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The Red Bulletin DE 12/20

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DEUTSCHLAND DEZEMBER 2020 € 2,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

VOM SHERPA ZUM CHAMPION

DER SCHNELLSTE BERGSTEIGER DER WELT Nims Purja bezwang alle 14 Achttausender. In nur sechs Monaten.

PURE FREUDE

DER SPIELWITZ DES EISHOCKEY-STARS JOHN PETERKA

GRÜNES WUNDER

STERNE-KOCH FELIX SCHNEIDER HOLT DAS BESTE AUS DEM WALD

Natural born climber: Nims Purja, 38, führte ein rein nepalesisches Team an und unterbot den bisherigen Rekord um mehr als sieben Jahre.

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E D I TO R I A L

WILLKOMMEN

HOCH HINAUS

Dieses ikonische Bild vom „Stau“ auf dem Mount Everest ging um die Welt. Fotografiert hat es Rekord-Kletterer Nims Purja. Dessen abenteuerliche Story liest du ab Seite 40.

AUF DIE SCHREIBKUNST

Spannung kann Stephen King, klar. Warum du auch seinen Schreibratgeber lesen solltest. Ab Seite 84

„Man sollte den Mut haben, sich auszuprobieren.“ Rapper Celo über sein Erfolgsrezept. Ab Seite 36

Viel Spaß mit der neuen Ausgabe von The Red Bulletin! Die Redaktion

SANDRO BAEBLER (COVER), CHRISTOPH VOY

VINZ SCHWARZBAUER

AUF DEN GIPFEL

Ambitionierte Ziele können dir sagenhafte Kräfte verleihen: Wer das nicht glaubt, sollte unseren CoverHelden Nims Purja kennenlernen. Der Nepalese nahm sich vor, die 14 Achttausender der Welt in der Rekordzeit von sieben Monaten zu besteigen – und schaffte es in sechs Monaten und sechs Tagen. „Ich wollte der Welt zeigen, was möglich ist, wenn du deinen ganzen Geist, dein Herz und deine Seele in ein Projekt hineinwirfst“, sagt Purja. Und er wollte mit seinem nepalesischen Team die Aufmerksamkeit auf eine oft übersehene Gruppe von Kletterern richten – die Sherpas. Wie ihm das gelang, erfährst du ab Seite 40. Mit mutigen Schritten kennt sich auch SkiOlympiasiegerin Viktoria Rebensburg aus. Ab Seite 32 erklärt sie, warum sie bereits im Alter von dreißig Jahren ihre erfolgreiche Karriere beendete.

AUF DIE FREUDE AM SPIEL

Mit achtzehn trickst EishockeyStar John Peterka erfahrene Profis aus. Warum Spaß für ihn so wichtig ist: ab Seite 62 THE RED BULLETIN

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I N H A LT The Red Bulletin im Dezember 2020

INNOVATOR

50 DSCHUNGELCAMPS COVERSTORY

40 ÜBER ALLE BERGE

In nur sechs Monaten und sechs Tagen erklomm Nims Purja alle AchttausenderBerge der Welt – und wurde so vom Sherpa zum Helden.

Ein vietnamesischer Architekt holt endlich die Natur zurück in unsere Großstädte.

FOOD

54 RADIKAL LOKAL

Sternekoch Felix Schneider bedient sich für seine Menüs im Wald vor der Lokaltür.

Auf einem zugefrorenen See in Kanada steigt jedes Jahr das längste und kälteste Motorrad-Rennen der Welt.

62 ECHTER SPIELER

Weshalb den Eishockey-Star John Peterka vor allem seine Freude am Spiel stark macht.

GUIDE

SKI ALPIN

32 ZEIT FÜR DIE LETZTE ABFAHRT

Ski-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg erklärt ihren überraschenden Rücktritt.

Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen 75 TRAVEL. Segeln mit den Besten – Urlaub mit Hagara und Steinacher.

DEUTSCHRAP

80 FITNESS. Ein Yoga-Programm, das Superheldenkräfte verleiht.

Die Frankfurter Hip-Hop-Stars Celo & Abdi erzählen, warum gerade Humor die wichtigste Zutat ihrer Songs ist.

82 GADGET. Diese Hantel denkt beim Krafttraining mit.

36 BAUCHMUSKEL-HITS

FILM

38 UND EWIG LOCKT DAS RISIKO

Schauspieler Laurence Rupp verrät, wieso er manchmal bewusst alles aufs Spiel setzt.

75 HART AM WIND Ein Törn mit Olympiasiegern? Destination Red Bull macht’s möglich.

84 LESESTOFF. Warum Stephen King packend übers Schreiben schreibt. 86 GAMING. Wie ein begeisterter Spieler zum Milliardär wurde. 88 KALENDER. Die wichtigsten Termine der kommenden Wochen. 92 WINTER-URLAUB. Acht Orte zum Krafttanken im Schnee.

16 PLAYLIST 18 CLUB DER TOTEN DENKER

96 IMPRESSUM 98 PERFEKTER ABGANG

32 STARKER ABGANG Viktoria Rebensburg über Gefühlsentscheidungen in ihrer Ski-Karriere

THE RED BULLETIN

NORMAN KONRAD, KONSTANTIN REYER, SEBASTIAN ARLT, PHILIP VUKELICH

20 FORMEL FROST

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RADIKAL REGIONAL Starkoch Felix Schneider feiert lokale Zutaten mit innovativen Rezepten.

EISHOCKEY

ABENTEUER

6 GALLERY 12 ZAHLEN, BITTE! 14 FUNDSTÜCK

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EISKALT ERWISCHT Brrr! Beim Motorrad-Rennen in Kanada mit Temperaturen von bis zu minus 48 Grad

THE RED BULLETIN

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RIESENGEBIRGE, TSCHECHIEN

Trick aus dem Jahr Schnee

JIRI SIMECEK/RED BULL CONTENT POOL

Okay, auf Skiern von einem 18 Meter hohen Dach zu springen – wie in diesem Fall der US-Freeski-Star Nick Goepper – nötigt uns einigen Respekt ab. Noch erstaunlicher ist aber, wenn man erfährt, dass ein gewisser Otto Berauer den gleichen Stunt bereits im Jahr 1929 auf Holzskiern hinlegte. Fotograf Jiří Šimeček hatte die Aufnahme von dessen kühnem Sprung im Luční Bouda Hotel im Riesengebirge gesehen. Er fragte Nick Goeppner, ob er den Trick nachstellen würde. Dem war es eine Ehre. jirisimecek.com


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MOLDE, NORWEGEN

PETER SALZMANN

Gleitzeit Steile Felswände, unzählige Seen, atemberaubende Fjorde: Norwegen gilt als Europas Mekka für BASE-Jumper und Wingsuit-Flieger. Zwei Wochen begleitete der Salzburger Air2AirFotograf Peter Salzmann das Red Bull Skydive Team bei dessen jüngstem Projekt im gebirgigen Westen des Landes. Im Bild vollführen die Wingsuit-Piloten Max Manow, Marco Waltenspiel und Marco Fürst (v. li.) die „PfeilFormation“ entlang einer Schlucht (Flugspeed: 220 km/h). Salzmann: „Hier flog ich knapp hinter ihnen und musste die Helmkamera mittels Bissmechanismus auslösen.“ redbull.com/norwegen, @redbullskydiveteam 9


TEAHUPO’O, TAHITI, FRANZÖSISCH-POLYNESIEN

RUSSELL ORD

Blaues Wunder

Der Australier Russell Ord, 46, gilt als einer der besten Surf-Fotografen der Welt. Dieses Bild aus Teahupo’o, Tahiti, lässt uns sofort verstehen, warum. Zu sehen ist Surfer Matahi Drollet am heimatlichen Strand. Mit 23 Jahren ist er halb so alt wie Ord, doch gemeinsam schuf das Dream-Team ein blaues Wunder – das bemerkenswerte Bild eines Ritts auf einer perfekten Welle. russellordphoto.com 11


Z AHL EN, BI T T E!

TV-SERIE

Genial royal Am 15. November startet die vierte Staffel der Netflix-Erfolgsserie „The Crown“ mit Oscar-Preisträgerin Olivia Colman als Elizabeth II. Hier die Zahlen, die belegen, dass die Queen einfach die Coolste ist.

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Glas Champagner trinkt sie täglich vor dem Schlafengehen.

G20

-Gipfeltreffen-Gruppenfoto 2009: die Queen blamiert Silvio Berlusconi vor versammelter Runde: „Was ist mit dem? Warum schreit der so?“

2

4

Mal hat sie Wimbledon besucht – obwohl sie bis 2016 Schirmherrin des Turniers war. Tennis interessiere sie einfach nicht.

2007

Geburtstage hat sie: ihren eigentlichen (21. April) und den „königlichen“ aller Regenten am zweiten Samstag im Juni.

gestand sie dem damaligen Arsenal-Mittelfeldspieler Cesc Fàbregas, sie sei ein Fan des Clubs.

129

0

-mal wurde sie porträtiert, 23 Wachsfiguren wurden von ihr bei Madame Tussauds angefertigt.

Sie benötigt keinen Reisepass, um Grenzen zu passieren. Keinen Führerschein, um Auto zu fahren. Noch besser: Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten für sie nicht.

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2012

spielte sie im Video zur Eröffnung der Olympischen Spiele in London mit. Bond-Darsteller Daniel Craig holte sie per Heli aus dem Palast. Ein Queen-Double sprang später mit dem Fallschirm über dem Stadion ab.

Straßen sind nach ihr benannt.

123.384.128

1976

verschickte sie ihre erste E-Mail, 2014 ihren ersten Tweet.

Dollar spielte der Film „Die Queen“ weltweit im Kino ein, Helen Mirren erhielt einen Oscar für die Hauptrolle.

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THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES (9)

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CLAUDIA MEITERT

Premierminister (von Winston Churchill bis Boris Johnson) haben ihr gedient.


F U ND ST Ü CK Pelés JubiläumsspielBall (mit den Namen der Teams) ist aus Ledersegmenten gefertigt. Das Kicken lernte Pelé als Kind noch mit einem Ball aus ausgestopften Socken.

PELÉ

Ball vom 1000. Spiel des brasilianischen Jahrhundert-Fußballers Edson Arantes do Nascimento, 1971 In den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts hieß der Fußballgott Pelé. Keiner behandelte die Wuchtel, das Leder, die Haut eleganter, keiner schoss so viele Tore. Im Jänner 1971, mit 31, hatte er Brasilien bereits dreimal zum WM-Titel geführt und war längst eine lebende Legende. So wurde sein tausendstes Match (FC Santos gegen SV Transvaal, Surinam, 4:1) wie ein Gottesdienst zelebriert. Und das Leder – damals wirklich noch aus Leder – hat man als Reliquie aufbewahrt.

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JULIEN’S AUCTION/REX SHUTTERSTOCK

Haut volée


DER PIONIERGEIST LEBT FORT. Eine Hommage an die allerersten Flieger und Entdecker – und ihre gemeinsame Geschichte mit Longines.

Elinor Smith, die furchtlose RekordFliegerin, vertäute auf die Präzision und Widerstandsfähigkeit ihrer Longines, als sie sich höher als alle anderen Pilotinnen in den Himmel schraubte. 1928 wurde Elinor Smith mit nur 16 Jahren die jüngste zugelassene Fliegerin der Welt. Die berühmte Kunstfliegerin wird für immer in Erinnerung bleiben: Nur wenige Monate nach ihrer Zulassung sorgte sie für eine Sensation, als sie in New York unter allen vier Brücken auf dem East River hindurchflog. Und dies alles nur, weil ein männlicher Bekannter, der es zuvor erfolglos versucht hatte, ihr einredete, sie schaffe das nicht. Elinor Smith ist die erste und einzige Pilotin, der dieses Kunststück gelang. Es waren dieser Kampfgeist und Mut, die sie dazu bewogen, ihre Grenzen immer weiter zu setzen und den Gefahren zu trotzen. 1930 stellte sie einen neuen Höhenrekord von 8357 Metern auf. Sie freute sich zu berichten, dass ihre «Longines jederzeit perfekt funktionierte». Nur ein Jahr später versuchte Smith, noch höher in die Luft zu steigen.

Nachdem sie bereits eine Höhe von 9144 Metern erreicht hatte, fiel Smiths Flugzeugmotor aus. Als sie versuchte, ihn wieder zu starten, verlor sie das Bewusstsein (ohne ihr Wissen war ihre Sauerstoffflasche beschädigt worden, und ihr Inhalt war ausgetreten). Die Treibstoffleitung war eingefroren, und das nun antriebslose Flugzeug geriet in einen steilen Sturzflug. Smith erlangte nach einem freien Fall von über 7000 Metern das Bewusstsein wieder und konnte das Flugzeug schließlich landen. Zehn Tage später schwang sie sich noch höher hinauf und stellte mit 9929 Metern einen neuen Rekord auf, bei dem sie erneut ihrer präzisen Longines vertraute. Die Art und Weise, wie sie mit Herausforderungen umgehen, trennt die Pioniere vom Rest der Menschheit. Eleganz zeigen, wenn alle Chancen gegen einen stehen.

Mit Eleganz alles versuchen, alles geben, vielleicht scheitern. Elegant kämpfen — und triumphieren. Das ist es, woran man sich erinnert. Das ist es, was bleibt — wenn alles andere nicht mehr zählt. Longines hat die Spirit Collection entwickelt, um genau dies zu verkörpern. Sie verbindet Eleganz, Tradition und Leistung – mit denselben unverwechselbaren Merkmalen, die speziell für die ersten Aviatik-Pioniere geschaffen wurden: von ihrer geprüften Ganggenauigkeit bis zur übergroßen Aufzugskrone, die mit Handschuhen leicht bedient werden kann; von den markanten, kontrastreichen Ziffern bis zu den Zeigern mit Leuchtmassenbeschichtung für Nachtflüge. Die Spirit Collection ist der lebhafte Beweis, dass der Pioniergeist fortlebt.


P L AYL I ST

BENNY THE BUTCHER

So klingt New York

Größen wie Eminem und Jay-Z huldigen seiner Musik. Uns empfiehlt der Rapper vier Songs aus seiner Heimatstadt, die seinen Weg prägten. New Yorks Hip-Hop erlebt gerade eine Renaissance – auch wegen Rappern wie Jeremie Pennick, 35, besser bekannt unter dem Namen Benny the Butcher. Benny und sein Hip-Hop-Kollektiv Griselda führen mit ihrer Musik die Tradition von Eastcoast-Legenden wie dem Wu-Tang Clan oder Mobb Deep fort. Gleichzeitig fügen sie deren aggressivem Hardcore-Rap ihren eigenen, frischen Sound hinzu. Zu Bennys Fans zählen mittlerweile Größen wie Eminem, der Griselda 2017 auf seinem Label Shady Records unter Vertrag nahm, oder Jay-Z, der Benny mit seiner Agentur Roc Nation betreut. Hier verrät der New Yorker vier Tracks, die ihn auf seinem Weg nach oben inspiriert haben. Das Album von Benny The Butcher & DJ Drama: „Gangsta Grillz × BSF Da Respected Sopranos“ ist bereits erhältlich; blacksopranofamily.com

The Symphony (1988)

„Mein Paps war der größte HipHop-Fan überhaupt. Er hörte ständig Musik, und ich saß auf dem Rücksitz unseres Autos und sog die Songs auf. So lernte ich ‚The Symphony‘ kennen. Die Pianomelodie, die sich Marley Marl hier von Otis Redding borgt, dazu Kool Gs Reimkunst: ein irre guter Track.“ 16

The Notorious BIG Juicy (1994)

„‚Juicy‘ war ein großes Ding für New York. Der Song erschien zu einer Zeit, als Rapper der Westcoast die Szene fest im Griff hatten. Deshalb waren wir heilfroh über dieses Genie aus Brooklyn. Immer wenn seine Songs im Radio gespielt wurden, setzten wir ein Lächeln auf. ‚Juicy‘ ist eine der größten New-York- und eine der größten Hip-Hop-Hymnen überhaupt.“

Nas feat. Lauryn Hill

If I Ruled the World (aus dem Album „Imagine That“, 1996)

„Nas und Lauryn gemeinsam auf einem Track zu hören war schon sehr speziell. Ohne die beiden wäre Hip-Hop heute nicht dasselbe. Das Video zum Song ist pures New York und wurde am Times Square gedreht. Es ist der Blueprint für Künstler, die dieses Feeling ebenfalls erzeugen wollen – auch noch Jahre später.“

Puff Daddy & The Family It’s All About the Benjamins (1997)

„Als ich den Song zum ersten Mal hörte, dachte ich: ‚Wow! Was für ein verrückter Beat.‘ Später packten mich die Texte, die Gast-Künstler wie Sheek dem Album beisteuerten. Puff bringt einfach immer die besten Leute zusammen. Er ist eine Art All-Star-Coach des HipHop, und seine Arbeitsweise hat mich sehr beeinflusst.“ THE RED BULLETIN

WILL LAVIN

Marley Marl feat. Masta Ace, Craig G, Kool G Rap & Big Daddy Kane


THE PIONEER SPIRIT LIVES ON.

Warum diese Uhr? Nun, die neuartige Unruh-Spiralfeder aus Silizium widersteht den Magnetfeldern und Stößen, die wir im Alltag erleben. Dank der verbesserten Ganggenauigkeit und Zuverlässigkeit wird jede Uhr als COSC-Chronometer zertifiziert. Wie groß ist das Vertrauen in unsere neuen Modelle der Longines Spirit Collection? Es ist so gross, dass wir für sie volle fünf Jahre Garantie gewähren.


