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The Red Bulletin Dezember 2015 - DE

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DEUTSCHLAND

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

BEST OF

2015

DIE DIGITALE

REVOLUTION

Momente, in denen die Welt stillstand

2016 wird ein großes Jahr für Gamer

IM ZENTRUM

DER NACHT

New York Citys legendärster Club

€ 2,50 DEZEMBER 2015

ACTION MAN

„Everest“-Star JASON CLARKE stellt Abenteuer über Ruhm


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DIE WELT VON RED BULL

36

VIEL FREUDE MIT 860 PS …

… hatte Jason Clarke am Steuer eines einzigartigen SUV bei unserem Covershooting nahe Los Angeles.

MICHAEL MULLER (COVER)

WILLKOMMEN Die Helden unseres Heftes leisten Außer­ gewöhnliches, weil sie außergewöhnliche ­Zugänge zum Leben haben. Zum Beispiel „Everest“-Star Jason Clarke (Seite 36): „Du musst nur richtig Gas geben. Dann wird es geil.“ Oder K ­ ilian Kleinschmidt, langjähriger Flüchtlings-Sonderbeauftragter (S. 46): „Man kann mit jedem Menschen Synergien schaffen. Egal ob mit John Kerry oder einem jordanischen Brief­ träger.“ Und John Lydon, den man auch als Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten kennt (S. 49): „Wir können froh sein, überhaupt am Leben zu sein.“ Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion THE RED BULLETIN

„In die USA zu gehen war eine Allesoder-nichtsSache. Ich hatte keinen Plan B.“ JASON CLARKE, SEITE 36

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DEZEMBER 2015

Pete Henke Deutschlands bester MTB-Freerider

Philip Köster Surf-Weltmeister

58

Ken Roczen Motocross-Weltmeister

BLEIB HUNGRIG!

Manual für High Performer: Fünf Ausnahme-Athleten verraten, wie sie sich den Erfolgshunger erhalten.

AUF EINEN BLICK BULLEVARD 14 BEST OF 2015  Momente, in denen die Welt stillstand.

FEATURES 36 Jason Clarke

Der australische „Everest“-Star zieht Abenteuer dem Ruhm vor.

PUNK-STAMMESÄLTESTER

John Lydon, den meisten eher geläufig als ­Sex‑Pistols-Legende Johnny Rotten, über Leben, Mut und Freiheit.

92 GAMING SPECIAL

52 Freeriden auf Onekotan

Gregory Porter, Kilian Kleinschmidt, Little Simz, John Lydon.

2016 wird ein großes Jahr für Gamer. Wir zeigen die spannendsten Spiele und Trends der nächsten zwölf Monate.

Ein Freeski-Trip auf die Vulkaninsel Onekotan südlich von Kamtschatka.

58 „Wild Ones“

Fünf Ausnahmesportler, die sich mit Erreichtem nie zufriedengeben.

68 Webster Hall

Eine Nacht in Manhattan in New Yorks legendärstem Nightclub.

ACTION!

68 IM ZENTRUM DER NACHT

Al Capone lieferte den Schnaps, Skrillex ließ die Rohre platzen. Die Webster Hall ist New Yorks legendärster Nightclub. 6

52 DIE INSEL AM ENDE DER WELT

Wie sieht der optimale Ort für eine Erstbefahrung per Ski aus? Genau so wie hier auf der Insel Onekotan.

75 SEE IT. GET IT. DO IT.  Reise, Gadgets, Filme, Musik und Motor. 92 SALES SPECIAL  Game Zone 104 READ BULL  David Schalko 110 MAGIC MOMENT  Makes you fly

THE RED BULLETIN

SUZUKI RACING, CHRISTOPH LAUE, WEBSTER HALL, PAUL HEARTFIELD, JONAS BLUM

49

44 Heroes des Monats


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THE RED BULLETIN BACKSTAGE DEZEMBER 2015

CONTRIBUTORS MIT AN BORD

O≠road-Racer: Clarke, Acer, Redakteur Andreas Tzortzis und Fotograf Michael Muller (v. li.)

Mit dem Phantom durch die Wüste Er spielte den Verhörspezialisten im Oscar-prämierten Drama „Zero Dark Thirty“ und Rebellenführer John Connor in „Terminator: Genisys“. Dass sich Hollywood-Star Jason Clarke auch in einem 860-PS-Offroad-Truck wohl fühlt, bewies er beim Red Bulletin-­ Shooting im kalifornischen Hungry Valley nördlich von Los Angeles. Den Truck für das Shooting borgten wir uns von einem weiteren Motor-Freak: Robert Acer, mysteriöser Multimillionär und Rennfahrer, der seinen Helm selbst in der Wüste kein einziges Mal abnahm. Sein Rat an Clarke, was der aber selbst rausfand: „Je schneller du das Ding fährst, desto leichter lässt es sich lenken.“ Steigen Sie ein, ab Seite 36.

DAVID SCHALKO

Der Wiener Regisseur und Buchautor schuf Kultserien wie „Braunschlag“ und gab bislang drei Romane heraus. In der fürs Red Bulletin verfassten Shortstory erzählt er von Wohnungssuche und kaputten Ehen. Seite 104.

RED BULLETIN WELTWEIT TOM EAST

Der britische Journalist schreibt seit 17 Jahren über Gaming und E-Sports, zum Beispiel für das „GamesMaster“Magazin oder redbull.com. Für uns kommentiert er die ComputerspieleTrends des Jahres 2016. Seite 92.

The Red Bulletin erscheint ­aktuell in zehn Ländern. Im Bild das Schweizer Cover unserer Story über Extrem-Koch René Schudel, der auch Feuerwehrmann und Pilot ist. Alle Ausgaben zum Download: www.redbulletin.com/howtoget

MAKING OF DAS SHOOTING DES MONATS

„Das Pfeifen der Eisstürme machte mich verrückt.“ FOTOGRAF JONAS BLUM

Fotograf Blum (li.) mit Kameramann (2. v. li.), Freeridern und Local Guide Rinat (vorne) in Russland

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Der Schweizer Fotograf Jonas Blum begleitete die Freeskier Matthias Mayr, „Hauni“ Haunholder und Phil Meier auf die Pazifikinsel Onekotan südlich der Halbinsel Kamtschatka (Russland) zur Erstbefahrung eines dortigen Vulkans. Es wurde ein buchstäblich stürmischer Trip. Seite 52.

THE RED BULLETIN


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THE RED BULLETIN: WEB-HIGHLIGHTS

Video: Morgans Super-Trick Vier Salti, fünf Drehungen: Der „Quadruple Cork“ machte Snowboarder und „Wild Ones“Star Billy Morgan unsterblich. Staunen Sie mit uns! redbulletin.com/billymorgan

EXKLUSIV AUF

REDBULLETIN.COM Einfach online unseren Newsletter ­abonnieren. Oder The Red Bulletin auf Facebook, Instagram & YouTube folgen.

„IMMER TOLERANT, NIEMALS LEISE …“

SIEBEN SOLO-TRIPS FÜR ABENTEURER

Die Webster Hall ist New Yorks legendärster Nachtclub. Besitzer Lon Ballinger erklärt uns seinen Party-Knigge für Manhattan.

Weltreise auf dem Frachtschiff, Kajak-Tour in Hongkong: Wir präsentieren sieben Trips, die man am besten allein macht.

redbulletin.com/websterhall

redbulletin.com/solotrips

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THE RED BULLETIN

PALLY LEARMOND/RED BULL CONTENT POOL, BRYAN KWON, GETTY IMAGES

Alle Storys sofort lesen:


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THE RED BULLETIN


„Ruckzuck von Wildnis zu Wellness.“

Typisch Markus. Typisch Ford.

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Der Ford Kuga ist ein echter Profi in Sachen Reiseplanung. Denn ganz gleich, ob Sie das nächstgelegene Hotel oder eine Wellnessoase mit fünf Sternen suchen: SYNC 2 mit Hotelführer 1 führt Sie sicher zum Ziel. Dank großem 8"-Touchscreen haben Sie Ihre Urlaubsgestaltung so buchstäblich in der Hand.

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Abbildung zeigt Wunschausstattung gegen Mehrpreis.

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km nach VO (EG) 715/2007 und VO (EG) 692/2008 in der jeweils geltenden Fassung): 7,8 (innerorts), 5,3 (außerorts), 6,2 (kombiniert). CO2-Emissionen: 143 g/km (kombiniert). Der Hotelführer ist nur mit SYNC 2 und einem Navigationssystem verfügbar und gilt für ausgewählte Unterkünfte. Bei Neufahrzeugbestellung vom 01.10.2015 bis 31.12.2015 erhalten Sie bei allen teilnehmenden Ford Partnern eine einmalige, modellabhängige Prämie von bis zu 5.500 € (z. B. Ford Kuga Trend, 1,5-l-EcoBoost-Benzinmotor, 110 kW (150 PS), UPE: 24.300 €, Barpreis nach Abzug der Ford Umweltprämie von 5.500 €: 18.800 € zzgl. Überführungskosten) bei Abgabe Ihres Altfahrzeugs beim Ford Partner. Voraussetzung: Erstzulassung Gebrauchtfahrzeug vor dem 01.01.2007, Zulassungsdauer Altfahrzeug mindestens 4 Monate auf Ihren Namen. Die Prämie wird auf den Kaufpreis angerechnet. Alternativ können Sie bis zum 31.12.2015 die Prämie auch für einen neuen, nicht zugelassenen, sofort verfügbaren Ford Kuga erhalten, ohne ein Altfahrzeug eintauschen zu müssen. Nicht kombinierbar mit anderen Angeboten oder Nachlässen. Gültig für Privatkunden (außer Werkangehörige) und gewerbliche Kunden außer Autovermieter, Behörden, Kommunen sowie gewerbliche Abnehmer mit gültigem Ford-Werke Rahmenabkommen.

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Die größten Erfolge. Die schönsten Events. Die besten Fotos.

BULLEVARD BEST OF

2015

WIEDER DA! Alpine Ski-WM, Beaver Creek 3. Februar 2015: Im Zielraum von Beaver Creek reißt Lindsey Vonn die Arme hoch. Es ist weit mehr als der Jubel über eine Medaille, über Bronze im Super­G. Es ist ihr ganz p ­ ersönlicher Triumph. Die schiere Freude über das härteste Comeback ihrer Karriere. Zwei Jahre nach dem schweren Sturz bei der WM in Schladming ist die Königin des Skisports ­endgültig zurück. Saison-Bilanz: acht Siege inklusive eines neuen Weltrekords an Damen-Weltcupsiegen (67).

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GEPA, PICTUREDESK.COM


DER RITT AUF DEM WASSER Pipe Dream, Tahiti Wahrscheinlich war es der Stunt des Jahre­s: Robbie Maddison, australischer Universalgelehrter in Sachen Motorrad, surft pazifische Monsterwellen – auf seinem Dirt Bike. Das Video wurde im August zum Welthit. „Noch nie hatte ich so sehr das Gefühl, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein“, erzählte „Maddo“ ­danach. Mehrmals war er vom Meer verschlungen worde­n. „Ich dachte ganz ehrlich: Das könnte das Ende meines Lebens sein.“ www.robbiemaddison.com

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DC SHOES/DEVEN STEPHENS


FLUGSHOW Red Bull BC One Taiwan Cypher, Taipeh B-Boy Chen Chen nähert sich dem Traum vom Fliegen: Scheinbar segelt er im ­Kopfsprung ins Publikum. Tatsächlich schwebt er während eines Tanzmoves horizontal über dem Bühnenboden – und landet siche­r. Beim Red Bull BC One Taiwan Cyphe­r messen sich einige der besten Breakdancer Asiens im Eins-gegen-eins-Battle. Das Weltfinale steigt Mitte November in Rom. Red Bull BC One World Final, 14. 11. 2015, Palazzo dei Congressi in Rom. Ab 21.15 Uhr (CET) live auf Red Bull TV und www.redbullbcone.com

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UP AGAINST THE WALL/RED BULL CONTENT POOL


SO SEHEN SIEGE AUS REUTERS/LASZLO BALOGH

IIHF-Eishockey-Weltmeisterschaft, Prag Herrenlose Handschuhe und Schläger verstreut auf dem Eis – Bilder wie diese sehen wir bisweilen, wenn im Eishockey die blanken Fäuste fliegen. Dieses Foto aber erzählt eine ganz andere Geschichte: Es ist die Eisfläche der Prager O² Arena am 17. Mai dieses Jahres – wenige Minuten nach dem WM-Finale zwischen Kanada und Russlan­d. Wir sehen den letzten Rest des kanadischen Siegestaumels nach dem 6:1-Triumph.

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FUSSBALL-SUPERMANN RCD Espanyol vs. FC Barcelona, Primera División Die Horror-WM des Vorjahres hat er offenbar hinter sich gelassen. Denn: 2015 wird für Neymar zum Jahr der Höhepunkte. Mit dem FC Barcelona fliegt der Brasilianer zu Meistertitel und Cupsieg in Spanien sowie zum Sieg in der Champions League.

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ALBERT GEA/REUTERS


AUF WOLK­E SIEBEN Red Bull Cli≠ Diving, Kopenhagen Gary Hunt ist ein Phänomen. Zum fünften Mal gewinnt der Engländer 2015 die Red Bull Cli≠ Diving World Series. Im Bild sein Sprung vom Dach der Kopenhagener Oper am 20. Juni, der seinen vierten Sieg im vierten ­Saisonbewerb bedeutete. PS: Gelingen dir auch solche Fotos? Dann mach mit beim Red Bull Illume 2016.

DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL

www.redbullillume.com

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SCHRÄGE VÖGEL Nordische WM, Falun (Schweden) Die Punktewertung im Skispringen ist mit Wind- und Gatefaktor in den letzten Jahre­n nicht gerade einfacher geworden – dafür tragen die fünf Punktrichter in Falun im Februar schicke Uniformen samt Bommelmütze. Janne Ahonen (im Vordergrund) darf wie immer mit Bestnoten rechnen.

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KAI PFAFFENBACH/REUTERS


CHRISTIAN PONDELLA/RED BULL CONTENT POOL

DIE NIAGARAWÄNDE RAUF Erstbesteigung der Niagarafälle, Grenze USA/Kanada Der US-Kanadier Will Gadd erklimmt im Januar als erster Eiskletterer die gefrorenen Niagarafälle. Mit Steigeisen und Eispickel bezwingt Gadd die 45 Meter hohe Mauer aus Eis, die an manchen Stellen drei Meter dick ist, an manchen nur drei Zentimeter. Jede Minute brausen 150 Tonnen kalte Fluten mit 100 km/h an Gadds Schulter vorbei. Als er oben ankommt, ist er unterkühlt – und mit allen Wassern gewaschen. www.redbull.com/en/adventure/stories

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EINEN KOPF SCHNELLER 100-Meter-Finale, Leichtathletik-WM, Peking

IAN WALTON/GETTY IMAGES

Der Mann ganz vorn ist Usain Bolt. Wer sonst? Von manchen Medien geschmäht wegen einer angeblichen Leistungskrise, demonstriert der schnellste Mensch aller Zeiten am 23. August, dass man sich um ihn keine Sorgen ­machen muss. In 9,79 Sekunden läuft der Jamaikaner zum Weltmeistertitel.

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TRIUMPH DER JUNIOREN F1-Grand-Prix von Ungarn, Hungaroring bei Budapest

MARK THOMPSON/GETTY IMAGES

Sebastian Vettel feiert im Juli seinen zweiten Formel-1-Sieg für Ferrari. Mit auf dem Podium: Die beiden Infiniti Red Bull Racing-Piloten Daniil Kwjat und Daniel Ricciardo. Auf Platz vier Max Verstappen im Toro Rosso. Ein Vierfachsieg für das Red Bull Junior Team, dem das Quartett entsprungen ist.

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BULLEVARD

BEST OF

DIE SELFIES DER HELDEN

2015

4.

Unsere Lieblingssportler haben uns ihre Selfies geschickt. Und die sind spektakulärer als Kim ­Kardashians Hintern und actiongeladener als der neue James-Bond-Film. Unser Neid wächst. Mehr Sportler-Selfies auf: www.redbull.com

5.

4. Kajak-Künstler Rafa Ortiz im Kampf mit den Abwässern von Willy Wonkas Schoko­ ladenfabrik? 5. Biker Andi Tillmann schießt aus der Hüfte. 6. Surfer Chuck ­Patterson macht einen auf König der Welt.

6.

1. 2.

ADVENTURE/JOSH SAMPIERO

1. Kiteboarder Brandon Scheid setzt auf Schild­ kröten-Antrieb. 2. KajakFreestyler Dane Jackson ­erfindet das Paddel-Stativ. 3. NFL-Star Reggie Bush träumt von festem Stadion­ boden unter den Füßen.

3.

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THE RED BULLETIN


WORST OF

UND WAS WAR NICHT SO TOLL?

2015

Was unser Zeichner Dietmar Kainrath von 2015 am liebsten vergessen würde. ZIRKUS EUROPA

NICHTS TUN. NICHTS WISSEN. NICHTS SAGEN.

DIETMAR KAINRATH

KLIMAWANDEL? DEN GIBT’S DOCH SCHON EWIG.

