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Ein fast unabh채ngiges Monatsmagazin / Dezember 2010
Tief im S체den
Erleben Sie
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Eiskalt: Abtauchen in der Antarktis
Danny MacAskill
Per YouTube-Video zum Trialbike-Hero
Fela Kuti
Eine afrikanische Reise zur Magie des Afrobeat
CHAMPIONS! Die magischen Momente von Sebastian Vettel und Red Bull Racing auf dem Weg zur Nummer 1
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Bullhorn
Willkommen! www.redbulletin.com
Das Team hatte gerade einmal sechs Rennen in seiner kurzen Geschichte gewonnen. In die Saison 2010 startete es nichtsdestotrotz mit dem ebenso klaren wie frechen Anspruch, sie als Formel-1-Weltmeister zu beenden. Nun ist Red Bull Racing tatsächlich das beste Team in der Königsklasse des Motorsports, und Sebastian Vettel sicherte sich im Saisonfinale in Abu Dhabi als Fahrerweltmeister die Startnummer 1 für die Saison 2011. Die Titelgeschichte dieser Ausgabe des Red Bulletin widmet sich einer bemerkenswerten Saison in ausgewählten Augenblicken. Die Auswählenden sind Adrian Newey, Mark Webber, Helmut Marko, Fabrice Lom, Christian Horner und Sebastian Vettel. Sie alle erinnern an jenen Moment in den zurückliegenden Monaten, der für sie persönlich als „magic moment“ die gesamte Außergewöhnlichkeit einer atemberaubenden Saison in sich vereint. Wenn in den Gesichtern der Helden da und dort ein etwas verknitterter Glanz strahlt, verstehen Sie diesen bitte als Ausdruck der besonderen Authen tizität unserer Geschichte: Die Bilder entstanden im Salzburger Hangar-7 am Tag nach dem Triumph in Abu Dhabi. „I Love You, Boys!“, ab Seite 40.
Cover-Illustration: Lee Laughton, Coverbilder: Getty Images; bilder: Thomas Butler, Sutton Images
Wir bleiben beim Motorsport: Am 1. Januar startet die 33. Rallye Dakar, bekanntermaßen nicht so sehr in Afrika, wie ihr Name das vermuten ließe. Trainiert wird aber dennoch dort, denn wer die Sahara übersteht, darf sich ruhigen Gewissens in die Atacama wagen oder in andere unwirtliche Ecken Argentiniens und Chiles. Das Red Bulletin begleitete die Vorbereitungen des Teams VW auf das ungebrochen größte Abenteuer, das der Motorsport zu bieten hat. Die Titelverteidiger rund um Carlos Sainz und Giniel de Villiers, die Sieger von 2010 bzw. 2009, starten ihr „Trockentraining“ ab Seite 64.
Ein fast unabhängigEs MonatsMagazin / März 2010
Reggie Bush
Superbowl backstage
Erykah Badu
Die Soul-Diva im Red Bull Sound Clash
Eigo Sato
FMX made in Japan
Die Geburt eines Champions
der neue rB6 ist da. PaPa adrian ist haPPy. Onkel Bernie gratuliert. red Bull racing will mit ihm die F1-wm 2010 gewinnen.
Sieg mit Ansage. Üblicherweise stapeln Sportler vor Wettkämpfen recht tief. Ein bisschen anders war’s 2010 bei Red Bull Racing. Unsere Titelstory im März schickte den neuen RB6 mit reichlich Vorschusslorbeer in die anstehende Formel-1-Saison.
Wir bleiben in Afrika: Nigerias Metropole Lagos mag, zugegeben, nicht das herkömmlichste aller Reiseziele sein. Aber es ist eine der spannendsten Kulturmetropolen des Kontinents, und es ist vor allem die Heimat von Fela Anikulapo Kuti, dem legendären Begründer des Afrobeat. Das an den 1997 verstorbenen Musiker erinnernde Felabration-Festival war für James Pants ein unwider stehlicher Anlass für eine Reise nach Nigeria. Pants, US-Amerikaner, selbst Musiker und Enfant terrible des Funk, führt uns auf die Spuren der Magie des Afrobeat, Unterstützung findet er bei diesem Unterfangen in Drum-Ikone Tony Allen und DJ-Legende Theo Parrish. „It’s a Felabration“, ab Seite 58. Viel Spaß dabei! Die Redaktion
Magic Moments einer unvergesslichen Saison: Adrian Newey, Sebastian Vettel, Mark Webber, Christian Horner (v. li.).
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i n h a lt
Die Welt von Red Bull im dezember Allerhand Weltmeisterliches, Nigerianisches, Schwebendes, Vibrierendes und Durchfrorenes zur Beschleunigung der stillsten Zeit des Jahres.
Bullevard
14 bunt gemischt Vom Snowmobile-Jump in San Diego zum Jahreswechsel bis zur Red Bull Hüttenrallye in Tirol. 18 Bruna Kajiya Die Kitesurf-Weltmeisterin und ihr Leben zwischen hartem Training und Eiscreme.
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20 Pionier Pepi Stiegler Wie der Olympiasieger aus Osttirol das Skiresort Jackson Hole in Wyoming „erfand“. 24 Pop-Prinzessin Aura Dione war musikalisch frühreif: Die dänische Musikerin schrieb ihren ersten Song mit acht Jahren. 26 Formelsammlung Good Vibrations oder: Wie wirkt Musik auf unseren Körper? 28 Die zahlen des Monats … … liefern diesmal The Beatles.
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Action
30 Unterm Eis Tauchen in der Antarktis ist eine Grenz erfahrung zwischen Schönheit und Gefahr. 40 we are champions Die „magic moments“ des Teams Red Bull Racing, F1-Weltmeister 2010, inklusive derer von Sebastian Vettel. 52 Ein Schotte auf zwei Rädern Trialbike-Profi Danny MacAskill kehrt heim auf „seine“ Insel Skye.
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58 African Beats Beim Felabration-Festival in Lagos wird dem Afrobeat-Erfinder und politischen Aktivisten Fela Kuti gehuldigt. 64 Rallye Dakar Um im Januar in Südamerika erneut zu siegen, probt Volkswagen in Marokko. 70 Die Verlängerung des schwebens Walter Steiner und Toni Innauer stießen beim Skifliegen einst in neue Dimen sionen vor. Woran sie sich heute beim Fliegenfischen erinnern. 4
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i n h a lt
More Body & Mind
78 Freestyle Playgrounds Die tollsten Snowboard-Funparks weltweit. 80 Read Bull-Wettbewerb Und die Gewinnerin ist: Eva Malischnik mit der Geschichte „Family Business“.
bilder: Bildagentur Kräling, Getty Images/Red Bull Photofiles, Helge Kirchberger/Red Bull Hangar-7, jürgen skarwan, Karl Drevlak, Liam Lynch, Michael Clark/Red Bull Photofiles
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81 Küchentipps … … des Italo-Argentiniers Mauro Colagreco, Restaurant Mirazur, Menton, Côte d’Azur. 82 my gear: tauchen Karl Drevlak zeigt uns, welche Ausrüstung für den antarktischen Unterwasser einsatz am besten geeignet ist. 84 Hot spots Was rund um die Welt los ist. 86 night spots Das Beste zwischen Sonnenunterund -aufgang. 88 Die Macht der Nacht Dubstep zwischen Geysiren, schnelle DJ‑Finger in Paris, Pool-Action in Down Under, schwedischer Rock ’n’ Roll. 94 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV. 98 Kolumne Lebenshilfe von Christian Ankowitsch.
Standards 06 Kainraths Kalenderblatt 08 fotos des monats 98 Kolumne, impressum
the red Bulletin Print 2.0 Movies, Sounds, Animationen in Ihrem Red Bulletin. Überall, wo Sie dieses Zeichen sehen. 1
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de.redbulletin.com/ print2.0 Im Browserfenster sehen Sie das MagazinCover. Klicken Sie auf „Starten Sie Bull’s Eye!“.
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K a i n r at h s K a l e n d e r b l at t
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bild: Jรถrg Mitter/Global Newsroom/Red Bull Photofiles
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de.redbulletin.com/print2.0 Nick Franklin hebt ab!
FOTO des Monats
Ç a n a k k a l e ( T ü r k e i)
sattelfest Was Sie hier sehen, ist klassisches Altertum, kombiniert mit moderner Freestyle-Technik. Genauer gesagt: Motocrosser Nick Franklin (NZL), der über eine Nachbildung des trojanischen Pferdes springt. Entstanden ist das hübsche Motiv beim Red Bull X-Fighters Jam im türkischen Çanakkale an den Dardanellen (unweit des antiken Troja). Franklin und seine Kollegen zeigten den 40.000 Zusehern, was man im Flug über das hölzerne Ungetüm alles anstellen kann (einen „Cliffhanger“ zum Beispiel). Die alten Griechen kämpften zehn Jahre lang vor den Toren Trojas, ehe ein gewisser Odysseus die Idee mit dem Holzpferd hatte. Es braucht wenig Phantasie, sich vorzustellen, wie Mister Franklin wohl die Stadtmauern überwunden hätte. www.redbullxfighters.com
FOTO des Monats
W i e n (Ö st e r r e i c h)
Springer auf c4 Warum tanzt dieser junge Mann auf einem riesigen Schachbrett? Weil die Erfinder von „Red Bull Checkmate“ sicher sind, dass sich elegante Breakdance-Moves und strategisches Brettspiel gut verbinden lassen. Wie spektakulär so ein Ansatz in der Praxis aussehen kann, zeigten acht internationale Crews bei einem außergewöhn lichen Battle in Wien. Die Regeln? Pro Runde tanzt B-Boy g egen B-Boy, den Verlierer schickt die Jury vom Brett. „König“ und „Dame“ jedes Teams können ausgesuchte Gegner fordern oder ausgeschiedene Kollegen zurückholen. Wer alle menschlichen Figuren verloren hat, ist schachmatt. Erkenntnis des Abends: Seltsame Kombina tionen funktionieren manchmal blendend. Und: Die besten Multi talente (Sieger: die Jungs der „Top9“-Crew) kommen aus Russland. Mehr Bilder vom Battle: de.redbulletin.com/checkmate
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bild: Philipp Schuster/Red Bull Photofiles
de.redbulletin.com/print2.0 Schachmatt auf dem Dancefloor.
FOTO des Monats
V e r ac ruz (M e x i ko)
Fallstudie Der Big-Banana-Wasserfall in den Bergen der Sierra Madre Oriental heißt so, weil sich in seiner Umgebung große Bananenplantagen befinden. Viel interessanter als diese botanische Besonderheit war für Kajak-Profi Rafael Ortiz freilich die Tatsache, dass es bisher niemand gewagt hatte, den Monster-Wasserfall zu bezwingen. Bisher. Denn der 23-jährige Mexikaner stürzte sich die 42 Meter von der Fallkante (dort, wo das Gewässer vom Fließen ins Fallen wechselt) bis zur Prallzone (dort, wo es weh tut) relativ unbeschadet hinunter. Relativ heißt in solchen (Wasser-)Fällen: ein blaues Auge und eine böse blutende Lippe.
bild: LUCAS GILMAN
Mehr spektakuläre Fälle von Rafael Ortiz: de.redbulletin.com/ortiz
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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen
Aufbruchstimmung In Dubai wurden bei einem bahnbrechenden Street-Dance- Bewerb die besten B-Boys des Nahen Ostens ermittelt.
2011 im Bild Der ansprechendste Kalender für das kommende Jahr ist ohne Zweifel der zugleich sinnvollste: Die Stiftung Wings for Life hat 13 der spektakulärsten Final-Bilder des weltweiten Fotocontests Red Bull Illume ausgewählt und in ihrer gesamten Pracht – in der Größe 59,4 × 33,5 cm – zu einem atemberaubenden Begleiter durch das Jahr 2011 zusammengestellt. Der gesamte Verkaufserlös kommt der von Wings for Life vorangetriebenen Forschung zur Heilung von Rückenmarksverletzungen zugute. Zu bestellen ist der einmalige Kalender um wohlfeile € 29,90 auf www.wingsforlife.com oder im Red Bull Shop. Dringende Empfehlung! Wings for Life-Kalender: bestellbar auf www.redbullshop.com
Ein atemberaubend gutes Beispiel für die tolle weltweite Entwicklung der B-Boy-Szene war der Red Bull BreaKingContest in Dubai Ende Oktober. Dort stahl ausgerechnet ein saudischer Breakdancer der gesamten Konkurrenz aus dem Nahen Osten die Show. B-Boy Lazy, mit bürgerlichem Namen Abdul Rahman alHammoud, setzte sich an die Spitze des 16-köpfigen Starterfeldes aus dem Libanon, Jordanien, Oman, Katar, Bahrain und Kuwait – obwohl im saudischen Königreich viele Formen von Musik und Tanz verboten sind. „Es gibt für junge Leute wenige Aktivitäten, an denen man sich beteiligen kann, daher war das Breakdancing eine tolle Möglichkeit, fit zu bleiben und etwas zu tun“, sagte Lazy, der als Belohnung einen Startplatz beim weltweit bedeutendsten B-Boy-Contest erhält, dem Red Bull BC One in Tokio. www.redbullbcone.com
Lazy (Bild Mitte) ist der neue BreaKing.
Bilder des Monats
Moment mal!
Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost. Gewinner aus Heft 11/2010: Garth Milan
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Islamabad Für Kenny „The Magician“ Belaey war die Trialbike-Tour durch Pakistan eine der schönsten seines Lebens. Yasir Nisar
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Hero-Blogs Die besten Sprüche aus dem Netz Andy Irons, dreifacher Weltmeister, verstarb mit nur 32 Jahren.
bilder: Alfredo Escobar/Red Bull Photofiles, Ari Michelson/Red Bull Photofiles, Crispin Cannon/Red Bull Photofiles, Garth Milan/Red Bull Photofiles, Kirstin Scholtz/Getty Images, Manuel Ferrigato, Naim Chidiac/Red Bull Photofiles, Predrag Vučković/Red Bull Photofiles
Unvergessen Am 2. November verlor die Surfwelt einen ihrer ganz Großen: Andy Irons, dreifacher ASP World Tour-Champion (2002, 2003, 2004), verstarb völlig unerwartet im Alter von erst 32 Jahren. Andy befand sich, nachdem er seine Teilnahme am vorletzten Stopp der ASP World Tour in Puerto Rico krankheitsbedingt abgesagt hatte, auf dem Weg in seine Heimat Hawaii. Am Tag nach seinem Tod versammelten sich die Surfer in Puerto Rico und paddelten gemeinsam aufs Meer hinaus, um Andy dort die letzte Ehre zu erweisen. Unter ihnen auch der ASP World Tour-Sieger von 2009, Mick Fanning. „Ich bin dankbar dafür, dass wir zusammengekommen sind. Am Ende sind wir eine große Familie, in der man sich umeinander kümmert. Durch Andys Tod habe ich nicht einen Freund verloren, ich habe einen Bruder verloren.“ Auch Surf-Legende Kelly Slater, der für Andy stets Konkurrent und Freund zugleich war, war bei der Zeremonie dabei. „Auch wenn er und ich in der Vergangenheit das eine oder andere Mal aneinandergeraten sind, habe ich trotzdem viele gute Erinnerungen an ihn, und wir sind gute Freunde geworden.“ Nur wenige Tage nach Irons’ Tod wurde Slater zum zehnten Mal ASP World Tour-Champion und widmete den Sieg seinem verstorbenen Freund. „Ich würde den Titel sofort eintauschen, wenn wir Andy dadurch zurückbekommen könnten.“ www.aspworldtour.com/andyirons
Kiew Wenn man ein Ei aus 15 Meter Höhe zu Boden befördert, muss es ja keineswegs kaputt gehen. Sergey Illin, Red Bull Gravity Challenge
Grete Eliasson (Ski Freestyle) „In meiner Wohnung sieht es immer noch so aus, als hätte ein Tornado gewütet. Aber so was Ähnliches bin ich nun mal auch.“
Neujahrs(vor)satz Levi LaVallee verbringt Neujahr 2011 in der Luft, zusammen mit seinem liebsten Sport gerät. Der 28-jährige US-Amerikaner folgt im vierten Jahr der „Red Bull: New Year. No Limits“-Events den Weltrekord-Stunts von Robbie Maddison (Bike), Rhys Millen (Truck) und Travis Pastrana (Rallye-Auto). Levis Ziel ist die Überquerung der rund 90 Meter breiten San Diego Bay und das Brechen des bestehenden Weitsprung-WeltrePrint 2.0 kords für Snowde.redbulletin.com/print2.0 mobile von 301 Flieg mit Levi ins neue Jahr. Fuß (91,7 m). www.redbullnewyearnolimits.com
Ein Hesse auf der Leine Shaun White (Snowboarding) „Ich habe mich backstage bei David Letterman mit Michael J. Fox unterhalten. Cooler Typ. Es hat ihm gefallen, dass ich mich früher an Halloween als Teen Wolf verkleidet habe.“
Der beste Slackliner der Welt? Das ist ganz o∞ziell der 15-jährige Maurice „Momo“ Wiese aus Frankfurt am Main. Er beherrschte beim IMS Boulder Festival in Brixen die besten Tricks, unter anderem einen Backflip. Acht Athleten aus der ganzen Welt hatten sich für die erste Slackline-WM der Geschichte in Südtirol qualifiziert. Im Finale gegen den Amerikaner Andy Lewis befand eine dreiköpfige Jury den Auftritt des jungen Hessen auf der Leine als weltmeisterlich. www.slackline.com
Sally Fitzgibbons (Surfing) „Anscheinend gehen meine Boards nur verloren, damit sie in aller Früh mit der Limousine nach Hause gefahren werden. Und wer fährt mich mit der Limo?“
Rio de Janeiro Diese jungen Brasilianerinnen stehen ihren männlichen Kollegen in Sachen Ballbehandlung um nichts nach. Fabio Piva, Red Bull Roda de Bola
Slackline-Weltmeister „Momo“ in Action.
Payerne Die nächste Generation von FreestyleMotocrossern steht bereit. Mat Rebaud gab Schweizer Talenten die nötigen Tipps. Christophe Margot 15
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Provokativ
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Blaues Element Erst einen Tag vor der großen Party wurde das Geheimnis um die Location der zehnten Auflage der Blue Elements 2010 gelüftet. 3000 Gäste aus Gas tronomie, Sport und Society strömten zur Party zugunsten von Wings for Live in die „Güterhalle“ in Salzburg. In den „8 hours for eternity“ wurde alles in den vergangenen Jahren Dagewesene übertroffen: „Das war die beste Blue Elements aller Zeiten vor einer einzigartigen Kulisse“, freute sich General Manager Robert Hohensinn. Im Obergeschoss der Güterhalle erwartete die Gäste ein Lounge-Bereich in klassisch-elegantem Ambiente im Stile des berüchtigten „Studio 54“ in New York. Einen Stock tiefer befeuerten alte Lastenaufzüge, Industrie-Elemente und eine riesige Bühne die Party-Energie. Auf der Bühne sorgten Count Basic mit Soul und R ’n’ B oder David Penn mit Sängerin Sam Obernik und DJ Falcon für Stimmung. www.blueelements.com
Sydney
Das Ergebnis war absehbar. Mit einem Auto kann man einfach nicht weit fliegen. Mark Watson, Red Bull Flugtag
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Höllenritt Ein Team von Vorarlberger Rollstuhl-Handbikern durchquerte Australien in Weltrekordzeit. Das Team des Rollstuhlclubs ENJO Vorarlberg mit Jürgen Egle, Philipp Bonadimann, Thomas Bechter und Wolfgang Wimmer machte sich auf dem fünften Kontinent daran, einen Weltrekord zu brechen. Die an den Rollstuhl gefesselten Extremsportler legten von Perth nach Sydney 4000 Kilometer und knapp über 13.500 Höhenmeter zurück, quer durch ganz Australien. Die Mission glückte in einer fabelhaften Rekordzeit von sechs Tagen, zehn Stunden, 42 Minuten und 32 Sekunden. Dies dürfte auch einen Eintrag ins „Guinness World Records“-Buch mit sich bringen. Zum Vergleich: Radprofi Gerhard Gulewicz benötigte im Jahr 2007 sieben Tage, acht Stunden und 49 Minuten für diese Strecke. Dabei konnten weder die extre men Temperaturunterschiede von fünf Grad Celsius während der
Lima Was sagt die Straßenverkehrsordnung: Müsste man in diesem Fall B-Boy Cico auf dem Fußgängerübergang Vorrang geben? Renzo Giraldo, Red Bull BC One All Stars
Nacht und über 40 Grad untertags, der stetige Gegenwind auf über drei Vierteln der Strecke noch die Einsamkeit und Monotonie des australischen Outbacks die Athleten stoppen. Eine weitere Gefahr: häufig die Straßen querende Kängurus, mit denen ein Handbiker und ein Begleitfahrzeug Bekanntschaft machten. In Sydney angelangt, wurde das Team von vielen „Exilösterreichern“ sowie dem österreichischen Generalkonsul empfangen. Das „Race Across Australia“ wurde als Charity-Veranstaltung zugunsten von Projekten wie Licht ins Dunkel und Wings for Life initiiert. Bis Weihnachten kann man unter www.raaus.at noch zurückgelegte Meter „kaufen“ und so diese Organisationen unterstützen. Informationen zur Aktion Race Across Australia auf www.raaus.at
München Mario Gómez (li.) und Luc Alphand (re.) kamen zur Deutschland-Premiere von Axel Naglichs Film „Mount St. Elias“. Hannes Magerstaedt
Bilder: De Beauclaire, Erwin Polanc/Red Bull Photofiles, ingo haussmann
Das Kult-Wäschelabel Agent Provocateur, zu dessen Kundinnen Prominente wie Paris Hilton, Kate Moss oder Nicole Kidman zählen, lud zu einer rauschenden Partynacht in den legendären Club Flex in Wien. Aus diesem Anlass wurde der Undergroundclub in ein komplett neues Licht gerückt. Gefrönt wurde den Verführungen der Nacht ganz im Stile des amerikanischen Chics der vierziger Jahre – eine Hommage an vergangene Zeiten, nah dem Film noir. Höhepunkt des Abends war eine extravagante Fashion Show zur Präsentation der neuen Herbst/Winter-Kollektion 2010, „Betty Sue“. Geschäftsführer Gregor Pirouzi inszenierte neuerlich einen einzigartigen Abend und setzte ebenso charmant wie gekonnt das Spiel der Verführung um. Die 700 Gäste ließen sich in den Bann der Nacht ziehen und glaubten sich in vergangene Zeiten entführt, in denen Leidenschaft und der Reiz des Verbotenen aufeinandertrafen.
Es weihnachtet mehr.
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Mein Körper und ich
Bruna Kajiya
Was macht man mit einem Körper, der einen trotz schlimmer Schmerzen zum Kitesurf-WM-Titel getragen hat? Man verwöhnt ihn. Manchmal zum Beispiel mit verboten süßer Eiscreme. Kniefall
Am Wasser zu landen fühlt sich bei den Geschwindigkeiten, die wir erreichen, wie ein Einschlag auf Beton an. Genau darum haben wir Kitesurfer fast durchwegs Probleme mit den Knien, vor allem mit dem vorderen Kreuzband. Ich habe offenbar überhaupt das AllInclusive-Paket gebucht: Bänder, Knorpel, Menisci. Aktuell sollte ich mir kleine Knochensplitter aus dem Gelenk entfernen lassen, aber es geht grad nicht. Ich kämpfe um den WM-Titel, also muss ich mit dem Schmerz leben.
Männ er arbe
it Wenn ich nicht im Wasse r bin, mache ich Ausdauertraining. Das Niv eau im FrauenKiteboarding nähert sich jenem der Männer immer mehr an: Immer höh er. Immer schneller. Wir müssen zeh n beinharte Läufe ohne große Pausen dazwis chen schaffen, und jeder Lauf ist mit 15 Tricks gespickt. Wenn du nicht über Kraft und Ausdauer verfügst, packst du’s nicht. Ich bin kein mus kulöser Typ: Wenn ich nich ts dagegen tue, sind die mühsam antrain ierten Muskeln in null Komma nix wieder verschwunden. Also trainiere ich fast 365 Tage im Jahr.
Wurstfinger
Kopf im Sand
Mit achtzehn hat mich bei einem meiner ersten Pro-Events in Tarifa im Süden Spaniens eine Bö erwischt und kopfüber an Land gedonnert. Ich wusste nicht mehr, wo oben und unten ist. Das nächste Bild, das ich von mir habe, ist, wie ich mit Halskrause und einem Wetsuit voller Sand das Krankenhaus verlasse und allein durch die Stadt gehe, völlig ohne Plan. Was lernen wir daraus? Mach keine Tricks in Strandnähe. Heute, mit 23 Jahren, weiß ich das.
Am Ball bleiben
Ich arbeite viel mit einem BalanceBall, das ist gut für Gleichgewicht und Körperspannung. Inzwischen kann ich einbeinig auf dem Ding springen. Außerdem mache ich Parkour in der Halle. Das trainiert alle Muskelpartien und hilft dir, ein gutes Gefühl in der Luft zu bekommen. Frontflips, Backflips, ich kann sie alle, und es wird nie langweilig. Außerdem trainiere ich kurze Sprints und Einheiten mit der n Sprungschnur auf Turnmatten – wege meiner Knie, ihr wisst schon.
Wettkampf-Treibstoff Wer trainiert, darf auch essen, sonst beginnt der Körper Muskeln zu verbrennen. Wenn ich nicht gerade im Wasser oder beim Training bin, esse ich also. Vollkornnudeln, Reis, Brot, Olivenöl. Kein Zucker, keine Butter. Letzteres gilt freilich nur vor Wettkämpfen. Man braucht einen Ausgleich im Leben, d arum haue ich mir nach einem Contest mit großer Freude Eis rein: Ben & Jerry’s Cookie Dough, wenn ihr es genau wissen wollt. Genau darauf hätte ich jetzt Gusto!
Am Board mit Bruna: www.brunakajiya.com
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bild: Marcelo Maragni/Red Bull Photofiles
Letzte Saison hat sich eine Woche vor meinem letzten Contest die Leine um meinen rechten Ringfinger gewickelt und ihn ausgerenkt. Es waren die schlimmsten Schmerzen, die ich je hatte. Mein Trainer sagte: „Wenn du jetzt zu einem Arzt gehst, stellt er den Finger ruhig, und du kannst die WM vergessen.“ Am Tag vor dem entscheidenden Wettkampf war der Finger noch immer so unbrauchbar wie ein Würstchen. Als es dann in die Entscheidung ging, habe ich Painkiller genommen und die Zähne zusammengebissen. Das allein hätte jedoch nicht gereicht. Ich muss von irgendwoher extra Kräfte bekommen haben. Auch wenn ich bei jedem Trick vor Schmerzen geschrien habe: Contest und WM habe ich gewonnen.
Tausende Apps. Millionen an Pixel. Die neuen Nokia Smartphones. Eine 12-Megapixel (Nokia N8) oder eine 8-MegapixelKamera (Nokia C7), Videos in HD, kostenlose Navigation und tausende Apps wie Wikitude, dem virtuellen Reiseführer mit Augmented Reality. Das Nokia N8 und das Nokia C7 bieten unbegrenzte Möglichkeiten. nokia.at
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Pionier
Pepi Stiegler
Vom Ski-Olympiasieger zum Geburtshelfer des Freeskiing: Wie der Lienzer Josef „Pepi“ Stiegler in den 1960ern in Tirol zum Nationalhelden aufstieg und in Wyoming das Skifahren revolutionierte.