D ER CLU B D ER TOT EN DEN K ER

GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL

Soll ich mir altes Zeug im Museum anschauen? Die größten Denker aller Zeiten beantworten Fragen unserer Gegenwart, übermittelt durch den Philosophen Christoph Quarch. Diesmal: Kurz nach seinem 250. Geburtstag erklärt Hegel, wieso es sich lohnt, sich mit Geschichte zu befassen. Also woischt, i bi ja a Schwoab. Und a Schwoab ka gar net andersch, als alles nuffz’hebe, was ihm querkommt. Heidenei, des verstoasch ja net, denn du bischt ja wohl kan Schwoab, sonst tätst et frage, ob des guat isch, sich im Museum so an alte Plunder az’gucke. Also in gepflegtem Hochdeutsch: Wir Schwaben neigen dazu, Dinge aufzuheben. Und als ein schwäbischer Philosoph neige ich – auch nach vielen Jahren in Berlin noch – dazu, genau das gut und sinnvoll zu finden. Denn mit dem Aufheben hat es eine eigentümliche Bewandtnis. Das Aufheben ist nämlich die Lieblingsbeschäftigung des Geischtes – Pardon: des Geistes. Ums Aufheben ist es mir also zu tun. Denn Aufheben ist wichtig – Aufheben ist geistreich. Genauso geistreich wie das Spiel mit Worten, das ich jetzt gern mit dir spielen möchte: Aufheben – so habe ich’s vor langen Jahren in meiner „Phänomenologie des Geistes“ ausgearbeitet – kann dreierlei bedeuten: etwas aufbewahren bzw. etwas vor der Mülltonne retten; etwas abschaffen, wie man etwa ein Verbot aufhebt; und etwas auf eine höhere Ebene bringen – so wie man etwas vom Fußboden aufhebt, wenn es runtergefallen ist. Und jetzt kommt’s: Wenn der Geist etwas aufhebt, dann geschieht alles drei zugleich. Und das ist dann auch die Erklärung dafür, warum es eine ganze Menge bringt, gelegentlich einmal ein Museum aufzusuchen. Ist nicht leicht zu verstehen, auch nicht leicht zu erklären, aber ich will’s versuchen: Als Erstes mach dir bitte klar, dass du nicht vom Himmel gefallen bist. Nein, bist du nicht: Du bist in eine Welt hineingeboren, die schon vor dir da war und die eine Geschichte hat. Die Welt, in der du lebst, ist eine gewordene Welt. Je mehr du nun in sie hineinwächst, desto mehr saugst du sie auf – und mit ihr auch ihre Geschichte. Die Weise, wie du denkst, wie du sprichst, wie du fühlst: Alles

hat eine Geschichte, die weit, weit hinter deine Geburt zurückreicht. Denn es ist die Geschichte des Geistes: die Geistesgeschichte, die wir bis zu den ersten Anfängen der Menschheit zurückverfolgen können. Ja, wie ein roter Faden zieht der Geist sich durch die Jahrhunderte. Und mit jedem Jahrzehnt – das war meine größte Entdeckung – wird er etwas … geistreicher, etwas umfassender, etwas komplexer, etwas bewusster. Und wie macht er das? Die Antwort kennst du schon: durchs Aufheben. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: die Europäische Union. Nach zwei Weltkriegen und dem Faschismus war man sich in Europa einig, dass so etwas nie wieder geschehen dürfe. Also schloss man sich zu einer Europäischen Gemeinschaft zusammen. Dabei wurde einiges aufgehoben: Alte Feindschaften wurden abgeschafft, während nationale Eigenheiten aufbewahrt blieben. Und Europa wurde auf eine neue Entwicklungsstufe gebracht – die heute allerdings vielen Menschen Kopfzerbrechen bereitet, wenn man bedenkt, was in Ländern wie Polen, Ungarn oder Großbritannien abgeht. Und da sage ich dir: Du kannst das heutige Europa nur verstehen, wenn du seine Geschichte kennst. Du verstehst den Geist deiner Zeit nur, wenn du dir klarmachst, was er alles aufgehoben hat – im dreifachen Sinne. Und was er aufgehoben hat, findest du als „altes Zeug“ in den historischen Museen. Also: Wenn du verstehen willst, in welcher Welt du lebst, befasse dich mit der Vergangenheit. Klar, du kannst so tun, als wärest du vom Himmel gefallen – aber damit fällst du auf die Nase. Im Einzelfall ist das nicht schlimm. Wenn aber ein ganzer Kontinent seine Geschichte vergisst, dann wird es eng. Deshalb glaube ich, es bringt uns allen etwas, ab und zu in ein Museum zu gehen.

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war einer der einflussreichsten Denker für das 19. und 20. Jahrhundert. Nicht nur Karl Marx und die Wegbereiter des Sozialismus ließen sich von ihm inspirieren, sondern auch existenzialistische Philosophen wie Søren Kierkegaard oder Jean-Paul Sartre. Als gebürtiger Schwabe wurde er 1818 an die Berliner Universität berufen, wo er eine große Hörer- und Anhängerschaft fand. Seine Philosophie ist hochkomplex, erhebt sie doch den Anspruch, ein geistiges System bereitzustellen, mit dem sich die Kultur- und Menschheitsgeschichte als dynamische Entfaltung des Weltgeistes verstehen lässt.

THE RED BULLETIN

DR. CHRISTOPH QUARCH

FRIEDRICH HEGEL (1770–1831)

BENE ROHLMANN

„Du bist in eine Welt hineingeboren, die schon vor dir da war und die eine Geschichte hat.“


GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL (1770–1831)

„Du kannst das heutige Europa nur verstehen, wenn du seine Geschichte kennst. Du verstehst den Geist deiner Zeit nur, wenn du dir klarmachst, was er alles aufgehoben hat.“ THE RED BULLETIN

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FORMEL FROST Auf einem zugefrorenen See im Norden Kanadas wartet jeden Winter auf Hartgesottene eine würdige Herausforderung: NUMB BUM („vor Kälte tauber Hintern“), das längste und kälteste Motorradrennen der Welt. 24 Stunden Vollgas bei bis zu minus 48 Grad. Text KAITLYN KRASSELT

Fotos PHILIP VUKELICH

Ausdauer zählt Nicht die Schnellsten gewinnen das Numb Bum 24, sondern die Zähesten – jenes Team, das in 24 Stunden die meisten Runden abgespult hat. Die Frage lautet also: Wer hält es am längsten aus bei eisigen Temperaturen, Wind, Schnee und allen anderen Überraschungen, die die Natur hier so aus dem Ärmel zaubert? 20


Nagelprobe Um auf der spiegelglatten Strecke Halt zu finden, bestücken die Piloten die Reifen mit fünf Zentimeter langen Spikes. Doch die können sich auch als Albtraum erweisen: Im Jahr 2015 schlitzte sich einer der Teilnehmer bei einem Abflug mit einem der Nägel die Oberschenkelarterie auf. Seither gibt es eine neue Vorschrift: Die Räder müssen von einem Schutzgitter umgeben sein.


„Um hier teilzunehmen, musst du ein bisschen verrückt sein.“ Dan Cheron, Organisator des Numb Bum 24

Die Rennstrecke Es dauert mindestens eine Woche, bis Schneepflüge die etwa 14 Kilometer lange Strecke aus dem Sandy Lake, eine Fahrstunde nordwestlich von Edmonton in der kanadischen Provinz Alberta, geschnitzt haben – wobei sich der Kurs von Jahr zu Jahr ändert. „Ohne die Strecke“, findet NumbBum-24-Organisator Dan Cheron, „sieht der See einfach nicht gut aus.“ 23


Wie jedes anständige 24-StundenRennen beginnt auch das Numb Bum mit einem Le-Mans-Start. Und genau wie dort ist dieser Vorgang – die Teilnehmer rennen zu ihren geparkten Maschinen – ebenso emotional wie bedeutungslos. Hier Zeit zu verlieren ist für Piloten zwar frustrierend, für den Rennausgang jedoch nebensächlich.

Dan Cheron ist das Herz und die Seele des Numb Bum. Obwohl er selbst nie an dem Rennen teilgenommen hat, ist er fast das ganze Jahr mit dessen Planung und Organisation beschäftigt. Er zaubert die Sponsoren aus dem Ärmel und kümmert sich um die Genehmigungen der lokalen Behörden. Es ist die Arbeit eines wahren Liebenden.


Das Wetter fordert Mensch und Maschine. Die Piloten müssen stundenlang Wind und Wetter trotzen, und auch die Maschinen sind nicht dafür gebaut, 24 Stunden mit Vollgas über die Strecke geprügelt zu werden. 2020 war das Rennen vergleichsweise mild: bloß minus zehn Grad Celsius.

Die Teams wechseln die Fahrer alle ein, zwei Stunden, damit sie sich aufwärmen und ausruhen können. Dieses Jahr versuchte Luke Sydor (im Bild), so lange wie möglich draußen zu bleiben. Nach 13 Stunden war Schluss: Getriebeschaden.

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Mit Einbruch der Nacht sinken Temperaturen und Sicht, was Rennen und Reparaturen noch einen Tick härter macht.


Nachtschicht Gut die Hälfte des Rennens geht im Finstern über die Bühne – was die Challenge nochmals erhöht. Sandy Beach, Alberta, ist ein Nest mit 1100 Einwohnern, hauptsächlich ist hier im Sommer etwas los. Außer beim Numb Bum im Februar: Sobald die Sonne untergeht, sieht man weithin die Lichter tanzen und hört das Knattern der Motoren. 27


“Nick Moir is a genuine soul who loves to document Mother Nature in all on.”

Eine Flotte von Schneepflügen sorgt dafür, dass die Rennstrecke stets sicher geräumt ist. Sie glätten etwa jene Stellen, wo die Spikes tiefe Rillen hinterlassen haben. Ein Umlauf dauert 30 Minuten, Zuschauer dürfen mitfahren.

Benzinkanister stehen zum Nachfüllen bereit, damit die Helden des Numb Bum 24 über die Runden kommen. Die meisten Fahrer tanken alle 60 bis 90 Minuten nach. Die Tapferen mit extragroßen Custom-Tanks trotzen der Kälte entsprechend länger.


Wer hier zum ersten Mal die Kurve kratzt, lernt im Blitztempo, dass Schockfrosten eine völlig neue Bedeutung hat.

Leading the Charge

Nick Moir battles against a dust storm in Texas. “I trusted Nick and his 20 years of experience,” Wright says. “The rest of us were stormchasing rookies. I wholeheartedly believe that Nick could get anyone interested in storms with his infectious attitude.

Nomen est omen Der Name des Events nimmt Bezug auf die eisigen Temperaturen und das mitunter grausame Wetter. Die Dauer des Rennens hat aber noch einen weiteren Nebeneffekt: Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Piloten im Stehen fahren, damit der Schmerz beim Sitzen einmal ein bisschen nachlässt. 29


Lohn der Mühe Die Zieldurchfahrt, der Moment des Triumphs nach all den Strapazen: Tab Sydor (im Bild) und das Team NASTE Shrinkage schafften in 24 Stunden, 3 Minuten und 12,56 Sekunden 109 Runden. Preisgeld gab’s keins, aber einen hübschen Pokal und jede Menge Ehre.

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„Natürlich kommen wir wieder. Aber jetzt muss ich schlafen.“ Tab Sydor, Sieger des Numb Bum von 2020


Viktoria Rebensburg

Schluss mit 30: Nach ihrem Rücktritt erklärt Ski-Ass Viktoria Rebensburg, wie sie mutige Entscheidungen trifft – und was sie von der Piste fürs Leben gelernt hat. Text MARC BAUMANN

Fotos SEBASTIAN ARLT

Ihren vorerst letzten großen Auftritt absolviert Viktoria Rebensburg, die Riesentorlauf-Olympiasiegerin von 2010 und Gewinnerin von insgesamt 19 Weltcuprennen, im Spätsommer an einem Kinderhang. Am Tegernsee, wo sie als kleines Mädchen das Skifahren gelernt hat, steht sie an einem grauen Tag mit roter Outdoorjacke auf einer grünen Wiese. Und verkündet unaufgeregt ihren Rücktritt. Das Video ist mit dem Handy gedreht, es gibt keine Fans, keine Blumen, keine Tränen, keinen Applaus. Kurzum: ein typischer RebensburgAuftritt. Wie man auf einen Podestplatz fährt, wussten im deutschen Skisport nur ganz wenige so gut wie die heute 31-Jährige – aber was man dann da oben macht im Rampenlicht, war Rebensburg all die Jahre ein Rätsel. Und weil man ziemlich sicher sein kann, dass sie nicht so bald in irgendwelchen Fernsehshows auftaucht, ist es spannend, zu erfahren, was sie noch so vorhat im Leben. Ein Interview über verfrühte Goldmedaillen, Schussfahrten auf öffentlichen Pisten und schwere Entscheidungen.

  : Viktoria, du wurdest voriges Jahr, zu deinem 30. Geburtstag, gefragt, wie lange du noch Skirennen fahren willst – weißt du noch deine Antwort?  : In etwa: „… solange es körperlich geht, ich Spaß und Erfolg habe …“ Ziemlich genau so. Und dann verkündest du Anfang September plötzlich deinen Rücktritt. Ja. Ich bin im Februar gestürzt und musste die restliche Saison beenden. Als ich ab Juli wieder Ski gefahren bin, hat es sich nicht mehr richtig angefühlt. Ich habe das Gefühl, nicht mehr an mein höchstes Niveau hinzukommen. Und ich hab mir immer gesagt, wenn ich im Starthäuschen nicht mehr die hundertprozentige Überzeugung habe, dass ich gewinnen kann, höre ich auf. Dein vorletztes Rennen, noch vor dem Sturz, war die berüchtigte Kandahar-Abfahrt in Garmisch – die hast du gewonnen. Es war dein erster Weltcupsieg in einer Abfahrt. Schon seltsam, ein paar Monate später zu sagen: Ich bin nicht mehr gut genug, oder? (Lacht.) Ja, vielleicht wirkt das so.

Tennisprofis können nach dem Karriereende weiterspielen – wie Andre Agassi oder Steffi Graf auf ihrem eigenen Court. Aber du kannst ja jetzt nicht zur nächsten schwarzen Piste fahren und mit Tempo 130 ins Tal schießen, oder? Man kann ja früh aufstehen und als Erster auf der Piste sein. Ich hab eh nicht mehr die perfekt präparierten Ski von meinem Servicemann. Aber Skifahren ist so facettenreich, da kann ich noch viel ausprobieren: Skitouren, Powdern abseits der Piste – Dinge, die bis jetzt nicht gingen. Du giltst als furchtlose Fahrerin. Wie bleibt man trotz Stürzen mutig genug, um eine vereiste Piste hinunterzurasen? Ohne totales Selbstvertrauen kann man nicht gewinnen. Und je selbstbewusster man fährt, desto weniger passiert. Man muss viel trainieren, Routinen entwickeln, die verschiedenen Wetterverhältnisse kennen und sich immer wieder an die Höchstgeschwindigkeiten herantasten. So kann man sich Sicherheit holen und Vertrauen in die eigene Stärken. Durchsetzungsstark warst du nicht nur im Sport, du hast dich auch schon bei Meinungsverschiedenheiten mit Trainern und Funktionären behauptet. Wie schafft

Es gibt Profis, denen das Aufhören wahnsinnig schwerfällt – etwa 32

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HAIR AND MAKE UP: ALISA KOLB/NINA KLEIN ARTISTS, STYLING: BOGNER

„Ich bin stolz auf meine Konsequenz“

Arjen Robben vom FC Bayern, der jetzt doch wieder in der niederländischen Liga spielt. Viele ehemalige Profis haben gesagt, man spüre den Moment, wenn man aufhören sollte – ich hab mir immer gedacht: Wann spüre ich das denn mal? Und jetzt war es so weit. Vor der Entscheidung aufzuhören hatte ich immer viel Respekt, und seit ich denken kann, lag der Fokus darauf, mich im Skifahren zu verbessern. Diese Zeit war natürlich äußerst prägend für mich.


„Man muss das lieben, was man macht.“ Das Rezept der Olympiasiegerin für Erfolg heißt: Leidenschaft.

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Viktoria Rebensburg Training geübt haben. Nicht vorher schon an die Pokale denken oder an die Siegerehrung. Wenn du deinem jüngeren Ich einen Rat ins Ohr flüstern dürftest: Was wäre das? Da würde es schon viele Kleinigkeiten geben. Aber ich bin glücklich, wie bei mir die Karriere gelaufen ist. Ich habe mir immer viele Gedanken gemacht und dann entsprechend meine Entscheidungen getroffen. Das machen nicht viele – und darauf bin ich schon stolz, dass ich diese Konsequenz hatte. Das Allerwichtigste ist, das wirklich zu lieben, was man macht. Dann ist es kein Zwang, sondern passiert aus tiefster Freude heraus. Und nicht immer alles zu ernst zu nehmen – sonst ist es schwer, in den entscheidenden Momenten gelassen zu bleiben.

Entspannt in die Zukunft: Jetzt macht Viktoria einmal ein halbes Jahr Pause.

man es, bei Gegenwind nicht einzuknicken? Je höher man kommt, desto mehr Menschen haben eine Meinung zu dir. Die Diskussionen gab es oft mitten in der Wettkampfzeit – das war nicht so leicht. Es ist gut, sich die Kritik anzuhören – man muss über alles diskutieren –, aber am Ende hab ich die Entscheidung getroffen. Ich höre auf meinen Bauch, was meistens richtig war. Das Wichtigste ist: standhaft zu bleiben, sich nicht verunsichern zu lassen. Das war für mich oft nicht leicht, auch wenn es nach außen so gewirkt hat.

„Ich höre auf meinen Bauch. Und das war meistens richtig.“ 34

Konzentration gilt als eine deiner Stärken. Kannst du uns einen Tipp geben, wie man in wichtigen Momenten voll da ist? Man darf sich nur nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Ich habe immer versucht, in ganz wichtigen Momenten wie bei Olympia den Dampf und die Aufregung etwas rauszunehmen. Ich weiß noch, wie ich bei einer Junioren-WM die Favoritin war, der Sieg gehe nur über mich, hieß es, aber ich war zu verbissen, wollte den Sieg erzwingen – und schied beim 10. oder 15. Tor aus. Ich war so sauer auf mich und megafrustriert – aber ich hab daraus echt viel gelernt. Was genau? Es hilft, sich in wichtigen Momenten nur auf das Wesentliche zu konzentrieren, also auf die Dinge, die man wirklich beeinflussen kann: bei mir etwa meine Skitechnik, den Pistenverlauf oder die Dinge, die wir im

Was kann man von Profisportlern lernen fürs normale Leben? Die Zielstrebigkeit. Die ganze Saison hat ein Ziel, aber auch jeder Tag, jede Einheit. Du weißt, warum du es tust und wie du es tust. Das zeichnet uns Sportler aus: alles für den Erfolg tun – fleißig sein, auch unbequeme Dinge machen. Es gibt Momente, wo Training mal keinen Spaß macht. Dann hab ich mir einen Hang gesucht, der mir taugt, wo der Schnee passt, um wieder in den Flow zu kommen. Meine Basis war immer, dass ich das Skifahren extrem gerne gemacht habe – diese Leidenschaft für das, was man tut, muss da sein. Möchtest du in Zukunft beruflich im Wintersport bleiben? Mein Herz hängt schon dran, ja. Ich hab meinen Bachelor in Sportmanagement gemacht. Jetzt gebe ich mir ein halbes Jahr, um alles sacken zu lassen, und dann sehe ich weiter. Dein Freund ist Koch. Kann er dir jetzt etwas zubereiten, was du als Profisportlerin nicht essen durftest? Nein, wir konnten schon immer essen, worauf wir Lust hatten. Aber natürlich habe ich darauf geachtet, mich gesund zu ernähren, und daran wird sich nicht so viel ändern. Käsespätzle und die traditionelle bayerische Küche – das war zum Glück in Maßen immer schon möglich.

THE RED BULLETIN


helvetia.de

Skisport. Spitzenleistung. Viktoria Rebensburg. Liebe Viktoria wir danken Dir für die tollen gemeinsamen Jahre und wünschen Dir für die Zukunft nur das Beste.

Viktoria Rebensburg Ski Alpin


„Man sollte sich nie zu ernst nehmen.“ KATJA KUHL

Celo (li.) und Abdi finden, dass Musik in erster Linie Spaß machen sollte.

