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Bergwelten Special Österreich 01/18

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SO M M E R 2018 EUR 7

L A I C E P S S B U A URL

14 PERFEKTE WOCHENENDEN IN DEN BERGEN WILDER KAISER | WOLFGANGSEE | SCHLERN | FAAKER SEE | ÖTSCHER WATZMANN | GASTEINERTAL | SELLATÜRME | ALTMÜHLTAL NOCKBERGE | GARDASEE | MATTERHORN | FLACHAU | BERNINA

WANDERN KLETTERN BIKEN


Inhalt SOMMER 2018

52

ALLE WOCHENENDEN IM ÜBERBLICK Wilder Kaiser Wandern mit Händen und Füßen in Tirol

12

THEMEN

Sellatürme 68 Die Kletterrouten der Pioniere im Trentino erleben

Wolfgangsee 20 Hoch über dem Salzkammergut fliegen lernen

Altmühltal Beschauliches Kanuwandern im bayerischen Naturpark

76

Schlern 28 Unten die Seiser Alm, oben Grate und mittendrin Genuss

Nockberge Die sanften Berge Kärntens mit dem Rennrad erfahren

84

Faaker See 36 Von Paddelrunden in Kärnten für die ganze Familie

Gardasee Die Qual der Wahl in Ober­ italiens Outdoor-Eldorado

92

Ötscher 44 Von Österreichs Grand Canyon und einem erstaunlichen Gipfel

Matterhorn 100 Auf den berühmtesten Berg der Alpen klettern

Watzmann 52 Durch den Urwald und im Fels hoch über Berchtesgarden

Flachau In Salzburg trifft Idylle auf Bewegung

Gasteinertal 62 Vom neuen Charme des alten Salzburger Kurorts Bad Gastein

Bernina 118 Erkundungen mit dem Bike und der Bahn im Oberengadin

Cover-Illustration: Andreas Posselt

4 BERGWELTEN

68

Sommerinterviews 6 Christian Jürgens, Julia Dujmovits und Mike Horn Basislager 50 Sechs Hütten für aktive Wochen­ enden in den Alpen Kraftfutter Sechs Stärkungen für kleine und große Touren

82

Angesteckt! Was man vor dem Kauf eines E-Bikes wissen muss

116

Sei Krokodil! Satirisches über den Urlaub im eigenen Kopf

129

Ausblick, Impressum

130

110

50

FOTOS: SEBASTIAN STIPHOUT, PHILIPP SCHÖNAUER, ANDREAS JAKWERTH, LUCIA KITZELMANN

76


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SOMMERINTERVIEW Nº 2: JULIA DUJMOVITS

Meine neue Vision ist ein 8.000er Wie die Snowboard-Olympiasiegerin Kiten, Wandern und Klettern entdeckt.

Viele Bäume, aber keine Berge sind ja nicht die optimale Voraussetzung, um eine Spitzen-Snowboarderin zu werden … Stimmt. Trotzdem war ich immer hap­ py mit meinem Sport. Auch wenn wir stundenlang in einem klapprigen Bus in Richtung Berg, Schnee und Piste ­gefahren sind – mir war es das immer wert. Das ist wohl bis heute so: Gerade sind Sie beim Heliboarding in Alaska und Kanada – auch nicht gerade ein Tages­ausug. Nein, aber ein Familienausug: Mein Bruder Georg und seine Freundin

8 BERGWELTEN

Steffi und meine langjährige Team­ kollegin Dani Ulbig sind mit von der Partie. Es ist gar nicht ungewöhnlich: Marcel Hirscher ist auch hierher auf Skiurlaub gefahren – man muss diesen Schnee unter den eigenen Füßen spü­ ren, um ein solches Glück zu fühlen und zu verstehen.

Als Kind im Burgenland waren Bäume die höchste Erhebung.  Und wann ist der Winter für Sie dann endgültig vorbei? An den Heliboarding-Trip hänge ich dann noch paar Wochen auf Maui in Hawaii dran. Das habe ich in all den Jahren immer so gemacht in der Vor­ bereitung.

