SCHWEIZ DEZEMBER 2018, CHF 3.80
ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
PLUS: WINTER - GEAR FÜRS NEUE JAHR
Ice Skiing auf dem Titlis Die weltbesten Freerider auf blankem Eis
DAS EXPERIMENT KONTROLLVERLUST
SUV by Renault KADJAR & CAPTUR
So machen Abenteuer Spass: Kadjar und Captur jetzt mit attraktiven Prämien. Angebote gültig für Privatkunden auf gekennzeichneten Fahrzeugen bei den an der Aktion beteiligten Renault Händlern bei Vertragsabschluss und Immatrikulation vom 01.11.2018 bis 30.11.2018. Berechnungsbeispiel: Captur Life TCe 90, 5,7 l/100 km, 127 g CO2/km, Energieeffizienz-Kategorie F, CO2-Emissionen aus der Treibstoff- und/oder der Strombereitstellung 30 g/km, Katalogpreis Fr. 18 500.–, abzüglich Swiss-Prämie Fr. 2 600.–, abzüglich Lagerprämie Fr. 1 300.– = Fr. 14 600.–. Durchschnitt aller erstmals immatrikulierten Personenwagen 133 g CO2/km. Renault empfiehlt
www.renault.ch
E D I TO R I A L
WILLKOMMEN
IM KOPF DER SIEGERIN NEU IM HEFT THILO MISCHKE
Als Auslandsjournalist und Reisereporter ist der 37-jährige Berliner rund 200 Tage pro Jahr auf Achse und trifft ständig aussergewöhnliche Menschen. Bei uns erzählt er ab sofort ihre Geschichten. Dieses Mal: von Nacho, einem Indigenen im Dschungel Panamas, der Mischkes Vorurteile sprengte. Auf Seite 14
«Bevor du auf Ski durch eine Eishöhle fährst, solltest du sie besser auf Gletscherspalten untersuchen», erzählt unser Fotograf Oskar Enander. Gut, dass sich Freeskier Santiago Guzman (Bild) freiwillig für den Job meldete. Downhill auf blankem Eis, auf den Gletscherhalden des Titlis: ab Seite 20
Viel Spass beim Lesen! Die Redaktion
« Was ich mache, wenn ich denke, ich packe es nicht? Nicht mehr denken!» Extrem-Hindernisläuferin Vanessa Gebhardt gibt Tipps, wie du Herkules-Aufgaben schaffst. Ab Seite 48
ZIEMLICH NASS GEMACHT UNSER SELBSTVERSUCH
Wie geht Rennrutschen? Das zeigte der Deutsche Meister Sven Schubert (v.) Fotograf Konstantin Reyer (Mi.) und dessen Assistent Roland Zygmunt. Ab Seite 58
HERHÖREN! MARC BAUMANN
Grosse Podcast-Kunst können nur die Amerikaner? Nicht doch: Autor und Podcast-Fan Marc Baumann (u. a. «SZ-Magazin») empfiehlt deutschsprachige Titel mit Suchtpotenzial. Ab Seite 68
OSKAR ENANDER (COVER)
BLAGOVESTA BAKARDJIEVA, JOCHEN SCHIEVINK
MITTEN IM EIS SANTIAGO GUZMAN
Auf der Piste das Letzte aus sich herausholen, nie aufgeben und vor allem: extrem hart für den Erfolg arbeiten – in all diesen Punkten ist Lindsey Vonn eine Meisterin. Der Ski-Superstar gewann bisher 82 Weltcuprennen – mehr als jede andere Athletin. In ihrer letzten Saison hat sich Vonn ein noch grösseres Ziel gesetzt: die meisten Weltcupsiege überhaupt (Stichwort: Ingemar Stenmark). Wir haben die grösste lebende Skifahrerin beim Training, im Blitzlicht und zu Hause begleitet. Eine Kämpferin in Nahaufnahme, ab Seite 38. Was Sie noch in diesem Heft erwartet? Der Schweizer R ’n’ B-Star Danitsa, der effizienteste Akku der Welt und eine Marathon-Kajaktour durch Kanadas Wildnis.
SATZ DES MONATS
THE RED BULLETIN
3
I N H A LT The Red Bulletin Dezember 2018
38
COVERSTORY
20 « ES IST WIE SKIFAHREN AUF STAHLPLATTEN»
INDSEY VONN Schmerzen, Siege, Rekorde: L Die Ski-Ikone geht in ihre letzte Saison
Abfahrt auf blankem Eis: extreme Runs in den Schweizer Alpen.
5-MINUTEN-COACH
30 DIE ERSTE MARSIANERIN Alyssa Carson, 17, und ihre Reise zum roten Planeten.
SERIEN
48 «VERTRAUE DEINEN SUPERKRÄFTEN»
Die deutsche Extrem-Hindernisläuferin Vanessa Gebhardt zeigt dir den Weg zu mehr Biss.
32 DER NEUE VON «NARCOS»
E-MOBILITY
Die Kreisel-Story – oder wie drei österreichische Brüder mit einem Elektro-Akku unser Leben verändern.
Vom Ghetto nach Hollywood: Michael Peñas Weg in die Schauspieler-Oberliga.
STARKE MUSIK
34 « UNSER EGO IST UNSERE SUPERPOWER» Der neue Schweizer R ’n’ B-Star Danitsa über Egoismus als Kraftquelle.
EXPERTEN-TIPPS
36 SÜDAFRIKAS INSIDER-MUSIK-ACTS
Empfehlungen von Sänger und Songwriter Petite Noir – unbedingt reinhören!
IKONE
38 IRON LADY LINDSEY VONN
4
SELBSTVERSUCH
58 SO WIRST DU RENNRUTSCHER
50 GEBRÜDER KREISEL Das Erfolgsrezept der Erfinder der effizientesten Batterie der Welt
Wasserrutschen ist in Deutschland Trend. Unser Autor forderte den Serienmeister zum Duell in der Röhre.
PODCASTS
68 DAS MEDIUM DER STUNDE
Zum Boom der schlauen Audio formate: 20 Hörtipps zu Themen wie Sex oder Karriere.
AUSNAHMEKÜNSTLER
Wie aus einem Mädchen aus Minnesota die erfolgreichste Skifahrerin der FIS-Ära wurde. Und was Lindsey noch vorhat. 6 GALLERY 12 ZAHLEN, BITTE! 14 KOLUMNE
50 BALLAST-REVOLUTION
JOCHEN SCHIEVINK
WELTRAUM-TRAUM
GIAN PAUL LOZZA, KONSTANTIN REYER, MICHAEL MULLER
74 TOP OF E-POP
Die vielumjubelte schottische Elektopop-Band Churches im Porträt.
16 FUNDSTÜCK 18 LIFE HACKS
96 IMPRESSUM 98 ACTION-HIGHLIGHT
68 SCHLAUE SENDUNG Sport, Humor, GeekKultur – wir empfehlen geniale Podcasts
THE RED BULLETIN
« Ich schlief beim Paddeln ein, musste fast kotzen. Aufgeben? Niemals!» EVA HOLLAND Teilnehmerin am Yukon River Kanu-Rennen. Seite 80
guide
DEIN PROGRAMM
80 REISEN Yukon River Quest: 715 Kilometer Paddeln durch Kanadas Wildnis
58
KURVENSPEED Red Bulletin-Redaktor David Mayer (links) beim RennrutschCrashkurs. Rechts: Serienmeister Sven Schubert
THE RED BULLETIN
84 FITNESS Training mit Ivan Dragos Sohn: Tipps von Boxer Florian Munteanu 86 GAME CONTROLLER Das Lenkrad, mit dem die Formel eins-Stars trainieren 87 ENTERTAINMENT Red Bull TV-Highlights, live und on demand 88 EVENTS Pflichttermine für die kommenden Wochen 90 WINTER SPECIAL Die beste Sportausrüstung und wo du dich damit zeigen solltest
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GA L L E RY
Sotschi, Russland
DÜSENJÄGER
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GETTY IMAGES
Hier sehen wir fünf Herren, die auf ihren Flyboards dem Meer entfleuchen. Das Funsport-Gerät wurde vom französischen Jetski-Fahrer Franky Zapata entwickelt, gesteuert wird es per Wasserdruck und Gewichtsverlagerung. Sehr mutige Nutzer wagen auf dem Brett sogar Rückwärtssalti, siehe den Versuch ganz rechts. zapata.com
THE RED BULLETIN
THE RED BULLETIN
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GA L L E RY
Churchill, Kanada
DINNER BEI NORDLICHT
COLE MOSZYNSKI
Der Mann serviert regionale Köstlichkeiten, Karibu und Elch zum Beispiel. Doch das Beste an Jared Fossens Restaurant-Truck (Reifen mit 1,7 Meter Durchmesser!) ist der Ausblick durch die Fenster: Hier, in der Einsamkeit der Provinz Manitoba an der Hudson Bay, gibt’s zum Abendessen Nordlicht serviert. dans-diner.com
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THE RED BULLETIN
THE RED BULLETIN
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GA L L E RY
Reims, Frankreich
HIER HEBT USAIN BOLT AB
Dass Jahrhundert-Läufer Usain Bolt, 32 (Mitte), bei diesem Rennen in die Luft geht, liegt nicht an seinem explosiven Start – er sprintet schwerelos! Und zwar an Bord eines Airbus A300 Zero-G gegen Astronaut JeanFrançois Clervoy (li.) und Designer O ctave de Gaulle. Der Anlass: die Präsentation einer Champagnerflasche für Weltall-Touristen.
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THE RED BULLETIN
REUTERS
THE RED BULLETIN
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ZAHL E N, B I TT E !
Der erste Mensch am Mond
«HOUSTON, DER ADLER IST GELANDET» Knapp 50 Jahre nach der Apollo-11-Mission schlüpft Ryan Gosling in die Rolle von Neil Armstrong – in dem aktuellen Kinofilm «Aufbruch zum Mond». Hier die ausserirdischen Zahlen der Reise:
Astronauten waren an Bord: Neil Armstrong, «Buzz» Aldrin und Michael Collins.
Kilogramm Mondgestein wurden bei der Mission gesammelt. Ein bis dato unbekanntes Mineral wurde «Armalcolit» getauft (Anfangssilben der Astronauten-Nachnamen).
218.000
Kilogramm wog der Weltraumanzug auf der Erde, 13,5 am Mond. Die Gravitation dort ist nur ein Sechstel so stark wie jene auf der Erde.
530.000.000
1
Menschen – 14 Prozent der damaligen Weltbevölkerung – fieberten live vorm TV mit.
Holzstück hatte Armstrong als Glücksbringer dabei – vom Propeller des Flugzeugs der Brüder Wright.
73
Stunden, 18 Minuten und 35 Sekunden dauerte die Mission.
25.400.000.000
45
Sekunden mehr Zeit für die Landung, und der Mondfähre wäre der Sprit ausgegangen.
Dollar kostete das Apollo-11-Programm der NASA.
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CLAUDIA MEITERT
Staatsoberhäupter hatten Botschaften aufgenommen, die, auf eine Siliziumscheibe gepresst, am Mond zurückgelassen wurden.
195
151
Meter mass die Trägerrakete («Saturn V») des Raumschiffs. 17 Meter grösser und 14-mal schwerer als die Freiheitsstatue.
81
Dollar erzielte der teuerste Apollo-11-Fanartikel bei einer Auktion: die Mond-Navigationskarte, signiert von Aldrin.
Minuten dauerte Armstrongs Mond-Spaziergang – nach seinem Funkspruch «Houston, hier ist Tranquility Base. Der Adler ist gelandet!»
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GETTY IMAGES
21,55
3
THE EVOLUTION CONTINUES AVA I L A B L E N O V E M B E R 5 T H | V I S I T B U R T O N . C O M / S T E P O N F O R M O R E D E TA I L S .
KO LUM NE
Thilo Mischke
BEGEGNUNGEN Ich will Nacho überreden, mich durch das Darién Gap zu führen. Ich habe Erfahrungen im Verhandeln mit Indi genen. Sie sind streng und fordern präzise. Nacho baut Yukka an, er hat Hühner, ein buntes Haus. Er kocht Tee aus Zitronengras, während er zu mir spricht. Wir müssen verhandeln, denn diese gefährliche Aufgabe kostet Geld. Ich spüre sofort eine besondere Nähe. Von ihm geht eine wärmende Sicherheit aus, wie von einem Lagerfeuer. Wir sitzen auf seiner Veranda. Ich bin fern von allem, was ich als Zivilisation bezeichne. «Ich bin in Ost-Berlin geboren», erzähle ich ihm. Weil uf dieser Welt existieren Orte, die nicht karto er wissen wollte, wo ich herkomme. Und dann kichert er, graphiert sind. Es sind die letzten weissen dreht sich zu seiner Frau, bestellt plötzlich Essen und Flecken. Magische Orte, die mich anziehen. sagt – auf Russisch: «Wir Kameraden müssen zusammen halten. Freundschaft!» Ich muss dorthin, muss von dort aus berichten und er Ich schlucke, nein, verschlucke mich an meinem Tee. zählen. Für mich und für andere tue ich das. Er steht auf, legt die Hand auf meine Schulter und be In 15 Jahren Journalismus, nach unzähligen Auslands reisen, überstandenen Gefahren und Krankheiten, nach ruhigt mich: «Wir werden die Expedition schaffen», sagt Geschichten, die mich haben weinen er, wieder auf Russisch. Nacho geht oder lachen lassen, habe ich einen davon aus, dass ich ihn verstehe, Ort gefunden, der unüberwindbar, nur weil ich in einem sozialistischen ja unbetretbar schien: das Darién Land aufgewachsen bin. Und er hat Gap (spanisch: Tapón del Darién; recht. Ich spreche Russisch, schlecht, Anm.) zwischen Panama und Kolum aber ausreichend, um U-Bahn-Fahr bien. Ein schmaler Streifen Urwald, karten und Wodka zu kaufen – oder der die berühmte Panamericana, die zehn Kuna davon zu überzeugen, Route 1, unterbricht. Ein Urwald, mich in den Urwald zu begleiten. so dicht, dass er einen verschluckt. «Morgen um acht Uhr geht es los», Giftige Schlangen, handtellergrosse sagt er. Und dann will ich wissen, Spinnen, Drogenkuriere und Flücht warum dieser Mann, der am Ende linge auf dem Weg in die USA. Dort der Welt, zumindest das Ende, wie wollte ich hin. Und ich habe es nicht es sich für einen Ostberliner dar stellt, Russisch kann. geschafft. Zwei Anläufe, zwei ab «Viele denken, wir Indianer leben gebrochene Expeditionen, weil das in unseren Wäldern und verändern panamaische Militär mich dort nicht uns nicht», sagt er. «Aber das stimmt wollte, weil die Waffen der Drogen Nacho, der Indigene aus kuriere zu locker sassen. nicht. Ich habe fünf Jahre in der dem Urwald Panamas, Der letzte und dritte Versuch Ukraine gelebt und Naturschutz an und ich, wir sind Brüder. wurde von Nacho gerettet. Er ist kein der Universität in Kiew gelehrt.» Er Kolumbianer, kein Panamaer, er ist erzählt es, als wäre es das normalste In einer Welt, die keine Kuna. Ein Indigener. Ein Mann aus der Welt. Aber es ist normal. Bruderschaft erlaubt. einer anderen Welt. Die Globalisierung macht es mög lich, dass ich in den Urwald fahren Die Kuna siedeln an der Ostküste kann und er nach Kiew. Die Globalisierung macht uns zu Panamas und in Kolumbien, leben in diesem Wald, der Freunden, und ich habe das lernen müssen. Nacho, der uns tötet und sie ernährt. Ich bin in einem ihrer Dörfer Kuna, der Russisch spricht, ist kein Indigener, kein Mann gestrandet, Armila, kurz hinter der Grenze von Panama. aus dem Wald. Er ist ein Bürger dieser Erde wie ich. Er Wellen so hoch wie Einfamilienhäuser krachen an den verlangt dasselbe von der Welt wie ich. Wir sind Brüder, Strand, Krokodile laufen nachts durch den Ort, hinter in einer Welt, die keine Bruderschaft erlaubt. Das macht lassen eigenwillige Spuren und Eier im Sand. Häuser, uns stolz, wir stossen mit Zitronengrastee an und sagen bedeckt mit Stroh, und tausende Jahre Geschichte. laut: «Druschba!» Inmitten der Häuser sitzt Nacho, augenvergrössernde Zehn Tage später schreibe ich ihm eine SMS – aus Brille, ein Basecap auf dem Kopf, wie es nur Väter tragen. Panama-Stadt, auf Russisch. «Wir haben es durch den Zu weit oben, zu rutschig. Er wurde mir empfohlen als Darién geschafft. Ich danke dir.» jemand, der mit Menschen wie mir umgehen könne. Er ist 200 Tage pro Jahr unterwegs, Jetlag ist bei Korrespondent und Reisereporter Thilo Mischke (TVDokureihe «Uncovered») ein Dauerzustand. Auf seinen Expeditionen trifft der 37-jährige Berliner immer wieder Menschen, die ihn faszi nieren. Dieses Mal: Nacho, den Indigenen im Dschungel Panamas, der Mischkes Vorurteile sprengte.
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THE RED BULLETIN
MICHAEL TERHORST
BLAGOVESTA BAKARDJIEVA
THILO MISCHKE
A
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Profitieren Sie schon ab 10’000 Franken von den Vorteilen einer professionellen Vermögensverwaltung – und delegieren Sie Ihre Anlageentscheide an erfahrene Finanzexperten: cler.ch/anlegen
F U ND ST Ü CK
«Star Wars»
HAN SOLOS KULT-KNALLER
Er galt als präzis, zuverlässig und durchschlagskräftig. In der weit, weit entfernten Galaxie der «Star Wars»-Filmreihe war der «DL-44 Heavy Blaster» ä usserst beliebt: bei Militärs, Kopfgeldjägern oder Draufgängern wie Han Solo (Harrison Ford). I hren ersten Einsatz hatte die modifizierte Mauser C96 in «Die Rückkehr der Jedi-Ritter» (1983), wo sie mit Seitenfernrohr und Trichter am 14-ZentimeterLauf zum Kult-Knaller mutierte. Zuletzt liess sie Art direktor James L. Schoppe, der sie nach dem Dreh 1983 geschenkt bekam, versteigern. Erlös: 550.000 Dollar.
HENRY LEUTWYLER, PICTURE DESK.COM
Zielgerichtet: Harrison Ford (re.) als Han Solo mit seinem DL-44 Heavy Blaster und Freund Chewbacca
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THE RED BULLETIN
Photo © stefcande.com
ANOTHER BEST DAY
know no limit
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Abenteuer ist überall. Auf perfekt präparierten Pisten, auf einem jungfräulichen Hang ein paar Seillängen von einer Sesselbahn oder in einem kniffligen Buckelpistenfeld. Sei kreativ und kenne keine Grenzen. Eine Mischung aus Technologien die vom Alpinen Ski Weltcup und Freeriden inspiriert sind, ebnet nun den Weg für eine moderne und universelle Praxis: Skifahren in seiner ganzen Vielfalt!
L IF E HACKS
Winter-Special
SO BESIEGST DU DIE NATURGEWALTEN Smarte Lösungen für knifflige Probleme. Dieses Mal: wie du Alltagsgegenstände kreativ nutzt, um auf Glatteis und im Schnee voranzukommen.
WENN DIE FAHRBAHN EINFRIERT
Bau dir Notfall-Spikes aus Kabelbindern Dein Radweg ist ein spiegelglattes Himmelfahrtskommando, aber du musst um neun Uhr im Büro sein? Hier ein Trick für Radfahrer, die ihrem Bike auch im Winter treu bleiben.
2
Kauf dir Kabelbinder auf Vorrat (100 Stück gibt’s für ca. 5 Euro).
Richte die Köpfe der Kabelbinder (= deine Spikes) nach oben aus, bevor du sie ganz festziehst. Fahr los!
