereits im S ­ olo-Gaming fast übermenschlich per­formen – was muss ein Teammate haben, was die anderen nicht haben? „Das Wichtigste ist Respekt füreinander und dass man einfach Spaß hat. Dann kannst du als Team funktionieren“, findet MrSavage. Sprich: Fair Play. Das gilt auch für Esports. Das Besondere bei Red Bull Reshuffle ist allerdings: Nicht das beste Duo gewinnt am Ende, sondern derjenige, der mit ständig wechselnden Partnern am besten funktioniert. Wer sich am besten anpassen kann. Also neu gefragt: Was hast du als Teammate, was die anderen nicht haben? Mongraal prescht vor und zeigt sich selbstbewusst: „Meine größte Stärke ist, Druck auszuhalten. Ich war nicht mal beim World Cup mit dreizehn, vierzehn nervös.“ Der einstige Hitzkopf der Szene ist ruhiger geworden, spielt noch immer explosiv, impulsiv, ist ehrgeizig und kompetitiv geblieben, aber nicht verbissen. „Ich gewinne als Teammate, weil ich mich an jeden Duo-Partner und jede Situation gut anpassen kann. Egal ob aggressiv oder passiv – ich mache mit.“ Ganz im Sinne von Darwins „Survival of the Fittest“. Auch MrSavage geht mit adaptiven ­Fähigkeiten an den Start: „Ich bin im Team fast immer IGL. Genau deshalb kann ich mich gut anpassen, weil ich nicht nur weiß, wie man ein Team führt, sondern auch, was ein IGL von seinem Angreifer erwartet und wie man Anweisungen optimal umsetzt.“ Charakterlich ist MrSavage das Kontrastprogramm zu Mongraal: Er ist diszipliniert, kontrolliert, fast stoisch – und gehört genau deshalb konstant zur Weltspitze. „Meine größte Stärke ist mein Mindset. Es gibt so viele Kids, die krass im Spiel sind, aber sofort ausrasten und aufgeben, wenn es nicht läuft. Letztes Wochenende hat mein Teammate im vierten Game einfach wütend das Match verlassen – weil wir so schlecht performt ­haben. Ich konnte ihn nicht mal rebooten. Natürlich war ich auch mad. Aber ich hab die nächsten Games trotzdem gespielt.


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GAMING

Das nächste haben wir sogar gewonnen.“ So ist das bei Multiplayer/Koop-Spielen – man muss sich auf andere verlassen können. Bei Red Bull Reshuffle müssen sich die Profis noch auf etwas anderes gefasst machen: Es ist eine Art Speed-Dating der „Fortnite“-Weltelite – allerdings: „Das ­Publikum stimmt ab, wer mit wem spielt“, erklärt Amar. „Das wird richtig knallen.“ Denn wie im Real Life flexen die Gamer dann erst recht, weiß Amar: „Die meisten Spieler haben im Duo eine HoneymoonPhase: Die ersten Wochen mit einem ­neuen Mate spielen sie am besten – alles ist frisch, sie müssen sich beweisen. Beim Shuffle werden die Spieler also in jeder Runde ihr bestes Ich auspacken.“ Mongraal und MrSavage führen bereits eine Langzeitbeziehung. Die beiden kennen sich, seit sie 12 und 13 Jahre alt waren. In der Szene gelten sie seit Jahren als ikonisches Duo. Sie haben als Creator und im Battle eine gemeinsame Geschichte – spielten zusammen, trennten sich, fanden sich wieder. „The famous duo ­re­unites“, heißt es dann. „Ich glaube, das wäre so krank, wenn Mongraal und ich zusammen spielen. Wir haben sogar schon zusammen gewohnt – zwei Monate bei mir, dann einen Monat in London. Die Chemie stimmt. Nur den Abwasch erledigen – definitely not him.“ Abgesehen vom dreckigen Geschirr kann Mongraal nur zustimmen: „Manchmal müssen wir nicht mal reden. Einer weiß, was der andere in Sekundenbruchteilen macht. Savage hat mehr Game Sense und IGL-Fähigkeiten als ich. Ich kann ihm folgen und da sein, wo er mich braucht. Er ist smarter im Spiel.“ Mongraals zweiter Wunschgegner: Vico. Wer ist das nun wieder? „Vico ist seit einer Weile einer der Besten im Game.“ Die Next Generation von „Fortnite“.

Amar Der „Papa“

Gamer, Streamer, Content Creator, Entertainer, Gastgeber: Amar Al-Naimi, 32, gehört zu den prägendsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen „Fort­ nite“-Szene. Der Wiener war „Fortnite“-Europameister, heute fördert er Talente und verwandelt EsportsTurniere in unvergessliche Live-Erlebnisse. Insta: @amartv

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Vico, bürgerlich Taylor-Petrik Gatschelhofer, ist österreichischer Gamer und „Fortnite“-Weltmeister. Er ist am 15. August all-in.

RED BULL RESHUFFLE Rund 1200 Zuschauer fiebern live mit, wenn am 15. August vierzig der weltweit besten „Fortnite“-Profis als Duos gegeneinander antreten. Der Twist: Jede Runde wechselt der Duo-Partner. In einer Gesamtwertung wird der beste Team­mate des Turniers gesucht. Gehostet wird das Event vom Wiener Gamer Amar. Tickets auf ­redbull.com/reshuffle

Der Hype Man der ersten Stunde

Die „Fortnite“-Szene ist brutal schnell­ lebig – neue Talente tauchen permanent auf, auch wieder ab. Einer, der sie findet und pusht, ist Amar. „Ich liebe es, andere wachsen zu sehen“, sagt er und meint damit auch die Szene an sich. Amar belebt und vereint die Community. Er veranstaltet Turniere, um Nachwuchs zu fördern und um Gaming größer zu machen – zur Show, zur Kultur, zum Live-Erlebnis. „Ich habe ‚Fortnite‘ im deutschsprachigen Raum geprägt. Auch international.“ Seit 2025 ist er als weltweit erster Creator ­offiziell im Spiel verewigt. Die „Fortnite“Community nennt ihn oft scherzhaft „Papa“. Angefangen hat damit unter ­anderem sein Schützling Vico. Der 19-jährige Taylor-Petrik Gatschelhofer alias Vico spielte Ende Mai als einer von 100 Top-Spielern der Welt bei der „Fortnite“ Championship. „Und dann gewinnt mein Ziehsohn das Ding einfach und sagt danach im Interview: ‚Mein größtes Lob an jemanden, ohne den ich hier gar nicht stehen würde. Vor zwei

Jahren wollte ich noch aufhören – und er hat mich immer wieder motiviert und begeistert. Amar, du bist der beste Typ.‘ Das war für mich, als hätte ich selbst gewonnen. Ich habe mich so gefreut für ihn!“ Der beste Lehrer hinterlässt keine Nachfolger, sondern Überflieger. Vico wird bei Red Bull Reshuffle seinen Mate stehen. Amar kennt seine Stärken: „Vico ist mechanisch einer der besten Fighter – er macht aus jeder Situation was, egal ob ­einer gegen zwei oder gegen fünfzig. Und er ist ein absoluter Hype Man.“ – Sagt der Vater aller „Fortnite“ Hype Men. Auch Amar saß von Anfang an im „Fortnite“-Battle Bus. „Ich war sogar vor Mongraal und Savage dabei. Eine Zeit lang war ich einer der Besten der Welt. Damit kann ich schon prahlen“, sagt Amar und grinst. Ein guter Mate gibt, ­womit er am meisten unterstützen kann, nicht, was nur ihm selbst am meisten dient. „Ich gebe Leuten eine Bühne, Reichweite, Plattformen. Uneigennützig. Ich kriege keine Prozente, ich will nichts. Ich mach’s aus Love for the Game.“ THE RED BULLETIN


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WIE MAN EINEN RIESEN ZÄHMT Eine neue Generation an Big-Wave-Surferinnen nimmt es mit den Monsterwellen auf. Laura Crane ist eine von ihnen. Sie musste für ihren Traum erst durch die Hölle gehen. Text Jessica Holland

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BIG WAVE SURFING Power Moves: die Britin Laura Crane, 31, in ihrem Element – in Nicaragua im vergangenen Sommer

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BIG WAVE SURFING

E

s ist ein stürmischer Tag in Nazaré, Portugal, der Heimat der größten Wellen der Welt. Die Surferin, die sich von einem Jet-Ski durch die Gischt ziehen lässt, in Richtung der haushohen Wasserwände vor der Küste, ist Laura Crane, 31. Sie nimmt an diesem Februartag 2025 zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren an einem Contest teil. Sie ist die erste Britin, die sich je für ein Top-Event der World Surf League (WSL) qualifiziert hat. Genau genommen ist sie als Frau leider noch immer eine Seltenheit in den Monsterwellen. Big-Wave-Athletinnen wie die Französin J­ ustine Dupont, die Hawaiianerin Annie Reickert, die Deutsche Lena Kemna oder die Österreicherin Christina Gindl sind gegenüber ihren männlichen Kollegen deutlich in der Unterzahl. Ein Umstand, den Crane ändern möchte. Laura klammert sich am ruckelnden Seil fest, jederzeit bereit, loszulassen für den sogenannten „Drop“. Sie spürt diese ganz eigene Mischung aus Angst und Vertrauen, wenn man sich auf eine extreme Herausforderung penibel vorbereitet hat. „Wenn die Angst kommt“, wird sie später sagen, „kannst du nur vertrauen. Darauf, dass du hart und gut genug trainiert hast. Dass du unter Wasser lange genug die Luft anhalten kannst. Dass du in jeder Situation intuitiv richtig reagierst, egal was passiert.“ Wenn man mit dem Tempo eines Autos auf der Autobahn übers Wasser schießt, angeschoben von der ganzen Energie, mit der der Atlantik gegen Europas Westküste kracht, verschwindet die Angst wie von allein, wird Crane später erzählen. „Dann kommt pure Euphorie. Du bist völlig präsent in diesem Moment.“ THE RED BULLETIN

Für Nazaré-Verhältnisse sind die ­ ellen heute nicht riesig – man könnte W sagen: mehr Einfamilienhaus als Wolkenkratzer –, aber das Wasser ist ruppig ­genug, um die Weltbesten zu fordern. Der Contest läuft gut an für Crane, da rollt eine neue Welle heran, noch größer als die bisherigen. Crane surft eine waghalsige Linie und steuert direkt in den ­kritischsten Teil der Welle, während die Gischt über ihrem Kopf zusammenschlägt. Sogar von der Küste aus erkennt man ­Cranes Kraft und Athletik. Doch plötzlich trifft sie beim zweiten Turn eine Backwash-Welle, sie verliert die Kontrolle, fliegt durch die Luft. Ihr vorderer Fuß steckt fest im Strap. Sie spürt, wie ihr Knöchel bricht, kämpft sich aber instinktiv an die Oberfläche, wo sie ihr Wettkampfpartner Tony Laureano mit dem Jet-Ski rettet.