EUROPA IM GRIECHISCHEN LABYRINTH THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

BEST OF

2015 EINMAL UM DIE GANZE WELT MIT THE RED BULLETIN Vom Eis der Antarktis in die Hitze des Dschungels auf den Philippinen. The Red Bulletin reiste in extrem entlegene Gebiete, flog auf die höchsten Berge, fuhr in die Wüste und interviewte Menschen, die etwas bewegen auf unserem Planeten.

1.

2. 3.

1. TAHITI

Juni, Frankreich-Ausgabe Weltmeister-Kandidat Michel ­Bourez erklärt, warum ihn Jiu-Jitsu zu einem besseren Surfer macht.

2. ANTARKTIS

Januar, US-Ausgabe Fotograf Tero Repo begleitete Snowboarder in die Antarktis und lieferte noch nie gesehene Fotos vom Eisberge-Reiten.

3. ZERMATT

4. 5.

Mai, Schweiz-Ausgabe Wir begleiten die Air Zermatt, die beste Bergflugrettung der Welt, auf Einsätzen auf Leben und Tod.

4. LOS ANGELES

April, Mexiko-Ausgabe Zwei Jahre nach Platin mit „Sail“ gibt Aaron Bruno sein erstes Interview zu seinem neuen Album „Run“.

5. KALIFORNIEN

September, Südafrika-Ausgabe Rodeo-Clowns; actionreiches Porträt von Männern, die lächerlich aus­ sehen, um dennoch Helden zu sein.

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6. SIZILIEN

März, Österreich-Ausgabe Zeitreise: F1-Star Daniel Ricciardo im 1972er-Alfa-Romeo T33 auf den Spuren der Targa Florio.

7. ALASKA

Februar, GroßbritannienAusgabe Ganz hinten in Alaska gibt es Hänge, die noch nie ein Mensch mit Skiern befahren hat. Doch dann kam Jon DeVore geflogen.

THE RED BULLETIN


BULLEVARD

6.

7. 8.

8. PHILIPPINEN

Juli, Neuseeland-Ausgabe Pete Bethune jagt Tierschmuggler im Dschungel und auf hoher See. The Red Bulletin ist live dabei.

9. LAS VEGAS

August, Brasilien-Ausgabe

9.

Staub schlucken und Sand fressen: die Reportage von der legendären Wüsten-Rallye Mint 400.

10. LOS ANGELES

Oktober, Deutschland-Ausgabe

11.

Hollywood-Star Keanu Reeves führt ein zweites, geheimes Leben: als Mitbesitzer und Testfahrer Nr. 1 der Arch Motorcycle Company.

11. MADAGASKAR

November, Südkorea-Ausgabe Fotograf Alan van Gysen reiste mit Top-Surfern nach Madagaskar, um nach unentdeckten Surfspots zu suchen. 10.

THE RED BULLETIN

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VOLLSTOFF


WIR HABEN DEN „EVEREST“-STAR IN EINEN 860-PS-TRUCK GESETZT. UND IHM DABEI ZUGEHÖRT, WIE ER SEIN LEBEN ER ZÄHLT. EINE GESCHICHTE ÜBER DURCHHALTEVERMÖGEN. UND DARÜBER , WIE MAN CHANCEN NUTZT. T E X T: A N D R E A S T Z O R T Z I S   F O T O S : M I C H A E L M U L L E R

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D

as gurgelnde Pock-PockPock der 860 Leerlauf-PS klingt nach unehelichem Kind einer Harley-Davidson und eines ApacheKampfhubschraubers und übertönt alles, was irgendjemand im Umkreis von ein paar hundert Metern sagen könnte, Betonung auf könnte: Erstens sind wir hier in der Hungry ­Valley Recreation Area nördlich von Los Angeles, also ziemlich allein auf weiter Flur. Zweitens steht dem Mann hinterm Lenkrad der Mund offen. Denn dieser Truck ist anders als alles, was Jason Clarke je gefahren ist. Das Ungetüm mit NASCAR-Motor, Vollcarbon-Karosserie und „Mad Max“Look hat nichts zu tun mit all den Porsches und offenen Sportwagen, die der aus „Terminator: Genisys“ und „Zero Dark Thirty“ bekannte Hollywood-Star sonst in seiner Freizeit rund um Los Angeles durch die Gegend drischt. In den Gurten festgezurrt, drückt der 46-Jährige das Gaspedal durch und donnert einen staubigen Hügel hinauf. Am Gipfel bremst er abrupt, reißt das Teil herum und donnert als eine Art Staublawine wieder den Abhang runter. Er klettert wackelig hinter dem Lenkrad hervor, im auffällig blassen Gesicht ein breites Grinsen.

860 PS und viel Landschaft: ein Ausflug ganz nach dem ­Geschmack von Jason Clarke

„Unpackbar“, sagt er. „Wow. Wow, wow, wow! Einfach nur wow. In dem Ding zieht es dir den Arsch zusammen. Dieses Ding macht dir Angst. Aber es ist so geil. Du musst dich nur trauen, richtig Gas zu geben. “ Ein Risiko eingehen und dafür belohnt werden, das passt insgesamt gut zu Jason Clarke. Die aufsehenerregende Rolle in ­Phillip Noyce’ Aborigine-Drama „Long Walk Home“ (2002) und die unterkühlte Performance als CIA-Agent in „Zero Dark Thirty“ (2012) wären für die allermeisten Schauspieler Höhepunkte ­gewesen. Er sieht sie nur als Stationen auf seinem Weg. Er stand als Affenfreund Malcolm in „Planet der Affen: Revolution“ ebenso für authentisches Blockbuster-Feeling wie als John Connor in „Terminator: Genisys“. Aber es ist seine unglaublich präzise Performance als todgeweihter Berg­ führer Rob Hall im Expeditions-Drama „Everest“, die Clarke ganz an die Spitze bringen könnte. Doch vorläufig sitzt er noch auf ­einer Parkbank im verblassenden Licht des Nachmittags, weit weg vom Staub und Lärm des Tages. Der Trophy Truck steht nebenan in all seiner wunderbaren Bedrohlichkeit. Er gehört Robert Acer, einem Phantom der amerikanischen Motorsport-Community. Acer ist, so

„DU MUSST NUR RICHTIG GAS GEBEN. DANN WIRD ES GEIL.“


Er war pleite. Er dachte schon ans Aufgeben. Doch dann kam Landsmann Phillip Noyce.

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Hoppla! Am Steuer: Jason Clarke. Der Abstand der Reifen zum Boden war nicht ganz beabsichtigt. ­Fahrbericht nach der Rückkehr: „Wow. Wow, wow, wow!“


sagt man, ein vermögender Mann aus Malibu. Aber niemand weiß das genau. Niemand kennt seinen echten Namen, niemand kennt sein Gesicht, denn Acer nimmt in der Öffentlichkeit niemals seinen Daft-Punk-artigen Helm ab. „Ich wollte Jason das vorher nicht sagen“, ertönt seine Stimme gedämpft aus dem Carbon-Helm mit dem ver­ spiegelten Visier. „Aber je schneller man dieses Ding fährt, desto geschmeidiger wird es. Er hat das ganz richtig erkannt. Find ich cool, dass er selbst draufgekommen ist.“

J

„NACH AMERIKA ZU GEHEN WAR EINE ALLES-ODER-NICHTSSACHE. ICH HATTE KEINEN PLAN B.“

ason Clarke kam als Sohn eines Schafscherers und einer Justiz­ angestellten im winzigen Winton in Queensland in Australiens Nordosten zur Welt. Als ältestes von vier Kindern verbrachte er die meiste Zeit damit, seine kleinen Geschwister auf Streifzügen durch das Outback zu beaufsichtigen. „Eine coole Zeit“, sagt er. Aber die Anziehungskraft der großen Stadt wurde irgendwann doch zu groß. Er ging nach Sydney, jobbte in einem Café. Die meisten Gäste waren Rucksacktouristen. „Diese Aura der Freiheit und des Abenteuers, die sie umgab, faszinierte mich. Und dann hatte ich ­irgendwann die Idee, dass die Schauspielerei für ein ähnliches Lebens­ gefühl steht. Also schrieb ich mich in einer Schauspielschule ein.“ Man kann nicht sagen, dass Jason Clarkes Einstieg ins Schauspielgewerbe kometenhaft verlief. In den nächsten Jahren hielten sich Versuch und Irrtum einträchtig die Waage. Clarke war pleite. „Ich hätte dann irgendwann sicher ­etwas anderes gemacht. Es hat doch keinen Sinn, herumzusitzen und als frustrierter Schauspieler allen auf den Sack zu gehen.“ Die Wende kam gerade noch rechtzeitig, als Clarke 33 war und knapp vor dem Aufgeben. Der australische ­Regisseur Phillip Noyce schenkte ihm in „Long Walk Home“ das Vertrauen, Clarke glänzte als Polizist in dem herzzerreißenden Aborigine-Drama. Landsmann Noyce hatte den Sprung in die USA damals schon hinter sich. Nun brachte er seinen Landsmann auf den Gedanken, es ihm gleichzutun, ebenfalls den Sprung nach Amerika zu wagen, zu den großen Filmen, den großen Studios, den großen Chancen. „Hab keine Angst“, sagte er zu Clarke, „du kannst es schaffen.“ „Nach Amerika zu gehen war ein ­Alles-oder-nichts-Ding“, sagt Clarke. „Was machst du, wenn es nicht klappt? 41


„WIR KLETTERTEN BEI NACHT, IM STURM, ES GING DARUM, DAS ECHTE GEFÜHL FÜR DAS ALLES ZU ENTWICKELN.“ Ich hatte keinen Plan B. In Amerika zu scheitern hätte bedeutet, nach Hause zurückzukommen und … ich weiß es nicht. Ich wusste es auch damals nicht. Vielleicht Schafscherer wie mein Vater. Ich hatte als Kind gesehen, wie hart seine Arbeit ist.“ Clarke kratzte irgendwie 10.000 Dollar zusammen, kaufte ein Ticket nach Los Angeles und beschloss, es so lange in den USA zu versuchen, wie das Geld reichte. Als die Rollen ausblieben, kaufte er einen 1989er-Ford-Thunderbird und fuhr zum Felsenklettern in die Wüste oder nach Nordkalifornien zum Backpacken. „So hatte ich zumindest das Gefühl, irgendwas zu tun, nicht nur rumzusitzen und zu warten. Ich dachte: Wenn es nicht klappt, hab ich immerhin Amerika gesehen.“ „Die Anfangszeit war frustrierend. Dauernd hab ich versucht, einen Fuß in die Tür zu bekommen, doch da war immer jemand, der sie fest zuschlug.“

Die erste Tür, die keiner mehr zuschlug, war „Brotherhood“, eine Showtime-Serie. Jason Clarke, damals schon 37 Jahre alt, wurde für eine der zwei Hauptrollen gecastet. „Das war Glück. Auch wenn es Durststrecken gab, hatte ich immer wieder großes Glück“, sagt er. „Mit ­Regisseur Michael Mann bei ‚Public Enemies‘, mit Kathryn Bigelow bei ‚Zero Dark Thirty‘. Und natürlich auch mit Baltasar Kormákur bei ‚Everest‘. Es gab damals viel Druck, größere Namen als mich zu casten. Eigentlich war Christian Bale für die Rolle vorgesehen.“ Kormákur erinnert sich: „Ich wollte jemanden, der sich gerade nach oben kämpft, der hungrig ist, der bereit ist, mit mir an die Grenzen zu gehen. Dieses Profil passte perfekt auf Jason.“ or ein paar Jahren filmte die „Everest“-Crew Szenen rund um Weihnachten in der Nähe Londons, als ein Wintersturm über Irland und Schottland zog. Clarke und der erfahrene Everest-Guide und Berater Guy Cotter flogen sofort zum 1344 Meter hohen Ben Nevis im schottischen Hochland. „Wir kletterten bei Nacht, im Sturm, es ging darum, das echte Gefühl für all das zu entwickeln“, sagt Clarke. Er wollte verstehen, wie sehr Details – ein verlorener Handschuh, ein verspäteter Aufbruch, ein unerwartet heftiger Schneesturm – eine ganze Expedition ins Verderben führen können wie 1996 jene des neuseeländischen Bergführers

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Clarke stammt aus dem australischen Outback. Landschaften, deren Charme sich erst auf den zweiten Blick erschließt, sind ihm also vertraut.

Rob Hall, packend nacherzählt vom namhaften Alpin-Autor Jon Krakauer, der als Bergsteiger auch selbst an der Unglücks-Expedition teilgenommen hatte („In eisige Höhen“). „Jason war äußerst penibel“, sagt ­Cotter. „Wir verbrachten Stunden damit, Bücher durchzulesen, Erzählungen zu vergleichen, bis ins letzte Detail.“ Cotter hatte 1992 mit Rob Hall zu arbeiten begonnen. „Es war nur eine Frage der Zeit, dass Hollywood auf den Stoff aufmerksam werden würde“, sagt er. Die Vorstellung, einen Film über den Tod eines Freundes zu machen, ­beunruhigte ihn. Doch Kormákur und Clarke nahmen bereits kurz nach Drehbeginn mit Cotter Kontakt auf und ­baten ihn um seine Mitarbeit. Er wurde Clarkes Lehrmeister, nahm ihn mit zum Klettern in seine Heimat Neuseeland. In Nepal, nah beim Everest Base Camp auf 5363 Metern, löcherte Clarke Cotter mit Fragen – wie er sich unter Sauerstoffentzug bewegen konnte, wie er mit dem Team Kontakt hielt, „tausend Dinge“, sagt Cotter, „er imponierte mir. Sein Interesse war ehrlich.“ Und dann war da das Yak. Es gibt eine Einstellung im Film, wo eine Herde der Tiere eine Brücke überquert. Kormákur wollte mehrere Takes machen, aber die Yaks blieben stur. „Man konnte sehen, wie sie unruhig wurden“, sagt Cotter. Als eines in Panik geriet, packte es Clarke, gemeinsam mit Filmpartner Josh Brolin, bei den Hörnern, bevor es jemanden über die Klippe stoßen konnte. – Das ist jene Art von Anekdote, die eigentlich alles über Clarke aussagt.

D

ie Ausfahrt geht dem Ende zu. Clarke schält sich aus dem TruckFührerhaus, die Sonnenbrille noch auf, den Helm schon ab­ gelegt. Ob er sich als Star fühlt? „Ich möchte kein Star sein. Ich mag mein Leben, ich mag es, ganz normale Leute zu treffen und ganz normal mit ihnen zu reden.“ Vor kurzem wurde er Vater, jetzt ­beschäftigt ihn auch sein Vermächtnis. „Ich höre mir Gabriel García Márquez’ ‚Liebe in den Zeiten der Cholera‘ gerade noch mal für einen Film an, in dem ich spielen werde“, sagt er. „Und da ist ­dieses Zitat: ‚Abgesehen von seiner ­Gesundheit ist das größte Gut eines Mannes sein Name‘, ich verstehe das als: sein Wort. Ich möchte mein Kind nicht mit hunderten Millionen Dollar zurücklassen. Es geht darum, seinen ­eigenen Weg zu finden. Ich glaube, ­darin liegt ein Abenteuer.“ 43


HEROES

„GUTE SONGS MÜSSEN WAHR SEIN“ GREGORY PORTER Ein ehemaliger Football-Spieler

hat die schönste Stimme des Jazz. Der GrammyGewinner über den Mut, sich neu zu erfinden.

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Mit Musik. Ich war mit den Gospelsongs meiner Mutter aufgewachsen, einer Pastorin. Nach der Verletzung wurde Singen meine Therapie. Ich dachte: „Okay, deine Spielerkarriere ist vorbei. Dann stellst du dich vor dem Match auf das Feld und singst die Nationalhymne.“ Das Singen der Hymne ist der emotionale Höhepunkt vor jeder Partie – aber man erwartet dort keinen ehe­ maligen Linebacker. Wie ­reagierten die Leute? Nach dem Spiel kamen sie zu mir und sagten, sie hätten

ich bin doch kein Macho. Ich singe auch über verletzliche Männer. Gute Songs müssen wahr sein, nur das zählt. Welcher Song erzählt denn die Wahrheit über Sie? „Real Good Hands“ vom ­Album „Be Good“. Es geht ­darum, wie du vor deinem ­zukünftigen Schwiegervater um die Hand seiner Tochter bittest. Ist mir selber passiert. Ich war richtig nervös und brauchte drei Tage, um mir eine Strategie zu überlegen. Dann sagte ich das, was später eine Zeile im Songtext wurde: „Papa, hast du’s vergessen? Als junger Mann hast du dieselbe Situation erlebt wie ich.“ Hat’s geklappt? Ich bin glücklich verheiratet.

