Steven Spielberg / Coldplay
Das Magazin abseits Des alltäglichen
Wolle Nyvelt / Rafael Nadal / Birgit Rofner / Sean Penn / Aksel Lund Svindal
„Ich bIn Thomas“
Dezember 2011
iPad-App jetzt gratis downloaden!
Morgensterns neues Leben
PluS
Der GeheimCoach des Superadlers
Lindsey Vonn Hollywood & Olympia: Die Ski-Queen im Interview
EUR 3,50
Dezember 2011
Neymar
Wir trafen den neuen Pelé
Eine Marke der Daimler AG
Ihre besten Kameraden für Business und Freizeit. Mercedes-Benz: Partner des Oesterreichischen Alpenvereins. Der Vito ist das ideale Fahrzeug für Geschäft und Freizeit, denn er bietet enorm viel Platz für Personen, Gerät, Gepäck oder Sportzubehör. Dank seiner Geländegängigkeit ist er zudem auch für Bergfreunde ein zuverlässiger Partner. Und damit der Schutzwald gegen Lawinen erhalten bleibt, unterstützt die Transporter-Sparte von Mercedes-Benz Österreich den Oesterreichischen Alpenverein (OeAV) bei der Baumbepflanzung in den Alpen. Fair zur Umwelt, fair im Preis: wie beim Sondermodell Vito 110 CDI CREW als 8-Sitzer, jetzt schon ab EUR 27.890,–*. Näheres unter www.mercedes-benz.at/bergwald *Aktionspreis inkl. NoVA und MwSt. Kraftstoffverbrauch (NEFZ) 6,9–8,9 l/100 km, CO2-Emission 182–234 g/km.
Bullhorn
Willkommen! Über die letzten ein, zwei Jahre hat sich auf YouTube eine fast unüberschaubare Menge von Videos angesammelt, die einen schmächtigen Fußballer mit ausgeprägtem Hang zu gut gelaunten Frisuren zeigen. Es gibt für ihn offenbar nichts Selbstverständlicheres, als mit Hilfe eines Balls seinen zumeist weit größeren und kräftigeren Gegenspielern zu Erfahrungen in den Grenzbereichen ihrer Geschicklichkeit zu verhelfen, frech, leichtfüßig und humorvoll. Der junge Mann heißt Neymar da Silva Santos Júnior. Er wiegt 64 Kilogramm und ist 19 Jahre alt. Neymar, wie er genannt wird, wird gerade einmal 22 Jahre alt sein, wenn er 2014 die Hoffnungen einer 190-Millionen-Nation trägt, die der Staatsreligion Fußball anhängt: Neymar soll Brasilien bei der HeimWeltmeisterschaft den Titel holen. Neymar bereitet sich auf diese Aufgabe mit unvergleichlicher Ernsthaftigkeit und Professionalität vor, sogar ein Psychologe ist Teil seines Teams; er hat die Aufgabe, den Jungen auf ein Leben im Status eines Messias vorzubereiten. Red Bulletin-Autor Cassio Cortes traf Neymar im Stadion jenes Santos FC, den das Wunderkind vom sympathischen Mauerblümchen zu einer führenden Macht im südamerikanischen Fußball verwandelte. Vergleichbares war zuletzt vor knapp einem halben Jahrhundert einem anderen Spieler gelungen, Edison Arantes do Nascimento – Pelé. Die Geschichte des Jungen, den sie „Schmetterlingsfilet“ nannten, ab Seite 66.
MEHR AM iPAD Dieses Symbol kennzeichnet Geschichten, die Sie in der Gratis-iPadAusgabe des Red Bulletin finden – mit zusätzlichen Bildern und Videos.
CoVERBiLD: ANDREAS JAKWERTH. BiLD: GEPA PiCTURES
2011 war kein gutes Jahr für die Physik, insbesondere die Schwerkraft hatte doch ein paar ernsthafte Autoritätsprobleme. Verantwortlich dafür war eine Handvoll Männer auf Weltreise, von Dubai nach Madrid, von Brasília nach Sydney. Die Reise diente der Ermittlung Thomas Morgenstern, Österreichs Sportler des des besten Freestyle-Motocrossers der Gegenwart, Jahres 2011, spricht im exklusiven Red Bulletinund im Gepäck führte man Unglaubliches, Flips, Interview erstmals über die Zusammenarbeit mit Whips und allerlei andere Tricks in zuvor ungeahnter seinem „Emotionscoach“. „Konkurrenten musst Virtuosität. Das Tempo, in dem die Besten ihren Sport du ins Herz aufnehmen“, ab Seite 38. vorantreiben, ist wahrlich atemberaubend. Am Ende krönte sich der Spanier Dany Torres in einem mitreißenden Duell gegen den Amerikaner Nate Adams zum Weltmeister, und ausgerechnet im Finale wirbelte sich ein neuer Name in die Eliteliga des motorisierten Kunstflugs. Die besten Bilder eines verrückten Jahres, ab Seite 28. Die Weihnachtsgeschichte des Red Bulletin spielt in Sambia und erzählt von der Arbeit einer Frau namens Susan, die sich mit Unterstützung eines alten Fahrrads in einen Engel verwandelt. Autor Werner Jessner und Fotograf Philipp Horak haben nicht nur ein herausragendes Stück Reportage aus Schwarzafrika mitgebracht, sondern auch die große Botschaft Susans und ihres Fahrrads: Der Mensch ist stärker als sein Schicksal. „Positiv leben“, ab Seite 56. Glückliche Festtage und alles Gute für 2012! Die Redaktion
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DI E E U E n ! p p a n I t E l l U rED b
E E R F DOWNLOAD
Einzigartige Geschichten kombiniert mit exklusiven Videos www.redbulletin.com/ipad
DIE WELT VON RED BULL
I N H A LT
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IM DEZEMBER
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BODY+ MIND
BILDER : EMI, CRAIG KOLESKY/RED BULL CONTENT POOL, PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL (2), JOERG MITTER/RED BULL X-FIGHTERS, JEFF KRAVITZ/GETTY IMAGES, GIAN PAUL LOZZA
MORE
Bullevard
Action
14 KURZMELDUNGEN Diesen Monat: Am Mount Everest wandern, für 15 Millionen Menschen bloggen und mit Farbklecksen reich werden.
28 X-FACTOR Red Bull X-Fighters: So fliegen Sieger.
17 AKSEL L. SVINDALS KÖRPER Der Super-G-Olympiasieger zeigt seine Baumstamm-Oberschenkel. 22 STEVEN SPIELBERGS WELT Wer ihn inspirierte, wo er sich Geld borgte und warum der Weiße Hai Bruce hieß. 24 FORMEL: TENNIS Rafael Nadals Grundlinienschlag ist eine Waffe – der Physiker erklärt, warum. 26 GLÜCKSZAHLEN: NOBELPREIS Provokation, Prestige, Preisgeld: die etwas andere Nobelpreis-Faktensammlung.
38 „ICH BIN THOMAS“ Wie man Krisen meistert: die Psychologie des Thomas Morgenstern. 46 EIN MANN WIE EINEINHALB Sean Penns kompromissloses Leben. 52 DIESE LADY IST EIN CHAMP Lindsey Vonn über Eleganz und Härte. 56 POSITIV LEBEN Caregiver Susan bringt Hoffnung: auf Fahrrad-Visite quer durch Sambia. 66 DER HEILSBRINGER Er ist neunzehn und gilt als neuer Pelé: zu Gast bei Brasiliens Wunderkicker Neymar.
Standards
72 HIER SPRICHT BIRGIT ROFNER Ein Energiebündel als Olympiahoffnung.
06 KAINRATHS KALENDERBLATT 08 FOTOS DES MONATS 98 IMPRESSUM
74 DER FEIND HÖRT MIT Was die Jungs von Coldplay ihren mutmaßlichen Telefonhackern ausrichten.
80 Auf und davon Zum Wintersaisonstart: „Wolle“ Nyvelts Zillertal-Geheimtipps. 82 Die weltbesten Köche Redondo & Rizzo im Hangar-7. 83 Geschmack von Welt Schweinefleisch auf Dänisch. 84 Get the Gear Was Supersurfer Jordy Smith zum Wellenreiten braucht. 86 Workout So trainiert Norwegens LanglaufWunder Petter Northug. 88 The World’s Best Clubs Das Café Caprice in Kapstadt. 90 Top Spots Wichtige Termine, weltweit. 92 Save the Date Top-Events in Österreich. 96 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV. 98 Kolumne Lebenshilfe mit Christian Ankowitsch. 5
K a i n r at h s K a l e n d e r b l at t
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Grimsel, schweiz
Lange Leitung
bild: RAiNER EdER/MAMMut
Nein, hier flieht kein Fahrgast aus einer stecken gebliebenen Gondel. Und: Ja, der Mann weiß, was er tut. Dass der Schweizer Stephan Siegrist den ungewöhnlichen Weg nach oben nimmt, liegt am Ideenreichtum seines Ausrüsters Mammut – und dessen Jagd nach imposanten Fotos. Wenn Sie jetzt denken: „Sieht trotzdem gefährlich aus!“ – keine Panik: Kletterprofi Siegrist bezwingt normalerweise Gipfel wie den Cerro Torre in Argentinien oder die Eiger-Nordwand in der Schweiz. Sein Kommentar zur Seilbahn-Hangelei: „Lustig war’s!“ www.stephan-siegrist.ch
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e l c halté n , arG e nti n i e n
SteiLe Sache
bild: KlAus FENglER
„Vom Winde verweht“ heißt nicht nur der Schmachtfetzen mit Vivien Leigh und Clark Gable, sondern auch die Kletterroute an der Cerro-Murallón-Nordwand in Patagonien. Was man dort unter anspruchsvollen Routen versteht? Wandhöhe: 1000 Meter, Schwierigkeitsgrad: 9+, Wetter: unberechenbar und stürmisch. Extremkletterer Stefan Glowacz (vorne) und sein Partner Robert Jasper benötigten ganze drei Expeditionsanläufe, ehe ihnen 2005 die Erstbegehung gelang. Ihr Basislager hatten sie sich zuvor mit Kettensägen in die Eiswand gefräst. Fazit: eine filmreife Leistung, die sich in Glowacz’ neuestem Buch schaudernd nachlesen lässt. Stefan Glowacz: „Expeditionen. Extremklettern am Ende der Welt“, Delius Klasing Verlag; www.glowacz.de
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m O U nt st. e lia s , al a s K a
FReie FahRt
bild: VitEK ludViK/REd bull CONtENt POOl
Beim Skifahren am Mount St. Elias herrscht nie Gedränge auf den Pisten. Der Grund: Es gibt keine Pisten. Und: Normalerweise fährt dort niemand Ski. Der Kitzbühler Axel Naglich wagte das Abenteuer dennoch: 2007 gelang ihm und seinem Partner Peter Ressmann die Besteigung des 5489 Meter hohen Gipfels und hinterher die Abfahrt über den längsten schneebedeckten Steilhang der Welt. Festgehalten wurde die eisige Reise in der Dokumentation „Mount St. Elias“ des österreichischen Regisseurs Gerald Salmina. Wir finden: ein ideales Weihnachtsgeschenk – auch, ja gerade für Fans von beschaulichen Familienabfahrten. „Mount St. Elias“ ist auf DVD und Blu-ray erhältlich Infos und Bestellung: www.mountstelias.com
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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen
Stars am Sofa Die Red Bull Music Academy war zu Gast in Madrid, prominente Musiker haben auf der InterviewCouch Platz genommen.
RZA Das Wu-Tang-Clan-Oberhaupt über seinen Hawaii-Trip mit Kanye West und die Zukunft des Hip-Hop.
AM PUNKT Yayoi Kusama kreiert bunt gepunktete Welten. Bäume, Leinwände, Menschen – gepunktet sieht alles besser aus, findet Yayoi Kusama. Seit 40 Jahren veredelt die Japanerin ihre Umwelt mit „polka dots“. Die Kunstwelt ist begeistert: 2008 verkaufte sie eines ihrer Werke um 5,1 Millionen Dollar – Rekordsumme für das Artefakt einer lebenden Künstlerin! Nun erscheint die Autobiographie der 82-Jährigen auf Englisch. Über ihre traumatische Jugend in Japan und das glamouröse New York der Siebziger. Kurz: über Kusamas spannendes Leben im Punkte-Paradies. www.yayoi-kusama.jp
„Flowers That Bloom Tomorrow“ heißt diese Skulptur von Yayoi Kusama.
PEACHES Die Electro-Provokateurin spricht u. a. über ihr Performance-Spektakel „Peaches Christ Superstar“.
ERYKAH BADU Wie sie ihre Stimme entdeckte und in Folge Grammys gewann, verrät die Neo-Soul-Queen.
BILDER DES MONATS
DAS GEWINNERBILD
MOMENT MAL!
NILE RODGERS Er hat mit Chic die größten DiscoHits geschrieben und damit das Fundament für Hip-Hop gelegt. Alle Lecture-Videos gibt’s auf: redbullmusicacademy.com
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Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.
Santorin Eine Szene wie aus einem Bond-Film: Yoann „Zephyr“ Leroux fliegt über die Dächer von Santorin. Daniel Grund, Red Bull Art of Motion
B U L L E VA R D
Videospiele
Die besten Games 2011 Actionreiches Spielvergnügen garantiert!
Chris Davenport auf dem höchsten Berg der Erde.
BILDER: DIRK MATHESIUS/RED BULL CONTENT POOL, GIANFRANCO TRIPODO/RED BULL CONTENT POOL, CHRISTOPHER FURLONG/GETTY IMAGES, NEAL BEIDLEMAN, LAIF, CORBIS (2)
Ewige Momente Monatelang bereiteten sich Big Mountain Freeskier Chris Davenport und sein Team auf ihre Himalaya-Expedition vor – inklusive Besteigung des höchsten Bergs der Welt, des 8848 Meter hohen Mount Everest. Chris, welche fünf Momente waren die unvergesslichsten? „Erstens: die erste Durchsteigung des Khumbu-Eisbruchs. Wir waren um drei Uhr früh aufgebrochen und wussten, jetzt geht es los, rauf auf den Everest. Zweitens: die Abfahrt am Lhotse an der Grenze von Nepal und China, 1000 Meter durch 30 Zentimeter tiefen, unberührten Powder, eine der inspirierendsten Abfahrten meines Lebens! Drittens: der Sonnenaufgang am Tag unseres Gipfelsturms, als um 4.30 Uhr die Sonne hochstieg und das ‚Dach der Welt‘ in ein unglaubliches orange-pinkes Licht tauchte. Viertens: das Gefühl, auf dem höchsten Punkt der Erde zu stehen, an einem windstillen Tag mit blitzblauem Himmel … man ist einfach nur dankbar für einen solchen Moment. Fünftens: als wir den berüchtigten Khumbu-Eisbruch beim Abstieg hinter uns gebracht hatten. Denn da durfte ich meine Frau anrufen – sie hatte mir das Versprechen abgenommen, mich erst zu melden, wenn alle Gefahren überstanden waren! Mehr Pics: www.chrisdavenport.com
Tampa Wurde bei Team UFO beim Start möglicherweise auf den Piloten vergessen? Robert Snow, Red Bull Flugtag
ARKHAM CITY Das düstere, versponnene Action-Adventure räumte bei den Fachkritikern ab.
CALL OF DUTY: MW 3 Episches Kampfgewirr. Der „First Person Shooter“ setzt Genre-Maßstäbe.
BLOGGER SIND WIE DJS Xeni Jardin ist die Königin der Computer-Nerds. Sie ist die Mitbetreiberin von „Boing Boing“, einem gefeierten Technologie-WebLog zwischen Popkultur und Cyberpunk – mit mehr als 15 Millionen Besuchern im Monat. Seit es die Website gibt, reist die 41-jährige US-Amerikanerin als Impulsgeberin für digitalen Journalismus durch die Welt. Sie berichtet von der Occupy-Bewegung, schreibt über Cyber-Rebellion, Steampunks, ausgefallene Kuchen – und Schnurrbärte. Wie kamst du zum Bloggen? Es war ein glücklicher Zufall! „Boing Boing“ war am Anfang ein Printmagazin über Technologie und Science-Fiction. Seit 1995 existiert es nur noch online. Unseren Idealen sind wir jedoch treu geblieben. Wenn du deinen Lesern gute Inhalte bietest, folgen sie dir, ob auf Papier oder im Netz.
Werden Blogs die Printmedien bald verdrängen? Es sieht ziemlich danach aus. Und ich werde darüber sehr traurig sein. Aber vielleicht ist das auch nur Nostalgie. So wie wenn Großeltern von Pferdekutschen erzählen. Du vergleichst Bloggen mit Musikmachen … Ein Freund hat kürzlich gemeint, ein Blogger sei wie ein DJ. Und ein guter DJ weiß, was die Leute wollen. Was hat es mit deinem Faible für Kuchen und Schnauzbärte auf sich? Wir bloggen auf „Boing Boing“ über ausgefallene „Pornobalken“. Verrückte Frisuren und Vollbärte finden wir auch super. Und wir lieben Kuchen! Allerdings nicht irgendwelche, sondern solche, die aussehen wie DNA-Stränge, Raumschiffe, das Sonnensystem oder Yoda aus „Krieg der Sterne“. Xeni Jardin bloggt auf www.boingboing.net
L.A. NOIRE Das packende KrimiEpos besticht durch eindrucksvolle 50erJahre-Atmosphäre und filmreife Graphik.
Belo Horizonte Schneller als der Tod. Der Sensenmann fuhr in der passenden Kiste vor. Marcus De Simoni, Red Bull Soap Box Race
Sharjah Zwei Spieler pro Team, zwei „Over“ mit je sechs Würfen – eine Cricket-Softball-Variante am Persischen Golf. Naim Chidiac, Red Bull Quicket 15
B U L L E VA R D
FALCO LEBT!
Regisseur Rudi Dolezal über seine neue TV-Doku und den Welthit „Rock Me Amadeus“.
Rudi Dolezal (li.) führte 1985 bei „Rock Me Amadeus“ Regie. Seine neue Falco-Doku produzierte er für ServusTV.
Reminiszenz klingen. Wenn man diese Songs einem Publikum von 17 bis 21 vorspielt, wird keiner aufstehen und gehen. Wie haben Sie eigentlich 1985 die Motorradgang Outsiders dazu gebracht, im Musikvideo von „Rock Me Amadeus“ mitzuspielen? Ich wollte authentische Statisten, keine Schauspieler. Also bin ich ins Vereinslokal der Outsiders in Wien marschiert und habe den Rockern unser Videokonzept erklärt. Ich hatte ordentlichen Respekt, aber sie waren einverstanden: Zusätzlich zur Gage gab’s Gratisgetränke am Set. Ein Jahr später stand Falcos „Rock Me
Amadeus“ an der Spitze der US-Charts. Hatten Sie mit diesem Erfolg gerechnet? Nein. Allerdings saßen wir schon 1985 als junge Rotzbuben in der Küche und redeten über Amerika. Obwohl Falco damals einen Plattenvertrag beim Wiener Underground-Label GiG Records hatte! Es war eine Mischung aus jugendlichem Übermut, Chuzpe und einer Wir-scheißen-unsnix-und-erobern-die-Welt-Haltung. Das hat mich mit Falco verbunden. „Falco – Muss ich denn sterben, um zu leben?“ feiert am 8. 12. um 20.15 Uhr auf ServusTV Premiere. Die DVD erscheint Anfang Dezember bei Sony. Infos: www.dorofilms.com; www.servustv.com
TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER. BILD: FIRST LOOK/PICTUREDESK.COM
: „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ ist Ihre dritte FalcoDokumentation. Was kann man 2011 noch Neues über Hans Hölzel erfahren? : Die Doku besteht zu 98 Prozent aus neuem Material. Wir haben erstmals im Bolland-Studio in Holland gedreht, in dem „Rock Me Amadeus“ aufgenommen wurde, und in Falcos alter Garçonnière in der Wiener Ziegelofengasse. Herzstück des Films ist ein verlorengeglaubtes Falco-Interview aus dem Jahr 1986, als er mit „Rock Me Amadeus“ auf Platz eins der US-Charts schoss. Falco selbst kommentiert Ihre Doku aus dem Off. Warum dieser Kunstgriff? Die Zitate verleihen dem Film einen speziellen Charme, weil Falco scheinbar auf das Gesagte Bezug nimmt – es klingt, als würde Hans Hölzel vom Himmel herab seine Kommentare abgeben. Fehlen Persönlichkeiten wie Falco im heutigen Pop-Geschäft? Absolut! Die Musikbranche wird von Buchhaltern und Rechtsanwälten dominiert. Das hängt natürlich mit der Krise und den Finanzen zusammen. Was früher für die Aftershowparty ausgegeben wurde, ist heute das Budget für eine ganze DVD-Produktion. Falco hat auf jeden Fall einen bleibenden Beitrag hinterlassen. Wie sieht dieser Beitrag aus? Falcos Musik hat heute noch Gültigkeit. Ich könnte Ihnen dreißig Falco-Songs nennen, die nicht wie eine Achtziger-Jahre-
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B U L L E VA R D
MEIN KÖRPER UND ICH
AKSEL LUND SVINDAL
Der norwegische Super-G-Olympiasieger von Vancouver über Verletzungen, Ernährungsgewohnheiten und woher er die nötige Substanz für eine lange Ski-Saison bekommt.
EINFACH SCHN ELLE R SEIN !
Mein erstes Paar Ski war genau 100 Zentimeter lang, ein Geschenk meiner Eltern zum dritten Geburtstag. Später zogen auch mein jüngerer Bruder Simen und zwei meiner Cousins damit ihre ersten Schwünge. Natürlich träumt man als Kind davon, eines Tages Profi oder gar Weltmeister zu werden. So richtig fokussiert darauf war ich aber nie. Mein Ansporn? Ich wollte einfach schneller Ski fahren können als die anderen Kinder!
SU SH I UN D SA LAT
Einen strikten Ernährung splan habe ich nicht. Ich lasse mich da einfach von meinem Gefühl leiten – und vertraue darauf, dass es mir sagt, welche Dinge gut für mich sind und was mein Körper braucht. Am wichtigsten ist mir, dass Nahrung frisch ist und ohn e künstliche Geschmacksstoffe auskom mt – Lebensmittel vor Ort sind also meist meine erste Wahl. Ich mag Sus hi und Salat. Was bei mir nicht so oft auf den Tisch kommt? Frittiertes und Süß es.
DIE KRALLEN DES ADLER S
Bis November 2007 blieb ich, abgesehen von Kleinigkeiten wie ausgekugelten Schultern und angeknacksten Rippen, von Verletzungen verschont. Beim Training zur Abfahrt in Beaver Creek (Colorado, USA) erwischte es mich aber umso heftiger: Ich kam zu schnell zum Golden-Eagle-Sprung, geriet in Rücklage und knallte nach einem 60-Meter-Flug mit dem Nacken auf die Piste. Die Skikante schlitzte meinen Gluteus maximus – salopp gesagt: meinen Hintern – auf. Der 15 Zentimeter lange Schnitt war so tief, dass die Ärzte innere Verletzungen befürchteten und zur Kontrolle meine Bauchdecke öffnen mussten. Neben der Unterleibsverletzung diagnostizierten sie einige gebrochene Rippen sowie sechs Frakturen im Gesicht. Die folgenden drei Wochen verbrachte ich in den Krankenhäusern von Vail und Oslo.
KRA FT VS. WE NDI GKE IT
In die Saison starte ich mit 100 Kilogramm Körpergewicht, während der Saison verliere ich rund zwei bis drei Kilo, da mir die Zeit fehlt, um regelmäßig Gewichte zu heben und Kraft zu trainieren – hauptsächlich Kniebeugen, die wohl typischste Übung eines Skifahrers. Eine ausgeprägte, starke Beinmuskulatur ist für Speed-Rennen unerlässlich, auch wenn darunter die Wendigkeit, die für die technischen Disziplinen erforderlich ist, ein wenig leidet. Die nötige Ausdauer für die intensive Saison als Allrounder hole ich mir beim Laufen, Radfahren und Windsurfen im Sommer.
TIEF LUFT HOLEN TEXT: ULRICH CORAZZA. BILD: ANDREAS JAKWERTH
GÄN SEHAUT IN BEAV ER CREE K
Ein Jahr nach meinem Crash in Beaver Creek stand ich wieder im Starthaus der „Birds of Prey“Piste. Und ich muss gestehen: Ich hatte Angst! Aber andererseits wollte ich auch unbedingt gewinnen. Als ich dann bei der Abfahrt im Ziel abschwang und meine Bestzeit aufleuchten sah, konnte ich es gar nicht fassen. Einen Tag danach gewann ich auch noch den Super-G. Wenn ich heute an dieses Wochenende zurückdenke, bekomme ich immer noch Gänsehaut.
Ich trainiere relativ klassisch – eher selten mit Methoden wie Yoga, Mentaltraining oder Qigong. Auch in der Vorbereitung auf den Rennstart gibt’s bei mir keine Geheimnisse: Ich atme einfach ein paar Mal tief durch. Wie es meinem Naturell entspricht, absolviere ich auch die langen Überseeflüge mit Ruhe und Gelassenheit. Ich versuche mich einfach zu entspannen, Musik zu hören und ein gutes Buch zu lesen. Neuigkeiten und Informationen auf: www.axlski.com
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b u l l e va r d
Multiinstrumentalist Tiersen gilt neben Acts wie Gotan Project als Vertreter des Genres „Nouvelle Chanson“.
Ein-Mann-Band
französischen Sensationserfolg „die fabelhafte Welt der amélie“. Seine schwelgerisch-melancholischen Piano- und akkordeon-kompositionen gaben dem Streifen über eine schüchterne Pariser kellnerin seine märchenhafte Stimmung. der Soundtrack enterte Er bezeichnet sich als ziellos und hasst es, Musik für Filme europaweit die Charts, verkaufte sogar in kanada zu machen. Und trotzdem hat der Franzose einen der über 100.000 Stück und bescherte Yann tiersen eine erfolgreichsten Soundtracks der letzten Jahre geschrieben. nominierung bei den british academy of Film and television arts (baFta) Film awards. Seitdem füllt der multiinstrumentalist konzerthallen in aller Welt. Strubbeliges haar, dreitagebart, marineblauer Pulli. aber tiersen wäre nicht tiersen, wenn er sich daName Yann tiersen sieht wie der archetyp eines französimit zufriedengäbe. Zehn Jahre und vier alben später Yann Pierre Tiersen schen künstlers aus. darauf zu beginn des gesprächs sagt er, er sei weit mehr als „der ‚amélie‘-typ“. „ich Geburtsdatum/-ort angesprochen, rümpft er jedoch die nase. er stamme hasse es eigentlich, Filmmusik zu machen“, meint er. 23. Juni 1970, aus der bretagne im nordwesten Frankreichs, murrt „die musik auf dem Soundtrack war ja einfach eine Brest, Frankreich er. Was einen riesenunterschied mache, denn dort Sammlung meiner früheren Songs. deshalb ist es Größter Erfolg halte man es eher mit keltischen traditiokomisch, dass mir dieses etikett des SoundDie BAFTA-Nominierung nen. „käse und Wein gibt’s bei uns nicht. track-komponisten anhaftet.“ für seinen Soundtrack Wir bevorzugen bier“, stellt der einundin erster linie geht es tiersen um seizum Film „Die fabelhafte vierzigjährige gleich klar. ne eigenen Platten. und mit „Skyline“ ist Welt der Amélie“ klischees sind nicht sein ding, das war gerade eine neue erschienen. „Wenn ich Talent schon in der kindheit so. mit vier Jahren musik mache, dann fange ich immer bei Er macht aus Gegenhat tiersen angefangen klavier zu lernen, null an“, sagt er. „es gibt nur mich und das ständen wie Schreibmaschinen Instrumente. mit sechs kam die geige dazu, neben der mikrofon. ich mag das gefühl, kein Ziel zu „Skyline“ ist auf Mute haben, mich treiben zu lassen.“ Schule konzentrierte er sich voll auf die Records erschienen. musikausbildung. bis er dreizehn war diese lockerheit spürt man auf „Skyline“ – und seine geige zertrümmerte, eine in jedem takt. Sanft perlen Synthesizere-gitarre kaufte und eine rockband gründete. als Sounds, verhalten glupschen glöckchen, akustische ihn diese aber auch bald langweilte, löste er sie gitarren und akkordeons bilden das indie-Popkurzerhand auf und wandte sich wieder der violine korsett für tiersens große melodien. Songs für einen zu. allerdings ohne notenblätter, diesmal ganz im warmen herbstspaziergang, so bunt wie das laub, geiste des Punk: er werde musik nach seinen eigenen so golden glänzend wie die Sonne. regeln machen, war tiersens vorsatz. und deshalb „musik ist vielschichtiger als Sprachen. Sie ist tauschte er die bandkollegen gegen ein arsenal an geheimnisvoll, du vermittelst emotionen auf einer instrumenten aus: Ziehharmonika, Spielzeugpiano, unterbewussten, fast körperlichen ebene. deshalb Cembalo, mandoline, Flöte und ukulele. liebe ich sie“, sagt er und lächelt. ein versöhnliches ein eigensinniger ansatz, der tiersen schließlich gesprächsende mit einem großen unangepassten. www.yanntiersen.com zum erfolg führte: 2001 schuf er die Filmmusik zum 18
text: ruth morgan. bild: StaniSlav PeSka/Ctk/PiCturedeSk.Com
Yann tiersen
EIN TRAUM: 668 PERFEKTE PISTEN-KM. ECHT FETT: UNENDLICHE LINES. E I N Z I G A R T I G : D E R Z I L L E R TA L E R
1 S K I PA S S • 1 7 2 S E I L B A H N E N • 6 6 8 P I S T E N - K M
B U L L E VA R D
EINST UND JETZT
TOURENSKI
Wo immer hochalpine Bergsteiger und frischlufthungrige Skiwanderer unterwegs sind, schlägt seine Stunde. Und bereits der erste Blick zeigt: Die Physik hat den modernen Tourenski entscheidend mitgestaltet.