1 Schnall alle Kabel binder seitlich etwas zueinander versetzt um die Reifen.
WENN DEIN AUTO FESTSTECKT
WENN DU DURCH SCHNEE MARSCHIERST
Der alte Wüsten-Trick funktioniert auch im Schnee: Fussmatten unter die Räder legen, vorsichtig anfahren und den Extra-Grip nutzen.
Du willst zum Supermarkt, der Schnee liegt knöchelhoch, deine Stiefel sind nicht imprägniert? Reib ihre Aussenhaut mit einer Kerze ein und föhne das Wachs trocken.
Föhn deine Stiefel wasserdicht
2
SASCHA BIERL
1
ANDREAS ROTTENSCHLAGER
Hol die Fussmatten raus
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THE RED BULLETIN
COMING HOME
MOUNT FLOYEN JACKET Die Wintersport-Daunenjacke
A winddichtes, sehr reissfestes Aussenmaterial A gefüllt mit wasserabweisender, RDS-
zertifizierter HyperDry-Daune A Schneefang, Skipasstasche, RECCO-System
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Auf den Gletscherhalden des Titlis bei Engelberg geben die besten Freeskier der Welt die Kontrolle ab. Wieso? WEIL SIE ETWAS ÜBER SICH UND DAS LEBEN ERFAHREN WOLLEN.
Die Kontrollver-Lust Text WERNER JESSNER Fotos OSKAR ENANDER 20
William Larsson springt einen Backflip vor der archaischen Eiswüste des Titlis. Sein Kumpel Piers Solomon sagt: «Den Thrill von Ice-Skiing werden wir uns jetzt öfter geben. Es schult die Sinne.»
K ein Powder, dafür Gletscher, abgewehte Hänge – und ein Bündel Fragen: Kann man Eisfelder von Gletschern mit Skiern befahren? Wo es keinen Grip gibt, wo man weder steuern noch bremsen kann? Wo man beschleunigt wie im freien Fall? Ist es möglich, für ein paar Sekunden die Kontrolle abzugeben, sich der Natur auszuliefern und heil davonzukommen? Wie bereitet man sich auf etwas vor, was man nicht trainieren kann, dessen Wucht man erst spürt, wenn man mittendrin ist? Der Fotograf Oskar Enander und eine Handvoll der weltbesten Freeskier haben es ausprobiert. «Es war noch steiler als erwartet, noch ärger», erzählt Henrik Windstedt. «Das Eis fühlte sich an wie Stahl unter den Füssen, und der Kanten grip war tatsächlich null.» Trotz perfekter Visualisierung, trotz Routine und Können blieb das Unter nehmen zu einem Gutteil unsicher. «Für ein paar Augenblicke vertraust du dich den Naturgewalten an, so wie Big-WaveSurfer. Diese Erfahrung macht dich be scheiden und klein. Sie gibt dir Respekt vor der Umwelt», fasst Piers Solomon zusammen. «Totale Kontrolle ist eine Illusion. Es tut gut, sich das bisweilen vor Augen zu halten.» 22
1 . E R FA H R U N G
IM ZWEIFELSFALL GERADEAUS «Klarer Fall. Dieser Hang ist nicht fahrbar», sagte Oskar Enander, der Fotograf der Aufnahme, als er Johan Jonsson und Henrik Windstedt auf dieses Eisfeld zufahren sah. «Die Skier schlugen, bam-bam-bam!, richtig laut, dann waren sie auch schon unten. Es ging also doch.» Wie? Sie wählten den direkten Weg. Im Zweifelsfall geradeaus. Das gilt auf Eis (und bei heiklen Entscheidungen im Alltag).
2 . E R FA H R U N G
DAS ERSTE MAL BEFRIEDIGT DICH AM MEISTEN Seine Eltern sind Skilehrer, er steht seit Kindesbeinen auf Skiern, er ist der beste Freerider Argentiniens. Aber die Eiswände der Schweiz zwangen selbst Santiago Guzman in die Knie – und entliessen ihn am Ende mit einem breiten Grinsen aus dem Abenteuer.
3 . E R FA H R U N G
PLANE ANFANG UND ENDE. VERLIERE DAZWISCHEN DIE KONTROLLE. DAS IST OKAY Die Athleten (hier: Marcus Caston) wandten viel Zeit dafür auf, den perfekten Winkel für die Einfahrten in die Eisfelder zu finden – und Auslaufzonen auf Schnee zum Bremsen. Dazwischen war praktisch freier Fall. «Die Beschleunigung auf den Eisplatten war mega», sagt Henrik Windstedt.
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4 .   E R FA H R U N G
ANGST? SEHR GUT. GENAU DARAUF WIRST DU NACHHER STOLZ SEIN Extrem-Skifahrer Piers Solomon bezwingt ein gigantisches Eisfeld am Nordwesthang des Steinbergs. Bremsen, ausweichen, Kontrolle? Leider nein.
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5 . E R FA H R U N G
NUTZE DIE GELEGENHEIT. JETZT! Piers Solomon (hier im Sprung) und Fotograf Oskar Enander hatten diese bizarr schöne Stelle zwischen Fels und Gletscher entdeckt und für fahrbar be funden – für den Moment. «Ein paar Tage später kol labierte ein hausgrosser Eisbrocken und verschloss die Höhle. Diese Location gibt es nicht mehr.»
6 . E R FA H R U N G
TOTALE KONTROLLE IST EINE ILLUSION Das hier ist kein gepflegter Eislaufplatz in der Schräge, das ist Wildnis aus gefrorenem Wasser. Alle Warnsignale stehen auf Rot. Du konzentrierst dich auf deine Linie und lässt los. «Rodeo mit dem Berg», nennt Piers Solomon diese Erfahrung.
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HE RO ES
Alyssa Carson
DIE ERSTE MARSIANERIN
Mit drei Jahren beschloss Alyssa Carson, Astronautin zu werden. Heute ist sie siebzehn und kennt nur ein Ziel: den roten Planeten. Sie will der erste Mensch auf dem Mars sein. Und würde dafür die Erde aufgeben.
K
eckes Näschen, breites Lachen, offener Blick – was für ein sympathisches Mädchen. Alyssa C arson trägt wie so oft einen blauen Overall mit Aufnähern, die ihre Begeisterung für die unendlichen Weiten des Alls erahnen lassen. In der Hand hält sie einen Helm mit dunklem Visier. Es ist ein Outfit für Astronauten. Tatsächlich wird die 17-jährige US-Schülerin von Medien als erste Marsianerin gefeiert. Das ist mehr als nur ein Gag. Es kommt der Realität sehr, sehr nahe. Begonnen hat Alyssas besondere Geschichte mit drei Jahren. Sie sitzt vor dem Fernseher, schaut «The Backyardigans» (Die Hinterhofzwerge). Eine rosafarbene Ameise, ein Pinguin, ein Elch, ein Nilpferd und ein Känguru lassen darin fantasievolle Weltraumabenteuer beinahe Wirklichkeit werden. Aber eben nur beinahe. Alyssa sitzt wie gebannt vor dem Bildschirm, schaut und staunt. Und sie weiß: «Ich will Astronautin werden, und nichts und niemand wird mich davon abhalten.» Andere Dreijährige hätten diesen erstaunlichen Plan vermutlich schon zehn Minuten später vergessen. Nicht Alyssa. Unterstützt von ihrem allein-
NICHTS FÜR PENDLER
Alyssas Traum- Arbeitsplatz Der Mars ist 56 bis 401 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Ihn zu erreichen dauert sechs Monate. «Auch wenn ich nie wieder zurückkäme, würde ich die Mission machen», sagt Alyssa Carson.
Der Mars in Zahlen Durchschnittstemperatur: –63 °C Atmosphäre: 96 % Kohlendioxid 0,15 % Sauerstoff Luftdruck: 0,006 Bar (Druckanzüge essenziell) Einwohnerzahl: 0
erziehenden Vater Bert bleibt sie dran. Im Alter von acht Jahren wird sie in einem Space Camp mit dem «Right Stuff Award» ausgezeichnet. Mit fünfzehn erwirbt Alyssa ihre erste Raketen-Lizenz (Voraussetzung: Bau und Programmierung einer MiniRakete) und absolviert ein Astronautenprogramm, damit ist sie die Jüngste, der jemals offiziell Alltauglichkeit bescheinigt wurde. Ein Kinderspiel ist ihr Weg nicht. Sie geht ganz normal zur Schule, büffelt aber vier Sprachen – Englisch, Fran zösisch, Spanisch und Chinesisch. Dazu kommt Weltraumtraining mit allem Drum und Dran: Alyssa lernt enorme Fliehkräfte zu ertragen, in Schwerelosigkeit zu arbeiten oder mit rapiden Druck abfällen zurechtzukommen. Und sie wirbt als Botschafterin für Mars-Missionen. Auf Net flix war sie in der Dokumen tation «The Mars Generation» zu sehen. Ihr klares Statement: «Wer immer hinaufwill, ich bin dabei.» Bis dahin bleibt ihr noch Zeit – die erste Marsreise ist erst für 2033 geplant, weil der Mars, dessen Entfernung zur Erde zwischen 56 und 401 Millionen Kilometer schwankt, uns in dem Zeitraum sehr nahe kommt. Nach derzeitigem Wissensstand werden für die Reise rund sechs Monate veranschlagt. Der Planet selbst ist äußerst unwirtlich. Die Durchschnittstemperatur beträgt – 63 °C, die Atmosphäre besteht zu 96 Prozent aus Kohlendioxid. Viele Daten müssen erst noch erhoben werden. Von Alyssa? Zwei Optionen bewegen sie derzeit. Variante 1: den Mars erforschen und heimkehren. Variante 2: bleiben und den Planeten kolonisieren. Bereit ist sie in jedem Fall. Instagram: @nasablueberry
SOFIA MALAMUTE, SPACE FRONTIERS/HULTON ARCHIVE/GETTY IMAGES
«Wer auch immer zum Mars will. Ich bin dabei.» Alyssa Carson, 17, Astronautin in spe, arbeitet als Botschafterin ihres eigenen Traums: zum Mars zu fliegen
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HE RO ES
Michael Peña
dacht aufzugeben. Stattdessen war mein zweiter Gedanke: «Na gut, wie komme ich in die Top fünf, auch wenn ich nicht weiss bin?»
« DIE LEUTE IM GHETTO WAREN SEHR NETT»
Mittlerweile haben Sie in grossen Filmen mitgespielt, und Sie sind Familienvater. Mein Sohn ist zehn …
M
an kennt sein Gesicht aus Blockbustern wie «Der Marsianer» oder «Ant-Man» (beide 2015). Als Hauptdarsteller der neuen Staffel des Drogen-Dramas «Narcos» steht Michael Peña nun endgültig vor dem Durchbruch. Was es heisst, für seinen Erfolg zu kämpfen, weiss der Sohn mexikanischer Einwanderer nicht erst seit seiner Zeit in Hollywood. the red bulletin: Herr, Peña, in «Narcos» spielen Sie den legendären DrogenAgenten Kiki Camarena (der verdeckte US-Ermittler wurde 1985 enttarnt und von mexikanischen Drogenbossen ermordet). Stimmt es, dass Sie als Jugendlicher selbst die Welt des Ver brechens erlebt haben? michael peña: Bis ich zwölf war, lebte ich in der Strasse gegenüber von Douglas Park, einer damals sozial schwachen Wohngegend in Chicago, ein sogenanntes «Ghetto». Aber ich kann Sie beruhigen: Ab gesehen von Einbrüchen und 32
Michael Peña, 42, Optimist: «Jeder Mensch braucht Ziele im Leben, selbst wenn sie nur ganz klein sind.»
sonstiger Kleinkriminalität war es nicht so schlimm. Die Leute waren sehr nett.
brauchte man jemand Bekannten. Erst ab Nummer 15 gab es Chancen für Leute wie mich.
Mit «nett sein» allein konnten Sie diese Welt wohl kaum hinter sich lassen. Ich hatte eben andere Priori täten. Ich ging auf eine Privatschule, und unter uns Jungs gab’s positive Wettkämpfe: Wer hat die besseren Noten? Wer ist im Sport besser? Du brauchst Ziele, damit dein Leben lebenswert ist, selbst wenn sie nur ganz klein sind.
Was haben Sie gemacht? Mit neunzehn dachte ich erst immer: «Was für ein Mist!» Aber ich hatte nie daran ge-
Fiel es Ihnen immer leicht, Ihre Ziele zu erreichen? Na ja, als ich mit der Schauspielerei anfing, gab es für praktisch jeden Film folgende Beschreibung der Charaktere: «Hauptfigur – 35 bis 40 Jahre alt, stets weiss. Zweite Hauptfigur – 35 bis 40 Jahre, stets weiss.» Die erste Figur anderer ethnischer Herkunft kam an fünfter Stelle, aber dafür
Haben Sie sonst noch Erziehungs-Empfehlungen? Wir fragen ihn: «Was für einen Beitrag willst du leisten?» Je mehr sich ein Kind einbringt, desto mehr will es tun. Und wir putzen alle zusammen unser Haus. Das sind kleine Dinge, aber die sind mir wichtig.
DROGEN UND MILLIONEN: DIE ECHTEN NARCOS
Erschreckende Zahlen der realen Gegner von Netflix-Ermittler Kiki Camarena (Michael Peña). 5.000.000.000 US-DOLLAR Geschätzter Jahresumsatz des Guadalajara-Kartells zu seiner Blütezeit unter der Führung von Miguel Ángel Félix Gallardo alias «El Padrino» (in der Serie gespielt von Diego Luna).
1.000.000.000 US-DOLLAR Vermögen von Joaquín «El Chapo» Guzmán (gespielt von Alejandro Edda) im Jahr 2009. Der Chef des Sinaloa-Kartells wurde auch deswegen vom Magazin «Forbes» auf Platz 41 der einflussreichsten Menschen der Welt gewählt.
20.000.000 US-DOLLAR Aktuelle Belohnung für die Inhaftierung von Rafael Caro Quintero (Tenoch Huerta), dem Mitbegründer des Guadala jara-Kartells und späteren Kopf des Sonora-Kartells.
THE RED BULLETIN
CARLOS SOMONTE/NETFLIX, HO/AFP/PICTUREDESK.COM (3)
Der neue Star des NetflixDrogen-Epos «Narcos» über seine Jugend in Chicago, Picasso als Vorbild und einen prägenden Karriere-Tipp.
… und wächst wohl viel behüteter auf als Sie. Wie vermitteln Sie ihm Ihre Lebenseinstellung? Indem wir ihm beibringen, dass es da draussen etwas Grösseres gibt. Meine Frau hatte die Geduld, ihm jeden Abend eine Stunde lang über die Leistungen anderer Menschen vorzulesen. Das hat meine F amilie auch bei mir gemacht. Infolgedessen ist er sehr wissbegierig. Vor kurzem hat er mich gefragt, wie lange Picasso üben musste, bis er seine Blaue Periode erreichte.
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« UNSER EGO IST EINE SUPERPOWER» Der neue Schweizer R ’n’ B-Star Danitsa verrät, warum wir aufhören sollten, die Kraftquelle Egoismus brachliegen zu lassen.
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wiss Music Award» in der Kategorie «Best Act Romandie», «SRF 3 Best Talent» und ein Festivalsommer gespickt mit Auftritten, etwa beim Openair Frauenfeld, Europas grösstem Hip-Hop-Festival: Danitsa, 23, aus Genf ist mit ihrem Debütalbum «Ego» und ihrer eingängigen Mischung aus R’n’B, Rap, Soul und Trap so richtig durchgestartet. Uns verrät sie, wie man sein eigenes Ego als Kraftquelle nutzt, mit der man einfach alles schaffen kann.
Wir können sie anzapfen und dadurch mutiger werden. Wie zapfe ich die Kraftquelle Ego an? Indem du lernst, auf dich zu hören und nur das zu tun, was du auch wirklich willst. Wenn das so einfach ist, war um macht es nicht jeder? Weil wir von klein auf ein geimpft kriegen, dass Egoismus schlecht ist.
«Als Kinder kriegen wir eingeimpft, dass Egoismus schlecht ist. Das ist falsch.»
the red bulletin: Gut, dass wir uns endlich kennen lernen. Sag allen anderen ab, ich finde, ich bin die Idealbesetzung für dein nächstes Musikvideo! danitsa: Ach ja? Ich mag es, wenn jemand sagt, was er will. Wir finden bestimmt eine Rolle für dich.
Ich wollte eigentlich nur testen, ob die These deines Albums «Ego» stimmt. Be kommt man mit grossem Ego immer, was man will? Kommt drauf an, was man unter «Ego» versteht. Für mich ist Ego eine zutiefst positive Power, die in uns schlummert. 34
Dein Hit «Captain» feiert die Kraft unseres Egos. Du singst: «I’m the captain of my life now, if you want a seat, you better keep up with the speed.» Genau. Ich gebe einfach nichts mehr auf die Leute, die mich runterziehen wollen, weil ihnen nicht passt, was ich mache. Da kommen ziemlich abschätzige Kommentare von Menschen, die du noch nie im Leben getroffen hast, die nicht einmal im selben Land leben. Aber das ist okay, ich mache Musik nicht für diese Leute, ich mache sie für mich.
Und wenn jemand einen wunden Punkt trifft? Wenn jemand einen wunden Punkt trifft, kann uns das natürlich verletzen. Aber es erlaubt uns auch, über uns selbst nachzudenken und uns infrage zu stellen. Kritik ist etwas Konstruktives: Sie hilft uns dabei, uns zu verbessern. Nur dürfen wir unser Selbstvertrauen auch dann nicht verlieren, wenn sie schwer zu verdauen ist. Bringt uns ein starkes Ego unbeschadet aus jeder Situation? Nicht unbedingt, weil alles im Leben eine gute und eine schlechte Seite hat. Das Wichtigste ist, seine Gefühle zu steuern. In unserer Gesellschaft wird ein starkes Ego als etwas Negatives wahr genommen. Aber wenn wir etwas Positives daraus machen, kann unser Ego uns die Kraft geben, zu erreichen oder zu bekommen, was wir wollen. Wir müssen unser Ego als e inen Begleiter verstehen, der uns auf unserer Reise zur Seite steht. Danitsas Debütalbum «Ego» ist Ende 2017 bei Evidence Music erschienen. evidence-music.ch
NADJA STÄUBLI / RED BULL CONTENT POOL
REINER KAPELLER
Rapperin Danitsa aus Genf weiss, wie jeder von uns der Captain seines Lebens wird.
HE RO ES
Petite Noir
KAP DER GUTEN TÖNE
Welche Tracks und Künstler aus Südafrika musst du kennen? Petite Noir, bürgerlich Yannick Ilunga, zeigt uns die spannendsten Sounds seiner Heimat.
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er an südafrikani sche Musik denkt, denkt an Miriam Makeba oder Hugh Mase kela. Aber es lohnt, näher hinzuhören: Am Kap ent wickelt sich eine aufregende junge Szene – einer ihrer Stars ist Petite Noir. Mit seinen Electro-Pop-Sounds, polyrhythmischen Beats und politischen Texten gewann der 28-Jährige schon Fans wie Mos Def und Solange. Sein neues Mini-Album «La Maison Noir/ The Black House» erschien im Oktober 2018. Welche Songs ihn bei der A rbeit daran be gleiteten, verrät er hier.
BATUK «DANIEL» (2016) «Im Mittelpunkt dieses Kollektivs stehen die Sängerin Manteiga und Spoek Mathambo, einer der renommiertesten Musikproduzenten Südafrikas. Er hat mich stark beeinflusst. Als Batuk erschaffen sie diese unglaubliche panafrikanische Tanzmusik mit Künstlern und Sounds aus dem ganzen Kontinent. Gib dir unbedingt eine ihrer explosiven Liveshows.»