„WENN HINTERN-WACKELN DAS EINZIGE IST, WAS UNS DIE POP‑MUSIK ZU BIETEN HAT, HABEN WIR EIN PROBLEM.“ Gänsehaut bekommen. Einige weinten sogar, weil sie meine Stimme so berührte. Sie waren 22, Ihre Schulter kaputt, Ihr Publikum heulte: Auch so kann eine Karriere beginnen. Wieso veröffent­ lichten Sie Ihr erstes Album („Water“, ebenfalls Grammynominiert; Anm.) erst sieb­ zehn Jahre später? Ich dachte einfach nicht dran. Ich trat in kleinen Clubs auf und sang am Broadway. So kam ich über die Runden.

ernd ihren Hintern zeigt … Kim Kardashian? Nein, die andere … Miley Cyrus? Genau. Das ist Entertainment. Und wenn ich auf dem Dancefloor bin, will ich unterhalten werden. Aber wenn das alles ist, was wir kriegen, haben wir ein Problem. Die Songs auf Ihrem Album handeln davon, verletzte ­Vögel zu heilen, oder von enttäuschter Liebe … Ich sehe vielleicht so aus, aber

Und Ihre Football-Karriere? Vermissen Sie das Adrenalin und den Schmerz? Nein, meine rechte Schulter schmerzt ja noch immer, wenn ich mich schnell bewege. Und für das Adrenalin sorgt mein Sohn. Er ist jetzt drei und will schon Football spielen. Ich muss also lernen, mit der ­linken Hand zu werfen. Andreas Rottenschlager Gregory Porter live auf Tour: www.gregoryporter.com THE RED BULLETIN

VINCENT SOYEZ

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he Red Bulletin: Herr Porter, wo steht eigentlich der Grammy, den Sie 2014 für Ihr Album „Liquid Spirit“ gewannen? Gregory Porter: Auf einem Regal in meiner Wohnung in Brooklyn. Ich hatte ihn monatelang nicht ausgepackt. Die Schachtel sah so edel aus. Kritiker loben Ihren Bariton und feiern Sie als Retter des Jazz. Dabei wollten Sie als junger Mann Football-Profi werden … Ich war Linebacker im CollegeTeam der San Diego Aztecs. … und zwar ein ziemlich ge­ fürchteter. Warum haben Sie so knapp vor dem Sprung in die Profi-Liga NFL mit dem Sport aufgehört? Weil meine rechte Schulter im Eimer war. Tacklings gegen den Mann, dieselbe Stoßbewegung, jahrelang. Als ich 22 war, sagte der Arzt: „Gregory, du wirst nie wieder Football spielen.“ Die Diagnose haute mich um. Ich war darauf programmiert, Athlet zu sein. Und innerhalb von Sekunden platzte mein ganzer Lebenstraum. Wie haben Sie den Schock verarbeitet?

Mittlerweile begeistert Ihre Stimme sogar in Montreux, beim berühmtesten JazzFestival der Welt. Wie kamen Sie zum Jazz? Weil er die großen Fragen des Lebens stellt: Woher kommen wir? Warum sind wir hier? Wieso gibt es Ungerechtigkeit in der Welt? Songs wie Nina Simones „Mississippi Goddam“ haben zur Gleichberechtigung der Schwarzen genauso viel beigetragen wie die Bürgerrechtsbewegung. Jazz ist geistreicher Protest. Jetzt verstehe ich, wieso Sie keine Chart-Musik machen. (Überlegt.) Ich glaube, jede Musik hat ihre Funktion. Sogar Mainstream-Pop. Nehmen Sie diese junge Frau, die dau-


Gregory Porter, 45, Jazz-Wunder: „Die Leute weinten, weil meine Stimme sie berührte.“


„VERGESSEN SIE PERFEKTE PLÄNE“ KILIAN KLEINSCHMIDT plante Flüchtlingslager für die

UNO und rettet Kriegsopfer mit 3D-Druckern. Der Troubleshooter weiß, wie man jedes Problem löst.

the red bulletin: Herr Kleinschmidt, Sie wurden 2013 im Auftrag der Vereinten Nationen nach Jordanien geschickt, um das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt neu zu organisieren. In Zaatari lebten damals über 100.000 Menschen. Es gab gewalttätige Demonstrationen, die Mafia kontrollierte ganze Straßenzüge. Was haben Sie nach Ihrer Ankunft als Erstes gemacht? kilian kleinschmidt: Ich ging allein spazieren. Die meisten Helfer verließen das Lager am Abend Richtung 46

Hotel. Ich blieb und wollte ­herausfinden, wo die Gewalt herkommt. Also fragte ich mich zu Fuß bis zu den Rädels­ führern durch. Das klingt nicht sehr akademisch. Die meisten Krisenhelfer bereiten sich akribisch auf ihre Einsätze vor. Ich lese niemals Berichte, das fördert Vorurteile. Ich möchte mich persönlich schlau machen. Mit Smalltalk geht das am besten. Sie mussten sich in Zaatari immerhin unter 100.000 Fremden zurechtfinden. Wie packt man ein derart

Eine ungewöhnliche Kombination, finden Sie nicht? Mein Ansatz ist, dass ich mit jedem Menschen auf der Welt Synergien schaffen kann. Das habe ich in Zaatari gelernt. Der US-Außenminister John Kerry kann dir genauso helfen wie ein jordanischer Briefträger. Der eine, weil er Macht hat, der andere mit Kontakten. Wenn Sie das Know-how ver­ schiedenster Menschen zum Lösen von Problemen nutzen, erhalten Sie erstaunliche Er­ gebnisse. Welches hat Sie besonders fasziniert? In Zaatari lebte ein Mann, dem ein Scharfschütze beide Augen ausgeschossen hatte. Wir fragten unsere Experten

„MAN KANN MIT JEDEM MENSCHEN SYNERGIEN SCHAFFEN. EGAL OB MIT JOHN KERRY ODER EINEM JORDANISCHEN BRIEFTRÄGER.“ komplexes Problem an? Man muss kleine Inseln des Vertrauens im Chaos schaffen. Nach drei Tagen war ich zu ­einem Mann namens Abu Hussein vorgestoßen. Er sagte, seine Männer würden das ­Lager kontrollieren. Und er habe bereits überlegt, mich ver­ prügeln zu lassen. Wir redeten trotzdem eine Nacht lang mit­ einander. Danach trafen wir uns regelmäßig. Ich erkannte auch immer mehr Menschen im Lager wieder und holte mir

ben. Sie gründen Arbeitsgrup­ pen, während wertvolle Zeit vergeht. Wir müssen das Nicht­ perfekte als Lösung akzeptie­ ren und rasche Entscheidungen treffen. Aus fehlerhaften Lö­ sungen kann man lernen. Ein sich hinziehender schlechter Status quo hilft niemandem. Sie haben sich vor zwei ­Jahren mit einer Agentur selbständig gemacht, die arme Menschen und Kriegsopfer mit Start-ups und Computerexperten vernetzt.

um Rat. Ein Tüftler aus den USA schickte die Pläne für ein ­„Ultrasonic Echolocation Hap­ tic Feedback Device“. Ein Ge­ rät, das an die Faust geschnallt wird. Es gibt Abstände durch Vibrationen an – ähnlich wie die Einparkhilfe eines Autos. Wir druckten das Gehäuse für 25 Euro im 3D-Drucker. Der blinde Mann kann sich seither selbstbestimmt bewegen. Andreas Rottenschlager www.switxboard.net THE RED BULLETIN

MARKO MESTROVIC

S

udan, Somalia, Kongo, Jugo­ slawien: Seit mehr als zwanzig Jahren ­organisiert der Deutsche Kilian Kleinschmidt die Versorgung von Flüchtlingen in den größten Krisengebieten der Welt. Als Camp-Leiter für den Flücht­ lings-Hochkommissar der ­Vereinten Nationen holte er Google-Manager in Zeltstädte und verhandelte mit pakis­ tanischen Rebellen über das Schicksal von Geiseln. Klein­ schmidts Devise: Man kann von jedem Menschen lernen.

ihren Input. Die Flüchtlinge wollten ihre Individualität ­zurück. Also begannen wir, Zaatari wie eine Stadt zu ­leiten. Wir führten bargeldlose Bezahlung ein. Ein VerkehrsExperte der Stadt Amsterdam half bei der Straßenplanung. Die Demonstrationen hörten wieder auf. Das Gespräch mit dem Mafia-Chef war der erste Schritt dazu. Sie haben mehr als zwanzig Jahre lang in den größten Krisengebieten der Welt gearbeitet. Gibt es eine ­General-Regel zum Lösen von Problemen? Vergessen Sie perfekte Pläne. Die meisten Menschen denken zu lange über Lösungen nach, weil sie Angst vor Fehlern ha­


Kilian Kleinschmidt, 53, Krisenexperte: „Schaffen Sie Inseln des Vertrauens im Chaos.“


Little Simz, 21, Wortakrobatin: Wort­ akrobatin: „Erfolg bedeutet „Erfolg bedeutet Unabhängigkeit. Dass mir Unabhängigkeit. keinermir Dass vorschreibt, keiner was ich sagen vorschreibt, was darf.” ich sagen darf.“


„HAB KEINE ANGST, NEIN ZU SAGEN“ LITTLE SIMZ ist die Rap-Entdeckung des Jahres,

finden Stars wie Jay-Z. Die Britin erklärt, wie Unabhängigkeit zum Erfolg führt.

ATHENA ANASTASIOU/RED BULL CONTENT POOL, PAUL HEARTFIELD

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he red bulletin: Große Platten­ firmen standen Schlange, um Ihr Debütalbum zu veröffentlichen. Sie lehnten alle Angebote ab und brachten es selbst heraus. Warum? little simz: Weil mich die Plattenfirmen wie ein Pro­ dukt behandelten, das Profit abwerfen muss. Sie verstan­ den mich nicht. Meine Kunst ist mir zu wichtig, um auf Leute zu hören, die meine Vision nicht teilen. Aber diese Leute wissen, wie man in Ihrem Business Erfolg hat. Erfolg bedeutet für mich Unabhängigkeit. Dass mir niemand vorschreiben kann, was ich sagen darf. Ich habe keinen Bock darauf, eine Marionette oder Eintagsfliege zu werden. Ich arbeite an einer langfristigen Karriere mit Fans, die mich für meine Ehrlichkeit schätzen. Woher nehmen Sie mit ge­ rade mal 21 Jahren eigent­ lich das Selbstbewusstsein, Chefs großer Plattenfirmen eine Abfuhr zu erteilen? Meine Mutter sagte mir als Kind: „Auch wenn es nicht leichtfällt, hab keine Angst, nein zu sagen.“ Und meine Mutter hatte recht. Wenn du hart arbeitest und auf deinem Gebiet gut bist, dann musst du nicht die erstbeste Gelegen­ heit am Schopf packen. ­Betrachte ein Angebot als ­Bestätigung deines Könnens. Aber hab die Geduld, auf das richtige zu warten. Warum ist Ihnen gerade Unabhängigkeit so wichtig? THE RED BULLETIN

Im Alltag sind wir kleine Räder im gesellschaftlichen Getriebe, müssen uns unter­ ordnen und funktionieren. Musik ist einer der wenigen Zufluchtsorte, in denen wir uns selbst verwirklichen können. Deshalb ist mir so wichtig, selbst die Kontrolle über meine Gefühle und mein Denken zu haben. Aber wie bewahrt man sich unabhängiges Denken im Alltag? Auch das ist nicht so schwer. Man muss sich nur bewusst werden, dass wir einer Propa­ gandamaschinerie namens „Medien“ ausgesetzt sind. Wenn dir im Fernsehen vor­ gekaut wird, was du denken sollst, dann richtest du dich irgendwann danach. Oder schlimmer: Du denkst, es sei deine eigene Meinung. Die größte Gefahr für unabhän­ giges Denken ist, dass du zwischen eigenen und auf­ gedrängten Gedanken nicht mehr unterscheiden kannst. Prominente Fans wie Snoop Dogg und Jay-Z loben Sie für Ihre schnelle Zunge. Wie lernt man eigentlich, so schnell zu sprechen? Ich trainiere seit Jahren jeden Tag. Einen guten Rapper macht aus, dass er nicht nur schnell, sondern auch deut­ lich spricht. Mein Trick: Ich klemme mir beim Üben neuer Texte einen Stift zwischen die Lippen. Und das hilft? Ja. Mit offenem Mund bist du gezwungen, Silben noch stärker zu akzentuieren. Florian Obkircher Album: „A Curious Tale of Trials + Persons“, redbull.com/littlesimz

„Meine Ideologie: Lebe dein Leben. So lange wie möglich.“

„STEH AUF UND SEI LAUT“ JOHN LYDON ALIAS JOHNNY ROTTEN Die Sex-PistolsLegende über Leben, Mut und Freiheit.

the red bulletin: Ihr neues Album „What the World Needs Now…“ haben Sie erstmals auf Ihrem eigenen Label publiziert. Wie fühlt sich das an? john lydon: Es hat Jahrzehnte gedauert, aber ich bin jetzt ­offiziell unabhängig von diesem Sch***system. Ist das nicht ein wundervoller Satz? Und ich bin nicht der Einzige: Wir alle wollen das Sch***system zerstören. Okay. Und wie macht man das? Steh auf. Sei laut. Aber verfalle nicht einer Lüge oder einem Trend. Hinterfrage alles. Und wenn du bereit bist, leg los. Ich werde dir den Rücken decken. Welche Lebenstipps haben Sie als Punk-Stammesältester? Wir können froh sein, überhaupt am Leben zu sein. Ich liebe das Leben. Ich bin 59, in meinem Alter beginnen die Leute schon wegzusterben – ich glaube, viele von ihnen haben nie das gemacht, was sie wollten. Für mich wäre es ein Traum, noch hundert Jahre lang Musik zu machen. Na gut, siebzig sind auch okay. Ich will ja nicht gierig sein.  Ann Donahue Neues Album: „What the World Needs Now …“; pilo∞cial.com

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TAKE  5 : EINE STORY IN FÜNF BILDERN

VOLCANO RIDE DER VULKAN KRENIZYN IST EINE INSEL AUF EINER INSEL: DREI FREESKIER UND IHRE ABENTEUERLICHE GESCHICHTE EINER ERSTBEFAHRUNG IM EISMEER AM ENDE DER WELT.

TEXT: AREK PIATEK  FOTOS: JONAS BLUM

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VULKAN IM SEE

Die Insel Onekotan südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka: minus 20 Grad, stürmisch, menschenleer. Für die Freerider Matthias Mayr, Hauni Haunholder und Phil Meier der optimale Ort für eine Erstbefahrung. „Auf Satellitenbildern entdeckte ich einen Vulkan in einem See“, sagt Mayr, „mich fesselte die Idee, dort als Erster herunterzufahren. Ein Jahr bereiteten wir uns vor. Dann stachen wir von Russland aus in See. Das Meer war unruhig: Vor Onekotan, im Beiboot Richtung Land, kenterten wir fast, als eine Welle gegen den Bootsrumpf prallte.“

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„OFT BRACHEN WIR MIT DEN SKISTÖCKEN DURCHS EIS, EINMAL KIPPTE UNTER UNS EINE EISSCHOLLE.“


NACH DEM STURM

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„Hauni, Phil und ich hatten einen konkreten Plan: Basis­ lager errichten, tags drauf zu Fuß den zugefrorenen See zum Vulkan queren. Doch Onekotans Schneestürme über­ trafen unsere schlimmsten Erwartungen: Mit 150 km/h bläst hier der Eiswind. Schon zum Lageraufbau brauchten wir Tage: Stets wurden die Zelte weggeweht und zu­ geschneit. Wir schliefen in Biwaks in selbst gegrabenen Schnee­ löchern. Was uns bei Laune hielt? Der Gedanke an den ‚first ­descent‘ und gut ausgesuchter Proviant: Brot, Milch, Nudeln – ­keine platzsparenden Astronauten-Snacks, die mental mürbe ­machen … Hier sitze ich nach einem Sturm beim Lager – und ­genieße einen Apfel und die kurze Ruhepause.“

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ÜBER DAS EIS

„Als das Wetter endlich freundlicher war, kamen wir an den See – und e­ rlebten eine Überraschung: Er war nicht zugefroren, zumindest zu großen ­Teilen nicht. Nach Tagen fanden wir eine Stelle, wo Eisschollen trieben, und entschieden uns für die riskante Überquerung: auf Skiern über die brüchige Eisdecke. Ein Drahtseilakt, weil auf einer Eisscholle im Not­ fall keiner den anderen aus dem Wasser ziehen könnte. Wir setzten im Schneckentempo einen Fuß vor den anderen, er­ tasteten mit Skistöcken den Weg. Oft brachen wir mit ihnen durch, einmal kippte unter uns sogar eine Eis­platte, doch im zweiten Versuch erreichten wir den Vulkan.“

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DURCH DIE WOLKEN

„Vom Seeufer schafften wir die 1000 Höhenmeter zur Spitze des Vulkans in einer Stunde. Und belohn­ ten uns für alle Strapazen: Im glitzernden Schnee zogen wir herrliche Lines und zelebrierten Jumps vor dieser ­unfassbaren Kulisse am Ende der Welt … Der obere Teil des Vulkans war in Wolken gehüllt. Der allerbeste Moment: als wir beim Abfahren die Wolken­ decke durchbrachen und sich die Insel in einem geradezu ­erhabenen Moment vor uns erschloss. Unvergesslich.“

„DER VULKAN IST OBEN IN WOLKEN GEHÜLLT. DER MOMENT, WENN DU AUS IHNEN RAUSFÄHRST UND DIE GANZE INSEL SIEHST: UNVERGESSLICH!“


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HILFE VOM FESTLAND

„Nach der Rückkehr zur Basis verschlechterte sich das ­Wetter. Das Schiff, das uns abholen sollte, drehte vor ­Onekotan einfach ab: zu schwerer Seegang. Plötzlich ­saßen wir auf der Insel fest. Und es wurde brenzlig: Die Nahrung reichte nur noch für vier Tage, die Wetterprognose war ­katastrophal. Per Satellitenhandy alarmierten wir einen Freund in Russland. Seine Idee: einen Helikopter mit Zusatztanks bestücken und ihn die 500 Kilometer zu uns schicken. Wir willigten sofort ein. Trotz Kosten von 18.000 Euro für die schließlich lebensrettende Reise zurück in die Zivilisation.“ Film „Onekotan“ auf iTunes; Infos: onekotan.com

THE RED BULLETIN

INSEL ONEKOTAN 49° 27’ Nord 154° 46’ Ost

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PHIL KÖSTER

Text: Werner Jessner

WIE BLEIBT MAN PETE HENKE

HUN

TROTZ SASHA DiGIULIAN

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KEN ­R OCZEN

GRIG

ERFOLG? BILLY MORGAN

STARBOARD WINDSURFING, SUZUKI RACING, ED BLOMFIELD, 3STRINGSPRODUCTIONS, CHRISTOPH LAUE

Sie haben Großes erreicht und denken gar nicht daran, zurückzustecken: fünf Ausnahmeathleten, fünf Karrieren, fünf Faktoren, wie man immer weitermacht, anstatt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.