LUFTIKUS KÄSTLE TOUR RANDONNÉE, 1979 Im Jahr 1979 von der österreichischen Skifirma Kästle präsentiert, erstaunte er bei einer Länge von 165 Zentimetern mit nur 2,57 Kilo Gewicht (pro Paar). Hinter dem harmlosen Namen („Wanderung“) steckt ein Sportgerät, auf das sich auch Extrembergsteiger wie Reinhold Messner verließen – er befuhr damit 1981 in Tibet den Shisha Pangma (8027 m). Ein Erfolgsgeheimnis war der mit Luftkanälen durchzogene Holzkern, der niedriges Gewicht bei gleichzeitig hoher Stabilität gewährleistete. Schaufel und Skimitte waren speziell weich abgestimmt, um die Fahreigenschaften in tiefem bzw. schwerem, körnigem Schnee zu verbessern.
EINST UND JETZT
MAXI LAXI
Acil ullutpat, sim quis aci bla aliquisit nummy nummy nos nulla consenim ad tem essecte consequat ute mod tatum quisit
Vel do odoloreet ex ea corper sit, corpercil ex etum ver si bla autem dolore mod molor sis alit illaor sim zzrit eui tat, vel iure mod do commy nos augiatum doloborero od dolobor susto con volore exer si. Rud dolore eliquat, vel ulput lam, quatem 20
inci bla consequi ex essecte tatem zzrit iriure tio erostrud endion utem irilit, quat. Duiscil iquisl irit wissis num nos aliquatin verilla conulla conse dolore doloboreet do doloborper iure delisi blandit at. Bortisl doloreet inissim quam zzrit luptat, si blam irit ullamco
nullamcommy nim quiscip er si tie facilluptat. Duisseq uipismolum illandiamet wiscincil ut ip ex eliqui blaore faciliquat adipsum zzriure do conulputpat. Ut vel utpatetue moloboreet ut er sequisim vent niat aciduip isciliquat. Duis nit alit alisisim ver si tat. Ut a
TEXT: ROBERT SPERL
GIATUT ADIGNIT NULL EA COR SEQUAT, SI
B U L L E VA R D
MIT OHNE LOCH KÄSTLE TX77, 2011/12 Der TX77 lehnt sich konstruktiv an den Tour Randonnée an, entspricht aber technologisch einem modernen, leicht fahrbaren Freeski. Der Torsionsbox-Aufbau mit sogenannter Sandwich-Cap-Konstruktion und Holzkern plus Fiberglasgurten spart Gewicht (das Flächengewicht beträgt 0,88 gegenüber 1,01 g/cm² beim Tour Randonnée) und optimiert das Fahrverhalten (hohe Drehsteifigkeit paart sich mit gutem Längsflex). Anstelle des kleinen Lochs in der Schaufel (das der Randonnée z. B. zum Bau eines Rettungsschlittens hatte) setzt der TX77 an der Skispitze auf die Hollowtech-Bauweise: Damit lässt sich deutlich an Masse sparen. www.kaestle-ski.com
BILDER: KURT KEINRATH
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b u l l e va r d
Meine Welt
Steven Spielberg
Seine „Abenteuer von Tim und Struppi“ sind ein „Indiana Jones“ für die Pixar-Generation, sein „War Horse“ galoppiert in Oscar-Richtung: Auch mit 65 spielt der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten immer noch ganz vorne mit.
Pa pa s 500 D
Fr ühe r Tr ostp re
o ll a r
is Spielberg war 40 und imm er noch ohne Oscar-Auszeichnung. Als o griff man 1987 zu einem Trick und verlieh ihm den „Irving G. Thalberg Memorial Award“ , eine Art Ehren-Oscar. Es sollte aber dann doch nich t bei Trostpreisen bleiben: 1994 erhielt Spielberg den Regie-Oscar für „Schindle rs Liste“, 1999 für „Der Soldat James Ryan“.
. Dezember berg wurde am 18 Steven Allan Spiel t zwölf basMi . ren bo ge io, , Oh 1946 in Cincinnati Last Gun“, he „T , sten Kurzfilm telte er seinen er 1964 folgte -Western. Im März einen 8-Minuten r: Sein Vater ge hla ste Kassensc „Firelight“, der er liehen, ge eh Dr n de r fü llar hatte ihm 500 Do . „Ich ein r lla ielte 600 Do die Aufführung sp liebsten am er ab er, ch ehbü schreibe gerne Dr lzeitung, verriet er der Loka führe ich Regie“, b. ga w vie Inter der er sein erstes
Der Praktikant
Die School of Cinematic Arts an der University of Southern California nahm ihn nicht auf, Spielberg begann dennoch ein Studium: und zwar an der Long Beach State nahe den Universal Studios. Nach einem weiteren Kurzfilm, „Amblin’“, arbeitete er als Praktikant bei Universal. 1968, sechs Tage vor seinem 22. Geburtstag, erhielt er einen Vertrag als TV-Regisseur.
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„S up er 8“
e Nach seiner TV-Zeit – unter anderem als früher „Columbo“ -Regisseur – debütierte Spielberg 197 4 mit „The Sugarland Express“ im Kino. Im folgenden Sommer veränderte er die Filmwelt für immer: „Der weiße Hai“ wurde der bis dahin erfolgreichste Film aller Zeiten. Nicht schlecht für einen Streifen mit ein em Gummihai in der Ha uptrolle. Das Hai-Modell nannte Spielberg übr igens Bruce, nach seinem An walt Bruce Ramer.
Eigentlich ist 2011 sogar ein Zweieinhalb-Spielberg-Filme-Jah r. Denn J. J. Abrams’ Science-FictionAbenteuer „Super 8“ ist eine sehr eng an das Original angelehnte Hom mage an Spielbergs Arbeit – und wur de auch von diesem produziert. Die Ver bindung der beiden besteht seit 1982, als Spielberg den damals 15-jährigen Abram s einlud, seine eigenen alten Super-8-Fil me zu reparieren.
Für die ganze Familie
Ehrenlegion 1993 legte er mit „Jurassic Park“ einen neuen Rekord-Erfolg nach. (Der aktuell erfolgreichste Film aller Zeiten ist übrigens „Avatar“.) Wütende amerikanische Dinos in ihren Kinos, das löste bei den Franzosen eine Welle der Entrüstung aus: Man warf Spielberg „kommerziellen Totalitarismus“ vor. Die Aufregung legte sich freilich mit den Jahren wieder: 2004 wurde Spielberg von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.
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Vorbilder „Unmittelbar bevor ich mit der Arbeit an einem Film be ginne“, gab Spielberg einmal zu, „sehe ich mir immer vier Filme an: ‚Die sieben Samurai‘, ‚Lawrence von Arabien‘, ‚Ist das Leben nicht schön?‘ und ‚Der schwarze Falke‘.“
„War Horse“ kommt in den USA zu Weihnachten in die Kinos – der Streifen zielt eher auf ein junges Publikum ab. „Solche Filme mache ich, um Familien zusammenzubringen“, sagt Spielberg. 2012 folgt der nächste Film für Erwachsene: „Lincoln“ mit Daniel Day-Lewis als 16. US-Präsident beschäftigt sich mit dessen Rolle bei der Beendigung des Bürgerkriegs und der Sklaverei. www.warhorsemovie.com
text: paul wilson. illustration: lie-Ins and tigers
Ei n Ha i na m en s
Dop pel sch lag
2011 war Spielbergs sechstes Jahr mit zwei großen Releases. 1989 gab es „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ und „Always – Der Feuerengel von Montana“, 1993 „Jurassic Park“ und „Schindlers Liste“, 1997 „Vergessene Welt: Jurassic Park“ und „Amistad“, 2002 „Minority Report“ und „Catch Me If You Can“ sowie 2005 „Krieg der Welten“ und „München“.
B U L L E VA R D
KURZ & DENNOCH EINZIGARTIG
BILDER: MICHEL COTTIN/AGENCE ZOOM/GETTY IMAGES, TORSTEN BLACKWOOD/AFP/GETTY IMAGES, CRISTIANO BARNI, AP/YANG YOUNG-SUK
Aufstrebend, vielseitig, weltmeisterlich: Das sind die Sieger des Monats. Platz eins für Marc Coma (ESP) bei der diesjährigen Pharaonen-Rallye. Portugals Hélder Rodrigues (links) sicherte sich mit Rang zwei den Cross-Country-WM-Titel.
Schöne Premiere: Golfer Rickie Fowler (USA, 23) feierte beim Korean Open seinen ersten Profi-Toursieg.
Der 26-jährige Australier Casey Stoner fixierte mit dem Triumph beim HeimGrand-Prix auf Phillip Island seinen zweiten MotoGP-Weltmeistertitel.
Mit dem Triumph beim Riesentorlauf in Sölden ist Lindsey Vonn (USA) die fünfte Skirennläuferin der Geschichte mit Siegen in allen fünf alpinen Disziplinen.
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b u l l e va r d
Formelsammlung
Der Zauber Des Dralls
Wie schnell kann ein tennisball bei einem Grundlinienschlag werden? machen wir dazu eine Abschätzung. Wir nehmen an, dass der ball waagrecht und knapp über das Netz fliegt und außerdem keinen drall hat (Abb. 1). ein tennisnetz ist in der mitte 91,4 cm (1 Yard) hoch. das ist somit der geringstmögliche Abstand zum boden, mit dem der ball noch über das Netz fliegen kann. egal, welche horizontalgeschwindigkeit bälle haben, vertikal fallen alle in derselben Zeit gleich tief. das besagt das unabhängig keitsprinzip (siehe auch Red bulletin 8/11). man muss also zunächst wissen, wie lange ein ball aus Netzhöhe zu boden fällt. der Zusam menhang zwischen Fallzeit t und Falltiefe s lautet: t = √ 2s/g . g ist die Fallbeschleunigung, die wir vereinfacht mit 10 m/s² anneh men. Wenn man für die Falltiefe 0,914 m einsetzt, erhält man für die Fallzeit 0,43 s. Jeder ball, der ohne drall waagrecht über das Netz fliegt, ist nach dieser Zeitspanne zu boden gefallen – unabhängig von seiner Vertikalgeschwindigkeit. der Abstand zwischen Netz und Grundlinie beträgt 11,89 meter (13 Yards). damit der ball nicht ins out geht, darf er in 0,43 s also nicht weiter fliegen. Geschwindigkeit ist Weg pro Zeit, also v = s/t. Wenn wir den extremfall annehmen, dass der ball in dieser Zeit genau ans ende des Feldes fliegt, dann ergeben sich für die maximal geschwindigkeit des tennisballs 27,7 m/s, das sind ziemlich exakt 100 km/h. ist er schneller, geht er ins out. messungen mit dem hawkeye, einem computergestützten sys tem zur ballverfolgung, zeigen aber, dass harte schläger wie Rafael Nadal den ball von der Grundline durchaus mit 180 km/h und in ziemlicher höhe über das Netz hauen. doch wie ist es nun möglich, dass der ball bei diesem tempo nicht meterweit im out landet? die lösung lautet: drall! unsere Abschätzung oben bezog sich ja aus drücklich auf nichtrotierende bälle. dann sind maximal 100 km/h möglich. Wenn man aber den ball mit einem mordstopspin spielt, kann man, wie die Praxis zeigt, auch 180 km/h erreichen. Warum verkürzt der drall die Flugbahn? Nehmen wir an, der ball fliegt von rechts nach links. Wir fliegen in Gedanken mit dem ball mit. dieser „spürt“ einen Gegenwind von links (Abb. 3a). da sich der ball dreht, werden in einer dünnen Grenz schicht luftmoleküle mitgerissen, die sich mit dem ball mitdrehen. immerhin rotieren beim topspin die Filzkugeln bis zu 5000 mal pro minute, also über 80 mal pro sekunde! das erzeugt eine um den ball zirkulierende luftströmung (Abb. 3b). beide strömungen addieren sich wie in Abb. 3c dargestellt. Wie man sieht, wird die luft in summe hinter dem ball nach oben abgelenkt. da der Gesamtimpuls erhalten bleibt, muss als Reaktion der ball nach unten abgelenkt werden. die dabei entstehende Kraft nennt man die magnusKraft. diese wirkt in unserem Fall zusätzlich zur Gravitation nach unten und lässt den ball quasi schneller fallen als normal. dadurch ist es möglich, bälle schneller und höher zu schlagen, als man sie eigentlich schlagen dürfte. www.rafaelnadal.com * Mag. DDr. Martin Apolin, 46, promovierter Physiker und Sportwissenschafter, arbeitet als AHS-Lehrer (Physik, Sportkunde) und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien und ist mehrfacher Buchautor.
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bild: GlYN KiRK/AFP/GettY imAGes. illustRAtioN: mANdY FischeR
Je mehr U/min im Spiel sind, desto mehr km/h sind erlaubt: Klingt nach Motorsport, ist aber Tennis. Warum das so ist, weiß unser Physiker*.
Schlägt den Ball härter als (eigent lich) erlaubt: Rafael Nadal bei seinem Paradeschlag, der TopspinVorhand. Kein anderer Schlag im heutigen Profitennis hat mehr Drall.
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ZAHLEN DES MONATS
NOBELPREIS
Ein Panoptikum abgelehnter Ehrungen, plattgewalzter Limousinen, ausgezeichneter Frauen und verhängnisvoller Eheverträge anlässlich der Überreichung der Friedensnobelpreise 2011.
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Bis zu seinem Tod im Jahre 1896 meldete der schwedische Erfinder Alfred Nobel 355 Patente an. In seinem Testament verfügte er, dass sein für die damalige Zeit gewaltiges Vermögen von rund 30 Millionen schwedischen Kronen in eine Stiftung fließen solle. Die Zinsen dieses Vermögens sollten einen Preis dotieren, „der denen zugeteilt wird, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“ – und zwar zu fünf gleichen Teilen für Errungenschaften auf den Gebieten Physik, Chemie, Physiologie/Medizin, Literatur und Friedensbemühungen.
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Tawakkul Karman
Neben einer Medaille und einer Urkunde erhält jeder Nobelpreisträger zehn Millionen schwedische Kronen (rund 1,1 Mio. Euro). Der US-Ökonom Robert Lucas jr. musste die Prämie für den Wirtschaftsnobelpreis 1995 mit seiner Ex-Frau Rita teilen. Denn die hatte sich 1988 in einem Ehevertrag zusichern lassen, in den folgenden sieben Jahren die Hälfte der Einkünfte ihres Mannes aus allfälligen Nobelpreisen zu erhalten. Übrigens gibt es noch einen Anreiz, nach Nobelpreisehren zu trachten: Laut einer Studie leben NobelRobert Lucas jr. preisträger im Schnitt um 17 Monate länger als lediglich für den Preis Nominierte.
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Der erste US-amerikanische Nobelpreisträger war Theodore Roosevelt (26. Präsident der USA); er erhielt 1906 den Friedensnobelpreis. Der einzige vietnamesische Preisträger, der Politiker Le Duc Tho, lehnte 1973 den Friedensnobelpreis ab, da er bis zu diesem Zeitpunkt mit dem amerikanischen Sonderbotschafter Henry Kissinger – der im selben Jahr ausgezeichnet wurde – noch keinen Friedensvertrag im Vietnamkonflikt hatte erreichen können. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre hatte 1964 den Literaturnobelpreis verweigert.
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Am 10. Dezember (dem Sterbetag von Alfred Nobel) wird Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee (beide aus Liberia) und Tawakkul Karman (Jemen) für ihren „gewaltfreien Kampf für die Sicherheit und das Recht der Frauen“ der Friedensnobelpreis überreicht werden. Mit 15 weiblichen Preisträgerinnen weist der Friedensnobelpreis den höchsten Frauenanteil aller Kategorien auf. Im Gegensatz dazu hat mit der amerikanischen Politikwissenschaftlerin Elinor Ostrom (2009) bis heute erst eine Frau den (1969 erstmals verliehenen) Wirtschaftsnobelpreis erhalten.
100.000.000.000.000 Seit 1991 vergibt die Universität Harvard den Anti-Nobelpreis („Ig Nobel Prize“) für herausragend unnütze oder skurrile wissenschaftliche Arbeiten. Beispiele? Frieden 2011: Vilnius’ Bürgermeister Artu¯ras Zuokas für den Nachweis, dass das Problem illegal geparkter Luxusautos durch deren Überrollen mit Panzern gelöst Theodore werden könne. Oder Mathematik 2009: Roosevelt Simbabwes Zentralbankdirektor Gideon Gono für seinen Vorschlag einer „einfachen, alltäglichen Möglichkeit“ zur Übung des Umgangs mit Zahlen durch die Ausgabe von Geldscheinen mit Werten bis zu einhundert Billionen Simbabwe-Dollar.
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Familie Curie
Eng verbunden mit dem Nobelpreis ist die Wissenschaftler-Familie Curie. Marie – sie war die erste weibliche Preisträgerin und eine von nur vier Personen, die zwei Nobelpreise verliehen bekamen – und ihr Mann Pierre erhielten 1903 die Auszeichnung in Physik, Marie 1911 zusätzlich den Chemienobelpreis. 1935 wurde auch ihrer Tochter Irène Joliot-Curie die Auszeichnung in Chemie zuteil. Weniger Glück in Sachen Nobelpreis hatte Sigmund Freud, der zwölfmal nominiert wurde, aber stets leer ausging.
www.nobelprize.org
TEXT: ULRICH CORAZZA. BILDER: YAHYA ARHAB/EPA/PICTUREDESK.COM, RALF-FINN HESTOFT/CORBIS, SZ-PHOTO/PICTUREDESK.COM, UNITED ARCHIVES/PICTUREDESK.COM
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Bilder: BalaZs gardi/red Bull X-Fighters (2)
Action
pRotAGonISt Und AntAGonISt Die Red Bull X-Fighters World Tour 2011 war ein Duell zweier Rider, mehr noch: zweier Style-Schulen. Hier der grelle, instinktive und wilde Spanier Dany Torres (re.), dort der raďŹƒnierte Perfektionismus des amtierenden Doppel-Champions Nate Adams aus den USA (li.), ein dramatisches Duell von der ersten Runde bis zum dramatischen Showdown beim Finale in Sydney.
Stopp 1: dUBAI
Bilder: BalaZs gardi/red Bull X-Fighters, Joerg Mitter/red Bull X-Fighters, daniel grund/red Bull X-Fighters
Der Aufstieg des ewigen Geheimfavoriten Dany Torres in den Olymp der Freestyle-Motocrosser war immer wieder von Verletzungen gebremst worden; diesmal tauchte der Spanier fit und „hungrig“ in Dubai auf und deklassierte die Konkurrenz regelrecht. Hatten die Schlagzeilen zuvor noch Nate Adams und seinem Anlauf auf die dritte Red Bull X-Fighters-Krone gehört, gab es Sonntagabend auf Jumeirah Beach nur noch ein Thema: Würde Torres seine Über-Form die gesamte Saison über konservieren können?
Action
„Natürlich bin ich enttäuscht, aber meinen dritten Titel habe ich längst nicht abgeschrieben. Das war einfach mein Streichresultat.“ Nate Adams nach Dubai
Nate Adams (links oben) mit einem Superman Double Grab, Levi Sherwood (links unten) mit einem Heelclicker Flip in Jumeirah Beach, Dubai (großes Bild).
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Action
„Es war eine unglaubliche Nacht, die ich nie vergessen werde. Wirklich, wirklich spektakulär!“ Robbie Maddison in Brasília
Stopp 2: BRASÍLIA Die erwartete Dominanz Torres’ löste sich rasch in Luft auf: In der Vorbereitung auf die Runde in Brasília verletzte sich der Spanier am Fuß, und obwohl er sich noch durch die Quali quälte, musste er vor dem Finale die Segel streichen. So war der Weg frei für ein Gipfeltreffen von Nate Adams und Robbie Maddison. „Maddo“ zeigte seine beste Performance seit langem, aber das war immer noch zu wenig gegen einen Adams in ÜberForm. Ein perfekter Final-Run bescherte Adams auch die Gesamtführung in der World Tour. Die 100.000 Fans in Brasília haben den „Destroyer“ wohl zusätzlich gepusht – Rekordbesuch bei einem Freestyle-Motocross-Event. 32
Stopp 3: RoM
Bilder: andreas sChaad/red Bull X-Fighters, oliVer sChran/red Bull X-Fighters, Joerg Mitter/red Bull X-Fighters
Rom hatte sein Red Bull X-FightersDebüt erst in der Saison 2010 gegeben, doch die Liebe der Italiener für FMX war so glühend, dass man bereits 2011 vom eher heimeligen Stadio Flaminio ins mächtige Olympiastadion übersiedeln musste. Vor 45.000 tobenden Tifosi rissen Torres’ Probleme nicht ab. Hatte er das Qualifying noch dominiert – und wurde folgerichtig als großer Favorit gehandelt –, übertrieb er im Bewerb einen Saran Wrap Backflip to Nac Nac, wurde vom Bike gerissen und knallte in eine Mauer. Körperlich nix passiert, aber die Competition war für ihn vorbei. Nate Adams flog zu seinem zweiten Sieg in Folge, diesmal vor dem Norweger Andrè Villa und dem australischen Überraschungsmann Josh Sheehan. Adams wirkte das ganze Wochenende über selbstbewusst, ja souverän und kündigte nach dem Contest an: „Jetzt gehe ich auf den Tour-Titel los!“ So einfach würde es allerdings nicht werden, wie gleich die nächste Runde zeigen sollte.
Robbie Maddison (li.) im Dialog mit dem Publikum in Brasília. Oben: das Stadio Olimpico in Rom, Josh Sheehan zeigt darin einen Tsunami Backflip (rechts).
Action
Stopp 4: MAdRId Hatte er in Rom noch vom Pech seines Konkurrenten Dany Torres profitiert, kehrte sich das Spiel für Nate Adams in Madrid um: Ein kleinerer Sturz in Rom und ein größerer beim Training daheim in Kalifornien verhinderten Adams’ Antreten in Madrid. Immerhin bedurften doch gleich Knie, Schulter und Hand medizinischer Versorgung. Torres packte die Gelegenheit beim Schopf und ritt in der ausverkauften Stierkampfarena Toros de las Ventas ein wahres Zauber-Finale gegen den Australier Blake Williams, in dem er neue, umfangreiche und lang gehaltene Trick-Kombinationen zeigte. Hauptprofiteur war jedoch der Norweger Andrè Villa. Zwar belegte der Vizemeister des letzten Jahres in Madrid nur Platz 5, dennoch übernahm er (dank dreier Podiumsplätze in den ersten drei Runden) die Gesamtführung vor dem „Destroyer“ Adams und Torres.
Local Hero Dany Torres bei einem Superman Seat Grab Flip in der Madrider Plaza de Toros de las Ventas (großes Bild), die Rider in Posen (rechts oben).
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Bilder: andreas sChaad/red Bull X-Fighters, Joerg Mitter/red Bull X-Fighters
Stopp 5: poSen Nach drei Jahren Pause kehrten die Red Bull X-Fighters wieder nach Polen zurück – diesmal in das hypermoderne Stadion von Posen. Andrè Villa hätte hier seine Führung ausbauen sollen, doch schon im Qualifying scheiterte er an einen Backflip, ging schwer zu Boden und brach sich den linken Oberschenkel – Saison vorbei. Das Finale machten sich also Torres und Adams untereinander aus. Der Spanier zeigte ein Feuerwerk an Tricks, darunter einen 360 Nac, den bislang nur Adams im Repertoire gehabt hatte. Der hingegen, mit durch zwei X-GamesGoldmedaillen gestärktem Selbstvertrauen angereist, ließ sich auf keinerlei Geplänkel ein und holte sich mit dem Habitus eines wahren Champions seinen dritten Saisonsieg. Jetzt lag Nate Adams auch in der Gesamtwertung wieder in Führung – allerdings nur 45 Punkte vor Dany Torres.
„Vor zwei Monaten war ich verletzt, jetzt kann ich in Madrid dabei sein – vor dem besten Publikum der Welt. Großartig!“ Dany Torres
Action
Stopp 6: Sydney Die Red Bull-X-Fighters-Premiere in Australien hätte zum großen Showdown zwischen Torres und Adams werden sollen, doch erneut durchkreuzte der Verletzungsteufel die Erwartungen. Diesmal war es Adams, der mit einer gerissenen Rotatorenmanschette in der Schulter und einem angeknacksten Oberarmknochen noch vor der Qualifikation ausfiel. Torres genügte das Erreichen des Viertelfinales, um sich zum neuen Champion zu krönen. Dort schied er gegen den australischen Tour-Rookie Josh Sheehan aus, der mit einer gelungenen Reihe von DoubleBackflips bis ins Finale turnte. Darin besiegte er auch noch „Rubber Kid“ Levi Sherwood aus Neuseeland und holte sich damit seinen ersten Sieg bei den Red Bull X-Fighters. In Sydney war damit ein neuer Stern am FMX-Himmel aufgegangen.
Fliegt als amtierender Champion in die Saison 2012: Dany Torres, hier beim letzten Tourstopp der Red Bull X-Fighters in Sydney.
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Bilder: Joerg Mitter/red Bull X-Fighters (2), Flo hagena/red Bull X-Fighters
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Er war ganz obEn, fiEl sEhr tiEf und stiEg dann höhEr als jE zuvor
Skisprung-Superstar Thomas Morgenstern über sein neues Leben und den geheimen Trainer, der seine Flügel heilte. Text: Alexander Macheck, Bilder: Andreas Jakwerth red bulletin: Reden wir über die Arbeit mit deinem bis jetzt geheimen Emotionscoach Gerhard Rieger. Was hat diese Arbeit dir für deinen Erfolgs weg gebracht? Was würdest du zum Be spiel mir raten, wenn ich sag: Thomas, ich hab Stress, dass unser Interview super gelingt. thomas morgenstern: Geh’s mit Ruhe an (lacht). Mit Ruhe und Gelassenheit. Vertrau darauf, dass es funktioniert. Okay. Dann pack’ ma’s an. Du warst bis 2008 sehr gut drauf. In der Saison dar auf kam plötzlich ein Tief. Was war da?