Geburtsdatum/-ort 20. April 1937 in Lienz, Österreich Lebt seit 1965 in Teton Village, Jackson Hole, Wyoming (USA) Erfolge Olympiasieger (und Weltmeister) im Slalom 1964, Dritter RTL Olympische Spiele (und WM) 1964, Zweiter RTL Olympische Spiele (und WM) 1960, vierfacher Österreichischer Meister, Österreichs Sportler des Jahres 1964 Web www.pepistieglers.com (Shop in Jackson Hole)
O∞ziell Skidirektor, ino∞ziell Freeski- Pionier: In Jackson Hole wollten alle „ Ski fahren wie Pepi Stiegler“.
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Pepi Stiegler ist 73, und er ist in Eile. Heute Nacht hat es frisch geschneit, und die Tourenski stehen frisch gewachst im Keller. Weshalb man das Interview doch bitte lieber später führen möge, nach Sonnenuntergang oder im Frühling, zum Beispiel. „Das ist typisch er“, sagt Resi, seine Tochter. „Jeden Tag auf den Skiern, und immer im Backcountry. Er hat ja auch keine Lust, sich am Lift anzustellen.“ Als Slalom-Olympiasieger 1964 zählt der gebürtige Osttiroler zu den Säulenheiligen des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV). Seine Medaillen sind freilich nur sein zweitwichtigster Beitrag zur Skisportgeschichte. Noch ein bisschen nachhaltiger war sein Einfluss auf die Entwicklung des Freeskiing. Er ist in einem Satz zusammenzufassen: „Wir wollten Ski fahren wie Pepi Stiegler“, so „Captain“ Benny Wilson, einer der Gründerväter der Sportart. Stieglers Name ist eng mit dem Aufstieg von Jackson Hole verbunden: Das US-Skigebiet am 4198 Meter hohen Grand Teton ist Geburtsort und Nabel der US-Freeski- und Extreme-High-MountainSkiing-Szene – sowie seit 45 Jahren Stieglers Heimat. Schuld daran trägt Werbefachmann Paul McCollister. Er wedelte 1965 mit einem Jobangebot, das den zur Auswahl stehenden Alternativen „ÖSV-Trainer“ und „Grüßaugust des Lienzer Fremdenverkehrsverbands“ den Glanz nahm: Stiegler, Inhaber eines Fotoladens und Sohn eines Postbuschauffeurs, sollte sich als alpiner Gaststar und Leiter der örtlichen Skischule am Aufbau eines neuen Wintersportorts in den USA beteiligen – am Jackson Hole Mountain Resort, zehn Kilometer vom Wildweststädtchen Jackson in Wyoming gelegen und mit steileren Hängen und tieferem Powder gesegnet als Vail, Aspen oder irgendein anderes Skigebiet Amerikas. „Die Entscheidung fiel mir nicht leicht“, lügt Stiegler heute charmant, „aber der Olympiasieg hatte mir genug Selbstvertrauen geschenkt, mich der Herausforderung zu stellen.“ Also wurde Stiegler Skischuldirektor in Jackson Hole (und blieb es 29 Jahre lang). Der Run auf die Skischule explodierte parallel zu Stieglers örtlichem Legendenstatus: „Dieser Mann weicht Hindernissen
„Das Skifahren hat mir die Welt eröffnet“, sagt Pepi Stiegler, „ihm verdanke ich Selbstvertrauen und die Erweiterung meines Horizonts.“
Mit Tochter Resi, 25: „Haben viel gemeinsam.“
nicht aus, er überfliegt sie!“, kommentierte ein Fernsehreporter damals atemlos einen körnigen Bericht über den Exoten aus den fernen Alpen. Stiegler erinnert sich gern daran zurück. „Wir hatten Spaß daran, über Felsen und Abgründe zu springen“, sagt er, „und es gab genug Powder, dass man überall ungefährdet landen konnte.“ Nachsatz: „Fanden wir zumindest.“ Die Jackson Hole Air Force, ein in Jackson Hole beheimateter Geheimbund tollkühner Ski-Anarchisten, sah das genauso. Ende der sechziger Jahre
Text: Alex Lisetz; bilder: Focus Productions (3), GEPA pictures, Votava
Name Josef „Pepi“ Stiegler
bilder: Josef Mallaun/Red Bull, Votava
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begann sie auf den gefährlichsten und illegalsten Abfahrten der Gegend ein Jahrzehnte währendes Katzund-Maus-Spiel mit Ski Patrol und Polizei. Stiegler ist daran nicht ganz unschuldig. „Zum neunten Geburtstag bekam ich Sprungunterricht von Pepi“, sagt Air Force-Gründer Benny Wilson, „von da an hatte ich an Airs einen Narren gefressen.“ Hohe Drops und weite Sprünge waren in Jackson Hole gar nicht zu vermeiden, sagt Dave „The Wave“ Muccino, ein weiteres Air Force-Mitglied, „das Gelände ist so steil, dass es ohne Airs gar nicht geht.“ Mit ihren frühen Freeski-Filmen von den riskantesten Abfahrten trieben die blitzschnell und unerkannt agierenden „Ski Bums“ von Jackson Hole die Ordnungshüter zur Weißglut – auch, weil das Unter queren offizieller Ski-Patrol-Absperrbänder gerne als provozierendes Video-Intro gewählt wurde. „Von diesem Konflikt habe ich nicht viel mitbekommen“, sagt Stiegler, was man glauben kann oder nicht. Vom dreißigjährigen Guerillakampf der Air Force (Motto: „Swift. Silent. Deep.“) profitiert er heute selbst. Seit der Saison 1999/2000 ist das Backcountry für alle Freeskier straffrei zugänglich und „Pepi Stiegler Sports“ deren Basiscamp: Hier werden Ski und Snowboards verkauft, verliehen und präpariert, hier lässt man Boots fitten oder läuft Promis wie Tanner Hall und Harrison Ford (hat hier eine Skihütte) über den Weg. Im freien Gelände kennt Stiegler jede Abfahrt, jeden Felsen, jeden Baum. Die Einschränkungen, die ihm seine schwere Krankheit multiple Sklerose auferlegt, ignoriert er gewissenhaft. „Tourengehen ist heute meine Leidenschaft“, sagt er un1964 gewann Stiegler Olympia-Gold. beeindruckt, „und die B ewegung im Pulverschnee hält mich gesund.“ Im örtlichen Gesellschaftsleben ist er immer noch hochangesehen. „Dad hat hier eine Menge erreicht und viele Menschen inspiriert, auch mich“, sagt Resi Stiegler, seine 25-jährige Tochter. Die extrovertierte Slalomspezialistin mit den Tigerohren am Helm und dem ausgeprägten Verletzungspech ist wie Bruder Seppi mit dem Skisport aufgewachsen. „Ich habe von meinem Vater den Ehrgeiz und die Entschlossenheit geerbt, aber ich bin viel lauter und ungeduldiger.“ Während Resi durch und durch Amerikanerin ist, hält ihr Vater immer noch enge Verbindung zur einstigen Heimat. Den 100. Geburtstag des ÖSV feierte er mit anderen Skiveteranen beim Bundespräsidenten, Lienz besucht er regelmäßig. Entsprechend zweisprachig verbinden sich Ost tiroler Fundament und amerikanischer Überbau auf rührende Weise, wenn Pepi Stiegler sein Erfolgsrezept nennt: „Du musst gewidmet sein und zachchch.“ „Swift. Silent. Deep. Die Story der Jackson Hole Air Force“: 19. Dezember 2010, 22 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV
Sonderprüfung Daron Rahlves und Andreas Matt freuen sich auf ihre Gegner in einem speziellen Freestyle-Skicross-Bewerb. Gemütliche Almhütten und die hochmoderne Galzigbahn von St. Anton am Arlberg bilden die original tirolerische Kulisse für das vermutlich actionreichste Skirennen dieses Winters. Bei der Red Bull Hüttenrallye am 21. und 22. Dezember 2010 fighten Hobbyracer verschiedener Leistungsklassen und Disziplinen (Rennläufer, Freerider, Freestyler, Skicrosser etc.) Kante an Kante mit prominenten internationalen Freeskiern wie etwa Skicross X-Games-Gewinner und AtomicStar Daron Rahlves (USA), dem amtierenden Weltmeister und Olympiazweiten von Vancouver
Andreas Matt (AUT) oder auch der Junioren-WM-Zweiten Katrin Ofner (AUT). Dienstags qualifiziert man sich in Vorläufen für die am Mittwoch angesetzten Finalläufe. Gestartet wird in Le-Mans-Manier, danach gilt es, in den SechserHeats 400 Höhenmeter, die sich auf knapp zwei Kilometer Länge erstrecken, zu überwinden. Den siegreichen Damen und Herren winkt je ein brandneuer Suzuki; bei den Herren sind bereits sämtliche Startplätze vergeben, wagemutige Läuferinnen sind noch willkommen. Informationen und Anmeldung auf: www.redbull.at/huettenrallye
Die Sprache des Bildes Der diesjährige Red Bull Illume-Foto-Contest überbot alles Dagewesene: Knapp 23.000 Bilder wurden zum weltgrößten Sport- und Action-Fotowettbewerb eingereicht, nicht allein die Quantität, auch die Qualität der Einsendungen war überwältigend. 250 Semifinalisten und 50 Finalisten wurden von einer hochkarätigen internationalen Jury ausgewählt. Die feinste Selektion – auszugsweise bereits in The Red Bulletin 10/2010 veröffentlicht sowie im Dubliner Trinity College ausgestellt – ist nun in Buchform erhältlich. Das englischsprachige Buch im außergewöhnlichen Format von 30 × 30 cm ist ab sofort in allen Thalia Stores in Österreich sowie auf www.thalia.at (Preis: € 49,90) erhältlich. Wen die Suche nach einem weiteren passenden Weihnachtsgeschenk für eine fotografiebegeisterte Person quält, dem kann ebenfalls geholfen werden: Im Red Bull Shop (www.redbullshop.com) liegt die lichtstarke Leica D-Lux 5-Kamera im Red Bull Illume-Design bereit. Mit einer Brennweite von 24–90 mm setzt diese Leica neue Maßstäbe bei Objektiven der Kompaktklasse. Bestellungen auf: www.thalia.at oder www.redbullillume.com
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Briefe an die Redaktion. Lieber Herr Ankowitsch, betreffend Ihre Kolumne im November-Heft: Mich inter essiert nicht die Schlusspointe – die kenne ich ohnehin. Ich möchte Sie nur darüber informieren, dass die Redewendung „bestehen auf“ im deutschsprachigen Raum ausschließlich mit Dativ verwendet wird, nie mit dem Akkusativ. Es muss also richtig heißen: „Bestehen Sie auf einer ordnungsgemäßen Schlusspointe“ (und nicht auf eine). PS: Der Artikel war übrigens wirklich nett! Maria Böck, per E-Mail
kurz & dennoch einzigartig Ob Wüste, Wasser oder kleiner Ball: Diesen Sportlern gelang der große Wurf. Bei der Marokk o Rallye 2010 fü r Motorräder, ein Generalprobe fü er r die Dakar, gab es ein Dreifachsieg: Cy ril Despres (FRA en Red Bull) siegte vor Hélder Rodrigu es (POR) und Ma rc Coma (ESP).
Der Australier Courtney Atkinson siche rte sich in 1:46,54 Stunde n bereits zum dritten M al in Folge den Sieg beim heimatlichen Noosa Tr iathlon über die olympische Distanz.
Der 17-jährige Spanier Marc Márquez sicherte sich mit zehn Saisonsiegen und 310 Punkten seinen ersten Weltmeisteritel in der 125-ccm-Klasse.
Die San Francisco Giants mit Pitcher Tim Lincecum (USA, Mi.) gewannen die World Series: Sie setzten sich in den Finals gegen die Texas Rangers mit 4:1 durch.
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Ich habe am Wochenende die Red Bull Rampage-Geschichte im Red Bulletin gelesen – sie ist großartig. Ich wurde so richtig hineingezogen … ist mir schon lange nicht mehr passiert. Es war alles so greifbar und real erzählt. Darüber hinaus natürlich tolle Fotos – mit sehr passenden Unter titeln. Danke! Birgit Schaller, per E-Mail
Leserbriefe an The Red Bulletin richten Sie bitte per Fax an +43 (0)1 90221-28809, per E-Mail an leserbriefe@at.redbulletin.com oder per Post an Heinrich-CollinStraße 1, 1140 Wien. Leserreaktionen werden nur veröffentlicht, wenn sie Name, Adresse und Telefonnummer bzw. E‑Mail-Adresse enthalten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor, wenn es Länge und Klarheit erfordern.
bilder: A. Rossignol/KTM Images, GEPA pictures, Getty Images, Noosa Triathlon illustration: diethmar Kainrath
Sagen wir’s einmal so: Der Dativ ist die mehrheitsfähige Variante, der Akkusativ aber keineswegs ungesetzlich. Ganz Wissbegierigen empfehlen wir einen Blick in den Duden Band 1 (25. Auflage, S. 270, linke Spalte) oder ein anderes Wörterverzeichnis. Die Redaktion.
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Hangar-7-Interview
Aura Dione
Schräg wie Lady Gaga, talentiert wie Norah Jones: Die Dänin Aura Dione erobert die Popwelt. Mit ihrem neuen Album und anhänglichen Stöckelschuhen.
Geburtsdatum/-ort 21. Januar 1985, Kopenhagen, Dänemark Ist Tochter einer färöischfranzösischen Musiklehrerin und eine dänischspanischen Künstlers. Die beiden haben sich – wie passend! – am Rockfestival Roskilde kennengelernt. Erfolge Diones Debütalbum „Columbine“ erreichte in Dänemark Platz drei. „I Will Love You Monday“ erlangte in Deutschland Platin-Status. Die zweite Single, „Song for Sophie“, hielt sich 22 Wochen in den deutschen Charts. Musikstil Folk, Soul und Pop mit elektronischen Einflüssen Web www.auradione.com
Mehr Bilder von Aura Diones Konzert im Hangar-7 gibt’s auf www.hangar-7.com.
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Aura, ist das da ein Teller auf deinem Kopf? Ja, ich hab ihn gerade in der Küche stibitzt. Ist er nicht chic? Sehr chic, doch! Und passt zu deinem Ruf als modebewusste Künstlerin. Ich wechsle mein Outfit öfter am Tag, weil ich darin meine Stimmung zum Aus druck bringe. Außerdem ist es wichtig, seinen Fans auch visuell etwas zu bieten. Erinnert ein bisschen an Lady Gaga. Kann schon sein. Aber ich versichere dir, ich war vor ihr da. Wenn du dir meine Pressemappe von vor drei Jahren an schaust, findest du Fotos von mir in ähn lich schrägen, üppigen Outfits. Glaub ich dir aufs Wort. Was mich noch mehr beeindruckt: Deine ersten Songs hast du als Achtjährige geschrieben? Ja. Der älteste Song auf der Platte heißt „Little Lou“. Ich habe ihn komponiert, als ich zehn war. Es geht darin um einen sicheren Ort, wenn Eltern streiten oder draußen Krieg herrscht. Und um Leute, die sich nicht raustrauen, weil sie sich davor fürchten, wie andere Menschen sie sehen. Recht reflektiert für eine Zehnjährige. Man sollte Kinder nie unterschätzen, sie sind einfach Erwachsene. Oder wir sind einfach alte Kinder. Eines von beidem. Erzähl doch mal von deiner Jugend … Ich bin viel gereist. Als ich drei Wochen alt war, sind meine Eltern mit mir auf große Weltreise gegangen, ich habe auf einem Segelschiff laufen gelernt – mit einer Schwimmweste. Die hatte eine Leine, und meine Eltern haben mich wie einen klei nen Hund an Bord spazieren geführt. Deine Eltern waren Hippies und Musi
ker. War’s als Teenager schwierig, zu rebellieren bei so coolen Eltern? Na ja, ich bin mit 17 Jahren nach Austra lien durchgebrannt. Lediglich mit meiner Gitarre, Cowboystiefeln, 100 Euro in der Tasche. Ich hab die Schule abgebrochen, darüber waren meine Eltern gar nicht glücklich. Aber es war der richtige Schritt. Offensichtlich. Sonst wäre dein Song „I Will Love You Monday“ nicht Nummer eins in den deutschen Charts gewesen. Kannst du dich an den Moment erin nern, in dem du davon erfahren hast? Ja, ich habe gerade ein Konzert in Kopen hagen gespielt. Auf einmal sehe ich im Augenwinkel diesen kleinen dicken Kerl im Publikum mit einer Riesenflasche Champagner. Er winkt, die Flasche ent gleitet ihm, fliegt knapp an meinem Kopf vorbei. Er hat gerufen: Du bist Nummer eins in Deutschland. Geschockt schaute ich nach unten – es war mein Manager! Ist er noch immer dein Manager? Ja, schließlich hat er sonst einen ziemlich guten Job gemacht. Im Video zu „I Will Love You Monday“ wirst du von High Heels verfolgt. Wie bist du auf die Idee gekommen? Im Leben jagen wir immer Dingen nach. Dem perfekten Job, der perfekten Liebe, dem perfekten Paar Schuhen. Ich dachte, es wär doch einmal witzig, selbst gejagt zu werden. Nicht nur von einem Paar, son dern gleich von Dutzenden. Deine Eltern haben sich beim däni schen Rockfestival Roskilde kennen gelernt. Deine Mutter war als Sängerin, dein Vater im Publikum. Wie sieht’s mit deinen Groupie-Erfahrungen aus? Nicht so gut, leider, aber mal sehen. Mit all dem Red Bull hier sollte der EnergieLevel im Publikum recht hoch sein.
Als ich drei Wochen alt war, sind meine Eltern mit mir auf große Weltreise gegangen. Ich habe auf einem Segelschiff laufen gelernt.
Aura Dione: „Columbine“ (Island/Universal)
Die neue Single heißt „Something from Nothing“; Videos, Soundproben und Tourdaten gibt’s auf myspace.com/aura dione
Text: Florian Obkircher; bilder: Helge Kirchberger/Red Bull Hangar-7, Helene Waldner
Name Aura Dione
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Formelsammlung
Good Vibration
Musik ist fühlbar: In der Nähe der Boxen beginnt der Brustkorb zu vibrieren. Die Luftmoleküle stoßen auf den Körper, versetzen ihn in Schwingung. Im Gegensatz zu elektromagnetischen Wellen benötigen Schallwellen ein Medium zur Ausbreitung. Die Luftmoleküle oszillieren um ihre Gleichgewichtsposition. Die schwingende Membran des Lautsprechers verdichtet und dehnt die Luft in einem wellenartigen Muster. Der Abstand zwischen den Punkten mit hoher Dichte heißt Wellenlänge. Jede Kompression bewegt sich mit einer Geschwindigkeit c = 340 m/s. Die Schallgeschwindigkeit ist die Wellenlänge mal der Frequenz f. Die Frequenz wird in Hertz gemessen und gibt die Anzahl der Oszillationen pro Sekunde an. Aufgrund der sich abwechselnden Kompression und Expansion der Luft bewegen sich die Luftmoleküle mit einer zeitlich veränderlichen Geschwindigkeit v. Treffen diese Moleküle auf deinen Körper, w irken sie als oszillierende Kraft. Die Kraft pro (Ober-)Fläche wird Druck genannt. Der Schalldruck ist p = cv, hängt also auch von der Luftdichte ab. Jedes Objekt hat eine oder mehrere Resonanz frequenzen. Wird das Objekt einer Schallwelle mit ebendieser Resonanzfrequenz ausgesetzt, beginnt es mechanisch zu vibrieren. Die Auslenkung der Vibra tionen steigt bei der Resonanzfrequenz stark an. Ein Beispiel ist die Resonanzvibration des Brustkorbs. Bei hoher Lautstärke – ab einem Schalldruck von 0,2 N/m² – kannst du die Vibrationen des Brustkorbes spüren. Abhängig von Statur und Geschlecht liegt die Resonanzfrequenz zwischen 30 und 80 Hertz. Der Brustkorb vibriert mit der Resonanzfrequenz. Die Beschleunigung der Körperteile aufgrund des Resonanzeffekts erreicht das 0,05fache der Erd beschleunigung (g) bei einem Schalldruck von 4,5 N/m². * Prof. Thomas Schrefl unterrichtet und forscht an der Fachhochschule St. Pölten, Niederösterreich, und an der Universität Sheffield, Großbritannien. Red Bull Thre3Style-Finale: 9. Dezember 2010, Elysée Montmartre, Paris, Frankreich www.redbullthre3style.com
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BILD: Lucas Gilman/Red Bull Photofiles; Illustration: Mandy Fischer
Sound als körperliche Erfahrung: Bässe, die auf den Brustkorb drücken; Beats, die den Körper in Schwin gungen versetzen. Warum ein Club besuch nicht nur das Trommelfell bewegt, erklärt unser Physiker*.
Credit
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Mehr B채sse, Beats und Brustkorb-Massagen gibt's beim internationalen Finale des DJ-Contests Red Bull Thre3Style in Paris.
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Zahlen des Monats
The Beatles
Vor fünfzig Jahren strich eine Gruppe von Liverpooler Teenagern namens The Silver Beatles das „Silver“ aus ihrem Namen. Und avancierte innerhalb der nächsten zehn Jahre zur wichtigsten Popband aller Zeiten.
Im August 1960 begann die Karriere der Beatles – im Schmuddel-Club Indra in einer Seitengasse von Hamburgs Amüsiermeile Reeperbahn. Das Publikum: Prostituierte und Freier. 48 Konzerte, jeden Abend sechs bis acht Stunden live. Gehaust hat die Band in einem Hinterraum des Clubs neben der Herrentoilette. „Ich bin in Liverpool aufgewachsen, aber in Hamburg erwachsen geworden“, sagte John Lennon.
70
Im Juni 1967 veröffentlichten die Beatles „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. Das Platten cover vereinte 70 Persönlichkeiten aus aller Welt, montiert zu einem illustren Gruppenbild der „neuen freien Menschen“, wie LSD-Papst und BeatlesIntimus Timothy Leary sie genannt hatte: von Karl Marx bis Marlene Dietrich, von Albert Einstein bis Oscar Wilde. Jesus und Adolf Hitler wurden von der Plattenfirma abgelehnt, Ersterer, weil Lennon damals kurz zuvor mit der Aussage „Wir sind größer als Jesus“ für Aufsehen gesorgt hatte.
29.375 Der Eröffnungs-Gitarrenakkord des Songs „A Hard Day’s Night“ ist einer der bekanntesten der Popgeschichte. Jahrzehntelang haben Gitarristen versucht, das Geheimnis des schrägen Vielklangs zu lösen. Auch MathematikProfessor Jason Brown, der den Akkord wissenschaftlich untersuchte und in 29.375 Frequenzen aufschlüsselte. Die Erkenntnis: Produzent George Martin dürfte der Mann hinter dem mysteriösen Akkord sein. Vermutlich hat er zusätzliche fünf Tasten am Klavier beigesteuert.
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Die Beatles, eine Band der Rekorde: Niemand hat so viele Platin-Schallplatten (41) bekommen, niemand hatte so viele Nummer-1-Hits (USA: 20), niemand hatte so viele Nummer-1-Alben (USA: 19), niemand hatte bis 1965 je mehr Besucher bei einem Konzert (Shea Stadium, New York: 55.600). Bis heute gingen 1,5 Milliarden Beatles-Tonträger über den Ladentisch. Selbst der „King“, Elvis Presley, kann da mit rund einer Milliarde verkaufter Platten nicht mithalten.
3000
Die Melodie zum Hit „Yesterday“ ist Paul McCartney im Schlaf eingefallen, weshalb er zunächst annahm, sie sei nicht von ihm. „Einen Monat lang spielte ich Leuten den Song vor und fragte sie, ob sie die Melodie kennen“, erinnerte sich McCartney. „Ich dachte, wenn nach einem Monat niemand die Urheberschaft beansprucht, gehört der Song mir.“ Gemeldet haben sich Musiker erst später – als es darum ging, das Lied nachzuspielen: „Yesterday“ ist mit 3000 Versionen der meistgecoverte Song der Popgeschichte.
0
Paul McCartney ist noch nicht tot, auch wenn Verschwörungstheoretiker es sagen. Sie behaupten, er sei 1966 bei einem Autounfall ums Leben gekommen und durch einen Doppelgänger ersetzt worden. Hinweise fänden sich auf dem Cover von „Abbey Road“: McCartney ist der Einzige, der den berühmten Zebrastreifen ohne Schuhe überquert – in Großbritannien werden Menschen barfuß beerdigt. Außerdem soll John Lennon am Ende des Songs „Strawberry Fields Forever“ die Worte „I buried Paul“ murmeln. McCartney reagierte mit Humor: Sein LiveAlbum 1993 nannte er „Paul Is Live“. The Beatles remastered: www.thebeatles.com
BILDER: GAB Archive/Redferns, Michael Ochs Archives/Getty Images, Central Press/Getty Images, Ullstein Bild/picturedesk
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Action
Ab in den Süden
An Bord der „Professor Molchanov“, eines der beiden russischen Schiffe, die Tauch expeditionen in die Antarktis anbieten: Eine Reise ins ewige Eis, zu mediterraner Farbenpracht, zu durchgefrorener Thermo-Unterwäsche und zu Unterwasser-Räubern, gefährlicher als der Weiße Hai. Bilder: Karl Drevlak
Sonnenaufgang über dem Lemaire-Kanal auf der Reise in die Antarktis. Nur zwei Stunden nach dieser Aufnahme wurde der Polarkreis an Bord der russischen „Professor Molchanov“ in südliche Richtung überquert.
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Print 2.0
de.redbulletin.com/print2.0 Die coolsten Bilder aus der Antarktis.
Action
Karl Drevlak (Foto rechts oben) unmittelbar vor einem eisigen Tauchgang bei minus zwei Grad Wasserund minus 20 Grad Lufttemperatur. Den Tauchern begegneten die 15 Meter langen Buckelwale (Foto rechts Mitte) und die weit kleineren, aber extrem gefährlichen See leoparden (Bild unten): „Ein reines Raubtier. Bei Seeleoparden-Alarm muss man so schnell wie möglich raus aus dem Wasser.“
Kälte
Wegen seines hohen Salzgehalts sinkt sogar die Temperatur des Wassers in der Antarktis unter den Gefrierpunkt. Tauchgänge von mehr als 40 Minuten Dauer sind in dieser Kälte unmöglich. Gefahr droht antarktischen Tauchern vor allem vom Seeleoparden: Wenn sich das 400 Kilogramm schwere Raubtier zeigt, ist Flucht die einzige Chance. Man erzählt sich die Geschichte einer britischen Forschungstaucherin, die e inem Seeleoparden-Angriff zum Opfer fiel. Als die Leiche auftauchte, zeigte der Tiefenmesser 86 Meter … 33
Action
Eis
Über Jahrtausende sind die antarktischen Eisberge zu bizarren Formen gewachsen. Je dünkler ein Eisberg in Blau schimmert, desto älter ist er.
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Action
Leben
Mediterrane Farbenpracht unter extremen Bedingungen: Meterhohe Seetangwälder, Seesterne und Anemonen schaffen es ebenso wie Nacktschnecken oder Unterwasser krebse, in der antarktischen See zu überleben.
