SCHWEIZ
ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
EXTREM!
Die besten Action-Fotos 2016
HOW TO
Wie du dich aus einer Zwangsjacke befreist
UNSER MANN IN DER NHL Roman Josi
über die Sekunden, auf die es ankommt
DEZEMBER 2016 CHF 3,80
JUSTIN HILL CAPTURED ON GOPRO
VIDEO STABILIZATION
WATERPROOF
VOICE CONTROL
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DIE WELT VON RED BULL
FOTO EXTREM
Die Action-Bilder, die uns 2016 den Atem raubten.
WILLKOMMEN
6
In keinem Sport versinkst du so in dir selbst wie beim Schwimmen.
LUKAS MAEDER (COVER), KIN MARCIN, CHRISTIAN ANWANDER
Olympiasieger sein: Das klingt nach Jackpot. Doch eine Goldmedaille kann auch zum Mühlstein werden. So war es bei Anthony Ervin,, der 2006, sechs Jahre nach seinem Olympiasieg über 50 Meter Freistil in Sydney, in der Schwimmschule eines Freundes Fünfjährigen das Hundepaddeln beibrachte, um wieder Boden unter die Füße zu kriegen. Nach Drogenproblemen, einem Bankrott, einem Selbstmordversuch. Und es gelang: Ervin fand im Wasser wieder zu sich selbst. Holte in Rio erneut OlympiaGold über 50 Meter Freistil. Weil er herausheraus fand, dass es nicht um Siege geht, sondern um Charakter. Dass Erfolg verblasst, aber es Bestand hat, wenn du gut zu anderen bist. Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion
ANTHONY ERVIN, SEITE 34
THE RED BULLETIN
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DEZEMBER 2016
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AUF EINEN BLICK
PURES ABENTEUER
Wie Stefan Glowacz auf Baffin Island zur Wand seiner Träume ging.
BULLEVARD 13
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MENSCHEN, die uns inspirieren.
FEATURES 20 Foto extrem
Diese Action-Bilder ließen uns 2016 den Atem stocken. Anthony Ervin, Freistil-Olympiasieger in Sydney 2000 und in Rio 2016, und die Kunst der Wiederauferstehung.
42 50 GRAD UND MEHR
Fahren, wo andere sich anseilen: Jérémie Heitz lässt in seinem Film alle übrigen Berge flach aussehen.
42 Steilsthang IST DEIN ZIEL HOCH GENUG?
Popstar Zara Larsson erklärt, warum man nach den Sternen greifen muss, um die Karriere zu beflügeln.
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Jérémie Heitz fährt dort Ski, wo andere sich anseilen. Zu sehen in „La Liste“.
50 Heroes des Monats
Jim Jarmusch, Simon Verhoeven, Green Day und Zara Larsson.
56 Schweizer NHL-Export
Eishockey-Superstar Roman Josi über die spielentscheidenden Sekunden.
62 Pures Abenteuer
Stefan Glowacz geht durch Baffin Island und erklimmt The Turret.
ACTION!
56 UNSER MANN IN DER NHL
Der Schweizer Roman Josi über die Sekunden, auf die es in einer EishockeyWeltkarriere ankommt. 8
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EIN VERGESSENES PARADIES
Surfen an der Pazifikküste von Costa Rica, wo fast alles anders ist, als man es kennt und erwartet. Bis auf die Wellen.
SEE IT. GET IT. DO IT. Reise, Gadgets, Uhren, Musik und Motor
91 SPECIAL Gaming, immer und überall 98 MAKES YOU FLY Magischer Moment
THE RED BULLETIN
KLAUS FENGLER, DOM DAHER/LA LISTE, SONYMUSIC, LUKAS MAEDER, TOM NOONAN/PAUL-HENRY DE BAERE
34 Get Focused
JOIN THE MECHANICAL REVOLUTION DISCOVER #SISTEM51 IRONY
THE RED BULLETIN BACKSTAGE DEZEMBER 2016
CONTRIBUTORS MIT AN BORD
CHRISTIAN ANWANDER
Dünne Luft: Fotograf Christian Pondella auf dem Kilimandscharo
Auf Weltreise mit den Foto-Jägern Kletter-Profi Will Gadd bezwingt die Eiswände am Kilimandscharo, ein Enduro-Racer kämpft sich über Polens brutalste Offroad-Strecke, in Dubais MegaWasserrutsche zeigen Skater noch nie gewagte Tricks: Für unser Best-of der 2016er-Actionfotos haben wir Fotos aus vier Kontinenten sondiert. Dass bei den Aufnahmen auch die Fotografen Mut bewiesen, zeigt etwa der „Arbeitsplatz“ des Amerikaners Jimmy Chin: „Ein 200 Meter hoher Kalksteinbogen, an dessen Decke mein Sicherungsseil hing.“ Ab Seite 20.
Der Vorarlberger lebt seit 2005 in den USA und fotografiert u. a. für „GQ“, das „Spin“-Magazin und die Modebibel „L’O∞ciel“. Für uns porträtierte er Schwimm-Olympiasieger Anthony Ervin in New York. Seite 34.
THE RED BULLETIN WELTWEIT KLAUS FENGLER
Der deutsche Outdoor- und Kletterfotograf begleitet seit zehn Jahren die Expeditionen des Abenteurers Stefan Glowacz. Die Bilder von dessen vierwöchigem Marsch durch Ba≠in Island sehen Sie ab Seite 62.
The Red Bulletin erscheint aktuell in neun Ländern. Im Bild das Cover unserer SüdafrikaAusgabe mit DJ-Senkrechtstarter Black Co≠ee. Mehr nicht Alltägliches gibt’s auf: www.redbulletin.com
MAKING OF DAS SHOOTING DES MONATS
„Der Roman braucht nicht lang, um mit der Kamera warm zu werden.“ FOTOGRAF LUKAS MAEDER ÜBER COVERHELD UND NHL-PRO ROMAN JOSI Für The Red Bulletin fotografierte Lukas Maeder den Schweizer NHL-Star Roman Josi. Maeder: „Roman war topmotiviert. Er posierte genial, wollte keine Pause und schien enttäuscht, dass die Session nach drei Stunden schon zu Ende zu war.“ Seite 56.
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Dynamisches Duo: Lukas Maeder und Roman Josi
THE RED BULLETIN
Poacher 36L
BULLEVARD MENSCHEN, DIE UNS INSPIRIEREN
DER GEFESSELTE
MARK MANN/AUGUST
EDDIE REDMAYNE DER BRITE IST EINES DER UNIVERSALTALENTE DES MODERNEN KINOS. AKTUELL BEGIBT ER SICH AUFS TERRAIN DER FANTASY-BLOCKBUSTER. Gefeierte Bühnenpräsenz, Oscar-Gewinner (2014 für seine Darstellung von Stephen Hawking in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“), Träger des „Order of the British Empire“, heißer 007-Kandidat: keine schlechte Zwischenbilanz für einen 34-Jährigen. Die großen Erfolge hatte Eddie Redmayne zunächst am Theater: Er brillierte in „Richard II.“, für seine Leistung in „Red“ erhielt er den wichtigsten amerikanischen Theaterpreis, den Tony Award. Auf der großen Leinwand sorgte er mit „My Week with Marilyn“ und „Les Misérables“ für Aufsehen. Wandlungsfähig zeigt er sich auch in „The Danish Girl“, dem Film über die intersexuelle Malerin Lili Elbe, und ab 17. November im Blockbuster und „Harry Potter“-Spin-o≠ „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Redmayne vertraut bei der Rollenwahl seinem Instinkt: „Wenn mich ein Skript beim Lesen nicht mehr loslässt – das ist das Gefühl, nach dem ich mich richte. Das habe ich gelernt. So äußert sich mein Instinkt, und dem kann ich vertrauen.“
THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
DAS DUELL DIESEN MONAT BATTELN SICH ZWEI FANTASY-GIGANTEN. WER KOMMT MIT DEM LEBEN DAVON?
vs GEORGE R. R. MARTIN
ROBERT KIRKMAN
US-Amerikaner, 68, Schöpfer von „Game of Thrones“
MARKTWERT
1:0
Schachmatt
In den 70ern arbeitete Martin ehrenehren amtlich bei einem Hilfswerk und organisierte Schachturniere. Er war pleite. Erst als er 1976 begann, JourJour nalismus zu unterrichten, konnte er von seinem Einkommen leben.
2 :1 3 :1
Für die Fans ist Westeros ein Zufluchtsort: Fanwork wie ein Kochbuch mit „GoT“-Rezepten und ein Lehrbuch mit AudioCD, um Dothraki zu lernen.
SOCIAL MEDIA POWER
793.000 Twitter-Follower
Er twittert hin und wieder, aktiver ist er aber auf seinem Blog „Not a Blog“. Den Fans wäre ohnehin am liebsten, er schriebe Romane.
Gefahr aus dem All
Martin schreibt gemeinsam mit anderen Autoren an der Buchreihe „Wild Cards“, in der ein Alien-Virus die Menschen niederstreckt oder mutieren lässt.
Ausufernd
Man sieht, er ist Sohn eines Hafenarbeiters des frühen 20. Jahrhunderts. Hosenträger und Bart trug er, lange bevor es cool war.
8,89 Millionen Zuseher
In den USA hatte die letzte Folge der 6. „GoT“-Staffel viermal so viele Zuschauer wie die erste Folge 2011. SpoilerAlarm für Leser: Die Romane zu den Staffeln, die 2017 und 2018 kommen, hat Martin noch nicht fertig geschrieben.
Kirkman veröffentlichte 2000 seine erste Comicreihe, 2003 erschien der Comic „The Walking Dead“. Ernsthaft großes Geld kam 2010, als „TWD“ zur TV-Serie wurde.
Schockzustand SCHICKSALSSCHLÄGE
FANKULT
Wahlheimat
18 Millionen Euro
4:2 NEBENJOBS
4:3 STYLE
4:3 (KEIN PUNKT VERGEBEN) SHOWBIZ
4:4
Kirkman schrieb Comics und jobbte in einer Glühbirnenfabrik. Wenn die Kreditkartenabrechnungen kamen, lag er zitternd vor Angst am Boden. „Müsste ich noch mal von vorne beginbegin nen, würde ich in einer Bank arbeiten.“
Schreckgespenst
„The Spoiling Dead Fans“, die auf Facebook „TWD“ spoilern, haben über 400.000 Likes. Wer in den USA was auf sich hält, verkleidet sich zu Halloween als Zombie.
605.000 Twitter-Follower
Etwas mehr als 4000 Tweets in sieben Jahren, die meisten davon allerdings Promotion für seine Entertainment-Firma Skybound.
Aller guten Dinge
Kirkman schreibt drei monatlich erscheinende Comics: „The Walking Dead“, „Invincible“ über einen Teenager-Superhelden und „Outcast“, das auch auf FOX Channel läuft.
König der Geeks
Der stämmige Zeitgenosse mit dichtem Bart und einer Vorliebe für karierte Hemden ist tatsächlich eine Stilikone für die meisten seiner männlichen Fans.
14,19 Millionen Zuseher
Das Finale der 6. „TWD“-Staffel sahen fast dreimal so viele Zuschauer wie die Pilotfolge. Der Spin-o≠ „Fear the Walking Dead“ ist mit über zehn Millionen Zusehern die meistgesehene Staffelpremiere im US-Kabel-TV.
ER SAGT
Überraschung
„Ich hatte keine Ahnung, wohin mich ‚Game of Thrones‘ bringen oder dass es jedes Maß sprengen würde. Ich dachte, die Geschichte lässt sich in drei Jahren und in drei Büchern erzählen. Ich war wirklich naiv.“
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Immer bereit
4:5
„Mir fallen Plot-Twists oder Dialogzeilen oft unterwegs ein. Zum Glück habe ich die Notizen-App auf meinem Smartphone. Wenn ich nicht ständig an etwas Neuem arbeite, habe ich ein schlechtes Gewissen.“
THE RED BULLETIN
EBAY, ROGER VIOLLET/PICTUREDESK.COM (3), GETTY IMAGES (2)
58 Millionen Euro
Platz 12 auf der „Forbes“-Liste der bestbezahlten Autoren 2016 (8,5 Mio. €). Veröffentlicht seit 1971 Bücher, schaffte 1996 den Durchbruch mit „Das Lied von Eis und Feuer“.
US-Amerikaner, 37, Schöpfer von „The Walking Dead“
BULLEVARD
ON AIR TONIGHT LILY COLLINS DIE TOCHTER VON PHIL COLLINS HAT IHRE CHANCE IN HOLLYWOOD GENUTZT.
JUSTIN R. CAMPBELL/CONTOUR BY GETTY
Um ein Haar wäre es Lilly Collins ergangen wie so vielen Rockstar-Kindern in Hollywood: eine kleine Rolle hier, ein fragwürdiges Projekt da, irgendwann gefolgt von der Ankunft im B-Movie-Land der unerfüllten Träume. Die Tochter von Genesis-Legende und Solo-Superstar Phil Collins nahm durchaus ihre Umwege, darunter einen Ausflug als Teenie-Magazin-Kolumnistin, TV-Auftritte in „The Hills“ und „90210“ sowie ModeShootings. Aber mit ihrer Rolle in „Spieglein, Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ gelang der hartnäckigen Arbeiterin der verdiente Durchbruch. Seitdem geht’s steil nach oben, ob im Fantasyfilm „Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ oder in ihrer jüngsten Hauptrolle für die schrullige Romanze „Rules Don’t Apply“. Das Leben als Tochter einer Musikikone hat ihr gutgetan: „Ich habe das Gute und Schlechte von klein auf gesehen. Ich wusste von Anfang an, worauf ich mich einlasse. Darum kann ich gut damit umgehen.“
„IN HOLLYWOOD IST ALLES JEDEN TAG ANDERS. DU KANNST DICH AUF NICHTS VERLASSEN. DAMIT MUSST DU KLARKOMMEN.“ THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
NEU IN DEINEM NETZWERK
WIE BITTE?
WIE DU MIT JEDEM LIKE, FOLLOW UND RETWEET SCHLAUER WIRST
BEVOR DU REICH UND BERÜHMT WIRST, IST ES GANZ HILFREICH, DEIN EIGENES LEBEN AUF DIE REIHE ZU KRIEGEN. HIER EIN PAAR TIPPS VON LEUTEN, DIE WISSEN, WOVON SIE REDEN.
„Ich lebe nach dem Motto ‚Ich bin kein Zuschauer, ich bin Teilnehmer‘. So wird das Leben zu einem Geschenk und einem Abenteuer.“
DEEP SEA NEWS
NICOLE KIDMAN, OSCAR-GEWINNERIN
„Work-Life-Balance bedeutet für uns, pünktlich nach Hause zu gehen und nicht mehr an die Arbeit denken zu müssen. Unser Ziel ist es, dass unsere Mitarbeiter zwischen 18 und 21 Uhr keine E-Mails lesen. Wenn du nonstop arbeitest, hast du keine guten Ideen.“ SUSAN WOJCICKI, YOUTUBE-CEO
„Die Zukunft gehört denen, die weitermachen. Ich habe keine Zeit, mich selbst zu bemitleiden oder mich zu beschweren. Ich mache einfach weiter.“
„Sag einer Frau, sie ist sexy. Sie wird es lieben. Glaub mir.“ SCARLETT JOHANSSON, SEXY SCHAUSPIELERIN
„Wie du dich fühlst, ist zu 100 Prozent Kopfsache. Die Entscheidung liegt bei dir und nur bei dir, und nichts und niemand sonst trägt dafür die Verantwortung. Wenn du dein Leben verbessern willst, musst du es nur genug wollen. Mehr nicht.“
twitter.com/ deepseanews Wir haben so ziemlich jeden Stein auf dem Festland umgedreht, NASA überrascht uns regelmäßig mit der Entdeckung neuer Galaxien – aber keiner erzählt uns was Neues über den Ozean? Falsch. Dieser tolle Feed liefert Geschichten über RoboterLarven auf dem Meeresboden, tolle U-Boote und vieles mehr.
RONDA ROUSEY, ULTIMATE-FIGHTING-CHAMPION
„Wir haben Regeln in unserer Beziehung. Regel Nummer eins: Ich gebe meiner Frau (Jessica Biel; Anm.) das Gefühl, dass sie alles haben kann. Regel Nummer zwei: Ich mache alles für sie. Bis jetzt klappt das ganz gut.“ JUSTIN TIMBERLAKE, POP-IKONE
WOODY GOOCH instagram.com/ woodygphoto Profi-Surf-Fotograf dürfte einer der supersten Jobs der Welt sein, und Woody Gooch gehört zu den supersten des Fachs. Während andere Strand-Knipser nur den Sport in seiner Großartigkeit einfangen, vermitteln Goochs Bilder auch immer jede Menge Lebensgefühl und tiefe Verbundenheit mit der Natur.
BARACK OBAMA, 44. US-PRÄSIDENT
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THE RED BULLETIN
GETTY IMAGES (6)
MUNCHIES facebook.com/ munchies Vice hat jetzt eine Plattform für den großen und kleinen Hunger und präsentiert Menüs und Getränke, die toll aussehen und auch so schmecken. Nach dem Besuch der Straßenimbisse, gemütlichen Lokale oder BBQ-Restaurants knurrt dein Magen garantiert noch mehr als davor.
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KAUM JEMAND SHREDDET DIE GITARRE WIE DER TRIVIUMFRONTMANN. DAFÜR FIT HÄLT ER SICH MIT JIU-JITSU.
