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The Red Bulletin CD 12/19

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SCHWEIZ DEZEMBER 2019, CHF 3.80

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

«Für Curling brauchst du Nerven aus Stahl» Weltmeisterin Alina Pätz über die Geheimnisse eines unterschätzten Sports

NOCH MEHR WINTERSTORYS 40 Jahre Snowboarden in der Schweiz

– Powder-Action

auf den Lofoten

– Freeriden in Japan

–

MR. COOL

GETREDBULLETIN.CH

JETZT ABONNIEREN!

Unser Ski-Ass MARCO ODERMATT verrät, wie du bei Mega-Stress locker bleibst


Elegance is an attitude Marco Odermatt


Conquest V.H.P.


E DI TO R I A L

WILLKOMMEN

KÜHLE KÖPFE

NEBELAKTION

Marco Odermatt beim Shooting auf dem Titlis: Der Nebel ist künstlich, aber die Kälte ist echt – genauso wie Marcos Coolness. Ab Seite 44

«Für mich gibt es auf der Welt mehr als Skifahren», sagt ausgerechnet die grösste Hoffnung der Skination Schweiz. Was einen Mangel an Ehrgeiz befürchten lässt, erweist sich aber als Erfolgsrezept: Gerade weil Marco Odermatt seine Karriere locker angeht und sich gelegentlich eine Auszeit gönnt, kann er im ­entscheidenden Moment auftrumpfen. Oder, wie er es im Interview ab Seite 44 aus­ drückt: «den Arsch zusammen­ kneifen und Gas geben». Nicht minder cool waren die Snowboarder der Pionierzeiten, die sich die Gunst der Liftwarte mit Schoggi und Wein erkauften – oder aus Rache für eine Wegweisung auch mal über einen Polizeiwagen bombten. Ab Seite 22 zelebrieren wir einen Sport, der vor vierzig Jahren in der Schweiz und in Europa noch als «Modefurz» abgetan wurde. Viel Spass mit der neuen Ausgabe von The Red Bulletin! Die Redaktion

ROCK  ’N’  ROLL AUF DER PISTE

Snowboard-Pionier José Fernandes rebellierte in den 80ern und 90ern gegen die «Spaghetti-Skifahrer». Ab Seite 22

HEAVY METAL AUF VIER BEINEN

Dieses 3,5 Tonnen schwere Ungetüm soll den mensch­ lichen Körper «erweitern». Wozu genau? Ab Seite 54

GIAN PAUL LOZZA (COVER)

1510 n. Chr.

Aus diesem Jahr stammt der älteste erhaltene Spielstein einer Winter­ sportart, die als mässig spannend gilt. Völlig zu Unrecht, wie Weltmeisterin Alina Pätz ab Seite 38 klarstellt.

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THE RED BULLETIN


Neuer

Renault ZOE 100 % elektrisch

Bis 395 km Reichweite. Ab Fr. 139.–/Mt. plus Fr. 104.–/Mt. Batteriemiete. Bis 395 km Reichweite gemäss WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedures). 0 % Green Leasing: 0 % effektiver Jahreszins, Laufzeit 36 Monate, 10 000 km/Jahr, Ratenversicherung inklusive, oblig. Vollkaskoversicherung nicht inbegriffen. Beispiel: Neuer ZOE Life R110 Z.E. 40, 0 g CO2/km (in Betrieb ohne Energieproduktion), CO2-Emissionen aus der Stromproduktion 25 g/km, Energieverbrauch 17,8 kWh/100 km (Benzinäquivalent 2,0 l/100 km), Energieeffizienz-Kategorie A, Katalogpreis Fr. 25 900.− (exkl. Batteriemiete), abzüglich Swiss-Prämie Fr. 1 000.−, abzüglich Eco-Bonus Fr. 3 000.− = Fr. 21 900.−, Anzahlung Fr. 5 475.–, Restwert Fr. 11 687.–, Leasingrate Fr. 139.–/Monat zuzüglich Batteriemiete Fr. 104.–/ Monat. Abgebildetes Modell (inkl. Optionen): Neuer ZOE Intens R135 Z.E. 50, 0 g CO2/km (in Betrieb ohne Energieproduktion), CO2-Emissionen aus der Stromproduktion 28 g/km, Energieverbrauch 20,0 kWh/100 km (Benzinäquivalent 2,2 l/100 km), Energieeffizienz-Kategorie A, Katalogpreis Fr. 32 450.− (exkl. Batteriemiete), abzüglich Swiss-Prämie Fr. 1 000.−, abzüglich Eco-Bonus Fr. 3 000.− = Fr. 28 450.−, Anzahlung Fr. 7 113.–, Restwert Fr. 14 554.–, Leasingrate Fr. 199.–/Monat zuzüglich Batteriemiete Fr. 104.–/Monat. Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung des Konsumenten führt. Preise inkl. MwSt. Finanzierung durch RCI Finance SA. Ausgeschlossen: alle direkt importierten Fahrzeuge. Durchschnitt aller erstmals immatrikulierten Personenwagen 137 g CO2/km. Angebot gültig für Privatkunden bei den an der Aktion beteiligten Renault Händlern in der Schweiz bei Vertragsabschluss vom 01.11.2019 bis 30.11.2019.

www.renault.ch


I N H A LT The Red Bulletin Dezember 2019

COVERSTORY

44 IMMER SCHÖN GECHILLT BLEIBEN

Wie die Schweizer Skihoffnung Marco Odermatt um Weltcup-­ Podestplätze kämpft, ohne sich unter Druck zu setzen.

SNOWBOARD-KULTUR

22 NOW BOARDING

Vor vierzig Jahren entdeckten ­Skateboarder in der Schweiz den Schnee. Zeit für einen Rückblick.

HOLLYWOOD

36 WIE CARA DELEVINGNE IHRE ANGST BESIEGTE

Die Schauspielerin erklärt, warum ihr Yoga hilft, sich von Erwartungen frei zu machen.

CURLING

38 SLIDEN STATT FOULEN

Warum Curling-Weltmeisterin Alina Pätz ihren Sport als masslos unterschätzt bezeichnet. 8 GALLERY 14 ZAHLEN, BITTE! 16 KOLUMNE

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MUSIK

42 P UNK LEBT

Iggy Pop, Urvater des Genres, verrät vier herrlich wilde Songs, die du dir anhören solltest.

STREET TRIAL

68 WILDER RITT Wir treffen Hollywoods berühmteste Trickreiter-Familie.

56 U ND  . .. BIKE-ACTION!

Danny MacAskill erklärt, was hinter seinen besten Videos der letzten zehn Jahre steckt.

NACHHALTIGKEIT

62 D IE UMWELT IST IHR NICHT WURSCHT

Schauspielerin Franziska Weisz im Interview über Ökobewusstsein und Liebe zu Fleisch.

JIM KRANTZ, LUKAS MAEDER, FRODE SANDBECH, GARETH CATTERMOLE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

FILM

68 D IE MIT DEN PFERDEN TANZEN

Zu Besuch auf der Ranch der Griffiths, Hollywoods berühmtester Trickreiterfamilie.

18 FUNDSTÜCK 20 LIFE HACKS 54 INNOVATOR

96 IMPRESSUM 98 PERFEKTER ABGANG

38 GUTER RUTSCH Alina Pätz wurde dank ihrer Nervenstärke Curling-Weltmeisterin.

THE RED BULLETIN


« Ich trank bis zu 15 Liter Wasser während eines Trainings.» LAUF-LEGENDE CHRISTIAN SCHIESTER über die Anforderungen seiner Ergometer-Einheiten in der Sauna. Seite 90

guide

DEIN PROGRAMM

86 REISEN Mit dem Schiff zur Abfahrt: der etwas andere Ski-Trip in Norwegen 90 FITNESS Workout mit Christian Schiester in der Sauna 91 UHREN Weil die perfekte Welle nicht wartet: Zeitmesser zum Surfen 92 GAMING Wie die Fussball-Simu­ lation «FIFA» das echte Spiel verändert 94 ENTERTAINMENT Red Bull TV-Highlights, live & on demand

22 GROSSER SPRUNG Wie Snowboarden innert 40 Jahren vom Rand- zum Massensport wurde THE RED BULLETIN

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95 EVENTS Vom Alpen-Festival bis zur HandtaschenAusstellung

INNERE RUHE Cara Delevingne hat ihre ­Depressionen auf der Yogamatte überwunden.  7


GA L L E RY

Kiroro, Japan

SCHNEEKÖNIG 8

OSKAR ENANDER

Es war ein kalter, sonniger Morgen. In der Nacht hatte es 20 bis 30 Zentimeter geschneit: ideale Bedingungen für Freerider William Larsson und Fotograf Oskar Enander. Die beiden Schweden wussten, was zu tun war: Larsson schnallte ­seine Ski an, und Enander startete die Drohne. oskarenander.com

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GA L L E RY

Lincoln, Nebraska

TOLLE AUSSICHT

JAMES MARCUS HANEY

Die Füsse im Bild gehören dem Fotografen James Marcus Haney, 31. Er hat sich den Platz hoch über der Bühne der Pinewood Bowl aus­ gesucht, um ungewöhnliche Bilder vom Auftritt der b ­ ritischen Band Mumford & Sons zu machen. Der Amerikaner begann seine Karriere, indem er sich mit gefälschten Armbändern Zugang zu Musikfestivals erschlich. Er ist stolz darauf, bei Konzerten bis heute noch nie Eintritt ge­ zahlt zu haben.  jamesmarcushaney.com

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GA L L E RY

Zakopane, Polen

VOR DEM STURM

Dehnen, strecken, beugen: Hier wärmen sich die Teilnehmer des Red Bull 400 in Zakopane auf. Gleich werden sie versuchen, eine 89,11 Meter hohe Sprungschanze mit bis zu 35 Grad Steigung von unten nach oben zu bezwingen. Viele Athleten formen mit ihren Beinen ein V wie Victory – ja, die schaffen das.  redbull.com/400

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THE RED BULLETIN

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DAMIAN KRAMSKI/RED BULL CONTENT POOL


ZAHL E N, B I TT E !

Runder Geburtstag

HIP, HOP, HURRA! Vom Gangster zum gesetzestreuen Grossverdiener: Zum 50er von Jay-Z – Rap-Superstar, Geschäftsmann und Beyoncé-Gatte – betrachten wir sein Hard-Knock-Leben in Zahlen.

2017

wurde er als erster Rapper in die ­Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Gratulant Barack Obama scherzte: ­«Unsere Frauen sind aber populärer als wir.»

4275

Wörter beträgt der Wortschatz von Jay-Z – laut einer Studie, die die ersten 35.000 Wörter der Karriere von Rappern untersucht.

1

Milliarde Dollar beträgt sein Vermögen, damit ist er der reichste Rapper aller Zeiten.

12

Jahre war Jay-Z, als er seinem Bruder in die Schulter schoss, weil der ihm Schmuck gestohlen hatte. Er selbst wurde dreimal angeschossen. 14

2

Tage alt war Tochter Blue Ivy, als er ihr Weinen für den Song «Glory» aufnahm – und sie damit zur jüngsten Chartsstürmerin aller Zeiten machte.

259,90

Euro kostet eine 750-ml-Goldflasche Armand de Brignac. Die ­ChampagnerFirma besitzt er seit 2014.

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Songs produzierte er mit ­ anye West. Seit er 2014 nicht K bei dessen Hochzeit auftauchte, herrscht dicke Luft zwischen den beiden.

80.000

Dollar kostete die mit Diamanten bespickte Barbie, die Tochter Blue Ivy zu ihrem ersten Geburtstag bekam.

253.500.000

Dollar verdienten Jay-Z und Beyoncé mit ihrer gemeinsamen Tour 2018, im Schnitt 5.280.000 pro Show.

THE RED BULLETIN

CLAUDIA MEITERT

1092

Tage dauerte sein im November 2003 angekündigter Ruhestand, dann veröffentlichte er sein neun­ tes Album, «Kingdom Come».

Mal landete er auf Platz eins der US-Album-Charts. Öfter (19 Mal) schafften das nur die Beatles.

GETTY IMAGES (7)

2008

heiratete er Beyoncé, 2014 erklärte das «Billboard»-Magazin die zwei zum mächtigsten Paar der Entertainment-Branche.

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RADO.COM

MASTER OF MATERIALS

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KO LUM NE

Thilo Mischke

BEGEGNUNGEN

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

Wo zuvor Fische waren, ist jetzt nur noch Geröll. «1996 bin ich das letzte Mal mit meinem Boot raus», sagt Almaz erzählt weiter, dass er eben ­Almaz. Er steht am ehemaligen von der Natur nichts erwarten könne, ­Hafen von Muinak, einem kleinen er müsse sich daran anpassen, was ­Fischerdorf. Ein Leuchtturm ohne um ihn herum geschieht. Er müsse Zweck steht dort, im Hafenbecken das Beste daraus machen. «Ich habe Fischer Almaz trauert dem ver­ schwundenen Aralsee nicht hinterher. liegen verrostete Schiffe. Das Wasser keine Arbeit mehr», sagt er, «aber ich ist jetzt vier Autostunden von hier habe jetzt auch viel Freizeit.» Nach­ dem das Wasser weg war, hat er als Lastwagenfahrer ge­ entfernt – so weit hat es sich in den letzten 23 Jahren zu­ rückgezogen. 30 Jahre war Almaz hier Fischer, hatte sein arbeitet. Es ging ihm gut. «Ich hatte dann wieder etwas eigenes Boot, hatte immer Essen und dadurch auch Geld. zu tun, hatte eine Aufgabe.» «Das dort unten», sagt er und zeigt auf ein rostiges Ge­ Überhaupt, hier, am Ende der Welt, wird deutlich, rippe, «das war mein Schiff.» dass die Menschen nicht arbeiten, um reich zu werden, Dieser alte Mann, der irgendwas um die siebzig ist – sondern um etwas zu tun zu haben. Hier gibt es kein wie alt, das weiss er nicht so genau –, er ist nicht traurig. ­unendliches Bedürfnis nach mehr, hier gibt es nur ein ­Almaz ist nicht unglücklich. ­Leben, das in Zufriedenheit gelebt werden soll. Hier Unglück, das war für ihn nie eine Option, denn un­ ­passiert ein Leben, es hat keinen Plan, keine Idee, kein glücklich wird der, der zu viel erwartet. Das habe ich Vorbild. Eine Fantasie, die es nicht gibt, kann eben nicht von ihm gelernt. Geschrieben klingt es wie ein Kalender­ enttäuscht werden.

Unglück war für ihn nie eine Option, denn unglücklich wird nur der, der zu viel vom Leben erwartet.

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THE RED BULLETIN

THILO MISCHKE

Er lebt mit den Folgen rücksichtslosen Verhaltens, gegen das wir auf der ganzen Welt demonstrieren, wir wollen Klimaschutz, wollen die Umwelt retten. Doch für die meis­ ten ist es nur eine vage Ahnung, was es wirklich bedeutet, wenn sich das Leben ändert, weil unsere Umgebung zer­ stört wurde. Ich wünschte mir, die Industriellen, die CO²Händler, die Erdölproduzenten kämen hierher, um mit Almaz Tee zu trinken und sich mit ihm zu unterhalten. Ich wünschte, sie würden dann verstehen, dass wir die Erde kaputtmachen. Wir machen sie kaputt, weil wir unendlich hungrig sind. Mehr, immer mehr wollen wir. Auch ich kann mich da nicht ausnehmen. Vielleicht müssten wir einfach ein bisschen mehr wie Almaz sein. «Ich habe nie erwartet, mein Leben lang Fischer zu sein», sagt er und dreht sich zum Meer, das keines mehr ist. «Ich war dankbar für die Jahre, die ich auf dem Meer hatte», erklärt er. Und er erzählt davon, wie er als Kind nur vors Haus musste, um baden zu ­gehen, erzählt vom Fischreichtum ­dieses Sees – und von den Geistern, die hier noch leben. «Die Geister sind wütend», sagt er. «Ich bin es nicht, weil ich weiss, das Wasser wird zurückkommen.» Da ist er zuversichtlich, seit sechzig Jahren verschwindet es, seit sechzig Jahren sagen die Bewohner des ­Aralsees: Nächstes Jahr ist der See wieder voll.