Billy Morgan ist seit 2009

Profi. Mehr als für Teilnahmen an Olympischen Spielen, Weltmeister­ schaften und X Games steht der Name des Freestyle-Profis aus ­Southampton für Tricks, die noch kein Mensch vor ihm gestanden ist.

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THE RED BULLETIN


FAKTOR: NEULAND

„ES IST, WIE WENN DU DEN FUSS AUF EINEN ­N EUEN KONTINENT SETZT“ Billy Morgan, 26, ist als erster Snowboarder der Welt einen Quadruple Cork gesprungen, einen vierfachen Salto mit fünf Drehungen. Er will keine Trademark dar­ aus machen: Nur der Schritt ins Unbekannte bewirkt, dass er sich so fühlt, wie er sich immer fühlen möchte.

DAN MEDHURST, ED BLOMFIELD

the red bulletin: War der Quadruple­ Cork schon der Höhepunkt deiner ­Karriere? billy morgan: Nein, es hat sich nicht so angefühlt. Jeder neue Trick ist nur ein weiterer Schritt zu einem Ziel, das ich noch nicht kenne. Was konkret reizt dich am Unbekannten? Es ist, wie wenn du den Fuß auf einen neuen Kontinent setzt. Für mich ist es das geilste Gefühl der Welt, wenn ich spüre, dass ich einen schwierigen Trick gelandet habe. Der Moment, wenn das Board den Schnee berührt und du weißt, dass alles gut gegangen ist. Keine Droge der Welt kann dieses Gefühl ersetzen. Und es nutzt sich auch nicht ab. Du musst die Dosis für den Kick nicht steigern? Wenn mir beim Losfahren die Hosen ­schlottern, habe ich danach dieses starke Gefühl, sofern alles gut ausgegangen ist. Ich brauche die Angst, um große Dinge zu vollbringen. Das muss nicht notwendigerweise etwas sein, das noch keiner vor mir geschafft hat – es reicht, wenn ich für mich Neuland betrete. Wie definierst du dein nächstes Ziel? Ein Sprinter, der die hundert Meter in 9,7 Sekunden läuft, will als Nächstes 9,6 Sekunden schaffen. Im Snowboarden ist das anders: Da bestimmst du selbst, wohin du gehst. Ist ein Fünffach-Cork besser als ein vierfacher? Für mich nicht unbedingt. Mich ziehen andere Stunts mehr an als die bloße Verbesserung von etwas, das ich bereits gemacht habe. Ich habe eine Idee, und dann arbeite ich an ihrer Um­ setzung. Es gibt kein „besser“ im absoluten THE RED BULLETIN

Am 15. April 2015 landet Billy Morgan in Livigno den ersten Backside 1800 Quad Cork der Boarder-Geschichte.

Sinn. Für mich heißt „besser“: „neu, unbekannt und zum Fürchten“. Hilft ein Tritt von außen, um die Furcht zu überwinden, wenn es dann so weit ist? Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass mich das Preisgeld nicht motiviert. Mein Lifestyle bezahlt sich nicht selbst. Ich bin nicht reich zur Welt gekommen und wäre heute bei der Navy, falls es mit dem Snowboarden nicht geklappt hätte. Das sage ich mir vor, wenn ich oben am Start stehe. Druck von außen hilft mir, weiterzumachen, mir neue Ziele zu setzen, selbst wenn es bequemere Auswege gäbe. Ich glaube, das ist auch bei ganz normalen Jobs so: Der Tritt in den Hintern unterstützt die Suche nach dem Kick. Aber meine eigentliche Motivation, weiterzumachen, mich zu überwinden, kommt eindeutig aus dem guten Gefühl des Danach.

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FAKTOR: SPASS

„DIE FREUDE, DIE ICH AUF DEM FAHRRAD HABE, WIEGT ALLES AUF“

Reisen, um zu riden: Pete Henkes Arbeitsplatz sind die geilsten Locations der Welt. Zum Beispiel: Utah

the red bulletin: … worum geht es dann? pete henke: Um den schieren, puren Spaß am Radfahren, der mich nie ver­ lassen hat, seit ich mit neun Jahren auf­ gestiegen bin, selbst wenn der Alltag als Profi manchmal zäh ist. Der längste Stau auf der Autobahn, das schlechte Motel, der Jetlag: das ist alles wie weggeblasen, sobald ich auf meinem Fahrrad sitze. Der Spaß, den ich da habe, wiegt alles auf. Du hast immer Spaß? Echt immer? Bei Regen, Wind, weichem Untergrund? Hauptsache Rad fahren? Sind die Bedingungen schlecht, steigt vielleicht die Nervosität, aber der Spaß­ faktor sinkt nicht. Unlustig ist es meist knapp neben dem Bike: wenn ein Trick in die Hose geht und du dich verletzt. Was bewirkt das in deinem Kopf? Je länger du dein Ding nicht ausüben kannst, desto geiler wirst du darauf. Ich denke, das ist bei allen Menschen so, die etwas gefunden haben, das ihnen richtig Spaß macht. Bei mir ist es das Mountain­ bike, für andere vielleicht ein Musik­ instrument, oder sie kochen gerne: Jeder Mensch hat doch etwas, in dem er voll aufgeht. Dann willst du es machen, egal wie oft du es schon gemacht hast. Es ist in dir drinnen. Kann man Spaß erzwingen? Man kann sich dazu zwingen, die schönen Emotionen herbeirufen, die man damit verbindet: den Sieg, die perfekte Landung, die Rufe der Zuschauer. Wenn du nicht mit Spaß bei der Sache bist, solltest du dir überlegen, etwas anderes zu machen.­ Denn ohne Spaß wird es im besten ­Moment langweilig und im schlechtesten gefährlich. 62

Peter Henke

hat seine Liebe zum Bike mit neun Jahren entdeckt. Seit mittler­ weile zwei Jahren zählt der Mann aus Ingelheim zu den Top-10 der ­Freeride World Tour.

THE RED BULLETIN

NORMAN KONRAD, CHRISTOPH LAUE, CARTER/PWAWORLDTOUR.COM/RED BULL CONTENT POOL (2)

Peter Henke, 22, den alle Pete nennen, ist der beste Mountainbike-Freerider Deutschlands und einer der wenigen weltweit, die den Double Backflip draufhaben. Doch darum geht es eigentlich nicht, meint er.


Philip Köster

ist bereits mit siebzehn Windsurf-Weltmeister geworden. Damit ist er zweitjüngster Champ der Geschichte. Nur Legende Robbie Naish war schneller.

FAKTOR: AUSBRECHEN

„ES IST DIE FLUCHT, DIE MICH MOTIVIERT“ Der Windsurfer Philip Köster, 21, ist mehr­ facher Weltmeister und amtierende Nummer 1 der PWA World Tour. Man findet ihn selten am selben Ort – und zwar aus gutem Grund.

the red bulletin: Verleiten Erfolge dazu, sich zurückzulehnen? philip köster: Ja, vielleicht schon ein bisschen. Mein Trick ist, dass ich zwischen den Wettkämpfen immer wieder für ein paar Tage verdufte. Unterwegs vergesse ich mein normales Leben, schüttle Druck und Alltag ab, sauge neue Eindrücke auf, und wenn ich zurückkomme, bin ich scharf und gehe wieder voll rein. Die Flucht vor dem Wettkampf motiviert dich? Die Flucht schon, aber nicht die vor dem Wettkampf. Den Vergleich mit anderen mochte ich schon als Kind. Es ist das Aus­ THE RED BULLETIN

brechen, das mich motiviert. Vor meinem diesjährigen Weltcup-Sieg in Klitmøller in Dänemark war ich zehn Tage in Australien, einfach so zum Spaß, um mit Freunden zu surfen. Und gerade in diesem Fall hat der geistige und räumliche Abstand viel Gutes ausgelöst. Du hast also vor einem wichtigen Event genau das gemacht, was ein Profi nicht machen sollte … Eigentlich schon. Ich bin tatsächlich noch mit einem Jetlag angetreten. Ich wusste, dass das nicht unbedingt klug war, aber genau das hat vielleicht die Extra-Prozent herausgekitzelt.

Ist es zu Hause so langweilig, dass du ausbrechen musst? Wenn ich daheim surfe, trainiere ich eher auf den Wettkampf hin. Ich überlege mir, was ich springe, und wenn etwas nicht passt, überlege ich, wie ich es besser ­machen kann. Das macht zwar auch Spaß, bringt mir aber nicht so viel Inspiration wie eine frische Umgebung. Wir haben es also mit einer Kausalkette Abwechslung–Spaß–Erfolg zu tun? Ja. Du musst das Karussell in Gang setzen, dann passieren gute Dinge auto­ matisch. Dann bist du auch entspannt und kannst warten, bis die richtige Welle kommt. Darauf kommt es oftmals an.

Überall erfolgreich: 2015 gewann Köster die PWA-Stopps in Klitmøller, Gran Canaria und Teneriffa.

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Sasha DiGiulian klettert,

seit sie sieben ist. Die nur 1,57 Meter große Athletin zählt von Bouldern bis Speedklettern zur Weltspitze. Auch am Berg ist sie groß: Im Jahr 2011 hat sie als erst dritte Frau überhaupt eine 9a-Route bewältigt.

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FAKTOR: KREATIVITÄT

„ES GIBT UNENDLICH VIELE MÖGLICHKEITEN, DIE AUFGABE ZU LÖSEN“ Die 23-jährige Amerikanerin Sasha DiGiulian ist die jüngste Frau, die jemals Schwierigkeitsgrad 9a geklettert ist. Sie hat unter anderem die berüchtigte Eiger-Nordwand in Freeclimbing-Manier durch­ stiegen – auf ihre Art.

CHRISTIAN PONDELLA/RED BULL CONTENT POOL, 3STRINGSPRODUCTIONS

the red bulletin: Wer oder was ist dafür verantwortlich, dass du noch immer täglich die Kletterschuhe anziehst? sasha digiulian: Liebe ist die Basis für alles. Dass du mit dem Sport erst einmal beginnst, aber auch, dass du weitermachst. Ohne Liebe kannst du nichts Langfristiges aufbauen. Dazu gehört natürlich der Sport per se, aber auch die Gemeinschaft, die ­Herausforderung. Was kann man vom Klettern lernen? Im Klettern ist es doch so: Wenn du einen Fehler machst, fällst du. So einfach, so ehrlich und direkt. Du wirst auch im Alltag fallen, aber nur im Klettern sind die Aus­ wirkungen so unmittelbar sichtbar. Jetzt gibt es aber in jeder Wand, ob am Berg oder in der Halle, unzählige Möglichkeiten, das Puzzle korrekt zu lösen und eben nicht zu fallen. Es macht einen Unterschied, ob du groß bist oder klein. Du kannst Entschei­ dungen treffen, die Route ändern – alles liegt an dir. Es gibt kein Richtig – außer du kommst oben an. Und es gibt unzählige Falsch – wenn du nämlich ins Seil fällst. Ich mag es, die Wahl zu haben, kreativ sein zu können und das Puzzle auf meine Art zu lösen – wenn ich mag, jedes Mal anders. Kann man das auf das normale Leben übertragen? Klar – täglich! In jeder Diskussion gibt es Argumente pro und kontra. Es liegt an dir, jene, die deine Position stützen, als Halte­ griffe zu benutzen, dich darauf richtig zu positionieren und Terrain zu gewinnen. Ich erlebe das sowohl im sportlichen Alltag als auch an der Universität, wo ich zum Beispiel Songs schreibe. Auch da kann ich Worte an­ einanderfügen, wie ich will, ich kann Noten THE RED BULLETIN

ändern, den Rhythmus. Jede einzelne Änderung kann richtig sein oder falsch: Was zählt, ist der fertige Song. Oder wenn ich mich um einen Job bewerbe: Wie über­ zeuge ich den Boss, dass ich die Richtige dafür bin? Auch da gibt es keine vorgefer­ tigten Muster, sondern du musst aus der Situation heraus agieren, beweglich sein. Interessiert dich Perfektion? Es gibt, finde ich, einen großen Grau­ bereich, kein Schwarz oder Weiß. Und das ist auch gut so.

Sasha DiGiulian sieht in allem einen Spielplatz voll wunderbarer Arten, individuelle Lösungen zu suchen.

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FAKTOR: KONSTANZ

„ERFOLG IST, WAS BESTAND HAT“ Der Motocrosser Ken Roczen, 21, hat in vier verschiedenen Serien in Europa und Amerika Titel gewonnen, alle Altersrekorde gesprengt und ist der jüngste Top-Pilot in der AMA-Supercross-Serie. Für ihn ist die Flugdauer, nicht die Höhe entscheidend.

Zu Hause in den großen Arenen Nordamerikas: Ken Roczen, die „German Sensation“ im AMA Supercross

in einer Saison zwangs­läufig auftauchen. Es ist nicht nur Glück, man kann das planen. Und zwar wie? Indem man körperlich auf einem TopNiveau ist, sich mit Menschen umgibt, denen man vertraut und die mehr können als andere, indem man mit seinem Umfeld gut zusammenarbeitet, damit alle ihren Job perfekt erledigen können. Indem man keine Schwächen einreißen lässt, auch wenn es einmal nicht so gut läuft. Wenn dein Bike dem Erfolg im Weg steht: Was macht das mit deiner Psyche? Wenn das Bike schlecht funktioniert, musst du dein Team dazu bringen, dir zuzuhören und es deinen Wünschen gemäß weiterzu­ entwickeln. Selbst wenn du ahnst, dass du an diesem Tag nicht gewinnen wirst, musst du es dennoch versuchen. Dein Motivations­ niveau muss konstant hoch sein, sonst hast du an der Spitze nichts verloren. Ist das Leben vorn härter oder leichter? Härter, definitiv. Es ist eigentlich wie im Leben generell: Die anderen werden besser und schneller, also musst du mitziehen, um nicht nach hinten durchgereicht zu werden. Keiner kann sich hinsetzen und sagen: Das hier ist meine Position, die steht mir zu. Du musst es immer wieder neu beweisen. Mich motiviert, wenn ich Gegner schlagen kann, von denen ich weiß, dass sie besser geworden sind. Im Umkehrschluss bedeutet das nämlich, dass auch ich besser geworden bin. Um an die Spitze zu kommen, musst du viel investieren. Und um dort zu bleiben, braucht es mindestens genauso viel. Man baut sich ja auch keine Firma auf und sieht dann zu, wie einen die anderen überrollen und man alles wieder verliert.

FOXHEAD, SUZUKI RACING

the red bulletin: Könnte man es sich an der Spitze leisten, Gas rausnehmen? ken roczen: Es gibt ja dieses Sprichwort: „Weltmeister werden ist nicht schwer, den Titel zu verteidigen hingegen sehr.“ Daran halte ich mich. Für mich sind große Sport­ ler solche, die ihre Leistungen über Jahre konstant abliefern. Erfolgreiche Unter­ nehmen oder Ideen sind die, die Bestand haben, keine Eintagsfliegen. Abwechslung reizt dich nicht? Ich habe meine Karriere auf die 450erKlasse in Amerika ausgerichtet. Ich möchte mich hier möglichst lang behaupten und, jawohl, irgendwann mit Stolz darauf zu­ rückblicken können. Gerade im Motocross lässt sich Lang­ fristigkeit aber sehr schlecht planen. Ein Sturz, und die Saison kann vorbei sein. Darum ist es umso befriedigender, wenn du dich über eine lange Zeit an der Spitze halten kannst. Technische Defekte, Stürze, Verletzungen: Einen Top-Mann erkennst du daran, dass er die Probleme bewältigt, die

TV-Doku-Tipp: Die fünf Protagonisten dieser Story sind zu sehen in „Wild Ones – Junge Helden“, ab 15. 11. auf ProSieben FUN; redbull.com/wildones

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THE RED BULLETIN


Ken Roczen ging als

j체ngster MX2-Weltmeister der Geschichte nach Amerika, um sich im Supercross, das haupts채chlich in Football-Stadien gefahren wird, durchzusetzen. Bereits im zweiten Jahr etablierte er sich an der Spitze.