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STUNDEN, DIE ER TÄGLICH TRAINIERT „Zu Hause trainiere ich sechs Tage pro Woche je eine oder zwei Stunden brasilianisches Jiu-Jitsu, dazu kommt eine Stunde Yoga, Kraft- oder Kon Konditionstraining. BJJ ist ein wunderbar ehrlicher Sport: Du wirst besser, je mehr du die Griffe und Würfe übst. Und es ist ein Lebensstil, es formt deinen Charakter, lehrt dich Disziplin. Seit ich Jiu-Jitsu mache, habe ich mehr über mich gelernt als je zuvor.“
ANZAHL DER TÄGLICH VERZEHRTEN KALORIEN (OHNE ZUZUNEHMEN) „Unglaublich, wie viel man verbrennen kann. Früher nahm ich 2000 Kalorien am Tag zu mir. Als ich vier Mal pro Woche mit Gewichten zu trainieren begann, erer höhte ich auf 4250 täglich und legte MusMus kelmasse zu, bis ich 88 Kilo wog. Jetzt halte ich mit 3750 Kalorien mein Gewicht.“
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TAGE T AGE PRO WOCHE, DIE ER AUF TOUR BRASILIANISCHES JIU-JITSU (BJJ) TRAINIERT „Unterwegs sparre ich mit meimei nem Tourmanager auf 10×10 10 Meter großen Sportmatten. BJJ hat mich zu einem besseren Gitarristen und Sänger gemacht – weil es mir auf der Bühne Kraft und Ausdauer gibt.“
109 KILOS, DIE ER BEIM KREUZHEBEN SCHAFFT „Vor BJJ hob ich Gewichte nur, um gut auszusehen. Nur klappte das nicht. Ich verlor zwar ein paar Kilo, kämpfte aber dauernd mit kleinen Verletzungen. Dann stimmte ich das Krafttraining auf Jiu-Jitsu ab und stärkte so Gelenke und Muskulatur. Das klappte perper fekt. Ich musste sogar die Saitenlage meiner Gitarre erer höhen (Abstand zwischen Saiten und Bundstäbchen; Anm.), weil meine Hände durch die Griffe beim BJJ stärker wurden.“
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LEISTUNGS DATEN
Disziplin: Metal Alter: 30 Größe: 1,91 m Gewicht: 84 kg Erfolgs-Biografie: Gitarrist/ Sänger der erfolgreichen US‑Metal‑Band Trivium. 2003 erschien „Ember to Inferno“, das erste von sieben Alben. 2015 erreichte „Silence in the Snow“ Platz 19 der US‑Bill‑ board‑200‑Charts sowie der britischen Musikcharts.
KILOS, DIE ER ZU BEGINN DES TRAININGS VERLOR „Als ich mit BJJ begann, ver verlor ich fast 20 Kilo. Das war zu viel in zu kurzer Zeit. Aber ich war so begeistert, dass ich zwei Sessions pro Tag einlegte, das ver verbrannte zu viele Kalorien. Ich verlangte zu viel von mir. Meine Trainer emp empfahlen mir, mehr zu essen – aber gesun gesundes Zeug. Ich esse kein Fast Food mehr und meide Restau Restaurantketten. Ich mag gutes Essen. Und für die täglichen Kalorien auch drei Bier!“
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Mandeln verbessern die Ausdauer, das ist jetzt o∞ziell: Laut einer Forschungsarbeit des „Journal of the InterInter national Society of Sports Nutrition“ waren Radfahrer nach dem Verzehr von ManMan deln beim Zeitfahren um ganze zehn ProPro zent schneller. jissn. biomedcentral.com
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BULLEVARD
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ACTIONFOTOS DES
DIE
JAHRES
SO SCHÖN IST ES ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN: THE RED BULLETIN PRÄSENTIERT DIE AUFNAHMEN, DIE UNS 2016 DEN ATEM GERAUBT HABEN. TEXT: ROBERT SPERL
STAUBZUCKER
LOCATION Les Deux Alpes, Frankreich FOTO
Bartek Wolinski
„Im Sommer 2015 verbrachte ich einige Tage mit Freunden in einem Bikepark in den französischen Alpen. Die Bedingungen? Trocken, viel Staub, lockerer Schotter, super. Trotzdem ge
lang mir dieses Bild von Nick Pescetto, als der Bikepark einen Tag wegen Instand setzungsarbeiten geschlossen war. Wir hatten eine Abkürzung ins Tal genommen und
standen plötzlich auf dieser Baustelle einer Skipiste. Eine Straße, gebaut für Lastkraft wagen, mit 30 Zenti meter tiefem Staub! Es war wie eine Ab fahrt im Pulverschnee – ihr hättet mich nach her sehen sollen.“ 21
GIPFELSIEG
LOCATION Kilimandscharo, Tansania FOTO
Christian Pondella
„Diese Expedition hatte ich gemeinsam mit dem Kanadier Will Gadd über Jahre geplant: eine Kletter tour auf dem höchs ten Berg Afrikas, wo das Gletschereis aus Gründen der Erd erwärmung so schnell verschwindet wie kaum anderswo. Dieses Foto entstand am KiboKrater nahe dem Gipfel. In knapp
5800 Meter Seehöhe war die Kletterei für Will ziemlich anstren gend – technisch und körperlich. Die klingen scharfen Flossen wa ren zwar unglaublich schön, aber auch un heimlich: Will wusste einfach nicht, wie stabil das Eis war.
Der Eisschutt am Fuß der Formationen war das erste Zeichen ihres nahenden Zusammen bruchs. Das machte unsere Reise insge samt bedeutsam: Der Gletscher verschwin det langsam, aber un abwendbar – schon um das Jahr 2020 wird wahrscheinlich nichts mehr von sei nem Eis übrig sein.“
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SKATER MARSCH
LOCATION Aquaventure Waterpark, Hotel The Palm, Dubai
RED BULL CONTENT POOL
FOTO
Hannah Bichay, Stefan Eigner
„Jeder Skater, der schon einmal die Aquaconda-Wasserrutsche in Dubai live gesehen hat, hatte wohl spontan denselben Gedanken: Lasst mich das Wasser abdrehen und dann dieses völlig irre Labyrinth einmal mit
meinem Board nach Herzenslust shredden. Leider ist der Waterpark echt beliebt und deswegen nonstop in Betrieb. Letzten Januar wurde die Rutsche allerdings für drei Tage trockengelegt, um sie zu warten, und die Skater Alex Sorgente, Milton Martínez und Jan
Hoffmann hatten die Möglichkeit, sich auszutoben. Für uns Fotografen bot sich eine einmalige Chance, Bilder zu schießen, die es in dieser Form im Skateboarding noch nicht gegeben hat.“
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HOUSE WARMING
LOCATION BC One Cypher Event, Kapstadt, Südafrika FOTO
Tyrone Bradley
„Dieses Foto entstand am selben Tag, an dem ich in mein erstes Haus übersiedelte. Die BC One Cyphers in Südafrika waren bis dahin eher familiäre Veranstaltungen ge-
wesen. Ich war sicher, Umzug und Shooting unter einen Hut zu bekommen. Als ich im Cape Town Stadium
ankam, traf mich der Schlag: Irre Stimmung, die Halle gerammelt voll – es gab kaum Bewegungsfreiheit! Trotzdem erwischte ich B-Boy Toufeeq genau in dem Moment, in dem er mich ansah. Ich fing seine ganze Hingabe ein.“
TUNNELBLICK
LOCATION Bundoran, Donegal, Irland FOTO
Ian Mitchinson
„Cian Logue ist einer der tollsten irischen Surfer. An diesem Foto mit ihm, beim Ausführen eines so genannten Backhand Barrel Ride, mag ich besonders die einzig artige Stimmung. An diesem Tag war es dunkel und bewölkt, aber genau als ich abdrückte, brach ein Lichtstrahl durch ein Loch in den Wolken. Die Chance, die Be lichtung richtig zu er wischen, stand trotz
dem eins zu einer Million: Das Wasser reflektierte das Licht ziemlich stark, und die Sonne stand ungünstig. Weshalb ich dieses Foto für richtig ge lungen halte: Einen Moment bevor die Aufnahme entstand, bekommt Cian eine Welle ins Gesicht, und seine Haare hängen ihm in die Stirn, während er durch die Welle kreuzt. Damit ist alles in die sem Foto enthalten: das Können, der Mut und die Entschlossen heit des Athleten samt der Schönheit der Welle – alles in einem einmaligen Licht.“
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SCHACH DEM BERG
LOCATION Bogen über dem Getu-He-Fluss, Provinz Guizhou, China FOTO
Jimmy Chin
„Der große Felsbogen über dem Fluss Getu He ist eine irre Laune der Natur: ein Tunnel durch ein Kalkmassiv, scharfkantiger Stein, die Decke 200 Meter über Grund. Auch wenn der Kalk mit sei nen Löchern, Stegen und Vorsprüngen für
Kletterer einladend wirkt, hat es bislang erst eine Handvoll von ihnen geschafft, den Bogen auszumanö vrieren. Von der Decke hängend klettern, da ist jeder Zentimeter eine Eroberung.
Feiern ist verboten, weil sonst die Konzen tration für den nächs ten Griff verlorengeht. Der erste Bezwinger des Bogens war der Spanier Dani Andrada. Ich habe hier den Brasilianer Felipe Camargo fotografiert, bei der Arbeit an einer neuen Route – und auch ich hing an einem Seil zwischen Himmel und Erde.“
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WETTERLEUCHTEN
LOCATION Lake Okeechobee, Clewiston, Florida FOTO
Jon DeVore
„Skydiving-Fotos sind immer eine Herausforderung, aber wenn ein Athlet wie Sean MacCormac dir sagt, dass du ihn diesmal durch Blitz und Donner verfolgen musst, ahnst du: Heute wird es richtig aufregend. Ich hatte als Fotograf bereits tausende
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Sprünge absolviert, aber niemals zuvor musste ich einen Springer und ein Gewitter gleichzeitig im Auge behalten. Wenn dunkle Wolken aufziehen, ist für Skysurfer normalerweise auch Feierabend. Nur einer ist verrückt genug, bei so einem Wetter aus dem Flugzeug zu springen:
Sean MacCormac. Wie sagt er so treffend: Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, ist weit kleiner als die Angst, die man davor hat.“
RED BULL CONTENT POOL
MUTPROBE
LOCATION Kleszczów, Polen FOTO
Marcin Kin
RED BULL CONTENT POOL
„Das Red Bull 111 Megawatt in Kleszczów ist eines meiner Lieblingsevents. Dort sind mir schon viele coole Fotos gelungen. Dieses Jahr war es ähnlich: Mein Freund Łukasz Nazdraczew, Chef des Hard-EnduroBewerbs, hatte mir einen guten Standplatz besorgt. Irgendwann näherte sich ein Pulk von Fahrern, und ich ahnte: Jetzt passiert
etwas. Ich hatte mich nicht getäuscht, doch plötzlich wurde es gefährlich: Ich stand mitten in der Bahn und hatte nur noch die Wahl zwischen einem guten Foto und mich in Sicherheit zu bringen. Ich kam mir vor wie ein Kriegsberichterstatter auf dem Schlachtfeld. Ich weiß nicht mehr, wann genau ich abgedrückt habe und wie mir diese Aufnahme geglückt ist. Ich wollte einfach nur überleben.“ 33
FREI SCHWIMMER Es gab eine Zeit, in der Schwimm-Olympiasieger ANTHONY ERVIN unter seiner Goldmedaille litt. Doch er fand zurück ins Wasser – und damit zu sich selbst. TEXT: JOSH DEAN FOTOS: CHRISTIAN ANWANDER
Anthony Ervin, olympische Schwimm-Sensation von Rio 2016
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Verloren. Im Jahr 2006 konnte man Anthony Ervin nicht besser als mit diesem Wort beschreiben. Er war 25, pleite, hatte die Uni abgebrochen und sogar seine Band verlassen. Der ehemalige Weltklasse-Schwimmer wusste mit seinem Leben nichts anzufangen. Er kratzte sein letztes Geld für ein One-Way-Ticket nach New York zusammen – eine Stadt, in der er nie zuvor gewesen war. Ein alter Kumpel, der mit ihm an der University of California geschwommen war, betrieb hier eine Schwimmschule und bot ihm eine Teilzeitstelle als Schwimmlehrer an. Ervin dachte sich: „Dann eben New York. Was habe ich schon zu verlieren?“ Er packte seine Gitarre und stieg in den Flieger. Sechs Jahre nach Gold über 50 Meter Freistil bei den Olympischen Spielen in Sydney brachte er Fünfjährigen Hundepaddeln bei. Was war in diesem Leben passiert? „Hier habe ich richtig viel Zeit verbracht“, sagt Ervin, als er sich auf einen Klappstuhl am Rand eines Pools im Osten Manhattans setzt und Kindern zusieht, wie sie unbekümmert vor sich hin planschen. Es ist ein Pool seines früheren Arbeitgebers „Imagine Swimming“ , heute New York Citys größte Schwimmschule. Ervin sitzt als seit kurzem zweifacher Olympiasieger hier. Das erste Gold liegt 16 Jahre zurück, Sydney, das zweite gewann er erst kürzlich in Rio, jeweils über 50 Meter Freistil. In seiner Disziplin ist Anthony Ervin der schnellste Schwimmer der Welt. Mit 35 Jahren. Seine Augen sind rot. Er kämpft mit einer Erkältung, kommt direkt aus Brasi36
lien, wo er in einem Showrennen siegte und gerade noch den Nachtflug nach New York erwischte. Morgen fliegt er weiter nach Washington, um den Präsidenten zu treffen. Seit Rio hatte Ervin nur zwei freie Tage. „Ich koste den Erfolg aus, solange es geht“, sagt er. Er schwimmt um Preisgeld, hält Reden und nimmt an bezahlten Meets and Greets für Olympia-Stars teil. Bei seiner ersten Goldenen hatte er nichts davon getan. Er war ein Teenager, der innerhalb eines Jahres vom Nobody zum Olympiasieger wurde – und wie viele andere junge Sportler verkraftete er den Erfolg schlecht. Drei Jahre nach OlympiaGold beendete er seine Karriere. Hätte man Anthony Ervin damals gesagt, dass THE RED BULLETIN
New York: das Zuhause des neuen Anthony Ervin
„In keinem anderen Sport versinkst du so in dir selbst wie beim Schwimmen.“
THE RED BULLETIN
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Die Stor ys über sein Comeback konzentrieren sich auf Alkohol, Drogen, den Selbstmordversuch – aber sie werden Er vins Geschichte in ihrer Gesamtheit nicht gerecht. Olympia je wieder ein Thema für ihn werden, er sogar noch mal eine Medaille gewinnen würde – er hätte nur gelacht. Denn er war nie stolz auf seine Medaille gewesen, er empfand sie eher als Bürde. „Ich ertrug diese Verantwortung nicht“, sagt er, „und fühlte mich nicht wohl damit.“ Zurück zum Schwimmen kam er nur, weil er einen Job brauchte, um sich über Wasser zu halten. Dieser Job weckte eine lang erloschen geglaubte Leidenschaft in ihm neu. Ervin erkannte, dass ihn die neunjährige Pause stärker gemacht hatte. Sein Talent war noch da, dazu kam Lebenserfahrung. Er war ganz oben gewesen, ganz unten, nun hatte er zu sich selbst gefunden. „Eigentlich eine coole Story“, sagt er.