BLAGOVESTA BAKARDJIEVA

W

o einst das Wasser war, weht jetzt ein heis­ ser Wind, der salzigen Staub durch die Luft trägt, der Lippen spröde werden lässt und die Haare stumpf. Dort, wo einmal ein Meer war, ist jetzt das Ende der Welt. Am Aralsee, diesem Meer, das die meisten Menschen nur aus dem Erdkunde­unterricht ­kennen als Beispiel für den grausamen Umgang der ­Menschen mit der Natur, als schlechtes Vorbild für die Zer­störung eines Ökosystems. Dieser See, er ist verschwunden, doch die Menschen, die dort schon immer gelebt haben, sie sind ge­ blieben. Früher gab es Wasser und das Grün der Pflanzen, die durstig in der Landschaft Usbekistans standen, die Schatten und Früchte spendeten. Dann kamen die Baumwollfelder. Und sie waren noch durstiger als alle Pflanzen hier. Sie tranken den Aralsee leer. Und die Menschen lebten plötz­ lich in einer Wüste, einer echten Wüste mit sandfarbenen Salaman­ dern, Skorpionen und Spinnen.

spruch, aber als ich vor diesem Mann stehe, dessen Falten so tief sind, dass sie in der grellen Sonne Usbekistans Schatten werfen, macht es grossen Eindruck auf mich.

THILO MISCHKE

Er ist 200 Tage im Jahr unterwegs, Jetlag ist bei Korrespondent und Reise­ reporter Thilo Mischke (TV-Dokureihe «Uncovered») ein Dauerzustand. Auf seinen Expedi­tionen trifft der 38-jährige Berliner immer wieder Menschen, die ihn faszi­nieren. Dieses Mal: Almaz, einen ­usbekischen Fischer, dessen See ver­ schwand, dem Wut aber dennoch fremd ist.


SPEEDZONE 4X4 82 PRO

WENDIG, LEICHT, SCHNELL UND... FUN!

©Agence Native, Dom Daher

Die Neuheit dieser Saison: die 4x4-Linie. Eine unglaublich vielseitige, leichte, wendige Produkt-Linie, die es mit allen Schwierigkeiten des Geländes aufnimmt und dazu ein noch intensiveres Fahrgefühl garantiert! Der perfekte Ski für noch mehr Genuss und Spass im Skigebiet!


F U ND ST Ü CK

Nike-Logo

DAS DING HAT EINEN HAKEN

Nike-Gründer Phil Knight mit einem Air Jordan III (1988)

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THE RED BULLETIN

HENRY LEUTWYLER, GETTY IMAGES

Der sogenannte «Swoosh» zählt zu den berühmtesten Firmenlogos der Welt. Erstmals tauchte er 1971 auf ­einem Fussballschuh des US-Sport­ artikelherstellers Nike auf (Bild). Grafikstudentin ­Carolyn Davidson hatte ihn in 17,5 Stun­ den entworfen. Ihr Lohn: 35 Dollar. Erst 1983 legte Nike-­ Gründer Phil Knight nach – mit einem diamant­besetzten Goldring in Swoosh-Form und Aktien (heutiger Wert: rund 2,75 Mio. $). Damit war auch das Thema der gebührenden Bezahlung abgehakt.


L IF E HACKS

Science-Bastler

ZWEITES LEBEN FÜR PLASTIKFLASCHEN Unerwartete Lösungen für drängende Alltagsprobleme, Volume 15: Keine Plastikflasche hat es verdient, unrecycelt weggeschmissen zu werden. Wir haben die besten Tricks.

WASSERTANK

Effizientes Bewässerungssystem

LUFTPUMPE

Kraft sparen für die Party Die lungenschonende Alternative: Blas deine Luftballons mit der Plastikflasche auf.

Vergiss die Elektro-Variante, es geht viel günstiger: So gibst du deiner Topfpflanze Wasser, wenn du nicht da bist. 2×

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1 1

Mit der erhitzten Nadel drei kleine Löcher in den Verschluss stechen.

2 Die ­Flasche

nicht ganz mit Wasser füllen und verschliessen. Dann verkehrt in die Blumen­­erde 3–5 cm stecken. Die Pflanze holt sich, was sie braucht.

VERSCHLUSS

Endlich zuschrauben!

Löcher in Verschluss und Flasche bohren. Aus Ballon ein Stück herausschneiden und locker auf Verschluss kleben. Beim Pumpen Loch in der Flasche abwechselnd zuhalten und offen lassen.

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SCHAUMBLÄSER

Die Badeschaummaschine Eine Frotteesocke macht aus einer Plastik­ flasche den Quell endlosen Badeschaums.

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3

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3

Den unteren Teil der ­Flasche abschneiden, Socke drüberstülpen. In eine Schüssel mit Wasser und Shampoo eintauchen, in die Flasche blasen – Schaum marsch!

SASCHA BIERL

Den oberen Flaschenteil abschneiden. Plastiktüte von unten durch die Ver­ schlussöffnung ziehen und umlegen. Mit Verschlusskappe verschliessen.

CLEMENS MAKANAKY

Ob Reis, Mehl oder Haferflocken: Hygienisch wieder­ verschliessbar, haben auch Motten keine Chance mehr.

THE RED BULLETIN


FLÜÜÜGEL FÜR DEN WINTER.

MIT DEM GESCHMACK VON KIRSCHE-ZIMT.

NEU

BELEBT GEIST UND KÖRPER.


Das Gelbe Haus in Flims feiert 40 JAHRE SNOWBOARDEN in der Schweiz – und zeigt, wie sich gute Ideen in feind­licher Umgebung durch­setzen. Wir haben die ein­drück­lichsten Bilder der Ausstellung herausgepickt. Text WERNER JESSNER

Welcome

ON BOARD


Erster Superstar Fotograf: Frode Sandbech Rider: Terje Håkonsen Location: Unstad (NOR) Wer in den 1990er-Jahren aufgewachsen ist, zählt zur Generation Håkonsen: Er konnte aus wenig viel machen, so wie diesen Handplant auf einer Handvoll Schnee. Mit der Weigerung, bei den Olympischen Spielen 1998 anzutreten, symbolisierte der Norweger perfekt die nonkonformistische Einstellung der Boarder: «Snowboarden ist kein Kampf zwischen Ländern.»

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SNOWBOARD-KULTUR

«Wir wurden angefeindet. Der Mensch neigt dazu, das Neue erst einmal abzulehnen.» José Fernandes, Snowboard-Pionier

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Urban Style Fotograf: E-Stone Rider: Dan Brisse Location: Duluth (MN, USA) Früh okkupierte Snowboard spontan verschneite Städte. Mit der Zeit entwickelte sich ein eigener Style daraus, der mit dem harten Kontrast zur Bergidylle kokettierte. Einer der besten Urban-Terrain-Rider: US-Boy Dan Brisse. «In diesem harten Environment darfst du dir keine Fehler erlauben!»


SNOWBOARD-KULTUR

Explosion in Weiss Fotograf: Thomas Stöckli Rider: Reto Kestenholz Location: St. Christoph (AT) Eine Ikone der SnowboardFotografie: Dieses Bild hat 2007 die Kategorie «Energy» der allerersten Auflage der Red Bull Illume Image Quest gewonnen, und noch heute überzeugt es mit seiner schieren Dynamik. «Buff! Man kann den Schnee förmlich hören», sagt Thomas Stöckli.

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Ski-Zitat Fotograf: Aaron Schwartz Rider: James Niederberger Location: Splügen (CH) Ein Bild als ausgestreckte Hand an die «Spaghetti-Skifahrer» (José Fernandes), deren höchste Kunst es einst war, möglichst parallele Zöpfe in den Powder zu schnitzen: «Das können wir Boarder alle­ mal, und mit nur einer einzigen Spur pro Run sieht es doch noch mal ästhetischer aus!» 28

THE RED BULLETIN


SNOWBOARD-KULTUR

Alles ist Location Fotograf: Sean K. Sullivan Rider: Bode Merrill Location: Utah (USA)

«Wir wollten schlicht Spass haben. Alles andere kam dann von selbst.»

Handplant in der Wüste, wenn das Wetter verrücktspielt: Im Winter 2019 schneite es in Utah, nur eine halbe Stunde südlich von Salt Lake City, wo Bode Merrill zu Hause ist. «Zehn Jahre lang hatte ich von dieser Chance geträumt», so der Weltklasse-Boarder.

José Fernandes, Snowboard-Pionier

THE RED BULLETIN

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SNOWBOARD-KULTUR


Kalte Rache Fotograf: Andy Wright Rider: Nick Dirks Location: Minneapolis (USA) «Am Tag davor waren wir von der Polizei beim Boarden von einem Privatgrund verjagt worden. Unsere Rache: Als sich die Cops in einem Café aufwärmten, bombte Nick über ihren Wagen.» Die Flucht erfolgte im Auto, mit dem Board noch an den Füssen.   31


SNOWBOARD-KULTUR

8 Stunden, minus 25 Grad Fotograf: Gian Paul Lozza Rider: Markus Keller Location: Laax (CH) Eine klirrend kalte Nacht im März. Der Kicker ist zehn Meter hoch, dahinter versteckt sich eine künstliche Rampe. Ein riesiges Set: Allein acht Blitze erleuchten die Szene. Das Shooting dauert acht Stunden. Dazu kommt eine extrem flache Landung. Lozza: «Kein anderer Rider hätte hier mitgespielt.» «Welcome on Board» läuft ab dem 22. Dezember 2019 im Gelben Haus Flims. Die Ausstellung bietet einen Überblick über die SnowboardBewegung von den 1980er-Jahren bis heute.  dasgelbehausflims.ch

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« Fleiss ist was für Streber!» Der Schweizer JOSÉ FERNANDES war Skater und Wellenreiter, danach entdeckte er das Snowboard. Nein: Er erfand es – zumindest für die Schweiz. Interview mit einem Pionier. the red bulletin: Wie verrückt musste man sein, um in den 1980er-Jahren das Snowboard in die Schweiz zu bringen? josé fernandes: Gar nicht. Wir wollten schlicht auch im Winter skaten können, was bei unserem Klima ein grundvernünftiger Wunsch ist.

Und dann? Klebte ich es wieder zusammen, parkierte Vaters Auto darauf, damit der Klebstoff halten konnte, und bat ihn, mit dem Zug zur Arbeit zu fahren. Weil das Board auch keine Stahlkanten hatte, ging ich zum Schweizer Skiproduzenten Stöckli und schwatzte ihnen Kanten für mein Bügelbrett ab, die man nachträglich montieren konnte – ganz so wie bei den Skiern der 1960er-Jahre. Ab diesem Moment war ich pistentauglich und allen überlegen, die noch mit Finnen unterwegs waren. 1985 wurde ich dank meiner Innovation trotz Sturz Europameister – und das mit sechs Sekunden Vorsprung auf einem zwanzig Sekunden langen Kurs! Wild. Wie habt ihr die Liftwarte dazu gebracht, euch überhaupt zu transportieren? Mit viel Rotwein und Schokolade. 34

Gilt als einer der ersten europäischen Snowboard-Pros überhaupt: José Fernandes. Nur echt mit wallend blonder Mähne.

Ihr habt sie bestochen? Das gehörte dazu. Wir waren die Speerspitze des Rock ’n’ Roll auf der Piste. Lange Haare. Coole Brillen. Wir sind angeeckt und wurden anfangs nicht akzeptiert. Daher waren unsere Lift-Tickets teurer als die der Skifahrer. Ich könnte heute einen Weinladen eröffnen mit den Flaschen, die ich damals verschenkt habe!

Die deutsche Wochenzeitung «Zeit» bezeichnete Snowboarden damals wörtlich als «Modefurz». Aber der Furz blieb! Der Grund dafür ist ganz einfach: Snowboarden ist eine der am einfachsten zu erlernenden Sportarten auf Schnee, selbst wenn die Traditionalisten vehement auf dem Gegenteil beharren. Die seitliche Position entspricht dem menschlichen Körper viel mehr als das Par­al­lele. In keiner Kampfsportart geht man «face on» aufeinander zu. Selbst im Stehen hat man ein Stand- und ein Spielbein, 2019: weniger Haare, drei Kids, noch immer Boarder weil das stabiler ist. THE RED BULLETIN

MARKO SHAPIRO, FABRIZIO BARILE

Wie sah dein erstes Snowboard aus? Es war keines. Ich schraubte zwei Skier statt der Achsen an mein Skateboard und rutschte den Hügel runter. Das machte nur beschränkt Spass, so kamen wir auf die Idee mit den Decks selbst. Für bessere Kontrolle im Schnee montierten wir unten Finnen. Statt einer Bindung verwendeten wir Schlaufen wie beim Windsurfen. Mein erstes richtiges Snowboard bestellte ich in Amerika. Nach zwei Tagen war es kaputt, weil sich der Kleber gelöst hatte.


SNOWBOARD-KULTUR

Der Gegenwind war enorm: Boarder wurden von vielen Skifahrern regelrecht gehasst. Weil wir herumsassen. Und weil wir andere, für sie unlogische Linien fuhren. Grosse, weite Schwünge, anstatt möglichst kurz zu schwingen. Und wir waren cooler. Der Mensch ist halt so: Bevor er lernt zu ­koexistieren, lehnt er das Neue erst einmal ab.

COVERBOY DER FRÜHEN JAHRE

Hoher Wiedererkennungswert: Kaum ein Magazin, das José nicht geschmückt hätte.

Woher kam eure Suche nach etwas Neuem? Wir fingen mit dieser abgelöschten Welt der Spaghetti-Skifahrer nichts mehr an. Skifahren hatte sich seit Jahrzehnten nicht weiterentwickelt. Wir Jungen fanden das öde und suchten etwas Neues. Entwicklung findet statt, indem sich eine ­Gruppe von den Konventionen löst? Genau. Und wenn die Idee gut genug ist, kommt die Industrie an Bord, und das Ganze wird zum Massenphänomen, wie es uns passierte. Jetzt liegt es an der nächsten Generation, sich ihrerseits abzugrenzen, und das Rad dreht sich weiter. Wie stellt man sicher, dass die anderen auch wahrnehmen, dass man sich abgrenzen will? Solche Codes funktionieren bis heute ganz klassisch über Mode. Wir waren die Ersten, die in Neonfarben auf den Pisten unterwegs waren. Eine äusserst ­effiziente Methode, um aufzufallen! Snowboarden wurde zum Ausdruck einer Jugend­ kultur. Kann es so was noch einmal geben? Das passiert! Parkour, Calisthenics und Trampolin fegen heute das klassische Turnen so weg, wie wir einst das Spaghetti-Skifahren weggefegt haben. Die Kids in den Parks können heute mehr als olympische Turner – da muss sich Olympia was überlegen!

Neben Magazinen waren die ersten Snowboard-Film­produktionen für VHS das grosse Ding – in den Zeiten vor GoPro eine eher, na ja, kopf­ lastige Sache.

Hattest du je gedacht, dass Snowboarden so gross werden könnte? Diese Frage war nie auf unserem Radar. Wir wollten Spass haben. Der Rest kam von selbst. Nicht daran denken, was es bringen könnte, sondern sich dem hingeben, was man liebt? Das Schlüsselwort ist Enthusiasmus. Wenn du von etwas besessen bist, ist es leicht, an dieser Sache dranzubleiben. Mein Sohn ist einer der besten Skater Deutschlands, er hat dieses Funkeln in den Augen, genau wie meine beiden Töchter beim Show-Dance oder Filmen. Mit Enthusiasmus macht man aus Fliegen Elefanten. Und Fleiss? Wer Enthusiasmus hat, braucht keinen Fleiss. Fleiss ist etwas für Streber. Für Leute, die tun, was ihre Eltern verlangen. Wenn man etwas wirklich von Herzen betreibt, macht es sich von selbst. THE RED BULLETIN

Anfangs gab es die Unterscheidung zwischen «Alpin» und «Freestyle» nicht. Es gab nur «Snowboard».

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HE RO ES

Cara Delevingne, 27, hat als Model angefangen. Die Wandlung zur ernst zu nehmenden Schauspielerin ist ihr geglückt, weil sie schwierige Situationen bewältigt und sich dabei selbst gefunden hat.

T

he red bulletin: In Ihrer neuen TV-­ Serie «Carnival Row» geraten Sie in ein lebensgefährliches Fantasy-­ Universum. Was war die schlimmste Situation, die Sie wirklich erlebt haben? cara delevingne: Ich bin Botschafterin für die «Girl Up»Plattform, die für die Unterstützung und Gleichberechti­ gung junger Frauen auf der ganzen Welt kämpft. Als solche bin ich 2017 nach Uganda gereist, als Massen von Flücht-

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Welche persönlichen Dramen haben Sie denn erlebt? Als Teenager litt ich an Depressionen. Ich dachte, die Welt wäre besser, wenn ich nicht mehr existieren würde.