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Unterwasser-Fotograf Karl Drevlak mit seinem fast 50 Kilogramm schweren Equipment. Allein die Fotoausrßstung wiegt elf Kilogramm.
Action
Nach den eisigen Tauch gängen wurden Ausflüge an Land unternommen. Pinguine zu berühren ist bei aller Putzigkeit der Tiere ein No-No, da diese keine Abwehrkräfte gegen menschliche Krankheits viren besitzen. Ganz unten: die „Professor Molchanov“.
Z
wei Jahre Planungszeit, 25 Jahre Taucherfah rung, 70 Kilogramm Gepäck pro Person: Es war kein Urlaubsausflug, den Karl Drevlak unter nahm. Der erfahrene Unterwasserfotograf aus der Steiermark bereiste unter der Leitung des ehema ligen Weltmeisters der Unterwasserfotografen, Werner Thiele, gemeinsam mit einem runden Dutzend weiterer Taucher an Bord des russischen Expeditionsschiffs „Pro fessor Molchanov“ die Antarktis – nur dieses und ein weiteres russisches Schiff bieten Tauchfahrten rund um den Südpol an. Dass Drevlak sich nicht an Bord eines Kreuzfahrt schiffes befand, bemerkte er gleich am ersten Tag. „Don’t whistle on my boat!“, wurde er vom russischen K apitän angefaucht. Denn Pfeifen an Bord, erfuhr der Taucher, bringt Unglück. Am vorletzten Tag der Reise tobte dann auch vierzehn Stunden lang ein antarktischer Orkan mit 10,4 Beaufort Stärke und packte das Schiff 40 Zentimeter dick in Eis. „Das ist Ihre Schuld!“, zischte der Kapitän den Österreicher an. Die täglichen Tauchgänge waren aus Sicherheits gründen auf 20 bis 22 Meter Tiefe beschränkt – zum ei nen wegen der gefährlichen Seeleoparden, andererseits wegen der drohenden Vereisung der Atemgeräte oder auch aufgrund treibenden Packeises, das den Weg nach oben blitzartig versperren kann. Allerdings war ohnehin keinem der Taucher nach besonders ausgiebigen Tauch gängen zumute: Nach allerspätestens 35 Minuten hatte das minus zwei Grad kalte Wasser die Schichten von Fleece- und Thermowäsche unter dem Trockenanzug durchfroren. Die abenteuerliche Expedition auf Print 2.0
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Action
I love “you, boys!”
Die unvergesslichsten Momente einer phantastischen Saison: Die Menschen von Red Bull Racing erzählen. Text: Werner Jessner, Anthony Rowlinson
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Bild: Getty Images/Red Bull Photofiles
de.redbulletin.com/print2.0 So feiern Weltmeister.
14. November 2010, Abu Dhabi, 18.47 Uhr Ortszeit: Sebastian Vettel steigt als F1‑Weltmeister aus seinem RBR RB6.
Action
Wenn ich einen Magic Moment in der letzten Saison rausgreifen soll, ist das nicht der Moment, in dem ich wusste, dass der RB6 ein schnelles Rennauto ist, wie man meinen könnte. Dafür ist das EntwicklungsRennen während der Saison zu brutal geworden: Nur weil du im ersten Rennen Pole-Position hast, heißt das noch lang nicht, dass du auch am Schluss noch vorn bist. Mein Magic Moment ist das Rennen in Brasilien, wo wir die Konstrukteurs-WM geholt haben. Mit einem Doppelsieg haben wir die perfekte Antwort auf das verkorkste Wochenende davor in Südkorea gegeben, wo beide Fahrer ausgefallen waren. Brasi lien hat gezeigt, wie viel Moral dieses Team hat, eine zusammengeschweißte Truppe, wie man sie nur ganz selten findet. Dass wir genau mit diesem Rennen auch noch
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Red Bull Racing ist heute eine zusammengeschweisste Truppe, wie man sie nur ganz selten findet.
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den Konstrukteurs-Titel geholt haben, war eine besondere Befriedigung. Als kleines, privates Team gegen die Großen bestanden zu haben fühlt sich gut an, vor allem, weil ich den Aufstieg vom ewigen Mittelständler zum dominanten Team der WM zur Gänze mitbegleiten konnte. Dazu kommt ein wenig persönliche Genugtuung: Ich habe schon einmal in meiner Karriere bei einem kleinen, vielversprechenden Team begonnen, das ausgezogen war, in der F1 zu bestehen (Leyton House, Anm.). Leider haben uns damals finanzielle Probleme den Garaus gemacht. Noch einmal die Chance zu kriegen, ein Team neu aufzubauen und mit ihm zu gewinnen, ist etwas, was einem nicht oft im Leben passiert. Das ist es, was meine Titel mit Red Bull Racing schöner macht als die anderen.
São Paulo 2010: Champagnerdusche für Adrian Newey (Mitte) und Christian Horner (re.).
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Geschichte des Erfolgs Red Bull in der Formel 1 1987 Gerhard Berger (AUT) bekommt Flügel verliehen und bringt Ferrari zurück auf die Siegerstraße.
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Red Bull unterstützt Arrows Asiatech mit Enrique Bernoldi und Jos Ver stappen am Steuer. Ein WM-Punkt.
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2001 Beginn der langjährigen erfolgreichen Partnerschaft mit Sauber (dauert bis 2003). Im Cockpit unter anderem: Alesi (Bild), Salo, Frentzen, Räikkönen.
Bilder: Thomas Butler (1), Getty Images (3), Action Images (1), Heinz Zeggl (1)
> Adrian Newey, Chefdesigner Wie wir zurückgefightet haben
RBR RB6
„Das Auto war von Anfang an schnell. Unsere Aufgabe war es, diesen Vorsprung bis Saisonende nicht aus der Hand zu geben.“
Monte Carlo
Einzigartige Strecke, unver‑ gleichliche Atmosphäre, ein Sieg für die Ewigkeit: Mark Webber reiht sich ein in die Galerie der MonacoLegenden.
action
Bilder: Thomas Butler (1), Getty Images (4), Sutton Images (1), Action Images (1)
> Mark Webber, WM-Dritter Als ich in Monaco gewann
Keine Frage: Monaco war heuer ganz speziell, mit Sicherheit der schönste, beste und wichtigste Sieg meiner Karriere. In Monte Carlo haben so viele große Fahrer gewonnen, dass man gar nicht weiß, wo man mit dem Aufzählen beginnen soll. Alles ist speziell in Monaco, das beginnt schon beim Zeitplan, wo du am Donnerstag trainierst, am Freitag Pause hast und am Samstag und Sonntag wieder im Auto sitzt. Der schwierige Stadtkurs, die historische Kulisse, die Legende des geschichtsträchtigen Rennens: Jeder Rennfahrer hat wohl den Traum, einmal im Leben an der Côte d’Azur zu gewinnen. Dann aber tatsächlich die Stufen zum Fürsten raufzugehen, den Pokal aus seinen Händen zu empfangen und zu wissen, dass jetzt erst die Party losgeht in der schwimmenden Energy Station am Hafen, all das macht Monaco für mich zum absoluten Highlight der zurückliegenden Saison. Auch wenn ich letztlich nur meinen Teil dazu beigetragen habe, dass das Team die Konstrukteurs-WM holen konnte, und es für den Fahrer-Titel nicht gereicht hat: Monaco wird auf ewig in meinem Herzen sein. Und den WM-Titel hol ich mir einfach im nächsten Jahr.
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Jeder Rennfahrer hat den Traum, einmal in Monaco als Sieger zur Fürstenloge raufzugehen.
”
Monaco: Fürst Albert gratuliert einem erschöpften Mark Webber.
➜ Jaguar wird zu Red Bull Racing, angetrieben von Cosworth-Motoren. Platz 7 in der Konstrukteurs-WM.
2004 Red Bull unterstützt Jaguar mit den Piloten Mark Webber (oben) und Christian Klien. Hangar7-Logos am Auto.
2005 Erfrischende Ideen kommen in die F1 (oben: „Star Wars“-Premiere). Serienweltmeister, beflügelt (re.). RB1
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Action
> Helmut Marko, Spiritus Rector Wie wir unseren Weg gegangen sind
Das Jahr war so reich an Highlights, da fällt es schwer, sich mit einem einzigen zu bescheiden. Vielleicht muss man den Erfolg von Brasilien über alle anderen stellen, wo wir mit einem Doppelsieg die Konstrukteurs-WM gesichert haben. Das war ein sehr schöner Moment und eine gigantische Leistung des gesamten Teams. Ich weiß, dass für Dietrich Mateschitz in diesem Moment ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Nach dem kommerziellen Erfolg von Red Bull war der F1-Titel mit Red Bull Racing sein nächster großer Traum. In Brasilien habe ich ihn beinahe sprachlos erlebt. Monaco war ebenfalls sehr emotional: Es war ein besonders schwieriges Rennen mit drei Safety-CarPerioden, die alles durcheinandergebracht haben, aber wir haben die Oberhand behalten und einen Doppelsieg gefeiert.
Erste Zeichen, dass wir am richtigen Weg sind, gab es schon 2008, als Mark Webber zweimal in der ersten Startreihe stand und Sebastian Vettel mit demselben Auto (als Toro Rosso) in Monza gewonnen hat. Darauf konnte man aufbauen. Natür lich gab es auch schwierige Momente in dieser Saison. In der Türkei sind unsere Fahrer sich gegenseitig ins Auto gefahren, und in Silverstone haben wir eine Entscheidung getroffen, sie aber nicht ordentlich kommuniziert (gemeint ist der modifizierte Frontflügel, den nur Vettel bekam, Anm.). So ist ein Schatten auf einen ansonsten makellosen Sieg gefallen. Im Rückspiegel betrachtet, sind das aber normale Reibereien, die passieren, wenn du zwei sehr gute Fahrer in einem sehr guten Auto hast. So besehen waren unsere Probleme sogar noch ausgesprochen luxuriös.
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Schon mit dem Sieg in der Konstrukteurs-WM ist ein Traum in Erfüllung gegangen.
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Hello, Champion! In Special-EditionShirts gratulieren Helmut Marko, Adrian Newey und Christian Horner (v. li.).
Minardi wird zur Scuderia Toro Rosso und dient als Elite-Uni für künftige Champions. Das De sign von Jos Pirkner erregt viel Aufsehen.
Erstes Podium (David Coulthard, Monaco).
2006 Race hard, party hard: Christian Horner gibt in Monaco die Richtung vor. Adrian Newey kommt an Bord. RB2
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> Fabrice Lom, Koordinator Renault Als ich ins Hafenbecken sprang
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Bilder: Thomas Butler (2), gepa pictures (2), Getty Images (5), Sutton Images (2), Red Bull brand Lab (1), Mark Webber Archive (1)
Endlich konnte ich mein Versprechen von 2004 einlösen.
Mein magischer Moment von heuer … schwierig. Ich würde Monaco nennen. Warum? Zuerst einmal des Resultats wegen: Im Qualifying hatten wir als Motorenlieferanten mit Webber-Vettel-Kubica ein komplettes Renault-Podium. Auch das Rennen war perfekt und ein ganz besonderer Tag für uns alle, für mich persönlich und für Renault: Das Renault-Team mit Jarno Trulli hat 2004 hier seinen ersten Sieg in der modernen F1-Ära gefeiert. Ich hatte meinem damaligen Team versprochen, bei einem Sieg ins Hafenbecken zu springen – habe es aber nie gemacht. Genau das habe ich heuer nachgeholt – gemeinsam mit unseren beiden Fahrern. Ich habe gesehen, dass sie springen werden, und sie gebeten, auf mich zu warten. Wir waren ohnehin schon völlig nass vom Champagner, somit kam es auf das bisschen Wasser auch nicht mehr an. Vom Dach der Energy Station bis zur Wasseroberfläche sind es fünfeinhalb oder sechs Meter, die Wassertemperatur war angenehm – es war phantastisch, ein Gefühl von Freiheit und Zufriedenheit. Ich war froh, mein Versprechen endlich eingelöst zu haben. Ich bin seit den Anfängen bei Red Bull, und es war wunderschön, dieses Team wachsen zu sehen. Wir haben das Team quasi mit unseren bloßen Händen aufgebaut. Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir den Motor zum ersten Mal gezündet haben, und es war ein Albtraum. Heuer hat dieser Motor zwei Weltmeisterschaften gewonnen. Das ist bei weitem befriedigender, als in ein bereits erfolgreiches Team reinzuspazieren und an dessen Erfolg zu partizipieren. Bei Red Bull Racing zu sein ist sehr schön und richtig erfüllend. Leute wie Adrian Newey sind Genies, sie fordern dich jeden Tag. Und der Erfolg gibt ihnen recht.
Roof Diving von der Red Bull Energy Sta tion: Fabrice Lom, bei Renault für die RBRMotoren verantwort‑ lich, geht baden – mit Webber und Vettel.
➜ RB4
2007
Vettel gewinnt für Toro Rosso in Monza. Mark Webber bricht sich in Tasmanien das Bein.
2008 Der RB3 ist der erste reinrassige Newey-Red Bull-Bo lide. Sebastian Vettel debütiert für Toro Rosso. David Coulthard fährt in England das Wings-for-Life-Car.
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> Christian Horner, Teamchef Einer ist zu wenig
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Unsere Gedanken drehen sich längst darum, beide Titel im nächsten Jahr zu verteidigen.
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Im Konfettiregen von São Paulo: Der Doppelsieg von Vettel (li.) und Webber machte RBR zum Weltmeister in der Konstrukteurswertung.
➜ Erster Sieg von Red Bull Racing (China): Sebastian Vettel vor Mark Webber.
2009
RB5
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Webber gewinnt seinen ersten GP am Nürburgring. Insgesamt holt das Team vier Doppelsiege.
2010 In seiner erst sechs ten Saison holt Red Bull Racing beide WM-Titel und beein druckt mit Fair Play.
RB6
Bilder: Thomas Butler (1), Getty Images (1), Sutton Images (2), Red Bull Brand Lab (2)
Ich nehme mir die Freiheit, drei Momente zu nennen. Erstens: den Grand Prix und die Fahrer-WM in Abu Dhabi zu gewinnen. Zweitens: in Brasilien mit einem Doppelsieg die Konstrukteurs-WM zu holen. Drittens: der Doppelsieg in Monaco. Alle drei Sonntage bleiben unvergesslich. Bei 19 Saisonrennen sind wir heuer 15 Mal aus der Pole-Position gestartet, haben neun Rennen gewonnen, sechs schnellste Runden gedreht und sind mehr Runden in Führung gelegen als alle anderen Teams zusammengenommen. Darauf können wir mit Recht stolz sein. Ich will hier aber nicht verschweigen, dass es auch dunkle Momente gab: die Mischung Jägermeister-Red Bull, die nach dem letzten Rennen in der Box ausgeschenkt wurde, zum Beispiel. Mein Kopf hat sich jedenfalls herzlich dafür bedankt. Im Ernst: Dass wir in Korea kein Auto ins Ziel gebracht haben und plötzlich Fernando Alonso von der WM-Spitze lachte, lag uns ziemlich schwer im Magen: Normalerweise hätten wir locker gewonnen. Australien war genauso hart, weil sich auch damals eine komfortable Führung wegen zweier Missgeschicke in nichts aufgelöst hat. Wir haben uns jedes Mal zurückgekämpft. Inzwischen drehen sich alle unsere Gedanken hier bei Red Bull Racing darum, die beiden Titel im nächsten Jahr zu vertei digen. Das ist etwas, was nur ganz wenige Teams in der Formel-1-Geschichte geschafft haben. Wir als Gemeinschaft sind so stark, unsere Leute sind so gut, dass uns das gelingen kann. Wir wollen noch viele Magic Moments erleben.
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> Sebastian Vettel, Weltmeister Als die Welt stillstand Mein Magic Moment ist nicht schwer zu erraten: Es ist natürlich die Zieldurchfahrt in Abu Dhabi, genauer gesagt ein ganz bestimmter Augenblick ein paar Sekunden danach. Ich habe meinen Renningenieur Guillaume „Rocky“ Rocquelin gebeten, mir während des Rennens nicht zu sagen, wie die anderen Fahrer liegen. Auch auf den Videowänden am Streckenrand habe ich nicht viel erkennen können. Irgendwann meinte ich, ein gelbes Auto vor einem roten zu sehen, aber das hätte genauso gut Massa sein können. Auf die Idee, dass sich Alonso im Ferrari an Petrow im Renault die Zähne ausbeißt, konnte ja keiner kommen. Auffällig war, dass Rocky während der letzten zehn Runden viel gequasselt hat am Funk. Das macht ein Ingenieur normalerweise nicht, wenn sein Fahrer bequem in Führung liegt und das Auto rennt wie ein Uhrwerk. Nach der Ziellinie hat er gesagt: Es sieht gut aus, und hat begonnen, die Fahrer in der Reihenfolge aufzuzählen, wie sie ins Ziel kommen: Hamilton, Button, Rosberg, Kubica, … Ich wusste, er hätte jetzt irgendwann Alonso sagen müssen, stattdessen kam auf Deutsch: „Du bist Weltmeister!“ In diesem Moment ist die Welt stehen geblieben. Wirklich, ich schwöre es euch: Alles stand für einen Moment still. Die Tränen, der Jubel, alles, was ihr aus dem TV kennt, kam erst nachher. Mein Magic Moment, den ich nicht vergesse, solang ich lebe, ist diese Sekunde beim letzten Saisonrennen in Abu Dhabi, in der die Welt stillstand.
Teamsport
Und dabei sieht man hier am Bild nur die Track-Crew. Die Jungs und Mädels da‑ heim in der Fabrik in Milton Keynes sind ebenso Teil des historischen Erfolgs von Red Bull Racing.
Geniale Idee von sei‑ nem Renningenieur: Das Wort „Monza“ sollte Vettel an seinen ersten Grand-Prix-Sieg 2008 erinnern und emotional beflügeln.
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Sie haben mich nach meinem emotionalsten Moment gefragt: In der Früh stand ‚Monza‘ auf meiner Haube.
Print 2.0: Die Magic Moments der Formel-1-Saison 2010 www.redbullracing.com
Bilder: Thomas Butler (1), getty images (2)
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F端r welche Selbsthilfegruppe sich Lindsay Lohan entscheidet, lesen Sie im Seitenblicke Magazin. Jeden Donnerstag neu. Riskieren Sie einen Seitenblick.
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Der neue Riese von Skye Das YouTube-Video seines brillanten Balanceakts durch die Straßen von Edinburgh hat Danny MacAskills Leben verändert. Jetzt kehrte der Schotte zu seinen Wurzeln zurück – natürlich auf zwei Rädern. Text: Andreas Tzortzis, Bilder: Paul Calver
Print 2.0
de.redbulletin.com/print2.0 Magie auf zwei Rädern.
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Ein Leben im Sattel: Danny MacAskill sitzt am Rad, seit er denken kann (eine kurze Pause im Alter von 13 Jahren war der örtlichen Polizei geschuldet). Mit 21 Jahren war er ein YouTube-Superstar. Das Wetter hier ist untypisch schön für die Gegend, aus der er kommt. Vielleicht erklärt das zumindest teilweise, warum der Bursche so viel Gefühl am Bike hat.
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it knapp 30 Jahren war Angus MacAskill 2,36 Meter groß und wog über 180 Kilo gramm. Seine Taille maß zwei Meter, die Hände waren wuchtig wie Bratpfannen, und Geschichten von Proben seiner Kraft kannte man längst auch außerhalb von Cape Brenton, der kleinen Siedlung schottischer Einwanderer in Nova Scotia, Kanada, wo er lebte. Als gutmütiger Riese mit gelockten schwarzen Haaren und tiefliegenden blauen Augen war Angus immer zur Stelle, wenn ein Pferd krank war und ein Feld gepflügt werden musste oder eine Scheune aufzustellen war. 1849 ging ein cleverer Agent mit ihm auf Tour durch das südliche Kanada und die USA. Wohin Angus auch kam, zog er Menschenmassen an. Er verdiente g enug, um seine Eltern und Geschwister daheim in Kanada zu unterstützen. Einmal über fiel eine Räuberbande den Zug, in dem Angus westwärts fuhr: Er vertrieb die Ker le allein damit, dass er sich von seinem Platz erhob. Ein anderes Mal spendierte er in einer vollen Bar eine Lokalrunde, schnappte sich dann ein 60-Liter-WhiskyFass, schlug den Spund heraus und prostete den Gästen zu. Mitte der 1850er kehrte Angus nach Hause zurück, kaufte eine Getreidemüh le und baute eine Werkstatt dazu, mit 2,70 Meter hohen Türstöcken. Er war ein allseits beliebtes Mitglied der Gemeinde, bis er im Sommer 1863 krank wurde. Man brachte ihn zurück in sein Elternhaus und verlängerte dort sein altes Bett für ihn. Eine Woche später wachte er aus dem Schlaf nicht mehr auf: Angus MacAskill starb am 8. August 1863, mit 38 Jahren. Knapp 146 Jahre später, im April 2009, fläzte sich Daniel MacAskill, ein junger Bursche von der schottischen Insel Skye und Nachfahre des Riesen, auf der Couch seines Apartments in Edinburgh. Außerdem dabei: sein Mitbewohner Dave Sowersby und zwei Freunde. Gemein sam schauten sie einen fünf Minuten, 38 Sekunden langen Film, den Sowersby gedreht hatte: Er zeigte MacAskill auf sei nem Trialbike, wie er durch die Straßen von Edinburgh kurvt und unglaubliche Dinge anstellt: Er hüpft über Gehsteige, fährt einen Baum hinauf (und kehrt per 54
Salto auf den Boden zurück), fährt auf den Spitzen eines Zauns. Die Runde nickte anerkennend, es gab auch etliche sarkastische Kommentare, dann switchte die Bande auf einen anderen Kanal, zu „Family Guy“. Später am Abend lud einer von Dannys Sponsoren, Inspired Bicycles, das Video auf YouTube. Am nächsten Morgen war BBC am Telefon. Dann meldeten sich die Tages zeitungen und ein südkoreanischer Zirkus mit der Bitte, Danny möge sich doch ihnen anschließen, ja? MacAskill verfolgte, wie die YouTube-Hits die 100.000er-Marke überschritten, eine halbe Million, eine Million: Die MacAskills haben offenbar ein Talent dafür, Aufsehen zu erregen. Was als kleines Projekt begann, gedacht für Freunde und um in der Bike-Commu nity ein bisschen Wind zu machen, ent puppte sich als regelrechte Lawine. Aktuell hält MacAskills Video „Inspired Bicycles“ bei über 21 Millionen Views. Solche Zah len sind bereits für die Sieger der briti schen Talenteshow „Britain’s Got Talent“ unfassbar, geschweige denn für einen Fahrradmechaniker von der Insel Skye. Im digitalen Zeitalter ein Held zu werden ist eine simple Rechenaufgabe. Dreh ein Video, lade es auf YouTube hoch. Sehen es 100.000, kriegst du Applaus. Ein halbe Million, und du darfst wo unter schreiben. Alles über eine Million ver ändert dein Leben. Im Fall von MacAskill winkten die ersten Sponsoren im Herbst 2009 mit Verträgen. Er gab seinen Job in einem Fahrradshop in Edinburgh auf und damit seinen Karriereplan vom Werks mechaniker in einem Downhill-Radteam. Stattdessen fuhr er mit VW nach Portu gal, um einen Werbespot zu drehen, dann folgte ein Fotoshooting in Kalifornien und eine Reise nach New York, wo er als Stuntman für einen Film arbeitete.
YouTube-Superstar Mehr als 21 Millionen Mal wurde Danny MacAskills YouTube-Video seit April 2009 angeklickt. Der Clip zeigt die unglaublichen Trialbike-Manöver des Schotten in den Straßen und Parks von Edinburgh (und die verdutzten Gesichter der Passanten). Der Höhepunkt: ein Backflip vom Baumstamm.
Sein abgegriffener Reisepass hat aber jede Menge weiterer Stempel aufzuweisen, von Abu Dhabi bis zu Ländern im Fernen Osten. Es könnten noch mehr Stempel sein, hätte Danny sich nicht letzten Herbst das Schlüsselbein gebrochen. Genauer gesagt brach er sich ein und dasselbe dreimal in einem halben Jahr: Es liegt jetzt wie eine knorrige Wurzel unter seiner weißen Haut. Während Danny derart zur Untätigkeit gezwungen war, versuchte er zu erklären, was aus seinem Leben geworden war. „Ich habe es schon so oft erzählt“, sagt er. „Wir haben nicht mit diesem Erfolg ge rechnet … es ist verrückt. Ich fühle mich, als wäre ich immer noch dieselbe Person wie die aus dem Fahrradgeschäft. Aber jeden Monat …“ Der Rest des Satzes verliert sich im Wirbel der Bar im Misty Isle Hotel. Das liegt am Ende jener Straße in Dunvegan, wo Danny aufgewachsen ist. Es war Ende August 2010, und MacAskill war für ein spezielles Projekt nach Hause gekommen. Ein neues Video, ein Liebes gedicht auf zwei Rädern, wenn man so will, auf Schottland und besonders für seine geliebte Insel Skye. Danny hatte einen gebrauchten Campingbus gekauft und tingelte damit sechs Wochen durch Schottland. Dave Sowersby war mit der Kamera dabei und filmte, wann immer es passte, Dämme, Burgen, Häfen oder sonst etwas, was einfach schön war. „Ich setze mich mit diesem Film ganz schön unter Druck“, sagt MacAskill. „Ich möchte, dass die Plätze so aussehen, wie ich es mir vorstelle, und ich will sie mit meinem Bike erobern, wie ich es für richtig halte. Ich möchte zeigen, welche Gefühle ich mit dieser Gegend verbinde. Und ich möchte, dass die Leute von hier sich den Film anschauen und sagen: ‚Das ist cool.‘“ Für seine Freunde aus Kindertagen ist Danny auf Heimaturlaub ein rares Erlebnis. Sie sind ein Haufen von Elektri kern, Mechanikern und Burschen, die auf Bohrinseln vor der Küste arbeiten – die meisten scheinen Kenny zu heißen. Letzte Woche haben die Kennys Danny gehol fen, an mehreren Stellen auf Skye Hügel aufzuschütten, Farn zu roden und Torf zu stechen für Rampen. Einige waren schon früher draußen, um ihm beim Fahren zuzuschauen, im Regen auf der schmalen Insel Raasay zwischen Skye und dem Fest land. MacAskill hatte ein tolles Programm geplant, mit Sprüngen und 360ern von sechs massiven Betonblöcken, den Über resten einer Eisenmine und eines Gefan genen-Camps aus dem Ersten Weltkrieg. Das Wetter spielte aber, wie so oft in dieser Gegend, nicht lang genug mit. Und so saß Danny ein paar Stunden später
Alle paar Generatio nen schlägt bei den MacAskills das Show talent durch: Danny folgt den Spuren seines Urururur großvaters.