Mit zerstörtem Fuß über die Welle

Die meisten Menschen würden in so einer Situation nur noch ans Ufer wollen. Crane nicht. Sie besteht darauf, mit Laureano zu tauschen und ihn in ein paar Wellen zu ziehen. Einen Jet-Ski ­unter diesen Bedingungen zu fahren, ist mindestens so schwer wie das Surfen selbst. „Ich schaffe noch fünf Minuten“, brüllt sie durch den Sturm. „Ich bringe dich in eine gute Welle und sammle dich dann wieder ein. Davor gehe ich verdammt noch mal nirgendwohin.“ Mit z­ erschmettertem Fuß über den Ozean zu brettern, sei „die Hölle“ gewesen, sagt Crane danach. Trotzdem zählt sie diesen Tag zu den besten ihres Lebens. Ihr Umgang mit dem lebensgefähr­ lichen Zwischenfall vor Nazarés Küste ­erzählt viel über Laura Crane, über ihre positive Einstellung, Entschlossenheit und psychische Widerstandskraft. Die kann man sich erarbeiten, sagt sie, zum Beispiel mit täglichen Eisbädern um fünf Uhr morgens und mit Workouts von sadistischer Brutalität. „Big-Wave-Training bedeutet, sich selbst durch die Hölle zu jagen“, sagt

sie. „Wir trainieren unseren Körper, klar, aber vor allem trainieren wir unsere Psyche darauf, uns selbst in unangenehmen Situationen wohlzufühlen.“ Bereits mit zwölf wurde Crane britische ­Meisterin. Aber ihre weitere Surfkarriere „nahm nicht wirklich den Weg, von dem ich geträumt hatte“, sagt sie heute. „Professionelle Surferin zu sein, das hieß ­damals: Wenn du nicht gut aussiehst, ­vergiss es. Und wenn du gut aussiehst, dann musst du Haut zeigen. Je weniger Klamotten, desto besser. So war das ­damals. Ich war zwölf! Innerhalb von drei Jahren wurde ich von einer Hoch­ leistungssportlerin zu einem InstagramBikinimodel. Der Deal war klar: Um eine Chance zu haben, musst du wahnsinnig viele Dinge akzeptieren, die du eigentlich nicht akzeptieren möchtest. Das ­zerstört mit der Zeit deine Träume. Was noch ­dazukam: Die Surf-Szene gab dir als Mädchen das Gefühl, du solltest dankbar sein, überhaupt einen Platz in diesem Sport zu haben. Das hat mich gebrochen. Ich entwickelte eine Essstörung, die mein Leben 15 Jahre lang bestimmt hat.“ Crane beschreibt das Ende ihrer Surf­ karriere mit 21: „Ich war komplett am Ende. Ich musste mich jeden Tag über­ geben, sechs, sieben, acht Mal. Mein ­Körper konnte k ­ eine Nahrung mehr bei sich behalten.“ Auf der Suche nach einer neuen Identität zog Crane nach London, trat in der Dating-Reality-Show „Love ­Island“ auf und ar­beitete als Sport-TV-Moderatorin. 2018, Crane war 23, die nächste schwere Krise nach einer Operation: „Ich bin damals fast gestorben“, sagt sie. „Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Der einzige Mensch, der weiß, was gut für mich ist, bin ich selbst. Ich habe den TVScheiß hingeschmissen und bin nach ­Devon zurück. Dann habe ich mir endlich Hilfe für meine Essstörung geholt. Damit hat sich alles verändert. Ich habe angefangen, mir meine Kraft zurückzu­holen.“

„Wir trainieren unseren Körper, klar, aber vor allem trainieren wir ­ unsere Psyche.“

AMELIA PEMBERTON

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Laura Crane begann mit sechs Jahren zu surfen: im kalten Atlantik vor dem südwestenglischen Fischerdorf Croyde

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GETTY IMAGES

Der Blick auf die Praia do Norte im portugiesischen ­Nazaré, wo Laura eine der ikonischen Big Waves surft.

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Zu Hause in Devon beglei­tete Crane ihren kleinen B ­ ruder an den Strand. „Ich sah zu, wie er sich über lächerlich kleine ­Wellen freute – und seine Begeisterung brachte mich langsam zurück ins Wasser.“ Ein gemeinsamer Trip zu „The Cribbar“, einer seltenen, kräftigen Big Wave in Cornwall, entfachte neue Leidenschaft für die Big-Wave-Szene in ihr. Der ExProfi Éric Rebière bot an, ihr Tow-in-Surfen beizubringen, also jene Technik, bei der man nicht selbst in die Welle paddelt,

sondern von einem Jet-Ski hineingezogen wird. Sie sei, meinte er, wie gemacht für diese Disziplin. „Es war das erste Mal, dass ich erlebt habe, wie ein Mann in der Surf­szene meinen Körper für seine Stärke wertschätzt und nicht für den Look“, sagt ­Laura. „Ich merkte, dass ich vielleicht doch einen Platz in dieser Welt habe.“ Crane war aufgeregt wie seit ihrer Kindheit nicht mehr. Sie beschloss, die 40.000 Pfund, die sie durch die TV-Arbeit angespart hatte, ins Surfen zu investieren,

„Wenn die Angst kommt, kannst du nur darauf ver­trauen, dass du intui­tiv richtig reagierst.“

und sie ging all in: Sie verlegte ihren ­Lebensmittelpunkt nach Nazaré, kaufte einen Jet-Ski und schwor sich: „Ich werde mir von niemandem etwas sagen lassen. Es war ab dem ersten Moment meine ­eigene Reise – nur meine. Zum ersten Mal in meiner Surfkarriere war ich wirklich stolz auf mich.“ Einfach war der Weg dennoch nicht. Die Zahl der Frauen im Big-Wave-Surfen auf höchstem Niveau ist winzig, und es gibt noch viele Kämpfe um Anerkennung und Gleichberechtigung auszufechten. Während des Contests in Nazaré hört man im Livestream der World Surf League ­einen Kommentator sagen – er weiß nichts von Cranes gebrochenem Knöchel –, es müsse als Frau eine „riesige Herausforderung“ sein, den Jet-Ski für ihren Partner sicher durch die Wellen zu manövrieren. „Seht mal, wie souverän ihr das gelingt!“ Es fällt ihm nicht mal auf, wie abwertend das klingt. THE RED BULLETIN


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Crane meistert die Wellen bei Freesurf-Sessions im Big-Wave-Mekka Nazaré.

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ADVERTORIAL

BIG WAVE SURFING

„Ich will, dass junge Surferinnen nach mir genau so sein können, wie sie sind: Geht raus und lebt euren Traum!“

LANG LEBE DER BEWUSSTE BERGSPORT

HELIO ANTONIO

Hör nicht auf Slater!

Instagram: @lauraloucrane, die Doku (30 Min.) „Undercurrents“ ist auf YouTube zu sehen.

1959

Mit „Salewa LOVE“ baut die Marke ihr Engagement für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Bergsportausrüstung weiter aus und präsentiert die ersten zu 100 Prozent reparierbaren Trekkingstöcke.

2016

Outdoor-Ausrüstung soll möglichst lange begleiten – und nicht ersetzt werden, sobald ein Teil verschleißt. Mit diesem Anspruch startet Salewa 2026 sein neues Markenleitbild „Salewa LOVE“.

MEILENSTEINE DES FEMALE BIGWAVE-SURFENS Die Kalifornierin Linda Benson, damals erst 15, surft eine 20-Fuß-Welle (6 Meter) in Oahu, Hawaii, und wird damit eine der ersten dokumentierten Big-Wave-Surferinnen. Paige Alms wird bei der Pe‘ahi Jaws Challenge auf ihrer ­Heimatinsel Maui zur ersten Big-Wave-Weltmeisterin gekrönt.

Re-Love ist eine von drei Säulen dieser Strategie und setzt konkret auf Reparatur und Second-Life-Initiativen, um Ressourcen möglichst lange im Nutzungskreislauf zu halten.

2019

Die WSL führt gleiches Preisgeld für Männer und Frauen in allen Divisionen ein.

2020

Salewa Re-poles

Die Brasilianerin Maya Gabeira stellt in Nazaré einen Welt­ rekord auf: Sie surft eine 73,5-Fuß-Welle (22,4 Meter).

• 100 Prozent zerlegbar – alle Ersatzteile separat erhältlich • 7075-Aluminium – leicht, hochfest, alpintauglich

2021

• Karbid-Hartmetallspitze für sicheren Grip

Premiere für Red Bull Magnitude in Hawaii, den ersten ­reinen Frauenbewerb im BigWave-Surfen. Keala Kennelly aus Kauai gewinnt beide Awards: Biggest Wave und Overall.

• Powerlock-Verschluss für schnelle Längenverstellung • Anatomischer Griff & verstellbare Schlaufe • Trekkingteller inklusive

2023

Die Australierin Laura Enever paddelt eine 43,6-Fuß-Welle (13,3 Meter) an den Außen­ riffen von Oahus North Shore an: neuer Paddle-in-­Rekord.

© SALEWA

Laura Crane weiß, dass frühere Genera­ tionen von Big-Wave-Surferinnen noch härter kämpfen mussten, um ernst ge­ nommen zu werden. Den aktuellen Welt­ rekord für die größte je von einer Frau ge­ surfte Welle hält Maya Gabeira, die im Februar 2020 in Nazaré eine 73,5-FußWelle (22,4 Meter) ritt. Dieser Erfolg stellte sich ein, sieben Jahre nachdem die Brasilianerin am selben Ort das Bewusst­ sein verloren hatte und fast ertrunken wäre – kurz danach schickte Surf­legende Kelly Slater ihr eine Direktnachricht, in der er ihr nahelegte, sie solle lieber auf­ hören, Big-Wave-Surfen sei einfach zu ge­ fährlich für sie. Doch es kam – Stichwort Weltrekord – ein wenig anders. Im Dezem­ ber 2025 ritt Laura Crane ­während der Nazaré Big Wave Challenge ­übrigens eine Welle, die womöglich sogar noch größer war als jene von Maya Gabeira – eine ­offizielle Bestätigung der Guinness-Welt­ rekordrichter steht noch aus. Zu Laura Cranes Zielen gehört ganz klar, den Contest in Nazaré zu gewinnen, sagt sie – aber ebenso wichtig ist ihr, dass die Big-Wave-Szene der Frauen weiter wächst. Dass sich mehr Mädchen an die großen Wellen trauen, ist einer der Grün­ de, warum sie ihre Geschichte erzählen will, mit allen Höhen und Tiefen: „Ich will, dass junge Surferinnen nach mir ­genau so sein können, wie sie sind. Keine Verstellung, keine Verwirrung mehr. Geht einfach raus und lebt euren Traum!“ Als sie zum ersten Mal nach Nazaré kam, profitierte Crane von der Unterstüt­ zung durch die Frauen, die dort bereits surften – jetzt will sie diese Unterstützung an die nächste Generation weitergeben. „Ich bin so stolz, wie wir in unserer BigWave-Mädels-Crew zusammenhalten. Ja, wir sind Athletinnen, Kon­kurrentinnen, wir sind kompetitiv, aber wenn’s drauf an­ kommt, passen wir auf­einander auf. Wir haben unsere eigenen Stimmen, jede für sich und wir alle gemeinsam. Niemand kann uns jetzt noch aufhalten.“

2026

„She in Storms“ erscheint, eine Doku von und mit Österreichs erster Big‑Wave-­ Surferin: Christina Gindl.