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Celo & Abdi

„Wir trainieren mehr die Bauchmuskeln“ Sie haben Humor zurück in den Deutschrap gebracht: die Hip-Hop-Künstler Celo & Abdi über ihren Karrierestart im Callcenter und einen Tipp zum Thema „Coolness“. Text DANIEL SCHIEFERDECKER

Offene Feindschaften, aggressive Texte; das Leben, ein einziger Battle: Als Erol Huseinćehaj, 38, und Abderrahim el Ommali, 33, Anfang der 2010er-Jahre ihre Karriere starteten, herrschte im Deutschrap noch ein besonders rauer Ton. Die in Frankfurt geborenen Söhne bosnischer und marokkanischer Einwanderer liebten Hip-Hop, aber mit dem ironiebefreiten Gangster-Habitus konnten sie wenig anfangen. Also entwickelten sie als Celo & Abdi einen eigenen Stil, der sie schon bald in die Charts katapultierte. In Kürze erscheint ihr neues Album „Mietwagentape 2“. Hier erzählen die beiden, wie sie ihren Weg fanden und was sie jungen Menschen raten.

: Unser Manager Syn hat auch da gearbeitet. : Der hat mich dort eingeschleust. Ich war ein schwer vermittelbarer Fall in der Arbeitswelt.

  : Wie habt ihr euch 2008 genau kennengelernt? : In Frankfurt, im Callcenter einer Versicherung. : Im Raucherraum: Kippen geschnorrt, Sprüche gerissen, gelacht. So wurden wir Freunde.

Inwiefern? : Erst da habe ich die Struktur gepeilt, den Satzaufbau, Zwischenreime, Flow. Ich war immer geflasht von Abdis Sprüchen. Er fand es geil, wie unorthodox ich Wörter ausspreche.

Mietwagen, die Zweite: 2010 begann Celo & Abdis Karriere mit dem Mixtape „Mietwagentape“ als kostenloser Download. Nun, zehn Jahre später, erscheint „Mietwagentape 2“, das fünfte Album des Duos. In Kürze bei allen gängigen Streaming-Anbietern und als CD. THE RED BULLETIN

Habt ihr damals schon gerappt? : Ja. Abdi hat als FreestyleRapper alle möglichen Leute beleidigt. (Grinst.) : Eine lustige Zeit. : Ich war immer schon RapFan, aber die Leute haben nie gerappt, was ich hören wollte – also habe ich es selbst gemacht, einen eigenen Slang und unseren Humor reingebracht. Technisch versiert wurde ich aber erst mit Abdi, als wir zusammen Texte geschrieben haben.

Wie erklärt ihr euch euren Erfolg? : Unser Stil war neu. Das hat zum Zeitgeist gepasst. Allein vom Wortschatz waren wir weiter als die anderen, haben von Anfang an verschiedene Sprachen kombiniert. Heute machen das viele. : Und wir haben Humor wieder im Rap etabliert.

Warum ist euch Humor so wichtig? : Man sollte sich nie zu ernst nehmen. : Musik soll ja Spaß machen, einen motivieren. : Manche Lieder drücken auch auf die Tränendrüse, weil das Leben auch manchmal auf die Tränendrüse drückt. : Aber wir trainieren mehr die Bauchmuskeln. (Grinst.) Was muss ein Rapper mitbringen, damit ihr ihn auf eurem Label 385idéal engagiert? : Talent. Potenzial. Charakter. Disziplin. Was sind eure besten Ratschläge an junge Künstler? : Hör auf deine Eltern! Lass die Finger von harten Drogen! Glaub an dich und deine künstlerischen Fähigkeiten! : Man muss kein bunter Vogel werden, aber man sollte den Mut haben, sich auszuprobieren. : Verwirkliche deine Visionen und lass dir nicht dreinquatschen! Wie schafft man es, als Künstler zu wachsen? : Man muss Mensch bleiben; wissen, dass das Leben ein Test ist und dass mit viel Macht auch viel Verantwortung einhergeht. Und: Man muss immer in den Spiegel gucken können. Ist euch das stets gelungen? : Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, mein Leben sei immer glatt verlaufen. Ich habe gelernt: Man muss nicht auf Teufel komm raus der Coolste sein – schon gar nicht, wenn es einen Kopf und Kragen kostet. Sondern? : Lieber nur der Mittelcoolste sein. Ich sag immer: Hab keinen Mundgeruch, zieh dein Leben durch und zahl deine Rechnungen. Machbar, oder? 37


Laurence Rupp

„Früher war ich krass drauf“ Schauspieler Laurence Rupp, 33, ist drauf und dran, international Karriere zu machen. Ein Gespräch über Gummischwerter, Surf-Trips und Freiheit im Beruf. Interview RÜDIGER STURM

Foto LUKAS GANSTERER

In Österreich ist der Schauspieler Laurence Rupp wegen seiner Dauerpräsenz in Film und Fernsehen schon lange ein Begriff. Zuletzt gewann er den Österreichischen Filmpreis 2019 als bester männlicher Hauptdarsteller im Spielfilm „Cops“. Doch jetzt peilt der 33-Jährige auch eine internationale Karriere an: In der neuen Netflix-Serie „Barbaren“ legt er sich im Teutoburger Wald mit den Römern an. Mit Risiko kennt Rupp sich aus: Privat liebte er nichts mehr als waghalsige Sportarten – zumindest bis er Vater wurde.   : Sie gehörten zum Stamm des Wiener Burgtheaters und des Berliner Ensembles, haben beide Engagements wieder beendet. Brauchten Sie Freiheit?  : So kann man das ausdrücken. Ich mag es, wenn ich

Germanen gegen Römer In der sechsteiligen Serie (seit 23. 10. auf Netflix) begehren die Germanen im Jahr 9 n. Chr. gegen die römischen Besatzer auf. Statthalter Varus schickt zur Strafe Ziehsohn Arminius (Rupp). Doch just der führt am Ende den Widerstand an. 38

nicht weiß, was im nächsten halben Jahr kommt. Bevor ich mich entschied aufzuhören, sagte der Kopf: „Du hast alles, was du brauchst.“ Es gab also keinen vernünftigen Grund, das zu beenden. Aber irgendwas in meinem Bauch oder Herzen meinte: „Du fühlst dich dabei nicht wohl.“ Sie sind also auch risikobereit. Wie war das bei der Netflix-Serie „Barbaren“, in der Sie einen Freiheitskämpfer spielen? Das war schon auch ein Wagnis. Am Anfang war ich nervös, ob uns das gelingt, dass die Figur gut aussieht. Nichts wäre schlimmer, als wenn mein Bart verrutscht wäre oder sich mein Schwert wie Gummi gebogen hätte. Aber jetzt, nachdem ich das Ergebnis gesehen habe, bin ich sehr glücklich. Wer Risiken eingeht, kann auch scheitern. Haben Sie so eine Erfahrung schon einmal gemacht? Ich bin sicher mit ein paar Fernsehfilmen gescheitert. Darum weiß ich jetzt, welche Projekte ich ablehnen muss. Ich sehe schärfer, ob ich mit der Regie klarkomme und was ich von dem Drehbuch zu halten habe. Ich weiß auch, was ich besser kann als andere und was nicht. So eine episch-existenzialistische Geschichte wie „Barbaren“ ist zum Beispiel hundertprozentig mein Fall.

Nehmen Sie auch im Alltag Wagnisse auf sich? Das gilt grundsätzlich. Ich gehe gern Risiken ein. Ich habe auch Sportarten betrieben, die nicht so ungefährlich sind, und ich fand die Momente, wo alles ein bisschen auf Messers Schneide steht, am spannendsten. Können Sie abschätzen, wann es wirklich gefährlich wird? Inzwischen ja. Aber früher war ich krass drauf, da bin ich beim Snowboarden schon in Hänge hineingefahren, wo das Board hätte abbrechen können. Einmal bin ich beim Surfen an einer Flussmündung in einen Riesensog geraten, der mich fast an die Felsen geklatscht hätte. Da konnte ich grad noch mit letzter Kraft herauspaddeln. Woher kommt das bessere Verständnis fürs Risiko? Das hat bestimmt mit dem Älterwerden zu tun. Ich denke viel länger nach und wäge die Situationen genauer und rationaler ab, statt auf meine Emotionen zu hören. Außerdem habe ich zwei kleine Kinder. Da habe ich eine Verantwortung. Wer seine Grenzen auslotet, kriegt es auch mit der Angst zu tun. Wie ist das bei Ihnen? Ich kenne Momente von Panik. Aber meine Eltern haben mir früh beigebracht, dass Panik und Angst immer zu falschen Entscheidungen führen. Und daraus entsteht noch schlimmere Panik. Wenn du das weißt, bringst du dich schnell in einen Zustand, der dich wieder rational denken lässt. Gibt es ein Wagnis, das Sie noch eingehen möchten? Ich will unbedingt einmal ein Jahr um die Welt segeln. Aber ich weiß nicht, wie ich reagiere, wenn da sechs Meter hohe Wellen auf mich zurollen. Davor muss ich auf jeden Fall noch einen Apnoe-Kurs machen! THE RED BULLETIN


„Ich will einmal um die Welt segeln.“ Laurence Rupps maritimer Zukunftsplan

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Früher haben sie anderen Bergsteigern zu Gipfelsiegen verholfen, jetzt stehen die Sherpas einmal selbst im Rampenlicht: Der Nepalese NIMS PURJA hat alle Achttausender der Welt in Rekordzeit bestiegen. Und das war erst der Anfang. Text TOM GUISE und MATT RAY Fotos SANDRO BAEBLER

Der 116.000HöhenmeterMann 40


Nims Purja, 38, beim Red Bulletin-Fotoshooting am Mont Blanc, September 2020. Er hat 2019 alle 14 Achttausender der Erde in sechs Monaten und sechs Tagen bestiegen. Zuvor hatte dieser Rekord bei fast acht Jahren gelegen.


2017 unternahm eine Gruppe von Gurkhas – Angehörige einer Elite-Truppe der britischen Armee, die aus nepalesisch-indischen Soldaten besteht – eine Expedition auf den Mount Everest. Für das militärische Relikt aus der britischen Kolonialzeit war es eine Pilgerreise von großer Bedeutung: Sie sollte 200 Jahre Treue der Gurkhas zur britischen Krone feiern. 2015, zum eigentlichen Datum des Jubiläums, musste die Expedition abgebrochen werden: Das verheerende Erdbeben, das damals halb Nepal zerstörte, löste auf dem Everest eine Lawine aus, die das Basislager unter sich begrub. Jetzt, zwei Jahre später, stand die Expedition neuerlich vor dem Scheitern: Unsichere Wetterbedingungen hatten es in diesem Jahr unmöglich gemacht, Fixseile auf der Route zum Gipfel zu montieren. Also konnte auch niemand hinaufklettern.

„Ich dachte nur: Wow!“, erzählt Nirmal „Nims“ Purja, damals Mitglied des Gurkha-Kletterteams. „Unser Ruf war in Gefahr. Jeder denkt, Gurkhas sind die Tapfersten der Tapferen. Und dass der Everest in unserem Hinterhof steht. Außerdem: Wann würden wir je wieder die Chance haben, um das Geld der britischen Steuerzahler da hinaufzusteigen? Also entschied ich mich, ein Team anzuführen, das die Fixseile anbringen würde.“ Als das Gerücht von diesem Plan im Camp die Runde machte, war die häufigste Reaktion: Hat der Typ eine Ahnung, was er tut? „Niemand wusste, 42

wer ich bin“, erinnert sich Purja. „Also führte ich 13 Expeditionsmitglieder zum Gipfel – es war das erste Team, das das in diesem Jahr von der Südseite aus schaffte. Als wir nach Kathmandu zurückkamen, haben wir eine Woche lang gefeiert.“ Klingt verwegen? Schon, aber es geht noch weiter. Nims Purja: „Dann kletterte ich noch einmal auf den Everest, und danach stieg ich auf den Lhotse und den Makalu (viert- und fünfthöchster Berg der Welt; Anm.) – alles in fünf Tagen, mit jeweils zwei Tagen Party dazwischen.“ Heute wissen definitiv alle, wer Nims Purja ist. Voriges Jahr hat er alle 14 Acht-

tausender dieser Welt in Rekordzeit bezwungen. Der alte Rekord stand bei sieben Jahren, zehn Monaten und sechs Tagen. Purja plante für ihre Besteigung sieben Monate ein. Er schaffte es dann in sechs Monaten und sechs Tagen, was den Elitesoldaten ins Rampenlicht einer breiten Öffentlichkeit katapultierte. Es bescherte ihm freilich auch harsche Kritik von alpinen Puristen – hauptsächlich für die Verwendung von Flaschensauerstoff und die Benützung von Hubschraubern zwischen den Basislagern. „Ich habe den Sauerstoff nur ganz oben genommen, beim letzten Anstieg“, verTHE RED BULLETIN


Nims Purja, der Gurkha, 2002

NIRMAL PURJA

Nach der erfolgreichen Ausbildung zum Elite-Soldaten der British Army in England. „Mein Vater war ein Gurkha, meine Brüder waren Gurkhas. In der nepalesischen Community wird das sehr respektiert.“

teidigt sich Purja. „Und was die Helikopter anlangt, kann ich nur sagen: Das mag für Nepal stimmen, aber in Pakistan habe ich keine Hubschrauber eingesetzt. Dort bin ich von Basislager zu Basislager gelaufen. 23 Tage für alle fünf Gipfel, mein Freund! Ich habe kein Problem mit Kritikern. Wenn irgendjemand meinen Rekord bricht, dann bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Aber es redet sich leicht, wenn man es nicht tun muss!“ Er denkt kurz nach, dann fügt er hinzu: „Bitte schreib, dass Nims das mit einem Lächeln gesagt hat, okay?“ Wir sitzen in einem Hotelzimmer am Fuß THE RED BULLETIN

des Mont Blanc, wo Purja seinen Urlaub verbringt. Der Mann strahlt mit der Sonne um die Wette. Er ist so muskulös, wie man sich das vorgestellt hat, aber ein bisschen kleiner – er ist eins siebzig. Den Entdecker-Schnauzbart, den er voriges Jahr bei seiner „Project Possible“Tour trug, hat er abrasiert. Darunter kommt ein Bubengesicht zum Vorschein, das ihn viel jünger macht. „Ich bin 38“, sagt er. „Oder, um ganz ehrlich zu sein: Ich weiß nicht, wie alt ich bin. Ich feiere auch meinen Geburtstag nie, weil ich der Ansicht bin, Alter ist Einstellungssache. Wenn du denkst, dass du alt wirst, hast

du gleich eine Entschuldigung.“ Ein verblüffendes Selbstverständnis. Aber bloß eine von vielen Überraschungen, die den Mythos Nims Purja prägen. Nur ein Beispiel: Es heißt, dass nepalesische Kletterer davon profitieren, dass sie in großer Höhe aufwachsen. „Ich komme aus Chitwan“, klärt Purja auf. „Das ist der flachste und wärmste Teil Nepals, fast auf Meeresniveau. Wir waren eine wirklich arme Familie und lebten in einem kleinen Haus mit Hühnern nebenan. Ich hatte nicht einmal Flip-Flops. Das änderte sich, als meine zwei Brüder zu den Gurkhas kamen.“ 43


Um Nirmal ein besseres Leben zu ermöglichen, schickten ihn die Geschwister ins Internat, wo aus ihm ein exzellenter Schüler wurde. „Aber ich wollte weder Arzt noch Ingenieur werden“, erzählt er. „Ich sah zwei Möglichkeiten: Eine war, der Robin Hood von Nepal zu werden, um die Reichen, die keine Steuern zahlen, rauszuschmeißen und das Geld den Armen zu geben.“ Er entschied sich für die Option Nummer zwei: die Gurkhas. „Zu meiner Zeit bewarben sich 32.000 Nepalesen, 320 von ihnen wurden aufgenommen. Mit fünfzehn fing ich zu trainieren an: Ich stand um drei Uhr früh 44

auf, rannte 25 Kilometer mit Gewichten an den Beinen. Um fünf Uhr war ich zurück im Bett. Ich schaffte die Aufnahme bei den Gurkhas beim zweiten Versuch.“ Auf seine Zeit in der Armee ist Purja sehr stolz: 2002 kam er zu den Gurkhas, übersiedelte in ihr Trainingscenter in England. 2009 wechselte er zur Spezialeinheit „Special Boat Service“, kurz: SBS – er ist der einzige Gurkha, dem das jemals gelang. Details? Alles streng geheim: „Was ich sagen kann, ist, dass ich angeschossen wurde und bei einigen der heikelsten Operationen der Welt dabei war.“

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NIRMAL PURJA/PROJECT POSSIBLE

Annapurna, April 2019 Der mit 8091 Metern zehnthöchste Gipfel der Welt gilt auch als einer der gefährlichsten. Lawinengefahr zwang Purjas Team, über die selten benützte „Dutch Rib“-Route (im Bild) aufzusteigen.

Doch zurück zum Bergsteigen. Nims Purjas außergewöhnlichstes Talent besteht in seiner unglaublichen Fähigkeit zur Regeneration: Normalerweise dauert es Wochen, bevor sich der Körper – zum Beispiel in einem Basislager – an den niedrigen Luftdruck in großer Höhe gewöhnt hat. Während dieser Zeit steigt der Wert des Hämoglobins im Blut an – jenes Proteins, das in den roten Blutkörperchen für den Sauerstofftransport sorgt. Nur so, dachte man bis vor kurzem, kann der Aufstieg auf einen Achttausender gelingen, und danach braucht der Bergsteiger Wochen, um sich von der Strapaze zu erholen. Als Nims Purja 2019 von Everest, Lhotse und Makalu zurückkehrte – ein Teil seiner „Project Possible“-Tour –, hatte er für die drei Gipfel 48 Stunden und 30 Minuten gebraucht. „Meine Regenerationszeit ist tatsächlich sehr kurz“, sagt Purja zu dem medizinisch kaum erklärbaren Phänomen, „aber für mich ist auch das eine Frage der Einstellung. Ich liebe, was ich tue, aus tiefstem Herzen. Und ich habe so viel Spaß dabei, dass die ganze Müdigkeit verschwindet. Ein Achttausender? Das ist ein Ort, an dem ich erst lebendig werde. Das ist mein Spielplatz.“ Dabei hat er erst im Alter von 29 Jahren das erste Mal Steigeisen angeschnallt. Der erste Berg, den er bestieg, war 2012 der Ostgipfel des Lobuche (6119 Meter), davor hatte er null Erfahrung als Bergsteiger gehabt. Zwei Jahre später bezwang er mit dem Dhaulagiri den ersten Achttausender und entdeckte dabei seine Fähigkeit, in großen Höhen aufzublühen. „Ich kletterte da in 14 Tagen ohne jede Akklimatisation hinauf“, erzählt er. Dennoch ist selbst er nicht gegen die Effekte der sogenannten „Todeszone“ oberhalb von 8000 Metern gefeit, wie er bei seiner Erstbesteigung des Mount Everest 2016 merkte. „Ich ging mit meiner Ausrüstung und dem Sauerstoff zum Basiscamp. Normal brauchen die Leute für so was sechs Wochen. Ich machte es in fünf Tagen“, erinnert er sich. „Als Gebirgsjäger beim SBS wusste ich natürlich, dass das viel zu schnell war, aber mir ging es gut. Doch dann bekam ich ein Lungenödem. Das war wie Ertrinken. Doch noch mehr schmerzte mich die Erkenntnis, dass ich das mit meiner Erfahrung hätte vermeiden können. Aber du weißt halt erst, wo deine Grenzen sind, wenn du sie überschreitest.“ Ein kühner Zugang, gewiss, aber Purja sieht das differenziert: „Freilich mag das


„ Es ist ein schmaler Grat zwischen mutig und dumm – im Moment zu leben und dabei zu sterben. Ich will eine ganz lange Zeit im Moment leben.“


„ Ich liebe, was ich tue, aus tiefstem Herzen. Und ich habe so viel Spaß, dass ich nie müde werde. Auf einem Achttausender werde ich erst lebendig.“

Gasherbrum II, 18. Juli 2019 Nims Purja erreicht am 18. Juli 2019 den Gipfelgrat des Gasherbrum II, des neunten Achttausenders auf seiner „Project Possible“-Tour.