Was würden Sie jemandem empfehlen, der kein Yoga mag? Nimm dir einfach fünf, zehn Minuten Zeit pro Tag, um du selbst zu sein. Atme durch und denke ganz ruhig nach. Nachdem Sie all das über­ standen haben: Gibt es noch etwas, wovor Sie Angst ­haben? Du kannst es dir aussuchen, ob du Angst hast oder nicht. Ich mochte es immer, den Dingen, vor denen ich mich am meisten fürchtete, ins Gesicht zu schauen. Denn wenn du dich deiner Angst stellst, geht sie weg. Sobald du dir hin­gegen sagst, dass du etwas nicht schaffst, ist die Nieder­ lage programmiert. Aber wenn du keine Erwartun­gen hast und im ­Augenblick lebst, wirst du dich auch nicht fürchten, weil du ja keine Annahmen über die Zukunft triffst.

«Wenn du dich deiner Angst stellst, geht sie weg.»

Was hat Ihnen geholfen? Als Erstes musste ich verstehen, dass ich nicht allein war. Aber ich brauchte sehr lange, um meine Gefühle ausdrücken zu können, mir Hilfe zu suchen und mit Menschen darüber zu reden.

«Carnival Row», neue Fantasy-Serie, ab 22. 11. bei Amazon Prime

Was hilft Ihnen jetzt, Ihr inneres Gleichgewicht zu halten? THE RED BULLETIN

RÜDIGER STURM

« ICH HABE JETZT DIE KONTROLLE WIEDER»

Das klingt ganz schön ­deprimierend. Nein, im Gegenteil, das erfüllte mich mit viel Liebe und Hoffnung. Die Menschen dort sind prinzipiell zuversichtlich, sie brauchen nichts weiter als die Möglichkeit, zu überleben und eine Ausbildung zu machen. Jeder hat jeden unterstützt, damit er sein Leben neu aufbauen kann. Und das, obwohl sie in Uganda praktisch nichts haben. Im Westen nehmen wir viele Dinge selbstverständlich. Wir schaffen uns unsere eigenen Dramen, die im Grunde völlig überflüssig sind.

Vor sieben, acht Jahren fing ich mit Yoga an, und das hat mein Leben verändert. Ich habe dadurch meine innere Stimme wiedergefunden. Eine Zeit lang war ich wie eine Marionette. Meistens liess ich andere Leute bestimmen, was ich tun sollte. Das Problem ist, wenn du dich selbst nicht genug schätzt, erkennst du deine eigenen Grenzen nicht. Du sagst zu allem Ja, bis du ausgebrannt bist. Aber jetzt habe ich die Kontrolle wieder.

GARETH CATTERMOLE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

Cara Delevingne

lingen aus dem Südsudan eintrafen. Die erste Frau, der ich begegnet bin, hatte im Bürger­krieg ihren Mann verloren und war drei, vier Tage lang mit ihren vier Kindern zu Fuss unterwegs. Sie war so stark und versuchte, sich zusammenzureissen. Aber als wir mit ihr sprachen, begann sie zu weinen. Ich habe noch nie so viel Schmerz und Stärke in einer Person vereint erlebt.


Kaum zu glauben: Ex-Model Cara Delevingne hatte in ihrer Jugend mit Depressionen zu kämpfen.

THE RED BULLETIN

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Alina Pätz

EHRLICH RUTSCHT AM LÄNGSTEN

Alina Pätz aus Urdorf ist Weltmeisterin in einer Sportart, in der gerutscht, geschoben und geschrubbt wird – und das länger und härter, als viele denken. Doch nicht nur in athletischer Hinsicht hält die 28-Jährige das Curling für unterschätzt.

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ie einen Mitschüler spielten Fussball, die anderen ­Hockey. Und sie ging als Siebenjährige eben zum Curling, na und? Auf die Idee, das Steinschieben und Eisschrubben ­bizarr zu finden, kam die Urdorferin nicht. Dafür bereitete es ihr zu viel Spass. Ausserdem erwies sie sich nach einigen Jahren des «Herumrutschens» als höchst talentiert. Heute ist Alina Pätz, 29, dreifache Curling-Weltmeisterin – die Erste, die ihre Titel mit drei unterschiedlichen Teams errang. the red bulletin: Alina, wie oft hörst du, dass Curling mit seinen Besen der perfekte Frauensport sei? alina pätz: Oh, oft! Aber ich kann darüber lachen.

«Curling hat mich gelehrt, allen Menschen mit demselben Respekt zu begegnen.»

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Obwohl der Spruch ohne Zweifel sexistisch ist? Ach was! Mein Freund, der ebenfalls Curler ist und im besten Herrenteam der Schweiz spielt, muss ihn sich manchmal auch anhören. Ich sage zu ihm: Zeig mal im Haushalt, was du auf dem Eis geübt hast. Und, funktioniert der Trick? Na ja. Aber ich kann ihm keine Vorwürfe machen. Wir sind beide zu nachlässig im Haushalt, da wir die meiste Zeit in der Eishalle verbringen und über 120 Tage im Jahr auf Turnieren in Kanada, den USA, Japan, Schweden, Schottland, China und Korea verbringen. Im Übrigen herrscht in diesem Sport absolute Gleichberechtigung. Unterschiedlich hohe Preisgelder, wie sie teilweise heute noch im Tennis vorkommen, gibt es im Curling nicht. Curling gilt auch als besonders fairer Sport. Die meisten Turniere kommen sogar ohne Schiedsrichter aus. Ja, ausser bei der EM und WM machen sich die Mannschaften die Punkteverteilung

untereinander aus. Und wer während des Spiels versehentlich einen Stein berührt, meldet das freiwillig. In der Regel sagt der Gegner dann: Schon okay. Oder die Teams finden gemeinsam heraus, wo der Stein ohne die Berührung zu stehen gekommen wäre. Und da versucht echt nie ­jemand zu bescheissen? Ich habe in meiner ganzen Karriere nur ein einziges Mal erlebt, wie jemand eine Berührung verheimlichen wollte. Schon als Anfänger wird man auf den Spirit of Curling eingeschworen, der Fairness und Respekt vorschreibt. Allein schon, dass sich die Gegner vor und nach dem Spiel die Hände schütteln, ist in der Sportwelt keine Selbst­ verständlichkeit. Schön, dass sich beim Curling alle lieb haben. Hilft nur leider nicht gegen das Langweiler-Image. Natürlich wirken gewisse Traditionen nicht zeitgemäss – der Sport kommt aus Schottland und ist über 500 Jahre alt. Ich persönlich hätte zum Beispiel nichts gegen ein wenig Trash Talk. Entscheidender finde ich aber, wie mich der Spirit of Curling im Leben geprägt hat: Er hat mich von klein auf gelehrt, allen Menschen mit Respekt zu begegnen und niemanden voreilig zu verurteilen. Wenn Fairness im Sport langweilig ist, dann will ich die langweiligste Sportlerin der Welt sein! THE RED BULLETIN


NINA TREML LUKAS MÄDER

Das Rutschen auf einem Knie heisst im Curling Sliden. Alina Pätz übt es schon seit ihrem 7. Lebensjahr.

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«Curling lebt von der Kommunikation. Und manchmal zählen eben die leisen Töne.»

Wie unterschätzt ist Curling in sportlicher Hinsicht? Masslos! Weil die Strategie über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, ist oft von Schach auf Eis die Rede. Dabei ist Curling mehr als das: nämlich Schach, Hockey, Tanzen, Kugelstossen und Langlauf auf Eis gleichzeitig. Ich kenne keinen anderen Sport, in dem die geballte Ladung Strategie, Koordination, Balance, Ausdauer und Kraft gefragt ist – und das teilweise sieben Stunden täglich über eine ganze Woche hinweg. Moment: Kraft? Jaja, darüber lachen alle – bis sie dann mal auf der Eisfläche stehen und versuchen, einen zu kurz geratenen Stein durch das Wischen der Eisoberfläche zu verlängern. Das ist körperlich enorm anstrengend – und wird in Wett­kampfturnieren übrigens immer wichtiger. Wo man früher hauptsäch-

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lich auf Präzision setzte, zählt man heute genauso auf kräftige Wischer, die ungenau platzierte Steine korrigieren. Die Curler werden dadurch zunehmend athletischer – und jünger. Wie trainierst du? Sechsmal pro Woche mehrere Stunden auf dem Eis und zusätzlich Kondition oder Kraft im Fitnessstudio. Meine Stärke ist aber weniger die muskuläre als die mentale Kraft. Deshalb besetze ich auch die letzte Position in unserem Vierer­ team: Während die ersten beiden Spielerinnen die besten ­Wischerinnen sind, muss ich die stärksten Nerven h ­ aben. Der letzte Stein muss sitzen. Millimetergenau. Immer. Woher kommt diese mentale Stärke? Ein Teil ist sicher natur­ gegeben, ein Teil Mental­ training. Ich arbeite vor allem mit Visualisierungstechniken. Ich spiele Situationen in meinem Kopf durch, stelle mir vor, wie ich einen kühlen Kopf bewahre, wenn es um die Goldmedaille geht. Das ist so

ein Ritual, bevor ich ins Bett gehe. Zugegeben, an etwa drei von fünf Abenden schlafe ich dabei ein. Aber dann träume ich eben davon, wie ich im entscheidenden Moment keine Miene verziehe – und irgendwann kann ich das dann buchstäblich im Schlaf.

Curlerin Alina Pätz gewann dreimal WMGold mit drei unter­ schiedlichen Teams.

Mehr Infos und Termine der Saison 2019/2020 unter curling.ch

WISCHEN UND SCHIEBEN Curling ist ein Wettkampfsport zwischen zwei Teams zu je vier Spielern. House

Button

Sheet/Rink (Gesamtlänge: 45 m)

Ziel ist es, den Stein über die Eisfläche («Rink»/ «Sheet») an den Kreis («House») heranzuspielen. Mit dem Besen kann die Eisoberfläche erhitzt und der Steinlauf geändert werden. Jeder Spieler verfügt über 2 Steine; pro Spielabschnitt («End») werden 16 Steine gespielt. Punkte erhält das Team mit den meisten Steinen in Zentrumsnähe («Button»).

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LUKAS MÄDER, MAKE -UP: JEHAN RADWAN

Wie äussert sich im Curling Rivalität? Auf perfide Weise. Wir setzen die Gegner unter Druck, indem wir übertrieben selbstbewusst auftreten oder im ungünstigsten Moment fragen: «Und? Wie läuft es gerade, hm?» Curling lebt von der Kommunikation – von lauten Kommandos und hitzigen Diskussionen, die bei TV-Übertragungen Wort für Wort mitverfolgt werden können und die Spieler nicht selten heiser machen. Aber manchmal zählen eben die leisen Töne.


INTERVIEW MIT MARCO ODERMATT LIEBER MARCO, WAS KOMMT DIR SPONTAN IN DEN SINN, WENN DU AN EINEN GUTEN SNACK DENKST? Wichtig: Ein guter Snack muss mir schmecken. Ich esse nur, was ich gerne habe und mir entsprechend auch schmeckt. Ein guter und abwechslungsreicher Snack zwischen den Hauptmahlzeiten ist für mich ein wichtiger Bestandteil meiner Ernährung. HAST DU SPEZIELLE ERWARTUNGEN AN EINEN RIEGEL? FALLS JA, WAS MUSS DER RIEGEL FÜR DICH ERFÜLLEN? Ich bin und bleibe ein Genussmensch. Nature Valley™ Riegel schmecken mir in erster Linie ausgezeichnet und ich genieße den Geschmack vom Vollkorn-Hafer. IN WELCHER SITUATION HAST DU EINEN SNACK MIT DABEI? Einen leckeren Snack habe ich beim Training, aber auch zwischen den Läufen im Rennen immer in meiner Swiss-Ski-Jacke. Und im Auto habe ich auch einen kleinen Notvorrat, was meine Mitfahrer jeweils schamlos ausnützen. Ja, ich habe die Nature Valley™ Riegel schätzen gelernt und sie sind treue Begleiter geworden. WAS VERBINDEST DU MIT DER MARKE NATURE VALLEY TM? Markenbotschafter für Nature Valley™ zu sein, macht mich stolz, weil ich hinter dem Brand voll und ganz stehen kann. Ich mache nur für Dinge Werbung, welche ich selber gebrauche bzw. in diesem Fall auch selber esse. Die Marke Nature Valley™ passt voll und ganz zu mir. GIBT ES ETWAS, WAS DU BESONDERS AN DEN RIEGELN VON NATURE VALLEY TM MAGST? FALLS JA, WAS? Gute Frage. Eigentlich alles. Doch etwas ist schon besonders gut, es klingt vielleicht banal, aber die Riegel haben als Snacks eine gute Grösse. Man ist nach dem Genuss nicht überfressen und fühlt sich schwer und träge. Sie sind der perfekte Snack für unterwegs. WELCHER VARIETÄT VON NATURE VALLEY TM IST DEIN FAVORIT? UND WARUM? Bekanntlich macht die Abwechslung das Leben süss. Wenn ich mich entscheiden müsste: Ein wenig Honig macht halt das Leben doch noch süsser. HERZLICHEN DANK FÜR DEINE ZEIT


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Iggy Pop

«SO WILD UND SO GUT» Punk lebt! Der Urvater des Genres verrät, welche Songs für ihn noch heute den Spirit der rauen Anfänge haben.

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IDLES «MERCEDES MARXIST» (2019)

SLEAFORD MODS «McFLURRY» (2013)

DEATH GRIPS «DEATH GRIPS IS ONLINE» (2018)

DIÄT «DOGSHIT» (2019)

«Als ich bei der BBC als DJ begann, habe ich ein Buch über den legendären Moderator John Peel gelesen. Er war der Typ, auf den die jungen Engländer gehört haben, wenn sie wissen wollten, was im Underground gespielt wird. Ich folge seinen Spuren. Eine Band, die ich oft spiele, sind Idles aus Bristol. Die sind so wild, so gut. Vor allem dieser Song erinnert mich ein wenig an mich selbst.»

«Sleaford Mods sind nicht völlig neu, aber wenn du sie noch nicht kennst, musst du sie dir einfach anhören. In diesem Song geht es um all das Fast Food in Grossbritannien. Im Musikvideo ist nur ein Foto von vier Cheerleadern zu sehen, deren Sweater-Aufdrucke ein Schimpfwort ergeben. Das ist herrlich. (Lacht.) Es verkörpert eine geile Scheiss-drauf-Mentalität. Das gefällt mir.»

«Death Grips sind eine HardcoreBand aus Kalifornien, die Elektronik mit beinhartem Schlagzeug und Gitarren mixt. Darüber hinaus haben sie einen brutal wilden Sänger, der einfach verrückt ist. Wenn es dir nicht gefällt … (Hält inne und lacht.) Ach, ich spiele, was immer ich will. Alle können sich verpissen. Aber ich glaube, dass ich gewisse Leute mit dieser Musik erreiche.»

«Ich lese die Album-Rezensionen in verschiedenen Zeitungen und höre mir die Songs dann im Internet an, um zu sehen, ob ich sie mag. Von den Algorithmen werden mir ähnliche Künstler vor­ geschlagen, die mir gefallen könnten. Und manchmal tun sie das wirklich. So wie Diät: Sie haben eine Menge guter Songs, aber ich wähle ‹Dogshit›, weil er lustig ist. Und so richtig punkig.»

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FLORIAN OBKIRCHER

iggypop.com

Seit fünfzig Jahren das Gesicht des Punk: Iggy Pop alias James Newell Osterberg

HARMONY KORINE

it seiner Band The Stooges hat Iggy Pop in den späten Sechzigerjahren Rock ’n’ Roll auf seine Basiselemente reduziert und dabei die Vorlage für eine neue Musikrichtung geliefert: Punk. Der heute 72-Jährige blieb seinem Stil stets treu, ohne sich dabei auf ein Genre zu beschränken. Auf seinem neuen Album «Free» experimentiert Iggy Pop etwa mit Avantgarde-JazzKlängen. In Jim Jarmuschs jüngstem Film «The Dead Don’t Die» verkörpert er einen Zombie. Auf BBC Radio 6 Music moderiert er eine wöchentliche Sendung. Sein Ziel dabei: jungen Künstlern, die den ­legendären Punk-Spirit aufrechterhalten, eine Plattform zu bieten. Hier sind vier von Iggy Pops aktuellen Lieblingstracks.


helvetia.ch/swiss-ski

Steilhang. Topspeed. Bestzeit. Unser Engagement

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Marco Odermatt Ski Alpin

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MR. Er war der Senkrechtstarter der vergangenen Saison. Jetzt ruhen die Hoffnungen der Skination Schweiz auf MARCO ODERMATT. Wie er so locker bleibt, ohne seine Ziele aus den Augen zu verlieren? Er legt im richtigen Moment den Schalter um. Text LUKAS RÜTTIMANN  Fotos GIAN PAUL LOZZA

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Sympathisch, locker – und verdammt schnell: Marco Odermatt raste in Rekordzeit an die Spitze des Ski alpin.


