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The Red Bulletin Dezember 2017 - DE

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DEUTSCHLAND

TEAM NEW LEVEL CRACK IGNAZ, SOUFIAN UND L GOONY LGOONY FORDERN …

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

RED BULL SOUNDCLASH

BRINGT DEN WETTSTREIT DER RAP-GENERATIONEN NACH HAMBURG GOLDENE GEDANKEN

DIE MENTAL-TRICKS DEUTSCHER OLYMPIA-ATHLETEN

DEZEMBER 2017 € 2,50

TEAM REALITY CHECK … SAMY DELUXE, EKO FRESH UND AFROB

DAS GRÖSSTE

LIVE RAP DUELL DES JAHRES


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CONTRIBUTORS

EDITORIAL Wege zum Ruhm

Der Berliner Musikjournalist (Wehn schreibt unter anderem für Spex, Musikexpress und Zeit Online) traf für unsere Coverstory sechs Künstler der deutschen Rapszene. „Mit der Musik von Afrob, Samy Deluxe und Eko Fresh bin ich aufgewachsen“, berichtet Wehn von nostalgischen Gefühlen. „LGoony, Crack Ignaz und Soufian zeigen, wie sich Rap immer weiterentwickelt.“ SEITE 5 4

Miko Lim

Wie man Stars aus verschiedenen Genres energiegeladen in Szene setzt, weiß der kalifornische Fotograf spätestens seit seinen Shootings mit Lionel Messi und Jay-Z. Für uns fotografierte Lim in Hollywood den Spagat-Profi Jean-Claude Van Damme. Sein Fazit: „Er ist ein nachdenklicher Perfektionist. Aber auch ein wilder Hund.“ Treffen mit einer Action-Ikone, ab SEITE 30

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Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

CHRISTOPH VOY(COVER)

Jan Wehn

Wie wird man in einer Musikszene erfolgreich, die sich seit 35 Jahren ständig neu erfindet? In der öffentlich ausgetragener Wettstreit an der Tages­ ordnung steht und junge Talente mit Mikrofon und YouTube die Charts aufmischen? Für unsere Cover Cover­ story haben wir mit sechs führenden deutsch­ sprachigen Rappern über genau diese Themen gesprochen. Im Dreierpack matchen sich Samy Deluxe, Afrob und Eko Fresh sowie Soufian, Crack Ignaz und LGoony am 13. Dezember als „Team Reality Check“ und „Team New Level“ beim Red Bull Soundclash in Hamburg. Das Hip­Hop­Gipfel­ treffen gibt’s bei uns vorab als Interview ab Seite 54. Um bei den Olympischen Spielen erfolgreich zu sein, müssen Athleten nicht nur körperliche, son­ dern auch mentale Top­Leistungen abrufen. Und zwar auf Knopfdruck, unter den Augen von Millio­ nen Zusehern. Wie man Nervenstärke trainiert und selbst unter größter Anspannung gelassen bleibt, verraten Ihnen Deutschlands Olympia­Athleten ab Seite 70. Lassen Sie sich inspirieren!

THE RED BULLETIN


X-WIND

AUTOMATIC SWISS MADE


INHALT Dezember

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JEAN-CLAUDE VAN DAMME

Ein Treffen in Hollywood mit dem Action-Star, der nun mit seiner ComedySerie durchstartet.

Life and Style Beyond the Ordinary

12 Marilyn Manson, der 14 16 18 20 22 24 26 28

8

Schrecken aller Spießbürger Mit diesem Gadget wirst du zum Graffiti-Künstler Food: die Wassermelone mit Ecken und Kanten Diane Kruger über ihre Definition von Schönheit Lilium Jet: das fliegende Taxi Snowboard-Königin Anna Gassers bester Trick Japans Luxusreisezug E-Gitarren als Kunstobjekte Slim-Fit-Raumanzüge als Haute Couture im Weltall

GUIDE

Get it. Do it. See it. 80 Destination Red Bull: Reisen

abseits des Alltäglichen

84 Cocktail-Special in der

Stairs Bar, Berlin

86 Uhren: Seikos Zeitmesser 88 Highlights auf Red Bull TV 90 Die wichtigsten Termine

der nächsten Wochen

92 Gift-Guide: Geschenke, die

man selbst behalten möchte 102 Reifs Fußball-Kolumne 108 Impressum 110 Das Actionfoto des Monats

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RALLYE DAKAR

Von A wie Afrika, ursprüngliche Heimat der legendären Rallye, bis Z wie zusehen – am besten auf redbull.com/dakar

THE RED BULLETIN

MIKO LIM, THOMAS LAISNE/CONTOUR BY GETTY IMAGES, MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL

BULLEVARD


18 DIANE KRUGER

Die deutsche HollyHolly wood-Schauspielerin mit Faible für Frankreich über Angst, Instinkt und Leoparden.

FEATURES 30

Mr. Highkick

Neue Serie, neues Image: Wir treffen einen beneidenswert fitten JeanClaude Van Damme in Hollywood.

40 Das Dakar-Abc Die härteste Rallye der Welt, Buchstabe für Buchstabe. Der Guide für Anfänger, Fans und Motor-Nerds.

50

Bike vs. Auto

Ein Gespräch mit dem fünffachen Dakar-Motorrad-Sieger Cyril Despres, der auch auf vier Rädern siegen will.

54 Der Rap-Gipfel

Sechs Künstler, zwei Teams, eine Mission: Wer gewinnt das Publikum beim Red Bull Soundclash 2017?

THE RED BULLETIN

62

Insel-Hopping

70

Der Goldfaktor

Das Gegenteil von Urlaub: Unterwegs mit den Athleten der SwimrunWeltmeisterschaft in Schweden. Wir haben deutsche Olympia-Sieger und -Neulinge gefragt, wie man in wichtigen Momenten cool bleibt.

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BEFLU¨U¨U¨GELT DURCH DEN WINTER. MIT DEM GESCHMACK VON ZWETSCHGE-ZIMTNELKE.

SEN NUR DIE R

WINTE

BELEBT GEIST UND KÖRPER®.


BULLEVARD LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

Bedrohlich und sexy: So beschreibt Marilyn Manson die Songs seines neuen Albums „Heaven Upside Down“.

UNIVERSALMUSIC/JIRO SCHNEIDER

MARILYN MANSON „ICH MALE MIT TINTE, WODKA UND URIN“ SEITE 12 THE RED BULLETIN

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Marilyn Manson

J

ede gute Geschichte braucht ihren Schurken. In der Popgeschichte hat Brian Warner, besser bekannt als Marilyn Manson, diesen Job inne. Als Agent Provocateur, Antichrist, Verkörperung des Bösen. Vom Establishment verabscheut, brachte es der Musiker, Maler und Schauspieler mit dieser Haltung zum Popstar – mit über 44 Millionen verkauften Alben in 23 Karrierejahren. Anlässlich seines neuen, zehnten Albums „Heaven Upside Down“ erklärt der 48-jährige US-Amerikaner, warum er Bösewichte liebt und was er von Schauspieler Charlie Hunnam gelernt hat. the red bulletin: Auf Ihrem neuen Album singen Sie: „Wenn du kämpfen willst, dann kämpfe ich mit dir. Wenn du vögeln willst, dann vögle ich dich.“ Sie sind kein Freund subtiler Botschaften, oder? marilyn manson: Die Zeile war eigentlich als Erinnerung an mich selbst gedacht, als ich mit der Arbeit an der Platte begann: Schreib Songs, zu denen es sich gut kämpfen und vögeln lässt. Ist Ihnen das gelungen? Viele Leute, die das Album vorab gehört haben, fanden die Songs bedrohlich und sexy. Sprich: Ja, ich meine, der Plan ist aufgegangen. Wie kommt es, dass Sie sich in der Rolle des Provokateurs so wohlfühlen? Ich habe keine Angst davor, gehasst zu werden. Ich sitze nicht nächtelang wach und denke mir, „Was tue ich nur, niemand mag mich. Was mache ich falsch?“ Drauf geschissen! Es ist okay, wenn mich die Leute als Bösewicht sehen. Ich mag das. Meine Lieblingscharaktere in Film und Literatur sind auch Bösewichte. Helden sind doch langweilig. Ist das der Grund, warum Sie in der TV-Serie „Sons of

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Der Schrecken der Spießbürger veröffentlicht sein zehntes Album und erklärt, weshalb er gehasst werden will und warum es sich mit Wodka und Urin gut malen lässt. Anarchy“ einen Rassisten gespielt haben? In erster Linie wollte ich damit meinem Vater einen Gefallen tun, er ist ein Fan der Serie. Abgesehen davon war meine Rolle in „Sons Sons of Anarch Anarchy“ eine schöne Herausforderung. Der Charakter, den ich spiele, ist sehr unaufgeregt. Er führt Dialoge auf einer sehr sachlichen Ebene. Ganz anders als die Rampensau Marilyn Manson. Genau. Ich hatte das Gefühl, aus mir herausgehen und mich in jemand anderen ver verwandeln zu müssen. Gelungen ist mir das mit der Hilfe von Charlie Hunnam (Haupt­ darsteller in „Sons of Anarchy“; Anm.). In einer Szene musste ich in ein Mobiltelefon sagen: „Ich vermisse meine Hunde.“ Aber ich wusste nicht, wie ich den Satz betonen soll. Worauf Charlie meinte: „Tu so, als wärst du völlig verrückt – und dir dessen nicht bewusst. Sei also ganz du selbst.“ Dieser Arsch! Aber seine Ratschläge waren Goldes wert. Ihr zweites Standbein neben der Musik ist die Malerei. Ihre letzte Ausstellung liegt allerdings drei Jahre zurück. Gibt’s Pläne für die nächste? Stimmt, das ist schon lange her. Aber ich habe auch ohne Ausstellungen viel gemalt: zirka 65 Bilder, die bislang noch niemand gesehen hat. Die Hälfte davon habe ich mit schwarzer Tätowiertinte gemalt, gemischt mit Wodka und Urin. Wie appetitlich! Nicht mit der Absicht, zu provozieren. Wenn ich im Kreativmodus bin, kann ich keine Pause einlegen. Wodka und Urin sind einfach die einzigen Flüssigkeiten in meiner unmittelbaren Nähe, wenn mir beim Malen das Wasser ausgeht. marilynmanson.com

„HELDEN SIND DOCH LANGWEILIG“

THE RED BULLETIN


UNIVERSALMUSIC/NICHOLAS ALAN COPE

MARCEL ANDERS

BULLEVARD

Leinwand & Langrille: Aktuell ist Marilyn Manson im Horrorfilm „Let Me Make You a Martyr“ zu sehen – als Auftragskiller. THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

SprayPrinter Mit dem Handdrucker wirst du zum Graffiti-Künstler und kannst deine Fotos an Häuserwände sprühen.

SCHWING DIE DOSE WIE EIN PROFI

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S

prayPrinter holt Street Art elegant ins digitale Zeitalter: Mit diesem Spraydosenaufsatz wird jeder ohne viel Übung zum Graf ti-Künstler – und kann Graffi ganze Hauswände fotorealistisch besprühen. Neben dem Gadget braucht man dafür bloß ein Smartphone, ein Stativ und Sprühdosen. Die Anwendung ist denkbar einfach: Erst wählt man am Handy ein Foto aus und bearbeitet es mit der dazugehörigen App. Nun das Telefon am Stativ montieren und in ein paar Metern Abstand zur

Wand positionieren ( je weiter weg, desto größer das Motiv). Dann den SprayPrinter auf die Dose stecken, und es geht los. Zeile für Zeile fährt man die Wand ab, die App kommuniziert via Bluetooth mit dem Handdrucker und gibt vor, an welchen Stellen Farbe abgegeben werden muss und wo nicht. Die Punkte ergeben nach und nach ein komplettes Bild. Den SprayPrinter gibt’s online für zirka 300 Euro. sprayprinter.com

THE RED BULLETIN

ARTWORK BY JUKKA_HAKANEN, SPRAYPRINTER.COM

Auf der Website kann man sich Vorlagen oder SprayPrints anderer Künstler downloaden. Die App berechnet, an welcher Stelle der Wand der SprayPrinter Farbe sprühen muss. Der Sprayer fährt die Wand Linie für Linie ab, und der Printer setzt Punkte.

FLORIAN OBKIRCHER

Via Crowdfunding ergatterte die estnische Firma 120.000 Dollar für die Entwicklung des Gadgets.


Die wichtigsten Erfahrungen im Leben macht man nicht im Konferenzraum. Der neue Panamera Sport Turismo. Ein Sportwagen, der alles das in die Tat umsetzt, was Sie brauchen, um weiterzukommen. Im Job. Im Alltag. Und abseits davon. Mit leistungsstarken Motoren. Mit zukunftsweisendem Design. Und womöglich bald auch mit Ihnen: www.porsche.de/PanameraSportTurismo

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BULLEVARD

Eck mit Zweck Warum diese Melone über 100 Euro kostet, dabei aber alles andere als eine Gaumenfreude ist.

N

ein, hier wurde keineswegs Photoshop bemüht. Dieses Bild ist echt. Und damit auch die kubische Wassermelone, die zu sehen ist. Was das soll? Platz sparen! Das dachte sich zumindest der japanische Künstler Tomoyuki Ono, der sich die Form 1978 patentieren ließ. Seit Jahrzehnten züchten nun japanische Bauern diese speziellen Früchte. Mit Hilfe

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von Glaskäfig-Würfeln, in die eingezwängt die Melonen zwei Monate lang gedeihen, wird das natürliche Wachstum eingeschränkt. Aus rund wird eckig. Aus kullernden Riesenkugeln wird kompaktes Obst, ideal für problemlosen Transport und eine ordentliche Auf Aufbewahrung im Kühlschrank. Die besondere Zuwendung hat allerdings ihren Preis. Ein Exemplar der Spezialität kann

mehrere hundert Euro kosten. Dabei gilt: je „eckiger“, desto teurer. Ärgerlich nur: Bei all der Liebe zur Form wurde auf den Geschmack vergessen. Damit die Früchte auf keinen Fall platzen, werden sie unreif geerntet. Daher taugen sie eher zur Dekoration anstatt zur Konsumation – und wer werden zu besonderen Anlässen als Geschenk verteilt. Dieses hält bei Raumtemperatur immerhin knapp einen Monat. Die gute Botschaft für all jene, denen die Fruchtquader noch nicht originell genug sind: Man bekommt Wasser Wassermelonen inzwischen auch in Pyramiden- und Herzform.

THE RED BULLETIN

@FOODAISM

Um Ecken besser: Je schärfer die Kanten der Wassermelone, desto höher der Preis.

CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

QUADRATISCH, PRAKTISCH, NICHT SO GUT


BULLEVARD

T

he red bulletin: Für Ihren aktuellen Film „Aus dem Nichts“ ernten Sie Lobeshymnen und Auszeichnungen wie noch nie in Ihrer Karriere. Haben Sie jemals auch so etwas wie Selbstzweifel? diane kruger: Natürlich. Ganz oft – auch bei diesem Film. Ich war mir nicht sicher, ob ich gut genug bin und es schaffen kann, in die vom Re­ gisseur verlangte emotionale Tiefe zu gehen. Ich habe in meiner Karriere auch oft gedacht, dass meine ganzen Anstrengungen nichts bringen. Weil ich nicht die Rollen be­ kam, die ich wollte. Wie gingen Sie mit Ihren Selbstzweifeln um? Zum einen habe ich das Ge­ fühl, dass mich Selbstzweifel auch antreiben. Und ich habe inzwischen – durch Alter oder Reife – gelernt, meine Angst zu akzeptieren. Ich versuche nicht mehr, sie zu vertreiben. In dem Moment habe ich eben Angst und lebe das aus. Wenn ich mit einer beruflichen Herausforderung konfrontiert bin – zum Beispiel in einer Szene, die ich spielen muss –, hätte ich früher gesagt: „Kein Problem. Klar kann ich das.“ Ich habe versucht, es zu er er­ zwingen. Inzwischen habe ich gelernt zu sagen: „Ich fürchte mich. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Unterstützt mich mal und gebt mir mehr Zeit.“ Das hilft oft. Was machen Sie, wenn Sie privat mal Zeit zum Nachdenken brauchen?

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Diane Kruger Selbstzweifel können sinnvoll sein, doch bei Leoparden setzt man besser auf Instinkt.

„ICH LEBE MEINE ANGST AUS“ Ich gehe wandern oder ver­ reise. In der Natur erlebe ich die Leichtigkeit und Einsam­ keit, um die wahren Dinge zu erkennen, ohne den ganzen Zirkus drumherum. Wie belastungsfähig sind Sie auf solchen Trips? Ich komme ohne Toilette und heißes Wasser aus, wenn es sein muss. Und ich bin schon mal in Patagonien 50 Kilo­ meter gewandert und habe danach einen 5800 Meter hohen Vulkan bestiegen – das war wie vom Everest Base Camp auf den Gipfel. Aber ich will nichts erzwingen. Ist et­ was zu schwierig, drehe ich um. Hauptsache, ich habe die Gelegenheit, mich in meinen Gedanken zu verlieren. Angeblich hatten Sie auf Ihren Reisen einmal eine Zufallsbegegnung mit einem Leoparden. Wie geht man mit so was um? In so einem Fall darf man an­ geblich nicht schreien und auch keine schnelle Bewegun­ gen machen, sonst greift er an. Ich habe zum Glück instinktiv das Richtige gemacht. warnerbros.de/kino/ ausdemnichts THE RED BULLETIN


RÜDIGER STURM THOMAS LAISNE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

Diane Kruger aktuell: Für die Hauptrolle in „Aus dem Nichts“ erhielt sie 2017 in Cannes den Darstellerpreis.

THE RED BULLETIN

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MANHATTAN

Lilium Jet Taxi Distanz 19 km Zeit 5 min JFK INTERNATIONAL NTERNATIONAL AIRPORT

PREIS Grundgebühr 30 Euro kurzfristig 12 Euro vorbestellt 5 Euro

Distanz 26 km Zeit 55 min PREIS aktuell 50–60 Euro

TESTFLUG Mit Formel-1-schnellen 300 km/h ist der Lilium Jet in fünf Minuten von Manhattan am John F. Kennedy International Airport.

Lilium Jet TOM GUISE

Taxifahren ist praktisch. Fliegen ist praktisch. Wie praktisch müssten dann erst Flugtaxis sein? Ein Münchner Start-up ist drauf und dran, diese Frage zu beantworten.

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LILIUM GMBH

UBER DER WOLKEN THE RED BULLETIN


BULLEVARD

ZEITGEWINN

SICHERHEITSRESERVE

Lilium geht davon aus, dass sein E-Jet unser Leben verändern wird. Was werden wir mit all der Zeit tun, die wir nicht im Stau stehen?

Sollte eines der 36 Triebwerke ausfallen, kann der Pilot dennoch ohne Aufregung landen, sicher und planmäßig.