W
er genau wissen möchte, was mit Anthony Ervin nach Sydney 2000 passiert ist, sollte dessen Buch „Chasing Water: Elegy of an Olympian“ lesen, das er gemeinsam mit dem „Imagine“-Schwimmlehrer und Schriftsteller Constantine Markides 38
schrieb. Es ist eine faszinierend ehrliche Sportler-Biografie. Sie erzählt von Sex, Drogen, von rücksichtslosem Motorradfahren, von wilden Zeiten in einer Band. Und sie erzählt von einem Selbstmordversuch, bei dem Anthony die ganze Flasche eines Medikaments trank, das sein Tourette-Syndrom lindern sollte. Aber er entdeckte auch den Buddhismus und das Meditieren, suchte nach seiner Identität – Ervins Vater ist schwarz, seine Mutter Jüdin –, versteigerte sogar seine Goldmedaille, um den Opfern des Tsunamis 2004 in Asien zu helfen. „Im Buch geht es größtenteils um Ablehnung und Widerstand gegen Autorität, Macht und Kontrolle“, sagt Ervin beim Spaziergang entlang der leeren RockawayBeach-Promenade des New Yorker Stadtteils Queens. Einen Tag zuvor sprach er hier als Starredner vor Schwimmgruppen. Sich bloß auf die dunklen Seiten von Ervins Geschichte zu konzentrieren, wie das die Medien nach seinem Comeback im Sommer taten, ist irreführend. Drogen, Alkohol, Selbstmordversuch sind nur ein Teil der Wahrheit. „Meine Entscheidungen
mögen impulsiv erscheinen, aber ich mache Dinge immer konsequent“, sagt Ervin. „Motorradfahren zum Beispiel – ich fuhr monatelang mehrere Stunden am Tag. Als ich mit der Musik begann, tat ich nichts anderes. Egal was es war, ich kippte immer komplett rein. Von außen betrachtet wirkt das vielleicht impulsiv, für mich war es eher eine Suche.“ Er glaubt, dass nichts von dem Zeitverschwendung war. In jeder Leidenschaft fand er etwas Wahres, etwas, das ihn zu einem besseren Menschen machte. Zum Beispiel Meditation. Ervin meditiert nicht mehr, er hat den Prozess so weit verinnerlicht, dass er ihn bei Bedarf abrufen kann, „die Kunst, sich seiner selbst bewusst zu werden, statt sich von den Eindrücken des Umfelds leiten zu lassen“, sagt er. „Nimm diese Eindrücke wahr. Weise sie nicht zurück, aber werde dir ihrer bewusst.“ Eines der Kinder am Pool fragte ihn, ob er vor einem Wettkampf Angst habe. „Natürlich“, antwortete Ervin. Auch die weltbesten Athleten kennen das Gefühl der Angst, und viele hindert es daran, auf dem höchsten Level zu performen. So ging es auch Ervin, bis er durch Meditation lernte, negative Emotionen zu erkennen, sie isoliert zu betrachten und mit ihnen abzuschließen. Es gibt einen Kōan (Sinnspruch im Zen-Buddhismus; Anm.), den er mag: „Die Gedanken kommen. Du kannst sie nicht daran hindern.“ Zen brachte ihm bei, dass ein von Gedanken befreiter Geist gar nicht das Ziel ist. „Du magst einen freien Kopf haben, aber irgendwann prasseln die Gedanken wie Regen auf dich ein. Es bringt nichts, einen Gedanken zu fixieren. Besser ist es, ihn wahrzunehmen, ihn sich vorzustellen und ihn mit dem Ausatmen zu verabschieden. So geht man mit Angst um.“
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rvin juckte es wieder, als sein Kumpel Erik Vendt – zu dem Zeitpunkt Silbermedaillen-Gewinner von Olympia 2004 – „Imagine“ verließ, um für Peking 2008 zu trainieren. Ervin schloss sich dem Meisterteam des Vereins an und schwamm zum ersten Mal nach fünf Jahren gegen die Zeit. Er war schneller, als er dachte, aber es fühlte sich seltsam an. „Ich verstand nicht genau, warum ich es mache“, erklärt er. „Ich wollte wohl die Kontrolle über meinen Körper zurück.“ Dann sah er den Kindern beim Schwimmen zu. Ervin begriff, wie sehr seine Schüler das Schwimmen mochten und wie auch er sich vor langer Zeit einmal gefühlt haben musste. „Bei keinem anderen Sport versinkt man so in sich selbst“, sagt er. „Die Sinne beginnen THE RED BULLETIN
Ervin meditiert nicht mehr, aber beherrscht die „Kunst, sich seiner selbst bewusst zu werden“.
„Es bringt nichts, einen Gedanken zu fixieren. Besser ist es, ihn wahrzunehmen, ihn sich vor zustellen und ihn mit dem Ausatmen zu verabschieden. So geht man mit Angst um.“
Ervin am Rock away Beach, Queens, NYC
„Jeder Erfolg verblasst. Was bleibt, ist, wenn du gut zu anderen bist. Gut zu sein, das hält ewig.“
ineinanderzufließen.“ Noch war die Zeit für das Comeback nicht reif, Ervin arbeitete weiterhin am Pool, spielte in Bands, ging oft aus, trug dabei Trenchcoat und Eyeliner, rauchte Zigaretten und Gras. 2010 zog Ervin mit seiner Freundin zurück nach Kalifornien, schloss seinen Bachelor ab und begann mit dem Master. Er trainierte zwar nicht zielgerichtet, aber er lag auch nicht auf der faulen Haut. Dann gewann das Sportteam der Univer University of California im März 2011 die nationale NCAA-Meisterschaft, und genau da packte es Ervin: „Ich will Teil dieser Ener Energie sein. Ich will wieder schwimmen.“ Bei der US-Olympia-Qualifikation im Sommer wurde er Zweiter über 50 Meter Freistil und verpasste den Sieg nur um eine Hundertstelsekunde. Bei den Spielen in London 2012 schaffte er Platz fünf, „obwohl ich in neun der letzten elf Jahre absolut nichts getan hatte“. Im Grunde eine Sensation. Aber Ervin hatte nicht genug. Nach London beschloss er, für Rio zu trainieren: „Ich wusste, dass ich es noch viel besser kann.“ Er wusste aber auch, dass er bereits 31 war. Wenn die Olympischen Spiele in Rio begännen, würde er 35 sein – fünf Jahre älter als jeder, der jemals im Schwimmen Einzel-Gold gewann. Er müsste sich motivieren und trainieren wie zehn, fünfzehn Jahre jüngere Athleten. Sein einziger Vorteil: sein Kopf. „Junge Leute können Rückschläge besser verar verarbeiten“, so Ervin, „aber sie haben nicht die geistige und emotionale Reife. Sie haben viel mehr Energie, die sie aber leichtfertig verschwenden. Ein älterer Mensch ver versteht seinen Körper besser, und sein Ver Verstand arbeitet nicht gegen ihn.“ Ervin konzentrierte sich wie nie zuvor darauf, Schwimmer zu sein. Er genoss das Training und musste sich nicht mehr überwinden, jeden Morgen früh aufzustehen. An vielen Tagen wachte er auf, bevor sein Wecker läutete. Er wusste, dass er als dreimaliger Olympia-Teilnehmer Vorteile hatte. „Die jungen Leute kriegen leicht Schiss und lassen sich von der Größe des Events ablenken“, sagt er. Er kannte den Ablauf. Er wusste, wie wenig Zeit er für sich haben würde, wie schrecklich das Essen in der Athletenkantine sein würde. Ervin sollte sowohl die 50 Meter Freistil als auch die 4 × 100-Meter-FreistilStaffel schwimmen. In der Nacht vor dem Staffel-Halbfinale teilten ihm die Trainer
WELLEN SCHLAGEN Anth o ny Ervi n s e rsta u n l i c h e r Weg zu d re ifa c h e m O lym p ia - G o l d . 1981 Geboren in
2004 Rücktritt vom aktiven Sport
2000 Er ist
2005 Versteigert seine Goldmedaille via eBay und spendet die 17.100 Dollar Erlös an UNICEF – für die Opfer des Tsunamis 2004.
Valencia, Kalifornien; schwimmt bald im Hinterhof-Pool. schmächtiger als seine Gegner, dennoch gewinnt Ervin die 50 und 100 Meter Freistil bei der nationalen NCAA-Meisterschaft der University of California, Berkeley.
Sommer 2000
In Sydney gewinnt der 19-Jährige Olympia-Gold ex aequo mit Freistil-Legende Gary Hall Jr. und Silber mit der 4 × 100Meter-Freistil-Staffel.
2001 Zwei Gold-
medaillen bei der Schwimm-WM in Japan (über 50 und 100 Meter Freistil). Trotzdem lässt die Motivation in dem Maße nach, wie die Lust auf Partys zunimmt.
2003 SchwimmWM in Spanien, Ervin verpasst die Qualifikation für das 50-MeterSemifinale.
2005–2007
Jobbt als Schwimmlehrer in New York, verbringt aber viel Zeit mit Drogen-Experimenten und versucht sich erfolglos als Musiker.
2010 Macht den Master in Berkeley, hört auf zu rauchen und hüpft wieder ins Becken. 2012 Fünfter bei den Olympischen Spielen in London (50 m Freistil).
2016 Gewinnt Gold über 50 Meter Freistil in Rio und ist damit ältester Einzelschwimmer, der eine olympische Goldene gewann. Zudem laut Reglement Olympiasieger über 4 × 100 Meter Freistil (weil er der US-Vorlaufstaffel angehörte).
mit, dass statt ihm ein jüngerer Schwimmer antreten würde. „Das war ein echter Tiefschlag. Richtig deprimierend“, erinnert er sich. Früher hätte ihn das verzagen lassen, aber Ervin ließ die Gedanken zu, lehnte sich zurück, atmete durch und nahm sie nach und nach auseinander. Und er hatte Hilfe. In der Nacht vor dem Finale über 50 Meter Freistil rief seine Patentante an und trichterte ihm ein: Die Trainer hätten die falsche Entscheidung getroffen, aber das sei jetzt egal, die Spiele seien noch nicht zu Ende. „Ich kapierte, dass Selbstmitleid nur mir schaden würde und all den Menschen, für die ich das machen wollte. Meine Familie und Freunde würden nicht wollen, dass ich nur halbherzig schwimme. Ich bin Freistil-Schwimmer, ich muss befreit schwimmen können.“
Es ist leichter, an die Spitze zu kommen, als sich oben zu halten. „Der Weg hinauf ist unbeschwert. Aber wenn du oben bist, hast du den Platz, den hundert andere auch wollen.“ THE RED BULLETIN
Er wird nie vergessen, was seine Patentante ihm auf den Weg gab. „Sie sagte, dass es den Trainern nur um Siege geht, nicht um den Charakter. Aber jeder Erfolg verblasst. Was bleibt, ist, wenn du gut zu anderen bist. Gut zu sein, das hält ewig. Sie erinnerte mich daran, dass ich oft Ups and Downs gehabt hätte und dass es, wenn ich am Boden gewesen sei, gute Leute gegeben habe, die mir geholfen hätten. Daran sollte ich mich erinnern. Danach war ich erleichtert – und auf eine besondere Weise befreit.“ Beim 50-Meter-Freistil-Finale startete Ervin auf Bahn 3 zwischen Titelverteidiger Florent Manaudou und Ben Proud, einem britischen Shootingstar, zwischen zwei der schnellsten Starter der Welt. Ervin selbst war für seine eher lahmen Starts bekannt. „Vor zwei Jahren hätte mich in dieser Situation die Panik gepackt, ich hätte gedacht: ‚Oh Mann, wenn ich sie vor mir sehe, gebe ich gleich auf.‘ Aber dieses Mal sagte ich mir: ‚Okay, wenn sie früher eintauchen, erzeugen sie Wellen, die mich hochheben und nach vorne schieben.‘“
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rvin erzählte den Kids am Pool, dass es leichter ist, an die Spitze zu kommen, als dort zu bleiben. Der Weg dahin, sagte er, „ist unbeschwert. Du willst der Beste sein, alles andere blendest du aus. Aber sobald du angekommen bist, wird dir klar, dass hundert andere Schwimmer deinen Platz wollen“ – und so geht es Ervin gerade. Zum zweiten Mal. Er möchte nicht, dass das einen Einfluss auf sein Schwimmen hat. „Ich weiß, dass mich meine Konkurrenten beneiden und dass mehr Druck auf mir lastet. Und auch wenn ich nicht will, dass mich das ändert, es lässt sich nicht vermeiden. Ich hoffe, es beeinflusst mich positiv und lässt mich nicht zu jemandem werden, der ich nicht sein will.“ Diesmal lehnt er den Erfolg nicht ab. Er ist stolz auf diese Medaille, und auch auf seine erste. Irgendwann kauft er sie vielleicht sogar zurück, erzählt er. Ervin hat seine vierte Olympia-Teilnahme 2020 in Tokio bisher weder bestätigt noch ausgeschlossen. Er wäre dann 39. Er selbst geht davon aus, dass er gegen die neue Generation keine Chance haben wird. Er könnte dann wohl auch sein Alter nicht mehr austricksen. Aber das wäre in Ordnung, sagt er. „Ziele ändern sich“, und diesmal spricht er mit einem selbstbewussten Grinsen. „Ins Finale der Olympia-Quali zu kommen und allen zu zeigen, dass ich noch immer verdammt gut bin, das wäre doch der Hammer.“ www.anthonyervin.com
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GRAD – UND MEHR Fa h r e n , w o a n d e r e sich anseilen: Jérémie Heitz lässt in seinem Film „La Liste“ alle übrigen Berge flach aussehen.
Text: Werner Jessner Fotos: Dom Daher, Tero Repo
Ins Licht: Mit dem neuen Film etabliert sich der Schweizer Extremskifahrer an der Spitze seines Genres: zwölf legendäre Berge, zwölf Abfahrten, kaum eine flacher als 50 Grad.
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DIE TÜCKE DES AUFSTIEGS. Ein bis zwei Stunden dauert es meist, um mit Pickel und Steigeisen zum Gipfel vorzudringen. Jenseits von 3000 Meter Seehöhe wird die Luft dünn, jeder Schritt beschwerlich. Du musst dir deine Kraft gut einteilen. „Bei der Abfahrt willst du starke Beine haben“, sagt Heitz. „Sonst kannst du nämlich gleich wieder umkehren.“
Jérémie Heitz, 27, Rising Star aus der Romandie: Vor zehn Jahren beendete er seine Rennkarriere und wurde Freerider. Die richtige Entscheidung.
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ZU STEIL F Ăœ R L AW I N E N . Schnee bleibt nicht mehr liegen, sondern rutscht einfach nach unten. Der Untergrund i s t e h e r e i n E i s p a n z e r, vom Wind mit ein wenig Pulver angezuckert.
an würde in dem kompakten blonden Kerl mit spärlichem Bartwuchs in dem Café in Martigny nicht den Freeski-Superstar er erkennen, der neue Maßstäbe setzt, wüsste man es nicht besser. In dem karierten, offen getragenen Hemd und dem T-Shirt mit der Route der Mont-Blanc-Erstbesteigung steckt jener Mann, der sich zwölf legendäre Hänge der Westalpen gesucht hat, um sie so mit Skiern zu befahren, wie das noch kein Mensch vor ihm geschafft hat. Nicht nur runterkommen, nein: das alles ästhetisch aussehen lassen, leicht, flowig und vor allem schnell. Richtig schnell. Steilheit hat bei Jérémie Heitz eine neue Dimension erreicht, in der andere, ebenfalls sehr gute Freeskier längst ausgestiegen sind: Ab 50 Grad Gefälle wird es für ihn interessant. Zum Vergleich: Pisten, die steiler sind als 22 Grad, werden schwarz markiert. Für das, was Heitz fährt, gibt’s keine Kategorie. Er fährt dabei auch nicht im Schnee im eigentlichen Sinn: „Es ist eher Eis. Schnee rutscht bei dieser Steilheit ab. Du musst die Bedingungen sehr genau kennen, um zu wissen, wann der Hang
befahrbar ist.“ Ideal sind Frühlingstage mit leichten Plusgraden, an denen es zuvor geregnet hat, dann ist die Oberfläche am grif griffigsten. „Aber die Schläge, die du kassierst, sind gewaltig. Die Skier rattern, die Oberschenkel brennen, und du hast keine Chance, stehen zu bleiben. Wenn du in den Hang einfährst, bist du dir
„Der winzigste Fe h l e r b e d e u t et G a m e ov e r . B r e m sen oder gar stehen bleiben ist auf diesen Hängen nicht mehr möglich.“
Routensuche: Heitz, der gerade am Gipfel gestartet ist, wird nach drei weiteren SchwĂźngen in den Hang einfahren, etwa auf HĂśhe des kleinen Knicks am Grat. Danach wird es interessant.
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Auf manchen Bergen dauerte der Aufstieg zum Steilhang Stunden, auf anderen musste JĂŠrĂŠmie biwakieren. Ehrensache: alles aus eigener Kraft.
HART, SCHMAL, LANG Mit normalem Material wären die Hänge, die Jérémie sich aussucht, nicht befahrbar. „Vor zehn Jahren hätte das noch nicht funktioniert.“ Sein Skiausrüster Scott hat für ihn extra-harte, längere Freeride-Ski angefertigt, von denen Jérémie pro Jahr an die sechs Paar verschleißt. Weiteres Zugeständnis an die Belastung im Steilen: Er muss die Berge mit harten Renn-Schuhen ohne Walk-Funktion besteigen.
bewusst, dass du erst ganz unten wieder stehen bleiben kannst.“ Zwei volle Jahre steckte er in ein Projekt, das anfangs bloß eine Idee war: „Ich legte eine Liste jener Berge an, die ich befahren wollte. Daher auch der Name des Projekts: La Liste.“ Diese Hänge waren teils seit Jahren nicht mehr befahren worden, andere begeisterten durch ihre Exponiertheit oder die Schönheit der Formation. Nach dem ersten Winter hatte er gerade einmal fünf Hänge bezwungen und war dutzende Male umgekehrt: „Wenn du nicht bereit bist, aufzugeben, darfst du erst gar nicht aufbrechen.“ Sein Stiefvater, ein Bergretter, der nahezu täglich mit dem Heli unter unterwegs ist, um Verunglückte zu
bergen, war ihm eine große Hilfe: „So wusste ich immer, welche Berge sich gerade wie verhalten.“ Alle Entscheidungen traf man gemeinsam, denn nichts kann dich so schrecklich überraschen wie dein Hausberg an einem schlechten Tag: „Ich habe viel von ihm gelernt. Vor allem Geduld.“
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érémie Heitz ist einer, der sich schnell langweilt. Eine Charakter Charaktereigenschaft, die einst seine Rennfahrer-Karriere zer zerschellen ließ: „Drei Stunden im Auto, bloß um ein paar Stangen zu fahren, nein danke.“ Und auch Heitz’ Karriere in der Freeride World Tour leidet daran, obwohl er noch immer Podiumsplätze einfährt. Aber nach fünf Jahren kennst du die Herausforderungen, die Hänge, die üblichen Verdächtigen. Steilhänge hingegen werden nicht langweilig – nie. So viele Linien, so viele scheinbare Unmöglichkeiten, die es möglich zu machen gilt – am richtigen Tag, unter den richtigen Bedingungen. Dafür lohnt es sich, zu warten. Mit der Brechstange brauchst du einem Gefälle jenseits der 50 Grad nicht zu begegnen, denn auch ohne bist du dem Berg oft hoffnungslos ausgeliefert und kannst bloß noch deinem Glück vertrauen: „Auf einem Hang ver verlor ich in der Abfahrt den rechten Ski, weil mir die Eisrippen die Bindung aufschlugen. Das war echt knapp. Ein paar Meter später, und ich wäre über Felsen abgestürzt!“ Diese Szenen in „La Liste“ gehören zu den eindringlichsten des ganzen Films. Erst anhand dieses Fehlers versteht der Zuschauer wirklich, wie steil die Hänge sind, die Heitz so scheinbar spielerisch hinunterrast. www.jeremieheitz.com Weltpremiere von „La Liste“: 19. November auf Red Bull TV
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HEROES
„MÄÄH, MÄÄÄH!“ JIM JARMUSCH, Kultregisseur, weiß, wie du im
Leben klarkommst: Telefonier mit den Göttern, verjag die Schafe, verzichte auf E-Mail.