Was ist ab diesem Sommer anders? Vor allem brauche ich nicht mehr ­spezifisch zu trainieren: also weniger Sprints, mehr chillen, weniger Ein­ heiten im Fitnessstudio, mehr KiteSessions und Hikes. So wie immer gibt es richtig viel Yoga, und ich werde Zeit am Neusiedler See, meinem Lieblings­ see, verbringen und häufiger in den ­österreichischen Bergen sein. Während meiner Karriere bin ich nicht so oft zu Genusstouren gekommen. Außer­ dem werde ich versuchen, das Lernen für den Studienabschluss mit gemüt­ lichem Sport zu kombinieren. Ist alpines Bergsteigen oder Klettern für Sie auch ein Thema? Yep. Das ist, wenn man so will, meine neue Herausforderung. Ich möchte heuer den Aconcagua in Argentinien besteigen. Und meine neue große Vi­ sion ist, einmal auf einem Achttausen­ der zu stehen. Aber da braucht es auch mehr an Training als die Bäume da­ heim im Burgenland.

ZUR PERSON Julia Dujmovits, 30, stammt aus Güssing im Burgenland, dem östlichsten Bundesland Österreichs. Als Snowboarderin gewann sie Gold im Parallel-Slalom bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi und je eine Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften 2013 und 2015. Im Februar dieses Jahres beendete sie ihre Karriere als Profisportlerin.

FOTOS: DUJMOGRAPHY (2)

Sie sind die erste und einzige Burgenländerin, die Olympiasiegerin in einer Wintersportart wurde und haben gerade Ihre Karriere als WeltklasseSnowboarderin beendet: Kehren Sie nun der Kälte, dem Schnee und den Bergen für immer den Rücken zu? Nein, im Gegenteil, jetzt geht’s erst richtig los. Kälte, Schnee, Berge – ich mag die Elemente und ihre Extreme, immer schon und immer noch. Die Faszination liegt vielleicht darin, dass für mich als Kind daheim im Burgen­ land die Bäume die höchste Erhebung in der Umgebung waren.


BERGWELTEN 9


B E RG STE I G E N

48 STUNDEN

WILDER KAISER

Ein Bild von einem Berg Perfekte Tage am Wilden Kaiser in Tirol, wo man beim Wandern oft beide Hände voll zu tun hat. TEXT: ROSI SCHWAIGER  FOTOS: PHILIPP HORAK

12 BERGWELTEN


Genussvolles Wandern am Wilden Kaiser: Rechts im Bild ist die Ellmauer Halt, links davon der Kaiserkopf.

BERGWELTEN 13


PAR AG LE ITE N

48 STUNDEN

WOLFGANGSEE

Wir Überflieger Das vielleicht schönste Aussichtsbankerl im Salzkammergut ist der Sitz im Tandem-Gleitschirm: Fliegen, wandern und genießen am Wolfgangsee. TEXT: MARKUS HONSIG & WOLFGANG WIESER  FOTOS: PHILIPP SCHÖNAUER

20 BERGWELTEN


D e u t s chl a n d

Zu zweit in der Luft: Im Tandemflug ist das eine einfache Übung.

S chwe i z

WOLFGANGSEE Öst erreich Italien

E

r ist 10,3 Kilometer lang und knapp zwei Kilometer breit, und an seiner tiefsten Stelle geht es bis auf 114 Meter ­hinab – der Wolfgangsee ist mit einer Fläche von knapp 13 Quadratkilo­ metern einer der größten Seen des Salzkammerguts, und einer der belieb­ testen sowieso. Dieses Mal wollen wir den See ganz anders erleben: von oben. Sozusagen erste Reihe fußfrei. Wir p ­ lanen einen Tandemflug, der uns die Schönheiten des Salzkammer­ guts aus bisher nicht bekannter Per­ spektive näherbringen soll.