Sein Markenzeichen? Wer Marco Odermatt begegnet, muss nicht lange nachdenken. Der 22-Jährige gibt sich so locker und authentisch, dass man sich in seiner Gegenwart sofort wohlfühlt. ­Spätestens seit der vorigen Saison kennt man ihn aber auch anders – als superkompetitiven Shooting Star, der den gesamten Ski­zirkus auf den Kopf stellt.

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ünf Siege in fünf Disziplinen – bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2018 in Davos schaffte Marco Odermatt Historisches. Die Ski­nation Schweiz gab sich darauf zuversichtlich, dass sich das Jungtalent bald in den Top 30 im Weltcup etablieren würde. Das Tempo, mit dem der Nidwaldner dann tatsächlich an die Spitze raste, konnte jedoch niemand ahnen – nicht mal er selbst. Nicht nur, dass er schon in seiner ersten vollen Saison neben den ganz Grossen seines Sports auf dem Podest stand, drang er in der Riesenslalomweltrangliste unter die Top sieben und damit in die prestigeträchtige ­erste Startgruppe vor. «Der kann Gesamtweltcupsieger, Olympiasieger werden – alles, was er möchte», sagt einer, der es wissen muss: der unlängst zurückgetretene Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher aus Österreich, vielleicht der «Greatest of All Time» im Ski ­alpin, sicher aber der beste Skifahrer der ­letzten zwanzig Jahre. Dass so etwas Druck erzeugt, ist klar. Nicht wenige sehen in Odermatt denn auch einen neuen Hirscher – oder zumindest einen neuen Didier Cuche oder Bernhard Russi. ­Zumal sich die Schweiz nach einer Lichtfigur

sehnt. Konstante Siegfahrer wie Beat Feuz sind rar, verletzungsbedingte Ausfälle verkraftet man bei Swiss Ski schlecht. Dabei hat auch Odermatt schon eine Leidensgeschichte hinter sich. Wegen einer Meniskusverletzung am linken Knie verpasste er vor zwei Jahren die Heim-WM in St. Moritz. Am Ende der vergangenen Saison verletzte er sich erneut am Knie, diesmal am rechten. Sich von Rückschlägen entmutigen zu lassen ist für ihn aber kein Thema. Denn Odermatt hat neben seiner Lockerheit noch ein weiteres Markenzeichen: Er bleibt stets positiv. Erfolge und Misserfolge kann er trotz seiner jungen Jahre sehr gut einschätzen. Er bleibt auf dem Boden, wenn andere abheben; stürzt nicht in ein Loch, wenn es nicht nach Wunsch läuft. Warum er schon so weit ist? Er weiss, dass es im Leben nicht nur das Skifahren gibt – und kann im richtigen Moment seinen «Arsch zusammenkneifen», wie er uns am Fuss seines Hausbergs Titlis erzählt. the red bulletin: Marco, du bist voriges Jahr voll durchgestartet, hast dich zum Ende der Saison aber verletzt. Wie geht’s dem neuen «Knie der Nation»? marco odermatt (lacht): Ob es das Knie der Nation ist, weiss ich nicht. Was ich weiss:   47


im Slalom haben wir ein gutes Team, im Speed haben wir Topfahrer. Ich sehe das nicht so eng.

Meine Verletzung ist gut verheilt. Ich konnte meine Vorbereitung nach Plan absolvieren, und ich fühle mich auf dem Ski sehr gut. Ich bin absolut bereit für die neue Saison. Knieverletzungen gelten als heikel. Gibt es in deinem Kopf eine Barriere, dein Knie nicht mehr voll belasten zu können? Ich habe beim Training tatsächlich schon gemerkt, dass ich unbedingt gesund bleiben wollte. Deshalb bin ich vielleicht etwas weniger stark ans Limit gegangen. Dieses Thema haben wir auch im Mentaltraining thematisiert. Mentaltraining? Woran genau arbeitest du da? Mit meiner Trainerin arbeite ich schon seit mehr als sechs Jahren zusammen. Sie kommt selbst vom Skisport und weiss genau, was im Kopf eines Fahrers abgeht. Sie kennt das Gefühl, wenn man nach dem ersten Lauf unter den ersten drei ist und beim Start die Knie zittern. Wir führen viele Gespräche, das gibt mir Sicherheit. Und auf gewisse Dinge kommt man nicht selbst. Man lernt beispielsweise, sich zu hinterfragen. Und zwar nicht nur, wenn es nicht läuft, sondern auch im Erfolg. So habe ich gelernt, dass ich auch gute Rennen fahren kann, wenn ich mich am Start nicht gut fühle. Habt ihr über den Erwartungsdruck in dieser Saison gesprochen? Auf dir ruhen die Hoffnungen der Schweizer Skination. Dieses Thema ist tatsächlich allgegenwärtig. Aber ganz ehrlich: Ich mach mir da keinen Kopf. Ein Grund dafür ist, dass ich mich von Saison zu Saison steigern konnte. Der Druck war also jedes Jahr da, man hat von mir vor jeder Saison mehr erwartet. Letzten Winter zum Beispiel hiess es: «Du bist fünffacher Junioren-Weltmeister, jetzt musst du im Weltcup zeigen, was du draufhast.» Zum Glück ist mir das ganz gut gelungen. In der Schweiz gab es in den vergangenen Jahren nur wenige konstante Siegfahrer. Da wird einer wie du gleich zum neuen Ski-Messias erkoren. Kann schon sein. Aber in den letzten Jahren ist gerade im Riesenslalom ein starkes Team herangewachsen. Da können mittlerweile so einige um Podestplätze mitfahren. Auch 48

Trotzdem: Der Druck ist riesig. Und während man bei anderen Jungtalenten das Gefühl hat, dass ihre Erfolge sie blockieren, scheint bei dir das Gegenteil der Fall: Dich haben die Podestplätze beflügelt. Warum? Gute Frage, das habe ich mir noch nie überlegt. Es ist sicher so, dass mir gute Resultate Ruhe und Sicherheit geben. Andere nehmen sich nach erfolgreichen Rennen vielleicht zu viel vor und setzen sich selbst unter Druck. Man will den Schweizer Fans schliesslich etwas bieten. In Adelboden wurdest du guter Zehnter. Offenbar konntest du mit der Erwartungshaltung umgehen. Adelboden ist für mich etwas ganz Spezielles. Als Kind träumte ich nie davon, Medaillen zu gewinnen – ich wollte am Chuenisbärgli fahren. Das war mein Traum. Die ersten beiden Male hatte ich prompt weiche Knie am Start. Letztes Jahr ging es besser, ich hatte

«Ich will nicht, dass der Sport nur Kampf und Krampf ist. Ich will Spass haben.» schon ein bisschen Erfahrung und konnte das Rennen geniessen. Das ist mir wichtig. Ich will nicht, dass der Sport nur Kampf und Krampf ist. Ich will Spass haben, wenn ich den Hang runterfahre. Deine Lockerheit ist dein Markenzeichen. Ist sie das Ergebnis des erwähnten Mentaltrainings, oder warst du immer so drauf? Ich sehe mich vor allem als authentischen ­Typen. Gut möglich, dass ich ein bisschen ­lockerer drauf bin als andere. Aber ich kann auch ernst sein und hinterfrage vieles. Freilich spielt es eine Rolle, wie die Saison läuft. Wenn du nach den ersten Rennen all deine Ziele erreicht oder übertroffen hast, ist es ­keine Kunst, locker zu sein.


WM-Erfahrung: Beim Super-G im Februar 2019 im schwedischen Åre schaffte Marco Odermatt Platz 12.

«Ich weiss, dass viel möglich ist. Aber ich weiss auch, dass noch viel fehlt.»

Trotzdem ist Skifahren ein Einzelsport. Spürst du keinen Neid? Eigentlich nicht. Natürlich spürt man manchmal gewisse Vibes. Von Jüngeren, die noch 50

nicht so weit sind, oder Älteren, die nicht mehr so viel Zeit haben. Das ist normal. Du wurdest bereits mit Marcel Hirscher verglichen. Er selbst hat das Zitat von sich gegeben, dass du den Gesamtweltcup ­gewinnen kannst, «wenn du möchtest» … Solche Dinge gehen völlig an mir vorbei. Wenn ich solche Aussagen lese, ist es, wie wenn es jemand anderen betreffen würde. Ich weiss, dass ich vieles richtig gemacht habe, ich weiss, dass viel möglich ist. Aber ich weiss auch, dass noch viel fehlt. Wie würdest du deine Stärken und ­Schwächen beschreiben? Eine Stärke von mir ist, dass ich parat bin, wenn’s darauf ankommt. Ich bin vielleicht ein lockerer Typ – aber ich weiss ganz genau, wann ich meinen Arsch zusammenkneifen und Vollgas geben muss. Meine Schwächen? Ich habe noch viel Luft nach oben, in fast

GETTY IMAGES

Du bist aber auch ehrgeizig. Wie bleibt man locker und kann trotzdem den ­nötigen Siegeswillen aufbringen? Man muss spüren, wann was angesagt ist – Gas geben, wenn’s sein muss, runterschalten, wenn es die Chance dazu gibt. Ich bin nicht die ganze Zeit auf 180, auch während der Saison nicht. Ich schaue immer, dass ich sowohl im Tages- wie auch im Wochenablauf Phasen habe, in denen ich die Seele baumeln lassen kann. Ich spiele zum Beispiel gerne Tennis, klopfe einen Jass mit Kollegen, gehe auch mal auf ein Bierchen oder zwei. Dann sprechen wir über anderes als Skifahren. Gute Kollegen sind übrigens für diesen Ausgleich sehr wichtig, und wir haben zum Glück ein super Team.

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allen Bereichen: Athletik, Technik, Erfahrung. Aber das ist ja auch etwas Gutes. Du wirst in den Medien oft als Lausbub beschrieben. Bist du das? Ach ja, der Lausbub … Der ist sicher irgendwo in mir drin. Aber es ist nicht so, dass ich immer und überall Spässe machen würde. Ich bin meist gut gelaunt und selten um einen Spruch verlegen, kann aber genauso ernst sein, wenn es die Situation erfordert. Auf deiner Homepage schreibst du über persönliche Dinge, da geht es nicht nur ums Skifahren. Ist es dir wichtig, dich als Mensch mit Tiefgang zu zeigen? Auf jeden Fall. Für mich gibt es auf der Welt mehr als Skifahren, und ich trainiere auch nicht 365 Tage im Jahr. Ich finde, dass man seinen Horizont erweitern und über den Tellerrand blicken sollte. Das tut gut und relativiert die kleinen Ärgernisse des Alltags. Für dein Alter bist du erstaunlich abgeklärt und resolut. Alle rieten dir nach deinen Knieverletzungen zu einer Operation, aber du hast dich dagegen entschieden. Das ist richtig, bei der ersten Verletzung entschied ich mich fürs Nähen und bei der zweiten für therapeutische Massnahmen, auch

MARCO ODERMATT, 22 KÖRPERMASSE: 1,84 m, 81 kg SKICLUB: Hergiswil NW KADER: Swiss Ski Nationalmannschaft WELTCUP-DISZIPLINEN: Riesenslalom, Super-G, Kombination BESTE RESULTATE: 2. Rang Weltcup-Riesenslalom, Soldeu, und 3. Rang Weltcup-Riesenslalom, Kranjska Gora (Saison 2018/19), 5-facher Juniorenweltmeister (Abfahrt, Kombination, Super-G, Team-Wettbewerb, Riesenslalom) in Davos 2018 THE RED BULLETIN

«Ich halte nichts davon, die Zukunft am Reissbrett zu planen. Es kommt eh oft alles anders.» wenn der Heilungsprozess damit länger dauerte. Warum? Weil ich wusste, dass ich noch alles vor mir habe. Warum sollte ich überstürzt handeln? Wenn ich die gleiche Verletzung mit dreissig habe, werde ich mich vielleicht anders entscheiden. Bist du ein geduldiger Mensch? Überhaupt nicht. Aber in diesem Fall war mir meine langfristige Gesundheit wichtiger als der Wunsch, möglichst schnell wieder auf den Brettern zu stehen. Hast du ein Vorbild? Früher war Didier Cuche mein grosses Vorbild. Und von den aktiven Fahrern habe ich immer Ted Ligety oder Alexis Pinturault bewundert. Aber die Bewunderung betrifft ausschliesslich die sportlichen Leistungen – darüber hinaus hatte ich nie Vorbilder. Von Starruhm liessest du dich offenbar noch nie blenden. Es gibt da diese Anek­ dote, dass du als Kind bei einem Treffen mit Pirmin Zurbriggen eingeschlafen bist. Unvergessen, obwohl es fünfzehn Jahre her ist! Mein Vater hatte dieses Treffen in Zermatt ­arrangiert, um die Gründung des regionalen Leistungszentrums in Hergiswil zu besprechen. Ich war sieben und fand das Gespräch so langweilig, dass ich eingeschlafen bin. Heute können wir alle darüber lachen. Ich kenne Pirmin mittlerweile recht gut durch seinen Sohn Elias, der bei uns im Team ist. Welche Ziele hast du dir für die neue Saison gesetzt? Ich habe nie konkrete Ziele, was Ranglisten oder Weltcuppunkte angeht. Klar, einen ­groben Rahmen stecke ich mir. Aber ich achte darauf, realistisch zu bleiben. Mir ist es wichtig, dass ich meinen eigenen Rhythmus gehen kann. Ich nehme es Rennen für Rennen und halte nichts davon, die Zukunft am Reissbrett zu planen. Es kommt eh oft alles anders.   51


Styling STYLE COUNCIL / ARIANNA PIANCA Make-up RACHEL SCHLEGEL Jacke REPLAY / GLOBUS  Pants BRAX FEEL GOOD / GLOBUS Turtleneck RENT-À-PORTER Gürtel WE Schuhe RISCH SHOES


WATCHLIST

Fünf Schweizer Nachwuchsfahrer, die in der nächsten Saison neben Marco Odermatt von sich reden machen werden. Ehrlich? Das klingt ein bisschen zu ­bescheiden  … Logisch lautet das Ziel nicht mehr, in die Top 20 zu fahren. Letzte Saison hatte ich ein Hoch. Ich bin im Frühlingsschnee zweimal aufs Podest gefahren. Aber vielleicht läuft’s dieses Jahr auf anderen Schneeverhältnissen zu Beginn des Winters ganz anders. Man muss es nehmen, wie es kommt, und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

SWISS SKI/STEPHAN BOEGLI

Hast du dir überlegt, wie es ist, wenn es nicht nach Wunsch laufen sollte – aber Medien, Sponsoren und Fans Siege von dir erwarten? Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich will in erster Linie Gas geben und dabei Spass haben. Wenn ich mir zu sehr den Kopf zer­breche, kommt es nicht gut. Das bin auch nicht ich. Als Sportler versuche ich, positiv zu bleiben. Mit Rückschlägen setze ich mich erst dann auseinander, wenn’s nötig ist.

Der Neuenburger wird von Experten als eines der weltweit grössten Slalomund Riesenslalomtalente gehandelt. ERFOLGE: Doppel-Juniorenweltmeister 2017, zwei Weltcup-Podeste und ein 4. Platz im WM-Slalom in Åre 2019 AUSSICHT: Wird sich in den Disziplinen Riesenslalom und Slalom in der Start­ liste der besten sieben etablieren.

MELANIE MEILLARD, 21 Die jüngere Schwester von Loïc Meillard war am Durchstarten, bevor 2018 eine Knieverletzung dazwischenkam. ERFOLGE: vier Top-5-Platzierungen, ­darunter ein Podest im vorigen Winter AUSSICHT: Wird an die Erfolge vor ihrer Verletzung anknüpfen. Der erste Weltcupsieg ist nur eine Frage der Zeit.

Hast du schon echte Tiefs erlebt? Und hast du eine Strategie für den Umgang damit? Ich hatte bisher das Glück, dass es fast immer aufwärtsging für mich. Gut, nach meiner Verletzung vor zwei Jahren lief es zunächst nicht wie geplant. Ich hatte ein gutes Gefühl, bin aber nicht in die Punkte gefahren. Das war schon ein Frust. Ich habe mich dann auf den Europacup konzentriert, konnte dort gute Resultate einfahren und so nach und nach wieder Vertrauen aufbauen. Man sollte nichts erzwingen. ­Besser mal e­ inen kleinen Umweg in Kauf ­nehmen und dann frisch motiviert einen ­Neustart machen.