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ereits auf der Kante eines Barhockers b im Misty Isle. Dieses Pub ist die weniger zuträgliche von zwei Spelunken, an de nen Dunvegan leidet oder mit denen es gesegnet ist, je nachdem, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Volle Glä ser machen die Runde, und man prostet sich zu: „Auf die Schlüsselbeine!“ Zieht man in Betracht, dass er seit frühester Jugend Appetit auf Abenteuer hatte, ist Danny mit seinen gebroche nen Schlüsselbeinen und einem (oder waren’s zwei?) gebrochenen Handgelenk glimpflich davongekommen. Für sein Alter klein geraten, war MacAskill das furchtloseste aller Kinder, die damals in Dunvegan aufwuchsen. Von seinem Vater Peter, einer lokalen Persönlichkeit, hat
Danny die scharfe Nase, die Sturheit und einen Hang zum Unsinn geerbt. Peter stimmte deshalb gleich zu, als sein Sohn ihn bat, im Garten unter den Bäumen ein paar Fischernetze aufzuspannen. Aus bis zu sechs Metern sprangen Danny und seine Freunde dann in die Netze, Salto inklusive. Es gab da auch ein Spiel namens Boulder Rolling, und wenn man weiß, dass Boulder Felsblöcke sind, er klärt sich dieser gefährliche Zeitvertreib von selbst. Einmal beschlossen Danny und ein Kumpan, ein wenig Do-it-yourself zu machen. Bei einem Freund sägten sie eine Türöffnung in eine Außenwand, entfernten das Waschbecken, das sie (welche Überraschung!) auf der anderen Seite fanden, und versteckten es unter
Kennst du das? Keine Frage: 21 Millionen Hits auf YouTube sind schwer zu toppen. Diese fünf Videos haben aber den einen oder anderen Klick verdient. Guillaume Néry http://bit.ly/algpU0 Freediver Guillaume Néry macht einen BASE-Jump. Unter Wasser. In ein scheinbar endloses Loch.
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DAN OSMAN http://bit.ly/9ssijd
ASHER BRADSHAW http://bit.ly/atrzf7
Speedclimbing: Dan Osman turnt eine 130 Meter hohe Wand in weniger als viereinhalb Minuten rauf.
Asher Bradshaw macht ziemlich tolles Zeug auf seinem Skateboard. Asher ist erst sechs Jahre alt.
MIKE PARSONS http://bit.ly/KxIOG
fred syversen http://bit.ly/asU1Tb
Sie hat ihn, sie hat ihn nicht: Mike Parsons’ heldenhafter Kampf gegen die Monsterwelle.
Die Klippe, über die der Skifahrer irrtümlich springt, ist 107 Meter tief. Trotzdem Weltrekord.
den Fußbodenbrettern, bevor es jemand entdeckte. „Skye war ein phantastischer Platz, um aufzuwachsen, aber wenn du Spaß haben wolltest, musstest du dir was einfallen lassen“, sagt Danny. Diesen Spaß fand er meistens auf seinem Fahrrad. Peter und Anne Mac Askill wissen nicht mehr genau, wann ihr Sohn das erste bekommen hat. Sie wissen nur, dass er es schnell heraushatte, damit umzugehen. Daran erinnern sich auch die Leute im Dorf. „Er war ein Verrückter“, sagt Willie Allan, der vor dem Dunvegan Hotel an einer Zigarette zieht, während MacAskills Team hier filmt. „Und er hatte überhaupt keine Angst.“ Als Danny Dunvegan als fortgeschritte ner Teenager verließ, gab es keinen Rand stein, kein Geländer, keine Wand und keine Recycling-Tonne, die er nicht mit seinen Reifen markiert hatte – oder mit irgendeinem Körperteil. „Er war schon als Kind bekannt im Dorf“, erzählt Peter MacAskill. „Die meisten mochten ihn, nur die nicht, an deren frisch gestrichenen Wänden er mit dem Rad vorbeikam.“ Un ter denen, die ihn nicht leiden konnten, war auch der Ortspolizist. Dessen Wach zimmer lag in der Straße der MacAskills, praktisch wegen der zahlreichen Besuche bei der Familie. Als Danny dreizehn war, zog der verärgerte Constable dessen Fahr rad für einen Sommer ein: Er hatte Danny bei einem Wheelie auf dem Gehsteig erwischt. Peter MacAskill zeigt dafür bei nahe Verständnis: „In einem kleinen Dorf hat die Polizei eben nicht viel zu tun.“ Der Bike-Entzug blieb selbstverständ lich wirkungslos, Danny machte weiter wie zuvor. Sein Körper war schmal und drahtig, und die Hingabe, mit der er sich von Bäumen schmiss, hatte ihm Beweglichkeit, Selbstbewusstsein und eine famose räumliche Vorstellungsgabe vermittelt. Ohne eine Clique von ähnlich begeisterten Bikern und mit nur zwei einschlägigen Videos in seiner Sammlung entwickelte MacAskill einen eigenen Stil: Er kombinierte Gleichgewichtsgefühl und Technik von Trial-Fahrern mit Tempo und Vorstellungskraft der BMX-Gemeinde, was deren Tricks betraf. Danny ist in beiden Welten zu Hause, das zeigt sein Video: Mal radelt er mit Kraft, wenn er von einer schrägen Wand zur anderen springt – und balanciert im nächsten Moment (und fällt auch ein paarmal runter) auf der zwei einhalb Zentimeter breiten Spitze eines Eisenzauns. „Mir hat vielleicht das gewis se Bike-Umfeld gefehlt“, sagt MacAskill, „aber das bedeutet, dass ich jetzt so fah ren kann, wie ich es tue.“ Was man dem fertigen Film nicht ansieht, sind die vielen investierten Stun
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Kreatives Biken hat immer auch mit Arbeit zu tun. YouTube-Ruhm ändert nichts daran.
Die MacAskillRoadshow: Stoppt hinter jedem Haus.
Kreative Verkehrsplanung: Radweg, neu interpretiert.
„Danny!“, kreischt eine Frau auf der anderen Straßenseite. „Janice hat gesagt, du sollst ihr nicht aufs Dach springen!“ den, damit alles so schwerelos aussieht. Einer der abschließenden Drehorte in Dunvegan war die Bäckerei, eine mit Stroh gedeckte Hütte samt Auffahrt zur Eingangstür, wo Danny schon herum kurvte, als er noch in den Kindergarten ging. Die Idee war, nach einem schnellen Anlauf mit einem Sprung über einen klei nen Grashügel genügend Höhe zu gewin nen, um beide Reifen als Abdruck über dem Fenster zu verewigen – in eineinhalb Meter Höhe! – und wieder zu landen. Sowersby baute die Kamera nahe der zweispurigen Straße auf, die Dunvegan teilt. (Und musste sie jedes Mal, wenn ein Auto kam, zur Seite räumen.) Die Sonne ging langsam unter, und in der Bäckerei
räumte die Besitzerin Janice MacLellan auf. Danny MacAskill nahm eine Holz tafel und deckte damit das vordere Fens ter ab. „Danny!“, kreischte eine Frau von der anderen Straßenseite herüber. „Janice hat gesagt, du sollst ihr nicht aufs Dach springen!“ „Ach, das ist mir egal, solange er nicht durchs Fenster springt“, antwortete Mac Lellan. Wie jeder in Dunvegan kennt sie den Helden der YouTube-Sensation, seit er ein kleiner Junge war. „Er hat das schon immer gemacht, und er hat diesen Ruhm verdient, wenn man bedenkt, wie viel Zeit er reingesteckt hat.“ Ein Dutzend Einheimischer, darunter etliche Kinder, sammelt sich auf dem
Parkplatz, als MacAskill ein paar Probe läufe macht: Reicht das Tempo? Passt der Absprungwinkel? „Für mich fühlt sich das so an wie für normale Menschen, wenn sie auf der Straße über einen Kanaldeckel springen“, erklärt Danny, was in ihm vor geht. „Ich sehe eine Möglichkeit, weiß, was ich kann, und stelle mir sofort vor, was ich jetzt gerne tun würde.“ Doch sich etwas vorstellen und es durchziehen ist zweierlei. Bei den ersten zehn, zwölf Versuchen kämpft MacAskill mit dem Tempo. Immer wieder bremst er, bevor er vom Grashügel abhebt. Er erreicht kaum 60 Zentimeter. „Ich schaff’s nicht“, führt er Selbstgespräche. Seine Mutter, die daneben steht und das hört, ermutigt ihn: „Red nicht lang rum. Mach es einfach!“ Die Sonne war großzügig an diesem Tag, unüblich für die Jahreszeit. Doch als sie die grünen Hügel und den blauen Meeresarm westlich von Dunvegan zum letzten Mal ins Licht taucht, ist allen klar: Das war heute nicht Dannys Tag. „Ich probier’s morgen“, sagt er und dreht sich unruhig um zu den Zuschauern. Er ver sucht das Gefühl zu ignorieren, will, dass es sich so anfühlt wie damals, als es nur ihn gab und sein Fahrrad und ihm bloß ein Paar Kopfhörer Gesellschaft leisteten. Dann holt Danny vom hintersten Ende des Parkplatzes noch einmal Schwung, zieht an den Schaulustigen vorbei, quert die Straße, geht über den Absprung und platziert beide Reifen kraftvoll auf dem Brett über dem Fenster. Sprung Nummer 20 war der erste erfolgreiche, aber Danny wird es noch ein paarmal probieren, bis es perfekt ist – MacAskill-perfekt. Die Sonne ist jetzt weg. Die Crew packt zusammen und fährt zurück, die Straße hinunter, dann biegt sie ein auf den ge schotterten Parkplatz vor dem Haus der MacAskills. Mit der Front zur Straße steht da ein kleines, strohgedecktes Cottage. Es ist das Museum des Riesen Angus Mac Askill, Peter hat es 1989 eröffnet. Drinnen lauert in einer Ecke eine furchterregende, lebensgroße Figur von Angus. Gleich da neben ein gewaltiger Sessel, auf dem sich die Besucher fotografieren lassen können. Über den Nachbau des einstigen Betts von Angus sind sorgfältig zwei Socken gebrei tet, groß wie Hosenbeine: Es könnten die seinen sein. Wenig hat sich verändert, seit Peter MacAskill das Museum betreibt, mit einer Ausnahme: Neben der Eingangstür hängt ein Poster von Angus’ Urururur enkel, das ihn bei einem Sprung zeigt. Die Zeit wird weisen, welcher der bei den MacAskills der berühmtere sein wird. Die Homestory des YouTube-Stars auf Print 2.0 Der Clip, der MacAskill berühmt machte: de.redbulletin.com/macaskill
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Wie der Vater, so der Sohn: Seun Kuti steht beim Fela-Tributkonzert am Mikrofon. Und zelebriert die raue Energie des Afrobeat.
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It’s a Felabration Der beste Drummer aller Zeiten trifft auf eine DJ-Legende aus Detroit, um vereint der Afrobeat-Legende Fela Kuti zu huldigen. US-Musiker James Pants war in Lagos dabei. Und berichtet über zwielichtige Gassen, kamikazeartigen Verkehr und ein unglaubliches Konzert. Text: James Pants, Bilder: Liam Lynch
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Tony Allen hat zwei Dekaden in Fela Kutis Band getrommelt. Und mit seiner komplexen Rhythmik Afrobeat mitdefiniert. Heute teilt er sich die Bühne mit jungen Künstlern wie Damon Albarn (Blur), Air oder Charlotte Gainsbourg.
Vor 15 Jahren hat Theo Parrish House-Musik neu erfunden: weg mit glatten GroßraumdiscoBeats, her mit verrauschten Jazz-Samples und politischer Haltung.
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Kleine Marktstände und Sonnenschirme am Straßenrand des Ikeja-Viertels spenden den notwendigen Schatten.
Häuserverzierungen, die vor Diebstählen warnen, erblickt man in Nigerias größter Stadt häufig.
Das bevorzugte Fortbewegungsmittel in Lagos: Mopeds bestimmen hier das Tempo. Und sorgen für den Benzinduft, der durch die Hauptstraßen zieht.
Mit Rutschen und Trompeten: In dem aufgelassenen Wasserpark im Hotelgarten proben Tony Allen, Theo Parrish und Band für den Auftritt beim FelabrationFestival.
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ch steige aus dem Flieger und fühle mich wie ein Fisch an Land. Ein Augenmeer folgt jeder meiner Bewegungen. Ein Gefühl, das mich an den Pausenhof in der High school erinnert. Autos hupen, Leute schreien, Mopeds huschen wie Benzin kotzende Motten vor bei. Ein lächelnder Mann in ele ganter weißer Kleidung kommt auf mich zu. Er stellt sich nicht vor, schüttelt ein fach meine Hand, deutet an, ich solle ihm fol gen. Ich habe leichte Bedenken. Aber ehrlich, in diesem Moment habe ich nicht die leiseste Ahnung, was ich tun, wo ich hingehen oder wen ich treffen soll. Also folge ich ihm. Wir drängen uns durch Menschenmassen, irgendwann treffen wir auf zwei Gestalten, die wie ehemalige Profi-Wrestler aussehen, jeder mindestens zwei Meter groß. Sie stellen sich als Machiavelli und Cosmo vor. Machia velli hat ein Tupac-Shirt an, übersät mit Plastik-Edelsteinen. Cosmo trägt ein enges, hellblaues Tennishemd, das seinen baum stammdicken Bizeps gut zur Geltung bringt. Anhand ihrer hektischen Gesten ist unschwer zu erkennen: Die zwei wollen weiter, die fa ckeln nicht lange. An diesem Punkt habe ich zwei Optionen. Die erste, vermutlich vernünf tigere wäre, zu fliehen. Die zweite: tollkühn an das Gute im Menschen zu glauben und in den heruntergekommenen Mazda-Van einzu steigen, auf den Cosmo deutet. Ich steige ein. Das war der Beginn meines einwöchigen Abenteuers in Nigeria. Aber bevor ich noch weiter abschweife, sollte ich kurz erklären, was mich hierher verschlagen hat. Die Red Bull Music Academy hat mich nach Lagos geschickt, um die Organisation eines Konzerts mit zu betreuen: einer Kolla boration zwischen dem legendären nigeriani schen Afrobeat-Schlagzeuger Tony Allen und dem House-Produzenten Theo Parrish aus 61
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Detroit. Die Show ist Teil des FelabrationFestivals, das dem Afrobeat-Erfinder und politischen Aktivisten Fela Anikulapo Kuti huldigt. In den mittleren 1960er J ahren war Afrobeat eine Protestbewegung ge gen Kolonialismus und das diktatorische Militärregime Nigerias. Fela demons trierte mit seinen Songs gegen die hiesige Repression. Mit einer Mixtur aus traditio nellen westafrikanischen Rhythmen und der Energie amerikanischer Funkmusik. Fela ist sozusagen der nigerianische James Brown. Tony Allen war während der 1970er Jahre Felas Drummer, hat mit ihm hun derte Konzerte gespielt. Legendär ist sein synkopiertes Schlagzeugspiel, das dem Afrobeat-Genre seine vorwärtspreschende Note verliehen hat. Geht es nach Musiker kollegen wie Brian Eno, ist Tony Allen der beste Drummer aller Zeiten. Punkt.
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llens Komplize an diesem Wo chenende ist Theo Parrish, nicht minder legendär. Sein Metier ist jazzige HouseMusik. Von Elektronik-Fans kultisch verehrt, schert er sich nicht um aktuelle Trends – der Mann aus Detroit geht seit 15 Jahren seinen Weg abseits von Großraum-Discos und HandtäschchenHouse. Seine Tracks sind verrauschte, rumpelnde Underground-Hymnen, so erhaben wie spröde. Die beiden hatten sich vor einigen Jahren als Tutoren bei der Red Bull Music Academy in Toronto kennengelernt, blie ben in Kontakt und haben sich Anfang September im Red Bull Studio in London wiedergetroffen. Um die Tracks zu schrei ben, die sie nun hier in Lagos zum Geden ken an Fela Kuti gemeinsam aufführen werden. So sieht’s aus. Und ich? Ich sitze noch immer im Van. Wir treiben durch die Nacht, durch die hell erleuchteten Straßen von Lagos. Oder bes ser, wir schieben uns durch den Verkehr. Alle zwei Meter schießt ein Kamikaze auf zwei Rädern an uns vorbei, es riecht nach verbranntem Gummi. Menschen zwängen sich durch die kleinen L ücken zwischen den Autos. Die einen tragen Hühner un term Arm, andere balancieren Müllsäcke auf dem Kopf. Cosmo sitzt am Steuer. Mit bewundernswerter Ruhe. Wie sie wohl nur einheimische Autofahrer in einer solchen Situation aufbringen können. Wenn irgendwann einmal die Apokalypse ansteht und die Menschen in Panik gera ten, heuere ich einen nigerianischen Taxi fahrer an. So viel ist sicher.
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Der New African Shrine ist ausverkauft: Sie alle sind da, dem Großmeister des Afrobeat ihre Reverenz zu erweisen. Erstmals seit 30 Jahren spielt Tony Allen die Klassiker seines Kollegen Fela Kuti hier wieder live.
Noch einmal gehen die Tänzerinnen ihre Choreographie vor der großen Show durch.
Musiker, Tänzer, Entertainer: Die Bühne beim Felabration-Festival ist voll besetzt.
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„Diese Blutsauger werden mich nicht kriegen! Nicht heute Nacht.“ Wir erreichen ein imposantes Tor, ein drucksvoll wie das einer Festung. Es ist die Einfahrt zum Hotel, wie mir meine Beglei ter mitteilen. Mein Instinkt war also gold richtig, ich habe mein Leben den rechten Jungs anvertraut. Der Bau sieht aus wie ein aufgemotztes Best-Western-Hotel. Wie eines dieser besseren Mittelklasse-Dinger, wie man sie auch bei uns kennt. Mit einer kleinen Ausnahme: Die Anlage ist von be waffneten Wächtern umringt. Im Zimmer knipse ich das Licht aus. Beine ausstrecken, schlafen. Doch da ist es schon, dieses Surren, mir bestens aus den Sommercamps meiner Jugend ver traut. Moskitos. Aber ich bin vorbereitet: Schon vor der Abreise habe ich meinen Körper mit einem abscheulich riechenden Gebräu aus Anti-Malaria-Salben einbal samiert. Diese Blutsauger werden mich nicht kriegen! Nicht heute Nacht. Die nächsten Tage verbringe ich bei den Proben für das Konzert. Tony sitzt an den Drums, Theo am Keyboard, außerdem: ein Dutzend Trommler aus Lagos, Bläser, Gitarristen und ein französischer Bassist. Die Proben finden in einem aufgelasse nen Wasserpark im Garten eines Hotels namens Aquatic statt. Die Pools sind leer, die Rutschen rostig. Schaulustige stehen an den Fenstern der Hotelzimmer und blicken herunter auf das musikalische Treiben. Die Band probt einige von Tonys Kompositionen sowie Felas Original stücke. Seun Kuti, einer der Söhne der Legende, kommt gelegentlich mit dem Saxophon zum Jammen vorbei. Ich genie ße das Szenario von einem gemütlichen Liegestuhl aus, grille in der nigerianischen Sonne, esse Samosas. Und kann mich beim besten Willen nicht beschweren. Unser Autor James Singleton alias James Pants lebt in Spokane, Washington. Er ist Multi-Instrumentalist, Enfant terrible, genialer Dilettant, aufgeweckterJournalist und Einsiedler. Auf seinen beiden Alben „Welcome“ (2008) und „Seven Seals“ (2009) für das kalifornische Hip-Hop-Label Stones Throw kreuzt er Electro-Boogie-Sound der frühen 1980er Jahre mit New Wave und charmant schrägem Gesang.
Zwei Tage später: Das Felabration-Fes tival findet im New Africa Shrine statt. Einem Club, in dem Fela während der 1970er und 1980er oft aufgetreten ist. In dieser Zeit war der Shrine der coolste Laden der Stadt. Und auch heute Nacht zieht sich die Schlange vor dem Club um den Block. Im Inneren wuselt es wie in einem Bienenstock. Die Security-Jungs
fuchteln mit Golfeisen und Prügeln her um, versuchen den Publikumsansturm zu dirigieren. Doch das erledigt die Musik für sie: Als die erste Band loslegt, stürmt das Publikum wie gebannt Richtung Büh ne. Und übertönt die Musik mit eupho rischen Schreien, Pfiffen und Applaus. Schweiß und Rauch hängen in der Luft. Die roten Wände sind klebrig, harzig. Ein muskulöser Wicht vor mir auf der Bühne hüpft tanzend auf und ab. Wow. Gruppen von bunt gewandeten Tänze rinnen wirbeln über die Bühne. Ihre Cho reographie scheint eine Story zu erzählen: Der Ehemann kommt nach der Arbeit heim und wird von seiner Frau verdro schen? War’s das? Die Frauen klatschen nach der Szene jedenfalls am lautesten. Um drei Uhr morgens dann greift Großmeister Tony Allen zu den Drum sticks und stimmt das erste Stück an. Ein Jazz-Epos von Tonys aktueller Platte „Secret Agent“. Die Bläser klingen so stür misch, mit Leichtigkeit könnten sie die Stadtmauern von Jericho zum Einsturz bringen. Anschließend gesellt sich Seun Kuti dazu. Mit Saxophon und Mikro. Plötzlich scheint Fela selbst auf der Bühne zu stehen. Die Energie, mit der sein Sohn den Mikrofonständer packt, die politi schen Slogans seines Vaters inbrünstig ins Publikum schmettert – Gänsehaut. Zum allerersten Mal seit dreißig Jahren performt Tony Allen Fela Kutis AfrobeatKlassiker in seiner Heimatstadt. Ältere Damen in der ersten Reihe haben Tränen in den Augen. Vermutlich haben sie Fela schon damals hier live erlebt. Zwei Stunden später ist die Show vorbei. Die Band packt ihre Instrumente zusammen. Erste Sonnenstrahlen dringen herein, einige Übriggebliebene fläzen sich auf den Couchs am Gang, die SecurityJungs lassen Bierdosen zischen. Machia velli signalisiert mir: Es ist Zeit zu gehen. Während der Rückfahrt zum Hotel durch die verlassenen Straßen denke ich über die vergangene Nacht nach. Hier, in Afri kas bevölkerungsreichstem Land, in einem Land, wo sich extremer Reichtum und bitterste Armut direkt gegenüberstehen, entstand und entsteht Musik, die magisch ist. Und ich meine nun, den Ursprung von Tony Allens komplexen Rhythmen zu erkennen. Dieser einzigartige DrumSound, er ist die Essenz von Lagos. Von dem Labyrinth an Gassen und Gebäuden, den vielfältigen Düften und Geräuschen. Er ist das Extrakt dieser Kakophonie, das Lagos so großartig macht. Felabration-Festival – die Highlights: 11. 12. 2010, 23.15 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV www.redbullmusicacademy.com
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Trockentraining Das Team von Volkswagen Motorsport bereitete sich in der Sahara auf die Dakar-Titelverteidigung vor. Das Red Bulletin war dabei. Text: Werner Jessner, Bilder: Ferdi Kr채ling Motorsport-Bild
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Dakar ist nicht F1: Werkstatt in Marokko. An der Tür sehen wir Eduard Weidl, den technischen Leiter und Vater des Race Touareg.
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Peru Bolivien
Arica Iquique
Brasilien
Calama
Antofagasta Copiapó Chilecito
San Salvador de Jujuy San Miguel de Tucumán Córdoba Victoria
San Juan
Argentinien
BUENOS AIRES
Chile
Dakar liegt 2011 zum dritten Mal in Südamerika: Start und Ziel des Wüstenklassikers ist abermals in Buenos Aires, 14 Tagesetappen in Argentinien und Chile werden würdige Sieger küren. Landschaftliche wie sportliche Höhepunkte: die AtacamaWüste und die Überquerung der Anden.
Illustration: Andreas Posselt
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ris Nissen, Motorsport-Direktor von VW, hat ein Problem: Seit zwei Wochen prügeln Giniel de Villiers und Mark Miller den Race Touareg nun schon durch die marokkanische Wüste, 800 Kilometer pro Tag auf teils unvorstellbar schlechten Pfaden, aber noch immer sind die ersten Antriebswellen drin: „Die halten jetzt schon 7000 Kilometer. Dabei reicht es, wenn sie 1500 bis 2000 Kilometer aushalten, weil sie sowieso jeden zweiten Tag gewechselt werden.“ Und warum soll das ein Problem sein? „Weil sie leichter sein könnten. Andererseits hat ein so stabiles Auto natürlich auch Vorteile: Im Normalbetrieb kommt das Auto nicht an seine äußersten Grenzen. Wenn man also einen Performance-Ritt machen muss, weil es die Rennsituation er fordert, sind die Chancen größer, dass das Auto es unbeschadet übersteht.“ Willkommen in der Hölle. Oder wenigstens jenem Zustand, der der Hölle am nächsten kommt: 46 Grad zeigt das Außen thermometer, kein Lüftchen rührt sich. Und das ist vielleicht gar nicht so schlecht, denn das gestrige Lüftchen hat sich innerhalb einer halben Stunde zum ausgewachsenen Sandsturm gemausert, der das Lehm-Stroh-Gemisch, mit dem die Werkstatt verputzt war, effizient abgeschmirgelt hat. Drei flinke Geckos verstecken sich unter einem Mistkübel, dort finden sie ein bisschen Schatten. Die Menschen in ihren dunkelblauen T-Shirts sind allerdings nicht wegen der marokkanischen Fauna hier und auch nicht, um die eindrucksvolle Wüstenlandschaft zu genießen: Mehr Nebensaison als Anfang August am Rande der Sahara ist fast nicht vorstellbar. Da scheitert jedes Tourismuskonzept. Nicht einmal 65
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Ihre Erwartungen für 2011? Nach den Siegen der letzten Jahre erwartet jeder, dass wir den Sieg wiederholen – auch wir selber. Aber BMW hat nachgelegt, und Robby Gordon hätte ohne technische Probleme schon im Vorjahr aufs Podest fahren können. Wir sind Favoriten, wissen aber, dass es nicht einfach wird. Auch die Strecke wird schwieriger sein als im Vorjahr. Eine schwierige Strecke sollte dem Race Touareg doch entgegenkommen? Ja, das würde ich so sagen. Unser Auto ist sehr ausgereift und schnell. Der diesjährige Race Touareg ist sicher der beste, den es je gab. Ist auch das Team das beste? Das beste Team haben wir schon seit 2008. Wenn wir jetzt noch besser sind, dann deshalb, weil wir sehr stabil geblieben sind und wissen, wie man gewinnt. Von den besten fünf Crews sitzen vier in unserem Auto. Der Einzige, der nicht bei uns fährt, ist Peterhansel. Ein einfacher Sieg wäre genug? Absolut. Zuallererst muss man die Dakar besiegen, dann die Gegner. Diese Aufgabe ist hart genug.
Markus Preuth Teamarzt VW-Dakar-Projekt Was passiert, wenn sich bei VW jemand verletzt? Der Veranstalter stellt 30 Ärzte für Erstversorgung und Transport. Im Krankenhaus übernehme ich, überlege, ob es zusätzliche diagnostische Maßnahmen braucht, und organisiere den Heimtransport. Außerdem sind unsere Fahrer froh, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Die häufigsten Probleme? Schnupfen, Halsweh, Heiserkeit, Durchfall oder kleinere Verletzungen von der Arbeit am Auto. Aus unserem 100-köpfigen Team sehe ich während der Rallye fast jeden irgendwann. Was und wie viel trinken die Fahrer? Je nach Etappe zwischen zwei und fünf Liter eines Elektrolytgetränks, das die Uni-Klinik Bad Nauheim auf die Belastungen des Motorsports zugeschnitten hat. Wir verwenden dafür CamelBaks, die hinter den Sitzen montiert sind. Unterwegs essen sie PowerBar-Riegel und -Gels. Was passiert im Biwak? Wenn die Crews reinkommen, hat ihnen der Koch schon eine schöne Pasta zubereitet, um die Kohlehydratspeicher zu füllen. Wir haben keine Diätpläne, unsere Jungs sind ohnehin Profis. Einzige Regel: keine Experimente. Während die Fahrer beim Briefing sitzen, werden die Beifahrer massiert, danach wird gewechselt.