KHULI CHANA «TSWA DAAR» (2012) «Khuli Chana kommt aus afikeng, wo Motswako kultiM viert wird – ein Rap-Genre, das das lokale Setswana mit Englisch verbindet. Er feuert seine Rap-Salven wie aus dem Maschinengewehr, die Beats haben d iesen südafrikanischen Big-Drum-Sound. Er arbeitet mit seinen Wurzeln, statt amerikanisch klingen zu wollen – ich liebe das.»
Das visuelle Album, produziert gemeinsam mit Red Bull Music, gibt’s auf lamaisonnoir.com
«Was für ein Club-Knaller! Ich liebe, wie Sho ihre Muttersprache Tsonga mit Suaheli mischt – das lernte sie während ihres Auf enthalts in Tansania –, während sie zu diesem wahnsinnigen Gqom Beat rappt. Gqom ist ein Tanzmusik- Stil, der aus Durban stammend die Welt erobert. Die dunklen Beats funktionieren perfekt auf Underground-Rave-Partys.» 36
TYRONE BRADLEY
SHO MADJOZI «HUKU» (2018)
«Dieser Junge aus Kapstadt, ein echter Senk rechtstarter unserer Szene, ist im Moment mein südafrikanischer Favorit. Er bringt unsere M usik mit seinen RapSkills auf ein neues Level und repräsentiert stolz einen Teil des Landes, der viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt (er rappt in einem historisch stigmatisierten Kapstadt-typischen Akzent, Anm.). Watch out for YoungstaCPT!»
FLORIAN OBKIRCHER
YOUNGSTACPT «YASIS» (2017)
Die EISERNE Lady LINDSEY VONN startet in die letzte Saison ihrer grossen Karriere. Ein Ziel will sie noch erreichen: die erfolgreichste Skisportlerin aller Zeiten zu werden. Männliche Konkurrenz mit eingeschlossen. Das Geheimnis ihrer Siege: Niemals aufgeben. Niemals. Text SUSAN CASEY Fotos MICHAEL MULLER
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Lindsey Vonn auf einem ChampionAraber beim The Red Bulletin-Shooting im August auf einer Ranch in Santa Ynez, Kalifornien
«Ich dachte, ich hätte mir den Rücken gebrochen.» Lindsey Vonn über den schlimmsten Sturz ihrer Karriere in Turin 2006
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ALAIN GROSCLAUDE/AGENCE ZOOM/GETTY IMAGES
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er drückend heisse Tag über Los Angeles zerfällt in eine schwüle, neblige Dämmerung. Hinter dem neonbeleuchteten Fox Theatre in Westwood Village, Los Angeles, versinkt die Sonne glühend rot, schwarze SUVs mit getönten Fensterscheiben fahren vor, Menschenmassen drängen gegen Absperrungen, Red-Carpet-Security, Rockmusik pumpt aus Lautsprechern. Am Gehsteig trommelt ein Obdachloser auf Plastikeimern zur Musik. Schauspieler Mark Wahlberg und Regisseur Peter Berg fahren in mächtigen Cadillac Escalades vor, WWE-Kämpferin Ronda Rousey schreitet winkend und lächelnd über den roten Teppich. Da geht ein Raunen durch die Menge. Blitzlichter. Einen halben Häuserblock entfernt öffnet sich eine der hinteren Türen eines SUVs, ein Stiletto-Absatz fädelt sich aus dem Auto, gefolgt von einem langen muskulösen Bein und einem Kopf mit platinblondem Haar. Lindsey Vonn steigt aus, auf ihren hohen Absätzen ist sie 1,88 Meter gross. Sie trägt Der 82. Sieg im März 2018: ein langes schwarzes Neck Nur noch fünf holder-Kleid mit einem Schlitz Siege fehlen bis zum Oberschenkel, das den zum letzten Blick auf einen Weltklassegrossen Ziel. Quadrizeps freigibt. Obwohl sie selbst nie in einem Film mitgespielt hat, wissen selbst die Filmfans bei der Premiere des Actionstreifens «Mile 22» genau, wer da ihren Auftritt hat: eine der bekanntesten Sport lerinnen der Welt, eine Ikone des Skisports, eine Olympiasiegerin und Weltmeisterin und die einzige Amerikanerin, die jemals Abfahrts-Olympiagold gewann, Siegerin von – bisher – 82 Weltcuprennen.
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Man erkennt sie an ihren blonden Zöpfen, ihrem ittelwest-Lächeln – und man könnte sie wohl auch an M ihren Röntgenbildern erkennen. Sie hat Verletzungen erlitten, die jeden orthopädischen Chirurgen erschaudern liessen: Knochenbrüche, Bänderrisse, Gelenkrisse. So tiefe Prellungen und Hämatome, dass sie fast einen eigenen medizinischen Namen verdient hätten. Gehirnerschütterungen, Schnittwunden. Zerschmetterte Knöchel, Arme, Finger, Kniescheiben. Dinge, die passieren, wenn man mit 130 km/h gegen Hindernisse prallt. Einer der schlimmsten Stürze war jener in einem Trainingslauf bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin, als es Lindsey Vonn die Beine auseinanderriss und sie betonhart mit dem Rücken aufs Eis knallte. Es war jene Art von Unfall, bei der die Sanitäter zur Unfallstelle sprinten. «Ich dachte, ich hätte mir den Rücken gebrochen», erinnert sie sich. «Mein erster Gedanke war: Es gibt keine Möglichkeit, dass ich da wieder rauskomme.» Wie sich herausstellte, hatte sie sich zwar Rücken, Hüften und Steissbein heftig geprellt, aber ihre Wirbelsäule war wie durch ein Wunder noch in einem Stück. Als Vonn später versuchte, bloss mit Patientenhemd und Socken bekleidet das Krankenhaus zu verlassen, wurde sie am Aufzug abgefangen und zurück ins Zimmer geschoben. Zwei Tage später kehrte sie zu den Olympischen Spielen zurück und nahm an vier Rennen teil. Schmerzen wie jene, die Vonn in ihrer Karriere durchlitt, können Menschen ernsthaft traumatisieren. Vonn nicht. Sie ist nach allem, was sie durchgemacht hat, stärker, zäher und weiser als je zuvor. Im Februar 2018, bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang, gab sie bekannt, dass es ihre letzten Spiele sein würden. Trotz erdrückender Medienaufmerksamkeit, starker Windböen, vieler Ausrüstungsprobleme, der Trauer über den kürzlichen Tod ihres Grossvaters und der Konkurrenz durch eine neue, starke Generation von Rennfahrerinnen kam Vonn mit ihrer dritten Olympiamedaille nach Hause – Bronze in der Abfahrt. Weniger als vier Zehntelsekunden hinter Olympiasiegerin Sofia Goggia aus Italien. «Ich habe auf dem Berg alles gegeben, wie ich es mir vorgenommen hatte», sagt Vonn danach. «Sofia ist einfach besser gefahren als ich.» Mit 34 Jahren ist Vonn in der Zielgeraden ihrer aktiven Ski-Karriere angelangt. Sie ist längst eine Legende des Sports, sie hat nichts mehr zu beweisen. Doch ein letztes grosses Ziel hat sie sich noch gesteckt: die als unübertreffbar geltenden 86 Weltcup siege des Schweden Ingemar Stenmark aus den 1980erJahren zu übertreffen. Fünf Weltcupsiege sind in ihrer letzten Saison also nötig. 41
«Ich bin überzeugt, damit würde ich mich noch einmal auf eine andere Stufe bringen», erklärt sie. «Denn ich möchte nicht in Vergessenheit geraten, ich möchte ein Vermächtnis hinterlassen.» Wenn man Vonn und ihren Freund, den NHL-Star und Verteidiger der Nashville Predators, P. K. Subban auf dem roten Teppich beobachtet und die gemeinsame Ausstrahlung der beiden miterlebt – eine Ausstrahlung, die, so kommt es einem vor, ganz Los Angeles erhellen könnte –, ist es schwer vorstellbar, dass sie jemals in Vergessenheit geraten könnte.
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ange bevor Lindsey Vonn das Wort «schnell» im Damen-Skirennsport neu definierte, war sie Lindsey Caroline Kildow, ein einfaches Mädchen aus Minneapolis. Ihr Grossvater Don Kildow brachte ihr schon als Kleinkind das Skifahren bei, auf den gerade mal 310 Höhenmetern des lokalen Skigebiets Buck Hill in Burnsville, einem Vorort Minneapolis’. Als Vonn sieben Jahre alt war, schlängelte sie jeden Tag durch 400 Slalom-Tore, selbst in der Nacht unter Kunstlicht trainierte sie. Schon als Kind unterschied sich Vonn von anderen Rennläuferinnen. Sie lehnte sich in extremen Schräg lagen in die Kurven und blieb immer hart an der Falllinie, dem schnellsten Weg ins Tal. Höchstes Tempo, grösstes Risiko, in dieser Ausprägung ist das nicht zu lernen: Entweder man hat den Mut, die Spitzen der Ski gerade nach unten zu richten, oder man hat ihn nicht. Vater Alan Kildow, ein ehemaliger amerikanischer Junioren-Champion, dessen Rennkarriere durch eine Verletzung beendet worden war, erkannte das Talent seiner Tochter. Als sie zwölf war, entwarf er einen Fünfjahresplan für sie. Ziel: die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2002. Schritt eins: Die Kildows – Lindsey, die beiden jüngeren Schwestern Karin und Laura, die beiden jüngeren Brüder Dylan und Reed, Mutter Linda und der Vater – zogen von Minnesota nach Vail, Colorado. Das Trainingsgelände mass nun 22 Quadratkilometer und über tausend Höhenmeter. Für Vonns Rennlaufkarriere enorm wichtig – für ihre Geschwister bedeutete es, Freunde zurückzulassen und sich von dem einzigen Zuhause zu verabschieden, das sie je gekannt hatten. «Meine ganze Familie hat Opfer gebracht, damit ich Ski fahren konnte», sagt Vonn. Sie war 17 Jahre alt, als sie 2002 in Salt Lake City an ihren ersten Olympischen Spielen teilnahm. Platz sechs in Abfahrt und Slalom. Ein fulminanter Start.
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as riesengrosse Human Performance Lab von Red Bull in Santa Monica ist in den frühen Morgenstunden noch sehr ruhig. Die hoch modernen Maschinen, Gewichte, Spinningräder, Massagetische und Kryotherapie-Kammern warten auf die ersten Besucher des Tages – der allererste läuft mit wedelndem Schwanz herein: Lucy, Vonns Cavalier King Charles Spaniel.
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«Meine ganze Familie hat Opfer gebracht, damit ich Ski fahren konnte.» Lindseys Vater hatte den Plan, seine Tochter zur Rennläuferin auszubilden – deswegen musste die ganze Familie von Minnesota nach Colorado übersiedeln.
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Was Lindsey Vonn nach dem Ende ihrer Rennlauf karriere machen will? Haitauchen, Tennis spielen und Reiten.
Über ihr Rekord -Ziel der 87 Weltcup-Siege: «Ich möchte ein Vermächtnis hinterlassen.» Vonn selbst folgt wenige Augenblicke später, leicht humpelnd. Sie macht sich sofort an die Arbeit und lockert ihre Beine mit einem Hypervolt-Tiefengewebe-Massagegerät, bevor sie auf ein Fahrrad steigt. Sie trägt eine violette Trainingshose und einen orangen Sport-BH. Ihre Haare sind zu einem aufwendigen, den ganzen Kopf umfassenden Zopf geflochten. Es ist sieben Uhr – Vonn wird die nächsten drei Stunden nonstop trainieren. Der Ansatz des Human Performance Lab basiert auf Technologie. Hier wird nicht nur trainiert, hier werden die Athleten auch penibel vermessen. Das bedeutet unter anderem Bluttests zur Erhebung der mitochondrialen Funktion, der Kapillardichte oder der Reaktion des Immunsystems. Es sollen wirklich alle Schwächen eines Athleten erforscht werden, um punktgenau an ihnen arbeiten zu können. Schwächen in Vonns Fall? Das Wissen, dass die rohe Muskelkraft mit dem Alter abnimmt. Und dass ihre Gelenke nicht mehr die neuesten sind. Das bedeutet als zentrales Trainingsziel, grob gesagt: mehr Stabilität in ihr gesamtes System bringen. Der gesamte Körper muss die enormen Belastungen des Skirennsports tragen, nicht nur einzelne Gelenke.
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onn ist bekannt für ihre unglaubliche Arbeitsmoral. Sie trainiert härter und ausdauernder als jede andere Sportlerin, die zahlreichen mühsamen Comebacks nach Unfällen gar nicht eingerechnet. Besonders brutal traf es sie 2013: Kreuzund Seitenband im rechten Knie rissen, sie brach sich das Schienbein, liess sich operieren, baute das Bein mühsam wieder auf, kehrte auf die Rennstrecke zurück und verletzte sich dasselbe Knie erneut – nur schlimmer. «Mein Meniskus war gerissen. Sie hätten ihn fast entfernen müssen, was das Ende meiner Karriere gewesen wäre», erinnert sich Vonn. In der Folge verpasste sie die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi, kam erst in der Saison 2014/15 zurück – mit ein paar spektakulären Weltcupsiegen. Auch in den folgenden Saisonen gewann sie mehrere Rennen, brach sich aber auch den Knöchel, dann die Kniescheibe, dann den Oberarmknochen – jene Verletzung übrigens, die sie selbst als die qualvollste bezeichnet. Es mussten zwölf Schrauben und eine Metallplatte eingesetzt werden, um ihren Arm wieder zusammenzusetzen. Eine Operation, die Vonn mit bleibenden Nervenschäden zurückliess, Hand und Handgelenk blieben monatelang gefühllos.
Dazu passt Vonns Lieblingsbuch «Grit: Mit Begeisterung und Ausdauer ans Ziel», der Bestseller der Psychologin Angela Duckworth. Im Laufe der Jahre ihrer Forschung entdeckte Duckworth ein Muster unter absoluten Highperformen: dass sie selbst nach Rückschlägen mit vollem Einsatz weiterarbeiteten, weit über den Punkt hinaus, an dem andere längst aufhören würden. Wenn man Vonn beim Training im Human Performance Lab zusieht, deutet nichts darauf hin, dass sie am Vortag für einen Sponsor ein zwölfstündiges Fotoshooting bei 42 Grad absolvierte – Actionaufnahmen in voller Skimontur, während sie in einem Fake-Schneesturm aus mysteriösen Kunststoffflocken steckte. «Sie haben mir danach eine E-Mail geschickt, in der stand, dass das Zeug, das ich eingeatmet hatte, nicht giftig sei.» Sie lacht. «Obwohl alle anderen Masken trugen.»
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achdem sie Sotschi verpasst hatte, trainierte sie vier Jahre auf die Spiele in Pyeongchang hin – die letzten Spiele, an denen sie je teilnehmen würde. Für Lindsey Vonn hing sehr viel an diesen paar Minuten des Skifahrens. Als ein Reporter sie vor den Spielen fragte, ob sie im Falle eines O lympiasiegs den Präsidenten im Weissen Haus besuchen würde, sagte sie: «Ich kämpfe für mein Land und nicht für den Präsidenten» – und dass eine Jubel-Aktion in Washington, D. C., nicht vorgesehen sei. Sofort wurde ihr Social-Media-Account mit Hass-Kommentaren von Trump-Anhängern überflutet. «Ich hoffe, dass du dir den Hals brichst», schrieb einer. Und ein anderer: «Jedes Mal, wenn ich dich sehe, möchte ich mich übergeben.» Wenn sie nicht gerade irgendwo in der Welt unterwegs ist, hält sich Vonn meist in Vail auf, wo sie am Fuss des Bergs ein Haus mit fünf Schlafzimmern besitzt. In ihrem Wohnzimmer verdeckt ein eigens angefertigter Trophäenschrank eine ganze Wand. Oder sie ist in ihrem Wohnsitz an der Westküste in Sherman Oaks, einem ruhigen Vorort von Los Angeles. Vonns kalifornisches Haus ist hell und modern, hat dunkle Holzböden, viele abstrakte Gemälde an den Wänden, ein übergrosses Sofa und einen Billardtisch. Ja, und Hunde. Vonn hat drei davon, zwei grosse Wachhunde (Leo und Bear) und einen, der klein genug ist, um ihn in eine Tasche zu stecken und in ein Flugzeug mitzunehmen (Lucy).
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rüher Nachmittag nach dem harten WorkoutVormittag. Vonn kommt nach unten in die Küche. Sie trägt ein T-Shirt, Shorts und flauschige Hausschuhe mit Ohren dran. Mächtige Behälter mit Proteinpulver stehen auf einer Theke, in der Nähe eine Flasche Dom Pérignon und eine weisse Orchidee. Auf einem Schild an der Wand steht «Girl Boss». Subban folgt ihr wenige Minuten später in die Küche, auf der Suche nach Mittagessen. Er ist, abseits des Eis hockeyfelds, ein sehr freundlicher Kerl. Die beiden verbringen viel Zeit damit, liebevoll über die Witze des anderen zu lachen. 45
Ein Leben am Limit: «Ich bin ein wenig verrückt, auf jeden Fall.» Sie lernten einander bei den ESPY Awards 2017 kennen, einer glamourösen Veranstaltung in Las Vegas. «Ich habe einen unglaublich schönen dreiteiligen Anzug getragen – und es war wirklich verdammt heiss», erinnert sich Subban. Als ihm der Kommentator am Red Carpet das Mikrofon hinhielt und fragte, wie es ihm bei dieser Affenhitze unter all dem Stoff ging, antwortete Subban: «Es ist wirklich heiss hier. Aber es ist nicht annähernd so heiss, wie Lindsey Vonn aussieht.» Vonn, die in der Nähe stand, in einem eleganten, federbesetzten schwarzen Minikleid, hörte das. «Was willst du noch über Lindsey wissen?», fragt Subban jetzt und setzt sich hin, um einen Salat zu essen. «Ich kann dir eins sagen – sie hasst es, zu verlieren. Sie kann es nicht ertragen, zu verlieren. Klar, jeder liebt es, zu gewinnen.» Er gestikuliert mit seiner Gabel. «Aber niemand hasst es so wie sie, zu verlieren! Glaub mir, ich weiss das. Wenn wir unsere kleinen Konkurrenz-Momente haben, kriege ich die volle Ladung Siegeswillen ab.» «Wirklich?», fragt Vonn, lachend. «Oh ja, ich habe sehr schnell herausgefunden, warum sie so viele Trophäen besitzt.» In einem Leben, in dem man so viel reisen muss und ständig unter Druck steht, hat eine stabile, dauerhafte Beziehung kaum eine Chance. Einsamkeit ist eine Art Berufsrisiko. In den letzten zehn Jahren ihres Privatlebens musste Vonn eine turbulente Scheidung, Trennungen von ebenfalls prominenten Personen und die – inzwischen überwundene – Entfremdung von ihrem Vater überstehen. Gelegentlich fühlte es sich so an, als wolle sich eine Depression breitmachen – ein Kampf, über den sie ganz offen spricht, weil sie hofft, anderen damit helfen zu können. «Vor allem die zweite Knieverletzung war eine starke psychische Belastung», sagt Vonn. «Ich war einfach nur deprimiert. Ich fragte mich, wozu ich so hart gearbeitet hatte, bloss um mich gleich nach der Rückkehr erneut zu verletzen.»
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utig zu sein bedeutet, immer einen Fuss vor den anderen zu setzen», schreibt Duckworth. «Mutig zu sein bedeutet, an einem Ziel fest zuhalten. Mutig zu sein bedeutet, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr in hartes Training zu investieren. Mutig zu sein bedeutet, siebenmal hinzufallen und achtmal aufzustehen.» Hat Lindsey Vonn jemals daran gedacht, alles etwas langsamer anzugehen? Im übertragenen und im buchstäblichen Sinn? Mit einem Wort: Nein. «Ich bin ein wenig verrückt. Auf jeden Fall», sagt sie und lacht. «Ich habe nie das Gefühl, dass ich zu schnell bin.» Aber sie muss doch, wie wir anderen auch, Angst verspüren, oder? «Nicht wirklich. Niemals beim Ski 46
Erfolgs-Model: «Niemand hasst es so sehr wie Lindsey, zu verlieren», sagt ihr Freund, der NHL-Star P. K. Subban.
fahren. Ich denke, das ist es, was mich ein wenig von meinen Konkurrenten unterscheidet: meine Bereitschaft, meinen Körper den Berg hinunterzuwerfen. Deshalb habe ich mich wahrscheinlich auch so oft verletzt. Aber deswegen habe ich auch so oft gewonnen.»