Mehr entdecken unter: salewa.com/de-at


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„Ich muss meinen Kopf frei­ fahren!“ Von der Leichtigkeit des Wiederaufstehens: MotoGP-Shootingstar Pedro Acosta über Stürze, Mentaltrainer und den simplen Rat seines Vaters. Text Werner Jessner

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MOTOGP

KTM

Pedro Acosta, 22, Weltmeister der Moto3 und Moto2, KTMs MotoGPSpeerspitze

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Am Limit: Pedro und seine KTM RC16 in Barcelona

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otoGP-Piloten müssen Meister sein: Meister in den kleineren Klassen, aber auch Meister der Konzentration. Ein paar Handbreit zu spät gebremst, ein, zwei Grad zu viel Schräglage: Schon liegen sie auf dem Hosenboden und können aus der Ameisenperspektive beobachten, wie sich ihr teures Motorrad in seine Einzelteile zerlegt. Einer, dem genau das bei seinem aller­ ersten Start auf der großen Bühne, dem Red Bull Rookies Cup, passiert ist, war Pedro Acosta: Jerez 2019, Sturz schon im Qualifying. Andere wären im Boden versunken, doch nicht der damals gerade noch nicht Fünfzehnjährige aus dem südostspanischen Mazarrón: „Zu crashen, das war nicht der beste Start“, grinst er heute. „Immerhin war ich davon überzeugt, das Rennen gewinnen zu können. So aber fuhr ich ohne Punkte nach Hause. Für die Meisterschaft war das nicht ideal.“ Und trotzdem schaffte er gleich in seinem Premierenjahr drei Siege und kämpfte bis kurz vor Ende der Meisterschaft um den Titel mit. „Ich war ein Kind damals“, räsoniert er. „Ich habe im Moment gelebt und wusste, dass mein Potenzial da war. Im ersten Jahr des Red Bull Rookies Cup war ich fast an jedem Wochenende irgendwann am Boden. Daraus habe ich für das zweite Jahr gelernt: Da habe ich nur noch zwei Stürze fabriziert.“ Stürze wegzustecken, sei einfach, findet der mittlerweile zweifache Weltmeister: „Wenn das Potenzial vorhanden ist, ist der zweite Schritt bloß, es fehlerfrei abzuTHE RED BULLETIN

„Wer wirklich Leistung bringen will, braucht eine realistische Selbsteinschätzung. Ein Fehler bleibt ein Fehler.“


MOTOGP

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rufen. In meiner Welt: nicht zu stürzen.“ Wenn es doch passiert, soll man das nicht zu sehr an sich herankommen lassen, ­findet er: „Ich bin in meiner Karriere so oft zu Boden gegangen, weil ich versucht habe, mein Potenzial voll zu nutzen.“ Trotz Airbag-Leder und Carbon-Helm passieren immer wieder Blessuren. Die Bandbreite reicht dann von Zähne zusammenbeißen bis mehrmonatiger Zwangspause. „Ein Sturz beim Langsamfahren, da könnte man sich vielleicht wie ein Idiot fühlen.“ Nur wenn man über das Limit geht, weiß man, wo es liegt. Ein Sturz, weil er zu spät gebremst hat, fällt unter Normalität: „Manchmal muss man etwas versuchen. Wenn es klappt: fein. Wenn nicht: auch kein Drama. Abhaken, ein bisschen früher bremsen, weiter geht’s.“ Schwieriger sind Fehler anderer, die man ausbaden muss. 2021 war er in Assen in eine Kollision zweier Gegner verwickelt und wurde überrollt. „Das ist mental eine ganz andere Situation. Wir sind voller ­Adrenalin. Das hilft beim Weitermachen.“ Und doch müsse man kühlen Kopf bewahren. Check: Körper okay, wie verhält sich das Bike? Darauf reagieren, Probleme ­umfahren, und zwar schnell: „Das dauert eine halbe, manchmal eine Runde.“

Pedro macht kein Geheimnis daraus, dass er bei Problemen keine fremde Hilfe in Anspruch nimmt. Er ist gern allein mit sich selbst hinter dem dunklen Visier, „denn niemand kennt mich so gut wie ich selbst. Ich glaube nicht an Mental­ coaches. Woran ich glaube: Ehrlichkeit und realistische Selbsteinschätzung. Das ist der schwierige Teil. Glücklicherweise bin ich in der Lage, dass die Menschen rund um mich sehr klar kommunizieren. Wenn sie mir sagen müssen, dass ich ein Idiot bin, dann werden sie das tun. Wer wirklich Leistung bringen will, braucht eine realistische Selbsteinschätzung. Ein Fehler bleibt ein Fehler – das gilt für eigene genauso wie für solche, die andere Menschen machen.“ Das bringt uns zum dritten Fall, nämlich einem mechanischen Defekt. Als sich in Barcelona 2026 Acostas Bike in der Beschleunigungsphase ungewollt abstellte

und Landsmann Álex Márquez ungebremst auffuhr, mit wilden Bildern in der Gegend herumfliegender Teile, war er nur Passagier. „Das gehört in unserer Sportart zum Berufsrisiko. Technik kann kaputt­ gehen, das wissen wir. Was bringt es, sich den Kopf darüber zu zerbrechen? Als mir in Misano letztes Jahr die Kette gerissen ist: Was hätte ich tun sollen? So gut ein Team auch arbeiten mag, es bleibt ein Restrisiko. Ist so“, zuckt er die Schultern. Generell helfe ihm ein erlernter Fatalismus, sagt er (man kann es aber auch Coolness nennen). Bestes Beispiel dafür:

Pole-Position: Pedro Acosta im Qualifying für den Großen Preis von Catalunya

KTM, GOLD&GOOSE/RED BULL CONTENT POOL

Blick nach vorn

Gerade der Umgang mit Zeit sei ein entscheidender Faktor, sagt Acosta: „Ich versuche nach jedem Unfall raschestmöglich wieder raus auf die Strecke zu gehen, um meinen Kopf freizufahren. Unser Gehirn funktioniert so, dass es sich an die letzten Dinge am besten erinnert. Und das soll tunlichst nicht der Sturz sein, sondern ­etwas Positives.“ Man kennt das auch aus anderen Sportarten: der Skispringer, der sich wieder auf den Balken setzt. Der Abfahrer, der wieder auf den Gipfel fährt. Der Turmspringer, der sich wieder an die Kante stellt. Das Muster ist dasselbe: sich selbst zu beweisen, dass der Unfall eine Anomalie war. Motto: Lass ihn nicht zu deinem Trauma werden. Acosta: „Das Rennen ist nach einem Sturz ohnehin verloren. Also nutze die Zeit direkt danach.“

Jubel mit dem Team: Acosta fährt seit 2025 für Red Bull KTM Factory Racing. THE RED BULLETIN


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MOTOGP

„Mein Vater – ein Fischer – hat mir beigebracht, dass man nicht aufgibt. Nicht beim Fischen, nicht im Sport.“ „Früher war ich am Start nervös, selbst wenn ich wusste, dass ich schnell bin und meine Aufgaben bis zu diesem Zeitpunkt gut erledigt hatte. Doch in letzter Zeit blödle ich lieber mit meinem Team rum oder höre Musik, anstatt mich schon früh verrückt zu machen. Der Rennstress kommt ohnehin. Ich habe lieber zehn ­Minuten länger Spaß und fahre den ­Fokus erst hoch, wenn ich mir in der Start­ aufstellung den Helm aufsetze.“ Im Rennen selbst geht es nicht um Hoffnung oder Glaube, sondern um Rea­ lismus: Was ist drin? Alles andere wird ausgeblendet: die Furcht, dass etwas ­Unvorhergesehenes passieren könnte, ­genauso wie der Strohhalm eines un­ realistischen Wunders.

Pure Chlorine spielt bei der MotoGP

Alternative Rock aus Wien schmückt den Spielberg.

Was bringe es generell, sich zu ärgern – über eigene Fehler, über die der Gegner, über technische Probleme –, stellt Pedro Acosta eine rhetorische Frage, und über­ dies sei es müßig, sich den Kopf über ver­ gangene Dinge zu zerbrechen. „Darum will ich auch nicht länger über den Barce­ lona-Crash mit Álex sprechen“, stellt er klar und sagt das sehr bestimmt. Es bringe nichts, nach hinten zu schauen: „Egal was passiert ist, wie es passiert ist: Was ist das Ergebnis? Mit wie vielen Punkten bin ich abgereist? Das ist es, was zählt.“ Bei Redaktionsschluss wartete Pedro Acosta, zweifelsfrei einer der schnellsten Rennfahrer der Gegenwart, noch immer auf seinen ersten Sieg bei einem Grand Prix. Ein Sieg, der längst überfällig ist, der hoch verdient wäre und der dem 22-Jäh­ rigen bislang trotzdem verwehrt blieb. Doch auch das bringt ihn nicht zum Ver­ krampfen: „Mein Vater – ein Fischer – hat mir als jungem Buben beigebracht, dass man nicht aufgibt. Nicht beim Fischen, nicht im Sport. Meine Mutter hat mir ­bei­gebracht, nicht zu weinen. Ich mache weiter, bis alles zusammenspielt, egal was auf diesem Weg kommt.“ Der Motorrad Grand Prix von Österreich findet von 18. bis 20. September am Red Bull Ring am Spielberg statt. Insta: @37pedroacosta THE RED BULLETIN

Hier kommt Toprak: Gewinne ein Meet & Greet Bereits in seiner ersten MotoGP-Saison hat sich der türkische Quereinsteiger aus der Superbike-WM, der dreifache Weltmeister Toprak Razgatlıoğlu, zum Publikumsliebling ent­wickelt. Inhaber eines Wochenendtickets auf der Toprak-Tribüne haben die Chance, ein Meet & Greet zu gewinnen. ­Tickets und alle Infos: QR‑Code scannen.

Der Bandcontest „Red Bull Stage – Take Off“ gab auch diesen Juni drei österreichischen Nachwuchsbands die Möglichkeit, auf dem Nova Rock Festival auf der Red Bull Stage zu spielen. Pure Chlorine (Alternative Rock/Pop) eröffnete am Freitag, Cousins – Indie-Pop aus Graz – spielten am Samstag, und die Alter­ native-Newcomer Purple durften am Sonntag die Bühne rocken. Pure Chlorine erhält außerdem die Chance, in der MotoGP Bike City, der offiziellen Fanzone beim Motorrad Grand Prix von Österreich 2026, am Red Bull Ring live zu performen. Klare eigene Handschrift Pure Chlorine ist das Alternative Rock/ Pop-Musikprojekt der Wiener Sängerin und Songwriterin Claudia Bruckner. Ihre Musik ­verbindet rauchigen Gesang mit schweren ­Gitarrenriffs, elektronischen Beats und PopElementen. Inhaltlich thematisiert die Künst­ lerin mentale Gesundheit und Selbstreflexion mit einer selbstbewussten Attitüde. Zu ihren bekannten Veröffentlichungen zählen EPs wie „Sorry That I Smashed Your Ego“ und „Healing Is Brutal“. Nach Live-Auftritten beim Donau­inselfest, Glacis Open Air und Reeperbahn Festival folgt nun der Spielberg.

Insta: @purechlorine; pure-chlorine.com

MATTHIAS HESCHL, GOLD&GOOSE/RED BULL CONTENT POOL

Geduld ist eine Tugend


ADVERTORIAL REBELLISCH UNTERWEGS: ANDREA SCHLAGER MIT DEM NEUEN CUPRA RAVAL.

