Das Magazin abseits des Alltäglichen
Der MotorMann
Sebastian
Vettel
Der F1-Weltmeister über seine Liebe zu starken Maschinen
Lektionen für Sieger Was wir von America’s-CupSkipper Jimmy Spithill lernen
Action im November Marcel Hirschers neue Ski Schwerelos reisen Trainieren wie ein Pro EUR 3,50
November 2013
Verändert die Welt. Nicht den Alltag. Der Audi A3 Sportback e-tron: elektrische und TFSI®-Power für bis zu 940 km Reichweite. Unverwechselbar Audi A3 und doch eine eigene Designsprache: vom eigenen Grill bis zur Verbindung von sportlicher Eleganz mit einem Plug-in-Hybridantrieb. Dieser kombiniert die Effizienz des neuesten 1.4 TFSI mit der Durchzugsstärke des elektrischen Motors (75 kW) für die beeindruckende Gesamtleistung von 150 kW (204 PS und 350 Nm) bei einem kombinierten Verbrauch von nur 1,5 l/100 km und einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 50 km. www.audi.at/audi-tron Ab 2014 bestellbar.
Der Audi A3 Sportback e-tron wird noch nicht zum Kauf angeboten. Er besitzt derzeit noch keine Gesamtbetriebserlaubnis und unterliegt daher nicht der Richtlinie 1999/ 94/EG. Folgende vorläufige Werte liegen vor: Kraftstoffverbrauch Audi A3 Sportback e-tron gesamt in l/100 km: 1,5; CO2-Emissionen in g/km: 35. Symbolfoto.
Die Welt von Red Bull
November 32
Vettels zweite Liebe
Der vierfache Formel-1-Weltmeister steht auf Motorräder. Wir haben ihn zur Testfahrt nach Vorarlberg geschickt.
Markus Jans (Cover), Thomas Stöckli/red Bull Content Pool
Willkommen!
Selbst bei einem Superhelden wie Sebastian Vettel gehört „ziemlich planloses Rumfummeln“ zu den Jugenderinnerungen, jedoch: So einer wie er schafft es eben, dass aus den Erkundungsreisen unter die Oberfläche begehrter Objekte eine lebenslange Liebe wächst. Die so aufregend bleibt, dass sie selbst im Weltstar den kleinen Jungen weckt. The Red Bulletin brachte den jüngsten vierfachen Formel-1-Weltmeister der Geschichte einen Herbsttag lang in emotionale Wallungen. Wir hatten gleich fünf Ladys für den Champion dabei, eine aufregender als die andere und keine unter siebzig. „Zweitakter“, die Geschichte einer außergewöhnlichen Beziehung, Seite 32. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion the red bulletin
Ski-Cross-Königin Fanny Smith, S. 30
„ Vor meinen Rennen dusche ich eiskalt – minutenlang.“ 3
Die Welt von Red Bull
November Auf einen Blick Bullevard 15 18 20 22 24 26 28 30
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Dreh-Moment
In Brooklyns rauen Gegenden dominieren Tänzer mit Gummigelenken die Straße.
News Das Wichtigste in Kurzform Interview Skispringer unter sich Meine Welt Jennifer Lawrence Einst und Jetzt Mobiltelefone Kainrath Kalenderblatt Glückszahlen Uhren Formel Der perfekte Kopfball Mein Körper und ich Fanny Smith
Features 32 Vettel auf zwei Rädern Am Motorrad mit dem Weltmeister
44 LaBrassBanda
Blasmusik, die Clubs rockt
48 Spithills Lektionen
Lernen vom America’s-Cup-Sieger
52 New York dreht durch
Wir erkunden das Phänomen Flexing
28
Triathlon für alle
Strafraum-Monster
Konditionswunder Courtney Atkinson sagt: „Beckenstabilität ist der Schlüssel zum Sieg.“ Ein Workout-Upgrade.
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DJ-Wunder aus Linz
Marcus Füreder bespielt als Parov Stelar Clubs von Südkorea bis Frankreich. Porträt eines Klang-Architekten. 4
Der Selfmade-Star-DJ im Porträt
64 Red Bull Elements
Flanke, Kopfstoß, Tor: Unser Physiker entschlüsselt die Formel des perfekten Kopfballtreffers.
72
Der Schach-Berserker
Im Trainingslager eines Genies: wie sich Magnus Carlsen (22) auf das Weltmeisterschaftsturnier in Indien vorbereitet.