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ach dieser Saison, egal ob nach dem 87. Weltcupsieg oder nicht, wird Lindsey Vonn endlich genug Zeit h aben, ihre Lieblingssendung «Law and Order» anzusehen. Sie möchte mehr Zeit am und im Meer verbringen, mit Speerfischen, Stand-upPaddeln und dem Schwimmen mit Haien. Ausserdem wird sie Tennis spielen, reiten und natürlich bei Eishockey spielen der Nashville Predators zusehen. Sie hat bereits im Filmgeschäft Fuss gefasst und ist fasziniert von der Mode- und Beautybranche. Vonn könnte, was naheläge, eine Modelinie für Ski- oder Trainingsbekleidung entwerfen. Es wird eine Biografie geben. Und es ist ziemlich klar, dass sie eine unglaublich gute Motivationstrainerin abgeben würde. Andere zu inspirieren steht ganz oben auf Vonns To‑do-Liste. Im Jahr 2015 gründete sie die Lindsey-VonnStiftung – eine gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Mädchen zu fördern. Angela Duckworth sitzt in der Beratungskommission. Viermal im Jahr veranstaltet die Gruppe ihre «Strong Girl Camps», zwei Tage Sport und Life Coaching mit Vonn und einem Team von Mentoren. «Wir lehren die Mädchen Beharrlichkeit, positive Selbstgespräche zu führen, sich Ziele zu setzen und sprechen natürlich auch über Social Media und Mobbing», sagt Vonn. Als sie über die Stiftung spricht, leuchten ihre Augen. Lindsey Vonns Rekordjagd beginnt mit zwei Abfahrten und einem Super-G von 30. 11. bis 2. 12. in Lake Louise; lindseyvonn.com THE RED BULLETIN
MARCEL HIRSCHER
5 -M I NU TE N -C OACH
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01:59 TRICKS, WIE DU JE D ES HINDERNIS ÜBERWINDEST
So geht mehr Biss
Durch Schlamm waten, Stämme schleppen, Felsen erklimmen: Vanessa Gebhardt zählt zur Elite der Extrem-Hindernisläuferinnen. Hier erklärt sie, wie du sogar Herkules-Aufgaben jeder Art schaffst. Fotos FLO HAGENA
Vertrau deinen Superkräften
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Das schaffst du nie! Diesen Satz kenne ich besser, als viele denken. Er schleicht sich ein, wenn ich im Job vor einem grossen Projekt mit enger Deadline steheoder im Wettkampf vor einem neuen Hindernis. Bei sogenannten Obstacle Races, wie ich sie betreibe, müssen die Teilnehmer zum Beispiel einen 20-Kilometer-Lauf auf einer Naturstrecke absolvieren und dabei Wände hochklettern, an Seilen entlanghangeln oder eine Strecke mit einem Baumstamm im Arm zurücklegen. Es ist archaisch und irre aufregend! Was ich mache, wenn ich denke, das packe ich nicht? Nicht mehr denken! Blick nach vorne und ganz auf das Ziel fixieren. So wende ich meine Aufmerksamkeit weg von den Zweifeln und hin zur Herausforderung – und in dem Moment steigt so eine unglaubliche Kraft in mir hoch, mein ganzer Körper strotzt vor Energie, ich verlasse mich ganz auf meine Instinkte – und überwinde so fast jedes Hindernis. Diese Momente sind echt magisch.
Setz dir kleine Challenges im Alltag Vor zwei Jahren fing ich an, mir auch ausserhalb des Sports kleine Herausforderungen zu suchen. Schaffe ich es, ein Jahr lang keine Kleidung mehr 48
gehabt hätte und als Einzelkämpferin unterwegs gewesen wäre. Dabei ist es oft gar nicht so einfach, die richtigen Mitstreiter zu finden. Extrem-Hindernislauf ist ja nicht jedermanns Sache. Meine Lösung: Ich suche mir für jedes Trainingselement ein Team. Mit den einen kann ich Schnellkraft trainieren, etwa beim Zirkeltraining auf dem Bolzplatz, mit den anderen absolviere ich Ausdauereinheiten, zum Beispiel Waldläufe. Und wenn es draussen nasskalt ist und ich lieber im Bett bleiben würde, denke ich an meine Trainingspartner und springe in die Sportschuhe. Team ist schliesslich Team.
zu kaufen? Keinen Zucker mehr zu essen? Jeden Monat ein Buch zu lesen? Ich stellte fest: Es geht! All diese Tasks machten mich lebendig und kreativ. Und mental stärker – sie helfen mir, auch beim Sport mehr Disziplin zu haben. Mit einer Challenge durchbrichst du spielerisch nervige Routinen. Letzten Sommer fing ich an, immer kalt zu duschen. War natürlich eine Riesenüberwindung, aber jetzt ist es mein Beauty-Tipp Nummer 1: Meine Haare sind voller, die Haut straffer, in meinem Körper prickeln schon morgens die Endorphine. Weil ich gerade für den «Red Bull All In»-Hindernislauf im Dezember in Oberstdorf trainiere, versuche ich mich noch mehr an die Kälte zu gewöhnen. Einmal in der Woche um 6 Uhr setze ich mich im Bikini in den Münchner Eisbach. Zehn Minuten lang, danach geh ich zum Yoga und wärme mich auf. Danach geht’s ins Büro.
Such dir Mitstreiter für jede Gelegenheit So eine Hardcore-Sportlerin war ich früher gar nicht. Dann fing ich mit 24 als Mitarbeiterin beim Fitness-Programm Freeletics an. Die Idee, nur mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren, packte mich. Aber ich wäre sicher nicht so lange am Ball geblieben, wenn ich nur die App
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Vergiss schnelle Erfolge Im Grossen und Ganzen war ich immer zufrieden mit meinem Aussehen. Aber als ich dann mit dem intensiven Krafttraining begann, dachte ich: Der Bauch müsste doch jetzt flacher, noch musku löser sein. Heute weiss ich: Das war Quatsch. Hab Geduld! Wenn du viel trainierst, bekommst du irgendwann sowieso einen tollen Body. Noch wichtiger als die Optik war mir zum Beispiel immer, einen vielseitigen, gesunden Körper zu haben: Er soll beweglich sein, kraftvoll, schnell, ausdauernd – ganz umfassend in der Balance sein. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen für Dinge und zu recherchieren: Was brauche ich dafür? Wie kann ich das erreichen? Und dann geht es Schritt für Schritt los. Ich konnte anfangs keine Klimmzüge, jetzt schaffe ich locker zehn am Stück.
«Dann steigt eine unglaubliche Kraft in mir hoch. Diese Momente sind echt magisch.» THE RED BULLETIN
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Tanke Kraft durch Dankbarkeit
HÖHER HINAUS
Von Eisbergen bis zu Hangelringen: Vanessa nimmt jede Challenge an. Ihre grösste bisher: ein 24-Stunden-ExtremHindernislauf
Ich trainiere oft im Wald und in den Alpen, mache dort Trail Runs oder Yoga-Übungen am Gipfel – und ich versuche dabei immer, in mich zu gehen und zu geniessen. Sogar bei den verrücktesten und anstrengendsten Wettkämpfen schaue ich mich ganz bewusst um und denke: Was für ein Glück ich habe! Ich darf meinen Sport in dieser spektakulären Landschaft ausüben. In so viele Länder haben mich die Wettkämpfe schon geführt: Island, Kanada, Nicaragua. Meine Eltern stehen hinter mir, sind stolz auf mich, mein Körper ist gesund. Ich glaube: Wenn du dankbar bist, kannst du mehr erreichen. Diese Einstellung habe ich auch durch Meditation und Yoga gewonnen. Beides hilft mir enorm, um mental stark zu sein.
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ENDLICH EISZEIT
Obstacle-Run Red Bull All In
Schlamm war gestern, jetzt kommt Schnee: Am 15. Dezember feiert Red Bull All In Premiere, ein ExtremHindernislauf in der Winter-Variante. An der Heini-Klopfer-Skiflugschanze in Oberstdorf müssen die Teilnehmer 15 eiskalte Hindernisse überwinden, darunter eine Eiswand und einen Eisfluss. Ebenfalls neu: Neben den körperlichen Herausforderungen müssen die Athleten auch Denksportaufgaben knacken. Anmelden unter: redbull.com/allin
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DAS TEAM
Philipp, Markus und Johann Kreisel (von links) haben Spass im Job. Ihr Geheimnis: maximale E∞zienz
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BALLAST REVOLUTION IM MÜHLVIERTEL Die GEBRÜDER KREISEL verändern die Welt. Mit der effizientesten Batterie am Markt. Und einem Erfolgsrezept, das du übernehmen kannst: einfach alles weglassen, was bremst.
SSSZPHOTO.COM
Text ALEX LISETZ Fotos GIAN PAUL LOZZA
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ainbach im Mühlkreis hat zwei Banko maten, ein Altstoffsammelzentrum, einen Chakra-Wanderweg. Und regelmässig hohen Besuch. Von Ministern und Handelsattachés, Interessenten aus den USA, Konzernchefs aus Fernost. In den Navis ihrer Helikopter und schwarzen Limousinen steht immer dasselbe Ziel: Kreiselstrasse 1. Sie kommen, um die Gebrüder Kreisel zu treffen, Johann, 41, Markus, 39, und Philipp, 28. Und um sich von drei Rainbacher Elon Musks erklären zu lassen, wie unsere Welt in zehn, zwanzig Jahren aussehen wird. Spoiler: Wir werden effizienter leben, schlauer. Befreit vom Ballast, der Energie verschwendet und unseren Alltag mühselig und kompliziert macht. Wir werden wie Johann, Markus und Philipp Kreisel leben. BALLASTSTOFF-DIÄT Wenn du bei den Kreisels einen Termin hast, begrüssen sie dich mit der entschleunigten Aura freundlicher Dorfwirte und mit dem warmen Druck rauer Bauernhände. Es fällt leicht, die Kreisels auf Anhieb zu mögen. Dabei gibt es viele, die die Kreisels nicht ausstehen können. Die best bezahlten Entwicklungsabteilungen zwischen Silicon Valley und Zuffen hausen zählen dazu. Sie stehen unter Erfolgsdruck, weil nicht sie die welt weit leichteste und effizienteste Hochleistungsbatterie entwickelt haben, sondern drei völlig unbekannte Mühl viertler Brüder. Eine Batterie mit weniger als 4,1 kg/kWh Gewicht und nur 1,95 dm³/kWh Volumen, ein
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rittel leichter und um ein Vielfaches D günstiger als jene der Mitbewerber. Dieser «Kreisel-Akku» bricht einen Rekord nach dem anderen: mit einer 360 kW starken elektrischen Mercedes G-Klasse, die trotz 2,6 Tonnen Leergewicht in 5,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt (Arnold Schwarzenegger ist damit in L. A. unterwegs); mit dem schnellsten Elektroboot; mit dem am schnellsten beschleunigenden Gokart der Welt; und mit Sportwagen-Prototypen wie dem historischen Porsche 910, der in der Kreisel-Variante Evex 910e über 300 km/h Spitze und 350 Kilometer Reichweite auf die Strasse bringt und in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 sprintet. Ihren Erfolg, aber auch ihren Spass an der Arbeit verdanken die Kreisels einer Strategie, die wir alle kopieren können: Sie lassen Ballast weg. Welchen Ballast? Jeden, der bremst. In ihrer Technologie. In ihrem Unternehmen. Und sogar in ihrem eigenen Arbeitsalltag.
«Wir zerlegten elektrische Geräte und stocherten in Steck dosen, sobald wir laufen konnten.»
GEHT DAS NICHT BESSER? Die Geschichte von Kreisel Electrics begann, als sich Kreisel senior ein Elektroauto kaufte. 2012, ein damals hochmoderner Renault Fluence Z. E. «Wenn du das erste Mal ein Elektro auto fährst, bist du komplett begeistert», sagt Markus Kreisel, «wenn du das zweite Mal fährst, fällt dir auf, was dir alles auf den Geist geht. Und nach dem dritten Mal sind wir Brüder schon zusammengesessen und haben im Internet nach Umbausätzen gegoogelt.» Die Kreisels hatten ihre Elektrotechnik- und Maschinenbau-Leidenschaft bis dahin nur in konservativem Rahmen ausgelebt, etwa beim Waschmaschinenreparieren im elterlichen Red-Zac-Betrieb. Aber neugierig waren sie schon immer. «Jeder von uns dreien ist mit dem Schraubenzieher in
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MARKUS, 39 Das kaufmännische Talent der Familie: Der mittlere Kreisel- Bruder verkaufte früher Waschmaschinen, heute innovative Ent wicklungen der Firma.
Kreisel- Milestones 2012
INITIALZÜNDUNG
Vater Kreisel kauft einen Renault Fluence Z. E. Seine Söhne analysieren das E‑Auto, fragen sich, wie man es effizienter macht.
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GMBH FÜR KWH
Dem ersten eigenen Umbau, einem Audi A2 mit knapp 100 Kilometer Reichweite, folgt die Gründung der Kreisel Electric GmbH.
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ERFOLG IN SERIE
Erste Serienproduktion von E-Autos mit Kreisel‑ Technologie sowie Vorstellung des MaveroStromspeichers für daheim.
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Eröffnung des neuen Head‑ quarters, einer Forschungsund Entwicklungseinrich‑ tung auf fast 7000 m² für über 100 Mitarbeiter.
KREISEL INSIDE Oben: Electric G-Klasse, das Gefährt von Arnold Schwar zenegger. Mitte: SAY29 E Runabout Carbon, das schnellste Serien-E-Boot der Welt. Unten: der 3,3-TonnenHummer mit Kreisel-Antrieb; Reichweite: 300 Kilometer.
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JOHANN, 41 Wenn etwas nicht funktioniert, findet der Elektrotechniker den Fehler. «Der Hansi ist unser MacGyver», sagen seine Brüder.
der Hand aufgewachsen. Wir haben in Steckdosen gestochert und elektrische Geräte zerlegt, sobald wir laufen konnten», sagt Markus Kreisel. Ihr erstes Versuchsobjekt war ein selbst elektrifizierter Audi A2, Reichweite: 100 Kilometer. Was sie beim Umbau an Know-how erwarben, steckten sie in ihr zweites Projekt, einen elektrifizierten Porsche 911. Der musste dann nur noch alle 300 Kilometer nachgeladen werden. «Elektroautos haben fast nur Vor teile gegenüber Benzinern», sagt Markus Kreisel. «Sie erzeugen weder Abgase noch Lärm. Sie beschleunigen schneller, weil kein Schlupf durch die Kupplung verlorengeht und sofort das volle Drehmoment zur Verfügung steht. Und sie sind viel unkomplizierter, weil ein Verbrennungsmotor aus 2500 Teilen besteht, ein Elektromotor aber nur aus 250.» Wenn da nur nicht die Probleme wären, mit denen die gesamte Industrie kämpft: Wirklich leistungsfähige Akkus sind noch immer zu gross und zu schwer, um Elektroautos wirklich
breitentauglich zu machen, zu echten Alternativen für die Masse. Also erfanden die Kreisels einen Hochleistungsakku, der kleiner, leichter und effizienter ist als alle anderen. Er soll künftig unsere Autos, Boote und Flugzeuge bewegen, den Strom unserer Kraftwerke speichern und unsere Wohnzimmer-Glühbirnen zum Leuchten bringen. KEEP IT SIMPLE Herr Kreisel, sagen wir, die anderen sind doch auch keine Amateure. Wieso bringen die gescheitesten Ingenieure der Welt keinen Hochleistungsakku zusammen, der es mit dem KreiselAkku aufnehmen kann? «Weil sie zu kompliziert denken», sagt Johann Kreisel, der Entwickler. Wenn ein Problem komplex ist, neigt man dazu, nach komplizierten Lösungen zu suchen. «Darum», sagt Johann Kreisel, «sind so viele Hoch leistungsbatterien komplett overengineered. Da sind tausend Leitungen drin, tausend Kupferlinien. Aber die richtige Lösung ist stets die einfache.» THE RED BULLETIN
MARTIN PRÖLL, KREISEL ELECTRIC/PETER SCHERB, PORTIER AG
ENERGIEZENTRUM
«Wir sind in ständigem Austausch. Alle unsere Mitarbeiter haben Zugang zum gesamten Firmenwissen.»
E-POWER Kreisel-Akkupack im Evex 910e – einem auf E-Antrieb modifizierten Porsche 910. Mit einmal Aufladen kommt er satte 350 Kilometer weit.
THE RED BULLETIN
Die Kreisels erfanden mit ihrer Batterie das Rad nicht neu: Sie set zen ganz herkömmliche zylindrische Rundzellen ein. «Aber wenn ich 8000 Zellen in einer Batterie verbaue, habe ich 8000 Kontakte. Und jeder davon frisst ein bisschen Energie», erklärt Johann Kreisel. Darum entwickelten die Kreisels Laser-Verbindungen, über die kaum mehr Energie verlorengeht. Innovation Nummer zwei ist das Thermomanagement: Herkömmliche Akkus können brandgefährlich heiss werden, und Kühlplatten oder Kühl lamellen brauchen lästig viel Platz. Im Kunststoffkörper der Kreisel-Akkus zirkuliert eine brandhemmende, umweltfreundliche Flüssigkeit, die den Akku auf Wohlfühltemperatur hält – was sie um 30 Prozent leichter macht und die Lebensdauer erhöht, Kreisel spricht von 400.000 Kilometern. Wenn die Kreisels erzählen, sprühen sie selber vor Energie. Man kann
sich vorstellen, wie sie sich zwischen Lasermaschine und CNC-Fräse Ideen zuwerfen, an Prototypen tüfteln. Dabei sieht ihr Alltag jetzt ganz anders aus. Sie sind Chefs, ihr Unternehmen ist allein im letzten Jahr von 50 auf über 100 Mitarbeiter gewachsen. Jetzt, sagen wir, kennen Sie die Frustration aller Menschen, die richtig Karriere machen: Auf einmal ist der Arbeitstag voll mit Dingen, die gar nichts mehr mit deiner Leidenschaft zu tun haben: wie bei bei der Chef redakteurin, die keine Zeit mehr zum Schreiben findet. «So ein Blödsinn», fällt uns Markus Kreisel ins Wort, «wer sagt so was?» DEIN JOB IST, WAS DU DARAUS MACHST Markus, Johann und Philipp Kreisel sind der Meinung, dass man sich von Kleinigkeiten wie der Explosion eines Feierabend-Hobbys zum weltmarkt erobernden Hightech-Unternehmen nicht in seine Tagesgestaltung dreinreden lassen sollte. «Du nützt dem Unternehmen nur, wenn du das tust, was du richtig gut kannst und richtig gern magst», sagt Markus Kreisel. Jeder von uns, sagen sie, kann seinen Arbeitstag wie eine KreiselBatterie designen. Man muss nur den unnötigen Ballast weglassen: Kommunikationsprobleme («Wir sind in ständigem Austausch, jeder Mitarbeiter hat Zugang zum gesamten Firmenwissen»), zähe Entscheidungsprozesse («Wir stellen nur Leute ein, denen wir blind vertrauen, die können dann auch ihre eigenen Entscheidungen treffen»), uferlose Meetings («Kleine Gruppen, klare Agenda – dann ist man in zehn Minuten wieder draussen»). Aber was, Herr Kreisel, wenn unser Arbeitsalltag fremdbestimmter ist als Ihrer? «Als Selbständiger solltest du keine Aufgaben machen, die andere besser machen. Und als Angestellter musst du dem Chef klarmachen, dass er nur dann von dir profitiert, wenn du optimal eingesetzt wirst.» Markus, den Kaufmann, Philipp, den Maschinenbauer, und Johann, den Elektrotechniker, hat diese Philo sophie richtig produktiv gemacht: Seit 2014 haben sie 120 Projekte realisiert. «Bevor ich vor einem ExcelSheet sitze, gehe ich lieber Module bestücken. Und bevor ich für einen Kunden eine PowerPoint-Präsentation zusammenstelle, bau ich lieber über Nacht einen Prototyp.» 55
STYLING SIMON WINKELMÜLLER, JOHANNA BOUVIER
E-SPEED Der elektrifizierte Porsche 910 wiegt 1100 Kilo und ist mit 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h ein Wunder punkto Beschleunigung.