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„ ICH TRAGE MEINE FAMILIE IMMER BEI MIR“

DAVID SHERPA/PROJECT POSSIBLE

Vier Tage bevor Nims Purja sein „Project Possible“ startete, unterzog er sich der letzten Sitzung für ein Stück Körperkunst, das jetzt seinen Rücken schmückt. Die Arbeit zeigt die 14 Berge seiner Tour – vom kleinsten, dem 8027 Meter hohen Shishapangma ganz unten, bis zum Mount Everest (8.848 m), der bis hinauf zum Nacken reicht. Aber es ist kein herkömmliches Tattoo. Das Werk, in vier Sitzungen von der Londoner Tattoo-Künstlerin Valerie Vargas gestochen, enthält nämlich

vielen Leuten waghalsig erscheinen. Aber das Risiko ist nicht für alle gleich. Ich könnte zum Beispiel nicht BASE-jumpen. Du lebst im Moment, aber das heißt nicht, dass du keine Risikobewertung vornimmst. Es ist ein schmaler Grat zwischen mutig und dumm – im Moment zu leben und dabei zu sterben. Ich will eine ganz lange Zeit im Moment leben.“

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ls Purja 2018 zum Leiter der SBS-Abteilung „Kriegsführung in extremen Kältegebieten“ ernannt wurde, wandte er sich mit einer Bitte an seinen Kommandanten.

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den genetischen Code von Purjas Angehörigen. Das entsprechende Verfahren wurde 2016 von Ex-Navy-SEAL Boyd Renner und seinem Geschäftspartner Patrick Duffy patentiert: „Everence“ verarbeitet DNA – in Purjas Fall waren es Haare von Eltern, Geschwistern und seiner Frau – zu einem medizinischen Polymer in Form eines Pulvers, das mit Tätowierfarbe vermischt werden kann. Diese Tinte wurde verwendet, um die Gebetsfahnen auf Purjas Rücken herzustellen.

„Ich sagte: ‚Weil das jetzt mein Job ist und ich noch so viel Urlaub habe, möchte ich mir gern 18 Tage freinehmen und auf die fünf höchsten Berge der Welt klettern. Das bringt auch was für die Einheit.‘ Zuerst waren meine Vorgesetzten begeistert, doch dann sagten sie: ‚Dieses Risiko kannst du nicht eingehen.‘ Ich sagte: ‚gut‘, und beschloss zu kündigen.“ Es war keine leichte Entscheidung. „Ich war in meiner Familie der Alleinverdiener. Jeden Monat schickte ich Geld von meinem Gehalt direkt nach Hause an meine Eltern. Mein Vater lag halbseitig gelähmt im Spital, meine Mutter lebte

in einem Zimmer in Kathmandu, um bei ihm zu sein. Mein Bruder rief mich an: ‚Du bist jetzt so nahe an deiner Pension, warum willst du das opfern?‘ Er war wütend, er hat zwei Monate kein Wort mit mir gesprochen.“ Inzwischen drohte auch Purjas ehrgeiziger Plan – er hatte das Vorhaben, alle 14 Achttausender in Rekordzeit zu besteigen, mittlerweile „Project Possible“ getauft – an der Realität zu zerschellen. „Ein Freund, der sich um die Finanzierung kümmern sollte, sagte: ‚Es tut mir leid, aber ich habe überhaupt kein Geld zusammenbekommen, obwohl ich es sieben 47


wollte mehr. Ich wollte der Welt zeigen, was alles möglich ist, wenn du deinen ganzen Geist, dein Herz und deine Seele in ein Projekt hineinwirfst. Und ich wollte die Aufmerksamkeit auf die nepalesischen Kletterer lenken. Während der letzten hundert Jahre standen wir immer nur im Hintergrund, doch das Klettern in größten Höhen ist unser Revier. Ich hatte das Gefühl, da etwas unternehmen zu müssen. Das war es, was mir die Energie gegeben hat, das durchzustehen.“ Purja ist kein Sherpa im ethnischen Sinn, aber er identifiziert sich mit dem Begriff, wenn er für Nepalesen verwendet wird, die in der Kletter-Szene arbeiten. Sein Team besteht ausschließlich aus nepalesischen Bergsteigern. Sie sind in seinem Windschatten ebenfalls zu Stars geworden – etwa Mingma David Sherpa, der nun mit 31 Jahren der jüngste Kletterer ist, der alle 14 Achttausender bezwungen hat. „Er ist meine rechte Hand“, schwärmt Purja, „einer der stärksten Sherpas, die ich je gesehen habe.“ Die Mannschaft hat dem Chef mittlerweile einen neuen Namen verpasst. Liebevoll nennen sie ihn „Nimsdai“ – die zweite Silbe dai heißt in Nepal so viel wie „älterer Bruder“.

Nims Purja als Mitglied der „Gurkha 200“-Expedition auf dem Weg zum Gipfel des Mount Everest. „Das Wetter war brutal“, erinnert er sich, „aber aufzugeben war keine Option.“

Monate lang versucht habe.‘ Mir blieben gerade einmal zwei Monate, um 750.000 Pfund (umgerechnet knapp 830.000 Euro; Anm.) aufzutreiben. Die potenziellen Sponsoren anzubetteln war hart. Keiner glaubte an meine Vision. Einige sagten: ‚Wenn Sie so ein Teufelskletterer sind, warum haben wir dann noch nie etwas von Ihnen gehört?‘ Und ich sagte darauf: ‚Weil ich in einer Spezialeinheit war.‘ Also verpfändete ich mein Haus. Ich bekam 60.000 Pfund und legte 10.000 davon zur Seite, damit ich die Hypothek würde bedienen können, falls etwas passieren sollte. Ich startete das Projekt also 48

mit etwa sieben Prozent der Summe, die dafür nötig war. Eines Tages kamen mir im Auto die Tränen. Ich weine sonst nie, aber da konnte ich nicht aufhören. Der einzige Gedanke, zu dem ich fähig war, lautete: Warum tue ich mir das an? Es war so schmerzhaft. Aber es ging nicht um mich. Ich machte das für ein höheres Ziel.“ Wenn du dich auf eine Mission in dieser Größenordnung einlässt, dann brauchst du ein höheres Ziel, sagt Purja. „Wenn es nur darum gegangen wäre, einen Rekord zu brechen, dann hätte ich gesagt: Der Rekord steht bei fast acht Jahren; ich mache es in sieben. Aber ich

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NIRMAL PURJA

Everest, 2017

m 23. April 2019 erreichte das Team von Project Possible den Gipfel seines ersten Achttausenders – den der Annapurna in Nepal, die als tödlichster Berg der Welt gilt. Beim Abstieg erfuhr Purja, dass ein anderer Kletterer, der Arzt Chin Wui Chin aus Singapur, in Schwierigkeiten geraten war. Er hatte in einer Höhe von 7500 Metern sein Team verloren. Daraufhin unterbrach Purja die Mission, um gemeinsam mit zwei anderen aus der Seilschaft nochmals hinaufzusteigen und den Bergsteiger aus seiner Notlage zu bergen (bedauerlicherweise erlag Chin zwei Tage danach im Spital seinen Verletzungen). Zwei Tage später, am Kangchendzönga, dem dritthöchsten Berg der Erde, machten sie noch einmal einen Umweg, um zwei weitere Bergsteiger zu retten. Diese Geschichten machten weltweit Schlagzeilen, ganz zu schweigen von dem berühmten Foto, das Nims Purja am Mount Everest schoss und das eine unfassbare Schlange von Kletterern zeigt, die sich vor dem Gipfel gebildet hat. „Als ich mich regelmäßig aus den Bergen gemeldet habe“, erinnert sich Purja, „begannen die Leute auch für


meine Mission zu spenden.“ Noch entscheidender: Sponsorengelder begannen ebenfalls zu sprudeln – endlich glaubten auch die Geldgeber an Purjas Vision. Wenn er je Zweifel am Erfolg seiner Mission verspürt hat, dann war das am K2, dem mit 8611 Metern zweithöchsten Berg der Welt. Die Bedingungen waren so schlecht, dass sogar Purjas nepalesische Kollegen meinten, es sei wohl unmöglich, den Gipfel zu erreichen. „Da dachte ich: Oh Mann, kann ich das schaffen? Doch in dieser Situation fiel mir das Auswahlverfahren für das SBS ein: 200 Soldaten wollten in diese Spezialeinheit – alle glaubten von sich, sie seien die Besten, aber nur vier schafften es. Würdest du den 196 Gescheiterten zuhören, würdest du es wohl kaum versuchen.“ Purja entschied also, den Anstieg zum K2-Gipfel mit jeweils zwei Mitgliedern seines Teams zu versuchen. „Ich sagte: ‚Wenn wir es beim ersten Versuch nicht schaffen, dann kommen wir wieder runter. Ihr zwei ruht euch dann aus, und ich mache mit zwei anderen einen weiteren Anlauf.‘ So haben wir insgesamt sechs Versuche, bevor ich anfange, übers Aufgeben nachzudenken.“ Der Gipfelsturm klappte schon beim ersten Versuch. Am 24. Juli 2019 stand Purja mit seinen beiden Teamkameraden am Gipfel des K2.

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enn Nims Purja, der für seine Leistungen inzwischen zum Mitglied des Order of the British Empire ernannt wurde (MBE), am Mont Blanc Ferien macht, darf man das wörtlich verstehen: Der mit 4808 Metern höchste Berg der Alpen ist

„Wenn jemand meinen Rekord bricht, werde ich der Erste sein, der gratuliert.“

Purjas neue Mission: „Ich werde meine Kraft und meinen wachsenden Einfluss nutzen, um die Menschen auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen.“

für ihn nicht mehr als ein Spaziergang. Er hat diesen Sommer dazu genutzt, Fliegen zu lernen. Präziser: Er lernte Speedflying, die auffrisierte Variante des Gleitschirmfliegens. Man benutzt dafür einen kleinen und leichten Schirm, der einfach zu transportieren ist und sich deshalb

bei Extrem-Bergsteigern zunehmender Beliebtheit erfreut. „Du kommst damit ganz schnell und mit Stil vom Gipfel runter und kannst auf direktem Weg zum nächsten Berg fliegen“, erklärt Purja fröhlich. Man ahnt: Der Mann ist immer mit Vollgas unterwegs, das ist seine Idee von Spaß. Dazu passt auch, dass er Hardrock-Fan ist, am liebsten mag er AC/DC („Im SBS-Hubschrauber habe ich immer volle Pulle ‚Thunderstruck‘ im Kopfhörer gehabt“). So lässig Purja auch scheinen mag, wenn es um seine Leistungen und Fähigkeiten geht, so ernst nimmt er seine Ziele. Eines ist erst vor kurzem dazugekommen: der Kampf gegen den Klimawandel. „Ich hatte nie daran geglaubt“, sagt er. „Aber als ich 2014 auf den Ama Dablam geklettert bin, hatten wir in Camp 1 genug Schnee zum Schmelzen und Kochen. Als ich 2018 wieder dort war, mussten wir gallonenweise Wasser vom Basecamp dort hinaufschleppen. Da erkannte ich: Oh mein Gott, dieser Wahnsinn passiert ja wirklich!“ Purja weiter: „Wir alle sind Teil dieser Katastrophe. Ich werde meine Kraft und meinen wachsenden Einfluss dazu nutzen, um die Menschen davon zu überzeugen. Ich glaube, wir haben noch die nächsten zwei Jahrzehnte Zeit, um das Problem zu lösen.“ Denn wenn er auf seinen Expeditionen eines gelernt hat, dann das: „Es gibt für jedes Problem eine Lösung.“ Purjas Buch „Beyond Possible: One Soldier, Fourteen Peaks – My Life in the Death Zone“ ist am 12. November 2020 erschienen. Nimsdai.com; Instagram: @nimsdai

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Grüne Oase Wenn der vietnamesische Architekt Vo Trong Nghia, 44, Häuser plant, sprießt üppiges Grün – und du siehst die Stadt vor lauter Bäumen nicht mehr.

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o-Chi-Minh-City ist die größte Stadt Vietnams. Neun Millionen Menschen leben hier, weitere 21 Millionen in den Vorstädten der Metropole. Eine Stadt voller Leben, eine Stadt voller Chaos – viele vergleichen sie mit einem Hurrikan. Doch ausgerechnet im Auge des Sturms herrscht Ruhe. Hier hat der Architekt Vo Trong Nghia Häuser errichtet, auf denen Bäume sprießen. Das Walddach bietet natürlichen Schatten in der tropischen Sonne, Vögel haben sich eingenistet:

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„Es geht darum, die Natur in unser Leben Einzug halten zu lassen“, sagt der gläubige Buddhist. Sein Engagement für die Verwendung natürlicher Materialien hat ihm den Spitznamen „Bambus-Architekt“ eingebracht. Er kann darüber entspannt lächeln. Mit Beharrlichkeit verfolgt er seine Vision: „Ich möchte, dass die ganze Stadt wie ein riesiger Park aussieht.“ Seinem Ziel, einer grünen Metropole, nähert er sich beharrlich: Seine nächsten Bauten sind bereits im Entstehen. vtnarchitects.net

Vo Trong Nghia, 44 – ein zufrieden lächelnder Buddhist

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IN ALLER KÜRZE SO ÄNDERN WIR DIE WELT Red Bull Basement inspiriert Studenten, die Welt mit Innovationen zu verbessern. Hier zwei Experten-Tipps:

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on der bioelektrischen Auswertung des Nervensystems über die Trainingssteuerung bis zum smarten Schusscoach „Footbonaut“, der das Ballgefühl verbessert: Moderne Methoden helfen Profi-Fußballern, ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen. Amateur-Kicker hingegen sind manchmal schon froh, wenn der Trainer die Hütchen nicht vergessen hat. Nun kann auch Gründer Andreas Gschaider, 38, nicht alle Hobby-Fußballer mit Hightech-Anlagen ausstatten, dafür will der Niederbayer ihnen mit seinem jungen Münchner Unternehmen aktuelles Wissen der Trainingsforschung zugänglich zu machen. Wer die App B42 auf sein Smartphone lädt, bekommt innovative Trainingspläne – um seine Fitness-Performance zu optimieren und sich vor Verletzungen zu schützen oder um nach einer Verletzung schneller wieder zurückzukommen. Je nach persönlichem Bedürfnis und Zeitbudget schlägt die App verschiedene Übungen zur Verbesserung von Athletik, Beweglichkeit oder Schnelligkeit vor. Im Fall einer Verletzung stellt sie einen effektiven Comeback-Plan zusammen. „Damit alle Programme perfekt austariert

Moderner Coach: B42 stellt jedem Fußballer ein innovatives Programm zusammen.

sind, haben wir sie gemeinsam mit renommierten Physiotherapeuten und Sportärzten erarbeitet“, sagt Gschaider. Über 90.000 Fußballer haben die App bereits weltweit heruntergeladen, mehr als 600 Mannschaften setzen sie gemeinsam ein. Nur beim Toreschießen hilft die Anwendung leider noch nicht. b-42.com

Alle Interviews auf: redbullbasement.com/ sessions

Der Sinn-Stifter: Ex-Mönch und Internet-Star Jay Shetty verrät, wie du mehr Erfüllung findest

Der Optimierer: Biohacker Andreas Breitfeld erklärt, wie Technik deinen Körper stärken kann

Die Klima-Retter: wie zwei Gründer CO² aus unserer Luft filtern wollen

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Riecht nach Teamspirit: Als Ansporn können sich Fußballer in der App gegenseitig herausfordern.

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Von Laufen nach Laufen Das Projekt von Flo wurde mit dem Ford Nugget Plus begleitet.

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540 KILOMETER Über 500 Kilometer, knapp 9.000 Höhenmeter, eine Woche Zeit. Ultrarunner und Red Bull-Athlet Flo Neuschwander hat eine Mission: von Laufen in der Schweiz nach Laufen in Deutschland zu laufen. Begleitet wurde er von einem Ford Nugget Plus.

Florian Neuschwander ist bekannt für seine atemberaubenden Lauf-Challenges und spektakulären Leistungen. Nun hat der mehrfache lokale Wings for Life World Run-Sieger ein neues Projekt bewältigt – von Laufen nach Laufen in einer Woche. Nach seinem Start am 1. Oktober im Schweizer Laufen ging es für den 39-Jährigen auf der 540 Kilometer langen Strecke über Zürich und St. Gallen entlang der süd-

Ford Nugget Plus Der Ford Nugget Plus ist ein wahres Multitalent und definitiv der richtige Begleiter für alle, die ihr Wohnmobil gleichermaßen für Urlaubsfahrten, Ausflüge sowie im Alltag nutzen wollen.

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ford.de


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Konzept mit Komfort Nach den Etappen konnte sich Flo in der Küche seine wohlverdiente Stärkung kochen.

„540 KILOMETER IN EINER WOCHE: DAS IST AUCH FÜR MICH NEULAND.“

L-förmigen Küchen- und Funktionsbereich sorgt für Komfort beim Reisen. Für das Nachtquartier verwandelt sich die 3er-Sitzbank mit wenigen Handgriffen in Durchdachtes Raumkonzept ein bequemes Doppelbett. Ein Ultrarunner Gemeinsam mit dem neuen zweites Doppelbett befindet sich Florian Neuschwander Ford Nugget Plus machte sich im aufklappbaren Aufstelldach. Flo auf die Reise. Genau das Somit bietet der Ford für bis zu richtige Gefährt für alle Outdoor-Fans. In Zusamvier Personen Platz. Der große Vorteil des Nugget Plus sind die zusätzlich eingebaute elektrische Spülmenarbeit mit der Westfalen Mobil GmbH hat Ford eine neue Aufstelldach-Option für den geräumigen toilette und das klappbare Waschbecken. Für die Nugget Plus entwickelt. Das bewährte Zwei-RaumWasserversorgung gibt es zwei Bordtanks mit Konzept von Ford mit der Trennung des Wohn- vom jeweils 42 Litern. Let’s start the adventure!