Das Abenteuerrennen in den Bergen
72 Magnus Carlsen
Schachgenie mit hartem Aufschlag
Action! 80 81 82 83 84 86 87 88 92 94 96 98
profi-gear Marcel Hirschers Ski Trinken Der Cocktail-König von Paris Reisen Schweben wie ein Astronaut Workout Becken-Kraft für Läufer City Guide Wicker Park, Chicago Musik Ein Keyboard-Punk legt auf Gaming Futter für die Konsole Uhren Zeitlose Zeitmesser Laufsport Wings for Life World Run SAVE THE DATE Wohin diesen Monat? TV-Highlights Red Bulls TV-Fenster Zeitsprung
the red bulletin
Angela Boatwright, damien bredberg, picturedesk.com, Petr Klapper, markus jans
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62 Die Parov-Stelar-Story
DEr nEuE
OffrOaD. abEr nICht OffLInE. Mit dem intuitiven IntelliLink Infotainment-System und den effizientesten Motoren aller Zeiten.
opel.at
Verbrauch gesamt in l / 100 km: 5,6– 8,5; CO2-Emission in g / km: 147 – 199
Contributors Mit an Bord im November THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Herausgeber und Verleger Red Bull Media House GmbH General Manager Wolfgang Winter Verlagsleitung Franz Renkin Chefredaktion Alexander Macheck, Robert Sperl Creative Director Erik Turek Art Director Kasimir Reimann Photo Director Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Redaktion Werner Jessner (Leitender Redakteur), Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager; Daniel Kudernatsch (App & Managing Editor) Mitarbeit Stefan Wagner Lektorat Hans Fleißner Grafik Miles English (Ltg.), Martina de Carvalho-Hutter, Silvia Druml, Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz
Markus Jans So viel Emotion der deutsche StarFotograf in seine Bilder legt, so gelassen bleibt er bei der Arbeit. Dass F1-Weltmeister Sebastian Vettel, Zweirad-Oldtimer-Guru Fritz Ehn und fünf edle Bike-Raritäten am Furkajoch in Vorarlberg eine fabelhafte Kulisse für unser Pictorial bildeten, kommentierte Jans knapp so: „Ein sonniger Tag, an dem alles zusammenspielte, vom Wetter über das Set, die Location bis zu den Leuten.“ Los geht’s, buchstäblich, ab Seite 32.
„Ein sonniger Tag, an dem einfach alles zusammenspielte.“ Markus Jans
Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Rudi Übelhör (Stv. Photo Director), Eva Kerschbaum Senior Illustrator Dietmar Kainrath Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba; Christian Graf-Simpson (App) Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Stefan Ebner (Ltg.), Stefan Hötschl, Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming Abo und Vertrieb Klaus Pleninger, Peter Schiffer Marketing-Grafik Julia Schweikhardt, Peter Knehtl Anzeigenverkauf Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Thomas Hutterer, Romana Müller, anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Sabrina Schneider O∞ce Management Manuela Geßlbauer, Kristina Krizmanic, Anna Schober IT Michael Thaler Firmensitz Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700
Angela Boatwright Wer als Foto grafin die ersten Erfahrungen mit einem Musiker wie Kurt Cobain sammeln darf, dessen Weg in die Prominenz ist vorgezeichnet. Die Amerikanerin Angela Boatwright hat aber nicht nur Superstars wie Nicki Minaj, Depeche Mode und Kanye West vor der (Video)kamera: Ihr Faible gilt noch immer auch den Außenseitern. Die Story über den Tanzstil Flexing, mit dem die Kids aus Brooklyn sich akrobatisch aus dem Abseits tanzen (ab Seite 52), entspricht noch dazu voll und ganz Boatwrights Lebensmotto: „Never say die“, gib niemals auf.