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und alle fummeln an ihren Telefonen herum. Am liebsten würde ich sie alle wegschub sen: „Was ist euer Problem? Da draußen gibt’s verdammt noch mal eine Welt!“ Aber du kannst sie nicht weg schubsen. Die sind alle wie Schafe. Määh! Määäh! Eigentlich wirken Sie cool. Nicht immer. Besonders mit unbelebten Objekten komme ich nicht klar. Es gibt Tage, da lasse ich die Teetasse fallen oder ruiniere Jalousien. Dann flippe ich aus. Wie fangen Sie sich dann wieder ein?
Ayahuasca, das von den Eingeborenen am Amazonas benutzt wird, ist eine Form davon. Du kannst das unter anderem rauchen, und das beantwortet Ihre Frage besser, als ich es je könnte. Sie haben das benutzt? Nur einmal. Sonst wird die Droge im Gehirn freigesetzt, wenn du stirbst. Sie öffnet dir also eine Art Fenster. Der Philosoph Terence McKenna, der halluzinogene Drogen und Schamanismus studierte, hat ziemlich viel zu dem Thema geschrieben, darunter sein Meisterwerk „Die Speisen der Götter“. Er meinte, wenn du solche Drogen nimmst, dann ist es so, als würdest du einen Anruf mit einer Botschaft
„DER PRIESTER MEINTE, MEINE KATZE KOMMT NICHT IN DEN HIMMEL. DANACH GING ICH NIE WIEDER IN DIE KIRCHE.“ Ich mache Sachen wie Tai Chi und sage: „Komm schon, akzeptiere es. Finde dich da mit ab, dass dein Haus voller zerbrochener Sachen ist und du dein Hemd verkehrt herum angezogen hast. Du bist ein fach ein Idiot.“ Sind Sie ein Anhänger öst licher Philosophien? Ich habe eine buddhistische Sicht auf die Dinge, obwohl ich das nicht praktiziere. We gen TaiChi habe ich mal bei einem Shifu, einem Lehrer,
verloren, und meine Mutter ist inzwischen ziemlich alt. Ich liebe sie, und weil ich weiß, dass sie nicht mehr ewig da sein wird, lese ich jetzt das „Totenbuch der Tibeter“. Als Ihre Katze starb, sollen Sie einen Priester gefragt haben, ob ihre Seele in den Himmel kommt. Er meinte nein, und ich ging nie wieder in die Kirche. Damals war ich zwölf. Aber haben Sie jemals von einer Droge namens DMT gehört?
bekommen. Halte diese Bot schaft fest und leg dann auf. Das habe ich mir zu Herzen genommen. – Was rede ich da eigentlich alles? Ich kann es echt nicht glauben. Wir sollen uns also einen Trip einwerfen? Ich fordere Sie sicher nicht auf, diese Droge zu nehmen. Aber mir hat sie ganz wichtige Antworten gegeben. Rüdiger Sturm „Paterson“: ab 22. Dezember im Kino THE RED BULLETIN
JEFF VESPA/CONTOUR BY GETTY IMAGES
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he red bulletin: Paterson, der Titel held Ihres neuen Films, lehnt es ab, sich ein Handy zu zulegen. Haben Sie eines? jim jarmusch: Ja, ich habe ein iPhone und ein iPad. Das sind alles bloß Werkzeuge, es kommt darauf an, wie wir sie einsetzen. Sie können nützlich sein, aber sie können dich auch einsaugen. Wenn ich von neuen Musikern lese, dann gehe ich danach auf Spotify oder YouTube, um mir ihre Sachen anzuhören. Aber ich hatte nie einen Lap top, und ich habe auch keine persönliche EMailAdresse. Warum nicht? Damit ich mich nicht den halben Tag mit EMails herum schlage. Ich hab schon genug zu kämpfen, damit ich schrei ben und Musik machen kann. Ich will lesen, nachdenken und meinen Job tun. Joe Strummer von The Clash sagte immer: „Kein Input, kein Out put.“ Das heißt, du musst dir Zeit geben, um Sachen in dich aufzunehmen. Nur so kannst du selbst was hervorbringen. Und was ist mit Handys? In New York ist es eine Plage – du gehst die Straße runter,
studiert, und ich habe viel dazu gelesen. Aber ich habe auch viele indianische Freun de. Die geben mir viel Hoff Hoff nung, denn die verstehen, wie alles auf der Erde miteinander verbunden ist. Irgendeine Art von Energie erfüllt uns Men schen und alle Dinge. Das gibt mir ein gutes Gefühl, obwohl der Planet eigentlich wegen der Überbevölkerung vor die Hunde geht. Die Natur fängt jetzt an aufzuräumen, und die meisten von uns werden dran glauben müssen. Fürchten Sie sich vor dem Tod? Nein, aber ich will mich dar auf vorbereiten. Mein Vater ist schon tot, in den letzten Jahren habe ich viele Freunde
Jim Jarmusch, 63, checkt keine Mails, sondern liest, denkt nach und macht seinen Job.
Weil es mit der Nationalelf nicht klappte, wählte dieser Mann notgedrungen einen bürgerlichen Beruf: Star-Regisseur
„SO NUTZT DU DEINE ZWEITE CHANCE“ SIMON VERHOEVEN Warum uns Neustarts besser
machen: ein Crashkurs mit dem „Männerherzen“Regisseur, der eigentlich Fußballer werden wollte.
ALAN OVASKA
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he red bulletin: Herr Verhoeven, in Ihrer neuen Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“ beginnt der afrikanische Flüchtling Diallo ein neues Leben bei einer deutschen Gast-Familie. Fiel es Ihnen leicht, diesen Film zu drehen, weil Sie selbst ein Experte für zweite Chancen sind? simon verhoeven: Bin ich das? Sie wollten ursprünglich gar nicht Regisseur werden, sondern Profifußballer. Sie waren bei 1860 München in der höchsten Jugendklasse und haben sogar in der DFB-Auswahl gespielt. Aber mit siebzehn … … habe ich mir zuerst einen Schien und Wadenbeinbruch und dann einen Kreuzbandriss eingehandelt. Wie geht es einem, wenn der Lebenstraum in Trümmern liegt? Wie wohl? Meine Stürmer karriere war vorbei, bevor sie angefangen hatte. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als im zweiten Bildungsweg Star-Regisseur zu werden. Was war der erste Schritt dazu? THE RED BULLETIN
Mit dem weiterzumachen, was ich als Leistungssportler gelernt hatte: aufstehen, weiterlaufen. Die Niederlage wegstecken. Das versuchen doch auch wir anderen, deren Geschäft gerade pleitegegangen oder deren Frau mit einem anderen durchgebrannt ist. Aber so richtig hilft es nicht. Ich kann aus eigener Erfah rung sagen, dass die zweite Chance nicht automatisch nur die zweitbeste Chance ist. Sie ist deine Möglichkeit, noch einmal neu zu würfeln –
Dialoge in „100 Pro“ unheim lich lustig, obwohl ich beim Drehen auf ganz andere Dinge Wert gelegt hatte. So habe ich erfahren, dass da eine Stärke von mir liegt. Also habe ich mich in meinem zweiten Film „Männerherzen“ bewusst darauf konzentriert – und der wurde ein Riesenerfolg. Sie scheinen ein Experte dar darin zu sein, aus Niederlagen zu lernen. Ihr Geheimtipp? Wir müssen überprüfen, wo es an Pech lag und wo an unseren Fehlern. Bei „100 Pro“ hatte ich zum Beispiel das Marketing völlig vernachläs sigt – und das war nur einer von vielen Fehlern. Jede Niederlage nimmt uns
werber ein neues Leben. Er ist aber nicht der Einzige, der eine zweite Chance bekommt, oder? Nein, sondern die ganze Familie – gespielt von Heiner Lauterbach, meiner Mutter Senta Berger, Florian David Fitz, Palina Rojinski und Elyas M’Barek – muss auf einmal ihre ganze Beziehung zuein ander neu definieren. Daraus entsteht erst einmal heillose Verwirrung – und das ist, wie man weiß, eine gute Ausgangs situation für jede Komödie. Die Hartmanns sind eine Familie wie du und ich. Geht nicht unsere ganze Gesellschaft gerade durch eine Art Beziehungskrise?
„ICH KANN AUS EIGENER ERFAHRUNG SAGEN: DIE ZWEITE CHANCE MUSS NICHT AUTOMATISCH DIE ZWEITBESTE SEIN.“ und am Ende kommt vielleicht etwas heraus, das die kühnsten Träume in deinem ursprüng lichen Lebensentwurf über über trifft. Sie meinen, Sie wären als Fußballer vielleicht nie so erfolgreich geworden wie als Regisseur? Da bin ich mir ziemlich sicher. „Männerherzen“ war auch so eine zweite Chance, denn Ihr Debüt-Film „100 Pro“ floppte fulminant. Was haben Sie daraus gelernt? Etliche Leute fanden die
auch ein Stück Selbstver Selbstvertrauen. Wie kommt man nach einer Niederlage aus der Selbstmitleidsphase? Glück zu haben ist nicht selbstverständlich. Ich bin dankbar für alles, was mir gelingt, und weiß die Dinge, die mich glücklich machen, sehr bewusst zu schätzen. Das macht mich auch stabiler und widerstandsfähiger für Rückschläge. Zurück zu Ihrem Film. In „Willkommen bei den Hartmanns“ beginnt ein Asyl-
Ja. Wir alle müssen unsere Meinungen übereinander in Frage stellen, und wir müssen einander ganz neu kennen lernen. Aber die Krise tut uns auch gut. Wir haben jetzt die einmalige Chance, vieles in Zukunft besser zu machen als bisher. Und: Ein bisschen Humor kann bei der Lösung unserer Probleme bestimmt nicht schaden. Alex Lisetz „Willkommen bei den Hartmanns“: bereits im Kino; www.facebook.com/ willkommenbeidenhartmanns
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„PROBIERE, WAS KEINER ERWARTET“ GREEN DAY sind die größte Punk-Band
der Welt. Weil sie keine Angst vor Flops haben. Und Rückschläge zu nutzen gelernt haben. Sagt Frontmann Billie Joe Armstrong.
the red bulletin: Mister Armstrong, Sie behaupten,
Neues Album: „Revolution Radio“; greenday.com
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THE RED BULLETIN
FRANK MADDOCKS, SONY MUSIC
n ihrer dreißigjährigen Karriere haben Green Day 75 Millionen Platten ver verkauft. Keine schlechte Bilanz, wenn man bedenkt, dass die Band konsequent mit Erwartungen bricht: 2010 schrieben die Punks ein Broadway-Musical, 2012 ver veröffentlichten sie drei Alben innerhalb von vier Monaten. Warum? „Weil man Abenteuer wagen muss, um sich frisch zu halten“, erklärt Sänger Billie Joe Armstrong.
dass eine große Karriere nur mit Risikobereitschaft möglich sei. Warum denn? b. j. armstrong: Weil nur Wagnisse dein Feuer auf Dauer am Lodern halten. Es ist unsere Risikobereitschaft, die die Band über all die Jahre am Leben gehalten hat. Welchen Sinn haben denn Risiken, wenn man bereits auf Erfolgskurs ist? Hey, Sie sprechen wie unsere Plattenfirma! Die wollte schon 1994, dass wir das Erfolgsalbum „Dookie“ einfach kopieren. Aber hätte uns das befriedigt? Nein. Viel lieber Dinge ausprobieren, die niemand von uns erwartet! Lieber die Fans überraschen! Und wissen Sie, was? Ich bin sicher, dass sie uns genau deshalb die Treue halten. Aber Risiko bedeutet auch: Man kann untergehen. Scheitern gehört dazu. Unser letztes Projekt zum Beispiel war klar überambitioniert (die 2012er-Albumtrilogie „¡Uno!“, „¡Dos!“ und „¡Tré!“ floppte; Anm.). Aber wir fanden die Idee so absurd und so toll, dass wir uns ganz gerne darin verrannten. Sie bereuen das Projekt? Aber nein. Wieso denn? Scheitern ist wichtig! Als Multimillionär kann man sich’s auch leisten. Wir haben bereits riskiert, als wir noch pleite waren. Es geht ums Prinzip, nicht ums Geld. Du kämpfst gegen deine Plattenfirma, die naturgemäß möglichst leicht möglichst viel Geld verdienen möchte und nichts so ungern sieht wie künstlerischen Ehrgeiz. Wenn du dich gegen die LabelManager durchsetzt, es aber dann nicht läuft, kommst du dir wie ein Loser vor. Ganz unabhängig vom Kontostand, glauben Sie mir. Was tut man dann? Aufstehen. Ein neues Wagnis suchen. Und noch härter dafür kämpfen. Besser Fehler machen als nichts tun! Marcel Anders
Billie Joe Arm strong (Mitte), 44, Verrannter: „Scheitern ist wichtig.“
„IST DEIN ZIEL HOCH GENUG?“ ZARA LARSSON legt sich
die Latte extrahoch. Warum man nach den Sternen greifen muss, um die Karriere zu beflügeln, erklärt der Jung-Popstar hier.
the red bulletin: Mit David Guetta lieferten Sie die offizielle Hymne der Euro 2016, Ihre letzte Single landete auf Platz 13 der US-Charts. Keine schlechte Bilanz für eine 18-Jährige. zara larsson: Dabei hatte ich eigentlich gehofft, mit 18 schon viel weiter zu sein! Die meisten 18-Jährigen sind zufrieden, wenn sie die Matura schaffen. Mein Motto lautet: Je höher du deine Ziele steckst, desto mehr wirst du erreichen. Wer zwischen Träumen und Zielen unterscheidet, verbaut sich den Erfolg. Sind realistische Ziele nicht vernünftiger? Es gibt keine unrealistischen Ziele. Punkt. Wenn andere Sänger Nummer-1-Hits in den USA landen können, warum nicht auch ich? Vielleicht dauert es noch zehn Jahre, aber deshalb verzagen? Nein. Geduld ist die Grundzutat jeder großen Karriere. Florian Obkircher www.zaralarssonofficial.com
Zara Larsson, 18, Unzufriedene: „Warum nicht auch ich?“
„ES GIBT EIN PAAR SEKUNDEN PRO JAHR, IN DENEN DU DIE ENTSCHEIDUNG BRINGST. FÜR DIE LEBST DU. JEDEN TAG.“ IM KOPF VON NHLALL-STAR-VERTEIDIGER ROMAN JOSI.
SMASHVILLES STILLER
SUPERSTAR TEXT: WERNER JESSNER FOTOS: LUK AS MAEDER
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ICH WILL VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN. JUNGEN DEN WEG ZEIGEN. INITIATIVEN SETZEN. ICH WILL JEMAND SEIN, AN DEM SICH DIE MANNSCHAFT ORIENTIERT.
M GETTY IMAGES (2)
atch 4 in den Playoffs 2016 gegen die San Jose Sharks war das längste Spiel in der Geschichte der Nashville Predators: Die ersten beiden Overtimes hatten keinen Sieger gebracht. Es ging auf Mitternacht zu, als die Schiedsrichter die dritte Verlängerung anpfiffen. Kein Spieler hatte auch nur annähernd so viel Eiszeit bekommen wie der Schweizer Verteidiger Roman Josi. Jeder Muskel laktierte grimmige Säure, die Köpfe waren im Wunderland, Konzentration war gerade noch eine Idee von früher. Jede Kleinigkeit, jeder winzige Fehler, jeder dumme Zufall konnte das Spiel entscheiden. Voller Druck auf die Verteidiger. Bereits nach wenigen Sekunden fuhren die Sharks auf das Nashville-Tor zu. Roman Josi stellte sich den Haien und klärte souverän, als wäre es die Startminute eines Freundschaftsspiels. Seine Ruhe färbte auf das gesamte Team ab: Nashville gewann das Spiel nach 111 Minuten und 12 Sekunden mit 5:4.