© CUPRA; CORNELIUS BRAUN / RED BULL CONTENT POOL; TAUROA

Gemeinsam mit Andrea Schlager sucht CUPRA nach Rebellen – Menschen, die mutig vorangehen und die Welt bewegen. Bei CUPRA steht das Erlebnis im Mittelpunkt. Die spanische Automarke schafft emotionale Mo­ mente, die inspirieren und ver­ binden – und sucht gemeinsam mit ServusTV-­Moderatorin Andrea Schlager nach Menschen, die ihren eigenen Weg gehen. Per­ sönlichkeiten, die aus­getretene Pfade bewusst verlassen, anders denken und mutig handeln. Sie nutzen Widerstände als Antrieb und zeigen: Fortschritt entsteht dort, wo Konventionen hinterfragt werden. Genau diesen Spirit ver­ körpert auch der neue CUPRA Raval. Das neue urbane Elektroauto Benannt nach dem gleichnamigen Stadtviertel Barcelonas, trägt der

CUPRA Raval dessen unverwechselbaren Charakter in sich: kreativ, lebendig und rebellisch. Als voll­ elektrischer Kleinwagen verbindet er markantes Design mit sportlicher Performance und moderner Technologie. So interpretiert er urbane Mobilität neu. Innenraum mit digitalem Fokus Auch innen bleibt der CUPRA Raval sich treu: Ein fahrerorientiertes Cockpit, digitale Displays und stimmungsvolle Ambientebeleuchtung schaffen eine moderne, immersive Atmosphäre. Hochwertige Mate­ rialien treffen auf intelligente Assistenzsysteme und unterstreichen den sportlichen Anspruch des dynamischen Stadtautos.

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Früher war er ein „Wilder Kerl“. Dann ein „Vorstadtkrokodil“. Jetzt kämpft sich der ehemalige Kinderstar Nick Romeo Reimann zurück auf die große Leinwand – als OlympiaRuderer und Krypto-Trader. Text Stephan Hilpold Fotos Lukas Gansterer

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FILM Ob als Trader, Möchtegern-Manager oder Spitzensportler: Nick Romeo Reimann, 28, startet in Film und Fernsehen neu durch.

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Nick über sich selbst: „Ich bin willensstark – und kann ziemlich unnach­giebig sein.“

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s gibt eine alte Filmaufnahme, in der Nick Romeo Reimann gefragt wird, wie viele Autogramme er an diesem Tag bereits geschrieben habe. Im Hinter­ grund kreischen unzählige Mädels und auch ein paar Burschen. „Heute schon 800“, sagt der Acht­jährige und stützt seinen Kopf leicht gelangweilt in die rechte Hand. „Und diese Woche?“, fragt die Interviewerin. „Boah, 8993 oder so was“, sagt Nick. Ob der Knirps in diesem Moment die Interviewe­rin auf den Arm nimmt oder ob der Achtjährige das mit den Zahlen einfach noch nicht so richtig hinbekommt, das verrät die Aufnahme nicht. Was sie allerdings verrät: Achtjährige können ziemlich selbst­bewusst und unerschrocken sein. Rund zwanzig Jahre später sitzen wir bei Eier­ speise und Schinkenbrot in einem Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt. Nick Romeo Reimann lächelt noch immer dieses entwaffnende Nick-Romeo-­ Reimann-Lächeln mit leicht geöffnetem Mund und schaut auch sonst dem Kind von damals ziemlich ähnlich. Die Haare kürzer und strubbeliger, dafür spannen sich unter der schwarzen Lederjacke die auftrainierten Muskeln. „Was manche Schauspieler ihr Leben lang nicht erreichen, das hatte ich alles be­ reits als Kind“, sagt er und erzählt, wie er bei einem Kindergeburtstag das erste Mal „Die wilden Kerle“ gesehen hat. Sechs war Nick damals und mindestens genauso fußballverrückt wie die Burschen im gerade angelaufenen Kinofilm. „Ich wusste sofort: This is my world!“ Mit Unterstützung seiner Eltern bewarb er sich fürs Casting für den dritten Teil des Block­ busters, und ein Jahr später, als er sieben war, ver­ brachte er die Schulferien neben den beiden Ochsen­ knecht-Brüdern vor der Kamera. Mit acht war er dann im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt. Nick war Nerv, furchtlos, frech und das jüngste Crew-Mitglied der Abenteuerbande. Die Filmreihe lockte damals Heerscharen jüngerer Zuschauer in die Kinos, und Nick, der behütet in München auf­ gewachsene Volksschüler, war plötzlich ein Kinder­ star – samt Promo-Touren, Auftritten bei Johannes B. Kerner, unzähligen Interviews und noch viel mehr Autogrammen. Nach drei „Wilde Kerle“-Teilen folgte

die Hauptrolle im Kinofilm „Vorstadtkrokodile“ (Nick spielte Hannes an der Seite von Nora Tschir­ner) samt zwei Fortsetzungen, schließlich die Hörspielreihe „Gregs Tagebuch“, wo Nick die Sprecher-Rolle des Greg übernahm. Doch dann war erst mal Schluss. Nick konzen­ trierte sich wieder ganz auf die Schule.

Schwuler Engel mit Pin-up-Body

„Ich bin da relativ unbeschadet wieder heraus­ gekommen“, sagt Nick Romeo Reimann heute, „aber natürlich hat mich der frühe Erfolg verändert.“ Vor kurzem hat der NDR eine Doku über Kinderstars ge­ dreht, darüber, wie schwierig es für viele ist, nach dem frühen Ruhm im Erwachsenenleben Fuß zu ­fassen. Nick war eines der drei ehemaligen Kinder, die porträtiert wurden. Die Filmcrew begleitete den Schauspieler unter anderem auf die Bühne des Wiener Volks­theaters, wo er einen schwulen Engel in der ­Erfolgsproduktion „The Boys Are Kissing“ mit Pin-upTHE RED BULLETIN


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Alle Hände voll zu tun: In der neuen Serie „Highter & Wolkig“ eröffnet Nick das erste legale Kiffer-Café Deutschlands.

Body und umgeschnallten Federflügeln gibt, und zu Drehs nach München und ins norddeutsche Ratzeburg, wo er für „Adams Acht“ vor der Kamera stand. Der Film handelt von dem legendären deutschen ­Ruder-Achter und dessen Trainer Karl Adam, die bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 als absolute Außenseiter in einem spektakulären Endspurt die Goldmedaille holten. Ein Film ganz nach Nicks Geschmack: eine Erfolgsstory mit vielen Hürden (Adam war NS-vorbelastet), eine sportliche Herausforderung (Nick absolvierte als einer der acht Ruderer ein Hardcore-Trainingsprogramm) und ein Star-Cast (neben Oliver Masucci als Adam spielen Felix Kammerer, Svenja Jung, Axel Milberg und Heino Ferch). Und für Nick die Rückkehr auf die große Leinwand. „Ich dachte bereits, der Zug sei abgefahren“, sagt er noch immer etwas ungläubig. Nach der Schauspielschule in München wurde Nick zwar ­sofort vom Wiener Volkstheater ­unter Vertrag genommen, das Kino und das Fern­sehen zeigten dem ehemaligen Kinderstar aber die kalte Schulter: „Ich hatte ein Jahr lang nur Absagen bei Filmcastings, dann ein zweites Jahr nur Absagen, schließlich ein drittes Jahr.“ Insgesamt waren es 65 No-sorry-Mails, Nick führte Buch. Er war ver­zweifelt. Mit jeder Ab­ sage stieg bei Nick allerdings auch die Gewissheit, dass er seine Karriere selbst in die Hand nehmen THE RED BULLETIN

Styling Simon Winkelmüller Hair and Make-up Lydia Gronostay

müsse, wenn das schon kein ­anderer für ihn machte. Die kindliche Unerschrockenheit, sie ist Nick Romeo ­Reimann auch als Erwachsenem geblieben. „Ich bin diszipliniert und willensstark – und kann ziemlich unnachgiebig sein.“ Also stürzte er sich neben seinem festen Theaterengagement in freie Projekte, für die er selbst brannte, als Schauspieler und Regisseur („Fugue Four : Response“) und sogar als Ausstellungsmacher („Rage is a good Feeling“ in Baden bei Wien). „Ich kann nicht anders“, sagt er. „Wenn mich etwas packt, dann ist es um mich geschehen.“ Als Kind war es das Skaten, das ihn nicht mehr losließ, als Jugendlicher die Bibel, die er jahrelang fast manisch las – heute sagt er: „Ich bin nicht religiös.“ In der Vorbereitung zu „Adams Acht“ kippte Nick schließlich in den Sport: Neben dem Rudertraining formte er mit vielen Trainings- und Ernährungs­ tabellen seinen Körper, bis er schließlich zehn Kilo Muskelmasse mehr hatte – und das bei einem Körperfettanteil von gerade einmal sieben Prozent. „Nur weil ich ins Gym gehe“, sagt Nick, „bin ich kein toxischer Typ. Ich brauche das einfach.“ Auch als Nick die Kurzgeschichte „Alvin“ des dänischen Schriftstellers Jonas Eika las, packte ihn die Leidenschaft. Nick wusste: Die Story dieses reichen, emotional distanzierten jungen Traders musste er ­verfilmen. Gemeinsam mit Olivia Axel Scheucher (zusammen realisierten sie die meisten von Nicks freien Projekten) organisierte Reimann ein Crowdfunding, um an die nötigen Mittel für das Filmprojekt zu kommen. Den Rest des Geldes erwirtschaftete er selbst – durch Trading: „Ich habe auf die Underperformance von Altcoins gegenüber Bitcoin und Ethereum gesetzt“, erklärt er. „Das hat ziemlich gut geklappt. Als ich das Geld beisammenhatte, habe ich Trading dann aber wieder sein lassen.“ Die Dreharbeiten für „Heatmap“ sind mittlerweile abgeschlossen, im Herbst soll der Film in die Kinos kommen.

Der Musterschüler lässt locker

Zu diesem Zeitpunkt, genauer ab 18. September, wird auch „Adams Acht“ im Kino laufen – und Nick Romeo Reimann zumindest für einen kurzen Moment durchatmen können. Die viele Arbeit, die strenge Disziplin, der unbedingte Wille, es zurück auf die große Leinwand zu schaffen – sie haben sich also ausgezahlt? Ja, sagt Reimann, allerdings habe er in den vergangenen Jahren etwas gelernt, das einem Arbeitstier wie ihm nicht immer gefällt: „Disziplin allein führt nicht notwendigerweise zu besserer Kunst. Noch wichtiger ist, sich zu öffnen, etwas von sich selbst preiszugeben, Risiken einzugehen.“


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FILM

Vielleicht ist es genau das, was man von dem mittlerweile 28-Jährigen, der es an Erfahrung mit vielen Menschen aufnehmen kann, die mindestens doppelt so alt sind, lernen kann: So wichtig es ist, Biss zu ­haben, so wichtig ist es auch, mal lockerzulassen. Oder um es mit den Worten Nicks zu erklären: „Ein Regisseur hat einmal zu mir gesagt, dass ihn Schauspieler nerven, die ihren Beruf wie einen Sport behandeln. Die perfekt vorbereitet sind, immer alles kontrollieren wollen, alles analysieren und bewerten.“ Zusatz: „Das hat mich sehr getroffen, weil ich mich darin wiedererkannt habe.“ Bereits als Kind war Nick einer derjenigen, die in Tränen ausgebrochen sind, wenn es in der Schule nur einen Dreier für einen Test gab; an der renommierten Otto Falckenberg Schule in München, wo er seine Schauspielausbildung machte, galt Nick als Musterschüler. Auf Theaterbühnen und auch vor der Kamera gelten aber andere Regeln. Ironischerweise war es jene Rolle, derentwegen Reimann 2025 für den wichtigsten österreichischen Theaterpreis, den Nestroy, nominiert wurde, die ihn fast aus der Bahn warf: In „Krankheit oder Moderne Frauen“, einem frühen Stück der Nobelpreisträgerin Plus zehn Kilo Muskel­masse: Für den R ­ uderfilm „Adams Acht“ absolvierte Nick ein Hochleistungs-Sportprogramm.