dEr flug dEs supEradlErs ErfolgE 2002–2011 2010/2011 15 Weltcupsiege, 2 zweite Plätze, 1 dritter Platz 25 Podestplätze, 32× am Podium, 3-mal WM-Gold, 1-mal WM-Silber, Sieger Gesamtweltcup, Sieger Vierschanzentournee 2009/2010 3 Weltcupsiege, 10 Weltcup-Podestplätze, Goldmedaille Olympia Vancouver (Team), Goldmedaille Skiflug-WM Planica (Team), Dritter Weltcup-Gesamtwertung 2008/2009 Goldmedaille WM Liberec (Team), 3 Weltcupsiege, 10 Podestplätze
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Es war in der Saison 2007/08, wo ich den Gesamtweltcup gewonnen hab und Zweiter auf der Vierschanzentournee geworden bin. Bei der Tournee bin ich daran gescheitert, dass der Ahonen einen sehr speziellen Schliff am Ski gehabt hat, wodurch der in der Anfahrtsspur sehr schnell geworden ist, speziell bei Regen. Irgendwann nach der Saison ist das Thema aufgekommen, einen anderen Ski zu probieren. Das große Ziel war die WM in Liberec. Dann passierte mir der Sturz in Liberec. Im zweiten Durchgang! Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre ich Welt-
2007/2008 Sieger Gesamtweltcup, Goldmedaille Skiflug-WM (Team), 2. Platz Vierschanzentournee, 10 Weltcupsiege, 20 Weltcup-Podestplätze
2004/2005 2-mal Goldmedaille WM Oberstdorf (Team), 3. Platz Vierschanzentournee, 4 Weltcup-Podestplätze
2006/2007 Bronzemedaille WM Sapporo (Einzel), Goldmedaille WM Sapporo (Team), 4. Platz Vierschanzentournee, 4 Weltcup-Podestplätze
2003/2004 Silbermedaille Junioren-WM (Einzel), Goldmedaille Junioren-WM (Team), Bronzemedaille Skiflug-WM (Team), 2 Podestplätze
2005/2006 Goldmedaille Olympia Turin (Einzel), Goldmedaille Olympia Turin (Team), 1. Platz Nordic Tournament, Bronzemedaille Skiflug-WM (Einzel), Doppel-Staatsmeister
2002/2003 Goldmedaille Junioren-WM (Einzel), Goldmedaille Junioren-WM (Team), erster Weltcupsieg in Liberec, Gewinner des Sommer-Grand-Prix
meister geworden, wenn ich den Sprung gestanden hätte. Mindestens Vizeweltmeister halt. Das war der tiefste Punkt in meiner Karriere. So knapp vor dem Ziel! Kannst du dich an Situationen oder Menschen erinnern, gab es da Stress situationen, die hineingespielt haben? Da war auch ein interner Druck. Mannschaftlich gesehen. Davor war ich im Mittelpunkt gestanden, hatte das Jahr davor sehr viel gewonnen. 2008/09 sind plötzlich der Gregor (Schlierenzauer; Anm.) und der Loitzl-Wolfi Tourneesieger und Weltmeister geworden und stehen im Mittelpunkt. Dann bin ich halt von der Nr. 1, sag ich mal, zur Nr. 3 geworden, vielleicht sogar zur Nr. 4. Das habe ich gemerkt. Das hat mir irgendwo wehgetan. Wie soll ich sagen, ich habe mich dann in der Mannschaft nicht mehr so wohl gefühlt. Weil du es gewohnt warst, auf dem ersten Platz zu stehen? Damals war das irgendwo wichtig. Mittlerweile ist mir wichtiger, dass ich nicht nur dann jemand bin, wenn der Erfolg da ist, sondern auch dann, wenn es einmal schwerer läuft. Wie hast du diesen Einstellungswandel geschafft? Durch meine Arbeit mit Gerhard Rieger. Wie kann ich mir das vorstellen? Ich bin anders, ich bin ruhiger. Ich bin mehr fokussiert auf mich, bin nicht mehr so abhängig vom Erfolg durch weite Sprünge, vom Resultat, sondern probier, gezielt und professionell zu arbeiten. Die Freude und Lust am Ganzen zu spüren. Ich versuche durchzuschwingen. Ich kann in einen Tag wie heute hineingehen und sagen: „Scheiß mich an, die ganzen Kameras und Fotos und Interviews mag ich nicht“, aber ich kann genauso gut sagen: „Taugt ma. Weil ich wieder etwas weitergeben kann und durch die G’schicht’ Leute begeistere, die dann mit Freude und Leidenschaft uns Sportlern die Daumen drücken. Als Ganzes macht das wieder unser Team – und auch mich – stärker.“ So ungefähr geht das. Diese Denkweise kannst du entwickeln. Wie? Die Arbeit mit Gerhard Rieger war sehr tief. Sehr emotional. Ist das nicht schwierig? Ich glaube nicht, dass das was für jeden ist. Da gibt es Leute, die glauben das nicht, aber mir hilft’s weiter. Ich bin der Typ, der solche Dinge glaubt. Der aus solchen Sachen wie Glaubenssätzen, der höheren Kraft und solchen Themen was rausziehen kann. Die Leute von Red Bull
Ich bIn …
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„KonKurrenten Musst du Ins herz aufnehMen.“ haben mich gefragt, ob ich Lust hätt’, mit Gerhard zu arbeiten. Ich hab’s ausprobiert. Und bin dabei geblieben. Mir hat das letztes Jahr extrem viel geholfen, die Wende zu schaffen. Wie sieht deine Arbeit mit Gerhard aus, was macht ihr? Wir machen im Prinzip alles quer durch die Bank bis ins tiefste Innere. Gespräche, Aufstellungen. Familie, Freundin, Freunde. Das gehört alles dazu, das ganze Umfeld. Wer bin ich? Was bin ich in der Mannschaft? Dann geht es natürlich auch um die Schanzen. Ihr habt euch mit den Sprungschanzen emotional auseinandergesetzt? Ich bin an die Schanzen herangetreten, die Schanze ist wie ein Lebewesen. Mit der kann man in Kontakt treten. Eine Schanze ist ja auch Teil der Natur. Und Natur ist ein Lebensraum, mit dem wir achtungsvoll umgehen sollten. Familie hast du auch erwähnt. Das Thema Familie war immer sehr stark, war aber wahrscheinlich noch nie so stark wie jetzt. Das Verhältnis war immer schon super, aber ich hab jetzt eine andere Sichtweise. Wie anders? Vorher war ich einfach ein Teil meiner Familie, doch jetzt weiß ich, was dahintersteckt. Was steckt dahinter? Es ist ein zu schwieriges Thema, um da jetzt richtig darauf einzugehen. Ich frag halt einfach nach, und du sagst stopp, wenn’s zu viel wird. Ich lerne die Familie immer mehr kennen, und dadurch kann ich auch meine Kindheit besser aufarbeiten. Was bringt dir das, diese Kindheits geschichte? Fürs Skispringen bringt’s vielleicht weniger, aber generell für mich bringt es was. Es ist schön, zu wissen bzw. mit der Mama drüber zu reden, wie war meine Geburt, hat’s Probleme gegeben oder … (Atmet laut aus.) Familie war für mich auch ein großes Thema bei der WM in Oslo. Ich habe noch einmal klar gefühlt, dass ich die besten Eltern der Welt habe … aber das ist jetzt … Okay, ich werte das als „Stopp“. Themenwechsel. Was bedeutet das Wort „Ego“ für dich? Sich selber nicht zu wichtig nehmen. Nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein. In bestimmten Situationen, speziell wenn ich das Jahr 2008/09 hernehme, da 40
habe ich mich in gewissem Sinn zu klein gemacht. Habe mir das Leben zu schwer gemacht. Vielleicht habe ich mich in Zeiten, in denen ich erfolgreich war, zu groß gemacht. Ich möchte einfach so sein, wie ich bin, in meiner Größe sein. Und was ist mit der Konkurrenz? Wie passt das hier rein? Konkurrenten musst du ins Herz aufnehmen. Ins Herz aufnehmen? Ein Konkurrent belebt das Geschäft, mit Konkurrenz kann man sich weiterentwickeln. Wenn der Konkurrent im eigenen Lager ist, natürlich umso besser. Im eigenen Team? Im eigenen Team, ja. Wir haben eine sehr starke Mannschaft. Wir haben fünf Leute im Team, die ein Weltcupspringen gewonnen haben im letzten Jahr. Ich gehe meinen Weg, die anderen gehen ihren Weg, aber ich akzeptier ihn. Das war vor der Arbeit mit Gerhard anders? Schwieriger natürlich. In guten Zeiten funktioniert’s von allein. Wenn man gut springt und im Flow-Zustand ist, kann man tun, was man will. Dann ist man eh nur auf sich selber fokussiert. Aber wenn’s anfängt, schwer zu werden, wenn du einen schlechten Wind hast und auf einmal wirst du nicht Erster, sondern Dritter – dann fängst du an, dich ins Negative zu entwickeln, wenn du mit deiner Aufmerksamkeit von dir weggehst und nur auf die anderen schaust. Da verlierst du viel Energie. Und wie gehst du damit um? Ich habe probiert, den anderen nicht im Fernsehen zuzuschauen, sondern grundsätzlich bei mir zu bleiben und mich nicht beeinflussen zu lassen. Selbst wenn der andere zwei Meter über die Höchstweite hüpft. Das kann dir scheißegal sein, denn du hüpfst jetzt auch nicht weiter, nur weil du das jetzt weißt. Es ist schwer genug, einen Wettkampf herzunehmen und nur sich selbst zu vertrauen und das zu machen, was man kann. Was hilft dir dabei? Dass ich weiß: Ich hab alles, was ich brauche. Ich hab ein gutes Krafttraining gemacht, ich habe eine gute Technik, ich habe das Material, ich bin mental und emotional gut aufgestellt. Dann geht’s im Prinzip eh nur noch um das Gefühl. Und das erarbeite ich mir, indem ich mir vertrau. Welches Gefühl? Das Gefühl, das ich haben möchte, soll so sein, wie wenn ich jetzt einsteige ins Auto
„eIn sPortler In dIeseM zustand Ist gefÄhrlIch.“
und nach Salzburg rausfahr. Kann nebenbei telefonieren, kann tun, was ich will. Brauch dabei nicht zu denken: „Jetzt geb ich den zweiten Gang rein, jetzt den dritten“, sondern das läuft alles unterbewusst ab. Ich sitz im Auto und weiß genau, ich kann Auto fahren. Da hab ich währenddessen noch nie nachgedacht, ob ich das jetzt schaff. Und beim Skispringen? Da denk ich auch nicht mehr so Dinge wie: „Jetzt muss ich noch ein bissl höher sitzen oder in dem Winkel“ oder „Jetzt ist der so weit gesprungen, also muss ich noch weiter“. Sobald du dich in diese Richtung verspannst, hakt’s in deinem System. Vorher hast du auch vom FlowZustand gesprochen. Ist das so was? Ja. Wenn der Sportler in so einen Zustand kommt, wird er gefährlich. Du vergisst Raum und Zeit. Du bist nur
„wenn du nur noch auf dIe anderen schaust, VerlIerst du VIel energIe.“ in dem drin, und es fließt und fließt. Aber das kann man nicht erzwingen. Du kannst dich nur darauf vorbereiten, und dann kannst du es zulassen. Genau, du kannst nur deine Hausaufgaben machen und dann schauen, so lange wie möglich da drinnen zu bleiben, in dem Zustand. Klingt irgendwie auch entspannt. „Weniger ist mehr“ ist ein großes Thema für mich. Inwiefern? Zum Beispiel Qualifikationen auslassen. Und runtergehen vom Gas. Na ja, immerhin ist dein Job Hochleis tungssport. Sicher. Ich hab auch heuer wieder sehr viel trainiert, sicher einige Einheiten mehr gemacht als viele andere. Als Sportler neigt man einfach mal dazu, alles rauszuholen, alles zu probieren. Vielleicht macht man noch eine zusätzliche Serie oder einen Sprung mehr. Das ist alles nicht notwendig. Das reißt das Ganze nicht herum. Jetzt bei der Tournee zum Beispiel: Ich mach zwei Sprünge, zwei Trainingssprünge in Oberstdorf, gewinne beide Sprünge, was brauch ich dann einen Qualifikationssprung? Da kann ich mich im Quali-Sprung eigentlich nur noch verschlechtern. Warum hast du’s trotzdem getan? Weil ich mir nicht sicher war. Aber du hattest ja schon zwei Trai ningssprünge gewonnen.
… thoMas
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„das leben darf auch Mal leIcht, fröhlIch und locKer seIn.“ Ja, zwei Trainingssprünge. Da bist du dir schon sicher, aber wenn du drei schaffst, bist du dir noch sicherer. Ich habe immer wieder nach Sicherheit gesucht. Mir Bestätigung geholt. Auch vom Trainer. Außerhalb von dir selbst. Ja. Das ist alles nicht notwendig, wenn du selber das Kommando hast. Und einen inneren Kampf gewinnst. Wenn dir eine innere Stimme sagt: „Die Quali kannst du nicht auslassen“, muss ich mich echt am Ohrwaschel erwischen und sagen: „Was? Zählen tut der Wettkampf und nicht, ob ich jetzt noch einen Quali-Sprung gut hüpf.“ Warum geht das jetzt, und warum war’s vorher nicht so? Weil’s für mich nicht mehr nur um „Höher, schneller, weiter“ geht. Dieses leidige Thema ist in der gesamten Gesellschaft vertreten, und man sieht ja, was passiert. Die Leute werden der Reihe nach krank. Als Sportler bist du damit vielleicht ab und zu noch eine Spur schneller, aber irgendwo will ich auch leben und mein Leben genießen. Da muss ich runtergehen vom Gas, einfach ein bissl weniger machen. Ist das nicht auch eine gefährliche Hal tung im Spitzensport? Selbst wenn ich ein paar Stufen runtersteige, ist das immer noch da oben (deutet auf eine Stelle über seinem Kopf), was ich tu für den Sport. Das ist einfach so. Ich stehe in der Früh auf, das Erste, was ist, ist Trainieren. Den ganzen Tag plane ich so, dass ich a) am besten trainiere, aber auch b) am besten regeneriere. Weil du dir in den Regenerationszeiten die beste Leistungssteigerung holst. Im Mai 2010 hast du begonnen, mit Gerhard zu arbeiten. Wann und woran hast bemerkt, dass es aufwärtsgeht? Bei den Sommerwettkämpfen im August letztes Jahr. Da habe ich die Arbeit mit Gerhard zum ersten Mal umsetzen können. Es hat sich dann auch von „Morgi“ zu „Thomas“ entwickelt irgendwie. Von „Morgi“ zu „Thomas“? Ja, weil ich gesagt habe, ich will das „Morgi“ in meiner neuen Entwicklung weg haben. Es ist für mich eine ganz andere Kraft, wenn jemand „Thomas“ sagt. Macht mich selbstbewusster. Und was war mit der Mannschaft? Ich war ruhig und sicherlich um einiges zurückgezogener als die Jahre davor. Gerade das „Weniger ist mehr“ war ein 42
großes Thema. Und dass „Erfolg erfolgt“. Wie meinst du das? Erfolg haben kannst du lernen. Es ist nur die Frage, in was für einem Ausmaß. Ich bin der Meinung, dass bestimmte Dinge sich gegenseitig anziehen. Das Wichtigste ist eigentlich, dass man sich auch jemanden holen kann, der einem hilft, also einen Menschen, der einen unterstützt. Das wird auch als Schwäche ausgelegt. Das ist natürlich Bullshit. Aber das Thema ist auch irgendwo noch sehr tabu. Wer redet schon gerne über so persönliche Dinge mit einer Person, die er nicht kennt? Habe ich mir am Anfang auch gedacht, aber es war sofort volles Vertrauen da. 2011 haben du und das Team ja bereits alles gewonnen, was man gewinnen kann. Du bist „Sportler des Jahres“. Welche Ziele hast du noch? Den Kontakt zu den Leuten, die ich anspreche, die das Skispringen fasziniert, die sich mich anschauen und eine Gaude haben, über Homepage, Facebook und Twitter zum Beispiel. Ich bin ich und freu mich, einer von ihnen zu sein, halt einfach nahbar zu sein. Die Zugriffe auf deine Website haben sich seit 2010 verfünfundzwanzigfacht. Es geht nicht mehr nur ums Skispringen. Sondern es geht um mich als Mensch. Ich bin der Thomas Morgenstern, der das Skispringen liebt und sich als Mensch weiterentwickeln darf. Welche Bedeutung hat das Wort „Selbstbestimmung“ für dich? Als Sportler mit Management und Sponsoren hast du immer Verpflichtungen, denen du natürlich nachgehen musst. Da ist es schwierig, sich alleine dorthin zu entwickeln, dass du gewisse Dinge selber entscheidest. Dass du zum Beispiel einmal sagst: „Das Interview heute mach ich einmal nicht. Mach ich nicht, mag ich nicht.“ Oder: „Ich will am Donnerstag noch eine Trainingseinheit einschieben, dafür lass ich am Freitag aus.“ Was macht das mit dir? Es ist kein gutes Gefühl, wenn man abhängig ist von anderen. Wenn man zum Beispiel zur Anzugfirma rausfährt, also wegen des Sprunganzugs, und ich komm draußen an und schau mir die Stoffe an und brauch fünf Leute, die ich um ihre Meinung fragen muss.
„ ,MorgI‘ wollt Ich nIcht Mehr haben. ,thoMas‘ hat eIne ganz andere Kraft.“
Du musst fünf Leute fragen? Na müssen tu ich es nicht, aber wenn ich keine Selbstbestimmung hätte, würde ich rübergehen, mir den Stoff anschauen und fragen, was sagst du, was sagst du, was sagst du, und dann kommen fünf verschiedene Meinungen raus. Mir ist es lieber, wenn ich hingehe und sage, der taugt mir, den nehme ich. Oder ich gehe ins Geschäft und kauf mir eine Jacke, ohne dass jemand mit ist und ich frage: „Und wie gefällt sie dir?“ Einfach hingehen, entscheiden. Ich nehm die Jacke in Neongelb, denn so gefällt sie mir am besten. Was du denkst, ist mir wurscht. So auf die Art. Und das bringt dann … Kraft, Sicherheit. Und Selbstvertrauen vor allem. Ich glaube, dass das ein ganz anderes Auftreten ist, wenn ich hingehe und sag: „Trainer, ich mag heute nicht den zweiten Trainingssprung machen.
„höher, weIter, schneller: dIe leute werden der reIhe nach KranK.“ Mir reicht einer.“ Du springst seit Jahren an der Weltspitze herum und kommst erst jetzt drauf: Eigentlich hab ich auch was zu sagen. (Lacht.) Ja. Welchen Sinn siehst du in deinem sportlichen Erfolg? Vor allem, für wen und wofür bringst du diese Leistung? Ich hab die Erfahrung gemacht, es fühlt sich unterschiedlich an, Olympiasieger zu werden und Olympiasieger zu sein. (Lacht.) Die Leute interessieren sich mehr für dich, du bekommst mehr Verträge, du kannst dir ein tolles Haus leisten und so, aber sonst bist du immer noch derselbe Mensch. Als Kind hast du dir diese Dinge anders vorgestellt. Aber im Prinzip geht es mir eigentlich nicht besser als vorher. Das heißt, du machst es … … für mich und vor allem für die Zuschauer. Für mich muss ich’s machen, sonst tät ich eh drauf scheißen, dann würde es mich nicht interessieren. Aber die Zuschauer sind am wichtigsten. Warum, was haben die davon? Sie kommen zusammen, können sich über etwas freuen, es kommt der Patriotismus durch, Party, Kommunikation einfach. Ich glaube, wenn sich jeder zu Hause einsperren würde, wäre es auch nicht cool. Das Leben darf auch mal leicht, fröhlich und locker sein. Blättern Sie bitte um: Was Morgensterns Emotionscoach dazu sagt.
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erfolg Muss ehrlIch seIn Thomas Morgensterns Emotionscoach Gerhard Rieger über die Kraft der Gefühle und den richtigen Platz im Leben.
red bulletin: Sie sind der Mann, der hinter Thomas Morgensterns Erfolg steckt, heißt es. gerhard rieger: Ich habe lediglich Impulse gesetzt bzw. mit Thomas zusammen erkannt, wo er sich selbst blockierte. Umgesetzt hat das der Thomas Morgenstern selbst. Es geht hier nicht um mich. Warum ist Ihnen das so wichtig? Es geht um Thomas und seine Möglichkeiten. Ich mache meine Arbeit mit Freude. Und wenn es dem Menschen und seinem Leben dient, bin ich dankbar. Vieles im Leben ist Begegnung und Bewegung. Wir sind immer Teil eines Systems. Wir
müssen unseren Platz innerhalb unserer Familie, unserer Firma, unseres Teams einnehmen – und die Plätze der weiteren Mitglieder dieses Systems respektieren. Das Ego boykottiert sehr oft diesen Respekt. Nicht respektierte Teile des Systems boykottieren wiederum das Ego. Ergebnis: Das System ist geschwächt, und ich als Teil des Systems habe keinen Vollzugriff auf meine Kraft. In der Praxis heißt das? Wenn du etwas geleistet hast und dich darüber freust, sollst du es zeigen. Dich zeigen. Wenn du allerdings deine Unsicherheit damit aufmöbelst und dich in den Vordergrund drängst, bedienst du dein Ego aus einem Mangel heraus, und das kostet sehr viel Kraft. Thomas ist von der Dauer der Zugehörigkeit her die Nr. 4 im ÖSV-Team. Aufgrund seiner Erfolge wird ein Sportler oft als der Erste, der Beste bejubelt. Damit werden die anderen in den Schatten gestellt. Und oft sehen wir dann, dass bei den anderen nichts mehr geht. Die Erfolgskurve geht nach unten. Mit dem Bewusstsein und der Achtung der Rangfolge dürfen/müssen die anderen
Gerhard rieGer, 45, praktiziert in Tulln (NÖ) und ist Teil des Betreuerteams, das an Morgensterns erfolg maßgeblich beteiligt ist. riegers Schwerpunkte u. a.: Kinesiologie, System- und Familienaufstellung, Provokationstherapie.
ihre Plätze einnehmen. Nur so kommt ein Team „in die Kraft“. Thomas hat das voll und ganz verinnerlicht. Er weiß, wer er ist und wo er zu stehen hat. Und wie wir sehen, war die Saison 2010/11 die erfolgreichste der Geschichte für das österreichische Skisprungteam. Anderes Beispiel: Ich komme als Nummer 20 in eine Firma und erkläre jedem, dass die Nr. 1, der Boss, unfähig ist und dass ich das besser kann. Könnte auch Start einer Karriere sein.
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Meistens ist das der Start in die Kündigung oder ins Burn-out. Oft glauben wir, besser als die anderen zu sein. Oder wir müssen uns um die anderen kümmern, uns sorgen. Ohne uns geht es nicht. Wir grasen auf dem Feld der anderen. Das ist oft anmaßend. Und hat Folgen. Erfolg soll sich gut und ehrlich anfühlen. Idealerweise. In der Realität aber … … schaue ich daher bei einem Klienten zuerst einmal nach: Wo steht er in seinem Leben im Augenblick? Wo ist der nicht ruhig, nicht entspannt, wo ist er oder sie gerade am meisten gestresst? Wo ist der größte Energieverbrauch und die größte Angst? Das kann eine Situation sein, eine Person, was auch immer. Und dann finde ich heraus, wo und wann dieser Stress zum ersten Mal im Leben dieses Menschen ausgelöst wurde. Das kann ein Geschehnis vor fünf Jahren sein, ein Satz, der mich in meiner Kindheit geprägt hat, das ist vielfältig. Und dann setze ich Impulse, die dem Betroffenen helfen, diese Spannung aufzulösen, während er sich gedanklich mit allen Sinnen in der damaligen Situation befindet.
Was für Impulse? Mit einer Abfolge von Handbewegungen, die mein Klient mit den Augen verfolgt, werden traumatische Erlebnisse im emotionalen Gehirn „ausradiert“. Ich aktiviere abwechselnd die linke und rechte Gehirnhälfte – die eine ist für Vernunft, die andere für Gefühl und Emotionen zuständig – und bringe die beiden dazu, zum betreffenden Thema wieder ein Team zu bilden. Woran erkennen Sie, dass das klappt? Daran, dass der Klient sich entspannt. Da-
die uns prägen. Und oft auch blockieren. Das, worum es meiner Meinung nach im Leben geht, ist Entwicklung. Wenn ich mein Leben unter dem Blickwinkel der Entwicklung betrachte und bereit bin und die Möglichkeit habe, an mir und meinen Themen zu arbeiten, und ich erkenne, dass auch meine Niederlagen, meine Gefühle – meine Wut, meine Trauer, meine Angst – gut und wichtig sind, dann bin ich auf dem Weg zu einem erfolgreichen Leben. Bei jedem Berg musst du unten be-
„thoMas Morgenstern weIss, wer er Ist und wo er zu stehen hat.“ nach checke ich die ursprüngliche Stresssituation noch einmal und stelle fest: Der Klient reagiert nun nicht mehr mit Stress. Er hat das Erlebte verarbeitet und fühlt sich vollkommen frei. In der Folge können neue Herausforderungen mit dem gesamten Kraftpotential angegangen werden. Und so wird ein Stressauslöser nach dem anderen verarbeitet? In unserem Leben gibt es viele Erlebnisse,
ginnen, um nach oben zu gelangen. Aber wenn du oben bist – was für ein Erlebnis! Und dann beginnt es wieder von neuem. Ein optimistisches Bild. Ich weiß und vertraue darauf, dass jeder Mensch alles in sich hat, um „in den Erfolg“ zu gehen. Erfolg in allen Lebensbereichen. Mehr infos unter www.riwamed.com/ riwabalance-coaching/gerhard-rieger www.thomasmorgenstern.com
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Ein Mann wie eineinhalb Für das Kinopublikum ist er eines der markanten Gesichter Hollywoods. Durch das richtige Leben treibt ihn die Suche nach Menschlichkeit. In beiden Fällen verausgabt sich Sean Penn bis zur Selbstaufgabe. Text: Rüdiger Sturm, Bild: Paolo Pellegrin/Magnum
SEAN PENN Geboren 1960 in Santa Monica, Kalifornien. Theater- und Filmschauspieler, Regisseur, Menschenrechtsaktivist. Zwei Oscars (2004 für „Mystic River“, 2009 für „Milk“, jeweils bester Hauptdarsteller), drei Oscar-Nominierungen. Aktuell im Kino mit dem Film „This Must Be the Place“.
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Die Gestalt erinnert an eine Statue. Pralle Oberarme, wie Wurzeln eines mächtigen Baums, wölben das T-Shirt. Die Gesichtszüge wirken wie aus Marmor gemeißelt. Die A ugen erstarrt zu einem Blick ins Leere, als wären es Murmeln. Das einzige Zeichen von Leben ist das Auf glühen der „American Spirit“-Zigarette, an der Sean Penn immer wieder zieht – unbeeindruckt vom Rauchverbot im ehrwürdigen C arlton Hotel von Cannes. Welche Kraft dieses menschliche Monument ausstrahlt, weiß jeder Kinogänger. Sie kann verschiedenste Formen annehmen. Die eines verbitterten Rächers in „Mystic River“, eine Rolle, für die der heute Einundfünfzigjährige seinen ersten Oscar bekam. Die des schwulen Politikers Harvey Milk, die ihm Oscar Nummer 2 eintrug. Diese Kraft kann sich auch im Skurrilen manifestieren wie in s einem aktuellen Film „This Must Be the Place“, in dem Penn als einstiger Rockstar, einer Kreuzung aus Robert Smith und Ozzy Osbourne, auf der Suche nach einem Nazi-Schergen durch die USA i rrlichtert. Woher kommt diese Energie? „Ich habe kein Interesse, mich selbst zu analysieren“, kommt es lakonisch zurück. Der Tonfall klingt nach jemand, der mit Kieselsteinen gurgelt. Dann verlieren sich Stimme und Blick wieder im Nichts, ehe Penn doch noch einen Einblick gewährt: „Ich gebe zu, dass ich immer von einer Art Wut befeuert wurde. Ich würde sie nicht als Motivation empfehlen, aber für mich hat sie immer funktioniert.“ Was es mit dieser Wut auf sich hat, lässt sich nur mutmaßen. Es gibt guten Grund anzunehmen, dass er diese Befindlichkeit dem Einfluss seiner Mutter Eileen zuschreibt, einer ehemaligen Schauspielerin (Sean Penns Vater war übrigens ebenfalls Schauspieler und auch Regisseur), die ihre Karriere für ihre Familie aufgab – und deren häufiger Begleiter eine Flasche Smirnoff war. Herausfordernd und reizbar, setzte sie ihrem zweitältesten Sohn Sean zu, der seine Jugend damit verbrachte, gegen sie anzukämpfen – wie sie selbst gestand. Exemplarisch war ihre Reaktion auf seinen ersten B ühnenauftritt: „Du bist schrecklich. Hör sofort auf d amit.“ Wegen seines Wutproblems schickten ihn frühere Freundinnen zum Psychotherapeuten – vergeblich. Seine Ehe mit Kollegin Robin Wright, die 2010 nach 14 Jahren Tauziehen geschieden wurde, war auch ein Schlachtfeld zwischen zwei Partnern, die sich nichts schenkten (ähnlich war das Verhältnis mit Madonna, seiner ersten Gattin). Heute auf Sean Penn angesprochen, meint die 45-jährige Wright: „Ich glaube nicht, dass ich es nötig habe, mich dazu zu äußern.“ Doch wie erträgt man so ein Leben, gejagt von inneren Dämonen? Nicht zufällig erzählte Penns vierte und vielleicht persönlichste Arbeit als Regisseur, „Into the Wild“, von der Glorie und Tragödie eines Aussteigers. Denn das Bedürfnis, die bürgerliche Existenz ganz aufzugeben und davonzuziehen, ist auch Penns eigene Grundbefindlichkeit: „Ich spüre es jeden Tag. Habe es schon immer gespürt. Es gab Zeiten, wo ich auf meine Art und Weise
ausgestiegen bin, was mir neue Kraft und Energie gegeben hat. Ich kann es überhaupt allen Menschen empfehlen. Denn du spürst dann dein Leben ganz neu. Und du musst es immer wieder tun. Das ist die gesündeste aller Sucht erkrankungen.“ In die Einsamkeit der Natur zog Penn allerdings nie davon: „Der Drang, alles hinter dir zu lassen, ist nicht so stark, wenn du dich nützlich machen kannst. Egal in welcher Hinsicht. Nur wenn du dich als kontraproduktiv empfindest, gibt es keinen besseren Ort als die Wildnis.“ Doch Penn hatte immer seinen Daseinszweck, wohl auch wegen seiner beiden Kinder aus der Beziehung mit Robin Wright, Dylan Frances und Hopper Jack, heute 20 bzw. 18 Jahre alt. „Nichts im Leben hat mir mehr Befriedigung verschafft, als sie großzuziehen. Schon allein ihretwegen habe ich nie das Leben in der Zivilisation aufgegeben.“ Das „Aussteigen“, von dem Penn spricht, nimmt andere Formen an. Die Schauspielerei ist dabei nur eines seiner Ventile. Penn ist von viel tiefgreifenderen Bedürfnissen getrieben: „Nie war es dringender, dass wir uns als menschliche Wesen zusammentun. Ich liebe die Menschheit.“ Das ist kein Lippenbekenntnis. Penn heftet sich nicht das Etikett eines Wohl tätigkeitsbotschafters auf die Brust, der, beschirmt von Bodyguards, in Krisen gebiete jettet und ein paar Notleidenden die Hand schüttelt. „Du brauchst eine größere Dosis an Leben, wenn in dir selbst etwas Neues entstehen soll“, heißt eines seiner Motti. Diese Dosis sieht zum Beispiel so aus: Im September 2011 mischte er sich unter die ägyptischen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo, mit denen er gegen die Verschleppung der Reformen protestierte. Zuvor war er kurz vor und nach der US-Invasion in den Irak gereist, um sich einen unmittelbaren Einblick in die realen Umstände zu verschaffen. Mit dem gleichen Motiv war er 1992 durch die von Rassenunruhen aufgewühlten Ghettos von Los Angeles gefahren – und hatte prompt einen Einkaufs wagen in die Windschutzscheibe geschmissen bekommen. Nach dem Wüten des Hurrikans „Katrina“ 2005 watete er durch das Brackwasser, um Hochwasseropfern zu helfen. Am spektakulärsten war Penns Einsatz nach dem Erdbeben in Haiti, wo seine eigene Wohltätigkeitsorganisation J/P Haitian Relief Organization für bis zu 55.000 Überlebende Auffanglager betrieb und noch betreibt – im Herbst 2011 war deren Zahl auf rund 23.000 gesunken. Wenn es darauf ankommt, versteht es Penn, seine Eindrücke und Überzeugungen eloquent zu vermitteln – wie in seinen Irak-Reportagen für den „San Francisco Chronicle“ oder Beiträgen über seine Meetings mit Fidel Castro und Venezuelas Staatschef Hugo Chávez für „The Nation“. Direkt danach befragt, übt er sich jedoch in Understatement: „Ich habe in Haiti ein sehr gutes Team, auf das ich mich in hohem Maße verlasse. Denn wenn ich an einem Film arbeite, dann konzentriere ich mich ganz darauf, lasse mich nur auf dem Laufenden halten. So drehte ich
„Du brauchst eine größere Dosis an Leben, wenn in dir selbst etwas Neues entstehen soll.“
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tagsüber ‚This Must Be the Place‘, und am Abend kam ich in den Wohnwagen und checkte die Nachrichten auf dem Anrufbeantworter in der Hoffnung, dass nicht irgendein Desaster passiert war. Kaum waren wir mit den Dreharbeiten fertig, bekam ich die Mitteilung von einem Cholera-Ausbruch. Sosehr ich mir gewünscht hätte, dass es dazu erst gar nicht gekommen wäre: für mich war das ein passender Moment. Denn während der Filmerei wäre es schon sehr frustrierend gewesen.“ Als hochdekoriertes Mitglied der Hollywoodgemeinde lebt Penn in einer Sphäre, die sich kaum für derlei hehre Tätigkeiten interessiert. Die Mitglieder dieser Gemeinde möchten viel lieber wissen, welche Gefühle er noch für Scarlett Johansson hegt, mit der er dieses Jahr ein paar Monate lang herumgeturtelt hatte. Wie sieht er selbst dieses Problem? Dieses Spannungsverhältnis zwischen seinen künstlerischen (und humanitären) Aktivitäten und seinem Dasein als Star? Die Frage erwischt ihn auf dem falschen Fuß, die Antwort mündet in Wortsalat: „Ich schätze es schon. Werde ich damit konfrontiert? Ich weiß es nicht genau. Jedermann kämpft doch damit – wobei ein Teil von mir fühlt, dass einer der großen Kämpfe, die ich ausfechte, nichts mit dem Hype des Berühmtheitswahns zu tun hat. Das heißt, selbst wenn wir Lehrern das Gleiche zahlen wie Schauspielern, wenn wir also in einer gerechten Welt leben würden, dann würdest du immer noch mit deiner schauspielerischen Leistung ringen. Das heißt, du wärst in deiner eigenen Natur, deinem Körper, deinen eigenen Rhythmen gefangen.“ So verschwurbelt die Worte auch klingen: Penn ist offenbar außerstande, sich als Teil einer Branche zu verstehen, die sich durch „Show“ definiert. Denn sein Fokus richtet sich auf seine inneren Prozesse, das „Ringen“ mit seiner eigenen Person, in der er eingekerkert ist und mit der er trotzdem die Identität einer fremden Rolle annehmen muss. Sein öffentliches Image bedeutet für ihn nur einen „weiteren Kampf“, ist „Ballast“, es ist – um es wieder verschraubt auszudrücken – „ein Krieg gegen die Fähigkeit des Publikums, sich zu konzentrieren“. Sprich: den Menschen Sean Penn zu vergessen und nur die Rolle wahrzunehmen. So ist Penns Beruf nur ein weiterer Kampf – an zwei Fronten: mit seinen selbstgewählten Rollen als Schauspieler und der unerwünschten Rolle als öffentliche Person. Seine Zerrissenheit, dieses Schwanken zwischen destruktiven und konstruktiven Charakterzügen, löst sich selbst hier nicht. Dazu passt die Antwort auf eine Frage, die scheinbar gar nicht in diesen Kontext gehört: Penns Bewunderung für den Rock-’n’-Roll-Erzähler Bruce Springsteen ist gut dokumentiert. Hat er einen Lieblingssong? – „Ich habe darüber einen Film gemacht“, lautet die wortkarge Antwort. Der Titel des Songs ist „Highway Patrolman“, dessen Text Penn zu seinem Regiedebüt inspirierte: „Indian Runner“ handelt von dem rechtschaffenen, glücklich verheirateten Polizisten Joe, der sich um
seinen Bruder Frank zu kümmern versucht, eine aggresssionsgeladene Seele. Joe kann den Hang seines Bruders zur Selbstzerstörung nicht stoppen. Am Schluss lässt er ihn über die Grenze davonziehen, statt ihn für einen Mord zu verhaften. Schlagen diese beiden Seelen auch in seiner Brust? Ist Penn Frank und Joe in einer Person? Er ist es wohl, nur dass es ihm gelingt, beide Aspekte in Balance zu halten. Penn wird von seiner Wut nicht aufgefressen, sondern lenkt sie eben in andere Bahnen. Aber das erfordert einen Einsatz bis zur Selbstaufgabe. Doch Penn ist ohnehin kein Mann für Kompromisse: „Wenn ich joggen gehe, will ich hinterher vor Entkräftung umfallen. Sonst kommt es mir vor, als hätte ich mich nicht genug angestrengt, nicht all meine Energie eingesetzt. Das strebe ich für alle Lebensbereiche an.“ Er kann es auch philosophischer ausdrücken: „Wenn wir sagen, es gibt Gott, dann ist das ein beschissener Witz. Wenn wir sagen, es gibt keinen Gott, ist das der gleiche Witz. Denn, verdammt noch mal, keiner weiß, ob es ihn gibt, keiner wird es je wissen. Aber du nimmst es einfach mal an und richtest dich danach in dem, was du tust. So wie es Edgar Lee Masters in seinem Gedicht ‚Davis Matlock‘ ausdrückte: ‚Nun, ich sage, alles auszuleben, als wäre man ein Gott, sich seines unsterblichen Lebens gewiss, trotz aller Zweifel, das ist die Art zu leben. Wenn das Gott nicht auf dich stolz macht, ist er nichts weiter als Schwerkraft, und Schlaf ist unser goldenes Ziel.‘“ Und Penn fügt hinzu: „Ich bin optimistisch genug, dass wir die Fähigkeit haben, das zu schaffen, aber der Pessimist in mir sagt, dass wir uns dazu nicht durchringen können.“ Penn selbst scheint wild dazu entschlossen, ein Leben nach dieser Maxime zu führen. Doch irgendwann gibt es selbst für ihn Momente, in denen auch er Ruhe findet, wo ihm „etwas auf die Schulter klopft“. Und wann passiert das? „Wenn ich mal zehn Minuten gut auf dem Ozean vor mich hin surfe.“ Die „Harmonie“ und „Spiritualität“, die er beim Wellenreiten findet, hat er schon als Teenager entdeckt. Kann es also passieren, dass auch ein Sean Penn ganz gelassen den Zauber eines Moments genießt, dass er so etwas wie Glück empfindet? – „Ja, ich kann zum Beispiel einen Sonnenuntergang als schön empfinden. Allerdings: Die Augenblicke, wo die Welt dir ihren Zauber zeigt, sind rar. Du musst sie ergreifen, wenn sie kommen. Aber die Vorstellung von Glück ist mir ein wenig zu groß. Ich denke mir nur: Oh, das ist aber hübsch.“ Ein Anklang von Heiterkeit schwingt in dieser Antwort mit. Und Sean Penn wirkt auf einmal gut gelaunt. Aber das bleibt eine Frage der Auslegung. Und eine definitive Antwort wird es zumindest heute nicht geben, denn schon steht Sean Penn auf und stapft aus der Suite, hinaus auf den langen Gang und davon, ein wandelndes Monument, den Blick nach innen gerichtet, in sein ganz privates, aufreibendes Universum.