I

m April dieses Jahres kam die Menschheit (zumindest jener Teil, der seine Lebenszeit überwiegend im Stau stehend verbringt) einem ihrer großen Träume näher. Da testete das Münchner Start-up Lilium nämlich erfolgreich sein Automobil der Lüfte. Das Problem des Konzepts „innerstädtisches Fluggerät“ war ja bisher, dass die Ver Verheiratung von Flug- und Fahr Fahrzeug das Schlechteste beider Welten kombinierte. Lilium

THE RED BULLETIN

erfand die Idee daher neu und kreierte eine Flugmaschine, die senkrecht starten und landen kann. Der Antrieb: 36 von der Vertikalen in die Horizontale schwenkbare Triebwerke in den Flügeln. Das Fluggerät bietet fünf Passagieren samt Gepäck Platz und schafft bei 300 km/h Reisegeschwindigkeit bis zu 300 Kilometer pro AkkuLadung. Dadurch, dass alles elektrisch funktioniert, entstehen null Abgase bei minimaler Lärmentwicklung. Das wirklich Geniale ist aber, dass Lilium dir das Ding nicht verkaufen, sondern nur vorbeischicken möchte. Das

soll so ähnlich funktionieren wie bei Uber. Ebenfalls wie bei Uber kannst du die Fahrt auch mit anderen Passagieren teilen, was den Flug von einem Ende der Stadt zum anderen sogar billiger machen kann als eine herkömmliche Stop-and-goTaxifahrt (schneller sowieso). Das Konzept ist startklar. Lilium sammelte 90 Millionen Dollar (ca. 76 Mio. €) Kapital, heuerte Top-Angestellte von Airbus, Tesla und der MitfahrApp Gett an und formulierte ein Ziel: Schon 2025 soll jeder sein Flugtaxi rufen können. lilium.com

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Snowboarderin Anna Gasser beim Sprungtraining: Die ehemalige Kunstturnerin zählt zu den GoldFavoritinnen in Pyeongchang.

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THE RED BULLETIN


BULLEVARD

Anna Gasser Die Snowboarderin der Stunde über Doppelsalti, mentale Hürden und ihre Taktik für Südkorea.

BLINDE LANDUNG

G

old im Big-Air-Bewerb bei der Snowboard-WM in Spanien, Gold im Slopestyle bei den X Games in Norwegen, Auszeichnung als „Best Female Action Athlete“ bei den ESPY Awards in den USA (neben Preisträgern wie Roger Federer und Michael Phelps): Spätestens seit der Saison 2017 zählt die Österreicherin Anna Gasser, 26, zu den Top-Favoritinnen auf eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Südkorea. Wir haben die ehemalige Kunstturnerin gefragt, wie sie mit dem Erwartungsdruck umgeht.

ERIN HOGUE/RED BULL CONTENT POOL, MIRJA GEH/RED BULL CONTENT POOL ANDREAS ROTTENSCHLAGER

the red bulletin: Süd­ korea sind deine zweiten Olympischen Spiele. Ist die mentale Belastung niedriger, weil du die Atmosphäre schon kennst, oder höher, weil der Erfolgsdruck beim zweiten Antreten größer ist? anna gasser: Ich spüre für Pyeongchang schon etwas mehr Druck. 2014 in Sotschi ging ich noch als Außenseiterin an den Start. Mittlerweile haben sich die Erwartungen der Öffentlichkeit erhöht. Und auch meine persönlichen Ziele sind größer. Wie stellst du dann sicher, dass du am Tag X in bester mentaler Verfassung bist?

THE RED BULLETIN

Durch gute Vorbereitung. Ich muss mir sicher sein, dass alle Tricks zu 100 Prozent sitzen. Vor dem Wettkampf verbringe ich außerdem Zeit mit Menschen, denen ich vertraue. Sie sind meine Stütze. Slopestyle­ und Big­Air­ Air Air­ Tricks werden technisch immer anspruchsvoller. An welchem Trick arbeitest du jetzt gerade? Am „Cab (switch) Double Cork 1080“ – einem Doppelsalto mit drei Schrauben. Die Schwierigkeit ist, dass ich die letzte halbe Drehung blind ausführen muss und mich nicht optimal auf die Landung vorbereiten kann. Aber wenn ich den Trick lande, wird das hoffentlich mit Extrapunkten belohnt werden. Wenn du vor einem Bewerb wählen müsstest: Wärst du am Start lieber zu 80 Prozent körperlich und zu 100 Pro­ zent mental fit oder um­ gekehrt? Beides ist extrem wichtig. Kopf und Körper müssen derart gut in Einklang stehen, dass man diese Entscheidung gar nicht erst zu treffen braucht. Instagram: @annagassersnow

Anna Gasser, 26, Trick-Wunder: „Du musst Kopf und Körper in Einklang bringen.“

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BULLEVARD Laut der East Japan Railway Company soll der lichtdurchflutete Triebwagen seine Gäste „mit Zukunftshoffnung durchdringen“.

Er ist nicht schnell. Du kommst an, wo du losgefahren bist. Aber selten zuvor war ein Weg mehr Ziel.

SCHÖN REIST SICH’S RUND UM TOKIO Das Fahrerlebnis fühlt sich eher nach Luxushotel an als nach Eisenbahnabteil. Luxus-Badezimmer mit ZypressenholzBadewanne inklusive Die Train Suite Shikishima wurde von Ken Okuyama entworfen (ebenso wie der Ferrari Enzo).

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THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES (2), ULLSTEIN BILD (2)

Shiki-shima-Zug

ie Japaner nehmen ihre Eisenbahnen ernst. Der Chūō Shinkansen Bullet Train zum Beispiel hält den Bahn-Geschwindigkeitsweltrekord: 603 km/h auf der Yamanashi-Teststrecke (ja, es gibt in Japan Eisenbahn-Teststrecken). In einer anderen Liga spielt die Train Suite Shiki-shima: Maximal 110 km/h schnell, aber auch sie ist eine Einzigartigkeit auf Schienen. Zehn Schlafwagen beher beherbergen 34 Passagiere in insgesamt 17 Suiten. Die meisten von ihnen sind mit WC und Dusche ausgestattet, zwei jedoch – doppelstöckig luxuriös – zudem mit ZypressenholzBädern, Baumwollkimonos und Swarovski-Ferngläsern. Das Leitthema der PianoLounge ist „komorebi“ – japanisch für „Sonnenlicht, das durch Zweige schimmert“. Hier blicken die Fahrgäste wie durchs Baumkronendach eines Waldes aus großen Fenstern in die Landschaft. Die futuristische Aussichtswarte im Triebwagen wiederum weckt die Sinne für „kinashi“ („große Dinge, die bevorstehen“). Währenddessen servieren Butler Köstlichkeiten von Japans erstem Michelin-Sternekoch Katsuhiro Nakamura. Die Reise führt von Tokio nach Tokio und dauert drei Tage. Um 10.800 Euro ist man dabei. jreast.co.jp

TOM GUISE

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BULLEVARD

V Zwei belgische Gitarren­ bauer hauchen einem Instrument neues Leben ein, inspiriert durch japa­ nische Handwerkskunst.

DIE KLANGKÜNSTLER

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„Ein Sammler wollte eine neue Version unseres Tao-Modells“, sagen Serge & John. „Also haben wir uns das ultimative Exemplar ausgedacht, als Hommage an Japans Kunsthandwerk.“

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Tao Guitars

or zwölf Jahren gründeten John Joveniaux und Serge Michiels in Brüssel Tao Guitars – das Duo gilt seitdem weltweit als Instanz für Sonderanfertigungen von Gitarren. Zahlreiche Stücke der beiden haben ihren Ursprung in einer Zeichnung von Koson Ohara (1877–1945), die im Atelier von Serges Großvater an der Wand hing. „Die Makellosigkeit japanischer Kunst und japanischen Kunsthandwerks war für ihn ein absoluter Richtwert. Dieser Gedanke ist mir geblieben“, erklärt Serge. Am sinnbildlichsten wird die Schnittstelle Tao–Japan beim Gitarrenmodell Kusanagi (das Schwert „Kusanagi-no tsurugi“ ist ein Äquivalent von Excalibur): Fast 800 Stunden Arbeit stecken darin, Wert 18.000 Euro – oder mehr. Ein fairer Preis, mussten Serge & John doch spezielle Fertigungstechniken erlernen, etwa für die Silberapplikationen oder die Rochenlederverarbeitung. Tao begeistert mit seinen Instrumenten nicht nur fanatische Riff-Enthusiasten von den Dandy Warhols bis ZZ Top, wissen Serge & John: „Auch weniger namhafte Gitarristen holen sich damit eine Menge Energie in ihre Sessions.“ www.taoguitars.com

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THE RED BULLETIN


Alles sportlich sehen. Der neue Ford Fiesta ST-Line

Das dynamische Design, die durchzugsstarken Motoren und das straffe Fahrwerk sorgen für atemberaubenden Fahrspaß. Und dank Ford Umwelt-Initiative gibt’s den besonders günstig: Einfach beim Kauf Ihren alten Diesel abgeben und sparen.

Abbildung zeigt Wunschausstattung gegen Mehrpreis. Kraftstoffverbrauch (in l/100 km nach VO (EG) 715/2007 und VO (EG) 692/2008 in der jeweils geltenden Fassung): Ford Fiesta Trend: 6,1 (innerorts), 3,9 (außerorts), 4,7 (kombiniert). CO2 -Emissionen: 107 g/km (kombiniert). Bei Neufahrzeugbestellung eines Ford Fiesta erhalten Sie eine Prämie von € 4.000,- (z. B. Ford Fiesta Trend, UPE: € 12.950,-, nach Abzug des Ford Umweltbonus von € 4.000,- = € 8.950,- zzgl. Überführungskosten) bei Abgabe und zertifizierter Verschrottung Ihres Diesel-Altfahrzeugs bis Euro 4 und älter beim teilnehmenden Ford Partner. Zulassungsdauer Altfahrzeug mindestens 6 Monate auf den Käufer des Neufahrzeuges. Die Prämie wird auf den Kaufpreis angerechnet. Angebot gilt für Privatkunden (außer Werkangehörige) und Gewerbekunden (ausgeschlossen sind Großkunden mit Ford Rahmenabkommen sowie gewerbliche Sonderabnehmer wie z. B. Taxi, Fahrschule, Behörden). Nicht kombinierbar mit anderen Angeboten. Details bei allen teilnehmenden Ford Partnern.

*

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BULLEVARD

Statt Michelin-Männchen-Stil trägt man im All jetzt Slim-Fit, designt vom SpaceX-Team. Die Anzüge werden schon 2018 auf einer Raummission zum Einsatz kommen.

Bisher waren Raumanzüge ja mehr Funktionskleidung als Haute Couture. Eine neue Kreation bringt nun aber beides unter einen Helm.

DER SMOKING DER ASTRONAUTEN 28

SPACEX

SpaceX Space Suit

lon Musk wusste schon 2002, wie man Show und Praxistauglichkeit verbindet. Damals (ein Jahr vor Tesla übrigens) gründete er SpaceX und setzte sich für sein Start-up zwei Ziele. Erstens: die Kosten für All-Reisen radikal senken. Zweitens: den Mars kolonisieren. Wie ernsthaft diese Ziele verfolgt werden, zeigen die erfolgreichen Raketentests im Orbit – und ein Schnappschuss, den Musk im August auf Instagram stellte. Der zeigt einen der wirklich lässigen Raumanzüge, die dereinst seine Astronauten tragen sollen. Dem SpaceX-Team gelang, woran andere RaumanzugEntwickler bisher hartnäckig scheiterten: ein körpernah geschnittener, praktischer Astronauten-Arbeitsanzug, der auch in ein Daft-PunkVideo passen würde. „Es war schwierig, die Balance zwischen Ästhetik und Funktion zu finden“, gab Musk zu. Aber: „Er funktioniert tatsächlich, ist keine Attrappe. Bereits bei doppeltem Vakuumdruck getestet.“ Der Anzug, der 2018 an Bord der SpaceX-DragonKapsel auf dem Weg zur Internationalen Raumstation getragen werden soll, begeisterte auch die Testpiloten. „Viel besser als der, den ich im Spaceshuttle anhatte. Viele tolle Innovationen“, twitterte US-Astronaut Garrett Reisman als Antwort an Musk. Bleibt für SpaceX also nur noch eine Aufgabe: Matt Damon für die Marsmission 2024 anzuwerben. spacex.com

TOM GUISE

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THE RED BULLETIN


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Van Damme erfindet sich neu Text: Nora O’Donnell Fotos: Miko Lim Styling: Rasheeda Ameera 30


Jean-Claude Van Damme in den Milk Studios in Hollywood


Dank Stunt-Doubles und Greenscreen-Technik --Technik braucht ein Durchschnittsschauspieler heutzutage gerade mal ein Paar Strumpfhosen, um zum Superhelden zu werden. Und einen Personal Trainer, der den Schwabbelbauch in ein Sixpack verwandelt. Doch bevor CGI und Männer in Umhängen das Kino beherrschten, gab es Actionstars, die all das nicht nötig hatten. Zum Beispiel Jean-Claude Van Damme.

In

den frühen neunziger Jahren war Van Damme mit seinen Roundhouse-Kicks und akrobatischen Spagaten einer der größten Stars dieses Planeten. Als erfahrener Kampfsportler beeindruckte er in Filmen wie „Bloodsport“ und „Timecop“ mit eigenen Stunts und verzauberte das Publikum – vor allem das weibliche – mit Charme und französischem Akzent. Als Hollywood in den folgenden Jahren das Interesse an traditionellen Actionfilmen verlor und Comicverfilmungen immer beliebter wurden, mussten sich Stars wie Van Damme häufig mit Directto-Video-Produktionen – mit Filmen nur für VHS, DVD oder Blu-ray – begnügen. 32

Doch seine Fans blieben ihm treu, und in den letzten zehn Jahren kämpfte er sich wieder nach oben. 2008 mit dem belgischen Krimidrama von „JCVD“, in dem er eine fiktive Version seiner selbst spielt – so überzeugend, dass das „Time“Magazin die Performance als zweitbeste des Jahres wertete, gleich nach der von Heath Ledger als Joker in „The Dark Knight“. 2013 dann in einem Volvo-Werbespot, als er zwischen zwei fahrenden Lkw den „epischsten aller Spagate“ vollführte. Der Clip wurde auf YouTube fast 87 Millionen Mal angesehen – Tendenz immer noch steigend. Jetzt, vier Jahre später, glänzt der 57-jährige Van Damme in der neuen Amazon-Prime-Comedyserie

„Jean-Claude Van Johnson“. Wieder spielt er eine fiktive Version von sich selbst, diesmal einen alternden Actionstar, der aus dem Ruhestand zurückkehrt, um als Undercover-Agent zu arbeiten. the red bulletin: In der AmazonSerie „Jean-Claude Van Johnson“ zeigst du dich von einer überraschend witzigen Seite. Jean-Claude Van Damme als Komödiant, das ist neu. Wie fühlt es sich an, mal ein anderes Talent unter Beweis stellen zu können? jean-claude van damme: Befreiend. Ich war sehr froh, was Neues zu probieren. Durch die Arbeit mit den Regisseuren John Woo und Ringo Lam bin ich als SchauspieTHE RED BULLETIN


„Die Leute kennen mich als Actionstar, aber komme ich auch als Spaßvogel gut an? Kann ich beides sein?“ ler gewachsen. Sie gaben mir das Gefühl, dass das in mir steckt. Das erinnerte mich an meinen Vater, der vor vielen Jahren gesagt hatte, ich könnte eines Tages wie der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo sein, ein Actionheld mit Humor. Dennoch: ziemlich beängstigend. Was ist beängstigend? Eine andere Seite zu zeigen. Weil ich nicht weiß, wie das Publikum reagieren wird. Die Leute kennen mich als Actionstar – aber komme ich auch als Spaßvogel gut an? Kann ich beides sein? Die Pilotfolge auf Amazon ist beim Publikum sehr gut angekommen. Tja, wir haben ein super Team und einen genialen Autor, David Callaham (bekannt für „The Expendables“ und „Godzilla“; Anm.), der mich übrigens liebt. Wie das? Er ist vernarrt in mich, weil seine Mutter Kampfsport liebte und Judo trainierte. Als er aufwuchs, brachte sie ihn dazu, meine

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Filme anzuschauen. Das war offenbar ein richtiges Ritual für ihn: zum Videoladen gehen, VHS-Kassette ausleihen, mit Mama auf dem Sofa chillen und zusehen, wie dein Held die Bösen verdrischt. Ein purer Moment der Liebe zwischen Mutter und Sohn, hahaha. Nein, wieder im Ernst: Ich profitierte natürlich auch vom Kult um Actionstars wie Arnold Schwarzenegger, das war eine gute Zeit für Jungs wie uns. Dank dem Drehbuch kannst du dich selbst auf die Schippe nehmen. Siehst du auch privat heute Dinge anders als früher? Entspannter? Anders auf jeden Fall. Je älter du wirst, desto weniger Risiko gehst du ein. Du folgst lieber deinem gewohnten Weg. Aber ich versuche mich dagegen zu wehren. Deswegen ist es besonders cool, mit dieser Serie einmal etwas anderes probieren zu können. Weil ich da mehr so sein kann, wie ich wirklich bin. Jemand, der gern Witze reißt. Ich bin ein glücklicher

Mensch. Und ich bin ein altmodischer Typ. Und ein alter Knochen. (Lacht.) Man ist nur so alt, wie man sich fühlt, heißt es doch? Komm mir nicht damit! Nach dem Krimidrama „JCVD“ spielst du jetzt zum zweiten Mal eine fiktive Version deiner selbst, wenn auch eine ganz andere als 2008. Du bist in beiden Rollen sehr selbstironisch, aber welche ähnelt dir mehr? Hm. Im echten Leben bin ich vor allem sehr verantwortungsbewusst, wenn es um meine Familie geht. Ich will, dass sich jeder wohlfühlt. Im Umgang mit anderen bin ich aber umso kindischer. Ich will Spaß im Leben haben. Und ich liebe es, wie ein Kind jeden Tag neue Sachen zu lernen. Was hast du in letzter Zeit gelernt? Wie man den Goldenen Schnitt aus der Mathematik in der Kunst und Natur anwendet – das Gesicht von Mona Lisa hat zum Beispiel die perfekten Maße,

THE RED BULLETIN


Van Dammals bis heute: ein Blick auf die Karriere von „The Muscles from Brussels“. „Bloodsport“ (1988) In seiner ersten Hauptrolle beeindruckt Van Damme das Publikum mit seinen Martial-Arts-Skills. Mittlerweile ein Kultstreifen.

„Karate Tiger 3 – Der Kickboxer“ (1989) Van Damme, diesmal als Kickboxer, rächt seinen Bruder. Ein Reboot des Kampfsportklassikers erschien 2016.

„Harte Ziele“ (1993) US-Debüt des Regisseurs John Woo aus Hongkong. Van Damme spielt in diesem Actionfilm einen harten Franko-Amerikaner mit Vokuhila.

„Timecop“ (1994) Ein Polizist reist durch die Zeit, um seine Frau vor dem Tod zu retten. Der Sci-Fi-Blockbuster machte Van Damme weltberühmt.

„JCVD“ (2008) Van Damme spielt eine fiktive Version seiner selbst und verblüfft mit der sensiblen Darstellung eines gescheiterten Actionstars.