PHIL PHAM

deutschen Grenze unter anderem durch das Allgäu und am Tegernsee vorbei bis zum Zielpunkt nach Laufen bei Salzburg.

Multitalent für Abenteurer Der Ford Nugget Plus verfügt über ein einzigartiges Innenraum-Layout inklusive WC, Wohn-, Schlafund Küchenbereich.


Fette Beute: Im Wald vor seinem Restaurant sammelt Felix Schneider wundersame Pilze wie die Krause Glucke hier.


Jäger, Sammler, Kochgenie Mit 35 Jahren hat FELIX SCHNEIDER schon zwei Michelin-Sterne und ist Koch des Jahres. Weil er die regionale Küche so radikal durchzieht wie niemand sonst. Wir haben ihn in Heroldsberg bei Nürnberg besucht und kulinarische Tipps zum Nachmachen bekommen. Text MARC BAUMANN

THE RED BULLETIN

Fotos NORMAN KONRAD

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„Wenn ich Bohnen brauche, dann nur ein, zwei Kilo. Aber sie müssen am Morgen geerntet worden sein.“

Der Wald ist dein Supermarkt

So schön kann eine Lebensmittelabteilung sein: Ein kleiner Bach schlängelt sich hindurch, Vögel zwitschern aus allen Ecken, mit Moos gepolsterte Baumstümpfe laden zum Ausruhen ein. Hier und da lassen die Zweige wärmende Sonnenstrahlen hindurch, und die Delikatessen wachsen einfach so am Boden. „Ein Hexenröhrling!“, ruft Felix Schneider jetzt und holt sein Messer hervor. Ab in den Korb damit und dann ohne zu bezahlen nach Hause. So geht das also auch: schnell noch was fürs Abendessen besorgen. „Ich hol noch Pilze“, hatte Schneider den anderen beiden Köchen in seinem Restaurant „Sosein“ zugerufen – nun laufen wir also mit dem 35-Jährigen durchs dichte Unterholz. Wie kein anderer deutscher Spitzenkoch lebt Felix Schneider mit der Natur. Er ist so sehr Jäger und Sammler, wie man es im SupermarktZeitalter noch sein kann. Vor zehn Jahren fing Felix Schneider an, Pilze, Wildpflanzen, Beeren und Kräuter zu sammeln, inzwischen hat er zwei Michelin-Sterne und ist vom Magazin „Der Feinschmecker“ zum „Koch des Jahres 2020“ gekürt worden. Wenige Meter vor dem Parkplatz findet Schneider noch einen Pilz: „Probier mal!“ Man zögert kurz, das hier ist ja kein Steinpilz, sondern irgendwas Rötliches, nie Probier56

tes. Man kaut vertrauensvoll, da meint Schneider grinsend: „Schmeckt scharf, oder?“ Puh, ja. „Ein Täubling“, sagt er. Pilze sammeln lohnt allein schon wegen der Namen: Knoblauchschwindling, Stockschwämmchen, Grauer Wulstling – Schneider erkennt sie; als Anfänger sollte man freilich nicht allein losziehen, viele Esspilze haben giftige Doppelgänger. Heute nimmt Schneider einen handballgroßen, schwammigen Pilz mit dem schönen Namen Krause Glucke mit. Dann geht es zurück ins Restaurant in Heroldsberg, zehn Kilometer vor Nürnberg. „Der Weg hierher ist der Arschlochfilter“, sagt Schneider. Er meint das als Kompliment für seine Gäste: Wer aus Frankfurt, München oder Zürich bis zum Sosein reist, der scheut keine Mühen, der ist bereit, das Essen zu zelebrieren. Genau wie ein Koch, der sich für ein Dessert mit Wildbeeren die Hände an Dornen zerkratzt. Selbst gepflückte, geerntete oder gefangene Zutaten haben eine Geschichte, die kocht man mit Stolz und Liebe, das kann jeder selbst probieren.

Liebe deinen Landwirt

Zwei Stunden vorher. Mittwoch ist „der Wahnsinnstag“, sagen die Köche, „da wird alles aus allen Ecken angekarrt“. Sie sind zunächst noch unterwegs, kaufen ein oder ernten selbst. Zeit, sich umzusehen: Das Sosein ist ein an Märchenfilme


Das MenĂź richtet sich danach, was es in der Natur gerade frisch gibt. Hier: ein HexenrĂśhrling.


Felix Schneider in seiner KĂźche. Wenn die Zutaten perfekt sind, findet er, braucht es keine aufwendige Zubereitung.


Felix Schneiders Pilz-Ernte aus dem Wald – seltene, aber wohlschmeckende Exemplare. Gut zu erkennen: die schwammförmigen Krausen Glucken. Anfänger sollten zum Sammeln einen Experten mitnehmen, der giftige Exemplare erkennt.

erinnerndes Fachwerkhaus, darauf der Schriftzug „Landgasthof Schwarzer Adler seit 1530“. Dicke weiße Mauern, schweres dunkles Holz, kleine Fenster. So wie die Menschen hier einst lebten, so waren auch ihre Gerichte: einfach, grob, deftig. Fränkische Spezialitäten basieren auf Variationen von Wurst, Kraut, Kartoffeln. So hat seine Mutter gekocht, so bewahrt es Felix Schneider, natürlich neu interpretiert. Seine berühmte „Schlachtschüssel“ besteht aus fein gehobelten Leberspänen auf einer perfekt gegarten Bamberger-Hörnchen-Kartoffel, dazu gibt es zart fermentierten Rotkohl. Der erste der drei Köche des Sosein kommt an, im weißen Geländewagen. Stefan, 27, trägt eine Wollmütze, die seine langen Haare nicht bändigen kann. Thomas, 32, und Felix, der Chef, folgen kurz darauf, jeder trägt kistenweise Lebensmittel. Sätze, die dauernd fallen: „Hier, probier mal!“, und „Schmeckt geil, oder?“. Dann kriegt man Kiwibeeren in die Hand gedrückt, soll Sanddorn probieren, selbst gezogene Tomaten, grüne, gelbe, rote. Es ist mittags, die Hip-HopPlaylist wird angestellt und bis spät nachts laufen. In Zimmerlautstärke. Felix Schneider trägt Schiebermütze, dazu Strickpullover. Produzenten THE RED BULLETIN

schauen im Lokal vorbei, sie bringen lebende Forellen, Gemüse, Wein. Allesamt sind sie älter als die drei Köche hier und keine Hip-Hop-Fans, aber man merkt die wechselseitige Wertschätzung. Jeder Bauer, jeder Händler, jeder Fischer ist sorgfältig ausgewählt. Kleine Betriebe mit alten Gemüsesorten oder besonderen Tierrassen. Sie zu finden – auf Wochenmärkten, im Internet oder durch Empfehlungen – hat Jahre gedauert. „Dafür schmeckt so ein Grundprodukt um 200 Prozent besser“, sagt Schneider. „Wenn ich Bohnen brauche, dann nur ein, zwei Kilo, aber sie müssen am Morgen geerntet worden sein.“ Welcher Landwirt macht denn so was? Jeden Tag die paar Bohnen pflücken für die Qualitätsfetischisten vom Sosein? Statt einfach dem Diskonter drei Tonnen zu liefern? „Unsere Bauern haben 50, 60 Gemüsesorten, die verdienen nicht

„Mittwoch ist der Wahnsinnstag, da wird alles angekarrt aus allen Ecken.“

über die Menge. Sie machen mit Kleinabnehmern mehr Umsatz“, sagt Schneider. Als strikt regional kaufender Koch kann er viel Geld für die schönsten Seeforellen zahlen, immer noch billiger als eingeflogene Austern.

Zeit ist Geschmack

Nach einem Tag im Sosein sieht man seine Kochbücher mit anderen Augen. Denn so wie Felix Schneider einem das Kochen erklärt, sind die Rezepte darin sinnlos. Zum Beispiel steht da bei den Zutaten „Birne“ oder „Kartoffel“, aber nicht welche. Es gibt dutzende Sorten, manchmal hunderte. Oder was für einen Unterschied es macht, ob man mit überreifem, fast reifem oder eingelegtem Obst arbeitet. Selbst unreife Früchte haben ein spannendes Aromaprofil und können in bestimmte Gerichte passen. Und nicht jedes Obst schmeckt jedes Jahr gleich. Das Wetter verändert den Geschmack. „Wir nutzen nur, was am besten und frischesten ist, akzeptieren aber genauso im Winter die Ruhephase der Natur und nutzen dann Rohstoffe, die durch Lagerung, Konservierung und Reifung profitieren“, erklärt Schneider. Viele Hobbyköche trauten sich nicht über Dinge wie Fermentierung, dabei sei die 59


Würden auch als Hipster in Berlin-Mitte durchgehen, ziehen aber die Provinz vor: Küchenchef Felix Schneider, 35 (vorne re.), mit seinen Köchen Stefan Frank, 27 (hinten li.), Thomas Prosiegel, 32 (hinten re.), sowie Sommelier Sören Lappoehn, 23 (vorne li.).

„Unsere Bauern haben nicht fünf, sondern 50 oder 60 verschiedene Gemüsesorten.“ 60

THE RED BULLETIN


simpel: Man nehme etwa ein sauberes Weckglas, fülle geputzte Radieschen roh mit zwei Prozent Salz ein. Täglich schütteln, schon nach zwei Tagen beginnt die Fermentation, nach 21 Tagen bei Raumtemperatur ist das Gemüse haltbar und zeigt ein interessantes Kraut-Aroma. „Wir machen Zeit schmeckbar“, sagen die Köche. Die drei über Lebensmittel philosophieren zu hören ist ein Genuss, den man als Vorspeise auf die Karte schreiben könnte. Kurzversion: Das beste Essen entsteht aus Produkten, die schwer zu bekommen sind oder nicht lang Saison haben – das macht den Reiz aus.

Ehre das Einfache

Das saisonale Menü „Alle Farben“ kostet im Sosein 195 Euro pro Person – vom „Prolog Brot und Butter“ über viele Gänge wie „Seeforelle roh“ und „Huhn & Heu“ bis „Birne & Milch“. Okay, mit Wasser. Mit Weinbegleitung sind es dann 600 Euro für zwei. Dafür, dass die Dinge, die sie kochen, so wertvoll sind, haben sie wenig Angst vor Spionen. „Zu uns kommen viele Köche für Praktika“, sagt Felix Schneider, „da entsteht eine Community.“ Die Gastköche denken anfangs zu kompliziert. „Bei einem fantastischen Grundprodukt muss man bei der Zubereitung nicht mehr so viel machen. Der Weg zur idealen Zutat ist dafür aufwendig und schwierig, zumindest am Anfang.“ Aber auch ganz einfaches Kochen kann fehleranfällig sein: „Es macht wirklich einen Unterschied, ob ich eine Kartoffel 25 Minuten koche oder 28 Minuten“, sagt Schneider. Die „Frankfurter

„Wir nutzen nur, was zu dem Zeitpunkt am besten ist, und akzeptieren Ruhephasen der Natur.“ Allgemeine Zeitung“ schrieb, dass er und sein Team großartige Köche seien – aber: sie verfolgten ihre Prinzipien „mit jakobinischer Unerbittlichkeit“. Netter formuliert: Sie sind prinzipientreu und kreativ. So hatten sie etwa die Idee, die Knochen von Schweinen zu zermahlen und in die Teller einarbeiten zu lassen. Geht leider nicht, meinte der Töpfer. Jetzt servieren sie den Schinken auf den Kieferknochen.

Felix Schneider sagt, gute Küche muss gute Ideen haben. „Und tolles Essen soll nicht immer nur schön sein.“ Schneider, inzwischen in Kochschürze und ohne Mütze, vergleicht Kochen mit Kunst. Nehmen wir die Malerei: „Van Goghs Sonnenblumen gefallen jedem. Bilder von Jackson Pollock sind dagegen erst einmal irritierend, kompliziert – aber wenn man sie länger ansieht, kriegt das eine andere Werktiefe. Klar kann ich Fleisch immer zart kochen, aber manchmal bevorzuge ich etwas festere Stücke und lasse dich verschiedene Dimensionen von Gargraden erkennen.“ Abends gibt es als Team-Essen Risotto mit Huhn und Hummer, dazu Salat aus eigenen Tomaten. Den Hummer würde es im Sosein regulär nie geben, sie kochen ihn nur, weil ein Produzent ihn als Geschenk gebracht hat. „Im Sosein nehmen wir amerikanische Signalkrebse, die es hier zuhauf gibt. Eine invasive Art, die einheimische Krebse verdrängt – das ist gekochter Naturschutz.“ Draußen ist es inzwischen Nacht geworden, die Straßen sind leer, nur im Sosein arbeiteten sie noch. Der für morgen angedachte Nachtisch klappt nicht, eine Zutat fehlt. Die drei Köche stehen im Keller, der wie jeder Nebenraum hier voller Regale und Vorratsgläser ist. Und jetzt? Man sieht einander müde an, Stirnen werden gerunzelt. Aber die Leidenschaft brennt noch lichterloh, um 22.35 Uhr. Und die Lösung ist vielleicht nur einen Waldspaziergang entfernt. Sosein. Restaurant, Hauptstraße 19, 90562 Heroldsberg, sosein-restaurant.de

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DER WILL NUR SPIELEN

JOHN PETERKA STEHT VOR DEM SPRUNG VOM EHC RED BULL MÜNCHEN IN DIE NHL, WEIL DER 18- JÄHRIGE EISHOCKEY ALS DAS SIEHT, WAS ES IST: EIN SPIEL. WIE MAN MIT KREATIVITÄT, SPASS UND EINEM SCHUSS FRECHHEIT WEITER KOMMT ALS ALLE ANDEREN. Text WERNER JESSNER

Fotos CHRISTOPH VOY


VORWÄRTSDRANG John Peterka auf dem Weg ins Angiffsdrittel – schon bald in der besten Liga der Welt

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inute 48 im Duell zwischen dem EHC Red Bull München und dem EC Red Bull Salzburg. Die Nummer 77 im Dress von Salzburg, groß gewachsen, schnelle Beine, junges Gesicht, bekommt den Puck im Angriffsdrittel. Er ist gebürtiger Münchner und eigentlich im Dienst des EHC Red Bull München, derzeit aber an den Verein in Österreich verliehen. Der junge Deutsche soll Spielpraxis sammeln, und nun muss er ausgerechnet gegen seinen ursprünglichen Klub antreten. Er macht ein, zwei schnelle Schritte, der Puck klebt ihm am Schläger. Man

WIE EIN KÖRPERTEIL Der Puck gehört zu John Peterka. Oder zumindest wird er von ihm angezogen.

KADER-SCHMIEDE An der Red Bull Akademie lernte Peterka System und Konsequenz zu schätzen.

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würde nicht glauben, dass dieser Kerl erst 18 Jahre alt ist. Zwei Schritte nur, doch sie eröffnen ihm drei Optionen: Ein Schuss, die Bahn ist frei. Zum Tor laufen. Oder aber einen langen Pass nach halblinks zwischen zwei Verteidigern durchspielen, wo sein Kumpel Justin Schütz, auch er von den Münchnern THE RED BULLETIN


ausgeliehen, angebraust kommt. Die Nummer 77 wählt Variante drei. Schütz übernimmt den Puck direkt und zieht ab. 5:2-Führung, drittes Tor für Schütz an diesem Abend, dritte Torvorlage für die Nummer 77, John Peterka, Spitzname: JJ, gesprochen Dschei-Dschei. Der englische Vorname ist der USABegeisterung seiner Eltern geschuldet: THE RED BULLETIN

Johns Schwester heißt Tiffany, sein Bruder Jack. Eine Extravaganz mit Weitsicht, möchte man meinen, denn schon bald wird John seine Koffer packen und nach Übersee gehen: Er wurde in der zweiten Runde von den Buffalo Sabres für die National Hockey League gedraftet, die beste und lukrativste Liga der Welt. Gedraftet? So funktioniert dieses zutiefst

PETERKA IST KEIN REINER ARBEITER, ER ZELEBRIERT SEINEN SPORT. 65


BESTER PLATZ In der Kabine die Schlittschuhe schnüren, dann raus ins natürliche Habitat

nordamerikanische System: Die Teams sichern sich einmal pro Jahr eines nach dem anderen die Rechte an den besten Nachwuchsspielern der Welt, wobei das punkteschlechteste Team der abgelaufenen Saison als erstes wählen darf, der amtierende Meister, genannt: Stanley-Cup-Sieger, als Letzter. Auf diese Art versucht man, Chancengleichheit herzustellen. Was nicht geht: dass sich ein Youngster aussuchen kann, wo er spielt. In die Wüste Arizonas zu den Coyotes? Nach New York zu den Rangers oder Islanders? In den hockeyverrückten Markt Kanadas, nach Montréal oder

MIT ZWEI SCHRITTEN ERÖFFNET SICH PETERKA AUF DEM EIS DREI MÖGLICHKEITEN. 66

Toronto oder ins beschauliche Nashville? „Du musst es ohnehin nehmen, wie es kommt, von daher habe ich mir erst gar nicht groß den Kopf zerbrochen.“ Peterka ist nicht der erste Spieler aus dem Nachwuchs der Red Bulls, der in der NHL Begehrlichkeiten weckte. Schon 2018 wechselte Dominik Kahun vom EHC Red Bull München zu den Chicago Blackhawks. Von diesem Moment an war allen in der Akademie klar: Ja, man kann sich den Traum von der NHL-Karriere von München und Salzburg aus erfüllen. Patrick Hager, der Kapitän des EHC Red Bull München, sagt: „Die Jungs aus der Akademie können alle skaten und schießen. Das ist ein ganz anderes Niveau als in meiner Zeit. In der Akademie wird die Basis dafür gelegt, dass du die Chance hast, dich im Profi-Geschäft durchzusetzen.“ Nachsatz: „Wie weit es dann geht, hängt von jedem Einzelnen ab.“ Fragt man den Münchner Nachwuchscoach Ron Chyzowski, wird es bei Peterka weit gehen, denn er hat etwas, was vielen fehlt: unbändige Liebe zum Spiel. Peterka ist kein Hockey-Arbeiter, er zelebriert Hockey, das hat er von Anfang an gemacht. Chyzowski erinnert sich: „Ich hab JJ mit

neun, zehn Jahren beim EHC übernommen. Am liebsten wäre er um vier Uhr morgens in die Eishalle gekommen und bis zehn Uhr abends geblieben.“ Der Angesprochene grinst: „Ja, das war wirklich genau so, und im Prinzip ist es noch heute so. Gib mir einen Puck und eine Eisfläche, und ich bin happy.“ Chyzowski: „Es gibt Jungs, die wollen den Puck. JJ wollte ihn mehr als alle anderen. Ich möchte fast sagen, der Puck ist ein Teil von ihm. Der Puck findet zu ihm, und dann macht er was damit.“

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b diese Kreativität auf dem Eis eine Gabe ist, Ausdruck des Charakters oder das Produkt unendlich vieler Stunden auf dem Eis, in denen Peterka gezwungen war, Lösungen zu finden, um an seinen meist älteren Gegenspielern vorbeizukommen, darüber lässt sich trefflich philosophieren. Chyzowski: „Trainieren kannst du alles, wenngleich in unterschiedlichem Maß. Und dann gibt es in jeder Sportart das, was ich den X-Faktor nenne: das letzte bisschen Unberechenbarkeit. Das, womit die anderen nicht rechnen und was dich das kleine bisschen besser macht. Ich habe beobachtet, dass das oft Charaktersache ist. Der JJ war ein Bazi-Bua (typisch bayrischer Ausdruck für einen liebenswerten Gauner, der es faustdick hinter den Ohren hat; Anm.). Er hat manchmal ein bissl Scheiß gebaut und war sehr lebhaft. In unserem Sport sind das durchwegs positive EigenTHE RED BULLETIN


EINFACH SO John Peterka lässt den Puck auf seinem Schläger tanzen – sooft er will.