„Wenn wir sagen, es gibt Gott, dann ist das ein beschissener Witz. Wenn wir sagen, es gibt keinen Gott, dann ist das der gleiche Witz.“
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Diese LaDy ist ein
Champ Auf der Piste das Letzte aus sich herausholen. Auf dem roten Teppich nicht einfädeln. Lindsey Vonn schafft den Spagat und lehrt demnächst sogar Justin Bieber das Skifahren. Interview: Ann Donahue, Bilder: Emily Shur
red bulletin: Gibt es ein Rennen in dieser Saison, auf das du dich besonders freust? lindsey vonn: Das erste Rennen in Sotschi, wo 2014 die nächsten Olympischen Spiele stattfinden. Diesen Berg ist noch keine Frau auf Skiern runtergefahren. Das könnte eine wertvolle Erfahrung sein … Ja, auf dieser Piste werde ich mit Sicherheit wichtige Erkenntnisse gewinnen. Denkst du tatsächlich schon jetzt ernsthaft über die Olympischen Winterspiele 2014 nach? Die Spiele sind immer in meinem Kopf. Ich dachte schon an sie, als Vancouver gerade erst vorbei war. Speziell nach dieser Saison, in der wir die olympische Piste erstmals testen können, werde ich eine Vorstel lung davon haben, woran ich mit Blick auf Sotschi arbeiten will. Zugleich lasse ich die Piste immer wie der vor meinem geistigen Auge ablaufen. Und deine Coaches machen sich Notizen … Genau! Wenn du nur wenige Gelegenheiten hast, eine Olympiastrecke zu befahren, musst du hundert prozentig wach sein, wenn sich eine Chance bietet. Ich brauche glücklicherweise nicht viel Zeit auf einer Piste. Es reicht, wenn ich sie einmal abfahre, dann spiele ich den Film in meinem Kopf immer wieder ab. Nur einmal fahren, und sie ist abgespeichert? Ich habe ein fotografisches Gedächtnis. Es ist einfach 52
für mich, mir Dinge optisch vorzustellen. Die Abfahrts piste in Whistler bin ich im Kopf vielleicht tausend mal gefahren, wenn nicht öfter. Ich ging ins Bett und dachte an diese Piste. Es gab mir Selbstvertrauen, zu wissen, was ich tun musste, wohin ich fahren musste. Das Terrain zu kennen gab mir Sicherheit. Wann hast du bemerkt, dass du dir Strecken so schnell einprägen kannst? Ich mache das, seit ich elf, zwölf war. Als ich nach Vail zog, lernte ich beim Training mit dem Ski Club Vail viel über die Abfahrt. Als Team hatten wir sogenannte VisualisierungsTrainings: Da hockten wir dann in Rennposition da und zischten im Kopf die Piste runter. Die Trainer haben dabei unsere Zeiten gestoppt – und ich war immer sehr nah an meiner tatsächlichen Zeit. Diese Visualisierung passiert bis vor dem Start? Ja. Je näher das Rennen rückt, umso intensiver versuche ich mir die Piste vorzustellen. Irgendwann stehe ich im Starthaus und weiß, was ich tun werde – dann brauche ich nur noch die Ski laufen zu lassen. Die letzten Trainingseinheiten vor dem Saison start hast du in Kalifornien absolviert … Ich komme unheimlich gern nach Kalifornien, denn hier kann man gut trainieren. Die geringe Seehöhe ist perfekt für explosives Krafttraining. Wenn du in Vail bist, auf 2500 Metern, ist das gut für viele Arten
„Viele Menschen kennen meinen namen, wissen aber nicht, wie ich aussehe. sie kennen mich nur im skianzug.“
es gibt ein Leben abseits der skianzüge: „ich bin ein Mädchen – und das heißt: schuhe! taschen! Kleider!“ von Training – aber nicht für explosives Krafttraining, denn dort oben bist du vom Herzen und vom Kreis lauf her schon geschafft, bevor deine Beine müde werden. Außerdem ist es hübsch hier in Kalifornien. Ich lebe ja nie wirklich im Sommer. Da, wo ich bin, ist immer Winter. (Lacht.) Hast du dieses Jahr spezielle Ziele? Diese Saison gibt es weder Olympische Spiele noch Weltmeisterschaften. Es geht also darum, so viele Rennen zu gewinnen wie möglich. Letztes Jahr hatte ich einen langsamen Start und habe meinen Rhyth mus lange Zeit nicht gefunden. Also will ich diesmal einen starken Start hinlegen – und stark bleiben. Ich bin wirklich hungrig: Ich will bei jedem Rennen das Allerletzte aus mir herausholen, jeden Tag alles aufs Spiel setzen. Weitere Ziele, abgesehen vom Gewinnen? (Lacht.) Klar! In den letzten Jahren habe ich mich sehr darauf konzentriert, meine RiesenslalomPerfor 54
mance zu verbessern. Mein Gefühl sagt mir, dass ich letzte Saison einen Durchbruch geschafft habe. Ich stand im RTL zum ersten Mal auf dem Podium. Ich hatte während der letzten zwei Jahre auch mit dem Slalom meine Probleme. Also legte ich den Fokus die sen Sommer ganz auf diese zwei Disziplinen. Der erste Schritt ist gelungen: Sieg im ersten RTL des Jahres. Hat sich das kuriose Ende der letzten Saison auf die Motivation ausgewirkt?* Bestimmt! Ein Athlet ist immer frustriert, wenn ein Rennen abgesagt wird. Aber das gehört zum Sport. Ich nehme das locker und freue mich auf eine neue Saison, eine neue Herausforderung, eine neue Chance. Hast du mit Maria Riesch inzwischen schon ein mal gesprochen? Ja, wir haben in Neuseeland miteinander geplaudert. Wir haben uns zusammengesetzt, über alles geredet und beschlossen, über unsere Freundschaft in der Öffentlichkeit zu schweigen. Das ist ein sehr guter Plan: mehr übers Skilaufen zu reden. Wir haben ganz offenbar eine Menge Achtung voreinander. Reden wir von lustigeren Dingen. Wie war dein Auftritt in der TVSerie „Law & Order“? * Beim Weltcupfinale 2010/11 in Lenzerheide (SUI) wurden Super-G und RTL – nicht unumstritten – witterungsbedingt gestrichen. Lindsey Vonn hatte aufgrund dieser Absage keine Chance mehr, Maria Riesch (GER) von der Spitze des Gesamtweltcups zu verdrängen, den Riesch, jahrelang Vonns beste Freundin, schließlich mit drei Punkten Vorsprung für sich entschied.
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„ich lebe nie wirklich im sommer. Da, wo ich bin, ist immer Winter.“ Es war ein Riesenspaß. Ich bin besessen von „Law & Order“. Als die mich fragten, ob ich in einer Folge mitspielen wolle, war ich hin und weg. Alle am Set waren supernett. Über die Schauspieler konnte ich nur staunen. Ich machte das ja zum ersten Mal. Werbe spots hatte ich schon gedreht – aber keine Krimiserie! Skirennläuferin spielt Schauspielerin … Genau! Ich war total aufgeregt, geradezu euphorisch. Die sagten: „Hey Lindsey, du darfst nicht in jeder Sze ne lächeln. Da geht’s um was Ernstes.“ Das war das Schwierigste: meine Freude nicht zeigen zu dürfen. Wie hast du dir gefallen? Ich sah so unecht aus, so gestylt. Ich schau mir nicht gerne im Fernsehen zu. Okay, auf Skiern sehe ich ganz gut aus. Aber ich finde meine Stimme seltsam. Ich habe da ein ganz merkwürdiges Bild von mir selbst. Was ist mit Auftritten auf dem roten Teppich? Das macht echt Spaß. Es gehört zu meinem Job, aber ich genieße das wirklich. Und außerdem: Ich bin ein Mädchen. Schuhe! Taschen! Kleider! Ich bin auch gerne unter Menschen. Zum Beispiel bei den ESPY Awards (Excellence in Sports Performance Yearly Awards, Anm.), wo ich andere Athleten treffen kann. Das sind echte Highlights – die ein bisschen auszufragen und vielleicht etwas zu erfahren, was mir weiterhilft. Wer war speziell inspirierend, lustig, cool? Roger Federer ist ein wirkliches Vorbild für mich. Er ist so bescheiden, ein einzigartiger Charakter! Es fängt damit an, dass er trotz seines Erfolgs so nett geblieben ist, das ist selten und kostbar. Ich versuche in mancher Hinsicht zu sein wie er. Ich habe mit ihm, seiner Familie und den Managern Zeit verbringen können. Es haut mich um, wie authentisch die sind. Roger und du habt etwas gemeinsam: Man kennt euch auch abseits der Sportstätten … Roger ist wirklich berühmt – und geduldig mit seinen Fans. Er sitzt ruhig da und schreibt endlos Auto gramme. Bei mir ist das anders: Viele Leute kennen meinen Namen, wissen aber nicht, wie ich aussehe. Wenn überhaupt, kennen sie mich nur im Skianzug. Triffst du auch des Öfteren Schauspieler? Ja. Alec Baldwin ist sehr lustig. Und Jason Segel (Star der Serie „How I Met Your Mother“, Anm.) ist immer total nett, außerdem ist er recht groß. Da passt alles wunderbar zusammen, auch wenn ich meine High Heels trage. Dein Lieblingskleid auf dem roten Teppich? Was ich bei der letzten ESPYAwardsVerleihung trug, war klasse. Es war ein Stück von Mandalay. Ich hatte nie zuvor etwas von Mandalay getragen, aber das hier war glanzvoll, und ich mochte es. Es passte perfekt. Bitten dich Designer, ihre Kreationen zu tragen? Ich habe ziemlich gute Beziehungen zu Tory Burch und David Meister. Tory ist so nett; sie ist auch Ski läuferin. Sie hat einige Stücke für mich gemacht – wirklich toll. Da wurde ein Mädchentraum wahr.
Wollte je ein Star Tipps zum Thema Skifahren? Einmal traf ich Justin Bieber, der meinte: „Ich war ein paar Mal Ski laufen – würdest du mir mal Stunden geben?“ Ich sagte nur: „Willst du mich auf den Arm nehmen? Natürlich!“ Deine Fans in den USA und in Europa sind sicher sehr unterschiedlich. In den USA wird Skilaufen zwar immer populärer, aber in Europa ist es Kultur. Dort sind die Leute von dem Sport besessen. In den USA passiert es nicht, dass Leute vor meinem Hotelzimmer auf mich warten. In Europa gibt es das. Das ist für mich ein Bonus. Rampenlicht auf der einen Seite, sportliche Höchstleistung auf der anderen. Wie schaffst du diesen Spagat? Du musst in der Lage sein, alles gut auszubalancieren. Bestimmte Dinge gehen einfach nicht, da musst du klar eine Linie ziehen. Ich gebe etwa am Tag vor einem Rennen keine Interviews. Nein zu sagen kommt allerdings selten gut an. Du musst deine Grenzen kennen. Meine Erfahrungen von den Olympischen Spielen in Turin und Vancouver haben mich gelehrt, wie ich Leistung bringen kann, ohne die Übersicht zu verlieren. Bei meinen ersten Weltmeisterschaften wusste ich noch nicht, wie ich mit den Medien umgehen sollte. Da hab ich zeitweise den Prozess aus den Augen verloren, der mich zur Höchstleistung treibt. Aber daraus habe ich gelernt. Jetzt weiß ich, was ich brauche. Mein Mann ist bei mir, meine Trainer – ich bin Teil eines großartigen Systems, das mich unterstützt. Als Team werden wir mit allem fertig. Inzwischen bist du selbst ein Vorbild, und kleine Mädchen himmeln dich an. Erinnerst du dich noch an die Zeit, als du Picabo Street toll fandest? Ich werde wohl nie vergessen, wie sehr ich als Kind Picabo bewunderte, welch großen Einfluss sie auf mein Leben hatte. Deshalb versuche ich jetzt mit aller Kraft, ein echtes Vorbild zu sein. Vor Jahren traf ich mal eines meiner Vorbilder – nicht Picabo, eine an dere Rennläuferin –, und diese Fahrerin war richtig grob und gab mir auch kein Autogramm auf meinen Helm. Das war ein Schock. So will ich mich niemals verhalten, auch wenn ich mal einen schlechten Tag habe. Ich will positiv sein und versuchen, jungen Mädchen zu helfen, und sie nicht negativ beeinflus sen … auch das ist ein Teil meines Jobs. Hast du noch Zeit, nur zum Spaß Ski zu fahren? Oh ja! In Vail gibt es einen Platz, in der Nähe der Seil bahn. Im Frühling verbringe ich dort ein paar schöne Tage – allein auf den frisch präparierten Pisten. Und stürzt dich im Wahnsinnstempo vom Berg? Ich treibe es total verrückt. Ich bin sicher, die SkiPa trouille ist nicht begeistert, wenn ich loslege. So rich tig cool war es auch, als mein Bruder Reed im letzten Winter in Vail war. Er ist Skilehrer, und wir beide sind Ski laufen gegangen. Das hatten wir nicht getan, seit wir sehr klein waren. Es war wunderbar! Mehr über Lindsey Vonn unter: www.lindseyvonn.com
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Positiv leben HIV, Krankheit, Armut: Wenn das nächste Krankenhaus 40 Kilometer entfernt ist, wird das Fahrrad zum Ăœberlebensmittel. Wir begleiten Caregiver Susan und lernen von ihr das Lachen. Text: Werner Jessner, Bilder: Philipp Horak
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Das ist Susan, 39. Sie lebt mit ihrer Mutter in einer Hütte in Chibundi, rund 100 Kilo meter nördlich von Sambias Hauptstadt Lusaka. Mit ihrem Fahrrad besucht und betreut sie als Caregiver, als Krankenpflegerin, die HIVKranken ihrer Nachbarschaft.
Für ihre Klienten ist Susan ein Engel, der auf dem Fahrrad erscheint. Sie bringt Medikamente und, wichtiger noch: Trost und Ansprache.
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ambia steht knietief in der Katastrophe und lächelt dennoch. „Ich lebe positiv“, sagen die Menschen, und dieser Satz charak terisiert das ganze Land. Das „World Factbook“ der CIA weist für den Staat im südlichen Drittel Afrikas eine durchschnittliche Lebenserwartung von 52 Jahren und 4 Monaten aus, das bedeutet Platz 207 unter 221 Staaten auf der Welt. Jede Frau bringt im Schnitt sechs Kinder zur Welt. Die Hälfte des Einwohner ist unter 16 Jahre alt. Eine Million von geschätzten 14 Millionen Sambiern ist HIVpositiv. Das ist die offizielle, die Vogelperspektive. „Ich lebe positiv“, sagen sie unterwegs, wenn du die Great North Road von der Hauptstadt Lusaka rauf Richtung Chibombo fährst, und nehmen so leichtfüßig dem Witz, den sie gerade auf Kosten des Mzungu, des Weißen, gemacht haben, die Schärfe. Positiv leben heißt: fröhlich sein, trotz allem. Zwei Drittel des Landes lebt unter der Armutsgrenze. Acht von zehn Sambiern sind Bauern. Das bedeutet: Sie ringen der lehmharten Scholle während der Regenzeit genug ab, um in der Trockenzeit nicht zu verhungern. Draußen in den Dörfern fällt nicht einmal eine Inflationsrate von mehr als acht Prozent sonderlich auf. Das lebende Huhn ist eine verlässlichere finanzielle Einheit. 58
Ein Stück westlich von Chibombo, dort, wo geteerte Straßen nur noch eine Erinnerung sind und selbst die zerbombten Well blechpisten purer Savanne gewichen sind, wohnt Susan. Susan ist 39 Jahre alt. In dieser Geschichte wird sie – wie alle Protago nisten – nur ihren Vornamen tragen. Denn: Viele der Menschen, die uns begegnen werden, sind schwer krank. Ein paar sind dem Tod deutlich näher als dem Leben. Susan ist ein zartes Persönchen mit heller Stimme. Ihren Mann hat sie bereits vor Jahren verloren. Er liegt in der South Province begraben, Susan kultiviert keine sonderliche Sentimen talität seinem Andenken gegenüber. Ihre beiden Söhne sind nach westlichen Maßstäben volljährig. Gemeinsam mit ihrer Mutter – ebenfalls Witwe – bewirtschaftet sie ein paar Felder, die in der Trockenzeit nur Eingeweihte als solche erkennen. Mais, Erdnüs se, Süßkartoffeln, Okra: Mit ihrer Tante, die mit ihrer Familie in der Lehmhütte nebenan wohnt, teilt Susan einen Pflug. Zugtier dafür gibt es keines mehr. Beide Kühe sind verreckt, eine beim Kalben, die andere hat einen Plastiksack gefressen. Seither sind die größten Tiere am Hof namenlose Köter. Susans wertvollster Besitz ist ein Fahrrad der Marke Buffalo: gemuffter Stahlrahmen, keine Schaltung, zwanzig Kilo schwer. Die Hilfsorganisation World Bicycle Relief, die Fahrräder zu Menschen bringt, die der Gesellschaft Gutes tun, hat Susan das Rad zuerst für zwei Jahre geborgt, dann ging es in ihr Eigentum über. Susan betreut als Caregiver die Kranken in ihrer Gegend, ein Mittelding zwischen Krankenpflegerin und Sozialarbeiterin, bringt Medizin, spricht mit ihnen, befördert sie am Gepäcksträger ins Krankenhaus, das vierzig Kilometer vom Dorf entfernt ist. Afrika hat noch jedes Fahrrad in die Knie gezwungen: der Sand, der Schlamm, die schlechten Wege, die Lasten. In keiner
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der 74 Sprachen, die man in Sambia spricht, existiert ein Wort für „Wartung“. Der schwarzlackierte Stahl von Susans Buffalo ist am Oberrohr blank gescheuert, Zeugnis dauernden Auf und Abstei gens mit der Chitenge, dem traditionellen Wickelrock. Ihr Rad hat keine Bremsen mehr, vom Sattel ist bloß noch das Gestell übrig, auf das die Reste des Überzugs mit einem Schuhband festgezurrt sind. Das Lenklager hat einen Zentimeter Spiel, die Kurbeln, aus denen wie Stumpen die bloßen Pedalachsen ragen, streifen beim Treten beidseitig am Rahmen. Susan ist mit ihrem Büffel in vier Jahren einmal um die halbe Welt gefahren. Unentgeltlich. Bei 40 Grad im Staub der Trockenzeit, bei 30 Grad in der schwülen Stickigkeit der Regenzeit, Wege, Pfade und Straßen verschlammt. Ist die Arbeit am Hof getan, fährt Susan raus zu jenen Men schen, denen HIV den Boden unter den Füßen wegzuziehen droht. Als Schutzengel für jene, denen die Natur übermächtig zu werden droht. Susans Klienten sind Menschen, die den Fuß marsch zum nächsten medizinischen Stützpunkt nicht mehr schaffen, zu Fuß vier Stunden hin, vier Stunden zurück, das Schlangestehen vor Ort nicht mit eingerechnet. Medikamente zu holen ist freilich der einfachste Teil ihres Jobs. Viel wichtiger ist der Kontakt zu den Brechenden, den Gebroche nen und den Kämpfenden. Zu Fuß könnte Susan einen Positiven pro Tag besuchen, eventuell zwei. Zehn Kilometer hin, zehn zurück, das ginge sich aus. Schwieriger wären da schon die lau fenden Zwischenfälle, die Notfälle, das Improvisieren: Distanz ist ein, nein, ist der Faktor im Leben in der Savanne Sambias. In einer Welt, in der man im Idealfall Information jederzeit aus dem Internet saugt und nicht einmal mehr zum Buchhändler oder Kiosk gehen muss, verliert der Mensch Stück für Stück das Gefühl für Entfernungen. In Sambia ist das Fahrrad das Glas fiberkabel, und Susan ist die Botschaft. Manchmal ist Letztere gut, öfter schlecht. Drei ihrer Klienten sind in den letzten Jahren gestorben, Susan hat alle drei begraben. Die Friedhöfe erkennt man nicht beim Vorbeifahren. Für das ungeschulte Auge sehen sie bloß aus wie unbestellte Felder.
Petersen.
Susans erster Klient an diesem Tag ist Petersen. Es ist nicht mehr viel übrig vom ehemaligen Soldaten der sambischen Armee. Eingefallen die Wangen, graue Stoppel wehren sich zwischen den hohen Knochen gegen das Rasiertwerden. Schlüsselbein und Schulter drücken sich durch 56 Jahre alte Haut, kaum Fleisch dazwischen. 1989 ist Petersen abgerüstet und zurück aufs Land gegangen, hat sich eine Frau genommen, sechs Kinder gezeugt, das jüngste 11, das älteste 23 Jahre alt. Der runde Maisspeicher aus Lehm, ein Meter im Durchmesser, steht auf Stelzen einen halben Meter über dem Boden. Er ist gut gefüllt. „Very happy“, sei er, versichert Petersen, über den Hof blinzelnd, wo die Kinder und Nachbarskinder Nsolo spielen, vier mal sechs Erdkuhlen, je zwei Erdnüsse pro Loch als Spielfiguren, „very happy“. Wüsste man nicht Bescheid, man könnte ihn fast für einen glücklichen Pensionisten halten. Seine Frau drückt ihn sanft an sich, zerbrechlich wirkt er, man kann die Schmerzen ahnen. Petersen ist Susans Kunde, nicht seine Frau. Petersen weiß, dass er HIVpositiv ist. Seine Frau hat sich nie testen lassen. Tuberkulose, danach lang anhaltendes Unwohlsein, ein ver lorener Überweisungszettel, ein freiwilliger Selbsttest, die Ge wissheit. Den heutigen Petersen kann man im kräftigen Mann auf den Bildern in seiner Hütte nicht einmal erahnen. Der lustige Turban am Steuer des LKW, das Gewehr im Anschlag, die Um armung mit den Kameraden: Erinnerungen, nicht mehr wichtig. Wichtig ist Susan. Susan, die zuhört. Susan, die die Medikamente bringt. Susan, der man Botschaften ausrichten kann. Hie und da
Ihr Rad hat keine Bremsen mehr, vom Sattel ist bloß noch das Gestell übrig. Susan ist damit in vier Jahren einmal um die halbe Welt gefahren.
hilft sie beim Kochen. Entzündet das Feuer, befeuchtet die Töpfe, reibt sie mit Asche ein, damit sie auf der Flamme nicht schwarz werden, füllt sie mit Wasser, erhitzt es, bis die Keime abgetötet sind, rührt Maisschrot rein, Erdnussbutter, ein wenig Salz, rührt weiter, bis die Masse stockt: Nshima, das Brot Sambias. Man rollt daraus Kugeln in der Hand, dazu gibt es Gemüse und manchmal ein Stück Huhn oder Fisch. „Very happy“ sei er, betont Peter, als Susan geht, ein Mann mit erfülltem Leben, ein Sieger, gemessen an der durchschnittlichen Lebenserwartung seines Landes.
Mildred.