Elfriede Jelinek, sollte Reimann am Wiener Volks­ theater den Conférencier, den sogenannten „Weißclown“ geben, eine Kunstfigur, die er minutiös einstudierte, zu der er aber keinen rechten Zugang fand: „Ich bin komplett an meine Grenzen gestoßen. Bis ich meine völlige Ratlosigkeit offen zugegeben und mich dadurch ‚nackig‘ gemacht habe. Ich habe mich wie ein Anfänger gefühlt und mich dafür geschämt.“ Was dann passiert ist? „Ab dem Moment“, sagt Reimann, „in dem ich meine Angst in die Arbeit eingebracht habe, lief es.“ Die Rolle in Claudia Bauers gefeierter Inszenierung wurde – neben einem Publikums-Nestroy zwei Jahre zuvor – zu Nicks größtem Erfolg am Theater – und zu einem Best-Practice-Beispiel, wie Reimann mittlerweile auch an andere Arbeiten herangeht, etwa an die Comedyserie „Highter & Wolkig“, im Streaming bei RTL+. Nick spielt darin den hyperaktiven Möchtegernmanager Korbi, der zusammen mit dem „Berufskiffer“ Wolke in einem Provinznest das erste legale Cannabis-­ Café Deutschlands eröffnen will. „Ich habe das Drehbuch mehrfach komplett gelesen, mir aber nur grobe Punkte notiert, keine detaillierten Spielanweisungen“, sagt Nick. „Mein Ziel war, vorbereitet zu sein, aber im Moment des Drehs frei zu bleiben. Das hat super funktioniert.“

Der eigene Weg zur Stärke

Frei sein, das ist ein Wort, das an diesem Vormittag im Kaffeehaus öfter fällt – als wolle sich der ehemalige Kinderstar, für den es das größte Lob war, wenn ihn jemand „Profi“ nannte, endlich von den Fesseln des frühen Erfolgs befreien. In der Doku „Kinder-Schauspieler“ auf NDR werden auch Aspekte von Nicks ­früher Karriere thematisiert, über die er bisher selten sprach: wie er als Achtjähriger von den anderen, ­wesentlich älteren Kinderdarstellern gemobbt wurde und er abseits der Kamera plötzlich nicht mehr Teil der Bande war. „Ich habe schon früh eine unglaub­ liche Kälte und Härte erlebt.“ Das hat Nick Romeo Reimann allerdings auch stark gemacht – und seinem Selbstbewusstsein bis heute nicht geschadet. Als er damals als Achtjähriger bei Johannes B. Kerner saß, wurde Nick vom Talkmaster gefragt, was einen „wilden Kerl“ ausmache. „Man soll sich nicht von anderen alles sagen lassen“, sagte er damals nach kurzem Stocken. „Man soll ­seinen eigenen Weg gehen.“ Zusatz: „Und man soll in der Schule keine Fensterscheiben einschießen.“ Instagram: @romeoreimann THE RED BULLETIN

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GUIDE

Reise /  Mindgame / Musik / Fitness / Streaming / Mobilität /Events

ZURÜCK ZUM URSPRUNG

DANIELE MOLINERIS

Mit dem EnduroE-Bike durch das V ­ alle Maira

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GUIDE

REISE/

HIMMEL, ARSCH UND SCHOTTER

Das Valle Maira im Piemont im Nordwesten Italiens zeigt, wie sich die Alpen abseits von Massentourismus anfühlen: wild, weit und wohltuend ­ursprünglich. Auf ­einsamen Bike-Trails ­gehen hier A ­ benteuer und Entschleunigung Hand in Hand.

Nichts. Ich halte inne. Tatsächlich: Ich höre absolut nichts. Erst jetzt, ohne das stete Surren unserer E-Bikes, fällt es mir auf, als wir am Gebirgspass Colle Rastcias die erste Pause einlegen – nach knapp drei Stunden im Sattel, auf 2100 Meter Höhe. Und obwohl ich erschöpft, staubig und hungrig bin, überkommt mich ein Gefühl, das ich selten so im Alltag verspüre: totale innere Ruhe. Wir – das sind mein Guide Pietro Agnese und ich. Der 28-Jährige begleitet mich an zwei von vier Tagen auf meiner Tour durch seine Heimat, das Valle Maira. Was das Tal im Piemont, bestehend aus dreizehn Gemeinden, so besonders macht: Es gibt keine Skilifte, keine Hotelkomplexe und so gut wie keine Berghütten. Statt auf Massentourismus setzt man auf Nachhaltigkeit. Im Winter ein ­Paradies für Skitourengeher, im Sommer für Wanderer und Radfahrer. Hier muss man sich jeden Höhenmeter verdienen.

Auf schmalen Pfaden

IMMER UNTER STROM Zu Hause fahre ich Gravel, doch hier ist das EnduroE-Bike der perfekte Begleiter für die Mischung aus steilen Abfahrten und technischen Uphills. THE RED BULLETIN

DANIELE MOLINERIS

Von San Damiano Macra aus haben wir uns entlang der Strada dei Cannoni, einer wunderschönen Höhen- und ehemaligen Militärstraße, Stück für Stück hochgearbeitet und beenden unsere Tagestour im Bergdorf Elva. Das Highlight in meiner Unterkunft La Caso di Elva – neben dem Blick auf den Sternenhimmel von meinem Bett aus: das Essen. Ravioles, vergleichbar mit Schupfnudeln, serviert in brauner Butter schwimmend. Und Bunet, eine Art Schokopudding, mit zerbröselten Amarettini-Keksen. Ich bin fertig für heute. Am nächsten Morgen geht es zu dem ­Instagram-Spot schlechthin, dem Felsvorsprung Fremo Cuncunà (Seite 77). Danach über Singletrails, die teilweise nicht viel breiter sind als meine Reifen, weiter steil bergab in Richtung Stroppo. Ich ignoriere, wie sehr meine Finger vom Bremsen krampfen und dass eine falsche Bewegung ein schmerzhaftes Ende ­nehmen


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„Als wir bei der GardettaHochebene ankommen, bringe ich nur ein Wort heraus: Wow!“

ABKÜHLUNG am Fuße der Stroppia-Wasserfälle beim Bach Maurin

TUTTO BENE Von links, im Uhrzeigersinn: die atemberaubende GardettaHochebene; ich im Rifugio Gardetta, das auf Charme statt Chichi setzt; mit Guide Sven durch Chiappera; die Rocca Pro­ venzale prägt das Panorama.

könnte, und folge hoch konzentriert den Spuren meines Guides. Bis Pietro die Worte ausspricht, die man auf keiner BikeTour hören will: „I have a flat.“ Er hat einen Platten. Leider verlieren wir dadurch viel Zeit, weswegen uns Fotograf Daniele Molineris ein Stück in seinem Van mitnimmt. Als wir schließlich bei der Gardetta-Hochebene ankommen, bringe ich nur ein Wort heraus: „Wow!“ Denn obwohl ich selbst in den Tiroler Alpen aufgewachsen bin, habe ich selten so ein Panorama gesehen: Eine malerische Landschaft aus sattgrünen Wiesen, schroffen Bergketten und menschenleeren Pfaden tut sich auf. „Es gibt hier oben sogar Fußabdrücke von Dinosauriern“, erzählt Pietro. THE RED BULLETIN


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GUIDE

Travel-Tipps Beste Reisezeit Für Wanderer und Radfahrer zwischen Juni und Oktober, die Wintersaison geht von Dezember bis April.

IN BESTER BEGLEITUNG Guide Sven weiß, wo es langgeht – hier in Richtung Lago di Saretto. Dass er fließend Italienisch spricht, ist zusätzlich von Vorteil. Aber ich merke: Man kann sich auch mit Händen und Füßen gut verständigen.

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Am Lago della Meja, einem kleinen ­ ebirgssee, machen wir einen ZwischenG stopp. Als hinter uns ein Steinbock über einen Grat spaziert und Murmeltiere ­vorbeiflitzen, fühle ich mich wie in einer Wildtierdoku.

Weiter hoch hinaus

Die Nacht verbringen wir im Rifugio Gardetta, einer der wenigen Hütten hier auf 2335 Metern. Kein Empfang, kein WLAN, keine Probleme, denke ich, als ich auf mein Handy schaue. Dafür bekommt man typisch italienisches Essen (u. a. Pasta und Minestrone) und für einen Euro eine Minute lang warmes Duschwasser – auch wenn es fast 30 Sekunden dauert, bis das

Noch mehr Infos und Anregungen unter: vallemaira.org

DANIELE MOLINERIS

„Kein Empfang, kein WLAN, keine Probleme.“

Wasser nicht mehr Gebirgsbachtemperatur hat. Die Hütte ist gleichermaßen rustikal wie heimelig. Selig schlafe ich im halb besetzten 16-Betten-Lager ein. Am nächsten Morgen übernimmt mein neuer Guide Sven Heinitz. Wie der Name vermuten lässt, ist der 38-Jährige kein Italiener, sondern aus Deutschland, er lebt aber schon seit mehr als zehn Jahren im Piemont – und kennt gefühlt alles und jeden. Wir radeln zu den Stroppia-Wasserfällen – mit gut 500 Metern Fallhöhe die höchsten Italiens. Wieder bleibt mir nur ein stummes Staunen. Weiter geht’s nach Chiappera, dem letzten bewohnten Weiler des Maira-Tals, der aus wenigen restaurierten Steinhäusern besteht. Die Locals grüßen uns mit einem freundlichen „Ciao!“, und wir tun es ihnen gleich. Nach gut sechs Stunden am Bike endet die Tour in Camoglieres di Macra. Insgesamt sind uns an diesem Tag gerade einmal ein paar Menschen und ein Hund untergekommen. Nach fast 2000 Höhenmetern täglich und gut 200 Kilometern Strecke insgesamt sind wir am Ende wieder dort, wo mein Abenteuer vor kurzem erst begonnen hat. Als ich abends in meinem Bett im Ferienhaus I Foresti liege, halte ich noch mal inne. Am Ende nehme ich aus dem Valle Maira nicht nur müde Beine, einen wunden Hintern und eine neu entfachte Begeisterung für die Berge mit – es ist vor allem die Erkenntnis, wie wertvoll echte Stille geworden ist.

LISA HECHENBERGER

Wie du hinkommst Das Tal liegt im Südwesten des Piemont, ca. 20 Kilometer nordwestlich von Cuneo. Die nächsten Flug­häfen sind Cuneo Levaldigi und Turin. Wer vor Ort mobil sein will, kommt eher mit dem Auto.


ADVERTORIAL

SPIELBERG DREHT AUF! Die spektakulärste Motorsportserie der Welt gibt am Red Bull Ring Gummi.

