ÖSTERREICH
ABSEITS DES ALLT
PLUS CAPTAIN PLANET
Ein Taucher rettet die Welt
SO WIRST DU 180 JAHRE ALT … erklärt der berühmteste Bio-Hacker der USA
SEILER & SPEER
SCHWARE PARTIE AM SPIELBERG
TESTEN BOLIDEN AM RED BULL RING
NOVEMBER 2017 € 3,50
CONTRIBUTORS
EDITORIAL Liebe deine Leidenschaft
Aufgewachsen in der Steiermark, lebt und arbeitet der Fotograf in Wien. Bei unserem Covershooting mit Seiler & Speer am Red Bull Ring bewies der Outdoor-Enthusiast seine Wetterfestigkeit. „Ich fotografierte aus dem Kofferraum meines VW-Busses. Anfangs regnete es heftig. Das Wasser kam von allen Seiten – im Kamerasucher war kaum was zu erkennen.“ SEITE 54
Marcel Anders
Der Hardrock-Experte schreibt für den „Rolling Stone“ und „Classic Rock“ und interviewte Giganten wie Keith Richards oder Lemmy Kilmister. Bei seinem Gespräch mit Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl ging es um die großen Themen des Lebens wie Erfolg und Familie. Aber auch um die kuriosen, wie Grohls Gitarren-Thron für rekonvaleszente Rockstars. SEITE 50
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ULRICH ZINELL (COVER)
Ulrich Zinell
Bereits die Anreise sei eine Tortur gewesen, erzählt der Höhlentaucher Robert Marc Lehmann über die Expedition zu den Unterwasserstollen Yucatáns, den Cenotes. „Wir hackten uns mit Macheten einen Pfad durch den Dschungel, schleppten zu viert knapp eine Tonne Equipment.“ Warum der begeisterte Abenteurer immer wieder zu solch gefährlichen Missionen ausrückt, lesen Sie ab Seite 36. Der leidenschaftlichste Rockstar der Gegenwart heißt Dave Grohl. Der Foo-Fighters-Sänger spielt Konzerte auch trotz eines gebrochenen Beins zu Ende und löste 2011 in Neuseeland Erdbebenalarm aus, als seine Band 50.000 Fans zu Jubelsprüngen animierte. Wie man eine solche Leidenschaft auch nach Jahrzehnten im Beruf am Leben hält, erklärt er uns ab Seite 50. Apropos Jahrzehnte: Falls Sie bisher noch keine Zeit hatten, Höhlentaucher oder Rockstar zu werden, empfehlen wir Ihnen ein Gespräch mit Dave Asprey (Seite 80). Der amerikanische Bio-Hacker entwickelt Methoden, die es uns ermöglichen sollen, 180 Jahre alt zu werden. Erster Schritt: kalt duschen! Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion
THE RED BULLETIN
Audi Vorsprung durch Technik
Der neue Audi A5 Sportback. Form in Bestform. Athletik und Eleganz in Funktionalität vereint: Der Audi A5 Sportback bietet sportliche Avantgarde gepaart mit dem hervorragenden Platzangebot einer Limousine. Modernste Technologien und innovative Assistenzsysteme geben dabei Sicherheit für das Wesentliche: Ihren Fahrspaß.
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INHALT November
FEATURES
36 Der Unterwassermann
Robert Marc Lehmann, Höhlentaucher und Umweltaktivist, erforscht letzte unentdeckte Orte unseres Planeten.
50 Mister 110 Prozent
Wie man die Passion für seinen Job am Lodern hält? Foo-FightersFrontmann Dave Grohl hat eine überzeugende Antwort.
54 Band mit Bodenhaftung
Platin-Alben, Amadeus Award, ausverkaufte Konzerte: Das Erfolgsduo Seiler & Speer will dennoch bei den „Normalen“ bleiben.
64 30 Jahre „Street Fighter“
Das Kultspiel hat wie kein anderes die Gaming-Welt verändert.
72 M-Sport, WRC-Underdog
Ein kleines Rallye-Team fährt der namhaften Konkurrenz davon.
80 Im Labor des Dave Asprey Der eigenwillige US-Unternehmer und „Bio-Hacker“ arbeitet an seinem großen Ziel, 180 Jahre alt zu werden.
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HÖHLENTAUCHEN … extrem: die höchst gefährliche Erkundung der letzten noch un erforschten Tauch reviere des Planeten.
DAVE GROHL
Der Frontmann der Foo Fighters darüber, wie man den Weg zum Glück mit gebrochenem Bein geht.
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THE RED BULLETIN
BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary
10 „Breaking Bad“-Star Bryan
Cranston liebt Konflikte.
12 Der Walkman ist zurück. 14 Die US-Musikerin St. Vincent
trotzt den Regeln des Pop.
16 Von 0 auf 100 in 1,5 Sekunden 18 20 29 30 32 34
… in einem Gokart Eine Slackline-Challenge bei verdunkelter Sonne Eine Boeing 727 als Hotel Rekordsprung mit Ballon, Hängegleiter und Skydiver Laura Deming, 23, forscht nach dem Ende des Alterns. Sandwich à la Reuben Will Claye: Der erfolgreiche Dreispringer wird zum Rapper.
GUIDE
Get it. Do it. See it. 92 Highlights auf Red Bull TV 94 Die wichtigsten Termine 96 Bau dir deine Mini-Ramp 98 Save the Date: die lange Nacht
ROBERT MARC LEHMANN, DAVID CLERIHER, ULRICH ZINELL
der Game City in Wien 100 Das große Uhren-Special: gefertigt für die Ewigkeit 108 Impressum 110 Actionfoto des Monats
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Ob musikalisch oder im Nissan 370Z auf der Rennstrecke des Red Bull Rings: Das AustropopDuo ist auf der Überholspur. THE RED BULLETIN
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BULLEVARD LIFE
&
STYLE
BEYOND
THE
ORDINARY
ANDREAS LASZLO KONRATH/TRUNK ARCHIVE
Warum es falsch ist, wenn man seinen Hollywood-Kollegen wünscht, sie mögen sich blutige Nasen holen.
BRYAN CRANSTON „ES IST GENUG PLATZ FÜR ALLE“ SEITE 10 THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
Bryan Cranston, 61, ist seit seiner Rolle als Walter White in „Breaking Bad“ der Spezialist für schwierige Charaktere.
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THE RED BULLETIN
Bryan Cranston
Man reift an Konfrontation und Reibung, doch auch daran, dass man seinen Kollegen Erfolge gönnt und gefundene Geldbörsen ihren Besitzern zurückgibt.
„DAS LEBEN BRAUCHT KONFLIKTE“ O RÜDIGER STURM
ffiziell war die „Breaking Bad“-Ikone Bryan Cranston beim Münchner Filmfestival, um sein Drama „Wakefield“ zu präsentieren. Aber eigentlich zeigt der 61-Jährige vor, wie man als Schauspieler selbst in Hollywood ein entspanntes Leben führen kann, wenn man nicht so denkt wie der Präsident.
ANDREAS LASZLO KONRATH/TRUNK ARCHIVE
the red bulletin: Sie gingen einst auf die Polizeischule, um Cop zu werden. Was Nützliches gelernt? bryan cranston: Du lernst Menschen zu lesen. Man muss einfach vor die Tür gehen und Menschen studieren. Durch ständiges Beobachten baust du dir ein Archiv menschlicher Verhaltensweisen auf.
THE RED BULLETIN
Würde ich Sie in diesem Moment belügen: Könnten Sie mich durchschauen? Ja. Und ich kann Ihnen sagen, dass Sie jetzt lügen. Wie das? War ein Scherz. Es wurde dann aber doch nichts mit der Polizei … Mit 20, 21 unternahm ich mit meinem Bruder einen Motor Motorradtrip durch die USA. Der Plan war, mich zu verlieren, damit ich mich selbst finden konnte. So begriff ich, dass ich eigentlich die Schauspielerei liebte und darin auch gut werden konnte. In Ihrer Jugend waren Sie vorerst so richtig verloren. Als Sie elf waren, verließ Ihr Vater die Familie, die Bank ließ das Haus, in dem Sie lebten, zwangsversteigern. Wie fanden Sie den Weg zum Erfolg? Eben weil ich als Junge solche Nöte durchgestanden hatte. Beim Geschichtenerzählen läuft das nach dem gleichen Prinzip ab. Du brauchst Konflikte, die die Handlung vorantreiben. So haben auch die Menschen in ihrem Leben Konflikte nötig, denn auf diese Weise lernen sie zu schätzen, wenn es ihnen gutgeht. Mein Vater hat mir gezeigt, wie du’s nicht machen sollst. Ich wurde letztlich Schauspieler, weil er auch einer war. Aber mein Vater wollte ein Star werden. Und das war sein Problem. Sie scheinen auch eine sanfte Seite zu haben. Woody Har Harrelson bekam von Ihnen Ihr Recherchematerial, als er in „LBJ“ Präsident Lyndon B. Johnson spielte – den Sie vor ihm dargestellt hatten (im HBO-TV-Drama „All the Way“; Anm.). Gilt in den USA nicht speziell in Ihrer Branche das Motto „Jeder ist sich selbst der Nächste“? Ich hoffe, dass so ein Spruch nie auf meinem T-Shirt stehen wird. Meine Kollegen sind für mich keine Konkurrenten. Und das meine ich nicht arrogant, nach dem Motto „Ich habe keine Konkurrenz“. Wir gehören alle zur gleichen Bruder Bruderschaft, wenn man so will. Diese
Gruppe ist groß. Jeder findet darin Platz. Hat Woody Erfolg, heißt das nicht, dass ich scheitere. Deshalb will ich nicht, dass er auf die Nase fällt. Das ist Bullshit. So würde nur ein Narziss denken – unser Präsident etwa. Und dieses Denken müssen wir auslöschen. Aber alle kämpfen doch um dieselben Jobs … Ich habe eine Philosophie, die ich jungen Schauspielern bis zum heutigen Tag vermittle: „Wenn ihr einen Vorsprechtermin absolviert, tut ihr das nicht, um einen Job zu bekommen, selbst wenn es danach aussieht. Wenn ihr so denkt, wird euch das kaputtmachen. Warum? Weil es viel mehr Bewerber gibt als offene Stellen. Ihr müsst das so sehen: Ihr seid hier, um einen Job zu machen. Konzentriert euch auf euren Termin, bringt ihn hinter euch und sagt ‚Auf Wiedersehen‘.“ Halten Sie sich auch daran? Ja. Ich habe das vor 25 Jahren für mich herausgefunden, und das hat mich gerettet. Bekommt ein Kollege eine Rolle, um die auch ich mich beworben habe, sage ich nicht: „So ein Arschloch.“ Diese Rolle war eben nicht für mich bestimmt. Es ist ungefähr so, als würde ich Ihre Geldbörse auf der Straße finden. Ich rege mich doch nicht auf, weil ich sie zurückgeben muss. Sie gehört nun mal nicht mir. Facebook: @thebryancranston
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BULLEVARD
Elbow
Stell dir vor, der Großvater deines MP3-Players feiert Auferstehung. Und sieht dabei ziemlich frisch aus.
DAS COMEBACK DES WALKMAN M
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gespannt. Der Lesekopf greift direkt aufs Band zu, über ein Kontrollrädchen kann man die Lautstärke einstellen, dazu vor- und zurückspulen. Erfinder des Geräts sind Andrius Žemaitis und Marius Paulikas, zwei audiovisuelle Künstler aus Litauen. Sie wollen mit Elbow „das Erlebnis der Mechanik des Musik Musikhörens zurückbringen“. Vorläufig ist Elbow noch ein Crowdfunding-Projekt, bis zur Marktreife bleibt also noch genügend Zeit, im Keller nach unseren alten Kassettensammlungen zu kramen. Facebook: @ElbowCP
Den tragbaren Elbow befestigt man einfach an der Kassette, ein optischer Sensor erledigt ledigt die Arbeit am Band. Salatproduk tion ist werksseitig nicht vorgesehen.
TOM GUISE
arvels ScienceFiction-Film „Guardians of the Galaxy“ Galax war 2014 nicht nur an den KinoKino kassen ein Erfolg (Vin Diesel lieh in der englischsprachigen Fassung einem Baum seine Stimme): Der 70er-Jahre-PopSoundtrack behauptete sich auch in den Charts. Das Interessante dabei: Dieser Soundtrack wurde 11.000-mal als Audiokassette verkauft. Künstler wie Kanye West, The Weeknd und Justin Bieber reagierten auf das plötzliche Lebenszeichen des eigentlich mausetot geglaubgeglaub ten Tonträgers und brachten limited KassettenKassetten-Editions ihrer Alben heraus. Das Revival des guten alten tragbaren Kassettenspielers soll nun in Form eines Dings folgen, das aussieht wie ein skelettierter Walkman. Es trägt den Namen Elbow und wird als eine Art KlamKlam mer einfach über die Kassette
THE RED BULLETIN
Natürlich aus dem Rauch -Tal. Bei uns ist Obst in guten Händen. Und das schmeckt man auch. Wenn unsere fruchtigen, sonnengereiften Orangen auf sanfte, süße Mangos treffen, ist exotischer Genuss mit erfrischender Note garantiert.
www.rauch.cc
D
ie Musik von Annie Clark, besser bekannt als St. Vincent, erlebt sich wie ein Drahtseilakt. Ihre komplex arrangierten Songs schwanken in jedem Moment zwischen Hochgefühl und Depression, zwischen Ordnung und Chaos. Obwohl ihre Musik allen Regeln des Pop trotzt, war St. Vincents fünftes Album (2014), das sie selbst eine „Party-Platte für Begräbnisse“ nannte, ein Riesenerfolg: Platz 12 in den US-BillboardCharts, ein Grammy Award und Album-des-Jahres-Ehrungen von Musikmedien wie „NME“ und der britischen Zeitung „The Guardian“. Wie geht jemand, der in nur drei Jahren von einer Under Underground-Heldin zum Popstar am Cover von Hochglanzmagazinen avancierte – ihre einjährige Beziehung mit
St. Vincent Vom Underground-Darling zum Popstar: Die US-Musikerin erklärt, wie man Erfolgsdruck überwindet und warum Angst der beste Motor ist.
„SETZ DICH SELBST UNTER DRUCK“ 14
Supermodel Cara Delevingne war daran nicht unschuldig – mit gesteigertem Erfolgsdruck um? The Red Bulletin fragte die 35-Jährige, deren neue Platte „ MASSEDUCTION “ diesen Monat erscheint. the red bulletin: Ihr letztes Album war ein großer Erfolg. Wie schließt man daran an? st. vincent: Du machst ein noch besseres Album. Einfacher gesagt als getan, oder? Ach, du musst dich nur selbst unter Druck setzen. Kann das nicht leicht nach hinten losgehen? Wer sich selbst zu sehr stresst, ver verliert leicht den Antrieb und die Leidenschaft. Es ist seltsam. Ich bin eigentlich eine ängstliche Person, aber ich war weder eingeschüchtert noch verängstigt, als ich mit der Arbeit an der Platte begann. Ich wollte sie einfach noch besser machen als die letzte. Das ist generell mein Karriere-Mantra: Steck all deine Kraft in dein Projekt, und der Erfolg stellt sich von selber ein. Gut, aber wie befreit man sich vom Erfolgsdruck nach einem Grammy-Sieg? Ich lese keine Artikel über mich selbst. Etliche Medien bezeichnen Sie als Genie mit musikalischen Superkräften. Würde Lesen nicht das Ego stärken? Sich seine Bestätigung im Internet zu holen ist gefährlich. Weil es keinen Unterschied macht, ob dich online jemand als Königin oder Genie bezeichnet oder sagt: „Du bist der größte Idiot, und deine Songs sind scheiße.“ Die meisten würden sich darüber freuen, als Genie bezeichnet zu werden. Aber am Ende ist es doch das Gleiche: leere Übertreibungen ohne Substanz. Solche Zuschreibungen prallen an mir ab. Normalerweise. Umso mehr war ich geschockt dar darüber, wie verletzlich ich mich fühlte, als meine aktuelle Single „New York“ erschien.
Weshalb? Weil der Text sehr persönlich ist. Als ich den Song schrieb, kapselte ich mich von der Außenwelt ab. Ich packte alle meine Emotionen rein. Und dachte nicht daran, wie es sich anfühlen würde, wenn die Leute darüber tratschen. In dem Song geht’s um Ihre Trennung von Cara Delevingne, oder? Genau. Es war ein komisches Gefühl. Trotzdem halte ich es für richtig und sehr lohnend, sich selbst zu fordern und zu hinterfragen. Beim Songschreiben wie auch sonst im Leben. Wenn du keine Angst vor einem neuen Projekt hast, dann lass es lieber bleiben. Das erinnert an ein Zitat von Talking-Heads-Mastermind David Byrne: „Musikmachen ist die beste Form der Therapie.“ Mit ihm haben Sie 2012 ein Album aufgenommen. Was lernt man von einer Ikone wie ihm? Wie man mit Lob umgeht. Wenn David jemandem schmeichelt, lacht er. Auf eine sehr süße Art. Für einen Außenstehenden wirkt es so, als sei er verlegen. Aber er nimmt jedes Kompliment, jede Kritik sehr ernst und ver verwendet die Reaktionen als Inspiration für neue Projekte. ilovestvincent.com
THE RED BULLETIN
BULLEVARD
NEDDA AFSARI
MARCEL ANDERS
Multitalentiert: 2016 führte Popstar St. Vincent beim Horrorfilm „XX“ die Regie.
THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
Daymak C5
Klein, aber wrummm: Dieses süße kleine Gokart verbläst aus dem Stand die schnellsten Autos der Welt.
L Das C5 Blast Ultimate lässt alle Autos dieser Welt stehen – aber nur auf der Rennstrecke. Das Super-Gokart hat keine Straßenverkehrszulassung.