9. Mai 2016, eine Nacht, die du nicht so schnell vergisst, eine Nacht, für die du lebst: Roman Josis Nashville Predators besiegen die San Jose Sharks in der dritten Overtime.
the red bulletin: Wie geht das? Ein winziger Fehler von dir, und das Spiel ist aus. roman josi: Ist doch geil, oder? Das sind die Momente, für die du als Hockeyspieler lebst: Er oder ich. Ihr oder wir. Wenn sich die ganze Dramatik aufbaut. Diese wenigen Sekunden, in denen du es entscheidest: Richtig oder falsch. In den Playoffs bekommt das noch eine ganz eigene Qualität: Do or die. Ich will das. Bist du da nicht nervös? Wenn ein Stürmer auf mich zufährt? Nein. Überhaupt nicht? Am Eis nicht. Sobald meine Schlittschuhe das Spielfeld berühren, bin ich in einer eigenen Welt. Aber natürlich kenne ich Nervosität vor dem Spiel. Wie äußert sich die? Weiche Knie? Zitternde Hände? Schweißausbruch? Nichts davon. Ich werde gesprächiger. Josi ist kein Lauter. Keiner, der auffallen will, sondern jemand, der leise seinen Job macht – und zwar nach Einschätzung nordamerikanischer Hockeyexperten so gut wie höchstens noch eine Handvoll Verteidiger außer ihm. Er wurde ins AllStar-Team nominiert, und warum noch keine Norris-Trophy für den wertvollsten Verteidiger der NHL sein Apartment in Nashville ziert, verstehen selbst die meisten Experten nicht. Porträts über ihn werden gern mit „unsung hero“ oder „quiet star“ überschrieben, dabei hat er doch gerade die punktebeste Saisonleistung eines Verteidigers in der Geschichte der Nashville Predators absolviert. Unter dem Radar fliegen: Stört dich das? Nein. Überhaupt nicht, ehrlich. Ich will dem Team helfen, so gut ich kann. Das ist alles, was zählt. Das Team. Ich bin nicht wichtig. Falsch: Ich bin so wichtig wie mein Beitrag, den ich zum Team leiste. Du verdienst vier Millionen Dollar pro Jahr. Andere Top-Verteidiger kommen aufs Doppelte. Wirst du in der öffentlichen Wahrnehmung unterschätzt, weil du zu wenig Geld verdienst? Das liegt eher daran, dass Nashville ein kleiner Hockey-Markt ist. In Montréal oder Toronto wäre die Aufmerksamkeit garantiert größer. Ich verdiene zwar relativ gesehen weniger, dafür läuft mein Vertrag über sieben Jahre. Ich wollte ein wenig Sicherheit. Was ist, wenn ich mich verletze? Vielleicht wäre mein aktueller Marktwert höher, aber … Kommt dir das gemütliche Nashville, die Hauptstadt von Tennessee, quasi die Schweiz der NHL, entgegen? Es ist hier leicht, Leute kennenzulernen und sich wohl zu fühlen. Aber im End59
MAN MUSS WISSEN, WAS MAN WILL, ALS TEAM, ALS ORGANISATION. IM HOCKEY IST DAS GLASKLAR: GEWINNEN. JEDEN ABEND. EGAL GEGEN WEN.
Mit P. K. Subban hat Nashville neben Roman Josi einen zweiten offensivstarken Verteidiger dazubekommen. Die Predators gelten in den nächsten Saisons als legitimer Anwärter für den Stanley Cup.
effekt darf es keine Rolle spielen, wo du deine Leistung bringst. Es kann sich ja mit einem Schlag alles ändern. Es ist klar, worauf Josi anspielt: Im Som mer wurde sein Verteidigungspartner, Mentor und bester Freund im Team, der kanadische Verteidiger Shea Weber, völlig unerwartet an die Montréal Canadiens verkauft, die historisch erfolgreichste, aber seit Jahrzehnten im Chaos dümpelnde legendäre Franchise der NHL. Im Gegen zug wechselte der laute, lustige, extrover tierte P. K. Subban nach „Smashville“ und wird dort wohl mit Roman Josi das erste Verteidigerpaar bilden. Einen größeren Unterschied im Charakter von Arbeits kollegen kann man sich kaum vorstellen. Kann das gutgehen? Die Unternehmenskultur, wenn man so will, wird nicht von uns Spielern be stimmt. Das ist Aufgabe des Managements, der Trainer. Menschlich werden P. K. und ich gut miteinander auskommen. Gleich nach dem Trade haben wir einander SMS geschrieben. Ich kenne ihn vom All Star Game. Ein toller Typ und guter Verteidiger, allerdings tickt er völlig anders als Weber. Er spielt auch anders. Webers größte Waffe war sein Schuss, Subban lenkt das Spiel. Darauf muss ich mich einstellen. Traurig, dass Weber weg ist? Ja, weil wir auf vielen Ebenen gut har har moniert haben, nicht nur am Eis. Er war wichtig für mich und meine Entwicklung. Wie war er zu dir? Wie ein großer Bruder. Einer, den du nur beobachten musstest, um besser zu werden. Einer, vor dem du Respekt hat test. Der Führungsqualitäten hatte, allein durch das, was er in der Kabine tat. Zum Beispiel? Weber braucht nicht viel, um ein Team zu führen. Leading by example, er war einfach ein Vorbild in jeder Situation. Wenn ihr künftig gegeneinander spielt? Werde ich ihn behandeln wie jeden ande ren Gegner auch. Checks fertig fahren bis auf die Rippen? Klar. Ich bin ein Nashville Predator, er ab sofort ein Canadien.
GETTY IMAGES (2)
In den letzten Jahren ist Josi selbst ein Füh rungsspieler geworden. Er gehört zum Core Team, zum inneren Zirkel in der Kabine. Führen: Belohnung oder Belastung? Belastung definitiv nicht. Ich will immer ein Vorbild sein in allem, was ich tue, ob mit oder ohne C auf der Brust. Konkret: Was meinst du mit Vorbild? Verantwortung übernehmen. Jungen den Weg zeigen. Mit einem wie Yannick THE RED BULLETIN
Weber, der neu nach Nashville gekommen ist, Abend essen gehen. Initiativen setzen eben. Jemand sein, an dem sich die Mann schaft orientiert. Genauer bitte: Wie weit geht das? Bis zu dem, was es in unserem Sport eben braucht, um klarzumachen, dass an diesem Abend wir es sind, die gewinnen werden: Schüsse mit dem Körper blocken. Einen Angriff auslösen. Gegner weg checken. Signale setzen, nach innen wie nach außen. Woher kannst du das? Eishockey ist ein hierarchischer Sport und da in vielerlei Dingen dem Berufsleben sehr ähnlich: Du kommst ganz unten rein, beobachtest, verhältst dich ruhig, und langsam übernimmst du immer mehr Verantwortung. Unterschied: Wenn ich als Verteidiger aufs Tor ziehe, ohne dass mich die Teamkollegen absichern, ist die Chance auf ein Gegentor sehr groß, das Feedback also schmerzhaft direkt. Direkter jedenfalls als in normalen Jobs. Gerade hier gilt also: Du kannst nur sinnvoll führen, wenn du sicher sein kannst, dass jeder für das Gesamte einsteht. Dazu muss man aber wissen, was man will, als Team, als Organisation. Im Hockey ist das glasklar: Gewinnen. Jeden Abend. Egal gegen wen. In einem gewöhnlichen Job ist das vielleicht nicht immer so deutlich. Hast du nie das Bedürfnis, dich in der Mannschaft zu verstecken? Du kannst ja nicht ausschließlich gute Tage haben. Auch an den schlechten Tagen trägst du Verantwortung. Okay, aber „schlechte Tage“ sind doch sehr relativ. Manche melden sich krank, wenn sie einen Schnupfen haben. Du hast mit einer gebrochenen
Nase und einem gebrochenen Finger im härtesten Sport der Welt verteidigt. Das Prinzip ist dennoch dasselbe: Auch der Angestellte wird mit einem Schnupfen ar ar beiten gehen, wenn er mit seiner Abteilung eine wichtige Präsentation hat. Ist doch nur eine Frage der Motivation und der Gewissheit, dass du im richtigen Job bist. Wie spielt man mit gebrochener Nase? Das blutet am Anfang schrecklich, aber dann wird es gerade gerichtet, vereist – und es geht schon wieder weiter. Am Eis vergisst du es, ehrlich. Und ein gebrochener Finger? Knochenbrüche tun nur in dem Moment weh, wo sie passieren. Danach hauptsäch lich dann, wenn das Gewebe rundherum bewegt wird. Bei Kontakt mit Gegnern zum Beispiel, aber auch ganz banal, wenn du dich stößt. Erzählst du deinen Kollegen, wenn du mit Verletzungen spielst? Nur wenn sie danach fragen. Sonst ist das eine Frage zwischen Physiotherapeut, Arzt und mir. Der Gegner erfährt sowie so nicht, wenn dir was fehlt, schon aus Selbstschutz. Weil? Weil du sonst garantiert jemanden hast, der gezielt auf deine Schwachstellen ab gestellt wird. Wie findest du eigentlich Fußballer, die bei jedem Schubser umfallen? Es ist eine Frage der Kultur und der Regeln: Wenn ich als Hockeyspieler mein Team schwäche, indem ich dauernd umfalle, wird das Konsequenzen haben. Wird Umfallen aber akzeptiert, macht das klarerweise jeder, weil er sich dadurch einen Vorteil verschafft. Shea Weber ist der fairste Spieler, den ich kenne: In fünf Jahren wurde ein einziges Mal eine Schwalbe gegen ihn gepfiffen – es war aber keine. Shea war minutenlang außer sich, weil ihm der Schiedsrichter unsportliches Verhalten unterstellt hatte. Auf Webers Festplatte ist dieses Muster nicht eingespeichert: sich einen Vorteil zu erschleichen. So habe ich das vorher mit „leading by example“ gemeint: Du musst dich in jedem Moment so verhalten, dass es keinen Zweifel an deiner Integrität gibt. Nicht für die anderen, aber vor allem nicht für dich selbst. 61
DIE VERGRĂ–SSERUNG
DER
WELT
In einer Zeit, in der du binnen 24 Stunden jeden beliebigen Punk t auf der Erde erreichen kannst, liegt das Abenteuer in der bewussten Entschleunigung, findet Stefan Glowacz und geht zu FuĂ&#x; durch Baffin Island an die Wand, in die er sich verliebt hat. T E X T: W E R N E R J E S S N E R F O T O S : K L A U S F E N G L E R 62
Vier Wochen Einsamkeit: Stefan Glowacz und Robert Jasper auf dem Weg durch Baffin Island. Nicht am Bild: Klaus Fengler
„AUFBRUCH
SOLL MAN ALS BEREICHERUNG V E R S T E H E N , N I C H T A L S B E D R O H U N G .“
64
Schlitten, Rikscha, Ruck sack: wie man seine Hab seligkeiten durch absolute Weglosigkeit transportiert
Alles hier ist menschen feindlich. Es ist eisig, unwegsam, unberechen b a r. E i s b ä r e n s a g t i h r Instinkt, wann es Zeit ist, s i c h a u f s i c h e r e s Te r r a i n zu begeben. Stefan Glowacz, 51, mischte sich unter sie, um einen ikoni schen Berg zu erklettern: T h e Tu r r e t . O h n e H i l f s mittel machte er sich auf und bewegte sich einen Monat lang autark und mit eigener Kraft durch eine Welt, in der der Mensch nichts verloren hat.
66
A
Wo das Abenteuer wohnt: Alles, was du brauchst, musst du selbst mitnehmen. Also denk vorher gut nach, was du wirklich benötigst.
llein steht er da, seine Form erinnert an El Capitán im Yosemite-Nationalpark, Standard-Desktop-Bild auf Millionen von Apple-Computern. The Turret erhebt sich 800 Meter über das Wasser eines Fjords auf Baffin Island am Ende der Welt. Die majestätische Westwand wurde 1987 von vier Schweizern erstbestiegen – auf einer Route, die Kletter-Legende Stefan Glowacz „ästhetisch und logisch“ nennt. Beinahe 24 Stunden würde die reine Kletterei in Anspruch nehmen, so die Kalkulation, einsamer Höhepunkt der Expedition. Aus Respekt vor der Großartigkeit dieser Welt sollten auch An- und Abmarsch zum Berg komplett ohne technische Hilfen passieren. Das bedeutet: Alles, was man zum Überleben braucht – und es gibt unzählige Arten, Baffin Island nicht zu überleben –, muss in einem eigens konstruierten Carbonschlitten ausschließlich mit Menschenkraft einen Monat lang über Stein und Scholle, durch Furten und Rinnen gezogen werden. Hinter dem 900-Seelen-Dorf Clyde River, Ausgangspunkt der Expedition, beginnt das Nichts. Keine Wege mehr, nur noch Eiswüste und tagelang ein weiter Horizont. Unliebsame Gesellschaft kommt einzig von streunenden Eisbären. Ohne Waffe und Munition unterwegs zu sein wäre fahrlässig: Beinahe täglich gab es Kontakt. Endlich in der Wand, trifft bereits nach wenigen Stunden Kletterei ein fallender Stein Stefans Hand. Das Unternehmen steht an der Kippe, doch er beißt sich durch. Nach 20 Stunden steht er auf dem Turret (deutsch: Gefechtsturm). Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht: Das Tauwetter hat bereits eingesetzt, jeder Tag Verzug macht das Unternehmen noch gefährlicher. Das nächste menschliche Lebewesen ist 15 Tagesmärsche entfernt. THE RED BULLETIN
„ES GEHÖRT ZU MEINEM LEBENSGEFÜHL, DIE
FREIHEIT
ZU HABEN, AUFBRECHEN Z U K Ö N N E N .“
Endlich in der Wand: das Ziel, ohne das man nie aufbrechen würde – selbst wenn es sich nur als ein weiteres Zwischenziel im Leben herausstellt
„EINE WA ND, EIN BERG MUS S MICH
BEGEISTERN.
THE TURRET SIEHST DU, UND D U W E I S S T, D U M U S S T D A R A U F.“
the red bulletin: Was hast du eigentlich gegen Snowmobile oder Hubschrauber? stefan glowacz: Früher waren die Menschen zu Fuß unter unter wegs, weil es nicht anders ging. Heute haben wir die Möglich keit, uns an jedem beliebigen Punkt absetzen zu lassen, wenn wir die finanziellen Mittel und die Logistik dafür haben. Da müssen wir uns die Frage stellen, wie wir das Abenteurertum definieren. Ich für meinen Teil definiere es so, dass ich versuche, die technischen Hilfsmittel auf ein Minimum zu reduzieren, und mich auf meine Erfahrung, mein Können und meine mentale Stärke konzentriere. Alles andere wird beliebig.
THE RED BULLETIN
The Turret: ein Anblick, der dich nicht mehr loslässt, wenn du erst einmal einen Narren an der Wand gefressen hast
Weil Abenteuer im Kopf entstehen? Genau das ist das Schöne am Bergsteigen: Jeder kann es auf seine Art machen. Es gibt kein absolutes Richtig oder Falsch, bloß ein subjektives. Für mich fühlt es sich eben richtig an, zu Fuß durch eine Region zu gehen, um mein Ziel zu er reichen, mich langsam anzunähern, an statt bloß eine Wand zu klettern – egal wie schön sie sein mag. Moment: Du kommst aus der Sportkletter-Szene und warst jahrelang einer ihrer großen Stars … Pure Geschwindigkeit war für mich nie das Kriterium. Mir ging es immer um die Ästhetik der Linie und die Heraus forderung. Eine Wand, ein Berg muss mich begeistern. The Turret siehst du, und du weißt, du musst da rauf. Warum spricht Baffin Island so zu dir? Zum einen faszinieren mich kalte Regio nen mehr als der Dschungel. Die Hitze dort, alles, was du anlangst, ist stachelig und giftig: nicht so mein Ding. In Baffin, Grönland oder der Antarktis sind die Fels formationen vom Gletscher geschliffen. So was findest du sonst nirgends. Wände auf Baffin Island sind einfach schön zu klettern, und The Turret ist eine Forma tion, in die du dich schon rein optisch verliebst. Bitte beschreibe den Moment, in dem du in die Wildnis aufbrichst und klar ist, dass es ab jetzt keinen einfachen Weg mehr raus gibt. Die Spuren werden weniger, es gibt keine Häuser und Wege mehr. Das ist auf der einen Seite ein sehr erhabenes Gefühl, weil ich es immer noch als großes Privileg erachte, das machen zu können: bewusst aufzubrechen und dann wieder heimzu kommen. Das zweite Gefühl ist die Freude, dass es endlich losgeht, in Verbindung mit der Unsicherheit, ob alles gutgehen wird, ob ich tatsächlich alles bedacht habe. Die Vorbereitung auf diese Expedition hat immerhin ein Jahr gedauert. Wie waren die ersten Tage unterwegs? Man gestaltet den Tag, bringt ganz un bewusst Struktur rein. Am Abend baut einer die Zelte auf, der andere pumpt die Matten auf, der dritte stellt den Eisbären Warnzaun auf. Dieses blinde Agreement ergibt sich ganz beiläufig, ohne viele Worte. Man etabliert Routinen. Man ist auf einer Expedition, erfüllt sich einen riesigen Traum, auf den man ein Jahr lang hingearbeitet hat, und das Erste, was man unterwegs macht, ist: „Man etabliert Routinen.“? Das steckt ganz tief im Menschen drin: Wenn du nur das große Ganze siehst, ver ver zweifelst du. Auf Baffin Island siehst du irgendwo ganz hinten eine Felsformation 69
und weißt, dass du sie erst in Tagen erreichen wirst. Zu Hause siehst du einen Berg und weißt, mit dem Auto bist du in sieben Minuten dort. Die Definition von Weite bekommt eine Bedeutung, wenn du dir jeden einzelnen Schritt erarbeiten musst. Dann brauchst du diese Routine-Abläufe. In dieser Routine denkst du ständig, aber nicht strukturiert. Der Geist beginnt zu wandern, und du entschleunigst dich – weil du das Langsame nicht mehr gewohnt bist. Du kriegst einen Spiegel vorgehalten, wie wir im Alltag so ticken. O. K., der Mensch braucht also Routinen. Ja, und ein Ziel. Jetzt wird es philosophisch. Wir sind ja immer auf der Suche nach einem großen Ziel. Sind wir auf der Welt, um uns zu vermehren, und das war’s schon? Vielleicht ist es tatsächlich so banal. Die Erfüllung aber findest du, indem du dich von einem Zwischenziel zum nächsten hantelst. Bei einer Expedition wie meiner ist das meist ganz einfach das nächste Biwak, das Basislager, endlich an der Wand zu sein. Ich glaube, der Mensch wäre gar nicht lebensfähig ohne diese Krücken und Zwischenziele, die er sich steckt. Manche fürchten sich auch vor der großen leeren Fläche. Genau. Das ist der Moment, wo wir Orientierungspunkte suchen. Ein GPS-Punkt ist mehr als Zahlen auf dem Display. Es ist ein tatsächlicher, konkreter Fleck auf der Erde. Das kann Eis sein, Fels, ein Gipfel, ein Sehnsuchtsort. Schwieriger wird es bei Wasser, am Ozean: Bewegte Masse ohne Fixpunkte, und du musst darauf ver vertrauen, dass es am anderen Ende wieder etwas Festes gibt. Es muss unglaublich gewesen sein für die Leute früher, die mit dem Boot losgezogen sind und nicht wussten, was da kommt und ob da über überhaupt was kommt. Heute können wir das – zumindest abstrakt – antizipieren und werden nicht mehr überrascht. Das nimmt viel von der Mystik des Entdecker Entdeckertums. Du kannst heute nichts Absolutes mehr entdecken, nur für dich selbst. Und wie? Geschwindigkeit rauszunehmen ist ein gutes Mittel. Eine Blumenwiese sieht aus dem fahrenden Auto anders aus, als wenn ich sie zu Fuß entlanggehe. Zu Hause trainiere ich viel mit dem Rennrad und benutze dafür Seitenstraßen und Umwege. Wege, die ich mit dem Auto nie befahren würde, weil du mit dem Auto immer den schnellsten Weg nehmen willst. Auf Umwegen nimmst du die Welt ganz anders wahr und siehst Dinge, die du aus dem Auto niemals sehen würdest. Das ist auch der Sinn dahinter. Gehst du zu Fuß durch Regionen, in die du eigentlich nicht ge70
DIE ROUTE Baffin Island ist die fünftgrößte Insel der Welt. Der Anmarsch zum Berg erfolgte über das Inselinnere, retour ging es entlang der See.
