FRITZ
NEöU nsten
Das Magazin für Angler & Genießer
Die sch iere v Angelre aum r n e im Alp
ZANDER IM PORTRÄT
AUSRÜSTUNG
TECHNIK
MODE
TRAUMZIEL SEYCHELLEN
FISCHERS
Ein Fluss wie ein wilder Kuss
Die Tiroler Ache: ein alpines Wunderland für Spinn- und Fliegenfischer zwischen Kitzbühel und Chiemsee.
VOM WURM ZUR FLIEGE Fischen mit Schauspieler Fritz Karl
PARADIES IN TÜRKIS Ein Angel-Wochenende am Attersee
EUR 6,80 CHF 10
Revierbesuch
Ein Fluss wie ein wilder Kuss Vom Wilden Kaiser zur Kampenwand, vom Kitzbüheler Quellgebiet bis zur Chiemseemündung: Die Tiroler Ache ist für Spinn- und Fliegenfischer ein alpines Wunderland. TEXT: SVEN F. GOERGENS FOTOS: BERNHARD HUBER, STEPHAN SAHM
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Bei guten Bedingungen wartet an der Tiroler Ache traumhaft klares Wasser aufโ ฏden Angler. Sogar das gezielte Anwerfen einzelner Fische ist dann mรถglich.
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Fischporträt
DER ZANDER UND SEINE VIELEN NAMEN Fogosch, Fogasch, Schill, Amaul, Canat, Nachmal, Sandar, Sandart, Sandbarsch, Sandel, Saumert, Schiel, Schindel, Süllö, Zannat, Zant
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ZANDER
DER SCHEUE STACHELRITTER Zugegeben, einen Zander zu landen ist nicht ganz leicht. Aber es lohnt sich – schon weil er unglaublich gut schmeckt. Hier lernen Sie diesen Einzelgänger aus der Familie der Barsche ein wenig besser kennen. TEXT: ACHIM SCHNEYDER FOTOS: EISENHUT & MAYER
W
aren Sie schon einmal im schwedischen Jösse? Oder in Schlepzig in Brandenburg? Oder in Ahlefeld-Bistensee in Schleswig-Holstein? Und wenn ja, sind Ihnen die Wappen der jeweiligen Orte aufgefallen? Die haben nämlich eine interessante Gemeinsamkeit, denn alle drei zeigen sie Zander. Die Liste jener Städte, deren Wappen sich mit Europas größtem im Süßwasser lebenden Vertreter aus der Familie der Barschartigen schmücken, ließe sich noch um ein gutes Stück verlängern. Davon abgesehen ist der Zander, der sich im Deutschen bis in die 1930er-Jahre noch Sander schrieb, ein exzellenter Speisefisch. Und ein bei Anglern überaus belieb-
ter Räuber. Weil er – und das weckt den Ehrgeiz jedes ambitionierten Petrijüngers – gar nicht einfach zu fangen ist. FISCHEN IM TRÜBEN Er ist nämlich überaus scheu, der Zander. Dazu nachtaktiv und extrem vorsichtig. Allzu grobe Montagen sind daher meist ein Schlag ins Wasser. Stellt man es allerdings richtig an – wie, das zeigen wir auf den Seiten 44 und 46 –, kann man sowohl in langsam fließenden Flüssen als auch in Seen prachtvolle Exemplare des Einzelgängers landen. Der Zander kommt hauptsächlich zwischen den Niederlanden und dem Kaspischen Meer, dem größten See der Erde in Westasien, vor. Außerdem im Brackwasser
der gesamten Ostsee und durch Besatzmaßnahmen auch in Westeuropa. Meist fängt man den Raubfisch in einer Größe zwischen 40 und 70 Zentimetern, allerdings hört man dann und wann auch von kapitalen Fängen, bei denen bis zu 1,30 Meter lange und bis zu 19 Kilogramm schwere Tiere im Kescher landen. Beim Fischen mit totem Köderfisch sollte man es wegen des im Vergleich zum Hecht verhältnismäßig kleinen Mauls immer wieder auch mit Fischstücken probieren. Besonders das Schwanzstück eines Fischchens gilt als sehr fängig – und das durchaus auch im Trüben oder in sehr dunklen Gewässern, weil der Zander über ein äußerst gutes Sehvermögen verfügt.