TAG 1 12 : 00

EINEN ÜBERBLICK ERWANDERN

Herrlich ist es, in St. Gilgen anzukom­ men. Und auch wenn es nicht das ­erste Mal ist, dass wir hier sind, be­ schließen wir, das Gelände zu erkun­ den, über das wir uns morgen erheben werden. Wir fahren also mit der Zwöl­ ferhorn-Seilbahn hoch. Von der Berg­ station brechen wir zur IllingeralmRunde auf. In den nächsten vier Stun­ den genießen wir die acht Kilometer lange Wanderung, Schautafeln erläu­ tern Fauna und Flora, Almleben und Geologie – das Salzkammergut offen­ bart sich im Schnellsiedekurs. 18 :  00

IM WEISSEN RÖSSL AM WOLFGANGSEE

Was wir bereits wissen, ist, dass die Fi­ sche aus dem Wolfgangsee besonders köstlich munden. Vor allem wenn sie in einem legendären Haus zubereitet werden. Wer das „Weiße Rössl“ betritt, summt unwillkürlich den unvergess­

Wolfgangsee, Oberösterreich / Salzburg ANKOMMEN Mit dem Auto ist der Wolfgangsee dank der nahen Autobahn A1 rasch zu erreichen: Abfahrt Mondsee, den Mondsee entlang über die Scharflinger Höhe in Richtung St. Gilgen. Mit der Bahn reist man nach Salzburg und fährt mit der Buslinie 150 direkt nach St. Gilgen (Fahrzeit: 47 Minuten). SCHLAFEN & ESSEN > WEISSES RÖSSL Dank dem Operetten-Hit (mit Peter Alexander u. a. verfilmt) legendär. Punktet heute mit 1.500 m2 Spa und Top-Küche in St. Wolfgang. www.weissesroessl.at > HAUS AM HANG Haubenrestaurant in St. Gilgen – leichte mediterrane Küche mit Wohlfühlatmosphäre. www.haus-am-hang.at WEITERE INFORMATIONEN > ZWÖLFERHORN-SEILBAHN Seit 1957 ist die Zwölferhorn-Seilbahn in Betrieb. In knapp einer Viertelstunde erreicht man die auf 1.476 Metern gelegene Bergstation. www.12erhorn.at > PARAGLEITEN Vom Zwölferhorn startet die ­Flugschule Salzkammergut ihre Tandemflüge. Danach zahlt man für den Schnuppertag statt 80 nur 40 Euro. www.paragleiten.net > SCHAFBERGBAHN Die steilste Zahnradbahn Österreichs – wird derzeit modernisiert. www.schafbergbahn.at > QUARTIERBUCHUNG Informationen zu Unterkünften. wolfgangsee.salzkammergut.at

BERGWELTEN 21


B E RG U R L AU B

48 STUNDEN

SCHLERN

Breiter Rücken Am Südtiroler Schlern: unten die sattgrüne Seiser Alm, oben wilde Felsgrate und mittendrin kulinarischer Hochgenuss. TEXT: MARTIN STAUDINGER  FOTOS: ANDREAS JAKWERTH

28 BERGWELTEN


Entspanntes Unterwegssein auf dem weitläufigen Hochplateau des Schlern.

BERGWELTEN 29


WAN D E R N

48 STUNDEN

ÖTSCHER

Höhenflug und Tiefenrausch Durch Österreichs Grand Canyon und über den Rauhen Kamm geht es auf einen Gipfel mit grandioser Aussicht: Der Ötscher ist zwar keine 2.000 Meter hoch, aber doch ziemlich beeindruckend. TEXT: ANITA ERICSON  FOTOS: PHILIPP HORAK

Ein zarter Wolkenschleier umhüllt den Gipfelbereich des wuchtigen Ötschermassivs.

44 BERGWELTEN


D e u t schl a n d ÖTSCHER Ö st e r re i ch Italien

S l o we n ien

Ötscher, Niederösterreich ANKOMMEN Ausgangspunkt der Tour ist Wiener­bruck an der Ostseite des Ötschers, erreichbar über St. Pölten (B 39  >  B 28), Ybbs (B 25) oder ­Mariazell (B 20). Alternative zum Auto: Mariazellerbahn (ca. 2 Std. ab St. Pölten, 20 Min. ab Mariazell). SCHLAFEN & ESSEN › SCHUTZHAUS VORDERÖTSCHER Ideale Lage als Zwischenstopp ­einer Ötschertour. www.naturpark-oetscher.at

Zwischen gewaltigen Steinblöcken kommt der Ötscherbach immer wieder zur Ruhe. Hier lässt sich wunderbar baden.