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ass dich nicht vom knuddeligen Look in die Irre führen: Wir reden hier von einem absoluten Renntier. Das Elektro-Gokart C5 Blast Ultimate katapultiert sich (und dich) in 1,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist um 0,7 Sekunden schneller als die aktuell schnellsten Serienautos Porsche 918 Spyder und Tesla Model S. Das ist um 0,2 Sekunden schneller als etwa der RB11 von Red Bull Racing aus der Formel-1-Saison 2015. Und das ist ungefähr gleich schnell wie der AMZ „Grimsel“, der aktuell of offiziell schnellste E-Rennwagen. Laut seinem kanadischen Entwick Entwick-
ler Daymak ist der C5 Blast Ultimate damit das rasanteste Gokart auf dem Planeten. Daymak-Geschäftsführer Aldo Baiocchi erklärt gern den technischen Background der irren Beschleunigung: schlanke E-Power (rund 26 PS) gefüttert von voluminösen LithiumIonen-Akkupacks, dazu vier Rotoren am Heck, die beim Durchdrücken des Gaspedals 60 Kilo zusätzlichen Schub bringen, und acht weitere an den Seiten, die den Anpressdruck des Karts erhöhen (und die 200 Kilo Gewicht quasi auf 100 reduzieren). Das Gefährt durchrast der derzeit die Testphase, Bestellungen sind aber bereits möglich. Vorausgesetzt, man zahlt den für ein Spielzeug sehr erwachsenen Preis: 59.995 kanadische Dollar (ca. 41.500 Euro) machen das C5 Blast Ultimate nicht nur zum schnellsten, sondern auch zum teuersten Gokart der Welt. daymak.com
THE RED BULLETIN
TOM GUISE
DEIN NEUES LIEBLINGSSPEEDZEUG
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Einmal im Leben: Slackliner Alex Mason überquert die Felsformation Corbet’s Couloir in Jackson Hole, Wyoming.
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THE RED BULLETIN
BULLEVARD
D
Balanceakt 150 Sekunden hatten Slackliner Alex Mason und Fotograf Kenny Lazinski im Match Mensch vs. Mond. Fehler verboten: Die nächste totale Sonnenfinsternis über den USA gibt es erst 2024.
KEITH LADZINSKI/RED BULL CONTENT POOL
ROBERT SPERL
„VERGISS DIE ANGST UND HAB SPASS“ THE RED BULLETIN
er Unterschied zwi schen Slacklining und High lining? Die Höhe. Deshalb hatte Slackliner Alex Mason etwas Stress vor dem Stunt, den sein Mentor Andy Lewis zwischen den Felsnasen von Corbet’s Couloir in Jackson Hole vorbereitet hatte. Die Highline war 23 Meter lang und pendelte 50 Meter über Grund. In 3500 Meter See höhe ist der Himmel schon nah: ideal, um die Highline spektakulär während der Sonnenfinsternis zu meistern, aber knifflig. Mason: „Beim Balancieren helfen visuelle Anhaltspunkte – das ist schwierig, wenn’s ringsum dunkel ist.“ Dazu kam der Druck, dass man für die Fotos nur 150 Sekunden Zeit hatte. Wie besiegte Mason seine Angst? „Ich dachte an den Spaß, den mir das Ganze macht.“ Während Alex sich auf den Endpunkt der Leine konzentrierte, rief ihm Lewis kurze Anweisungen zu. Was passierte noch in diesem inten siven Moment? Mason: „Es war ganz still, nur die Kamera surrte. Wind kam auf, die Temperatur fiel um 20 Grad, die Sterne kamen heraus. Dann erlebte ich einen 360GradSonnenaufgang.“ Mason musste sich auf der Leine langsam bewegen, Foto graf Kenny Lazinski hingegen schnell arbeiten: „Die Alarm glocken schrillten in einem fort.“ Auch weil das Foto eine komplizierte Doppelbelichtung erforderte – sonst hätten Son ne, Mond und Alex Mason nicht auf ein Foto gepasst. www.redbull.com/solareclipse
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BULLEVARD
Eine zur Hotel-Suite umgebaute Boeing 727 im costa-ricanischen Dschungel bietet Passagieren Luxus und Robinson-Crusoe-Lebensgefühl.
UNTERKUNFT FÜR ÜBERFLIEGER
Cool statt kühl: Innenverkleidung und Möbel aus indonesischem Teakholz
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in Passagierflugzeug im Urwald? Klingt nach Katastrophenfilm, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Die rote Boeing 727, die auf einem 15 Meter hohen Sockel in den Baumkronen hockt, ist die ausgefallenste Luxus-Suite Zentralamerikas – mit üppigem Ausblick auf die paradiesische Bucht des Nationalparks Manuel Antonio an der Südwestküste von Costa Rica. Nach ihrem ersten Leben als Passagierflieger (Baujahr 1965) für die South African Airways und die kolumbianische Avianca Airlines dämmerte das 40-Meter-Fluggerät
Mikrowelle statt Bordradar: Von der Küche aus blickt man in den Dschungel. THE RED BULLETIN
COSTA VERDE
Costa Verde Hotel
am Flugplatz in San José vor sich hin, bis sie vom US-Amerikaner Allan Templeton im Jahr 2000 entdeckt und wiederbelebt wurde. Der in Costa Rica lebende Hotelier und Architekt transportierte die Boeing in fünf Teilen – 40.000 Metallbolzen mussten entfernt werden – in den Dschungel, wo er sie neben seiner Hotelanlage Costa Verde zu einer Luxus-Suite umbaute. Über eine Steintreppe gelangt der Gast auf die Außenterrasse über dem Flügel der Maschine. Im Rumpf gibt’s zwei Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad – eines befindet sich im Cockpit – und ein Wohnzimmer mit Kochnische. Um mehr Platz zu schaffen, wurde der Boden zwischen Gepäckbereich und Druckkabine entfernt und tiefer gelegt, der Innenraum ist vollständig mit Teakholz verkleidet. Eine Übernachtung im „727 Fuselage Home“ kostet je nach Saison von 260 bis 750 Dollar. Wem das nötige Kleingeld fehlt, der kann nebenan auch für lau Flugzeugluft schnuppern. Templeton hat nämlich eine weitere ausgemusterte Maschine, eine Fairchild C-123 (Baujahr 1954), umgerüstet – zur Hotelbar. costaverde.com
FLORIAN OBKIRCHER
Vom Flugzeugfriedhof in den Urwald: die 4-Sterne-Boeing Costa Verde
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Skydiver Steigen ein Heißluftballon, ein Hängegleiter und ein Fallschirmspringer gemeinsam auf – kein Witz, sondern ein ganz und gar einzigartiger Stunt.
„WIE KOMME ICH JETZT HIER WEG?“ E
s geschah 2500 Meter über Salzburg: Die Heißluftballonfahrerin Heidrun Prosch beginnt, ihre Fracht abzuladen, die da ist: Hängegleiterpilot Wolfgang Siess, der seinerseits noch Skydiver Paul Steiner „an Bord“ hat. Steiner gehört zu den Besten seines Fachs (man gebe zum Beispiel „Red Bull Blanix“ in die Suchmaschine seines Vertrauens ein). Dieser Stunt nötigte ihm Respekt ab. „Wie befestigen wir den Gleiter am Ballon, wie lösen wir aus, welchem Piloten vertraue ich mich an?“ Tatsächlich gab es so etwas wie eine Schrecksekunde, er er-
zählt der 54-jährige ehemalige Motorrad-Staatsmeister: „Nach dem Ausklinken wurde der Drachen kopflastig. Ich hatte Angst, dass es uns nach vorn überschlägt. Mein Gedanke: Wie komme ich weg von dem Ding?“ Die Angst war unbegründet: Das zunehmende Tempo stabilisierte die Schicksalsgemeinschaft in der Luft – die Paul Steiner dann planmäßig während eines Turns des Hängegleiters auf aufkündigte, indem er absprang. Noch ein kurzer Formationsflug, ein paar Fotos, dann die sichere Landung am Boden. (Dass die Ballonfahrerin als Letzte unten ankam, muss niemanden verwundern.) Das Video gibt‘s auf: win.gs/2wSchPv
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Heidrun Prosch steigt mit ihrer menschlichen Fracht auf 2500 Meter auf.
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HÄNGE GLEITER Wolfgang Siess klinkt sich und seinen Passagier aus. Kritisch: die ersten Meter.
3 WERNER JESSNER
HEISSLUFT HEISSLUFT BALLON
SKYDIVER Paul Steiner verlässt den Hängegleiter in einer Kurve, um ihm nicht in die Quere zu kommen.
LAUXFOTO SALZBURG
Eins, zwei, drei: das luftfahreriluftfahreri sche Äquivalent zu den Bremer Stadtmusikanten, bloß dass der größte ProtagoProtago nist ganz oben ist und der kleinste unten. THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
Hello Tomorrow
In Paris treffen sich Vorreiter reiter in Sachen Innovation. Laura Deming präsentiert dabei ihr Rezept für ein längeres Leben.
DAS ENDE DES ALTERNS D
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erfolgreich: Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Cynthia Kenyon verlängerte sie das Leben des Fadenwurms Caenorhabditis elegans um den Faktor zehn. Als Gründerin des Longevity Fund sammelte Deming bereits jede Menge Kapital zur Unterstützung ihrer Forschungen – zuletzt, im August, waren es 22 Millionen Dollar. Und die 23-Jährige klopft optimistisch an die Tür zur Unsterblichkeit: „Das Ende des Alterns ist näher, als wir uns vorstellen wollen.“ hello-tomorrow.org
Länger leben: Laura Deming sammelte 22 Millionen Dollar für die Altersforschung.
PIERRE-HENRI CAMY
Zu den erstaunlichsten Hello-Tomorrow-Teilnehmern gehört Laura Deming. Im Alter von acht begann sich die Neuseeländerin für Biologie zu interessieren. Mit elf Jahren überzeugt sie ihre Familie, Neuseeland zu verlassen, damit sie in einem Forschungslabor in den USA arbeiten kann. Mit vierzehn wird sie am renommierten Massachusetts Institute of Technology auf aufgenommen, schon mit siebzehn ist sie Unternehmerin im Bereich Biotechnologie. Deming forscht zum Thema Alterung –
GETTY IMAGES
iese Frauen und Männer haben beschlossen, die Zukunft in die Hand zu nehmen. Ob Umwelt, Gesundheit, Ernährung oder Mobilität: Am 26. und 27. Oktober versammeln sich Unternehmer und Wissenschaftler beim Gipfeltreffen Hello Tomorrow in Paris, um auf der Bühne des Kulturzentrums Le Centquatre ihre Ideen für eine bessere Welt zu präsentieren – und andere davon zu begeistern. Die Inspirationsquote der Hello Tomorrow Challenge, die sich speziell an die Bedürfnisse von Deep-Tech-Entrepreneurs richtet, ist hoch – dank der Vielfalt der Teilnehmer. So gab es 2016 einen Vortrag von Emmanuel Macron, damals noch ein aufstrebender Politiker. Für Geistesblitze, mit denen sich die Welt zerlegen und besser wieder zusammensetzen lässt, sammelte Hello Tomorrow letztes Jahr bereits 120 Millionen Dollar Realisierungskapital.
THE RED BULLETIN
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*IS 300h Privilege: ab € 299,– pro Monat. Eigenleistung € 9.597,–, Fahrleistung 15.000 km /Jahr, Laufzeit 36 Monate, garantierter Restwert für Privatkunden € 13.209,–, Bearbeitungsgebühr € 150,–, Vertragsgebühr € 237,93. Normverbrauch kombiniert 4,2 l/100km, CO2-Emission 97 g/km. Preisangaben inkl. USt. und NoVA. Finanzierungsangebot von Leasfinanz GmbH. Angebot freibleibend und solange der Vorrat reicht. Änderungen, Satz- und Druckfehler vorbehalten. Gültig bei allen teilnehmenden Lexus Partnern bei Zulassung bis 31.12.2017.
31.990,-*
BULLEVARD
D Zwischenmahlzeit
Was eine hungrige Tänzerin aus Charlie Chaplins Truppe auslöste, ist längst ein Fixstern auf der Speisekarte.
PREMIERE AM BROADWAY DAS REUBENSANDWICH DIE ZUBEREITUNG: Schwarzbrot beidseitig mit Butter bestreichen und anrösten. Corned Beef in Pfanne erwärmen, mit Käse bedecken und Käse schmelzen lassen. Sandwich zusammenbauen: Brot, Russian Dressing, Corned Beef mit Käse, Sauerkraut, zweite Brotscheibe. In Dreieckform schneiden und noch warm servieren.
ie Kulturgeschichte des Essens? Ohne Sandwich ungenießbar. Was der leiden schaftliche englische Karten spieler John Montagu, der 4. Earl of Sandwich, um 1760 initiiert hatte, um beim Crib bage bei Kräften zu bleiben, wurde nach ihm ausgiebig interpretiert. Montagus ge salzenes Rindfleisch zwischen zwei nackten Scheiben Weiß brot machte Erstaunliches durch. Je nach Laune traten Sardellen, Mayonnaise, Senf, Gurkenscheiben, Hühner Hühner brust, Salat, Schinken und Käse auf, oder es gab Gast spiele als italienische Tramez zini oder überbackene franzö sische Croques. (Inzwischen existiert sogar eine mathema tische Formel für das perfekte Sandwich, in die Konstanten wie Specksorten, Temperatur
und Zeitspanne fürs Belegen des Brots eingehen.) So mannigfaltig wie die Zutaten sind auch die Ent stehungsanekdoten, etwa die des ReubenSandwichs mit gepökeltem Rindfleisch, Schweizer Käse, Sauerkraut und russischem Dressing, ge grillt zwischen zwei Schwarz brotscheiben. Das Reuben Sandwich könnte um 1920 vom amerikanischen Lebens mittelhändler Reuben Kula kofsky kreiert worden sein, der in Omaha, Nebraska, seine Pokerrunden nicht unnötig lang unterbrechen wollte. Hübscher die Story von Annette Seelos – Tänzerin in der Truppe von Charlie Chaplin und Freundin eines Schwergewichtsboxers –, die 1914 nach einer Vorstellung furchtbaren Hunger verspürte. Im Delikatessenladen von Arnold Reuben am Broadway atzte sie der Chef persönlich mit einer blitzartig kreierten Variante, allerdings sollen bei der Premiere noch Truthahn fleisch und Krautsalat an wesend gewesen sein. Kein Problem für das Reuben: Es verträgt sogar Fischvarianten mit Glasaugenbarsch (Ohio) und Zackenbarsch (Florida). seriouseats.com
DIE ZUTATEN: Roggenbrot, gesalzene Butter, Corned Beef, Sauerkraut (gut abgetropft), würziger Käse in Scheiben (z. B. Emmentaler, Gruyère oder Appenzeller).
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GETTY IMAGES
ROBERT SPERL
Fürs Russian Dressing: 150 g Mayonnaise, 1 EL Chili-Sauce, 2 EL Sauerrahm, je 2 EL gehackte Petersilie, Zwiebel und Gewürzgurken, je ein ½ TL frischer Zitronensaft, geriebener Kren und Worcestershiresauce
THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
Der US-Athlet ist einer der weltbesten Dreispringer. Mit dem Release seines Debütalbums hebt der Rapper ab in seine zweite Karriere.
„MUSIK MACHT MICH ZUM BESSEREN ATHLETEN“ 34
Z
wei Silbermedaillen im Dreisprung, eine bronzene im Weitsprung: Die olympische Bilanz von Will Claye beeindruckt. Jetzt strebt der 26-jährige Leichtathlet aus den USA Gold an – mit seinem Rap-Album „Look What You Created“. Und er erklärt, war warum die Musik seine sportliche Performance verbessert. the red bulletin: Wie bist du zum Rap gekommen? will claye: Mit elf, da haben Freunde und ich uns die Zeit mit Karaoke vertrieben und über die Beats gerappt, um keinen Scheiß anzustellen. Bleibt einem Profisportler
Die beste Musik, um in Stimmung zu kommen? Will Claye empfiehlt Kendrick Lamar und Schoolboy Q.
genug Zeit, um nebenbei Musik zu machen? Ich konzentriere mich 110-prozentig auf das Training, doch zu viel ist auch nicht gut. Ich brauch Abwechslung. Üblicher Üblicherweise bin ich aber außerhalb der Saison im Tonstudio. Macht dich Song-Schreiben zum besseren Athleten? Auf jeden Fall! Dank meiner Musik komme ich viel unbeschwerter zu den Wettkämpfen, weil mich der Sport nicht auffrisst. Ich bin mit dem Kopf ganz woanders und nehme mir so eine Pause von der Leichtathletik. Texte zu schreiben hilft mir, alles zu geben, wenn ich dann im Stadion bin. Ist das dein Rat an andere Athleten, sich ebenfalls speziell zu verwirklichen? Ja. Jeder hat seine kreative Seite – man muss sie nur zulassen. Und lass dich nicht entmutigen, weil du denkst, du hast zu wenig Talent: Es gibt keine schlechte Kunst. Du fühlst dich glücklich dabei? Gut: Das ist alles, was zählt. twitter.com/WilliamClaye THE RED BULLETIN
CARLO CRUZ/RED BULL CONTENT POOL, GARTH MILAN/RED BULL CONTENT POOL
Will Claye
FLORIAN OBKIRCHER
Im Juni sprang Claye 17,91 Meter – seine Bestleistung. Die ihn zum neuntbesten Dreispringer der Geschichte macht.
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„ Dieser Job verzeiht keine Fehler “
Riskante Reise: Das Team des deutschen Höhlentauchers Robert Marc Lehmann am Eingang von „Dan’s Blue Hole“, Bahamas.