OUTFIT JOHANN KREISEL JACKE VON COS, PULLOVER VON FILIPPA K (ÜBER N° 5), HOSE VON UNIQLO, SCHUHE VON RALPH LAUREN (ÜBER HUMANIC) OUTFIT MARKUS KREISEL ANZUG: CALVIN KLEIN (ÜBER PEEK & CLOPPENBURG), HEMD VON UNIQLO, SCHUHE VON SALAMANDER OUTFIT PHILIPP KREISEL PULLOVER VON McNEAL (ÜBER PEEK & CLOPPENBURG), HOSE VON COS, SCHUHE VON ADIDAS (ÜBER HUMANIC)
den sternförmig angedockten Departments hält die Wege kurz. Die Location der einzelnen Teams spart Zeit bei der Entwicklung von Prototypen. Und jedes Kundenmeeting dauert jetzt 30 Minuten kürzer. Markus Kreisel zwinkert: «Weil die Kunden nicht mehr eine halbe Stunde brauchen, bis sie das Misstrauen gegen die merkwürdigenHobbymechaniker aus der Garage abgelegt haben.»
PHILIPP, 28 Der jüngste der Kreisel-Brüder ist gelernter Maschinen bauer. Wenn es sein muss, schraubt er über Nacht einen Prototyp zur Präsentation fertig.
KREISEL ELECTRIC/PETER SCHERB
«Bevor ich eine PowerPointPräsentation mache, baue ich lieber über Nacht einen Prototyp.»
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CEOs IN DER GARAGE So viel Hemdsärmeligkeit hat die Businesspartner am Anfang ein bisschen vor den Kopf gestossen. Das lag auch an den repräsenta tiven Räumlichkeiten. «Am Anfang arbeiteten wir in einer Garage rechts hinter der Lkw-Tankstelle», sagt Philipp Kreisel. «Als es zu eng wurde, haben wir noch Hansis Wohnmobil dazugenommen. Wenn ein CEO von einem 15.000-Mitarbeiter-Konzern vorbeigekommen ist, um einen Auftrag zu verhandeln, hat er zuerst gedacht, er habe sich in der Adresse geirrt.» Seit vergangenem Herbst weht ein Hauch von Silicon Valley durch Rainbach. Das Kreisel-Headquarter ist ein architektonisches Juwel, das Firmenlogo – aus drei stilisierten K – vom Grundriss bis zu den Lüftungsschlitzen der E‑Tankstelle allgegenwärtig. Natürlich zieht sich auch im Gebäude das Prinzip des Weglassens von allem Unnötigen durch: Der logische Aufbau mit dem mittigen Lager und
EINE VERNETZTE WELT Der Kreisel-Akku ist nur ein Grund, warum so viele wichtige Menschen nach Rainbach reisen; der andere Grund sind die Ideen, die die KreiselBrüder drumherum spinnen. Ein wirklich leistungsfähiger Akku kann nämlich unsere Elektrifizierung revolutionieren. So könnte jeder Haushalt Teil eines Schwarmspeichers sein und über seinen Hausakku Strom beziehen und verkaufen. Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke könnten ihre Überschüsse speichern, Elektrizitätswerke wirtschaftlicher arbeiten. Jeder Stromverbraucher – vom Handymast bis zur Bestellsäule einer Fastfoodkette – könnte, vom Stromnetz unabhängig, mit einer Photovoltaikanlage Elektrizität erzeugen und bereitstellen, zum Beispiel für Elektroautos. In DritteWelt-Ländern könnte jeder Haushalt den selbst produzierten Solarstrom speichern und nützen – was einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg zur Folge hätte. Wenn nur ein Zehntel davon eintritt, könnte Kreisel Electric in zehn Jahren ein Imperium sein. Ob der Spirit der Garage auch dann noch gilt? «Wir wollen so schnell, schlank und beweglich bleiben, wie es geht», sagt Markus Kreisel. Darum wird in Rainbach weiterhin nur geforscht, entwickelt und erfunden – aber nicht in Massen produziert. «Warum soll ich mir eine Produktionshalle hin stellen, wenn jemand anderer schon eine hat? Wir werden Prototypen bauen, weil wir genau wissen wollen, wie etwas funktioniert. Aber für grosse Stückzahlen werden wir Partner beauftragen.» Die Kreisels möchten keinen Ballast mitschleppen. Sie sind da durchaus radikal. «Wenn jemand anderer den Job besser macht als wir, bekommt er ihn», sagt Markus Kreisel. Er meint das nicht kokett. 57
D RED BUELR L SELBSTE-TIN V ERSU C H
GUTEN RUTSCH! Von wegen Freizeitspass: In Deutschland nimmt eine Sportart namens RENNRUTSCHEN Fahrt auf. Unser Autor trainierte einen Vormittag lang mit Serienmeister Sven Schubert – und forderte den 98-Kilo-Mann in der «Black Mamba» zum Duell. Text DAVID MAYER Fotos KONSTANTIN REYER
Er macht es richtig Deutschlands Rennrutschmeister Sven Schubert (im Brotberuf Chemiker) auf Ideallinie in der Galaxy Rutschenwelt in Erding
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P
lötzlich weht Fahrtwind über mein Gesicht, in immer schnellerem Takt streifen die Fugen der Edelstahlröhre meine Schulterblätter, über mir rasen die Metallstreben der Glaskuppel vorbei. Gerade habe ich meinen Hintern zum ersten Mal in Rennposition gehoben, und die Rasanz der Beschleunigung verblüfft mich jetzt doch. In meinem Magen macht sich ein leichtes Kribbeln breit, das jäh aufhört, als meine Beine in einer S-Kurve deutlich zu hoch schwingen und ich beide Arme zur Seite ausstrecken muss, um wieder in Position zu kommen. Da rausche ich auch schon ins Landebecken, Wasser schiesst in meine Nasenlöcher, ich tauche mit pochendem Herzen auf: So muss es sich anfühlen, dieses Rennrutschen. «Nicht schlecht!», ruft mir Sven Schubert vom Beckenrand zu – und ergänzt: «Aber jetzt komm mal runter von der Familienrutsche.»
E
s ist ein Mittwoch im Spätsommer, und wir befinden uns in der Anlage Galaxy Rutschenwelt im Erlebnisbad Therme Erding bei München. Seit heute Morgen versucht Deutschlands vierfacher Renn60
Hast du das Zeug zum Rennrutscher?
rutschmeister Sven Schubert, meine Performance auf der Wasserrutsche zu verbessern. Wie es dazu kam? Während einer Internetrecherche stiess ich zufällig auf Sven und war sofort wie elektrisiert: Wie um alles in der Welt geht Rennrutschen? Wie kommt man als erwachsener Mensch zu dieser Sportart? Und wie grandios wäre es, wenn ich meinem vor zweieinhalb Jahren geborenen Sohn irgendwann ein paar Technik-Tipps mit auf den Weg geben könnte – wenn er schon in puncto DampfmaschineBauen und Planeten-Erklären eher weniger von mir zu erwarten hat? «Klar, machen wir!», ruft Sven ins Telefon, als ich ihm von meiner Trainingsidee erzähle.
EINE FRAGE DER MASSE: Schon beim Duschen erleidet unser Autor die erste Niederlage, denn Sven (li., 98 Kilo) bringt mehr Gewicht mit als er (72 Kilo). Und je schwerer der Rutscher, desto schneller sein potenzielles Tempo. Für Rennen plant der Verband darum Gewichtsklassen.
D
as Rennrutsch-Reglement ist bestechend einfach: Wer eine mit Zeitmessung ausgestattete Wasserrutsche mit den Füssen zuerst am schnellsten herunterbrettert, gewinnt (okay, ein paar mehr Vorgaben gibt es schon – dazu später). Sven zählt zu einer Handvoll Rutsch-Verrückten, die den Sport in Deutschland gross machen wollen. Um die deutsche Rutsch-Elite anzuführen, reicht dem Chemiker
EINE FRAGE DER EINSTELLUNG: Wenn du in der Röhre Top-Speed erreichen willst, brauchst du neben Körperspannung und Technik vor allem gute Nerven. «Rutschen ist ein Mentalsport», meint Sven. «Schon ein falscher Beinschwung am Start kann über Sieg und Niederlage entscheiden.»
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Unglaublich ... … aber wahr. Unser Autor (re.) liegt in der Kurve knapp vorn. Sein Erfolgsgeheimnis: Der Rutschmeister hat ihm am Start zwei Sekunden Vorsprung gelassen.
Die offiziellen Rennregeln sind schnell erklärt: Nicht auf den Ellenbogen rutschen, nicht eingeölt, nicht nackt.
Der Torpedo Rennrutscher Sven Schubert unterwegs mit maximaler Körperspannung: Der ehemalige Ruderer und Schach-Fan kom biniert in der Röhre Athletik und strategisches Denken.
Ja, wo rutschen sie denn? Sven (re. o.) und unser Autor trainieren ihre Kurvenlage durch Gewichtsverlagerung auf den Schulterblättern.
ein Training pro Woche auf seiner Heimatröhre in Hannover. Noch. «Die Konkurrenz sitzt mir im Nacken», sagt Sven am Telefon. In den am Wochenende steigenden Wettbewerben entscheiden mittlerweile Hundertstelsekunden über den Sieg. Auch international schlägt die Disziplin Wellen. In Norwegen etwa etabliert sich eine Rennrutsch-Szene, deren Star mit Anlauf in die Rutsche springt. «Bringt aber zeitlich kaum einen Vorteil», wiegelt Sven ab. Am Vortag ist der 26-Jährige aus Hannover angereist, jetzt, um 9.30 Uhr, dreieinhalb Stunden vor dem öffentlichen Einlass, stehen wir frisch geduscht vor dem Erdinger Rutschen-Knäuel. 18 verschiedene Rutschen schlängeln sich unter der 25 Meter hohen Kuppel, von der Babyrutsche über eine Rutschenschanze bis zur HighspeedRutsche «Fazer» (72 km/h!) ist für jeden Geschmack etwas ge boten. «Zum Rennrutschen eignen sich mittelschnelle Rutschen bis 50 km/h», sagt Sven. Noch schnellere Varianten führen meist nur geradeaus hinunter, hier würde schlicht der schwerste Rutscher gewinnen. Für unser Training wählen wir drei verschiedene Röhren mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad, was schon die Namen verraten: «Family Slide», «Speed Racer», «Black Mamba».
Einweisung in die Technik: drei Punkte fürs Rutschenrasen Zuerst proben wir die Rennposi tion am Beckenrand. Sven, knapp 100 Kilo schwer, durchtrainiert bis zum kleinen Zeh, legt sich mit dem Rücken auf die Kacheln. Er kreuzt den rechten Knöchel über den linken, führt die ausgestreckten Arme hinter den Kopf, legt die Fingerspitzen aneinander und drückt den kompletten Körper nach oben, so dass nur noch eine Ferse und die beiden Schulter blätter aufliegen. «Und jetzt alles anspannen», ruft er, «die Füsse und die Finger aneinanderpressen.» Ein wenig sieht es aus, als würde ein Bodybuilder in der Waldorfschule einen gefällten Tannenbaum tanzen. Dank passabler Körperspannung schaffe ich die THE RED BULLETIN
«Rutschen ist ein Mentalsport», sagt Profi Sven. «Schon ein falscher Beinschwung am Start kann über Sieg und Niederlage entscheiden.» Drei-Punkt-Position auf Anhieb, allerdings fangen meine Beine nach 20 Sekunden an zu zittern. «Auf der Rutsche macht das mehr Spass», sagt Sven aufmunternd und läuft los Richtung «Family Slide». Als Tagesziel setzt er mir eine Zeit von unter 19 Sekunden auf der «Black Mamba».
Trockentraining und Materialkunde
Z
um Rennrutschen kam Sven 2013 durch Zufall. Als er während seines Chemie studiums im Harz mit Kommilitonen das Schwimmbad in Osterode besucht, sieht er zu fällig die Ausschreibung für einen Rutsch-Wettbewerb. Aus Jux nimmt er teil und belegt prompt den zweiten Platz. Eine Erfolgs story nimmt ihren Lauf: Sven tritt dem Deutschen Rennrutsch Verband bei, fährt zu Wettbewerben im ganzen Land und gewinnt seit 2014 jedes Jahr die Deutschen Rennrutschmeisterschaften. In der Szene ist er ein Star. Allerdings ist die Szene recht klein. Rund 40 Leistungsrutscher gibt es in Deutschland, schätzt Sven. Es sind diejenigen, die für Wett bewerbe auch reisen und regel mässig trainieren. Fast alle Rennen sind offen, so dass viele Teilnehmer lokale Spassrutscher sind, die ihre «Laufbahn» nach dem ersten Mal wieder beenden. Für die Ausrichtung reicht eine Rutsche mit Zeitmessung, die Regeln sind einfach: Nicht mit dem Kopf voraus rutschen, nicht auf den Ellenbogen oder den Knien, nicht eingeölt oder eingecremt und nicht nackt.
A
ll diese Kriterien erfüllen wir souverän, als wir uns das erste Mal von der Startstange auf die bereits erwähnte Familienrutsche («Family Slide») schwingen – eine einfache, oben offene Edelstahl-
RUTSCHEN GEHT ÜBERALL: na ja, zumindest das Training. Um die Drei-Punkt-Technik (Details siehe linke Spalte: «Einweisung in die Technik …») zu per fektionieren, empfiehlt Sven das Einnehmen der Rennrutschposition in allen Lebenslagen – zum Beispiel abends im Wohnzimmer vor dem Fernseher.
DIE FEINHEITEN: Sven passt seine Technik ans Rutschenmaterial an. Auf Edelstahlrutschen macht er einen Buckel, so dass der obere Rücken aufliegt. Warum ihn das auf Stahl schneller macht, weiss er nicht, aber die Zeiten geben ihm recht.
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rutsche mit mässigem Gefälle für Gross und Klein. Ein Donnerschlag hallt durch die Rutschenwelt, als Sven sich auf die Bahn wirft. Und während ich noch über den Widerhall staune, taucht drei Kurven weiter für einen Augenblick Svens Arm auf. Keine Ahnung, wie er so schnell da hingekommen ist, aber jetzt bin ich auch schon an der Reihe. Vorher hat mir Sven seine Startroutine gezeigt: Für maximalen Grip trocknet er erst die Hände und dann die Startstange gründlich mit einem Handtuch ab. Anschliessend umgreift er die Stange, rüttelt an ihr («um Spannung aufzubauen»), platziert die Füsse in etwa 1,5 Metern Abstand dahinter, springt dreimal in die Höhe und schwingt sich mit dem dritten Sprung auf die Bahn. Das mit dem Abtrocknen gelingt mir von Anfang an hervorragend, der Rest braucht etwas Zeit. Bei meinem ersten Versuch verschätze ich mich beim Loslassen und schlage derart unsanft mit dem Rücken auf, dass ich die Prellung an der Wirbelsäule noch beim Schreiben dieser Zeilen gut eine Woche später merke. Doch mit jedem Versuch starte ich geschmeidiger. Beim siebten Mal fühlt es sich an, als würde ich bis zur ersten Kurve fliegen. Sven nickt zufrieden.
F
ast mehr noch als seine eigene Rutschkarriere liegt ihm der Sport selbst am Herzen. «Vielleicht können wir in den nächsten Jahren so etwas wie eine Bundesliga etablieren», sagt er. Im Moment verbringt er viel Zeit damit, Schwimmbäder zu überzeugen, Rennen auszutragen. «Wettbewerbe sind die beste Chance, Menschen für unseren Sport zu gewinnen», sagt er. Mit dem Verband bietet Sven den Bädern gegen eine Aufwandsentschädigung Rennrutsch-Pakete – inklusive Anmeldeformularen, Urkunden und Pokalen. Etwa 50 Rennen gibt es pro Jahr in Deutschland, Tendenz: steigend. Rennrutsch-Hauptsaison sind die kalten Monate. «Im Sommer trocknen gerade die Kunststoffrutschen wegen der Sonneneinstrahlung schnell und werden stumpf», erklärt Sven und schaut dabei, also würde ihm allein der Gedanke daran schon zusetzen. 64
B
ei besten RennrutschRahmenbedingungen (es ist ein kühler September morgen, die Sonne kämpft sich noch den Himmel hoch) steigen Sven und ich zum «Speed Racer» auf, eine 14 Meter hohe und 130 Meter lange, nach oben offene Doppelrutsche mit wesentlich steilerem Gefälle als zuvor. Auf einer Geraden baue ich in der Drei-Punkt-Position derartig viel Tempo auf, dass es mich in der folgenden Kurve überschlägt und ich auf dem Bauch lande. «Das war dein erster Flip», gratuliert mir Sven im Landebecken und erwähnt beiläufig, dass in dieser Röhre keine Rennen mehr durchgeführt werden, seit ein Rutscher beinahe komplett aus der Kurve geflogen wäre. Etwas verunsichert gehe ich die nächsten Läufe an, stelle aber auch hier fest: Mit jedem Versuch werde ich sicherer. Mein Körper ahnt die Kurven voraus und neigt sich rechtzeitig vor jeder Kurve zur Seite. Merke: Jede Rutsche ist anders, und je öfter du sie rutschst, desto besser kannst du dich auf sie einstellen.
Stangenstart für Fortgeschrittene
TROCKNEN: Optimale Druckübertragung erfordert maximalen Grip – und der benötigt eine staub trockene Stange und trockene Hände. Vor jedem Lauf kräftig mit einem Handtuch zupacken. Wenn die Hände beim Start leicht brennen, weil die Haut über den Stahl reibt, ist es gerade trocken genug.
Auf der Bahn: Vorsprung durch Strategie und Streckenwissen Das klingt banal, aber es weist auf den grössten Unterschied zwischen Sven und Spassrutschern wie mir hin. Sven rutscht mit System, denkt strategisch über jeden Lauf nach, reist vor wichtigen Rennen einen Tag vorher an, um die Rutsche kennenzulernen. Am Telefon hatte er mir eingebläut, Online-Videos der Rutschen anzuschauen (von jeder Rutsche dieser
UND LOS: Stange mit den Daumen umschliessen, je nach Vorliebe springend oder mit einem Bein Schwung holend, am Reck unter der Stange durch schwingen und nach kurzer vertikaler Flugphase aufsetzen – dabei darf es ruhig satt klatschen.
Auf einer Geraden baue ich mit der Drei-Punkt-Technik derartig viel Tempo auf, dass ich mich in der folgenden Kurve überschlage und auf dem Bauch lande. «Das war dein erster Flip”, gratuliert Sven. THE RED BULLETIN
Auch ein Rücken ... … kann verblüffen. Auf Svens Kreuz zeichnen sich die Rutsch-Kilometer in Form roter Druckstellen ab.