D

ie Berge Ostösterreichs werden von Alpinisten gern ein wenig belächelt. Klar, wer sich bei der Aus­ wahl seiner Touren nach der Höhe richtet, dem wird der Ötscher kaum ins Visier geraten, misst er an seinem höchsten Punkt doch vergleichsweise bescheidene 1.893 Meter. Weil aber die Umgebung des Bergs im niederösterreichischen Mostviertel ebenfalls vergleichsweise niedrig aus­ fällt, reicht das allemal für sagenhafte Aussichten. Und die wilden Schluch­ ten im Untergeschoß suchen ohnehin ihresgleichen. Um einen Überblick über das weit­ läufige Gebirgsmassiv zu bekommen, empfiehlt sich eine Mehrtagestour, die einen Besuch der wasserführenden Ötschergräben mit einer Wanderung über den ausgesetzten Rauhen Kamm verbindet. Vom Gipfelplateau des Öt­ schers geht es hinunter ins Almidyll, wo die komplette Tour noch einmal als Panorama vor uns liegt.

TAG 1  13 : 00

› ÖTSCHERSCHUTZHAUS Klassisches Schutzhaus mit 80 Betten, beim Ötschersessellift. www.oetscherschutzhaus.at

FLUSSBADEN

Es hat sich schon herumgesprochen, wie beeindruckend die Schluchten­ landschaften der Ötschergräben sind. Jetzt, am Freitagmittag, ist aber selbst im vordersten Abschnitt nur wenig los. Der Weg durch den „Grand Can­ yon Österreichs“ führt beinahe durch­ gehend am Wasser des Ötscherbachs entlang, der mit Getöse ins Tal rauscht. Bis zu 250 Meter hoch sind die Felsen, die rechts und links von uns fast senk­ recht aufragen. Wir werfen das Bade­ handtuch auf den sonnengewärmten Steinen aus und tauchen ein in die recht frischen Fluten.  16 : 00

HINTERE

ÖTSCHERGRÄBEN

› FELDWIESALM Einkehr sowie einfache Über­ nachtungsmöglichkeit von Ende Mai bis Ende September. www.mostviertel.at/feldwiesalm › ALPENHOTEL GÖSING Direkt an der Haltestelle Gösing der Mariazellerbahn gelegen. Tolle regionale Küche, schöne Zimmer, feiner Wellnessbereich. www.goesing.at WEITERE INFORMATIONEN › TROPFSTEINHÖHLE Erreichbar ist das 575 Meter lange und 54 Meter tiefe Höhlensystem über Kienberg-Gaming nördlich des Ötschers. Führungen gibt es von Mai bis Oktober an Sams­ tagen, Sonn- und Feiertagen. www.gaming.gv.at › NATURPARKZENTRUM Die Ötscher-Basis in Wienerbruck bietet Führungen, Souvenirs sowie Regionales im Café-Restaurant. www.naturpark-oetscher.at › QUARTIERBUCHUNGEN Antworten auf alle Urlaubsfragen: www.mostviertel.at

Unsere Haare sind noch ganz feucht, als wir im Anschluss die Jausenstation Ötscherhias erreichen, wo die meisten

BERGWELTEN 45

Neusiedler See


B E RG U N D S E E

48 STUNDEN

GARDASEE

Ab in den Süden Klettern und Biken, Wandern und Fliegen: ein Wochenende voller Aktivitäten am See der vielen Möglichkeiten. TEXT: MARLIES CZERNY  FOTOS: PHILIPP SCHÖNAUER

92 BERGWELTEN


D e u t schl a n d S chwe i z

Wenn die Zeit wie im Flug vergeht: Mit einem TandemGleitschirm gleiten wir sanft die schroffen Felsen des Monte Baldo entlang.