Woher sie HIV hat? Einen Verdacht habe sie schon, sagt die elegante Dame mit dem neckischen Hütchen, aber der Haupt verdächtige sei bereits im Jahr 1999 gestorben. Damals wie heute ist es in Sambia für Männer normal, neben der angetrau ten Hauptfrau Nebenplätze zu bespielen. Hauptfrau Mildred ist Mutter zweier überlebender Kinder, mit dem Sohn gibt es regelmäßigen Kontakt, drei Enkel hat sie. Mehr als Enkel hat sie Enten; ungewöhnlich genug. „Viele Menschen mögen meine Enten nicht“, sagt die streitbare Dame, „ich schon.“ Selbstverständlich hält Mildred die exotischen Tiere als Lebensmittel, außerdem kann man ihre Eier hart kochen oder ins Nshima einrühren. Ihre zweite Extravaganz ist der Gemüse garten: Mildred präsentiert stolz ihr nachgerade mondänes Leben, ein Leben voller Kultur, Interesse und Aufmerksamkeit. Geschützt durch einen mannshohen Zaun aus geflochtenem Gras, zieht Mildred ihre Schätze: Tomaten, Kraut, eine Art Spinat. Ein Bund Spinat bringt ihr im Verkauf 1000 Kwacha, umgerechnet etwa 25 Cent. Ein kleiner Fisch aus dem Brackwasser eines benachbarten Bachs, zwei Finger dick, kostet 5000 Kwacha. Hie und da gönnt sich Mildred einen Fisch. Sie achtet auf ihre Ernährung, getrunken habe sie ohnehin nie. Im Angesicht der untergehenden Sonne behält sie Würde. Sie steht gerade und aufrecht, als ob sie noch immer Bündel auf ihrem Kopf transportieren würde, sie spricht deutlich und be dächtig. Von Mildreds Schmerzen erzählt Susan, als sie wieder am Fahrrad sitzt. Viel zu lange habe Mildred ihre Krankheit nicht erkannt. (Vermutlich hat sie sechs Regen und sechs Trockenzei ten mit Kopfweh, Durchfall, Fieber und blutigen Hämorrhoiden durchlitten, aber wer möchte eine Lady wie Mildred schon nach solchen Details fragen.) Zehn Kilometer weiter, das Tempo zügig, die Sandpisten tief, warten die nächsten Menschen auf Susans Dienste. Sie sitzt auf recht auf dem Rest ihres Sattels, das Kreuz durchgedrückt, hält den Lenker ganz hinten, damit das Vorderrad möglichst wenig einsinkt. Es ist eine effiziente, würdevolle Art, Rad zu fahren. Außerdem spürt Susan so das Stechen in ihrer Brust weniger, für das die Ärzte keine schlüssige Erklärung haben. 59
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Im Sommer macht der Sand, der weich ist wie Staubzucker, das Fortkommen auf den Pisten mühsam. In der Regenzeit von November bis Frühling leistet Schlamm noch gründlicher Widerstand. Die Räder von World Bicycle Relief heißen „Buffalo“ und sind auch so gebaut: Stahl, keine Schaltung, Gepäckträger für 100 Kilogramm. Afrika kriegt sie trotzdem klein.
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In Mildreds Garten: Das handgezogene und durch eine Graswand vor Eindringlingen geschützte Gemüse dient als Lebensgrundlage und Zahlungsmittel. Am unteren Bild zeigt Susan die Handhabung eines Femidoms vor, des weiblichen Gegenstücks zum Kondom. Eines der 15 Paare hier, allesamt werdende Eltern, ist HIVpositiv und weiß es noch nicht. Susan wird es ihnen sagen müssen.
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„Very happy“ sei er, ein Mann mit erfülltem Leben, ein Sieger, gemessen an der durchschnittlichen Lebenserwartung seines Landes. Hildah und Ireene.
Dass er HIVpositiv ist, weiß der 36 Jahre alte Tolex seit einem halben Jahr. Seine Frau Hildah, 32, ist ebenso positiv. Wie viele der Kinder, die hier einen zerfetzten Ball zwischen Küchenhütte und Latrine herumkicken, ebenfalls infiziert sind: So genau weiß es keiner auswendig. Tolex sieht den Kindern, die in abgetrage nen Fußballtrikots herumrennen, beim Kicken zu. Eto’o steht am Rücken des einen, der Name des Fußballidols aus Kamerun. Kei nes der Kinder hat ihn je spielen gesehen, wie denn auch ohne Strom, ohne TV, ohne Zeitung. Vater Tolex ist seit dem HIVUrteil in Schreckstarre verfallen. Es ist Susan, die für Bewegung sorgt. Das jüngste Kind von Tolex und Hildah hieß bei der Geburt Ireene, inzwischen nennt die Mutter das zwei Monate alte lethar gische Bündel gern auch Priscilla. Noch steht es unentschieden, welcher Name sich durchsetzen wird. Vater positiv, Mutter positiv, dennoch gibt es eine gar nicht so kleine Chance, dass das Kind HIVnegativ zur Welt kommt. Eine antiretrovirale Kombinationstherapie kann die Übertragung des Virus von der Mutter auf den Embryo verhindern, wenn man nur früh genug darauf reagiert. Ob es wirklich funktioniert hat, weiß man allerdings immer erst hinterher. Ireene, die mit ihren acht Wochen deutlich unter drei Kilo wiegt, hat noch keine Ahnung von ihrem Schicksal. Positiv oder negativ, das entscheidet sich heute, zwei Fahrradstunden von der heimatlichen Hütte entfernt. Susan hat einen DNATest für Baby Ireene im Krankenhaus von Shimukuni organisiert. Krankenhaus: Das klingt nach medizinischen Apparaten und Wissenschaft. Tatsächlich haben wir es bloß mit drei kargen Zimmern zu tun. Trotzdem versorgen hier ein Arzt und zwei Schwestern 10.000 Patienten pro Jahr. Das erste Zimmer stinkt nach dem Holzbeizmittel Sadolin und dient als Rumpelkammer. „Sorry, Renovierung“, zuckt Doktor Justin die Schultern, ein Mann, der als Manager des Wahnsinns hier gerade einmal so überleben kann. Zimmer zwei ist gleichzeitig Kreißsaal und Aufenthaltsraum für die minderjährigen Mütter, die gerade ihre Babys bekommen haben; zehn Teens und sechs Neugeborene auf 15 Quadrat metern. Der jüngste Mensch im Raum ist sechs Stunden alt. Zimmer drei ist das Untersuchungszimmer. Susan wird hier den HIVDNATest an Ireene durchführen. Die Kleine sieht infolge der langen Reise ziemlich blutleer aus, blass beinahe. Lethargisch träfe es auch, allerdings war sie das beim Besuch daheim auch schon. In der Ersten Welt würde man Susan in dieser Rolle hier wohl Diplomkrankenschwester nennen. Sie, die mit ihrer Mutter in der Lehmhütte wohnt, sie, die einem Huhn oder Hund schnell einmal den Kragen umdreht, wenn es Not tut, sie, die Wasser mit einem zerschnittenen Plastikkanister aus dem Hausbrunnen schöpft, sie, die Bündel von Feuerholz auf dem Kopf balanciert, 62
verwandelt sich in der Klinik in eine Respektsperson, in eine Weise, eine Heilige fast, Respekt spiegelt sich in den Blicken ihrer Patienten. Susan ist Trost und Hilfe, mehr noch: Wissen. Um fünf Uhr früh ist sie mit ihrem Fahrrad losgefahren, eine Stunde vor Sonnenaufgang, um pünktlich um sieben in der Klinik zu sein. Wollte sie denselben Job ohne Fahrrad machen, müsste sie um spätestens zwei Uhr losmarschieren. Im Gegensatz zur CaregiverArbeit draußen im Feld wird die Arbeit im Krankenhaus bezahlt: Umgerechnet dreißig Cent Stundenlohn bekommt sie. Ohne Fahrrad würde dieser Betrag vollends ins Lächerliche kippen. Im verschließbaren Spind, dem einzigen technisch hoch wertigen Gegenstand im Krankenhaus, sind spezielle Karten gelagert. Weiß, am oberen Rand sind fünf Kreise aufgedruckt, münzgroß. Darunter gibt es ein Namensfeld. Susan trägt zuerst die Daten der Untersuchten ein. Dann müssen die Kreise mit Blutstropfen gefüllt werden. Bei einem anämischen Bündel wie Ireene ist das eine quälende Prozedur. Susan muss Ireene viermal in die Ferse stechen, um ihr die fünf Tropfen abzuringen. Bei den ersten beiden Stichen weint die Kleine noch. In zwei Monaten wird Hildah wieder hier sein. Dann werden die Transporter des Gesundheitsministeriums, die einmal im Monat von Lusaka hier in die Provinz herausfahren und im nächs ten Monat wieder zurück, ein Ergebnis mitgebracht haben.
Purity und Isaac.
Am Nachmittag drängeln sich 15 werdende Elternpaare auf den schmalen Bänken der ausgeräumten Aufbahrungshalle im Dorf Shimukuni, die auch als Versammlungsraum dient. Das hier ist die aufgeklärte Elite des Bezirks, moderne Paare, moderne Männer vor allem. Sie halten Händchen, sie halten Bäuche, die einen schon deutlich sichtbar, andere noch verschämt versteckt. An der Stirnseite sitzt eine vielleicht Dreizehnjährige mit einem Kleinkind im Arm, es kann schon plappern. Statt „Schwester“ nennt das Kind das Mädchen „Mama“. Die Dreizehnjährige ist die einzige Person ohne Partner im Raum, und ihr Bauch ist schon wieder dick. Der Vortragende referiert über Möglichkeiten der HIVÜber tragung, über Krankheiten, die den Verlauf beschleunigen (Malaria), und Arten, dem Fötus im kranken Leib eine Chance auf ein Leben ohne Infektion zu ermöglichen, sich auch nicht bei der Geburt und danach beim Stillen anzustecken. Schöne Menschen hören ihm zu, jung, viril, lebensbejahend. Der Vortrag selbst ist dröge und erfüllt allenfalls die Pflicht. Dann kommt Susan. Wie ein Derwisch des Herzens fegt sie durch die Aufbahrungshalle, fesselt Bubenmänner gleicher maßen wie Mädchenfrauen. In weniger als zwei Minuten hat Susan ihr Auditorium in ihren Bann gezogen. Sie demonstriert, wie man ein Femidom einführt, das weib liche Äquivalent zum Kondom: Spitze packen und drehen, Bein hoch, rein damit. Alternative: hocken. Sehr geehrte Herren: bitte tatsächlich ins Femidom reinzielen statt daneben vorbei, Frauen bitte kontrollieren. Kichern im Publikum. Safe Sex ist überlebensnotwendig, und es bedarf eines Men schen mit Susans Charisma, um die Botschaft rüberzubringen, zumal Krankheit und Leid in den Lehren der katholischen Kirche einen mächtigen Verbündeten haben. Und trotzdem geht sogar Susan am Sonntag noch immer zur Messe. Abschluss der JungelternVeranstaltung: der HIVSchnelltest. Zwei Tropfen Blut, eine halbe Stunde Wartezeit, eine Diagnose. Eines der 15 turtelnden Pärchen bei der Blutabnahme besteht aus einer Siebzehnjährigen, nennen wir sie Purity, zum anderen aus ihrem um zehn Jahre älteren Freund namens … Isaac. Isaac hat Kinder, logisch mit 27 in Sambia. Dass Purity mit dem ersten
In dringenden Fällen verborgt Susan ihr Fahrrad an verlässliche Menschen wie Simon (oben). Sein Neffe hatte sich während unserer Anwesenheit den Arm gebrochen und musste ins Krankenhaus nach Shimukuni. Das untere Bild zeigt ein Drittel dieses Krankenhauses. Susan macht hier HIVDNATests. Dazu sind fünf Blutstropfen nötig. Bei der kleinen Ireene dauert das geschlagene zwei Stunden.
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Ediths Lebensgrundlage ist die Dorfschänke. Die Zecher sind allesamt Männer, wie über haupt das Wohlergehen der sambischen Gesellschaft hauptsächlich auf den Schultern der Frauen ruht. Im Haus, an dem Susans Fahrrad lehnt, wohnt sie mit ihrer Mutter. In der Nacht darf auch das wertvolle Fahrrad ins Haus. Im Hintergrund sehen wir die Küche, hier bereitet sie Nshima und Gemüse, manchmal gibt es Huhn oder Fisch dazu.
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Dank ihres Fahrrads kann Susan fünfmal so viele Kranke besuchen. Sie selbst ist aber nicht fünfmal so stark geworden.
Kind bis siebzehn gewartet hat, ist eine große Ausnahme. Sie hat die Schule bis Grade 7 besucht, ab dem nächsten Jahr hätte die Ausbildung Geld gekostet. Isaac ist der Mann ihrer Träume, „hübsch, intelligent, und er kümmert sich um mich“. Leider ist Isaac HIVpositiv, die 17jährige Purity ist es jetzt auch, bloß wusste sie es bis zu diesem Moment nicht. Mit einem Satz verkehrt Susan das Leben eines zukunftsfrohen Teenagers in ein „Schicksal“, in einen „Fall“. Man möchte diese Situation nicht weiter beschreiben. Susan sagt indessen: „Ich muss es ihnen sagen. Das ist meine Pflicht.“ Was sie dem Paar auch sagt: Dass es unter keinen Umständen weiter ungeschützt Sex haben darf, der Reinfizierung wegen. Sie verschreibt Medikamente, ihm, ihr, auch solche, die eine Infektion des Ungeborenen ver hindern. Routine für Susan. Purity weiß noch nicht genau, wie ihr geschieht. Isaac sagt gar nichts. Am Weg weiter ist Susan froh über ihr Fahrrad. Gewöhnen könne man sich an diese Tage nicht, aber das Fahren tue gut. Zudem verfünffacht das Fahrrad Susans Aktionsradius. Sie kann fünfmal so viele Menschen besuchen wie zu Fuß. Wegen ihres Fahrrads sieht Susan fünfmal so viele Kranke. Susan selbst ist aber nicht fünfmal so stark geworden. Das Stechen in der Brust, von dem ihre Tochter jetzt immer öfter spricht, macht ihr Angst, sagt Susans Mutter.
Wirtshauskind.
Jetzt soll Edith also auch noch Krebs haben: Als ob es nicht reichen würde, positiv zu sein und ihren Mann kürzlich verloren zu haben. Eine Untersuchung nächste Woche soll Gewissheit schaffen und endlich ihre grausamen Schmerzen beim Urinieren erklären. Ediths Älteste, 15 Jahre alt, pubertiert noch immer und ist doch schon schwanger. Immerhin: Ediths jüngstes Kind hat es unter die Obhut der NGO World Vision geschafft. Letzten Mai, nach Ende der Regenzeit, hat Edith ihre Mais ernte verkauft. Es war eine gute Ernte. Der Erlös, eine Million Kwacha, war ihr Startkapital für einen Laden mit angeschlosse nem Gasthaus. Laden heißt: Sie hat ein paar Stück Seife, Kerzen und Bänder gekauft. Das Gasthaus? Eine nach vorn offene Hütte, in der sie Munkoyo ausschenkt, ein trübes, dickflüssiges, alkoho lisches Gebräu aus Mais und der MunkoyoWurzel, das hinter der Theke vor sich hin gärt und nach westlichen Vorstellungen entsetzlich riecht. (Hie und da wird ein Konsument ins Kranken haus eingeliefert, wenn der MunkoyoBrauer bei der Wahl der Wurzel danebengegriffen hat, heißt es.) Für das Rudel Männer, das vor Ediths Spelunke abhängt, ist MunkoyoTrinken jenes Freizeitvergnügen, das sie am besten können. Immer dann, wenn die Stimmung unter dem Maulbeerbaum explosiv zu werden droht, räumt Edith die Waren ihres Supermarkts in ihre Wohnhütte. Sie hat dann eben kurzfristig keinen Laden mehr. Laufkundschaft ist ohnehin sehr selten.
Sich im Krankenhaus anzustellen: Das könnte sich Edith nicht leisten, sie will es auch gar nicht mehr. Die Welt schwappt über ihr zusammen. Sie mag nicht mehr kämpfen. In den ocker farbenen Lehm ihrer Hausmauer hat sie in großen geraden Buch staben ihren stummen Schrei nach Erlösung geschrieben: „Lass die Leute reden. Auch sie werden müde werden.“ Susan hat bloß noch eine Botschaft für Edith, sie bläut sie ihr bei jedem Besuch ein, hartnäckig, nachdrücklich: Sie soll ihre Tochter nach der Niederkunft wieder zur Schule schicken, das sei der einzige Weg raus aus dem Elend. Auf diese Art könnte sie sich eines Tages sogar für ein Fahrrad von World Bicycle Relief qualifizieren. Es gäbe eigene Programme für Frauen, die wieder zur Schule gehen wollen. Edith verspricht es halbherzig, während die Angesprochene gelangweilt an der MunkoyoSchank steht und mit den Männern schäkert.
Simon.
Zwölf Jahre Schulbildung, und dennoch ist Simon danach daheim in Chibundi geblieben und Bauer geworden. Er hat Kurse in der Stadt besucht und unterrichtet die anderen Bauern in Fruchtfolge und Düngung. Daneben verdient er Geld, indem er Holzkohle herstellt und sie in der Stadt verkauft. Dazu borgt er sich Susans Fahrrad. Simon schreibt viel, seine Handschrift ist sauber, die Aufzeichnungen detailliert. Simon spricht knapp zehn Sprachen, darunter sehr schönes, weiches Englisch mit sanftem Singsang. Seine Lungen sind bereits schwach. Simon hat fünf Kinder zwischen sechs und achtzehn Jahren, von denen ihn die beiden ältesten finanziell unterstützen. Die zwei jüngsten leben bei seiner Schwester und besuchen die Schule. Ein kleines Wunder: Sowohl seine Frau als auch alle fünf Nachkommen sind negativ. Selbst wenn ihm seine Frau bei der Feldarbeit hilft: Simon spürt, wie seine Kräfte schwinden. Wirklich schwach sei er, bedeutet Susan, ständig Durchfall, dauernder Kopfschmerz. An manchen Tagen käme er nicht mehr aus dem Bett. Diese Tage würden mehr und mehr. Klagen würde er dabei nie, typisch Mann. Susan: „Unsere Männer lassen sich nichts anmerken, bis es dann zu spät ist. Das ist vermutlich der Hauptgrund, warum infizierte Frauen in Sambia länger leben als Männer.“ Was Simon einst für einen schlichten CholeraAnfall gehalten hatte, stellte sich als HIVInfektion heraus. Nachbarn hatten ihn damals ins Krankenhaus gebracht und testen lassen. Dann gab es Medizin. Das war sein Glück. Viele in Simons Situation begeben sich in die Hände von Zauberheilern. Deren Macht ist groß, die Heiler sind Teil der etablierten Kultur. Tränke, Tinkturen und Bänder sollen gegen HIV helfen. Nur ihre Hütte, ihr Hof sei sicher, der Rest verhext, reden sie den Kranken ein. Menschen wie Susan müssen dann versuchen, die Opfer behutsam aus den Fängen der Scharlatane zu befreien. Oft ist es zu spät. Simon ist ein klar denkender Mann voller Ratio. Wo er sich in fünf Jahren sieht? „Ich wünschte, ich hätte noch fünf Jahre“, wispert er, er lacht. Je früher man die Krankheit entdeckt, je bessere medizinische Betreuung man bekommt, je gesünder man lebt, desto größer sind die Chancen auf ein zweites Leben, sagt Susan. HIVpositiv zu sein und Aids zu haben, das seien zwei unterschiedliche Dinge. Man müsse wach bleiben, fröhlich sein und sich Aufgaben stellen. Jeden Tag aufzustehen, das Fahrrad zu satteln und sich mit der Welt zu konfrontieren, das sei ein Anfang. Susan lebt positiv. Seit mehr als zehn Jahren. www.worldbicyclerelief.org
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bringer Kaum ein Spieler der Fußballgeschichte wurde so jung bereits so sehr gefeiert wie Neymar: Das neunzehnjährige brasilianische Wunderkind hat sich sogar auf die Liste der Nominierten für den „Ballon d’Or“ der FIFA gekickt. Text: Cassio Cortes Bilder: Jürgen Skarwan
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ickel. Das Gesicht, an das ich meine Fragen richte – ein Sechs-Millionen-Euro-proJahr-Vertrag-Gesicht, ein Hoffnung-einerganzen-Nation-Gesicht –, ist über und über mit Pickeln bedeckt, im gesamten Farbspektrum von Zartrosig bis Knallrot. Die Pickel überraschen nicht besonders, gehört das Gesicht doch einem gerade mal 19 Jahre alten Burschen. Der zudem eine fabelhafte Idee hatte, die Aufmerksamkeit von altersbedingten Hautunreinheiten abzulenken: Das Gesicht wird an seiner Oberseite von einem erstklassigen 1980er-Jahre-London-PunkIrokesenschnitt begrenzt, der kürzlich durch wasserstoffblonde Färbung an zusätzlicher Signalkraft gewann und die Eltern zehntausender junger Brasilianer zur Verzweiflung trieb. Denn der Nachwuchs eifert seinem Idol nach – und sei es nur in Sachen Haarpracht. Das Idol trägt den Namen Neymar da Silva Santos Júnior, wird aber, wie es in Brasilien Tradition ist, nur mit jenem Namen gerufen, der als erster auf seiner Geburtsurkunde genannt wird: Neymar. Neymar ist der erste Generation-ZSuperstar Brasiliens, der 190-MillionenNation mit der Staatsreligion Fußball. Das am 5. Februar 1992 geborene Fußball-Wunderkind verursacht Beatlemania-artige Hysterie, wenn es sich in der Öffentlichkeit zeigt, und versammelt 2,6 Millionen Follower hinter seinem Twitter-Account. Neymar war zwei Jahre alt, als Romário seinem Land 1994 fast im Alleingang den vierten WM-Titel bescherte. Und zehn, als das kongeniale Duo Ronaldo und Rivaldo den fünften und bislang letzten brasilianischen Triumph im Fußballturnier der Fußballturniere sicherte. Und vor allem wird er auch dann ein erst 22-jähriges Bürschchen sein, wenn auf seinen Schultern eine kolossale Bürde liegen wird: die Verantwortung dafür, Brasiliens Team bei der Heim-WM 2014 zum so sehnsüchtig erhofften Titel zu führen. „Die Weltmeisterschaft zu gewinnen ist für jeden Spieler das höchste Ziel“, sagt Neymar, als wir uns in der Garderobe des alten Vila-Belmiro-Stadions unterhalten, in dem sein Santos FC die Heimspiele austrägt. Die Garderobe ist nur ein paar Türen von jener entfernt, die von 1956 bis 1974 der größte Spieler in der Geschichte des Vereins – und wohl der gesamten Fußballhistorie – benutzt hat: Pelé. „Aber diesen Titel vor den brasilianischen Fans 68
“ “ Müsste man neymars spielstil mit einem einzigen Wort beschreiben, dann mit diesem: wach, hellwach. ” zu holen wäre unglaublich“, fügt Neymar hinzu, und sein Gesichtsausdruck scheint dabei erstaunlich unbeeindruckt von der Aufgabe, die vor ihm liegt. In Europa weiß kaum jemand, wofür der Santos Futebol Clube steht. Kurz: Es ist der Verein, für den Pelé – den man in Brasilien nur „O Rei“, den König, nennt – 91 Prozent seiner Klubspiele bestritt, für den er 1088 seiner unglaublichen 1281 Karriere-Tore erzielte. Der Santos FC ist der Stolz der 420.000-Einwohner-Küstenstadt, hat keinen Stadtrivalen und eine reiche Tradition: ein Klub, den niemand nicht mag, der beliebteste zweitliebste Verein in Brasilien. Auch wenn seine 5,2 Millionen registrierten Fans neben den 33,2 Millionen von Flamengo oder den 25,8 Millionen der Corinthians ein wenig bescheiden wirken. Das 1916 erbaute Stadion Vila Belmiro zu betreten ist eine Zeitreise in die 1950er und ’60er, als Pelé hier gegen die besten Teams Südamerikas ein Tor nach dem anderen schoss. Das Stadion hat einen besonderen Charme, erzeugt mit seinen nur 15.800 Sitzplätzen eine eigene, dichte Atmosphäre. Die Fans nennen ihre Vila „Alçapão“, also „die Falltür“: Hier werden die Gegner in Grund und Boden gespielt. Neymar war zwölf, als er zum Santos FC kam. Er hat viel Respekt vor der großen Vergangenheit des Klubs – das merkt man, wenn man von ihm als Fremdenführer durchs Stadion geführt wird. „Santos
und die Vila wird immer das Reich von Pelé sein“, erzählt er. „Für mich ist er ein Mythos. Als wir uns vor ein paar Jahren das erste Mal getroffen haben, hat er mir nur gesagt: Vertraue in Gott, alles andere hat Er dir schon gegeben.“ Auf Neymars maßgeschneiderten Nike-Fußballschuhen findet man zwei portugiesische Worte eingestickt: „Ousadia“ und „Alegria“. Sie beschreiben Neymars Lebensmotto: Zuversicht und Spaß, und die beiden Begriffe werden gewürzt durch eine Prise charmanter Frechheit. Es ist einiges an Ousadia und Alegria nötig, um zum Beispiel dem FC Chelsea London abzusagen, wenn der mit einem unterschriftsbereiten Vertrag vor der Tür steht – einem Vertrag, auf dem eine achtstellige Euro-Summe steht. Chelsea war nicht der einzige europäische Großklub, der vorstellig wurde – doch das gute Wirtschaftsklima in Brasilien ermöglicht es dem Santos FC, eine Struktur an Sponsoren aufzubauen, die den Jungstar ungewöhnlich lange an seine Heimat bindet. Neymar hat persönliche Verträge mit Partnern wie Nike, Nextel, Panasonic und Red Bull, in Summe sorgen diese Partnerschaften für ein Einkommen auf Weltklasseniveau. Nicht nur das: Es hat Neymar weltweiten Ruhm eingebracht, den Verlockungen Europas zu widerstehen – ganz im Gegensatz zu seinen Vorgängern als Superstars des brasilianischen Fußballs, die alle die erste Gelegenheit genutzt hatten, nach Europa zu übersiedeln. „Ich bin 53, also habe ich Pelé in seiner besten Zeit nicht spielen gesehen“, sagt Alberto Francisco, der eine Bar in der Straße der Vila Belmiro besitzt. Er gilt als der größte Fan des Klubs, was unzweifelhaft ist, trägt er doch das Logo des Santos FC als Tattoo auf der Stirn. „Aber von allen, die ich seither gesehen habe, ist Neymar der Beste. Bei weitem. Er ist viel besser als Robinho, der eigentlich immer nur nach Europa wollte“, ergänzt Alberto – und er spricht jenen Robinho an, der für den AC Milan stürmt und den Neymar als sein persönliches Vorbild bezeichnet. „Neymar hat seine Liebe zu Santos bewiesen, als er beschlossen hat zu bleiben.“
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ie Beziehung zwischen Neymar und den glühenden Fußballfans seiner Heimat war schon früh eine besondere. Als er zu Beginn 2010 wie ein Komet auftauchte, forderten sie seine Einberufung ins WMTeam für Südafrika, eine Online-Petition sammelte 14.000 Unterschriften. Teamchef Carlos Dunga berief den Jungstar trotzdem nicht ein – was Neymar nach
Obwohl erst 19 Jahre alt, ist Neymar bereits jetzt ein Held im Stadion Vila Belmiro des Santos FC. Mit Neymar gewann der Klub seine dritte Copa Libertadores – die erste seit 1963, der Ära von Pelé.
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dem Viertelfinal-Aus der Brasilianer gegen die Niederlande zu einem noch größeren Star machte. Zu offensichtlich hatten in Südafrika jene Genieblitze gefehlt, die der in alles andere als Hochform agierende Kaká nicht zu liefern imstande war. Ohne je eine Minute in der „Seleção“ gespielt zu haben, wurde der zu diesem Zeitpunkt erst 18-jährige Neymar von den Fans schon als Heilsbringer des brasilianischen Fußballs gefeiert. „Natürlich wollte ich 2010 dabei sein – wer würde nicht bei einer WM spielen wollen?“, sagt der Junge in der Garderobe des Stadions. „Aber es war auch ein besonderes Gefühl, dass so viele Fans meine Einberufung so vehement gefordert haben.“ Freilich ein nicht so besonderes Gefühl wie jenes beim bisher größten Erfolg seiner Karriere: Neymar führte den Santos FC im vergangenen Juni zu dessen drittem Sieg bei der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Gegenstück der europäischen Champions League: Die ersten beiden Titel hatte Santos 1962 und 1963 geholt, mit Pelé. Der Triumph bei der Copa Libertadores beschert der Fußballwelt diesen Monat ein Gipfeltreffen der besonderen Art: Santos FC hat sich als Vertreter Südamerikas ebenso für die Klub-WM in Japan qualifiziert wie auch Europas Champion, der FC Barcelona mit Lionel Messi. „Ich weiß, das ist das Duell, das jeder sehen möchte, aber man sollte nicht vergessen, was mit Internacional im vergangenen Jahr passiert ist“, sagt Neymar. 2010 wurde Südamerikas Champion SC Internacional aus Porto Alegre im Halbfinale sensationell vom kongolesischen Afrika-Meister TP Mazembe eliminiert, der seinerseits im Finale Inter Mailand unterlag. Der Libertadores-Sieg war nur eines der Highlights einer bisher magischen Neymar-Saison 2011: Per 31. Oktober hat er in zwölf Ländern 62 Spiele bestritten (42 für Santos, 13 für das brasilianische Nationalteam, weitere sieben für Brasiliens U20-Auswahl), mehr als jeder andere Profi des Kontinents, und dabei satte 41 Tore erzielt. Dabei erlitt er nicht einmal eine kleine Verletzung – mehr als eindrucksvoll für einen gerade 64 Kilo leichten, 1,74 Meter kleinen Spieler, der von der ersten bis zur letzten Minute jedes Spiels von zumeist weit größeren, weit schwereren Verteidigern gejagt wird. „Schmetterlingsfilet“ nannte ihn liebevoll spöttelnd der frühere brasilianische Teamchef Wanderley Luxemburgo, der Santos 2009 betreute. Doch es ist, wenn man Experten glauben darf, gerade sein geringes Gewicht, das Neymar quasi unzerstörbar macht; schlicht deswegen, weil 70
“ “ich Was am meisten vermisse, ist, einfach mit meinen Freunden am strand zu kicken. ” auf seinen Körper bei jedem Sturz vergleichsweise geringe Kräfte wirken. „Die Leute auf der Straße sprechen mich oft an“, verrät der Fitnesscoach des Santos FC, Ricardo Rosa. „Sie sagen mir, Neymar müsse kräftiger werden, Muskelmasse zulegen.“ Rosa schmunzelt: „Aber das Einzige, was ich an ihm würde ändern wollen, ist sein Haarschnitt!“ Es ist nicht zuletzt seine Veranlagung, die Neymar den Marathon der ablaufenden Saison so gut überstehen ließ. Seine in Bluttests nach den Spielen erhobenen CK-Werte sind im Schnitt halb so hoch wie diejenigen seiner Mannschaftskameraden; die als CK abgekürzte Creatin-Kinase ist jenes Enzym, das anzeigt, wie gut sich die Muskulatur nach einer Beanspruchung erholt. „Es ist unglaublich, wie schnell der Junge sich regenerieren kann“, bestätigt auch Fitnesstrainer Rosa. „Er ist so flink – sowohl körperlich als auch im Erfassen von Situationen –, dass er die meisten Verteidiger auf Distanz halten kann“, erzählt wiederum Journalist Giovane Martineli, der Neymars Aufstieg für die brasilianische Sportzeitung „Lance!“ verfolgte. „Wenn du seinen Spielstil in einem Wort beschreiben müsstest, wäre das: wach, hellwach.“ Neymar stimmt der Einschätzung des Journalisten zu: „Dribblings waren immer schon meine größte Stärke.“ Und seine Schwäche? „Ach, da gibt es mehrere. Deswegen trainiere ich ja auch jeden Tag!“ Tatsächlich arbeitet Neymar außer-
gewöhnlich hart daran, sein Talent zu entwickeln. Dem harten Training verdankt er etwa eine Fähigkeit, die er mit Pelé und Ronaldo teilt – er spielt mit dem rechten Fuß ebenso gut wie mit dem linken. „Den linken habe ich schon als Kind besonders hart trainiert.“ Die enorme Zielstrebigkeit und Ernsthaftigkeit des Jungen hat einige brasilianische Reporter veranlasst, Neymar als „Reißbrettstar“ zu bezeichnen, wie Golfer Tiger Woods oder Tennis-Ass Andre Agassi, ein frühreifer Star, seiner Kindheit beraubt vom enormen Ehrgeiz der Eltern, die ihre eigenen Träume im Nachwuchs verwirklichen wollen. Und in der Tat war Neymars Vater Fußballer, der es nie in die oberste brasilianische Spielklasse schaffte. „Schon als der Junge elf war, konnte man sehen, was in ihm steckt“, sagt Neymar senior bei unserem ersten Meeting anlässlich des nationalen Red Bull Street Style-Finales im Oktober in Rio. Sein Sohn ist dort Mitglied der Jury – als Ergebnis einer Hollywood-artigen Aktion. An Bord eines Helikopters war er aus dem EngenhaoStadion geholt worden, nur wenige Minuten nachdem er den Ausgleich zum 1:1 für Santos gegen Flamengo erzielt hatte, wurde zum Flughafen von Santos gebracht, dort in einen Van verfrachtet und – von der Polizei eskortiert – zum Austragungsort von Red Bull Street Style gebracht, dem „Circo Voador“-Nachtclub, wo ihn 1500 enthusiastische Fans bereits ungeduldig erwarteten.