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Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien
Andreas Rottenschlager Zwei Tage begleitete der Red Bulletin-Redakteur das 22-jährige Schach-Genie Magnus Carlsen (ab Seite 72) durch dessen Trainingslager in Stabbestad nahe Oslo. Carlsen, der ab 7. November um seinen ersten WM-Titel spielt, beeindruckte Rottenschlager beim Beachvolleyballtraining mit seiner Fitness. Rottenschlager: „Carlsen ist kein verschrobener Grübler, sondern ein Leistungssportler und Medienprofi – trotz der Sandalen, die er beim Fotoshooting trug.“
Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise The Red Bulletin erscheint in Österreich monatlich am Kiosk, im Abo, im alternativen Vertrieb und als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Der Standard, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten. Weiters wird The Red Bulletin monatlich in folgenden Ländern vertrieben: in Brasilien, Deutschland, Frankreich, Groß britannien, Irland, Kuwait, Mexiko, Neuseeland, der Schweiz, Südafrika und den USA. Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medieninhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: www.redbulletin.at/impressum
the red bulletin
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Manitowish Waters (WI), USA
Rote Bete Ein Kran für den Fotografen, eine elektrische Seilwinde für den Wakeboader, ein See aus Cranberrys (die dabei unversehrt blieben) als Spielwiese: Wir glauben Ryan Taylor aufs Wort, wenn er erzählt, er habe jahrelang von diesem Foto geträumt. Als im Herbst 2012 die Cranberry-Felder im Norden Wisconsins für die Ernte geflutet wurden, rief Ryan die „Red Bull Winch Sessions“-Crew zu Hilfe und ließ Ben Horan sein Board auspacken. Fertig war der Traum in Rot. www.ryantaylorvisual.com Bild: Red Bull Illume/Ryan Taylor
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Punta de Lobos, Chile
Blaues Wunder Als Surfer Cristian Merello entdeckte, dass sich an iesem Tag der Pazifik an der Sandbank vor Punta de d Lobos zu 100 Meter langen Barrels (= zu durchsurfende Tunnel) auftürmte, verlor er keine Zeit: Er wählte die Nummer seines Fotografenfreundes Pablo Jiménez. Der raste zum Strand, paddelte gegen die Strömung hinaus aufs Meer, fror entsetzlich dabei, fotografierte dennoch und musste bis zu seiner Rückkehr an Land warten, ehe ihn ein Blick auf das Kamera-Display erlöste: der Tunnelblick von Punta de Lobos, festgehalten für die Welt. www.facebook.com/pablojimenezfotografo Bild: Red Bull Illume/Pablo Jiménez
Weisses Meer, Russland
Grüner Star Sie werden es nicht gleich erkennen: So sieht ein sonniger Tag am Weißen Meer aus, wenn man sich wie Taucherin Katerina Hamsikova ins Wasser traut. Falls Sie jetzt Lust bekommen: Das Weiße Meer liegt hinter dem östlichen Landrücken Skandinaviens. Das Wasser kann im August an der Oberfläche bis zu 15 Grad warm werden, und Fotograf George Karbus schwört, man könne den Eisklotz im Bild auch ohne Geräte erforschen. www.emerald-vision.com Bild: Red Bull Illume/George Karbus
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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen
Battle der B-Boys Bei der zehnten BreakdanceWM Red Bull BC One treffen acht junge B-Boys auf acht Champs. Vier Legenden, die durch Südkorea wirbeln:
Nika Kramer/Red Bull Content Pool (2), Little Shao/Red Bull Content Pool, Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool
Lilou (ALG) Einziger Gewinner von zwei Red Bull BC Ones. Profi seit 1999, immer noch top: von Madonna 2012 als Choreograph für ihre Welttournee angeheuert.
Mounir (FRA) Gewann 2012 in Brasilien. Meinte danach, er hätte eigentlich noch einige Tricks mehr im Ärmel gehabt. Bluff oder Drohung?
Neguin (BRA) Beim Finale 2012 saß der Champ von 2010 auf der Jury-Bank. Zum Jubiläum kehrt der CapoeiraSpezialist in den Ring zurück.
Facelift für die Queen Nasenringe, Comicflügel, Toten köpfe: D*Face verpasst Pop-Art eine Frischzellenkur. D*Face liebt Pop-Art. Das sieht man seinen Bildern an. Bevorzugte Motive des Londoner Street-Artists: Comic-Blondinen, Superhelden, Pop-Ikonen. Allerdings würzt er die Klassiker von Roy Lichtenstein und Andy Warhol kräftig nach, verpasst der Queen Irokesenschnitt und Nasenring, zeigt Marilyn Monroe als Totenschädel mit Flügeln. „Ich entstelle Kultbilder, um die Menschen wachzurütteln“, sagt er. „Sie sollen ihre Umwelt konsumkritisch hinterfragen.“ Nun erschien die erste große Monographie von D*Face. Sie zeigt seinen Werdegang vom Sprayer zum gefragten Künstler, dessen Werke mittlerweile Preise von gut und gern 70.000 Euro erzielen.