„Jean-Claude Van Johnson“ (2017) Comedyserie des Autors von „The Expendables“. Van Damme glänzt in einer ebenso selbstironischen wie urkomischen Rolle als Agent.

es erfüllt also den Goldenen Schnitt. Ich habe mich auch damit beschäftigt, wie der Goldene Schnitt mit dem Alter der Erde zusammenhängt. Ziemlich tiefsinnig. Nein, überhaupt nicht tiefsinnig. Ich mache mir nur Gedanken über die Zukunft unseres Planeten. Ich reise seit dreißig Jahren um die Welt und bemerke viele Veränderungen. Ich habe genug Geld, also nutze ich die Zeit, um zu lernen. Wie gut kommst du im Alltag mit deiner Popularität zurecht? Ziemlich gut. Wenn die Leute im Restaurant ein Autogramm oder ein Foto haben wollen, stelle ich meinen Burger zur Seite. Ohne die Fans könnte ich ja nicht reisen, ich hätte kein nettes Haus, könnte meine Familie nicht ernähren. Ohne Fans wäre ich nichts. Ich liebe Menschen einfach. Und ich liebe Tiere. 36

Du unterstützt ja mehrere Tierschutzorganisationen. Warum ist dir das so wichtig? Was bringt es dir? Bringen? Nichts. Aber ich halte es für unsere Pflicht, Tiere zu schützen. Und es ist unsere Aufgabe, anderen Menschen beizubringen, wie sie helfen können. Jeder kann seinen Beitrag leisten, egal ob er Tiere beschützt, erneuerbare Energien nutzt oder sich für etwas einsetzt, was ihm wichtig ist. Es gibt mehr gute als schlechte Menschen da draußen. Du bist mit zwanzig nach Hollywood gegangen, obwohl du in Belgien ein er erfolgreiches Fitnessstudio geführt hast. Warum hast du dieses Risiko auf dich genommen? So riskant war das gar nicht. Ich hatte ein bisschen Geld auf der Bank und wusste, dass ich jederzeit nach Belgien zurück zurückkehren und ein neues Fitnessstudio auf auf-

machen könnte. Ich war jung, ich gab mir zwei Jahre Zeit, es zu schaffen. Aus zwei Jahren wurden schließlich fünf, genug Zeit, um mich zu vernetzen. Ich fragte die Leute nach Visitenkarten und bat sie um Meetings. Einer dieser Leute war Kirk Douglas, der mich zu sich nach Hause einlud. Als ich zu ihm kam, saß er mit seiner Frau am Esstisch, aß eine Karotte und trank Orangensaft. Er schüttelte mir die Hand und sagte: „Ich mag das, was du tust.“ Ich antwortete: „Danke, Mister Douglas. Vielen Dank.“ Dann ging ich und hörte nie wieder etwas von ihm. Aber zumindest hatte ich die Hand von Spartacus geschüttelt! Ich habe gelesen, dass du deinen Lebenslauf auf die Windschutzscheiben von teuren Autos gelegt hast, die vor Filmstudios geparkt waren. Stimmt. Ich suchte Rolls-Royces, Ferraris, THE RED BULLETIN


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„In der Schule war ich der Loser, der Dummkopf, der Außenseiter. Doch der Kampfsport veränderte mich.“ Porsches, weil ich mir dachte, die fetten Autos würden den großen Stars oder den wichtigen Produzenten gehören. Auf dem Lebenslauf war ein Foto von mir und der Text: „Falls Sie einen Schauspieler mit französischem Akzent brauchen, der kicken und springen kann, rufen Sie mich bitte an. Hier meine Nummer …“ So kam es, dass ich für „Predator“ angeheuert wurde (ja, tatsächlich; Anm.) und für einen Film namens „Karate Tiger“. Es hat also geklappt. Aber woher kam deine Motivation, diese Karriere anzustreben? Es hätte leichtere gegeben … Ich wollte meinen Eltern auf meine Art beweisen, wie sehr ich sie liebe, wie dank dankbar ich ihnen bin. Als Kind war ich sehr dünn und wahnsinnig ungeschickt. In der Schule meinten sie, aus mir würde nie etwas werden – ich war der Dummkopf, 38

der Loser, der Außenseiter. Ich flüchtete in die Welt der Comics. Mein Vater hatte einen Zeitungsstand, und es gab jede Woche neue Hefte wie zum Beispiel „Tim und Struppi“. Mit Tim und Struppi konnte ich durch die Welt reisen, sie waren meine besten Freunde. Aber dann schickten mich meine Eltern in eine Kampfschule, und das veränderte alles. Oder besser gesagt: Ich veränderte mich. … und du wurdest zu „The Muscles from Brussels“. Apropos: Wie trainierst du jetzt, als neuerdings 57-Jähriger? Das Wichtigste ist dehnen. Beweglich und flexibel bleiben. Sollte ich mal Trainingsvideos machen, dann nur für Leute mit Rückenschmerzen, Knieproblemen und so weiter. Denn um fit zu sein, musst du zuerst die richtige Körperhaltung lernen. Du musst wissen, wie du richtig gehst

und dich richtig bückst, bevor du Sachen aufhebst. Sonst heißt es dauernd: „Ver „Verdammt, mein Rücken!“ Wird es mit dem Alter wichtiger, dass man sich geistig oder dass man sich körperlich fit hält? Als Menschen haben wir das Glück, gleichzeitig Körper und Seele zu sein. Deine physische Form zahlt die Rechnungen, kümmert sich um die Familie, die Kinder, die Freunde. Aber mit deinem Geist, deinen Gedanken, kannst du deine eigene Geschichte schreiben. Und wenn du etwas wirklich willst, wird es sehr oft auch Realität. „Jean-Claude Van Johnson“ erscheint am 15. Dezember auf Amazon Prime Video. Grooming: Lisa Zimmitti Fotoassistenz: Denise Dorado und Jibril Jackson THE RED BULLETIN


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Überlebens­ künstler Das Rallye-Raid-Abc oder: Wie du lange Offroad-Distanzen mit Highspeed bewältigst, ohne dabei auf der Strecke zu bleiben. Text: Werner Jessner 40


FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

Klassiker des Genres: Ein Peugeot 3008DKR Maxi wühlt sich hurtig durch die Dünen.


Wo selbst die besten Piloten der Welt an ihre Grenzen stoßen. Rallye Raid, auch Marathon- oder Langstreckenrallye genannt, fordert Fahrer auf zwei oder vier Rädern über mehrere Tage. Es ist die perfekte Kombination aus Racing und Abenteuer, aus Konstanz und Improvisation, aus Athletik und Fahrkunst.


A

wie Afrika

Afrika, das – Wird allweil die spirituelle Heimat der Langstrecken-Rallyes bleiben, selbst wenn die prestigeträchtige Rallye Dakar seit 2009 in Südamerika gefahren wird. Etliche kleinere Bewerbe finden nach wie vor am Schwarzen Kontinent statt, etwa die Marokko-Rallye oder das Africa Eco Race auf den Spuren der ursprünglichen Route. Eine Rückkehr der Dakar nach Afrika scheint aus politischen und wirtschaftlichen Gründen unrealistisch.

BENJAMIN CREMEL/DPPI/RED BULL CONTENT POOL, FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

B Siehe S wie Silk Way Rally

wie Biwak

Biwak, das – Fahrer, Beifahrer, Mechaniker, Ingenieure, Strategen, Organisatoren, Journalisten, Fotografen, Ärzte, Köche, Zeitnehmer und alle anderen aus dem Tross schlafen, wohnen und interagieren in einer Zeltstadt, die sich allabendlich neu aufbaut und morgens wieder verschwindet, inklusive Küche, Toiletten, Duschen, Lazarett, Mediacenter etc.

Die Strecke in Asien variiert, 2017 fuhr man von Moskau über Kasachstan in die chinesische Stadt Xi’an, 2016 endete man in Peking. Gefahren wird seit 2009, für die Kamaz Trucks ist es ein Heimspiel. Titelverteidiger bei den Autos: Cyril Despres auf Peugeot (Bild). Es sind nicht nur die Rennfahrer, die den riesigen Tross der Dakar ausmachen.

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C wie Coma Coma, der – Der Spanier Marc Coma hat fünf Dakar-Siege auf dem Bike zu Buche stehen und konnte über ein Jahrzehnt lang, wenn überhaupt, nur von Cyril Despres geschlagen werden. Seit seinem Rücktritt vom Sport vor zwei Jahren ist er für die Streckenplanung in Südamerika verantwortlich – der Mann weiß, wie man Show und Sport mit Sicherheit verbindet.

J

wie Jutta Kleinschmidt

Jutta Kleinschmidt, die – Die Deutsche ist nach wie vor die einzige Frau, die jemals die Rallye Dakar gewinnen konnte (2001, Mitsubishi). Hartnäckigster Gegner damals: ihr früherer Lebensgefährte Jean-Louis Schlesser, Dakar-Sieger 1999 und 2000.

D wie Dakar Dakar, die – Die senegalesische Hauptstadt war das ursprüngliche Ziel der erstmals 1979 in Paris gestarteten AbenteuerVeranstaltung. Bis zur Übersiedelung nach Südamerika im Jahr 2009, was aus Sicherheitsgründen erfolgte, endete die Rallye trotz wechselnder Routenführung nur zweimal nicht die Stadt am Lac Rose. Jutta Kleinschmidt: Hat auf dem Bike begonnen und im Auto gewonnen – als einzige Frau bisher.

Elemente, die – Abgesehen von Sand und Geröll werden Rallye-Raid-Piloten in Südamerika vor allem von zwei Naturgewalten geprüft. Mitunter sintflutartige Regenfälle sorgen für Schlamm, und bei Pässen auf Höhen über 4000 Metern sind nicht nur Motoren am Anschlag.

F wie Finish Finish, das – Anders als in der WRC wird in der Rallye Raid nur gewertet, wer auch tatsächlich das Ziel sieht. Daher tun Teilnehmer auch alles, um sich selbst nach schweren Unfällen irgendwie durchzuschleppen. Was anderswo Sekunden sind, sind hier Minuten, Minuten sind Stunden.

G wie GPS-Points

I wie Iritrack

GPS-Points, die – Das Ziel ist nicht nur das Ziel: Dazwischen müssen auf jeder Etappe zusätzliche Wegpunkte gefunden und in einem vorgegebenen Umkreis von meist nur wenigen Metern passiert werden. Ansonsten drohen Zeitstrafen oder schlimmstenfalls Disqualifikation.

Iritrack, das – Damit kein Fahrer verlorengeht, ist jedes Fahrzeug mit einem Tracking-System ausgerüstet, das dank Iridium-Technik selbst in Regionen ohne Handy-Empfang die Position des Fahrzeugs präzis erfasst und gleichzeitig als Notfall-Detektor dient. Außerdem erfasst es jederzeit die Geschwindigkeit und sendet sie in Echtzeit in die Organisationszentrale nach Paris.

H wie Hydration Hydration, die – Bis zu fünf Liter trinken Fahrer allein während der Sonderprüfungen: Körperliche Anstrengung, Sonne und vor allem die Höhenlage in Südamerika stellen den Organismus vor gewaltige Probleme. Rallye Raid ist Extremsport, egal mit welchem Fahrzeug.

K wie KTM KTM – Mit 16 Gesamtsiegen ist das österreichische Motorrad-Fabrikat die erfolgreichste Marke in der Geschichte und seit dem Jahr 2001 ungeschlagen – einsamer Rekord. Der russische Truck-Hersteller Kamaz hält bei 14 Siegen, Mitsubishi bei 12 Titeln in der Auto-Kategorie.

Lästig: Dreck. Lästiger: versenktes Werkzeug.

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GETTY IMAGES (2), FRANCK FIFE/AFP/PICTUREDESK.COM

E wie Elemente


L wie Liaison

M wie Motorrad

N wie Notfall

Liaison, die – Zwischen den einzelnen Wertungsprüfungen liegen die Verbindungsetappen, die auf öffentlichen Straßen gefahren werden – und zwar mehrere hundert Kilometer pro Tag – und auf denen ein striktes Tempolimit gilt, das penibel über GPS überwacht wird. Jede einzelne Übertretung kostet ein paar hundert Euro.

Motorrad, das – Erst drei Fahrern in der Geschichte der Rallye Dakar ist es bislang gelungen, das Rennen sowohl auf dem Motorrad als auch im Auto zu gewinnen: Hubert Auriol, Nani Roma und Stéphane Peterhansel. Der fünffache Bike-Champion Cyril Despres aus Frankreich – mittlerweile Peugeot-Werkspilot – hat das Zeug, die Nummer vier zu werden.

Notfall, der – Stürzt ein Fahrer schwer, sind seine Mitbewerber zur Hilfeleistung verpflichtet. Wird der Notfallsender ausgelöst, gerät die Hilfskette in Bewegung, und der Fahrer wird in der Regel per Hubschrauber geborgen. Dem Ersthelfer wird die verlorene Zeit gutgeschrieben.

O

wie Orientierung

Orientierung, die – Neben „Wie schnell?“ ist „Wohin?“ die entscheidende Komponente für Erfolg im Rallye-Raid-Sport. Die Fahrer haben drei Hilfen zur Verfügung: das Roadbook, GPS und – ganz alte Schule – einen Kompass.

Kein Verfahrer, ein Überholmanöver. Wer sich verirrt, tut das meist um Dutzende Kilometer.

THE RED BULLETIN

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P

wie Peterhansel

Peterhansel, der – Man nennt ihn „Mister Dakar“: Der 52-jährige Franzose hat mit dem Bike sechsmal, mit dem Auto siebenmal gewonnen. Auch 2018 ist der Titelverteidiger wieder Top-Favorit. Härteste Gegner: seine Peugeot-Markenkollegen Carlos Sainz, Sébastien Loeb und Cyril Despres.

Stéphane Peterhansel ist „Mister Dakar“.

Q wie Quad

MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL, FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

Quad, das – Die vierrädrigen Minimalisten – auch: ATVs (All-Terrain Vehicles) – sind seit 2009 im Dakar-Starterfeld. Rekordsieger ist der Argentinier Marco Patronelli.

T

wie Trucks

Trucks, die – Die Dominatoren der internationalen Rallye-Raid-Szene kommen aus Nabereschnyje Tschelny, einer Stadt in Tartastan rund drei Flugstunden östlich von Moskau. Besonderheit: Die Piloten sind ganz normale Angestellte des Lkw-Werks und arbeiten als Mechaniker oder Ingenieure, wenn sie nicht gerade Rennen gewinnen.

R wie Roadbook Roadbook, das – Eine Papierrolle (bei den Bikern) bzw. ein Buch, in dem alle Abzweigungen, Gefahrenpunkte etc. vermerkt sind. Gewissenhafte Vorbereitung am Abend zuvor ist alles, erfahrene Piloten verwenden ein Farbsystem mit Leuchtstiften, um selbst unter Druck auf einen Blick die Übersicht zu bewahren.

S wie Silk Way Rally Silk Way Rally, die – Der zweiwöchige Sommerbewerb gilt als die „kleine Dakar“. Sieger der letzten beiden Ausgaben: Cyril Despres jeweils auf einem Peugeot. In der Trucks-Kategorie ist Kamaz seit 2012 ungeschlagen. Bikes sind nicht am Start. 47


Siehe K wie KTM Die Dakar-Sieger auf KTM stellen den Adel des Rallye Raid dar: Fabrizio Meoni, Richard Sainct, Nani Roma, Cyril Despres, Marc Coma, Toby Price und im letzten Jahr Sam Sunderland (Bild).


U wie UTV

W wie World Cup

UTV, das – Der günstigste Einstieg in die Welt des Rallye Raid stellen UTVs (Utility Terrain Vehicles) dar: Buggies mit kaum mehr als 100 PS und Heckantrieb, serien­ mäßig ab 20.000 Euro zu haben. Sieger 2017: die Brasilianer Leandro Torres und Lourival Roldan.

World Cup, der – Umfasst elf unterschied­ lich lange Events auf verschiedensten Terrains. Amtierender Gesamtsieger: Nasser Al­Attiyah auf Toyota.

Y wie Youngsters V wie Volkswagen V Volkswagen, der – Die dunkelblauen Race Touareg zeigten erstmals, dass man mit Dieselmotoren Rallye­Raid­Bewerbe dominieren kann: 2010 und 2011 holte man sich jeweils einen Dakar­Dreifach­ sieg (!) – und zog sich danach aus dem Sport zurück.

X

Youngsters, die – Sogenannte Baja­Events in Europa oder Dubai eignen sich als Einstieg, sinnvolle nächste Schritte sind Marokko­, Katar­ oder Kasachstan­Rallye.

Z

wie Zuschauen

Zuschauen, das – Zusammenfassungen der Dakar 2018 auf redbull.com/dakar

wie in 4×4

MARCIN KIN/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES

4×4 – oder Heckantrieb? Das ist die Frage bei den Autos. Allradler wie Mini oder Toyota haben mehr Traktion, Hecktriebler wie der Peugeot 3008 DKR Maxi mehr kon­ struktive Freiheiten. In den letzten beiden Jahren hat das Peugeot­Konzept gestochen.

Nicht der gewöhnliche SUV in deiner Garage: Dakar-Autos sind riesig. Der Peugeot 3008DKR Maxi ist 4,3 Meter lang, 1,8 Meter hoch und mit 2,2 Metern so breit, dass er auf Autobahnen nicht auf die Überholspur dürfte.

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CYRIL DESPRES hat die Rallye Dakar fünfmal auf zwei Rädern gewonnen und strebt das nun auch mit dem Auto an. Sind Biker die besseren Autofahrer?