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Hechtfischen in Dänemark
Das Salz in der Fischsuppe Vor der dänischen Insel Møn hält die Ostsee ein Hecht-Abenteuer mit Bissgarantie bereit. Vor allem, wenn man die Ratschläge der Angel-Profis Thomas und Jimmi befolgt. TEXT: ACHIM SCHNEYDER FOTOS: MIRCO TALIERCIO
Einer der besten Plätze, um tolle Hechte, aber auch stattliche Barsche zu fangen, ist der Fane fjord im Südwesten der Insel. Apropos: Das kleine Eiland, das hier aus dem Wasser ragt, nennt man wegen der vielen Kormorane, die darauf nisten, „stinky island“.
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Windig ist gut. Wenn das Wasser aufgewĂźhlt ist, werden die Hechte noch aggressiver.
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BACHSAIBLING über Weißwein-Safran-Sud gedämpft
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ZUTATEN
4 Bachsaiblinge à ca. 350 g 1 Bund Dille 250 ml Weißwein 250 ml Fischfond 200 g Wurzelgemüse (Karotte, Peter silwurzel und Stangensellerie) Schale von 1 Zitrone 1 Msp. Safranfäden › Meersalz, Cayennepfeffer 4 Personen • 1 Stunde
ZUBEREITUNG 1. Die Fische innen und
a ußen sauber waschen und auf den mit Dille belegten Siebeinsatz eines ovalen Fischtopfs legen. 2. Weißwein und Fisch fond in den Fischtopf gie ßen. Karotte und Petersil wurzel schälen und in schmale Stifte schneiden. Stangensellerie waschen, in Scheiben schneiden und das Selleriegrün abzupfen.
3. Den Sud mit Wurzel gemüse, Selleriegrün, Zitronenschale, Safran, etwas Salz und Cayenne pfeffer 10 Minuten kö cheln, dann den Sieb einsatz in den Topf geben. Der Fond sollte bis etwa 2 cm unter das Sieb rei chen. Den Deckel auf setzen und die Saiblinge bei kleiner Hitze 20 Mi nuten dämpfen.
4. Die fertigen Fische mit dem Siebeinsatz aus dem Topf heben und auf einer Platte anrichten. Das Ge müse aus dem Sud nehmen und mit den Fischen an richten. Den Sud abschme cken und ein paar Löffel über die Fische träufeln. Mit Petersilkartoffeln oder Grießknödeln servieren.
Den restlichen Sud kann man für eine Fischsuppe weiterverwenden.
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Mode
WASSERFEST Fesche Sachen, nicht unbedingt für die Fische: Mit diesen Outfits sind Sie als Angler immer gut angezogen. FOTOS: KURT KEINRATH & MICHAEL ZECHANY STYLING: ANNA SCHOBER
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FÜR SIE 3
1. Shorts „Ophira“ von MAMMUT, ¤ 80. 2. Kappe „Cotton Visor“ von COSTA, ¤ 20. 3. Handschuhe „Sun Glove“ von ORVIS, ¤ 29. 4. Wasserfeste Schuhe „Andros Flats Hiker“ von ORVIS, ¤ 165. 5. Sonnenmilch von TIROLER NUSSÖL, ¤ 19. 6. Hoodie „High Coast Lite“ von FJÄLLRÄVEN, ¤ 100. 5
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AM MEER
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FÜR IHN 1. Hose „Mako Hybrid“ von PELAGIC, ¤ 70. 2. Shirt „Aquatek“ von PELAGIC, ¤ 55. 3. Handschuhe „SolarFlex Guide“ von SIMMS, ¤ 59. 4. Schuh „Zipit Bootie II“ von SIMMS, ¤ 99. 5. „Vista CA Trucker Cap“ von HATCH, ¤ 25. 6. Sonnenstick „Extreme SPF 50+“ von DAYLONG, ¤ 11.
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Traumziel Seychellen
Unsere Autoren Alexander und Stefan Haider (li.) im Anglerhimmel der Outer Islands der Seychellen. Ihr Fang ist der begehr teste Zielfisch der Gegend: der Giant Trevally, kurz und markant GT genannt.