THE RED BULLETIN

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Laut: Muse-Frontmann Matt Bellamy beim ­Gitarren-Solo auf der Webster-Hall-Bühne

Lasziv: Die „Gotham“Party am Samstag ist der Höhepunkt der Woche.


Süchtig nach Beats: Auf der „Girls & Boys“-Party feiert sich die ElectronicDance-Szene.

IM ZENTRUM DER

WEBSTER HALL (2), BRYAN KWON (2)

NACHT Nightlife-Tempel: In den Grand Ballroom der Webster Hall ­passen 1500 Tänzer.

AL CAPONE LIEFERTE SCHNAPS FÜR PARTYS, SKRILLEX’ BÄSSE LIESSEN WASSERROHRE PLATZEN. DIE WEBSTER HALL IST NEW YORKS LEGENDÄRSTER NIGHTCLUB. WEIL SIE SICH SEIT 130 JAHREN NEU ERFINDET. TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER 69


Born to Hula: Tänzerin im Grand Ballroom

„CLUBS ERFÜLLEN EINE SOZIALE FUNKTION: DIE LEUTE BRAUCHEN EINEN ORT ZUM AUSFLIPPEN.“

Webster-Hall-Fan: Manche Gäste kommen seit zwanzig Jahren.


Freiheit, Toleranz, ­Ekstase: Die Webster Hall lebt den Spirit New Yorks.

WEBSTER HALL (3), BRYAN KWON

D

en besten Blick auf das Epizentrum des New Yorker Nachtlebens hat man um drei Uhr früh auf einem Galerieplatz im Grand Ballroom der Webster Hall. Die Galerie ist ein offener Gang fünf Meter über dem Dancefloor. Ihr Boden vibriert, wenn der DJ den Bass aufdreht. Was man nun von der Galerie aus sieht, sind 1500 Menschen aller Ethnien, die auf ­einem Dancefloor aus dem Jahr 1886 zu Elektro-Dance-Beats tanzen. Hier schlägt das Herz von Manhattan. Im Grand Ballroom trank die New Yorker Bohème in den 1920er Jahren, als die Prohibitionsgesetze den Verkauf von Alkohol ver­boten. Im Grand Ballroom spielte der zwanzigjährige Bob Dylan 1962 seine erste Platte ein, als der Club als Tonstudio genutzt ­w urde. Und im Grand Ballroom ballerte ein schmächtiger Junge namens Skrillex 2010 seine Electro-Dubstep-Tracks ins Publikum. Hinter der Bar platzten Wasserleitungen. Zwei Jahre später gewann Skrillex drei Grammys. Seit 130 Jahren prägt die Webster Hall das Nachtleben New Yorks, weil ihre Besitzer Trends erkennen und fördern. Trend-Experte der Webster Hall ist Clubchef Lon Ballinger, 65, Nightlife-Guru, ein freundlicher Mann mit sanfter Stimme.

In der Schlange: Der Club-Eingang an der 125 East 11th Street im New Yorker East Village

the red bulletin: Herr Ballinger, sind Sie bereit für ein Gedankenexperiment? lon ballinger: Legen Sie los. Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, welche Webster-Hall71


130 JAHRE PARTY DIE WEBSTER-HALL-HISTORY

1886 Zigarren-Fabrikant Charles

Goldstein errichtet die Webster Hall als Miethalle für „Feste und jüdische Hochzeiten“. Drinks und Nebel auf der Brite-Nites-Party.

1910  – 1920 Die New Yorker Bohème feiert sich auf dekadenten Maskenbällen. Die Presse nennt die Webster Hall das „Theater

des Teufels“.

1920 Beginn der Prohibition. In

der Webster Hall wird weiter getrunken. Gangster Al Capone liefert den Nachschub.

1953 RCA Records kauft das Gebäude und eröffnet sein Tonstudio. Frank Sinatra und Elvis („Hound Dog“) nehmen stilprägende Alben auf.

1962 Erste Aufnahme einer Ikone:

Bob Dylan spielt Mundharmonika für Harry Belafontes Song „Midnight Special“.

Seit mehr als hundert Jahren verkleiden sich die Gäste der Webster Hall. Aktuell mit RaveMützen aus Kunstfell

Party der vergangenen 130 Jahre ­w ürden Sie besuchen? Jesus, das sind viel zu viele. (Überlegt.) Aber wenn ich eine Nacht wählen müsste, würde ich mir eine Burlesque-Show aus dem Jahr 1910 ansehen. Einige der ältesten Fotos der Webster Hall stammen aus dieser Zeit. Sie zeigen junge Menschen, die in weißen Kostümen durch den Ballroom tanzen. Die Kids wollten ihre Kreativität ausleben. Die Webster Hall hat ­ihnen diesen Wunsch erfüllt. Wir hätten getippt, dass Sie ins Jahr 1923 reisen, um Al Capone zu treffen – einen Ihrer Vorgänger als Clubchef. Al Capone kontrollierte während der Prohibition die Schnapslieferungen nach New York. Ob er tatsächlich Besitzer der Webster Hall war, weiß ich nicht. Fest steht, dass der Club ein Hotspot illegaler Partys war – eine Flüsterkneipe, in der die Leute heimlich Cocktails tranken. ­Sogar der spätere Präsident Franklin Roosevelt hat bei uns gefeiert. Die Politik drückte beide Augen zu. Warum? Weil das Nachtleben eine wichtige soziale 72

1980 In der Webster Hall eröffnet

Funktion erfüllt: Die Leuten brauchen ­einen Ort zum Ausflippen. Nur arbeiten macht Menschen unglücklich. In den 1980er Jahre flippten die Leute zu Guns N’ Roses aus. Damals mietete sich mit dem Ritz der prägende Rockclub der Stadt in die Webster Hall ein. Die Rockstars lieben den Club noch ­heute. Weil wir den Spirit New Yorks ­verkörpern: Jeder ist willkommen, egal welche Hautfarbe. Die Leute respektieren einander. Als ich David Bowie vor ­einiger Zeit im Club sah … David Bowie feiert in Ihrem Club? Er sieht sich Auftritte junger Bands an. Er hat Arcade Fire in der Webster Hall entdeckt. Zwei Jahre später sang er auf ihrem Album. Neben Indie-Bands wie Arcade Fire treten bei Ihnen auch Death-MetalCombos und Electro-DJs auf. Oft sogar am selben Tag. Eine ungewöhnliche Mischung, finden Sie nicht? Nein, weil wir das Programm für die Spotify-Generation erstellen. Die Kids ­respektieren verschiedene Genres. Die Mischung macht uns relevant. Im

das Ritz, New Yorks prägender Rock-Club. Den berühmtesten Live-Gig (1988, Guns N’ Roses) gibt’s auf YouTube.

1992 Die Ballinger-Brüder, vier Nightlife-Gurus aus Kanada, kaufen die Webster Hall und starten wöchentliche

Hip-Hop-Events.

2008 – 2015

Auf der „Girls & Boys“-Party feiern die späteren DJ-Weltstars Deadmau5 und ­Skrillex ihren Durchbruch.

2016 130. Geburtstag. „Wir pla-

nen ein Music-Street-Festival“, sagt Clubchef Lon Ballinger.

Lieferte während der Prohi­ bition den Alkohol: Al Capone THE RED BULLETIN


WEBSTER HALL, BRYAN KWON (4), CARLOS ALAYO, CORBIS

Resident DJ Subset bei der wöchentlichen BASSment-SaturdaysParty im Studio der Webster Hall

­ orjahr wurden 143.000 Tweets aus der V Webster Hall abgesetzt, mehr als aus ­jeder anderen Konzert-Location in den USA. Trotzdem müssen Sie neue Künstler finden, um sich auf dem Markt zu ­behaupten. Gerade in einer Musik­ metropole wie New York. Wie erkennt man einen neuen Trend? Indem man nicht versucht, ein Trend­ setter zu sein. Im Ernst? Ja. Erfolgreiche Menschen bewegen sich immer zwei Schritte hinter den Trend­ settern. Weil nicht jede neue Idee gut ist. Offensichtlich sind Ihre Booker gut darin, gute Ideen zu erkennen. Ihre wöchentliche „Girls & Boys“-Party, die seit 2008 läuft, war das Sprungbrett einer ganzen Reihe aktueller DJ-­ Superstars: Skrillex, Deadmau5 … … der Typ mit der Riesen-Mausmaske auf dem Kopf! Ich kann mich noch genau ­erinnern. Wir zahlten ihm 700 Dollar für den Gig. Deadmau5 verdient mittlerweile elf Millionen Dollar pro Jahr. THE RED BULLETIN

„DAVID BOWIE SIEHT SICH BEI UNS JUNGE BANDS AN.“ Es ist unser Job, jungen Bands zu helfen. Manchmal lohnt sich das Risiko, und sie kommen als Stars zurück. Wir hatten die Black Keys hier, bevor sie groß wurden, und die Kings of Leon. Beide hatten ­damals noch nicht so viele Fans, aber wir hielten sie für interessante Typen. Also gaben wir ihnen eine Chance. Steigen wir ein letztes Mal in die ­Zeitmaschine: Wie wird Nightlife in zwanzig Jahren aussehen? Vielleicht werden interaktive VideoScreens in den Clubs hängen. Oder wir benutzen neue Social-Media-Apps. Für besonders wichtig halte ich diese ­Technik allerdings nicht. Warum? Weil es in Clubs um etwas anderes geht: Frauen und Männer wollen sich kennenlernen, feiern und sehen, was passiert. Das ist der Kern des Nachtlebens. Und das wird sich niemals ändern. www.websterhall.com

Oben: Diplo an den Decks. Unten: der schönste Anblick auf der Halloween-Party

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See it. Get it. Do it.

AC T I O N ! TRAVEL

SURFMODUS

Heli-Skiing in den Columbia Mountains. Es war wieder eine dieser Beste-Abfahrt-deinesLebens-Abfahrten, die bereits dritte an diesem Tag: Zuerst ging’s in weiten Schwüngen über offene Gletscherfelder, danach im Slalom durch steile Waldrinnen – und alles durch Pulverschnee bis zum Bauchnabel.

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TRAVEL

GEAR

CULTURE

WHEELS

EVENTS

HOW TO 75


ACTION

TRAVEL Morgensport in den Columbia Mountains

KANADA Mehr erleben

Fast wie Heliskiing Columbia Mountains, Kanada Kelowna Hier entlang geht’s zu einigen der weltbesten Abfahrten: cmhski.com

Gondel mit Rotoren

Cri Maierhofer im Powder-Modus

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Wer sich warm genug einpackt, wird die ge­ führte Huskyschlitten­ fahrt durch Schnee und Eis lieben. Und darf am Ende mit den Hunden kuscheln. revelstokedogsled adventures.ca

INSIDERTIPP

„AMBITIONIERTE SNOWBOARDER UND SKIFAHRER SOLLTEN IN DIE LODGE NACH GALENA. DAS DOR­ TIGE GELÄNDE IST STEIL, ABWECHS­ LUNGSREICH UND MIT KUPPEN UND KLEINEN FELSEN ­GESPICKT, ÜBER DIE MAN SPRINGEN KANN“, EMPFIEHLT CRI MAIERHOFER.

Hunde statt Heli

verspielter oder aggressiver Linienwahl – zugleich sind die Gefahren hier deutlich ­geringer als in anderen Tiefschnee-Resorts. Denn Felsabbrüche oder große Lawinenhänge sind eine absolute Seltenheit. „Hier hast du die beste Skiwoche deines Lebens, und zwar garantiert unabhängig vom Wetter“, sagt Cri Maierhofer, ehemaliger Snowboardprofi und Mitarbeiter beim Spezialisten CMH Heli-Skiing. Die Atmosphäre in den Lodges ist der nächste Grund, 10.000 Euro oder mehr für eine Powder-Woche lockerzumachen: Es geht trotz des superexklusiven Packages (Whirlpool, Sauna, Massagen, mehrgängige Abendmenüs) absolut entspannt und familiär zu. Der Millionär (eine hier relativ häufig anzutreffende Spezies) sitzt da neben dem Tellerwäscher und fachsimpelt mit Piloten und Guides über den zurückliegenden Tag. Und dass es auf der Lodge keinen Handy­ empfang gibt? Das ist kein Manko, sondern der wahre Luxus.

Vollgas im Wald Snowmobile-Touren mit 60 PS unterm Hintern. Highlight: die Nachtfahrten samt Bad in einer heißen Quelle mit anschlie­ ßendem Barbecue. riderevelstoke.ca GETTY IMAGES (2), JUSTIN NAN

Experten erkennen allein schon an dem nebenstehenden Zitat: Die Rede ist von den Columbia Mountains, einem weltweit einzigartigen Tiefschnee-Paradies im Süden Kanadas. 10.000 unvergessliche Tiefenmeter pro Tag schafft man hier dank der HelikopterTransporte problemlos. Die eigene Fitness ist der einzige wirklich limitierende Faktor, denn die Helis heben bei jedem Wetter ab und bringen die Skifahrer und Snowboarder auf Gipfel, oft sind die Landeplätze nicht breiter als der Hubschrauber selbst. Die natürlichen Voraussetzungen fürs Powdern könnten besser nicht sein: Durchschnittlich 15 Meter schneit es in den ­Columbia Mountains pro Saison, das ideal kupierte Gelände lässt die Wahl zwischen

1700 Meter Höhen­ unterschied, 52 Pis­ten (eine davon 15 Kilo­ meter lang) und ­dutzende Abfahrten ­abseits der Piste – ­Revelstoke ist ein Ski­ gebiet der Superlative. revelstokemountain resort.com

THE RED BULLETIN


ACTION

GEAR

DRINGENDE WÜNSCHE Sieben Gründe, sich endlich wieder auf Weihnachten zu freuen.

Wirft ein Auge auf seine Umwelt: Der Sphero BB-8 kann ­holographische Videos per Augmented-Reality-App aufnehmen und abspielen.

Sphero BB-8 Der liebenswürdige neue Droide aus „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ wird dank dieser wunderbaren Appgesteuerten, gyroskopoisch angetriebenen Kopie zum Leben erweckt. Der kleine Roboter gehorcht unserem Smartphone, ist lernfähig und reagiert sogar auf Stimmen. sphero.com

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olloclip Active Lens

LG Rolly

Skulpt Aim

Der snap-on Photo Enhancer für die Kamera deines iPhones: mit Weitwinkel- und Telelinsen für beeindruckende Panorama- und präzise Nahaufnahmen.  olloclip.com

„Ultra-portable“ Bluetooth-Tastatur als idealer Begleiter fürs neue Tablet: lässt sich (wie der Name schon andeutet) einrollen und als kom­ pakter Zylinder einfach transportieren.  lg.com

Innovatives Tool zur exakten Messung von Trainingsfortschritten in 24 verschiedenen Muskeln – und zur Feststellung des schrumpfenden Körperfettanteils.  skulpt.me

TomTom Bandit

Lautsprecher BenQ treVolo

Polaroid Snap

Eine Aufzeichnung des Feiertags-Skitrips ohne die langweiligen Passagen? Diese Action-Kamera synchronisiert sich live mit einer App und erstellt ein Upload-fertiges Best-of-Video.  tomtom.com

Raffiniertes kabelloses Soundsystem mit ordentlich Power aus zwei flachen elektrostatischen Lautsprechern – die eingefaltet werden können, was das ganze Ding portabel macht.  benq.com

Selbst in der Instagram-Ära bleibt der Klas­siker unschlagbar. Die Snap ist Polaroids kompakteste Digitalkamera und kann sofort farbige 2 × 3-Zoll(5,1 × 7,6-cm-)Fotos ausdrucken.  polaroid.com

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# VIVAL ALIGA

Sa, 21.11.2015:

Real Madrid – FC Barcelona Kostenloser LIVE-Stream auf www.laola1.tv

Auch am Smar tphone, Tablet und Smar t T V (Samsung, Android T V, Amazon Fire T V ) in der L AOL A1.t v App.


ACTION

GEAR

WATCHES

von Gisbert L. Brunner

SCHÖN SMART

Casio Edifice EQB-510DC

Smartwatches sind ein ­richtig gutes Geschäft: Im Jahr 2014 wurden weltweit etwa 6,8 Millionen der technikstrotzenden Uhren verkauft, 2015 bereits ­doppelt so viele.

Bei schwachem Licht liest man die Zeit problemlos von den fluoreszierenden Zeigern ab. Bessere Lichtverhältnisse nutzt das umweltfreundliche SolarSystem, um die Edifice mit Energie zu versorgen.