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unser Böschungswinkel nicht mehr ganz so gut, aber die Fahrer bringen die Front ja s owieso zerknautscht aus den DünenEtappen zurück“, lächelt Eduard Weidl, technisches Mastermind hinter dem Race Touareg, weise.
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er gebürtige Öster reicher, der schon für Audi Rallye- und Tourenwagen und für Opel STW-Renner konstruierte, hat mit dem Race Touareg sein Meisterstück abgeliefert: Ein Gitterrohrrahmen aus 126 Meter Flugzeugstahl bildet das Skelett, der 5-Zylinder-Turbodiesel mit Doppelturbo das Herz des leer mindestens knapp 1800 Kilo schweren Autos. Ein reiner Prototyp: „Original Touareg ist eigentlich nichts“, sinniert Weidl, „obwohl wir natürlich schon viele Konzern-Teile verwenden: Das VW-Logo stammt von einer Bus-Designstudie, die Klimakühler vom Porsche Boxster, der Klimakompressor vom VW Lupo.“ Moment: Klima? „Die Klimaanlage hilft in der Wüste enorm“, sagt Timo Gottschalk, Beifahrer von Nasser al-Attiyah, im Vorjahr Zweitplatzierte hinter Carlos Sainz/Lucas Cruz. „Sie senkt die Innenraumtemperatur um 15 Grad. Das ist bei den Außentemperaturen in der Wüste, der großen Frontscheibe und der Aufheizung durch den Motor im Beinraum schon sehr angenehm und hilft der Besatzung, die Konzentration zu bewahren. Dennoch kommt es unterwegs durchaus vor, dass du im Auto die Füße anhebst, weil die Hitze unerträglich durch die Schuhe kriecht.“ Der Job des Beifahrers, der eigentlich ein Navigator ist, ist mental mindestens so anstrengend wie der des Fahrers: Roadbook lesen, orientieren, permanent die Tripmaster justieren, weil eine Gerade im GPS natürlich nie und nimmer eine Gerade im Sand ist, dazu Checkpoints finden und noch genauer ansteuern als bisher (ab 2011 müssen sie auf 400 Meter genau statt wie bisher auf drei Kilometer getroffen werden), Konkurrenz beobachten und blitzartig Entscheidungen treffen, von d enen jede einzelne mehr Zeit kosten kann, als der Fahrer auch durch übermäßi ges Risiko aufholen könnte – die Jungs am sprichwörtlichen heißen Sitz sind die spärlich besungenen Helden der Dakar. Ohne einen gefestigten Charakter hast du hier nichts verloren. Ach ja: Schrauben sollte der Co auch noch können, denn wenn was kaputtgeht, muss das in Ordnung gebracht werden. Carlos Sainz’ Co Lucas Cruz gilt als bester Mechaniker unter den Navigatoren, Timo Gottschalk ist Maschi-
BILD: GABRIEL BOUYS/AFP/Getty Images (1)
Kris Nissen VW-Motorsport-Direktor
die Fossil-Sammler wagen sich um diese Jahreszeit in den Osten Marokkos. Aus der Sicht von Volkswagen Motorsport hat das natürlich nur Vorteile, kann man so doch ungestört unter realitätsnahen Bedingungen die Strapazen der Rallye Dakar simulieren. Schlimmer als hier wird es in der südamerikanischen AtacamaWüste im Januar auch nicht zugehen. Die Testpiste des Long Run ist eine ehemalige Etappe der alten Rallye Paris– Dakar. Navigatorisch nicht sonderlich schwierig, dafür peinigende Steinpisten, ausgefahrene Spuren mit immer wieder unvermutet auftauchenden heimtückischen Wellen, in der Mitte ein Dünenfeld. Der Speed, den Mark Miller, mit seinem Co Ralph Pitchford Dritter bei der Dakar 2010, hier geht, ist unglaublich. „This is a double caution“, krächzt er in den Bordfunk, „but what the fuck!“ Noch bevor der Beifahrer die Schattierung am Horizont als halbmetertiefes Schlagloch identifiziert, hat Mark bereits beschlossen, es nicht ernst zu nehmen, nicht bei lächer lichen 176 km/h am Tacho. Mark redet lieber weiter über Rennräder. Das Schlagloch wäre für jedes normale Auto kein „double caution“ gewesen, sondern ganz normal das Ende. Hier macht es einen dezenten Ruck, kurz wird das Motorgeräusch lauter, weil alle Räder in der Luft sind, dann brettert der blaue VW auch schon wieder weiter, als wäre da nichts gewesen. Haben wir überhaupt den ganzen Federweg ausgenutzt? Mark beruhigt: Haben wir, außerdem freut er sich, dass die Abstimmung der Dämpfer mit dem sehr progressiven Bottom-out so gut ankommt, man sei auch mächtig stolz darauf. Der VW Race Touareg, Sieger der letzten zwei Dakar-Rallyes (2009 mit Giniel de Villiers, 2010 mit Carlos Sainz am Steuer) ist ein Rennauto auf der Höhe seiner Kunst. Als im letzten Jahr kurz die BMW X3 von Sven Quandts X-Raid-Team ihre Geschwindigkeit aufblitzen ließen, wurden daheim bei Volkswagen Motorsport in Hannover die Bullet Points für die Verbesserung des Touareg notiert: Mehr Topspeed (statt 180 km/h schafft er heuer 195 km/h, wie die BMW auch). Weniger Leistungsverlust in der Höhe (auf 2700 Metern über dem Meer verliert der 5-Zylinder-Dieselmotor heute nur mehr 15 bis 20 Prozent seiner Leistung, letztes Jahr waren es noch 30 Prozent). Damit verbunden: bessere Luftversorgung der Aggregate (man hat seit diesem Jahr zwei Lufteinlässe am Dach). Und der Verkauf hatte sich mehr Ähnlichkeit mit dem Serienauto gewünscht, was zu neuen Lichtern und einer um fünf Millimeter längeren Front geführt hat: „Jetzt ist zwar
Der Blick ins Cockpit vermittelt ansatzweise eine Vorstellung von der Komplexität des Beifahrerberufs.
vw race touareg 3 dominator, verfeinert Skelett Herzstück ist der Gitterrohrrahmen aus hochfestem Flugzeugstahl. Besonders beeindruckend die Performance der je zwei ZF-Sachs-Dämpfer pro Rad, deren Federweg das Reglement auf 25 cm begrenzt. Hinten: Reserveräder, Sandleitern, Ersatzteile. Karosserie Aerodynamisch und thermisch verbessert, außerdem näher am Serienauto. Nachteil, wenn man einen suchen will: Der Böschungswinkel hat sich geringfügig verschlechtert. ANTRIEB 2,5-Liter-Dieselmotor mit zweistufiger Turbo-Aufladung, sequen zielles Fünfganggetriebe. Ein Luftrestriktor beschränkt die Leistung in diesem Jahr auf 310 PS. Imposantes Drehmoment: 700 Nm. Servicefreundlich und haltbar, das waren bisher die Stärken des Touareg. Eine längere Übersetzung und mehr Motorleistung sollten ihn heuer auch zum schnellsten Auto im Feld machen.
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Die Einsamkeit des Führenden: Grandiose Landschaften wechseln in Südamerika mit Städten voll enthusiasmierter Fans.
nenbau-Diplomingenieur genau wie Ralph Pitchford an der Seite von Mark Miller. Der Vierte im Bunde, Dirk von Zitzewitz, ist jahrelang mit dem Motorrad gen Dakar gerannt, und da hast du erst recht keinen, der dir unterwegs Arbeit abnimmt. Doch selbst für diese Spezialisten gilt: Ich bin ein Meister, der übt. Vor dem Verladen der Autos aufs Schiff werden die Crews für eine Woche nach Hannover beordert, um dort ihre Touaregs in- und auswendig kennenzulernen. Mechaniker heizen die Autos schön auf, damit das Szenario auch möglichst realitätsnah ist, dann lautet die Aufgabe beispielsweise: „Wechselt die Lenkung!“, das alles selbstverständlich auf Zeit. Zumindest eine Ersatzlenkung ist unterwegs immer mit, genau wie Halbachsen, Querlenker und andere verschleißgefährdete Teile. Der jeweils als Letzter Gestartete kriegt das Ersatzteilpaket mit, eine nicht sonderlich beliebte Rolle, wie man annehmen darf. Nötig ist sie aber, denn: „To finish first you first have to finish“, kramt Kris Nissen im Phrasenbuch des Motorsports, „der größte Gegner ist immer die Dakar selbst.“ Aus der Luft betrachtet, ist das schwer zu glauben. Der Aérospatiale SA 330 Puma von Hubschrauberpilot Captain Basbousi, der mit seinem Schnauzer, der 68
drahtigen Figur und dem grauen Overall exakt so aussieht, wie man sich einen marokkanischen Hubschrauberpiloten vorstellt, folgt Giniel de Villiers in der Luft. Zwar weiß die Servicecrew daheim in der Homebase Erfoud über GPS ständig, wo sich das trainierende Auto gerade befindet, dennoch wird der Hubschrauber mit dem Teamarzt auf jeder Runde nachgeschickt, nur für den Fall. Von da heroben schaut die Wüste so schön aus, so majestätisch, ewig. Seit Jahrmillionen schleift der Wind nun schon an den Sandsteintürmen, doch die stehen immer noch da (ganz so erfolglos kann er freilich bei seiner Arbeit nicht gewesen sein, der Wind, irgend woher muss der ganze Sand ja kommen). Dann ein Rudel Dromedare, Giniel fetzt keine 20 Meter an ihnen vorbei, keines der Tiere rührt auch nur ein Ohrwaschel: ach, schon wieder das blaue Auto. Das ist die Gelassenheit der Wüste. Schließlich taucht der Race Touareg in den Dünengürtel ein. Statt die kürzeste Linie zu nehmen, fährt Giniel immer leichte Kurven, links, rechts, links. Es ist wie Surfen, erklärt er: „Du musst das Gelände lesen können wie ein Surfer die Wellen. Du versuchst, immer am oberen Kamm der Dünen zu fahren, nie unten.“ Was aus der Luft leicht und logisch wirkt,
erscheint aus der Beifahrerperspektive irritierend. Alles eine Frage des Blicks: Giniel visiert einen Berg am Horizont an, das ist sein Referenzpunkt. Dort muss er hin. Der Rest ist, nun ja: Trockensurfen, eventuell mit Tiefschneefahren vergleichbar, wobei du Jahre brauchst, bis du eins mit dem Gelände wirst. Am Abend wird es laut in der Werkstatt in Erfoud. Zuerst kommt der Hubschrauber zurück, 20 Minuten später das blaue Auto, das erstaunlich leise für sein Kaliber ist. Dem optischen Auftritt zufolge würde man weit mehr Gebrüll erwarten. Die Mechaniker-Crew stürzt sich auf das blaue Tier, wäscht es, reißt die Räder runter, steckt den Diagnose-Laptop an. Routinierte, schnelle Bewegungen, präzise, selbstverständlich. Rennmechaniker sind mindestens so kompetitiv wie die Fahrer, deren Autos sie betreuen. Nach kaum einer Stunde ist der Spuk auch schon wieder vorbei, obwohl routine mäßig Dämpfer getauscht und ein paar neue Teile zum Testen eingebaut wurden. Mehr Arbeit war beim besten Willen nicht zu finden. Die Chancen, dass das bei der Dakar selbst nicht viel anders sein wird, sind groß. 33. Rallye Dakar: 1. bis 16. Januar 2011, 14 Etappen durch Argentinien und Chile
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Verlängerung des Schwebens Wenn Skisprung-Champions erwachsen werden: Vogelmenschen beim Fliegenfischen. Nachfrage bei Toni Innauer und Walter Steiner. Text: Herbert Völker, Bilder: Jürgen Skarwan
Das Gegenteil von Fliegenfischen ist Wurmfischen. Fliegen fischer werfen Skizzen ihrer feingliedrigen Kunst aufs Wasser, Wurmfischer halten die Angel hinein. Allesamt zerfließen sie im Lauf des Tages in Geduld, die Angler wie die Künstler, und fangen hin und wieder einen Fisch, der freigelassen oder gebraten wird. Vorher wird er in jedem Fall relativ zärtlich angeschaut, womöglich auch fotografiert. Alle Fischer sind dann sehr, sehr glücklich, sie gelten als entspannt und vorübergehend lebensklug. Verachtet ihr die Wurmfischer? (Allein wie das klingt.) Nein, sagt Toni Innauer. Das beginne ja schon beim Respekt vor dem Fisch. Allerdings nennt er eine amerikanische Statistik, wonach die Fische eine zehnmal bessere Überlebenschance haben, wenn sie von einer geschnappten widerhakenlosen Fliege befreit und wieder ins Wasser bugsiert werden, als wenn man sie von einem geschluckten Angelhaken lösen muss. Wie auch immer: Uns eröffnet diese Passion eine Chance, meditativ schweigend im Trockenen zu stehen, wenn zwei prächtige alte Kumpel im Wasser der steirischen Salza waten, um Fische zu betören. Betören, das darf man ruhig so sagen, auch dieser Charme adelt den Fliegenfischer. Nachher, in der Euphorie der geglückten Jagd, werden wir den beiden beim Philosophieren übers Skispringen zuhören und manchmal ein Stichwort zuwerfen, wie der misstrauischen Äsche eine hellbunt gefiederte Fliege. Der Schweizer Walter Steiner, jetzt 59, und der Österreicher Toni Innauer, 52, waren die Vogelmenschen der 1970er Jahre. Beide waren sie Weltmeister, Weltrekordler, Olympia-Medaillengewinner. Wirklich herausragend wurden sie durch die Art, wie sie sich auf neues Terrain ihres Sports vorwagten, auch laut darüber nachdachten und Wegweisendes bewirkten. 70
Auf Top-Ebene überschnitten sich ihre Karrieren nur für vier Jahre, aber es reichte, genug Aufwind zu schaffen für eine Freundschaft über die Jahrzehnte. Und weil sie schon als jugend liche Überflieger in der kalten Strömung der Koppentraun gemeinsam ihr Mütchen gekühlt hatten, gab das Fliegenfischen immer wieder einen feinen Grund ab, einander zu rufen, an die Bregenzer Ache, zur norwegischen Rena, zur slowenischen Soča. Jetzt rief die steirische Salza. Walter Steiner war ein auffälliges physikalisches Phänomen, dazu aber ein solcher Quer- und Sturschädel, dass der große Filmemacher Werner Herzog 1974 mit ihm „Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner“ drehte. Kurz gesagt geht es um das Problem, dass ein Mensch etwas mehr leistet, als ihm guttut, er springt zu weit nach den Maßstäben seiner Zeit. Wir bleiben am Filmtitel „Ekstase“ hängen. Wie passt das zusammen, die messerscharfe Präzision des Springens und das Grenzwandern hinüber in die Verzückung? Steiner selbst ist da reserviert, „Ekstase“, das komme vom Filmemacher. Werner Herzog ist vom Äußerlichen ausgegangen: „Man sieht es an den Gesichtern der Springer, wenn sie an der Kamera vorbeistreichen, mit offenem Mund und diesem unglaublichen Ausdruck in ihren Gesichtern.“ Innauer sieht das eher inwendig: „Man kann auch Trance sagen, oder das englische Wort flow, das heißt ja nichts anderes als die wunderbare Leichtigkeit des Gelingens. Das haben wir beide erlebt beim Springen und gelegentlich annäherungsweise in anderen Sportarten, aber leider halt nur ansatzweise.“ Gilt das auch für Golf und Fliegenfischen? (Lacht.) „Klar. Im Ernst: Ein Skisprung, der unter optimaler Ausnützung aller Talente, unter Verwaltung aller vorhandenen Muskelkräfte, Luftkräfte, von Geschwindigkeit, vom Radius
Gereifte Spitzensportler verlieren nie die Phantasie für mögliche Absprünge. Walter Steiner in Vorlage, Toni Innauer ein wenig verhalten.
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her wirklich optimal gelingt, löst Ekstase aus. Es ist etwas unbeschreiblich Schönes. Wir suchen das ja nach wie vor ein bisschen im anderen Leben, natürlich mit der notwendigen Selbstironie, weil man sich sonst lächerlich macht, denn man kann es ja nicht wieder schaffen. Aber wir kennen das, wir haben gekostet davon.“ Wie hast du den Walter zum ersten Mal erlebt? „Da bin ich mit dem Alois Lipburger auf einem Baum in Oberstdorf gesessen, war 14 Jahre alt, habe mir vier Stunden dieses Skifliegen angeschaut und habe gesehen, wie der Walter Steiner 179 Meter (zehn Meter über den damaligen Weltrekord; Anm.) hinein ins Flache geflogen ist und einen Bauchfleck gemacht hat. Taumelnd, mit blutender Nase ist der lange, dürre Mensch aufgestanden und aus dem Auslauf gegangen.“ Es ist fast vierzig Jahre her. Welches Problem konnte dazu führen, dass ein begnadeter Springer in schwere Gefahr kam – offensichtlich unausweichlich? Walter Steiner: „Die Schanzen stimmten nicht mehr. Es betraf ja nachher auch den Toni und andere Springer, ich war bloß der Erste, bei dem es so extrem sichtbar wurde. Die Schanzen passten nicht mehr zu den Fähigkeiten einer neuen Springer generation.“ Es ging um Winkel von Schanzentischen und Radien der Schanzenhänge und Ausläufe, zusammen mit der variablen Anlauflänge, die allesamt in Frage zu stellen waren. Aber warum musste sich gerade Walter Steiner als Versuchsobjekt vorführen lassen? Freund Innauer springt ein: „Der Walter hatte ein heraus ragendes Fluggefühl, dazu kam, dass er von der Anatomie her einen neuen Springertyp darstellte, er war sehr leicht und sehr lang, er konnte einen harmonisch-rhythmischen Absprung hin legen, ohne so sehr auf die Schnellkraft des Absprungs angewiesen zu sein. Er hat eine neue Dimension erreicht, auch von der Geschwindigkeitsverwaltung her, drum musste er entweder bremsen oder unter lebensgefährlichen Umständen im Flachen landen.“ Geschwindigkeitsverwaltung, das ist ein lustiges Wort in diesem Zusammenhang. Steiner: „Entscheidend ist ja die Einleitung des Sprungs. Langsam zu beginnen, immer schneller zu werden und nachher wieder zu verlangsamen, das ist unglaublich schwer. Wenn du willst, dass das im Unterbewusstsein drin ist, dass der Körper das kann und du es geschehen lassen kannst, dann ergibt es die größten Sprünge. Das erklärt auch die unglaublichen Formunterschiede eines Spitzenmannes zwischen einer und der anderen Saison. Wenn das Timing weg ist, dann fährst du schon falsch in den Radius, du bist zu aggressiv, du bist schon vorne, du kannst diese Spannung nicht laden und nicht langsam entladen. Weil ich von der Muskelkraft so schwach war, konnte ich nur mit Timing lernen. Ich habe die Sprünge oft überzogen und bin dann immer schneller geworden in der Luft. Das ist zum Beispiel auch Simon Ammanns Stärke, dieses Schnellerwerden in der Luft. Bei einem zu steilen Landehang ist das natürlich verheerend.
„Ekstase … und im gleichen Atemzug reden sie von Geschwindigkeits verwaltung.“ 72
„Man sieht es an den Gesichtern der Springer, wenn sie an der Kamera vorbeistreichen, mit offenem Mund und diesem unglaublichen Ausdruck in ihren Gesichtern.“ Das führt zu der Frustration, dass dein Sprung hätte 200 Meter gehen können und du kannst ihn nicht fertig springen, nur weil die Schanze falsch gebaut ist, und am Ende verlierst du mit einer blutigen Nase die ganze Weltmeisterschaft.“ Innauer: „Schnellerwerden in der Luft geht nur, wenn die ganzen Kräftegleichgewichte zwischen Ski und Körper ideal stimmen und man auch entsprechend leicht ist. Es ist wie beim Windsurfen. Du kannst nur dann dichtholen und schneller werden, wenn die Segelfläche im Verhältnis zum Gewicht des zu Beschleunigenden passt. Da sind wir jetzt beim Schanzenbau. Mathematiker und Architekten planen immer aus Erfahrungswerten heraus, dann taucht aber plötzlich einer auf, dessen Kurven anders ausschauen, weil seine Physik anders ist, seine Anatomie anders ist, der somit andere Kurven in das Bild hineinzeichnen kann, das war Walter Steiner zu diesem Zeitpunkt. Er hat das System zusammengehauen.“ Um eine enorm komplizierte Geschichte ganz, ganz kurz zu machen: Steiners Aufschrei aus der Analytik und Innauers Scharfsinn in der Formulierung veränderten bis Ende der 1980er Jahre die Architektonik des Skisprungs. Seither gelten die beiden als Philosophen ihres Sports. Philosoph, kann man das so sagen, Toni? „Ich habe für das Lehramt mit großer Neugier auch ein bisschen Philosophie studiert. Dann hat man mir diesen Stempel raufgetan. Aber ich weiß sehr wohl, dass ich kein Philosoph bin. Ich bin ein Bewegungsmensch, der gerne denkt. Ich habe die Distanz zu mir selber und zu meinem Sport gesucht und aus dieser Perspektive originellere Aussagen gemacht, als man es im Sport gewohnt war. Mehr war es nicht.“ Besteht im dauernden Hinterfragen nicht auch die Gefahr, dass die Gedanken hinderlich werden? Walter Steiner: „Genau. Mein Trainer hat einmal gesagt: Mensch, spring einfach! Du machst dich verrückt damit, dass du alles genau analysieren willst.“ Innauer: „Tatsache war, dass einer als Erster gesagt hat, wir müssen uns nicht den Gegebenheiten anpassen, sondern können mitdenken, auch vorausdenken. Insofern ist der Typ Walter Steiner hochaktuell.“ Der wohlgesinnte Beobachter am Ufer des Flusses hatte mitgekriegt, wie die beiden Freunde, in gewisser Distanz voneinander, an zwei Tagen etwa je acht Stunden im frischen, eigentlich sehr frischen Wasser der Salza gestanden waren. Wenn unsereins auch kapiert, dass diese komischen Hosen das Wasser abhalten und wohl auch die Kälte, so tun uns trotzdem schon beim Zuschauen die Knochen weh, das kriecht hinauf bis in die Weich-
Ein Telemark fĂźr die Fische: Dass Walter Steiner bei der Landung in der Salza bessere Noten bekommt, schmerzt den groĂ&#x;en Stilisten Toni Innauer auch gut 30 Jahre nach dem letzten Duell auf Schnee. Den Ehrgeiz wird man so schnell nicht los.
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Morgenstund am Stausee der Salza. Aufw채rmen f체r das lange Schweigen eines Tages. Aber am Abend: Da werden die Fische immer toller.
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Bilder: Frischauf-Bild, imago sportfotodienst
teile. Da muss ja Skispringen noch gesünder sein, zumindest für ausgesuchte Körperpartien. Was der Laie am ehesten begreift und auch schätzen mag, ist der Charme, der in der Betörung des Fisches liegt. In immer neuen, kunstvollen Schwüngen von Rute und Schnur wird ihm die Landung eines Insekts an der Wasseroberfläche vorgegaukelt, und je knuspriger das Ding in seiner bunten Flatterhaftigheit aussieht, umso eher wird die Forelle oder Äsche aus der Tiefe danach schnappen. Experte Toni I.: „In der Wurftechnik gibt es unendlich viele Möglichkeiten, das ist wie beim Skifahren. Es gibt Leute, die können wunderschön Ski fahren, und beim Fliegenfischen welche, die können wunderschön werfen. Dann gibt es solche, die sind besonders effektiv, wenn es darum geht, einen Fisch zu fangen. Die tollen Geräte haben das noch anspruchsvoller gemacht, die unterschiedlichen Gewichtsklassen der Schnur, das variable Trägheitsmoment der Fliegen, die Biegesteifigkeit und Länge der Rute, wie man da die Schnur in der Luft bewegt, da muss man wirklich tage-, wochen-, monatelang üben – eigentlich jahrelang, um wirklich ein guter Fischer zu sein.“ Walter Steiner kann da nicht stillsitzen: „Es geht um urzeitlichen Beutetrieb, um Beharrlichkeit, um Frustrationstoleranz …“ Issjagut. Es gibt die Theorie, dass ein normaler Mensch den Absprung von einer Großschanze gar nicht erleben würde, weil er schon in der Anlaufspur ohnmächtig würde. Ist da was dran? Walter Steiner: „Nein, das glaube ich nicht. Es ist natürlich kein Szenario, das man nachts in seinen Träumen vorfinden möchte. Ich denke, man würde bei vollem Bewusstsein in die Luft kommen, dann würden die Skier mit einem Druck von zweibis dreihundert Kilo Richtung Kopf gehen. Wie dann der unvermeidliche Salto ausgeht, ist reine Glückssache – da ist zwischen leichten Prellungen und Genickbruch alles möglich.“ Innauer: „Wenn wir schon von einem schlechten Traum reden: Da sollte man besser Alpinskier an den Füßen haben. Die mächtigen, labil verbundenen Sprungskier mit ihrer doppelten Fläche sind wohl nicht zu beherrschen, aber wenn ein sehr guter Alpinfahrer den Mut hat, den Körper nicht aufzureißen, sondern in Balance, auf Zug zu bleiben, könnte er vielleicht bei 50 Metern unversehrt landen.“ Letzte Frage an die Weisen dieses Sports. Es wird so viel über Schanzen, Rennanzüge, Body-Mass-Index und Berechnungen mit Einschluss der Windstärke geredet, dass es bald schwierig sein mag, ein Springen entspannt vor dem Fernseher zu ver folgen und zu kapieren, wer warum gewonnen hat. Was spricht dagegen, ein völlig freies Reglement zu schaffen? Wer weiter springt, hat gewonnen, okay? Innauer: „Das würde zum Paragleiten führen oder etwas Ähnlichem. Dann ist der Springer nur noch Pilot in der Technologie. Das kann nicht der Sinn sein. Das Schöne am Skispringen und warum wir so darüber reden können, ist ja, dass du spürbar mit dem Körper fliegst, weil du mit deinen Fähigkeiten ein Flugsystem bildest, weil du mit deinem Absprung imstande bist, ins Schweben zu kommen, ohne drunter Flügel zu haben und hinten einen Spoiler. Unendlich weit zu fliegen, das wissen wir, ist kein Problem, sondern eine Frage der Schanzengröße. Heuer wurde eine Schanzenbaunorm aufgehoben, die den Skiflugweltrekord in Planica eingefroren hatte. Wir werden bald neue Weltrekorde über 250 Meter erleben. Aber trotzdem führt nur die Reduzierung der Hilfsmittel zum größtmöglichen Erlebnis und zur Unterscheidung des sportlichen Werts.“ FIS Skisprung Weltcup – Auftakt zur 59. Vierschanzentournee: 28./29. Dezember 2010, Oberstdorf, Deutschland
Toni Innauer
Walter Steiner
„Vogelmenschen“ Auf Top-Ebene überschnitten sich die Karrieren von Walter Steiner und Toni Innauer nur zwischen 1975 und 1978, aber es reichte, um einander als Wesensverwandte zu erkennen, die ihren Sport hinterfragten. Es ergab sich eine Freundschaft, die nun schon ihr drittes Jahrzehnt erlebt. Walter Steiner Geboren 1951 in Wildhaus, Schweiz Filmemacher Werner Herzog erkannte Steiners herausragendes Talent und dessen Querköpfigkeit so früh, dass er schon die Skiflug-WM 1973 in Oberstdorf zum Anlass nahm für den Film „Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner“. Skiflug-Weltmeister 1972 (Planica) und 1977 (Vikersund) Olympia-Silber 1972 Sapporo (Großschanze) Weltcup-Sieger (damals noch inoffiziell) 1973 und 1977 Weiten-Weltrekord 1974 (Planica) mit 169 m Nach der aktiven Karriere arbeitete er für das deutsche und Schweizer Nationalteam, dann als Trainer in Steamboat Springs (Colorado, USA). Walter Steiner lebt in Falun (Schweden). Toni Innauer Geboren 1958 in Bezau, Vorarlberg Schüler des Skigymnasiums Stams bei Baldur Preiml, der den Weg für das österreichische Skisprung-„Wunderteam“ der 1970er Jahre bereitete. Olympiasieg 1980 Lake Placid (Normalschanze) Olympia-Silber 1976 Innsbruck (Großschanze) Skiflug-WM Silber 1977 Vikersund Zwei Weltrekord-Verbesserungen im Skifliegen 1976 (auf 174 und 176 m) Erster Skispringer der Geschichte, der für einen Sprung (beim Skifliegen 1976 Oberstdorf) fünfmal die Note 20 erhielt. Karriereende 1980, Studium, danach Springertrainer, Cheftrainer, Rennsportdirektor Sprunglauf und Nordische Kombination im Österreichischen Skiverband. 2010 Rücktritt vom ÖSV, derzeit Auszeit, Auftanken und Nachdenken, was wohl demnächst beruflich Sinn ergeben mag.