GRÖNLAND
KANADA
USA
Start und Ziel THE TURRET
CLYDE RIVER BAFFIN ISLAND
Hinweg Rückweg
Das Durchklettern der Turret-Westwand dauerte in Summe 20 Stunden. Schwierigkeitsgrad: bis 9–/A1
Die Schlitten wurden so konstruiert, dass sie auch als FlĂśĂ&#x;e funktionierten.
MUBEA CARBO TECH GMBH
hörst, wo du nur Gast sein darfst, stellt sich dieses Gefühl noch viel stärker ein. Science-Fiction lebt doch von dieser Idee: Ich breche auf und weiß nicht, was mich erwartet. Genau. Das gilt auch für Abenteuer- und Entdeckerromane. Was die einen als bedrohlich empfinden, macht die anderen neugierig. Wenn du dich darauf einlässt, kann aus dem Neuen unglaubliche Er Erfüllung entstehen. Wäre ich je gestartet, wenn ich gewusst hätte, was mich in Baffin Island erwartet? Die Antwort ist nein, weil die Neugier ja schon befriedigt gewesen wäre. Was sagst du Zauderern? Ich möchte dazu inspirieren, neue Horizonte zu entdecken, die Komfortzone zu verlassen, aus dem Auto auszusteigen und sich den Schlitten umzuschnallen. Es muss ja nicht gleich eine Eiswüste sein, die nächste Blumenwiese reicht. Man soll seine gewohnte Umgebung verlassen, um mehr über seine Umwelt und sich selbst zu erfahren. Aufbruch soll man als Bereicherung verstehen, nicht als Bedrohung. Dazu braucht es aber Selbstvertrauen. Das baust du dir von Aufbruch zu Auf Aufbruch auf. In meinem Bekanntenkreis gibt es Mädels, die wochenlang allein durch Südamerika oder Asien reisen. Ich würde mich das an ihrer Stelle nicht trauen! Aber die machen es einfach. Die Grenze zwischen Abenteuer und Fahrlässigkeit muss jeder für sich ziehen. Woher kommt deine Liebe zum Auf Aufbruch? Vermutlich von meinen Eltern. Wir sind jedes Wochenende zum Bergsteigen auf aufgebrochen. Dieses Abenteuer habe ich immer sehr genossen. Der Lebenstraum meines Vaters war, sich einen VW Bus zu kaufen und einfach loszuziehen. Er hat das zwar nie gemacht, aber mich hat seine Sehnsucht zum überzeugten BusFahrer gemacht. Es gehört zu meinem Lebensgefühl, die Freiheit zu haben, auf aufbrechen zu können. Und stehen bleiben zu können, wo ich will, und nicht, wo andere wollen. Wenn du diese Sehnsucht einmal entwickelt hast, stellst du dich selbst nicht mehr so in Frage. Dann akzeptierst du das als deine Lebensweise, und viele Dinge fallen leichter. Je früher du deine Leidenschaft entdeckst, desto leichter tust du dir. Bei mir war es eben das Klettern, verbunden mit dem Unter Unterwegssein. Wer marschiert schon einen Monat lang durch Baffin Island und steht dann auf der Spitze vom Turret? Das ist ein großes Glück. Heute sind die Bilder deiner Expedition vor dir selbst zu Hause. Findest du das eigentlich gut? THE RED BULLETIN
SCHLITTEN, FLOSS, R I K S C H A , Z E LT Die technischen Details des Hightech-Helfers
ZUGTIER: Am Beginn der Reise musste jeder 80 Kilo schleppen.
LEICHTBAU: Die Entwicklung der Salzburger Spezialisten von Carbo Tech wiegt bloß 16 Kilo – inklusive Rädern, Zugstangen etc.
EINZELSTÜCK: Der Schlitten besteht aus Carbon und ist 100 % Handarbeit.
MASSGESCHNEIDERT: 220 cm lang, 75 cm breit: Die Schale kann zum Einmannzelt umfunktioniert werden.
HANDGRIFF: Räder sind per Schnellverschluss einfach aufsteckbar: Der Schlitten wird zur Rikscha.
Früher hast du auf Magazine mit der einen Route gewartet, die du selbst auch mal klettern wolltest. Heute gibt es die eine schwierigste Route nicht mehr, weil sie quasi täglich überholt wird. Natürlich spiele ich da auch mit, und zwar nach meinen Regeln: volle Transparenz und Ehrlichkeit. Ich persönlich habe
„DIE GRENZE ZWISCHEN
ABENTEUER
U N D FA H R L Ä S S I G K E I T M U S S J E D E R F Ü R S I C H Z I E H E N .“ kein Problem damit, eine Woche lang ohne Smartphone auszukommen, weil ich mich noch sehr gut erinnern kann, als wir unser erstes Telefon bekommen haben. Ich war zehn oder zwölf, es stand im Flur, ein Zähler hing dran, und jeder musste genau notieren, mit wem er wie lang gesprochen hat. Ich habe die ersten Satellitentelefone mitgemacht, Riesenkästen, wo eine Minute 100 Dollar gekostet hat. Die junge Generation tut sich mit diesem Verzicht sicher härter. Für mich ist es einfach bloß ein wenig wie früher. Man versäumt nichts? Das ist eine wunderbare Erkenntnis! Man versäumt nämlich wirklich nichts, wenn man in der Kommunikation Tempo rausnimmt. Die wirklich wichtigen Dinge kannst du an einer Hand abzählen. Wichtig ist, dass ich die Wand erreiche, auf den Berg raufklettere und heil wieder nach Hause komme. glowacz.de
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RED BULL MIT KIWI-APFEL GESCHMACK.
BELEBT GEIST UND KÖRPER.
See it. Get it. Do it.
AC T I O N !
TRAVEL
WELTMACHT DER WELLE
Regenwald und Riesenbrecher: das Surfparadies Costa Rica entdecken.
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Lust auf einen wirklich extravaganten Abenteuer-Trip mit dem Board? Dann ab in den Flieger, Destination: Costa Rica. Um die längste Welle der Welt zu reiten, neben Walen zu surfen und geniale Reef Breaks zu erleben.
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TRAVEL
GEAR
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MEDIA
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HOW TO 75
ACTION
TRAVEL Surfing-Hotspot für Geübte: die Playa Hermosa
Must-haves für den Surfer
WetsuitCleaner
THE INSIDER
Ottingers Tipp für Surf-Rookies: „Nehmt ein großes Anfängerbrett. Legt euch im Wasser bäuchlings drauf und versucht einer Welle Richtung Strand davonzuschwimmen. Wenn sie euch zu heben beginnt, steht einfach auf und lasst euch tragen.“ St.ª Teresa, Costa Rica San José Surfurlaub im Surfparadies – zu jeder Jahreszeit. ranchos-itauna.com
Halbinsel Osa: Dschungel, Strand und diese Wellen …
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HOL’S DIR
Oktober –, dann läuft sie über einen ganzen Kilometer lang. Direkt an den Bars am Strand vorbei. So etwas sieht man weltweit nur an ganz wenigen Orten. Logisch, dass Pavones zu der Zeit immer eine fette Crowd anzieht. Wem die zu groß wird, der flüchtet am besten auf die gegenüberliegende Halbinsel Osa, genauer gesagt nach Cabo Matapalo. Ein herrlich ruhiger und beschaulicher Surf-Spot – im Wasser kommen sich die wenigen Surfer selten in die Quere. Gut für fortgeschrittene Anfänger. Und die Natur? Üppige tropische Vegetation mit knallbunten Ara-Papageien und Brüllaffen, die gar nicht menschenscheu sind … Zwei Geheimtipps sind Mal País und Santa Teresa auf der Halbinsel Nicoya. Da ist für jeden Wellenreiter etwas dabei: Beach Breaks, also Wellen, die über Sandbänken brechen – für absolut alle Könner Könnerstufen. Wie auch Reef Breaks, die über den Riffs zerschellen – und damit zwar gefähr gefährlicher, aber größer und kräftiger sind. Ebenso genial: Im Wasser tummeln sich Delphine und Wale und am Festland exotische Leguane … Übrigens: Filmstars wie Mel Gibson und Tom Hardy sowie Brasiliens Topmodel Gisele Bündchen haben Mal País schon zu ihrem Domizil gemacht.
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THE RED BULLETIN
MATT VAUGHN/A-FRAME, FRANS LANTING/MINT IMAGES/PICTUREDESK.COM
„In Costa Rica dauert die SurfSaison von Januar bis Dezember. Denn wir haben hier das ganze Jahr angenehme Temperaturen und das ganze Jahr über Wellen.“ Sagt der 46 Jahre alte Österreicher Peter Ottinger, Auswanderer und seit mehr als 23 Jahren Betreiber einer Surfschule auf dem bekannten Wellenreit-Strand Santa Teresa, an der Pazifikküste Costa Ricas. „Und niemand muss sich sorgen, keinen geeigneten Spot für sich zu entdecken: Denn unsere Strände bieten optimale Bedingungen für alle – für Profi-Rider ebenso wie für jene, die sich erstmals im Wellenreiten versuchen wollen. Hier meine Surf-Empfehlungen im Schnelldurchlauf: Vom Flughafen in der Hauptstadt San José ist man am schnellsten am Jacó Beach. Es ist der populärste Strand des Landes, ihr seid in zwei Busstunden dort. Die Wellen sind hier nicht allzu groß und brechen eher langsam, deswegen ist dies ein guter Platz für Surf-Einsteiger, und in Jacó wird ohnehin an jeder Ecke Unterricht auf dem Brett angeboten. Abends ist man dort mitten im berüchtigten Party-Zentrum und kann mit Amis, Südamerikanern, Kanadiern und Einheimischen abfeiern. Nur fünf Kilometer von Jacó entfernt liegt Playa Hermosa. Nichts für Rookies. Hermosa ist nämlich bekannt für gefähr gefährliche Strömungen und „fast breaking beach-breaks“. Geübte Surfer haben jedoch auf den mindestens vier Meter hohen Brechern ihren Spaß. Ein Must-see ist der Spot Dominical. Für jeden. Hier gehen zwar nur erfahrene Surfer ins Wasser – aber die Kulisse dort muss man gesehen haben: ein schier unendlicher tropischer Palmen-Dschungel direkt am feinen Sandstrand … Von Dominical zu einer der längsten Wellen der Welt: Pavones. Wenn die mal in der Regensaison läuft – das ist von Mai bis
ACTION
GEAR
BEWEGTE ZEITEN
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Dieses Navi für Motorroller wird übers Smartphone gesteuert, zeigt Anrufe, warnt vor Radarkameras und kann auch mit Handschuhen bedient werden. Dank GPS mit Turn-by-Turn-Navigation sind auch Staus endlich passé. tomtom.com
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ACTION
GEAR
Dieser Mann entwickelt „Star Wars“-Hologramme mit seiner Geisteskraft.
DER KOPF DAHINTER Tristan Duke, 35 „Helft mir, Obi-Wan Kenobi, Ihr seid meine letzte Hoffnung.“ – Diese „Star Wars“-Szene machte Hologramme 1977 weltberühmt. „‚Star Wars‘ machte das Hologramm zum Alltagsbegriff“, sagt der Künstler Tristan Duke. Für seine handgravierte Special Edition einer Schallplatte mit dem Soundtrack von „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ – beim Abspielen erscheinen 3D-realistische Hologramme – erhielten Walt Disney Records und er den renommierten Clio Award. infinitylightscience.com
Vinyl mit Hologramm? Wie kommt man auf diese Idee?
Durch den amerikanischen HobbyWissenschaftler William Beaty. Er stieß in den 90ern auf einem Parkplatz auf ein zufälliges Hologramm, Licht in Form einer Hand über einer Motorhaube. Wahrscheinlich hatte jemand beim Polieren den Lack zerkratzt. Als Sonnenstrahlen auf die Kratzer trafen, formte ein Teil des reflektierten Lichts eine Hand. Die Sache ging mir nicht aus dem Kopf: Fotografie verhält sich zu Zeichnen wie Holographie zu … wozu? So kam ich zum „holographischen Zeichnen“, wie ich es nenne, dem Eingravieren von Mikroreflektoren und Rillen in eine Platte, über der somit durch Reflexion Hologramme erscheinen.
Du kratzt zur Tonspur eine Lichtspur in die Platte?
Könnte man so sagen. Jack White (Sänger der 2011 aufgelösten Rockband The White Stripes; Anm.) war der Erste, der diese Möglichkeit er-
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Dukes Hologramm-Muster werden in Schallplatten graviert. Tri≠t Licht auf die sich drehende Scheibe, erscheinen 3D-Bilder des Millennium Falken oder des TIE-Jägers.
Herkömmliche Hologramme entstehen durch Beschuss eines Objekts mit Laserlicht, die Reflexion wird auf hochauflösenden holographischen Film gebannt.
kannte. Er rief mich an und sagte: „Ich brauche so ein Hologramm auf meinem nächsten Album!“ Ich entwickelte also für „Lazaretto“ das Hologramm eines rotierenden Engels, der beim Abspielen der Platte erscheint.
lichen Blickwinkeln. Ich muss die Objekte vor meinem geistigen Auge abstrahieren. Und ich muss ziemlich gut in Geometrie sein, nur so können dreidimensionale holographische Zeichnungen gelingen.
So wurden die „Star Wars“Leute auf dich aufmerksam?
Und wieso sehen die echten Hologramme nicht so gut aus wie die im Film?
Genau. Als sie mich kontaktierten, war ich total aufgeregt. Weil ich wusste, wie perfekt Hologramme in die „Star Wars“-Welt passen. Das Schwarz des Vinyls ist auch der ideale Hintergrund, weil es wie der Weltraum wirkt. Bei „Lazaretto“ wirkten die Hologramme noch sehr zweidimensional, bei „Star Wars“ sieht es zum ersten Mal so aus, als würden tatsächlich dreidimensionale Objekte über der Platte schweben.
Wie transferierst du reale 3D-Objekte auf eine zweidimensionale Unterlage?
Erster Schritt sind Skizzen aus verschiedensten, auch sehr ungewöhn-
„Star Wars“ hat Erwartungen geweckt, die die Möglichkeiten der Holographie dramatisch übersteigen. Beim Fotografieren kriegst du ein unscharfes Bild, wenn die Kamera wackelt. Bei durch Laser erzeugten Hologrammen reichen mikroskopisch kleine Verschiebungen, und du hast gar kein Bild. Außerdem musst du Objekte im Maßstab 1:1 umsetzen: Wenn du den Ei≠elturm projizieren willst, brauchst du also eine genauso große Platte fürs Hologramm. Das ist das Schöne am holographischen Zeichnen: Ich muss nicht erst Objekte finden, sondern kann alles zeichnen, was ich mir vorstellen kann.
THE RED BULLETIN
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UHREN
Redaktion: Gisbert L. Brunner
UNTER DRUCK TAG Heuer Bundesliga
Die meisten Taucheruhren sind dank Gummidichtungen wasserdicht, aber diese wird erodieren. Warte sie jährlich.