Aber wenn man das beste beider Welten will? Also Hightech-Features im ­„Gewand“ eines klassischen Chronographen? Genau hier kommt die Edifice EQB510DC von Casio ins Spiel. Eine Hybrid-Armbanduhr in schnittigem Schwarz mit ­jeder Menge smarter Funktionen. Sie kommuniziert mit Android- oder iOSSmartphones via Bluetooth 4.0 und die „Casio Watch+“App. Sie richtet sich ganz besonders an Geschäfts­ reisende und sonstige Globe­ trotter: Sind die beiden ­Geräte gekoppelt, stellt die Uhr in über 300 Städten weltweit automatisch die richtige Ortszeit ein. Neben modernen Alarm- und Stopp-Funktionen gibt es außerdem einen praktischen Phone Finder. Wer dem „Dark Knight“-Look nichts abgewinnen kann, greift einfach zur EdelstahlVersion (EQB-510D) oder zur schwarz-roségoldenen Infiniti Red Bull Racing Special Edition (EQB-510RBM). edifice-watches.com

DAS BESTE BEIDER WELTEN

Klassischer Style trifft moderne Technologie. Frédérique Constant Horological Smartwatch

– mit handgearbeitetem Lederband und von ­Apple-Designern interpretiertem Digital-Zifferblatt.  apple.com

Analoge Eleganz mit smarten Features wie Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, Aktivitäts- und Schlaf-Tracking – bei satten zwei Jahren Batterielaufzeit. frederiqueconstant.com

Bulgari Diagono Magnesium Concept

Apple Watch Hermès Edition Der Smartwatch-Best­ seller von Apple in der Luxus-Version des Pariser Modelabels Hermès

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Der erste „Luxus-Tresor“ fürs Handgelenk: Die Koproduktion von Bulgari und Digital-SecuritySpezialist WISeKey kann per NFC (Near Field Communication) und Hoch­ sicherheits-App bezahlen, das Auto starten und die Haustür aufschließen. bulgari.wis.watch

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ACTION

CULTURE … UND WAS SONST? Frisches Entertainment vom Feinsten

TV „Sherlock“

Neuer Bösewicht Kylo Ren: zwei Drittel Darth Vader, ein ­Drittel  Slipknot

Fans der BBC-Version von Arthur ­ onan Doyles brillantem Detektiv C müssen bis 2017 auf die neue Staffel warten. Doch es wird ein einmaliges Weihnachts-Special abseits der Hauptstory geben. Holmes (Cumberbatch) und Watson (Freeman) werden zurück ins viktorianische England ­geschleudert.  bbc.co.uk

FILM

Premiere des Jahres: „Star Wars“ kommt zurück auf die Leinwand. Hier die wichtigsten Antworten. „Star Wars“ bekommt also einen neuen Teil? „Das Erwachen der Macht“ – der erste „Star Wars“-Film, seit ­Erfinder George Lucas seine Produktionsfirma Lucasfilm 2012 an Disney verkaufte – ist die offizielle „Episode VII“ der Sci-Fi-Saga. Worum geht’s? Es ist der Beginn einer neuen Trilogie, die sich um die ursprüng­ lichen Helden Luke Skywalker, Han Solo und Prinzessin Leia (Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher) dreht. Gemeinsam mit einer Gruppe neuer Rebellen bekämpfen sie die „Erste Ordnung“, die aus der Asche des Galaktischen Imperiums emporgestiegen ist. Wer ist neu dabei? Jedi-Rookie Finn (John Boyega), die Plünderin Rey (Daisy Ridley) und Poe Dameron (Oscar Isaac), der „beste verdammte Pilot in der Galaxie“. Auf der dunklen Seite: der Darth-Vader-mäßige Kylo Ren (Adam Driver), General Hux (Domhnall Gleeson) und Sturmtrupplerin Captain Phasma (Gwendoline Christie). Klingt nach vielen neuen bunten Kostümen … Und nicht zu vergessen BB-8. Der kugelförmige Kumpan aus „Das Erwachen der Macht“ wird sich wohl zum neuen Lieblings-Droiden der Fans mausern (siehe „Gear“, Seite 78). Wer übernahm für George Lucas? Regisseur J. J. Abrams hat „Star Trek“ wiederbelebt. „Auf diesem Spielplatz spielen zu ­dürfen ist eine absolute Ehre“, sagt er. „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ ­startet am 17. Dezember. starwars.com

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ALTE FREUNDE Drei „Star Wars“-Ikonen, über deren Rückkehr wir uns freuen dürfen. Chewbacca Han Solos behaarter Wookie-Kamerad – laut Leia der „wandelnde Teppich“. Lichtschwerter Sogar in neuem Look: Kylo Rens Schwert mit Parierstange sorgte für Aufregung im Netz. R2-D2 und C-3PO Die beiden Droiden sind die einzigen Charaktere, die in allen sieben „Star Wars“-Episoden mitspielen.

APP „Bike Unchained“ In diesem Arcade-Racer bietest du g­ emeinsam mit einem Team aus EliteBikern (u. a. Rachel und Gee Atherton) einem Konzern die Stirn, der eure ­besten Naturstrecken zerstören will. Die Free-to-Play-App ist jetzt für iOS und Android verfügbar. redbull.com/games

FILM „Krampus“

R2-D2 und C-3PO sind beleidigt wegen der Anmerkung zu BB-8.

Weihnachten der düsteren Sorte – mit gehörntem Dämon als Anti-SantaClaus: In „Krampus“ werden die Feierlichkeiten einer US-Familie wortwörtlich in Stücke gerissen. Die auf alpiner Mythologie basierende Horrorkomödie lehrt in Kinos ab 4. Dezember das Gruseln.  legendary.com

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SARAH WARD - BBC PICTURES, DAVID JAMES, UNIVERSAL PICTURES

ES SCHLÄGT ZURÜCK


„Läuft bei mir.“

David Garrett „Timeless“ I Brahms & Bruch Violin Concertos I Das Album – jetzt überall

Jetzt einschalten Filmmusik I Klassik-Hits I New Classics I Lounge

klassikradio.de


ACTION

CULTURE

THE PLAYLIST HURTS

YES WE KANYE Kanye West kündigte also an, 2020 für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. Ambitioniert, ja, doch er ist nicht der ­erste Musiker mit einem solchen Traum.

Als ihre Freunde 2005 vor einem Club in Manchester in eine Schlägerei gerieten, hielten sich Theo Hutchcraft und Adam ­Anderson raus. Und plauderten stattdessen über Musik. Vier Jahre später bekamen sie als Synth-Pop-Duo Hurts über 21 Millionen YouTube-Klicks mit ihrem selbstproduzierten Video zum Song „Wonderful Life“. Ihr Debütalbum „Happiness“ verkaufte sich zwei Millionen Mal. Jetzt kommt ihr drittes Album. Wir wollten wissen, welche Songs sie bei der Arbeit an „Surrender“ beeinflusst haben.  informationhurts.com

Ignacy Jan Paderewski

Pharrell Featuring Jay-Z

Chris Isaak

„Frontin’“

„Wicked Game“

THEO: „Pharrell verbindet Schlichtheit in seinen Texten mit einem komplexen Zugang zur Produktion. Das zeichnet ihn aus. Wir haben oft versucht, das zu kopieren, aber es ist unmöglich. ‚Frontin’‘ ist ein großartiges frühes Beispiel für diesen Sound: eingängig, funky, gleichzeitig ­unverwechselbar Pharrell. Er hat den aktuellen Hip-Hop ­geprägt wie kein anderer Künstler.“

folgen dieses Songs etwa 16 Mal geklaut, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Außerdem hört man hier eines der schönsten Vocal-Samples in der Geschichte der Tonaufzeichnung, als würde Chris in dein Ohr flüstern, während er singt. Obendrein endet ‚Wicked Game‘ mit einer der traurigsten Zeilen aller Zeiten. ‚Nobody loves no one.‘ Düsterer geht es kaum.“

Massive Attack

Prince

Jello Biafra

„Angel“

„Purple Rain“

1979 hatte er erfolglos als Bürgermeister von San Francisco kandidiert, im Jahr 2000 wollte der Punk-Veteran Präsidentschaftskandidat der Green Party werden. Den Vorzug erhielt aber der weniger kontroverse ­Ralph Nader.

meine erste Wahl, wenn ich versuchte, Frauen zu bezirzen. Der Song ist dermaßen sexy. Tatsächlich hatte er auch großen Einfluss auf den Sound unseres neuesten Albums. Wir orientierten uns an der Dunkelheit und Intensität dieses Songs. Wir spielen ihn vor jedem Konzert. Unser Tontechniker spielt ihn ab, um das Publikum in Stimmung zu bringen. Klappt jedes Mal.“

The Smiths „There Is a Light That Never Goes Out“ THEO: „Womöglich die stärksten Lyrics aller Zeiten: ‚Driving in your car, oh, please don’t drop me home, because it’s not my home, it’s their home …‘ Als Teenager in Manchester, der Heimatstadt von The Smiths, trafen mich diese Worte ins Herz, bis heute bekomme ich davon Gänsehaut. Ich ­bewundere The Smiths, weil man nie wusste, welche Musik sie hörten. Sie klangen einfach so komplett anders.“

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THEO: „Müsste ich einen einzelnen Lieblingssong rauspicken, wäre es dieser. Das Unglaublichste: Wenn man den Song komplett anhört, wird er immer besser. Er beginnt mit diesen brillanten ­Akkorden, dann pusht dich der Refrain, dann geht es immer steiler bergauf. Am Ende kann man einfach nicht widerstehen und singt mit. ‚Wuu-uuhuuh!‘ Prince ist einfach der größte noch lebende Musiker.“

THE GADGET Aumeo

Dem Start-up Aumeo Audio aus Hongkong verdanken wir das erste Gadget, das den Sound dem Ohr des Hörers anpasst. Sobald Aumeo mit einem Player verbunden ist, analysiert das streichholzschachtelgroße Ding das Gehör mittels simpler Tests und bestimmt, wie die Musik abgespielt wird. aumeoaudio.com

Wyclef Jean Dem Fugees-Rapper war es 2010 so ernst mit der Präsidentschaftskandida­ tur in seiner Heimat, dass er „If I Were President: My Haitian Experience“ aufnahm. Zur Wahl wurde er aber nicht zugelassen, weil er zu wenig Zeit im Land verbracht hatte.

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NEIL KRUG, GETTY IMAGES (3)

ADAM: „Lange Zeit war ‚Angel‘

ADAM: „Wir haben die Akkord­

Nach einem Auftritt im Weißen Haus überredete der Komponist US-Präsident Woodrow Wilson, Polens Unabhängigkeit zu unterstützen. 1919 wurde er erster Premierminister seines Landes.


17.12.2015 GRUGAHALLE ESSEN

LIVESTREAM: REdbULLSoUNdcLASH.coM


ACTION

WHEELS MOTORMERCH Das Neueste auf und neben der Rennstrecke.

Leica Ultravid 8 × 32 Edition Zagato Die Limited Edition des Alu-Feldstechers ist eine Koproduktion von Kamera-Profi Leica und Autodesigner Zagato – natürlich mit piek­ feinem Leder-Etui. leica-camera.com

Honda RC213V-S: So fühlt man sich im Windschatten von Marc Márquez.

STRASSENRENNRAD Honda RC213V, jetzt mit S

In den Händen des Superstars Marc Márquez wurde die Honda RC213V zu ­einer mächtigen MotoGP-Waffe. Nun hat sich der japanische Hersteller entschlossen, das Marketing-Potential des zweifachen Weltmeisters aus Spanien zu nutzen, und produziert eine straßentaugliche Version jener Maschine, die Márquez, Dani Pedrosa und Casey Stoner zu Seriensiegern gemacht hat. Die neue RC213V-S berücksichtigt sowohl die gesetzlichen Vorgaben (Lichter, Nummerntafeln, Katalysatoren etc.) als auch die Notwendigkeiten, die sich aus einem Betrieb ohne persönliche Boxen-Crew ergeben (Starter, Stahlbremsscheiben). Für alle, die es wirklich wissen wollen, hat Honda ein optionales Rennstrecken-Kit im Programm, das Fahrfeeling nach Art der ­MotoGP-Gene des Bikes verspricht. Die Straßenversion kommt mit 156 PS, das Sport-Kit addiert rauf auf mächtige 212 PS. Nicht ganz die 235+ PS der MotoGP-Version, aber man kommt anständig von A nach B.  honda.com

Alpinestars Tech-Air

Sportlich Gesinnte bevorzugen das Sport-Kit – mit gewaltigen 212 PS.

Das weltweit auf Rennstrecken bewährte Tech-Air-Airbag-System von Alpinestars gibt’s jetzt endlich für alle On- und Off-Road-­ Begeisterten – und das sogar mit einer Reihe kompatibler Jacken. alpinestars.com

EINS, ZWEI, DR…

Lotus mit neuer vmax Der neue 3-Eleven ist das schnellste Stück Metall, das Lotus je auf den Markt gebracht hat. Seit der original Elise (Mitte der 1990er) haben die Briten das Spiel mit der Aluminiumwanne mit einer Vielzahl von High-Performance-Modellen in geringen Stückzahlen perfektioniert, mit dem 450-PS-­ V6‑Motor (von Toyota) aus dem Evora übertrifft der 3-Eleven aber seine Vorgänger. Er kommt in limitierter Auflage von 311 Stück als Straßenund als Streckenvariante. Zweitere punktet mit sequentiellem Getriebe, Aero-Kit und Rennsitzen mit 6‑Punkt-Gurten. In weniger als drei Sekunden ist man damit von 0 auf 100.  lotuscars.com

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VitesseAuDessus-­ Carbonfelgen Der US-Carbon-Customizer bietet einteilige OEM-(Original-Equipment-Manufacturer-) Felgen für aktuelle Modelle von Lamborghini, Ferrari, Bugatti, Bentley, Aston Martin, Porsche, Mercedes oder BMW. vitesseaudessus.com

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ACTION

EVENTS Kino am Kopf: Helm­ kameras halten die spektakulären, 50 km/h schnellen Runs fest

Der schnellste Sport auf Schlittschuhen kehrt nach Deutschland zurück: Bei Red Bull Crashed Ice treten jeweils vier Athleten im Eiskanal gegeneinander an. Schikanen, Steilkurven und Sprünge müssen die Ice Cross Downhiller auf der technisch anspruchsvollen Strecke am Olympiaberg überwinden. Besonders spektakulär: der bis zu 20 Meter weite Zielsprung. Können die Lokalmatadoren Martin Niefnecker (World Series-Gesamtsieger 2010) und Fabian Mels (im Vorjahr bester Deutscher) dem kanadischen Titelverteidiger Scott Croxall Paroli bieten? redbullcrashedice.com

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12. November „Streif – One Hell of a Ride“

6. Dezember RB Leipzig vs. MSV Duisburg

DVD und Blu-ray-Release

Red Bull Arena, Leipzig

Die preisgekrönte Ski-Doku (250.000 Kinozuschauer) ­begleitet Legenden wie Aksel Lund Svindal, Hannes Reichelt und Max Franz bei ihrer Vor­ bereitung auf die Weltcup-­ Abfahrt in Kitzbühel. Die ­„Legenden-Edition“ auf DVD und Blu-ray kommt im edlen Steelbook inklusive 50-minü­ tigem Making-of. streif-film.de

Die Roten Bullen kämpfen um den Aufstieg in die Bundesliga, während sich die Duisburger „Zebras“ aus der Abstiegszone schießen müssen. Was die Bullen stark macht? Jungtalente wie Torjäger Davie Selke, der schwedische Nationalspieler Emil Forsberg und ­Offensivwaffe Marcel Sabitzer. 25.000 Zuseher werden in der Red Bull Arena erwartet, um 13.30 Uhr geht’s los. Karten unter: DieRotenBullen.com/ eintrittskarten

Torhungrig: ­ ittelfeldbulle M Marcel Sabitzer

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ANDREAS LANGREITER/RED BULL CONTENT POOL, GEPA PICTURES, MESSE ESSEN GMBH, PHILIP PLATZER/WINGS FOR LIFE WORLD RUN, UNIVERSAL

8./9. Januar Red Bull Crashed Ice Olympiapark, München


28. 11. – 6. 12. Essen Motor Show

Gymkhana Drift Cup, DMAX-Arena: Profidrifter geben Gummi.

Messe, Essen

Mit 350.000 Besuchern gehört die Essen Motor Show zu Europas größten Messen für Motorsport und Tuning. 2015 sehen Motorsportfans: den ­originalen Volkswagen Polo R WRC des RallyeWeltmeisters Sébastien Ogier, eine Formel-1-­ Sonderschau mit 14 his­ torischen Boliden und das komplett aus Holz gefertigte, 600 PS starke Concept Car „Splinter“. Tipp: eine Runde mit dem Drift-Taxi in der DMAXMotorsportarena drehen. essen-motorshow.de

Weitere Pflicht­ termine in den nächsten Wochen

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November Marsimoto

2. Dezember Hudson Mohawke

20. – 22. November Skisprung-Weltcup

Berghain, Berlin

Vogtland Arena, Klingenthal

In der Musik des schottischen Produzenten gilt: Mehr ist mehr. Ross Birchard alias Hudson ­Mohawke mischt virtuos elektro­ lastigen R&B mit Siebziger-Jahre-­ Soul-Samples und nervösen Synthie-Spielereien. Das Ergebnis? Höchst tanzbar. hudsonmohawke.com

Die Weltcup-Saison ist eröffnet! Auf der 140-Meter-Schanze in Klingenthal trachtet Severin Freund, Gesamtweltcupsieger 2014/15, danach, sich gegen Konkurrenten wie Vierschanzentournee-Gewinner Stefan Kraft von Anfang an zu behaupten. weltcup-klingenthal.de

Fußballprofi, Model, Schauspielschüler, Deutschrap-Revoluzzer: Marteria hat eine drehbuchreife Karriere hingelegt. Sein Alter Ego Marsimoto – mit Maske, gepitchter Stimme und neuem Album – tourt ab 24. November durch Deutschland. Karten: marsimoto.de

12. November „Steve Jobs“ Kinostart

Ab sofort Wings for Life World Run Weltweiter Anmeldestart – Run in München Am 8. Mai 2016 fällt in 33 Ländern gleichzeitig der Startschuss für den Wings for Life World Run, dessen Erlöse direkt in die Rückenmarksforschung fließen. Der Lauf gegen das verfolgende Catcher Car startet in München im Olympiapark, die deutsche World Run-Bestmarke hält Florian Neuschwander mit 74,5 Kilometern. Anmeldung: wingsforlifeworldrun.com

18

November Literaturfest München Hier trifft man renommierte Autoren wie ­Umberto Eco („Der Name der Rose“) ebenso wie den Pop-Poeten Bas Böttcher, der mit ausgewählten Bühnendichtern am 21. 11. in der Muffathalle auftritt. 18. 11. – 6. 12., München

79,9 km: Lemawork Ketema lief 2015 in Österreich Rekord.

