AU G U ST • S E P TE M B E R 2017 EUR 5,80
Die Schönheit der Natur entdecken
U TO
R E N- T I P P
S
Mit Hund in die Berge STADTNAHE TOUREN: SECHS WANDERKARTEN ZUM HERAUSNEHMEN
LIEBE *MITERSTE BERGSTEIGER-LEGENDE PETER HABELER IM ZILLERTAL
*PADDELN, SURFEN UND
FLUSS-ABENTEUER
ZUGSPITZE AM HÖCHSTEN GIPFEL DES LANDES: WO MAN AUFSTEIGT, WO MAN EINKEHRT
KLETTERN IM ALTMÜHLTAL
*ZUHOCH-SOMMER GAST IN DER SÜDTIROLER LANGKOFELHÜTTE
WANDERN AM WASSER BERGSEEN & WASSERFÄLLE: DIE 20 SCHÖNSTEN TOUREN
Inhalt
AUGUST / SEPTEMBER 2017
6 BERGWELTEN
24 Fluss-Abenteuer Eine Kanuwanderung auf der Altmühl ist mehr, als bloß im Kanadier zu paddeln. Drei Tage am Wasser, mit Trekkingtouren, Kletterpartien und Surflektionen.
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FOTOS INHALT: SEBASTIAN STIPHOUT, MANUEL PERIC, BERNHARD HUBER, TOM SON, BERNHARD FIEDLER
REGIONEN
34 SPORT
LEBEN
100 MENSCHEN
24 Alles im Fluss Kanuwandern auf der Altmühl in Bayern
46 E in Fall für zwei Wie man richtig Gletscher quert
42 Adlerhorste Fünf Hütten für die Einsamkeit
80 Z ippert steigt auf Auf den Wurmberg in Niedersachsen
34 Hoch-Sommer Besuch auf der Lang kofelhütte in Südtirol
116 S ommer am Meer Klettern und Segeln in Kroatien
94 G ehen ist gesund Mediziner Arnulf Hartl im Interview
60 G anz oben Unterwegs um die und auf der Zugspitze
130 S pannungs-Bogen „Tristans Kirchbogen steig“ in der Steiermark
44 Fisch im Glas Ein Rezept für eingeweckten Lachs 48 K ühle Wege 20 Touren am Wasser
84 Wald und Wiese Wandern am Rothaar steig im Sauerland
134 D ie perfekte Linie Gepäckkontrolle bei Thomas Huber
136 Schöner aufsteigen Eine modebewusste Hüttenübernachtung
108 D aheim im Tal Mit Legende Peter Habeler im Zillertal
146 Zwischen den Welten Reise auf die Azoren- Insel Santa Maria
156 R etro alpin Wie das Klettern den siebten Grad bekam
142 Im Test Acht Rucksäcke für eine Tagestour
100 G ut bei Fuß Drei Menschen und ihre Hunde im Porträt
KOLUMNEN 14 So Sachen, David Pfeifer 126 Post von David Lama 160 Mess ners Philosophikum 165 Abwärts mit Nachförg
STANDARDS
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8 Panorama 14 Einstieg & Aufstieg 16 Wege & Ziele 17 Infografik 18 Kinder & Familie 20 Bergmomente 21 Fragen & Antworten 22 Gut & schön 78 Valentins Favoriten 162 Après-Berg 164 Bergwelten online 166 ServusTV 168 Vorschau, Impressum 170 Karten zum Mitnehmen Coverbild: der idyllische Seealpsee in der Schweiz; Foto: Silvan Schlegel
WANDERN IM SAUERLAND
WALD UND WIESE Im heißen Sommer sollte man am Rothaarsteig wandern: durch schattigen Wald, zu kühlen Stollen und heilsamen Quellen. TEXT: CHRISTIAN SCHREIBER FOTOS: JOZEF KUBICA
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Abenteuer Rothaarsteig: Durch schulterhohes Gras geht es in Richtung des kühlen Waldes am Ginsterkopf.