„The Art of D*Face – One Man and His Dog“ gibt’s auf www.laurence king.com
Omar (USA) Gewann das erste Red Bull BC OneFinale 2004. Dieser Tage trainiert der 28-jährige Familienvater den Nachwuchs – und für sein großes Comeback.
Bilder des MOnats
Das Red Bull BC One-Finale (30. 11.) im Live-Stream auf www.redbullbcone.com
Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.
the red bulletin
Moment mal!
Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach per Mail an: phototicker@redbulletin.com
San Francisco NBA-Star Blake Griffin (re.) überreicht Tarron „The Beast“ Williams die Trophäe für den Sieg beim Red Bull King of the Rock. Garth Milan 15
Die legendärsten Spieler der Davis-CupGeschichte:
Roy Emerson Der Australier holte zwischen 1959 und 1967 acht Mal die „hässlichste Salatschüssel der Welt“.
Buraka Som Sistema lassen sich weltweit inspirieren, auch in ihrer Heimatstadt Lissabon (o.).
Die Sound-Sucher Was machen Buraka Som Sistema, wenn sie die Arbeit an einem neuen Album beginnen? Sie buchen zunächst mal Flug tickets. Denn die portugiesischen Elektro niker wissen: Inspiration gibt’s nicht vor der Tür des Proberaums. Seit über sechs Jahren durchforstet das Quintett den Glo bus nach neuen Subkulturen und lokalen Musiktrends – und verschmilzt die auf gespürten Impulse zu einem explosiven, multikulturellen Club-Sound. „Spannende Strömungen entdeckst du nicht in Hoch glanz-Tonstudios. Sondern in Hinter höfen“, erklärt Buraka-Som-Sistema-Mit glied Branko in der neuen Doku „Off the Beaten Track“. Für diese begleitete Regis seur João Pedro Moreira die MTV-AwardGewinner unter anderem nach Angola, Venezuela, Frankreich und Indien. In kleine Ghetto-Studios und auf große Festivalbühnen. Beobachtete sie bei der Arbeit mit jungen Produzenten und traf prominente Fans wie M.I.A., Skream und Diplo. Den Trailer gibt’s auf:
Björn Borg 33 Einzel-Matches in Folge blieb der schwedische „Iceman“ ungeschlagen.
www.offthebeatentrackmovie.com
John McEnroe 6:22 Stunden: Das US-Genie gewann 1982 gegen Mats Wilander (SWE) das längste Einzel. Finale: SRB – CZE, 15.–17. 11., Belgrad
Au revoir! Sébastien Loeb, neunfacher Weltmeister, beendet seine unglaubliche WRC-Karriere mit einem Überschlag bei seiner Heim-Rallye. the red bulletin: Am letzten Tag mit nur fünf Sekunden Rückstand auf die Spitze rausgeköpfelt – traurig? séb Loeb: Es ist, wie es ist. Für die Fans hat es mir allerdings leid getan. Ich habe bemerkt, dass ich zu einem Zeitpunkt aufhöre, an dem ich das Tempo der Spitze mitgehen kann. Nächste Saison steigst du in die WTCC, die Tourenwagen-WM, ein. Dein Mittel gegen den Pensionsschock? Ganz klar: Ich will auch auf der Rennstrecke wettbewerbsfähig sein. Momentan testen wir das Auto, den Citroën CElysée. Mein Teamkollege Yvan Muller hat 35 Jahre Erfahrung auf der Rundstrecke, ich bin ein Frischling. Yvan ist der perfekte Maßstab für mich.