© RED BULL CONTENT POOL / GOLD & GOOSE; SERVUS TV / MANUEL SEEGER

„Die Landschaft, das Grün, der Wald, die Idylle mit der Kirche auf dem Berg: Der Red Bull Ring ist schlicht eine ins Leben hinein­ gebaute Rennstrecke“, schwärmt ­Motorradlegende Gustl Auinger, der sich bereits vor 31 Jahren in der Region niederließ. „Hier wird Motorsport geliebt und gelebt. Den österreichischen Charme, das ­einzigartige Flair und die herz­ liche Art der Menschen spüren die MotoGP-Fahrer sofort – und fühlen sich ­entsprechend wohl.“ Neben der malerischen Kulisse bietet Spielberg Motorsport der Extraklasse: Mit Höhenprofil und schnellen Passagen zählt der Red Bull Ring zu den spannendsten Strecken im

DAS SERVUS TV-MODERATORENTEAM: GUSTL AUINGER UND ALINA MARZI

Kalender. „Das Layout ist stimmig“, sagt Auinger, der den Motorrad Grand Prix von Österreich als Experte für ServusTV begleitet. Weil das Feld auf dem vergleichsweise kurzen Kurs meist eng beisammenbleibt, sind packende Entscheidungen garantiert. „Die Strecke gibt dir die Chance, das Rennen in der letzten Kurve zu kippen.“ Diese Erfahrung musste auch Marc Márquez machen. Dreimal verlor der neun­ fache Weltmeister den sicher geglaubten Sieg erst u ­ nmittelbar vor der Ziellinie, ehe er im Vorjahr endlich auch im Murtal triumphierte. Zehn der bislang zwölf MotoGPRennen seit dem Umbau des Red Bull Rings gingen an Ducati, die beiden übrigen an KTM. Der oberösterreichische Hersteller nutzt den Highspeed-Kurs seit Jahren als Teststrecke und verfügt entsprechend über einen enormen Datenschatz. Power und Traktion bleiben die entscheidenden Erfolgsfaktoren am Red Bull Ring. Doch diesmal dürfte auch mit Aprilia zu rechnen sein. Gustl Auinger: „Den Speed haben ihre Motorräder inzwischen genauso. Die Kräfteverhältnisse versprechen ein völlig offenes Rennen.“

MotoGP™ Qatar Airways Grand Prix von Österreich Das Rennwochenende am Red Bull Ring 18. bis 20. September 2026, Spielberg – Red Bull Ring Tickets unter win.gs/redbullring Alle Sessions live bei ServusTV und ServusTV On Alle News aus der Pole-Position: speedweek.com

Red Bull Ring – Streckeninfos: • Länge: 4,348 Kilometer • Breite: 12 Meter • Start-Ziel-Gerade: 810 Meter • Kurvenanzahl: 11 (8 rechts, 3 links) • Höhenlage: 660 Meter • Maximale Steigung: 12 Prozent • Maximales Gefälle: 9,3 Prozent • Höhenunterschied: 65 Meter

Jetzt die ServusTV On-App downloaden


GUIDE

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MINDGAME/

PACK’S AN!

Willkommen zu einer Rätsel-Challenge, die deine mentale Fitness trainiert. Dieses Mal: Schieb die Steine ins Ziel.

DIE AUFGABE

X-Faktor mal anders: Beide Steine müssen auf je ein X. Bewegen kannst du sie nur, indem du sie frontal schiebst. Nicht möglich ist es, Steine zu ziehen oder zwei zusammen zu schieben. Deine Figur selbst kann sich über alle unverstellten Flächen bewegen, aber nicht über Steine springen.

PFEFFERMIND

BRATISLAV MILENKOVIĆ

1. LEICHT

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2. SCHWER

3. IMPOSSIBLE

Scan den QR-Code, um zur Lösung des Rätsels zu gelangen.

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GUIDE

MUSIK/

IM BUS MIT SKORPIONEN

Deutschrapper benno!, 19, hat über die Jahre für jede Gelegenheit den richtigen Soundtrack gefunden. Hier kommen vier Favourites. „Ich wusste immer, dass das Ganze groß wird – ich wusste nur nicht, dass es so früh kommt.“ An Selbstbewusstsein ­mangelt es Deutschrapper Ben Burrows, den wir als benno! kennen, keineswegs. Warum auch? Mit ge­rade einmal vierzehn Jahren begann er am Laptop eigene Songs zu schreiben und zu produzieren. Harte TrapBeats, eingängige Hooks und ­flowige ­Texte ­wurden schnell sein Markenzeichen. Nur zwei Jahre später veröffentlichte der Junge aus Löhne in Nordrhein-Westfalen mit „1of1“ sein Debütalbum – seitdem ging es Schlag auf Schlag: Vertrag mit Sony Music, über eine Million monatliche Hörer auf Spotify, virale TikTok-Clips und 2026 schließlich seine erste Tour. Hier verrät er, welche Artists ihn auf diesem Weg ­musikalisch begleitet haben. Die Liebe zur Musik hat benno! von seinem britischen Vater mitbekommen, der Durchbruch kam über TikTok.

Drake

Sade

Glen Campbell

Justin Bieber

„Zwischen elf und fünfzehn war ich in meiner Ami-RapPhase, ich fand die Energie von Künstlern wie Playboi Carti extrem krass. Und natürlich Drake. Ich weiß noch, wie ich mit meinen schlechten Kabel­kopf­hörern im Bus auf dem Weg zur Schule saß und sein Album ‚Scorpion‘ durchgepumpt habe.“

„Deutschrap habe ich erst mit fünfzehn entdeckt, mit Rappern wie Xatar und Celo & Abdi. Aktuell, würde ich sagen, stecke ich in einer ruhigen Phase. Bei mir ist so viel los, da will ich zu Hause nicht wieder harte Trap-Beats hören, sondern entspannen – deswegen ist Sade gerade meine Nummer eins.“

„Mein Vater ist aus Manchester und hat mir schon als Kleinkind ganz viel Soul, The Beatles und Michael Jackson gezeigt – und ‚Rhinestone Cowboy‘ von Glen Campbell zum Einschlafen auf der ­Gitarre vorgespielt. Das hat super funktioniert, ich habe geschlafen wie ein Baby!“

„Als ich etwa zehn Jahre alt war, war Justin Bieber eine absolute Ikone für mich. Damals habe ich immer mit einem guten Freund in unserer Einfahrt Basketball gespielt. Im Winter. Es war eiskalt, aber wir haben einfach über mein Handy JustinBieber-Songs auf voller ­Lautstärke gehört.“

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Pearls (1992)

Rhinestone Cowboy (1975)

Confident (2013)

LISA HECHENBERGER

I’m Upset (2018)

SONY MUSIC

TikTok: @weluvbenno; Scan den Code und erleb benno! mit Produzent Jumpa beim Rap-Format Red Bull 64 Bars


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VORTEIL THIEM Der Ex-Tennisprofi investiert Zeit, Geld und Know-how in neue Sportanlagen.

Padel-Anbieter. Erstes Ziel: 200 Plätze bis Ende 2027 zu errichten. „Im Tennis sind wir in Österreich gut aufgestellt, aber beim Padel passen Angebot und Nach­frage noch nicht zusammen“, erklärt Thiem die Investition. Dass sich laut ihm die beiden Sportarten wunderbar ergänzen und ­gegenseitig befruchten, erstickt jeglichen Konkurrenzgedanken gleich im Keim. „Tennis hat eine so große Tradition und wird immer die Basis bleiben, aber Padel ist eine super Erweiterung.“

SCHLAG AUF SCHLAG

Padel wächst wie kaum eine andere Sportart. Die Gründe: hoher Spaßfaktor, lebensverlängernde Effekte, Inklusion – und nun Dominic Thiem. Das Bild ist vertraut. Dominic Thiem, ­Österreichs erfolgreichster Tennisspieler der vergangenen Dekade, mit einem Schläger in der Hand. Doch der genaue Blick offenbart, dass der US-Open-Sieger von 2020 „fremdgeht“: Thiem spielt Padel, einen Rückschlagsport mit Wurzeln in Mexiko und Spanien, der in den letzten Jahren auch in Österreich immer mehr Anhänger gefunden hat. Diesen Hype will der 32-Jährige nun weiter befeuern. Thiem ist – neben Winzer Leo Hillinger und Ex-Fußballer Guido Burgstaller – einer der Investoren von smash, einem neuen THE RED BULLETIN

„Jung, alt, Profi, Neuling: Hier spielen alle zusammen.“ Dominic Thiem, 32

Buchung eines smash-Padelcourts unter smash-group.com Von den Besten lernen: Highlights und Live-Action der Premier Padel Tour gibt’s auf redbull.tv

CHRISTINE MIESS

FITNESS/

„Mein Wunsch ist es, dass sich die Leute, vor allem Kinder und Jugendliche, mehr bewegen und dass sie Spaß an der Bewegung haben. Dafür ist Padel eine unglaublich coole Option“, so Thiem. Bei all der Spielfreude, die sich wegen des kleineren Courts, der langsameren Ballwechsel und des Verzeihens technischer Fehler schneller als beim Tennis einstellt, sollte man den Fitnessaspekt nicht unterschätzen. Thiem: „Du bist mit dem ­Körper weiter ­unten. Das ist ein super Training für die Beine. Denn auch wenn der Platz nicht groß ist und du zu viert spielst, machst du in zwei Stunden echt viele Schritte.“ Der zweite große Mehrwert ist wie beim Tennis die Hand-Auge-Koordination. „Da gibt es wissenschaftliche Studien, die gezeigt haben, wie wichtig das im Blick auf Longevity ist.“ Stichwort Lang­ lebigkeit: Einer der wichtigsten Faktoren für ein langes gesundes Leben sind soziale Kontakte, und auch die werden beim Padel gefördert. Auf dem Platz, durch Spieler-Zusammenführung via WhatsApp-Gruppen, abseits davon durch Social Zones, wie es bei smash heißt. Denn beim Padel kommen Jung und Alt, Männer und Frauen, Profis und Amateure zusammen. Oder mit den Worten von Dominic Thiem: „Du kannst spielen, mit wem du willst.“

CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

Fit werden, fit bleiben


GUIDE

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Team Lisa Egal ob Fußballerin Laura Feiersinger, Basketballerin Ireti Amojo oder Ver­ einspräsidentin Nicole Kumpis: Lisa Ramuschkat spricht mit Frauen aus der Sportwelt über Karriere, Rück­ schläge und den Weg an die Spitze. Ein Blick auf die große Welt des Leis­ tungssports abseits von Medaillen und Schlagzeilen.

Länger leben 100 Jahre alt werden – und dabei möglichst fit bleiben? In diesem neuen LongevityPodcast sprechen Journa­ listin Natalja Fischer und Mediziner Felix Bertram über Schlaf, Ernährung, Bewegung und die Frage, welche Gewohnheiten tat­ sächlich zu einem längeren, gesünderen Leben bei­ tragen. Praxisnah und ­wissenschaftlich fundiert!

Ladies Cut

STREAMING/

MEHR ALS SHOW Diese Podcasts und Serien erzählen von großen Erfolgen und herben Rückschlägen – und den Menschen hinter den Schlagzeilen.

Von Krafttraining bis Mental Health, von Biohacking bis zu gesunder Ernährung – in diesem Podcast sprechen Gynäkologe und Sport­ mediziner Dr. Christian Matthai und Schauspielerin und Podcasterin Barbara Kaudelka über Themen der Frauenmedizin. „Ladies Cut“ verbindet Fachwissen und Lifestyle mit einer Dosis Humor – rezeptfrei!