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Unterwasser-Fund: Lehmanns Tauchpartner Brian Kakuk (USA) birgt den Unterkiefer eines Krokodils aus einer Höhle auf den Bahamas.
Der deutsche Höhlentaucher und UnterwasserFotograf Robert Marc Lehmann erkundet die gefährlichsten Tauchreviere der Welt, um für den Schutz der Meere zu werben. Ein Gespräch über entspannte Haie, Panik unter Wasser und die letzten unentdeckten Orte des Planeten. Text: Andreas Rottenschlager Fotos: Robert Marc Lehmann
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Einsatz auf den Karolinen, Mikro nesien: Lehmanns Team taucht in der Chuuk Lagoon in ein Schiffs wrack aus dem Zweiten Weltkrieg.
Ein
Gespräch mit ihm ersetzt die Lektüre eines Abenteuerromans: Der Forschungstaucher und Fotograf Robert Marc Lehmann, 34, macht Aufnahmen in den gefährlichsten Höhlensystemen der Welt, erforscht historische Schiffswracks im Atlantik und macht undercover Jagd auf Hai-Schlächter. Wie man in einem Beruf glücklich wird, der keine Fehler erlaubt.
the red bulletin: Herr Lehmann, als Forschungstaucher sind Sie Spezialist für extrem gefährliche Tauchgänge … robert marc lehmann: … ich würde meine Arbeit nicht gefährlich nennen. Im Ernst? Auf Ihren Expeditionen tauchen Sie kilometerweit in Unterwasser-Höhlensysteme. Sie müssen sich mit schwerem Gerät durch Engstellen zwängen, um Sie herum ist es stockfinster. Die meisten Menschen würden das gefährlich nennen. THE RED BULLETIN
Robin Hood der Meere: Robert Marc Lehmann, 34, geboren in Jena (Thüringen), sucht auf der ganzen Welt nach Abenteuern unter Wasser.
Wenn du gewissenhaft planst, ist ein Höhlentauchgang nicht gefährlicher als andere Tauchgänge. Du brauchst nur eine sehr gute Ausbildung. Die meisten Leute, die in Höhlen sterben, sind „normale“ Taucher ohne Spezialtraining, die nicht wissen, wie man in Notsituationen reagiert. Der Job verzeiht keine Fehler. Tritt ein Problem auf, musst du es an Ort und Stelle lösen. Welche Probleme sind das? Ein Gasausfall, eine kaputte Lampe, eine gerissene Caveline (Nylonschnur, die Taucher zur Orientierung in der Höhle legen, um zurück zum Ausgang zu finden; Anm.). In der Höhlentaucher-Ausbildung konfrontieren dich deine Trainer andauernd mit solchen Stress-Situationen. Wie kann man sich so eine Notfallübung vorstellen? Schwimmen die Trainer hinter Ihnen her und drehen die Luft ab? Zum Beispiel. Oh, okay. Das ist ein durchaus realistisches Szenario: Du tauchst in einer sehr engen Höhle direkt unter der Decke entlang, das Drehrad deiner Sauerstoffflasche verhakt sich und dreht sich zu, schon kannst du nicht mehr atmen. Die Lösung: ruhig bleiben, Hand ans Drehrad, aufschrauben. Das ist die mechanisch-technische Lösung. Aber wie schaffen Sie es, in so einer Situation ruhig zu bleiben? Sie tauchen durch eine dunkle, enge Höhle, kriegen plötzlich keine Luft mehr. Für 99 Prozent aller Menschen ist das eine absolute Horrorvorstellung. 41
Hai-Flüsterer: Lehmann taucht regelmäßig mit den Raubfischen. Hier mit einem Blauhai vor der Azoren-Inselgruppe im Atlantik
Hai-Alarm: So reagierst du richtig 1. Check den Strand
Meide trübe Gewässer in der Dämmerung, der Haupt-Jagdzeit der Haie. Auf der Website sharkattackfile.net kannst du sehen, an welchen Stränden die meisten Zwischenfälle passieren.
2. Beweg dich nicht
Auch wenn’s schwerfällt: Bleib ruhig und schau den Hai an! Menschen, die sich nicht bewegen, sind für Haie eher uninteressant. Zappeln finden sie hingegen toll.
3. Nimm eine aufrechte Position ein
Haie jagen bevorzugt Delphine und Thunfische, also Tiere, die sich horizontal durchs Meer bewegen. Stehst du vertikal im Wasser, bleibt der Hai eher auf Abstand – weil er dich nicht für ein Beutetier hält.
4. Ziel auf die Kiemen
Im Notfall: Vermeide Schläge auf Nase und Augen, die viel zu nahe an den scharfen Zähnen sitzen. Ein Schlag auf die Kiemen wirkt hingegen sofort, weil sich dahinter empfindliche Blutgefäße verbergen.
5. Nur für Profis: Dreh den Hai um
Dreht man Haie auf den Rücken, verfallen sie in tonische Immobilität, eine Art Starre. Tierschützer nutzen diese Technik, um z. B. Angelhaken aus den Mäulern von Haien zu operieren.
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Du brauchst extrem starke Nerven für den Job. Die kann man sich aber antrainieren. Außerdem gibt dir dein Team zusätzlichen Rückhalt. Ich würde nie allein in Höhlen tauchen. Meistens sind wir zu viert. Die Kollegen meines Teams „Submaris“ sind ebenfalls top ausgebildet. Viele Spitzensportler bereiten sich mit Mentaltraining auf entscheidende Situationen vor. Wäre ich Sie, würde ich das in Betracht ziehen. Mentaltraining war Teil meiner Ausbildung zum Apnoetaucher. Du lernst, deinen Atemreflex zu kontrollieren. Ich kann die Luft mittlerweile fünf Minuten anhalten. Das verschafft mir ein zusätzliches Zeitfenster, falls unter Wasser etwas schiefgeht. Gibt es in der Apnoe-Ausbildung einen Trick, der generell gegen Panik hilft? Ja. Tief durchatmen. Klingt nicht sehr einfallsreich. Weil die meisten Leute falsch atmen und nur einen Teil ihrer Lunge füllen. Um zu entspannen, musst du in den Bauch atmen und die komplette Luft in der Lunge austauschen. Das hilft gegen die Flachatmung, die bei Panikattacken einsetzt. Die gute Ausbildung und das Mentaltraining würden mich immer noch nicht beruhigen. Denn es gibt Fak Faktoren, die Sie trotzdem nicht beeinflussen können. Etwa, ob eine Höhlendecke stabil ist, wenn Sie zum ersten Mal in einem unbekanntem Revier tauchen. Als wir 2012 in Mexiko in den Cenoten getaucht sind THE RED BULLETIN
Top Gear: Lehmanns Höhlen-Ausrüstung 1
(mit Wasser geflutete Karsthöhlen, die einige der längsten Höhlensysteme der Welt bilden; Anm.), ist tatsächlich genau das passiert. Wir arbeiteten uns gerade durch die Höhle, als hinter uns Deckenplatten zu Boden stürzten und Sediment aufwirbelten, die Sicht ging sofort auf null. Was haben Sie gemacht? Die Notfallprozedur befolgt: Eine Hand geht an die Caveline, die andere an das Bein des Vordermannes, so können wir auch blind mittels Drucksignalen kommu nizieren. Meine Kollegen haben vorbildlich reagiert. Wir tasteten uns langsam an der Caveline nach draußen. Was ist, wenn einer Ihrer Tauchpartner einen schlechten Tag erwischt? Ein weiteres Risiko, das Sie nicht kontrollieren können, ist menschliches Versagen. Fehler passieren den Besten, das muss einem klar sein. Es gab ProfiTaucher, Taucher, die gestorben sind, weil sie in einer bestimmten Tiefe das falsche Gas geatmet haben. Du machst drei Atemzüge, kriegst einen Sauerstoffkrampf und bist tot. Wir benutzen je nach Tiefe bis zu vier verschiedene Gase pro Tauchgang. Deshalb baust du Double-Checks ein, fragst deinen Tauchpartner vor dem Gaswechsel. Du musst langsam und sorgfältig handeln. Auch wenn ein Tauchgang oft Stunden dauert. Stimmt es, dass das menschliche Gehirn unter Wasser langsamer arbeitet? Wenn du mit Luft tauchst, gilt die MartiniRegel: Zehn Meter Tiefe wirken auf dein Hirn wie ein Glas Martini. Zwanzig Meter wie zwei Gläser, und so weiter. In Höhlen tauchen wir deshalb mit Trimix, einem Gemisch aus Sauerstoff, Stickstoff und Helium. Es sorgt dafür, dass du einen relativ klaren Kopf behältst. Nichtsdestotrotz fällt es dir schwerer, Zahlen aufzuschreiben oder dir den Weg nach draußen zu merken. Dazu kommt die extreme körperliche Belastung. Nach einem Höhlentauchgang fühle ich mich, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Trotz dieser Strapazen und der offensichtlichen Gefahren tauchen Sie immer wieder in gefährliche, verzweigte Höhlen. Was lieben Sie an Ihrem Beruf? Orte zu entdecken, an denen noch kein Mensch oder nur ganz wenige vor mir waren. In den Cenoten in Mexiko, die einst, vor ihrer Überflutung, bewohnt waren, haben wir tausende Jahre alte Opfer Opfer und Feuerstätten aus der MayaZeit gefunden. In eine Welt einzutauchen, die den meisten verborgen bleibt, finde ich absolut faszinierend. Sie haben bisher mehr als hundert Länder bereist. Welches Tauchrevier hat Sie am meisten fasziniert? „Dan’s Blue Hole“, eine schwierige, sehr lange Höhle auf den Bahamas. Nach mehr als einer Stunde Tauchen er er reichst du die „Glass Factory“ – einen sehr flachen, aber atemberaubenden Raum mit tausenden Stalaktiten und Stalagmiten. Du liegst auf dem Höhlenboden, starrst in grünes Licht. Nur ein Dutzend Leute sind bisher an diesem Ort gewesen, weil der Weg dorthin extrem schwierig zu tauchen ist. Solche Orte mit der Kamera einzufangen und mit anderen zu teilen, das treibt mich an. Ihr zweiter großer Antrieb ist der Umweltschutz. Sie sprechen an Schulen und Universitäten. Ihre Vorträge besuchen mehrere tausend Menschen pro Jahr. Wie THE RED BULLETIN
Canon EOS 1 DX Mark II
Kamera im Gehäuse von Seacam (wasserdicht bis 100 Meter). Mit Sigma-4.0-Objektiv (12–24 mm) und Lichtanlage von Light & Motion.
Aluminiumtanks
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Mit Trimix-21/35-Atemgas für bis zu 45 Meter Tiefe und Hochleistungsatemregler von Apeks oder Mares. 3
Sidemount-Tarierjacket
Um den Tank seitlich statt auf dem Rücken zu tragen. Man kann die Flaschen sogar abnehmen und vorneweg durch enge Löcher schieben. 4
Hollis-Tauchflossen
Für besonders enge Höhlen. Sie sind kurz und steif. So bricht man keine Stalaktiten (das sind die, die hängen) oder Stalagmiten ab. 5
Tauchhelm
Zum Schutz vor spitzen Kanten. Mit Ersatzlampen, die beim Ausfall der Hauptlampe zum Einsatz kommen. 6
Hauptlampe
Zum Ausleuchten des Weges und zur Kommunikation. Ein voller Kreis heißt „Alles okay?“, schnell hin- und herschwenken „Notfall“ und langsam hin und herschwenken: „Achtung, Aufmerksamkeit“. 7
Zusatzbeleuchtung Light & Motion
Um mittelgroße Höhlen auszuleuchten. Sehr dunkle Höhlen schlucken nämlich bis zu 100.000 Lumen. 8
Backpouch-Tasche
Inhalt: 1 Rolle mit 100-Meter-Caveline zum Auslegen der Route; 2 Spulen mit je 30 Meter Caveline für kurze Erkundungen abseits der Hauptroute. Außerdem immer dabei: Messer, Kompass, UnterwasserSchreibpapier plus Stift für Notizen.
3 1 8
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How you can make your planet better 1 - 5 Es non net opti ducienimi, cus eum quundi ad molore into eosanisque doloruntorem voloriost harissimenet. 2 - omnienis nat maximai onsecti officto remperro offictam facit reperem sequam faccus sunt uta non repe sum rehendi occatem consequ iassere pellupta voloratem quunt, quo vellabo rposte. 3 postemolupta aut ad que nimuscium velit la volesseces endist andebis nobis mi, autest, omnim num queNemperorest undaect emquate mperspedi autemquia sitiossunda sam, custo maior sit qui quodipsus sed mvelit
FROM WHERE
Die „Glass Factory“ in Dan’s Blue Hole, Angespannte Stille: Im Korridor von Las Ventas warten die Recortadores Bahamas, ist für Lehmann der schönsauf ihren Auftritt.Doloreriostis esequiscita pernatiae eum ipiendae te Ort der Welt: „Nur wenigeveni können nos quatiorum ut omnihil igendandit diesen Ort überhaupt erreichen.“
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Fünf einfache Tipps: So hilfst du der Umwelt 1. Beim Einkaufen
Unterstütze Unverpackt-Läden, die Produkte ohne Verpackung anbieten: Kaffee in Keramikbechern, Haferflocken in wiederbefüllbaren Gläsern. Eine Liste der Geschäfte gibt es auf: wastelandrebel.com
2. Auf dem Esstisch
Rindfleisch ist der größte Klimakiller. Wer unbedingt Fleisch essen will, sollte regional kaufen. Im Supermarkt helfen Apps wie Codecheck bei der Auswahl.
3. Im Urlaub
Keine Delphinshows besuchen. Nicht auf Elefanten reiten. Beim Whale Watching auf faire Anbieter achten. (Die nur mit einem Boot an die Säuger heranfahren, statt mit ganzen Flotten).
4. Beim Angeln
In einem Kubikmeter Meerwasser schwimmen rund eine Million Plastikpartikel. Diese lagern sich im Fisch ab. Wir essen also unseren eigenen Müll. Auch wegen der Überfischung versuche ich, keinen Fisch zu essen.
würden Sie Ihre Botschaft als Umweltschützer in einem Satz zusammenfassen? „Die Welt ist ein schöner Ort, um den es sich zu kämpfen lohnt.“ Deshalb dokumentiere ich ihre schönen Seiten, aber auch ihre hässlichen. Auf Ihrer Homepage finden sich Fotos von toten Walen und abgeschlachteten Haien. Die Hai-Fotos stammen von einem Einsatz in Südamerika. In Peru werden pro Jahr rund 15.000 Delphine getötet und als Hai-Köder benutzt. Den so gefangenen Haien schneidet man die Flossen ab, um sie nach Asien zu ver verkaufen. Wir haben eine Undercover-Reportage über das Finning (das Abschneiden der Haiflossen; Anm.) gedreht. Was meinen Sie mit „undercover“? Beweismaterial sammeln. Ich stand nachts um drei auf einem Hinterhof in Lima, wo Haie gefinnt wurden, was natürlich illegal ist. Mit der versteckten Kamera, ver verkleidet als Tourist. Die Reportage wird Anfang 2018 auf der Website von OceanCare, oceancare.org, ausgestrahlt. Haie beschäftigen Sie immer wieder. Normalerweise tauchen Sie mit ihnen. Wie kommen Sie so nahe an einen Hai heran, ohne attackiert zu werden?
5. Im Alltag
Plastik-Strohhalme weglassen, wiederbefüllbare Trinkflaschen verwenden. Initiativen starten. Ein sehr gutes Beispiel: die plastikfreie Schule.
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Taucher-Selfie: Lehmann beim Rendezvous mit einer Kegelrobbe vor der Küste von Helgoland
ABENTEUER beginnt hier
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5 Wracktauchen im Norden Europas: Lehmann und sein Team inspizieren ein Schiff auf dem Grund eines norwegischen Fjords.
Hot Spots: Lehmanns Top-Tauchreviere 1
Indem du vorab sein Verhalten prüfst. Ich habe jahrelang mit Haien gearbeitet, da lernst du einiges. Bevor ich zu einem Hai ins Wasser gehe, schaue ich, ob er entspannt ist. Wie sieht ein entspannter Hai aus? Kaum Weiß in den Augen, langsam schwimmend, seine Flossen sind entspannt. Wie fühlt sich das an: einem Hai in die Augen zu schauen? Faszinierend. Haie wissen in dem Moment genau, dass ein Tier mit ihnen im Wasser ist, das da nicht hingehört. Trotzdem lassen sie dich gewähren. Nach all den Hai-Revieren, Höhlen und Blue Holes, die Sie schon erkundet haben: Gibt es einen Ort, an dem Sie unbedingt noch tauchen wollen? Klar. Wir glauben immer, dass es keine weißen Flecken mehr auf der Landkarte gibt. Aber 95 Prozent der Ozeane sind noch unerforscht. Wir wissen heute mehr über die Oberfläche des Mondes als über die Tiefsee. Es gibt also noch viel zu entdecken. Vorträge und Ausstellungen: robertmarclehmann.com 48
Cenoten, Mexiko
In den Bundesstaaten Quintana Roo und Yucatán findest du mehr als 1000 dieser uralten Karsthöhlen. 2
Dan’s Blue Hole, Bahamas
Atemberaubende Farben. Eine der spektakulärsten Höhlen der Welt. 3
Azoren, Portugal
Haie, Mantarochen, Delphine, Wale und Meereshöhlen: Auf dieser Inselgruppe gibt es einfach alles. 4
Norwegen und Spitzbergen
Pro: dunkle Fjorde, Tiefseelebewesen, Algenwälder. Contra: bis zu minus 1,8 Grad kaltes Wasser. 5
Poor Knights Islands, Neuseeland
Hier triffst du Delphine, Orkas und riesige Fischschwärme. Die Strömung ist allerdings ziemlich stark.