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Wo die wilden Fische wohnen
115 Inseln, unendlich viel Meer und tropische Raubfische mit der Bissfreude und Zugkraft von Alligatoren: Wer einmal auf den Seychellen angeln war, erzählt davon sein Leben lang. TEXT & FOTOS: STEFAN & ALEXANDER HAIDER
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Hemingways Abenteuer im Golfstrom
DICKE HOSE, GROSSE FISCHE Der große Schriftsteller Ernest Hemingway verbrachte seine glücklichsten Jahre auf einem Boot: An Bord der Pilar machte er im Golfstrom Jagd auf große Marline und Thunfische. Und wenn die Haie lästig wurden, schoss er mit der Maschinenpistole auf sie. Die Geschichte einer gelungenen Flucht aus finsteren Zeiten. TEXT: ANDREAS WOLLINGER
Ernest Hemingway mit einem großen Thunfisch aus dem Golfstrom (1935). Ihm gelang es als Erstem, ein Exemplar unversehrt anzulanden.
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Der zur Familie der Speerfische gehörende Blaue Marlin macht bevorzugt Jagd auf Makrelen und Bonitos. Dass er sich dabei meist in der Nähe der Wasseroberfläche aufhält, macht ihn so attraktiv für Angler.
Je stärker die Strömung ist, desto mehr Marline gibt es. Sie ziehen an der Kante der dunkelflechsigen Strömung hin und halten zwischen einer Viertelmeile und vier Meilen Abstand zur Küste. Sie ziehen alle in derselben Richtung, wie Autos auf einer Einbahnstraße.
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FOTOS: WWW.PICTUREDESK.COM, MAURITIUS IMAGES
„Der Marlin. Ein Brief aus Kuba“, erschienen im US-Magazin „Esquire“, Herbst 1933
A
ls Ernest Hemingway im April 1934 das Boot seiner Träume kaufte, ging gerade die Welt unter. Die Wirtschaft lag seit dem Schwarzen Freitag 1929 auf dem Boden, Adolf Hitler hatte 1933 in Deutschland die Macht übernommen, in Österreich tobte ein Bürgerkrieg, Spanien steuerte auf einen zu. Mao führte seine Rote Armee auf den verlustreichen „Langen Marsch“ durch China. Doch Hemingway hatte keine Lust, sich seine besten Jahre verderben zu lassen. Er war Mitte dreißig, hatte mit dem Roman
„Fiesta“in den Zwanzigerjahren den Durchbruch zum gefeierten Schriftsteller geschafft und ging nun konsequent seinen Neigungen nach. Die entstammten durchwegs einem recht archaischen Bild von Männlichkeit, das sich um Tugenden wie Mut, Tapferkeit und Entschlossenheit drehte. Also liebte Hemingway Boxen, den Stierkampf und die Jagd, zu Lande und zu Wasser. Regel Nummer eins lautete: Je größer und wilder die Beute, desto größer die Ehre für den Jäger. Im Frühling 1934 kam Hemingway von der Großwildjagd in Afrika und hatte vor, sich nun im Dreieck zwischen Key West, der Halbinsel im äußersten Süden Floridas, der winzigen Bahamas-Insel Bimini und Kuba in den fischreichen Gewässern des Golfstroms zu verlieren. Dazu brauchte er ein anständiges Schiff. Er bestellte es bei der New Yorker Reederei Wheeler in Brooklyn, gebaut wurde es aus Eichenholz in der Werft des Unter nehmens auf Coney Island: 12 Meter lang, 5,3 Meter hoch, ausgestattet mit zwei Motoren, einem stärkeren mit 75 PS zur
Fortbewegung, einem schwächeren mit 40 PS („Trolling engine“) zum Spinnfischen; und natürlich mit jedweder Ausrüstung, die man zur Hochseefischerei so braucht, Hemingway mochte keine halben Sachen. Das Schmuckstück kostete 7.495 Dollar und wurde nach Miami geliefert, wo der Meister persönlich übernahm und das Boot eigenhändig nach Key West steuerte. Er taufte es „Pilar“ – nach dem Spitznamen seiner zweiten (und damals aktuellen) Frau Pauline Pfeiffer. In den Jahren darauf sollte der Kahn für den großen Autor Wohnort, Fluchtpunkt, Spielplatz, Partyzone und In spiration zugleich sein. Später biegt sich die schwere Rute wie ein Bogen, der auf den Fisch zeigt. Der Spinner kreischt wie eine Säge auf. Der Marlin springt, lang, klar, silbern in der Sonne, rund wie ein Fass, lavendelblau gestreift, und wenn er eintaucht, blitzt eine Säule von Spray auf.
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„Blaues Meer. Ein Brief vom Golfstrom“, erschienen in „Esquire“, April 1936
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