„FUSSBALL WAR MIR ZU LANGWEILIG, IM EISHOCKEY KANN ICH KREATIVER SEIN.“ SCHIESST ER? Möglich. Vielleicht hat er aber etwas völlig anderes vor: das Dilemma der Goalies mit Peterka.

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schaften.“ Ron sagt wirklich „Bazi-Bua“ – mit einer unvergleichlichen Mischung aus kanadischem Englisch und seinen dreißig Jahren in Bayern. Bemerkenswert war Ron vor allem eines: „JJ wollte immer selbst aufs Eis und nicht, weil seine Eltern das forciert hätten.“ „Ich bin recht zufällig zum Eishockey gekommen“, erinnert sich Peterka. Bei einem Publikumseislauf als Dreikäsehoch hätten ihn die Hockeyspieler, die nebenan zugange waren, so fasziniert. Einmal probiert, nie mehr aufgehört: „Eine Zeitlang habe ich auch Fußball gespielt, aber das war mir schon bald zu langweilig. Im Eishockey hast du zu jeder Zeit mehr Möglichkeiten, deine Kreativität auszuleben, als im Fußball. Und es geht auch schneller. Kaum ist der Puck weg, klebt er auch schon wieder auf dem Schläger, während beim Fußball immer einer den Ball aus dem Out holen gehen muss.“

John Peterka war für die U10 des EHC München vorgesehen, doch parallel spielte er schon in der U12. Im Gegensatz zu heute hatte der EHC zu diesem Zeitpunkt noch keine sonderlich hochkarätigen Nachwuchsteams. Die Peterkas pendelten von München nach Bad Tölz, wo sich der Junior beim EC Bad Tölz in der höchsten bayerischen Liga messen konnte. „Das war ein bissl chaotisch“, grinst er. „Ich habe mich oft im Auto während der Fahrt umgezogen, bin auf dem Parkplatz raus, hab das Trikot übergeworfen, die Schuhe geschnürt, und schon ging’s los.“ Man hat Ron Chyzowski im Ohr und seine Erinnerung an den „Bazi-Bua“, der seine Energie und seinen Spielwitz auf dem Eis kanalisieren muss. Mit vierzehn landete er in der Akademie der Red Bulls in Salzburg, was nicht ganz ohne Probleme abging: „Ich hatte Heimweh“, gibt John Peterka unum-

THE RED BULLETIN


RED BULL AKADEMIE LETZTER SCHLIFF FÜR JUNGE KUFEN-CRACKS

STEFAN BAUMANN/RED BULL CONTENT POOL

LINKSSCHÜTZE Meist wird Peterka auf dem linken Flügel eingesetzt. Seine Rolle ist die eines Spielmachers.

wunden zu. „Oft saßen meine Eltern bei den Spielen im Publikum, vor allem in Tschechien.“ Richtig wohl fühlte er sich auf dem Eis. Mit 16 Jahren spielte er mit der U19-Mannschaft der Red Bulls in der Tschechischen Liga und zerschoss sie regelrecht: In 48 Spielen erzielte er 45 Tore und bereitete 49 vor. Körperlich war er, der junge Bub, den Gegnern weit unterlegen. Es war das, was man „hockey-sense“ nennt, was ihn trotzdem über seine Altersgenossen hob. Er musste dem Puck nicht nachrennen, sondern er war stets dort zu finden, wohin dieser kommen würde. Klingt so einfach und ist doch unendlich schwierig. Woher kannst du das, John? „Man entwickelt so ein Gefühl“, sagt er, doch dieses Gefühl basiert auf tausenden und abertausenden Stunden Training. Es hilft, wenn man seine Sturmpartner kennt, aber noch viel mehr kommt es auf die Trainer an, findet EHC Red Bull München-Kapitän Patrick Hager: „Man muss sich etwas trauen, aber das funktioniert nur mit einem Coach, der den Spielern keine Handschellen anlegt und sie nicht nach dem ersten Fehlpass auf der Bank schmoren lässt. Jungen Spielern ihre Kreativität zu lassen, sie zu ermutigen, gewagte Entscheidungen zu treffen – das zeichnet die Trainer in der Red Bull-Organisation aus.“ THE RED BULLETIN

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alzburgs Headcoach Matt McIlvane sieht viel Positives an John Peterka: „Optisch fällt am meisten auf, wie gut er eisläuferisch ist. Er schießt gut, sein Spielverständnis ist überragend. Und dann gibt es eine Eigenschaft, die bei seinen ‚künstlerischen‘ Fähigkeiten gern übersehen wird: Er ist wahnsinnig kompetitiv. Im Training spielt er am liebsten gegen unseren Parade-Stürmer Thomas Raffl. Das ist der härteste Job, den es bei uns gibt. Das zeigt, aus welchem Holz Peterka geschnitzt ist: Er will sich mit den Besten messen – immer.“ Der erwähnte Thomas Raffl, 1,94 Meter groß, knapp 100 Kilo schwer, sagt über den Teenager (1,80 m, 87 kg): „Ich habe selten einen Spieler in seinem Alter gesehen, der sich so viel zutraut und so frech spielt. Wenn er so weitermacht, wird er es garantiert sehr weit bringen.“ Zum kompletten Spieler, der so wie Leon Draisaitl, ebenfalls ein ehemaliger Schützling von Ron Chyzowski, die NHL

„ER WILL SICH IMMER MIT DEN BESTEN MESSEN – AUCH SCHON IM TRAINING.“

In Salzburger Stadtteil Liefering werden seit 2014 Talente fürs Profi-Eishockey ausgebildet (und absolvieren hier ihren Schulabschluss). Athleten zwischen 14 und 20 Jahren werden in fünf Teams individuell gefördert, Ziel ist der Sprung in den Profi-Sport, etwa zu den Teams vom EHC Red Bull München, EC Red Bull Salzburg – oder sogar weiter. Dominik Kahun wechselte von München in die NHL zu den Chicago Blackhawks. Heute spielt er für die Buffalo Sabres, für die bald auch Peterka auflaufen könnte. Vielleicht spielt er dann gegen seinen Akademie-Freund Justin Schütz, dessen NHL-Rechte bei den Florida Panthers liegen. Weitere Spieler aus dem Bullen-Nachwuchs, deren Dienste sich NHL-Klubs gesichert haben: Noah Dobson (New York Islanders), Václav Karabáček (Buffalo Sabres) und Martin Pospíšil (Calgary Flames). Infos: redbulleishockeyakademie.com

aufmischt, fehlt – so sind sich die Experten einig – vor allem körperlich noch einiges. Fünf Kilo mehr Muskelmasse, daran arbeitet John Peterka gerade. Das ist machbar, dazu braucht es kein Talent, nur hartes Training. Drei Einheiten pro Tag, nach dem Eis noch in die Kraftkammer? Peanuts! Minute 48 im Bullen-Duell zwischen München und Salzburg. Als John Peterka die zwei schnellen Schritte zum Tor macht, sieht er aus dem Augenwinkel seinen Kumpel Justin Schütz. Einen Moment lang begegnen sich ihre Blicke, unmerkbar für die anderen. Dann der Pass, das Tor. Was habt ihr beim Torjubel miteinander geredet? „Ich hatte Justin versprochen, ihm im Spiel noch ein drittes Tor aufzulegen – daran hab ich ihn erinnert“, so John, und er grinst über beide Ohren. Einmal Bazi-Bua, immer Bazi-Bua, wird sich Ron Chyzowski zu Hause vor dem Fernseher gedacht haben. 69


SPORTWAGEN MIT RACING-DNA Speed, Adrenalin und Fahrspaß: Für die Gewinner der GAZOO Racing Days hieß es Vollgas. An zwei actionreichen Tagen durften sie den Toyota GR Supra am Red Bull Ring in Spielberg, Österreich, ausgiebig testen. Eine Driving Experience, die es in sich hatte.

Mit bis zu 250 km/h über die Start-Ziel-Gerade, volle Konzentration in den Kurven, Drifting-Spaß im Driving Center und ein Hotelaufenthalt im exklusiven Steirerschlössl – das Programm der GAZOO Racing Days ließ das Herz von Motorsportfans höherschlagen. Aber nicht nur die Gewinner durften an ihr eigenes Limit gehen, auch der Toyota GR Supra konnte zeigen, was in ihm steckt.


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Tag 1: Aufs Ganze am Red Bull Ring Treffpunkt Boxengasse: Die GAZOO Racing Days starteten gleich mit einem Highlight. Wo sonst die Rennprofis ihre Runden drehen, durften nun die Gewinner Tobi, Michael, Philipp, Antonia, Chris und Aleksandra Rennluft schnuppern. Nach einer Einschulung von Instruktor Kevin zu Strecke und Auto hieß es dann endlich: einsteigen, anschnallen, Motor starten. Eine kurze Einführungsfahrt später wurde Runde für Runde Vollgas gegeben. Nach dem Adrenalinkick ging es dann ins nahe gelegene Steirerschlössl zum mehrgängigen Abendessen, um den Tag kulinarisch zu beenden und die Erfahrungen der Tester auszutauschen. Tag 2: Driften, bis die Reifen glühen Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. 8 Uhr morgens, leichter Regen – die perfekten Bedingungen, um den ganzen Tag durchs Driving Center zu driften. Und genau das ließen sich unsere Tester nicht zweimal sagen. Per Funk gab das Instruktorenteam Anweisungen an die Fahrer. Mit Erfolg: Minute für Minute wurden unsere Gewinner mutiger, man hörte nur noch die Reifen quietschen und schaute in strahlende Gesichter.

XASA12/PHILIPP SCHÖNAUER

TOYOTA GAZOO RACING DAYS Am 24. und 25. September ging es am Red Bull Ring in Spielberg voll zur Sache. Getestet wurde der Toyota GR Supra.

MIT VOLLGAS ÜBER DIE START-ZIEL-GERADE IM GR SUPRA – EIN HIGHLIGHT, DAS ICH DEFINITIV NICHT MEHR VERGESSEN WERDE. TEILNEHMER TOBI AUS STUT TGART


Kraftvolles Gefühl In 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

MEINE MISSION BESTAND VON ANFANG AN DARIN, EIN DESIGN ZU KREIEREN, DAS SPORTWAGENFANS VISUELL UND PHYSISCH BEGEISTERT.

Eine Ikone – der GR Supra Mit GAZOO Racing hat Toyota eine Markenwelt geschaffen, die die Grenzen des Möglichen im Motorsport immer wieder infrage stellt. Mit der Rückkehr des GR Supra ist genau das gelungen. Technologien aus dem NOBUO NAK AMURA, Rennsport wurden auf das Serienfahrzeug umgelegt. Die Konstrukteure hatten dabei eines im Fokus: beeindruckende Leistung, kombiniert mit dem einzigartigen Fahrerlebnis. Herausgekommen ist ein Fahrzeug, das alle Kriterien eines Sportwagens erfüllt: Design, Performance, Technik und das pure Fahrgefühl. Die charakteristischen Designelemente wie

die lange Motorhaube verbinden die Aerodynamik des Rennsports mit einem futuristischen Outfit. Und auch die Fahrleistung wird perfekt unterstützt. Denn der GR Supra ist ein Rennwagen mit Straßenlizenz. Ausgestattet mit einem CHEF-DESIGNER 3,0-Liter-Sechszylinder-Motor, einem Twin-Scroll-Turbolader und der Kraftstoffdirekteinspritzung, liefert der GR Supra 340 PS und 500 Nm Drehmoment. Abgerundet mit feinster Technik im Cockpit: Head-up-Display und ein Multimedia-System mit Navigation, Supra Connect und Freisprecheinrichtung vervollständigen den ultimativen Fahrspaß.

Eine Legende ist zurück Inspiriert von über 50 Jahren Motorsportgeschichte, steht der GR Supra für ein Fahrerlebnis reinster Natur. Kraftstoffverbrauch in l/100 km: kombiniert 7,5 / außerorts 6,5 / innerorts 9,1. CO2 -Emissionen in g/km: kombiniert 170. Die Kraftstoffverbrauchs- und Emissionswerte wurden nach dem vorgeschriebenen EU-Messverfahren ermittelt.


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Mit den Experten von TOYOTA GAZOO Racing wurde der neue GR Yaris entwickelt. Jetzt vorreservieren!

Durchdachtes Design Ein moderner Look trifft auf die Aerodynamik des Rennsports.

Racing Experience Mit sieben Toyota GR Supra ging es über den Red Bull Ring in Spielberg.

Die GR Supra-Tester

XASA12 / PHILIPP SCHÖNAUER

Philipp, Antonia, Tobi, Michael, Aleksandra und Chris (v. li.) waren die glücklichen Gewinner der GAZOO Racing Days. Ihr Fazit: Der GR Supra bietet ein unbeschreibliches Fahrgefühl im Cockpit. Mit dem Sportwagen ist ein Auto auf den Markt gekommen, mit dem man auch auf offener Straße aufs Ganze gehen kann.

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Mit den Olympiasiegern Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher zum Foiling-Segeln nach Italien.

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GUIDE Reisen

„Was die Teilnehmer 2021 auf unserer Reise erwartet, ist eine neue Dimension des Segelns.“

Destination Red Bull-Guide Hans-Peter Steinacher, 52

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Völlig losgelöst: Ab acht Knoten (ca. 15 km/h) hebt sich der Foiling-Katamaran aus dem Wasser.

KONSTANTIN REYER, SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES (2)

emeinsam mit Red Bull-Athleten und Weltmeistern verreisen, ihre Tricks und Techniken hautnah kennenlernen und im gemütlichen Ambiente über Leben und Karriere plaudern: Dafür steht Destination Red Bull, die Reiseplattform von Red Bull und dem Salzburger Reisebüro The Travel Birds. 2021 bilden Ziele im Alpenraum den Schwerpunkt des Programms – von den Eisenerzer Bergen (mit Rallye-DakarSieger Matthias Walkner) über Vorarlbergs Tiefschneehänge (mit FreeskiWeltmeisterin Nadine Wallner) bis an den Gardasee in Norditalien. Dort können die Gäste von Destination Red Bull im Mai 2021 mit den zweifachen Olympiasiegern Roman Hagara, 54, und Hans-Peter Steinacher, 52, eine völlig neue Art des Segelns kennenlernen: Foiling. Was die Teilnehmer an Bord der fliegenden Rennboote erwartet, erzählen die beiden Reise-Guides bei uns in eigenen Worten: „Als Olympia-Segler sind wir hohe Geschwindigkeiten ja gewohnt. Dennoch war das erste Mal mit Foils zu segeln auch für uns ein echtes Erlebnis!“, sagen Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher. „Zur Erklärung: Foils sind Stangen mit Tragflügeln, die am Rumpf des Bootes befestigt sind. Ein Foil-Katamaran, auch ‚Foilcat‘ genannt, hebt bei 8 Knoten, also ca. 15 km/h, nicht bloß mit einem Rumpf ab, sondern löst sich komplett von der Wasseroberfläche und berührt diese nur noch an drei Foils. Segeln ist

Sicherer Hafen: Riva del Garda in Norditalien ist die Basis für das mehrtägige Segel-Abenteuer. THE RED BULLETIN


GUIDE Reisen

Dynamisches Duo: Roman Hagara (li.) und Hans-Peter Steinacher gewannen zweimal Olympiagold.

durch die Foil-Technik quasi vierdimensional geworden – ein einmaliges Erlebnis, auch für erfahrene Sportler. Denn durch den hohen Speed ändern sich die Winkel und fast alle Segelabläufe. Was die Teilnehmer bei unserer Reise erwartet, ist also nicht weniger als eine neue Dimension des Sports. Der Gardasee mit seinem Flachwasser und seinem thermischen Wind bietet sich perfekt als Foiling-Reiseziel an. Denn dort kommen wir bei guten Verhältnissen relativ leicht über 30 Knoten bzw. 55 km/h hinaus.“

Riva del Garda

Italien

Anreise Alle Wege führen bekanntlich nach Rom und viele davon am Gardasee vorbei. Autofahrer aus Österreich kommen am schnellsten über Tirol ins Trentino: Zunächst auf der A12 nach Innsbruck, dann bei Innsbruck-Süd in Richtung Italien auf die BrennerTHE RED BULLETIN

Autobahn A13, die zur italienischen A22 wird. Vorbei an Sterzing, Bozen und Trento in Richtung Verona. Abfahrt: Rovereto Sud/ Lago di Garda-Nord. DB/ÖBB-Eurocity-Züge fahren fünfmal täglich von München über Innsbruck direkt nach Rovereto und Verona.

Rund um den Gardasee Die Gegend um Riva ist ein üppiger Garten Eden mit teils spektakulären Wanderwegen. An Regentagen locken Museen und Trattorien. Drei Extra-Tipps: AUSBLICK Ein dreistündiger Rundgang führt vom Hafen in Torbole auf den Aussichtshügel Monte Brione. Von der Befestigungsanlage Batteria di Mezzo lassen sich See und Bergwelt überblicken.