Wird dir Rallye fehlen? Was mir sicher fehlen wird, ist das Gefühl, bei Schotterrallyes mit 180 km/h über Kuppen und durch den Wald zu fliegen. Was mir eher nicht fehlen wird: das frühe Aufstehen und die langen Wochenenden. Zur Rallye brichst du schon am Dienstag auf. Ein RennstreckenWochenende dauert nur von Donnerstag bis Sonntag. Was macht jetzt eigentlich dein Copilot Daniel Elena? Der spielt Pétanque (eine Form von Boule; Anm.) und trinkt Pastis. Er entwickelt sich zum prototypischen Südfranzosen. Und ich stehe allein am Flughafen, fahre allein zur Rennstrecke und ins Hotel. Ich rufe ihn jetzt öfter an als früher. www.sebastienloeb.com
Zum letzten Mal: Séb Loeb auf Citroën DS3
DAS GEWINNERBILD
Antalya Jonny Walker kämpft sich beim Red Bull Sea to Sky in der Südtürkei Richtung Berggipfel. Lukasz Nazdraczew 16
Priero
Italienische BMX-„Studenten“ bestaunen „Dozent“ Alessandro Barbero beim Red Bull Under My Wing im Piemont. Damiano Levati
Yamanashi
Wakeboarder Shota Tezuka g leitet beim Red Bull Wake and Capture über den Yamanaka-See in Japan. Jason Halayko the red bulletin
picturedesk.com, Corbis, Getty Images (2), McKlein/Red Bull Content Pool
Game, Set, Rekord
2014
Offizieller VitaminPartner des
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VITAM IN PARTNER winter sports
Philipp Schรถrghofer
Bullevard
Mika Schwann und Andi Goldberger
Clara Moto
Adler-Treff
Nächtliche Streifzüge Sie kommt aus Graz, lebt in Berlin und ver öffentlicht auf einem Pariser Label: Clara Moto verkörpert die Rastlosigkeit elektroni scher Tanzmusik. Auf ihrem zweiten Album „Blue Distance“ gibt sich die Red Bull Music Academy-Absolventin erstaunlich ruhig: sphärische Sounds, gedämpfte House-Beats, melancholische Melodien. Der perfekte Soundtrack für nächtliche Spaziergänge. Hörproben: www.infine-music.com
Mika Schwann ist eines der größten Skisprung-Talente Österreichs. Andreas Goldberger hat den 14-Jährigen interviewt.
Kein Schneemobil, kein Heli kopter: Für „Steps“ (Bild ausschnitt oben), den ersten klimafreundlichen Snowboard-Film der Welt, wurden die Luftaufnahmen vom Paragleit schirm aus gedreht, die Gipfel von den Ridern zu Fuß erklommen. Neben spektakulären Ac tion-Aufnahmen ergründet die neue Schweizer Doku außerdem die Auswirkungen des Klima wandels auf die Alpen. Zu sehen ist der Strei fen beim sehr empfehlenswerten 25. Berg & Abenteuer Filmfestival (12.–16. 11.) in Graz. Programm und Info: www.mountainfilm.com Hauptsponsor
Colombo B-Boy Pelezinho lehrt beim Red Bull BC One All Stars in Sri Lankas Hauptstadt einige seiner besten Moves. Red Velvet 18
Kartenvorverk
auf
Zentralkartenbüro:
0316/83 02 55
sehr wie das Skispringen. Hobbymäßig spiele ich eh, schon seit ich drei Jahre alt bin! Fußball taugt mir aber genauso. Beschreibe dich mit drei Wörtern. Ehrgeizig. Schüchtern. Und ein bisschen schlampig, vor allem beim GewandWegräumen (lacht). Wer ist dein größtes Vorbild? Thomas Morgenstern. Eh klar, ein Kärntner … Ja, ich sehe ihn öfter beim Training. Da ist er voll konzentriert, lässt sich nie aus der Ruhe bringen und plant alle Abläufe genau. Das will ich auch lernen. Alle Infos zu Andreas Goldbergers Nachwuchs-Projekten: www.goldi-cup.at
Mika Schwann (14) ist österreichischer Meister in der Schülerklasse II, Gesamtsieger des Austria Cup und Zweiter beim internationalen Youth Cup in Oberstdorf.
Taipeh Der „Silver Surfer“ nützt beim Red Bull Soapbox Race in Taiwan neben der Gravitation auch die Kraft der Wellen. Victor Fraile
Moskau Die Metro-Station Worobjowy Gory ist der perfekte Playground für Skater Yuri Renov. Dmitry Krayuhin, Red Bull Skate Underground
the red bulletin
infine-music.com, Lukas Gansterer (2), Raffi Schmid
tripenta.at
Foto: Garrett
Grove
Gipfelblick
andreas goldberger: Du bist aktueller österreichischer Meister in der Schülerklasse II (bis 14 Jahre) und hast den Austria Cup gewonnen. Was macht dich so stark? mika schwann: Das Fliegen. Ich habe ein gutes Gefühl in der Luft. Meine Probleme: Absprung und Hocke – da bin ich mit dem Hintern noch zu hoch. Daran werden wir beim nächsten Goldi Talente Cup im Winter sicher arbeiten. Du warst ja schon öfter dabei. Was gefällt dir dort am besten? Profis erklären uns, wo wir uns steigern können. Und ich kann mich mit den Besten meiner Altersklasse messen. Wann bist du zum Skispringen gekommen? Mit sechs. Da gab’s auf den Klagenfurter Sattnitzschanzen einen Schnuppertag. Ich bin schon beim Skifahren immer gerne gesprungen, also dachte ich: Das schaue ich mir mal an. Hättest du als Klagenfurter nicht Eishockeyspieler werden müssen? Eishockey mag ich auch, aber nicht so
Die Red Bull Music Academy bringt Aloe Blacc (rechts) nach Wien.