Öst erreich GARDASEE

Italien

V

Gardasee, Oberitalien

on einem Gletscher geformt, von Goethe geliebt (obwohl der Dichterfürst in Malcesine unter Spionageverdacht geriet): Der Gardasee ist ein traumhaft schönes Sammelbecken für unvergessliche Augenblicke des Glücks. Im Alpenraum wird er in seiner Größe nur vom Genfersee und vom Bodensee übertrumpft. In der vergangenen Eiszeit wurde er durch einen Seitenast des Etschgletschers geformt und zwischen die Berge gebettet. Diese Begebenheit macht ihn für Berg- und Wassersportler gleichermaßen attraktiv. Die italienische Küche hilft ihm zu seiner Vormachtstellung: Hier wird auch der Gipfel des Genusses erreicht.

TAG 1  16 : 00

ANKOMMEN IN ARCO

In den engen Gassen von Arco duften aus kleinen Geschäften Chili und Grappa, sportlich bekleidete Modepuppen lächeln aus den Schaufenstern. Wir lassen uns nicht ablenken und steuern zielstrebig den Gastgarten des Caffè Trentino an. Eines ist hier wie immer: Die Schaumkrone auf dem Cappuccino sitzt perfekt in der großen Tasse, wie es sich Milchschaumschlürfer wünschen. Am Nebentisch klimpern bereits die Eiswürfel im Aperolspritzer. Wir sind angekommen. Vor unseren ausgestreckten Beinen auf der Piazza 3 Novembre tummeln sich Biker und Kletterer, Wanderer und Surfer. Wie wär’s, wenn wir heute den Sonnenuntergang direkt am See am warmen Felsen genießen? >

ANKOMMEN Mit dem Auto erreicht man Malcesine von Innsbruck aus in weniger als drei Stunden. Abfahrt ­Rovereto-Süd, an der Nordseite des Monte Baldo vorbei, dem Ufer entlang nach Torbole und Malcesine. Mit dem Zug fährt man nach R ­ overeto oder Peschiera, von dort weiter mit dem Bus. SCHLAFEN & ESSEN › HOTEL MERIDIANA Stilvolles Nächtigen in Malcesine, nahe am See und mit reichhaltigem Frühstücksbuffet. www.hotelmeridiana.it › HOTEL BELLEVUE Vier Sterne, ein Pool und schöner Wellnessbereich, direkt am See in Malcesine. www.bellevue-sanlorenzo.it › RISTORANTE ARISTOTELE Empfehlung für authentische italienische Küche. Vicolo Casella 10, 37018 Malcesine WEITERE INFORMATIONEN › PARAGLEITEN Peter Lehmann bietet um 150 Euro Tandemflüge über den See an. gittaundpeter@gmail.com › OLIVENÖL Im Laden Consorzio Olivicoltori Malcesine verkostet und kauft man kaltgepresstes Olivenöl. www.oliomalcesine.it › EIS ESSEN Frisches Eis in vielen Sorten gibt es in der Gelateria Cento per Cento nahe der Skaligerburg. Via Castello 31, 37018 Malcesine › QUARTIERBUCHUNG Infos zu Unterkünften, Ausflügen, Shopping und Wetter rund um den Gardasee: www.gardasee.com

BERGWELTEN 93


H OCHTOU R

72

STUNDEN

MATTERHORN

Reifeprüfung im Wallis Wenn ein bergsteigerischer Traum in Erfüllung geht: über den Hörnligrat auf das Wahrzeichen der Alpen. TEXT: KLAUS HASELBÖCK

100 BERGWELTEN


D e u t s chla n d Südwestlich von Zermatt, direkt an der italienischen Grenze, thront das Matterhorn.

Öst erreich

S chwe i z

ZERMATT

I t a lien

Matterhorn, Wallis ANKOMMEN

K

ein Berg ist berühmter, kein Berg wird öfter fotografiert und kein Berg symbolisiert stärker die Sehnsucht nach den Alpen als das im Schweizer Wallis gelegene Matterhorn. Die Besteigung der 4.478 Meter hohen formschönen Pyramide gilt als sehr ­anspruchsvolle Hochtour, für die eine gute Kondition, Erfahrung im Klettern und eine Akklimatisierung an die dünne Luft Voraussetzung sind. Dazu kommt, dass das Wetter eine Besteigung oft nicht zulässt. Kurzum: Der Berg ist nicht leicht zu haben, und gerade deshalb steht das Matterhorn auf der Wunschliste vieler Alpinisten.