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ackstage nach dem Event drängen sich die RBSS-Teilnehmer um ihn. „Júnior“, wie ihn seine Familie und die engsten Freunden nennen, scheint Spaß am Rummel zu haben, Fotos zu machen und mit den Teilnehmern des Street-Style-Contests herumzualbern, Teenagern wie er selbst. Er nimmt sich Zeit für alle, die ein Autogramm wollen, lässt sich nur vom Bling-Bling seines BlackBerry unterbrechen, das alle gefühlten 30 Sekunden erklingt. „Er hat kein Problem damit, berühmt zu sein“, sagt sein Vater. „Warum auch? Soll er lieber unbekannt sein und erfolglos?“ Der Senior ist derjenige, der darauf achtet, dass Júnior soliden Bodenkontakt behält. Zu seinem 19. Geburtstag im vergangenen Februar wünschte sich der einen Ferrari – und bekam auch einen. Allerdings im Maßstab 1:18, ein Spielzeugauto. Unter der Woche fährt der Jungstar Mini Cooper, nur bei den seltenen Wochenendausflügen wird der Porsche Panamera aus der Garage geholt. Dabei kann man den Neunzehnjährigen auch in einer ganz un-
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Im Bauch des Stadions Vila Belmiro steht die Zeit still: Im Andachtsraum neben der Dusche hat sich vor Jahrzehnten auch schon Pelé auf seine Matches eingestimmt.
Auch wenn die Eltern anderer Meinung sind: Neymars Haarschnitt erfreut sich bei den jungen Santos-Fans größter Beliebtheit.
gewohnten Rolle sehen: als Vater des vier Monate alten Davi Lucca, dessen Name sich Neymar auf seinen rechten Unterarm tätowieren ließ. „Vater zu werden hat mich erwachsener gemacht“, sagt er. „Und gibt mir einen zusätzlichen Grund, am Feld hart zu arbeiten.“ Sein Superstar-Status hat interessanterweise bewirkt, dass Neymar ein etwas abgeschiedenes Leben zu führen versucht. Wie ein Juwel – übrigens wird er von der lokalen Presse in Santos so genannt – wird er von seiner Entourage beschützt, seinem Vater, ein oder zwei Security-Kerlen und Eduardo Musa. Das ist jener Mann, der für den Santos FC die nötigen Sponsorgelder beschafft, um Neymar halten zu können. „Er ist wie ein Beatle, die Begeisterung um ihn ist unglaublich. Erstmals gemerkt habe ich das, als wir eine neue NeymarPuppe vorgestellt haben“, sagt Musa. „Der Event war in einem Einkaufszentrum geplant. Ich habe die Besitzer gewarnt, sie mögen die Sicherheitseinrichtungen verstärken. Sie waren aber sehr entspannt, sagten, dass sie einen Monat davor einen
Event mit Ronaldo gehabt hätten und auch dort alles glattgelaufen sei. – Nun, wir kamen am nächsten Tag in dieses Einkaufszentrum, und dann waren da 1500 Kids in diesem Spielwarengeschäft, die versuchten, ein Foto von Neymar zu machen, ein Autogramm zu bekommen, ihn zu berühren. Das Gedränge im Geschäft war so groß, dass beinahe die Schaufensterscheiben geborsten wären … Wir mussten den Event abbrechen!“ Fragt man Neymar, was er vermisst, sagt er: „Einfach mit meinen Freunden am Strand zu kicken. Es ist ein Jahr her, dass ich das letzte Mal am Strand von Santos war.“ Doch Neymar hat gelernt, mit den Schattenseiten des Erfolgs umzugehen – schließlich gilt er schon seit Jahren als Wunderkind. 2005 nahm ihn sein Agent Wagner Ribeiro mit nach Madrid, damit Neymar sein Idol Robinho treffen konnte, der damals für Real spielte. Neymar durfte eine Woche lang im Trainingszentrum von Real mit den Stars trainieren – und lernte sie alle kennen, inklusive Beckham und Zidane. „Diese Woche wer-
de ich nie vergessen“, sagt Neymar. „Einmal, nach einem 4:0-Sieg von Real über La Coruña im Santiago Bernabéu, war ich mit Ronaldo, Robinho, Beckham, Zidane und Roberto Carlos Abend essen. Es war wie ein Traum.“ Schon damals erhielt Neymar 10.000 Euro pro Monat von Santos und Ribeiro, und er wurde von einem Psychologen vorsichtig auf das bevorstehende Leben als Superstar vorbereitet. 2010 wurde ein Mediencoach ins Team aufgenommen: Er soll Neymar bei öffentlichen Auftritten lockerer und souveräner machen – ein weiterer Puzzlestein im Gesamtbild von Neymar als dem professionellsten brasilianischen Fußballer der Geschichte. Es ist nicht zuletzt diese Professionalität, die ihn als ersten in der brasilianischen Liga aktiven Spieler auf die Longlist des FIFA „Ballon d’Or“ brachte. Drei Tage nach unserem Interview in der Vila Belmiro und zwei Stunden nachdem Neymar beim 4:1 von Santos über Atletico-PR in der brasilianischen Liga alle vier Tore erzielt hat, sitzt Neymar im Flugzeug nach New York: Er wurde von der Major League Soccer eingeladen, um beim Playoff-Duell der New York Red Bulls mit L. A. Galaxy den Ankick vorzunehmen. In den USA mag es vielleicht nicht so viele Fußballfans geben wie in Brasilien oder in England, aber diejenigen, die ins Stadion gehen, sind umso besser informiert. Als Neymar vom Stadionsprecher als „der Superstar des brasilianischen Nationalteams“ angekündigt wird, brandet großer Applaus auf. Minuten später unterbrechen David Beckham von L. A. Galaxy und Thierry Henry von den New York Red Bulls ihr Aufwärmprogramm, um an der Seitenlinie mit dem Gast aus Brasilien ein paar Worte zu wechseln. Sechs Jahre nach dem unvergesslichen Abendessen in Madrid unterhalten sich Beckham und Neymar auf Augenhöhe, von Star zu Star. „Neymars Name steht bereits 2011 verdientermaßen auf der Ballon d’Or-Liste“, sagt Beckham. „In einigen Jahren kann er tatsächlich der Spieler des Jahres sein.“ Um aber nicht nur in Brasilien, sondern weltweit ein Star von der Dimension eines Beckham oder Henry zu werden, ist wohl ein Transfer zu einem der großen Klubs wie Real Madrid unumgänglich. Neymar ist Realist genug, das zu wissen. Und er sieht die Sache – wie sonst? – mit der ihm eigenen Portion Ousadia und Alegria. „Egal ob Spanien, England, Italien, Brasilien“, sagt er und grinst, „überall ist der Platz viereckig und der Ball rund.“ Neymars nächster Auftritt: FIFA Klub-Weltmeisterschaft in Japan; 8. bis 18. 12; Infos: www.fifa.com
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BIRGIT ROFNER SO FRECH GRINST DIE OLYMPIA-HOFFNUNG
Tiefschnee ist geil, Skifahrer sind blöd, und Frauen-Snowboarden interessiert keinen. Blödsinn! Beweist Österreichs aussichtsreichste Medaillenkandidatin für Innsbruck 2012.
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Hüttengaudi à la Birgit Rofner. Wir trafen sie beim Training im Kaunertal.
Competition nach hause und machte sich insgesamt einen namen in der Snowboard-Welt. noch dazu in einer Community, die lange von männern dominiert wurde. „ich bin im Park meistens mit Jungs unterwegs. und die haben mir fast alles beigebracht, was ich über den Sport weiß“, erzählt Birgit. „die meisten respektieren mich. aber es kommt schon vor, dass leute zu mir sagen: ‚Frauen auf Snowboards, das interessiert doch keinen.‘“ Birgit ist ein ausnahmefall. Sie zählt zu einer sehr überschaubaren Gruppe österreichischer mädchen, die das Snowboarden mehr als nur hobbymäßig betreiben. „Österreich ist im Vergleich zu anderen ländern noch weit hinten“, erklärt sie. „in Polen zum Beispiel gibt es einen haufen guter mädels, und die haben nicht so tolle Parks zum trainieren wie wir.“ So oft wie möglich an Birgits Seite ist Freund maximilian – ein Freeskier. hopp-
la, zählen die nicht zu den natürlichen Feinden der Snowboarder? Birgit grinst: „Wenn er mal nervt, sag ich Sachen wie ‚blöder Skifahrer‘ zu ihm. aber das ist nur Spaß. maximilian gehört zu den menschen, die mich am besten verstehen.“ trotz aller liebe: „Free“ muss nicht sein. Birgit bleibt auf den Pisten. „Freeriden im Backcountry mag ich überhaupt nicht“, sagt sie. „Vielleicht kommt das ja noch. ich schau mir aber auch keinen Snowboard-Film länger als 30 minuten an. irgendwann werden die langweilig.“ im Gegensatz zu den verbleibenden Wochen bis zur entfachung des olympischen Feuers am 13. Jänner. die sind vollgestopft mit training, Wettkämpfen – und hausaufgaben. Birgit besucht die Skihandelsschule Schladming. „in der Schule bin ich manchmal ein bisserl faul. aber wenn’s darauf ankommt, geb ich Gas“, lacht Birgit, schultert das Snowboard und verabschiedet sich in richtung Schlepplift. und wir? Wir haben jetzt gar keine kraftausdrücke, die wir aus der aufnahme löschen müssen. snowpark-kaunertal.com; voelkl-snowboards.com
YOUTH OLYMPIC GAMES 2012 Immer wieder Innsbruck. Die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele finden von 13. bis 22. Jänner 2012 in Innsbruck statt. Nach den Olympischen Winterspielen von 1964 und 1976 ist die Tiroler Landeshauptstadt damit zum dritten Mal Austragungsort olympischer Bewerbe. Von Biathlon bis Snowboard. Insgesamt 63 Medaillen-Entscheidungen in sieben Sportarten und fünfzehn Disziplinen stehen an neun Veranstaltungsstätten auf dem Programm. Olympisches Dorf. Untergebracht werden die Athletinnen und Athleten samt Betreuern im olympischen Jugenddorf. Dort wurden 444 Wohnungen gebaut, die nach den Spielen Innsbruckern zur Verfügung stehen. Tickets und weitere Infos: www.innsbruck2012.at
text: manuel kurzmann. Bilder: daniel GeBhart de koekkoek (2)
Snowpark kaunertal. Birgit rofner jagt über die kicker genannten schanzenförmigen kolosse aus Schnee und eis) und feuert ein arsenal beeindruckender tricks in die tiroler Bergluft. Jetzt steht die Sechzehnjährige da, grinst schelmisch in richtung diktiergerät und fragt in kantigem tirolerisch: „ihr löschts die Schimpfwörter und so am ende eh raus, odrrr?“ der quirlige Frechdachs zählt zu den stärksten medaillenanwärtern bei den ersten Youth olympic Games in innsbruck kommenden Jänner. 1059 Sportler zwischen vierzehn und achtzehn aus mehr als sechzig ländern nehmen daran teil. Birgit kämpft in den disziplinen Slopestyle, der Fahrt durch eine art hindernisparcours, und halfpipe um Stockerlplätze. mit guten aussichten auf erfolg, wie gesagt – und lampenfieber: „können wir über was anderes reden? ich werd schon nervös, wenn ich nur daran denk!“, stöhnt die lokalmatadorin aus der 173-SeelenGemeinde St. Sigmund im Sellrain. „das ganze tal weiß Bescheid, weil hier jeder jeden kennt. nicht auszudenken, wenn die leut’ zu den Bewerben kommen und ich versau’s! ich muss mir jeden tag einreden: ‚Birgit, du schaffst es!‘“ dabei begann alles sehr entspannt. unterm Christbaum. „ich hab zu Weihnachten mein erstes Snowboard bekommen. damals war ich dreizehn. da hab ich angefangen. und seitdem mach ich nix anderes mehr“, erzählt die junge tirolerin. Von anfang auf den Pisten mit dabei: Birgits Schwester, heute siebzehn. „Stefanie ist nur ein Jahr älter als ich. Früher, im Park, war sie immer meine aufpasserin. Sie sagt mir oft, wie stolz sie auf mich ist. das bedeutet mir sehr viel.“ Gründe gibt es genug: Birgit rofner brachte Siege von der Billabong Wheel of Fate oder der ttr ladylike rookies
„Ich schau mir keinen Snowboard-Film länger als 30 Minuten an. Irgendwann werden die langweilig.“
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Der Feind hĂśrt mit Englands Pop-Giganten Coldplay bitten das Red Bulletin zur Audienz: Wie die vier Musiker die Londoner Krawalle erlebt haben, was sie Rupert Murdochs Telefon-Hackern ausrichten und warum ihr aktuelles Album den Geist der StraĂ&#x;e atmet. Interview: Piers Martin, Bilder: Sarah Lee
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Lautmalerei: Für das Design ihres aktuellen Albums „Mylo Xyloto“ ließen sich Coldplay von Graffiti- und Street-ArtKünstlern inspirieren.
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he Bakery – die Bäckerei –, Coldplays Hauptquartier im Londoner Stadtteil Primrose Hill. Wir steigen durchs Treppen haus ins Tonstudio hinauf. Graffiti ste chen ins Auge. Alle Wände sind voll damit. Street Art ist das neue visuelle Thema der Band. Auch das Cover des aktuellen ColdplayAlbums „Mylo Xyloto“ zieren die bunten Waldmalereien. Die vier Weltstars tragen Secondhandjacken mit fluoreszie renden Flicken. Der Druck auf die Band war enorm: Coldplays HitAlbum „Viva la Vida“ klet terte 2008 in 36 Ländern auf Platz eins der Charts und gewann einen Grammy für das beste RockAlbum. Mit „Mylo Xyloto“ lieferte die Band nun ein funkelndes Stück Pop ab – unterstützt von den Produzenten Markus Dravs und Brian Eno. Für das Interview wählen Sänger Chris Martin und Gitarrist Jonny Buckland den Mischraum ihres Studios aus. Vor allem Frontmann Martin zeigt sich gut in Form. Für einen Plattenmillionär, der mit einer HollywoodSchauspielern liiert ist, wirkt der 34Jährige extrem bescheiden. Begin nen wir mit der Stilfrage …
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red bulletin: Wechselt ihr eigentlich bei jedem neuen Album eure BandUniform? chris martin: Wir haben wieder eine neue Uniform, stimmt. Sieht eher lässig aus als uniformiert. martin: So ziehen wir uns eben zum Arbeiten an. Es ist toll, ein Band-Outfit zu haben – speziell wenn du dich außerhalb der Band sonst nie in Schale wirfst. Du ziehst die Klamotten an und denkst dir: Hey, jetzt bin ich wieder Sänger! Apropos Arbeitskleidung: Gibt’s Situationen, in denen ihr die gleichen Probleme habt wie der Mann von der Straße? martin: Na klar. Erst kürzlich wollte ich meine Frau (USSchauspielerin Gwyneth Paltrow, Anm.) in einem Restaurant treffen, aber das Personal ließ mich nicht rein. Vielleicht lag’s daran, dass ich alte Trainingsklamotten und einen Rucksack trug – ich sah echt übel aus. Die glaubten mir jedenfalls nicht, dass Chris Martin von Coldplay vor ihnen steht. Ich fühlte mich wieder wie ein Siebzehnjähriger, der in einen Club reinzukommen versucht. Wie hast du’s geschafft?
martin: Ich musste jemanden anrufen, der mich an der Tür abholte. Das Ganze war eine Art Weckruf aus dem richtigen Leben. Besser, als dauernd von der britischen Boulevardpresse verfolgt zu werden. martin: Stimmt, du tust dein Bestes, um da außen vor zu bleiben. Wir alle leben und arbeiten in einem Umkreis von vielleicht 150 Metern, und ich renne jeden Tag im selben schmutzigen Trainingsanzug rum. Eigentlich ist das nicht wirklich spannend. Glaubt ihr, dass eure Handys trotzdem angezapft wurden? (Die mittlerweile
„Ich bin mir sicher, dass unsere Handys gehackt wurden – wir haben das schriftlich.“
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Pop mit „verrückten Passagen“ (v. li.): Drummer Will Champion, Gitarrist Jonny Buckland, Sänger Chris Martin und Bassist Guy Berryman.
eingestellte britische Boulevardzeitung „News of the World“ ließ Mobiltelefone von Prominenten abhören, Anm.) martin: Ganz bestimmt. Alle waren betroffen. Selbst wenn du nur Hintergrundmusik für eine Supermarktkette gemacht hättest. Wir bekamen sogar einen Brief, in dem stand, wir seien wahrscheinlich abgehört worden. Aber das ist ein Kampf gegen eine Übermacht. Ich hab das Gefühl, dass ich dieses Imperium (die Medien von Rupert Murdoch, Anm.) lieber nicht herausfordern möchte. jonny buckland: Ich kann nur staunen über Leute, die das versucht haben! martin: Ja, das ist bewundernswert. Ich habe genug gesehen, um zu wissen, dass es einigen Leuten, die am langen Hebel sitzen, egal ist, ob sie dich aus der Fassung bringen oder zerstören. Die sagen: „Okay, du hast ein Telefon abgehört, schon gut – mach’s halt nicht wieder.“ Der Titel eures neuen Albums „Mylo Xyloto“ ist „Google-sicher“ – es gibt auf der Welt nichts anderes, was so heißt. War das der Grund für den Namen? martin: Genau. Wir hatten auch andere Titel, wie „A Glow in the Dark“ oder „The
Windows of My Soul“ – aber die erschienen uns alle etwas zu menschlich. Es gibt massenweise Alben mit solchen Titeln. Also dachte ich, lasst uns einen Namen finden, der nur dieses eine Album bezeichnen kann. Was bedeutet der Titel? martin: Wir haben uns intensiv in der Street-Art-Szene umgesehen, in der sich jeder Künstler einen Namen gibt. Also ist das gewissermaßen ein Amalgam unserer alternativen Namen, unserer „Tags“, um in der Sprache der Street Art zu bleiben. Wenn du dir das Artwork der CD anschaust, findest du die Namen all dieser Figuren: Major Minus, Mylo, Fly und 100K. Wir wollen, dass Mylo Xyloto ein gängiger Begriff wird – so wie Google oder YouTube. Ich hab schon viel Häme einstecken müssen für Namen, die ich ausgesucht habe: für meine Tochter (Mar tins Tochter trägt den Namen Apple, Anm.), unsere Band, dieses Album – aber das ist okay. Am Ende hat das alles einen Sinn. Produzent Brian Eno hat dich vor den Aufnahmen von den restlichen Bandmitgliedern getrennt. Wozu? martin: Er wollte, dass ich experimentiere. Ich sollte mich nicht auf Melodien und Songstrukturen verlassen, sondern abstrakter denken. Wenn du dir heute die Songs des Albums anhörst, findest du beim neunten und zehnten Durchlauf immer noch verrückte Passagen, die dir beim ersten Mal entgangen sind. Wie darf man sich einen ColdplayLiveauftritt mit den neuen Songs im Gepäck vorstellen? martin: Der Schweiß fließt, und jeder ist mit Leidenschaft dabei. Wir gehen einfach raus und denken nicht viel darüber nach. buckland: Uns gefällt es mehr als je zuvor. Je älter du wirst, desto mehr wird dir deine Vergänglichkeit und die der Band bewusst. Deshalb genießen wir jeden Moment! Welche Musik hört ihr derzeit privat? martin: Es gibt viel zu viel gute Musik da draußen: Rihanna, Bob Dylan … wie heißt diese Band? The Horrors! Ein geniales Album. Kanye Wests Album ist toll, genauso wie die neue Katy-Perry-Single. Was denkt ihr über Liam und Noel Gallaghers Soloprojekte? Bist du ein Fan von Beady Eye? martin: Ich bin ein glühender Oasis-Fan. Das ist alles. Es macht mir nichts aus, wenn die Gallagher-Brüder über mich lästern, das gehört zum Job. Ich wär noch immer der Erste in der Schlange, wenn es Oasis-Tickets gäbe. Schon mal Musik eines anderen Künstlers illegal aus dem Internet runtergeladen?
„Illegaler Musikdownload? Ich versuche, nicht zu stehlen. Vor allem Dinge, die ich mir leisten kann.“ buckland: Ja … äh … es wäre irgendwie komisch, jetzt damit anzufangen. Ich habe als Kind unglaublich viele Songs auf Kassette aufgenommen, aber mir wäre nie in den Sinn gekommen, das für illegal zu halten. Ich versuche, nicht zu stehlen. Vor allem Dinge, die ich mir leisten kann. Ihr habt 2008 euer Hauptquartier nach London verlegt. Wo wart ihr im August, als die Krawalle stattfanden? buckland: In New York. martin: In einem Nando’s-FastfoodRestaurant in London. Einige Nando’s-Filialen wurden ja ausgeplündert. martin: Die Straße runter von unserem Studio gibt es einen Fahrradladen, ein hübsches japanisches Restaurant und Domino’s Pizza. Es war wirklich nicht lustig: Das japanische Restaurant blieb unangetastet, die beiden anderen wurden komplett ausgeplündert. Das zeigt im Prinzip, dass einige Kids hinter Pizza und Fahrrädern her waren. In Chalk Farm (NordLondon, Anm.) hatte die ganze Szenerie was von gesetzesfreier Zone. Als Popstars mit Einfluss: Habt ihr zu den Krawallen etwas zu sagen? buckland: Ich glaube nicht, dass sich in einem Satz erklären lässt, warum Leute bei Evans Cycles einbrachen und Fahrräder klauten. martin: Ich glaube, es gab eine Myriade Ursachen. Als die Krawalle unser Viertel erreichten, war es schon so weit, dass Leute sagten: „Oh, lass uns einfach was nehmen.“ Einer meiner Freunde lebt dort, wo viele der Kids herkommen. Er kennt einige von ihnen und fragte sie: „Wo geht ihr hin?“ Und sie sagten: „Wir holen uns Sachen umsonst.“ Also, was die Kids hier machten, das war schon großer Mist. Aber offensichtlich wurde alles durch diesen unseligen Polizeieinsatz in Tottenham ausgelöst, bei dem ein Mann zu Tode kam. Vielleicht könnte man fragen: Was sonst gibt es für die jungen Leute denn zu tun? Das neue Coldplay-Album „Mylo Xyloto“ ist seit Ende Oktober erhältlich. Videos, Artwork und Tourdaten: www.coldplay.com
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Das Red Bull TV-Fenster. Bei ServusTV.
Momentum – What drives you Jeden Montag, 22:45 Uhr
Erleben Sie hautnah mit, wie Red Bull weltweit Topathleten, Musikern und anderen Künstlern Flügel verleiht. Momentum vermittelt Einblicke in die Persönlichkeiten der Ausnahmeathleten und stellt ihnen die Frage: What drives you? ServusTV ist in Deutschland, Österreich und in der Schweiz über Satellit, Kabel und IPTV frei empfangbar. Kostenfreie Service-Hotline 0800 100 30 70 oder www.servustv.com
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Inhalt 80 REISE-TIPP Zillertal 82/83 KULINARIK Helena Rizzo & Daniel Redondo, „Flæskesteg“ 84 GET THE GEAR Jordy Smith 86 TRAINING Petter Northug 88 CLUB & CD 89 TAKE 5 The Phantom Band 90 TOP-SPOTS & Red Bull Web TV 92 SAVE THE DATE 96 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV
BILD: BRIAN BIELMANN/RED BULL CONTENT POOL
98 KOLUMNE mit Christian Ankowitsch
Was braucht eine Surf-Ikone zum Surf-Ikone-Sein? Jordy Smith beantwortet diese und weitere Fragen auf den Seiten 84 und 85.
MORE BODY & MIND
Zillertal, ästhetisch
AUF UND DAVON DER REISE-TIPP DES MONATS
Überall in den Alpen wird im Dezember der Winter eröffnet. Wir beginnen die Board-Saison im Zillertal. Unser Guide: Local Hero Wolfgang „Wolle“ Nyvelt. Es ist einer der Hotspots des europäischen Winters, wobei „Spot“ es vielleicht nicht ganz genau trifft. Das Zillertal ist das breiteste und südlichste Seitental des Tiroler Inntals. Rund 40 Kilometer östlich von Innsbruck erwarten 668 Pistenkilometer den wintersporthungrigen Besucher im dank des Hintertuxer Gletschers (3250 m) einzigen GanzjahresSkigebiet Österreichs mit hundertprozentiger Schneegarantie. Die sechs Millionen Nächtigungen pro Jahr sind nicht nur Ergebnis des üppigen Wintersport-Angebots, sondern auch einer vernunftgesteuerten Preispolitik: Die Zweitageskarte, die zur Benutzung aller 172 topmodernen Liftanlagen berechtigt, gibt es für Erwachsene ab 83 Euro. Ein jährliches Highlight im Zillertal ist der Ästhetiker Wängl Tängl im Vans-Penken-Park in Mayrhofen. Von 17. bis 24. März 2012 hat der Snowboard- und Skateboard-Team-Contest ganz besonderen Grund zum Feiern, findet er doch zum jubiläumstauglich zehnten Mal statt. Neben stylischer Brett-Artistik darf ein den Gesetzen der Ästhetik verpflichtetes Rahmenprogramm erwartet werden, allerhand Street-Art, coole Partys und Konzerte. Top-Ästhetiker „Wolle“ Nyvelt war so freundlich, uns rechtzeitig seine liebsten Plätze im Zillertal zu verraten. www.aesthetiker.com
WOLFGANG NYVELT (34) wurde in Salzburg geboren und ist seit 18 Jahren Snowboarder. 2008 gewann „Wolle“ den Transworld-„Rider of the Year“-Titel. Der professionelle Board-Shaper lebt in Mayrhofen und dreht seit zwölf Jahren Snowboard-Streifen für Absinthe Films.
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Neu designt: der Hotzone Park in Gerlos. Der Name ist Programm.
Hotzone Park Gerlos
Kaltenbach
Der 30.000 m² große Park liegt ganztägig in der Sonne und bietet eine permanente Boardercross-Strecke, eine Halfpipe sowie einen Snakerun mit Steilkurven, Wellen und Jumps. 6281 Gerlos 141
Die Skigebiete Kaltenbach und Hochfügen sind miteinander verbunden. Auf unterschiedlichsten Terrains findet man immer beste Schneebedingunen vor. Bei Schlechtwetter empfehle ich die phantastischen Tree-Runs.
Betterpark Hintertux
Hotel Bergfried
Hintertux zählt neben Saas-Fee (SUI) zum besten Gletscher für Snowboarder in Europa. Der Betterpark bietet eine Double Combo, Pipe, eine 120 m lange Superpipe und einen 15-m-Hip. Hintertux 794, 6293 Tux
Das 4-Sterne-Hotel der Familie Stock besticht durch eine traumhafte Wellness-Landschaft. Im Herbst steigt hier regelmäßig die gesamte Snowboardelite zur Saisonvorbereitung ab. Lanersbach 483, 6293 Tux
ZILLERTAL Tirol, Österreich
Fügen Kaltenbach
Innsbruck Hochfügen
Gerlos Gerlosstein Mayrhofen
Beim Wängl-Tängl-Contest im März werden die Snowboardprofis in Mayrhofen ihr Können zeigen.