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SAVE THE DATE

Für seine Darstellung von Steve Jobs wird Michael Fassbender (Bild) bereits als Oscar-Favorit gehandelt. Minutiös und dennoch mitreißend erzählt dieses Biopic drei entscheidende Episoden aus dem Leben des 2011 verstorbenen Apple-Gründers, bei denen auch eine andere Seite des Genies ans Licht kommt – etwa, als Jobs ­wegen technischer Probleme ­unmittelbar vor der Präsentation des ersten Macintosh ans Auf­ geben denkt. Regie führte Danny Boyle („Slumdog Millionaire“), Kate Winslet und Seth Rogen ­brillieren in den Nebenrollen. stevejobsthefilm.com

3

Dezember 1LIVE Krone Der Radiosender ehrt in der Jahrhunderthalle Bochum die Musik-Acts des Jahres. „Krone“-­ Rekordhalter sind Die Toten Hosen, die den Award bereits sechsmal verliehen bekamen. Wer online mitstimmt, kann Tickets zur Gala gewinnen: einslivekrone.de

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HOW TO

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SO SPRINGST DU AUS EINEM FAHRENDEN AUTO

Achte aufs Tempo „Je langsamer das Fahrzeug fährt, desto besser für dich – logisch. Denn so hast du mehr Kontrolle, und es braucht weniger Zeit, deinen Körper zu bremsen. Dadurch gibt es weniger Aufprallpunkte deines Körper am Boden. Umgekehrt gilt: Je schneller du dich überschlägst, desto mehr Reibung wirkt auf deinen Körper.“

Für Actionhelden Routine, für uns eher herausfordernd: wie man aus einem fahrenden Vehikel springt, um dem sicheren Tod zu entgehen. Wie also geht man’s an? Wir fragen Andreas Petrides, einen der besten Stuntmen Englands, Gründer der British Action Academy und Inhaber eines Lebenslaufs, der „Star Wars“, „Mission: Impossible“ und vier „James Bond“Filme inkludiert. Zunächst antwortet er grundsätzlich: „In ­Extremsituationen müssen wir schnell Entscheidungen treffen und rasch reagieren. Der Schlüssel ist, Panik zu vermeiden – nur so können wir die Kontrolle behalten.“ Und dann konkret: „Du wirst vor dem Sprung Angst haben. Und es ist möglich, dass du dich verletzt. Prinzipiell sollten dich diese Techniken vor schwereren Verletzungen bewahren und vielleicht gar dein Leben retten.“ Und wir ergänzen: Don’t try this at home. britishactionacademy.com

2

3

4

5

„Auch wenn’s im Inneren des Wagens zur Sache geht (Feuer? Kidnapper?), ein Blick nach draußen lohnt. Nämlich dorthin, wo du deinen Sprung landen wirst. Wasser wäre ideal – wenn es tief genug und frei von Hindernissen ist. Auf Gras oder Sand zu landen ist die zweitbeste Variante – und jedenfalls besser als ein harter Aufprall auf Asphalt oder Beton.“

„Bevor du springst, schnapp dir mög­ lichst etwas, das geeignet ist, deinen Aufprall zu dämpfen – zusätzliche Kleidung, Jacken, Kissen, Boden­ matten … Du könntest sogar ver­ suchen, den Rücksitz zu entfernen und darauf zu landen. Öffne die Auto­ tür, so weit du kannst. Denn beim Sprung könntest du von ihr abprallen und unter die Räder kommen.“

„Wenn du das Fahrzeug verlässt, ­entspann dich so sehr wie möglich. Verkrampft zu sein macht den Auf­ prall härter! Je näher du dem Boden bist, desto besser, denn der erste Aufprall ist normalerweise der hef­ tigste. Versuche gegen die Fahrt­ richtung zu schauen – so kannst du rückwärts abrollen und dein Gesicht vom Boden weghalten.“

„Kinn zur Brust, Ellbogen und Knie angezogen, Beine leicht gebeugt. Beide Füße sollten das Auto gleich­ zeitig verlassen. Spring nicht zu hoch oder zu weit – das würde es bloß schwieriger machen, die Position des ­Körpers beim Aufprall zu erahnen. Versuche mit den Füßen zuerst auf­ zukommen und dann mit der Mitte des Rückens.“

Wohin fällst du?

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Landung vorbereiten

Bleib tief und locker

Halte die Stellung

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HERI IRAWAN

ACTION


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GAME ZONE

SPIEL S TA N D 2016 wird ein großes Jahr für Gamer. Wir tauchen ein in die digitale Revolution und präsentieren die spannendsten Spiele, Trends und Technologien der nächsten zwölf Monate.

„LEGO Marvel’s Avengers“ Nach den LEGO-Versionen von „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Jurassic World“ nimmt sich TT Games die Avengers vor. Basis sind „Avengers Assemble“, „Age of Ultron“ und Comichelden. Platt­ formen: alle Konsolen und PC. Geplanter Release: Frühjahr 2016.  ttgames.com

„Star Wars Battlefront“ Der nächste Volltreffer der „Battlefield“-Entwickler „Star Wars“-Fans reicht ein Blick auf das Cover von „Battlefront“, und sie wissen: Alles wird gut. Ein gigantischer AT-AT ragt über einem Rebellenkämpfer hervor, TIE-Fighter und XWings flitzen am Himmel von Hoth. Und dann wäre da das DICE-Logo. Bei den „Battlefield“Entwicklern ist „Battlefront“ in ebenso sicheren Händen wie „Das Erwachen der Macht“ in jenen von J. J. Abrams. In diesem Shooter für bis zu 40 Spieler ist man Sturmtruppler oder Rebell

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und reist an einige der bekanntesten Orte in ­einer weit, weit entfernten Galaxie. Tatooine, Hoth, Endor: Check! Und als Zulage gibt’s den neuen vulkanischen Planeten Sullust. Man fährt auf Speedern und jagt im X‑Wing oder Millen­ nium Falcon durch die Lüfte. Und mit dem richtigen Power-up schlüpft man in die Rolle von Luke Skywalker, Darth Vader oder Boba Fett. Bonus! Plattformen: PS4, Xbox One, PC. Ge­ planter Release: November.  starwars.ea.com

THE RED BULLETIN


„Mirror’s Edge Catalyst“ „Mirror’s Edge“ war ein cooles PS3Game, spielte in einer futuristischen Stadt, Parkour-Skills zählten mehr als Waffen. Es erfrischte das First-PersonAction-Genre. „Catalyst“ taucht nun in die Story der Heldin Faith ein, die ohne Schusswaffen durch die Stadt Glass springt. Plattformen: PS4, Xbox One, PC. Geplanter Release: Frühling 2016.  mirrorsedge.com

Das neue Apple TV Besteht das aufgerüstete Apple TV gegen PS4 und Xbox One in Sachen Wohnzimmer-Gaming? Es scheint sich eher an der Wii zu orientieren – denn es bietet Familienspaß für alle, die sich nicht jede Nacht in einer „Destiny“Session verlieren wollen. Zu den beliebten Mobile Games wie „Crossy Roads“ oder „Beat Sports“ werden Konsolenhits wie „Rayman Adventures“, „Skylanders SuperChargers“ und „Guitar Hero Live“ dazukommen. Release: erhältlich.  apple.com

„Final Fantasy XV“

„Tom Clancy’s The Division“ Am Black Friday herrscht Chaos: Ein Virus hat New York infiziert, als Mitglied der ­Strategic Homeland Division hast du den Auftrag, die bedrohliche Seuche zu bekämpfen und die verantwortlichen Verschwörer auszuschalten. Nachdem Ubisoft für „Watch Dogs“ Chicago nachgebaut hatte, haben die Entwickler auch bei New York ganze Arbeit geleistet: Die verlassene Stadt verspricht viel Spaß beim Erkunden. Plattformen: PS4, Xbox One. Geplanter Release: Frühling 2016.  tomclancy-thedivision.ubi.com

Fans der Reihe mussten lange auf ein neues Konsolen-RPG warten: „FFXV“ ist der erste Ableger seit 2010. Es hat eine neue, frei erkundbare Welt im Gepäck sowie ein Kampfsystem im Stil von „Kingdom Hearts“. Plattformen: PS4, Xbox One. Geplanter Release: 2016.  finalfantasyxv.com

„Rise of the Tomb Raider“ Die PS4 hat „Uncharted“, doch mit „Lara Croft“ hat die Xbox das Schatzjäger-Original. Zumindest für ein Jahr. Denn „Rise of the Tomb Raider“ ist ein zeitlich beschränkter Exklusivtitel: Xbox-Besitzer kriegen als Erste die Chance, die Story des exzellenten Reboots von 2013 fortzusetzen, PS4 folgt Ende 2016. Lara sucht in Sibirien nach der antiken Stadt Kitezh und dem Geheimnis der Unsterblichkeit. Dabei nutzt sie ihre Survival-Skills, um Dinge herzustellen und Feinde auszuschalten. Plattform: Xbox One. ­Release: ist bereits erschienen.  tombraider.com THE RED BULLETIN

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GAME ZONE

2016: das Jahr der ­Virtual Reality Konsolenkriege waren gestern – jetzt tobt die VR-Schlacht. Virtuelle Realität hat es weit gebracht, seit Nintendos Virtual Boy vor 20 Jahren für Kopfschmerzen sorgte: PlayStation VR, Oculus Rift und HTC Vive holen dich via Headset direkt in die Action prachtvoller HDWelten. PS4-Besitzer dürfen sich über PlayStation VR freuen, das in der ersten Hälfte 2016 erscheinen wird und mit über zehn Spielen kompatibel sein soll. Sony hat bereits den Robo-Shooter „RIGS“; laut Kritikern auf der Toyko Game Show soll der Kampf gegen „Titan“ in „Final Fantasy XIV“ fesselnder sein denn je. Sowohl Oculus Rift als auch HTC Vive be­ nötigen einen leistungsstarken PC. Erstere haben sich mit Microsoft ­zusammengetan, jeder verkauften Einheit wird ein Xbox-Controller ­beiliegen. Der (separat verkaufte) Oculus Touch Controller zeigt bei der Toybox Demo, was sich bei Motion Control seit Wii Remote und Nunchuck getan hat. Mit den Sticks kann man auch sein Raumschiff steuern, während man in „EVE: Valkyrie“ Feinden nachjagt. Die Erkundung der ­Antarktis in „Edge of Nowhere“ lässt erahnen, wie Gruselgames in VR funktionieren können. HTC Vive – entwickelt in Kooperation mit den „Half-Life“-Erfindern Valve für die „SteamVR“-Plattform – lässt dich übers Headset virtuelle Welten ­erkunden. Das Versprechen, bei Launch 170 VR-kompatible Spiele im Katalog zu haben, wird der riesigen Steam-Community gefallen. Und dann gibt es noch „Gear VR“, ent­ wickelt von Oculus für SamsungGalaxy-Geräte. Ist eigentlich ­jemand nicht mit von der Partie? Release: HTC Vive: Dezember 2015; PlayStation VR und Oculus Rift: Frühling 2016.  playstation. com; oculus.com; htcvr.com

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„Crackdown 3“ Dank übermenschlicher Agenten und Cel-Shading-Optik war „Crackdown“ schon immer abgedrehter als „Grand Theft Auto“, doch der neueste Ableger der Sandbox-Serie für Verbrechens­ bekämpfer erschließt neue Levels der Zerstörungsaction. „Crackdown 3“ spielt in einer von Kriminellen überrannten Stadt der Zukunft. Im Multiplayer wird es sogar noch gefährlicher: Hier stürzen Gebäude ein, und Wolkenkratzer krachen ineinander. Plattform: Xbox One. Release: 2016.  xbox.com

Nintendo NX Nintendo wird 2016 neue „Zelda“- und „Star Fox“-Games herausbringen, doch alle Spekulationen drehen sich um die neue Konsole. Bis jetzt weiß man über NX nur, dass das brandneue Konzept nächstes Jahr verraten werden soll. Außerdem gibt es Pläne, NintendoSpiele auf Smartphones zu packen. „Mario“ am Smartphone? Her damit! Release: 2016.  nintendo.com

„Uncharted 4: A Thief’s End“ Im Nachfolger zur klassischen PS3Actionreihe wird der ehemalige Schatzjäger Nathan Drake von seinem verloren geglaubten Bruder aus dem Ruhestand geholt, um eine Verschwörung rund um eine verschollene Piratenkolonie aufzudecken. Ein früher Einblick in eine der High-Speed-Verfolgungsjagden hat einen Hype ausgelöst. Wenn der Rest genauso aufregend wird, könnte es Nates größtes Abenteuer werden. Plattform: PS4. Release: Frühling 2016.  playstation.com THE RED BULLETIN


GAME ZONE „Dark Souls 3“ „Dark Souls“ kehrt in einem weiteren höllisch schweren Ableger zurück – die mittelalterliche Welt wird größer, die Action schneller denn je sein. Plattformen: PC, PS4, Xbox One. Release: Frühling 2016.  darksouls3.com

Radikale Reboots Über das Comeback der Klassiker Manche Serien vergeben aufsteigende Nummern („Fallout 4“, „Halo 5“), ­andere gehen back to the basics. Nach 20 Spielen in zwei Jahrzehnten nahm EA „Need for Speed“ letztes Jahr von der Straße, gab den Reboot in die Hände von Ghost Games, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zugleich bleibt Bethesda als neuer „Doom“-Entwickler den blutigen Wurzeln des Mars-Shooters treu. Dann gibt es da noch „Ratchet & Clank“ – mehr als nur eine Neu­ auflage des PS2-Klassikers. Release: „Need for Speed“: bereits erhältlich; „Doom“ und „Ratchet & Clank“: Frühling 2016. needforspeed.com; bethsoft.com; playstation.com

„Destiny: Jahr 2“ „Destiny: König der Besessenen“ trat das zweite Jahr in „Destinys“ Zehnjahresplan los, und das mit Stil, einer verbesserten Story und spannenden neuen Multiplayer-Modi. Was kommt als Nächstes? Fürs kommende Jahr darf man noch mehr Erweiterungen erwarten. Plattformen: PS4, Xbox One. Release: 2016.  destinythegame.com

„LEGO Worlds“ vs. „Minecraft: Story-Mode“ „Minecraft“ ist digitales LEGO und hat jetzt einen Story-Mode. „LEGO Worlds“ ist „LEGO ­Minecraft“ mit Kreativ-­ Fokus. Plattformen: alle. Release: „LEGO Worlds“: 2016; ­„Minecraft: Story Mode“: bereits ­erhältlich.  tell­ talegames.com THE RED BULLETIN

Filme zu Videospielen Einige der größten Filme 2016 werden auf Videospiel-Hits basieren. Und dank seriöser Schauspieler und Regisseure könnte sich das Image von Game-Verfilmungen radikal ändern. Für die Kids gibt es „Angry Birds“, einen Animationsspaß der Macher von „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“. Weiters „Warcraft“ von „Moon“- und „Source Code“-Regisseur Duncan Jones, der erzählt, wie der Konflikt zwischen Orks und Menschen entstand. Und wir bekommen „Assassin’s Creed“, mit Michael Fassbender als Nachfahr eines spanischen Assassinen des 15. Jahrhunderts. Releases: „Angry Birds“: Frühling 2016; „Warcraft“: Sommer ’16; „Assassin’s Creed“: Winter ’16. sonypictures.com; legen­dary. com; foxmovies.com

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GAME ZONE

Mehr „Halo“ Ordentlich ballern und Strategie in zwei herrlich neuen „Halo“-Erfahrungen Der Master Chief ward vermisst: Zwei Jahre sind seit dem Launch der Xbox One vergangen, nun erst erleben wir ein komplett neues „Halo“-Spiel. Doch das sehen wir 343 Industries gern nach, wird „Halo 5: Guardians“ doch doppelt so groß wie sein Vorgänger. Der Spieler schießt sich durch riesige Levels (4-Spieler-Koop!); die Action wechselt zwischen Master Chiefs Team Blau und dem Feuerteam Osiris von Spartan Locke, das den Master Chief und seine Crew aufzuspüren versucht. Im Arena-Multiplayer-Modus, der beim ersten, mit einer Million Dollar dotierten „Halo“-eSports-Turnier präsentiert werden soll, schließen sich vier Spieler auf einer Seite zusammen, während der Warzone-Modus groß angelegte 24-Spieler-Schlachten bietet. 2016 wird Microsoft „Halo Wars 2“ herausbringen, den Nach­folger zum Echtzeit-Strategiespiel von 2009, veröffentlicht von Creative Assembly, dem Team hinter „Total War“. Plattformen: Xbox One (beide), PC („Halo Wars 2“). Releases: erhältlich („Halo 5: Guardians“); Herbst 2016 („Halo Wars 2“).  halowaypoint.com