TAG 1

FOTO: SWITZERLAND TOURISM/L.RIVA

10 : 00

DÜNNE LUFT AM POLLUX

Nirgendwo in den Alpen lässt sich ein 3.883 Meter hoher Berg so leichtfüßig besteigen wie hier, hoch über Zermatt. Man muss nur die Bergstation der Seilbahn verlassen – und schon steht man vor dem Schild „Klein Matterhorn“. Damit ist allerdings der entspannte Teil des Tages vorbei und die Luft auch fast draußen: Wo Österreich und Deutschland bereits zu Ende sind, beginnt in den Walliser Alpen erst die Berg-Prominenz. Der 4.092 Meter hohe Pollux ist heute unser Ziel und eine ideale Möglichkeit, uns ans schwere Atmen zu gewöhnen. Denn aus dem Kleinen soll übermorgen das eigentliche Matterhorn werden, und das wird es uns nicht mehr so leicht machen. >

Von Bern aus in 2,5 Stunden über Thun bis nach Visp und weiter nach Täsch. Dort das Auto parken, weil Zermatt für den privaten Verkehr gesperrt ist. Die restlichen 5 Kilometer müssen per Bahn, Taxi oder zu Fuß zurückgelegt werden. Reist man mit dem Zug an, so steigt man in Visp auf die MatterhornGotthard-Bahn um. Der berühmte Glacier-Express führt von Davos/ St. Moritz direkt nach Zermatt. SCHLAFEN & ESSEN › HOTEL MATTERHORNBLICK Moderne, helle Architektur, viel Holz und freundliches Personal. www.matterhornblick.ch › RISTORANTE MOLINO Sehr gute italienische Küche mit Gastgarten inmitten von Zermatt. www.molino.ch › HÖRNLIHÜTTE 130 komfortable Schlafplätze in 3.260 Meter Höhe: langfristige Reser­vierung unbedingt nötig! www.hoernlihuette.ch WEITERE INFORMATIONEN › MUSEUM Im Zentrum von Zermatt wird die Geschichte der Region und des prominenten Berges gezeigt. www.zermatt.ch/museum › GUIDES Erfahrene Führer fürs Wallis und andere Alpenberge sowie für die Ausbildung buchen. alpineschool.mammut.ch › BUCHTIPP Reinhold Messner fasst in „Absturz des Himmels“ die MatterhornErstbesteigung brillant zusammen. www.fischerverlage.de › QUARTIERBUCHUNG Informationen zur Region und zu Unterkünften. www.zermatt.ch

BERGWELTEN 101


KAUFBERATUNG

Angesteckt! E-Mountainbikes begeistern Genießer genauso wie ambitionierte Fahrer. Eine kleine Orientierung, worauf es bei Rädern mit Elektroantrieb ankommt. TEXT: SISSI PÄRSCH

D

as E-Bike hat eine beeindruckende Karriere hingelegt. Dabei hatte es das Rad mit Elektroantrieb alles andere als leicht: Es wurde be­ lächelt und kritisch beäugt, in die Rentnerradecke gestellt und höchstens als Reha-Instrument geduldet. Doch das E-Bike ließ sich nicht stoppen, streifte das verstaubte Image ab und überzeugt inzwischen

selbst die sportlichsten Fahrer. Mit dem ­Extra-Schub an Energie werden konditionell anspruchsvolle Strecken leichter, die Touren insgesamt länger und für viele überhaupt erst möglich. Und während es früher hieß: „Wir warten lieber noch, bis die Technik so weit ist“, bekommt man heute E-Bikes, die sofort richtig Spaß machen.

DAS BIKE: FULLY ODER HARDTAIL? Beim E-MTB ist es wie beim konventionellen Bike: Zunächst gilt es, sich zwischen dem vollgefederten Fully (links) und dem nur vorne gefederten Hardtail zu entscheiden. Die Wahl trifft man je nach Einsatzbereich und Budget. Wer entspannte Touren auf Schotterstraßen unternimmt, für den eignet sich das einfachere und kostengünstigere Hardtail. Wer sich jedoch auch auf Trails begibt und/ oder mehr auf Fahrspaß und -komfort setzt, wählt das Full-Suspension-Bike.