THE RED BULLETIN
¨ ¨ FLUGEL FUR JEDEN GESCHMACK.
DAVID CLERIHEW
„DU BEISST DIE ZÄHNE ZUSAMMEN UND ZIEHST DAS DURCH!“
DAVE GROHL
IST DER L E I D E N S C H A F T L I C H S T E R O C K S TA R D E R W E LT. E I N M A N N , D E R E I N E T O U R N E E N I C H T A B S A G T, S E L B S T WENN ER SICH AUF DER BÜHNE E I N B E I N B R I C H T. H I E R E R K L Ä R T DER FOO-FIGHTERS-FRONTMANN, W I E M A N D I E PAS S I O N F Ü R S E I N E N J O B A M L O D E R N H Ä LT.
T E X T: M A R C E L A N D E R S 51
MIT SIEBZEHN BRACH DAVE GROHL DIE SCHULE AB,
the red bulletin: Dave, im Sommer 2015 brachen Sie sich während eines Konzerts in Göteborg das Bein … dave grohl: … ich war so euphorisiert, dass ich am Bühnenrand das Gleichgewicht verlor und in den Fotograben fiel. Eigentlich ein Wunder, dass ich den Sturz überlebt habe. Ich hätte mir auch den Hals brechen können! Trotzdem setzten Sie das Konzert nach kurzer Unterbrechung fort: mit einer Art Gipsverband, im Sitzen! Warum haben Sie es nicht einfach abgebrochen? Weil ich das nicht kann. Wie bitte? Das liegt an meiner Punkrock-Vergangenheit. Früher kam es ständig vor, dass sich Kollegen auf der Bühne die Nase brachen, einen elektrischen Schlag abbekamen oder beim Stagediving auf die Schnauze fielen. Niemand wäre auf die Idee gekommen, deswegen einen Gig abzubrechen – es wurde weitergerockt! Diese Philosophie habe ich verinnerlicht: Du beißt die Zähne zusammen und ziehst das durch! Gut, aber eine ganze Europatournee mit gebrochenem Bein bestreiten? Nach dem Unfall war klar, dass ich weder vor dem Mikro stehen noch zwei Stunden mit Gitarre im Rollstuhl sitzen kann. Deshalb entwickelte ich gemeinsam mit einem Techniker einen Thron, der zugleich Gitarrenständer und Nebelmaschine war. Mit dem Ding konnte ich die restlichen fünfzig Konzerte der Tour bestreiten. 52
Die Idee zum Gitarren-Thron kam Grohl nach dem Unfall im Krankenhaus: „Ich war voll high von den Schmerzmitteln.“ THE RED BULLETIN
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um mit seiner Punk-Band Scream durch Europa zu touren. Seit damals steht der US-Musiker ohne Unterbrechung auf Konzertbühnen: erst als Schlagzeuger der Grunge-Ikonen Nirvana, ab 1994 dann als Frontmann seiner eigenen Band Foo Fighters. Insgesamt hat Grohl in den letzten dreißig Jahren über fünfzig Millionen Platten verkauft und tausende Shows gespielt. Warum er trotz der Routine jedes Konzert mit hundert Prozent Leidenschaft angeht, sich keine Auszeit gönnt und warum er sich keinen Sohn wünscht, der wie er selbst ist, erklärt der 48-Jährige im Interview.
Axl Rose lieh sich nach einem ähnlichen Unfall den Thron von Ihnen für einige Guns-N’-Roses-Shows aus. Haben Sie sich das Ding mittlerweile patentieren lassen? Ich wurde wirklich gefragt, ob ich das machen will. Aber das wäre ja absurd. Dass jemand, der sich das Bein bricht, meine Erlaubnis braucht, um seine Tour so fortsetzen zu können. Mit dieser Einstellung wird nie ein guter Geschäftsmann aus Ihnen. HipHopper wie Jay Z oder P. Diddy würden das zu barer Münze machen! Wie alles, was sie anfassen. Weil das ihre Hauptmotivation ist: „Was lässt sich da mit verdienen? Was bringt es mir image mäßig?“ Und das ist ja auch okay. Weil sie aus einer Welt kommen, in der es ums Überleben geht. Das gelingt nur dem, der Geld verdient – je mehr, desto besser. Was ist falsch an einem gesunden Geschäftssinn? Nichts. Aber das war nie mein Ansatz. Ich komme zwar aus keiner reichen Familie, aber ich hatte nie Existenzängste. Insofern stand für mich immer der Spaß im Vordergrund. Und Dinge, die mich als Mensch und als Musiker weiterbringen. Ich brauche nicht noch mehr Geld, noch mehr Autos und noch mehr Goldkettchen. Die machen mich nicht glücklich. Und ich bin lieber happy als stinkreich. Okay, reich bin ich vielleicht, aber ich stinke nicht (lacht). Sie wollten sich nach der Tour eine längere Pause gönnen. Wie kommt es, dass Sie jetzt, viel früher als geplant, ein neues Album veröffentlichen? Zunächst genoss ich die freie Zeit sehr, bis meine Töchter meinten: „Dad, warum hängst du die ganze Zeit zu Hause rum?“ Denen gefiel die Vorstellung nicht, dass ich immer etwas mit ihnen unternehmen will. Also fing ich an, neue Songs zu schreiben. Als ich nach sechs Monaten genug Material hatte, wollte ich nicht länger warten und trommelte die Band zusammen. Die meisten von den Jungs waren noch im Urlaub – und ziemlich überrascht. Sie können also auch nach dreißig Jahren im Musikgeschäft nicht einfach eine Zeitlang abschalten? Ich glaube, dass ich deshalb so weit ge kommen bin, weil ich musikverrückt bin – THE RED BULLETIN
im positiven Sinn. Weil ich auch nach all der Zeit nie genug kriege von der Musik. Würde ich nur zu Hause rumsitzen oder irgendwelchen ausgefallenen Hobbys nachgehen, wären die Foo Fighters nicht bei Album Nummer 9 und würden nicht in so großen Hallen spielen. Man bekommt im Leben nur das zurück, was man investiert. Aber wo ziehen Sie dann die Grenze zwischen positiver Musikverrücktheit und gefährlicher Arbeitssucht? Vor meiner Karriere habe ich in allen möglichen Scheißjobs gearbeitet. Es war die Musik, die mir Perspektiven gegeben und mir ein besseres Leben ermöglicht hat. Sie ist die Liebe meines Lebens. Wenn ich mich ein paar Tage nicht mit Musik befasse, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen. In den ersten Monaten meiner Auszeit spielte ich mit der Idee, bei einem Film Regie zu führen. Aber es fühlte sich von Anfang an seltsam an. Weil ich für kein Filmprojekt eine ähnliche Be
spiele Musik mit meinen Freunden, und das gibt mir die Energie, meine Kids zur Schule zu fahren, im Supermarkt einzu kaufen und die Hundescheiße in meinem Garten einzusammeln (lacht). Weil Sie Ihre Kinder erwähnen: Ihre achtjährige Tochter Harper stand vor kurzem mit Ihnen auf der Bühne – als Schlagzeugerin. Tritt sie in Ihre Fußstapfen? Eine tolle Vorstellung, oder? (Lacht.) Zumal sie zu diesem Zeitpunkt erst zwei Wochen gespielt hatte. Sie meinte zu mir: „Dad, kannst du mir Schlagzeugstunden geben?“ Ich legte eine AC/DCPlatte auf und zeigte ihr einen simplen Rock RockRhyth mus. Damit hatte sie zu kämpfen – bis ich
„ICH BIN LIEBER HAPPY ALS STINKREICH. OKAY, REICH BIN ICH, ABER ICH STINKE NICHT.“ geisterung entwickeln konnte wie für die Foo Fighters. Es fühlte sich vielmehr an wie Arbeit, und das war bei der Musik niemals der Fall. Da muss ich nie nach Inspiration suchen, sie ist einfach da. Wie hält man die Leidenschaft für seinen Job am Lodern? Haben Sie Tipps? Der Schlüssel liegt darin, etwas zu tun, das einen erfüllt und wofür man res pektiert wird. Kriegt man das in seinem Beruf nicht hin, muss man sich ein an deres Ventil suchen. Das kann Theater sein, Tanz, Sport, ein nerdiges Hobby, was auch immer. Nach dem Motto: Tut, was euch Spaß macht, und genießt euer Leben. Ich mache ja nichts anderes. Ich
ihr „We Will Rock You“ von Queen bei brachte. Das hat sie hingekriegt. Und als sie mich dann beim FooFightersKonzert in Island besuchte, fragte ich sie, ob wir das auf der Bühne bringen sollen – sie hat sofort zugesagt. Es war umwerfend! Dürfen wir also demnächst mit der Familienband The Grohls rechnen? Ich hoffe, dass meine drei Töchter eines Tages zusammen spielen werden. Aber momentan ist es eher so, dass sie sich ständig streiten. Wünschen Sie sich noch einen männlichen Stammhalter? Ich bin mir nicht sicher. Die Frage ist: Wird er wie ich? Das könnte ein ziem licher Albtraum werden. Ein rebellisches, unkontrollierbares Kind? Nein, danke. Neues Album: „Concrete and Gold“; www.foofighters.com 53
„WIR BLEIBEN BEI DEN NORMALEN“ Wie man Bodenhaftung behält: Die AustropopDurchstarter CHRISTOPHER SEILER und BERNHARD SPEER erkunden den Red Bull Ring – mit 331 PS und Heckantrieb. Text: Werner Jessner Fotos: Ulrich Zinell
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Kannte den Red Bull Ring bisher nur von der PlayStation, war da aber unverfroren schnell: Christopher Seiler
„UNS KANN KEINER WAS DREINREDEN. WIR TUN, WAS WIR GUT FINDEN.“
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ES IST ihr zweiter Auftritt
innerhalb kurzer Zeit am Red Bull Ring. Beim Großen Preis von Österreich Anfang Juli sind sie vor tausenden Fans aufgetreten, diesmal dürfen sie selbst auf die Strecke – eine Premiere. Christopher Seiler hat sich vorbereitet. Seit gestern ist er nämlich Formel-1-Sieger: „I hob gwunna. 30 Sekunden Vorsprung. Auf einem Toro Rosso. Alle Fahrhilfen aufgedreht, und gehtscho.“ Freund und Kollege Bernhard Speer ist baff: „Du hast echt trainiert? Am Computer? Bist voll im Vorteil! Ich bin nur einmal im richtigen Leben mit einem Ford Focus eine Runde hier gefahren, bei einem Dreh.“ Wie schnell? „Vollgas. 100 km/h vielleicht. Da glaubst, du stehst.“ Diese Gefahr besteht heute nicht: In der Boxengasse warten nicht nur zwei 331 PS starke Nissan 370Z, sondern auch zwei ultraleichte, radikale KTM X-Bow auf die beiden musikalischen Auf Aufsteiger, deren Hit „Ham kummst“ in drei Jahren 26 Millionen YouTube-Views geschafft hat, deren erstes Album bei Fünffach-Platin hält und dessen Nachfolger auch schon wieder Platin-Status hat.
Die Nebendarsteller: zwei Nissan 370Z aus dem Erlebnisfuhrpark des Projekts Spielberg
the red bulletin: Auszeichnungen über Auszeichnungen – was macht das mit euch? seiler: Über die erste goldene Schallplatte freust du dich. Danach wird es schnell normal. So wie bei den Rabattmarken im Supermarkt, wo du ein Kaffee service bekommst, wenn du den Pass vollgepickt hast. Im Ernst: Es tut schon gut, zu sehen, dass viele Leute mögen, was wir machen. Aber es lohnt nicht, sich an Superlativen zu begeilen. Wenn im Publikum die Oma mit dem Enkel steht und beide finden unsere Musik leiwand: Das gibt uns was. Ihr bezeichnet eure Musik als Austropop, und zwar mit der einleuchtenden Erklärung, ihr würdet Popmusik machen und auf Österreichisch singen. Aber ist diese Schublade nicht furchtbar uncool? Mit dem Austropop-Label verbindet man doch eher alternde Typen, die ihr Pferd reiten, bis es zusammenbricht. seiler: Wir könnten unsere Musik auch Volksmusik nennen. Oder Reggae, weil wir haben auch eine ReggaeNummer im Repertoire. Oder Techno. Weil es ist eh wurscht, was du auf die Verpackung drauf drauf schreibst. Die Leute kommen, weil sie unsere Musik leiwand finden. speer: Das ist ja das Gute bei uns: Uns kann keiner was dreinreden, weil hinter uns kein großes Label steht. Wir tun, was wir gut finden. Wir schreiben unsere Sachen selber, wir sagen, was uns grad einfällt. seiler (schaut sich um, der Blick landet auf seiner Armbanduhr): Ich trage diese Uhr, weil ich sie leiwand finde, nicht, weil mir einer dafür Geld zahlt, sie in eine Kamera zu halten. Warum hast du dir eigentlich „Seiler und Speer“ auf den Oberarm tätowieren lassen? seiler: Ich kann nicht einmal sagen, dass es eine besoffene depperte Gschicht war. Es war einfach eine depperte Gschicht. Hattet ihr nie Pseudonyme überlegt, irgendwas Schmissiges? Tinder Turner und Rocco Segafredi,
„MIT MEINEM BMW M5 BIN ICH SO GEFAHREN, DASS ER EINMAL PRO MONAT
IN DIE WERKSTATT MUSSTE.“ 58
THE RED BULLETIN
Bernhard Speer: Ex-Elektriker, Filmemacher, Gitarrist und Band-Leader in Sachen Tattoos und Geschwindigkeit
Selber fahren im Nissan ist am Spielberg problemlos möglich. Tickets beginnen bei volksnahen 60 Euro für 10 Minuten.
„DAS IST EINFACH ZU ARG. VOR ALLEM WENN DU ERLEBT HAST, WIE irgend so was? Seiler und Speer könnte auch der Name einer Spedition sein oder eines Architektur Architekturbüros … seiler: Da waren wir zu faul. speer: Wollten wir uns nicht kurz Joke Brothers nennen, so wie unsere Firma? seiler: Joke Brothers? Bist deppert? Na, das wollten wir nie. Sicher net. speer: Manchmal denk ich mir, dass Pseudonyme schon gut gewesen wären. Vor allem wenn du einen Blödsinn machst. In der Regel heißt die Familie ja auch so wie du. Das ist dann nicht so leiwand oft. seiler: Jetzt ist es sowieso zu spät. Wie hat der Sänger geheißen, der seinen Namen geändert hat? Prince? seiler: Der andere. speer: Yussuf. Der Cat Stevens. seiler: Sagt ja auch keiner: Ich geh zum YussufStevens-Konzert. Was liegt, das pickt. Jetzt, wo man euch auf der Gasse erkennt … speer: Sooo Justin-Bieber-mäßig ist das bei uns gar nicht. seiler: Erkennen tun sie uns schon … in der Shopping City oder in Wiener Neustadt. speer: Eh. Meinem Bruder fällt das mehr auf als mir. Was war die Frage? Geht ihr jetzt nicht mehr mit der Jogginghose einkaufen, jetzt, wo man euch auf der Gasse erkennt? 60
ES WIRKLICH GEHT.“
Innenperspektive: Bernhard Speer bremst Kurve 1 im strömenden Regen an.