Welt gibt es mit Action-Cams aufgenommene Filme) und mir den Verlauf einzuprägen, eine Bitte, der ich nur halbherzig folgte, indem ich die Videos mit mässiger Konzentration zwei-, dreimal anschaute. Das Muster setzte sich fort: «Das macht so viel Spass, da strengt das Treppensteigen gar nicht an», rufe ich ihm auf dem Weg zur gefühlt 37. Rutschpartie zu. «Ja», erwidert er trocken, «aber du merkst die Anstrengung an deiner abnehmenden RutschPerfomance.» Und als ich vom Balkon vorm Rutschenstart zu sehen möchte, wie der Fotograf seine Kameradrohne startet, schaut Sven leicht genervt, weil er lieber noch einmal mit mir den Verlauf der Rutsche studieren möchte. Für ihn ist aus dem Freizeitvergnügen ein ergebnis orientierter Sport geworden. Sven mag, dass die Leute ihn am liebsten umarmen möchten, wenn sie hören, dass er, dieser Baum von einem Mann, Renn rutscher ist. Aber wenn es ums Training geht, macht er keine Faxen. Zu keinem Zeitpunkt wird das so deutlich wie vor dem Start an der «Black Mamba», einer 14 Meter hohen und 145 Meter langen, geschlossenen weissen Röhre, Austragungsort der Deutschen Meisterschaft und grosses Finale unseres Trainings.
H
inter uns warten ungeduldig die gerade herein geströmten Besucher. Aber Sven scheint die Aussenwelt nicht mehr wahrzunehmen. Laut klatscht er in die Hände, packt die Stange, atmet bei jedem Sprung scharf fauchend aus und katapultiert seinen Körper beim dritten Mal in den Schlund der Schlange. Etwa eine Minute später springt die Startampel auch für mich auf Grün. Permanent beschleunigend gleite ich durch jede Kurve, Wasser spritzt mir ins Gesicht, da gelange ich an die Stelle, vor der Sven mich gewarnt hatte: «Kurz vor dem Ziel kommt eine Rampe», meinte er, «da musst du in Position bleiben und drüberspringen.» Tatsächlich hebe ich ab, jede Faser meines Körpers ist angespannt, mit einem dumpfen Klatschen komme ich 66
Sven hatte mich gewarnt: «Kurz vor dem Ziel kommt eine Rampe – für eine gute Zeit musst du drüberspringen.» auf. Im Zielbecken zeigt die Uhr 19,84 Sekunden an – ich fluche. «Das ist schon eine gute Zeit», versucht Sven mich aufzumuntern, aber ich sehe in seinem Blick, dass auch er etwas enttäuscht von mir ist. Auf unter 19 Sekunden wollte er mich ja coachen. Wir steigen für einen letzten Versuch die Treppen hoch.
Der letzte Lauf: noch einmal abheben für das grosse Ziel Während ich mich die Stufen hinaufschleppe, muss ich an unser Abendessen am Vortag denken. Eher beiläufig hatte Sven mir in der Münchner Gastwirtschaft erzählt, dass er mit dreizehn niedersächsischer Jugend-Landesmeister im Schach war, dann mit dem Rudern anfing und im Achter deutscher Vizemeister bei den Junioren wurde. Auf meine Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis hatte er kurz überlegt und dann gemeint: «Ich bin gut darin, Dinge zu finden, die mir liegen.» Mit seiner Grösse und dem vom Rudern gestählten Körper bringt er die perfekten Voraussetzungen mit, um wasserdurchströmte Röhren hinunterzubrettern. Und weil er – siehe Schach – gerne strategisch denkt, reizt ihn besonders, dass er gerade die Chance hat, eine Sportart zu etablieren und ein Stück weit sogar mitzu erfinden. Auch wenn es das Renn rutschen seit rund dreissig Jahren in Deutschland gibt, existiert kein Lehrbuch dazu. Vom Start bis zum Rutschen selbst hat Sven, basierend auf Empfehlungen aus dem Internet, seine Technik selbst entwickelt. Auch wenn es natürlich nur ein Hobby ist: Sven hat eine Mission gefunden, die perfekt zu ihm passt. Nach seinem letzten Lauf auf der «Black Mamba» zeigt
die Uhr 17,32 Sekunden an – Sven hat sein Ziel, unter 18 Sekunden zu bleiben, geschafft. Bei mir fordern vier Stunden pausenloses Rutschen ausgerechnet beim letzten Lauf ihren Tribut. Als ich beschleunige, kann ich in der Kurve meinen Kopf nicht mehr hoch halten. Ich spüre noch, wie die Fugen meinen Hinterkopf entlangschrammen, und dann kommt der Sprung. Bei der Landung knallt mein Hinterkopf auf die Röhre, mein Schädel fängt an zu brummen. Bis heute kann ich mir nicht erklären, wie ich meine Zeit mit diesem Lauf auf 19,15 Sekunden verbessern konnte, es ist auf jeden Fall der Moment, in dem ich mein Training beende. Die 19-Sekunden-Marke muss bis zum nächsten Besuch warten.
W
as ich meinem Sohn erzählen werde von meinem Training mit Sven, dem deutschen Rennrutsch-Meister? Zum Beispiel, dass in der Röhre Körperspannung alles ist (vor allem im Flug), dass man mit der Ferse lenken kann und dass er vor dem Start auch ja die Stange trocknen soll. Vor allem aber werde ich ihm er zählen, dass ich von Sven gelernt habe, was für eine verrückt-schöne Reise es bedeuten kann, konsequent den eigenen Neigungen zu folgen. Und dann werden wir auf der «Family Slide» rutschen, bis unsere Schulterblätter glühen.
Du spürst jetzt ein leichtes RennrutschFieber in dir? Lass es raus! Hier findest du Termine für die nächsten Rennen: drv-rennrutschen.com
Jetzt läuft’s ... Unserem Autor gelingt eine beachtliche Kurvenlage (o.), und er dankt sogleich seinem Lehrmeister (u.).
JETZT GIBT’S AUF DIE OHREN!
Nie erschienen mehr (und bessere) deutsche Podcasts als heute. Wir nennen dir FÜNF GRÜNDE, warum das Medium gerade explodiert – und welche Sendungen dich garantiert nicht mehr loslassen. Spoiler: Es geht um Affenarmeen, wilderen Sex und Kant zum Einschlafen. TEXT Marc Baumann ILLUSTRATION Jochen Schievink
1 SIE LENKEN VON LANGWEILIGEN AUFGABEN AB Endlich Fenster putzen, Fahrrad pflegen, Keller aufräumen: Podcasts verwandeln öde Jobs in Abenteuer. Während Augen und Hände die Routine erledigen, reitest du mit den Ohren Wellen vor Hawaii (etwa bei einem Talk mit einem Surf-Profi).
SCHNELLE SPRÜCHE, GUTE GAGS: Diese Podcasts bringen dich zum Lachen über …
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Von «Warum wir Schimmel aus Tassen als VeganerPelzmäntel verkaufen» bis «Warum der Bauchnabel der Gaza-Streifen des Körpers ist». Ariana Baborie und Laura Larsson, zwei junge Medienschaffende aus Berlin, quatschen sich in ihrer Sendung Herren gedeck seit 2016 souverän quer durch das Leben. Wöchentlich, 30 – 90 Minuten, u. a. via Soundcloud
Aus dem skurrilen Leben der Promis mixen Elena Gruschka und Max Richard in Klatsch & Tratsch einen Cocktail aus Spott, Neid und Kopfschütteln. «Wird Bushido Heimatminister?», fragen sie. Oder: «Hat A ngelina Jolie Heroin an Johnny Depp verkauft?» Und das wüsste man doch wirklich gern. Wöchentlich, 40 – 50 Minuten, u. a. via Soundcloud
Überraschung! Sex funk tioniert als Podcast-Thema. Mit Titeln wie Warum gehen Frauen fremd die Charts anzuführen ist leicht. Aber die eher sexlos darbende Ines Anioli und die promiskuitiv lebende Leila Lowfire schaffen es in Besser als Sex, über zu kleine Penisse und zu grosse Brüste zu lachen, ohne zu verletzen. Wöchentlich, 40 Minuten, u. a. via Spotify
Ein Podcast kann wie ein Abend mit Freunden auf dem Balkon sein. Diesen angenehmen Ratsch-Flow kriegen Nilz Bokelberg, alias «der von Viva», und Maria Lorenz in Wieder sehen macht Freude hin. Mit einem Gast reden sie über Klassiker von James Bond über Lindenstrasse bis Fast & Furious. 1. Staffel, 23 Folgen à 90 Minuten, u. a. via Podtail
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2 SIE SIND DAS PERSÖNLICHSTE MEDIUM. Ein Forscher, ein Abenteurer oder ein Künstler sitzt an deinem Küchentisch und erzählt dir, was ihn gerade bewegt – dieses Erlebnis ermöglichen Podcasts, zumindest gefühlt. Wir kommen faszinierenden Menschen nah wie nie, weil ihre Stimme direkt in unser Ohr geht.
HINTERGRÜNDE UND EINBLICKE: Diese Podcasts boosten dein Wissen über …
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… Geschichte
… Legenden
… Literatur
… die Welt
Zeitzeugen, Expertinnen, oder Betroffene schildern ihre Erinnerungen an historische Ereignisse – in und ausserhalb der Schweiz. Doch hier wird nicht bloss der Blick zu rück geboten: Die «Zeit blende» auf Radio SRF4 News analysiert die aktu elle Bedeutung dieser Er eignisse. Fesselnd, unter haltsam, informativ: srf. ch/sendungen/zeitblende
Züchtete Stalin eine Affen armee? Wird die Lügen presse nicht längst von Angela Merkel gesteuert? In einer Zeit, in der uns überall Verschwörungs theorien begegnen (und immer mehr Menschen an sie glauben), macht sich der Podcast Hoaxilla auf die Suche nach der Wahr heit und widerlegt Legen den. Monatlich, 60 Minu ten, u. a. via Podcast.de
Wir würde ja gern mehr lesen, aber meist fehlt die Zeit, oder das Handy ge winnt. Zum Glück gibt es Zehn Seiten: Darin lesen die Autoren zehn Seiten ihrer neuen Bücher vor. Das reicht, um zu merken, für welchen Roman oder welches Sachbuch man sein Smartphone wirklich mal ausmacht. Unregel mässig, 10–20 Minuten, u. a. castbox.fm
«Ist Faulsein schön?» «Röstet uns der Klima wandel?» «Und warum liegt da Stroh?» Es gibt Sätze, die bleiben im Gedächtnis. Christoph Schrag und Hendrik Schröder nehmen sich jede Woche einen Satz vor und sprechen darüber. Mal Weltpolitik, mal deutscher Pornofilm, aber immer erhellend. Wöchentlich, 30 Minuten, via Audible
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TIPPS UND ANEKDOTEN: Diese Podcasts bringen dich weiter beim …
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Wie wurde Sophie Passmann zur It-Feministin? Wie Tim Raue zum It-Koch? Und was haben sie unter wegs gelernt? Darum geht’s in Alles gesagt von «ZeitMagazin»-Chefredakteur Christoph Amend und Zeit-online-Chefredakteur Jochen Wegner. Gimmick: Der Gast entscheidet per Codewort, wann Schluss ist. Monatlich, 120–240 Stunden, u. a. via Podbeam
In Berlin macht ja jeder «was Kreatives», in Hotel Matze trifft Matze Hielscher die, bei denen der Satz stimmt – darunter Gründer, Designer, Schauspieler. Hielscher schafft es mit seiner ruhigen, angenehmen Art, Gespräche aufzuziehen, die weder Selbstbeweihräucherung noch Prahlerei sind. Zweiwöchentlich, 90 Minuten, u. a. via Soundcloud
In welchem magischen Moment wurde aus einer guten Idee eine Erfolgsstory? Im Podcast Red Bull Sparks bieten Unternehmer wie Kitchen- Stories-Gründerin Verena Hubertz neben Anekdoten aus den Anfangstagen auch hilfreiche Tipps für alle, die noch auf ihren Magic Moment warten. Monatlich, 45 Minuten, via redbull.com/sparks
Peter Proeve wächst in einem Dorf auf, reist gern, beginnt eine Tischlerlehre – und bekommt plötzlich die Diagnose einer baldigen Querschnittslähmung. Und jetzt? Ist er Reise journalist im Rollstuhl. Der Podcast 180 Grad von Lukas Klaschinski erzählt von Menschen, deren Leben sich radikal ändert. Wöchentlich, 30–60 Minuten, via Audible
3 SIE KOSTEN (MEISTENS) NICHTS. Für eine «Game of Thrones»-Folge zahlst du rund vier Franken. Für Podcasts in der Regel nichts (ausser bei Abo-Modellen wie Audible). Ein Jahr jeden Tag Podcast statt TV-Serie, und du sparst gleich mal 1400 Franken für die Erfüllung eines Traums.
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TRUE CRIME, GROSSE ERZÄHLUNGEN: Diese Podcasts fesseln dich mit Storys über …
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SIE DECKEN SO GUT WIE JEDES THEMA AB. Sumoringen, Fliegenfischen, TV-Serien schreiben: Egal was dich interessiert, es gibt einen Podcast dazu (zumindest auf Englisch).
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… die RAF
«Spiegel», «Zeit» und viele andere Medienhäuser drängen in den PodcastMarkt. Im besten Fall wird etwas wie Zeit Verbrechen daraus: Eine preisgekrönte Gerichtsreporterin, Sabine Rückert, erzählt von den Fällen ihres Lebens: einem Serien- und einem Säuremörder sowie einer Mutter, die ihr Kind tötete. Zweiwöchentlich, 40 Minuten, u. a. via iTunes
Die Anschläge der RAF prägten Deutschland in den 1970er- und 80erJahren. Die Terrorgruppe schien Geschichte – bis vor zwei Jahren die letzten drei RAF-Mitglieder mit Schnellfeuergewehren Banken überfielen. In Im Untergrund folgt Patrizia Schlosser deren Spuren – mit ihrem Vater, einem Polizisten in Rente. 6 Folgen, 50 Minuten, via Audible
… einen Mord
… eine Trennung
Wer hat Burak erschos sen?, fragt der gleich namige Podcast von Philip Meinhold. Im April 2012 wurde der Junge mit türkischen Wurzeln in BerlinNeukölln auf offener Strasse erschossen. Von wem und warum, ist rätselhaft. War Ausländerhass das Motiv? Ein abgeschlossener Podcast, traurig-aktuell. 9 Folgen, 30–50 Minuten, u. a. via Kulturradio
Grosses Drama, Hass und ein geheimes Doppel leben? Klingt nach Krimi, ist aber das Ende einer Liebe. Nach sechs Jahren Beziehung sind Luis und Lisa am Ende. Und der Pod cast Schluss von Bettina Conradi beginnt. Woran scheitert ein Paar? Warum fällt es so schwer, darüber zu reden? Und was bleibt? 5 Folgen, 30 Minuten, via Viertausendhertz
… Laufen
… Workout
… Fachsimpeln
… Einschlafen
Wer Marathon oder gar Ultramarathon läuft, vergisst manchmal, dass es auch Erdbussbutter gibt und dass Laufen nicht nur Selbstüberwindung ist, sondern ursprünglich mal Liebe zur Bewegung war. LaufenLiebeErdnuss butter schafft den Spagat zwischen Top-Fitness und Top-Lebensqualität. Zweiwöchentlich, 60 Minuten, u. a. via Podcast.de
Der Name Nackt gut aus sehen eignet sich bestens, um die Charts zu stürmen, erklärt allein aber nicht die guten Bewertungen. Es geht auch um Yoga, gut schlafen und schlechte Tage. Der Podcast wurde nach zwei Jahren beendet, vermutlich kommt man nicht mehr dazu, wenn man nackt zu gut aussieht. Wöchentlich, 30 Minuten, u. a. via Podomatic.com
«Wir haben in den letzten Wochen viele chinesische Action-Filme angeschaut. Nicht alle waren besonders gut!» Geek-Sofa ist die SRF-Talk-Runde über Geek-Kultur. Obgleich der Fokus auf Film & Spielen liegt, lassen Aufbereitung und Topics wie «Die magischen Genitalien des Mittelalters» auch NonGamer hinhören. srf.ch/ sendungen/geek-sofa
Ohne ausreichenden Schlaf keine maximale Leistung, weder im Job noch beim Training. Damit wir schneller ins Reich der Träume finden, sendet Tobias Baier seinen Podcast Einschlafen, in dem er Monologe über Reisen hält oder aus Kant-Werken vorliest. Sein Ziel: Du sollst keine Folge zu Ende hören. Zweiwöchentlich, 60 Minuten, u. a. via Podlist.de
THE RED BULLETIN
5 SIE SIND DISKRET. Du bist Bankdirektor, willst mehr übers Stricken lernen, dabei aber nicht gesehen werden? Mit Podcasts kannst du dich sogar in der Bahn schlau machen – kein Text, kein Bild verrät dich.
LASS DIR HELFEN
DAS KANNST DU AUCH.
HELLA WITTENBERG
Anfänger-Tipps von Podcast-Star Matze Hielscher
«Eine gute Stimme ist wichtig, aber weit wichtiger ist es, an seiner Stimme zu arbeiten.» Bevor Matze Hielscher seinen eigenen Podcast («Hotel Matze», Seite 71) startete, buchte er in Berlin ein Stimmtraining, um deutlicher zu sprechen. In Sachen Technik reicht zum Podcasten eigentlich schon ein Smartphone und eine AufnahmeApp wie «Anchor», mit der du auch schneiden kann. Besser wird es, wenn du mit mehreren Tonspuren aufnimmst und dir Studiomikrofone leistest. Im Netz gibt es gute How-toPodcast-Anleitungen und eine riesige Auswahl an Programmen und Apps.
WERDE DEINE EIGENE MARKE Die Charts laufen über vor Podcasts über Sex, Selbstoptimierung oder Fussball. Nimm lieber eine Sendung übers Gleitschirmfliegen auf – sofern es das noch nicht gibt. Mit einem
THE RED BULLETIN
Nischenthema kann es leichter sein, Sponsoren und Zuhörer zu finden. Alles entscheidend ist, dass du für das Thema brennst: «Man sollte seine Leidenschaft zum Podcast-Inhalt machen, nur dann hält man durch und macht gute Sendungen.»
NIMM DIR ZEIT Einen Tag braucht Matze Hielscher für eine Folge «Hotel Matze»: «Die Vor bereitung, zwei Stunden fürs Interview, die doppelte Zeit für die Nachbearbeitung – also durchhören, schneiden, Intro einsprechen.» Hobby-Podcaster, die wenig schneiden, kommen mit ein bisschen Übung mit einem halben Tag hin. Um Fans zu finden, sollte dein Pod cast ausserdem regelmässig erscheinen, mindestens alle zwei Wochen.
HALT DURCH So viel Arbeit, aber kaum Zuhörer und Sponsoren: Diese Durststrecke
musste jeder erfolgreiche Podcast aushalten. «Ich sagte mir, ich mache zehn Folgen, egal ob das jemand hört.» Dann sollte man sich ehrlich fragen: Macht es mir Spass, geht es leicht von der Hand, wie ist das Feedback? Spätestens nach einem halben Jahr bekommst du ein Gefühl, ob deine Sendung eine Zukunft hat. Ganz wichtig: Zuhörer um Feedback bitten und darauf reagieren.
SUCH DEINE HÖRER DORT, WO DU SELBST PODCASTS ENTDECKST Der erste Schritt ist, im Bekannten kreis und auf Social Media dafür zu werben. Wenn man einen SpecialInterest-Podcast hat, die Zielgruppe kontaktieren, über Foren oder auf Events. Oder Blogger anmailen, die über neue Podcasts berichten. Auch gut: andere Podcaster kon taktieren und eine gemeinsame Folge vorschlagen.