„Hoppl

gleich passiert was“


FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

a,

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Es gibt nur drei Menschen, die die legendäre Marathon-Rallye sowohl auf dem Bike als auch im Auto gewinnen konnten: Hubert Auriol, Nani Roma, Stéphane Peterhansel. Man kann das mit Musikern vergleichen, die einen Oscar erhielten, mit PhysikNobelpreisträgern, die einen Bestseller schrieben, oder mit Unternehmern, die mehrere Firmen an die Weltspitze führten. Cyril Despres ist drauf und dran, sich in diese rare Liste einzuschreiben. Zehn Jahre nach seinem ersten Dakar-Sieg auf dem Bike wechselte er in einen WerksPeugeot, stand damit bei der Dakar 2017 bereits auf dem Podest und hat bei der Silk Way Rally seine ersten Gesamtsiege im Auto geholt. Wie lernt man so schnell? Sollten wir uns etwa alle ein Motorrad zulegen, um im Straßenverkehr sicherer und flüssiger unterwegs zu sein?

the red bulletin: Auf dem Motorrad warst du ein Einzelkämpfer: fahren, navigieren, reparieren. Ist Autofahren einfacher, weil du weniger zu tun hast? cyril despres: Im Gegenteil. Ich musste mir abgewöhnen, mich um alles kümmern zu wollen. Gut, dass mein Teamkollege Stéphane Peterhansel den Umstieg schon Jahre vor mir vollzogen hatte und mir erklären konnte, was ich falsch mache. Und zwar? Dass ich nicht ständig mit einem Auge aufs Navi des Beifahrers schiele, sondern mich auf das verlasse, was er mir diktiert. Rüberschielen wäre auch keine so gute Idee bei 150 km/h im groben Gelände … Da geht es um etwas anderes. Auf dem Motorrad hat das Hirn die Infos jahr jahrzehntelang über die Augen bekommen, im Auto kommen sie plötzlich über die Ohren. Ich musste von einem Sinnesorgan auf ein anderes umschulen – und zwar so, dass es auch unter Druck funktioniert. Wie macht man das? Mein Beifahrer David Castera und ich haben uns eine eigene Sprache ausgedacht. In dieser Sprache – und nur in dieser Sprache – kommuniziert er mit mir. Zum Beispiel? Normal würde man sagen: „In 300 Metern kommt ein Fels, Vorsicht!“ Bei uns kommt

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Interview: Werner Jessner die wichtigste Information zuerst: Achtung. Das versetzt mich in Alarmzustand. Danach Information, was es ist: in diesem Fall der Fels. Was ein Fels oder was ein Stein ist, wird auch präzise festgelegt. Zum Schluss die Entfernungsangabe. Das Kommando lautet also: „Achtung, Fels, 300.“ Die technische Komplexität macht dir nichts aus? Ein Motorrad ist doch ein vergleichsweise einfaches Ding, betrachtet man es neben einem Auto … Technisch war ich immer fit. Klar sind Autos komplizierter, aber du bist zu zweit, wenn es um Reparaturen geht. Mein Sensorium ist durch das Bike so geschult, dass ich Dinge fühle und höre, die nicht in Ordnung sind, selbst wenn Sensoren etwas anderes sagen. Bei einem Test in Marokko bin ich nach zwei Kilometern umgekehrt, weil ich gespürt habe, dass mit den Stoßdämpfern etwas nicht gestimmt hat. Und? Die Sensoren zeigten an, dass alles normal sei. Doch ich habe darauf bestanden, dass beide Stoßdämpfer vorn rechts zerlegt werden. Und siehe da: In einem hatte sich ein Luftpolster gebildet. Wenn du oft auf dem Bike sitzt, entwickelst du ein Gefühl, das Autofahrer niemals ausbilden müssen. Zu diesem Interview hat mich ein MotoTaxi gebracht, weil Bikes in Paris zeitlich kalkulierbarer sind. Der Fahrer macht

den Job seit 14 Jahren und behauptet, er sei noch nie gestürzt. Dabei fuhr er wirklich zügig und hatte einen Riecher, wann sich wo Lücken im Verkehr öffnen und schließen. In den 45 Minuten bis hierher musste er genau fünfmal einen Fuß auf den Boden setzen, und das war bei roten Ampeln. Auf dem Motorrad bekommst du ein Gefühl für den Flow, aber auch dafür, wann es haarig wird. Vielleicht ist Gefühl das falsche Wort, es ist eher ein Instinkt: Hoppla, jetzt passiert gleich was. Du wirst noch aufmerksamer, noch alerter, ohne notwendigerweise vom Gas zu gehen. Bei mir ist dieser Instinkt offensichtlich besonders stark ausgeprägt, denn bei 105 Rallye-Raid-Starts war ich 98-mal im Ziel. Heißt das, dass du zu weit weg vom Limit warst? Auf dem Motorrad ist keiner voll am Limit. Nicht bei der Dakar, nicht bei anderen Rallye Raids, klugerweise auch nicht im Straßenverkehr. Stéphane Peterhansel hat bei seinen Siegen nie mehr als 97 % gegeben, sagt er. Ich sowieso nicht. Das ist der Unterschied zu gelernten Autofahrern wie meinen Teamkollegen Sébastien Loeb oder Carlos Sainz: Die fahren zwischendurch auch 110 %, weil sie wissen, dass sie unter Umständen damit durchkommen. Was meinst du mit „Ich sowieso nicht“? Ich war nie der schnellste Fahrer im Feld. Mein alter Freund und Gegner Marc Coma konnte immer schneller fahren als ich. Und trotzdem habt ihr die Dakar gleich oft gewonnen: jeder fünfmal. Meine Verlässlichkeit hat mir auch den Job bei Peugeot eingebracht: Sie wussten, dass da jemand mit einem langen Atem ist, einer, der das Auto nach Hause bringt.

Ungewohntes Bild: Für seinen letzten Dakar-Start auf zwei Rädern tauschte Cyril die KTM gegen eine Yamaha.

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Gewohntes Bild: Cyril wirbelt mit einem Peugeot ordentlich Wüstensand auf.

MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL, FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

Sollte man Kinder aufs Motorrad setzen? „Unbedingt! So lernen sie, dass es ein Limit gibt.“ Soll man Kinder aufs Motorrad setzen? Unbedingt! So lernen sie, dass es ein Limit gibt, wo es liegt und was passiert, wenn man es nicht respektiert. Hypothetische Frage: Wenn du heute wieder aufs Dakar-Bike steigen wür würdest, wie schnell wärst du noch? Die junge Garde an der Spitze geht schon ein sehr hohes Tempo, rein fahrerisch, nimmt aber auch viel Risiko: Toby Price, Sam Sunderland, Matthias Walkner oder mein Landsmann Adrien van Beveren, von dem ich sehr viel halte. Vom reinen Speed hätte ich keine Chance gegen sie. THE RED BULLETIN

Aber gib mir eine lange, harte Etappe, die feucht ist und tückisch zu navigieren: Ich bin überzeugt, aus dem Stand noch immer in die Top 5 zu fahren. Was vermisst du auf dem Motorrad? Die kurze Leitung. Die Möglichkeit, schnell zu reagieren. Bikes wiegen 150 Kilo, der Peugeot 3008DKR Maxi das Zehnfache. Dem Bike gibst du einen schnellen Impuls, und schon bist du aus dem Schneider. Das Auto reagiert träger – trotzdem musst du es auf den Zentimeter genau bewegen können. Um das zu lernen, habe ich Zeit gebraucht.

Bist du nach einem Tag im Auto entspannter als nach einem Tag am Bike? Im Gegenteil. Es ist mehr Arbeit, ein Auto schnell zu fahren, als ein Motorrad, weil alles durch einen Filter passiert. Und sonst? Die Sinneseindrücke sind auf dem Motor Motorrad intensiver. Du hörst, siehst, spürst die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit – und du riechst. Weil dein Sensorium kompletter ist, sind deine Instinkte wacher. Du hast mehr Chancen, potenzielle Gefahren zu erahnen. Im Auto bist du abgeschottet. Was macht man dagegen? Trotz Klimaanlage mache ich das Fenster immer einen Spalt auf. So bekomme ich das Beste aus zwei Welten. redbull.com/dakar

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„ICH RAPPE 150 TAKTE OHNE PAUSE.“

SAMY DELUXE: Rapper, Musiker, Maler, Produzent: Das Hamburger Multitalent gilt als e­ iner der Urväter des deutschen Hip-Hop.

„GEBT MIR EIN MIKRO. DANN WIRD DIE BUDE ABGERISSEN!“

AFROB: „Reimemonster“, „Get Up“, „Ich lebe für Hip-Hop“: Der Stuttgarter hat Hits für zwei Karrieren im Gepäck und ­beeindruckt mit explosiven Live-Gigs.


„DIE JUNGS KÖNNEN SICH WARM ANZIEHEN. MIT SCHAL UND WINTERJACKE.“

EKO FRESH: Der ehemalige BattleRapper toppte 2013 mit seinem Album „Eksodus“ die Charts. Mittlerweile ist der Kölner auch als Schauspieler aktiv.

Samy Deluxe, Eko Fresh und Afrob gegen Crack Ignaz, Soufian und LGoony: Beim Red Bull Soundclash treffen zwei Genera­ tionen deutschen Hip­ Hops im Live­Wett­ streit aufeinander. Wir haben die Rap­Stars nach ihren Erfolgs­ rezepten gefragt. Text: Jan Wehn Fotos: Christoph Voy 55


„WIR SCHAFFEN GEMEINSAM GEILE MOMENTE.“

LGOONY: Keiner vereint den Battle­Rap der Westberliner Schule stimmiger mit zeitgemäßen Singsang­Styles. Selbst Szenegrößen wie Casper zollen LGoony Respekt.

„WIR TREFFEN DEN ZEITGEIST BESSER.“

CRACK IGNAZ: Mit seinen Alben „Kirsch“ und „Geld Leben“ etablierte sich der Salzburger als vielseitiger Rapper. Kitschiger Gesang ohne Pathos trifft selbst­ bewusste Ansagen ohne Arroganz.


„WIR GEWINNEN, WEIL WIR JUNG UND HUNGRIG SIND!“

SOUFIAN: Straßenrapper und Informatikstudent aus Offenbach. Entdeckt von Haftbefehl, schoss er mit seinem Debüt „Allé Allé“ auf Platz 3 der Charts.

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Sechs Rapper, zwei Teams, ein Live-Wettstreit vor 5000 Fans: Beim Red Bull Soundclash kämpfen am 13. Dezember erstmals zwei Generationen deut deutschen Hip-Hops um die Gunst des Publikums. Auf der einen Seite: „Team Reality Check“ mit Samy Deluxe, Eko Fresh und Afrob – konzertgestählte Profis mit 20-jähriger LiveErfahrung. Auf der andern Seite: „Team New Level“ mit Crack Ignaz, Soufian und LGoony – smarte Newcomer, die es aus ihren Wohnzimmerstudios in die Konzerthallen geschafft haben. Wir baten die Teams vorab zum Interview über Kreativität, Vorbilder und ihre Notfallpläne auf der Bühne. the red bulletin: Beim Red Bull Soundclash treten sechs Künstler auf, die zwischen Ende der 1990er und den 2010er Jahren jeweils auf völlig unterschiedliche Weise ihre Karriere gestartet haben. Gibt es ein Rezept, wie man als Rapper in Deutschland erfolgreich wird? eko fresh: Wenn man mit einem Album auf die Eins geht oder ausverkaufte Konzerte spielt, ist das sicher ein Erfolg. Aber mittlerweile weiß ich, dass das nicht alles ist. Du musst zu dir selbst finden, erst dann stellt sich richtiger Erfolg ein. samy deluxe: Sehe ich genauso: Die erfolgreichsten Menschen sind glückliche Menschen. afrob: Für mich ist Erfolg, wenn man nach bestem Wissen und Gewissen ein Album abliefert und die Leute live zu deiner Musik durchdrehen. crack ignaz: Teilweise ist die Musik ja echt sekundär geworden. Es geht viel mehr darum, Aufmerksamkeit zu erregen. lgoony: Stimmt. Aber ich will über meine Musik funktionieren und nicht, weil ich ein besonders krasses Interview gegeben habe. soufian: Wenn man Geduld und Ausdauer hat, 58

„RAP IST COMPETITION. WIR NEHMEN JEDEN ERNST – UND GEWINNEN TROTZDEM.“ AFROB (OBEN RECHTS), TEAM REALITY CHECK

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„SCHWIERIGE GIGS MOTIVIEREN MICH BESONDERS.“ CRACK IGNAZ (OBEN LINKS), TEAM NEW LEVEL

kommt der Erfolg früher oder später von selbst. Das hat man zuletzt bei der 187 Strassenbande gesehen (HipHop-Formation aus Hamburg, gegründet 2006; Anm.). Die waren jahrelang nur in der Szene bekannt und brechen heute alle Streaming-Rekorde. Ihr wurdet in verschiedenen Jahr Jahrzehnten mit Hip-Hop sozialisiert. Welcher Moment hat euch als Künstler besonders geprägt? afrob: Die Session, die wir 2000 mit Puff Daddy in Stuttgart hatten, war für mich extrem beeindruckend. Mit Freundeskreis bin ich im Vorprogramm seines Konzerts aufgetreten. Nach dem Gig haben wir gemeinsam mit Puffy im Club gechillt. Um fünf Uhr morgens meinte er dann plötzlich, dass er ins Studio wolle, um zu ar arbeiten. Mag sein, dass Puff Daddy nie der beste Rapper war, aber er wusste immer, was er will. soufian: Mein erstes Treffen mit Haftbefehl war prägend. Er kam mit dem Auto in meine Straße gefahren, ich sprach ihn an. Kurz darauf bekam ich einen Plattenvertrag und habe ein Mixtape aufgenommen, das Platz drei in den Charts erreichte. lgoony: Auf dem splash! Festival zu spielen ist immer ein krasser Moment, auch weil ich früher als Zuseher dort war. Bei einigen Festivalauftritten haben wir sogar Props von USRappern wie Ratking oder Denzel Curry bekommen. Wenn die das trotz der Sprachbarriere feiern, ist das schon geil. Apropos Sprache: In eurem Beruf müsst ihr ständig neue Lyrics abliefern, um erfolgreich zu bleiben. Wie löst ihr eine kreative Blockade, wenn euch mal tagelang nichts einfällt? eko fresh: Ich habe früher Actionfilme geschaut und die Alben meiner Vorbilder gehört. Heute inspirieren mich Biografien von Kämpfern. Leute, die ihr Ding gemacht haben, egal wie viel Gegenwind sie hatten. samy deluxe: Ich lasse mich in der Hinsicht gar nicht mehr stressen. Wenn ich keine Idee für einen Text habe, mache ich einen Beat oder schreibe für andere. Ich kann meine Kreativität auf ganz unterschiedliche Arten ausleben. lgoony: Freiräume abseits der Musik schaffen hilft. Ich war gerade im Urlaub und konnte danach viel besser schreiben. Ansonsten höre ich Musik, gucke Filme oder lese Bücher. Durch das 59


Zusammenfügen dieser Puzzleteile entsteht wieder etwas Neues. Zu meinem letzten Mixtape „Intergalactica“ habe ich eine Liste mit meinen Inspirationen veröffentlicht. Da stand die Serie „Battlestar Galactica“ drauf, genauso wie BeatlesLieder oder Bücher von Frank Schätzing. Am 13. Dezember könnt ihr eure Songs in völlig neuen Varianten live testen. Warum gewinnt euer Team den Red Bull Soundclash? afrob: Weil wir jeden Gegner ernst nehmen. Rap ist schließlich Competition. Gewinnen werden wir natürlich trotzdem. samy deluxe: Selbst wenn vor mir Freunde auf auftreten, will ich immer, dass die am Ende sagen: „Fuck, der rappt geil!“ Genau mit der Einstellung wollen wir auf die Bühne. Wir haben Bock, eine richtig geile Show abzuliefern. lgoony: Ich sehe das ganz locker. Für mich ist Musik immer noch ein Hobby. Die anderen sind schon 20 Jahre dabei und Berufsmusiker. Mir geht’s gar nicht so sehr darum, als Gewinner aus der Sache hervorzugehen. Ich will zeigen, was wir verkörpern. Unsere Energie soll sich auf das Publikum übertragen, damit wir gemeinsam geile Momente erschaffen. soufian: Wir gewinnen, weil wir jung und hungrig sind! crack ignaz: … und den Zeitgeist besser treffen. Hat man als Rapper einen Notfallplan, wenn einmal absolut keine Stimmung aufkommt? crack ignaz: Mich motiviert das besonders. Wenn die Leute nicht reinkommen, setze ich noch einen drauf und schaue, dass wenigstens ich Spaß habe (lacht). samy deluxe: Für mich ist ein Rapper beeindruckend, wenn er Songs live genau so umsetzt wie auf Platte und dabei Power ausstrahlt. Viele retten sich live mit Gimmicks. Aber Lichtshows oder Pyrotechnik inter interessieren mich erst, wenn der Rapper gut ist. Ich kann 150 Bars ohne Pause rappen, dabei mit der Stimme und den Flows spielen, und trotzdem ist jedes Wort crisp. afrob: Mir macht live keiner was vor! Ich fühle mich auf der Bühne einfach wohl. Ich sage bloß: „Gib mir mal das Mikrofon.“ Und dann wird abgerissen. eko fresh: Ich habe mir die Live-Erfahrung auch erst erspielen müssen. Aber jetzt ist sie da. Und deshalb glaube ich, dass es für Team New Level schwierig werden dürfte, die Songs, mit denen sie das Inter Internet unterhalten, in gleicher Qualität auf SOUFIAN, TEAM NEW LEVEL die große Bühne zu bringen. (Gelächter bei Team Reality Check.) Ich würde mich an deren Stelle warm anziehen – mit Schal und Winterjacke. Red Bull Soundclash, 13. 12., Sporthalle Hamburg. Livestream: redbullsoundclash.com

„WENN DU GENUG AUSDAUER HAST, KOMMT DER ERFOLG VON SELBST.“

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THE RED BULLETIN


„WIR HABEN BOCK, EINE RICHTIG GEILE SHOW ABZULIEFERN. ICH WILL, DASS DIE ANDEREN NACH DEM AUFTRITT SAGEN: ‚FUCK! DER RAPPT GEIL!‘“ SAMY DELUXE (UNTEN LINKS), TEAM REALITY CHECK

SO FUNKTIONIERT DER RED BULL SOUNDCLASH DAS FORMAT: Die Teams stehen sich auf zwei Bühnen gegenüber, um abwechselnd über fünf Runden Kontrahenten und Publikum zu überzeugen. Die Fans dürfen sich auf einmalige Features, Song-Premieren und neue Versionen legendärer Klassiker freuen. Jury? Regeln? Braucht es nicht – allein das Publikum entscheidet, wer gewonnen hat. Die Running Order: 1. WARM-UP: Beide Teams feuern ihre eigenen Hits ab.

2. THE COVER: Team Reality Check und Team New Level covern denselben fremden Song und interpretieren ihn neu. 3. THE TAKEOVER: Das eine Team beginnt, das andere übernimmt. Zwei begonnene Songs werden jeweils von der anderen Gruppe in einer eigenen Version zu Ende gespielt. 4. THE CLASH: Alles ist erlaubt, wenn die Teams je zwei eigene Songs in völlig neuem Stil umsetzen. 5. THE WILDCARD: Die letzte Runde bringt Überraschungsgäste ins Spiel. Team Reality Check und Team New Level holen sich LiveVerstärkung für je zwei Songs ihrer Wahl. Keine Tickets mehr ergattert? Unter www. redbullsoundclash.com gibt es das Duell am 13. 12. im Livestream.

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Raus, rein: ÖTILLÖ ist kraftraubendes Insel-Sightseeing.

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Eins plus eins macht drei: Die ÖTILLÖ -Swimrun-Weltmeisterschaft in Schweden holt mehr aus den Zweierteams, als in ihnen steckt – weil sie die Partner aneinander­f esselt. Nach 75 Kilometer ­L aufen und Schwimmen von Insel zu Insel gibt es noch einen Sieger: den Champagnerkorken.

NADJA ODENHAGE AND JAKOB EDHOLM/ÖTILLÖ

DIE NEOPREN-­ INSELN Tex t: M ar cu s J o o ns Fo to s : Jako b Ed h o l m u n d N ad ja O d e n hage


Am ersten Montag im September schaltet die schwedische Insel Utö sanft, aber sichtbar in den Stand-by-Modus. Der Radverleih am Hafen ist verwaist, die Rollläden der Kioske, wo es den Sommer über Souvenirs und Fish ’n’ Chips gab – köstlich, der Zander! –, bleiben geschlossen. 40.000 Touristen genießen hier jeden Sommer ihren Urlaub, bloß eineinhalb Stunden außerhalb von Stockholm. Jetzt ist die Hochsaison vorbei, Beschaulichkeit kehrt wieder ein. Einzig rund um das Wirtshaus des ehemaligen Bergarbeiterdorfs Utö geht’s noch turbulent zu. Der Grund: Die gelbe Villa, ein ehemaliges Kaufhaus aus dem 19. Jahrhundert, ist das Ziel für die ÖTILLÖ-Weltmeisterschaft, einen Schwimm-und-Lauf-Wettbewerb für Zweier-Teams. Die Strecke führt über und zwischen 26 Inseln im Schärengarten, wie die Ansammlung der oft nur winzigen Eilande vor Stockholm heißt. 65 Kilometer Laufen, 10 Kilometer Schwimmen von „Ö till Ö“, wie „Insel zu Insel“ auf Schwedisch heißt, und die aufgekratzte Stimmung im Wirtshaus signalisiert: Auch diesmal könnte wieder der Streckenrekord fallen, unter acht Stunden für 75 Kilometer Schinderei. Die digitale Rennuhr vor der Tür begleitet die Starter in Richtung Ziel, leiert Sekunde für Sekunde herunter – 7:56:31, 7:56:32, 7:56:33. Der Streckensprecher späht angestrengt durch seine bunte Sonnenbrille, noch ist kein Athlet auszumachen, trotzdem tönt seine Stimme immer aufgeregter. „Werden wir einen Strecken-

rekord miterleben? Das wäre erstaunlich“, ruft er unter den neugierigen Blicken der Inselbewohner, die es längst nicht mehr auf ihren Picknickdecken hält.

