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Bwat1704 rauris

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AU G U ST • S E P TE M B E R 2017 EUR 5,80

Die Schönheit der Natur entdecken

U TO

R E N- T I P P

S

Mit Hund in die Berge STADTNAHE TOUREN: SECHS WANDERKARTEN ZUM HERAUSNEHMEN

LIEBE *MITERSTE BERGSTEIGER-LEGENDE PETER HABELER IM ZILLERTAL

*SEGELN UND KLETTERN

IM BOOT ZUM FELS

RAURISER WEGE RUND UM DEN SONNBLICK: IM TAL DER QUELLEN UND BRUNNEN

IN KROATIEN

*ZUHOCH-SOMMER GAST IN DER SÜDTIROLER LANGKOFELHÜTTE

WANDERN AM WASSER BERGSEEN & WASSERFÄLLE: DIE 20 SCHÖNSTEN TOUREN


Inhalt

AUGUST / SEPTEMBER 2017

22 Rauriser Wege Jahrhunderte hat Gold das Leben im Salzburger Raurisertal geprägt. Heute ist es das Wasser: unterwegs zu rätselhaften Seen, glucksenden Flüssen und versteckten Badeteichen.

4 BERGWELTEN


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FOTOS INHALT: BERNHARD HUBER, TOM SON, PHILIPP SCHÖNAUER, MANUEL PERIC, BERNHARD FIEDLER

REGIONEN

SPORT

LEBEN

92 MENSCHEN

22 H öhenrauschen Wandern im Salzburger Raurisertal

50 E in Fall für zwei Wie man richtig Gletscher quert

36 Fisch im Glas Ein Rezept für eingeweckten Lachs

84 G ehen ist gesund Mediziner Arnulf Hartl im Interview

40 Hoch-Sommer Besuch auf der Langkofelhütte in Südtirol

110 S ommer am Meer Klettern und Segeln in Kroatien

48 Adlerhorste Fünf Hütten für die Einsamkeit

92 G ut bei Fuß Drei Menschen und ihre Hunde im Porträt

52 Kühle Wege 20 Touren am Wasser

124 S pannungs-Bogen „Tristans Kirchbogensteig“ in der Steiermark

100 Valentins Favoriten Ein clever konstruierter Campingkocher

102 D aheim im Tal Mit Legende Peter Habeler im Zillertal

66 G anz oben Unterwegs um die und auf der Zugspitze

128 D ie perfekte Linie Gepäckkontrolle bei Thomas Huber

130 Schöner aufsteigen Eine modebewusste Hüttenübernachtung

142 Zwischen den Welten Reise auf die AzorenInsel Santa Maria

154 R etroalpin Wie das Klettern den siebten Grad bekam

138 Im Test Acht Rucksäcke für eine Tagestour

KOLUMNEN 12 So Sachen, David Pfeifer 122 Post von David Lama 158 Messners Philosophikum 167 Abwärts mit Nachförg

STANDARDS 6 Panorama 12 Einstieg & Aufstieg 14 Wege & Ziele 15 Infografik 16 Kinder & Familie 18 Bergmomente 19 Fragen & Antworten 20 Gut & schön 162 Après-Berg 164 ServusTV 166 Bergwelten online 168 Vorschau, Impressum 170 Karten zum Mitnehmen

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Coverbild: der idyllische Seealpsee in der Schweiz; Foto: Silvan Schlegel


Das Wasser ist ständiger Begleiter, wie hier auf dem Weg zum Rauriser Urwald. Im Hintergrund die Goldberggruppe.

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RUND UM DEN SONNBLICK

HÖHENRAUSCHEN Jahrhunderte hat Gold das Leben im Salzburger Raurisertal geprägt. Heute ist es das Wasser: unterwegs zu rätselhaften Seen, glucksenden Flüssen und versteckten Badeteichen.

TEXT: WOLFGANG WIESER  FOTOS: PHILIPP SCHÖNAUER

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Links: Hermann Maislinger hat viele Jahre als Hirte gearbeitet. Heute führt er das Naturfreunde­ haus in Kolm-Saigurn. Rechts: die Durchgangalm auf dem Weg zur Bockhartscharte.

E

s ist überall. Ist oben. Ist unten. Ist vor und hinter dir. Es begleitet dich – egal wohin du gehst: donnernd laut, während du entlang steil abfallender, schroffer Felswände wanderst; leise glucksend bei deinem Sprung über den schmalen Bach, der sich fröhlich durch den dichten Wald talwärts schlängelt. Hier fällt dir zum ersten Mal auf, wie faszinierend vielfältig es ist, wie facettenreich. Und wie sehr es den Charakter des Raurisertals prägt: dieses immerwährende Rauschen des Wassers. Bewusst wird es dir, wenn du vom Ammererhof (1.630 m) aus durch den Wald höher und höher steigst. Rauriser Urwald wird er genannt, weil die Menschen hier der Natur ihren Lauf lassen. Du wanderst vorbei an gefallenen Baumriesen, die lang-