TANGUY NEF, 22

Macht es für dich einen Unterschied, dass mit Marcel Hirscher der beste Skirennfahrer der letzten Jahre nicht mehr dabei ist? Und ob! Zum einen ist da der sportliche ­Aspekt, der ganz simpel ist: Es gibt nun einen freien Platz auf dem Podest, der vorher für ihn reserviert war. Ich hoffe, dass ich da ab und zu in die Bresche springen kann. Und zum anderen fehlt Marcel dem Skizirkus als Mensch. Er ist eine Riesenpersönlichkeit, und seine Absenz wird man spüren.

ERFOLGE: Fuhr letzte Saison beim ­Slalom in Flachau in die Top 10 und ­gewann bei der WM in Åre Team-Gold.

Wie froh bist du, dass du ihn zu Aktivzeiten einmal schlagen konntest? Ich sollte das vielleicht so nicht laut sagen, aber: total froh! Darauf bin ich wirklich stolz!

LOÏC MEILLARD, 23

Genfer Newcomer mit ungewöhnlichem Namen und noch viel ungewöhnlicherem Talent in der Disziplin Slalom. ERFOLGE: Fuhr im letzten Winter bei der WM in Åre in die Top 30 und erreichte in zwei Weltcup-Slaloms die Top 15. AUSSICHT: Top 30? Top 15? Dann lautet das nächste Ziel natürlich Top 10.

ALINE DANIOTH, 21 Die Urnerin gilt als hervorragende ­Technikerin – und als eines der grössten Versprechen im Schweizer Team.

AUSSICHT: Regelmässige Top-10-­ Platzierungen sollten in dieser Saison realistisch sein.

LARS RÖSTI, 21 Bodenständiger Abfahrtsspezialist aus Bern. Liebt das Tempo, wurde aber von einer Knieverletzung gebremst. ERFOLGE: Juniorenweltmeister in der Abfahrt 2019; holte erste Weltcuppunkte in der Abfahrt von Soldeu (Platz 15). AUSSICHT: möglicher Nachfolger von «Kugelblitz» Beat Feuz?

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INNOVATOR

STARTPIONIEREUPS, U GENIALE ND ERFINDU NGEN

Exoskelett

Heavy-Metal- D Laufwunder Wenn Science-Fiction Wirklichkeit wird: Ein Elektrogerätehersteller baut eine riesige Rennmaschine, in der ein Mensch am Steuer sitzt.

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ieses dreieinhalb Tonnen schwere, vier Meter hohe vierbeinige Monster könnte der Bösewicht im nächsten Michael-BayFilm sein. In Wirklichkeit ist Prosthesis, so der Name, gar kein Roboter, sondern ein Exoskelett – angetrieben und gesteuert von der Person, die in seinem Zentrum sitzt. «Prosthesis ist eine Erwei­ terung des Körpers», sagt

Erfinder Jonathan Tippett. Er ist CTO von Furrion, einem Unternehmen, das eigentlich Einbauherde oder Fernseher herstellt. «Der Anzug ist auf Bewegungen der Piloten angewiesen und verstärkt deren Kraft und Geschwindigkeit.» Möglich machen das Elektromotoren und ein System aus Hydraulik und Gurten. Inspiriert ist Prosthesis von Tippetts Leidenschaft für Ac-

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Mit dem YouTube-Video «Inspired Bicycles» wurde der damals 23-jährige Biker DANNY MacASKILL 2009 über Nacht zum Star. Der über 39 Millio­nen Mal gesehene Kurzfilm gilt bis heute als die beste Zusammenstellung von Street-Trial-Tricks und war für den Schotten doch erst der Anfang. Wir blicken mit ihm auf seine Highlights der letzten zehn Jahre zurück. 56

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ADIDAS OUTDOOR/DAVE MACKISON ADIDAS,FRED MURRAY/RED BULL CONTENT POOL

Dannys Dekade


Imaginate (2013) Für «Imaginate» bauten wir mein Kinderzimmer in einem vergrösserten Massstab nach – einschliesslich meines Spielzeugs, das wir als Obstacles nutzten. Eine besondere Herausforderung war für mich die Looping-Bahn im Hot-Wheels-Stil. Ein Looping raubt dir die Orientierung, weshalb die meisten Versuche, die man im Netz sieht, nicht gut ausgehen. Dazu kam, dass ich nach einer Rückenoperation ein ganzes Jahr nicht mehr gefahren war. Jeden Morgen übte ich in der Lagerhalle Flip Step Downs auf einem riesigen Dandy-Comic, um mich auf den Looping vorzu­be­rei­ ten. Irgendwann habe ich ihn tatsächlich gestanden.


Inspired Bicycles (2009)

«Die Ziele, die ich mir setzte, waren verdammt hoch.»

Dave Sowerby ist ein grossartiger Regisseur. Dieser Film war eine ­einmalige Chance, zu zeigen, was ich draufhabe. Die Ziele, die ich mir setzte, waren deshalb verdammt hoch. Bei diesem Baum im Meadows Park in Edinburgh – in BMX-Kreisen ist der übrigens ziemlich bekannt – wollte ich mich nicht mit einfachen Tricks begnügen. Ich wollte unbedingt einen Flair, also einen Backflip mit 180-GradDrehung, stehen. Aber nicht nur der Fahrstil war neu: Dave setzte auch bei der Schnittarbeit zum Song «The Funeral» von der Band of Horses neue Massstäbe.


Way Back Home (2010) Ende 2009 landete ich einen Vertrag mit Red Bull. Die Idee zu diesem Film entstand bei einem unserer ersten Treffen. Ich komme aus einer sehr ländlichen Gegend Schottlands, von der Isle of Skye. In diesem Gebiet nach Beton zu suchen hatte für mich einen ­besonderen Reiz. Auf dem Foto (oben) zeige ich meine Tricks auf den Überresten einer alten Eisenbahnlinie auf der Insel Raasay. Zunächst war ich von «Way Back Home» etwas enttäuscht.

Mit «Inspired Bicycles» hatte ich die Messlatte extrem hoch gelegt und wollte nun mit einem Sprung von der Skye Bridge aus 43 Metern noch höher hinaus. Regisseur Dave und ich arbeiteten hart, um zumindest einen Teil unserer verrückten Ideen umzusetzen. Rückblickend bin ich mit dem Ergebnis dann doch sehr zufrieden. Dieses Bild (unten) zeigt unseren damaligen Alltag: wir vor unseren Schubkarren mit Fertiggerichten aus der Mikrowelle.

The Olympic Torch (2012)

DAVE SOWERBY, PA

2012 verlief eher ruhig. Nachdem ich eine längst überfällige Bandscheibenoperation hinter mich gebracht hatte, wurde es für mich zum Planungsjahr. Eine coole Aktion gab es aber ­trotzdem: Ich durfte am olympischen Fackellauf teilnehmen. Die F­ ackel vor dem Gebäude des Kelvingrove Art Gallery and Museum in den Händen zu halten empfand ich als Riesenehre. Die Schauspieler James McAvoy und die Curlerin Rhona Martin waren auch dabei. Ich kam mir in meinem weissen Anzug auf dem Rad allerdings etwas komisch vor. Und obwohl ich für diesen Moment ­diverse Tricks geübt hatte, blieb es aus gesundheitlichen Gründen bei ein paar simplen Manuals. THE RED BULLETIN

59


Wee Day Out (2016) suche gebraucht, was für meine Verhältnisse ziemlich gut ist. Der Grind auf dem Baumstamm (Bild unten) klappte ­da­gegen nicht auf Anhieb. Der Stamm war irgendwann so auf­ gerieben, dass wir ihn mit Vaseline einschmierten, so wie das die Skateboarder für ihre Grinds tun. Meine Pedale, Schuhe, Griffe und Handschuhe waren dadurch mega­schmierig, aber am vierten Tag kurz vor Sonnenuntergang hat es endlich gepasst, und ich konnte den Grind gleich viermal stehen.

Kilimanjaro: Mountain of Greatness (2018)

«Wir mussten den Stamm mit Vaseline einschmieren.» 60

Die Schweizer Mountainbike-Legende Hans Rey ist einer meiner persönlichen Helden. Als er mich fragte, ob ich mit ihm den Mount Kenya und den Kilimandscharo besteigen würde, musste ich nicht lange überlegen. Ich war nicht in Topform, dachte mir aber, mit einem 51-jährigen Whisky- und Biertrinker locker mithalten zu können. Der Trip erwies sich dann als Wahnsinn. Der Mount Kenya war schnell bestiegen, doch ich wurde höhenkrank und musste mit dem Heli abtransportiert werden. Und zwei Tage später das Rad auf dem Rücken den Kilimandscharo hochzuschleppen war so ziemlich das Härteste, was ich je ­gemacht habe. Immerhin wurden wir am Schluss mit einer spektakulären 5000-Meter-Abfahrt zum Basiscamp belohnt. THE RED BULLETIN

FRED MURRAY/RED BULL CONTENT POOL, MARTIN BISSIG

Bei «Wee Day Out» habe ich mich bewusst mehr auf die Fahrtechnik als auf die Landschaft konzen­ triert. Ich wollte beweisen, dass man auf dem Mountainbike genauso viele Tricks machen kann wie auf dem Trial Bike. Als ich noch im schottischen Aviemore lebte, fuhr jeden Tag dieser Dampf­ zug an meinem Haus v­ orbei. Auf dem Bild (oben) springe ich vom Bahnsteig auf eine S ­ chiene. Ich war mir nicht sicher, ob das überhaupt möglich ist, aber nach nur eineinhalb Stunden stand ich den Sprung – hat nur etwa 100 Ver­


Epecuén (2014) Hinter diesem Film steckt die traurige Geschichte der argentinischen Stadt Epecuén. Der dortige See ­bescherte der Stadt einen Boom als Kurort. Lange ­Trockenperioden liessen ihn zusehends austrocknen, also grub man in den 1970ern einen Kanal zu höher­ gelegenen Seen. Als Jahre später die Regenfälle wieder einsetzten, wurde die Stadt überflutet. Die Ruinen ­wirken zugleich gespenstisch und wunder­ schön. Die Mauern sind alle mit einer Salzschicht überzogen, was die Kulisse wie aus einem Guss wirken lässt. Aber man wusste nie, wie robust das Material sein w ­ ürde. Riesige Betonklötze konnten plötzlich ein­brechen, weshalb dies wahrscheinlich einer meiner ­gefährlichsten Filme war.

«‹Epecuén› war wahrscheinlich einer meiner gefährlichsten Filme.»


SEI ABER STRENG BLEIB ENTSPANNT Sie hat kein Auto, isst kein Fleisch und braucht kein Plastik. Schauspielerin FRANZISKA WEISZ lebt umweltbewusst. Missionarin ist sie aber keine. Ihr Credo: Du musst Menschen nicht bekehren, sondern mitreissen. Text NINA KALTENBÖCK  Fotos MATO JOHANNIK

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Nicht nur ihr Shirt, auch Schauspielerin Franziska Weisz selbst hat etwas zu sagen. Die 39-Jährige studierte Umwelt- und Entwicklungspolitik.


Vegetarische Ernährung ent­ deckte Weisz erst im Alter von dreizehn. Davor lebte sie von Blut­ würsten und ähnlich Herzhaftem.


A

ls Jugendliche wollte sie eigentlich ­Tierärztin werden. Aber irgendwie kam Franziska Weisz ihr schauspielerisches Talent in die Quere, passenderweise unter­ dem Titel «Hundstage». Bereits ihr erster Film, inszeniert von Regisseur Ulrich Seidl, gewann bei den Filmfestspielen von Venedig 2001 den Grossen Preis der Jury – und bescherte der 1980 in Wien geborenen Franziska Weisz eine grosse­ Schauspielkarriere, die sie unter anderem zur «Tatort»-Kommissarin beförderte. An ihrer Liebe zur Natur hat der Erfolg in der Kultur allerdings bis heute nichts geändert. Wenn Weisz, die ganz nebenbei am renommierten King’s College in London ein Studium mit dem Master ­Degree in «Development and Environment» abschloss, über Nachhaltigkeit, ­Klimapolitik und Tierschutz plaudert, weiss sie ganz genau, wovon sie redet. the red bulletin: Deine Liebe zu ­Tieren und zur Umwelt – gab’s die schon vor deinem Studium der Entwicklungs- und Umweltpolitik? franziska weisz: Und wie. Ich kann mich gar nicht an eine Zeit erinnern, in der das keine Rolle gespielt hat. Ich bin ja im Wienerwald gross geworden, und wir hatten immer einen Garten voller Tiere. Vorm Fahrradfahrenlernen sass ich schon auf einem Pferd. Und wenn mich keiner draufgesetzt hat, bin ich aufs Dach des Pferdestalls geklettert und aufs Pferd runter. Wenn wir spazieren waren und irgendwo ein zermatschter Salamander THE RED BULLETIN

gelegen ist, hab ich ihn nach Hause ge­ tragen und wollte ihn gesund pflegen. Damals war klar: Ich werde Tierärztin. Dass du keine Tiere isst, war wohl ebenso sehr früh klar – ich mein, welcher Arzt isst schon seine Patienten …? Nein, gar nicht. Bis ich dreizehn war, hab ich mich ernährt wie ein richtiger Karnivore. Meine Lieblingsspeise war Blutwurst, danach kam Schnitzel und dann Spaghetti bolognese mit ganz viel Gehacktem. Ohne Gehacktes hätte ich niemals ­Nudeln gegessen. Aber dann hab ich eine Doku­mentation über Tiertransporte und ­Massentierhaltung gesehen. Ich bin in Tränen ausgebrochen und hab seither kein Fleisch mehr gegessen. Seit Abschluss deines Studiums hat sich die Welt nicht unbedingt zum ­Besseren verändert. Stimmt. Leider. Der Planet ist wärmer geworden, das Konsumverhalten hat sich verschlechtert. Vielleicht kann man es als Verbesserung sehen, dass durch Technologie mehr Wege zum Recycling offenstehen, aber «zurück zur Natur» kommen wir wohl nicht mehr. Man kann maximal bereits begangene Fehler kaschieren. Was könnte die Lage denn verbessern? Müssen wir Opfer bringen? Wir sind eine Konsumgesellschaft. Das brauchen wir uns nicht schönzureden

– und das ist grundsätzlich auch nichts Schlimmes. Wenn man das nicht als ­Makel sieht, sondern als Chance, muss man Verhaltensänderungen auch nicht als Opfer sehen, sondern als Möglichkeit, etwas Positives bewirken zu können. In den Dingen, die wir täglich konsumieren,­ und der Art, wie wir konsumieren, s­ tecken ganz viele Antworten. Viele Menschen empfinden Forderungen des Natur- und Tierschutzes aber nach wie vor als Aufforderungen zum Verzicht. Wie kann man sie überzeugen? Zunächst einmal: Ich bin keine Missionarin. Ich würde nie irgendjemandem aufbürden, Vegetarier zu sein. Für mich ist es kein Verzicht, okay, aber es gibt andere, für die wäre es ein Verzicht. Mit Zwang läuft da gar nichts. Aber es wäre vielleicht ein wichtiger erster Schritt, mehr darauf zu achten, was man isst, und sich damit zu beschäftigen, woher unser Essen kommt. Man tankt ja auch nicht plötzlich Benzin in einen Diesel. Darauf kann und soll man schon aufmerksam machen. Die oft zitierte Macht des Konsumenten. Abgedroschen, aber nicht falsch. Wir ­können bei jedem einzelnen Einkauf einen Unterschied machen. Es gibt den CO²-Footprint und den Water-Footprint. Die Echtdaten, wie viel Frischwasser ich ­brauche, um ein Kilo Kartoffeln zu er­ zeugen oder ein Kilo Rindfleisch, kann man

«ACHTE MEHR DARAUF, WAS DU ISST:

DU TANKST JA AUCH NICHT PLÖTZLICH BENZIN IN EINEN DIESEL.»   65


«BEIM FAMILIENESSEN

POLITISCH ZU STREITEN WAR DER KLASSIKER.»