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Wer ein Star werden will, muss erst mal durchs Tal der Tränen. Mini-Gigs vor desinteressierten Betrunkenen. Klinkenputzen bei Plattenfirmen. Ego-Kämpfe mit besserwisserischen Producern. Tausend Takes für jede Aufnahme, monatelanges Tüfteln an jedem Ton. Ausser man ist CHVRCHES. Die Band aus Glasgow macht sich seit ihrer Gründung im Jahr 2013 einfach nur eine gute Zeit. «Jede Art von Druck schadet der Kreativität», sagt Lauren Mayberry. «Wir versuchen lediglich, wir selbst zu bleiben und alles wegzulassen, was sich unangenehm anfühlt.» Die New Yorkerin, die Journalistik studiert hat und Klavier sowie Schlagzeug spielt, ist die Frontfrau der Band, obwohl sie ursprünglich nur als Backgroundsängerin engagiert worden war. Als die BBC die damaligen Newcomer CHVRCHES vor fünf Jahren unter die fünf heissesten neuen Bands des Jahres wählte, begann deren steiler Aufstieg. Heute arbeitet das Trio mit Szenegrössen wie David Stewart (Eurythmics), Matt Berninger (The National) oder Greg Kurstin zusammen – und dehnt seinen Elektro-Pop am neuen Album «Love Is Dead» in eine etwas aggressivere Richtung als bisher. Im Interview spricht Lauren Mayberry auch für ihre Bandkollegen Iain Cook (Synthesizer, Gitarre) und Martin Doherty (auch Synthesizer). 74
DANNY CLINCH
CHVRCHES sind die neuen Hohepriester des Synth-Pop. Ihre ersten beiden Alben machten sie zur Weltsensation, jetzt ist das dritte Album da. Und «Love Is Dead» hat das Zeug, die ersten beiden Alben noch zu übertreffen. Zu Stars machte die Schotten rund um Sängerin Lauren Mayberry ein Erfolgsrezept, das in der beinharten Leistungsgesellschaft des modernen Musikbusiness beinahe schon revolutionär klingt: «Verlasse niemals deine Komfortzone!»
Leadsängerin Lauren Mayberry mit Iain Cook (hinten rechts) und Martin Doherty. Das Erfolgsrezept des Trios: alles Unangenehme weglassen
Mach doch, was du willst Text BENJAMÍN ACOSTA
Poppig, aber immer noch indie: CHVRCHES stehen für einen eigenen Sound.
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THE RED BULLETIN
«Was würdest du auch ohne Bezahlung tun? Wenn du das weisst, kennst du deinen Traumberuf.» «Wir haben keine Lust, unsere Musik an die Bedürfnisse der Charts anzupassen.» the red bulletin: Jeder, der Musik macht, träumt vom grossen Durchbruch. Warum ist er gerade euch gelungen? lauren mayberry: Ganz ehrlich: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Aber ich glaube, wir kennen uns ein bisschen mit Kommunikation aus. Und wir haben das Glück, dass uns ein paar Songs einge fallen sind, mit denen sich die Leute identifizieren können.
DANNY CLINCH
Wie schreibt man einen guten Song? Am besten auf ganz alt modische Weise: Wir lassen uns von der Musik inspirieren, auf die wir selber stehen, und mixen ganz unterschiedliche Einflüsse, zum Beispiel Cyndi Lauper und The Cocteau Twins, The Cure und Depeche Mode. Und es macht uns riesigen Spass, uns mit den Leuten draussen auszutauschen – das ist die eigentliche Motivation und der Sinn von allem, was wir tun.
THE RED BULLETIN
Das klingt toll. Aber wenn wir ehrlich sind: Die Realität im Musikbusiness ist doch deutlich nüchterner. Man schreibt, wenn man Glück hat, einen Hit – und spielt ihn dann so lange rauf und runter, bis man ihn selbst nicht mehr hören kann … Aber nein! Es ist völlig egal, ob wir einen Song schon hundertmal gespielt haben. Wir interpretieren jeden Song jedes Mal neu, so, als würden wir ihn zum allerersten Mal spielen. Auf lange Sicht kommt uns das zugute, weil die Fans das ja auch spüren, dass es uns Spass macht – und dann selbst eine gute Zeit haben.
Wenn du selbst Spass bei deiner Arbeit hast, ist das eine Win-win-Situation für alle. Erfolg beruht also zuerst einmal darauf, dass man sich bei der Arbeit nicht langweilt? Was würdest du auch ohne Bezahlung tun? Wenn du die Antwort weisst, kennst du deinen Traumberuf. Obwohl … eigentlich sehen wir das ein bisschen anders. Wir möchten lieber daran glauben, dass die richtigen Dinge von selbst p assieren. Darum ist es für uns so fundamental wichtig, dass wir uns wohl fühlen. Erst wenn sich alles richtig und leicht anfühlt, können wir uns so ausdrücken, wie wir das möchten. Man sagt aber: Diamanten entstehen nur unter Druck … Das sehen viele so, ja. Aber ich glaube, es ist wichtiger, Bedingungen zu schaffen, in denen man sich wohlfühlt und sich entfalten kann. Unsere ersten beiden Alben haben wir in unserem eigenen unterirdischen Studio aufgenommen. Es war unsere Zuflucht, ein magischer, inspirierender Ort. Genau diese Atmosphäre hat uns zum Synth-Pop geführt. Das Genre hat uns gewählt, nicht umgekehrt – einfach weil wir zufällig die entsprechenden Instrumente hatten. Nicht wir haben es gemacht – es ist passiert. Aber kann man sich in so einer Wohlfühlatmosphäre auch weiterentwickeln? Gerade da! So hatten wir Gelegenheit, in uns selbst reinzuhören, als Band zusammenzuwachsen und Ideen aus zutauschen. Wir konnten ganz frei herangehen und ausprobieren, wie weit wir mit unseren Instrumenten gehen können.
Erst die Sicherheit des geschützten Raums gibt einem die Freiheit, die man für Experimente braucht? Genau. So sehen wir das. Wir bleiben immer in unserer Komfortzone, sowohl im Studio als auch bei unseren Konzerten. Ich glaube überhaupt, der Schlüssel ist das Vertrauen. Wenn man das Gefühl hat, Freunde um sich zu haben, kann man sich besser konzentrieren, performt man besser. … und so habt ihr den typischen CHVRCHES -Sound gefunden. Diese Frage, was jetzt unser Sound ist und was nicht, was vielleicht richtig ist und was nicht, haben wir uns nie gestellt. Wir wollten nie so analytisch darüber nachdenken. Wir haben jedenfalls nie bewusst ein Genre oder einen Stil gewählt, sondern die Dinge einfach passieren lassen. Nicht einmal mein Eintritt in die Band war geplant! Und du warst nicht von Beginn an die Frontfrau, stimmt das? Wir kannten uns von der Uni, eigentlich wollte ich die Jungs nur mit Background-Vocals beim Aufnehmen von ein paar Songs unterstützen. Aber dann haben wir gemerkt, wie gut wir als Team zusammenarbeiten. Es ist wie eine Ehe, nur dass wir zu dritt sind und jeder von uns seine eigene Persönlichkeit und Motivation einbringt. Zum Glück haben wir alle die Bereitschaft, weiter voneinander zu lernen. Anders würde es gar nicht funktionieren. Wie gesagt: wie in e iner Ehe! CHVRCHES-Konzert: 15. November,
Les Docks, Lausanne
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111-Kilo-Athlet Florian Munteanu über sein Training à la Rocky.
Wie dich ein GameLenkrad-Controller renntauglich macht.
Welche Events die Alpen rocken und unser StyleGuide für die Piste.
JOEL KRAHN
BEREIT FÜR DIE WILDNIS
715 Kilometer quer durch Kanada: an Bord beim längsten Paddelrennen der Welt – dem Yukon River Quest. REISEN, SEITE 80
THE RED BULLETIN
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Reisen
Teams beim Überqueren des Lake Laberge. An windigen Tagen sind die Wellen hier meterhoch.
YUKON RIVER QUEST
DIE NATUR DES LEIDENS Halluzinationen, Unterkühlung, 715 Kilometer Paddeln durch die kanadische Wildnis: Die Schriftstellerin Eva Holland versuchte sich am längsten Kajakrennen der Welt.
I
n meinem Leben war ich noch nie so fertig. Meine entzündeten Handgelenke schreien vor Schmerz, mein Oberkörper fühlt sich taub an. Meine Beine kribbeln, tanzen vor Ungeduld und erzwungenem Bewegungsmangel, während der Rest von mir
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darum kämpft, irgendwie weiterzumachen. Mein Hintern ist wund vom stundenlangen Sitzen auf einer harten Fiberglas-Bank. Es sind die letzten Stunden von Kanadas Yukon River Quest, einem 715 Kilometer langen Kanu-, Kajak- und SUP-Rennen,
Am Start: noch frische Teilnehmer in Whitehorse
THE RED BULLETIN
guide
REISE-TIPPS
GOLD! GOLD!
Das Paddeln auf dem Yukon River ist eine einzigartige Möglichkeit, die nordamerika nische Wildnis zu erkunden – und den Geist des legendären Klondike Gold Rush nachzuspüren. Die Quelle des Yukon River liegt in British Columbia, Kanada, und er mündet in die Beringsee im US-Bundesstaat Alaska. Das Rennen selbst findet im Yukon Territory in Kanada statt. Sieben Stunden Pause zur Rennmitte, Zeit für die Pflege von Mensch und Material
n Yuko
er Ri v
USA Anchorage
Kanada Dawson City Whitehorse
GESCHICHTE NAME Der Name selbst ist eine Zusammenführung von «Yu-kun-ah», was in der Sprache des Stammes der Gwich’in «grosser Fluss» bedeutet.
HARRY KERN (3), JOEL KRAHN
EVA HOLLAND
Dringend nötig: die Hände mit Tape schützen. Sonst sind blutige Blasen unvermeidlich.
und ich stosse knallhart an die Grenzen meines Körpers. Mit Ausnahme von zwei obligatori schen Pausen von insgesamt zehn Stunden paddele ich seit drei Tagen rund um die Uhr. Als sich unser Boot Dawson City im Nordwesten Kanadas nähert, kocht dennoch Wut in mir hoch, so viel Energie hab ich offenbar noch. Der Yukon rauscht durch hohe, mit Nadelbäumen bedeckte Klippen, auf den Fels wänden über mir sehe ich über all Graffitis, ein knallbuntes Durcheinander an Sprühfarbe. Wer, verdammt noch einmal, be sudelt so die unberührte Natur? Später erfahre ich, dass gar keine Graffitis auf den Felsen
THE RED BULLETIN
Ich schlief mitten in einem Paddelschlag ein. Kotzte beinahe. Aber aufgeben? Nein. sind. Es waren bloss Halluzina tionen, hervorgerufen durch pure Erschöpfung. Ich weiss nicht mehr, was real ist. Der Yukon River Quest ist das längste jährlich stattfindende Kanu- und Kajakrennen der Welt. Es folgt dem Yukon River von Whitehorse, der Hauptstadt des kanadischen Yukon-Territoriums, nordwestlich durch die subarkti sche Wildnis nach Dawson City.
BEVÖLKERUNG Mit 482.443 km² ist das Yukon Territory etwas grösser als Kalifornien (423.970 km²), aber statt der 39,5 Millionen Menschen im südlichen US-Bundesstaat sind es hier weniger als 34.000. KLONDIKE GOLD RUSH Nachdem 1896 in einem Bach Gold entdeckt worden war, stürmten 100.000 Goldsucher in die Region Yukon. Ein Strohfeuer: Drei Jahre später waren die meisten zu neuen Goldfeldern in West-Alaska weitergezogen.
SEHENSWÜRDIGKEITEN NAHE WHITEHORSE YUKON WILDLIFE PRESERVE Im Naturschutzgebiet beim Radfahren, Skifahren oder Schneeschuhlaufen Karibu, Bison und Luchs begegnen. MILES CANYON Einst bei Goldsuchern gefürchtet (viele starben bei der Überquerung), heute berühmt für die tolle Aussicht. TAKHINI HOT SPRINGS Zwei natürliche Mineralbecken (37–42 °C), die seit Jahrhunderten von den Ureinwohnern genutzt werden.
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Reisen
guide
DU GEGEN DEN YUKON
SO PACKST DU DAS RENNEN
Was tun, wenn Bären angreifen? Wieso helfen Kondome, wenn zum Pinkeln keine Zeit bleibt? Die Überlebens- und Erfolgstricks für das längste Paddelrennen der Welt.
RUMPF-TRAINING Das Rennen dauert zu lange, um mit reiner Armkraft aus zukommen. Du musst dich auf einen stabilen, kräftigen Oberkörper verlassen können.
WUNDSALBE Für Ausschläge und Wunden an unangenehmen Stellen. Je länger du auf dem Fluss unterwegs bist, desto mehr wirst du sie brauchen. Garantiert. KONDOM-KATHETER Damit du auch unterwegs aufs Klo gehen kannst. Es wird empfohlen, vor dem Rennen die Technik zu üben.
PADDELTECHNIK Ein kurzer, schneller Paddelhub ist effizienter und reduziert die Verletzungsgefahr. TANK DICH VOLL Shakes und Gele sind üblich, ein Teilnehmer ernährte sich von Cola und Kautabak. Finde dein eigenes Erfolgsrezept.
ZAHLEN ZUM RENNEN Gesamte Flusslänge 3185 Kilometer
Teams am Start 2018 103 (neuer Rekord)
Brücken über den Fluss 4
Teams im Ziel 76
Streckenlänge 715 Kilometer
Vertretene Länder 15
Streckenrekord 39 Stunden, 32 Minuten und 43 Sekunden (2008)
Anzahl der bereits gefahrenen Rennen 20
Immer dabei: Karte und GPS. Der Fluss ist eine Landschaft für sich, die Strömungen sind kni≠lig.
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Die «Tough Birches», das Team unserer Autorin
Gestartet wird in Solo- oder Tandem-Kajaks bzw. -Kanus, in grösseren Voyageur-Kanus mit vier bis zehn Paddlern oder stehend auf Surfbrettern. Die Strecke führt grösstenteils durch unbewohnte Landschaft. Die Teilnehmer haben Zelte, Schlafsäcke und wasserdichtes Material zum Feuermachen dabei, falls sie im kalten Wasser kentern und an Land Unterschlupf finden und auf Rettung warten müssen. Ich bin in einem Voyageur- Kanu mit sieben anderen Frauen, alle bis auf eine von uns Rookies. Wir haben uns «Tough Birches» (so viel wie «Die harten Birken») genannt und uns ein moderates Ziel gesetzt: Wir wollen in 55 bis 60 Stunden fertig sein, unsere obligatorische 10-Stunden-Ruhezeit nicht einberechnet. (Das Sieger-Boot wird in etwa 40 Stunden fertig sein, das langsamste in 80.) Mein Grund für die Teilnahme am Rennen? Ich will wissen, wie es sich anfühlt, mich an meine Limits zu pushen. Und darüber hinaus. Jetzt kenne ich die Antwort: Es tut verdammt weh. Aber ich habe gelernt, dass mein Körper mehr kann, als ich ihm zugetraut habe. Ich musste unterwegs bei-
nahe kotzen, betäubte die quälend schmerzenden Handgelenke mit Eiswasser und schlief mitten in einem Paddelschlag erschöpft ein. Aber aufgeben? Nein. Wir überquerten unter sengender Hitze die grössten Hindernisse, wie den 50 Kilometer langen Lake Laberge. Mit Glück: Es war beinahe windstill, das Wasser entsprechend ruhig. Bei stärkerem Wind bäumen sich hier die Wellen bis auf zwei Meter auf. Wir paddeln rund um die Uhr, denn es ist der Jahreszeit wegen durchgehend taghell. Das schenkt uns Momente wie die Fahrt durch die unglaubliche Felsformation Five Finger Rapids unter einem bizarr erleuchteten Mitternachtshimmel. Nach 57 Stunden, 42 Minuten und 5 Sekunden schaffen wir es ins Ziel, liegen damit komfortabel in der vorgenommenen Zeit, erreichen den 25. Platz. Ich bin erschöpft, verwirrt, mir ist kalt, und irgendwo unter all dem Schmerz bin ich vor allem stolz. Wir haben es geschafft. Und zumindest das war keine Halluzination. Hoffentlich. Lust gekriegt? Dann unter yukonriverquest.com anmelden fürs Rennen im nächsten Jahr (26.– 30. Juni 2019)
THE RED BULLETIN
EVA HOLLAND
VORBEREITUNG
BÄRENSPRAY Falls du an der Küste einem oder zwei Grizzlys begegnest.
JOEL KRAHN, JOEL KRAHN/YUKON NEWS
AUSRÜSTUNG
Fitness ERFOLGSTIPPS
SCHLAG AUF SCHLAG
Gewinnen im Ring und ausserhalb
FLORIAN MUNTEANU
LEGENDE RELOADED
«IM WAHREN LEBEN TRAINIERE ICH WIE IM FILM»
«VIKTOR DRAGO IST ZU 90 PROZENT WIE ICH» «Als ich das Angebot bekam,
«Dolph und Sly sind egenden, ihre KampfL szenen in ‹Rocky IV› unglaublich. Unser Ziel war es, mit diesem Level mitzuhalten. Und ich glaube, Michael B. Jordan und ich haben ganz ordent liche Arbeit geleistet. Am Ende waren wir jedenfalls fix und fertig – wir brauchten täglich etwa 20 Schmerzmittel.»
SEI NICHT ZU STOLZ «Ich bin im grossen Filmbusiness ja ein Neuling, also hörte ich Sly ganz genau zu, als er mir Ratschläge gab. Und hielt mich ganz penibel an jeden einzelnen davon.»
ISS VERNÜNFTIG (UND CHEATE MANCHMAL) «Ich versuche, mich gut zu ernähren – Fleisch, Reis, Kartoffeln, viel Gemüse –, aber pro Woche erlaube ich mir zwei Cheat-Mahlzeiten. (Und zwar mindestens.) Pizza oder Donuts – das brauche ich einfach für meine geistige Fitness.»
BRING DEINEN SCHMERZ MIT
Schwitzen für den Block buster: Florian Munteanu alias Viktor Drago beim Workout im Gym
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«Viktor Drago würde im Kampf gegen Florian Munteanu gewinnen, weil er so viel Schmerz in sich trägt. Unterschätze niemals einen Mann, der seinen Schmerz in den Ring mitbringt, denn er wird alles an dir aus lassen. Da kannst du nicht mithalten – unterschätze niemals die Kraft des Schmerzes!»
«MEIN VATER LEHRTE MICH WAHRE MOTIVATION» Die Vater-Sohn-Dynamik spielt in «Creed II» eine grosse Rolle, da der von Lundgren gespielte Ivan seinen Sohn Viktor coacht – nicht ganz reibungslos. Die Beziehung zu seinem eigenen Vater ist einfacher. «Mein Vater hat mich schon zum Training mitgenommen, als ich fünf oder sechs war. Die grösste Lektion, die er mir mitgegeben hat: Denke immer mit dem Herzen. Alles, was ich tue, sollte für diejenigen sein, die ich liebe. Wenn die Motivation stimmt, werde ich alle meine Ziele erreichen.»
«MICHAEL B. JORDAN ZEIGTE MIR, WAS HINGABE IST» Adonis Creed – von Michael B. Jordan gespielt – ist Hauptstar des Films. «Er ist nicht so gross oder so stark wie ich, aber unglaublich fit. Mich beeindruckt sein Fleiss. Sein Lebenslauf ist beeindruckend, trotzdem kenne ich kaum einen härteren Arbeiter. Wenn 100 Prozent nicht reichen, gibt er eben 200!» «Creed II» läuft ab 24. Januar 2019 im Kino; creedthemovie.com
THE RED BULLETIN
TOM GUISE
A
Lebensjahr wird der DeutschRumäne, mittlerweile 28, von seinem ebenfalls boxenden Vater trainiert, hat einen Abschluss in Sport-, Medien- und Event management. Unter dem Namen «Big Nasty» veröffentlicht er Trainingsclips für über 120.000 Follower auf Instagram. «Mir reichte eine Stunde auf Skype, um Sly zu überzeugen», sagt Munteanu.