B

eim ÖTILLÖ ist Utö mittlerweile das Ziel, anfangs war die Insel der Start. Die Idee zum Rennen hatten 2006 die Einheimischen Jesper und Mats Andersson, während sie in einer Hafenkneipe von Utö hockten, mit Lokalbesitzer Anders Malm. Ist die Strecke von Utö ins 75 Kilometer entfernte Sandhamn auf der Insel Sandön laufend und schwimmend zu schaffen? Die Anderssons sagten ja, Malm hielt dagegen, die Wette stand. Die simplen Regeln: Auf dem Weg sollten die Teams in fünf bestimmten Gasthäusern Station machen. Der Einsatz: Das erste Team durfte entscheiden, was das zweite Team bei seiner Ankunft trinken musste. „Wir sind hier in den Schären auf aufgewachsen, sind gesegelt, gepaddelt, mit dem Motorboot gefahren“, sagt Jesper Andersson, aber: „Es ging immer nur von A nach B. Nun hatten wir die Chance, alle Inseln zu erleben und zu erkunden, wie unterschiedlich sie sind. Manchmal kriecht man über blanken Fels, dann durch dichten Wald oder vorbei an Getreidefeldern. Und

Fastfood: 75 Kilometer erfordern sorgfältiges Energiemanagement.

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Die Inselhindernisse: kahl und rutschig oder struppig und widerspenstig. THE RED BULLETIN


Der Landgang: je müder, desto mehr Balanceakt.

Die ersten Sieger paddelten auf Luftmatratzen von Insel zu Insel. Inzwischen ist ÖTILLÖ ein beinhartes Rennen für Topathleten.

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wie unterschiedlich erst das Wasser ist: Bisweilen ist die Strömung so stark, dass du 80 Meter abgetrieben wirst, obwohl du doch nur 50 Meter schwimmst.“ Michael Lemmel hörte das erste Mal in einer Autowerkstatt vom ÖTILLÖ. Ein Mechaniker aus Utö erzählte davon. Abenteuersportler Lemmel erkannte prompt das Potenzial, wurde die treibende Kraft hinter dem Projekt und machte seinem Freund Jonas Colting das Rennen schmackhaft. Colting war der ideale Botschafter: Sieger im Ultraman Hawaii 2007 (10 km Schwimmen, 421 km Radfahren, 84,4 km Laufen, verteilt auf drei Tage), Gewinner mehrerer Medaillen bei Triathlon-Weltmeisterschaften. Obwohl: „In den ersten Jahren gab es eine Menge seltsamer

Regeln. So musstest du über dem Wetsuit eine Schwimmweste tragen, damit du ja nicht ertrinkst“, erinnert sich Colting am Vorabend des aktuellen Rennens. Er schaufelt wie alle anderen Teilnehmer im Speisesaal des „Seglarhotell“ in Sandhamn Kohlehydrate in sich hinein: „Anfangs gab es nicht einmal einen Namen für das Rennen. Und die Gewinner paddelten auf Luftmatratzen von Insel zu Insel. Ein Scherz, aber lustig – ich habe an jedem Rennen seit damals teilgenommen.“ Was Colting erstaunt: wie rasch sich der Sport seit 2006 entwickelt hat, mit inzwischen 200 ähnlichen Rennen rund um die Welt und mehr als 600 Teams auf der Warteliste für die WM. Nur 120 dürfen nach einer Qualifikation starten, in den 65


Taktik ist Trumpf: noch schwimmen oder schon laufen?

Klassen Männer, Frauen und Mixed. Was den Charme des Bewerbs ausmacht, ist der Teamgeist und die Chance, sich im Duett auf ein höheres Leistungsniveau zu quälen. Wohl auch deshalb sagen Jonas Colting und seine Lebens- und Sportpartnerin Elin Lilja, dass sie sich nirgendwo sonst so nahe sind wie beim ÖTILLÖ Swimrun – und das hängt nicht nur damit zusammen, dass sie durch eine Leine ver verbunden sind. So kann der Stärkere den Schwächeren stets motivieren. Die Ausrüstung der Swimrunner ist auch sonst speziell: ein dünner Neoprenanzug, der beim Laufen nicht stört. Paddel zur Vergrößerung der Handflächen. Ein Auftriebspolster als Schwimmhilfe. Schwimmtaugliche Laufschuhe. Schwimmbrillen. Schwimmhaube. Die Taktik am Schleppseil erfordert Geschick, erklärt Colting: „Du musst vor vorsichtig sein. Kommt dir dein Kamerad zu nahe, kannst du dich verletzen – im Vorjahr hat sich eine Athletin bei einem Sturz eine Kniescheibe gebrochen.“ Dass dieses Damen-Duo trotzdem gewonnen hat, beurteilt Colting so: „Daran erkennst du, was für Verrückte hier dabei sind.“ 66

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand beim ÖTILLÖ ist ein starker Kopf. Und hab keine Angst vor Quallen im Wetsuit! Norwegen

VON INSEL ZU INSEL

Finnland Stockholm Schweden

Start Dänemark

gesamte Renndistanz: 75 km Schwimmen: 10 km Trail-Running: 65 km beteiligte Inseln: 26

Ziel

10 km

Ein einzigartiges Ausdauerrennen: Beim ÖTILLÖ (schwedisch für „Insel zu Insel“) rennen und schwimmen Zweierteams zwischen 26 Inseln im Schärengarten östlich von Stockholm um den WMWM-Titel. Gegründet 2006, ist ÖTILLÖ einer der forderndsten Bewerbe seiner Art – für die WM qualifiziert man sich in europaweiten Ausscheidungen. otilloswimrun.com

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I

m Seglarhotell beschreibt Veranstalter Lemmel den Startern die einzelnen Etappen, erklärt die Regeln, spricht von perfektem Wetter, 16 Grad Luftund 13 Grad Wassertemperatur: „Viel Spaß!“ Manch ein Teilnehmer ist anderer Meinung, etwa Triathlet Faris Al-Sultan, der 2016 hier am Start ist. Der Deutsche lebt in Abu Dhabi und ist eine Legende im Ausdauersport – auch weil er 2005 den Ironman auf Hawaii in einer normalen Badehose gewonnen hat. „Das hier ist alles andere als mein Lieblingswetter“, sagt Al-Sultan. Und: „Das Schwierigste ist die Unberechenbarkeit. Normalerweise finden Triathlons in der Nähe größerer Städte statt: Du schwimmst in einem See, radelst über eine gesperrte Autobahn, läufst durch die City – da ist es einfach, den Rhythmus zu finden. Hier musst du dich von der ersten bis zur letzten Sekunde voll konzentrieren.“ Die Favoriten des Rennens, durchweg Einheimische, nehmen Exoten wie Faris Al-Sultan dennoch ernst, obwohl sie eingespielt sind und auch auf der Wettkampf Wettkampfstrecke trainieren können. „Das Wichtigste beim ÖTILLÖ? Ein starker Kopf“, sagt Lelle Moberg, in den Jahren 2014 und 2016 Sieger mit Daniel Hansson. „Du darfst dich weder vom Wetter irritieren lassen noch vom Wind, noch von der Konkurrenz. Du darfst dich nicht ärgern, dass die Felsen rutschiger sind als im Training oder dass plötzlich eine Qualle oder ein Fisch in deinen Wetsuit flutscht.“ Hansson ergänzt: „Wenn du das 20. Mal ins Wasser watest, ist so viel Dreck,

Schlamm und Glibber in deiner Brille, dass du nichts mehr siehst.“ Die Ausrüstung ist ohnehin ein Kompromiss: „Wir schneiden Arme und Beine von unseren Anzügen, damit das Laufen leichter fällt, trotzdem erstickst du fast in dem Neoprenzeug. Das ist nicht lustig. Du frierst beim Schwimmen und kochst beim Laufen – hinterher bist du schlimmer geschafft als bei Ausdauer Ausdauerrennen, die fünf Tage dauern.“

U

m sechs Uhr geht die Sonne über Sandhamn auf. Der Kamera-Hubschrauber wummert über dem Starterfeld, der Startschuss fällt. Vom Medien-Boot aus hat man einen guten Blick auf die schnellsten Starter, die ins Wasser stürmen für den ersten Schwimmkilometer von Sandhamn nach Vindalsø. Das Tempo ist irrwitzig, im Wasser blubbert es vor anonymen Badehauben und Schwimmpaddeln. Der SwimrunAficionado Dennis Blomberg, für die Firma Head als Sponsor dabei, erkennt trotzdem bereits aus hundert Metern seine Athleten – wie ein Birdwatcher, der Heringsmöwen und Heermannmöwen bereits am Federkleid unterscheiden kann. Als die Wettkämpfer in Vindalsø an Land waten, ruft er aufmunternd: „Weiter, weiter, ist doch ein Kinderspiel!“ Einer der wichtigen Checkpoints ist Guns Livs und Nämdö Kök och Bar, ein Lokal mit Bar und Restaurant, das nach dreieinhalb Rennstunden auftaucht. Die Athleten würgen hastig Suppe, Kaffee, Powergel und Wasser hinunter – schon

Neopren-Minis, Schwimmhilfe, Handpaddel: Die Ausrüstung der Swimrunner ist höchst zielgerichtet.

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taucht Blomberg wieder auf. „Großartig! Verdammt, du schaust toll aus! Genieß es!“, schreit er, während sich einige der Teilnehmer übergeben. Rennleiter Lemmel steht daneben, organisiert ungerührt die Helfer, koordiniert via Mobiltelefon und Walkie-Talkie, gibt Interviews. „Oui. Yes. Ja“, wechselt er routiniert zwischen Sprachen, während er die schwedische und internationale Presse mit Informationen versieht.

B

ei widrigsten Verhältnissen – Regen und Wind von bis zu 20 Knoten machen den Sportlern zu Wasser und zu Land zu schaffen – ist der Sieg im aktuellen Rennen hart umkämpft. Nach einem Zwischenspurt hängt der Weltmeister von 2016, Daniel Hansson, mit seinem neuen Partner Jesper Svensson die Verfolger ab: „Unsere Taktik war, kurz vor dem Ziel im geeigneten Moment auszureißen – das ist voll aufgegangen.“ Im Ziel in Utö erspäht der Streckensprecher Svensson und Hansson als Erster – und kurz darauf rennen die beiden über die Ziellinie: Die Uhr bleibt bei 7:58:06 Stunden stehen, neuer Streckenrekord. Lemmel fällt den Siegern um den Hals – so macht er das bei allen Finishern. Dann gibt’s Champagner, und es fällt der Begriff world champions. Kaum einer hat noch Kraft, um die Flasche zu öffnen, also hilft Lemmel beim Entkorken. Drinnen im Wirtshaus gibt es später ein Buffet für die Teilnehmer. Leere Gesichter irren zwischen Teigwaren und Gegrilltem umher. Mittendrin spricht Hansson, mit tonloser Stimme, zerkratzt von den Heidelbeersträuchern, die Gelenke geschwollen, über den Swimrun als Sport und Teamwork: „Wir starten im Auftrag der schwedischen Armee. Sie wollen durch uns auf sich aufmerksam machen, weil wir ähnlich denken. Im Gegensatz zu Berufen, die das Individuelle betonen, etwa bei den Banken oder in Finanzgesellschaften mit all ihren Boni, geht’s bei der Armee um Zusammenarbeit. Damit erreichst du Dinge, die du nicht für möglich gehalten hättest. Hätten mein Partner und ich die Distanz jeder für sich zurückgelegt, wir wären um 20, 30 Minuten langsamer gewesen. Aber im Team macht eins plus eins eben drei.“ Daniel Hansson stiert mit leeren Augen förmlich durch sein Gegenüber: „Sorry, dass ich so dahinbrabble, ich bin ein bisschen weggetreten – ich habe sogar unseren Siegeschampagner ausgekotzt.“ www.otilloswimrun.com THE RED BULLETIN


Für mich zählt Power.

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DER MENTALE CODE Erfolgsdruck meistern, Top-Leistungen punktgenau abrufen: Sechs deutsche Athleten aus vier Olympia-Disziplinen verraten ihre mentalen Tricks für Wettkämpfe und Alltag. Text: Andreas Rottenschlager und Werner Jessner

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RICHARD WALCH/RED BULL CONTENT POOL

SHORTTRACK ANNA SEIDEL EISHOCKEY KONRAD ABELTSHAUSER YANNIC SEIDENBERG DOMINIK KAHUN SKI ALPIN VIKTORIA REBENSBURG FREESKI LISA ZIMMERMANN


„Du musst die Psyche deiner Gegner studieren“, sagt Deutschlands Shorttrack-Queen Anna Seidel, 19, über ihr Erfolgsrezept.


„VERGLEICHE DICH NIE MIT ANDEREN“

Die Dresdnerin debütierte mit 15 Jahren bei Olympia – und lernte, wie man mit Erfolgsdruck zurechtkommt.

SHORTTRACK T

he red bulletin: Bei ShorttrackBewerben läufst du mit bis zu sieben Gegnerinnen im Pulk über ovale Eisbahnen. Die Kurvenradien sind extrem eng, oft genug entscheiden Stür Stürze über das Rennen. Welche mentalen Fähigkeiten brauchst du, um in deinem Sport an die Spitze zu kommen? anna seidel: Du musst cool bleiben, Fenster für Überholmanöver abwarten, die Psyche deiner Gegner richtig einschätzen. Vor allem auf den 1000- und 1500-Meter-Distanzen ist deine Taktik entscheidend. An all diesen Aufgaben habe ich seit Sotschi hart gearbeitet. Von wem holst du dir die Tipps? Von meiner Trainerin, die auch auf Mentaltraining spezialisiert ist. Und von einem befreundeten Eishockey-Torwart. Dass eine Shorttrack-Trainerin über die Psychologie des Sports Bescheid weiß ist klar, aber was lernst du von einem Eishockey-Goalie, der völlig anders auf seine Gegner reagieren muss? Eine grundsätzliche Lektion über Wettkämpfe: „Vergleich deine heutigen Leistungen nicht mit deinen früheren.“ Dieser Rat hat mir sehr geholfen. Vor Wettkämp72

EISHOCKEY Drei Olympia-Kandidaten des EHC Red Bull München, ein Thema: Wie schafft man es, in einer beinahe neun Monate langen Saison durchgehend Top-Leistungen abzurufen?

KONRAD ABELTSHAUSER Verteidiger

DOMINIK KAHUN Stürmer

YANNIC SEIDENBERG

Verteidiger Stürmer im Nationalteam

T

he red bulletin: Dominik, Konrad, Yannic, ihr spielt 70, 80 Games pro Saison. Wie steht man das durch, rein körperlich? yannic seidenberg: Indem du im Sommer den Grundstein legst. Die Arbeit, die du vor der Saison machst, lohnt sich am Ende: Ausdauer bunkern, Muskeln aufbauen. So haben wir die letzten Titel geholt: weil wir fitter waren, als der Tank bei den anderen schon leer war. dominik kahun: Du musst deine Ruhephasen genauso konsequent nutzen wie deine Trainingsphasen. THE RED BULLETIN

RICHARD WALCH/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES (3), GEPA PICTURES

ANNA SEIDEL

fen nehme ich mir stattdessen vor, den jeweiligen Moment in der Gegenwart bewusster zu erleben. Dass dieser Fokus in deinem Sport extrem wichtig ist, versteht jeder, der sich Shorttrack-Sturzvideos auf YouYou Tube ansieht … Du erarbeitest dir für jedes Rennen eine Taktik, besprichst sie mit dem Trainer. Und dann würfelt ein Sturz das Feld durcheinander. Dieses ungewisse Element macht den Sport aber auch aufregender. Du warst erst 15 Jahre alt, als du bei deinen ersten Olympischen Spielen in Sotschi angetreten bist. Kannst du dich noch an die letzten Minuten vor dem Start erinnern? Klar. Ich war sehr nervös, obwohl ich wenig Druck hatte, weil ich die Junge im Team war (Seidel schied im Halbfinale aus; Anm.).. In Südkorea wird das anders sein. Die Erwartungen sind definitiv höher. Was war die größte mentale Lektion, die du während deiner ersten OlympiOlympi schen Spiele gelernt hast? Wie simpel alles ist. Wie meinst du das? Du machst ja – rein physisch – genau das Gleiche wie bei einer deutschen Meister Meisterschaft oder einem Vereinswettkampf. Du läufst die gleiche Rundenanzahl über die gleiche Distanz. Ich habe gelernt, den Trubel rundherum zu relativieren. In Südkorea wird aber genau dieser Trubel noch heftiger ausfallen. Dort ist Shorttrack ein Volkssport. Stimmt, das merkt man schon in den ProPro motion-Videos, wo Shorttrack als Erstes gezeigt wird. Das finde ich toll. Die Hallen werden ausverkauft sein … … und die ganze Welt wird mitfiebern. Kannst du vor einem Olympia-Rennen vollständig ausblenden, dass dir Millionen Menschen im TV zusehen? Das musst du lernen, sonst wirst du ver verrückt. Wenn der Startschuss fällt, konzentriere ich mich auf mich und meine Trainerin an der Bande. Wie schafft man es, diesen Fokus auf eine schwierige Aufgabe auf die Minute genau aufzubauen? Indem du aufhörst, dich mit anderen zu vergleichen. Mit deiner Vergangenheit, mit anderen Sportlern, mit Kollegen im Büro. Lebe im Augenblick, schau nicht nach links und rechts. Ich versuche mittler mittlerweile sogar, bei Rennen Spaß zu haben. Wie geht das? Indem du dir schon vor dem Rennen ein gutes Umfeld schaffst. Leute, die dir wichtig sind, leckeres Essen und eine positive Einstellung vor dem Rennen. Instagram: @darkredgrape facebook.com/annaseidelshorttrack