recht einfach recherchieren. Und wenn wir heimisches Rindfleisch essen, heisst das ja nicht, dass die Nahrung des Tie­ res auch aus dem eigenen Land kommt. Tut sie nämlich nicht. Es sei denn, es ist ausgewiesenes heimisches Weiderind. In dem Moment, in dem es mit Soja gefüttert wird, kommt das Futtermittel nämlich aus Süd­amerika. So einfach ist das. Was sagt man Menschen, die sich nur Billigfleisch leisten können und keine teure Bioqualität? Den Begriff «billig» muss man relati­vieren. Wir alle zahlen ja nicht den e­ chten Waren­ wert von Milch, Butter oder Fleisch. Das wird subventioniert. Und woher kommen die Subventionen? Von Steuergeldern. Da beisst sich die Katze in den Schwanz. Man muss es nur wissen. Genauso wie mittler­ weile jeder weiss, dass es nicht gut ist, Alu-Dosen ins Feld zu werfen oder Kurz­ strecken mit dem Flieger zurückzulegen. Ich glaub nicht, dass das jemand böswillig oder extra macht … Bist du dir da sicher? Kürzlich sind etwa Bilder durchs Netz gegangen, die zeigen, in welchem Zustand Besucher von Festivals ihre Zeltplätze verlas­ sen haben. Es hat ausgesehen wie ein Schlachtfeld aus Müll. Stimmt, damit muss man wortwörtlich aufräumen. Kennst du den Begriff «Tra­ gedy of the Commons»? Das ist genau das Ding. Kein Mensch würde zu Hause neben sein Klo pinkeln. Die gleichen ­Leute gehen aber in ein Restaurant oder auf ein Festival und machen dort genau das. Niemand schmeisst Plastiksäcke in seinen eigenen Garten. Aber wenn’s ein öffentlicher Park ist, machen’s alle. Und warum? Na, wahrscheinlich weil’s alle anderen auch machen. 66

Wenn du so für dieses Thema brennst, gelingt es dir, Freunde und Familie für deine Überzeugung zu begeistern? Da bin ich ziemlich zwiegespalten. Mir ist das gerade selbst ein bisschen zu viel Vegan-Boom. Alles, was ein Boom ist, nervt mich ziemlich schnell. Ich würde nie behaupten, dass ich in meinem Um­ feld jemanden zum Umdenken gebracht habe, aber ich geb dir ein Beispiel: Auf Filmsets geht es oft chaotisch zu. Alles muss schnell verfügbar und leicht sein. Des­wegen gibt’s da zum Beispiel Ein­ wegbecher ohne Ende. Also kaufe ich für das ganze Team Keramiktassen. Wenn du etwas in der Hand hast, das nicht aus Plastik ist und das du nicht einfach weg­ schmeisst, dann passt du automatisch besser darauf auf. Die Leute nehmen sich die Tassen am Ende sogar mit heim. Das finde ich schön. Welche ethischen Ansprüche hast du an dich selbst und welche an andere? Die exakt gleichen: zu versuchen, nicht auf Kosten anderer zu leben. Wie trittst du einem Klimawandel­ leugner entgegen? Vor kurzem hat in meinem Umfeld je­ mand gesagt: «Temperaturschwankungen gab es im Lauf der Erdgeschichte doch immer wieder.» Und dann denk ich: Was? Echt? Das muss ich mir im Jahr 2019 anhören? Dass es eh wieder die nächste ­Eiszeit gibt? Da beginn ich schon heiss­ blütig zu diskutieren, zitiere bestimmte Statistiken und mach mir dann eher keine Freunde. Aber es gibt mittlerweile sowieso kaum noch jemanden, der sagt: «Klimawandel kann ich mir nicht vor­ stellen». Es sei denn, er heisst Trump. Und der kauft ja Grönland. Dieser Hang zum Protest, ist dir der in die Wiege gelegt worden?

Nein, als Kind hab ich dafür eher eine draufgekriegt. Das war so der Klassiker – dass Familienessen politisch werden und man zu streiten beginnt. Bei uns waren es aber nicht die alten Männer, die be­ gonnen haben zu streiten. Sondern ich. Wie erreicht man jemanden, dem Tierund Umweltschutz völlig egal sind? Wenn jemand nicht komplett kalt ist, gibt es genug Bilder, die einen emotional berühren. Verhungerte Eisbären, die auf einer Scholle liegen. Wenn ich so etwas sehe, beginn ich zu heulen. Wie erklärst du dir, dass Persönlich­ keiten wie Greta Thunberg, die sich für die Natur einsetzen, so angefeindet werden? Manche Menschen haben einfach das ­Gefühl, man nimmt ihnen persönlich ­etwas weg. In der Politik funktioniert das ja nicht anders: Du kriegst Unterstützung, wenn du vermeintliche «Mängel» auf­ zeigst: «Das nimmt dir die Steuer weg, und schau, deinem Nachbarn geht’s viel besser als dir. Alle nutzen dich aus, und du bist nur der Depp. Wir helfen dir, dass du nicht ausgenützt wirst.» Ich kann mir vorstellen, dass es Stimmen gibt, die sa­ gen: «All diese kleinen Umweltschützer nehmen uns etwas weg. Die machen das Fleisch und den Strom teurer. Die wollen den Planeten schützen, aber ich kann meine Familie nicht mehr ernähren.» Ich glaube, dass es politische Parteien gibt, die genau dieses Denken auch befeuern. Schnell wird Tier- und Umweltschüt­ zern auch unterstellt, man betrachte sich als «heilig» und wolle sich elitär von der Masse abheben. Genau deswegen will ich eben niemanden bekehren, denn man wird oft als jemand hingestellt, der glaubt, er sei etwas Besse­ res. Das ist natürlich Blödsinn. Kann man es also so zusammenfassen:­ Es ist ein schmaler Grat zwischen ­Engagement und  … … Belehren? Ja! Styling SAMMY ZAYED/TATENDRANG Haare & Make-up CHRISTOPHER KOLLER T-Shirts KATHARINE HAMNETT THE RED BULLETIN


Wie man andere für Tier­ schutz begeistert? Weisz: «Es gibt genug Bilder, die emotional berühren.»


ONCE UPON A TIME IN AGUA DULCE

Wann immer jemand in Hollywood einen Stunt mit Pferden braucht, landet er bei der Familie Griffith in Agua Dulce bei Los Angeles. Niemand beherrscht halsbrecherische Kunststücke im Sattel besser – und das seit mittlerweile vier Generationen. Text HAL ESPEN  Fotos JIM KRANTZ


Gattlin, mit 20 der Älteste der Griffith-Brüder, in Aktion: Pferdestunts sind seit über 100 Jahren das Familien-Business.

69


Die vierte Generation einer TrickreiterDynastie: Callder (Mi.), mit seinen Brüdern Gattlin (li.) und Arrden.

W 70

ER DIE UNBEFESTIGTE STAUBIGE STRASSE ZUR RANCH der Griffiths in Agua Dulce hinauffährt, wähnt sich bald auf ­einer Art Abenteuerspielplatz im Wilden Westen: Man bemerkt rechts das Gerüst eines Indianer-Tipis, links lehnt eine alte Postkutsche am Hang. Weiters fällt der Blick auf allerhand Gehege und Reitplätze, einen zehn Meter langen, in der Sonne silbrig glänzenden Pferdetransporter, ­verschiedenste Sattelzugmaschinen, ein Wohnmobil, ein Motorboot, Quads, ­Motocross-Bikes, Trampoline sowie eine hoch auf­ragende Plattform aus Holz, die zum Üben von Stürzen dient. Ausserdem befinden sich auf dem ­Anwesen fünfzig gut trainierte Pferde, zehn Ziegen, acht Esel, vier Kühe, vier Hunde und zwei Katzen. Im lehmziegelfarbenen Ranchhaus leben ein Fisch und eine lebhafte Herde höflicher Griffiths: Vater Tad, der innovativste noch lebende Pferde­stunt-Trainer weit und breit, Mutter Wendy und ihre vier Söhne Gattlin Tadd, 20, Callder West, 18, Arrden Hunt, 16, und Garrison Cahill, 10.

Vor mehr als 20 Jahren haben sich Tad und Wendy, seinerzeit gerade schwanger mit Gattlin, hier angesiedelt. Heute ist Agua Dulce, ein paar Kilometer nordöstlich von Los Angeles, so etwas wie das Hauptquartier von Hollywoods StuntAbteilung. Das liegt erstens daran, dass sich der Ort innerhalb der legendären «Thirty Miles Zone» (abgekürzt TMZ, was auch den Namen der berüchtigsten Online-Tratschseite Hollywoods erklärt) befindet, die den Studios günstigere ­Produktionsbedingungen bietet. Und zweitens ist der Naturpark Vasquez Rock nur einen Katzensprung entfernt – ein Wunderland aus malerischen Felsforma­ tionen, die beste Westernkulisse jenseits des Monument Valley. Praktisch jeder Besitzer eines Fernsehers hat die Gegend schon gesehen: Sie lieferte das Bühnenbild für hunderte Cowboyfilme und TV-Serien – von «Bonanza» bis «Der Wilde Westen» –, ausserdem war sie Inspiration für den berühmten Felsen im Disney-Epos «Der König der Löwen». Am Esstisch der Ranch, direkt vor dem imposanten Schrank mit den vielen PokaTHE RED BULLETIN


len, gibt uns Tad Griffith, 56, mit hoher Stimme und in atemberaubendem Tempo einen Crashkurs in Sachen Familien-Business – es klingt wie ein mit doppelter Geschwindigkeit abgespielter Podcast.

E

r erzählt von Auftritten in berühmten Hollywood-Schinken von «Die Maske des Zorro» über «Wild, Wild West» bis «The Fast and the Furious», von seinen talentierten Söhnen, die sich sowohl als Stuntmen in TV und Werbung als auch als Schauspieler bereits einen Namen gemacht haben. Davon, dass sich hier Stars wie Charlize Theron, Tobey Maguire oder Keanu Reeves die Klinke in die Hand geben. Von der Kernkompetenz der Griffiths: «Unser Ansatz ist es, die wahnwitzigsten Tricks mühelos aussehen zu lassen.» Und natürlich gibt es auch einen Abriss der be-

eindruckenden Familiengeschichte. Die Tradition der Teufelsreiter beginnt vor über hundert Jahren, Ende des 19. Jahrhunderts, mit den aus der «Dust Bowl» von Oklahoma stammenden Urgross­ eltern der Griffith-Buben: Curley Griffith war leidenschaftlicher Rodeo-Clown und vielseitiger Meister der Unterhaltung – er konnte etwa von einem fahrenden Auto auf einen Bullen springen und ihn so zu Boden reissen. Seine Frau, die zierliche Toots, war dagegen eine waghalsige Zureiterin und beherrschte das sogenannte «Roman Riding» (dabei steht der Reiter mit gespreizten Beinen auf dem Rücken von zwei Pferden, die nebeneinander galoppieren). Trickreiten war keine rein amerikanische Erfindung, sondern eine Mischung aus Wildwest-Show und der Kampfkunst russischer Kosaken, die 1893 anlässlich

Bilder einer bewegten Familiengeschichte: Seinen Höhepunkt in der Publikumsgunst hatte das Trickreiten in den 1920er Jahren. THE RED BULLETIN

71


«WICHTIG IST DIE AUSWAHL DER PFERDE. MAN KANN FÜR DIE STUNTS NUR TIERE NEHMEN, DIE DAS AUCH WIRKLICH WOLLEN.»


Arrden, 16, bei der Aus­führung eines Hoch­­geschwindigkeitsmanövers.

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«WIR MÜSSEN BUCHSTÄBLICH DIE ZÜGEL AUS DER HAND GEBEN. WIR SIND DIE EINZIGEN REITER, DIE SO WAS MACHEN.»


der Weltausstellung in Chicago mit einer Truppe gastierten und dabei grosse Aufmerksamkeit erregten. In den 1920er Jahren erreichte der Trickreiter-Boom seinen Höhepunkt – ­gerade rechtzeitig für Curleys und Toots Sohn Dick, geboren 1913. Er gewann im zarten Alter von neun Jahren die Meisterschaft in der neuen Sportart. Das Wunderkind wurde schliesslich zur Legende, zuerst als Reiter beim Rodeo, dann, ab 1954, als Trainer. Wenig später heiratete Dick Griffith seine Schülerin Connie Rosenberger, ein schmalhüftiges, pferde­ verrücktes Mädchen aus Nebraska. 1962 kam Sohn Tad zur Welt.

T

ad Griffith sagt, dass es sein Vater Dick war, der das Trickreiten «durch sein feines Gespür für Stärke und Timing» revolutioniert und so den fabelhaften Ruf der Griffiths begründet hat. «Man tanzt mit dem Pferd», versucht er eine Erklärung der komplizierten ­Abläufe, «aber das Pferd führt, und es kon­trolliert den Takt.» Wichtig sei in ­erster ­Linie, immer die Kraft des Tieres zu nützen. «Mein Vater hat Folgendes heraus­gefunden», erzählt Tad, «wenn man beim Aufspringen auf das Pferd im vollen Lauf an das Hochspringen statt an das Auf­sitzen denkt, katapultiert einen das Pferd sonstwohin. Im Idealfall jedoch befördert einen das Pferd selbst und ganz von allein in den Sattel.» Überhaupt sei die Auswahl der Pferde für die Stunts ganz entscheidend. Man kann nur Tiere einsetzen, sagt Tad, die das auch wirklich wollen. Denn: «Wir müssen buchstäblich die Zügel aus der Hand geben und die Pferde müssen ihren Part allein machen, wir sind die einzigen Reiter, die dem Pferd die vollständige Kontrolle übergeben.» Eine Szene, die Tad 2003 für den Film «Seabiscuit» koordinierte, zeigt, welche Herausforderung das ist. Ein Jockey, ­gespielt von Tobey Maguire, stürzt von

e­ inem durchgehenden Pferd, wobei sein Fuss im Steigbügel hängen bleibt und er unter fürchterlichen Schmerzen hunderte Meter weit mitgeschleift wird. Um diese Szene zu drehen, hat Tad mühsam hundertmal das langsame Mitschleifen geübt, bevor er das Gefühl hatte, dass das Pferd diese Aufgabe auch in hohem Tempo bewältigen konnte. Trotz der eigenen Meisterschaft blieb Dick Griffith – zumindest was das Reiten anlangte – immer Tads grosses Vorbild. Er beherrschte, schwärmt sein Sohn bis heute, mehr Tricks als irgendein anderer Reiter vor oder nach ihm. Dicks Markenzeichen war ein Stunt, bei dem er im Schulterstand auf zwei Pferden über ein 44er Buick Fireball Cabriolet sprang. Aber die ständige Belastung forderte ihren Tribut. Um trotz der Schmerzen ­infolge wiederholter Verletzungen an ­seinen Hand- und Fussgelenken sowie an den Füssen weitermachen zu können, verwendete Dick gefrorenen Äther, um die betroffenen Stellen zu betäuben. Ähnlich schmerzbefreit verhielt er sich auch bei der Erziehung seines Sohnes und bei dessen Ausbildung zu seinem Nach­ folger. «Vor meinem Vater hatte ich mehr Angst als vor dem Tod», erinnert sich Tad. «Mein Vater war wohl der hartherzigste Mann, der je gelebt hat – und das hat auch ihm selbst nicht gutgetan.» Gegen Ende seines Lebens, erzählt Tad, «hatte mein Vater heftige Krampf­ anfälle und Kopfschmerzen, eine Folge all der Unfälle, Gehirnerschütterungen und Zusammenstösse. Damals gab es keine wirksamen Schmerzmittel – um die Schmerzen zu unterdrücken, trank er Alkohol.» Dick Griffith starb 1984 im Alter von 71 Jahren. Bei seinen Söhnen wollte Tad es jedenfalls anders machen. Nicht zuletzt, weil er kurz vor deren Geburt eine schwere berufliche Krise zu bewältigen hatte. Zuerst kündigte man ihm unerwartet einen lukrativen Vertrag, der ihm über acht Jahre Auftritte bei der mittelalterlichen Dinner-

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«Roman Riding», das Stehen auf zwei Pferderücken, ist eine Nummer, die schon Urgrossmutter Toots beherrschte.

77


«MAN TANZT MIT DEM PFERD. ABER DAS PFERD FÜHRT UND KONTROLLIERT DEN TAKT.»

Tricks wie jener, den Callder, 18, hier zeigt, sind unglaublich gefährlich. Nur mit intensivem Training und kreativer Absicherung kann das Risiko halbwegs minimiert werden.

79


«MAN MUSS DIE KRAFT DES PFERDES NUTZEN, DANN BEFÖRDERT ES EINEN GANZ VON SELBST IN DEN SATTEL.»


Die jüngste Generation des Griffith-Clans zeigt, was sie kann. Ziel ist es, die wahn­ witzigsten Tricks mühelos aussehen zu lassen.

81


Wenn Gattlin (oben) und seine Brüder ihre Kunststücke vorführen, scheint die Schwerkraft vorübergehend aufgehoben.

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THE RED BULLETIN


Show «King Arthur’s Tournament» im Excalibur Hotel in Las Vegas garantierte. Und kurz danach, an einem Samstagabend im August 1998, bekam er drastisch vor Augen geführt, wie gefährlich der Job des Trickreiters wirklich ist: Seine Mutter Connie, 30 Jahre lang Tads Reitpartnerin und «die beste Trickreiterin, die je auf einem Pferd gesessen ist“, wurde bei einem kleinen Rodeo in Utah von ihrem eigenen Pferd erschlagen. Sie wurde nur 56 Jahre alt.