Der Legende nach wurde die wasserdichte Armbanduhr am 21. Oktober 1927 geboren, als die Britin Mercedes Gleitze den Ärmelkanal durchschwamm und ihre Rolex Oyster auch am anderen Ufer noch intakt war. In der Realität scheiterte Gleitze (zum zweiten Mal in zwei Wochen), wurde gut zehn Kilometer vor dem Ziel aus dem Wasser gefischt und trug die Uhr nicht am Handgelenk, sondern an einem Halsband. Das ist entscheidend, weil Rolex den Erfolg mit der Schlagzeile „Die Wunder-Uhr, die den Elementen trotzt“ publik machte. Ob die Uhr dem Druck eines auf Wasser schlagenden Arms standgehalten hätte, ist fraglich. Wasserdichte wird anhand des Wasserdrucks gemessen und in Bar angegeben. 1 Bar entspricht rund 10 Meter Tiefe, was aber nicht heißt, dass eine 3-Bar-Uhr 30 Meter Tiefe scha≠t. Sie würde kaum Wasserspritzer aushalten, denn Strömungen und Körperbewegungen erhöhen den Druck auf die Uhr. Man braucht eine 5-BarUhr fürs Schwimmen und 10 Bar fürs Schnorcheln. Aber die meisten Taucheruhren werden gar nicht gekauft, um im Ozean zu bestehen: TAG Heuers Bundesliga-Uhr mit Armbändern in den 18 Vereinsfarben wur wurde für 20 Bar fit gemacht, wohl um dem Druck der Bayern-Offensive standzuhalten. tagheuer.com/de
WUNDER DER MEERE
Tiefenentspannte Tauch-Buddies
Certina DS Action Diver DS steht für Doppelte Sicherheit: ein System von O-Ring-Dichtungen in der Krone und im Gehäuse. Kratzfestes Saphirglas und ein verschraubter Boden machen sie zu einer echten Taucheruhr nach ISO6425-Standard. certina.com/de
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Citizen Eco-Drive Promaster Diver BN0150-10E Profi-Taucheruhr: Edelstahlgehäuse, verschraubte Krone, einseitig drehbare Lünette, 20 Bar Wasserdichte und ein die Taucheranzug-Manschette schonendes Kautschukband. citizenwatch.de
Mido Multifort Diver Two Crowns Das herausragende Feature dieser 42-Millimeter-20-Bar-Taucheruhr sind die zwei Kronen; die obere bewegt den TauchzeitDrehring. Die Ziffern sind dank weißer und oranger Superluminova auch in dunkelster Tiefe lesbar. www.midowatch.com/de
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ACTION
WHEELS
MOTORMERCH
Ferrari GTC4Lusso auf Dolomitenmission, hier sehr wahrscheinlich im vierten Gang
Accessoires mit den entscheidenden Zusatz-PS
Ein Bugatti für die Manschetten
VIERRARI, DIE ZWEITE
Ferrari hat sich mit dem sportlichen Fließheck-Modell selbst übertroffen, wie Shmee in den Dolomiten erfuhr. Der FF läutete bei Ferrari die Fließheck-Ära ein. Vier Sitze, Vierradantrieb – macht FF wie Ferrari Four. Beim Nachfolger ist es nicht anders, nur der Name klingt weniger knackig. GTC4Lusso. Jetzt mal ehrlich: warum nicht FF2? Auf den kurvenreichen Straßen der Dolomiten bewährt sich eine weitere Vier, nämlich die Vierradlenkung: Bei niedriger Geschwindigkeit lenken die Hinterräder in die entgegengesetzte Richtung der Vorderräder, diese Korrektur sorgt für engeren Wenderadius, mehr Grip und weniger Untersteuern. Bei höherer Geschwindigkeit lenken die Räder in dieselbe Richtung, was mehr Stabilität bringt. Das neue Auto ist kraftvoller als der FF – von null auf hundert in 3,4 Sekunden –, aber im Komfortmodus auch sanfter. Die Gasannahme ist weicher, die Lenkung entspannter, die Klimaanlage leiser. Dieses Auto verdient die Bezeichnung GT, das muss man dem Namen lassen. Ich fahre ja nicht oft im Komfortmodus; in neun Monaten habe ich 13.000 Kilometer mit meinem FF zurückgelegt, meistens im Sportmodus. Aber nach der herrlich seidigen Power, die ich in den Dolomiten erfahren durfte, könnte ich mich glatt zum Tausch überreden lassen. Und es gibt sogar eine automatische Heckklappe! ferrari.com
Tim Burton – Spitzname Shmee150 – ist einer der bekanntesten SupercarKenner in den sozialen Medien. Jetzt stellt er seine Expertise The Red Bulletin zur Verfügung. Shmees kompletten Fahrbericht gibt’s auf redbulletin.com.
Du suchst passende Manschettenknöpfe zu deinem Veyron? TMB Art Metal schnappt sich alte VeyronFelgen und macht daraus diese mit Bronze umrandeten Aluminium-Hingucker. tmbartmetal.com
Aston Martin by Hackett Jetzt kann 007 all seine Einkäufe in einem Laden erledigen. Die „Aston Martin von Hackett“-Herbst/Winter-Kollektion führt zum Beispiel gegurtete Feldjacken aus Leder mit schraffierten Knöpfen im Stil eines Oldtimer-Kühlergrills. hackett.com
VERDIENTE RENNSTREIFEN
FERRARI S.P.A.
Mini John Cooper Works: Spaß, schnell, wendig. John Cooper machte 1964 den Ur-Mini zum Sieger der Rallye Monte Carlo. Heute ist jeder John Cooper Works auf Performance getrimmt, was das jüngste Modell einigermaßen autoritär beweist: 231 PS, 1280 kg, von null auf hundert in 6,3 Sekunden, 246 km/h Spitze. Aber nackte Zahlen allein genügen nicht, ein Mini muss bekanntlich schnell sein und Spaß machen. Dieser
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hier tut das. Fährt sich genau so, wie man es von einem Auto mit Rennstreifen auf der Motorhaube erwartet, präzise Lenkung und kurzer Radstand sorgen für Wendigkeit. Innen gibt es optional ein Head-up-Display und farblich an den Fahrstil angepasste Details. Der rote Sportmodus mit Drehzahlmesser etwa lässt den Motor sehr entschlossen schnurren. mini.com
Shmee150-App Unser Mann bleibt auf der Spur. Begleite Tim Burton mit dieser App, wenn er in 360-Grad-Videos die Supercars dieser Welt testet. Du erhältst die aktuellsten Showberichte, Updates und Links zum Shmee150-Store. shmee150.com
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ACTION
MEDIA WIE BITTE?
In „Arrival“ muss die Menschheit eine AlienSprache entschlüsseln. Haben wir schon getan. Können wir.
Klingonisch („Star Trek“) Die populäre Sprache hörte man zum ersten Mal in „Star Trek: Der Film“. James Doohan („Scotty“) erfand die ersten Laute und Worte, Linguist Marc Okrand machte daraus eine Sprache. Schönster Satz: „’IwlIj jachjaj!“ (Ein Trinkspruch, der sich mit „Möge dein Blut schreien!“ übersetzen lässt.)
„Assassin’s Creed“ wagt mit Michael Fassbender den Sprung auf die ganz große Leinwand.
TODESSPRINGER
„Assassin’s Creed“ bringt Kletterei und Häusersprünge der Games ins Kino. Michael Fassbenders Stuntdouble Damien Walters erzählt, wie man sich als Einspringer fühlt. Wie wird man Michael Fassbenders Stuntdouble? Mein Freund hat die Stunts am Film koordiniert. Ich war schon immer ein Fan der „Assassin’s Creed“-Reihe, es hat mich extrem gefreut, dabei sein zu können. Ich verbrachte jeden Tag mit Michael, wir machten Kampftraining, übten an den Drahtseilen. Wir kamen super miteinander aus. Ein toller Typ! Wie fühlt es sich an, eine Figur aus einem Computerspiel ganz ohne Computergrafik in die reale Welt zu holen? Justin Kurzel, der Regisseur, wollte möglichst echt und natür natürlich anmutende Bewegungen, also arbeiteten wir nur selten mit Drahtseilen – die Sprünge waren real. Seine Idee war, dass ich mich ein wenig fürchten solle, damit es noch echter wirkt. Es ging alles gut, aber von Dach zu Dach sprangen wir in 20 Meter Höhe. Am Boden lag zwar ein großes Luftkissen, aber runter runterstürzen muss dennoch nicht sein. Erzähl vom Signature-Sprung des Games, dem Leap of Faith, Todessprung. Bei der Landung hast du fast 100 km/h drauf! Es gibt nicht viele Leute, die sich das antun. Wegen meiner großen Erfahrung entschieden wir uns, den Sprung in echt zu drehen. Ich probte aus 30 Metern. Ging okay. Dann erfuhr ich, dass wir für den Dreh noch weiter raufgehen. Die Sache hätte leicht schiefgehen können. Der tiefe Fall ist gar nicht das Problem, aber man muss flach auf dem Rücken landen – unbedingt. Denn nach 40 Metern freiem Fall wirst du in drei Metern auf null gebremst. Wer da sein Gewicht nicht gleichmäßig auf den Rücken verteilt, hat ein Problem. Allein die Tatsache, dass man auf dem Rücken landet, ist heftig genug. Mann, was für ein Wumms. Was spielt sich kurz vor so einem Sprung im Kopf ab? „Triff mal lieber das Landekissen, Alter, sonst ist es aus …“
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HALTUNGSNOTE 1
Drei Signature-Stunts, die dem Leap of Faith das Wasser reichen. Bruce Lees One-Inch-Punch Der Fauststoß aus nächster Nähe – 1964 von Bruce Lee erstmals präsentiert – wurde Teil der Legende um die MartialArts-Ikone. Vierzig Jahre später belebte ihn Uma Thurman bei ihrer Sargflucht in „Kill Bill – Volume 2“ wieder. Jean-Claude Van Dammes Helikopter-Kick Der 360-Grad-Tritt gehört in jedes gute Prügelspiel, in echt zelebriert ihn aber niemand wie der ehemalige Karate-Champion Van Damme – etwa in „Bloodsport“. (Aber leider nicht zuletzt in seiner Bier-Werbung.) Tom Cruise hängt rum Wo Tom Cruise draufsteht, ist Tom Cruise drin. Der kleine große Star hat keinen Bock auf Vertretung durch Stuntmänner, ganz besonders in seinem HitFranchise „Mission: Impossible“. Ob an Züge, Wolkenkratzer oder abhebende Flugzeuge: Für eine gute Action-Szene wird Tom richtig anhänglich.
Gunganisch („Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“) Wenig weiß man über die Entstehung des Gunganischen, eines entfernten Englisch-Dialekts. Angeblich ließ sich George Lucas von Söhnchen Jett inspirieren. Gut zu wissen: „Mesa greeting. In peles mesa comen.“ („Grüße. Ich komme in Frieden.“)
Göttliche Sprache („Das fünfte Element“) Luc Besson und Milla Jovovich arbei arbeiteten am Dialekt ihres Charakters Leeloo für den 1997er-Film, indem sie sich in der göttlichen Sprache am Set unterhielten. Leider blieb nicht viel mehr hängen als Jovovichs „Mul-tipass“. Gut zu wissen: „Mu fryesh akta simoulai“ heißt in etwa: „Du hast mich grad ziemlich angepisst.“
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KERRY BROWN, TWENTIETH CENTURY FOX, GETTY IMAGES (2)
FILM
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ACTION
MEDIA
PLAYLIST PIXIES
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Was haben Nirvana, Radiohead, Blur und The Strokes gemeinsam? Sie wurden alle von derselben Band beeinflusst: den Pixies. Kurt Cobain sagte einmal, dass „Smells Like Teen Spirit“ sein Versuch war, einen Song im Stil der Bostoner Band zu schreiben. Mit ihrem einzigartigen Zugang zur Indie-Musik der Achtziger – einer Kombination aus Surf-Rock, eingängigen Pop-Melodien und NoiseElementen – schuf das Quartett Hymnen wie „Gigantic“ und „Where Is My Mind?“. Zur Feier ihres sechsten Albums „Head Carrier“ nennt uns Gitarrist Joey Santiago fünf Tracks, die den legendären Pixies-Sound prägten. pixiesmusic.com
MUSIC IN FILM
Neu!
„Purple Haze“
„Super“
„Wegen Jimi Hendrix fand ich zur Gitarre. Als ich Aufnahmen seiner Shows sah, dachte ich, die Gitarre wäre Teil seines Körpers. Ich liebe sein Debüt (‚Are You Experienced‘), besonders diesen Song, hauptsäch lich wegen dem Anfangsakkord (E7#9), alias ‚HendrixAkkord‘. Der ist die geheime Zutat in Pixies Songs wie ‚Tame‘. Der Akkord klingt schräg; du weißt nicht, ob er eine Frage stellt oder dir eine Antwort darauf gibt.“
„Gitarrist Michael Rother gründete diese Band, als er Kraftwerk ver lassen hatte. Man erwartet Syn thesizer, und dann läuft dieser ProtoPunkSong voller Energie, so aggressiv – sie schreien die ganze Zeit –, und, das Wichtigste daran, der Song ist so einfach. Zwei Akkorde und kein einziger zu viel. Genial! Ich bin überzeugt, wer für ein Riff mehr als fünf Noten braucht, ist einfach ein fauler Sack.“
Jack Nitzsche
Them
„The Lonely Surfer“
„One Two Brown Eyes“
„Ich war nie ein Surfer, aber als ich jung war, hatte der instrumentale SurfRock der 1960er großen Ein fluss auf mich. Ganz groß ist dieses Stück von Jack Nitzsche, den man eher wegen seiner Produktions und Arrangierarbeit für Neil Young und die Stones kennt. Die Bariton Gitarre und die HornPassage hören sich an wie eine riesige Welle, die auf einen zukommt – majes tätisch und wunderschön.“
Canned Heat „Poor Moon“ „Dieses Juwel ist fast fünfzig Jahre alt und fasziniert mich noch immer, vor allem der BackgroundGesang, der ein bisschen klingt wie Kermit der Frosch. Etwas ganz Ähnliches haben wir bei unserem Song ‚River Euphrates‘ gemacht. Davon abge sehen liebe ich die TremoloGitarre – sie schafft diesen genialen Effekt, als würde jemand den Lautstärkeregler ständig rauf und run ter drehen, fast wie eine Welle im Ozean.“
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„An diesem GarageRockSong liebe ich das Zusammenspiel von Gesang und Gitarre. Van Morrison singt: ‚Gonna cut you down to my size‘, und die Gitarre reagiert mit einem Sound, der sich wie ein schneidendes Messer anhört. (Ich hab diese Technik in vielen Pixies Songs verwendet, etwa in ‚Dead‘.) Die Lyrics haben mich an die Duschszene in ‚Psycho‘ erinnert, also schuf ich ein Riff, das zur kultigen Messerattacke passt.“
EARL SWEATSHIRT Sei dabei, wenn Rapper und OddFutureMitglied Earl Sweatshirt das Mikrofon auf Red Bull Music Academy Radio übernimmt, bizarren Jazz spielt, mit Freunden wie Knxwledge spricht und neues Material releast. Jeden 4. Freitag, 21 Uhr
GADGET
The Lyric Speaker Keinen Plan, was in deinen Lieblingssongs so gesungen wird? Dann ist der Lyric Speaker dein Ding. Der Laut sprecher mit WiFiAnbindung synchronisiert mit einer Datenbank aus 120 Millionen Tracks und zeigt die Song texte auf einem lichtdurchlässigen LCDScreen an. Plus: Das Teil analysiert Genre und Song stimmung und passt das Display ent sprechend an. lyricspeaker.com
KINDNESS Begleite den britischen Indie popDarling auf einen akusti schen Roadtrip, bei dem er seine Idole trifft – von Pop star/Producer Dev Hynes bis HipHopFotograf Eric John son – und über Kunst und Leidenschaft spricht. Jeden 4. Donnerstag, 23 Uhr
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TRAVIS SHINN, PIAS RECORDINGS, BACKROOM ENTERTAINMENT, TORVIOLL JASHARI, PHILIP COSORES / RED BULL CONTENT POOL
Jimi Hendrix
Filmkomponist Brian Reitzell („Lost in Translation“, „Han nibal“) analysiert die Kunst des Filmmusikschreibens, spricht mit Regisseuren wie Gaspar Noé und diskutiert den Score von Kultstreifen wie „Apokalypse Now“. Jeden 1. Montag, 21 Uhr
MEDIA WORLD ENTDECKE EINE NEUE WELT
MEDIAWORLD.REDBULL.COM
ACTION
„Als ich sagte, ich möchte mit dem Kajak die Niagarafälle runter, waren einige wenige begeistert. Die meisten hielten mich schlicht für verrückt.“ Rafa Ortiz, Kajak-Extremist
Der US-amerikanische Wildwasser-Spezialist Evan Garcia gehörte beim Dreh von „Chasing Niagara“ zu Ortiz’ Team.
DAS LÄUFT IM DEZEMBER
GEGEN DEN STROM
Per Kajak über die Niagarafälle, der König der Breakdancer, inspirierende Erfinder: Das sind nur drei der Highlights dieses Monats auf Red Bull TV.
CHASING NIAGARA FILM PREMIERE AM 25. DEZEMBER, 21:00 Rafa Ortiz (MEX) träumt davon, sich in seinem Kajak die Niagarafälle hinunterzustürzen. Drei Jahre lang bereitet er sich darauf vor. Der Film begleitet ihn auf der Reise von Mexikos Regenwäldern zu Nordamerikas spektakulärsten Wasserfällen – zum Höhepunkt des größten Abenteuers seines Lebens.
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MEDIA RED BULL TV-HIGHLIGHTS
RED BULL BC ONE WORLD FINAL LIVE 3. DEZEMBER
Kann der amtierende Champ Victor (USA; Bild) den Titel verteidigen? Beim Breakdance-Showdown in Nagoya rauchen wieder die Köpfe.