THE RED BULLETIN
seiler: Ich geh sogar mit der Boxershort einkaufen. Also fast. Scheißegal. speer: Unglaublich: Wir gehen sogar noch selbst einkaufen. Joghurt. seiler: Ausschließlich Joghurt. Kein Alkohol. Aber weißt, was ich gern hätte? speer: Na. seiler: Eine eigene Gasse mit meinem Namen. speer: Und wenn die voll schiach ist, so mit Gartenhecken und von Hunden zugeschissen? seiler: Wurscht. Eine Christopher-Seiler-Gasse tät mir taugen. Du hast mit deinem Namen leider keine Chance. speer: Stimmt. Wegen dem Hitlerbaumeister. Vom Nebentisch nähert sich vorsichtig ein Mitt dreißiger und bittet um ein gemeinsames Foto. Auto gramm wäre auch nett, aber er habe leider keinen Stift. Er quasselt ein bisschen viel und ist auch leicht auf geregt. Christopher Seiler vertröstet ihn, zehn Minuten, zuerst hier fertig machen, aber nachher verlässlich, kein Problem. Man werde nicht auf ihn vergessen. Erfüllt ihr eigentlich jeden Fan-Wunsch? speer: Nein sagen wir eigentlich nie. Und wir gehen nach den Konzerten auch gern runter von der Bühne und reden mit den Leuten. seiler: Wenn Zeit ist. speer: Weil auf Tourneen werden wir gleich nach Konzertende in den schwarzen Tourbus verfrachtet. seiler: Das macht schon was her. Aber eigentlich ist das wie Camping. speer: Aber halt praktisch. seiler: Stretch-Limousinen und Hotels sind nicht unsers. speer: Einmal hat uns ein Veranstalter mit so einem Landrover-Cabrio abholen lassen. Da fühlst du dich wie ein riesiges Arschloch. Exponiert. Wie zwei, die so tun, als ob sie was Besseres wären. Wie geht’s im Bus zu? speer: Da ist Aftershowparty, ob du willst oder nicht. 18 Leute an Bord. Der hüpft wohl auf der Autobahn, so geht’s da zu. seiler: Zum Schlafen haben wir Kojen. Nur einmal, da waren wir mit einem noch größeren unterwegs, da konnten wir die Tür hinter uns zumachen. speer: Das war auch die größte Tour. Da war das nötig. Wer räumt auf? seiler: Der Busfahrer. speer: Er wird aber sehr gut bezahlt dafür. Glaub ich. Wie verändert Geld? seiler: Wenn Geld deinen Charakter ändert, bist du charakterlos. speer: Aber irgendwie macht es schon was mit dir. Geld ist mächtig. seiler: Ich habe keine Beziehung zu Geld. Es ist mir einfach wurscht. Talent wird nie verhungern, so seh ich das. speer: Du musst sowieso hackeln gehen, irgendwie. seiler: Irgendwas gibt’s immer zu tun. Doch, im Urlaub kann ich nichts tun. Das geht. THE RED BULLETIN
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„OIDA, WENN ER BREMST, KANN ICH MEINEN KOPF NIMMER HALTEN.“
speer: Bei mir nicht einmal das. Spätestens am zweiten Tag am Strand würde ich unruhig. Darum fahre ich auch nicht an den Strand, sondern in eine Stadt und renn da den ganzen Tag rum, wenn ich Urlaub mache. Was habt ihr euch von eurem ersten fetten Scheck geleistet? seiler: Keine Ahnung. Das Geld irgendwie beim Fenster rausgehaut halt. speer: Ich habe mir einem BMW M5 mit 507 PS gekauft und bin so gefahren, dass er einmal pro Monat in die Werkstatt musste. Das Schnellfahren selber war auch nicht billig. Aber 130 km/h kannst du mit dem einfach nicht fahren. Geht nicht. Darum hab ich ihn an einen Türken verkauft. Was fahrt ihr jetzt? seiler: Einen Audi A4 mit 211 PS. speer: Einen Dreier-BMW und einen VW Bus. Damit kannst du gar nicht rasen. Als temporäre Substitution warten in der Boxengasse heute die beiden 331-PS-Nissan, aber vorher gibt es noch das versprochene Autogramm und das Selfie mit dem Fan, der inzwischen natürlich nicht mehr allein ist. Die Jungs sind geduldig und tatsächlich so normal, wie sie zu sein behauptet haben. Beim Briefing erklärt Chefinstruktor Bernhard Auinger die Linie im Regen, denn die Strecke ist völlig nass. Per Funk dirigiert er die zwei. „Ein wenig früher bremsen“, will er gerade sagen, doch da ist es schon zu spät: Im Optimismus des Geschwindigkeitsrauschs ist der Bremspunkt in der ersten Kurve jenseits von Gut und Böse, aber die asphaltierte Auslauffläche tut ihre Arbeit. Nichts passiert, und du meinst sie durch 62
Christopher Seiler, Kabarettist, Serien-Star mit „Horvathslos“, Austropop-Mit-Neuerfinder und auch schon tätowiert
die Windschutzscheibe grinsen zu sehen, als sie in der nächsten Runde mit über 200 km/h die Start-ZielGerade entlanggebrettert kommen. Ein paar Runden später stellen sie die Autos an der Box ab: „Heute sind einmal die Bremsscheiben blau“, kommentiert einer der beiden fachkundig. Als Nächstes steht eine Taxifahrt mit Bernhard Auinger im KTM X-Bow am Programm. Auinger spult die Jahresfahrleistung eines durchschnittlichen Österreichers hier auf den 4,3 Kilometern des Red Bull Ring ab, dementsprechend persönlich kennt er jeden Curb und jeden Gummistrich. Noch vor dem Einsteigen ein Sandwich zu ordern wie Christopher Seiler ist mutig. Nicht viele würden darauf wetten, dass er es nach der Mitfahrt noch essen mögen wird. Er ist auch blass, als man ihm ein paar Minuten später den Helm vom Kopf nestelt: „Oida, wenn er bremst, kann ich meinen Kopf nicht halten“, sagt er zu Bernhard Speer. Und der andere Bernhard, der Profi, darauf: „Auf trockenem Asphalt wäre es noch eindrucksvoller.“ Tapfer beißt Christopher Seiler in sein Sandwich, während Kollege Speer im KTM verzurrt wird und zehn Minuten später leicht zitternd aussteigt. Nun stünde eigentlich das Selberfahren im KTM X-Bow auf dem Programm, doch die beiden verzichten dankend und verziehen sich wieder in ihre Nissans: „Das ist einfach zu arg. Vor allem wenn du erlebt hast, wie es echt geht. Danke, aber: nein danke. Wir bleiben bei den Normalen.“ 331 PS, Heckantrieb: die neue Normalität von Seiler & Speer. seilerundspeer.at
Motorsportaction am Red Bull Ring selbst erleben: Informationen auf projektspielberg.com THE RED BULLETIN
KEIN GIPFEL ZU HOCH.
SHOR
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VOR 30 JAHREN VERÄNDERTE TEIL EINS DER KAMPFSPIEL-SERIE „STREET FIGHTER“ DIE GAMING-WELT FÜR IMMER. PROTOKOLL EINER UMKÄMPFTEN REVOLUTION.
YUKEN! CAPCOM
TEXT: CHRIS BAKER
A
ls „Street Fighter“ im Jahr 1987 auf den Arcade-Automaten erschien, zog es Scharen von Teenagern weltweit in die Spielhallen. Sie verpulverten ihr ganzes Taschengeld für die fiebrigen Duelle vor dem Bildschirm. „Street Fighter“ war nicht das erste Kampfspiel, aber es markierte eine Revolution in puncto Qualität: Bewegungen und Attacken waren atemberaubend realistisch. Man schoss einen Feuerball aus den Händen oder vollstreckte den berühmten SprungUppercut „Shoryuken“, japanisch für Drachen-Fausthieb, also eine durchaus passende Bezeichnung. Auch die Steuerung war vielseitiger und präziser als bei allen Kampfspielen zuvor – und machte die Kämpfe so mitreißend, dass aus einem Spiel ein Sport wurde: Der Begriff E-Sports wurde geboren. Die Spieler lernten Ryu und den blonden Zottelkopf Ken kennen – Charaktere, die mittlerweile älter sind als so mancher Gaming-WettbewerbTeilnehmer, der mit ihnen kämpft. Hersteller Capcom hat das Spiel seither ständig verbessert, und schon das 1991 erschienene „Street Fighter II“ stellte gegenüber seinem Vorgänger einen Quantensprung dar. Werfen wir einen Blick auf das Spiel, das ganze Generationen prägte. 66
MOVES Die versteckten Spezialangriffe waren bereits im originalen „Street Fighter“ eine Sensation. Doch der Nachfolger setzte mit den unterschiedlichen Charakteren und ihren individuellen Fähigkeiten noch eins drauf. Greg Kasavin, Ex-Chefredakteur von „GameSpot“, Kreativdirektor der Spiele „Bastion“, „Transistor“ und „Pyre“: Dass man bei „Street Fighter II“ Charaktere auswählen konnte, war schon unglaublich – und überhaupt so einen Charakter wie Blanka! Acht Typen gab es insgesamt, und ist es nicht faszinierend, dass diese mittlerweile älter sind als manche StreetFighter-Spieler? Dann war da natürlich das Konzept der Combos, in denen du einzelne Angriffsmanöver zu einem absolut zerstörerischen, genialen Ganzen verbinden konntest. Zum ersten Mal schien es, als gäbe es keine Grenze mehr, wie gut du in einem Spiel werden kannst. Jedes Duell war einzigartig, und du konntest Monate damit ver verbringen, nur die Moves eines einzigen Charakters zu erlernen – und zu ver versuchen, sie zu beherrschen. Adam Heart, aktiver Wettkampf-Gamer und Haupt-Kampfdesigner bei „Killer Instinct: Season 2“ und „Season 3“: Ich erinnere mich noch genau an den Moment, in dem ich „Street Fighter II“ zum ersten Mal sah. Es war bei einem Schulausflug, es ging zum Skaten. Es war das beste Spiel, das mir je zwischen die Finger gekommen ist. Peter Rosas, Ex-Profi-Gamer, Ex-Pro -Gamer, Producer und Community-Manager bei Capcom: Die Combos in „Street Fighter II“ waren ja ursprünglich kein Geniestreich, sondern ein ziemlich banaler Programmierfehler. Aber dann sahen wir, dass die Spieler diesen Fehler ganz toll fanden – er wurde dann zum Grundelement des Spiels und sogar des gesamten Kampfspiel-Genres.
MUSIK GREG KASAVIN
„DIE MELODIEN DES ‚STREET FIGHTER‘-SOUNDTRACKS KONNTE MAN BALD IN JEDEM SUPERMARKT HÖREN, ÜBERALL IN DEN USA.“
Die Musik zum Spiel stammt von Yoko Shimomura, die 1988 nach ihrem Uni abschluss eigentlich Musiklehrerin werden wollte. Als begeisterte Gamerin schickte die Japanerin jedoch Talent proben an verschiedene Videospiel firmen und bekam prompt einen Rück ruf von Capcom. Ihre Eltern waren entsetzt, dass sie den Job annahm, die GamingCommunity und Musiker wie Flying Lotus und Dizzee Rascal sind ihr aber wohl ewig zu Dank verpflichtet. Yoko Shimomura, „Street Fighter II“Komponistin: II“ Komponistin: Das Spiel hatte Kampforte in verschie denen Ländern. Ich schlug also vor, eine Art Weltmusik zu schaffen, die etwas ulkig klingen sollte – und genau das setzten wir dann auch um. Die Melodie „tarari rarin“ für Blankas Motiv fiel mir in der Eisenbahn auf dem Weg zur Arbeit ein. Ich war auch für die Soundeffekte und Stimmen in „Street Fighter II“ verantwort lich. Es macht mich ziemlich stolz, dass Kinder in aller Welt durchs Spielen japa nische Ausdrücke wie „dosukoi“ (ein Sumoringer-Kampfruf; Anm.) lernten. Dizzee Rascal, in London geborener Producer und Rapper, Gewinner des britischen Mercury Prize und eines Brit Award: Bevor ich es ins Fernsehen schaffte, machte ich nur Instrumentals, und „Street Fighter“ war ein großer Einfluss. Meine frühen Fans liebten alles, was nach dem Spiel klang. Stephen „Thundercat“ Bruner, Musiker, Sänger und Gamer: Die Musik machte dich zu einem Cham pion, auch wenn du beschissen gespielt hast. Bist du am Ende gestorben, war es ein großartiger Tod. Wie ist es überhaupt möglich, so großartige Musik zu machen? 67
ERSTER CHAMPION Als „Street Fighter IV“ im Jahr 2008 rauskam, galt die Spielreihe bei vielen Fans eigentlich schon als tot. Doch Capcom-Producer Yoshinori Ono und sein Team taten alles dafür, um sie wiederzubeleben. Letztlich war es einer von Onos Landsleuten, der das Spiel und die ganze Community auf ein neues Level brachte – Daigo Umehara. Yoshinori Ono: Wir brachten „Street Fighter IV“ vor allem deshalb raus, weil die Medien es ständig zum Thema machten und Fans die Serie noch immer liebten. Ich wollte eigentlich nur ein Spiel schaffen, das ich im Wohnzimmer spielen konnte, während meine Familie aus dem Esszimmer zusah. Dass daraus die aktuelle E-Sport-Szene entstehen würde, ist eine großartige Folge davon, aber meine Absicht war es nicht. Matt Dahlgren: Wir gingen zu unseren Wurzeln zurück und konzentrierten uns darauf, was die Fans schon an „Street Fighter II“ geliebt hatten. Auch die ursprünglichen Charak Charaktere kehrten wieder zurück. Plus: Das Fokus-System, mit dem sich Attacken abbrechen ließen, machte die Kämpfe noch mal abwechslungsreicher. Adam Heart: Ich nahm an der EVO 2007 (kurz für Evolution Championship Series, größtes und prestigeträchtigstes Kampfspiel-
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Turnier der Welt, Anm.) teil – und an den folgenden neun EVOs. Früher kämpften hier rund 150 Teilnehmer, mittlerweile sind es über tausend. Daigo „The Beast“ Umehara, „Street Fighter“-Legende: Mein Sieg bei der EVO 2009 veränderte mein Leben schlagartig – ich wurde zu Japans erstem Profi-Gamer. 2010 erfuhr ich von „Guinness World Records“, dass ich einen Rekord aufgestellt hatte: Ich war der erfolgreichste „Street Fighter“Turnierspieler der Welt. Aber am glück glücklichsten machte mich gar nicht die Auszeichnung, sondern das Gesicht meines Vaters, als er in der Zeitung darüber las. Er war von meinem Weg nie wirklich überzeugt gewesen, egal wie viele Turniere ich auch gewann. Aber eine so hohe Auszeichnung außerhalb der Gaming-Welt machte selbst ihn stolz. Patrick Miller, Autor des KampfspielGuides „From Masher to Master“: Daigo besiegt dich nicht, weil er mehr über das Spiel weiß als du – sondern weil er mehr über dich weiß als du. Es ist so, als würdest du zu einem grausamen Psychologen gehen: Er findet in zwei Minuten deine dunkelsten Geheimnisse heraus und verwendet sie dann, um dich zu zerstören. Ich habe mal in Tokio außerhalb eines Turniers gegen ihn gespielt. Ich gewann eine Runde, doch dann drehte er auf und versohlte mir den Hintern. Und zwar in einer Art und Weise, die ich nie vergessen werde.
COMMUNITY „Street Fighter II“ ließ auch eine Kampfspiel-Community entstehen, zunächst in Nordkalifornien, bald überall in den ganzen USA und international. Schließlich war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Top-Spieler aus Japan – der Heimat des Spiels – mit den aufstrebenden Amerikanern duellieren wollten. James Goddard, Schöpfer von „Weaponlord“, Designchef bei „Killer Instinct“, Co-Lead-Designer bei „Street Fighter II Hyper“: Alles begann mit kleinen wöchentlichen Turnieren in einer Spielhalle in Sunnyvale, Kalifornien. Bald gab es Nachrichten von Turnieren überall im Land. Die Community wuchs rasend schnell, die Leute waren unglaublich leidenschaftlich und ehrgeizig. Spielergruppen fuhren hunderte Meilen in andere Bundesstaaten, um gegen andere Spieler zu kämpfen und von ihnen zu lernen. (Nicht vergessen: Wir sprechen von der Zeit vor dem Internet!) Matt Dahlgren: Als die ersten Kampfspiele rauskamen, gab es natürlich kein Live-Streaming oder Twitch. Du musstest selbst in Spielhallen gehen und dir anschauen, wie andere spielten. Oder du konntest dir VHS-Kassetten von Turnieren ansehen, die mit Ver Verschwörermiene herumgereicht wurden. Patrick Miller: Als ich begann, mich ernsthaft für Kampf Kampfspiele zu interessieren, waren die Japaner unser großes Vorbild. Sie waren einfach einen Schritt voraus, fanden viel mehr Dinge als wir, und wir guckten uns dann ihre herrlichsten Moves ab. Es schien, als hätten die Japaner irgendeinen Geheimzugang zum Wissen über das Spiel.
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RICHARD THIHER
„STREAMS SIND EINE NEUE MÖGLICHKEIT FÜR SPIELER, GELD ZU VERDIENEN.“ Peter Rosas: Ich glaube, Capcom tauchte in der Wettkampfszene erstmals in den 1990ern in San Francisco auf, bei der „Street Fighter Alpha III“-Weltmeisterschaft. Davor hatte es lediglich ein Turnier in Japan gegeben, das Daigo Umehara gewonnen, und eines in den USA, das Alex Valle gewonnen hatte – die beiden traten dann gegeneinander an. Es war das erste Mal, dass US-Spieler und japanische Spieler einander kämpfen sahen. Daigo Umehara: 1998 wurde ich zur „Street Fighter Alpha III“-Weltmeisterschaft in San Francisco eingeladen. Veranstaltungsort war ein ziemlich verloren wirkender Arcade-Automat in einem Einkaufszentrum. Als der US-Champion gekrönt war, musste er sich mir, dem japanischen Champion, stellen. Ich wusste nicht, wie gut die Spieler aus den USA waren, aber ich ging davon aus, dass wir in Japan deutlich stärker sind. Als ich dann gegen Alex Valle kämpfte, war das Match viel enger, als ich je er erwartet hätte. Aber zum Glück konnte ich ihn besiegen und mein Gesicht wahren. Ich hatte die Konkurrenz der Amerikaner ordentlich unterschätzt. Peter Rosas: Die Turniere in den USA wurden immer größer. Um das Jahr 2002 kam dann EVO. Je mehr Spieler an einem Turnier teilnehmen, desto größer ist das Preisgeld, das die besten Spieler holen können. Mit 400 Teilnehmern und rund 2400 Dollar Preispool war bei der EVO damals zu Beginn nicht viel zu holen – die Spieler kämpften eher ums Prestige. 70
GROSSES GELD Zum 25-Jahr-Jubiläum von „Street Fighter“ im Jahr 2013 veranstaltete Capcom eine Turnierserie mit einem Gesamtpreisgeld von 250.000 Dollar. Letztes Jahr setzte sich Du „NuckleDu“ Dang aus den USA gegen immer härtere, professionellere Konkurrenz durch und ging um über 230.000 Dollar reicher nach Hause. 2016 brachte Capcom auch den neuesten Teil der Serie raus: „Street Fighter V“. Hier werden neue Charaktere direkt ergänzt, sodass man nicht auf ein neues Spiel warten muss, um mit ihnen spielen zu können. Matt Dahlgren: Ein paar großartige Sponsoren halfen uns dabei, unsere Preispools deutlich zu ver vergrößern. Was die Kampfspiel-Community von dem ganzen anderen E-Sport-Zeugs unterscheidet, ist, dass ihre ganze Energie und Dynamik von den Fans stammen. Wir arbeiten mit allen Turnierorganisatoren zusammen und helfen ihnen bei der Finanzierung und strategischen Ausrichtung, damit die gesamte Szene wachsen kann. Und sie wird dank Live-Streaming und Twitch auch weiter wachsen.