„WIR ZIEHEN UNS GEGENSEITIG AUS DEM SUMPF. DAS IST UNSER TÄGLICHES BROT. “ KONRAD ABELTSHAUSER


Körperlich kann man sich das ja noch vorstellen, aber wie funktioniert das mental? konrad abeltshauser: Indem man gern zur Arbeit geht, weil das Umfeld passt. Wir haben super Typen in der Kabine. Die ziehen dich mit. Ich bin einer, der auch gern einmal rumblödelt und die anderen damit ansteckt. Und wir dachten immer, im Spitzensport wäre kein Platz für Blödeleien. Wieso? Wenn ich merke, dass es an einem Tag ungewohnt ruhig ist, macht die gute Stimmung den Tag vielleicht sogar leichter. Welche Strategien gibt es sonst noch? seidenberg: Wir nehmen das Jahr Stück für Stück und schauen nicht bis zum Ende voraus. Stattdessen stecken wir uns Zwischenziele. So kultivierst du den Hunger, indem du immer ein Ziel hast, auf das du zuhältst. abeltshauser: Wir teilen die Saison zum Beispiel in Blöcke zu je fünf Spielen. Wenn wir daraus mindestens neun Punk Punk‑ te mitnehmen (ein Sieg in der regulären Spielzeit bringt drei Punkte, ein Sieg nach Verlängerung oder Penaltyschießen zwei Punkte, eine Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschießen bringt einen Punkt, eine Niederlage in der regulären Spielzeit null Punkte; Anm.), lädt ein Sponsor uns und unsere Familien zum Abendessen ein. Darauf freust du dich schon vorher. Ist es überhaupt möglich, in jedem Spiel absolut Vollgas zu geben, oder sind da auch Spiele dabei, die man lockerer angeht? seidenberg: Du kannst es dir nicht erlauben, an einem Abend Halbgas zu geben. Ein Beispiel: Letzte Saison haben wir den Grunddurchgang mit einem ein‑ zigen Punkt Vorsprung gewonnen. Das ist der Unterschied zwischen Heimrecht und Auswärtsspiel im Finale. Diesen einen Punkt hast du vielleicht in einem – auf den ersten Blick unwichtigen – Match im Oktober geholt. Wie ändert sich der Fokus, wenn ihr von der Langstrecke des Grunddurchgangs auf die kurze Distanz umschalten müsst? Bei Olympia, der WM oder in den Playoffs kann es jederzeit vorbei sein … seidenberg: Da denkst du nur noch Spiel für Spiel, Wechsel für Wechsel. Du zwingst dich, keine Ausflüchte mehr zuzulassen. Wirfst dich notfalls mit dem Kopf voraus in Schüsse, die du im Oktober vielleicht noch mit der Schulter geblockt hättest. abeltshauser: Du wirst konsequenter, spielst defensiver, willst Fehler um jeden Preis vermeiden. Und außerdem erholst du dich noch bewusster. 74

„STECK DIR ZWISCHENZIELE. SO KULTIVIERST DU DEINEN HUNGER. “ YANNIC SEIDENBERG kahun: Am krassesten ist es vor dem Spiel. Der Vibe in der Kabine ist völlig anders. abeltshauser: Je näher die Entschei‑ dung rückt, desto besser vorbereitet bist du. seidenberg: Das ist ja auch im richtigen Leben so. Ich mache gerade den Motorrad‑ führerschein, weil das im Münchner Ver Ver‑ kehr einfach nötig ist. Bin ich vorbereitet? Ja, so gut ich es nur sein kann. Genau das war eigentlich die Frage: Wie schaffe ich es, am Tag der Prüfung alles abzurufen, was ich habe? seidenberg: Ich vergleiche es mit der Schule. Wenn ich gut vorbereitet bin, gibt es keinen Grund, nervös zu sein. Wenn ich ruhig bin, werde ich das, was ich kann,

abrufen. Die Kupplungshand wird mir bei der praktischen Prüfung schon flattern. Da hilft nur Konzentration. Natürlich kann ich durchfallen, genau wie man im Sport ein Finalspiel verlieren kann. Aber dagegen muss man alles unternehmen, was in der eigenen Macht steht. Was seht ihr, wenn ihr an Olympia denkt? abeltshauser: Seit ich ein Bub bin, träume ich davon. Ich bin schon damals am Eis rumgeflitzt, habe imaginäre Gegenspieler ausgetrickst, und der TV‑Kommentator in meinem Kopf hat meinen Namen gerufen. Falls ihr ins Olympia-Team berufen werdet: Welche anderen Disziplinen würdet ihr euch gern live anschauen? kahun: Biathlon gefällt mir sehr. abeltshauser: Mir auch. Oder Snow‑ board‑Freestyle. Und Bob. Lauter Sportarten, in denen du Fehler nicht mehr ausbessern kannst, im Gegensatz zum Hockey: Wenn ihr bei einem Wechsel einen Fehler macht, kommt in ein paar Minuten der nächste. Wenn ein Biathlet danebenschießt … kahun: … hat er schon fast verloren. abeltshauser: Vielleicht ist es genau

THE RED BULLETIN


das, was uns daran fasziniert. Das Repetitive, das Wissen um die nächste Chance, das gegenseitige Aus-demSumpf-Ziehen ist unser tägliches Brot. kahun: Du kriegst immer mehrere Chancen. In Rückstand geraten, ein Tor kassieren, das ist nicht das Ende. Wenn euch der Coach mal aussetzen lässt: Belohnung oder Strafe? seidenberg: Du willst nicht pausieren. Never. abeltshauser: Man will in seinem Rhythmus bleiben. Aber ich freue mich durchaus, wenn mir der Coach zwischendurch einen Abend freigibt als Belohnung für meinen Einsatz in den letzten Spielen. seidenberg: Wie weit du in den Playoffs tatsächlich über deine Grenzen gegangen bist, merkst du erst zu Saisonende. Adrenalin, Teamgeist und die Freude am Spiel lassen dich nicht spüren, wie leer dein Tank ist. Nach dem letzten Saisonspiel bewege ich mich keinen Meter mehr freiwillig und kann in den ersten Tagen bis drei Uhr morgens nur blöd in den Fernseher schauen. www.redbullmuenchen.de

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Dominik Kahun, 22, Stürmer: „Du kriegst immer mehrere Chancen.“

„KLAR BLÖDLE ICH AUCH MAL RUM, WENN ES DER STIMMUNG IMKONRAD TEAMABELTSHAUSER HILFT.“ THE RED BULLETIN

VIKTORIA REBENSBURG

„WAS IST IM LEBEN WIRKLICH WICHTIG?“ Gold in Vancouver, Bronze in Sotschi: Deutschlands Riesenslalom-Königin, 28, weiß, wie man große Aufgaben meistert.

SKI ALPIN T

he red bulletin: Viktoria, du bist Olympiasiegerin, Vize­Welt­ meisterin und giltst als Athletin mit starken Nerven. Kann man Nerven­ stärke trainieren, so wie man einen Bizeps trainiert? viktoria rebensburg: Ich glaube eher, man bekommt sie zu einem gewissen Maß von Geburt an mit. Man kann Nervenstärke mithilfe von Trainern ver verbessern. Aber es ist schwierig, über ein bestimmtes Level hinauszukommen.

Beamen wir uns zurück an den Vor­ mittag des 25. Februar 2010, in das Starthaus des zweiten Durchgangs beim Olympia­Riesentorlauf in Vancouver. Olympia Du hast an diesem Tag Gold geholt. Wie war es in den Minuten vor dem Start um deine Nerven bestellt? Ich war sehr nervös. Aber dann ist etwas Komisches passiert: Je näher das Rennen rückte, desto ruhiger wurde ich. Woran lag das? Ich war unbekümmert, hatte vor Olympia gute Leistungen gebracht. Außerdem hatte ich nicht den Druck, Top-Favoritin zu sein. Ich war Sechste. Aber ich wusste, ich hatte eine Chance zu gewinnen. Ein Olympiasieg ist das höchste Ziel, das man als Sportler erreichen kann. Inwieweit hat dieser Titel dein Selbst­ Selbst vertrauen verändert? Man wächst extrem. Der Olympiasieg trägt dich als Sportler. Und im Alltag? Fühlt man sich als Olympiasiegerin sicherer, wenn man an der Uni eine Prüfung schreiben oder vor hundert Leuten eine Rede halten muss? Wenn ich die Rede über ein Thema halte, von dem ich keine Ahnung habe, bringt mir auch das Selbstvertrauen nichts. Weil ich in dem Thema unsicher bin. Aber das kann man ja ändern. Was rätst du Leuten, die im Beruf vor großen Herausforderungen stehen und von Natur aus keine starken Nerven haben? Was mir immer hilft, ist folgende Frage: „Was soll im Endeffekt passieren?“ Jeder Mensch steht im Beruf unter einem gewissen Druck. Aber was bedeutet eine verpatzte Rede in zehn Jahren? Oder am Ende deines Lebens? Meistens nicht sehr viel. Alltägliche Aufgaben in Relation zu den wichtigen Dingen des Lebens zu setzen halte ich für ein gutes Mittel. www.viktoria-rebensburg.com 75


KLAUS POLZER/RED BULL CONTENT POOL, PICTUREDESK

„WENN DER STRESS ZU GROSS WIRD, LASSE ICH EINFACH LOS. “ LISA ZIMMERMANN


LISA ZIMMERMANN

„EIN SONG FÜR JEDE SITUATION“

Die Nürnbergerin verpatzte 2014 ihre Olympia-Premiere. Ein Jahr später holte sie WM-Gold. Ihr Rezept: Sie „lernte chillen“.

FREESKI T

Lisa Zimmermann, 21, Weltmeisterin im Slopestyle, X-GamesSiegerin im Big-AirBewerb: „Auch Sportler sind nicht immer motiviert.“

he red bulletin: Lisa, angenommen, du hättest in zwei Stunden einen wichtigen Wettkampf. Wie würdest du dich mental vorbereiten? lisa zimmermann: Wahrscheinlich gar nicht. Sofern ich Spaß habe und motiviert bin, kommt die Leistung von allein. Dass man als Sportlerin vor einem Wettkampf motiviert ist, davon gehen wir mal aus … … ist aber kompletter Blödsinn. Wenn du um sechs Uhr früh aufstehen musst, um auf den Berg zu fahren, wo gerade ein Schneesturm tobt, gehst du nicht immer motiviert zur Arbeit. Was machst du an solchen Tagen, um deine Motivation anzukurbeln? Musik hören ist extrem wichtig. Wenn ich meinen iPod vergesse, fahre ich gleich wieder runter vom Berg. Ich habe Play­ lists für jede Stimmung parat. Wenn ich müde bin, höre ich Rave oder Techno. Wenn ich Style brauche, Deutschrap von SSIO und Kollegah. Was ist, wenn auch das nichts hilft? Ich versuche es, bis es nicht mehr geht. Aber manchmal hast du einfach einen schlechten Tag. Dann breche ich das

finale Training vor dem Contest ab, setzte mich in die Ecke und chille. Das sagt sich leicht, wenn es um einen unbedeutenden Contest geht. Aber was ist bei einer WM oder dem entent scheidenden Run bei Olympia? Da ist chillen keine Lösung. Doch. Oh. Wenn ich akzeptiere, dass ich keinen Bock habe, läuft es komischerweise immer gut bei mir. Ich lasse einfach los. Deine Stärke ist also, dass du GleichGleich gültigkeit herstellen kannst. Genau. Bei deinen ersten Olympischen Spielen in Sotschi bist du im ersten Run gege stürzt und wurdest 14. Du hast später gesagt, die Saison sei die schlimmste gewesen, die du je erlebt hast. Meintest du körperlich oder mental? Ich hatte damals den Spaß an meinem Sport verloren. Ich wollte meine Ski nicht mehr sehen und nichts mehr mit Free­ skiing zu tun haben. Ich bin nicht der Typ, der gern viele Contests fährt. Aber genau das hatten wir vor Olympia gemacht. Ein Jahr nach Olympia wurdest du Weltmeisterin im Slopestyle. Eigentlich hättest du nach der schlechten Saison ja noch verkrampfter sein müssen. Ich bin in den Monaten vor der WM fast gar keine Bewerbe gefahren. Die WM nahm ich einfach so mit, um zu schauen, was passiert. So gelassen wäre ich auch gern. Die Leute tendieren dazu, alles immer zu wichtig und zu krass zu sehen und sich zu viele Gedanken zu machen. Genau das muss man beenden. Aber nur mit „Dinge nicht zu krass sehen“ als Voraussetzung werde ich nicht Weltmeister, oder? Natürlich nicht. Aber ich weiß ja, dass ich meine Tricks beherrsche. Die komplette Contest­Fahrerei ist somit eine mentale Sache. Du hast dir im Februar das Kreuz- und Innenband im rechten Knie gerissen und konntest monatelang keinen Sport machen. Wie gehst du mit einer so langen Verletzungspause um? Das war schwierig, weil alle meine Freunde sportlich sind und ich nicht mit ihnen auf den Berg konnte. Du brauchst einen Plan, Training, regelmäßige Physiotherapie. Ich hoffe, dass ich im Dezember wieder halb­ wegs auf Skiern stehen kann. Ist Olympia 2018 ein Ziel für dich? Es ist erreichbar. Ich will mich aber nicht darauf konzentrieren. Im besten Fall pas­ siert mir die Qualifikation, während ich Contests fahre, die mir Spaß machen. Instagram: @zimmermannlisa 77


guide Get it. Do it. See it.

75 km/h

DAS IST IHR RACE-BUDDY

LLOYD IMAGES/EXTREME SAILING SERIES/RED BULL CONTENT POOL

Das ist Adam Piggott. Er ist Vorschoter auf dem High­ speed­Katamaran des Red Bull Teams und damit Ihr Crew­ kollege. Wieso? Weil Sie bei den Rennen der Extreme Sailing Series mit an Bord sind, wenn Sie wollen. Alle Infos dazu auf den nächsten Seiten.

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GUIDE

Do it

Reisen abseits des Alltäglichen

THE RED BULLETIN: Was erwartet den Teilnehmer, der mit Ihnen unterwegs ist? HANS-PETER STEINACHER: Alle Facetten des Segelsports. Er ist von der Planung am Morgen bis zum Crew-Feedback am Abend dabei. Wie arbeiten wir als Team zusammen? Welche Arbeiten stehen an? Nur aufs Boot zu steigen und loszusegeln ist zu wenig. Als Highlight geht er bei der Regatta mit an Bord. Welche Voraussetzungen muss er mitbringen? Stehvermögen. Das wird kein reiner Genuss, es gibt viel zu tun. Dazu einen freien Kopf! Es warten viele nicht alltägliche Eindrücke. Die muss man verarbeiten können. Was lernt der Teilnehmer auf der Reise? Ein Sail-Race läuft im Grunde ab wie das Leben. Es gibt Höhen und Tiefen, Bedingungen, die einem liegen oder nicht liegen. Du musst dich durch alles durchkämpfen – mit Erfolg und Misserfolg, dich immer wieder aus dem Schlamassel herausholen. Im Gegenzug darfst du nach Siegen nicht zu euphorisch sein, sollst aber Motivation und Flow mitnehmen. Braucht’s noch etwas? Flexibilität, also die Fähigkeit, schnell zu reagieren, zu improvisieren. Darauf kann man sich täglich besinnen und es zu seinem Vorteil nutzen.

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DAS AUF DEM BILD KÖNNTEN SIE SEIN Zujubeln war gestern. Sportstars und andere Ausnahmekönner nehmen Sie mit in ihre Welt.

HUGO SILVA/ RED BULL CONTENT POOL

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urfen mit Björn Dunkerbeck, fliegen mit den Red Bull Air Racern oder backstage feiern mit Rap-Heros? Destination Red Bull macht es möglich. Auf diesen Reisen feuern Sie Ihre Idole nicht an, Sie schlüpfen in ihre Haut. Was das bedeutet? Nachgefragt bei Hans-Peter Steinacher, Doppel-Segelolympiasieger und mit Roman Hagara Host eines einzigartigen Vier-Tage-Segeltörns.

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Destination Red Bull

Antithese einer Kreuzfahrt: Viertagestrip mit Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher, Olympiasieger 2000 und 2004.

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Do it

REISEN ABSEITS Entdecken Sie die faszinierende Schulter an Schulter mit Sportidolen Unvergessliches erleben. Events aus Perspektiven feiern, die sonst nur den Pros vorbehalten sind. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl der Reisen abseits des Alltäglichen. Willkommen bei „Destination Red Bull“! 1

Weitere Infos und Buchung unter www.destinationredbull.com

EXTREME-SAILING-WETTKAMPF IM TEAM HAGARA-STEINACHER

Die Elemente pur erleben mit den Doppel-Olympiasiegern.

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RED BULL AIR RACE ABU DHABI

Leben Sie den Traum vom Fliegen in einem Red Bull Air Race Cockpit.

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RED BULL BATALLA DE LOS GALLOS WORLD FINAL

Mit den besten Rappern spanischer Zunge auf und hinter der Bühne des Kultevents feiern.

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RED BULL CLIFF DIVING WORLD SERIES AZOREN

Eine atemberaubende Kulisse für Ihre Zeit mit den besten Klippenspringern der Welt.

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WINDSURFEN MIT BJÖRN DUNKERBECK

Im Fahrwasser des 42-fachen Weltmeisters behaupten Sie sich gegen Wind und Wellen.

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GUIDE Destination Red Bull

DES ALLTÄGLICHEN Welt von Red Bull hautnah

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ABENTEUER-WOCHE MIT SOFIA MULANOVICH IN PERU

Genießen Sie eine ganze Woche mit Sofia und erleben Sie ihren Surfing-Lifestyle.

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RED BULL CLIFF DIVING WORLD SERIES POLIGNANO A MARE

RED BULL CONTENT POOL

Mittendrin im Finalbewerb der besten Klippenspringer. Wagen Sie den Sprung Ihres Lebens!

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RED BULL BC ONE WORLD FINAL

Behind the Scenes beim Breakdance Battle des Jahres.

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WINGS FOR LIFE WORLD RUN

Mit Ihrem Idol laufen Sie für die, die es nicht können – ein einzigartiger globaler Event.

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MOUNTAINBIKEN MIT AKSEL LUND SVINDAL

Verbringen Sie einen Tag mit Ihrem Idol und entdecken Sie, wo seine Geschichte begann.

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GUIDE

Do it

Nightlife

Konstantin Hennrich, 28, Cocktail-Psychologe: „Du musst lernen, deine Gäste zu lesen.“

DREI DRINKS MINIMUM

Barchef Hennrichs Cocktail-Tipps: zwei neue Kreationen und ein Klassiker.

Flying Jasmine 4 cl Rum 2 cl Falernum 3 cl Limettensaft 1 cl Zuckersirup (2:1)

Die Berliner Stairs Bar feiert die Kultur der Flüsterkneipen aus den 1920er Jahren. Chef Konstantin Hennrich über Trends am Tresen und das Geheimnis eines guten Barmanns.

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er den Eingang der Stairs Bar an der Uhlandstraße in Berlin sucht, braucht besonders scharfe Augen. Verdunkelte Fensterschei­ ben und ein winziger Klingelknopf sind die einzigen Hinweise auf die Cock­ tailbar im noblen Stadtteil Charlotten­ burg­Wilmersdorf. Drückt man die Klingel, besteht immerhin die Chance, dass der Chef persönlich öffnet. „Gastgeberkultur steht bei mir über allem“, sagt Konstantin Hennrich, 28, schwarz gerahmte Brille, aufgewach­ sen in München, „daher hole ich meine Besucher gern selbst an der Tür ab.“ Mit ihrem diskreten Charme und dem

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Fill-up: Red Bull Zubereitung: Alles shaken außer Red Bull. In LongdrinkGlas auf Eis abseihen und mit Red Bull toppen. Garnitur: Orangenzeste.

Simplify 4 cl Rum 2 cl Falernum 3 cl Limettensaft 1 cl Zuckersirup (2:1) Fill-up: Red Bull Cola Zubereitung: Alles shaken außer Red Bull Cola. In Longdrink-Glas abseihen, mit Red Bull Cola toppen und etwas Tonkabohne darüberreiben.

Manhattan 6 cl Rye Whiskey 3 cl roter Wermut Garnitur: Orange (Twist) Zubereitung: Alles verrühren. Im Goblet-Glas servieren.