TEXT: ULRICH CORAZZA. BILDER: SCOTT SULLIVAN, JOHANNES SAUTNER (2), CHRISTIAN EBERL, WÄNGL TÄNGL/SIMON LEMMERER, WÄNGL TÄNGL/MIC DRAGASCHNIG, MAURITIUS, ERWIN POLANC/RED BULL CONTENT POOL, PR (5)
5 km 2 Meilen
Wängl Tängl
Kristallhütte
Ausgerechnet mein Hausberg, der Penken, ist Austragungsort des Ästhetiker Wängl Tängl. Von 17. bis 24. März 2012 feiert der Snow- und SkateboardContest sein zehnjähriges Jubiläum. Vans-Penken-Park, 6290 Mayrhofen
Auf 2147 Meter Seehöhe genießt man eine unglaubliche Aussicht. Im Luxuschalet werden Vernissagen, DJ-Acts, Jazzbrunches oder Charity-Events mit internationalen Starköchen veranstaltet. 6272 Kaltenbach
„Scotland Yard Pub“
„Zum Griena“
Das „Scotty“ ist der abendliche Treffpunkt der Boarderszene. Im kleinen, gemütlichen Pub (gelegentlich gibt es auch Live-Musik) mixt Besitzer Peter Krenslehner die besten Mojitos des Tals. Scheulingstraße 372, 6290 Mayrhofen
Wer regionale Köstlichkeiten sucht, ist in dieser Gaststätte richtig. Das traditionelle Bauernhaus bietet in urigem Ambiente die besten Zillertaler Krapfen (Nudelteig mit Käsefüllung). Dorf Haus 678, 6290 Mayrhofen
Naturrodelbahn
Spannagelhöhle
Am Hainzenberg (Gerlosstein) liegt eine 7 km lange – am Abend beleuchtete – Naturrodelbahn. Die Tageskarte kostet ab € 6,60. Mein „Einkehrtipp“ auf Streckenmitte: der Schlittenstadl. Ramsberg, 6283 Hippach
Gleich unter dem Schutzhaus befindet sich der Eingang zur 500 m langen Marmor-Schauhöhle. Bei fachkundigen Führungen kann man Tropfsteine, Sinterbildungen und Kristalle entdecken. Spannagel 779, 6293 Tux
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Paarlauf am Eintopf
DIE BESTEN KÖCHE DER WELT ZU GAST IM HANGAR-7
HELENA RIZZO UND DANIEL REDONDO zeigen in São Paulo, wie modern Klassiker der brasilianischen Küche sein können.
Vier Klimazonen, ein buntes Bevölkerungsgemisch aus allen Kontinenten: Brasilien ist zu groß und zu vielfältig für eine eigentliche Nationalküche. Aber doch gibt es ein Gericht, das Brasilien kulinarisch eint, die Feijoada, ein Eintopf aus Bohnen, Gemüse und Fleischresten, der freilich traditionell wenig mehr zu leisten hatte als kostengünstige und unkomplizierte Kalorienzufuhr. Ausgerechnet dieses deftige Nationalheiligtum haben Helena Rizzo und Daniel Redondo ausgewählt, um die Philosophie ihrer Arbeit vollendet zum Ausdruck zu bringen: Sie kochen einen hocharomatischen Sud aus Bohnen und Schweinefleisch als freundlich verfeinertes Zitat der Hauptzutaten, formen ihn mit Hilfe molekularer Zutaten zu kleinen Kügelchen, die sie mit Speck und geröstetem Maniokmehl servieren – fertig ist die „Feijoada 2.0“ (© Roland Trettl). Helena Rizzo und Daniel Redondo sind erst 33, leuchten aber – trotz oder wegen ihrer sympathischfrechen Herangehensweise an Traditionen – schon seit Jahren als hellste Sterne am gastronomischen Himmel der 20-Millionen-Megametropole São Paulo. Ihr „Maní“ ist ein rundum unkonventioneller, charmanter Betrieb: So verordnen das ehemalige Model und der überzeugte Kraftsportler der gesamten Belegschaft dreimal wöchentlich Yoga-Einheiten. Waldorfsalat
UNSER RESTAURANT Maní Rua Joaquim Antunes, 210 Jardim Paulistano São Paulo, Brasilien www.manimanioca.com.br Mit dem Maní betritt man einen Mix aus Bibliothek, Club, Taverne, Jugendzimmer und Sternerestaurant – und zwar einen verblüffend stilsicheren Mix. Das mag vielleicht an Helena Rizzos Vergangenheit liegen, die nicht nur Stationen als Model, sondern auch als Architekturstudentin aufweist.
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Natur und Technik Rizzo und Redondo greifen bevorzugt zu regionalen Zutaten, aber scheuen nicht vor progressiven Techniken etwa aus der Molekularküche zurück. Heimat und Welt Die aus Südbrasilien stammende Helena Rizzo vertiefte ihre Liebe zur avancierten Kulinarik weltweit. Vor allem das 2-Sterne-Restaurant „Sadler“ in Mailand prägte sie. Und „El Celler de Can Roca“ im spanischen Girona – dort lernte sie Daniel Redondo kennen. Privat und beruflich Rizzo und Redondo sind nicht nur beruflich, sondern auch privat ein Paar. Wie das gutgeht? Ganz einfach: Einer übernimmt die Mittags-, der andere die Abendschicht. Und wenn nach dem Chef im Haus gefragt wird, zeigt Helena auf Daniel – und Daniel auf Helena.
Die Gastköche im Hangar-7 Monat für Monat gastiert ein anderer internationaler Spitzenkoch im „Restaurant Ikarus“ des Salzburger Hangar-7 und kreiert dort gemeinsam mit dem Küchenteam ein einzigartiges Menü. Gastköche im Dezember 2011 sind Helena Rizzo und Daniel Redondo, Chefs des Restaurants „Maní“ in São Paulo. Informationen zum „Ikarus“ finden Sie unter www.hangar-7.com sowie auf facebook.com/ hangar7, Reservierungen sind telefonisch (unter +43 662 2197-77) und via E-Mail möglich: ikarus@hangar-7.com Das Buch „Kulinarische Überflieger 2011“ ist ab sofort im Hangar-7-Shop oder online unter shop.hangar-7.com erhältlich.
BILDER: MARCELO MARAGNI/RED BULL HANGAR-7 (2), HELGE KIRCHBERGER/RED BULL HANGAR-7
UNSERE PHILOSOPHIE
more body & mind
Geschmack von Welt NatioNalgerichte zum NachkocheN
Das Krustentier
text: klaus kamolz. Bild: fotostudio eisenhut & mayer
FlÆskesteg. In Dänemark läuft ohne Schweinefleisch in der Küche gar nichts.
Seit einigen Jahren ist Dänemark Heimat des besten Restaurants der Welt. René Redzepi verfolgt in seinem Kopenhagener Restaurant „Noma“ ein streng regionales Konzept: Nichts, was nicht im (hohen) Norden wächst und gedeiht, kommt auf den Tisch. Und mit Schweinefleisch hätte der Starkoch überhaupt kein Problem. Die Dänen lieben es in allen erdenklichen Zubereitungen. Am wichtigsten ist ihnen aber ihr Schweinsbraten. Schon bevor geeignete Herde allgemein verbreitet waren, ließen sie ihn beim Bäcker schmoren, sobald der mit dem Brot fertig war. Flæskesteg mit seiner unbedingt knusprigen Kruste ist heute noch ein winterliches Festessen, begleitet von Zutaten, die das viele Fett bekömmlicher machen. Oft sind das in der dänischen Küche säuerliche Beilagen – in diesem Fall sind sie süß: karamellisierte Kartoffeln und sehr oft auch mit Essig, Zucker und weihnachtlichen Gewürzen abgeschmeckter Rotkohl. Der sorgt für die in der kalten Jahreszeit wichtige Zufuhr von Vitamin C.
Das Rezept Zutaten für 4 Personen: 1,5 bis 2 kg langes Karree vom Schwein 8 bis 10 Lorbeerblätter 2 TL ganzer Kümmel 1 TL Senfpulver Pfeffer, Salz
1 kg kleine, festkochende Kartoffeln 80 g Zucker 50 g Butter 1⁄4 TL Muskat, gemahlen 1 TL ganzer Kümmel Wasser
Die Schwarte des Schweinskarrees im Abstand von 1,5 cm quer bis zur Fettschicht (aber nicht tiefer) einschneiden. Mit Salz und Gewürzen einreiben, dabei möglichst viel in die Schnitte massieren. In regelmäßigen Abständen längs halbierte Lorbeerblätter in die Schnitte stecken. Dann einen großen Bräter 2 cm hoch mit Wasser füllen, den Braten mit der Fettschicht nach unten hineinlegen, etwas stehen lassen. Unterdessen das Backrohr auf 220 °C vorheizen. Braten im Rohr so lange garen, bis die Schwarte nicht mehr glasig, sondern weiß ist. Dann Temperatur auf 160 °C reduzieren, Braten umdrehen, ca. 2 Std. garen; dabei nicht übergießen. Zum Schluss noch einmal auf 240 °C hochdrehen und fertig garen, bis eine braune, knusprige Kruste entstanden ist. Backrohr abdrehen, einen Spalt öffnen und 10 Minuten rasten lassen. Karamellkartoffeln: Kartoffeln in Salzwasser kochen und schälen. Zucker in einer Pfanne langsam schmelzen, Butter und 1 bis 2 EL Wasser einrühren, mit Muskat abschmecken, Kartoffeln darin glasieren; währenddessen Kümmel einstreuen und nachsalzen. Zu diesem Gericht passt in Schweineschmalz gedünstetes Rotkraut.
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Brettspieler
GET THE GEAR DIE AUSRÜSTUNG DER PROFIS
JORDY SMITH. Womit nimmt der südafrikanische Surf-Superstar den Kampf gegen die Gezeiten auf?
2 Nikon-D7000-Kamera Nicht der schlechteste Teil des Jobs: Als Surfer reist man von einem traumhaften Platz zum nächsten. Für die nötigen Erinnerungsfotos ist meine 12,1-Megapixel-Kamera von Nikon immer dabei. 3 Mr.-Zogs-Wachs Dieses Wachs gibt’s schon seit einer Ewigkeit, aber manche Dinge kann man einfach nicht verbessern. „Mr. Zogs“ gibt mir Grip auf dem Brett – und Grip heißt Kontrolle. 4 Channel-Islands-Board 6'3 Das 6 Fuß, 3 Zoll (190 cm) lange, 48 cm breite und 6,4 cm dicke Board von ShaperLegende Al Merick ist mein „Allrounder“. Ich bevorzuge Bretter mit größerem Volumen vor allem an der Boardspitze – das hilft bei den Turns. 5 O’Neill-Shirt Seit 2007 ist O’Neill einer meiner Partner … eine coole Marke, ein Pionier in unserem Sport. Auf unserem Bild zu sehen: eines meiner neuen Jordy Smith Signature Shirts.
8 Channel-Islands-Board 6'2 Dieses Board ist ein wenig kürzer und breiter, dadurch ist es leichter und schneller als meine längeren Bretter und perfekt für entspanntes Surfen auf kleineren Wellen.
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9 Leine von On A Mission Es wäre nicht besonders cool, ständig seinem Surfbrett hinterherschwimmen zu müssen. Ich verwende dünnere Sicherungsleinen an Tagen mit kleineren Wellen und stärkere an Tagen, an denen es richtig zur Sache geht. 10 Billabong Pro 2011Trophäe Mein ganzer Stolz! Im Vorjahr feierte ich beim Billabong Pro in Jeffreys Bay meinen ersten Sieg auf der ASP World Tour. Hier im Bild sieht man die Trophäe meiner erfolgreichen Titelverteidigung 2011.
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11 Siehe Nummer 8 12 O’Neill-Wetsuit Psycho 4/3mm Ich liebe meine Heimatstadt Kapstadt. Ein toller Surfspot, allerdings ist das Wasser furchtbar kalt. Ein Wetsuit ist daher unverzichtbar. 13 DHD-Board 6'2 Dieses kleine Waveboard stammt von „Aussie-Shaper“ Darren Handley – mein Lieblingsbrett für die „Point Breaks“ bei Jeffreys Bay.
6 Oakley-Sonnenbrille Surfsport ohne Sonnenbrille? Unvorstellbar. Ich trage meine ständig – hier zu sehen meine neuen „OakleyJordy Smith Signature Jupiter Squareds“, die es ab nächstem Jahr zu kaufen gibt.
14 Future Fins Ohne perfekte Finnen funktioniert das Board einfach nicht. Meine „Signature-Fins“ wurden von meinem Sponsor ganz nach meinen Bedürfnissen entwickelt.
7 Anti-Rutsch-Pad von On A Mission Dieses Teil am Tail ist zwar unscheinbar, aber umso wichtiger: Damit leitet man Richtungsänderungen ein – und verliert bei „Big Airs“ nicht den Kontakt zum Board.
15 On-A-Mission-Boardbag Meine Boards und ich verbringen viel Zeit unterwegs – und ich möchte, dass wir alle gut ankommen. Dieses Boardbag ist daher unverzichtbar auf meinen Reisen. TV-Tipp: „4 Surfing“ am 26. 12., 16 Uhr auf ServusTV
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Mann und Board: Jordy Smith vor seinem Haus in Kapstadt.
text: steve smith. bild: Craig KolesKy
1 Schaumstoffrolle Ein Surfer benötigt nicht nur jede Menge Kraft – nicht zuletzt zum Paddeln –, sondern er muss vor allem auch sehr beweglich sein. Die Schaumstoffrolle hilft mir, Rücken und Wirbelsäule fit zu halten.
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TRAINIEREN WIE DIE PROFIS
Erfolgshungrig Der extrovertierte norwegische Langläufer war mit fünf Medaillen Star der Heim-WM in Oslo – sein Appetit ist aber noch lange nicht gestillt. PETTER NORTHUG.
Dreimal Gold, zweimal Silber. Petter Northug drückte den Nordischen Skiweltmeisterschaften Anfang dieses Jahres seinen Stempel auf. Besonders herausragend: Der Doppel-Olympiasieger von Vancouver 2010 (Teamsprint, 50 km Massenstart) ist sowohl über kurze Distanzen als auch im Marathon Weltklasse. Eine volle Weltcupsaison mit zahlreichen Starts kostet viel Energie. Daher stehen beim 25-Jährigen vier bis sechs tägGoldschürfer: Petter Northug liche Mahlzeiten auf dem Plan – Kohlenhydrate vor und während des Trainings, Eiweiß nach den Einheiten. „Ich versuche in den Aufbauperioden rund drei bis vier Kilo schwerer zu sein, um auch den Trainingseffekt zu steigern“, so Northug. „Am Ende des Winters wiege ich allerdings zehn Kilo weniger als zu Beginn.“
Mit dem Blut der Berge Der Tour-de-Ski-Sieger 2010/11 überlässt in seiner Vorbereitung nichts dem Zufall. Die Basis für seinen Erfolg wird in der Höhe geschaffen. Unverzichtbar für den siebenfachen Weltmeister sind Höhentrainingslager. Im Sommer geht es regelmäßig auf über 2000 Meter Seehöhe. „Das Training in dieser Höhe steigert die Entwicklung der roten Blutkörperchen und damit die Ausdauer“, erklärt Northug. „Nach 15 Tagen ist deren Produktion auf Maximallevel. Danach gehe ich auf Meeresniveau zurück, um Geschwindigkeit zu trainieren. Mein Erfolgsrezept ist, dass ich mir selber Aufgaben stelle und immer vorausdenke. Während eines Rennens weiß ich genau, worauf ich mein Augenmerk richten muss. Ich plane präzise, was, wann und wo ich esse oder zu welchem Zeitpunkt ich beim Training oder Wettkampf sein muss. Manche Leute nennen mich egoistisch. Aber in Wahrheit bin ich nur auf meinen Job konzentriert.“
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Sieben Tage Folter Rund 25 Stunden pro Woche steht der Langlauf-Superstar auf Skiern – am liebsten fährt er bergauf. Montag Vormittag: 30 Minuten aufwärmen, 6-mal 8 Minuten IntervallLäufe im Skating-Stil (Puls zwischen 160 und 185) Mittagessen: 4 bis 5 Stunden Pause Nachmittag: 2 Stunden Ausdauerlauf oder -langlauf (Puls: 130) Dienstag Vormittag: 30 Minuten Aufwärmen, 6-mal 8 Minuten IntervallLäufe (Puls: 160 bis 185), danach 2 Stunden Ausdauerlanglauf und lockeres Auslaufen (Puls: 130) Nachmittag: 1½ Stunden lockeres Laufen/Langlaufen Mittwoch Vormittag: 2 Stunden Langlaufen mit 8-mal 10 Sekunden Intervalltraining in Maximaltempo Nachmittag: 30 Minuten Aufwärmen, danach 2 Stunden Schnellkraft-, Sprung- und Kräftigungsübungen im Fitnessraum zur Stabilisierung des Oberkörpers und der Beine.
Donnerstag Vormittag: 3 Stunden Laufen/ Langlaufen mit geringer Belastung (Puls: 130) Rest des Tages: Regeneration Freitag Vormittag: 1½ Stunden Einlaufen, 1½ Stunden Intervall-Läufe (je 5-mal 6 Minuten bergauf) Nachmittag: 1½ Stunden lockeres Laufen/Langlaufen Samstag Vormittag: 2½ Stunden Langlaufen im Skating-Stil Nachmittag: 2 Stunden Langlaufen im klassischen Stil Sonntag 1¾ Stunden Intervall-Läufe (jeweils 5-mal 5 Minuten bergauf) im Maximalbereich (Puls: 185), anschließend 1 Stunde lockeres Auslaufen (Puls 130) Generell wird so viel wie möglich bergauf trainiert.
www.teamnorthug.no
TEXT: ULRICH CORAZZA. BILDER: FRODE SANDBECH, IMAGO (2)
WORKOUT
EUROPEAN TROPHY FINALS
16.–18. DEZEMBER 2011 SALZBURG & WIEN
WWW.REDBULLSSALUTE.COM
MORE BODY & MIND
Das Caprice vereint Kapstadts beste Seiten: Party und Strand.
Mit der Kraft des Humors
OUT NOW
FRISCHE FILME IM FOKUS
„50/50“. Seth
Rogen zeigt in seinem neuen Film, wie man heiklen Themen Lustiges abgewinnt.
IM HERZEN DER DISCOKUGEL Ganz schön eng: Nur 300 Gäste passen in den Laden.
Vom Strand zur Sause CAFÉ CAPRICE, KAPSTADT. Ein perfekter Tag am Meer: erst am Strand Sonne tanken, abends in den Club gegenüber und mit Leonardo DiCaprio feiern.
Ihr betreibt das Café Caprice in Kapstadt, weil … … die Stadt – und vor allem Camps Bay – mit keinem anderen Ort Südafrikas vergleichbar ist. Es ein kosmopolitischer Schmelztiegel mit unglaublicher Engergie, speziell in den Sommermonaten. Als ihr den Laden 2001 eröffnet habt, wolltet ihr … … Kapstadt in den Genuss einer coolen Strandbar bringen. Davor gab es keine – und Camps Bay war reif dafür. Von außen sieht der Club … … wie ein altes griechisches Gebäude aus. Außerdem gibt’s Tische am Gehsteig. Das hat vor uns hier keiner gemacht. Los geht’s bei euch … … schon untertags. Die ersten Gäste kommen schon um neun Uhr morgens und bleiben bis zum Abend. Am schönsten ist es bei Sonnenuntergang. Eure Stammgäste sind … 88
… kreativ, eigenständig und trendig. Der typische Kapstädter, der sich nicht anstrengt, cool zu sein – weil er cool ist. Regelmäßige Gäste sind … … Jordy Smith, Herschelle Gibbs oder Lyndall Jarvis. Als Leonardo DiCaprio in Südafrika gedreht hat, war er ständig da. Vermutlich, weil sich Promis bei uns wie stinknormale Typen fühlen können. Voll ist’s, wenn … … zu Silvester 300 Gäste bei uns ins neue Jahr feiern. Die beste Nacht hattet ihr … … als eine Gruppe Models fragte, ob sie den Barkeeper mit heim nehmen dürfen. Interview mit Dave Raad, Besitzer des Café Caprice Café Caprice 37 Victoria Road, Camps Bay Kapstadt, Südafrika +27 21 4388315 www.cafecaprice.co.za
Seth Rogen, 29, ist Hollywoods Mann für gute Laune.
BILDER: CRAIG KOLESKY (2), JEFF VESPA/CONTOUR/GETTY IMAGES
BEST CLUBS
Muss man mit eiEr ist Hollywoods nem Thema wie neuer König der Krebs behutsam Komödie. „Ananas umgehen? Express“, „Superbad“ Wenn sich ein Scherz oder „The Green falsch angefühlt hat, Hornet“ – bei den haben wir ihn nicht meisten Filmen spielt gemacht. Wir wollSeth Rogen, 29, nicht Ein Film über ten ja niemanden benur die Hauptrolle, Freundschaft leidigen. Na ja, einisondern schreibt und Hoffnung. ge Menschen schon, auch am Drehbuch aber nicht jeden. Wir testen mit. Sein jüngster Streich Filme vorab, und wenn die heißt „50/50“. Darin spielt Zuseher nicht lachen, nehder Kanadier den Freund men wir die Witze raus. Koeines Krebspatienten. Lusmischerweise haben wir bei tig ist der Film trotzdem. „50/50“ fast nichts ändern Vielleicht grad darum, weil müssen. die Geschichte autobiographisch ist. 2005 wurde bei Rogens bestem Freund „50/50“ mit Seth Rogen und Joseph Gordon-Levitt läuft derKrebs diagnostiziert, heute zeit im Kino. Den Trailer gibt’s ist er wieder gesund. auf www.50-50themovie.com Wie viel von deinem echten Ich steckt in der Rolle? Auf den ersten Blick nicht viel. Ich bin Frauen gegenüber schüchtern. Ich hab noch nie eine angelogen, um sie ins Bett zu kriegen. Vermutlich hatte ich früher deshalb so wenig Sex.
more body & mind
Eddie Cochran: „Greatest Hits“ Mitte der achtziger Jahre war Eddie Cochrans Musik eine Erleuchtung. Zumindest für mich als Teenager in meiner rebellischen Phase. Gerade dieser Moment in dem Song „C’Mon Everybody“, wenn Eddie singt „Who cares?“, hat mich fasziniert. Es geht um eine Party, die er in seinem Elternhaus schmeißt. Er weiß, dass er dafür büßen wird, aber es ist ihm egal. „Who cares?“ Magische Wor te für einen Teenager, der gerade das Leben entdeckt.
Take Five Welche Musik Musiker hören
„AC/DC hat das beste Gitarren-Team der Welt“
TExT: ANTHoNy RoWLINSoN. BILD: INHoUSEPRESS.CoM
The PhanTom Band. Die schottischen Indie-Rocker sind die Durchstarter des Jahres. Was der akustische Antrieb für diesen raketenhaften Aufstieg ist, verrät die Band hier.
NRA, Les Crazy Boyz, Los Crayzee Boyz, Tower of Girls, Robert Redford: Das ist nur eine Auswahl jener Bandnamen, unter denen sechs Freunde Anfang der nuller Jahre durch die Clubs ihrer Heimatstadt Glasgow tingelten (heute sind’s nur noch fünf). „Manchmal ließen wir Konzertveranstalter einen neuen Namen für uns aussuchen“, erinnert sich Sänger Rick Anthony. „Wir haben die Sache einfach nicht so ernst genommen. Auf der anderen Seite konnten wir durch die Namenswechsel viel experimentieren und reifen.“ 2006 war dann Schluss mit lustig, eine Plattenfirma zeigte großes Interesse und brauchte einen Bandnamen fürs Plattencover. Als Anspielung auf die Verwirrspielchen nannte man sich The Phantom Band. Stilistisch hatten die Schotten ihren Weg schon gefunden: melancholische Indie-Rock-Hymnen, ein Brückenschlag zwischen Pearl Jam und The National. Während Anthonys Stimme an die von Eddie Vedder erinnert, werkeln die anderen an ausgefeilten Songs zwischen Blues-Rock, New Wave und ProgPop. Die Band selbst nennt diese einzigartige Mixtur „Proto-Robofolk“. Und die Fans sind davon begeistert. Mit ihrem zweiten Album „The Wants“ war die Band in diesem Jahr in Europa und den USA auf großer Tour, die Platte selbst wird von der Musikpresse einhellig mit höchstem Lob bedacht. Aus welchen Elementen sich dieser „Proto-Robofolk“ zusammensetzt, verrät Keyboarder Andy Wake.
AC/DC: „Who Made Who“ Das erste Album, das ich mir selbst gekauft hab! Mit An gus und Malcolm Young hat AC/DC das beste Rhythmus SoloGitarrenTeam der Welt. Wegen der beiden hab ich als Kind mit dem Gitarrespielen angefangen, ich wollte Angus Young sein. Aber ganz ehr lich, ich war nicht sonderlich talentiert, vermutlich bin ich deshalb auf Keyboards und Synthesizer umgestiegen.
Kraftwerk: „Computer World“ Der Einfluss von Kraftwerk spiegelt sich stark in unserer Musik wider, vor allem die KrautrockElemente. „Com puter World“ ist vielleicht nicht so legendär wie „Trans Europe Express“ oder „Auto bahn“, aber die Produkti onsweise dieses Albums ist einzigartig. Der Sound klingt noch heute futuristisch!
Captain Beefheart: „Safe As Milk“ Bandintern ist der Musik geschmack recht breit gefä chert, aber auf Captain Beef heart können wir uns alle einigen. Besonders auf sein erstes Album „Safe As Milk“. Die Platte hat ihren ganz eigenen Groove, sie ist sehr repetitiv, sehr schräg und doch Countryartig. Klingt ein wenig wie diese neue Chi cagoer Band Cave auf ihrem Album „Psychic Psummer“. Die Aufnahmen sind sehr krautrockig und hart, klingen live aber ganz anders. Das mag ich an Bands – und bei The Phantom Band ist das ähnlich. Einige Fans bevor zugen unsere LiveShows, andere den StudioSound.
Led Zeppelin: „III“ Eine weitere Band, deren StudioSound ganz anders klang als ihre Konzerte, war Led Zeppelin. Jimmy Page hat vor kurzem in einem Inter view davon gesprochen. Egal. Mein Bruder hat mir dieses Album zum zwölften Geburts tag gekauft, obwohl ich noch nicht einmal einen Platten spieler hatte! Deshalb hat er sie am Ende selbst behalten. Zumindest hab ich sie mir aber auf Kassette überspielt, um sie mir auf meinem alten HitachiRecorder anhören zu können. Auch wenn die Ton qualität unter jeder Sau war, die Songs darauf, speziell „The Immigrant Song“, finde ich heute noch unglaublich!
Aktuelles Album: „The Wants“ (Chemikal Underground), Tourdaten u. a.: www.phantomband.co.uk
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Top Events
Dezember 2011
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WELCHE TERMINE DIESEN MONAT ZUM HEISSESTEN DES JAHRES MACHEN.
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8.–20. 12., OAHU, HAWAII, USA
ASP World Tour Hawaii gilt als die Wiege des Surfsports – ein bestens geeigneter Schauplatz also, um die diesjährige ASP World Tour zu beschließen. Surf-Ikone Kelly Slater, der bereits Anfang November in San Francisco den Gewinn seines elften ASP-World-TourTitels fixierte, ist mit sechs Triumphen beim Billabong Pipe Masters der Rekordsieger. Auf Oahu ist höchste Konzentration angesagt: Die hohen Wellen in Pūpūkea wurden bereits vielen Surfern zum Verhängnis.
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Vorjahressieger Robert Karlsson
8.–11. 12., JUMEIRAH GOLF ESTATES, DUBAI
Dubai World Championship, VAE
Rallye Dakar
2009 bildet die Dubai World 1 Seit Championship den Abschluss der PGA European Tour. Mit 7,5 Millionen US-Dollar Preisgeld ist sie neben der Tour Championship das höchstdotierte Golfturnier des Jahres, an dem nur die besten sechzig der jeweiligen Saisonwertung teilnehmen dürfen. Im Vorjahr nahm der Schwede Robert Karlsson auf dem von Greg Norman designten und in die Wüste gebetteten 7045 Meter langen „Earth“Kurs den Siegerscheck in der Höhe von 1,25 Millionen US-Dollar entgegen.
Die 33. Ausgabe der härtesten OffroadRallye findet zum vierten Mal in Folge in Südamerika statt. Erstmals führen auch vier Etappen durch Peru. Das Ziel in der peruanischen Hauptstadt Lima wird am 15. Januar erreicht. Gespannt darf man sein, wer bei den Automobilen die Nachfolge der zuletzt dreimal in Folge siegreichen Marke VW antreten wird, die sich ganz aus der Dakar zurückzog. Bei den Motorrädern darf man einen KTMSieg erwarten. In den letzten sechs Jahren wechselten sich ja Cyril Despres (FRA) und Marc Coma (ESP) beim Siegen ab.
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Kelly Slater, elffacher SurfWeltmeister
1.–15. 1 . 2012, MAR DEL PLATA (ARG) BIS LIMA (PER)
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Cyril Despres, dreifacher Dakar-Sieger
Watch Now!
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EXKLUSIVE EVENTS, SHOWS, INTERVIEWS UND DOKUS 24/7 ONLINE AUF WWW.REDBULL.T V
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LIVE-STREAMS Sport, Musik und Kultur: Highlights aus der Welt von Red Bull in Echtzeit.
LIVE!
3 NEW YEAR NO LIMITS 1. JANUAR, AB 05:00 UHR Seite an Seite treten Robbie Maddison (Motorrad) und Levi LaVallee (Motorschlitten) in San Diego, Kalifornien, zu einem 122-Meter-Weitsprung über Wasser an. Der Doppel-Weltrekordversuch – live auf REDBULL.TV. 12.–17. 12., VANCOUVER, KANADA
Red Bull Thre3style World Finals Das Werkzeug: zwei Plattenspieler, ein Mixer und Tonnen von guten Tracks. Die Herausforderung: Die teilnehmenden DJs müssen in einem 15-Minuten-Set drei Genres abklappern. Welche das sind, ist egal, solange der DJ es nur schafft, diese elegant zu verschmelzen. In Vancouver treffen einander nun die nationalen Red Bull Thre3style-Champions aus aller Welt, um sich in puncto Party-Rocken beim großen Finale zu messen. Und zu feiern, dass ihre Welt eine Scheibe ist.