SETZE DIR EIN ZIEL
Viktors Trainingsgeräte können mit Ivans sowjetischem SuperGym in «Rocky IV» nicht mit halten. «Zu Beginn ist Viktors Training sehr oldschool», sagt Munteanu. «Er und Ivan sind pleite, leben in einem Drecksloch, trainieren zu Beginn nur mit Gewichten und gehen laufen.» Er selbst trainiert zweimal täglich, «Kraft, Geschwindigkeit, Koordination».
ANDIKO PHOTOGRAPHY, WARNER BROS, FLORIAN MUNTEANU
In «Creed II» spielt der 111 Kilo schwere Deutsch-Rumäne den Sohn des Kult-Bösewichts Ivan Drago. Uns verrät er, wie er Pizza und Gefühle in sein Training integriert.
ls Sylvester Stallone 2015 die Fortsetzung des HitFilms «Creed» besetzen musste, stand er vor einer fast unlösbaren Aufgabe: jemanden zu finden, der glaubwürdig den grössten Bösewicht der «Rocky»Serie übertreffen konnte – Ivan Drago aus «Rocky IV», 1985 knochenerweichend gut gespielt von Dolph Lundgren. Doch mit Florian Munteanu fand «Sly» genau diesen Mann: 1,93 Meter gross, 111 Kilo schwer, Boxer, Schauspieler, Fitnessmodel. Seit seinem fünften
mich für die Rolle vorzustellen, wusste ich sofort: Ich kriege sie. Weil in Viktor so viel von mir steckt», sagt Munteanu. «Die Rolle zu spielen fiel mir dann sehr leicht.» Sein eigener Boxstil? «Obwohl ich ein Schwer gewicht bin, halte ich nicht ständig meine Deckung hoch, weil ich mich mit locker hängenden Armen wohler fühle.»
guide Film- und Social-Media-Star Florian Munteanu: 120.000 User folgen dem ausgebildeten Boxer auf Instagram.
THE RED BULLETIN
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Gaming DRS (erlaubt Ver stellen des Heckflügels)
Pit Speed Limiter (Speed-Limit in der Box)
guide
Tachometer
Force Feedback (einstellbare Vibrations intensität im Lenkrad)
Rev Indicator (zeigt optimalen Schaltzeitpunkt)
RACING GAMES
SO WIRD DEIN ZIMMER ZUR RENNSTRECKE
Joystick für RundumBlick
F1 2018
Paddle zum Runterschalten
Paddle zum Raufschalten
Alcantara-Griffe
Body aus Aluminium
Das offizielle Game zur Formel-1-Saison mit Lizenzen aller Autos, Fahrer und Strecken. Von der Konkurrenz in puncto Fahrgefühl ausgebremst, punktet F1 2018 mit einem umfangreichen Karrieremodus.
FANATEC F1
D
as ist kein Kinderspielzeug: 200.000 US-Dollar Preisgeld warten auf den Sieger der F1 Esports Series in London. 16 E-Sportler haben es ins Finale geschafft, bei dem übrigens die beiden Formel‑1-Heroes Max Verstappen (21, Red Bull Racing) und Pierre Gasly (22, Toro Rosso) als Ehrengäste im Publikum staunten. So unterschiedlich die E‑Piloten sind, eines eint sie: das Lenkrad. Oder, besser gesagt, das, was Gamer darunter verstehen. Die «Fanatec»-Con
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troller sind heute offizielles Lenkrad für Wettkämpfe und Training. Sie werden auch von F1-Piloten wie Verstappen bei ihren privaten E-SportsRunden verwendet. «Rubens Barrichello (46, F1-Legende; Anm.) hat auch eines gekauft», sagt Fanatec-Gründer Thomas Jackermeier. Ob für den Lenker ein echtes F1-Auto Pate war? «Nein», sagt Jackermeier, «auch wenn die Ergonomie ähnlich ist.» Vor 21 Jahren hat Jackermeier Fanatec gegründet. Heute ist
PROJECT CARS 2 Neun Motorsport- Disziplinen – vom KartRacing über Rallycross bis zu LangstreckenRennen – lassen keine Wünsche offen. Wo immer du auch an den Start gehst, die realistische Fahrphysik verlangt viel Finesse.
fanatec.com
Fanatec CSL Elite Pedale sind im GamingPaket inkludiert.
RFACTOR 2 Extrem realistische Rennsimulation – dank Daten der Fahrzeug hersteller und Zu sammenarbeit mit Renn fahrern. Hier wirkt sich jedes noch so kleine Detail wie Abrieb oder Tankstand auf das Fahrgefühl aus.
THE RED BULLETIN
TOM GUISE
Diesen Game-Controller haben die Fahrer der Formel-1-E-Sports-Serie in der Hand – und die Formel-1-Weltmeister von morgen.
er überzeugt, dass die nächste Generation von F1-Fahrern aus dem E-Sport kommen wird: «Noch schaffst du es nur mit guten Verbindungen und viel Geld – oder am besten beidem – in einen Rennboliden.» Dank E-Sports gebe es Millio nen von fähigen Spielern. «Früher oder später wird es einer in die Formel 1 schaffen. Und er wird mit einem Fanatec-Lenkrad trainiert haben.»
FANATEC
DAS LENKRAD DER CHAMPS
Entertainment
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Ausgewählte Musik und inspirierende Interviews. Unsere aktuelle Empfehlung:
BÜHNE FREI! METHOD MAGAZINE/RED BULL CONTENT POOL, GUSTAVO CHERRO/RED BULL CONTENT POOL, CARYS HWUS
Epische Musikduelle in Wien und Buenos Aires oder kreative Freestyle-Sessions? Du hast die Wahl. Hier sind die Red Bull TVHighlights des Monats.
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Country-Rock (li.) tri≠t Austropop beim Musik-Showdown in Wien.
November LIVE
RED BULL MUSIC SOUNDCLASH
Zwei Bands, zwei Bühnen, ein Battle um die Gunst des Publikums: das ist das Set-up für das Konzert ereignis des Jahres in der Wiener Marx Halle. Die deutschen Country-Rocker The BossHoss werden sich mit den Austropop-Giganten Seiler und Speer ein Duell über sechs Runden liefern und dabei u. a. Songs neu arrangieren und Gäste auf die Bühne holen.
19
November ON
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THE RED BULLETIN
Ein bisschen schräg, ein bisschen unverfroren, immer gut drauf: Auch Teil drei der Serie des «Method»-Magazins beweist, dass Snowboard-Abenteuer auch ohne Heli und Co möglich sind.
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Dezember LIVE
RED BULL BATALLA DE LOS GALLOS Dieser Event kommt dir spanisch vor? Zu Recht! Wir zeigen einen der grössten Battle-Rap-Contests im spanischsprachigen Raum: live aus Buenos Aires.
FIRST FLOOR
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November ON AIR
Jeden Donnerstag um 20 Uhr feiert Moderator Shawn Reynaldo aktuelle Highlights in Sachen House, Techno, Disco und anderen elektronischen Disziplinen – und nimmt sich ausführlich Zeit, um mit den Künstlern zu sprechen (bereits auf Sendung waren etwa Mr. Fingers, Peggy Gou und Bicep). Gegen Ende des Jahres wird Shawn eine Reihe von Sendungen ausschliesslich seinem traditionellen Best-of widmen und seine 2018er-Favoriten präsentieren. AUFDREHEN: REDBULLRADIO.COM
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Events
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guide
Dezember Screening: Race the Face Ein Viertausender, zwei Skifahrer, ein episches Duell: Jérémie Heitz, 29, Schweizer Freestyler, der bisher 15 Viertausender mit Ski bezwang, gegen Daron Rahlves, 45, USA, zwölf Weltcup- Siege, darunter einen auf der Streif in Kitzbühel. Heitz vs. Rahlves – ein beinharter Zweikampf auf einem spektakulären Hang. Die beiden Skiläufer stürzten sich vom Hohberghorn (4219 m) in einen Zwölf-Tore-Slalom. Wer gewonnen hat? Wird im «Race the Face»-Clip verraten. Verkehrshaus, Luzern; Alle Infos: redbull.com
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Dezember
RED BULL ITEMANIA
Vier Teams treffen bei diesem Game-Event aufeinander, um zu zeigen, wer bei «League of Legends» (LoL) dominiert. Die Herausforderung: Bevor gespielt wird, muss jedes Team in einer Auktion sein Helden-Paket ersteigern. Mit den jeweils sechs Figuren des Pakets müssen die LoL-Grössen ihr Auslangen finden.
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November Groove Session Begabte Jungtänzer treffen auf arrivierte Stars – bei der Groove Session gibt sich die weltweite BreakdanceCommunity ein Stelldichein. Wichtigster Zusatz: „um sich ohne Einschränkungen in Bezug auf Alter, Stil oder Nationalität zu vereinen“. Höhepunkt sind die Battles im Duo. Die Teams bestehen dabei aus je einem Jungtänzer und einem internationalen Act. Mit dabei: Bruce Almighty und Wingzero. Centre de Vie, Neuchâtel; groovesession.ch
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Dezember Ski Cross World Cup Davos Waghalsige Sprünge, scharfe Schwünge – beim Ski Cross jagen vier Athleten Schulter an Schulter talwärts, im Kampf um die beste Linie. Beim Ski Cross World Cup in Davos verspricht das Nachtrennen besonders spektakuläre Szenen, denn Langeweile kommt dank des außerordentlichen Parcours garantiert keine auf. Kulmwiese, Innerarosa; arosalenzerheide.swiss
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bis 19. Januar Laax Open Die Elite und die Newcomer – beim Laax Open treffen Olympiasieger, Weltmeister und hoffnungsfroher SnowboardNachwuchs aufeinander, und zwar in den Freestyle-Disziplinen Slopestyle und Halfpipe. In den Finals geht es nicht nur um den Titel, sondern auch um ein Preisgeld von 250.000 Franken. Crap Sogn Gion, Flims; open.laax.com
THE RED BULLETIN
JEAN-CHRISTOPHE DUPASQUIER/RED BULL CONTENT POOL, MIKA MERIKANTO
Verkehrshaus, Luzern; redbull.com
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1 DAS VICTORINOX SIGNATURE PARFUM
Energie, Kraft, Eleganz und Selbstvertrauen: Diese Attribute stehen für den neuen Herrenduft Swiss Army Steel von Victorinox. Der Duft begleitet seinen Träger nicht nur im Beruf, sondern auch auf Reisen und im Alltag. Inspiriert von der Energie reinen Stahls, kombiniert Swiss Army Steel belebend aquatische Noten mit einer charismatischen Basis. victorinox.com
THE RED BULLETIN
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Hol dir den Look der 90er mit dem XXL-Puffed Black Bag, der dem klassischen Anorak seinen Tribut zollt. Vintage-Pufferjacken inspirierten diese hochwertige Neuauflage des klassischen Padded Pak’r, gefertigt aus schwarzem Nylon. Funktionalität ist ein Markenzeichen der LAB Capsulekollektion, erwarte also standard mässige Funktionen. eastpak.com
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Die Icebreaker Venturous Bomber Jacke schützt vor Kälte und sieht edel aus. Die klassische Winterjacke verfügt über eine Aussenschicht aus 100 % recyceltem Polyester mit DWR- Beschichtung, an der leichter Niederschlag abperlt. Die Isolationsschicht aus einem Merinowollmix ist eine warme und natürliche Alternative zu herkömm licher Synthetikisolation. icebreaker.com
5 G-SHOCK MIT INTEGRIERTEM STEPTRACKER
Die neue GBA-800 mit integriertem Beschleunigungsmesser misst nicht nur die tägliche Schrittzahl, sondern auch das Lauf tempo. Über Bluetooth® verbindet sich die Uhr mit dem Smartphone und sendet die erfassten Daten an die G-SHOCK Connected App, auf der die Messdaten ablesbar sind. watchzone.ch
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Slope Style Weisskontrast mit Klasse: Für diese Teile gibt’s im kommenden Winter Extra-Haltungspunkte. Fotos JAMES PEARSON HOWES
David trägt OAKLEY Fall Line Factory Pilot Blackout-Goggles, oakley.com; ARC’TERYX Vertices-Hoody, arcteryx. com; PROTEST Decay-Jacket, protest.eu; DOUCHEBAGS Hugger 30L-Backpack, douchebags.com; OUTDOOR RESEARCH Riot-Gloves, outdoorresearch.com; PICTURE ORGANIC Unity-Helm und Naikoon-Pants, pictureorganic-clothing.com; NITRO Team TLS-Boots, nitrousa.com; CAPITA The Outsiders 155-Snowboard, capitasnowboarding.com; mit UNION Contact Pro-Bindung, unionbindingcompany.com
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Dean trägt einen Kojak Purple-Helm und Infrared Perspective+-Goggles von MARKER. marker.net.
Im Uhrzeigersinn von unten: BURTON Talent Scout-Snowboard mit Step-on-Bindung, burton.com; HEAD Kore 117-Ski, head.com; CAPITA Jess Kimura 146-Snow board, capitasnowboarding.com, mit UNION Rosa-Bindung, unionbindingcompany.com; GNU Ladies Choice-Snowboard, gnu.com, mit BENT METAL UpshotBindung, bentmetal.com; ATOMIC Redster X9-Ski mit X 12 TL OME-Bindung, atomic.com; K2 Pinnacle 85-Ski, k2skis.com; BURTON Free Thinker-Snowboard mit Step-on-Bindung, burton.com; SALOMON X S/Race Rush GS-Ski, salomon.com
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Dean trägt MARKER Phoenix MAP-Helm, marker.net; SCOTT SPORTS Fix-Goggles, scott-sports.com; BUFF Arrowhead Multi Buff, buffwear. com; MONS ROYALE Olympus 3.0 Half Zip-Base-Layer, monsroyale.com; SPYDER Pinnacle GTX-Jacket, spyder. com; ARC’TERYX Alpha SK32-Backpack, arcteryx.com; ATOMIC Redster X9-Ski mit X 12 TL OME-Bindung, atomic. com; QUIKSILVER Travis Rice Natural Gore-Tex-Gloves, quiksilver.com; JACK WOLFSKIN Exolight-Pants, jack-wolfskin. com; K2 Freeride Flipjaw-Stöcke, k2skis.com; SALOMON QST Pro 120-Boots, salomon.com
Dean trägt VON ZIPPER Capsule Halldor Satin/Wild Quasar Chrome SSP-Goggles, eu.vonzipper.com; PROTEST Lake 18-Beanie und Oweny-Pants, protest.eu; UYN Ambityon UW-Shirt Melange Long-SleeveBase-Layer, uynsports. com; QUIKSILVER Travis Rice Stretch-ShellJacket, quiksilver.com; MARMOT Ultimate-SkiGloves, marmot.com Ella trägt ADIDAS Backland SphericalSki-Goggles, adidas sporteyewear.com; BUFF Knitted Polar-Stirnband, buffwear.com; SALEWA Ortles PTC Highloft W-Full-ZipHoody, salewa.com; JACK WOLFSKIN Mount Floyen-Down-Jacket, jack-wolfskin.com THE RED BULLETIN
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Ella trägt JACK WOLFSKIN Stormlock Pompom-Beanie, jack-wolfskin.com; ADIDAS Backland Spherical-Goggles, adidassporteyewear.com; BUFF Polar Shading Blue-Multifunktionstuch, buffwear.com; ICEBREAKER 250 Vertex Long Sleeve-Half-Zip-BaseLayer, icebreaker.com; LÖFFLER Functional-Hoody, loeffler.at; MONTANE Phoenix Flight-Jacket, montane.co.uk; PROTEST Fingest 17-Gloves, protest.eu; BLACK YAK Gore-Tex C-Knit-Pants, global. blackyak.com; K2 Luv Machine 72TISki, Style Composite-Stöcke, Luv 110 Boots, k2skis.com
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Hintere Reihe, von links: DEELUXE ID 7.1-Boots, deeluxe. com; SALOMON Ivy-Boots, salomon.com; BURTON Limelight Step-on-Boots, burton.com Vordere Reihe, von links: K2 Recon 130-Boots, k2skis.com; SALOMON X Max 110-Boots, salomon.com; HEAD Kore 1- Boots, head.com; ARC’TERYX Procline AR-Boots, arcteryx.com
Jenny trägt MARKER Perspective+-Goggles, marker.net; PICTURE ORGANIC Tempo-Helm, Katniss Jacket und McPherson-Gloves, pictureorganic-clothing.com; BURTON Avalon BibPants, burton.com; NORTHWAVE DominoBoots, northwavesnow.com und fährt ein GNU Ladies Choice-Snowboard, gnu.com; mit BENT METAL Upshot-Bindung, bentmetal.com
Models ELLA WALKER @ W Model Management; DEAN @ Brother Models; JENNY NICHOLLS; DAVID THOMPSON Hair & Make-up KATIE BEVERIDGE mit Clinique Foto-Assistent JAMES PROCTOR Mit herzlichem Dank an THE SNOW CENTRE, Hemel Hempstead, thesnowcentre.com THE RED BULLETIN
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IMPRESSUM
THE RED BULLETIN WELTWEIT
Aktuell erscheint The Red Bulletin in sieben Ländern. Für die Coverstory unserer Mexiko- Ausgabe trafen wir Regisseur und OscarPreisträger Alfonso Cuarón («Gravity») zum Interview. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com
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Chefredakteur Alexander Macheck Stv. Chefredakteure Waltraud Hable, Andreas Rottenschlager Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English, Tara Thompson Head of Photography Fritz Schuster Deputy Head of Photography Marion Batty Photo Director Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Redaktion Arek Piatek, Stefan Wagner Freie Mitarbeiter Werner Jessner, Alex Lisetz Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Global Head of Media Sales Gerhard Riedler Head of Media Sales International Peter Strutz Head of Commercial & Publishing Management Stefan Ebner Publishing Management Sara Varming (Ltg.), Magdalena Bonecker, Manuela Gesslbauer, Melissa Stutz, Stephanie Winkler Marketing & Communication Alexander Winheim Head of Creative Markus Kietreiber Creative Solutions Eva Locker (Ltg.), Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart Commercial Design Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch, Simone Fischer, Martina Maier Anzeigendisposition Manuela Brandstätter, Monika Spitaler, Andrea Tamás-Loprais Herstellung Veronika Felder Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Friedrich Indich, Michael Menitz (Digital) Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher Office Management Yvonne Tremmel (Ltg.), Alexander Peham IT Systems Engineer Michael Thaler Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Strasse 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Strasse 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Gerrit Meier, Dietmar Otti, Christopher Reindl
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Action-Highlight
Wind? Wellen? Braucht Surfer Kai Lenny dank Hydrofoil-Technik nicht mehr. Mit ihr scheint er sogar über den Hudson River westlich von Manhattan zu fliegen. Eine Tragfläche an der Finne sorgt für Auftrieb, durch Beindruck geht’s voran. Da staunen selbst die New Yorker.
Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 2. Dezember 2018 98
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Spitzenreiter
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RACE THE FACE JÉRÉMIE HEITZ VS. DARON RAHLVES 6. DEZEMBER 2018 PREMIERE IM VERKEHRSHAUS FILMTHEATER IN LUZERN
CR E ATE YO U R OW N PATH . Performance trifft Design. Ein SUV mit dem Herz eines Sportwagens. Das ist der CUPRA Ateca. In ihm vereinen sich zwei Welten, die sonst nicht zusammenkommen . • 300 PS. 4x4. DSG. • Ab Fr. 47’500.– • Jetzt bei Ihrem CUPRA Partner Probefahren. CUPR A Ateca 2.0 TSI, 300 PS, 7-Gang DSG, 4Drive, Empf. Bruttoverkaufspreis Fr. 48’500.– ./. Fr. 1’000.– SWISS CUPR A Bonus (gültig bis 31.1 2.2018) = Empf. Nettoverkaufspreis Fr. 47 ’500.–. Normverbrauch gesamt 7.4 l/100 km, 168g CO 2 / m (1 33 g Ø Neuwagen), 38g CO 2 /km Eng. Bereitstellung, Energieeffizienz-Kategorie: G