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MARTIN FINKE/ELECTRU.DE

STUFEN ZUM GLÜCK

Verzicht auf Werbung huldigt Henn­ richs Stairs Bar ganz bewusst den legendären Flüsterkneipen in den USA, die sich während der Prohibitionszeit (1920–1933) vor den Razzien der Poli­ zei tarnen mussten. Mit ihren rau­ schenden illegalen Partys retteten die Speakeasies das Nachtleben der Städte und machten Alkoholschmuggler wie Al Capone zu reichen Männern. Passend zum historischen Erbe setzt Hennrich in seiner Bar auf klassische Cocktails, die er in jeweils drei „Stufen“ anbietet. Erstens: streng nach Rezept. Zweitens: als Twist mit leicht veränder­ ten Zutaten. Drittens: als komplette Neuinterpretation. „Ein guter Barmann ist präsent, ohne präsent zu sein“, erläutert Hennrich seine Philosophie. „Um die Stimmung eines Gastes zu lesen, be­ ginne ich mit Smalltalk und höre sehr genau auf Ton und Inhalt der Ant­ worten. Meistens merkst du auch an der Körpersprache, ob ein Besucher reden oder einfach in Ruhe seinen Feierabend­Cocktail genießen will“, sagt Hennrich. „Dann stellst du ein­ fach den Drink hin und lächelst.“ stairsbar-berlin.com


GUIDE Redaktion: Gisbert L. Brunner

Get it

BELL & ROSS BR V2-94 BELLYTANKER

Überflieger

Nach dem 2. Weltkrieg verhalfen Autonarren den Benzintanks von Kampffliegern zu einem zweiten Leben und verbauten sie in Rennwagen. Die Uhr zollt diesen „belly tankers“ Tribut. bellross.com

Presage Auto Chrono: Zeitreise in Uhrform

ALS SEIKO DIE ZEIT BESIEGTE

Als Seiko zum offiziellen Zeitmesser der Olympischen Spiele 1964 in Tokio ernannt wurde, bedeutete das zuallererst sehr viel Stress. Denn: Der japanische Uhrengigant hatte keinerlei Erfahrung mit Stoppuhren. 172 Techniker stellte man für die Entwick Entwick­ lungsarbeit ab, die bis zur Eröffnungs­ zeremonie tatsächlich 1278 olympische Zeitmessgeräte produziert hatten. Dar­ unter digitale Anzeigetafeln, elektronische Stoppuhren, die automatisch mit den Start­ pistolen synchron gingen, und – passender passender­ weise standen die Spiele unter dem Motto „Scientific Olympics“ – die erste Quarz­ Armbanduhr der Welt. Sie sollte die Indus­ trie für immer verändern.

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CHOPARD MILLE MIGLIA CHRONO

SEIKO PRESAGE AUTOMATIC CHRONOGRAPH

So tickt Geschichte

1964 war ein ereignisreiches Jahr: Olympische Spiele in Tokio, Cassius Clay Weltmeister, John Surtees F1Champion – und Seiko zeigte Japans ersten Chronografen. Anleihen an dieser historischen Uhr nimmt die Presage Auto Chrono von 2017, deren Wurzeln sogar bis zum emaillierten Zifferblatt von Seikos allererster Armbanduhr reichen, der Laurel von 1913. Die Presage Auto Chrono ist ein Meisterstück – vier vierzig Jahre Erfahrung von Zifferblattspezialist Mitsuru Yokozawa stecken in Glasur und Glanzbrand der Ziffer Zifferblattbeschichtung. Jede der römischen Zahlen ist zehnfach handgemalt, um diesen fabelhaften 3D-Effekt zu erzielen. Geschützt wird das Meisterwerk vergleichsweise zeitgenössisch: mit doppelt gekrümmtem und entspiegeltem Saphirglas. seiko.de

Designklassiker

Jedes Jahr würdigt Chopard die große Vintage-Rallye-Tradition der Mille Miglia mit einer Uhr. Die diesjährige hat von Startnummern inspirierte Ziffern und ein Gummiarmband, das an einen DunlopReifen erinnert. chopard.com

TAG HEUER CARRERA CALIBRE HEUER 01 RED BULL RACING SPECIAL EDITION

Teamgeist

In der aktuellen F1-Saison trägt das gesamte Red Bull RacingTeam diesen TAG Heuer-Chronografen. Beim Daumendrücken hilfreich ist dieses Keramikmodell in den Teamfarben. tagheuer.com

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U LT I M AT E A DA P TA B I L I T Y F O R M A X I M U M C O M F O RT Wärmt, wenn dir kalt ist, nicht wenn dir heiß ist. Living Lining™ basiert auf einem Drei-Lagen-Prinzip, das für regulierten Komfort auf deine Körpertemperatur reagiert. *Auch Bestandteil von Softshell- und Zweilagen-Funktionsbekleidung.

L I V I N G L I N I N G I S A B S O F O RT E R H Ä LT L I C H AU F B U RTO N . C O M


GUIDE

See it

EINMAL UM DIE GANZE WELT Von Australien bis Alaska: Begleite Red Bull TV auf Weltreise mit Skiern, RallyeAutos, Mountainbikes und Snowboards.

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine globale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart TV. Alle Infos: www.redbull.tv

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3 Dezember

ON DEMAND

THE FOURTH PHASE

Nach „The Art of Flight“ (2011) setzte „The Fourth Phase“ im Vorjahr wieder neue Maßstäbe bei Snowboard-Filmen. Von Travis Rice mittels 360-Grad-Aufnahmen, RED-Kameras und in 4K-Auflösung bildgewaltig in Szene gesetzt, folgten Top-Rider wie Mark Landvik, Mikkel Bang und Victor de Le Rue dem „Wasserkreislauf des Nordpazifiks“ und erkundeten unberührte Backcountry-Landschaften in Wyoming (USA), Japan, Russland und Alaska.

Abgesetzt: Heli-Skiing in Russland

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November/ Dezember Travis Rice bringt sogar Schnee zum Rauchen.

SCOTT SERFAS/RED BULL CONTENT POOL (2), PALLY LEARMOND, JOSH LETCHWORTH/RED BULL CONTENT POOL, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, ALEXIS WUILLAUME

Erlebe handverlesene Musik und persönliche Künstler-Interviews. Unsere Empfehlung:

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November

PREMIERE

SAME DIFFERENCE

Alpin-Skifahrer Felix Neureuther (Bild), die Freeskier Fabian Lentsch und Sven Kueenle sowie SlopestyleAss Paddy Graham in einer aufregenden Dokumentation der preisgekrönten Crew von Legs of Steel.

DIGGIN’ IN THE CARTS

17 17

November

PREMIERE

BLOOD ROAD

Bikerin Rebecca Rusch begibt sich auf eine emotionale, knapp 2000 km lange Reise auf dem Ho-ChiMinh-Pfad. Ihr Ziel: die Stelle, an der ihr Vater im Vietnamkrieg als Kampfpilot abgeschossen wurde.

November

15

November ON AIR

Die von Künstler und Musiker Nick Dwyer gehostete Show setzt sich mit der japanischen Videogame-Musik auseinander. „Diggin’ in the Carts“ taucht ein in die Geschichte von Geräuschen und Melodien, die weltweit Millionen Gamer aus den Soundtracks ihrer Lieblingstitel kennen. In acht Episoden gibt es Interviews mit legendären Komponisten und weiteren zukunftsweisenden Künstlern der Spielewelt.

LIVE

WRC AUSTRALIA

Die diesjährige World Rally Championship endet mit der Kennards Hire Rally in Coffs Harbour an der Küste von New South Wales. Gefürchtet: die schmalen Waldpassagen und die feinen Schotterpfade.

ZU HÖREN AUF: REDBULLRADIO.COM

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GUIDE

Do it

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November/ Dezember/Januar Dezember bis 5. Januar EHC Red Bull München Hockey HALLEluja Highlight für Hockey-Fans: Rund um den Jahreswechsel übersiedelt der EHC Red Bull München für drei Spiele in die 10.000 Zuseher fassende Olympiahalle. Auf dem Programm des traditionellen „Hockey HALLEluja“ stehen das Derby gegen die Thomas Sabo Ice Tigers (30. 12) und die Partien gegen Adler Mannheim (2. 1.) und die Eisbären Berlin (5. 1.). Tickets kosten 8 bis 38 Euro. Alle Infos: www.redbullmuenchen.de

29 November

MARTERIA HALLEN-TOUR

Im Sommer spielte der deutsche Rap-Gigant auf den Open-Air-Festivals Rock am Ring und Rock im Park vor bis zu 90.000 Menschen. Sein Album „Roswell“ schoss gleich nach Erscheinen auf Platz zwei der Charts. Ab 29. November beweist Marteria, dass er mit aktuellen Hits wie „Das Geld muss weg“ und „Aliens“ auch Deutschlands größte Hallen zum Beben bringt. Alle Tourstopps: www.marteria.com

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Seit 1998 arbeitet der ehemalige Blur-Sänger Damon Albarn an der Karriere seiner Comic-IndierockBand. Allein das zweite Album „Demon Days“ verkaufte sich mehr als sechs Millionen Mal. Mit der neuen Platte „Humanz“ im Gepäck macht die Band in München (11. 11.), Berlin (17. 11.), Düsseldorf (18. 11.) und Hamburg (19. 11.) Station. www.gorillaz.com

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November Neu im Kino: Justice League Der Pflichtfilm für Fans von Superhelden: Im Kampf gegen außerirdische Invasoren formen u. a. Batman (Ben Affleck), Superman (Henry Cavill), Wonder Woman (Gal Gadot) und Aquaman (Jason Momoa) ein übernatürliches Dreamteam. Erstklassige Action und Spezialeffekte sind bei der DC-ComicsVerfilmung garantiert. warnerbros.com

1

Dezember Arag Big Air Freestyle Festival Die Elite des Snowboard und Ski Freestyle kämpft im Mönchengladbacher Sparkassenpark um Weltcuppunkte. Beim ersten Big-Air-Doppelweltcup Europas (Snowboard und Ski Freestyle) geht es außerdem um die Quali für Olympia 2018. Als Live-Acts mit dabei: Kraftklub (1. 12.) und Cro (2. 12.). www.arag-bigair.com

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GEPA PICTURES, PAUL RIEPKE

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November Live on Tour: Gorillaz


SPORTSCARS

TUNING

MOTORSPORT

CLASSIC CARS

essen-motorshow.de #essenmotorshow

50 YEARS FOR DRIVERS AND DREAMS

02.–10.12.2017 PREVIEWDAY: 1.12.


Tech Smarte Gadgets für noch mehr Spaß bei Action in- und outdoor. Im Uhrzeigersinn von links oben:

BEATS SOLO3 WIRELESS: Für knapp € 300 darf man perfekt sitzende kabellose Kopfhörer mit glasklarem Sound erwarten. Herausragend ist aber eine Akkulaufzeit von 40 Stunden. Und im Schnelllademodus reichen fünf Minuten, um für weitere drei Stunden genügend Energie zu haben. beatsbydre.com

SUUNTO SPARTAN TRAINER GPS-SPORTUHR: Diese Uhr begleitet dich bei jeder Aktivität – über 80 verschiedene Sportarten sind voreingestellt. Wen ein Brustgurt zur Herzfrequenzmessung stört, der wird die Spartan lieben. Die Pulsmessung erfolgt direkt am Handgelenk. € 279; suunto.com HUAWEI HONOR 9: Ein gutes Smartphone muss nicht hunderte Euro kosten. Ab­striche bei der Leistung? Keine. Superschneller Achtkern-Prozessor mit 4 GB RAM, brillantes 5,15-Zoll-FullHD-Display, 20-/12-MPDualkamera mit Auto­ fokus-Linse. Was braucht man mehr? € 429; ­hihonor.com LIFEPROOF AQ10: Was nützen wasserdichte Lautsprecher, wenn sie im See untergehen? Der AQ10 ist nicht nur sturzfest, sondern kann auch schwimmen. Nettes ­Feature: Die eingebaute Dry-Box hält auch Geld, Schlüssel oder Kredit­ karten trocken. € 199; lifeproof.com

CANON POWERSHOT G9 X MARK II: Ganz viel Technik in einer ultrakompakten Kamera (nur 98 mm breit): 20-MegapixelProzessor, Zeitrafferund Zeitlupen-VideoFunktion, WiFi, Bluetooth. € 456; canon.de

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GUI D E


GIFTGUIDE

Geschenke, die wir am liebsten selbst behalten wĂźrden. Fotos: DIMITRI NEWMAN


GUIDE

Im Uhrzeigersinn von links oben: SAMSUNG GALAXY NOTE 8: Das Galaxy Note 8 spielt in der absoluten Topliga – es ist wasserdicht, hat ein super Design und einen blitzschnellen Arbeitsspeicher von 6 GB. Das 6,3 Zoll große randlose Infinity Display brilliert mit Quad HD+ Auflösung (2960 x 1440). Videos nimmt das Smartphone von Samsung in 4K-Auflösung auf. Mit dem ins Gehäuse integrierten S-Pen-Stylus (mit 4096 Druckpunkten für präzises Schreiben und Zeichnen) lassen sich ganz leicht Notizen am Sperrbildschirm machen. € 999; samsung.com

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CASIO XJ-V2 PROJEKTOR: Gute LaserBeamer sind mittlerweile erschwinglich. Eine hohe Auflösung (1024 x 768 Pixel), 3000 Lumen und starke Farbwiedergabe inklusive. Für Umweltbewusste: Casios Laser-Projektoren kommen ohne giftiges Quecksilber aus und verringern den Stromverbrauch um bis zu 40 Prozent. Ca. € 575; casio-europe.com SONY XPERIA XZ1: Mit diesem SmartSmartphone spielt man definitiv in der Oberklasse – und ist obendrein buchbuchstäblich up to date: Das Xperia XZ1 ist das erste Smartphone, bei dem bereits ab Auslieferung Android 8

installiert in stalliert ist. Wer viele Apps verwen ver wen wen-det, wird sich besonders über den schnellen Achtkern-Prozessor mit 2,45 GHz freuen, der auch beim InterInternetsurfen seine Stärken ausspielt. Witziges Feature: eine 3D-Scan-Funk3D-Scan-Funktion von Gesichtern, die man sogar per 3D-Drucker ausdrucken könnte. € 699; sonymobile.com

LIBRATONE Q ADAPT ON-EAR KOPFHÖRER: Der Bluetooth-Kopfhörer ist der ideale Begleiter im hektischen Stadttrubel. Der CityMix Noise Canceller unterdrückt je nach Wunsch die Stärke der Umgebungsgeräusche. Auf der Touch-Oberfläche des Q Adapt

On-Ear kann man mit einer Fingerbewegung Tracks skippen, die Lautstärke regulieren oder ein Gespräch annehmen. Akkulaufzeit bei voller Ladung: ergiebige 20 Stunden. € 249; libratone.com SONOS ONE: Der neue Lautsprecher kombiniert großartigen Sound mit Amazons Sprachsteuerung „Alexa“. Du wünschst, Alexa führt aus – und spielt etwa Musik von 47 verschiedenen Streaming-Diensten oder hilft mit bereits über 15.000 zur Verfügung stehenden „Alexa-Skills“. Über WLAN ist er natürlich auch in mehreren Räumen nutzbar. € 229; sonos.com THE RED BULLETIN


Grooming Pflegeprodukte, die speziell für Männer entwickelt wurden. Im Uhrzeigersinn von oben:

LAB SERIES DAILY MOISTURE DEFENSE GESICHTSLOTION: Die Lotion schenkt der Haut Feuchtigkeit, schützt mit SPF 15 vor schädlicher UV-Strahlung, glättet die Ober fläche und reduziert Alterungserscheinungen. Ca. € 40; labseries.com

MÜHLE GOLD R89 RAZOR, BRUSH AND HOLDER SET: Tschau, Einwegrasierer, her mit dem Style! Rasierset aus rotgoldenem Metall. Die SilvertipFibre-Kunstfasern des Pinsels sind an den Spitzen extrem weich und dabei stabiler als Naturhaar. Rasierhobel für präzise Konturen. € 167; muehle-shaving.com

GILLETTE FUSION PROGLIDE STYLER: Ein Rasierer – drei Funktionen: Barthaar-Trimmer mit drei austauschbaren Kammaufsätzen, gründlicher Nassrasierer und Konturierer. Natürlich auch für die Körperrasur geeignet. € 14,95; gillette.de L’OCCITANE CADE RASIERÖL: Gegen Hautreizungen. Biologische Öle schützen die Haut vor der Rasierklinge. Ca. € 20; loccitane.com

JACK BLACK FACE BUFF ENERGIZING SCRUB: Gesichtspeeling mit Tiefenpflege. Angenehm: Mentholduft weckt den Geist, Vitamin C erfrischt die Haut. Ca. € 20; getjackblack.com AESOP THE INTREPID GENT KIT: Gesichtsreinigungsgel, KoriandersamenKörperreiniger und marokkanische Neroliöl-Rasierlotion. € 80; aesop.com

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GUIDE

Outdoor Tools für die Wildnis, die auch in der Stadt eine gute Figur machen.

Im Uhrzeigersinn von links: MYCHARGE ADVENTUREULTRA: Kleines Kraftwerk für den Rucksack. Die Powerbank speichert 13.400 mAh in einem Akku und bietet einen maximalen Energie-Output von 45 W; das reicht aus, um einen Laptop komplett zu laden oder einen 42-Zoll-Fernseher für drei Stunden zu betreiben. Ca. € 120; mycharge.com LEATHERMAN SIGNAL TOOL: Mit dabei sind ein Hammer, um Zeltheringe einzusschlagen, Säge, Zange, Kombimesser, Flaschen-/Dosenöffner, Signalpfeife und Feuerstarter. Ca. € 100; leatherman.com VICTORINOX SWISSCHAMP WOOD TASCHENMESSER: Wer hat’s erfunden? Genau, die Schweizer. Der Traditionshersteller brachte 29 verschiedene Werkzeuge in einem 185 Gramm leichten Multifunktionstool unter. Die Nussbaumholzschale sieht nicht nur gut aus, sondern liegt auch super in der Hand. Ca. € 100; victorinox.com

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Im Uhrzeigersinn von links oben:

NEMO STARGAZE LUXURY CAMPINGSTUHL: Warum beim Camping auf Sitzkom­ fort verzichten? Freischwingender Stuhl mit robustem Alurahmen und hoher Kopfstütze. Ca. € 200; nemoequipment.com YETI HOPPER FLIP 18 COOLER: Die ulti­ mative Outdoor Lunchbox – eine Schaumstoffisolierung innen hält Essen und Getränke extrem lange kühl. Zwei Bier­Sixpacks sind selbst nach 48 Stunden bestens temperiert. Ca. € 250; yeti.com

GOAL ZERO LIGHT-A-LIFE MINI QUAD USB LIGHT SET: Eine richtig taffe Lichter­ kette mit 110 Lumen, die an jedem USB­Anschluss betrieben werden kann. Die Lampen sind einzeln schalt­ bar, die Schirme in Weiß oder Bunt wechselbar. Ca. € 90; goalzero.com LIBRATONE ZIPP LAUTSPRECHER: Der WiFi­und­Bluetooth­Lautsprecher mit seinem 360­Grad­Sound sorgt für Schallabstrahlung in alle Richtungen. Außerdem können bis zu sechs Laut­ sprecher für synchrone Wiedergabe gruppiert und ganz leicht per App ge­ steuert werden. € 299; libratone.com NESPRESSO CREATISTA: Acht Zuberei­ tungsarten (von Espresso bis Latte Macchiato) sowie elf Temperaturopti­ onen (warm bis sehr heiß) stehen zur Wahl. Startklar ist die Maschine nach nur drei Sekunden Aufheizzeit. € 499; nespresso.com SOURCE WIDEPAC TRINKSYSTEM: Ein Schiebeverschluss macht das Füllen, Entleeren und Reiningen der Trink­ blase kinderleicht. Eine spezielle PE­Folie im Inneren verhindert Kunst­ stoffgeschmack. Gibt’s in drei Größen. Ca. € 30; sourceoutdoor.com QBO YOU-RISTA KAFFEEMASCHINE: Mit Kaffee in Barista­Qualität in den Mor­ gen starten. Mit der Qbo­App kannst du per Smartphone oder Apple Watch ganz leicht ein individuelles Lieblings­ kaffeerezept kreieren und speichern. € 199; tchibo.de THE RED BULLETIN

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Style Ist funktionell raffiniert und sieht dabei auch noch gut aus.