Innauers jüngstes Buch „Am Puls des Erfolgs“ wurde zu einem SachbuchBestseller 2010. Zuletzt wurde auch sein Buch „Der kritische Punkt“ von 1992 neu aufgelegt.
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More Body&Mind Belebendes für Körper und Geist.
Bild: Miles holden/red Bull Photofiles
78 Snowboard-Parks 80 Read Bull-Contest 81 Köche und ihre Geheimnisse 82 Tauch-Equipment 84 Tag & Nacht 94 Red Bull TV-Fenster 98 Kolumne
Runter vom Sofa, rauf auf den Berg! Die besten Snowboard-Parks des Winters, ab Seite 78.
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Trick & Treat Für alle Snowboarder und Skifahrer, denen platt präparierte „Autobahnpisten“ zu lang weilig sind: Wir präsentieren zehn der schönsten, abwechslungsreichsten und weitläufigsten Freestyle Playgrounds der Welt.
1 Whistler Blackcomb (CAN) Whistler Blackcomb in British Columbia nahe Vancouver hat eine der längsten Park-Historien vorzuweisen. Mittlerweile gehören acht Parks zu dem Areal. Vom Easy Terrain Garden über den Habitat Park zum Nintendo Terrain Park muss man alle Skill Levels durchlaufen, um es schließlich als einer von ganz wenigen in den XL Park zu schaffen. Whistler setzte im nordamerikanischen Raum von jeher die Maßstäbe und gilt seit Jahren als Vorreiter in der Freestyle-Szene. www.whistlerblackcomb.com 2 Bear Mountain (USA) Der All Mountain Terrain Park, der vor zehn Jahren von Snow Summit nach Bear Mountain transferiert wurde, gilt seither als kreativer „Hinterhof“ und „Melting Pot“ der südkalifornischen SkatestyleSzene. Angesichts der über 150 auf dem gesamten Berg verteilten Hits findet man dort fast jeden Rail-Set-up, den man sich vorstellen kann. Kleiner Tipp: Abends trifft man oft bekannte Pro Rider an, die die vielen Signature Rails nach Liftschluss vor Film- und Fotokameras in der „The Scene“ Area killen. Das sollte man als echter Shredder einmal gesehen haben. www.bearmountain.com 3 Mammoth Mountain (USA) Die Unbound Parks im Mammoth Mountain Resort im sonnigen Kalifornien gehören seit Mitte der Neunziger zum Feinsten und Innovativsten, was Nordamerika für Freestyler zu bieten hat. Mit drei Halfpipes, über siebzig Jib-Elementen, einem Boardercross durch den Wald und einer beinahe unschlagbaren Zahl an varianten reichen Tabletops, Step-up- und Stepdown-Kickern haben sie über viele Winter die Messlatte ständig gehoben. Der Unbound Main, der South Park und der Family Park bieten perfekte Möglichkeiten, sich technisch weiterzuentwickeln. www.mammothmountain.com 78
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4 Snowpark NZ (NZL) Der wohl beste und berühmteste Snowpark der südlichen Hemisphäre liegt auf Neuseelands Südinsel, 35 Kilometer von Wanaka und 50 Kilometer von Queenstown. Der Snowpark NZ bietet zwei Pipes, Quarter pipe, Pro-Kickerline und Easy-Kickerline; dazu sind jede Menge Rails, Boxen und Wallrides über den Hang verteilt. Die halbe europäische und US-Pro-Szene versammelt sich dort zwischen Juni und September, um als Freestyler der Nordhalbkugel art gerecht über den Sommer zu kommen. www.snowparknz.com
Sonnenuntergang im Ischgl Snowpark
Massive Proline von Kronplatz
5 Kronplatz (ITA) Der Kronplatz inmitten der weltberühmten Dolomiten hat sich in den letzten drei Jahren neben Livigno einen Ruf als der Park mit der massivsten Proline Europas erarbeitet. Alle Schnee-Elemente sind superclean geshapt und das kreative RailSet-up lässt wenige Wünsche offen. Hier wird pure Park-Evolution geboten. Die zentrale Lage des Parks und die klar ersichtliche Aufteilung der Lines in die verschiedenen Könnensstufen tun ein Übriges, um weit über die italienischen Grenzen hinaus Aufsehen zu erregen. www.kronplatz.com
Absolute Abwechslung in Flachauwinkl
Bilder: Alex Berger, simon van hal, Vitek Ludvik/Red Bull Photofiles, falco marten schmidt, Graeme Murray
Das Areal des Snowpark NZ
6 Flims Laax (SUI) Flims Laax steht seit zwei Jahrzehnten für Freestyle-Action – und das wird nicht nur am Berg, sondern auch im Tal mit dem Riders Palace und den Rocks zelebriert. Der weitläufige Swatch Snowpark bietet vier Parks. Neben dem Slopestyle am Vorabgletscher gibt es mit dem Beginnerpark, dem NoName Park und dem Plaun Park drei Park Areas, die von der Berg station des Crap Sogn Gion starten. Die bekannteste Superpipe der Alpen und das massive Railangebot haben in den letzten Jahren in dem aufwendigen Kicker-Set-up echte „Konkurrenz“ bekommen. www.laax.com 7 Avoriaz (FRA) Der 1966 eröffnete Wintersportort Avoriaz in der Portes-du-Soleil-Region in Hoch savoyen steht in Frankreich für SnowparkLeadership. Seit 1993 sind zum bekannten Arare Snowpark und der Superpipe noch der Einsteigerpark La Chapelle mit seinen vielen kleinen Boxen, Kickern, Waves und Tabletops sowie The Stash, Lil’ Stash und der Burton Kids Parkway dazugekommen. Der erste Stash Europas mit seinen unzähligen Holzelementen bietet Lines für Beginner, Amateure und Pros und erstreckt sich über mehr als einen Kilometer im handpräparierten Waldgebiet. www.avoriaz.com
8 Grandvalira (AND) Die drei Parks im größten Wintersport gebiet der Pyrenäen in Grandvalira sind das Freestyle-Nonplusultra dieser Gebirgs kette zwischen Spanien und Frankreich. El Tartar ist mit seinem Komplettangebot inklusive der Pro-Area der dominante dieser drei, neben dem Isards Park und dem Snowpark Xavi. Die gemischte englische, französische und spanische Shaperszene hat mit dem Totally Fight Event gegen Ende der Saison seit Jahren auch ein europäisches Freestyle-Highlight in ihrem Portfolio. www.grandvalira.com 9 Xperia Ischgl Snowpark (AUT) Das Snowboard-Mekka der frühen neun ziger Jahre hatte schon damals den größ ten Funpark der Alpen vorzuweisen. Heute steht der Xperia Ischgl Snowpark neuerlich für die längste Pro- und Rookieline der Alpen. Jeweils über 20 Top-toBottom-Elemente, die sich über die 1,7 Kilometer langen Velill- und Idalp-ParkAreas erstrecken, sind auch für konditionell starke Rider eine Herausforderung, will man sie in einem Flow durchshredden. Die moderne Bauweise der Stepup- und Tabletop-Roller lässt mehrere Könnensstufen auf den gleichen SchneeElementen zu, ebenso wie der einen Kilometer lange Roller & Banked Course. Der „künstlerische“ Anspruch des Parks wird im Winter 2010/11 mit den „Style on Art Weeks“ wieder unterstrichen. www.ischgl.com 10 Flachauwinkl (AUT) Flachauwinkl Shuttleberg – mit seinem traditionsreichen Absolut Park und dem zweiten Stash der Alpen – bietet wohl die meisten Schnee- und Railelemente in Europa an, hat eine gewaltige Parkcommunity und eines der größten Pro-Teams vorzuweisen. Mit einer Indoor-Skatehalle am Ende der universellsten Line in den Alpen rundet man das Angebot optimal ab. Diese Line bietet von Stepdown-Kickern über Rails, die Halfpipe, Boxenkicker bis hin zur abschließenden Jib-Area mit einem Wallride enorme Abwechslung. Der Stash beinhaltet auch natürliche Cliffdrops und Snakeruns. www.absolutpark.com
Mehr Infos und Fotos von über 30 weiteren Parks finden Sie im „Free Yearbook“ von snow-parks.com, gratis in fast allen Snowboardstores Europas.
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Family Business
Als er den Pfeil in den Bogen spannte und sein erstes Ziel anvisierte, begann seine kleine Hand zu zittern. Noch einmal ließ er die Arme sinken, um sich die Schweißperlen von der Stirn zu wischen, die sich bereits ihren Weg in Richtung Augen bahnten. Sein Atem ging jetzt schneller. Er hatte noch Zeit; die beiden waren gerade erst gekommen und würden – was anhand des großen Proviantkorbs und der ausgebreiteten Decke unschwer zu erraten war – auch so rasch nicht wieder verschwinden. Dennoch: Er durfte nicht zu lange zögern. Zu viele Chancen hatte er sich in den letzten Jahren dadurch entgehen lassen. Wenn er jetzt wieder versagte, wäre der nächste Absturz vorprogrammiert, und er würde seiner Familie nie wieder unter die Augen treten können. Das schöne Lächeln der jungen Frau dort auf der Wiese erinnerte ihn an seine Mutter; und plötzlich war es wieder da: das Gefühl völliger Nutzlosigkeit, gepaart mit Versagensangst und der Last der Schande. Und als er an seinen lächer lichen letzten Abgang dachte, war er sich nicht mehr so sicher, dass der salzige Geschmack auf seinen Lippen nur vom Angstschweiß kam. Wie machtlos und schwach war er doch gewesen. „Nein, Mutter. Ich habe es satt, für ein Familienunternehmen zu arbeiten, dessen Philosophie derart veraltet ist. Ich geh nicht wieder zurück!“ Zornig hatte er der unnatürlich schönen Frau ihren Spiegel aus der Hand geschlagen und sich beinah die Füße zerschnitten, als er aufstampfte wie ein kleines, trotziges Kind. Venus
Eva Malischniks Amor hat alle Hände voll zu tun, Liebe unter die Menschen zu bringen. Das ist nicht immer einfach. 80
hatte tadelnd die Augenbrauen gehoben – wenig überrascht über den Ausbruch ihres Sohnes. Schließlich hatte es derartige Szenen in letzter Zeit öfter gegeben. „Ich weiß gar nicht, was du hast. Erst kürzlich habe ich deinen Vater getroffen, und bei der Gelegenheit hat mir Mars berichtet, dass der Krieg sich immer noch größter Beliebtheit erfreut. Gut, die Methoden der Menschen sind etwas subtiler geworden, aber das ist doch ein Fortschritt. Ich selbst kann mich übrigens auch nicht beklagen. Das Geschäft mit der Schönheit auf Erden floriert!“ Amors Flügel hatten vor Wut zu beben begonnen. Wie konnte sie nur so dumm argumentieren? „Ihr habt gut reden! Be-
einflusst das Geschick der Menschen von hier oben aus. Aber ich … ich muss unter ihnen leben und mit ansehen, wie sie sich ihrem dauerhaften Glück verweigern und stattdessen im Internet und auf SinglePartys den Rausch der schnellen Liebe suchen. Ich mag einfach nicht mehr!“ Seine Mutter war nicht auf ihn eingegangen und hatte ihm lediglich mit einem kurzen Wink zu verstehen gegeben, dass das Gespräch beendet sei und er nun gehen könne. Amor hatte ihr daraufhin einen bitterbösen Blick zugeworfen und war leise vor sich hin schimpfend vom Olymp gestapft. Lautes Lachen drang von der Lichtung herüber zu seinem Versteck hinter den
illustration: thomas kussin und andreas posselt
Ein zweifelnder Amor und ein fragwürdiges Happy End sind die Zutaten der „Read Bull Contest“Siegergschichte von Eva Malischnik. Weitere Texte finden Sie auf de.redbulletin.com/readbull.
Bilder: Stef CandÉ/Red Bull Hangar-7 (3)
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Büschen am Waldesrand und riss den kleinen Gott aus seinen düsteren Gedanken. Der junge Mann hatte eine Dose Red Bull geöffnet, deren sprudelnder Inhalt sich nun auf seine Hosen ergoss. Die Gelegenheit war günstig, denn Lachen – das hatte Amor gelernt – setzte bei den Menschen positive Gefühle frei und begünstigte wiederum die Bereitschaft, ebensolche zu empfangen. Wieder hob er seinen Bogen, spannte die Sehne und zielte. Das Zittern war verschwunden. Sein Blick war klar, und der geballte Hass auf seine Sippe verlieh ihm eine längst verlorengeglaubte Selbstsicherheit und Ruhe. Jetzt! Pfffffft! Treffer! Der Pfeil traf die Frau mitten ins Herz, während sie kichernd eine Stoffserviette nahm, dem Mann damit vorsichtig die Hose abtupfte und ihm dabei direkt in die Augen sah. Ihr Gegenüber erwiderte den Blick, und ein paar Sekunden saßen die beiden einfach nur so da und sahen sich an. Amor lächelte. Den ersten Teil seiner Arbeit hatte er erfolgreich ausgeführt, und ihn überkam ein altbekanntes Gefühl tiefster Befriedigung. Vielleicht war er ja doch nicht so schlecht in dem, was er tat; und vielleicht gab es hier tatsächlich noch Geschöpfe, die für sein Geschenk der Liebe empfänglich waren? Nun war es die Hand des jungen Mannes, die etwas zitterte, als er sie sanft an die Wange des Mädchens legte. Amor aber zog mit sicherem Griff den nächsten Pfeil aus dem Köcher, und die Ausführung seiner Bewegung war so rund und harmonisch, dass sie in einem perfekten Abschuss gipfelte. Die Lippen des Pärchens berührten sich zärtlich, und der kleine Gott, der sich nun plötzlich wieder ganz groß fühlte, musste sich alle Mühe geben, um nicht aus seinem Versteck zu springen und laut zu jubeln. Als Amor sich lange genug an seinem Erfolg und dem Glück des Paares erfreut hatte, verließ er über die Köpfe der Liebenden hinweg die Lichtung. Und seien wir ehrlich: Wer kann ihm schon verdenken, dass er in diesem seligen Zustand die verzweifelte Frau übersah, die weit unter ihm, hinter einem Baumstamm in Tränen ausbrach, weil sie soeben den Vater ihrer beiden Kinder an eine andere verloren hatte?
Eva Malischnik,
geboren 1975, lebt mit ihrer Schäferhündin Amy in Gleisdorf/Österreich. Im Brotberuf arbeitet die HobbyAutorin als Hauptschullehrerin.
In der Küche des „Mirazur“ ist man experimentierfreudig: Neben regionalen Gerichten werden hier auch Seeigel für die Gäste zubereitet.
Geschmackssache: Die Geheimnisse der Spitzenköche
Einmal Eis mit Olivenöl Drei Fragen an den italienischstämmigen Spitzenkoch Mauro Colagreco, der an der Côte d’Azur die italienische und argentinische Küche vereint. Was darf niemals fehlen? „Verschiedene Arten von Ölen“, sagt der Ausnahmekönner, der 2009 vom Gault Millau zum „Koch des Jahres“ gekürt wurde. „Ich habe sogar schon Gerichte kreiert, die eine spezielle Öloberfläche aufweisen, wie ein Olivenöleis oder einen in Öl zubereiteten Tintenfisch. Am liebsten koche ich im Moment mit ligurischem Öl. Es schmeckt leicht nach Artischocken, ist aber gleichzeitig mild und verfälscht daher nicht den Geschmack des Gerichts.“ Was geht gar nicht? „Da ich aus einer italienischen Familie
stamme, war mir die scharfe Küche immer etwas fremd. Außerdem hat man dort, wo ich aufgewachsen bin, auch eher milder gekocht.“ Erst seine vielen Reisen haben dem in Argentinien geborenen Colagreco die scharfen Gewürze Stück für Stück näher gebracht. „Ich habe dann Moles in Mexiko und Currys in Indien probiert. Mittlerweile mische ich meine eigenen Currys und habe Spaß an der intensiveren Küche.“ Das wichtigste Gerät in Ihrer Küche? „Natürlich ein gutes Messer, das ist einfach die Grundlage jeder guten Küche!“, sagt Colagreco. Bei der Herkunft der Messer ist der Koch aber genauso penibel wie bei der Herkunft seiner Zutaten. „Es muss ein japanisches Messer sein. Denn das sind die Könige unter den Messern.“ Mauro Colagreco („Mirazur“, Menton) ist im Dezember Gastkoch im Restaurant Ikarus im Salzburger Hangar-7; www.hangar-7.com
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Möglichst unkühlen Kopf bewahren Ins minus zwei Grad kalte Wasser zu tauchen ist zunächst einmal schmerzhaft – trotz sieben Millimeter dicker Neoprenhaube. Der Atemregler ist mit speziellem Vereisungsschutz versehen, vereist aber dennoch manchmal.
Luft rein, Luft raus Mit dem Tarierventil am Oberarm entlässt der Taucher Luft aus dem Trockentauchanzug, mit dem Ventil an der Brust lässt er Luft hinein – die Luftmenge im Anzug ermöglicht dem Taucher, konstant im Wasser zu liegen.
Schicht für Schicht In der Antarktis zu tauchen, ohne sich unter dem Trockentauchanzug das Maximum an Wärmedämmung zu gönnen, ist lebensbedrohend erfrischend. Daher: 300 Gramm wärmeisolierender Unterzieher, hier im Bild.
Fang das Unterwasserlicht Profis wie Karl Drevlak vertrauen Unter wassergehäusen und Blitzgeräten von SEACAM. Die Produkte des steirischen Spezialisten gelten als die Rolls-Royce unter den Unterwassergehäusen. Ebenfalls im Bild: Nikon-Objektive, Drevlaks Nikon D200 und drei Domeports Macro und Weitwinkel. Kalte Füße hat man immer Die Frage ist, ob unangenehm kalt oder gefährlich kalt. Wer sich für die Variante „unangenehm“ entscheidet, trägt Thermosocken, darüber Neopren- Füßlinge und darüber die in den Tauchanzug integrierten Stiefel.
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Get the Gear
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Tauchen unter null
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Mit welchem Equipment wagt sich Karl Drevlak (Seite 30) in die Unter wasserwelt der Antarktis? 1. Tauchcomputer Das Unterwasser-Datencenter, per Funk mit dem an der Tauchflasche fixierten Sender verbunden. Der Computer zeigt alle wichtigen Daten: Tiefe, Zeit, Temperatur und natürlich die vorhandene Luftmenge. 2. SEACAM griffbereit Das SEACAM-Gehäuse actionbereit: Alle Bedienelemente der im Gehäuseinneren geschützten Kamera sind von außen zu betätigen – selbst mit Handschuhen, die dick genug sind, die Hände bei Minusgraden vor Erfrierungen zu schützen.
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3. Bleitaschen, Bleigewichte Bleigürtel werden nur noch selten verwendet. Die Bleitaschen und die entsprechenden Gewichte werden ins sogenannte Jacket integriert, das der Taucher am Rücken trägt.
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4. Tauchermesser In der Antarktis vergleichsweise arbeitslos, dient es doch in erster Linie dazu, sich im Bedarfsfall aus Anglerschnüren zu befreien. Als Selbstverteidigungsinstrument gegen ein spiel- oder kampfwilliges Tier ist das Messer ungeeignet: Drevlak rät zu rechtzeitiger und relativ bedingungsloser Flucht.
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Bilder: Philipp Horak
5. Taucherflasche Eine 15-Liter-Stahlflasche mit Pressluft, an der Oberseite zwei getrennte Luftabgänge – aus Sicherheitsgründen eine Notwendigkeit, da einer der beiden jederzeit vereisen kann. 6. Tarierjacket Das Tarierjacket ist jenes Gestell, an dem die Flasche montiert wird und das dem Taucher durch entsprechende Zufuhr von Luft ermöglicht, konstant im Wasser zu liegen. Karl Drevlak online: www.meereswelten.at Drevlak ist Mitglied der Styrian Seals, die online unter www.tauchertreff.net zu finden sind.
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more body & mind Orlando Magic – Boston Celtics 25. 12. 2010
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Das frühere Team von Bostons Center Shaquille O’Neal scheiterte im Vorjahr im Eastern-ConferenceFinale mit 2:4 an den „Celts“. Amway Center, Orlando, USA
Die besten Events des Monats, entdeckt rund um den Globus.
FIS Snowboard Weltcup 7./8. 12. 2010 Nach der Absage der Bewerbe im argentinischen Chapelco startet die Saison der Snowboard-CrossFahrer in Lech. Letztes Jahr stand ganz im Zeichen der Weltcup sieger Maelle Ricker (CAN) und Pierre Vaultier (FRA), die mit ei ner Ausnahme, Vaultier wurde in Valmalenco (ITA) nur Sechzehn ter, von jedem Podest winkten. Lech am Arlberg, Österreich
Bilder: Nathaniel S. Butler/NBAE via Getty Images, Ray Demski/Red Bull Photofiles, Craig Kolesky/Red Bull Photofiles (2)
FIS Skisprung Weltcup 10. – 12. 12. 2010 Aber jetzt: 2010 mussten die ˇ ert’ákWettkämpfe auf der C Großschanze wegen Schneemangels abgesagt werden. Harrachov, Tschechien
IBU Biathlon Weltcup 10. – 12. 12. 2010 Im letzten Jahr gab es bei den Einzelkonkurrenzen durch Björndalen und Svendson zwei norwegische Siege. Bei den Damen waren die Schwedinnen durch Olofsson-Zidek und Jonsson erfolgreich. Hochfilzen, Österreich
SA Gravity Racing Series 10. – 12. 12. 2010 Das Hot Heels Africa, das bereits zum achten Mal ausgetragen wird, ist das Finale der IGSA World Cup-Serie der Downhill-Skateboarder und -Straßenrodler. Kogelberg, Kapstadt, Südafrika
Red Bull Lighthouse to Leighton 11. 12. 2010 Die Strecke des mit 20 Kilometer längsten australischen Kitesurf-Wettbewerbs verläuft an der australischen Westküste von der früheren Gefängnisinsel Rottnest Island bis zum Leighton Beach. Rottnest Island, Australien
Red Bull Top Shelf 11. 12. 2010 Kanada gilt als das Mutterland des Eishockeys. Bei diesem Einsgegen-eins-Contest versuchen die Angreifer einen Goalie in einer vorgegebenen Zeitspanne so oft wie möglich mit Schüssen, die in die Ecken unter der Latte gehen sollen, zu bezwingen. Toronto, Kanada
FC Red Bull Salzburg – SK Puntigamer Sturm Graz 12. 12. 2010 Das Schlagerspiel der 19. Bundesliga-Runde ist das letzte, bevor es in die Winterpause geht. Red Bull Arena, Salzburg, Österreich
Red Bull Big Drop 11. 12. 2010
FIS Snowboard Weltcup 15. – 18. 12. 2010
Rund 50 Longboard-Skater werden vom Start im Skiresort Farellones aus die Anden-Straße hinunterbrettern. Auf der knapp zehnminütigen Fahrt gilt es natürliche Hindernisse und zahlreiche Haarnadelkurven zu bewältigen. Lo Barnechea, Santiago, Chile
Sechs Bewerbe stehen im Skigebiet in Colorado auf dem Programm. Damen und Herren bestreiten jeweils einen Parallel-Riesenslalom, einen Snowboardcross und einen Snowboardcross-Teambewerb. Telluride (Colorado), USA
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ASP World Tour 8. – 20. 12. 2010 Jordy Smith oder Mick Fanning: Wer ergattert vor Hawaii den zweiten Platz hinter ASP-World-TourTitelgewinner Kelly Slater? Banzai Pipeline, Hawaii, USA
more body & mind FIS Skisprung Weltcup 2./3. 1. 2011 Im Vorjahr feierte Gregor Schlierenzauer mit dem ersten Heimsieg auf seiner Hausschanze einen emotionalen Triumph. Innsbruck, Österreich
FIS Skisprung Weltcup 28./29. 12. 2010
FC Red Bull Salzburg – KKS Lech Poznań 16. 12. 2010 Sechstes und letztes Spiel für Österreichs Meister in der Europa-League-Gruppenphase. In Polen mussten sich die Salzburger mit 0:2 geschlagen geben, das riecht nach Revanche. Red Bull Arena, Salzburg, Österreich
FIS Skiweltcup Damen 16. – 19. 12. 2010 Das erste Speedwochenende der Saison auf europäischem Schnee mit Abfahrt und Superkombination. Im Vorjahr fiel die Abfahrt dem schlechten Wetter zum Opfer. Im Super-G gab es ei nen Schweizer Doppelsieg. Lindsey Vonn landete auf Platz drei. Val d’Isère, Frankreich
FIS Freestyle Skiing Weltcup 18./19. 12. 2010 Der FIS-Skicross-Weltcup macht mit zwei Bewerben für Damen und Herren im Hochpustertal Station. Innichen, Italien
Red Bull Hüttenrallye 21./22. 12. 2010 Rund 200 Skiercross-Amateure erhalten die Chance, sich für die Finalläufe zu qualifizieren, wo es dann gegen 24 geladene Profis wie Daron Rahlves oder Tomáš Kraus geht. St. Anton/Arlberg, Österreich
EC Red Bull Salzburg – EC KAC 26. 12. 2010 Im Spitzenspiel der 30. Runde der Eishockey-Bundesliga empfangen die Roten Bullen den Rekordmeister aus Klagenfurt. Eisarena Salzburg, Österreich
Ghetto Jam 19. 12. 2010 Buddy Chellan möchte an der Beach Front von Durban beim größten jährlichen BMX-Contest Südafrikas um den Sieg mitfahren. Durban, Südafrika
FIS Skiweltcup Herren 27. – 29. 12. 2010 Keine Zeit für Weihnachtsurlaub. Auf die Herren wartet beim Abfahrtsrennen die extrem anspruchsvolle, steile und kurvenreiche Pista Stelvio. Bormio, Italien
Auftakt zur 59. Ausgabe der traditionellen Vierschanzentournee. Im Vorjahr holte sich der Österreicher Andreas Kofler den Sieg auf der Schattenbergschanze und in weiterer Folge den Tournee-Gesamtsieg. Oberstdorf, Deutschland
Biathlon World Team Challenge 30. 12. 2010 Das Biathlon-Spektakel in der Fußballarena. 50.000 Zuschauer sorgen für eine tolle Stimmung beim Mixed-Staffel-Teambewerb. Veltins-Arena, Gelsenkirchen, Deutschland
FIS Skilanglauf Weltcup Herren 31. 12. 2010/1. 1. 2011 Auftakt zur 5. Tour de Ski. Norwegens Supermann Petter Northug musste sich in den letzten beiden Jahren jeweils mit dem zweiten Platz in der Gesamtwertung zufriedengeben. Heuer finden die acht Etappenrennen in Deutschland (Oberhof und Oberstdorf) und Italien (Toblach und Val di Fiemme) statt. Oberhof, Deutschland
Rallye Dakar 1. – 16. 1. 2011 Zum dritten Mal in Folge findet die legendäre Rallye Dakar in Südamerika statt. Auf zwei Rädern siegte im Vorjahr zum dritten Mal der Franzose Cyril Despres, bei den Autos war der Spanier Carlos Sainz erfolgreich. Argentinien, Chile
FIS Ski Weltcup 2. 1. 2011 Erstmals wird bei diesem Par allelslalom der Damen und Herren im Stadtgebiet um Weltcuppunkte gefahren. Der Zieleinlauf soll im Olympiasee erfolgen – mit oder ohne Wasser. München, Deutschland
New Orleans Saints – Tampa Bay Buccaneers 2. 1. 2011 Die „Bucs“ aus Florida – wie die Saints ein Team der NFC Southern Division – konnten 2002 die Super Bowl gewinnen, warten nun aber seit 2007 auf den Einzug in die Playoffs. Superdome, New Orleans, USA
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die macht der nacht Mehr als einmal um die Welt für alle, die nie müde werden.