116 BERGWELTEN


ILLUSTRATION: ANDREAS POSSELT; FOTOS: HUSQVANA, BROSE, SPECIALIZED, ROTWILD(2)

DER MOTOR: VIER HERSTELLER Während es bei E-Bikes für die Straße noch Nabenmotoren gibt, die im Hinter- oder Vorderrad verbaut sind, setzen die Hersteller von E-MTBs auf Mittelmotoren. Aufgrund der zentralen Position im Tretlager ist der Schwerpunkt besser, das Fahrgefühl stabiler und die Kraftübertragung ­direkter. Die wichtigen Motorenproduzenten – Bosch, Brose (Bild unten), Samsung und Yamaha – setzen 2018 auf Fahrkomfort und haben die Sensorik ihrer Produkte optimiert. Die Unterstützung erfolgt besonders harmonisch. Manche Motoren sind schon nach eigenen Vorlieben konfigurierbar. Boschs Performance-Line-CXAntrieb wechselt z. B. je nach ­Pedaldruck automatisch zwischen den Fahrmodi Tour und Turbo.

DER PREIS: AB 2.000 EURO Ein qualitätsvolles, sicheres E-MTB kostet mindestens 2.000 Euro. Ein Fully ist tendenziell teurer als ein EinsteigerHardtail. Nach oben gibt es auch bei E‑Mountainbikes kaum Grenzen.

Etappen mit vielen Höhenmetern werden im Sattel eines E‑Bikes zu einem ­ ntspannten Vergnügen. e

DER AKKU: WATT = REICHWEITE Die Energiequelle wird von den Herstellern immer häufiger geschickt in den schlanken Rahmen integriert (Bild unten). Die Stromspeicher haben bis zu 650 Wattstunden Kapazität. Allerdings sollte man die Firmenangaben zur Reichweite mit Vorsicht genießen. Sie hängt ab von: Fahrverhalten, Unterstützungsmodus, Fahrer­ gewicht, Untergrund und absolvierten Höhenmetern. Grob gerechnet gibt ein Akku Schub für 25 bis 30 Kilometer sowie 1.000 Höhen­meter. Es empfiehlt sich, selbst auszutesten und ein Gespür dafür zu entwickeln, wie viel Strom man am Bike verbraucht.

DIE AUSSTATTUNG: KRAFTVOLL Im Vergleich zu einem normalen Mountainbike bringt das E-Bike ­deutlich mehr Gewicht auf die Waage (zwischen 18 und 24 Kilo). Infolge der höheren Geschwindigkeit steigt der Verschleiß bei den Komponenten. Es braucht daher Teile wie die EX1Schaltgruppe von SRAM und extra kraftvolle, große Scheibenbremsen. Empfehlenswert ist Plus-Bereifung, also 2,8 bis 3 Zoll breite Reifen für mehr Traktion und Fahrkomfort. Die Steuerungszentrale ist das ­Display (Bild unten), das Parameter wie Ladestand, Unterstützungsstufe, Geschwindigkeit, Gesamtkilometer, Reichweite und Distanz anzeigt. Mittlerweile gibt es auch Bedien­ elemente, die eine USB-Schnittstelle haben oder via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden sind und App-Nutzungen ermöglichen.

DAS FAHREN: NEUES HANDLING Bei den ersten Ausfahrten mit dem E-Mountainbike gilt es, sich mit dem Rad vertraut zu machen. Das Handling, die Beschleuni­ gung, das Bremsverhalten und die Einschätzung der Reichweite müssen geübt werden.

bergwelten.com/e-bike: viel Wissenswertes rund ums E-Bike

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118 BERGWELTEN

M OU NTAI N B I K E N


Mit der Bahn zum Trail: Die Zugfahrt ist erster ­Höhepunkt der Biketour, die in Pontresina beginnt.

48 STUNDEN

BERNINA

Gletscher und Gelato Durchs Schweizer Oberengadin mit Bahn und Bike: die unglaubliche Reise vom hochalpinen Pontresina ins mediterrane Poschiavo. TEXT: SISSI PÄRSCH  FOTOS: FILIP ZUAN

BERGWELTEN 119


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