Richard Thiher, Programmleiter E-Sport Sport bei Twitch: Streaming hat die Spieler mehr oder weniger zu Stars gemacht. Dank der ReichReich weite der Streams konnten eingefleischte Fangemeinden entstehen, was für die Spieler natürlich neue Verdienstmöglichkeiten bedeutet. Adam Heart: „NuckleDu“, „SonicFox“ und „Punk“ gehören zur neuen Generation von Spielern, die gut genug spielen, um davon leben zu können. Viele Leute versuchen, ProfiGamer zu werden, aber sie verdienen damit kein Geld, eher im Gegenteil. Greg Kasavin: Ich bin jetzt selbst Vater, und ich liebe es, meinen Kids all die legendären Charaktere zeigen zu können. Ich bin auch froh, dass Kampfspiele in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt haben. Das ver verdanken wir vor allem der Begeisterung und Leidenschaft der Community und Events wie der EVO. Auch wenn sich der Gewaltanteil in den Spielen nicht leugnen lässt, bringen sie doch in erster Linie Menschen zusammen. Und das fand ich schon immer toll. Einige Zitate stammen aus dem Buch „The Will to Keep Winning“ von Daigo Umehara und der Red Bull Music Aca demyDokuserie „Diggin’ in the Carts“.
THE RED BULLETIN
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Sitzt bei M-Sport am Steuer: der ehemalige britische Rallye-Champion Malcolm Wilson im Fahrersitz
Das kleine britische Rallye-Team M-Sport schafft Verblüffendes: Es mischt die Konkurrenz mit einem Bruchteil von deren Budget auf. Es hat den größten Star des Starterfelds verpflichtet, Sébastien Ogier. Und dem Franzosen offensichtlich das beste Auto gebaut: M-Sport steht davor, die Rallye-WM zu gewinnen. Dass M-Sport seine Firmenzentrale in einem ehemaligen Irrenhaus im englischen Lake District hat, passt als Einziges nicht ins Konzept von Firmenchef Malcolm Wilson. Text: Gemma Briggs 72
Bilder: Sam Barker
DAVID
GEGEN GOLIATH
Aus gebraucht wird neu: Blick in die Werkstatt im M-Sport-Hauptquartier in Dovenby Hall
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m Jahr 2007 stand der Geschäftsführer von M‑Sport, Malcolm Wilson, mit feuchten Augen vor seinen Mitarbeitern. Der langjährige Partner Ford, dem M‑Sport soeben den zweiten Herstel‑ ler‑‑Titel ler‑ Titel der Rallye‑WM en suite eingebracht hatte, wollte sich aus dem Sport zurückziehen, Entlassun‑ gen schienen unvermeidbar. Ein Jahrzehnt später kann man sich nur schwer vorstellen, dass solch ein öffentlicher Gefühlsaus‑ bruch stattgefunden hat, steht man dem stoischen 61‑Jährigen gegenüber. Das liegt nicht etwa daran, dass Malcolm Wilson seine Belegschaft inzwischen gleichgültig ist – ganz im Gegenteil, es gibt jede Menge Mitarbeiter, die ihm hochgradigen Idealismus bestätigen. Nein, das Team steht kurz vor seinem ersten Fahrertitel in der Geschichte der World Rally Championship (WRC) und parallel dazu vor einem erneuten Herstellertitel: Tränen passen da nicht in
den Terminkalender dieses unabhängigen Teams, das trotz der Konkurrenz kapitalkräftiger Hersteller kurz vor einer sportlichen Sensation steht. Nicht Wilson erinnert an die Geschichte der emotionalen Ford‑Ankündigung. Es ist einer der Techniker in der modernen Hochglanzwerkstatt, dem Schmuckstück von M‑Sport, der erzählt, wie die Trennung damals aufgenommen wurde. Eine Trennung, die hart, aber kein Schlussstrich war. Als Rallye‑Team ‑‑Team blieb M‑Sport dem weltweit präsenten Hersteller Ford durch eine technische Partnerschaft weiterhin eng verbunden. (Ohne die zahlreichen Ford‑Logos auf den Einsatzautos ist M‑Sport tatsächlich nur schwer vorstellbar.) Doch wie konnte das vor 38 Jahren in Wilsons Heimat Cockermouth am westlichen Rand des Lake District gegründete Unternehmen trotz der schlechten Vorzeichen erneut eine derartig groß‑
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m eichengetäfelten Sitzungssaal in Dovenby Hall – einem vom Team vor zwanzig Jahren erworbenen Anwesen aus dem 12. Jahrhundert, das lange als psychiatrische Klinik genutzt wurde – sitzt Malcolm Wilson und erklärt seine Firma. M-Sport ist eines der kleineren Teams der WRC. Das Programm wird trotz der Konzentration auf Ford völlig unabhängig abgewickelt. Aktuell werden jährlich 80 bis 100 Autos produziert, von 250 Mitarbeitern am Hauptsitz in Großbritannien und 38 in Polen, der Jahresumsatz beträgt 50 Millionen Pfund. Welchen Platz nimmt M-Sport im Ver Vergleich zu anderen britischen Teams im Motorsport ein? „Ehrlich: Diese Frage kann ich nicht beantworten“, sagt Wilson, nicht ausweichend, eher zurückhaltend: „Darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken.“ Aber es muss einen doch stolz machen, etwa mit Williams Grand Prix, einer der erfolgreichsten Motorsportfirmen, in einem Atemzug genannt zu werden? „Ja, aber das Problem ist, dass man mit alledem so eng verbunden ist. Das ist eine Lebensweise. Es ist mein Leben, ich kenne nichts anderes“, sagt Wilson unverblümt. „Verstehen Sie mich nicht falsch: Als ich
Auszeichnungen wie den OBE bekommen habe, hat mich das innehalten lassen und nachdenklich gemacht. Aber dann konzentriere ich mich wieder auf den Job.“ Der Job: Das ist nicht nur die WRCKampagne für Sébastien Ogier, Ott Tänak und Elfyn Evans, das sind auch sechs WRC-Einsätze von Kundenteams, die Bereitstellung einer Menge Fiesta-R5-Modelle für die WRC2 und Fiesta-R2T-Wagen für das komplette Feld der Rallye-JuniorenWM. Darüber hinaus werden zwei Bentley Continental präpariert, die M-Sport einen zweiten Platz in der exklusiven BlancpainGT-Serie verschafft haben, und da ist auch noch ein (siegreiches) Kundenprojekt mit dem Ford Focus RS RX in der RallycrossWM. Offensichtlich hat sich die Partner Partnerschaft mit Ford bezahlt gemacht. In nur vier Jahren hat M-Sport 250 Fiesta R5 gebaut und verkauft. „Das sieht von außen groß aus, aber vieles ist nur Business“, sagt Wilson bescheiden. „Die aktuelle WRC-Mannschaft ist im Vergleich zu den Herstellerteams klein. Wir haben mehr Gewicht, als unsere Größe es annehmen lässt.“ Das WRC-Programm hat einen großen Anteil am Umsatz und bindet viele Ressourcen: Es genießt dennoch keineswegs Wilsons ganze Aufmerksamkeit. So verließ er die Rallye Finnland frühzeitig, um seine Bentleys in Belgien beim 24-Stunden-Rennen von Spa zu beobachten. Und er schwärmt davon, wie ihn Langstreckenrennen an seine Rallye-Zeit erinnern. „Das WRC-Programm ist im Grunde unser Marketinginstrument“, kommen-
Der Ogier-Effekt Nach dem Ausstieg VWs aus der WRC 2016 folgte der vierfache Weltmeister Sébastien Ogier ausgerechnet dem Ruf eines kleinen Teams. THE RED BULLETIN: Warum M-Sport? SÉBASTIEN OGIER: Ich hatte stets eine
Menge Hochachtung vor Malcolm. Als ich den Wagen testen konnte, erkannte ich sofort sein Potential. Ich wusste, ich hatte mich für ein kleines Team entschieden – und fand das spannend. Haben Sie darin ein Risiko gesehen? Nicht wirklich. Ich hatte so viel erreicht und nicht das Gefühl, noch etwas draufsetzen zu müssen. Egal was in meiner Rallye-Laufbahn noch passiert, ich bin total zufrieden, so oder so. Ihr erster Eindruck vom Standort des Teams in der Dovenby Hall? Der Firmensitz liegt ein wenig im Niemandsland, aber die Einrichtung ist fantastisch – für ein privates Team wirklich beeindruckend. Ich bin ganz begeistert davon, mit welcher Leidenschaft das Team arbeitet. Wie kommen Sie mit Malcolm aus? Wirklich gut. Er ist unkompliziert: Gibt es ein Problem, dann reden wir darüber und versuchen, eine Lösung zu finden. Man merkt, dass er wirklich alles ihm Mögliche tut, um zu gewinnen. Sie starteten die Saison 2017 gleich mit einem Sieg … … eine ziemliche Überraschung, weil ich ja eigentlich noch ein Niemand war im Team. Ein solcher Einstand war super, er hat alle noch mehr angespornt. Was unterscheidet M-Sport als unabhängiges von Herstellerteams? Die Struktur ist gleich, aber Herstellerteams haben ganz sicher mehr Ressourcen zur Verfügung. Für sein kleines Budget macht M-Sport das wirklich großartig. Es freut mich, dass unser Sport so etwas hergibt.
Das kleine, aber passionierte Team von M-Sport macht sich die Hände schmutzig.
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Ein Titel mit einem unabhängigen Team: Was würde er bedeuten? In dieser Umgebung erfolgreich zu sein ist definitiv ein großer Erfolg. Das kann meinem Ruf nur guttun. Es ist eine echte Herausforderung, aber ich muss niemandem mehr was beweisen.
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artige Zusammenarbeit mit Ford auf die Beine stellen und sich für 2017 sogar die Dienste des viermaligen Rallye-Weltmeisters Sébastien Ogier sichern?
„Der Fiesta RS WRC ist das beste Auto, das wir je konzipiert und entwickelt haben.“
Sébastien Ogier am Steuer des neuen Fiesta RS WRC in seiner ersten Saison mit M-Sport
M-Sport hat es als kleines Team mit den ganz Großen auf genommen und sie geschlagen. Die Partnerschaft mit Ford war in diesem Zusammenhang entscheidend.
Elfyn Evans: Der Waliser ist eines der aufstrebenden Talente in der WRC.
Spaß am Erfolg Elfyn Evans, 28, ging bereits 2014 und 2015 für M-Sport an den Start und fährt diese Saison erneut für das kleine Unternehmen. Was er schätzt? Die familiäre Atmosphäre. THE RED BULLETIN: Erzählen Sie uns,
wie Sie in das Team kamen … ELFYN EVANS: 2012 habe ich die JWRC
gewonnen. Mein Preis: sechs Rallyes im Fiesta R5 und ein Job bei M-Sport. 2013 bis 2015 lebte ich vor Ort und war an der Entwicklung des neuen Wagens beteiligt, dann wurde ich Werksfahrer. Wie war es, an einem so entlegenen Ort zu leben und zu arbeiten? Ich bin im Norden von Wales aufgewachsen. Diese Region ist sehr ähnlich – ich bin es gewohnt, dass sämtliche Geschäfte eine Autostunde entfernt liegen. Die Stimmung ist großartig, und ich habe viele Freunde im Team gefunden. Das Team selbst besteht aus vielen unterschiedlichen Leuten, einige aus der Gegend, aber auch international. Es geht sehr familiär zu – es ist toll, ein Teil davon zu sein.
JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, OLAF PIGNATARO
Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Malcolm beschreiben? Offenbar gut, denn wir arbeiten nach all diesen Jahren immer noch zusammen. Er ist als Aktiver gegen meinen Vater angetreten, und was er erreicht hat, ist unglaublich! Er ist nach wie vor ziemlich ambitioniert, und – ganz ehrlich – das ist nicht immer einfach. Ist er hart, aber fair? Es gibt natürlich Zeiten, in denen nicht immer eitel Sonnenschein herrscht. Ich denke aber, dass das jedem, der im Sport oder im Job erfolgreich sein will, bekannt ist. Ist Malcolm nicht zufrieden, lässt er es einen wissen, aber ich erwarte auch nicht, verhätschelt zu werden. Man weiß immer, woran man ist. Es ist zumindest alles transparent, was einem den Umgang erleichtert. Wäre die Stimmung eine andere, wäre M-Sport ein Werksteam? Die Atmosphäre wäre unverändert – egal ob das Team ein Werksteam wäre oder nicht. Das war schon so, als ich damals dazukam. Das Erfolgserlebnis ist groß, wenn wir was geleistet haben.
tiert er. „Sosehr es finanziell für uns auch ein Vorteil wäre, nicht Teil der WRC zu sein, steuert unser WRC-Engagement doch unser Schaffen als Ganzes. Es ver verleiht uns Glaubwürdigkeit in all den anderen Disziplinen des Motorsports.“ Der Ansatz funktioniert: In etwa einem Jahr sollen eine moderne Teststrecke und ein Zentrum zur Leistungsauswertung fertig sein, was Motorenherstellern die Umsetzung von Projekten ermöglicht, die noch topsecret sind. Spricht Wilson über die künftige Möglichkeit, selbstfahrende Fahrzeuge über diesen Testparcours zu schicken, findet er das offensichtlich genauso spannend wie früher die Rennen. Die Schule hat Wilson einst mit fünf fünfzehn verlassen, ohne Abschluss, aber seine beiden Titel als britischer Rallyemeister in den späten siebziger Jahren und seine Er Erfahrung als Werksfahrer in der WRC ver verschafften ihm ein solides Grundwissen, als er begann, sein eigenes Team aufzustellen. Der Bezug zu Ford war stets dominierend: „Roger Clark (britische Rallye-Legende; Anm.) war mein Idol und immer im Team von Ford.“ 2006 gewann M-Sport zum ersten Mal einen WRC-Herstellertitel mit dem Ford Focus RS. Es war Fords erster WRC-Sieg seit 1979, ein Erfolg, der im Jahr darauf in der gleichen Konstellation wiederholt werden konnte. Nach den mühsamen Jahren nach Ford, in denen Sponsoren kamen und gingen, gelang Wilson Ende 2016 ein Coup: Er verpflichtete den amtierenden Weltmeister Sébastien Ogier. Nach dem überraschenden Rückzug von VW stand der vierfache Titelträger für 2017 ohne Auto da, und das M-Sport-Paket war so überzeugend, dass Ogier zugriff. Eine Sensation ohne Beispiel, nur vergleichbar mit einer Ankündigung des privaten F1Teams Force India, man würde Sebastian Vettel in eines ihrer Autos setzen.
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gier startete die Saison prompt mit einem Sieg bei der Rallye Monte Carlo, inzwischen ist auch der WRCGesamtsieg realistisch. Auch, weil der von M-Sport entwickelte Fiesta RS WRC ein großer Schritt nach vorn war. „Ich fahre jedes neue Rallye-Auto im Anfangsstadium gern selbst, um sicherzustellen, dass sich keine groben Fehler eingeschlichen haben“, erklärt Wilson, der für einige Jahre Chef-Testfahrer bei Ford war. „Ich habe mit dem Fiesta einen ganzen Tag im Greystoke Forest bei mir in Cumbria verbracht – es lag zu dem Zeitpunkt einige Jahre zurück, dass ich einen
unserer Wagen gefahren hatte. Ich habe sofort gespürt, was unserem Team da gelungen war. Es ist das beste Auto, das wir je konzipiert und entwickelt haben.“ Diese Begeisterung lässt der gewiefte Taktiker Wilson sein Team nicht speziell wortreich spüren: „Wenn einer der echten Fahrer ins Auto steigt, etwa unser regulärer Fahrer Ott Tänak, und spontan ver verkündet: ‚Das ist mein Wagen!‘, überträgt sich diese Leidenschaft ohnehin auf alle Techniker und Ingenieure. Sie steckt das gesamte Unternehmen an. Ich drehe dann meine Runde durch die einzelnen Abteilungen und verkünde. ‚Dieses Auto wird richtig gut sein, Jungs‘, aber ich trommle nicht alle zusammen. Nur dann und wann vielleicht, wenn wir erfolgreich waren.“ Die Chronik verschweigt in diesem Zusammenhang Einzelheiten, aber die Belegschaft erinnert sich lebhaft an Details wie Prosecco, Eiswagen und eine Tombola aus Erinnerungsstücken. Mitarbeiterführung ist ein wesentlicher Teil des Erfolgsgeheimnisses von Malcolm Wilson: Er weiß, dass Empathie der wichtigste Klebstoff ist, um sein Team zusammenzuhalten. Dass man Novizen, die erst kurz in der Firma sind, ebenso auf Augenhöhe behandeln muss wie langjährige, etablierte Mitarbeiter. Dass Teamgeist stets aus Fairness entsteht. Und dass über allem der sportliche Ehrgeiz zu schweben hat: Für jeden einzelnen Mitarbeiter muss der Sieg genauso wichtig sein wie für ihn selbst. Pete Maze, ein junger Techniker im WRC-Programm und seit zwei Jahren im Team, lebt das vor – er ist von der Kombination M-Sport-Ford begeistert. „Sind wir Außenseiter?“, fragt er rhetorisch. „Ver „Vermutlich. Wir sind kein ausgewachsenes Herstellerteam, aber wir haben in der WRC diese Saison bessere Ergebnisse er erzielt als die anderen – vier Siege in den ersten zehn Saisonrennen.“ Auch Garry Barker, Ingenieur für Ott Tänak, sieht M-Sport auf der Erfolgsspur: „Wir führen in der Hersteller- und in der Fahrerwertung – das treibt unser Team gewaltig an.“ Stephen Waddelove, Cheftechniker der Abteilung R5, ist seit zwölf Jahren bei M-Sport. Er war es, der die Geschichte von jenem Tag im Jahr 2007 erzählt hat, als Ford seinen Ausstieg verkündet hatte. „Damals trommelte Malcolm alle zusammen und hatte Tränen in den Augen. Er war tief besorgt darüber, dass er womöglich Leute würde entlassen müssen.“ Wenn M-Sport das Jahr 2017 erfolgreich beendet, wäre das eine Gelegenheit, diese Geschichte endgültig zu vergessen. m-sport.co.uk 79
K I T I KR N E N I E R S E D S N N I S N H A W Dave Asprey arbeitet daran, 180 Jahre alt zu werden, nach strikt wissenschaftlichen Methoden, die er unter dem Namen Bulletproof zusammenfasst. Selbst wenn du Aspreys Diät- und Fitness-Vorschläge nicht beherzigen möchtest: Seine Lust auf Experimente inspiriert unwiderstehlich. Der Bericht von einem Laborbesuch. Text: Jürgen Schmieder Fotos: Jose Mandojana
Dave Asprey erfand den Begriff des Biohackers: Menschen, die in ihren Organismus eingreifen wie Computer-Programmierer in ein IT‑System. Hier überwacht er mit Neurofeedback-Equipment seine Hirnaktivität – natürlich um sie zu optimieren.