A

n dieser Stelle hätte die Familiensaga genauso gut zu Ende sein können, denn Tad Griffith überliess es ganz seinen Kindern, ob sie in seine Fußßstapfen treten wollten. «Wir durften selbst entscheiden», sagt Gattlin Griffith, der Erstgeborene, «will ich das wirklich? Oder bin ich nur in die ganze Sache hineingeboren?“ Doch, schönen Gruss vom Schicksal: Sie wollten es wirklich, alle vier. Und sie schafften es – ohne Drill oder Druck –, alle Tricks von ihrem Vater zu lernen, von denen der mit Abstand Wichtigste ist, nicht zu sterben. Heute sind prächtige Burschen aus ­ihnen geworden: Der 20-jährige Gattlin Tadd studiert Englisch an der University of California (UCLA), er ist Wortführer der Brüder und sieht mit seinem runden Gesicht ein wenig aus wie Leonardo DiCaprio; sein zwei Jahre jüngerer Bruder Callder West besucht seit Herbst das ­Santa Monica College, eine Partner­ hochschule der UCLA. Arrden Hunt, 16, versteckt seinen Hang zur Verträumtheit ­unter einer zimtbraunen Haarsträhne. Er ist der einzige der Brüder, der sich bisher ernsthafter verletzt hat: Im April hat er sich bei einer Vorführung den Knöchel gebrochen. Und Nesthäkchen Garrison Cahill, blaue Augen und ein Gesicht voller Sommersprossen, hat mit seinen zehn Jahren schon bei einer ganzen Reihe von Aufsehen erregenden Werbespots sein ­Talent als Schauspieler und Stuntman ­unter Beweis gestellt. Später werfen Gattlin und Callder die Quads an und zeigen mir das weitläufige Anwesen, die Bäche und die Höhlen, die das Abenteuer ihrer Kindheit waren. Oder die Stallungen. Die beiden behandeln ihre Pferde mit einer Zärtlichkeit, die den ­Tieren eher den Status von Familienmitgliedern verleiht als den eines Arbeitsgeräts. Auch ihre Namen beschliessen sie auf der Ranch liebevoll gemeinsam. Und immer paarweise, was einen eigenen Sinn von Humor offenbart: Nip und Tuck, Black und Blue, Jesse und James, Clash THE RED BULLETIN

Familienpatriarch Tad Griffith: «Pferde sind die nobelsten Lebewesen, die es gibt.»

und Titan, Dallas und Cowboy. Zwei der Kühe heissen übrigens Ben und Jerry, nach dem Speiseeis-­Hersteller. Es werden wohl noch ein paar Kapitel in der Familiensaga der Griffiths geschrieben werden, meint Gattlin: «Wenn ich mit meinem Studium fertig bin, werde ich nach Agua Dulce zurückkehren. Dann werden mein Vater und ich unsere Energie bündeln. Ich sehe da ein paar gross­ artige Sachen, die wir gemeinsam verwirklichen können.» Nachsatz: «Wir wurden mit diesem Vater geboren, und das war ein Geschenk – mit all dem, was er weiss und kann.» Für seine College-Bewerbung schrieb Gattlin Griffith einen Aufsatz über die Werte seiner Familie. «Jede Familie», heisst es da, «hat ihre eigene Art der Verbindung. Meine Familie ist verbunden durch den gefährlichen Kick unserer Performance. Und keine Erfahrung schweisst mehr zusammen als die gemeinsame Erfahrung, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen.»

Die Taurus World Stunt Awards hat Tad Griffith für Fast & Furious und The Last Castle gewonnen.

TAD GRIFFITH ÜBERLIESS ES GANZ SEINEN SÖHNEN, OB SIE IN SEINE FUSSSTAPFEN TRETEN WOLLTEN.   83


Die Schönheit der Natur entdecken

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LUKAS PILZ

Mit dem Schiff zur Abfahrt: der etwas andere Ski-Trip in Norwegen SEITE 86

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Reisen

Beim Abfahren gilt es keine Zeit zu verlieren: Auf den Lofoten wechselt das Wetter gefühlt alle zehn Minuten.

ARCTIC HAUTE ROUTE

SKIABFAHRT VOM GIPFEL ZUM MEER Ein Ski-Trip, für den du eine Schwimmweste brauchst: An Bord eines alten Dampfers sucht Reisejournalist Simon Schöpf in Norwegen nach dem perfekten Powder-Ride.

V

or jeder Tour der Check: Pieps, Schaufel, Sonde, Schwimmweste. Alles da. Sekunde … Schwimmweste? Ja, wer die Arctic Haute Route angeht, der muss sein Safety-Repertoire erweitern. Und seinen Horizont am besten gleich dazu. Klar,

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man könnte mit dem Auto Richtung Berg fahren. Aber mit einem 80 Meter langen Dampfer gibt sich der Tourenstart viel stilvoller. Angekommen, irgendwo auf den Lofoten am 68. Breitengrad Nord, ein gutes Stück nördlich des Polar­kreises: Die «MS Nord­

Autor Simon Schöpf trotzt der norwegischen Kälte.

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guide

REISETIPPS

NORDISCH BY NATURE

Ein Trip auf die Lofoten-Inseln erfordert – und belohnt – Geduld: Die Anreise erfolgt via Frachtschiff, das Wetter bestimmt den ­Zeitpunkt der Abfahrt.

Svolvær LOFOTEN

Einst transportierte die «MS Nordstjernen» Pakete, heute abenteuerlustige Skifahrer.

Norwegen Oslo

WISSEN

Alle Infos zur Lofoten-Reise: vom Skivergnügen zum Stockfisch-Schmaus.

LUKAS PILZ

SIMON SCHÖPF

Abhängen im Dreieck: Stockfisch wird hier zwei bis drei Monate getrocknet.

stjernen» ankert im schützenden Austnes­fjord, das ehemalige Post­ schiff ist unser schwimmendes Basislager für die nächsten drei Tage. Wir ­geben uns am Berg ganz den Elementen hin. Mit dem Schlauchboot geht es Richtung Ufer, die Skibrillen setzt man hier vorsichtshalber schon wegen der Gischt auf. Der Traum, der uns in den hohen Norden gelockt hat: die perfekte Abfahrt vom Gipfel bis ganz hinunter zum Meer, der Summit to Sea Ride. Anschnallen können wir die Ski bereits am eingeschneiten Strand von Laupstad. Das Ziel: der Sau­ tinden, 596 Meter hoch. Was in den Alpen nach einer ­gemütlichen Anfängertour klingt, ist in Nord­

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Die Skibrillen setzt man hier vorsichtshalber schon wegen der Gischt auf. norwegen eine statt­liche Unter­ nehmung. Gestartet wird nämlich auf Meeresniveau, die zu bewäl­ tigenden Höhenmeter korrelieren exakt mit der Höhe des Gipfels. Schnell ist die Baumgrenze über­ wunden, und wir befinden uns im schönen, offenen Gelände. Die «MS Nordstjernen» schrumpft bald auf die Grösse eines Spiel­

ANREISE Mit dem Flugzeug über Oslo nach Svolvær (Lofoten) beziehungsweise Tromsø, mit der Fähre über Bodø. REISEZEIT Die beste Zeit fürs Skitourengehen ist hier März und April. Meist liegt noch Schnee bis zum Meeresspiegel. Mit etwas Wetterglück findet man Abfahrten bis zum Strand vor. VERPFLEGUNG Die Arctic Haute Route rühmt sich mit ihren norwegischen Spezialitäten wie geräuchertem Heilbuttkaviar und Moltebeermarmelade. Speziell in der Region: der Stockfisch, «Norwegens ältestes Export- und Kulturgut». UNTERKUNFT Die «MS Nordstjernen» lief 1956 aus der Hamburger Werft und wurde bis 2012 als Transportschiff eingesetzt. Nach der Renovierung bietet sie heute Platz für 70 Passagiere, dem Transportmittel entsprechend in einer Doppelkajüte mit Dusche. VERANSTALTER Die Reise wird von der Norwegian Adventure Company für 2040 Euro pro Person angeboten. Auf die «MS Nordstjernen» schifft man entweder auf den Lofoten ein (und schippert dann nordwärts) oder in Tromsø (südwärts), die Reisedauer beträgt in beide Richtungen dreieinhalb Tage (mit drei vollen Skitagen).

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Reisen

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SAFETY FIRST

SO ENTKOMMST DU DER LAWINE

Der natürliche Feind des Tourengehers ist die Lawine. Oberster Grundsatz, du ahnst es: gar nicht erst in eine Lawine kommen.

EQUIPMENT Falls sich das Unglück einmal doch nicht vermeiden lässt, kann dir diese Ausrüstung das Leben retten:

2. LVS AKA LAWINENPIEPS: Du trägst den Mini-Transmitter ganz nah am Körper. Seine Pieps-Signale machen es Helfern leichter, dich in der Lawine zu orten und auszubuddeln.

3. AIRBAG-RUCKSACK: Den Airbag von Hand auslösen, und dein Rucksack bläht sich binnen Sekunden auf. Die Idee beruht auf dem ­so­genannten Paranuss-Effekt («Müsli-Effekt»): In einem fliessenden Medium wie einer Lawine setzen sich die ­volumenmässig grösseren Körper an der Oberfläche ab.

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kommt sie wieder raus!» Und tat­ sächlich, ein paar Schwünge mit guter Sicht liegen noch drin, die «MS Nordstjernen» wird wieder grösser, und wir freuen uns schon auf die wärmende Dusche in ­unseren Kajüten. Aber fast noch mehr auf das Abendessen an Bord. Auf dem Menu: Stockfisch­filet aus den Lofoten und Rentiersteaks. Zurück an Bord: Die «MS Nord­ stjernen» wirft ihren 3600-PS-­ Motor an und brummt Richtung offenes Meer. Der Wellengang wird höher, das Dessert muss man schon gut festhalten, will man noch was davon haben. Wir schippern weiter nordwärts, vor­ bei an den Vesterålen Richtung Kvaløya, wo wir am nächsten Tag bequem aufwachen. Heute scheint es das Wetter besser mit uns zu meinen, ein Sonnenfenster hat sich angekündigt. Schon auf dem Schlauchboot zum Ufer reisst der Himmel auf, und wir stehen bei Sonnenschein am Gråtinden (871 m), der Grauspitze. Kurz wird gejubelt, denn vor uns liegt: eine Abfahrt bis zum Strand, das Meer immer im Blick, jeder Schwung ein Genuss. Erforsche die Lofoten-Inseln auf der «MS Nordstjernen»: norwegianadventurecompany.com

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LUKAS PILZ

1. AVALUNG: Dieses schnorchelartige Gerät verbessert im Notfall deine Frischluftzufuhr. Es führt die ausgeatmete, CO²-haltige Luft seitlich ab und filtert frische Luft zum Atmen über ein Ventil aus dem Schnee.

zeugschiffs. Direkt hinter dem Boot schält sich nun der Higrav­ stinden aus dem Nebel, mit 1147 Metern die höchste Erhe­ bung der Lofoten. Die Gipfel hier haben die Anmutung der West­ alpen im Hosen­taschenformat: Schroff und unnahbar ragen sie direkt aus dem Fjord in den Him­ mel, einen 800er könnte man gut und gerne mit einem 4000er in der Zentralschweiz verwechseln, würde man am Foto u ­ nten das Meer wegschneiden. Auf der ers­ ten Passhöhe öffnet sich der Blick zum Ozean. Überall Wasser, ­überall Inselchen, egal in welche Richtung der Blick fällt. Der Golfstrom sorgt für an­ genehme Temperaturen, bitter­ kalt wird es hier auch im Winter nicht. ­Diese Meeresnähe sorgt aber auch verlässlich für einen Wetter­ wechsel im Zehnminutentakt, auf Schneesturm folgt Sonnen­ fenster folgt Schneesturm. «Auf den Lo­foten haben wir manchmal alle vier Jahreszeiten innerhalb ­einer Stunde», meint unser Guide Isaak. Prompt frischt sich der Wind zu einem Sturm auf und zwingt uns zum Abfellen. Wie Füchse auf der Jagd lauern wir auf ein paar Sonnenstrahlen, Isaak ist optimistisch: «Gleich

SIMON SCHÖPF

Drei Tage Powder verspricht die Tour der Norwegian Adventure Company.


Fitness

guide

KNOW-HOW

REINE KOPFSACHE Höher, schneller, weiter? So hilft dir dein Kopf dabei, deinen Körper zu Höchst­leistungen anzuspornen: SELBSTGESPRÄCHE Ordne und steuere deine Gedanken vor und während der Crunch-Time. Wer seine innere Stimme gezielt einsetzt, zum Beispiel durch positiv besetzte Schlüsselworte, ist eher zu Höchst­ leistungen imstande.

MENTALES TRAINING

ABFAHRT MIT AUFGUSS Seine Wüstenläufe machten Christian Schiester zum ­Ultrarunning-Star. Wo er dafür trainierte? In der Sauna.

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o ein Sauna­gang nach dem Workout ist etwas Feines. Die Muskeln entspannen sich, die Durchblutung kommt in Schwung, der Kopf wird frei. Was aber, wenn die Sauna zum Fitnessstudio wird? Wie bei Christian Schiester. Als sich der Ultrarunner auf seine Wüstenläufe vorbereitete, stellte er sich ein Laufband oder ein Fahrradergometer in die Holzkabine, heizte sie auf 60 Grad Celsius auf und spulte drei Stunden lang seine Kilometer ab. «Ich trank bis zu 15 Liter Wasser und achtete darauf, dass ich niemals allein in der Sauna war. Man weiss ja nie», sagt der heute 52-Jährige. Topfit war er dank diszipliniertem Trai-

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ningsplan aber sowieso. «Ich trainierte in der Sauna, um mir die Bedingungen vor Ort vorstellbar zu machen», so der Österreicher. Und es klappte. Als er beim Sahara-­Ultramarathon in Ägypten über eine Düne lief, zeigte das Ther­mometer seiner Armbanduhr 60 Grad. «Da ging’s mir richtig dreckig», erinnert er sich. Doch plötzlich hörte er seine innere Stimme sagen: «Schiester, jetzt hab dich nicht so. Du kannst das ­packen. Schliesslich war es in der Sauna auch so heiss.» Prompt war das Motivationsloch überwunden, und er kam nach 250 Kilometern Wüstenrennen als Zweiter ins Ziel. christian-schiester.com

«Ich trank bis zu 15 Liter ­Wasser und achtete darauf, nie allein in der Sauna zu sein.»

BILDER Stell dir möglichst bildhaft vor, wie du jeden einzelnen Teil deiner Challenge ab­ solvierst. Je authentischer dir diese Visualisierung gelingt, desto besser bist du auf den Ernstfall vorbereitet.

Christian Schiester, Red Bull-Ultrarunner

Schiesters Motto: «Quäle deinen Körper, sonst quält er dich!»

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PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL, HARALD TAUDERER/RED BULL CONTENT POOL

Mit zwanzig war er schwerer Raucher und Trinker, auf Anraten seines Arztes wandelte er sein Leben – und lief anderthalb Jahre später den New-York-City-Marathon (1990).

FLORIAN STURM

PROZESSZIELE Vergiss das grosse Ganze für einen Moment. Konzentriere dich stattdessen auf wichtige Einzel­elemente, die du bereits beherrschst. Das stärkt dein Selbst­ bewusstsein.


Uhren

guide

WASSERSPORT

DIE NÄCHSTE WELLE Schweizer Uhrenhersteller haben das Wellenreiten für sich entdeckt. Ein Blick auf drei völlig unterschiedliche Ansätze, Zeitmessung und Surfen aufs Brett zu bringen.

Die heutige Form des Wellenreitens geht zurück auf die 1950er-Jahre, als Amerika den Sport für sich entdeckte. Mittlerweile hat sich Surfen nicht nur in Europa ­eta­bliert: Bei den Sommerspielen 2020 in Tokio wird die Dis­ziplin zum ersten Mal Teil des olympischen Programms sein.

Impact Zone

RICHARD HALLMAN, TAG HEUER, ULYSSE NARDIN

ROGER RUEGGER

Ulysse Nardin

Mit hundert Exemplaren der bis 1000 Meter wasserdichten Deep-­ Dive-Taucheruhr unterstützt Ulysse Nardin die amerikanische Non-Profit-Organisation One More Wave, die Veteranen mit Surf-Therapien und passendem Equipment ­begleitet. Die 46 mm grosse Uhr kommt mit einem Titangehäuse mit schwarzer DLC-Beschichtung, Kronenschutzbügel und Heliumventil, im Inneren tickt ein Inhouse-Werk mit auto­matischem Aufzug (Cal. UN-320). Preis: ca. CHF 13.300.–

Dude

Clean Wave

Das Multitalent Kai Lenny (unter anderem Big-Wave-, Stand-up-Paddleund Kitesurfer) setzt bereits seit ein paar Jahren auf Uhren von TAG ­Heuer. Die bis 300 Meter wasserdichte Aquaracer im 43-mm-Edelstahl­ gehäuse ist mit einem mechanischen Werk mit automatischem Aufzug (Cal. 5) ausgestattet und dank ein­ seitig drehbarer Lünette auch für den Einsatz unter Wasser gerüstet. Das abgebildete Modell mit kratzfester Keramiklünette, Edelstahlgehäuse und -band gibt’s für CHF 2500.–.