A
m Vormittag hat sich der Wind entschieden, seine er frischende Arbeit einzustel len. Die Hitze der vergange nen Tage hat die Felder niedergestreckt. Das Gras ist schlapp, die Blumen lassen ihre Köpfe hängen – so wie wir. Aber Erleichterung ist in Sicht. Dort, wo der Wald beginnt, ist das anstren gendste Stück bewältigt: der Aufstieg auf den Kamm bei senkrechter Sonne, die je den Wanderer durchkocht. Wer im Nor den des Rothaargebirges startet, wo der gleichnamige Steig seinen offiziellen Auf takt hat, muss ordentlich Höhenmeter machen. Einmal oben, bleibt man aber dort, Abstiege ins Tal sind nicht nötig. Das Rothaargebirge ist der bekann teste Höhenzug in Nordrhein-Westfalen. Höchster Punkt mit 843 Metern ist der Langenberg, als markantester Berg gilt der Kahle Asten (842 m). Nichts für 4.000erAspiranten, aber Wanderspaß und Berg-
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Wir sind umgeben von Bäumen. Sie sind der beste Sunblocker, den man sich vorstellen kann.
Feeling kommen trotzdem auf. Man darf nicht vergessen, dass die Alpen knapp 500 Kilometer Luftlinie entfernt sind und Städte wie Duisburg oder Düsseldorf nur 33 beziehungsweise 38 Meter über dem Meeresspiegel liegen. WEIHNACHTS- UND ANDERE BÄUME
Wir befinden uns mittlerweile auf rund 500 Metern, als plötzlich kühle Luft durch den Wald pfeift. Die frische Brise kommt aus dem Inneren des Eisenbergs, aus einem alten vergitterten Stollen, in dem früher Erze abgebaut wurden. Man kann zwar nicht mehr hinein, aber die Luft, die herausströmt, genügt schon. Wir lassen uns zehn Minuten lang herunterkühlen. Am weiteren Weg muss man sich um Überhitzung sowieso keine Sorgen mehr machen, denn ab jetzt sind wir umgeben von Bäumen. Sie sind der beste Sunblocker, den man sich vorstellen kann. Die meiste Zeit ist der Wanderer auf
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der Strecke zwischen Brilon und Dillenburg im dichten Wald unterwegs. Man kann den Rothaarsteig, der auch ein Stück durch Hessen und RheinlandPfalz verläuft, sportlich angehen und die etwa 150 Kilometer in sechs Etappen bewältigen oder sich doppelt so viel Zeit lassen. In jedem Fall ist es eine Studienreise durch die deutsche Waldkultur. Man sieht mächtige Eichen, lange Lärchen, zarte Birken, feurige Rotbuchen oder bauchige Ebereschen. Um die Vormachtstellung streiten sich allerdings Fichten und Tannen, darunter die im Sommer aberwitzig anmutenden Weihnachtsbäume, die nur bis zum nächsten Advent leben. Statistiken zufolge stammt jeder dritte Christbaum, der in einem deutschen Wohnzimmer steht, von hier aus dem Sauerland, das zu zwei Dritteln aus Wald besteht. Es ist aber nicht so, dass man vor lauter Wald die Landschaft nicht mehr sieht. Das war früher so, aber ausgerech-
net eine Naturkatastrophe sorgte dafür, dass wir bei unserer Wanderung jetzt die sanften Hügel, die grünen Täler und die Fachwerkdörfer überblicken. Orkan Kyrill hat vor gut zehn Jahren Tausende von Bäumen umgenietet und so zahlreiche Aussichtspunkte geschaffen. ERFRISCHENDE QUELLEN
Top-Spot für traumhafte Fotos sind die Bruchhauser Steine im nördlichen Rothaargebirge. Wie Fremdkörper wachsen sie aus dem Wald und strecken sich gen Himmel. Sie sind Relikte Jahrmillionen zurückliegender Vulkanausbrüche, bizarr geformt von Wind und Wetter. Ein bisschen Klettertechnik ist nötig, um den Feldstein zu besteigen. Sein neun Meter hohes Gipfelkreuz ist für die Berge der Region sehr ungewöhnlich. In alle Himmelsrichtungen kann der Blick sanften grünen Hügelketten bis an den Horizont folgen und ahnen, was die nächsten
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