Ehrliche Hits
Getty Images
US-Soulman Aloe Blacc kommt ins Burgtheater. Für ein Konzert und eine Fragestunde der besonderen Art. Vor sieben Jahren war er Student der Red Bull Music Academy, seit er mit „Wake Me Up“ (feat. Avicii) Nummer eins in 22 Ländern war, ist Aloe Blacc ein Superstar. Am 17. November kommt der kalifornische Sänger zum Red Bull Music Academy Bass Camp nach Wien. Im Rahmen des dreitägigen Festivals spielt er ein Konzert im Burgtheater, gibt jungen Musikern Tipps und stellt sich den Fragen des Publikums. Ganz allgemein geht es in diesen drei herbstlichen Tagen in Wien – weitere Highlights: die Auftritte von Elektronik-Produzenten wie Evian Christ (15. 11., Pratersauna), Four Tet und Dorian Concept (16. 11., WUK) – keineswegs nur ums Feiern, sondern auch um Wissensaustausch. Wie wichtig dieser heute im Musikgeschäft ist, erzählt Aloe Blacc im Interview. the red bulletin: 2006 warst du Teilnehmer der Red Bull Music Academy. Dein persönliches Highlight? Aloe Blacc: Die großen Jam-Sessions im Tonstudio. Mit Profis wie Wally Badarou, dem Keyboarder von Grace Jones, Musik zu machen, das war der Wahnsinn. Heute bist du selbst ein Star. Teilst du dein Wissen? Klar. Der Nachwuchs soll erfahren, woher meine Musik kommt und wie sie entsteht. Durch das Internet kann man sein Know-how viel direkter mit den Fans teilen. Was wirst du Jungmusikern bei deiner Lecture raten? Am allerwichtigsten ist: Genieß, was du tust. Mach es für dich selbst. Wenn du für andere Musiker schreibst oder Hits erzwingen willst, dann wirst du nicht glücklich – und du verlierst deine Passion. Was die Leute heute hören wollen, ist echte Musik von ehrlichen Künstlern. Lassen sich Ehrlichkeit und Erfolg im Pop vereinen? Ja. Der Erfolg von „Wake Me Up“ beweist es: Menschen schätzen gute Texte. In den Charts gibt es zu viel Massenware. Und genau deshalb hebt sich ein Song mit Tiefgang ab – und wird, im Idealfall, zum Hit. Alle Termine und Infos zum Red Bull Music Academy Bass Camp in Wien gibt’s auf: www.redbullmusicacademy.com the red bulletin
Bullevard
Meine Welt
Jennifer Lawrence Gerade mal 23 Jahre alt, Oscar als beste Hauptdarstellerin, Star von Hollywoods schärfstem Fantasy-Mehrteiler. Hier ein paar der Stationen auf dem Weg dorthin.
Rekord schulzeit
Jennifer Shrader Lawrence wird am 15. August 1990 in Louisville, Kentucky, ge boren. Die Schauspielerei bewährt sich als Mittel gegen pubertäre Instabilitäten, also macht sie eine Karriere draus, nachdem sie in der Highschool zwei Klassen übersprungen hat.
Bradley, 3fach
Nach „Die Tribute von anem 2“ kommt es in P „American Bullshit“ (und 2014 in „Serena“) zum Wiedersehen mit Bradley Cooper, der schon in „Silver Linings“ an ihrer Seite gespielt hat. 2014 ist sie dann wieder blau und schuppig in „X-Men: Die Zukunft ist Vergangenheit“.