Das fliegende Phantom

„An den ersten beiden Tagen unserer Reise werden wir die Grundlagen an Bord der kleinen, 5,5 Meter langen ‚Flying Phantoms‘ lernen, sozusagen die Babyboote unter den Foil-Seglern. Danach heißen wir unsere Gäste an Bord unseres großen Foil-Rennboots, des GC32, willkommen. Wobei wir gar nicht sagen würden, dass der GC32 spektakulärer ist als die Flying Phantoms, denn diese manövrieren näher am Wasser. Zudem wirkt der knapp zehn Meter lange GC32 in voller Fahrt behäbiger und schwerer als die kleineren Foil-Boote, die sich auch bei geringeren Geschwindigkeiten schon sehr schnell anfühlen. Was gleich zu Beginn auffallen wird, ist, wie viel Konzentration nötig ist, um das Boot wirklich waagrecht auf den Foils zu halten. Jegliche Krängung, also Seitenneigung, wirkt sich negativ aus. Da musst

EINBLICK Das MART, ein Museum moderner Kunst (Bild oben), in Rovereto ist ein architektonisches Highlight und beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen der letzten 150 Jahre. mart.tn.it WEINBLICK Im Weingut Zeni bei Bardolino kann man sich auf eine Reise durch die Welt des Weines und seiner Geschichte begeben. Danach lieber mit dem Taxi zurück nach Riva! museodelvino.it

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GUIDE Reisen

Deine Abenteuer mit Top-Athleten Bei Destination Red Bull kannst du Reisen mit Red Bull-Athleten und Ikonen buchen. Hier drei Highlights des Programms 2021:

„Foiling fühlt sich himmlisch an“, sagt Segel-Legende Hans-Peter Steinacher.

du fast eine Wasserwaage auf das Boot legen können, dann erst fährt es optimal! Foiling verlangt aber auch nach engen Kurven und raschen Entscheidungen beim Wenden und somit nach einer eingespielten Mannschaft. Es wird demnach auch eine Lektion in Sachen Teamgeist. Fest steht: Die Geschwindigkeit eines FoilKatamarans bringt viele Gelegenheiten, kalkuliertes Risiko einzugehen und kontrollierte Action zu erleben. Sobald wir herausgefunden haben, wie sich alle Teilnehmer mit der neuen Technologie fühlen, werden wir daher auch versuchen, einen High-Speed-Rekord aufzustellen.“

Wie bereiten wir unser Boot für eine Regatta vor? Welche technischen Grundvoraussetzungen braucht ein guter Segler? Wie schleifen wir unsere Foils? Wie polieren wir unser Boot? Derlei Kleinigkeiten geben wir eigentlich sonst nicht so gern preis. Doch die Reise wird sicher ein Rahmen, in dem wir solche Dinge im privaten Gespräch gerne weitergeben.“ Reisetermine: 15.–19. und 19.– 23. Mai 2021; maximale Teilnehmerzahl pro Termin: 5 Personen (ab 18 Jahren). Infos zu Reise und Buchungen: destination.redbull.com

Die Geheimnisse der Profis

„Übrigens: Auch wenn das Steuer fast immer in Profihand bleibt, solltest du als Teilnehmer einen Segelschein besitzen und die grundlegenden Segeltechniken beherrschen, damit die Lernkurve steil nach oben zeigt und du die Reise optimal genießen kannst. Uns ist natürlich bewusst, dass auch gute Segler zu unserem Camp am Gardasee kommen werden, die sich dafür interessieren, was für einen Zugang wir zu bestimmten Themen beim Segeln haben:

AUSGABE 3 SAISON 2021

DOMINIK LANDERTINGER Der BiathlonWeltmeister nimmt dich mit ins LaufParadies Tirol

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TRAILRUNNING | ENDURO | LAUFEN | FOILING | KLETTERN GOLF | FORMEL 1 | TRIATHLON | FREERIDE-SKIING | MOUNTAINBIKEN

Alle Reisen 2021 findest du im neuen Destination Red Bull-Magazin. Bestellungen: redaktion@at. redbulletin.com

Alle Reisen, Infos und Buchungen unter: destination.redbull.com oder destinationredbull@thetravelbirds.at

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LECH, VORARLBERG FREERIDE-ACTION MIT NADINE WALLNER Als Skilehrerin, Bergführerin und zweifache Freeski-Weltmeisterin kennt Nadine die schönsten Abfahrten ihrer Heimat und nimmt dich mit auf unvergessliche Abfahrten in einem der Top-Skigebiete Europas.

EISENERZ, STEIERMARK EXPEDITION ERZBERG MIT MATTHIAS WALKNER Gemeinsam mit Österreichs RallyeDakar-Sieger eroberst du den Erzberg am Motorrad, holst dir professionelle Fahr-Tipps und entdeckst auf eurer gemeinsamen Wandertour die raue Schönheit der Eisenerzer Alpen. THE RED BULLETIN

KONSTANTIN REYER, GETTY IMAGES/RED BULL CONTENT POOL, ANDREAS VIGL, PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL

SPIELBERG, STEIERMARK VIP-ERLEBNIS FORMEL 1 MIT MARK WEBBER Du verbringst das Renn-Wochenende als VIP an der Strecke, triffst Mark Webber zum Essen, erhältst Zugang zur Boxengasse und erkundest den Grand-Prix-Kurs unter Profi-Anleitung in einem Formel-4-Boliden.


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GUIDE Fitness YOGA

Stark wie Supergirl Sadie Nardini gilt als Rockstar unter den Yoga-Lehrerinnen. Das Programm der 49-Jährigen verleiht Superheldenkräfte. Die erstaunliche Karriere der Kalifornierin begann mit einem dramatischen Ereignis. Sie war 13, als im Schwimmbad ein Mann nach einer „Bombe“ auf ihrem Kopf landete. Die Folge: Sadie war teilweise gelähmt: „Die Ärzte sagten mir, ich würde wahrscheinlich nie wieder gehen können. Sie haben mich stabilisiert und dann nach Hause geschickt.“ Doch während die Schulmediziner das Mädchen aufgaben, glaubte ihre Mutter an die heilende Kraft sanfter Yoga-Übungen. Diese Übungen blieben nicht ohne Wirkung. Nach zwei Jahren geduldigen Trainings konnte Sadie wieder stehen. Und sie entdeckte Power Yoga, die westliche Variante der alten indischen Lehre: „Ich er-

kannte, dass es eine Form des Yoga gab, die mir richtig Kraft verlieh. Damit hatte ich meine Berufung gefunden.“ Bereits mit Mitte zwanzig begann Sadie weltweit zu unterrichten. Rasch galt sie unter ihren Anhängern als Rockstar-Yogini, also als

weibliche Yoga-Meisterin: „Wahrscheinlich, weil ich in meinem Unterricht auch David Bowie gespielt habe.“ Die Idee für ihr jüngstes Spezialtraining hatte Sadie, als sie durch den Pariser Flughafen hetzte, um rechtzeitig ein Flugzeug zu erwischen.

„Ich musste feststellen, dass ich zwar in Sachen Ausdauer eine Meisterin bin, aber schrecklich außer Form, wenn es um Schnellkraft ging“, sagt die Kalifornierin, „also habe ich ein paar High-IntensityIntervalltrainings besucht.“ Was Sadie dort erlebte, irritierte sie: „Es hat zwar Spaß gemacht, aber als Anatomieund Gelenksexpertin war ich entsetzt. Viele der dort ausgeführten Bewegungen haben die Gelenke so sehr belastet, dass sich manche Teilnehmer sogar verletzt haben.“ Problem erkannt – und darauf reagiert: Sadie ent wickelte Yoga Shred, eine Trainingsform, bei der fließenden Bewegungen des Yoga mit intensiven Cardio-Übungen kombiniert werden. „Es macht Yoga-Schüler superheldenstark und verleiht auch allen anderen mehr Beweglichkeit – ohne die Gelenke zu belasten.“ Um das Beste aus beiden Welten zu bekommen, reichen 20 Minuten täglich. Sadie Nardinis Yoga Shred kann online erlernt werden, und zwar über ihre Website fitfierceclub.com. Mit nachstehend angeführtem Code gibt es ein fünfwöchiges GratisEinführungstraining: FFCFREEMO

Sadies Yoga Shred in sechs Schritten „Der klassische Burpee kann die Gelenke belasten“, sagt Sadie. Hier siehst du, wie du das ändern kannst.

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1 Füße hüftbreit auseinander auf eine Matte stellen, mit den Händen auf zwei Yoga-Blöcken (besser für Handgelenke und Schultern!) abstützen. 2 Mit leicht gebeugten Knien in den Liegestütz gehen. Bauchmuskeln anheben, damit dein unterer Rücken nicht mehr zum Boden abfällt – so vermeidest du mögliche Verletzungen.

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3 Zurück in die Startposition, die Füße weiterhin hüftbreit auseinander lassen. Dadurch werden deine Knie weniger belastet, dein Schwerpunkt wird stabilisiert.

5 Die Fersen nach unten drücken, um deine Gesäßmuskulatur zu straffen, Ellbogen abwinkeln und die Fäuste in flottem Tempo zu deinen Hüften führen, dabei hochspringen.

4 Bauchmuskeln anspannen, zu einer leichten Kniebeuge aufrichten, Knie und Hüften leicht abwinkeln, Arme nach oben strecken.

6 Nach dem Sprung darauf achten, dass Knie und Hüften leicht abgewinkelt sind, um Druck auf deine Knie zu vermeiden. THE RED BULLETIN

JAMES ST. VINCENT

FLORIAN OBKIRCHER

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GUIDE Equipment TRAINING

Hantel mit Hirn JaxJox KettlebellConnect

TIM KENT

Bei diesem Trainingsgerät schwingt Geschichte mit. Denn die Urform der Kettlebell (ein freies Gewicht mit Griffleiste) kannten bereits die alten Griechen. Die Kugelhantel in ihrer heutigen Form geht auf die russische Girya zurück, ein gusseisenes Gewicht, das zur Getreide-Abwaage genutzt wurde, ehe es Kraftsportler und Fitnesstrainer am Griff packten. Der jüngste Nachkomme der Girya heißt JaxJox KettlebellConnect, verbindet sich mit dem Smartphone und misst deinen Trainingsfortschritt. Außerdem lassen sich per Knopfdruck Gewichte von 5,5 bis 19 Kilogramm unter den Griff laden (die Scheiben dafür stecken im Sockel). So viel Flexibilität hätte auch den alten Griechen gefallen. jaxjox.com

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THE RED BULLETIN


LESEN & SCHREIBEN

Königlicher Rat Stephen King hat bekanntlich unzählige internationale Megaseller geschrieben. Sein vielleicht bestes Buch ist jedoch ein sehr persönlicher Ratgeber. Text JAKOB HÜBNER

Ü

ber 400 Millionen verkaufte Bücher, rund 70 Kino- und TV-Verfilmungen, geschätzte 420 Millionen Dollar Privatvermögen – kein Zweifel, Stephen King ist einer der erfolgreichsten und reichsten Schriftsteller aller Zeiten. Da herrscht Einigkeit. Ganz anders sieht es hingegen bei der Frage aus, ob Stephen King auch ein guter Schriftsteller ist. Hier scheiden sich die Geister. Tatsächlich gibt es jede Menge nachweislich gebildete Menschen,

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die King für eine Art Hohepriester der trivialen Reißbrettliteratur halten. Wenn sie an deinem Billy-Regal entlangschlendern und darin mehrere King-Romane orten, lüpfen sie selbstgefällig eine Augenbraue und sagen: „Stephen King? Echt jetzt …?“ Diese Menschen verbinden meist drei Gemeinsamkeiten. Erstens: Sie haben noch nie ein Buch von Stephen King gelesen. Zweitens: Sie betrachten (zumindest in diesen Dimensionen) kommerziellen Erfolg

und künstlerische Integrität als unvereinbar. Und drittens: Sie irren sich. Was würde man über einen Leichtathleten sagen, der den 100-Meter-Sprint genauso souverän beherrscht wie die 1500 Meter, die 10.000Meter-Langstrecke und die Marathon-Distanz? Vermutlich: Der Mann weiß, wie man läuft. Nun, Stephen King weiß, wie man schreibt. Präziser formuliert: Er weiß, wie man was schreibt – und diese instinktive Fähigkeit beschränkt sich keineswegs nur auf die angestammten Jagdgründe des „Königs des Horrors“. Seine über 100 Kurzgeschichten und Novellen (beim Heyne Verlag in feine Sammelbände gepackt) zeichnen sich nicht nur durch einen geradezu THE RED BULLETIN

VINZ SCHWARZBAUER

GUIDE Lesestoff


GUIDE Lesestoff

Vorwort aus „Das Leben und das Schreiben“ Dies ist ein kurzes Buch, denn Bücher über das Schreiben sind voller Blödsinn. Belletristikautoren, ich eingeschlossen, haben keine große Ahnung davon, was sie eigentlich tun. Sie wissen nicht, warum etwas Gutes funktioniert und etwas Schlechtes nicht. Ich dachte mir: Je kürzer das Buch, desto weniger Blödsinn steht drin.

beängstigenden Ideenreichtum aus, sondern auch durch ihren perfekten Spannungsaufbau – was gerade auf der gern unterschätzten Kurzstrecke eine besonders hohe Kunst ist. Angesichts der enormen Menge und Vielfalt dieser Suspense-Quickies drängt sich der Verdacht auf, dass King schlichtweg nicht in der Lage sei, eine Geschichte zu erzählen, die nicht furchtbar spannend ist. Wenn es ins Romanformat geht, wechselt King jedoch Stil und Tempo, öffnet Räume zwischen den Zeilen. Als schlauer Geschäftsmann (der er natürlich auch ist) weiß er, dass einem auf Sicht betrachtet die Leser abhandenkommen, wenn sie 500 Seiten lang den Atem anhalten. GenreMeilensteine wie „Carrie“, „Shining“, „Sie“, „Es“, „Die Arena“ und rund 30 weitere internationale Bestsellertitel spielen virtuos mit einem subtilen Grauen, das gar nicht auf dem Papier, sondern in unserer DNA geschrieben steht. Und ganz nebenbei hat Stephen King mit „Der Dunkle Turm“ – womit wir beim Marathon wären – innerhalb von dreißig (!) Jahren einen der irrsten und besten Romanzyklen der Fantastik geschrieben. Doch Vorsicht: Bevor man sich diesem verwegenen Crossover aus Fantasy-Dystopie und Italowestern nähert, das King selbst einmal als seinen „Jupiter“ bezeichnete, sollte man sicherheitshalber ein wenig Anlauf nehmen. Denn der grandiose erste Satz „Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der RevolverTHE RED BULLETIN

mann folgte ihm“ eröffnet eine Reise, die erst nach rund 5600 Seiten endet. Und aufhören geht sehr, sehr schwer. Das vermutlich beste Buch, das der 1947 in Portland, Maine, geborene Stephen Edwin King (bisher) veröffentlicht hat, kommt allerdings weder aus der Horrorkiste noch aus dem Fantasy-Universum. Es ist ein Ratgeber. In „Das Leben und das Schreiben“, erschienen im Jahr 2000, gibt der Millionenautor – eingebettet in autobiografische Erinnerungen und Anekdoten, die auch die dunklen Seiten seiner Karriere beleuchten – sehr persönliche Erfahrungen preis, wie man ein gutes Buch schreibt. Hochgradig sympathisch, mitunter sehr lustig und durchgehend ungeheuer lehrreich – im wahrsten „Sinne des Wortes“. Ein wirklich großartiges Buch, das nicht nur jedem, der richtig schreiben will, nachdrücklich ans Herz gelegt sei, sondern auch allen, die richtig lesen wollen. Stephen King? Echt jetzt!

STEPHEN KING „DAS LEBEN UND DAS SCHREIBEN“ Deutsch von Andrea Fischer. Ullstein (gebundene Ausgabe), Heyne (Taschenbuch)

LESETIPPS

Autobiografische Feinkost Vier ausgesuchte Bücher, die das Leben schrieb

GREGORY DAVID ROBERTS Der 1952 in Melbourne, Australien, geborene Roberts wurde nach mehreren bewaffneten Raubüberfällen zu einer 23-jährigen Haftstrafe verurteilt. Nach zwei Jahren gelang ihm die Flucht, und er setzte sich nach Mumbai in Indien ab. Was nun auf über 1000 Seiten folgt, ist die wohl abenteuerlichste Lebensgeschichte, die je aufgeschrieben wurde. Wie wahr sie ist, weiß nur einer. Kult ist sie jedenfalls. „Shantaram“ (Goldmann)

ERNEST HEMINGWAY In seinem letzten, posthum veröffentlichten Buch skizziert Hemingway Erinnerungen an seine Jahre 1921 bis 1926 in Paris. Anlässlich seines 50. Todestags erschien 2011 eine Neuübersetzung der Urfassung, ediert von Enkel Seán Hemingway und großartig übersetzt von Werner Schmitz. Ein literarisches Kleinod vom Großmeister, nach dessen Lektüre man sich vor allem eines wünscht: eine Zeitmaschine. „Paris – Ein Fest fürs Leben“ (Rowohlt)

TOM ROBBINS Keiner trägt die Narrenkappe tiefer ins Gesicht gezogen als der 1932 geborene US-Autor. Auch wenn der Grandseigneur des literarischen Wahnwitzes (u. a. „Buntspecht“ „Pan Aroma“ oder „Salomes siebter Schleier“) seine Lebensgeschichte als anekdotische Häppchen serviert, wartet hier ein üppiger Festschmaus: saukomisch, zutiefst klug und fabelhaft fabuliert. „Tibetischer Pfirsichstrudel – Die wahre Geschichte eines fantastischen Lebens“ (Rowohlt)

TERRY GILLIAM Als Gründungsmitglied der legendären Monty-PythonTruppe und Regisseur von Filmjuwelen wie „Brazil“, „Fear and Loathing in Las Vegas“ oder „12 Monkeys“ hat der 1940 in Minnesota geborene Gilliam einiges zu erzählen. Und er tut es – Illustrationen inklusive – auf eine Art und Weise, die keinen Zweifel daran lässt, dass auch ein Amerikaner trockenen britischen Humor im Blut haben kann. „Gilliamesque – Meine Prä-posthumen Memoiren“ (Heyne)

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GUIDE Gaming ENTREPRENEUR

Entscheidend sind kleinste Details

Sein Spiel des Lebens

„Wir waren die Ersten, die alles in Mattschwarz herausgebracht haben, heute ist das die Gamer-Farbe schlechthin. Dann haben wir LED hinzugefügt, erst mit einzelnen Farben, dann mit dem ganzen RGB-Farbraum. Design mit Licht ist ziemlich schwierig: Nimmst du zu wenig, bringt es nichts; zu viel, und es wird grell. Ich verhandle nun darüber, wie viel Licht das Treppenhaus unseres neuen Firmengebäudes verträgt. Es hat vier Stockwerke, und wir bauen mehrere Modelle, um die perfekte Lichtmenge zu finden.“

Min-Liang Tan, 43, war ein begeisterter Gamer, der sich verbessern wollte. Hier erklärt er, wie ihn das zum Milliardär machte.