NETFLIX, GETTY IMAGES

SASKIA JUNGNIKL-GOSSY

Watch-Tipps

Kaulitz & Kaulitz

Mehr Drama, mehr Chaos, mehr Einblicke: In der dritten Staffel begleiten die Kameras Bill und Tom Kaulitz zwischen Tourbus, Hollywood Hills und Familienleben. (Netflix)

Louder Than Fear

Von der Punkrock-Band Blink-182 zur TV-Persönlichkeit: Travis Barker erzählt von seinem illustren Weg – samt einem Flugzeugabsturz, der sein Leben für ­immer veränderte. (Disney+)

RAFA

Mehr als Sport: Die Serie begleitet Tennisspieler Rafael Nadal in seinem letzten Jahr als Profi und zeigt hautnah eine der größten Karrieren der Sportgeschichte. (Netflix) THE RED BULLETIN


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Text Werner Jessner


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Eine Auswahl neuer spannender Autos für jeden Einsatz, jegliche Vorlieben und jede Geld­tasche (okay: so gut wie jede Geldtasche)

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90 GUIDE

Trend der kommenden Jahre: mehr Reichweite, kompaktere Autos


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the red bulletin: Warum ist die Reifenwahl bei Elektroautos ebenso entscheidend wie bei Verbrennern? jaap leendertse: Weil sich die Typen in zen­ tralen Punkten unter­ scheiden: bei Gewicht, Antriebsmoment und Geräusch. Diese Unter­ schiede wirken sich direkt auf Verschleiß, Laufleis­ tung und Komfort aus. Reifen müssen daher ge­ zielt auf das Antriebskon­ zept abgestimmt werden. Welche Rolle spielt der Verschleiß? Er ist ein wichtiger Indika­ tor, ob der Reifen richtig eingesetzt wird. E-Autos sind in der Regel schwerer und liefern ein höheres Antriebsmoment. Das führt zu höherem Ver­ schleiß, wenn der Reifen nicht dafür ausgelegt ist.

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Brauchen E-Autos spezielle Reifen, und falls ja: warum? Wir fragen Jaap Leendertse, Managing Director Tyre Development Dunlop Europe.

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Wie unterscheidet sich die jeweilige Lebensdauer? Reifenverschleiß ent­ steht durch sogenann­ ten Mikroschlupf – also

kleinste Bewegungen zwischen Reifen und Straße. Grundsätzlich hängen Laufleistung und Lebensdauer stark von Fahrstil, Beladung und Einsatzbedingungen ab. Allerdings zeigen sich klare Unterschiede: Höheres Gewicht und un­ mittelbares Drehmoment von E-Fahrzeugen wirken sich negativ auf die Lauf­ leistung aus. Daher sind speziell entwickelte Rei­ fen notwendig. Und bezüglich Komfort? Bei E-Fahrzeugen fehlen klassische Motoren­ geräusche weitgehend. Dadurch treten Reifen­ geräusche viel stärker in den Vordergrund. Das stellt höhere Anfor­ derungen an die Reifen­ entwicklung. DUNLOP BLUE RESPONSE TG Geringer Rollwiderstand, gute Nasshaftung, Geräuschoptimierung und gleichmäßiger Verschleiß: Dieser Reifen ist auf Aufgaben in E-Autos optimiert, macht aber auch an Verbrennern gute Figur.

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EVENTS/

GRIFFIGE GROOVES Ob auf der Tanzfläche, am Berg oder im TV – dieser Sommer bewegt uns ordentlich!

21.

bis 23. August

Formel-1Grand-Prix der Niederlande Das malerische Setting des in eine Dünenlandschaft eingebetteten Circuit Zandvoort bildet den Rahmen für ein Festival in Orange, bei dem Lokalmatador Max Verstappen die Hauptrolle spielen soll. Dem­ entsprechend motiviert tritt der Red Bull-Star in seiner Heimat an, wo Niki Lauda 1985 seinen allerletzten Grand-Prix-Sieg bejubelte. ServusTV und ServusTV On übertragen den Großen Preis der ­Niederlande live.

August

Red Bull Dance Your Style Streetdance-Battles bei der Gloriette in Wien? Da hätte sogar Kaiserin Sisi abgeshakt. Erstmals gastiert das Red Bull Dance Your Style National Final vor der imperialen Kulisse von Schloss Schönbrunn. In den 1-gegen-1-Battles ist alles erlaubt, was groovt: Hip-Hop, House, Popping, Waacking, Dancehall, Locking oder Krump. Besonders wichtig ist, improvisieren zu können, denn die Beatauswahl der DJs ist unberechenbar. Wer Österreich im Oktober beim World ­Final in Zürich vertreten darf, entscheidet das Publikum. Im Bild: Vorjahres­ sieger M.O.D. Mehr Infos auf redbull.com/danceyourstyle und mini.at

19.

bis 22. August

Filmfest St. Anton Berge, Menschen, Abenteuer – seit 30 Jahren projiziert das Filmfest St. Anton Geschichten auf die Leinwand. Die Jubiläumsausgabe im WellCom bringt 16 Filme wie Jakob Schuberts Erstbegehung der Zillertaler Kletterroute „The Flame“ (im Bild) oder „What’s Crazy“ mit dem Red Bull Skydive Team. THE RED BULLETIN

September

BarfußWasserski Heiße Sohlen: Beim Barfuß-Wasserski gleiten die nackten Füße übers Wasser. Damit der Auftrieb stimmt, rasen die Athleten sogar schneller als beim klassischen Wasserski. Die österreichischen Meisterschaften in Wallsee küren die Besten in den Disziplinen Slalom, Tricks, Jump und Kombination. Jesus hätt’ gestaunt.

20. August

Kruder & Dorfmeister Noch eine 30er-Sause: Die Wiener DJ- und Produzentengurus Kruder & Dorfmeister zelebrieren ihr legendäres „DJ-Kicks“-Album (1996). Ihr tiefenentspannter Mix aus DubTrip-Hop-Tunes hat eine gesamte Generation zum Chillen gebracht. In der Arena Wien rekonstruieren die beiden ihre DJ-Mix-Platte mit berauschenden Visuals.

ULRICH AYDT/RED BULL CONTENT POOL, ALPSOLUT PICTURES

28.

5.


GUIDE

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22. August

Vienna Vikings vs. Firenze Red Lions

12.

Touchdown im Wiener SportclubStadion: Die Vienna Vikings emp­ fangen die Red Lions aus Florenz in ­ihrer neuen Spielstätte in Hernals. Im Rahmen der im Mai gestarteten American Football League Europe (AFLE) spielen die Vikings gegen sieben Teams aus acht Ländern. Das Ziel ist der Einzug in die Gold Bowl, das Finale der AFLE am 6. September in Duisburg. Red Bull TV überträgt das Spiel der Vikings live.

September

Red Bull Dolomitenmann

PHILIPP CARL RIEDL/RED BULL CONTENT POOL, DAVID BITZAN/GEPA PICTURES, RAPHAEL MITTENDORFER

Der Mythos kehrt zurück: Beim 39. Red Bull Dolomitenmann in Lienz gehen die härtesten Teams unter der Sonne ans Limit. Vier Männer oder Frauen kämpfen sich in vier Disziplinen durch die Lienzer Dolomiten: Zuerst geht’s beim Zwölf-Kilometer-Berglauf über 1760 Höhenmeter bergauf. Die Para­ gleiter fliegen aus 2441 Meter Höhe talwärts ins Lienzer Dolomitenstadion. Danach radeln die Mountainbiker über 19 Kilometer hinauf und 13 Kilometer bergab. Und zum Finale führt eine kräftezehrende Kajak-Regatta mit Sprint ins Ziel. Für das Red Bull-Herrenteam starten der deutsche Skibergsteiger Toni Palzer als Teamcaptain und der Schweizer Bergläufer Rémi Bonnet. Für das Red Bull-Damenteam geht die Tiroler Radrennfahrerin Laura Stigger ins Rennen. Doch egal wie prominent das Teilnehmerfeld ist – alle Startenden werden ihre Grenzen neu ausrichten, um auf dem Podest landen zu können.

27.

August bis 6. September

Flavourama

Dance Grooves für die Mozartstadt: Das Flavourama Festival erklärt Salzburg erneut zur Bühne für HipHop und House Dance. Die Höhepunkte der 18. Edition sind variantenreich wie die Tanzstile: Bei den Flavourama World Finals battelt sich die internationale Tanzszene in der Szene Salzburg (5. 9.). Performances bietet das Flavourama Performatory im Museum der Moderne Salzburg (27. 8.), und das Bühnenstück „LOOP“ gibt’s im Toihaus Theater (2. 9.). Wer sich weiterbilden möchte, findet Workshops im SEAD. Die „Hip On Hop Off“-Bustour bewegt die Be­sucherinnen durch die Stadt. Und bei der After Party im Jazzit tanzen alle gemeinsam (5. 9.).

Buchtipp

Zirkus Morgana Mensch(sein) und Maschine: Informatikerin Kristin entwirft ein Computerprogramm, das sich selbst „Sisyphos“ nennt. Nachdem es begreift, dass eine Welt außerhalb des Cyberspace existiert, kreiert es sein menschliches Alter Ego Peter. Als ein Zirkus in Wien gastiert, verliebt sich Peter in die Akrobatin Jana Morgana und schließt sich dem fahrenden Volk mit dessen buntanalogem Chaos an. Hubert Weinheimer lässt klug und fantasievoll die Grenzen der Liebe zwischen digitalem Raum und Realität verschwimmen. THE RED BULLETIN


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GUIDE

6.

September

Red Bull Stuttgart Cerro Abajo Deutschland-Premiere für die größte Urban-Downhill-MountainbikeSerie: Beim Saisonfinale von Red Bull Cerro Abajo fahren 35 MTB-­ Rider durch Stuttgart um den WMTitel. Die Athleten brettern mit 60 km/h über gebaute Features, steile Treppen und enge Gassen. Mit ­dabei: der dreifache deutsche MTB-Meister Johannes „Fischi“ Fischbach und Serien-Sieger Tomáš ­Slavík. Zu sehen auf Red Bull TV.

21. und 22. August

Red Bulls Salute

August

Frequency Festival Am Open-Air-Highlight in St. Pölten geben heuer Kraftklub, Lorde und Sido den Ton an. Auf der Electronic Green Stage läuft es am Donnerstag etwas anders ab: James Hype übernimmt den Headliner-Slot, doch bei Red Bull Directions hat das Publikum das Sagen. Via LED-Wristbands entscheidet die Crowd in mehreren Live-Votings mit, welche musikalische Richtung der britische DJ und Produzent einschlägt.

12. August

UEFA Super Cup Erstmals seit der Heim-EURO 2008 ist Österreich wieder Schauplatz eines großen Endspiels – live ab 20:15 Uhr bei ServusTV und ServusTV On. In Salzburg matchen sich Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und der Gewinner der Europa League, Aston Villa, um den europäischen Super Cup. Kann das französische Star-Ensemble rund um Weltfußballer Ousmane Dembélé (im Bild) den Titel verteidigen? In der Coachingzone triumphiert auf jeden Fall ein Spanier: entweder Luis Enrique oder Unai Emery. THE RED BULLETIN

GINTARE KARPAVICIUTE/EC RED BULL SALZBURG, GETTY IMAGES

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Holiday on Ice: Das internationale Einladungsturnier Red Bulls Salute liefert wieder die ideale Abkühlung in einem heißen Sommer. Erneut kommen inter­ nationale Eishockey-Top-Teams nach Zell am See-Kaprun zum Warm-up der neuen Saison. Der Knaller gleich zu Beginn am 21. August: Die Schwesterclubs EC Red Bull Salzburg und EHC Red Bull München geraten im zweiten Halbfinale aneinander. Ein hochspannendes Derby ist garantiert. Im ersten Halbfinale spielen die Spitzenteams Biel-Bienne aus der Schweiz und Pardubice aus Tschechien gegeneinander. Kleines und großes Finale werden am 22. ­August ausgetragen. Für Tickets QR-Code scannen.

20.