Ehrliche Haut
Im Film „Winter’s Bone“ häutet Lawrence 2010 ein Eichhörnchen, um es mit ihren Geschwistern zu verzehren. Offiziell kam kein Tier zu Schaden (Lawrence beteuert, dass das Tier echt war). Vereinzelter Tierschützer-Kritik steht höchstes Filmkritiker-Lob gegenüber.
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Ryan Inzana
2012 der Durchbruch: Erst spielen „Die Tribute von Panem“ über 700 Millionen Dollar ein („Die Tribute von Panem 2 – Catching Fire“ läuft ab 20. November). Dann erhält Lawrence für die Rolle der psychisch labilen Tiffany in „Silver Linings“ einen Oscar.
Idealfall
Schlagfertigkeit stellt „J-Law“ nicht nur in Interviews unter Beweis. Als sie bei der OscarPreisverleihung auf dem Weg zur Bühne stolpert, eröffnet sie ihre Dankesrede mit den Worten: „Ich weiß, ihr seid alle bloß aufgestanden, weil euch unangenehm ist, dass ich gestolpert bin.“
Ungewöhnlich für eine 23-jährige Berühmtheit: Lawrence kommt ohne Twitter-Account aus. „Twittern ist für mich eher Strafe als Spaß“, sagt sie. Andere Promis ohne 140-ZeichenSchnabel: Robert Downey Jr., Angelina Jolie, Will Smith.
paul wilson
Durch die Decke
Ungezwitschert
www.dietributevonpanem.de the red bulletin
Briefe an die Redaktion. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer grossartigen Publikation. Mit Liebe zum Inhalts detail, zur Themenwahl und nicht zuletzt zur deutschen Sprache. Offensichtlich erarbeitet und nicht abge schrieben, sind die Inhalte zielgruppenkonform und in einem äusserst angenehmen und packenden Stil auf gezeichnet. Sie schaffen es, lustvolle Lesezeit zu ermög lichen! Dafür sei Ihnen gedankt, excellentes Hirnund Augenfutter ist in der heutigen Zeit rar geworden. Daniel Brunner, Basel
Die Sieger des Monats
Der harten Arbeit Lohn: Siegestrophäen aller Art und eine Magnumflasche belgisches Bier.
Hugo Silva/Red Bull Content Pool, Lukas Pilz/Red Bull Content Pool, International Tornado Class Association / Martina dietmar kainrath Barnet, OeWK/Elias Holzknecht
Mit dem Sieg beim Praia de Carcavelos in Portugal fixierte Carissa Moore (HAW) den zweiten Titel auf der ASP Women’s World Tour nach 2011.
Im letzten Saison rennen in Leogang fing Steve Smith (CAN) Gee Atherton (GBR) ab und holte den ersten Weltcup-Gesamtsieg im MTB-Downhill.
Als Abonnent des Red Bul letin freue ich mich immer wieder auf die neue Ausgabe und bin gespannt auf inter essante Berichte und groß artige Fotos. Neben Aben teuerreportagen interessieren mich immer auch die Musik
themen – und da wäre es großartig, einen Bericht über einen der erfolgreichs ten Live-Musiker der USA zu lesen, Kenny Chesney. Passenderweise singt er in seinem Hit „The Road & The Radio“: „Spent the night in Carolina, got up early out of bed/bought a Red Bull and a road map and an old Stones cassette…“ Bitte liefern Sie weiterhin so ein abwechslungsreiches, interessantes Magazin ab! Thomas Oremus, per E-Mail Leserbriefe an The Red Bulletin richten Sie bitte per Fax an +43 (0)1 90221-28809, per E-Mail an leserbriefe@at.redbulletin.com oder per Post an Heinrich-Collin-Straße 1, 1140 Wien. Leserreaktionen werden nur veröffentlicht, wenn sie Name, Adresse und Telefonnummer bzw. E‑Mail-Adresse enthalten. Die Redak tion behält sich Kürzungen vor, wenn es Länge und Klarheit erfordern.
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Dem Segelduo Iordanis Paschalidis/Kostas Trigonis (GRE) gelang vor Ibiza die Verteidigung seines Weltmeistertitels in der Tornado-Klasse.
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Dreißig Jahre Mobilfunktelefonie oder: Der Weg vom bimmelnden Knochen zum cleveren Smartphone.