(Quasi) neue Konsolen Obwohl Xbox One und PS4 ihren ­zweiten Geburtstag hinter sich haben, sollte man für nächstes Jahr keine neuen Konsolen aus den Häusern Sony oder Microsoft erwarten. Erstere wollen noch mehr Gamer mit einer neuen Darth-Vader-inspirierten 1-Tera­ byte-PS4 ködern, während Microsoft die Xbox One Elite anbietet, die eine 1-TB-Hybrid-Festplatte und einen EliteController inkludiert. Release: bereits erhältlich.  playstation.com; xbox.com

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„Unravel“ Laut Game Director Martin Sahlin soll der rote Faden, aus dem der „Unravel“-Held Yarny gemacht ist, die Liebe symbolisieren. Und es fällt nicht schwer, sich in diesen kleinen Kerl zu verlieben. Yarny nutzt seine Fäden, um zu schwingen, zu klettern und sogar auf einem Kite über Landschaften zu fliegen, die von Sahlins Heimat Schweden inspiriert wurden. Plattform: PS4. Release: Frühling 2016.  unravelgame.com


GAME ZONE „Fifa 17“ „Fifa 16“ wird seine Spieler vermutlich noch für die nächsten elf Monate fesseln. Wieder einmal bekamen wir unvergleichliche Grafik zu sehen, nur die Action an der Spitze war angepasst worden, um die Verteidigung zu verbessern. Weiteren Feinschliff darf man nächstes Jahr erwarten. Plattformen: PS4, Xbox One, PC. Release: Herbst 2016.  easports.com

„No Man’s Sky“ Das größte Spiel der Gaming-Ära kommt aus ­einem kleinen englischen Indie-Studio. „No Man’s Sky“ von Hello Games ist nicht nur eines der ambitioniertesten Indie-Spiele, sondern eines der ambitioniertesten Spiele überhaupt. Groß und frech genug, die Muskeln neben Giganten bei Sonys E3 Show spielen zu lassen, bietet dieses Weltraum-Abenteuer für PS4 ein gigantisches Universum mit über 18 Trillionen lebensgroßen Planeten, die man erkunden kann. Wer nachzählen

möchte, bitte … obwohl es angeblich 585 Milliarden Jahre dauern würde, alle zu erforschen. Glücklicherweise ist das nicht das Ziel bei „No Man’s Sky“, sondern den Mittelpunkt des Universums in einem Schiff zu erreichen, das man upgraden kann. Es gibt keine Story, es geht nur ums Erkunden – neue Lebensformen entdecken und sie mit der Welt teilen, mit Ressourcen handeln, ballern. Doch wer zu viele Kreaturen oder Raumschiffe angreift oder zu viel Raubbau betreibt, dem ist bald die Polizei auf den Fersen. Plattformen: PS4, PC. Release: 2016.  no-mans-sky.com

Steam Machine PS4 und Xbox One haben einen neuen Rivalen im Wohnzimmer. Man stelle sich vor: eine neue Spielkonsole mit über 980 Launch-Titeln, einige davon ­echte Klassiker. Willkommen, Steam Machine! Sie wird das Spielen von PC-Games ver­ ändern. Mit Valve kann man großartige Spiele aus dem Steam Store direkt am Fernseher spielen. Dazu verwendet man einen Con­ troller mit klickbaren Trackpads und Buttons, die für Konsolen- und PC-Spieler passen. Und anders als bei Konsolen kann man zwischen Geräten verschiedener Entwickler wählen. Das von AlienWare, zum Beispiel, beeindruckt mit NVidia-GeForce-Grafikprozessor, einer Sammlung an Spielen und extra In‑Game Content. Release: Dezember 2015 (AlienWare Alpha).  alienware.co.uk

„Street Fighter V“ Das erste komplett neue „Street Fighter“-Spiel auf PS4 wird auch auf PC erscheinen, inklusive Cross-Platform-Gaming. Die neuen Charaktere Necalli und Rashid schließen sich Ryu, Ken und Chun-Li in diesem unschlagbaren Beat ’em up an. Plattformen: PS4, PC. Release: Frühling 2016.  streetfighter.com

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David Schalko

Geboren 1973 in Waidhofen/Thaya, Österreich. Bewarb sich am Max-Reinhardt-Seminar (wurde abgelehnt), studierte Betriebswirtschaft (brach das Studium ab). Arbeit als Autor (erstes Buch „Bluterguss und Herzinfarkt“), Werbetexter und Sexkolumnist. Erster Erfolg als Filmemacher, ­Regisseur und Konzeptionist mit der experimentellen „Sendung ohne Namen“ (Finalist bei den New York Television Awards 2004), dazu konsequent-kritische Filme und Satire-Programme, die er mit einer eigenen Produktionsfirma umsetzt. Durchbruch mit dem TV-Zweiteiler „Aufschneider“ (mit Josef Hader) und den TV-Serien „Braunschlag“ (2011, 20th Century Fox plant ein Remake in den USA) und „Altes Geld“ (2014). Schalko lebt in Wien.

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die aber inzwischen wieder Jelinek hieß und von der F. Meixner weniger gern sprach als von den Mängeln in der Wohnung. Ein paar Fetzen konnte sie in detektivischer Kleinarbeit über die Jahre zusammentragen. Offenbar hatte die damalige C. Meixner ihren Mann für einen anderen verlassen. Dieser dürfte irgendetwas mit der Produktion von Stühlen zu tun gehabt haben. Weshalb F. Meixner alle Sitzgelegenheiten aus der Wohnung hatte entfernen lassen und die Gäste nötigte, auf dem Boden zu sitzen. Er begründete dies mit der improvisierten Lebenssituation. Es sei ja bloß ­vorübergehend, bis er die Wohnung für seine Frau verkauft habe. Aber der Meixner konnte er nichts vormachen. Natürlich blieb er in der Hoffnung, sie würde ­zurückkehren. Wahrscheinlich simulierte er sogar einen ausfüllenden Alltag mit ihr. Sprach mit ihr. Fragte sie nach ihrem Tag. Schmiedete Pläne für Stromboli. Servierte ihr abends einen gut gekühlten Pinot Bianco. Küsste ihren Nacken unter dem Haaransatz. Las ihr aus dem neuen Philip Roth vor. Tanzte mit ihr zu Jimmy Scott. Liebte sie auf dem Balkon. Schlief nie vor ihr ein. Eben alles, was ihr Ex nie gemacht hatte.

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ls sie das Paar auf sich zukommen sah, war ihr in Sekundenschnelle die Geschichte klar. Der um zehn Jahre ältere Mann hatte seine Frau für die Jüngere verlassen. Ein großes Drama. Schließlich waren Kinder im Spiel. Die ältere Frau verweigerte ihm das Sorgerecht und der jüngeren Frau Kontakt zu ihren Kindern. Der ältere Mann vertröstete die jüngere Frau. Schließlich müssten sich alle erst an die neue Situation gewöhnen. Die jüngere Frau hetzte den älteren Mann zunehmend gegen die ältere Frau auf. Sie wolle seinen Kindern doch nur eine gute Mutter sein. „Stiefmutter“, korrigierte ­dieser. Wenn er schon keine neuen Kinder haben wolle, was sie natürlich verstehe, dann müsse sie doch wenigstens in sein Leben eingebunden sein. Die Exfrau verhindere das und binde ihn auf diese Weise an sie. Er müsse aus diesem Kreis endlich heraus­treten. Was er mit Liebesschwüren beteuerte. ­Allerdings ohne Konsequenzen zu ziehen. Er traf seine Kinder weiter allein am Spielplatz oder im Zoo. Was die junge Frau zunehmend rasend machte. Sie fühlte sich um einen Herzensanteil betrogen. Sie sei schließlich keine Übergangsfrau. Sondern die Frau. Und wollte ihn entweder ganz oder gar nicht. Dann wurde sie schwanger. Und der ältere Mann resignierte. Sie heirateten. Er suchte immer öfter ­versöhnenden Kontakt zu der älteren Frau, die sich

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KLAUS PICHLER

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s kam ihr noch immer seltsam vor, dass sie als Meixner bei Meixner läutete, obwohl sie als S. Meixner mit F. Meixner weder verwandt noch verheiratet war. Vielleicht war das auch der unbewusste Grund, warum sie dieses Objekt (und damit auch Subjekt) noch immer betreute. Alte Hasen wie sie waren es natürlich gewohnt, dass manche Wohnungen länger am Markt blieben. Entweder waren sie mit keinem Weitwinkel der Welt optisch zu optimieren. Oder die Preisvorstellungen der Vermieter gestalteten sich ­derart fern der Realität, dass man von vornherein wusste, dass es sich um ein Langzeitprojekt handeln würde. S. Meixner hatte normalerweise einen ­verlässlichen Riecher bezüglich toter Fische und ­vermied es, ihre Angel in aussichtlose Gewässer zu werfen. Bei diesem F. Meixner hatten ihre Instinkte allerdings völlig versagt. Seit Jahren versuchte sie, diese Traumwohnung in Ruhelage anzubringen. Und wäre F. Meixner nicht bei jeder Führung dabei gewesen, sie hätte das Objekt wohl schon hundert Mal verkauft. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass er die Wohnung gar nicht ­loswerden wollte. Ja, dass es sich um ein ähnliches Phänomen handelte wie bei ihrer Großmutter, wenn sie jede Woche zum Arzt ging, obwohl sie völlig gesund war. Bei jeder Führung verhinderte Meixner, dass sich der Klient für die Wohnung entschied. Er deutete regelmäßige Lärmbelästigungen durch die jungen Nachbarn an. Er sprach von Heizproblemen aufgrund der alten Fenster. Er erzählte von wiederkehrendem Schimmelpilz im Bad. Er fabulierte von mysteriösen Schlafproblemen aufgrund energetischer Felder. Oder er behauptete, dass seine Mutter in dieser ­Wohnung gestorben sei. Was sicher nicht stimmte, da im Grundbuch eine C. Meixner eingetragen war,


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aber inzwischen mit der neuen Freiheit angefreundet hatte. Und so befanden sich der ältere Mann und die jüngere Frau seit mehreren Monaten auf Wohnungs­ suche, denn aufgrund der Patchworksituation durfte das neue Domizil nicht allzu viel kosten. Da half es auch nicht, wenn die jüngere Frau den älteren Mann beschwor, dass sie und ihr Baby jetzt seine Familie seien. Ganz so empfand er es nicht, außerdem schlummerte noch ein kleiner Rest schlechten ­Gewissens in ihm. „Guten Tag, das ist meine Frau“, sagte der Klient. Es war schon erstaunlich, wie oft sie in diesem Job ihrer eigenen Geschichte begegnete.

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nzwischen hatte es sich aber mit ihrem Exmann P. Meixner und seiner neuen Frau eingespielt. Sie genoss die langen Wochenenden, an denen die Kinder nicht da waren. Hin und wieder eine kleine Affäre. Keine langen Geschichten. Sie empfand Freundschaften zu anderen Frauen inzwischen als fruchtbarer als jede Beziehung. Man musste nieman­ dem etwas vorspielen. Weder einen Orgasmus noch exklusive Gefühle. Ja, sie konnte sich inzwischen sogar vorstellen, mit der neuen Meixner befreundet zu sein. An sich eine Frau nach ihrem Geschmack. Ihr selbst nicht unähnlich. Auch wenn sie der neuen Meixner nicht glaubte, dass es ihr nichts ausmache, dass die alte Meixner ihren Namen behalten hatte. Was ursprünglich als bösartige Revanche gedacht war, stellte sich aber schnell als Rampe für einen humorvollen Umgang heraus. Alle sprachen sich ständig mit Herr und Frau Meixner an. Und so wurden sie ganz schleichend von einem Zusammengehörig­ keitsgefühl infiltriert, das keiner so wollte, was aber dazu geführt hatte, dass man für heuer plante, gemeinsam Weihnachten zu feiern. „Das ist Herr Meixner, der Besitzer. Er wird Ihnen gerne die Wohnung zeigen.“ „Ah, Sie beide heißen gleich“, sagte die junge Frau. „Das ist Zufall“, konterte die Maklerin. „Es gibt keine Zufälle“, erwiderte die junge Frau. Manchmal flackerte sie noch auf, die Wut von damals, als ihr Ex mit dieser jungen Schnepfe durch­ gebrannt war und auf seinem Egotrip die Kinder und die letzten achtzehn Jahre Ehe aus den Augen ver­ loren hatte. Aber es kostete sie nur einen Atemzug, um das winzige Aufflammen zu löschen. „Das sage ich auch immer“, erwiderte F. Meixner ihren Händedruck und sah die Maklerin Meixner spitzbübisch an. Er wirkte seltsam gut gelaunt. ­Schelmisch und beschwingt. Sonst war er eher der lethargisch-melancholische Typ. Aber heute tänzelte er übermütig durch die Wohnung und pries Details,

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Er traf seine Kinder am Spielplatz oder im Zoo.

die kaum Beachtung ­verdienten. Das sonnige Eck in der Küche, das besonders gegen zehn Uhr Vormittag einen mediterranen Charme ent­ wickelte. Eine Mauernische, die sich für ein Blumen­ regal eignete. Er lobte die positive Energie der Wohnung und wie friedlich der Schlaf hier sei. Die umgänglichen Nachbarn. Die Solidarität im Haus. Er bot dem jungvermählten Paar sogar an, probe­ halber eine Nacht in der Wohnung zu schlafen. Die Klienten n ­ ahmen das Angebot begeistert an. Und die Meixner fragte sich, warum er es nicht gleich so gehandhabt hatte. Dann wäre die Wohnung nach einer Woche vom Markt gewesen. Irgendetwas musste vorgefallen sein.

Als die Klienten gegangen waren, öffnete F. Meixner aufgekratzt den Kühlschrank. Er zückte eine Flasche Pinot Bianco. Jimmy Scott schallte aus den Laut­ sprechern. Der Abendwind blies ihnen durchs Haar. Er tanzte ausgelassen um sie herum. Sie spürte seinen Blick auf ihrem Nacken. Feierlich verkündete er den Verkauf der Wohnung. Die Meixner warnte ihn, nicht voreilig zu sein. Obwohl sie keinesfalls daran zwei­ felte. „Da wird sich Ihre Frau aber freuen“, sagte sie. „Exfrau“, korrigierte er. Jetzt, da sie diesen Sessel­ kretin heirate, sei der Name Meixner wieder frei. Er sah ihr in die Augen und schenkte nach. Er brauche jetzt eine neue Wohnung. Er habe da keine fixe Vor­ stellung. Nur eines: Es solle die letzte Wohnung in seinem Leben sein. Er habe das ständige Impro­ visieren satt. Er wolle etwas Fixes, mit dem er bis an sein Lebensende glücklich sei. Das würde sicher einer längeren Suche bedürfen. Er wolle da keine Kom­ promisse eingehen. Es müsse die perfekte Wohnung sein. Und wenn sie auf Stromboli stehe.

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r brauche jemanden, der sich diesem Vorhaben ganz exklusiv widme. Tag und Nacht. Und er habe da an sie gedacht. Er würde ihr natürlich ein Angebot unterbreiten, das sie nicht ablehnen könne. Also finanziell. Persönlich müsse sie wahr­ scheinlich eine Nacht drüber schlafen. Sie lächelte. Was für eine herrliche Aussicht. Auf jeden Fall eine Terrasse, Ruhelage, auf der man sich in Sommer­ nächten lieben konnte. Große Bullaugenfenster. Backsteinwände. Mosaik im Bad. Schiffsboden. „Auf die letzten beiden Jahre“, erhob er das Glas, „man soll ja nichts verschreien.“ Sie erwiderte seinen Toast. Bot ihm aber nicht das Du-Wort an, um ihn noch eine Zeitlang mit „Herr Meixner“ ansprechen zu können.

READ BULL Lesevergnügen im Red Bulletin

Jeden Monat widmet ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte. ­Diesmal ist es der ­österreichische Autor und Filmregisseur ­David Schalko. Sein aktueller Roman „Knoi“ ist im Verlag Jung und Jung ­erschienen.

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TESSIN, SCHWEIZ, 5. September 2015 Ein Moped-Race durch den Schweizer Kanton ­ essin? Ein „Must-do“ für den dreifachen MotorT rad-Weltmeister Dani Pedrosa, der beim Red Bull Alpenbrevet in Lugano einen 120-Kilometer-Rundkurs in Angriff nahm – auf einem 1,5‑PS-Honda-­ Mofa. Mit 1200 weiteren Tö≠li-Fahrern. Dani: „Sei es die Natur oder die Menschen, die dir zujubeln: Bei nur 30 km/h nimmst du alles intensiver wahr.“

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 7. DEZEMBER 2015 110

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