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„Alles in diesem Labor kann dich töten“, steht auf einem Schild an der Eingangstür. Wenn du die Tür dann geöffnet und Dave Aspreys privates Labor betreten hast, ist dein erster Gedanke: Völlig verrückt das alles hier. Dein Gehirn wehrt sich gegen das, was deine Augen sehen, gegen diese Mischung aus Museum für mittelalterliche Folter instrumente und Fitnessstudio für Astro nauten. Da gibt es ein Gerät, das dich kopfüber dreht. Eines, das dem Körper erst Sauerstoff verweigert und ihn danach damit vollpumpt. Eine Kühlkammer, einen FloatingTank, Tank, eine Maschine zur Verbesserung der Knochendichte und noch viele andere wilde Sachen mehr. Ein junger Mann verkündet, dass Dave Asprey gleich erscheinen werde. Für das, was „der Chef“ soeben noch zu erledigen hat, benutzt der Mitarbeiter Wörter wie „Ganzkörperrütteln“, „Lichtdusche“ oder „Gehirnströme“. Wenn du Dave Aspreys Labor besuchen darfst, musst du auf eine kanadische Halb insel an der Pazifikküste fliegen, deren Natur so unfassbar schön ist, dass hier das Ende der Welt sein könnte. Vom Flug hafen in Victoria südlich von Vancouver fährst du 90 Minuten lang durch National parks um die Brentwood Bay herum, erst auf einer Landstraße, auf der du jedem Fahrzeug, das dir entgegenkommt, fröh lich zuwinken möchtest, weil das so selten passiert. Es geht weiter auf Feldweg und Trampelpfad – und genau in dem Moment, als du glaubst, tatsächlich das Ende der Welt erreicht zu haben, bemerkst du diese beiden Häuser im Schnee. In einem wohnt Asprey mit seiner Frau Lana und den beiden Kindern. Das andere ist ein zwei stöckiges Labor mit Geräten im Wert von über einer Million Dollar. Hier bastelt der berühmteste Biohacker der Welt daran, mindestens 180 Jahre alt zu werden. „Sie machen dieses wunderbare Ge sicht, als wären Sie gerade erfolgreich beim Liebesspiel zugange“, ruft dir Asprey zu, als du dich an einem computer gesteuerten Apparat zum beschleunigten 82
Muskelaufbau ziemlich blöd anstellst. „Lassen Sie mich ein Foto von Ihnen machen!“ Er drückt ab, zeigt dir fröhlich lachend das unvorteilhafte Bild und ver sichert: „Keine Sorge, ich sehe ganz genau so aus, wenn ich das mache.“ Okay, der Mann kann lachen – auch über sich selbst. Asprey ist 43, groß, kräftig, üppiges Haar, erstaunlich faltenfreie Haut. Er sieht nicht so aus, als könnte er am nächs ten Tag einen Triathlon absolvieren, auf den Mount Everest steigen oder bei einer Kneipenschlägerei gewinnen, sondern eher wie ein netter Typ Anfang 40, der auch mal Freude an den unvernünf unvernünftigeren Dingen des Lebens hat. „Jetzt trinken wir erst mal Bulletproof Coffee“, sagt er. Die ses Getränk machte ihn berühmt: starker (laborgetestet toxinfreier) Kaffee mit einem kräftigen Löffel Butter (aus Milch von strikt grasgefütterten Kühen) und einem KokosölExtrakt.
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er kugelsichere Kaffee sieht ein bisschen wie frisch gezapftes Guinness aus und schmeckt wie Latte macchiato mit kuh warm in den Kaffee geschütteter Milch. Asprey sieht dich an wie ein kleiner Junge, der seiner Oma zum Geburtstag ein selbstgebasteltes Geschenk überreicht. Er freut sich ehrlich über die positive Reaktion, auch wenn er längst weiß, dass er da ein Getränk entwickelt hat, das die Schauspielerin Shailene Woodley bei Jimmy Kimmel angepriesen hat. Heute Nachmittag wird deswegen SupermanDarsteller Brandon Routh ins Labor kommen. Was dir noch auffällt: Asprey ist nicht nur gebildet (er hat Abschlüsse von den EliteUniversitäten UCSB und Wharton)
und innovativ (er hat bereits 1994 über den Vorläufer des Internets T TShirts mit dem Bild des KaffeeMoleküls verkauft; wegen dieser wohl ersten ECommerce E Aktion der Geschichte wird er im Silicon Valley als Legende gefeiert) – er ist ein ziemlich cooler Typ. Er verwendet sämt lichen Ernst, den die Natur ihm bei der Geburt geschenkt hat, auf seine Ideen, Erfindungen und Geschäfte – und hat deshalb nicht mehr viel davon übrig für sich selbst. Er garniert seine Anekdoten mit selbstironischen Beschreibungen (etwa: „Ich war derart aggressiv, dass der am besten trainierte Muskel in meinem Körper der im rechten Mittelfinger war“) und witziger Ehrlichkeit: „Machen wir uns nichts vor: In meinen Zwanzigern war ich einfach nur fett. Und, hey, mitt mitt lerweile schreibt die ‚New York Times‘, dass ich beinahe muskulös bin.“ Über seinen Werdegang zum Bio hacker spricht er angenehm augenzwin kernd. Asprey war mit 26 mehrfacher Millionär, mit 28 war er wegen der ge platzten Dotcomblase pleite: „Ich weiß, wie das ist, reich und erfolgreich zu sein – und trotzdem unglücklich. Gott sei Dank habe ich alles wieder verloren. Denn ich war damals ein andauernd schlecht gelauntes Arschloch.“ Er wurde übergewichtiger Manager und ergriff die typischen Radikalmaßnahmen: „Ich habe nur noch Salat gegessen und war sechs mal die Woche 90 Minuten im Fitness studio. Abgenommen habe ich nichts. Ich war wie ein Auto, das trotz Vollgas noch langsamer fährt als vorher. Ach ja: Ich war noch immer ein Arschloch.“ Er wechselte in die stereotype Selbst hilfegruppe erfolgreicher Manager, die meditieren, YogaKurse besuchen und für viel Geld in fremde Länder reisen, um innerhalb weniger Tage deren komplette THE RED BULLETIN
Kalte Dusche 2.0: In einer Kältekammer (minus 248 Grad Fahrenheit entsprechen ßbrigens minus 155,6 Grad Celsius) pusht Asprey Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Fettverbrennung.
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„Schon mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten ist es realistisch, dass wir 120 Jahre alt werden.“
Wir alle trainieren falsch, sagt Asprey. Zu oft und zu lang, dafür zu wenig intensiv. Er sagt: Zweimal 20 Minuten Krafttraining pro Woche reichen. (Und er sieht für seine 43 Jahre richtig gut aus.)
Lebensphilosophie zu verinnerlichen: „Ich wollte in Peru unbedingt Ayahuasca probieren, diesen psychedelisch wirkenden Pflanzensud. Die Einheimischen fassten sich an den Kopf und sagten: ‚Wer trinkt das denn freiwillig?‘ Solche Sachen eben. Dann habe ich in Tibet einen Tee mit Yakbutter versucht. Das hat mir die Augen geöffnet.“ Er experimentierte mit seinem Körper, so wie sie das im Silicon Valley mit Ideen tun. „Jeder Mensch beobachtet sich doch dauernd selbst und probiert Sachen“, sagt er. „Wer sich nach einem bestimmten Frühstück besser fühlt, der wird das öfter essen. Wer ein Fitnessprogramm entdeckt, das bei ihm funktioniert, wird dabei bleiben. Ich habe auch ein bisschen an mir herumexperimentiert.“ Das ist eine Untertreibung, als würde man 84
behaupten, dass Formel-1-Rennställe ein klein wenig an ihren Fahrzeugen herumtüftelten. Asprey war aber nicht nur Rennstallinhaber, er war auch Fahrer. Und vor allem war er Testpilot.
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sprey hat sein Leben lang Experimente optimiert, er hat alles probiert, und er hat alles gemessen, was sich irgendwie messen lässt. Und er hat sich ein Ziel gesteckt: 180 Jahre alt zu werden. „Mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten sind 120 realistisch – vorausgesetzt, du hast das Geld für eine Anti-Aging-Therapie“, sagt er und deutet auf seinen Unterarm, in den er sich am Tag zuvor Proteine gespritzt hat,
um Zellen am Leben zu erhalten. „In den kommenden 80 Jahren dürfte sich die Technologie so entwickeln, dass 180 für mich sogar eher konservativ klingen.“ Es gehört zu den beeindruckendsten Stärken von Asprey, völlig verrückte Sachen aus seinem Mund plumpsen zu lassen – und sie dann so zu erklären, dass sie doch vernünftig klingen. Er zeigt dir etwa ein Gerät, mit dem er innerhalb von 21 Minuten schaffen will, was gewöhnlich zweieinhalb Stunden Ausdauertraining erfordert. Vereinfacht ausgedrückt wickelt er seine Muskeln in Kältepacks und atmet beinahe sauerstofflose Luft. „Der Körper dreht komplett durch und schickt alles Blut in die lebenswichtigen Organe“, sagt Asprey. „Dann lege ich den Schalter um und gebe meinem Körper bis zu 24-mal so viel Sauerstoff, wie er gewöhnlich bebe kommt. Ich explodiere fast vor Energie.“ Das klingt nach Hokuspokus, jedoch: Klangen nicht viele geniale Ideen in der Geschichte der Menschheit zunächst mal nach Hokuspokus? Wenn du dich mit Asprey unterhältst, bemerkst du, dass er zwar dieses Ziel ver verfolgt, möglichst lange zu leben, dass ihn aber der Weg dorthin viel mehr inter interessiert. Er präsentiert dir selbstentwickelte Geräte wie diesen Ganzkörperrüttler („liefert den Effekt eines 45-Minuten-Spaziergangs in wenigen Minuten!“) so, wie ein Viertklässler seinem besten Freund ein selbstgebautes Lego-Flugzeug zeigt. Es gibt freilich Mediziner, die halten ihn für einen Scharlatan. Er weiß das und findet nichts dabei. Schließlich hält er umgekehrt einige Mediziner für Scharlatane. Er hat mal 140 Kilo gewogen und bringt nun ein bisschen mehr als 90 auf die Waage. Er bezeichnet sich selbst als entspannt, konzentriert und voller Energie – THE RED BULLETIN
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und es gibt noch dieses Argument, dem nun wirklich niemand widersprechen kann: „Mein Frau galt als unfruchtbar. Wir haben keine Behandlung vorgenommen, sondern sind hierher gezogen und haben uns für den Bulletproof-Weg entschieden. Nun, ich habe vorhin unsere beiden Kinder in die Schule gefahren.“ Asprey ist keiner dieser Gesundheitsgurus, die dir ständig ein schlechtes Gewissen einreden, ihren Weg für den einzig richtigen halten und alle anderen Wege für vom Teufel höchstselbst erfunden. Er hat aus seinen Experimenten ein ziemlich erfolgreiches globales Business gemacht, gewiss, über die finanziellen Erfolge
Kaffee, Butter, Öl, Mixer: Asprey ist Erfinder des Bulletproof Coffee.
spricht er jedoch eher gelangweilt – während des Gesprächs segnet er per SMS eine millionenschwere Investitionsrunde ab. Zu leuchten beginnen seine Augen, wenn er über Abenteuer wie Ausflüge nach Peru oder Tibet sprechen darf. Nicht wegen der Reisen an sich, sondern wegen der Dinge, die er dabei gelernt hat. Eine Begegnung mit Asprey ist deshalb so inspirierend, weil er nicht als mahnender Missionar daherkommt, sondern dich einlädt, wieder mal was auszuprobieren. Das ist wahrscheinlich seine größte Botschaft: Hör nie auf, dein Leben als Abenteuer zu betrachten! Und, verdammt noch mal, probier Dinge aus!
Der Mann war Silicon-Valley-Legende und Start-up-Millionär. Aber am Ziel angekommen? Fühlte er sich nie. Er hat sein eigenes Leben effizienter gestaltet – er schließt das Gehirn beim Lesen an Elektromagneten an, er schläft nur sechs Stunden pro Nacht und erhöht seine Knochendichte an einem weiteren ZweiMinuten-Gerät –, aber worum es ihm geht, ist etwas anderes: dass er jeden Tag etwas Neues über sich erfährt. Asprey betrachtet sein Leben als fortwährendes Experiment. „Es ist wunderbar, sich in Gebiete vor vorzuwagen, die davor niemand betreten hat. Und es ist keine große Kunst. Jeder kann ein bisschen aufmerksamer sein und darauf achten, welche Signale der Körper schickt“, sagt Asprey. „Es reichen kleine Veränderungen, die überhaupt nichts kosten: die Dusche kälter stellen, in einem dunklen Raum schlafen, keine frittierten Sachen essen. Ganz ehrlich: Ich würde lieber eine Zigarette rauchen, als Fritten zu essen.“ Dann sprüht er sich Nikotin auf die Zunge: „Es ist ein Geschenk der Natur für bessere Gedanken, das Spray enthält jedoch nur fünf Prozent des Nikotins einer Zigarette.“
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s ist jedem selbst überlassen, was er von der Bulletproof Diet halten mag und ob er sein Geld in schimmelfreien Kaffee mit Butter von grasgefütterten Kühen, eine Ganzkörper Ganzkörperrüttelmaschine oder Nahrungsergänzungsmittel investieren möchte. Asprey will mit seiner Idee Geld verdienen, warum auch nicht? Das wahrlich Wunderbare an diesem Menschen, der sich zum Ende des Gesprächs einen ziemlich lächer lächerlich aussehenden Helm mit unzähligen Elektroden aufsetzt und dabei so fröhlich lacht, wie nur glückliche Menschen lachen können, ist die Erkenntnis, dass er sich nicht selbstgefällig zurücklehnt und einem aus privilegierter Position das Universum erklären will. Er will 180 Jahre alt werden und fordert jeden dazu auf, das Älterwerden nicht einfach zu akzeptieren, sondern ein Leben lang an sich zu experimentieren. Das ist völlig verrückt, aber gleichzeitig auch unglaublich cool. bulletproof.com
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THE RED BULLETIN
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4 CARLO CRUZ / RED BULL CONTENT POOL
November 2017
RED BULL BC ONE WORLD FINAL
Beim größten B-Boy-Contest der Welt tanzen sechzehn BreakdanceProfis in der Amsterdamer Westergasfabriek um den Titel. Das Red Bull BC One World Final gibt’s live auf redbull.tv.
THE RED BULLETIN
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GUIDE
See it Am (Ab)sprung: Brett Rheeder beim Red Bull Rampage 2016
FAST & FURIOUS
Bei den Red Bull TV-Highlights dieses Monats lautet das Motto „Drehfreude“ – egal ob es zwei oder vier (motorisierte) Räder sind oder auf stylische Art auf B-Boy-Köpfen passiert.
SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL
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Brandon Semenuk triumphierte beim Red Bull Rampage 2008 und 2016.
THE RED BULLETIN
27 THE RED BULLETIN
Oktober
LIVE
RED BULL RAMPAGE
Für 21 handverlesene Mountainbike-Freerider der Extraklasse à la Brendan Semenuk, Kurt Sorge oder Kyle Strait ist dieses einzigartige Einladungsrennen der Saisonhöhepunkt schlechthin. 2017 wartet in Utah die berüchtigte Landschaft der Red Rocks mit einer neuen, schwierigen Ridgeline, auf der es wieder um die beste Zeit, die härteste Linie und die wildesten Tricks geht – und ausschließlich um den Ruhm.
BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, CHRISTIAN PONDELLA/RED BULL CONTENT POOL (2), MAURO PUCCINI/RED BULL CONTENT POOL, @WORLD / RED BULL CONTENT POOL
Oktober / November
4 22 26
November
LIVE
RED BULL BC ONE WORLD FINAL
In Amsterdams Westergasfabriek findet der finale Showdown der weltbesten B-Boys statt. Die Tanz- und Bewegungskünstler werden spektakuläre Moves, Spins und Freezes auspacken, um VorjahresChamp Issei Hori zu entthronen. Für Österreich am Start: Lil Zoo.
Oktober
LIVE
RED BULL STRAIGHT RHYTHM
Ein ganzer Tag lang pure Motocross-Action: Die Super- und Motocross-Elite matcht sich auf einer rund 800 Meter langen Geradeaus-Strecke in Pomona, Kalifornien, von Sonnenauf- bis weit nach Sonnenuntergang – das große Finale findet unter Flutlicht statt.
bis 29. Oktober
LIVE
WRC: WALES RALLY GB
Vorletzte Station der World Rally Championship: Die schnellschmierigen Schotterstraßen in den Wäldern der an Wales grenzenden Grafschaft Cheshire sind technisch einfach, doch unberechenbares Wetter kann das Rennen zur Rutschpartie werden lassen.