Im Uhrzeigersinn von oben: BURTON ANALOG ATF KAIDEN KAPUZENPULLOVER AUS FLANELL: Das Polyester-Flanell ist wasserabweisend und das Taft-Futter schnell trocknend. € 110; burton.com JACK WOLFSKIN WHITE ROCK 40 RUCKSACK: 40 Liter, 7 Fächer und Taschen, ein Organizer für Sicherheitsequipment und Befestigungen für Ski. Praktisch: ein frostsicheres Trinksystem. € 199,95; jack-wolfskin.de MAMMUT XERON COURIER 25: Der Rucksack verbindet Outdoor-Komponenten mit Alltagstauglichkeit. Zum Hauptfach hat man durch den Rolltop-Verschluss besten Zugriff, zum Laptop über einen separaten Reißverschluss. € 100; mammut.com VANS ULTRARANGE HI MTE: Dieser Winterschuh ist nicht Kompromiss, sondern Kombination aus robustem Outdoor- und trendigem Lifestyle-Schuh: guter Sohlengrip, angenehme Dämpfung, gepaart mit urbanem Sneaker-Style. Ca. € 120; vans.de JACK WOLFSKIN ARGO SUPREME DOWN JACKET: Jacke mit beeindruckendem Wärme-Gewichts-Verhältnis. Die 320 Gramm leichte und bauschfähige Gänsedaune ist wasserabweisend. Eine besondere V-förmige Steppung verhindert ein Verrutschen der Daune und somit Kältebrücken. € 299,95; jack-wolfskin.de SMARTWOOL PHD OUTDOOR MEDIUM PATTERN CREW SOCKEN: Mesh-Einsätze und Merinowolle sorgen für gutes Klimamanagement, eine nahtlose Zehenkonstruktion und Materialverstärkungen für optimalen Tragekomfort. Ca. € 25; smartwool.com

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THE RED BULLETIN PROMOTION

JETZT MITMACHEN! GEWINNE MIT JACK WOLFSKIN UND THE RED BULLETIN EINE REISE NACH FINNLAND!

RACE TO FINLAND D

u bist heiß auf Ski-Action, misst dich gern mit anderen und kennst dich auch im Ski-Weltcup aus? Dann ist dieses Gewinnspiel genau das Richtige für dich – mach mit!

Und so funktioniert’s: Bewirb dich online. Wirst du ausgewählt, musst du auf Worte Taten folgen lassen und dich beim Ausscheidungs-Event in Tirol gegen deine Kontrahenten durchsetzen. Gehst du als einer der beiden Sieger (beste Frau / bester Mann) aus dem Rennen hervor, erwartet dich als Hauptgewinn eine Traumreise für zwei nach Finnland zum FIS Ski-Alpin Weltcup in Levi 2018.

TERMINE & INFO 26. 10. – 7. 12. 2017 Teilnahme am Gewinnspiel unter www.jack-wolfskin.de/race-to-finland

12./13. 1. 2018 Race to Finland AusscheidungsEvent in Tirol 10./11. 11. 2018 FIS Ski-Alpin Weltcup in Levi (FIN)

Jetzt informieren und mitmachen unter: WWW.JACK-WOLFSKIN.DE/RACE-TO-FINLAND

DAS GIBT’S ZU GEWINNEN:

Fotos: Jack Wolfskin / Phil Pham, Pentaphoto

• 20× Teilnahme am Race to Finland (10 Frauen, 10 Männer, inklusive Ski-Outfits von Jack Wolfskin) • Kombipreis: je 3× Ski-Outfits von Jack Wolfskin und Stöckli Ski Outfits von Jack Wolfskin, bestehend aus je einer Alpin-Skihose, einem Longsleeve sowie einer 3-in-1-High-End-Wintersportjacke. Mit dem Sportcarving-Ski Laser SC von Stöckli wird jede Abfahrt zu deinem persönlichen Rennen.

• HAUPTPREIS von andersweg.reisen: Traumreise für zwei nach Levi, 9.– 12. 11. 2018, inkl. Flug, Transfer, Unterkunft, SkiSki pässen und VIP-Tickets für den FIS Ski-Alpin Weltcup In Kooperation mit


GUIDE

Im Uhrzeigersinn von links oben:

L’OREAL MEN EXPERT 3-TAGES-BART- & GESICHTSPFLEGE: Creme mit ätheri­ schem Zedernholzöl macht Bart­ stoppeln weicher und verhindert Juckreiz. Ca. € 10; menexpert.de SEVEN-24 BANDIT: Mit Edelstahl­ armband und Automatikuhrwerk. € 279; seven­24.watch LOTUS 18556-1: Reduzierter, schwarzer Chronograf mit Edelstahlarmband und Mineralglas. € 199; erhältlich bei lotus­watches.com

TAG HEUER CARRERA CALIBRE HEUER 01: Gebürstetes Edelstahlgehäuse, Keramik­Lünette, beidseitig entspie­ geltes Saphirglas und Automatikuhr­ werk mit 50 Stunden Gangreserve. € 4800; tagheuer.com PELICAN MPB35 RUCKSACK: Dieser 35­Liter­Rucksack ist richtig hart im Nehmen. Die Nylon­Außenschicht sowie die robusten Reißverschlüsse sind absolut wasserdicht. Laptop oder Tablet sind in einem separaten Fach bestens geschützt. Garantie auf den Rucksack: lebenslang. Ca. € 190; pelican.com

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Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Wissen – prägnant und übersichtlich aufbereitet sowie durch Analysen und Kommentare eingeordnet.

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Marcel Reif

TV-Kommentator, Sportjournalist, Buchautor: Der Fußballexperte hat dank seiner Leidenschaft und Präzision eine Fangemeinde – auch wenn seine scharfen Analysen mitunter das Publikum spalten. Diesmal zerbricht sich Reif den Kopf über einen immer ungleicher werdenden Kampf.

DEN FUSSBALL 102

is vor kurzem hatten meine Söhne und ich am Freitagabend ein festes Ritual: zuerst in die Stadt auf eine Bratwurst, dann gemeinsam zu Hause Bundesliga gucken. Diese liebgewonnene Gewohnheit ist seit dem Sommer Geschichte. Denn das Spiel am Freitag wird nicht mehr von Sky übertragen, sondern ist nur noch auf Eurosport zu sehen. Dazu wäre ein weiteres Spielzeug notwendig, und ich bin – ehrlich gesagt – zu bequem, um mich darum zu kümmern. „Schade“, sagten meine Jungs, „dann ziehen wir halt durch die Stadt und machen was anderes.“ Ich blieb daheim und hab mir Glasgow Rangers gegen Partick Thistle angesehen. Schottische Liga. Ein archaisches Erlebnis aus längst vergangen geglaubten taktischen Urzeiten, aber wenigstens ir irgendwie greifbar. Ab 2018 bleiben die öffentlich-rechtöffentlich-recht lichen Bildschirme auch bei der Champions League dunkel, die englische Premier League, Spaniens Primera División und

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BLAGOVESTA BAKARDJIEVA

DER TV-KRAKE ERWÜRGT

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Reif für die Bundesliga

die Serie A werden ohnehin nur noch vom neuen Streamingdienst DAZN serviert. Gab es da früher nicht das unantastbare Credo, Fußball und TV könnten nicht ohneeinander? Versprechen sich nicht sogar die stinkreichen Katarer globale Außenwirkung, wenn sie ihren Goldesel Neymar durch die Stadien Frankreichs und Europas treiben? Die Regulierungsbehörde hat den TV-Markt durch ihre Order, keinen universellen Anbieter im Fußball mehr zu erlauben, gnadenlos zerfleischt. Wurde dabei nicht das falsche Schwein geschlachtet, nämlich der Fan, der noch mehr zahlt als zuvor? Der „normale“ Fan wird es nicht akzeptieren, von einem Decoder zum anderen switchen zu müssen, und resigniert sagen: „Das tue ich mir nicht an.“ Nun war ja erstaunlicherweise auch die technische Qualität der Bilder eines neuen Anbieters nicht übermäßig herausragend und hat bei Konsumenten für böses Blut gesorgt. Und dieser Launch kam zum völlig falschen Zeitpunkt, ist doch die Stimmungslage der traditionellen Fans durch den Fall Neymar und die immer unverschämtere Anbiederung der Vereine an ein dankbareres Eventpublikum ziemlich in den Keller gerasselt.

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ie verändert das Zerpflücken der Pay-TV-Landschaft die Kundschaft? Fußball soll doch auch deshalb so beliebt sein, weil er so einfach ist. Das, scheint mir, ist er nicht mehr. Ich will nicht hinter jedem Baum ein Gespenst sehen, aber es könnte durchaus gewollt sein, dass der Fan der Moderne ein technikaffiner Yuppie sein soll, der seine ultrascharfen LED-Gadgets im Newsroom seines Lofts smart per elegantem Wischer bedient. Die in die Jahre gekommene Klientel ist jedoch überfordert, das High End nahe. Ich will hier kein Armageddon ausrufen, der Fußball wird auch das über überleben. Aber ich kenne viele, die sagen: „Das ist mir zu viel.“ Treibt der vielarmige TV-Krake die Fans jetzt vermehrt in die Kneipen oder Stadien? Dagegen spricht, dass in vielen deutschen Städten Gastronomen ihre Abos kündigen, weil die Kosten bei gleichbleibendem Bier- und Bratwurstkonsum nicht mehr amortisier amortisierbar sind. Und sobald die Klubs merken, dass mehr Leute live ins Stadion wollen, heben sie die Ticketpreise an.

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Neues Fußballerlebnis im TV: Statt Bundesliga mit meinen Söhnen auf Sky schaue ich – in Er­ mangelung technischen Rüstzeugs – allein Glasgow Rangers vs. Partick Thistle. Schot­ tische Liga – archaisch, aber irgendwie greifbar.

den. Vor drei Monaten spielte das mäßig spannende und sportlich fragwürdige Gladiatorenspektakel Floyd Mayweather gegen Conor McGregor dank Pay-per-View unfassbare 600 Millionen Dollar ein. Sechs Millionen US-Haushalte blechten je 99 Dollar. Was wäre, kämen die Heuschrecken von FIFA und UEFA in ihrer Maximierungsgier auf die Idee, das Finale der Weltmeisterschaft oder der Champions League nur noch exklusiv via Pay-perView zu übertragen? Käme es da unter den TV-Stationen nicht zu einem Shootout wie im Wilden Westen, um diesen Jackpot zu knacken? Man nehme nur mal an, durchaus vorstellbare 300 Millionen Menschen wären bereit, für so ein Finale 50 Euro zu bezahlen – damit würden sie aber aberwitzige 15 Milliarden in die Kassen der Verbände und Klubs spülen. Und ich will mir gar nicht vorstellen, ob diese in ihrem aufgeblasenen Kommerzverhalten nicht schon längst solche Pläne in der Schublade haben.

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ch fürchte, die „normalen“ Fans wer werden sich verlieren, wenn sie für Fußball mehr bezahlen sollen als für ihre Heizung. Oder wie in London nicht mehr zu Arsenal und Chelsea gehen, sondern zu Millwall und Fulham, wo der Charme des Spiels noch nicht abgebröckelt ist. Wie schnell sich die Transformation der Fanszene vollziehen kann, zeigte das EuropaLeague-Spiel Arsenal gegen Köln. Abgesehen von ein paar Idioten, die vor dem Emirates Stadium randalierten: Über die deutschen Besucher waren die Londoner Zuschauer sprachlos und euphorisiert. Dabei waren die paar tausend Kölner Fans nur auf normaler Betriebstemperatur, als sie im obligat stillen, unterkühlten EventTempel für Stimmung sorgten. Wenn die Gunners jedoch gegen Bournemouth oder Brighton & Hove Albion antreten, geht’s im Vergleich sogar im Royal Opera House am Covent Garden lebhafter zu. Noch ist die Politik wachsam, aber bald könnte der Vermarktungswahnsinn in ganz andere Galaxien katapultiert wer wer-

as Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, der Verbraucher bleibt auf der Strecke. Schon heute werden Anstoßzeiten in den europäischen Ligen mit der Primetime in China akkor akkordiert, und von den Fans wird erwartet, am Montag Urlaub zu nehmen und ihrem Klub hunderte Kilometer nachzureisen. Und wer glaubt, mit allen Decodern dieser Welt wirklich rundum versorgt zu sein, hat die Rechnung ohne die Piraten in den Marketingabteilungen der Bundesligavereine gemacht. Abos fürs klubeigene Fan-TV, mit denen die Geldbörsen geplündert werden, sind der letzte Schrei. Die Absicht ist klar: Interviews mit den Stars und aktuelle News sollen dort exklusiv und gut gefiltert gesendet werden. Das kann zwar objektiven und kritischen Journalismus mitnichten ersetzen, trägt aber dazu bei, dass wieder eine Säule der Normalität wegbricht. Das Argument, dass irgendwann die Sponsoren auf die Barrikaden gehen würden, weil sie ihre Werbebotschaften nur noch an einen beschränkten Kreis von TV-Abonnenten vermitteln könnten, zielt ins Leere. Die wollen, dass die Richtigen sie sehen: die gut Betuchten, die sich ihre Produkte auch leisten können. Aber bleibt Fußball dann noch Volkssport und Massenphänomen?

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THE RED BULLETIN WELTWEIT Die Königin des US-Eishockeys, Kreativtipps aus Mexiko und Berglaufen in der Schweiz: die Highlights unserer globalen Ausgaben im Dezember.

USA HILARY KNIGHT Amerikas beste EishockeyEis Stürmerin über den Kampf um Gleichberechtigung in ihrem Sport.

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MEXIKO VIVA LA IMPROVISACIÓN! Mexikos OpinionLeader verraten ihre Kreativ-Tricks.

FRANKREICH DOING IT FOR

THE THRILL Equal parts misfits and astonishing endurance athletes, the bike messenger community is thriving even as the digital age is upending their business. Once a year, the North American Cycle Courier Championships is where they gather to compete, carouse and commiserate. Words: Seth Gruen Photography: Thomas Chadwick 44

USA DIE WM DER FAHRRADBOTEN: Tattoos, Rennräder, Schnurrbärte und Alkohol – zu Besuch bei der Weltmeisterschaft der Fahrradkuriere in Milwaukee. 108

JEAN-CLAUDE VAN DAMME Legendäre Spagate, kultige Fights: Für das Frankreich-Cover fotografierten wir einen extrem fitten „JCVD“ in Hollywood.

„ICH LAG IN EINEM FLUSSBETT, DER RETTUNGSHELI KREISTE ÜBER MIR.“ GROSSBRITANNIEN SAM SUNDERLAND Der britische Motorrad-Pilot und Dakar-Sieger 2017 über Niederlagen, Comebacks und Triumphe im Rennsport. THE RED BULLETIN


Dezember

IMPRESSUM DEUTSCHLAND

Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck

RAUF MIT DIR!

Text: Christine Vitel

Morgenlauf in 1500 Meter Seehöhe. Rémi Bonnet beim Training über Charmey (FR).

DAMIEN ROSSO/RED BULL CONTENT POOL

Berglauf-Genie Rémi Bonnet über die Faszination der dünnen Luft. Und was du bergauf über dich selbst, deinen Körper und das Leben lernst.

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SCHWEIZ RÉMI BONNET Der prägende Bergläufer Berg der Schweiz erzählt uns von der FaszinaFaszina tion dünner Luft und wie man in ExtremExtrem situationen zu sich selbst findet.

ÖSTERREICH MARCEL HIRSCHER Der beste Skifahrer der Welt im Exklusiv-Interview. Wer ihn stark macht. Wie er sein Team pusht. Was er über Erfolg gelernt hat.

THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Länderredaktion Andreas Rottenschlager Lektorat Hans Fleißner Country Project Management Natascha Djodat Anzeigenverkauf Martin Olesch, martin.olesch@ de.redbulletin.com Abo Abopreis: 21,90 EUR, 10 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@de.redbulletin.com Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, 90471 Nürnberg

Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Head of Photography Fritz Schuster Photo Director Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Christian EberleAbasolo, Arek Piatek, Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Clemens Stachel, Florian Wörgötter Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Commercial Director Franz Renkin Anzeigendisposition Andrea Tamás-Loprais Creative Solutions Eva Locker (Ltg.), Martina Maier, Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart Country Management & Marketing Sara Varming (Ltg.), Magdalena Bonecker, Kristina Trefil, Stephanie Winkler Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Simone Fischer, Alexandra Hundsdorfer Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Friedrich Indich, Michael Menitz (Digital) Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher

„ICH RAPPE 150 TAKTE OHNE PAUSE.“

Office Management Kristina Krizmanic

SAMY DELUXE: Rapper, Musiker, Maler, Produzent: Das Hamburger Multitalent gilt als einer der Urväter des deutschen Hip-Hop.

IT Systems Engineer Michael Thaler „GEBT MIR EIN MIKRO. DANN WIRD DIE BUDE ABGERISSEN!“

AFROB: „Reimemonster“, „Get Up“, „Ich lebe für Hip-Hop“: Der Stuttgarter hat Hits für zwei Karrieren im Gepäck und beeindruckt mit explosiven Live-Gigs.

„DIE JUNGS KÖNNEN SICH WARM ANZIEHEN. MIT SCHAL UND WINTERJACKE.“

EKO FRESH: Der ehemalige BattleRapper toppte 2013 mit seinem Album „Eksodus“ die Charts. Mittlerweile ist der Kölner auch als Schauspieler aktiv.

Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldaş Yarar (Abo) Samy Deluxe, Eko Fresh und Afrob gegen Crack Ignaz, Soufian und LGoony: Beim Red Bull Soundclash treffen zwei Genera­ tionen deutschen Hip­ Hops im Live­Wett­ streit aufeinander. Wir haben die Rap­Stars nach ihren Erfolgs­ rezepten gefragt. Text: Jan Wehn Fotos: Christoph Voy 55

DEUTSCHLAND RED BULL SOUNDCLASH Geballte RapPower mit Samy Deluxe, Afrob und Eco Fresh (v. l.) ab Seite 54 in diesem Heft.

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Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall

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GUIDE

Teufelsberg, Berlin Das Dach der ehemaligen US-Abhörstation auf dem Teufelsberg im Westen Berlins war die wohl ungewöhnlichste Location, an der die BMX-Profis Anthony Perrin und Bruno Hoffmann bisher ihre Videos drehten. Filmischer Höhepunkt: die Session neben der zer zerstörten Radarkuppel, bei der Perrin mit einem „Downside Tabletop“ glänzte. redbull.com/devilsvoice

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Makes You Fly

„Ich hatte bereits vor dem Absprung Gänsehaut.“ BMX-Pro Anthony Perrin, 23, katapultiert sich vom Teufelsberg in den Berliner Nachthimmel.

LORENZ HOLDER

Action-Highlight

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 12. Dezember 2017.

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