DISTANCE BETWEEN DREAMS FILM 19. DEZEMBER, 22:00
SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL Red Bull TV ist ein innovativer Multi-Platform-Channel mit unterhaltsamem, inspirierendem Programm abseits des Alltäglichen. Red Bull TV ist auf einer Vielzahl von Geräten jederzeit und überall zu sehen.
Alle Infos: www.redbull.tv
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MARCOS FERRO/RED BULL CONTENT POOL (2), LANE JACOBS/RED BULL CONTENT POOL, NIKA KRAMER/RED BULL CONTENT POOL, SHANE GRACE, PETER HAMBLIN, RED BULL TV
Surf-Legende Ian Walsh stellt sich gemeinsam mit seinen Brüdern den von El Niño gewaltig aufgetürmten Wellen im Pazifik. Ein Abenteuer, das Surfen zumindest aufs nächste Level hebt.
THE RIPPLE EFFECT: STAFFEL 2 SERIE 12. DEZEMBER, 21:00
Die sensationell erfolgreiche Serie ist zurück: mit Unternehmern, Erfindern, Vor- und Querdenkern, die Technologien, Medien und Jugendkultur prägen.
SKY TRIPPERS SERIE 26. DEZEMBER, 21:00
Guten Flug: In dieser Eigenproduktion brechen drei der weltweit besten Motorschirm-Piloten zu einer Expedition durch Südostasien auf. Dabei erkunden sie einige der entlegensten Regionen und faszinierendsten Kulturen der Welt.
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ACTION
EVENTS SAVE THE DATE Weitere Pflichttermine in den nächsten Wochen
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November Manillio
Spengler Cup 2015: Szene aus Mannheim gegen Jokerit (5:3)
26. Dezember Spengler Cup Davos, Eisstadion
Bis 15. Januar 2017 Christian Herdeg Zürich
Zürich, Gebiet Allmend
Der Zürcher Christian Herdeg ist ein Pionier der Lichtkunst. Bereits in den 1970ern experimentierte er mit farbenfrohen Leuchtstoffröhren, heute interessiert ihn vermehrt die platzsparende LED-Technik. Die Ausstellung „Christian Herdeg – Lyrical Minimalism“ zeigt bis zum 15. Januar 2017 einen Querschnitt durch die stimmungsvollen Werke, die mit ihrer „Neon-Ästhetik“ an die Filme von Nicolas Winding Refn („Drive“, „The Neon Demon“) erinnern. hauskonstruktiv.ch
Ohne den Mann würden wir immer noch Witzebücher lesen, statt über Web-Phänomene wie „Doge“ oder „Nyan Cat“ zu lachen. Sir Tim BerBer ners-Lee (o.) ist der Begründer des World Wide Web und Speaker beim WORLDWEBFORUM in Zürich am 24. und 25. 1. Dort wird er wie Pixar-MitPixar-Mit begründer Ed Catmull oder der früfrü here Barack-Obama-Berater Jeff Eggers schlaue Dinge zum digitalen Wandel sagen. Erwartet werden über 1000 Gäste. worldwebforum.com
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Lichtspiele: „Temptation“ (2016)
Das aufstrebende Label Dark Blue bringt mit Niconé & Sascha Braemer einen weiteren extrem tanzbaren TechHouse-Act in die Zürcher Location Kaufleuten. Mit im DJ-Trolley haben sie neben den „Stil vor Talent“-Nummern natürlich auch den Hammertrack „Caje“. kaufleuten.ch
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Dezember FIS-WeltcupSkispringen Engelberg sieht am 17./18. Dezember nach dem Umbau der GrossTitlis-Schanze erstmals ein Nachtspringen. An Anfeuern kann man das Schweizer Team um Si Simon Ammann und – im Festzelt – die Mundart Mundartgruppe ChueLee. weltcup-engelberg.ch
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EQ IMAGES/PASCAL MULLER, REMY STEINEGGER
Bereits erö≠net: Gigathlon-Anmeldung
24. und 25. Januar Worldwebforum Zürich
9
Dezember Dark Blue
Die 90. Auflage des Spengler Cups vom 26. bis 31. Dezember lockt neben den zwei ge setzten Teams – Gastgeber HC Davos sowie Team Canada – auch die Mannschaften von Avtomobilist Yekaterinburg (RUS), HK Dinamo Minsk (BLR), Mountfield HK (CZE) und Vor jahresfinalist HC Lugano (knappe 5:6Niederlage im Endspiel gegen Team Canada) aufs Eis. Holt sich 2016 wieder ein Schweizer Vertreter den Pokal? spenglercup.ch
Keine Angst, bis zum nächsten Gigathlon dauert es noch. Anmelden kann man sich für die 2017er-Auflage in und um Zürich aber bereits heute. Die Plätze sind ebenso begehrt, wie die Eckdaten herausfordernd sind: Vier Wechselzonen, 10 Etappen, 355 Streckenkilometer, 6980 Höhenmeter. Gut, dass man den Gigathlon in den Disziplinen Schwimmen, Velofahren, Biken, Laufen und City Trailrun vom 7. bis 9. Juli 2017 auch im „Team of Five“ absolvieren kann. gigathlon.com
Mundart-Rapper Manillio geht auf SchweizTour mit Terminen von Jona bis Lenzerheide. Zu hören gibt es die Hits des Solothurners, allen voran „Monbijou“, aber auch melancholischere Nummern wie „Aues Gloge“, die neue Single aus dem Nummer-einsAlbum „Kryptonit“. manillio.com
ACTION
HOW TO
WIE DU KOPFÜBER AUS EINER ZWANGSJACKE KOMMST Das Geheimnis hinter Houdinis Jahrhundert-Trick Am 6. November 1916 versammelten sich hunderte Menschen an einer Straßenecke in Pittsburgh, um einem Mann dabei zuzusehen, wie er sich in 15 Meter Höhe, kopfüber an einem Kran baumelnd, aus einer Zwangsjacke befreite. Es war Harry Houdini – das Kunststück gelang, die Menge war begeistert, der Entfesselungskünstler war die Sensation der Stunde. Bis heute begeistern Zauberkünstler das Publikum mit Houdinis Trick. Am 100. Jahrestag wird der Magier Lee Terbosic das Kunststück an genau jener historischen Straßenecke vorführen. Aber zuerst erklärt er hier, wie’s geht. houdini100.com
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Mach Platz
„Während sie dich in die Zwangsjacke stecken, atme tief ein. So lassen sich die Gurte nicht komplett festziehen, die Jacke sitzt lockerer. Außerdem achte auf deine Arme. Sie werden ja an deinen Körper gebunden, als würdest du dich selbst umarmen. Während das geschieht, drück sie von deinem Körper weg. So schaffst du ein paar Zentimeter Platz, die dir später dabei helfen, dich aus der Jacke zu befreien.“
MARK THOMAS
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Bleib ruhig
„Bleib cool, auch wenn du in der Jacke natürlich ein mulmiges Gefühl hast. Wild gegen die Jacke anzukämpfen kostet sinnlos Kraft. Führ deine rechte Hand ruhig zur linken Schulter. Hebe deinen Ellbogen, so entsteht Platz unter der Ellenbeuge, unter den du deinen Kopf schiebst. Dabei verdreht es dir ziemlich den Hals, sogar ich zerrte mir die Halsmuskeln schon ein paar Mal. Sobald du den Kopf unter der Armbeuge durchgeschoben hast, lösen sich die Ärmel, und du kannst deine Hände bewegen. Greif durch den Stoff nach den Schnallen um Hintern und Nacken und löse auch sie. Dann musst du die Jacke nur noch ausziehen.“
THE RED BULLETIN
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Übe die Position
„Die Position ist kopfüber fürs Publikum natürlich viel beeindruckender, aber sie ist – ab gesehen von der Belastung für die Sprunggelenke – sogar einfacher. Denn die Schwerkraft hilft dir bei jenen Bewegungen, die im Stehen mehr Eigenkraft erfordern. Sieh dir alte Videos von Harry an. Wie ein Fisch an der Leine, er zappelt nur, um sich Bewegungsspielraum zu schaffen. Du musst deinen Körper darauf vorbereiten, damit er nicht bewusstlos wird, wenn du längere Zeit kopfüber hängst. Ich übe die Kopfüber Kopfüber Position auf dem FitnessstudioRückentrainer 10 bis 15 Minuten am Stück.“
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Werde fit
„Du musst nicht sehr ge lenkig sein, aber elastisch. Und es hilft, wenn du in Form bist. Dich aus dem Ding zu zwängen ist wie ein Workout. Ich war früher ein wenig dicker: Da wusste ich zwar auch, wie es geht, war aber immer außer Atem.“
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Zur Not: schwindle
„Es gibt präparierte Zwangsjacken mit ge bogenen Gurten, die sich leicht lösen lassen. Um als Zuschauer den Fake zu erkennen, müsste man ein Experte sein: Man muss auf die Art achten, wie der Zauberkünstler die Arme in den Ärmeln bewegt – für einen Laien unmöglich. So eine präparierte Jacke eignet sich aber nicht nur gut fürs Schwindeln, sondern auch gut fürs Üben. Welche Jacke ich verwende? Eine originale PsychiatrieZwangsjacke. Solche werden nicht mehr in Serie gefertigt, aber du kannst dir eine maßschneidern lassen. Absolute Königsdisziplin, die erlaubt keine faulen Tricks.“
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Nintendos Superstar rockt den Big Apple Dass Nintendo seinem Klempner ein spezielles iPhone-Abenteuer spendiert, ist eine kleine Sensation. „Super Mario Run“ ist eine Mischung aus Jump ’n’ Run und Endless-Runner und lässt sich komplett einhändig spielen. Du tippst nur auf den Bildschirm, um zu springen. Für iOS; supermariorun.com 91
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Ballverliebt
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An „ReCore“ arbeiteten Entwickler von „Mega Man“, „Metroid Prime“ und „Destiny“. Baller auf einem Wüstenplaneten Blechdosen nieder und löse Rätsel mit einer tierischen RoboCrew. Für Xbox One, PC; recoregame.com
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THE RED BULLETIN
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R E A D Y, S E T - U P, P L AY Alles, was du für die Konsole und das Heimkino deiner Träume brauchst.
Feiner Unterschied Die neue PlayStation 4 Slim ist kleiner, leiser und stromsparender als das Original. Die PS4 Pro kostet mehr, beherrscht aber 4K-Ausgabe, zeigt mehr Grafikdetails bei optimierten Spielen und ist VR-zukunftssicher. playstation.com/de-ch
Willkommen, Winter!
Im Schnee spielen – wie in echt. „Steep“ macht Normalsterbliche zu virtuellen Extremsportlern. Entdecke mit Snowboard, Ski, Wingsuit und Paragleitschirm eine gigantische Alpenwelt. Online fährst und fliegst du mit anderen um die Bestzeit und zeichnest alles mit deiner Ingame-GoPro auf. Für PS4, Xbox One, PC; steep.ubisoft.com/game/de-DE/home
Viel auf dem Kasten Das S in Xbox One S könnte für „Super“ stehen: Sie ist kleiner als das Original und zugleich ein UHD-Blu-ray-Player, kommt mit 2-TerabyteFestplatte und Wireless-Controller mit doppelter Reichweite (bis zu 12 Meter). xbox.ch
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König der Straße
Kampf der Titanen
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In „Forza Horizon 3“ heulen die Motoren von über 350 Autos – vom BMW Isetta bis zum Lamborghini Centenario. Superer Open-WorldRacer in unverbrauchtem Australien-Setting. Für Xbox One, PC; forzamotorsport.net
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VIRTUAL REALITY Das Virtual-Reality-Zeitalter wurde dieses Jahr eindrucksvoll eingeläutet. Hier die Vorboten der neuen Ära, die uns in immer fantastischere Welten eintauchen lassen.
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VRsprung
Bei der Bildqualität ist die HTC Vive auf Augenhöhe mit der Oculus Rift (rechts). Vorteil Vive: zwei Handcontroller und zwei Raumsensoren, die WohnzimmerBewegungen ins Spiel integrieren. Vorher die Ming-Vase wegräumen! vive.com/de
Oculus Rift wurde 2012 per KickstarterKampagne (2,4 Millionen Dollar) finanziert und löste den VR-Boom aus. Kommt mit Xbox-One-Gamepad, ein Touch-Controller ist angekündigt. oculus.com
Ab hinters Steuer
Baumeister
Festhalten
Rase in „Driveclub VR“ mit 80 Rennautos über 114 Tracks oder erkunde im Cruise-Modus entspannt die Gegend. Top-Runden kann man als virtueller Passagier vom Beifahrersitz aus genießen. playstation.com/de-ch
In der surrealen „Fantastic Contraption“-Welt müssen fantastische Maschinen gebaut und Puzzles gelöst werden. Freunde geben sich die LSD/Kiffer-Bastelstunde (samt grüner Katze!) von der Couch. fantasticcontraption.com
Freeclimbing über den smaragdgrünen Gewässern der Ha-Long-Bucht in Vietnam, auf Alpen-Klettertour, abhängen im Grand Canyon: Manchmal vergisst man, dass „The Climb“ nur ein Spiel ist. theclimbgame.com
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THE RED BULLETIN
E-SPORTS
THE RED BULLETIN GAMES SPECIAL
Geld fürs Zocken? Was wie ein wilder Traum klingt, ist für professionelle Gamer lukrative Realität. Diese Titel bringen den Spielern (und vielleicht bald auch dir) Ruhm und Reichtum.
CHAMPIONS LEAGUE Wie jeder Profi braucht auch der E-Sport-Athlet perfektes Equipment, um mitzuhalten.
Hört ihr die Signale Bei Gaming-Wettkämpfen darf dir kein Geräusch entgehen. Das komfortable Headset HyperX Cloud Revolver bietet deshalb großen Klangraum mit extra Tiefe und Weite. Damit hört man Gegner auch, wenn sie weiter weg sind. hyperxgaming.com/de
Trendsetter
Cool bleiben
Das Game für die Watchlist
Die meisten Laptops erhitzen beim ProfiGaming viel zu schnell. Das ASUS ROG G752VS hat ein Vapor-Chamber-Kühlsystem, das die VR-taugliche Hardware auch bei Höchstleistung nicht ins Schwitzen bringt. Heiß ist nur die rot beleuchtete Tastatur. asus.com/de
Seit dem Launch im Mai sorgte der Team-Shooter „Over„Over watch“ für Furore in der E-SportSzene. Kein Wunder, kommt er ja von den Machern von „StarCraft II“, einem lange Zeit prägenden Titel im Profi-Gaming. Die OverOver watch Open im September hatten einen Preispool von 300.000 Dollar. playoverwatch.com/ de-de
Supermaus Die M65 PRO RGB hat einen optischen Sensor mit 12.000 dpi für präzises Zocken, gleitet gut über jede Oberfläche und kann mit Gewichten an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Plus: Alle Tasten lassen sich über die Corsair Utility Engine (CUE) frei belegen. corsair.com
Kampferprobt
Eine Liga für sich
Wie seine Vorgänger gehört auch „Street Fighter V“ zu den beliebtesten Beat-’em-ups. Beim Evo-2016-Turnier im Juli ging der beste von 5107 Teilnehmern mit rund 50.000 Dollar heim. streetfighter.com
Im August sahen über eine Million Twitch-Fans das Championship-Series-Finale von „Rocket League“ (ballspielende Raketenautos). In der zweiten Saison werden 250.000 Dollar ausgespielt. rocketleaguegame.com
THE RED BULLETIN
Tastsinn Die beleuchteten Tasten der Logitech G910 Orion kann man nicht nur mit Spielbefehlen programmieren, sie lassen sich auch 25 Prozent schneller als herkömmliche Tasten drücken. Gibt dir den entscheidenden Vorsprung. gaming.logitech.com/de-ch
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THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Editorial Director Robert Sperl
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Die Kombination aus intensivem Workout und motivierender Musik im Ohr ist für viele Sportler zu einer unverzichtbaren Trainingsmethode geworden. Panasonic stellt den Sportlern die nächste Generation kabelloser Bluetooth-Modelle vor. In-Ear-Kopfhörer, die selbst bei intensiven Laufeinheiten nicht verrutschen. Das gewährleistet der flexible Ohrbügel, der sich fest ans Ohr schmiegt und für Stabilität sorgt. Dank der hochwertigen BluetoothÜbertragung zieht auch die Soundqualität bei jeder Trainingseinheit mit. Verkaufspreis: ab CHF 99.90 www.panasonic.com/ch
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VIU TITAN
Das VIU Angebot aus Korrektur- und Sonnenbrillen wird um zwei Modellformen aus reinem Titan erweitert. Wurde die komplette VIU Kollektion bislang in einem Familienunternehmen in den italienischen Dolomiten aus Baumwollacetat handgefertigt, wagt sich VIU nun mit Titan auf die japanische Insel Honshū. Dort wird jedes Titan-Modell in mehr als 200 Arbeitsschritten in einem japanischen Traditionsbetrieb von Hand gefertigt. www.shopviu.com 4
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„So eine Chance kriegst du nie wieder.“ Die Film-Doku „Under an Arctic Sky“ folgt sechs Surfern bei ihrer Suche nach unentdeckten Spots an Islands Eisküsten. Weil die Sonne nur vier Stunden scheint, starten die meisten ihrer Sessions nachts. Das Bild zeigt US-Longboarder Justin Quintal kurz nach Sonnenuntergang. Als einer der ersten Profis überhaupt surft er den Spot im Schein des Nordlichts. Film-Premiere: www.underanarcticsky.com
DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 13. DEZEMBER 2016. 98
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CHRIS BURKHARD
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Longboarder Justin Quintal, 26, nutzt Islands Nordlicht als Spot-Beleuchtung.
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