Herausgeber Andreas Kornhofer Chefredakteur Andreas Rottenschlager Textchef Stephan Hilpold Creative Directors Erik Turek (Ltg.) Kasimir Reimann Art Directors Marion Bernert-Thomann Miles English Kevin Faustmann-Goll Patrick Schrack Fotoredaktion Eva Kerschbaum (Ltg.) Marion Batty (Stv.) Susie Forman Matti Wulfes Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Global Content Tom Guise (Ltg.) Lou Boyd Publishing Management Sara Car-Varming (Ltg.) Hope Elizabeth Frater Editorial Design Peter Knehtl (Ltg.) Lisa Jeschko Tino Liebmann Sophie Weidinger Marketing Creation Julia Schinzel (Ltg.) Martina Maier Florian Solly Lektorat Hans Fleißner (Ltg.) Petra Hannert Monika Hasleder Billy Kirnbauer-Walek Produktion Veronika Felder (Ltg.) Martin Brandhofer Walter O. Sádaba Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.) Claudia Heis Nenad Isailovic Josef Mühlbacher Magazine Retail Klaus Pleninger Subscription Peter Schiffer (Ltg.) Viktoria Schwärzler Yoldaş Yarar Redaktionsanschrift Am Grünen Prater 3 A-1020 Wien Tel.: +43 1 90221-0 redbulletin.com Servus Media Dietmar Otti (Head of Servus Media) Matthias Brügelmann (Head of Content) Marlene Beran (Head of Operations) Stefan Ebner (Head of Commercial & Marketing) Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15 A-5071 Wals bei Salzburg FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Red Bull Media House GmbH Dietmar Otti Marcus Weber

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Chefredakteurin Österreich Nina Kaltenböck Redaktion Lisa Hechenberger Country Project Management Julian Vater Head of Media Sales & Partnerships Lukas Scharmbacher redbullmediahouse.com Head of Media Sales & Partnerships Publishing Johannes Wahrmann-Schär Markenverantwortung Thomas Hutterer Abo getredbulletin.com abo@redbulletin.at Druck P/mint Sp. z o.o. ul. Pułtuska 120 07-200 Wyszków, Polen Offenlegung gemäß § 25 Medien­gesetz Informationen zum M ­ edieninhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: redbull.com/im/de_AT Redaktionsanschrift Am Grünen Prater 3 A-1020 Wien Telefon: +43 1 90221-0 Web: redbulletin.com Kontakt redaktion@at.redbulletin.com THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Chefredakteur Deutschland David Mayer Redaktion Lisa Hechenberger Country Project Management Natascha Djodat THE RED BULLETIN Frankreich, ISSN 2225-4722 Chefredakteur Frankreich & Country Project Management Pierre-Henri Camy Redaktion Marie-Maxime Dricot Christine Vitel THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894 Chefredakteurin Großbritannien Ruth McLeod Country Project Management Ollie Stretton THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Chefredakteurin Schweiz Anna Mayumi Kerber Redaktion Lisa Hechenberger Christine Vitel Country Project Management Meike Koch

ERFRUCHT DICH

FRISCHEND


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KOLUMNE

Hier schreibt unser Kolumnist Marcel Hirscher über sein ganz persönliches Sport-Jahr.

Hochsommer in der Skifabrik

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er anspruchsvollste Schwung im Skisport ist die Lernkurve. Skihersteller und Skirennläufer fahren sie in Badeshorts bei Temperaturen von über 30 Grad. Wir haben gerade Hochsommer in der Ski­fabrik, und ich will euch erzählen, warum das Gespür für Schnee am intensivsten ist, wenn keiner liegt. Es sind nicht die Außentemperaturen, die diesen Teil des Jahres zur heißesten Phase im VAN DEER-Red Bull Sports Headquarter machen, sondern eine Deadline, die sich nicht verschieben lässt – THE RED BULLETIN


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JÖRG MITTER/RED BULL CONTENT POOL

BEN TALLON

AUSNAHMEATHLET Als Slalom- und Riesentorlaufspezia­ list und sechsfacher „Sportler des Jahres“ hat der Salzburger Skirennfahrer Marcel Hirscher, 37, mit acht Gesamtweltcupsiegen in Folge die Geschichte des alpinen Skisports neu geschrieben. Hier geht es zu Marcels InstagramAccount:

und die war Mitte Juli. Bevor unsere Ath­le­ tinnen und Athleten wieder in ihr Element zurückkehren, muss die nächste Generation unserer Rennski und Rennschuhe fertig sein. Die Geschichte des kommenden Winters wird geschrieben, nachdem der vergangene in seine kleinsten Teile seziert worden ist. Jeder Schwung der Saison hat messbare ­Spuren hinterlassen. Ein Algorithmus verknüpft technische Parameter bei Skiern und Schuhen – das, was man Set-up nennt – mit Aus­sagen zum Fahrgefühl der Athleten und ­Informationen zu Wetter, Piste, Schnee und Zeiten. Mathematik, Physik, Biomechanik, ­Materialwissenschaft und Meteorologie sind die eine Perspektive der Lernkurve. Die ­andere: was Experten mit freiem Auge sehen. Wochenlang sind mein Vater Fer­ dinand, Toni Giger, Edi Unterberger und andere wie eine Filmjury vor Action-Videos unseres ­Weltcup-Teams gesessen. Computerprogramme zer­legen das Materialverhalten in jeder Schwung­phase in hochaufgelöste Millisequenzen. Wenn es gut läuft, zeigen sich dadurch neue Muster. Aus ihnen folgen Hypothesen. Aus Hypothesen werden Simulationen. Und aus Simulationen werden dann Prototypen. Jeder zwanzigste bis dreißigste Durchlauf bringt belastbare Entwicklungsschritte. Fortschritt im Skisport bleibt die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wunder sind selten. Doch manchmal kommen Impulse über­­ raschend von außen. Unser Materialwissenschaftler vergleicht die 30 Bauteile eines Skis (natürlich auch alle Einzelelemente unserer Skischuhe) permanent mit neuen, potenziell besseren Alternativen auf dem globalen Rohstoffmarkt. Immer wieder wird er fündig: Mal ist es eine Hightech-Legierung für Stahlkanten, mal eine Folie, die Vibrationen besser dämpft. Jedes Detail steht ständig auf dem Prüfstand – das Ganze endet nie.

„Vielleicht fehlen mir aktuell noch zehn Prozent auf absolutes WeltcupLevel – aber ich bleibe dran: weil das Gespür für Schnee am intensivsten ist, wenn keiner liegt.“

Doch selbst wenn eine Innovation nach einem neuen Durchbruch klingt, heißt das noch lange nicht, dass sie für uns funktioniert: Material für Ski und Schuhe muss ­Belastungstests in Kältekammern bei minus 20 Grad standhalten – und darf bei Temperaturschwankungen von 40 Grad auf keinen Fall schwächeln. Für uns Skirennläuferinnen und Skirennläufer gilt derselbe Anspruch. Apropos: Während die Athletinnen und Athleten jetzt dann in Neuseeland, Chile, Argentinien oder auf Schweizer Gletschern trainieren, stehen ihre Serviceleute in ständigem Austausch mit unserem Headquarter. Die Suche nach Modifikationen geht immer weiter. Nicht nur im Race Department übrigens: Hochsommer ist für uns die Zeit, in der wir an allem arbeiten, was besser werden kann – an Produkten ebenso wie an Team­kultur, ­Kooperation und Kommunikation. In unserer High-Performance-Welt entscheidet das viel. So eine Skifirma ist wie ein Mobile – jede kleinste Veränderung wirkt immer auch auf das große Ganze. Je länger ich gleichzeitig Skirennläufer und Skihersteller bin, desto weniger Unterschiede entdecke ich zwischen diesen beiden Welten. Beide folgen demselben Gesetz: ­Fortschritt entsteht selten durch einen großen Wurf. Fast immer entsteht er durch Beharrlichkeit. Das gilt auch für mich selbst. 25 Stunden Training pro Woche sind es seit vielen Wochen, ein paar harte Reize; der Rest, damit mein Körper die hohen Belastungen verarbeiten kann. Wie in der Skifabrik, so hat sich auch bei der Vermessung der eigenen Welt die Datenmenge seit meiner ersten Karriere potenziert. Der Balanceakt besteht darin, Komplexität zu reduzieren und aus allen ­Informationen mit Ärzten und Coaches eine sinnvolle Schnittmenge zu bilden, wie Schlaf, Ernährung, Training und Regeneration weiter ­optimierbar sind. Vielleicht fehlen mir aktuell noch zehn Prozent auf absolutes Weltcup-Level – die sind eine Lernkurve für sich. Jeden Tag ­wieder fordernd, jeden Tag wieder lohnend. Aber ich bleibe dran: weil das Gespür für Schnee am intensivsten ist, wenn gar keiner liegt. THE RED BULLETIN


SCHLUSSMINUTE

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10 Fragen an

Imke Salander

Die 32-jährige Hamburgerin ist HYROX World Champion, Fitness Creatorin und Moderatorin. Ein Einblick in ihr schnelles Leben.

Was macht dir sportlich aktuell am meisten Spaß?

Mich auf den HYROX im Oktober vorzubereiten, den ich gerne in unter einer Stunde (Women pro) schaffen möchte. Gerade arbeite ich an meinen Kraftwerten.

Imke Salander präsentiert bei ServusTV und ServusTV On mit BMX-Profi Senad Grosic in „Best Of - Die Clipshow“ starke Sportmomente. Insta: @imkesalander

Eine Morgenroutine, auf die du nicht verzichten willst? Die kalte Dusche

Ein kluger Satz, der dich inspiriert? Welchen Gast würdest du gerne in der Sendung begrüßen?

Auf den Berlin-Halbmarathon, den ich in 1:19 Stunden gelaufen bin. Mir wurde bewusst, dass man nicht für jeden Wettkampf spezifisch trainieren muss. Wenn du Lust auf eine Challenge hast: Anmelden und schauen, was geht!

Einer der besten Laufschuhe ist …? … der Puma Fast-R Nitro Elite! Das ist der schnellste Schuh, den ich besitze. Er fühlt sich an, als würde man nach vorne katapultiert.

Dein liebstes Guilty Pleasure? Trash-TV gucken.

Was darf im Kühlschrank niemals fehlen? Milchschnitten.

Kloppo! Ich mag seine lockere, bodenständige Art und bin fasziniert davon, was er alles erreicht hat, ohne sich zu ver­ biegen. Der hat bestimmt spannende Storys auf Lager!

Was macht dir an „Best Of – Die Clip Show mit Senad & Imke“ am meisten Freude? Die tollen Interviewpartner auszuquetschen, die uns immer spannende Insider erzählen. Und dass Senad und ich so frei Schnauze sprechen können.

Eine schöne Erinnerung, die dich bis heute trägt?

Das viele Lachen zu Hause mit meiner Mama, die leider zu früh verstorben ist, aber mich immer daran erinnert, lebensfroh und dankbar zu sein.

Die nächste Ausgabe von THE RED BULLETIN erscheint am 8. September 2026. THE RED BULLETIN

@LEONPIXELMOVE/LEON MEYER, ADOBE STOCK, PUMA, JOERG MITTER/RED BULL CONTENT POOL

Auf welche sportliche Leistung bist du stolz?

NINA KALTENBÖCK

„Bereue nix, das Spaß gemacht hat!“


Für den richtigen

Adrenalin-Kick.

MINI John Cooper Works. MINI John Cooper Works Countryman: 221 kW (300 PS), Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,8-8,0, CO₂-Emissionen kombiniert in g/km: 177-180. Angegebene Verbrauchs- und CO₂-Emissionswerte ermittelt nach WLTP. MINI John Cooper Works 3-Türer: 170 kW (231 PS), Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,5-6,8, CO₂-Emissionen kombiniert in g/km: 147-154. Angegebene Verbrauchs- und CO₂-Emissionswerte ermittelt nach WLTP.


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