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Verletzung als Inspiration

„Ich höre auf meinen Bauch“

„Wir hatten gar nicht vor, mit der Boomslang viel Geld zu verdienen. Es war eher so: Wenn ich Verwendung dafür habe, dann gilt das sicher auch für andere. Als wir dem Gaming-Laptop ein megadünnes Design verpassten, kam das ganz schlecht an. Die Leute sagten, das ist nichts für Gamer, die wollen’s fett und kräftig. Aber dank der Techniker, mit denen wir gearbeitet haben, war’s bei uns eben schlank und kräftig.“

aus der Finanzwirtschaft. Die nutzen dort unsere Tastaturen und Mäuse, weil damit Kaufen und Verkaufen schneller geht. Aber wir gehen nicht in den Mainstream. Wir wollen lieber warten, bis der Mainstream zu uns kommt.“

Geht’s den Gamern gut, geht’s allen gut

„Es ist schön, dass auch Nicht-Gamer unsere Produkte nutzen. Mediziner kaufen sie, weil sie so präzise sind, und im Fernsehen habe ich entdeckt, dass ein Raumfahrtprogramm unsere Mousepads verwendet. Wir hatten schon Anfragen

Jahrgang 2020: der Razer BlackShark V2 Pro, ein topmoderner Wireless-Gaming-Kopfhörer

„Manchmal sollte ich die Klappe halten“

„Ein Gamer wollte unbedingt einen Razer-Toaster. Ich habe ihm gesagt, wenn er eine Million Likes schafft, mache ich ihm vielleicht einen. Ein anderer hat gesagt, er lässt sich einen Razer-Toaster tätowieren! Daraufhin habe ich den Fehler gemacht, zu sagen: ,Wenn du zehn andere dazu bringst, das auch zu machen, baue ich den Toaster.‘ Tja, mittlerweile haben etwa fünfzehn Leute dieses Tattoo. Ich hab’s versprochen, aber ich hab keinen Zeitpunkt genannt. Ein paar Prototypen sind entstanden, die sind aber noch nicht so weit. Ich arbeite jetzt ernsthaft daran. Es muss der ultimative Toaster werden.“ razer.com THE RED BULLETIN

TOM GUISE

Min-Liang Tan: Gamer, Milliardär und Zombie (in der Videospielverfilmung „Dead Rising: Watchtower“)

„Unlängst hatte ich einen Bandscheibenvorfall. Viele Gamer kennen das Problem vom zu vielen Spielen. Ich habe meinen Cheftechniker gefragt, was ich dagegen tun könnte. Er wollte mich zum Orthopäden schicken, aber ich habe gesagt: ,Nein, nein, ihr entwerft mir jetzt etwas, denn ich bin sicher, dass andere diese Lösung ebenfalls brauchen können. Lass dir was einfallen, dann verkaufen wir Millionen von Produkten!‘“

RAZER

Min-Liang Tan spielt gerade „Fall Guys: Ultimate Knockout“ – dieses Battle-RoyaleGame für mehrere Spieler, das die Welt im Sturm erobert hat. Der 43-Jährige aus Singapur ist dabei definitiv im Vorteil: Er hat das Spiel höchstpersönlich entworfen, seine GamingFirma Razer stellt es her. Das Unternehmen katapultierte Tan bereits 2012 auf die Liste der mächtigsten 40 Menschen der Gaming-Szene. Fünf Jahre später war er Singapurs jüngster Selfmade-Milliardär. Dabei ist der Riesenerfolg des gelernten Juristen einfach nur auf den Wunsch zurückzuführen, besser zu spielen. „Wenn man danebenschießt, denkt man nicht: ‚Ich kann es nicht gut genug‘“, sagt Tan lachend. „Sondern: ‚Ich brauche eine bessere Maus‘. Also haben wir eine gebaut.“ „Boomslang“ war 1999 die erste Maus, die eigens für Videospiele entwickelt wurde. Heute gestaltet Razer nach dem gleichen Prinzip GamingLaptops, Gaming-Kopfhörer, Gaming-Smartphones und so weiter. Die Marke und Tan selbst haben inzwischen Kultstatus. „Wir kriegen Tausende Fotos von Leuten, die sich das Razer-Logo irgendwohin tätowiert haben“, sagt er. „Einer hat sogar ein Tattoo von meinem Gesicht.“ Für Tan geht es, sagt er, weniger um den finanziellen Erfolg als um Gemeinschaft. „Ich habe mich nie als Geschäftsführer betrachtet“, erklärt er. „Ich war immer ein Spieler. Es geht darum, sich den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.“


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GUIDE Kalender

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November KÜNSTLER AM BALL

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Keine Nischensportart ist zuletzt derart explodiert wie Fußball-Freestyle: Zu Musik zeigen die Athleten einen Mix aus Akrobatik, Tanz und Tricks mit Ball. Höhepunkt des Jahres ist das Red Bull Street Style World Final, die offizielle WM. Die Doku „Pushing Progression: Red Bull Street Style“ erzählt, wie es die Sportart ins Rampenlicht schaffte. redbull.com

bis 13. Dezember WER IST DEUTSCHLANDS BESTER SKATER?

ab

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November MIT TOP-SPEED INS FINALE Zum allerersten Mal startet die Motorrad-WM auf dem frisch asphaltierten Kurs in Portimão an der Algarve, zugleich ist der MotoGPGrand-Prix von Portugal das letzte Rennen der Saison. ServusTV überträgt die Qualifyings und das 4. freie Training am Samstag und die Rennen aller Klassen am Sonntag. Infos: servustv.com/motogp 88

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Dezember STARKE TYPEN Achtmal einen Kilometer laufen, dazu acht Workouts: So geht Hyrox, ein neuartiger Wettbewerb aus der Fitnesswelt. In Hamburg findet nun Ende des Jahres die zweite Weltmeisterschaft dieser Disziplin statt. Am Vormittag starten 600 Teilnehmer im offenen Rennen, später steigen die Führenden der Serie ein. Messe Hamburg; hyrox.com THE RED BULLETIN

THOMAS GENTSCH, GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL, ERIK WITTKOPF, UPSOLUT SPORTS, DISNEY

Aus ganz Deutschland rollen Anfang Dezember die talentiertesten Skateboarder in Richtung Oldenburg, um sich um die deutsche Meisterschaft zu batteln. Das COS-Cup-Finale 2020 steigt in würdiger Umgebung, nämlich in der erst 2018 eröffneten Skatehalle Oldenburg. Auf 1.800 Quadratmetern warten hier eine Menge ebenso interessanter wie innovativer Obstacles. Zu den Favoriten zählen unter anderem Vladik Scholz (Foto) und Jost Arens, der den COS Cup bereits 2017 gewinnen konnte. deutscheskateboardmeisterschaft.de


GUIDE Kalender

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Dezember ER WILL DA RAUS Dass die Bank, in der er arbeitet, jeden Tag überfallen wird, daran hat sich Guy (Ryan Reynolds) mittlerweile gewöhnt. Richtig aus der Bahn gerät sein Leben im Kinofilm „Free Guy“ eigentlich erst, als er feststellt, dass er in Wahrheit eine Figur in einem Computerspiel ist. Als er sich auch noch in den Avatar einer Hackerin (Jodie Comer) verliebt, wird die Lage brenzlig. Alarmiert davon, dass ihre Figuren ein Eigenleben entwickeln, wollen die Verantwortlichen das Spiel einstellen. Das will Guy unbedingt verhindern.

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November SPEKTAKEL AM DRÜCKER Teamplay, Taktik, Leidenschaft: Nur E-Sportler, die in allen drei Bereichen an ihre Grenzen gehen, haben in der ESLMeisterschaft Aussicht auf Erfolg. Im Game „Counter Strike: Global Offensive“ steigt am 17. November der letzte Spieltag der regulären Saison: Die globale Spitzenmannschaft Team BIG aus Berlin trifft dabei auf eSport RheinNeckar. Im Anschluss startet die Finalrunde. Infos: eslgaming.com

Push your limits. Der neue AIRY SPORTS Der AIRY SPORTS bringt dich weiter. Er ist dein professioneller Partner für harte Trainings mit deiner Lieblingsmusik in bester Klangqualität. Mit einer Spielzeit von bis zu 25 Stunden, den hochwertigen Linear-HD-Treibern und der IPX7-Zertifizierung genügt er selbst höchsten Ansprüchen. teufel.de


ERLEBE DEINE

KREATIVITÄT Ein Smartphone mit schier unendlichen Möglichkeiten, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen – der Smartphone-Hersteller Xiaomi geht mit seinem neuen 5G-Flagship Mi 10T Pro mit voller Power voraus!

Rennen, springen, hechten und landen: Freerunning ist die Kunst, sich im urbanen Raum schnell, effizient und spektakulär von A nach B zu bewegen. Jason Paul ist einer der Besten der Welt. In seinem neuesten Videoabenteuer „Next Call for Jason Paul“ jagt der 29-jährige Freerunner nach einem misslungenen Trick auf den Dächern Hamburgs seinem Mi 10T Pro mit waghalsigen Stunts hinterher. Smartphone-Technologie auf höchstem Niveau Auf dem Sprung ganz nach oben ist auch Xiaomi. Gegründet 2010 in Peking, zählt der Elektronikhersteller weltweit zu den Top-5-Herstellern von Smartphones. Zehn Jahre später feiert das Unternehmen sein Jubiläum mit dem neuen 5G-Flagship: dem Mi 10T Pro. Ultrascharfe Kamera, superflüssiges Display und ein hochleistungsstarker Prozessor – das neue Mi 10T Pro ist vollgepackt mit coolen Features. Optisch besticht es

durch das abgerundete, fast randlose Design. Die ultraklare 108-Megapixel-Triple-Kamera sorgt dafür, dass du jeden Moment perfekt einfängst, während dich das spektakuläre 6,67-Zoll-HD-Display mit atemberaubenden Bildern noch näher ins Geschehen versetzt. Dazu gelingen dir mit der 20-Megapixel-Frontkamera nicht nur gestochen scharfe Selfies, sondern auch brillante Videos in 8K sind eine Leichtigkeit. Sechs Langzeitbelichtungsmodi ermöglichen kunstvolle Aufnahmen: von Moving Crowd bis hin zu Star Trails. Voller Ideen? Volle Power! Angetrieben vom superschnellen Hochleistungsprozessor Snapdragon 865 und einem 5000-mAh-Akku, bist du für jede Herausforderung gewappnet. Falls dir dann doch mal der Saft ausgeht, ist das Smartphone dank Fast-Charging-Funktion auch im Nu wieder einsatzbereit.


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Xiaomi Mi 10T Pro Das neue Flagship wurde entwickelt, um immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein: ULTRASCHARFE KAMERA Unglaubliche Fotos und Videos mit der 108-MegapixelAI-Triple-Kamera mit optischem Bildstabilisator. SUPERFLÜSSIGES 144-HZ-DISPLAY Die einzigartige AdaptiveSync-Technologie bietet ein unvergessliches Entertainment-Erlebnis. HÖCHSTE 5G-PERFORMANCE Energieeffizienz, Leistung und 5G-Konnektivität dank dem Qualcomm® Snapdragon 865TM-Prozessor. RIESIGER AKKU MIT FAST-CHARGING Gewaltiger 5000-mAh-Akku mit 33-W-Fast-Charge für volle Power den ganzen Tag und schnelles Aufladen.

Freerunner und Red Bull-Athlet Jason Paul auf der Jagd nach seinem Mi 10T Pro über den Dächern Hamburgs.

Das große TrueColorDisplay zieht alle Blicke auf sich.

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RED BULL CONTENT POOL / RUTGER PAUW

Das Feature Photo Clones fängt bis zu vier identische Personen in einer einzigen Aufnahme ein.


GUIDE Winter Outdoor

Kraft tanken

Von der Freeride-Tour für Anfänger bis zum Pistenspaß, locker auf dem Hocker: Urlaub im Winter – sofern ihn die aktuellen Regeln erlauben – bedeutet Akkus aufladen an der frischen Luft. Hier sind acht wunderbare Energiequellen. Text WOLFGANG WESTERMEIER

RESCHENSEE / ITALIEN

Snowkiten am Kirchturm

UND ABFLUG: Gerade Snowboarder lernen das Kiten überraschend schnell.

Wo du übers flache Weiß schießen und die Sterne zählen kannst. Der Ort Der Reschensee in Südtirol ist vor allem für zwei Dinge bekannt: seinen versunkenen Kirchturm, der gerade noch aus dem Wasser ragt. Und: kräftigen, immerzu blasenden Wind. 92

Die Energiequelle Den Wind lieben Snowkiter, die – sobald das Eis dick genug ist – ihre bunten Schirme auspacken und über das flache Weiß schießen. Die Basics kann man bei einer der vielen Kite-Schulen lernen.

Extra-Tipp Im Langtauferer Tal gibt es eine Sternwarte. Ein Guide erklärt den Nachthimmel, der hier besonders dunkel ist. vinschgau.net, kiteschool.it, maseben.it THE RED BULLETIN


GUIDE Winter Outdoor

MITTENWALD / DEUTSCHLAND

Freeriden für alle Wo Pulverschnee-Abfahrten und Pop-up-Hotels locken. Der Ort Ein historischer Ortskern, kunstvolle Lüftlmalereien auf den Fassaden und das beeindruckende Karwendelgebirge als Kulisse – das kleine Mittenwald ist ein Geheimtipp. Die Energiequelle Vom Einser-Sessellift nicht täuschen lassen: Am Kranzberg wartet Deutschlands

längste Freeride-Abfahrt: Die Skiroute „Dammkar“ wird nicht präpariert, nur gegen Lawinenabgänge gesichert. Extra-Tipp Hip schläft es sich im Pop-upHotel „The Flushing Meadows Camp“ in Wallgau. alpenwelt-karwendel.de flushingmeadowscamp.com

OBERSTDORF/ DEUTSCHLAND

Schlafen wie Eskimos Wo man im Iglu nächtigen und Skispringen lernen kann.

OSKAR VERANT, ALPENWELT KARWENDEL/STEFAN EISEND, BENJAMIN GAUKLER, BIATHLONCAMP FRITZ FISCHER

Der Ort Hinter diesem Dorf sind nur noch Berge: In Deutschlands südlichster Gemeinde geht es beschaulich zu. Die Energiequelle Eine Übernachtung, an die du dich erinnern wirst: In der Iglu-Lodge auf 2000 Metern ist man von stillem Eis umgeben. Mit Käsefondue,

Whirlpool und Expeditionsschlafsack bleibt man warm. Extra-Tipp Hier steht die zweitlängste Skiflugschanze der Welt, wer Springen lernen möchte, kann das hier. Keine Sorge: Los geht’s auf der Kleinschanze. oberstdorf.de, iglu-lodge.de, audiarena.de

RUHPOLDING / DEUTSCHLAND

Loipen in Klein-Kanada Wo die Weite ruft und Fatbikes an der Piste warten. Der Ort Im Winter verwandeln sich die dunklen Bergseen in weiße Wattekissen – das Chiemgauer Drei-Seen-Gebiet heißt auch „Klein-Kanada“. Die Energiequelle Kenner wissen um die guten Langlauf-Bedingungen im Chiemgau: In der als Schneeloch bekannten Region gibt es THE RED BULLETIN

400 Kilometer Loipen. Spannend wird es, wenn man in der Biathlon-Weltcup-Arena das Kleinkalibergewehr schultert. Extra-Tipp Geschwindigkeits-Fans können sich ein Fatbike ausleihen und die Pisten runterheizen. chiemsee-chiemgau.info biathloncamp.de 93


GUIDE Winter Outdoor

MARIBOR / SLOWENIEN

AUF DIE HOCKER, LOS! Der Ort 2012 wurde Maribor zur Kulturhauptstadt gewählt, aber wirklich bekannt ist das Städtchen trotzdem nicht – dabei ist es mit dem größten Skigebiet Sloweniens perfekt für einen Winterurlaub. Die Energiequelle Der „Pležuh“ sieht in etwa aus wie ein Hocker, an dem ein kurzer Ski befestigt ist. Vor 200 Jahren wurde er als Transportmittel benutzt, heute kann man sich damit gegen die Einheimischen halsbrecherische Rennen liefern. Extra-Tipp Das „Mak“ am Rande der Altstadt gilt als eines der besten Restaurants des Landes.

GARMISCH-PARTENKIRCHEN / DEUTSCHLAND

KAUNERTAL / ÖSTERREICH

Campen am Gletscher Wo menschenleere Abfahrten warten – im Winter wie im Sommer. Der Ort Womöglich ist das Kaunertal das unbekannteste Gletscher-Skigebiet Tirols. Als Geheimtipp lockt es mit menschenleeren Pisten. Der Nachteil: Es ist vergleichsweise schwer erreichbar … Die Energiequelle … es sei denn, man übernachtet direkt am Tor zum Gletscher. Mit der richtigen Ausrüstung (wie hier dem wintertaug94

lichen Sunlight Cliff 4 × 4 Adventure Camper Van) ist das etwa auf dem Campingplatz in Prutz problemlos möglich. Extra-Tipp Skiurlaub im Frühling? Wegen des Gletschers ist das Skigebiet absolut schneesicher – und zwar von Oktober bis Juni! aktiv-camping.at, kaunertal.com, sunlight.de

WANDERN MIT WILD Der Ort Die Zugspitze ist Deutschlands höchster Gipfel, nicht aber dessen schönster. Das behaupten nicht einmal die Garmischer, die lieber die hübsche Alpspitze zu ihrem Wahrzeichen gewählt haben. Also: Garmisch ist Deutschlands Berghauptstadt! Die Energiequelle Ist das Reh die Frau vom Hirsch? Natürlich nicht, aber das lernt man spätestens bei einer Winterwanderung zur Rotwildfütterung am Kramerplateau. Extra-Tipp Süßes gibt’s auf der Windbeutelalm, die eigentlich Berggasthof Almhütte heißt. gapa.de, berggasthof-almhuette.de THE RED BULLETIN

MARTIN ERD, UROS ROJC/RED BULL CONTENT POOL, GAPA TOURISMUS GMBH, SWITZERLAND TOURISM

visitmaribor.si, restavracija-mak.si


GUIDE Winter Outdoor

JUNGFRAU-REGION / SCHWEIZ

Paddeln durchs Wunderland Wo das Wasser niemals friert. Der Ort Idyllische Bergdörfer, die Felsmassive von Eiger, Mönch und Jungfrau, ein von der UNESCO gewürdigter Gletscher – diese Region ist ein Winterwunderland der Sonderklasse. Die Energiequelle Was Außergewöhnliches erleben kann man am Brienzersee: Weil er aufgrund des bewegten Wassers nie zufriert, ist hier Kajaken bei Minusgraden möglich. Ein Trockenanzug sorgt dafür, dass die Hände nicht ans Paddel frieren. Extra-Tipp Der mühsame Aufstieg lohnt sich: „Big Pintenfritz“ ist die längste Rodelbahn der Welt. jungfrau.ch

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Aktuell erscheint The Red Bulletin in sechs Ländern. Auf dem Cover unserer USAusgabe: Renee Montgomery, Star-Basketballspielerin der Washington Mystics, die eine Saison aussetzte, um sich für soziale Gerechtigkeit zu engagieren. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com

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Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 8. Dezember 2020. 98

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Überflieger im Labyrinth Für sein neues Video trickst sich Skateboarder Vladik Scholz (Bild) mit seinen Kollegen Madars Apse, Gustavo Ribeiro und Jost Arens über einen Parcours, der einem gigantischen Kugellabyrinth nachempfunden ist – inklusive jeder Menge Löcher. Für den zusätzlichen Kick bewegten Motoren den Boden wie bei dem Geschicklichkeitsspiel auf und ab. Der ganze Clip auf: redbull.com


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