LIVE!
BILDER: ACTION IMAGES, DANIEL GARCIA/AFP/GETTY IMAGES, KELLY CESTARI/ZUMA PRESS/CORBIS, GARTH MILAN/RED BULL CONTENT POOL, SEAMUSMAKIM/THEPHLUIDITY.COM, MARK THOMPSON/GETTY IMAGES
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10. 12., SILOSO BEACH, SINGAPUR
ZoukOut Wer gerade in der nördlichen Hemisphäre sitzt, sollte diese Zeilen besser überspringen – oder sich schnell ein Flugticket besorgen: Das ZoukOut mit sommerlichen Temperaturen und 26.000 Tänzern am Strand von Singapur ist das größte und beste Dance-MusicFestival Südostasiens, an den Plattenspielern tummelt sich die DJ-Oberliga: Gui Boratto, Roger Sanchez, Simon Dunmore & Shovell.
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1. 1. 2012, THE DOMAIN, SYDNEY, AUSTRALIEN
Field Day Silvester war gestern, wer etwas auf sich hält, feiert am Tag danach. Oder – wie besonders Hartgesottene – gleich zwei Tage in Folge. Eine andere Wahl lässt die beste Neujahrstanzparty der Welt den Elektronikfans auch gar nicht: Moby, Justice, Skream & Benga, Crystal Castles oder Tiga sind nur einige der Namen unter den angesagten Dance-Acts, die 26.000 Hipstern unter freiem Sternenhimmel in Sydney (Tanz)beine machen werden.
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IBA BODYBOARDING WORLD TOUR – GRAN CANARIA LIVE AB 7. DEZEMBER Einer der spektakulärsten Stopps der IBA Bodyboarding World Tour und das Finale der Grand Slam Series: El Frontón auf Gran Canaria. Sobald die Wellen zwischen 7. und 17. Dezember den Wettkampfbedingungen entsprechen, geht die Competition los – und REDBULL.TV steigt live ein.
SERIEN UND DOKUS Die aktuellsten Folgen im 24-Stunden-Loop. Danach als Video on Demand.
HERO’S JOURNEY Auf den Spuren von Formel-1-Star Mark Webber (Bild) und weiteren Athleten: In jeder Folge von „Hero’s Journey“ begleiten wir einen Helden hautnah auf seiner Reise zu einem Wettkampf.
THE WINGMAN MEETS … … Red Bull Crashed Ice! In dieser Folge stellt uns „The Wingman“ Ed Leigh Geschichte und Hintergründe dieser noch jungen Weltmeisterschaft vor. Action ist jedenfalls garantiert. YOUNG GUNS RISING Die Reality-Doku-Serie über die besten Motorrad-Rennknirpse der Welt und deren gemeinsamen Traum: den Sieg im Red Bull MotoGP Rookies Cup und damit die Eintrittskarte in die faszinierende Welt des MotoGP.
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MORE BODY & MIND
Save the Date
Dezember 2011 ZUM JAHRESAUSKLANG GIBT ES ORDENTLICH WINTER-ACTION UND FETTE BEATS OHNE ENDE.
9. DEZEMBER, WIEN, STADTSAAL
Jamie Woon
„Mirrorwriting“ heißt die Debütplatte des 28-jährigen Red Bull Music Academy-Absolventen aus London: eine düstere Selbstreflexion in zwölf Akten, ein Meisterwerk zwischen Dubstep, R ’n’ B und holprigen Beats. Genau so und nicht anders muss der Soul der Zukunft klingen! 9./10. DEZEMBER, ST. ANTON AM ARLBERG
Kyle Hall
Obwohl gerade mal 20 Jahre alt, wird der neue Stern am Detroiter House-Himmel bereits von Legenden des Genres wie Carl Craig oder Theo Parrish verehrt. Wenig verwunderlich, sind seine Tracks soulig, verspielt und zwingend tanzbar. 17. DEZEMBER, SUPERPARK PLANAI
Blu Tomato Plan P
Red Bull Hüttenrallye Nach der erfolgreichen Erstaustragung im Vorjahr findet der einzigartige Freeski-6-Cross-Event seine Fortsetzung. Titelverteidiger ist Daron Rahlves, X-GamesGewinner und Super-G-Weltmeister von 2001 in St. Anton am Arlberg. Über zwei Kilometer und 400 Höhenmeter müssen die Profis und Amateure durch die Winterlandschaft Tirols brettern und dabei Hindernisse in Form von Skihüttendächern oder Heustadeln überwinden. In diversen Steilkurven gilt es Stehvermögen und Kompromisslosigkeit im Zweikampf zu beweisen. Den Siegern bei den Damen und Herren winkt jeweils ein nagelneuer Suzuki Swift, den Daron Rahlves im letzten Jahr übrigens dem Zweitplatzierten, Lukas Hübl aus Tirol, überließ.
Die QParks Tour 2011/12 der Freeskier und FreeSnowboarder macht ihren zweiten Saison-Stopp im Horsefeathers Superpark Planai. Die weiteren Tour-Termine gibt es auf: www.qparks.com
www.redbull.at/huettenrallye
9.–11. DEZEMBER, HOCHFILZEN
Swatch Snow Mobile
IBU Biathlon Weltcup Rund 30.000 Zuschauer werden bei den Sprint-, Verfolgungs- und Staffelbewerben einmal mehr für mitreißende Atmosphäre in Tirol sorgen. Die österreichische Herrenstaffel, Zweitplatzierte im Vorjahr, nimmt heuer vor heimischem Publikum den Sieg ganz genau ins Visier. Biathlet Dominik Landertinger visiert den ersten Heimsieg an.
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8.–11. DEZEMBER, SAALBACH/HINTERGLEMM
Die stillste Zeit des Jahres? Nicht ganz: Saalbach/Hinterglemm bittet wieder zum spektakulären Snow Mobile Race. 24 Motorschlitten und die dazugehörigen Piloten – darunter viele Prominente – werden mit bis zu 100 km/h durchs Ortsgebiet rasen und für verschneites Formel-1-Feeling sorgen. Aber nicht nur Rennsportfans kommen in Saalbach/Hinterglemm auf ihre Rechnung: Die dänische PopSenkrechtstarterin Aura Dione heizt am Samstag, 10. 12., mit ihren Hits „I Will Love You Monday“ oder „Song for Sophie“ den Besuchern beim Ö3-
Konzert am Dorfplatz Hinterglemm ordentlich ein. Und danach wird bei der After-Race-Party im Goaßstall das Renngeschehen des Tages analysiert. www.snow-mobile.at
BILDER: MARCEL LÄMMERHIRT/RED BULL CONTENT POOL, DAN VOJTECH/RED BULL CONTENT POOL, DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL
16. DEZEMBER, WIEN, PRATERSAUNA
Der wohl aufregenDste Benzingutschein fĂźr Motorsportfans. Unsere Geschenkpakete finden Sie unter www.projekt-spielberg.at
MUST-HAVES! 3
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1 2012 KOMMT BESTIMMT! Unverzichtbar, unbestechlich, praktisch, schön – und obendrein für einen guten Zweck: Der Wings for Life-Taschenkalender im handlichen DIN-A5-Format mit 126 Seiten und silberner Spiralbindung kommt durch 27 atemberaubende Fotos von Red Bull Illume alle zwei Wochen in einem neuen Umschlag daher. Und das Beste daran ist: Die Verkaufserlöse gehen zu 100 Prozent in die Forschung zur Heilung des verletzten Rückenmarks. Preis: 19,95 Euro
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7 SENSOBOARD Der „never-ending ride“ auf dem SENSOBOARD gleicht dem Gefühl, das man vom Wellenreiten, Snowboarden oder Skifahren kennt. Spitzensportler diverser Sportarten und einige Red Bull-Athleten schwören auf das anspruchsvolle Koordinationstraining, das zur Leistungssteigerung beiträgt und Verletzungen vorbeugt. Das patentierte Funktionsprinzip erlaubt fünf Freiheitsgrade und ist damit weltweit einmalig. Preis: ab 289 Euro
www.sensoboard.com
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CASIO EDIFICE Die limitierte EDIFICE Red Bull Racing-Uhr EQW-A1000RB-1AER verfügt über das einzigartige „Smart Access“-System von Casio, das die Nutzung zahlreicher Funktionen vereinfacht. Zudem ist die Uhr mit der umweltfreundlichen Tough-Solar-Technologie ausgestattet und wandelt Licht in Energie um. Außerdem empfängt sie dank Multiband-6-Funktechnologie die exakte Zeit in Europa, Japan, den USA und China. 2
www.edifice-watches.eu
8 WEIHNACHTEN WIRD WILD! Ob luftiger Hubschrauber-Rundflug, tierischer Schlittenhunde-Workshop oder mörderisches Erlebnisdinner – entdecken Sie über 4000 unvergessliche Erlebnisse und Geschenkideen aus den Bereichen Action, Sport, Wellness, Kulinarik und Kurzreisen! Jollydays bietet aktuell außerdem 16 spezielle Erlebnis-Geschenkboxen für Männer, Frauen, Pärchen oder themenspezifisch für ErlebnisDinner, Feinschmecker oder den Kurzurlaub. Auch bei ausgesuchten Partnern im Handel erhältlich.
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ULTIMATIVE SNOWBOARD-DVD Atemberaubende Bilder, progressive Snowboard-Action und eine packende Geschichte: Mit „The Art of FLIGHT“ beginnt eine neue Ära des Actionsportfilms. Der Film begleitet Snowboard-Legende Travis Rice und die weltbesten Rider auf ihrer zweijährigen Reise an Orte, die niemals zuvor mit einem Board befahren wurden. Ab 2. Dezember ist das Snowboard-Abenteuer „The Art of FLIGHT“ auf DVD und Blu-ray inklusive spektakulären Bonusmaterials überall im Handel erhältlich – und darf heuer unter keinem Weihnachtsbaum fehlen.
DESPERADOS – TEQUILA FLAVOURED BEER Mehr als nur Bier, nämlich Bier mit Tequila Flavour! 5,9 % Alkohol, eine spritzige Zitrusnote und ein Hauch von Exotik – so beschreibt sich dieses einzigartige Biererlebnis. Es ist intensiv im Geschmack und dennoch leicht zu trinken. Eben mehr als Bier. Jede Flasche beinhaltet den Geist von Spannung und Freiheit. Wer Desperados trinkt, lebt für den Spaß, applaudiert dem Ungewöhnlichen und feiert den Geist der Rebellion. Desperados gibt’s im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie.
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4 WHAT’S N.X.T.? Die neuen Kelly’s N.X.T.-Chips bieten einzigartige Flavours in der 80-Gramm-SinglePackung – perfekt zum Probieren von neuen, aufregenden Sorten. Ab sofort erhältlich in den Geschmacksrichtungen Cheeseburger Style, Guarana & Thai Chili Style und Salt & Vinegar Style. Außerdem könnt ihr im Rahmen der Kelly’s N.X.T. Flavour Challenge mitbestimmen, welche Sorte als nächste am Start sein soll! That’s N.X.T.!
DER SÜSSWAREN-KLASSIKER AUS 100 % VOLLKORN Die Original Manner Neapolitaner Schnitte ist das größte Einzel-Süßwarenprodukt Österreichs und somit der österreichische Süßwarenklassiker schlechthin. Manner bringt dazu im Herbst 2011 die Alternative aus Vollkorn auf den Markt: Mit 100 % Vollkorn und 30 % weniger Zucker als der Klassiker liegt die etwas dunklere Schnitte durch perfekte Ausgewogenheit und Geschmack im Trend der Zeit.
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5 KEINE AUSRUTSCHER IM WINTER Wer im Winter im Freien unterwegs ist, gerät schnell einmal aufs Glatteis. Auf Gehwegen in der Stadt genauso wie auf Wanderpfaden in der Natur. Um sich da keinen Ausrutscher zu leisten, braucht es passendes Schuhwerk wie den „Wabash2 AQX Winter“ von McKinley. Seine „Icelock“-Sohle mit Fiberglas-Verstärkungen saugt sich auf glattem Untergrund fest und löst den Halt im richtigen Moment wieder.
11 WEIHNACHTEN IN HD Das perfekte Geschenk für jeden Action-Junkie. Die GoPro HD HERO 1080p liefert atemberaubende Actionvideos in True HD. Ob beim Snowboarden, Surfen, Biken, Fallschirmspringen oder Skateboarden – das wasserdichte Gehäuse, über zwei Stunden Akkulaufzeit und unzählige Befestigungen machen sie zur vielseitigsten Sportvideo-Kamera der Welt. Kinoreife Videos für jedermann. GoPro – Be a HERO
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6 READY FOR TIMEOFF? Trüber Alltag, alles grau in grau … Langweilig, oder? timeoff bringt die Zeit in Farbe! Egal ob beim Sport, in der Freizeit oder zum Business-Look – timeoff passt! timeoff gibt es 36 Mal – das heißt: 12 interessante Farben in drei Größen. Get yours on!
DER WOHL AUFREGENDSTE BENZINGUTSCHEIN FÜR MOTORSPORTFANS Den Geruch nach verbrannten Reifen, den Adrenalinschub der Höchstgeschwindigkeit und das Gefühl, auf einer legendären Strecke des Motorsports unterwegs zu sein: all das kann man jetzt verschenken – mit den Geschenkpaketen rund um das Projekt Spielberg.
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VOLLES PROGRAMM
Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm, jetzt auch täglich von 16 bis 17 Uhr.
FREITAG, 16. DEZEMBER, 20.15 UHR
MITTWOCH, 14. DEZEMBER, 21.15 UHR
Red Bulls Salute 2011
Blizzard: Race to the Pole
Zum Auftakt des Red Bull Salute 2011 tri≠t der tschechische Traditionsverein ˇ SOB Pojišt’ovna Pardubice auf Red Bull Salzburg. Pardubice hat gerade erst C die South Division der European Trophy für sich entschieden und geht somit mit enormem Selbstvertrauen ins Spiel. Kann der österreichische Meister dagegenhalten und am Ende den Aufstieg ins Halbfinale schaffen? Auf ServusTV sehen Sie dieses und alle weiteren Spiele der Serie live und in HD.
1911/12 fand der berühmte Wettlauf in die Antarktis statt. Wochenlang lieferten sich der Norweger Roald Amundsen und der Engländer Robert Falcon Scott ein unglaubliches Duell: Jeder der beiden wollte als Erster den Südpol erreichen. Die sechsteilige Dokumentation begleitet ein britisches und ein norwegisches Team, die das legendäre Rennen von Scott und Amundsen nachstellen und dabei 2500 Kilometer durchs Eis zurücklegen.
SONNTAG, 4. DEZEMBER, 23.25 UHR
SAMSTAG, 3. DEZEMBER, 16.55 UHR
SONNTAG, 25. DEZEMBER, 22.30 UHR
Snowboard Chronicles
Red Bull Tops
The Edge of Never
Egal ob bei den Burton Open in Neuseeland oder beim Air & Style in Beijing – mit den „Snowboard Chronicles“ verpassen Fans der Szene keinen TopEvent und sind stets hautnah dran an den Stars.
Die Welt des Sports, des Entertainments und der Kultur im Kampf um Platz 1. In „Red Bull Tops“ zeigen wir die zehn stärksten Videos zu einem Thema – am Ende kann allerdings nur eines gewinnen.
1996 verunglückte die Extrem-Ski-Legende Trevor Petersen in einer Lawine in Chamonix tödlich. Neun Jahre danach macht sich sein 15-jähriger Sohn Kye daran, die Route des Vaters zu beenden.
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Bilder: GePa PiCtures/red Bull Content Pool, keo Films, sCott serFas/red Bull Content Pool, william a. keriG
DIE HI G H LI G HTS D E S M O NATS
more body & mind
DEZEMBER Samstag, 3. Dezember 16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 14 16.30 Free Free Mountainbiking
16.30 Momentum – What drives you Ryan Sheckler
23.15 360FIVE FIM Ice Racing WC Final Series 2011 Grand Prix 5 und 6, Assen (NED)
23.00 Live from Abbey Road Michael Bublé, The Temper Trap und little Boots
Samstag, 10. Dezember
16.55 Red Bull Tops Episode 4
16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 15
17.25 Play! Die Gaming Show
16.30 Free The Compilation
Sonntag, 4. Dezember 16.00 400 Years of the Telescope 23.25 Snowboard Chronicles Burton New Zealand Open 23.40 Climbing Chronicles Kranj, Slowenien 23.55 ADVENTURE CIRCUS Retallack Montag, 5. Dezember 16.00 4 Surfing Episode 4 16:30 Blauvelt’s Backcountry Double Vision Bilder: Christian Pondella/red Bull Content Pool, samo VidiC/red Bull Content Pool, desmond muCkian/Guardian news & media ltd daVid Fleetham/Visuals unlimited/CorBis, riCh Van eVery/red Bull Content Pool, kinowelt GmBh
23.15 360FIVE Freeride World Tour 2011 Chamonix
22.45 Momentum – What drives you Zak Noyle Dienstag, 6. Dezember
16.55 Red Bull Tops Episode 6 17.25 Play! Die Gaming Show Sonntag, 11. Dezember 16.00 Surviving Alaska Dokumentation, 2010
16.00 Fiberglass & Megapixels Dokumen tation über Fotografie im Surfsport 21.15 Surviving Alaska Dokumentation, 2010 Donnerstag, 8. Dezember 16.00 HIGHlIGHTS World Champions auf den Lofoten 16.30 Momentum – What drives you Zak Noyle Freitag, 9. Dezember 16.15 HIGHlIGHTS Red Bull Beats and Rhymes 16.30 Red Bull Tops Episode 5
16.00 Snowboard Chronicles Stylewars 16.15 HIGHlIGHTS Philip Köster – Windsurf-Weltmeister 20.15 Red Bulls Salute 2011 LIVE Viertelfinale: ˇSOB Pojišt’ovna Pardubi C ce vs. EC Red Bull Salz burg
23.40 ADVENTURE CIRCUS Forever Montag, 12. Dezember 16.00 4 Surfing Episode 5 16.30 Blauvelt’s Backcountry Park life 22.45 Momentum – What drives you Ryan Sheckler
23.30 360FIVE Freeride World Tour 2011 Sotschi 00.00 360FIVE FIM Ice Racing WC Final Series 2011 Grand Prix 7 und 8, Inzell (GER) Samstag, 17. Dezember 16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 16
16.30 The Atherton Project Coming to America
Mittwoch, 7. Dezember
Freitag, 16. Dezember
23.25 Snowboard Chronicles Stylewars
16.00 Älive Old Dogs and Young Guns
22.30 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM Bananaz Musikdokumen tation über die animierte Rockgruppe Gorillaz, GBR 2008
23.30 ADVENTURE CIRCUS Moto The Movie 2
16.30 Free The Surf Issue 23.15 Special Erzberg Rodeo 2011 Dienstag, 13. Dezember 16.00 Focused White Gold 16.30 The Atherton Projekt A New Dawn 22.30 Global Culture Mag 23.00 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM Sigur Rós: Heima Musik dokumentation über den islandischen Musiker Sigur Rós, ISl 2007
17.10 Red Bulls Salute 2011 LIVE 1. Halbfinale 19.45 Snowboard Chronicles Burton New Zealand Open 20.15 Red Bulls Salute 2011 LIVE 2. Halbfinale 00.45 Play! Die Gaming Show Sonntag, 18. Dezember 16.00 Blizzard: Race to the Pole Episode 1
Mittwoch, 14. Dezember 16.00 Luxury Liner The first ascent of Supercrack
20.15 Red Bulls Salute 2011 LIVE Finale
21.15 Blizzard: Race to the Pole Episode 1
23.15 Snowboard Chronicles Absinthe Special
16.00 HIGHlIGHTS Red Bull Six Story
16.00 4 Surfing Episode 6 16.30 Blauvelt’s Backcountry Due South 22.45 Momentum – What drives you Parks Bonifay 23.15 HIGHlIGHTS World Heli Challenge 2011, Freestyle 23.40 HIGHlIGHTS World Heli Challenge 2011, Freeride Dienstag, 20. Dezember 16.00 Focused Quest for the Classics of the Alps, Teil 1 16.30 Epic Conditions Steamboat-Skiing 22.30 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM Bill Cunningham New York Dokumentation über den berühmten „New York Times“Modefotografen Bill Cunningham (u. a. mit „Vogue“Chefredakteurin Anna Wintour), USA 2010 Mittwoch, 21. Dezember 16.00 ADVENTURE CIRCUS At Equilibrium SnowboardDokumenta tion, 2010 16.30 ADVENTURE CIRCUS Traumleben 21.15 Blizzard: Race to the Pole Episode 2 Donnerstag, 22. Dezember 16.00 HIGHlIGHTS Beat Battle Südafrika 16.30 Momentum – What drives you Parks Bonifay
23.30 Climbing Chronicles Stylewars 23.45 ADVENTURE CIRCUS In Deep
Red Bull Crashed Ice 2011, München Samstag, 24. Dezember 23.45 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM Silent World 01.15 Play! 01.30 Red Bull Tops Episode 7 Sonntag, 25. Dezember
of the Alps, Teil 2 16.30 Epic Conditions Big Mountain Skiing in the Sierra Nevada 22.45 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM The Doors – When You’re Strange Musik dokumentation über die KultRockband, von ihrer Gründung bis hin zum Tod des Sängers Jim Morrison, USA 2009
16.00 Blizzard: Race to the Pole Episode 2 16.55 Cliptomaniacs „Live“ WeihnachtsSpecial 17.25 Red Bull Tops Episode 7
Mittwoch, 28. Dezember
17.50 Play!
16.00 Immer höher, immer weiter
18.05 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM Sharkwater Dokumenta tion, USA 2007
16.30 ADVENTURE CIRCUS Grilomentary 21.15 Blizzard: Race to the Pole Episode 3 Donnerstag, 29. Dezember
22.30 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM The Edge of Never ExtremsportDokumenta tion, USA 2009 00.20 Snowboard Chronicles Air & Style Beijing 00.35 ADVENTURE CIRCUS Who is J.O.B.? Montag, 26. Dezember
16.00 HIGHlIGHTS Red Bull Art of Motion, Santorin 16.30 Momentum – What drives you Thierry Henry 23.05 Live from Abbey Road A Tribute to the Bea tles’ „Abbey Road“ Album Freitag, 30. Dezember 16.00 Snowboard Chronicles Air & Style Beijing
20.00 Snowboard Chronicles Air & Style Beijing
16.15 HIGHlIGHTS Breakin’ Salsa
22.45 Momentum – What drives you Thierry Henry
16.30 Red Bull Tops Episode 8
23.15 ADVENTURE CIRCUS The way I see it
23.25 360FIVE Red Bull Crashed Ice 2011, Québec Samstag, 31. Dezember
23.00 LIVE from Abbey Road The Killers, Florence + The Machine und Chairlift
17.10 Red Bulls Salute 2011 LIVE Spiel um Platz 3 19.45 Snowboard Chronicles Stylewars
Donnerstag, 15. Dezember
Montag, 19. Dezember
Dienstag, 27. Dezember 16.00 Focused Quest for the Classics
16.00 FIlMFESTIVAl IN YOUR lIVING ROOM Überflieger – die Kunst des Skispringens Sport dokumentation, AUT 2009 17.25 Play!
Freitag, 23. Dezember 16.00 Climbing Chronicles
So sind Sie im Bild
16.15 HIGHlIGHTS Motoboys São Paulo
Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter:
16.30 Red Bull Tops Episode 6 23.15 360FIVE
0800 100 30 70 97
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s gibt Sätze, die man als Kolumnist, der originell sein will, gar nicht hinzuschreiben wagt, weil sie so selbstverständlich sind. Und die man dann doch zähneknirschend hinschreibt, weil man keinen andern Einstieg in sein aktuelles Thema findet. Einer dieser Sätze lautet: „Wir Menschen versuchen ständig, alles richtig zu machen.“ Und zwar von Anfang an. Als Kinder lächeln wir unsere Eltern richtig freundlich an, um ihnen eine Extraportion Liebe abzuluchsen (bzw. Schokolade). In der Schule schreiben wir richtige Lösungen unter unsere Rechenaufgaben, um eine richtig gute Note zu bekommen. Als Erwachsene machen wir, was Chefs und Lebensgefährten für richtig halten, damit wir unseren Frieden haben. Und als Kolumnisten suchen wir ständig nach dem originellsten, also dem richtigsten Kolumneneinstieg. Weniger gut erscheint es uns, das Falsche zu tun. Die Eltern grimmig anzustarren. Unter die Rechenaufgabe „2“ zu schreiben, wenn „7,321“ hingehört. Den Chefs und Lebensgefährten zu sagen, dass sie falschliegen, und das regelmäßig. Oder oben in die Kolumne „Es gibt Sätze, die man …“ hinzuschreiben. Für überhaupt gar nie niemals nicht empfehlenswert halten wir es, vorsätzlich das Falsche zu tun. Eltern genussvoll in die Unterschenkel zu beißen. Zu wissen, dass „7,321“ richtig ist, und „Mir doch wurst!“ hinzuschreiben. Regelmäßig das Gegenteil dessen zu tun, was Chefs und Lebensgefährten für richtig halten. Und als Kolumnist am Anfang hinzuschreiben, dass man keine Idee hat und diese Ideenlosigkeit richtig toll findet. Genau davon soll aber jetzt die Rede sein. Vom vorsätzlichen Falschmachen. Es gibt nämlich Situationen, in denen wir sehr gut damit beraten sind. Für mich entdeckt habe ich dieses Geheimnis, als ich
Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist
Mach’s falsch, aber richtig! Warum es hilfreich sein kann, das Gegenteil dessen zu tun, was man erreichen will. nach Rezepten gegen mein hartnäckiges Einschlafproblem suchte. Ich hatte bereits vieles probiert (warme Milch+Honig, wollene Vierbeiner zählen, an Schönes denken). Nichts hatte geholfen. Pillen wollte ich nicht nehmen. Was nun? Da stieß ich auf folgenden Ratschlag: „Können Sie nicht einschlafen, versuchen Sie um jeden Preis wach zu bleiben!“ Weil ich genug hatte von warmer Milch+Honig und ohnehin schon alles egal war, legte
ich mich am nächsten Abend ins Bett und tat absichtlich das Falsche. Lag also da mit offenen Augen und sagte mir vor: „Wehe, du schläfst ein!“ Das Ergebnis: 7,321 Minuten später war ich weg. Eingeschlafen. Ansatzlos, tief, fest, wunderbar. Und am nächsten Abend wieder nach dieser Methode. Weil man solche Erfahrungen nicht vergisst, begann ich, nach weiteren Ratschlägen zu suchen, die erst mal in die völlig verkehrte Richtung weisen. Und entdeckte, dass nicht nur aufgedrehte Kolumnisten nach dieser Strategie vorgehen, sondern auch deutlich seriösere Leute. Zum Beispiel die Ärzte und Psychologen an der Kinderklinik im deutschen Datteln (Ruhrgebiet). Die bringen ihren kleinen Patienten, die an chronischen Schmerzen leiden, zunächst das Falscheste bei, was man sich denken kann: wie sie ihre Schmerzen steigern! Der Trick dabei: Haben die Kinder erst erfahren, dass sie Einfluss auf ihre quälenden Schmerzen haben, dann können sie diese Qual auch – kleiner machen! Oder ganz zum Verschwinden bringen. Unglaublich, oder? Wer hätte das gedacht. Weil ich bei meiner Suche nach dem Nutzen des Falschmachens so viele spannende Beispiele gefunden habe, machte ich schließlich ein Buch daraus. Oh, was für ein Zufall! Es ist eben erschienen und heißt praktischerweise „Mach’s falsch, und du machst es richtig. Die Kunst der paradoxen Lebensführung“. Obwohl: Gehört es nicht zum Falschesten, was ein Kolumnist machen kann? Erst einen launigen Text schreiben und dann aufs eigene Buch verweisen? Auch wieder wahr. Na gut, dann streiche ich den Schluss eben. Schade. Christian Ankowitsch, 52, ist ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Alexander Macheck (Stv.) Geschäftsführung Mag. Alexander Koppel, Rudolf Theierl Creative Director Erik Turek Art Director Markus Kietreiber Fotodirektion Fritz Schuster Creative Photo Director Susie Forman Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitender Redakteur Werner Jessner Redaktion Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arkadiusz Pia˛tek, Andreas Rottenschlager Mitarbeiter Stefan Wagner Grafik Patrick Anthofer, Martina de Carvalho-Hutter, Miles English, Judit Fortelný, Esther Straganz Fotoredaktion Valerie Rosenburg, Catherine Shaw, Rudolf Übelhör Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Corporate Publishing Boro Petric (Ltg.); Christoph Rietner, Nadja Žele (CR); Dominik Uhl (AD); Markus Kucˇera (FD); Lisa Blazek (Red.) Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailovic, Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher, Thomas Posvanc Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter Omar Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Mag. Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Barbara Kaiser (Ltg.), Stefan Ebner, Lukas Scharmbacher, Johanna Troger; Birgit Lohmann (Design); Klaus Pleninger (Vertrieb); Peter Schiffer (Abo); Nicole Glaser (Abo- und Vertriebsmarketing) Anzeigenverkauf Frauke Landi (Ltg.), Thomas Hutterer, Marcus Zinn; anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Susanne Thurner O∞ce Management Anna Jankovic (Ltg.), Manuela Geßlbauer IT Michael Thaler Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869 m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin erscheint monatlich als Eigenbeilage von und Ein Produkt des in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Niederösterreichische Nachrichten. In Deutschland liegt das Red Bulletin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei. In Großbritannien: The Sunday Telegraph. In Nordirland: Belfast Telegraph. In Irland: The Irish Times. In Polen: Gazeta Wyborcza. In Frankreich: L’Équipe. In Südafrika: Cape Argus, Cape Times, Daily News, Pretoria News, The Star. In Neuseeland: The New Zealand Herald. In Kuwait: Kuwait Times. In Mexiko: Milenio Diario. Gesamtauflage 4,6 Millionen Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com
DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 3. JÄNNER 2012.
ILLUSTRATION: ALBERT EXERGIAN
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Demner, Merlicek & Bergmann *
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