Jüngstes Resultat der Zusammen­ arbeit zwischen Breitling und Kelly Slater ist die Superocean Automatic 44 Outerknown. Als Besonderheit verfügt sie über ein grünes Zifferblatt und ein passendes NATO-­Textilband aus Econylgarn, das aus Nylonabfällen – zum Beispiel von Fischernetzen – hergestellt wird. Die bis 1000 Meter wasserdichte Uhr wird von einem ­mechanischen Werk mit automatischem Aufzug (Breitling Cal. 17) angetrieben, das Gehäuse ist aus Edelstahl. Preis: CHF 3750.–

TAG Heuer Aquaracer

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Breitling Superocean

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Gaming

guide

EXPERTENPROFIL

DER «FIFA»-FAKTOR

MEHR ALS EIN SPIEL Als ultimatives Fussball-Game konzipiert, ­beeinflusst «FIFA» heute den Sport selbst.

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as erste «FIFA»-Spiel kam 1993 als Low-Budget-Produkt auf den Markt. Mittlerweile ist daraus das weltweit erfolgreichste Sportspiel geworden – mit über 280 Millionen verkauften Exemplaren. Die Vision, das Erlebnis Fussball möglichst wahrheitsgetreu auf die Konsole zu übertragen, ist erreicht. Nun nimmt eine neue Entwicklung ­ihren Lauf: «FIFA» beeinflusst den eigentlichen Sport. Klubs ­gehen hier auf Talentsuche, Fuss­ ball­profis studieren ihre Gegner und nutzen ihre Ranglisten-­ Position für das eigene Image. «FIFA»-Experte Simon Parkin aus England erklärt, wie genau das Game das Spiel erreicht hat. RANGLISTE MIT FOLGEN Vor jedem neuen «FIFA»-Release ver­ öffentlicht der Hersteller EA (Elec­ tronic Arts) eine Liste der 100 besten Spieler. 9.000 Statistiker werten die Daten von rund 18.000 Profis aus und ordnen sie 34 persönlichen Leistungsmerkmalen zu. Der Ruf der Liste ist so gut, dass Scouts sie heute sogar zur Talentsuche nutzen. Übrigens: In der diesjährigen Ausgabe des Spiels, «FIFA 20», belegen L­ ionel Messi, Cristiano Ronaldo, Neymar und Eden Hazard die obersten Ränge: Sie wurden mit 94, 93, 92 bzw. 91 Punkten bewertet. Doch nicht alle freuen sich über ihre Ergebnisse: Rio Ferdinand drohte scherzhaft, er würde EA in die Luft ­jagen, nachdem er in «FIFA 17» nur 65 Punkte für sein Passspiel bekam.

hatte, erklärte er, er habe Ronaldinhos Technik beim Elfmeter in «FIFA» genau studiert. «Es war, als würde ich auf der PlayStation gegen ihn antreten», so Amelia. «Ein wirklich merkwürdiges ­Gefühl.» HIER WERDEN MEGASTARS GEBOREN Publisher EA setzt alle Hebel in Bewegung, um sich die Lizenzen für Vereine, Spieler, Stadien und Kommentatorenstimmen zu sichern. Was das Unter­ nehmen dafür zahlt, ist ein gut gehütetes Geheimnis (es kursieren Gerüchte über neunstellige Beträge), aber hin und wieder reicht nicht einmal das. In diesem Jahr verlor EA die Rechte an ­Juventus Turin und nennt den Verein jetzt Piemonte Calcio. Die Ähnlichkeit zu den echten Spielern ist jedoch nach wie vor unverkennbar. Für die Fuss­ baller geht es weniger ums Geld – die

SIMON PARKIN «FIFA»-EXPERTE Der Spielekritiker berichtet für die englische Zeitung «The Observer» über Gaming-Themen. In seinem Buch «A Game of Birds and Wolves» erzählt er die wahre Geschichte einer Gruppe von Frauen, die im Zweiten Weltkrieg ein Spiel entwickelten, mit dessen ­Hilfe die Alliierten ­deutsche U-Boote über­listeten.

eigene «FIFA»-Figur ist ein regelrechtes Prestigesymbol g ­ eworden. Die Tatsache, dass David Beckham auf dem Cover für «FIFA: Road to World Cup 98» abge­bildet war, habe ihn weltweit zum gefragtesten Werbeträger der Fussballwelt gemacht, erklärte Andy Bell, Gründer der Sport-PR-Agentur Soap Box London. ES GEWINNT NEUE FUSSBALL-FANS «FIFA» geniesst Sonderstatus – die ­Macher müssen sich nicht selbst um prominente Werbeträger bemühen. NBA-Star LeBron James postete ein Foto seiner spielenden Söhne auf Instagram mit dem Kommentar «Dieses Spiel ist einfach der Hammer!». Und Justin Bieber twitterte an Rapper Drake: «Bald bin ich ‹FIFA›-Pro. Zieh dich warm an.» Tatsächlich ist durch das Spiel das Interesse an der Sportart selbst gestiegen. 2014 ergab eine Umfrage des Sportsenders ESPN, dass 34 Prozent der Amerikaner sich auf einmal für Fussball inter­essierten, nachdem sie «FIFA» gespielt hatten. Matt Prior, Creative Director von «FIFA», sagt: «Viele Fans kommen erst über uns zum Fussball.» «FIFA 20» ist jetzt für PS4, Xbox One, Nintendo Switch und PC verfügbar; ea.com

An ihm kommt keiner vorbei: Jadon Sancho, der britische Megastar von Borussia Dortmund im neuen «FIFA 20»

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ELECTRONIC ARTS

SIMON PARKIN

PROFI-TOOL ZUR VORBEREITUNG Tatsächlich bereiten sich die Profispieler mit Hilfe von «FIFA» auf ihre Begegnungen vor. Alex Iwobi, Stürmer des Premier-League-Klubs FC Everton, erzählte, dass er zu Beginn seiner Karriere die Leistung von gegnerischen Spielern, die er nicht kannte, immer anhand von «FIFA» abschätzte. Nachdem der italienische Goalie Marco Amelia 2008 einen Strafstoss von ­Ronaldinho vom AC Mailand gehalten

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DIESE WOCHE VIEL AUFZUGLEISEN?

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Entertainment

guide

Am Geländer und durchs Gelände: der finnische Freeskier Antti Ollila

LÄNGER DRANBLEIBEN

Unfassbare Leistungen auf zwei Skiern und auf zwei Rädern – ob mit oder ohne Motor – bekommst du in ­diesem Monat auf Red Bull TV zu sehen.

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November   FILM

THE COLLECTIVE

Skifahren verbindet: Das ist die Botschaft dieses spektakulären Films, der an Orten rund um den Globus spielt – von den Berner Alpen über das Tiefschneeparadies Hakuba in Japan bis British Columbia in Kanada. Produziert wurde er von einem Kollektiv an Freeski-Stars wie u. a. Will Berman, Alex Hall, Mathilde Gremaud und Sarah Höfflin.

12

November   ON

DEMAND

ROB WARNER’S WILD RIDES

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine g ­ lobale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart-TV. Alle Infos: redbull.tv

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Neuland gesucht: In dieser Doku sucht Mountainbike-Legende Rob Warner ­weltweit nach unberührten Pisten zum Verschieben der eigenen Grenzen.

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Dezember   DOKU-SERIE

WESS DIARIES: SAISON-FINALE

Hinter den Kulissen des Finales: Diese Doku folgt den Stars der World Enduro Super Series zum GetzenRodeo im Erzgebirge, dem letzten Lauf der Saison.

MOTOGP™ FINALE

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November  LIVE

Als Weltmeister 2019 steht Marc Márquez bereits fest, bleibt die Frage: Kann der Spanier auch seinen HeimGrand-Prix gewinnen? Zum Saisonfinale startet die ­MotoGP™ in Valencia. Auf dem Circuit Ricardo Tormo ver­ langen die ausser­ gewöhnlich engen ­Passagen den Fahrern alles ab – und das vor bis zu 150.000 Fans. Die Zuschauer vor den Bildschirmen erwartet ­geballte Motor­sport­ kompetenz: Neben Motor­rad­legende Gustl Auinger und ExMotoGP™-Pilot Alex Hofmann erweitert Moto2™-Welt­meister und Testpilot Stefan Bradl das Expertenteam von ServusTV.

REINSCHAUEN: SERVUSMOTOGP.COM

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STEPHAN SUTTON, LUKAS PILZ/RED BULL CONTENT POOL, FUTURE7MADIA/RED BULL CONTENT POOL, GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL

Ausgewählt für dich: das Highlight des Monats


Events

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Oktober bis 5. April Ins TaschenParadies! Geliebt, begehrt und wie ein Schatz gehütet: Handtaschen. Rund 400 Exponate sind jetzt in einer grossen Schau zu sehen. Darunter Modelle von Prada, Chanel und Louis Vuitton. Inter­essanter Fakt: Die Hand­ tasche mit Henkel wurde im Jahr 1875 erfunden. Spielzeug Welten Museum, Basel; spielzeug-weltenmuseum-basel.ch

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November bis 1. Dezember Auf die Piste! Auf 2200 Metern über dem Meer, das gross­artige Alpen-Panorama vor Augen, dazu allerfeinste Beats: Beim Polaris ­Festival werden 30 Acts die Pisten im Ski-­ Resort von Verbier vibrieren lassen. Das Line-up lässt Grossartiges erwarten: Mit dabei sind u. a. die House-Helden Omar-S, Boo Williams und Waajeed, die TechnoGranden Seth Troxler, Craig Richards und Mirko Loko sowie die Chill-out-Exper­ ten Paquita, Willow und Audrey Danza. So macht auch die Kälte Freude! Verbier; polarisfestival.ch

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guide Dezember An die Controller! Während der Red Bull Gaming World geht das mit Spannung erwartete Finale der Itemania über die Bühne (Offline-Quali­ fier an der SwitzerLAN, 21. bis 24. November). Besonders ­interessant wird der Start: Dort müssen die Spieler bei der Ver­ steigerung der zur Verfügung stehenden Items Verhand­ lungsgeschick beweisen. Verkehrshaus, Luzern; redbull.com

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bis 16. November Zürich tanzt Floating Points feiert mit seiner neuen Live-Show Premiere, KitschKrieg liefern einen ihrer seltenen Auftritte, La Fleur ist da, Lefto auch und natürlich der grosse Carl Craig (Bild) – sie alle geben sich beim Red Bull Music Festival an verschiedenen Locations in ­Zürich die Ehre. Ausserdem geplant: ein tiefer Einblick in die Geschichte der Street Parade, eine Ausstellung über elektronische Musikinstrumente und ein Workshop mit Produzent Feldermelder. Zürich; redbull.com/zurich

MATTHIAS HESCHL/RED BULL CONTENT POOL, WWF

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und 17. Januar Selbstbewusst Chef sein Beim 8. Worldwebforum diskutieren Amazon-Manager Victor Luo, iart-CEO Valentin Spiess, Bright-MachinesCEO Amar Hanspal (Bild) und viele weitere Top-Speaker über die Veränderung der Arbeitswelt, konkret den ­Zusammenbruch hierarchischer Strukturen. Pioniere, Nerds, Freigeister, Vordenker, Entrepreneure und Aus­ senseiter werden sich an dieser These reiben. Das The­ ma zum Zustand: «Wanted: Leader» – wie funktioniert selbstbewusste Führung in Zeiten des Umbruchs? StageOne, Zürich; worldwebforum.com

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IMPRESSUM

THE RED BULLETIN WELTWEIT

Aktuell ­erscheint The Red Bulletin in sechs Ländern. In der Coverstory der Deutschland-­Ausgabe verrät Rapper Bausa seine sieben ­goldenen Regeln für eine erfolgreiche Karriere. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com

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Chefredakteur Alexander Macheck Stv. Chefredakteure Andreas Rottenschlager, Nina Treml Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (stv. CD), Miles English, Tara Thompson Head of Photography Eva Kerschbaum Deputy Head of Photography Marion Batty Photo Director Rudi Übelhör Textchef Andreas Wollinger Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Freie Mitarbeiter Jakob Hübner, Werner Jessner, Alex Lisetz, Stefan Wagner Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de ­Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas, Tahira Mirza Head of Commercial & Publishing Management Stefan Ebner Publishing Management Sara Varming (Ltg.), Ivona Glibusic, Bernhard Schmied, Melissa Stutz, Mia Wienerberger B2B-Marketing & Kommunikation Katrin Sigl (Ltg.), Agnes Hager, Teresa Kronreif Executive Creative Director Markus Kietreiber Co-Publishing Susanne Degn-Pfleger, Elisabeth Staber (beide Ltg.), Mathias Blaha, Vanessa Elwitschger, Raffael Fritz, Marlene Hinterleitner, Valentina ­Pierer, Mariella Reithoffer, Verena Schörkhuber, Julia Zmek, Edith Zöchling-Marchart Commercial Design Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch, Simone Fischer, Martina Maier, Florian Solly Anzeigenservice Manuela Brandstätter, Monika Spitaler Herstellung Veronika Felder Produktion Walter O. Sádaba, Friedrich Indich, Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Sandra Maiko Krutz, Nenad Isailović, Josef Mühlbacher Operations Michael Thaler (MIT), Alexander Peham, Yvonne Tremmel (Office Management) Abo & Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus ­Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), ­Victoria Schwärzler, Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Strasse 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-0 Fax +43 1 90221-28809 Web redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Strasse 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Gerrit Meier, Dietmar Otti, Christopher Reindl

THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Nina Treml Lektorat Hans Fleissner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy KirnbauerWalek, Belinda Mautner, Klaus Peham, Vera Pink Country Channel Management Meike Koch Media Sales Marcel Bannwart (D-CH), marcel.bannwart@redbull.com Christian Bürgi (W-CH), christian.buergi@redbull.com Abo The Red Bulletin Leserservice, ­Postfach, CH-6002 Luzern, +41 41 329 22 00, abo@ch.redbulletin.com Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, 90471 Nürnberg

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Christian Eberle-Abasolo Lektorat siehe entsprechenden Eintrag bei der Schweiz Publishing Management Bernhard Schmied Sales Management The Red Bulletin Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Thomas Hutterer, Stefanie Krallinger Media Sales Gerald Daum, Franz Fellner, Wolfgang Götz, Christopher Miesbauer, Nicole Okasek-Lang, ­Jennifer Sabejew, Johannes Wahrmann-Schär, Kristina Krizmanic (Team Assistant) anzeigen@at.redbulletin.com Sales Operations & Development Stefanie Boruta (Ltg.), Anna Schönauer

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must-haves

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1 THERMOBECHER AUS EDELSTAHL

Der Travel-Thermobecher hat neben seinem perfekten Auftritt einige Vorzüge: Dank einem zweistufigen Verschluss lässt er sich einfach reinigen, man kann von allen Seiten wie aus ­einem Glas trinken, und er ist dicht. Seinen Inhalt hält er für 6 Stunden warm oder kalt. Inhalt: 350 ml | Grösse: 7 × 17 cm. norkind.ch

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3  MALBUNER PARTY STICKS – 4 IKONISCHES DER KLASSIKER GLANZSTÜCK Wer in der Schweiz kennt sie nicht, die beliebten Malbuner Party Sticks. Die verführerischen Packungen findet man genauso in Schultaschen wie Aktenkoffern, und zum Apéro dürfen sie auch nicht fehlen. Die herzhaften Salami-Sticks aus Schweizer Fleisch passen zu jeder Gelegenheit – zum Teilen oder einfach zum Selber-Geniessen. malbuner.ch

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Perfekter Abgang

Wie Pelé und Neymar, die Helden seiner Kindheit, wollte Felipe Gustavo eigentlich Fussballer werden. Doch dann tauschte er den Ball gegen ein Brett aus – der Rest ist Street-Skateboarding-Geschichte. In «All on Me» sinniert der in den USA lebende Brasilianer während einer Fahrt durch New York über die Entscheidungen, die ihn an die Spitze seines Sports gebracht haben. Video unter redbull.com

Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 8. Dezember 2019. 98

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