Pan Pot 7. 12. 2010 Zischende Minimal-HouseSounds aus den Pfannen zweier Berliner Elektronik-Produzenten. Nouvelle Cuisine für den Dance floor, üppig im Geschmack. Soda, Salzburg, Österreich
The Gossip / Hercules & Love Affair 8. 12. 2010
Bilder: Naim Chidiac/Red Bull Photofiles, imago Sportfotodienst, Fred Massiot/Red Bull Photofiles, Mauritius
Die Giganten des Queer-Pop im Doppelpack: Beth Ditto ist Karl Lagerfelds Muse sowie Sängerin der Post-Punk-Band The Gossip. Hercules & Love Affair beschwören live den Geist des Studio 54. Philipshalle, Düsseldorf, Deutschland
Femi Kuti 8. 12. 2010 Der älteste Sohn des Afro-BeatMeisters Fela Kuti führt das Erbe seines Vaters fort. Mit Saxophon, Afro-Orchester, Funk-Rhythmen und politischem Bewusstsein. Fabrik, Hamburg, Deutschland
D25 10. 12. 2010 Vor 25 Jahren wurde Techno in Detroit erfunden. Von Juan Atkins, dessen Stück „No UFOs“ kühler Maschinenmusik heißen Funk einhauchte. Seine Nachfolger Carl Craig, Theo Parrish und Moodymann huldigen ihrer Heimatstadt mit der DJ-Tour D25. Brown Alley, Melbourne, Australien
Craze 10. 12. 2010 „Als Kind fragte mich meine Mutter, was ich mit den Plattenspielern denn wolle. Ich sagte: der beste DJ der Welt werden“, erinnert sich Craze. Mit drei DMC-World-Championship-Titeln – mehr als jeder andere DJ – hat sich der US-Scratch-Meister diesen Traum auch erfüllt. Loft Club, Lausanne, Schweiz
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Weezer 17. 12. 2010 Dass Humor und Indie-Rock ein gutes Team abgeben, beweisen Weezer seit 20 Jahren. Ihre neue Platte heißt „Hurley“. Wie der Scherzkeks der TV-Serie „Lost“. Roseland Ballroom, New York, USA
Rave On Snow 10. – 12. 12. 2010 Große Techno-DJs wie Chris Liebing, Andre Galluzzi, Moonbootica oder Raresh auf einem Fleck, das gibt’s sonst nur in Berlin. Oder auf Ibiza. In den verschneiten Bergen jedenfalls hätte man ein solches Star aufgebot nicht vermutet. Skizircus, SaalbachHinterglemm, Österreich
ZoukOut Festival 11. 12. 2010 Wer’s gerne kühl hat, überspringt diese Zeilen besser: Das ZoukOut ist mit heißen Temperaturen und 26.000 Tänzern das größte Dance-Music-Festival Südostasiens, an den Plattenspielern tummelt sich die DJOberliga: David Guetta, Booka Shade, Dubfire, Lindstrøm u. a. Siloso Beach, Sentosa, Singapur
Modeselektor 11. 12. 2010 Die zwei Berliner Lausbuben amalgamieren Techno und Dubstep – Hauptsache, der Bass knetet den Dickdarm durch. So wie auch die Tracks ihrer neuen Mix-CD „Modeselektion Vol.01“. The Warehouse Project, Manchester, Großbritannien
Red Bull BC One All star on Tour 10. – 13. 12. 2010 Von der Jurybank beim Red Bull BC One in Tokio zum Workshop in Bogotá: Breakdance-Star Lilou ist ein gefragter Mann. Bogotá, Kolumbien
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Red Bull Thre3Style-Finale 9. 12. 2010 Drei Musikstile in 15 Minuten: so die DJ-Challenge beim Red Bull Thre3Style. In Paris treffen sich die Sieger der nationalen Ausscheidungen zum großen Battle. Elysée Montmartre, Paris, Frankreich
Soulwax Xmas 23. 12. 2010 Ramadanman 11. 12. 2010 Fasten ist nicht sein Ding, auch wenn’s der Künstlername des britischen Jungspunds vermuten lassen würde. Viel lieber würzt er deftigen Dubstep mit Schwabbelbässen und Techno. Market, Wien, Österreich
Fettes Brot 12. 12. 2010 Die Hamburger Rap-Veteranen laden schwule Mädchen, Mikrokosmonauten und Silberfische zur Live-Präsentation ihrer neuen Single „Amsterdam“. Gasometer, Wien, Österreich
Matthew Dear 14. 12. 2010 Audion, Jabberjaw, False – Matthew Dear hat viele Pseud onyme. Je nach Genreabschnitt, den der texanische Elektroniker beackert. Seinen echten Namen verwendet Dear, wenn er seiner Liebe zu Techno-Pop frönt. Trouw, Amsterdam, Niederlande
Numbers Label Night 17. 12. 2010 Das heißeste Dance-Label des Jahres hat seinen Sitz nicht in London oder New York. Nein, Numbers-Label-Chef Jackmaster lebt in Glasgow. Im Norden, wo der Dialekt so seltsam cool klingt wie die Garage-Beats und flirrenden Grime-Sounds, die der Youngster veröffentlicht. Sneaky Pete’s, Edinburgh, Schottland
DâM-FunK 17. 12. 2010 DâM-FunK ist der neue Botschafter des Funk: Das aktuelle Album des kalifornischen Keyboard-Magiers, „Adolescent Funk“, sprüht vor LoFi-Soul und käsigem Eighties-Hip-Hop. One Eyed Jacks, New Orleans, USA
LTJ Bukem 17. 12. 2010 Aphex Twin 11. 12. 2010 Der britische Elektronik-Musiker gilt als exzentrisches Genie seiner Generation, seine Gigs sind ebenso rar wie ohrenbetäubend. Razzmatazz, Barcelona, Spanien
Er ist die sanfte Seele im harten Beat-Business, der Brian Eno des Drum ’n’ Bass. Seit 20 Jahren zeigt der Londoner DJ, dass das Genre – angereichert mit Jazz und Ambient – auch im Kopfhörer funktioniert. Ampere Club, München, Deutschland
Wie jedes Jahr schnallen sich die belgischen Electro-Rocker statt weißen Bärten ihre Gitarren um und legen den Hipster-Kids als Geschenk ihre knarzigen RaveHymnen unter den Christbaum respektive unter die Discokugel. Grande Halle de la Villette, Paris, Frankreich
Red Bull Brandwagen & SK Invitational on Tour 26. 12. 2010 – 6. 1. 2011 Der Red Bull Brandwagen bahnt sich seinen Weg über die verschneiten Straßen der Alpenrepublik. An Bord: Hip-Hop vom Feinsten mit SK Invitational Bigband feat. TY, Holunder (Blumentopf), Flip, Skero, Lylit und Thaiman. 26. Dez. Republic, Salzburg 27. Dez. Arena, Wien 28. Dez. Postgarage, Graz 5. Jan. Treibhaus, Innsbruck
Phatt11 Festival 31. 12. 2010 Ein Musikfestival als Abenteuer trip: Das Gelände befindet sich im Regenwald, die nächste Stadt ist zwei Stunden entfernt, Tankstelle gibt’s keine. Zum Glück aber zumindest Strom, so dass Elektronik-Acts wie Camo & Krooked, Electric Wire Hustle oder Loefah mächtige Bässe aus den Boxen blasen können. Inangahua Rainforest, West Coast, Neuseeland
Horse Meat Disco 31. 12. 2010 Seit dem Release ihrer selbst betitelten Mix-Compilation ist das DJ-Kollektiv so heiß wie frischer Pferdeleberkäse. In Berlin wie auch in ihrer Heimatstadt London, wo Horse Meat Disco jede Sonntagnacht im EagleClub mit Disco-Perlen von Gino Soccio bis Fern Kinney versüßen. Tape, Berlin, Deutschland
Warm NYE 31. 12. 2010 Die einen brauchen den Walzer zum Jahreswechsel, die anderen eine euphorische Disco-Dusche. Eine solche wird den Londonern von gleich vier DJ-Feinspitzen verpasst: Âme, Move D, Mark E und Gerd Janson schießen zwar keine Silvesterraketen, droppen dafür aber Bomben zwischen Deep-House und Slow-Disco. CAMP, London, Großbritannien
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Mount Kimbie Reykjavík
Green Room
Rückkehr zur Blauen Lagune Zwischen Wikingern und Soundwänden, zwischen Caesar Salad und Krabbensuppe: Die britischen Ambient-Dubstep-Newcomer Mount Kimbie empfangen isländische Airwaves. 88
Es nieselt, der Himmel ist grau, kalter Wind bläst durch die engen Gassen. Oktober in Reykjavík. „Und der könnte bei Gott schlimmer ausfallen“, sagt eine Passantin, „oft haben wir in diesem Monat schon Schneestürme.“ Die Menschen hier sind jedoch gewappnet: Die meisten tragen Kapuzen und dicke Mäntel, haben einen Schal vorm Gesicht. Einer nicht. Der steht mit dünner Windjacke und Sneakers vor dem Plaza Hotel und zieht kräftig an seiner Zigarette. „Ich find’s hier herrlich“, sagt Kai Campos, „vor kurzem haben wir in Los Angeles gespielt. Es war sengend heiß. Und ich sag dir, das war ein Albtraum.“
Bilder: Hörður Ellert Ólafsson (4)
Kai Campos und Dominic Maker im Austurvöllur-Park. Was nach SkisprungÜbung aussieht, ist Campos’ neuer Signature-Move bei Fotoshootings, sagt er.
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„Rampensäue sind wir wirklich keine“: Maker und Campos beim konzentrierten Wippen und Nicken.
Der 24-jährige Brite ist eine Hälfte von Mount Kimbie. Ein Duo, das mit seinem Debütalbum „Crooks & Lovers“ den Zeitgeist in diesem Jahr wie kaum ein anderer ElektronikAct getroffen hat. Dubstep-Anhänger, IndieKids, Techno-Aficionados und Musikmagazine wie „FACT“ oder „Pitchfork“ – auf Mount Kimbie können sich derzeit alle einigen. Denn ihr Sound ist ebenso experimentell wie konsensfähig. Sanfte Ambient-Flächen treffen auf holpernde Hip-Hop-Loops, rauschende Field-Recordings bedecken wobbelnde Bässe, süßlich sphärische Klänge verlieren sich in Echo-Schleifen. Musik zum Traumwandeln, Musik, die perfekt nach Island passt. Das findet auch Campos’ Kollege Dominic Maker. „Weil unser Sound viel Platz lässt. Genau wie die Landschaft hier“, sagt er. „Als wir gestern vom Flughafen in die Stadt gefahren sind, war ich überwältigt. Die flachen Felsen, Nebel, intensive Farben – eine sehr dramatische Gegend. Es sah aus, als würde gleiche eine Horde Wikinger am Horizont auftauchen.“ Zeit, das Umland von Reykjavík genauer zu erkunden, hatten Mount Kimbie bisher allerdings keine. Wie auch, spielt sich das Leben an diesem Wochenende doch im Zentrum der isländischen Hauptstadt ab: 290 Konzerte, 252 Bands in gefühlten 40 Venues. Das ist das Iceland Airwaves. Ein Festival, das Reykjavík für fünf Tage zum internationalen Schmelztiegel für aufstrebende Musiker macht. Aufstrebend, weil sich die Veranstalter als Talentscouts verstehen. Hier haben Bands wie Bloc Party, The Rapture oder Hot Chip in kleinen Bars oder Plattenläden gespielt, lange bevor sie die Tausender-Konzerthallen gefüllt haben. Man trifft Modeselektor
beim nachmittägigen Spaziergang durch die Innenstadt, den US-Chillwave-Newcomer Toro Y Moi beim Baden in der „Blue Lagoon“ – diesem natürlichen Freiluftbad in einer FantasyLandschaft zwischen „Star Wars“ und „Herr der Ringe“ – und dutzende Musiker, die, ihre Gitarren umgeschnallt, von einer Location zur nächsten pilgern. Das „Rolling Stone“Magazin hat’s einmal schön auf den Punkt gebracht: „Das Iceland Airwaves ist das hippste Wochenende im Festivalkalender.“ Die Jungs von Mount Kimbie sind zum ersten Mal in Island. Gestern haben sie sich das Konzert der britischen Band Silver Columns angeschaut und anschließend ihr früheres Bandmitglied James Blake bei dessen DJGig an den Plattenspielern unterstützt. Davor wollten sie eigentlich die isländische Küche erforschen, stattdessen aber gab’s Caesar Salad. Maker: „Wir sind vermutlich im schlechtesten Restaurant der Insel gelandet. In einem Wettcafé. Weil alle Restaurants in der Nähe voll waren. Dafür waren dort mehr Fernsehbildschirme als Gäste.“ „How you guys doing? Alright? Wir sind Mount Kimbie. Und das ist ein ziemlich alter
Maker programmiert die Beats live auf der Bühne.
Maker mixt analoge Drums mit digitalen Sounds.
Song“, begrüßt Maker das Publikum wenig später im gut gefüllten NASA. Sie sind neben Acts wie Hercules & Love Affair eine von neun Bands, die heute Nacht hier auftreten. 30 Minuten. Nicht mehr. Wo andere Künstler aus Zeitmangel lospreschen, lassen sich Mount Kimbie Zeit. Gemächlich bauen sie ihre Tracks auf, bedienen ihr sparsames Instrumentarium – Snare-Drum, Gitarre und zwei Bartische voll elektronischer Sound-Kisten – sehr bedacht. Das schwebende Intro ihres Hits „Maybe“ wird von einer ätherischen, ja fast isländisch anmutenden SynthesizerMelodie getragen, Maker lässt die Beats sukzessive hereinrollen. Er programmiert sie in Echtzeit, ist konzentriert – für einen rockigen Bühnengestus nicht eben förderlich: Blick auf die Tasten, eingezogene Köpfe, N icken im Takt. „Rampensäue sind wir wirklich keine“, wird Maker später sagen. Macht gar nichts, viele der Augen im Publikum sind ohnehin geschlossen. Wer Mount Kimbie hören will, muss fühlen. Nach dem Konzert klopft ihr Londoner Kollege James Blake an der Backstage-Tür. Er gratuliert. Und fragt, ob sie ihn heute um drei Uhr morgens wieder an den Turntables beistehen wollen. In einer Venue namens Venue. Maker zieht die linke Augenbraue nach oben, überlegt und sagt zu. Auch wenn ihr Flug nach Glasgow morgen schon recht zeitig startet. „Aus der Blue Lagoon wird dann aber wohl nichts“, sagt Campos. Egal. Denn diese Islandreise wird ohnehin nicht ihre letzte sein, sagen sie. Die Rückkehr zur Blauen Lagune ist also nur eine Frage der Zeit. Aktuelles Album: „Crooks & Lovers“ Lovers” (Hotflush); Mount Kimbies Live-Show zum Nachhören: redbullmusicacademyradio.com/shows/2374/
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A-TRAK LOndon Arts & Crafts
Schwarzes Gold Was macht ein DJ, um die Tänzer in Ekstase zu versetzen? Welche Platte spielt er, wenn sich der Dancefloor leert? Fragen, die niemand besser beantworten kann als A-Trak, Kanye Wests DJ. Als Alain Macklovitch alias A-Trak 15 war, gewann er die DMC World Championships. Was nicht weniger heißt, als Gold bei der Weltmeisterschaft der DJs zu holen. Als Teenager, noch nicht einmal alt genug war, um selbst in Nachtclubs reinzukommen. Seitdem ist der Turntable-Meister aus Montreal begehrt wie eine seltene BeatlesVinyl-Erstpressung. Kanye West hat ihn als DJ angeheuert, sein eigens Plattenlabel Fool’s Gold veröffentlicht einen Hit nach 90
dem anderen. Letzten Monat war A-Trak in London zu Gast, um beim britischen Red Bull Thre3Style-Finale auf der Jurybank Platz zu nehmen. Ein Wettbewerb, bei dem Jung-DJs zeigen, dass sie den Dancefloor zum Überkochen bringen können. In nur 15 Minuten, dafür aber mit drei verschiedenen Musikgenres, die es möglichst elegant zu mixen gilt. Am 9. Dezember steht nun das internationale Finale in Paris an, A-Trak wird erneut als Juror fungieren. Wir haben den Meister-DJ
Welche Platte hat dich letztens überrascht? Ich habe letztens in Brighton in England aufgelegt und hatte das Gefühl, die Party könnte frischen Wind vertragen. Deshalb hab ich zwischen meine House-Tracks plötzlich „Talking in Your Sleep“ von den Romantics geschummelt, einen funky Rocksong aus den 1980ern. Ich hatte keine Ahnung, wie der Stimmungswechsel ankommen würde. Aber die Leute sind vor Freude total ausgerastet. Wenn so eine Aktion schiefgeht und sich der Dancefloor in Sekundenschnelle leert, wie holst du die Tänzer zurück? Am wichtigsten beim Auflegen ist die Fähigkeit, richtig und schnell zu reagieren. Eigentlich ist es fast wie im echten Leben: Wenn alles zusammenbricht, musst du wissen, wie du’s schnell wieder aufbaust. Der Remix, den ich letztes Jahr für die Yeah Yeah Yeahs gemacht hab – „Heads Will Roll“ –, ist ein gutes Beispiel. Er startet reduziert, mit einer Bassdrum. Dann setzen opulente, laute Stakkato-Akkorde ein. In diesem Moment entzündet sich ein Feuerwerk auf der Tanzfläche, da kannst du dich darauf verlassen. Ähnlich wie „Babylon“ von Congorock. Solche Tracks sind Geheimwaffen im Plattenkoffer. Du hast als DJ etliche Preise für deine Skills an den Plattenspielern gewonnen. Was befriedigt mehr: einen Wettbewerb wie Red Bull Thre3Style zu gewinnen oder das Publikum einfach zum Ausrasten zu bringen? Ich denke, das kommt wirklich auf den DJ an. Für die einen ist die euphorische Reaktion der Crowd das Wichtigste. Für andere geht’s mehr um Originalität, darum, die Leute nicht mit den offensichtlichsten Hits zu gewinnen. Mir liegt eher Zweiteres. Natürlich halte ich die Leute am Tanzen, aber lieber mit Platten, die das Publikum nicht erwarten würde. Ich spiele vergessene Tunes oder Remixes, die ich noch gar nicht veröffentlicht hab. Das Wichtigste bei einem DJ-Set ist deine Message. Und deine Message so rüberzubringen, dass sie die Crowd darauf einsteigt. Du sagst, es geht ums Geschichten erzählen mit Vinyl. Aber sind 15 Minuten genug, um eine gute Story zu erzählen? Oft sind DJs gezwungen, sich kurz zu halten, die Essenz aus ihrer Plattentasche herauszukitzeln. Das Zeitlimit ist die Her ausforderung. Ein guter DJ kann damit umgehen. Und das erkennst du schon nach wenigen Minuten. Aktuelle Single: „Ray Ban Vision“ (Fool’s Gold) A-Trak ist Juror beim Red Bull Thre3Style-Finale, 9. Dezember, Elysée Montmartre, Paris, Frankreich
Bild: Keith Davis Young (1) credit
getroffen, um ihm einige Geheimnisse über den schnellen Finger und das schwarze Gold zu entlocken.
Bitte zuerst in den Dressingroom, danach an (oder in) den Pool! Vor Sonnenuntergang sieht die Sache nicht ganz so zugeknöpft aus.
The Ivy sydney
World’s Best Clubs
Das ist kein Club …
Bilder: Wolfgang STecher (3)
… das ist ein Party-Wonderland! Die goldene Wandernadel für den, der es schafft, alle Bars, Restaurants und Floors an einem Abend abzuklappern. Der goldene Kater stellt sich ohnehin ein. Ein junger Mann namens Justin Hemmes aus gutbetuchter Sydneyer Familie lebt ein recht unbekümmertes Leben. Er liebt das Feiern, und so verwundert es nicht, dass es ihn auch beruflich ins Nachtleben verschlägt. Um das Image vom „Sohn“ loszuwerden, arbeitet er als Tellerwäscher, Kellner und Buchhalter. Während dieser Zeit wächst sein Traum von der ultimativen Partylocation, seinem eigenen nächtlichen Reich. Also engagiert er ein paar coole Architekten (Woods Bagot) und lässt nach deren Plänen mehrere Immobilien innerhalb von vier Hochhauskomplexen direkt in der Innenstadt von Sydney gestalten. Das Ergebnis wurde Ende 2007 unter dem Namen The Ivy eröffnet, heimst reihenweise Auszeichnungen ein und ist viel mehr als nur ein Club – es ist ein Konglomerat aus Restaurants, Bars, mehreren Lounges und Dance floors. Justin weiß, was er tun muss, um seine Gäste glücklich zu machen, und er tut es. Der Unternehmer bietet die perfekte Umgebung für die perfekte Nacht. Eine Nacht, die schon vor Sonnenuntergang beginnt.
Denn in den edlen Umkleidekabinen mit Discokugel-Duschen tauscht der frühe Besucher Business- gegen Badeoutfit und entspannt sich bei Cocktails im Outdoor-Pool. Oder an einer der Bars unter Palmen und schaut dem hauseigenen Gärtner bei der Arbeit zu. Wenn der Hunger kommt, gibt es in den angrenzenden Etagen sieben (!) Restaurants – vom Italiener, New-York-Steakhouse, Inder, Thai bis zur Sushi-Bar. Danach treibt’s die Gäste in eine der vier Bars oder direkt auf die Dancefloors. Wer es privater schätzt und über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich in einem der beiden Penthouses in den oberen Stockwerken einmieten. Über drüber statt nur mittendrin sozusagen. Die Liste der Resident DJs im The Ivy ist lang – das neue Jahr läuten die House-Granden Basement Jaxx und Bob Sinclar mit einer Pascha-Party ein. 6500 Gäste werden erwartet, der Andrang wird aber – wie so oft hier im Party-Wonderland – noch größer sein. The Ivy, 320-330 George Street, Sydney 2000 www.merivale.com
Tanz am Mainfloor oder Labung in „The Den“: Das Angebot in The Ivy ist breit gefächert, wie auf einem Vergnügungspark für Nachtschwärmer.
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In Profile
Strom & Drang
Mando Diao Stockholm
Stecker raus, Power rein: Bei Mando Diao heißt „unplugged“ nicht Sitzkonzert. Sondern Rock ’n’ Roll und Feuer on Stage. „MTV Unplugged“: Meist bedeutet das: Gereifte Bands nehmen eine Auszeit vom Rock ’n’ Roll und performen ihre Songs akustisch bei gedimmtem Licht. Nicht so Mando Diao. Die Schweden-Rocker haben bei ihrer Session in den Berliner Union-Film-Studios zwar die Verzerrer daheim gelassen, nicht aber ihre Energiereserven. Entstanden ist ein Konzert mit Theaterkulisse und Gästen wie Ray Davies, Sänger von The Kinks, oder Juliette Lewis. Jungs, habt ihr euch gestern die MTV European Music Awards gesehen? Mats Björke: Ich hab nur fünf Minuten reingeschaut. Und schnell erkannt: Das ist nichts für mich. Da hast du vermutlich dann grad den Moment erwischt, als Justin Bieber der Preis als bester Künstler verliehen wurde, oder? Mats: Nein, aber es war so eine MädchenVersion von Justin Bieber. Nicht viel besser. Dabei dachte ich, dass euch die Show interessiert, ihr wart doch letztes Jahr selbst nominiert. Als „Schwedischer Act des Jahres“. Samuel Giers: Auch da sind wir nicht hingegangen. Wir waren gerade auf Tour. Es ist so: Die MTV-Typen sagen dir Bescheid, wenn du gewinnst. Und dann fährst du hin. Dafür hat euch MTV jetzt in anderer Form zu Rittern geschlagen: Ihr wurdet zu einer Unplugged-Session eingeladen. Wie geht man mit einer solchen Ehre um? Samuel: Wir wollten nicht einfach einen Luster aufhängen, Kerzen anzünden und im Sitzen spielen. Deswegen haben wir Räume bauen lassen. Fast wie eine Theaterkulisse. Gustaf Norén: Sie spiegelt unsere Karriere wider. Wir haben quasi ein Haus gebaut. Mit verschiedenen Zimmern. Der Dachboden steht für unsere Vergangenheit, weil alles irgendwann dort oben landet. Reliquien wie alte Gitarren, Bandmaschinen, Live-Plakate. Die Garage dagegen steht für die Energie von Mando Diao, dort haben wir unsere ersten Hits wie „Sheepdog“ geschrieben. Und die Hotellobby, na ja, in Hotels verbringen wir heute die meiste Zeit. 92
Gustaf Norén, Samuel Giers, Björn Dixgård und Mats Björke im herbstlichen Stockholm.