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GUIDE
Do it
15
Oktober Machine Gun Kelly Der 27-Jährige gilt als Punk unter den Rappern, und das zu Recht: Während seiner letzten Europatour schlug er sich zwei Zähne aus, brach sich den Ellbogen und verschwendete dennoch keinen Gedanken daran, einen Gig abzusagen. Im Gegenteil: Machine Gun Kelly versicherte seinen Fans via Instagram, künftig noch härter zu rocken. Kurz: ein Pflichttermin für Headbanger und Moshpit-Freunde. Gasometer, Wien; machinegunkelly.com
28
und 29. Oktober FIS Ski-Weltcup Der (Ski-)Winter kehrt ein ins Land, traditionell mit Damenund Herren-Riesentorläufen am Rettenbachferner. Die großen Favoriten (nachdem Marcel Hirscher und Anna Veith verletzt fehlen werden): die Vorjahressieger Lara Gut (SUI) und Alexis Pinturault (FRA). Aus Sicht des ÖSV darf man sich auf das Comeback der ehemaligen RTL-Weltcupsiegerin Eva-Maria Brem freuen. Sölden; soelden.com
5
November Queens of the Stone Age Josh Homme – laut PunkUrvater Iggy Pop der genialste Musiker der Gegenwart – gelingt mit seiner Band Queens of the Stone Age das Kunststück, kompromisslos harten RockSound und kommerziellen Mega-Erfolg in Einklang zu bringen. Bestes Beispiel: das neue, siebte Album seiner Band, „Villains“. Stadthalle, Wien; qotsa.com
12
Oktober bis 29. November
ALP CON CINEMA TOUR
Ab Mitte Oktober gastieren die außergewöhnlichsten Sport- und Outdoorfilme über Biking sowie Mountain & Snow in über fünfzig Kinos im deutschsprachigen Raum. Zu sehen gibt’s internationale und lokale Top-Produktionen und die besten Online-Clips.
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JUICY STUDIOS, PHILIPP BENEDIKT/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES
Premiere: 12. Oktober in Innsbruck; Programm und Ticket-Infos auf: alp-con.net
November Red Bull Gstanzl Battle Volksmusik trifft Hip-Hop, Gamsbart trifft Goldkette: Bei diesem Wettkampf steigen acht Gstanzler gegen acht Rapper in den Boxring. Ihre Waffen: Wortwitz und verbale Schlagfertigkeit. Letztes Jahr nahm der Pongauer Wolfgang Posch alias El Fetzn den ChampionGürtel mit nach Hause, die Show-Einlage zwischen den Duellen lieferte die Salzburger Breakdance-Crew M.O.T. Die große Frage: Können die Rapper nach der Vorjahresschlappe den Titel zurückerobern? Republic, Salzburg; redbullgstanzlbattle.at
THE RED BULLETIN
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Oktober/ November
bis 29. Oktober
ERSTE BANK OPEN
Die weltweite Tennis-Elite trifft sich in Wien unter dem Motto „Nachwuchs-Power fordert Routine“. Das Establishment 30+ rund um Vor Vorjahresfinalist Jo-Wilfried Tsonga, 32, John Isner, 32, und Tomáš Berdych, 32, matcht sich mit Jungstars wie Alexander Zverev, 20, und Öster Österreichs Dominic Thiem, 24 (Bild), um den Titel, um 500 Weltranglistenpunkte und einen Siegerscheck in Höhe von rund 430.000 Euro. Stadthalle, Wien; erstebank-open.com
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GUIDE
Do it
HOW TO … …BUILD A MINI-RAMP Rohmaterial:
1×
1 Akkuschrauber/-bohrer mit Torx-Einsatz 1 Edding 1× 1 Stichsäge 1 Winkelmaß 1 Schnur, ca. 100 cm 1 Maßband 1× 1×
1×
1×
10×
2 Doka-Platten im Format 80 × 100 cm 8 Holzstaffeln, 100 × 8 × 8 cm 100 Torx-Schrauben (eine Box), 10 cm lang 10 Torx-Schrauben (eine Handvoll), 4 cm lang 1 Platte Birkenfurnier 100 × 125 cm, 9 mm stark 1 ein L-Profil aus Metall, 100 cm lang 2× 1 alter Fahrradschlauch
So geht’s:
100×
1×
1×
1×
8×
4 Wir stellen die Seitenteile hochkant. Ein Freund hält sie, während wir sie mit zwei Holzstaffeln verbinden: Dazu drehen wir oben und unten eine lange TorxSchraube von außen durch die Platte rein. Wichtig: Das Winkelmaß sorgt für Präzision. Lieber langsamer und genauer arbeiten, damit die Ramp stabil steht.
1 Wir nehmen Vaters Kombi und fahren in den
Baumarkt. Dabei hören wir laute Musik.
2 Wir befestigen den Edding an der Schnur und übertragen den Radius auf eine Doka-Platte, sodass am oberen Ende ca. 20 cm übrig bleiben.
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2
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3 Mit der Stichsäge zerschneiden wir die Platte entlang der markierten Linie. Danach legen wir das erste Seitenteil der Ramp auf die zweite Doka-Platte und zeichnen den Radius mit dem Edding nach. Jetzt schneiden wir auch das zweite Seitenteil aus. Danach kürzen wir alle Holzstaffeln auf 1 m Länge.
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MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL ULRICH CORAZZA TOM MACKINGER
Was für Werkzeug wird benötigt:
BMX-Legende Senad Grosic zeigt uns, wie es geht: mit Material für 100 Euro und zwei Stunden Arbeit zum soliden Fun-Tool für Skater, BMXer und Mountainbiker.
Oktober/ November
5
6 Für die glatte Oberfläche sorgt das Birkenfurnier, das wir von oben beginnend mit den kleinen Schrauben befestigen. Wichtig: oben präzise anlegen und das Furnier jeweils ganz in die Rundung drücken, damit es später keine Wellen wirft.
7 An der Lip sorgt das L-Profil (kleine Schrauben, Löcher im Metall vorbohren) für Langlebigkeit und dient später als optische Hilfe für den Take-off. 8 Mit der Stichsäge schneiden wir zwei 15 cm breite Öffnungen in die Seitenteile. So lässt sich unsere Mini-Ramp später problemlos transportieren. 9 Wir zerschneiden den alten Fahrradschlauch und schrauben ihn auf die Unterseite der Seitenteile. So kann die Ramp auch auf Asphalt nicht verrutschen. Gratuliere: Schon ist die Ramp fertig. Einfach, oder?
5 Von oben beginnend, schrauben wir nun die restlichen Holzstaffeln in unsere Ramp. Dabei halten wir die Abstände möglichst gering. Nun sieht das schon ganz okay aus. Wir machen Pause und trinken was.
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Senad Grosic
8 facebook.com/SenadGrosic instagram.com/senadgrosic
„Eine Mini-Ramp ist ein vielfältiges Teil, das oft mehr Spaß macht als ein kompletter Funpark.“
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Eine Nacht im Baumarkt: Senad Grosic und Corey Bohan im Video „Nailed It“, zu sehen auf www.redbull.com/nailedit
The New Compact The New Original
GUIDE
13 Do it
bis 15. Oktober
www.game-city.at
Drei Tage im Wiener Rathaus: eSport, Family-Entertainment und Präsentationen
Rahmenprogramm: Highlights der Game City Lange Nacht
Pro-Gamer zum Anfassen
Voller Gaming-Wahnsinn
Bereits zum zweiten Mal dürfen Gamer am Freitag bis 24 Uhr die Game City besuchen. Das Highlight: das eSport-League-Austria-Finale in „League of Legends“, das live auf der Bühne gespielt wird. Das Siegerteam erhält ein vierstelliges Preisgeld und die Teilnahme an einem Red Bull-eSport-Camp, wo den Gewinnern professionelle Trainingsbedingungen geboten werden.
Erstmals gibt’s in Wien die Möglichkeit, den ersten eSportler Österreichs zu treffen. Andres Torres ist seit Jahresbeginn beim FC Red Bull Salzburg unter Vertrag und spielt seitdem professionell „FIFA“, um den Verein unter anderem bei der diesjährigen eBundesliga zu vertreten. Mit ein wenig Glück geht sich vielleicht sogar ein virtuelles Match gegen ihn aus.
Wie jedes Jahr werden viele der wichtigsten GamingHersteller ihre Highlights für alle Altersklassen präsentieren (auf über 10.000 m²). Gaming-Software und -Hardware wird zudem nicht nur ausgestellt, sondern kann erstmals auch auf einem Verkaufsstand erworben werden. Hinzu kommen Gewinnspiele, der Cosplay-Contest und vieles mehr.
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THE RED BULLETIN
PHILIPP SCHUSTER, MAX MATISSEK/RED BULL
GAME CITY WIEN 2017
Österreichs größtes Gaming-Event findet jedes Jahr im Wiener Rathaus statt. Auf 80.000 Besucher warten dort die neuesten Games – und die „Lange Nacht der Game City“. Höhepunkt: das Live-Finale der „League of Legends“-Staatsmeisterschaft.
Oktober Enqiang „XoYnUzi“ Zhou
„ADRENALIN PUR!“
THE RED BULLETIN: Wieso spielen
Der gebürtige Chinese Enqiang „XoYnUzi“ Zhou ist 23 Jahre alt und zählt zu den erfolgreichsten Pro-Gamern Österreichs.
Millionen Menschen seit gut acht Jahren „League of Legends“? ENQIANG „XOYNUZI“ ZHOU: Das Game hat die mit Abstand größte Community der Welt, deshalb lernt man sehr schnell und einfach Leute kennen, die diese Leidenschaft teilen. Außerdem ist der Einstieg nicht allzu schwierig, es gibt eine sehr aktive Turnierszene, und regel mäßige Spielverbesserungen bringen immer frischen Wind. Auf der Game City werden die Finalisten auf der Bühne spielen. Du kennst das Gefühl: Wie unterscheidet sich dieses Erlebnis vom typischen Spiel am PC? Wenn man daheim vor dem eigenen PC sitzt, ist es im Prinzip egal, ob man gut oder schlecht spielt. Du
Jeden Monat spielen gut 100 Millionen Gamer das Multiplayer-Echtzeit-Strategiespiel.
spielst in erster Linie für dich. Wenn man hingegen auf einer Bühne sitzt und hunderte oder gar tausende Menschen live zuschauen, dann will man „performen“ und vor allem das eigene Team nicht enttäuschen. Jeder Gamer sollte das einmal er lebt haben. Der Druck ist enorm, aber das Gefühl ist Wahnsinn! Lassen sich Sport und eSport miteinander vergleichen? Im eSport muss man ebenfalls körperlich fit sein, um 100 Prozent geben zu können. So steht bei mir täglich ein 30minütiges Workout fix am Programm. Bei den Profis gibt es ähnliche Strukturen wie im Sport: regelmäßiges Training, einen Coach, einen Manager sowie einen geregelten Tagesablauf inklusive gesunder Ernährung.
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Gesamtverbrauch: 6,2 l/100km, CO2-Emissionen 143 g/km.
Symbolfoto. Angebot freibleibend, gültig bei teilnehmenden Händlerpartnern, solange der Vorrat reicht. Angebot bezieht sich auf Jeep® Compass 1.4 MultiAir Sport FWD 6MT 140 PS. Details auf jeep.at. Jeep® ist eine eingetragene Marke der FCA US LLC. 1) 2 Jahre Neuwagengarantie und 2 Jahre Jeep® Care mit Fahrleistung von max. 120.000 km.
Der
ZAHN der ZEIT Fotos LUKE KIRWAN
Set Design ZENA MAY HENDRICK
Dank ihrer Materialien widerstehen Uhren all dem Elan, der jener Kraft innewohnt,
T I TA N Bevor Titan um 1980 erstmals als aterial für Uhren auftauchte, hatte M es nur die Luft- und Raumfahrtindus trie verwendet. Das Metall bewies schnell seine Tauglichkeit im neuen Metier: Es widersteht nahezu allen Säuren und auch Meerwasser, ist fünfmal so zäh wie Stahl, und das bei halbem Gewicht. Es kostet allerdings auch 50-mal so viel wie bester Stahl.
die festzuhalten sie gebaut sind – der Zeit.
Im Uhrzeigersinn von ganz links: VICTORINOX I.N.O.X. Titanium, victorinox.com; BELL & ROSS BR-X1 Black Titanium, bellross.com; PORSCHE DESIGN Datetimer Eternity Blue, porsche-design.com; SEVEN-24 Bandit, seven-24.watch; MONTBLANC Summit Smartwatch Titanium, montblanc.com; SEIKO Prospex 200m Divers Automatic Titanium SBDC029, seikowatches.com; TAG HEUER Aquaracer Calibre 5, tagheuer.com
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KERAMIK Beim Begriff Keramik denkt man an Bade zimmer und Blumenvasen, doch „technische“ Keramik ist anders. Gefertigt aus nichtmetal lischen Zutaten, ist das Material bis zu vier mal so hart wie Stahl – manche Werkzeuge zur Stahlbearbeitung bestehen aus Keramik. Diese ist zudem kratzfest und widersteht tiefsten Temperaturen. Einzige Schwäche: Sie zerspringt unter extremem Druck. Im Uhrzeigersinn von links oben: TAG HEUER Carrera Calibre Heuer 01 Black Ceramic, tagheuer.com; NIXON Time Teller Acetate, nixon.com; APPLE Watch Edition mit weißem Keramikgehäuse, apple.com
VERBUNDSTOFFE Wird die Menschheit tatsächlich durch die verwen deten Materialien definiert, leben wir nun im Zeit alter der Verbundstoffe. Die Technologie kombiniert vielfältigste Stoffe und kreiert neue Eigenschaften für Uhren: kratzfeste Überzüge, federleichte Bänder und sägeraue Gehäuse, die alles überdauern. Von oben: ALPINA Seastrong Horological Smartwatch mit Fiberglas/Stahl-Gehäuse, alpinawatches.com; CASIO G-Steel GST-W300G mit Harz/Stahl-Gehäuse, casio.com; PANERAI Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic, Carbo-Tech-Gehäuse aus Kohlefaser, panerai.com
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Von oben: ORIS Movember Edition mit hitzegepräg tem Lederband, oris.ch; BREITLING Navitimer Rattrapante in 18 Karat Rotgold mit Krokoleder band, b reitling.com; POLICE Adder Oversized Chronometer mit doppeltem Zifferblatt und Lederband, policelifestyle.com; WHAT? Calendar Watch Gunmetal Black mit Strukturlederband, whatwatch.com; CARL F. BUCHERER Manero Flyback Chrono in 18 Karat Rotgold mit LouisianaAlligator-Lederband, carl-f-bucherer.com
GOLD UND LEDER Seit es Uhren gibt, leistet man sie sich im edelsten aller Metalle – wenn man es sich leisten kann. Wertvoll und betörend, sind sie Symbol für schieren Luxus. Gold ist empfindlich, aber einfach auf zufrischen. Der beste Begleiter? Das Lederband: zeitlos, klassisch und angenehm zum Handgelenk. 104
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must-haves
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3 24 HOURS A DAY 4 LEDERJACKE FÜR 5 INDIVIDUELL Sowohl durch das ske URBANE HELDEN WIE DU lettierte Zifferblatt als auch durch den Glas boden kann man das brandneue Automatik Werk der SEVEN24 Watch beobachten. Er hältlich in neun coolen Varianten mit Edelstahl gehäuse zum Teil im trendigen AntiqueLook mit Mesh oder Leder band, ist die SEVEN24 AutomatikUhr ein Must have für mutige, starke Männer mit Durchblick. (Abbildung: Modell PRESIDENT) www.seven-24.watch
Die 100%ige Shearling Lammlederjacke von AlphaTauri ist nicht für brave Lämmer gedacht. Der sportive Bomber schnitt verleiht Lässig keit und sorgt so für die nötige Coolness im Alltag. Durch den Rib kragen und den Metall reißverschluss wird die Jacke elegant ab gerundet und zu einem exklusiven Premium stück gemacht. www.alphatauri.com
Das Xperia™ XZ1 und das Xperia™ XZ1 Com pact, beide neu, vereinen perfekte Technik in zwei Größen. Wie die Funktion Super Slow Motion durch die Motion Eye™ Kamera, den neuen 3D Creator, der Gesichter und Objekte in 3D Avata re verwandelt, oder den leistungsstarken Snap dragon835Prozessor. Tauche mit noch mehr Sony Technologien in die neue Welt der XZFamilie ein. www.sonymobile.com
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E D E L S TA H L Eine beständige Legierung, die gut aussieht, doch Stahl ist nicht Stahl. Die niedrigste Klasse (201) ist die härteste, doch auch rostempfindlichste Variante. Die höchste Klasse (904L) widersteht nahezu jeder Korrosion, der hohe Nickelanteil kann jedoch Allergien auslösen. Beste Alternative? Wohl 316L, der „Chirurgen-Typ“, der auch für medizinische Geräte verarbeitet wird.
Im Uhrzeigersinn von links oben: BAUME & MERCIER Clifton Club 10340, baume-et-mercier.co.uk; FARER Carter II, farer.com; TUDOR Heritage Black Bay Steel, tudorwatch.com; RAYMOND WEIL Date Tango 300 Steel on Steel und Tango Quartz Chronograph Steel on Steel, raymond-weil.com
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November
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Ein verblüffendes Obstacle fand der spanische Profi-Skater Danny León auf dem Gelände eines Windradherstellers in Nordspanien. Die Ausbeute seiner Session: eine Handvoll Trick-Premieren in der wohl schwersten Halfpipe der Welt. Dannys Skate-Projekte: instagram.com/danny_leon
„45 Tonnen Stahl modellierten diese Halfpipe!“ Skate-Profi Danny León, 22, fliegt über seinem neuen Spielplatz: dem noch liegenden Turm eines 100 Meter hohen Windrads.
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Avilés, Spanien
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