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sam zu Staub vergehen. Am Wegrand tauchen wie aus dem Nichts Moortümpel auf – von Zieralgen umgeben, von Libellen umschwirrt, von Fröschen und Molchen bewohnt. EIN TÜMPEL FÜR SCHÖNE HAUT

In einem dieser Tümpel schwimmt Sophie Ennsmann jeden Abend. Nachdem sie ihre vier Kühe gemolken hat, die am frühen Abend bereits in ihrem Stall auf der Gainschniggalm stehen, nimmt sie den leicht abschüssigen Weg Richtung Durchgangalm. Spaziert meist im Bademantel auf einer kleinen Holzbrücke über den Bach – und steht dann am Rande des Urwalds. Ihr Tümpel ist einer der größten. Er ist dunkel wie die anderen. 25 Meter soll er tief sein, ausgelotet vor vielen Jahren. An der Oberfläche ist das

Wasser wärmer als in der Tiefe, aber immer noch kalt. 17, vielleicht 18 Grad an sonnigen Tagen. „Herrlich erfrischend“, jubelt die Sophie, wie sie hier her­oben, wo sie seit zehn Jahren den Sommer verbringt, alle nennen. „Es macht die Haut wunderbar glatt.“ Wie zur Bestätigung streicht sie mit ihrer rechten Hand sanft über den linken Oberarm. Es ist eine einfache Brettljausn, die die resolute Hüttenwirtin mit dem lauten, herzerfrischenden Lachen serviert, bevor du Richtung Bockhartscharte (2.226 m) weiterwanderst. Gestärkt von ihrem Brot, ihrem Käse, ihrer Butter – ­alles selbst gemacht, natürlich. Bedächtig steigst du den Weg hoch. Du spürst ein erstes Ziehen in den Oberschenkeln, mit jedem Schritt werden es weniger Bäume – bis dir keiner mehr


Auf schmalen Wegen geht es bergwärts. Durch herrliche frische Wiesen windet sich dieser Bergbach oberhalb der Filzenalm.

Schatten spendet, und du fühlst, wie dir die Sonne in den Rücken sticht. Auch hier oben gibt es immer noch Tümpel. Die Wolken spiegeln sich darin. An ihren Rändern blüht der Almrausch. Wenn du dich umdrehst, siehst du das Schar­eck (3.123 m), das Alteck (2.942 m) und den Hohen Sonnblick (3.106 m). Auf den Gipfeln liegt Schnee. Wenn die vorbeiziehenden Wolken für Augen­ blicke Schatten auf den Sonnblick werfen, sieht es ganz so aus, als würde der Berg ­seine breiten Schultern hochziehen – als Geste, die du als Warnung verstehst: Un­ terschätz mich nur nicht! Auf dem Gipfel des Sonnblicks thront die Wetterwarte. Im Gegenlicht ist sie nur mit zusammengekniffenen Augen zu er­ ahnen. Am 1. September 1886 wurde sie fertiggestellt, am Tag danach offiziell er­

öffnet. Sie ist einzige Station weltweit, die seit 130 Jahren besteht und keinen einzi­ gen Tag unbesetzt war. DER GOLDBURSCHE

Untrennbar verbunden mit ihr ist der Na­ me Ignaz Rojacher (1844–1891). Ein Mann aus armem Hause, der mit zwölf Jahren be­ reits als Truhenläufer im Goldbergwerk ar­ beitete. Mit mehreren Alters­ genossen musste er damals die erzbeladenen Gru­ benwagen ans Tageslicht befördern, die leeren Wagen wieder zurückschieben. Eine harte Arbeit. Zu schwer für den „KolmNazl“, wie er genannt wurde. Erst nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1859 sollte er auf den Berg zurück­ kehren. Jetzt aber sollte der wissbegierige und überaus geschickte Bub rasch Karrie­ re machen. 1876 wurde der gesamte Berg­

bau in Kolm-Saigurn an ihn verpachtet, vier Jahre später kaufte er das Bergwerk. Noch heute gilt er als echter Pionier: Be­ reits 1880 baute er eine elektrische Licht­ anlage für ein Gasthaus in Kolm-Saigurn – vier Jahre vor der Stadt Salzburg. Als Ignaz Rojacher 1891 starb, notiert der Pfarrer im Sterbebuch: „Er war ein großer Mann.“ Hermann Maislinger, der heute das Naturfreundehaus in Kolm-­ Saigurn führt, sagt es zeitgemäß: „Das war ein Supertyp.“ Tatsächlich weiß Hermann vieles über den Bergbau, den Kolm Nazl, das Leben im Raurisertal. Hermann war „Hiata“ auf der Gries­ wiesalm, wo er für die Norikerpferde sorg­ te, die dort nach dem Auftrieb den Som­ mer verbringen. „Das war die schönste Ar­ beit überhaupt. Da warst jeden Tag mit zwanzig, dreißig Kilo am Rücken unter­

BERGWELTEN 25


Die ganze Geschichte finden Sie in der aktuellen Ausgabe von

Ăœberall, wo es Zeitschriften gibt, oder als Abo unter: bergwelten.com/abo


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