Wo du grad „Sheepdog“ erwähnst: Ihr habt ja schon fünf Alben draußen. Wie habt ihr die Songs für diesen Anlass ausgewählt? Gustaf: Am Anfang dachte ich, wir spielen einfach die normale Mando-Diao-Setlist akustisch. Aber dann sagte uns MTV, dass wir zweieinhalb Stunden füllen müssen. Samuel: Nur Hits zu spielen wäre fad gewesen. Deshalb haben wir alte Stücke und B-Seiten ausgegraben, die wir selten live performen. Gustaf: Es ist ein Best-of von Mando Diao. Nicht unbedingt aus der Sicht der Platten firma, aber aus unserer. So hat’s ja auch ein neuer Song namens „No More Tears“ aufs Album geschafft … Gustaf: Der ist gar nicht so neu. Ein guter Freund aus Deutschland hat gefragt, warum wir nicht „I Want Your Love“ spielen. Und wir sagten: weil wir kein Stück haben, das so
heißt. Dann hat er uns ein YouTube-Video gezeigt. Mit einem Song von uns, den wir vor sieben Jahren als Demo aufgenommen, aber nie veröffentlicht hatten. Irgendwie hat er seinen Weg ins Netz gefunden. Wir hatten das Stück total vergessen – aber die 100.000 Clip-Views haben uns überzeugt. Deshalb haben wir dafür einen neuen Text geschrieben. Unsere Fans haben den Song quasi auf die Platte gewählt. „MTV Unplugged“ bedeutet meist, dass Künstler einen Gang zurückschalten. Eure stürmische Show bricht mit der Tradition. Gustaf: Wir wollten das eher wie Bob Dylan bei seinem legendären Budokan-Konzert machen. Wir haben „unplugged“ nicht im Sinn von „ausgesteckt“ verstanden, wir wollten einfach ein richtig gutes Live-Album machen. Aber warum dann „MTV Unplugged“ und nicht einfach ein gutes Live-Album?
Bilder: Thomas Karlsson (2), Matt Wignall (2)
Anfang September: die „MTV Unplugged“-Show, Berlin. Anfang November: die Plattenrelease-Party im Berns, einem Stockholmer Club.
Gustaf: Für mich bedeutet „unplugged“ eher ohne Effekte. Pur. So wie Dylan in Tokios Budokan-Halle. Mit Piano, akustischer Gitarre, Flöten und so. Für uns lautete die Herausforderung eher: Mando Diao anders, nicht unbedingt „unplugged“. Außerdem sind viele unserer Songs sehr energetisch, egal ob du sie verzerrt oder akustisch spielst. Ein Sitzkonzert wär deshalb einfach eigenartig gewesen. Was mir auch aufgefallen ist, waren die seltsamen Jäckchen, die ihr getragen habt. Samuel: Das waren schwedische Trachten. Gustaf: Wir sind ins große Folklorezentrum spaziert und haben uns einfach die coolsten Stücke rausgepickt. Was den Typen dort gar nicht gepasst hat. Ich wollte gern eine Jacke aus dem Norden mit einem Hut aus dem Süden kombinieren. Der Verleiher hat mich entgeistert angeschaut. „Das ist verboten!
Dafür kannst du eingesperrt werden!“ Es gibt da offenbar strenge Regeln, deshalb haben wir einfach mehrere Outfits ausgeborgt und dann heimlich vorm Konzert kombiniert. Samuel: Die leihen uns nie wieder Gewand dort. Gustaf: Ach was, die schauen sicher kein MTV. Gemeinsam mit Ray Davies habt ihr seinen The-Kinks-Song „Victoria“ performt. Habt ihr den ausgewählt, oder war er es? Gustaf: Wir haben uns alte Kinks-Platten angehört und einen Song gesucht, der am besten zu Mando Diao passt. Als „Victoria“ lief, kam ein Freund ins Zimmer und fragte: „Hey, ist das ein neuer Song von euch?“ Das hat uns letztlich überzeugt. Auch Juliette Lewis hat mit euch gesungen. Mit Kriegsbemalung am Lagerfeuer. Samuel: Gustaf saß eines Tages da und sagte: „Ich hätte gerne, dass es auf der Bühne
brennt, wenn ich mit Juliette Lewis singe.“ Gustaf: Zuerst haben uns die Typen vom Filmstudio abgesagt. Worauf ich meinte, dann lasst uns für die Szene ins Freie gehen. Zwei Tage später hatten sie dann eine Lösung. Es war eine dieser Ideen kurz vorm Einschlafen. Ich habe an ein Ritual gedacht, an Exorzismus. Und Juliettes Bemalung passte perfekt. Welche ist eure liebste „MTV Unplugged“Aufnahme? Und bitte nicht Nirvana sagen. Gustaf: Ich mag die Oasis-Session. Zumindest die Songs, bei denen nicht Liam singt. Ich find auch die von Mariah Carey gut. Und Bob Dylan kann schon auch was. Ja, der Typ ist nicht so übel, wie alle sagen. Gustaf: Du musst genauer hinhören, dann ist Dylan echt nicht sooo schlecht. Mando Diao: „MTV Unplugged – Above and Beyond“ (Universal) ist auf Doppel-CD und DVD erschienen.
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Volles Programm
Red Bull TV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm.
Samstag 11. Dezember
Celebs go extreme Die neue Serie ab 6. Dezember jeden Montag um 20.15 Uhr Stars aus der Film- und Musikwelt wagen sich auf neues Terrain und versuchen an der Seite eines Profis eine Extremsportart zu erlernen. So treibt sich Filmstar Nora Tschirner am 6. Dezember zum Start der Serie mit Kajaker-Legende Steve Fisher in Schweizer Wildbächen herum mit dem Ziel, einen 16-Meter-Wasserfall zu bezwin gen. Cosma Shiva Hagen trifft Kletterer Kilian Fischhuber (13. 12.), Götz Otto die Kitesurferin Susi Mai (20. 12.), Wilson G. Ochsenknecht die Rallye-Meisterin Burcu Çentinkaya (27. 12.) und Doris Schretz mayer Alpinist Stefan Glowacz (3. 1. 2011).
23.00 Surf Chronicles Heading to Hawaii 23.15 Highlights Felabration Festival 23.45 Highlights Beats of Hope
23.00 Highlights Red Bull BC One, Tokio 2010
20.15 Blizzard – Race to the Pole Doku-Serie auf den Spuren von Roald Amundsen und Robert Scott zum Südpol, 3/6
21.15 Epic Conditions Serie, 4/15
23.30 Highlights Red Bull Ragnarok
21.15 Epic Conditions Serie, 5/15
21.45 Surf Chronicles
00.00 Cliptomaniacs Die Entertainment-Show
00.30 First Ascent Kletter-Serie 3/6
22.30 The Film Festival in Your Living Room The Windsurfing Movie, Teil 2
01.10 Young Guns Rising Die jungen Wilden auf den MotoGP-Circuits der Großen, 2. Staffel, 7/8 01.35 Adventure Circus The B: The Burton-Movie, Snowboardfilm
So sind Sie im Bild Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TVFenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter:
06.30 Highlights Felabration Festival (WH)
05.25 Cliptomaniacs (WH) 05.50 Adventure Circus The B (WH)
07.00 Highlights Beats of Hope (WH) 07.15 Surf Chronicles Heading to Hawaii (WH)
* Eine Sendung von
Sonntag 19. Dezember
22.30 Bullet Points
22.00 Servus Hockey Night Magazin*
01.00 Play! Das Neueste aus der Welt der Computerspiele
Samstag 18. Dezember
20.15 Blizzard – Race to the Pole Doku-Serie auf den Spuren von Roald Amundsen und Robert Scott zum Südpol, 2/6
00.00 Cliptomaniacs Die Entertainment-Show
02.15 Nightflight Kristal, Bukarest
0800 100 30 70 94
22.30 Bullet Points
Sonntag 12. Dezember
rocksteady: The Roots of Reggae Sonntag, 19. Dezember, 23.35 Uhr Zwischen Ska und Reggae: Jamaika hat es als kleines Land geschafft, eine eigene Mu sikrichtung in der Popwelt zu etablieren.
23.40 The Film Festival in Your Living Room The Belgrade Phantom 00.45 The Film Festival in Your Living Room The Windsurfing Movie, Teil 1 01.50 The Film Festival in Your Living Room The Windsurfing Movie, Teil 2 (WH) 02.55 The Film Festival in Your Living Room The Belgrade Phantom (WH) 04.00 Epic Conditions (WH) 04.25 The Windsurfing Movie, Teil 1 (WH) 05.30 Blizzard – Race to the Pole (WH)
00.30 First Ascent Kletter-Serie, 4/6 01.00 Play! Das Neueste aus der Welt der Computerspiele
21.45 Surf Chronicles
01.10 Young Guns Rising 2. Staffel, 8/8
22.00 The Film Festival in Your Living Room Swift, Silent, Deep
01.35 Adventure Circus Hard to Earn SnowboardAction auf den Bergen und in urbaner Umgebung
23.35 The Film Festival in Your Living Room Rocksteady – The Roots of Reggae
02.05 Nightflight Womb, Tokio
01.20 Talking Music: The Lecture Sly & Robbie
05.15 Cliptomaniacs (WH)
02.15 The Film Festival in Your Living Room Swift, Silent, Deep (WH)
05.40 First Ascent (WH) 06.10 Adventure Circus Hard to Earn (WH) 06.40 Highlights Red Bull Ragnarok (WH) 07.05 Highlights Red Bull BC One, Tokio 2010 (WH) 07.30 Bullet Points (WH)
03.45 The Film Festival in Your Living Room Rocksteady – The Roots of Reggae (WH) 05.30 Epic Conditions (WH) 05.55 Blizzard – Race to the Pole (WH)
Bilder: Keo Films, Muse, Thiebaut Raphael, The Weather Channel US
Blizzard – Race to the Pole Sonntag, 12. Dezember, 20.15 Uhr Ein bri tisches und ein norwegisches Team wollen den Südpol auf demselben Weg erreichen wie Amundsen und Scott vor 100 Jahren.
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Swift. Silent. Deep.
Bilder: Burton Snowboards, Wade McKoy/Focus productions, Gibson pictures/Red Bull Photofiles, Hamish Lindsay, Marcelo Maragni/Red Bull Photofiles, Querschuss Filmkooperation
Sonntag, 19. Dezember, um 22.00 Uhr Sie waren die Begründer des Big Mountain Skiing und so etwas wie ein Geheimbund gefeierter Skifahrer: Warren Miller, Scot Schmidt und Doug Coombs bildeten die „Jackson Hole Air Force“, die mit ihren waghalsigen Abenteuern die Extrem-Ski-Kultur grundlegend verändert hat. Die Doku mentation berichtet über die Ursprünge von Amerikas berüchtigter Ski-Bru derschaft und folgt den drei Pionieren bei ihrem Unterfangen, die Grenzen des Skifahrens immer weiter zu verschieben.
Älive Samstag, 25. Dezember, 01.10 Uhr Drei teilige Serie: Die erfahrenen Old Dogs der Ästhetiker-Snowboardcrew aus Tirol treffen die talentiertesten Young Guns der Szene. Samstag 25. Dezember 22.30 Bullet Points 23.00 Surf Chronicles Northshore Hawaii: Final 23.15 Highlights The Illuminating Art of Ivan Navarro 23.30 Highlights Red Bull Check Mate
Sonntag 26. Dezember 20.15 Blizzard – Race to the Pole Doku-Serie auf den Spuren von Roald Amundsen und Robert Scott zum Südpol, 4/6 21.15 Epic Conditions Serie, 6/15
Live From the Moon Sonntag, 2. Januar, 22.30 Uhr Eine Er folgsstory der Technik – auf Erden und im Weltall. Über 600 Millionen konnten die 1. Mondlandung live im TV mitverfolgen. Samstag 1. Januar 22.30 Bullet Points 23.00 Highlights Red Bull Rampage 2010 23.55 Cliptomaniacs Die Entertainment-Show
21.45 Surf Chronicles
Sonntag 2. Januar 20.15 Blizzard – Race to the Pole Doku-Serie auf den Spuren von Roald Amundsen und Robert Scott zum Südpol, 5/6 21.15 Epic Conditions Serie, 7/15 21.45 Surf Chronicles
00.00 Cliptomaniacs Die Entertainment-Show
22.00 Servus Hockey Night Magazin*
22.00 Servus Hockey Night Magazin*
00.30 First Ascent Kletter-Serie, 5/6
22.30 The Film Festival in Your Living Room Skiing Everest: Doku über Extrem-Ski-Berg steiger, die den höchsten Gipfel der Welt erklettern
22.30 The Film Festival in Your Living Room Live from the Moon – The Story of Apollo Television
01.00 Play! Das Neueste aus der Welt der Computerspiele 01.10 Älive Snowboard-Serie, 2/3 01.40 Adventure Circus Who is J.O.B.? Surf-Profi Jamie O’Brien 02.50 Nightflight Special Rave on Snow, Teil 1 06.00 Älive 3/3 06.30 Highlights Red Bull Check Mate (WH) 07.00 Highlights Ivan Navarro (WH) 07.15 Surf Chronicles (WH) 07.30 Bullet Points (WH)
00.20 The Film Festival in Your Living Room Honeyboy and the History of Blues Doku über Blues-Musiker David „Honeyboy“ Edwards 01.50 Talking Music: The Lecture Gary Bartz 02.40 The Film Festival in Your Living Room Skiing Everest (WH) 04.20 The Film Festival in Your Living Room Honeyboy and the History of Blues (WH) 05.45 Blizzard – Race to the Pole (WH)
00.25 First Ascent Kletter-Serie, 6/6 00.55 Play! Das Neueste aus der Welt der Computerspiele
00.20 The Film Festival in Your Living Room Speaking in Code: Doku über die Welt der elektronischen Musik
01.05 Älive Snowboard-Serie, 2/3
01.55 Blizzard – Race to the Pole (WH)
01.35 Adventure Circus New World Disorder – Dust & Bones
02.50 Epic Conditions (WH)
05.30 Cliptomaniacs (WH)
03.20 The Film Festival in Your Living Room Live from the Moon – The Story of Apollo Television
06.00 Highlights Red Bull Rampage 2010 (WH)
05.05 Epic Conditions (WH)
06.55 First Ascent (WH)
05.35 Blizzard – Race to the Pole (WH)
02.20 Nightflight Special Best of 2010, Teil 1
07.25 Bullet Points (WH)
Red Bull Thre3Style-finale Samstag, 8. Januar, 23.30 Uhr Ein Jahr lang wurde weltweit in vielen Ländern die lokale Party-DJ-Elite ermittelt. Heute wird der Beste der Besten gekrönt. Samstag 8. Januar 22.30 Bullet Points 23.00 Highlights Crashing Mountain 23.30 Highlights Red Bull Thre3Style-Finale 00.00 Cliptomaniacs Die Entertainment-Show 00.30 Play! Das Neueste aus der Welt der Computerspiele 00.40 Älive Snowboard-Serie, 2/3 01.10 Adventure Circus It’s Always Snowing Somewhere 02.00 Nightflight Special Thre3Style, Paris
Sonntag 9. Januar 20.15 Blizzard – Race to the Pole Doku-Serie auf den Spuren von Roald Amundsen und Robert Scott zum Südpol, 6/6 21.15 Epic Conditions Serie, 8/15 21.45 Surf Chronicles 22.00 Servus Hockey Night Magazin* 22.30 The Film Festival in Your Living Room The Line, a Journey to the Far Fringe of Skiing 23.00 The Film Festival in Your Living Room Steep – Steil am Limit 00.35 The Film Festival in Your Living Room 39 Days – A Road Trip 02.25 Epic Conditions (WH)
05.10 Cliptomaniacs (WH) 05.40 Adventure Circus It’s Always Snowing Somewhere (WH) 06.30 Highlights Crashing Mountain (WH) 07.00 Highlights Red Bull Thre3Style-Finale (WH) 07.30 Bullet Points (WH)
02.50 The Film Festival in Your Living Room The Line, a Journey to the Far Fringe of Skiing 03.15 The Film Festival in Your Living Room Steep – Steil am Limit (WH) 04.50 The Film Festival in Your Living Room The Line, a Journey to the Far Fringe of Skiing (WH) 05.15 Epic Conditions (WH)
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Das Weihnachts-SPecial auf Red Bull-TV Von 27. bis 31. 12. 2010 täglich ab 22.35 Uhr
Highwater
Montag, 27. Dezember, um 22.35 Uhr Jedes Jahr treffen sich die besten Surf-Pros zum großen Fina le der ASP Surfing World Tour am North Shore auf Hawaii. Zwischen Halloween und Weihnachten finden dort die letzten Wettbewerbe der Saison statt. Dana Brown, der Sohn von SurfLegende und Filmemacher Bruce Brown, begleitete die mutigen Männer mit seiner Kamera und präsentiert eine spannende, aber auch humorvolle Doku voller atemberaubender Bilder. Im Anschluss um 0.25 Uhr: Claim. Ein Freeride-Ski-Film.
Eternal Flame
The White Stripes
Alexander und Thomas Huber, die Ikonen der Kletterszene, su chen immer besondere Heraus forderungen. Darum haben sich die Bayern die Güllich-Route an der „Eternal Flame“ in Pakistan zum Freiklettern vorgenommen. An der Route, die 1989 von Wolfgang Güllich, Kurt Albert, Milan Sykora und Christoph Stiegler erstbegangen wurde, haben sich schon viele hoch karätige Freikletterer versucht und sind gescheitert. In Gedenken an Kurt Albert, Begründer der Freikletter-Bewegung, der dieses Jahr im September starb. Im Anschluss um 0.10 Uhr: Core. Neuer Kletterfilm.
Das Rock-Duo um Sänger und Gitar rist Jack White und Schlagzeugerin Meg White ist bekannt für spek takuläre Live-Gigs. Regisseur Emmett Malloy, der u. a. mit Metallica und Oasis gedreht hat, begleitete das Ge schwisterpaar mit der Kamera auf ihrer Kanada-Tournee im Sommer 2007. Im Anschluss um 0.20 Uhr: That’s It, That’s All. Der KultSnowboardfilm.
A Fly in the Champagne
Part of the Weekend Never Dies
Mittwoch, 29. Dezember, um 22.35 Uhr
Donnerstag, 30. Dezember, um 23.30 Uhr
Freitag, 31. Dezember, um 0.10 Uhr Nach Jahren erbit terter Rivalität trafen die beiden Surf-Pros Kelly Slater und Andy Irons 2008 bei einem Boattrip aufeinander. Ein Trip voller Span nung und Emotionen. In Gedenken an Andy Irons, der während der diesjährigen ASP World Tour verstarb. Davor um 22.35 Uhr der Surf-Film „Fiberglass and Megapixels“
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Höhen und Tiefen einer RockTour mit 120 Shows – also jede Menge laute Musik, verrückte Fans und Party ohne Ende mit David und Stephen Dewaele. Die beiden Brüder aus Belgien ste cken nicht nur hinter 2ManyDJs, sie sind auch Mitglieder der Band Soulwax. Ihr Leben besteht aus Musik und Live-Auftritten. Das Filmteam begleitete David und Stephen drei Jahre lang während einer Welttournee und gibt neben Interviews und Live-Mitschnitten Einblicke in das Tourleben backstage. Davor um 22.25 Uhr: „Smash His Camera“. Ab 01.25 Uhr geht es mit „Nightflight“ aus Las Vegas weiter durch die Silvesternacht.
Bilder: 4shared.com, A Fly in the Champagne, PIAS RECORDINGS, Timeline Production, Autumn de Wilde
Dienstag, 28. Dezember, um 22.35 Uhr
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www.blackberry.de 5 MAG-LITE® XL100 MAG-LITE® präsentiert mit der XL100 eine Taschenlampe mit elektronischem Multifunktionsschalter, der fünf verschiedene Leuchtmodi sowie eine Sperre ermöglicht. Neben dem Drücken oder Drücken-und-Halten des Endkappenschalters genügt eine Drehung des Handgelenks, um die Helligkeit, Blitzfrequenz und Signaldauer zu steuern.
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www.maglite.at 6 Von wegen Spielzeug! Das mattschwarze Gehäuse mit Alu-Front des High Performance PC MEDION ERAZER X7723 D lässt schon beim ersten Anblick auf Power schließen. Der blitzschnelle Intel Core i7-950, NVIDIAs scharfer High-End-Grafik GeForce GTX480, riesige 2 TB Festplattenkapazität und 6 GB Arbeitsspeicher geben dem Gaming-Boliden den Zündstoff für starke Performance.
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issenschaftler haben keinen Sinn für Romantik. Erzählen wir ihnen von den leuchtenden Farben des fallenden Herbstlaubs, klären sie uns darüber auf, das diene bloß dem Zweck, die Bäume vor dem Vertrocknen zu schützen. Gleiten wir selbstvergessen und wie schwerelos über tief verschneite Berghänge, murmeln sie garantiert etwas von Klimaerwärmung und dass wir uns ein anderes Vergnügen suchen sollten – ach was, müssen! Und erzählen wir ihnen von unseren Träumen, so wischen sie diese beiseite, seien sie doch bedeutungslose Abfallprodukte der nächtlichen Sortier arbeit unseres Gehirns. So ist nicht weiter verwunderlich, was sie uns antworten, wenn wir ihnen vor schwärmen, wir seien verliebt, verliebt, verliiiiiiebt: Daran sei nichts anderes als ein Hormon- und Botenstoffgewitter in unserem Kopf schuld, sagen sie. Es sei heftig, aber kurz – glücklicherweise! Denn das Gefühl des Verliebtseins weise nicht nur auffällige Ähnlichkeiten mit einer Suchtkrankheit auf, sondern trübe unser Urteilsvermögen und verursache Schweißhände. Hochgradig gesundheits gefährdend das Ganze. Wenn wir entgegnen, sie seien doch bloß neidisch, weil sie den ganzen Tag anderen Menschen mittels eigenartiger Apparate beim Verliebtsein zusehen müssten, lächeln sie abschätzig: Dass wir jemanden anziehend finden, habe nichts damit zu tun, dass der ebenfalls Mozart und die Formel 1 liebt. Vielmehr würden wir durch den Geruch des anderen ange lockt; der signalisiere uns, dass wir gene tisch gesehen zusammenpassen und es für den Fortbestand der Menschheit sinn voll wäre, miteinander Kinder zu zeugen. Das Gefühl des Verliebtseins sei bloß dazu da, die Sache in Schwung zu bringen – Liebesgedichte also nichts als Ausdruck naturwissenschaftlicher Ahnungslosigkeit und Schmierstoff der Reproduktion.
Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist
Guter Rat vom Dings Was für nüchterne Betrachter nur ein kurzes, wenn auch heftiges Botenstoffgewitter im Gehirn ist, halten poetischere Gemüter für das höchste der Gefühle. Aktueller Anlass für meine kleinen Überlegungen ist eine Studie, die eben publiziert wurde, und zwar von Forschern am Medical Center der Stanford University, Kalifornien. Diese Wissenschaftler haben ein gutes Dutzend frisch Verliebter nach einander in den Gehirnscanner gelegt und ihnen währenddessen an einer Hand moderate Hitzeschmerzen zugefügt. Das Resultat: Wenn die Versuchspersonen
das Foto ihrer oder ihres Liebsten betrach teten, empfanden sie den Schmerz weni ger stark als in anderen Situationen. Der Erkenntnisgewinn dieses Tests: Verliebt sein aktiviert dieselbe Gehirnregion wie Kopfwehpillen, Drogen oder Gewinne im Lotto. (Wer Schmerzen hat, sollte sich also unbedingt verlieben.) Doch die spröde Sachlichkeit der Wissenschaftler hat auch ihr Gutes. So können wir uns von denselben Leuten, die uns eben noch erklärt haben, Liebe sei eine Art temporäre Geisteskrankheit und fallendes Laub eine Antivertrock nungsstrategie, hieb- und stichfeste Beweise dafür holen, dass Düfte positiv aufs l imbische System im Gehirn ein wirken und unser Wohlbefinden steigern; dass der Genuss von Rotwein das Risiko von Arterienverkalkung reduziert; und dass ausreichend Schlaf Voraussetzung dafür ist, dass wir einigermaßen schlank bleiben. Diese Erkenntnisse sind zwar alles andere als romantisch, liefern uns aber genau jene Begründung, die wir für den bevorstehenden Weihnachtsurlaub brau chen: für lange Abende am knisternden Kaminfeuer, für diverse Gläser guten Rot weins, für geruhsame, faule Morgen oder solche auf Skiern. Und dafür, auf die kleine Reise all jene Menschen mitzunehmen, die uns am Herzen liegen. Nun gibt es zwar keine Studie, in der sich diese konkrete Urlaubsempfehlung finden würde. Aber wozu haben Sie Ihren Kolumnisten? Der kann sie Ihnen – nach Durchsicht seiner Recherchen – guten Gewissens geben, so dass Sie mit Fug und Recht behaupten können: „Das habe ich genau so bei diesem … Dings … im Red Bulletin gelesen!“ Christian Ankowitsch, 51, ist ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Stefan Wagner (Stv.) Geschäftsführung Alexander Koppel, Rudolf Theierl Creative Director Erik Turek Art Director Markus Kietreiber Fotodirektion Susie Forman, Fritz Schuster (Stv.) Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitende Redakteure Werner Jessner, Uschi Korda, Nadja Žele Redaktion Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Christoph Rietner, Andreas Rottenschlager Grafik Miles English, Judit Fortelny, Esther Straganz, Dominik Uhl Fotoredaktion Markus Kucˇera, Valerie Rosenburg, Catherine Shaw Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Mitarbeiter Alexander Lisetz, Ruth Morgan, James Pants, Anthony Rowlinson, Andreas Tzortzis, Herbert Völker, Paul Wilson Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Augmented Reality Martin Herz, www.imagination.at Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Christian Graf-Simpson, Claudia Heis, Nenad Isailovic, Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher, Thomas Posvanc, Thomas Safranek Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter Omar Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Internationale Projektleitung Bernd Fisa Sonderprojekte Boro Petric Finanzen Siegmar Hofstetter Marketing Barbara Kaiser (Ltg.), Stefan Ebner, Christian Gruber, Sabine Gschwentner, Regina Köstler, Klaus Pleninger, Johanna Schöberl, Daniela Schwarz, Helga Strnad Anzeigenverkauf Marcus Zinn (Ltg.), Bernadette Hochstätter, Thomas Hutterer; anzeigen@at.redbulletin.com Office Management Martina Bozecsky, Sabrina Pichl IT Daniel O’Sheedy, Michael Thaler Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869 m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-CollinStraße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Redaktionsbüro London 155-171 Tooley Street, SE1 2JP, UK Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin erscheint monatlich als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Burgenländische Volkszeitung, Niederösterreichische Nachrichten. In Deutschland: Münchner Merkur, tz. Das Red Bulletin liegt auch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei. In Großbritannien: The Sunday Telegraph. In Irland: Irish Independent. In Nordirland: Belfast Telegraph. In Polen: Gazeta Wyborcza. In Südafrika: Cape Argus, Cape Times, Daily News, Pretoria News, The Star. In Neuseeland: The New Zealand Herald. In Kuwait: Kuwait Times Gesamtauflage 3,8 Millionen Leserbriefe an leserbriefe@at.redbulletin.com
Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 4. Jänner 2011.
illustration: albert exergian
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