Display
Die LED-Anzeige basierte auf Leuchtdioden: Man bediente sich hier der Technologie der Siebziger-Jahre- Taschenrechner. Immerhin war das DynaTAC-Display zweizeilig, was die Darstellung von Name und Rufnummer ermöglichte.
Gehäuse
33 cm lang (also definitiv nichts für die Hosentasche) und einen Kilo schwer: Das allererste Handy der Welt kam noch etwas klobig daher, was ihm Kosenamen wie „Ziegelstein“, „Schuh“ oder „bimmelnder Knochen“ einbrachte.
1983 Motorola DynaTAC 8000X Dieses Telefonat schrieb Geschichte: Am 3. April 1973 rief Motorola-Ingenieur Martin Cooper bei der US-Firma AT&T an – von unterwegs. Und testete damit erfolgreich seine Erfindung: ein tragbares, kabelloses Telefon. 1983 kommt Coopers Idee als DynaTAC 8000X in den Handel – und verkauft sich über 330.000 Mal, trotz karger Batterie leistung von 20 Minuten. Cooper: „Das war damals egal – länger konnte man das schwere Ding sowieso nicht hochhalten.“
Funktionen
Martin Cooper mit dem Proto typ des Motorola DynaTAC 8000X, mit dem der aller erste Handy-Anruf erfolgte. www.motorola.com
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Arek Piatek
„Sprechen“, „Hören“, „Nummer wählen“. Aus. Das einzige Extra, den das DynaTAC – vom Prinzip her ein R adio – bot, war ein Speicher für 30 Telefonnummern, samt dazugehöriger Namen.
Gehäuse
Das 169 g leichte, 144 mm hohe und 8,5 mm dünne AndroidHandy ist durch robustes, gehärtetes Glas geschützt und somit staub- und wasserdicht: Den Fall in die Badewanne übersteht es ebenso unbeschadet wie Unterwasser-Filmaufnahmen in bis zu 1½ Meter Tiefe.
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Bilder und Videos erweckt das 13-cmFull-HD-Display zum Leben – in Kombina tion mit der Kamera an der Rückseite, die Fotos in 20,7 Mega pixel Auflösung und Videos in 1080-Pixel- Qualität abliefert.
2013 Sony Xperia Z1 Lang arbeitete Sony an einem Geheimprojekt – Codename „Honami“ –, ehe das smarteste Smart phone der Welt im September 2013 in Berlin offiziell vorgestellt wurde. Der Xperia-Z-Nachfolger wartet mit einer Reihe neuer Features auf wie Info-Eye (siehe unten) oder der Möglichkeit, LiveVideoaufnahmen über Facebook ins Netz zu übertragen. Ausführlich telefonieren kann man mit dem Sony Xperia Z1 auch: 14 Stunden am Stück, erst dann ist der Akku leer.
reuters, rafal meszka
Funktionen
Das Handy ist Digitalkamera, Soundstation und GamingPlattform – und setzt neue Maßstäbe in der Informationsbeschaffung: etwa dank Info-Eye, einer AugmentedReality-App, die zum Beispiel Wissenswertes zu Sehens würdigkeiten im Sichtfeld der Kamera anzeigen kann. the red bulletin
Sony-Chef Kazuo Hirai präsentiert das Sony Xperia X1 2013 im Rahmen der IFA, der Funkausstellung in Berlin. www.sony.com
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dietmar kainrath
Bullevard
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the red bulletin
FÜR EXTREMEN EINSATZ ENTWICKELT
Bergführer und Extrembergsteiger vertrauen der neuen Produkttechnologie GORE-TEX® Pro, denn sie setzt neue Standards für Komfort und Schutz. Sie ist deutlich robuster*, 28% atmungsaktiver* und gleichzeitig dauerhaft wasser- und winddicht. Führende Marken im Bereich Outdoor-Bekleidung entscheiden sich für die neue Produkttechnologie GORE-TEX® Pro.
DAS NEUE GORE-TEX® PRO PRODUCTS
* Im Vergleich zu vorherigen GORE-TEX® Pro Produkten © 2013 W. L. Gore & Associates GmbH. GORE-TEX, GUARANTEED TO KEEP YOU DRY, GORE und Bildzeichen sind Marken von W. L. Gore & Associates
Bullevard
Zahlen des Monats
Uhren
Tonnenschwer oder millimeterklein, weltraum- und unterwassertauglich, nanosekundengenau: Ein Blick auf erstaunliche Uhren in aller Welt.
Uhrturm der Abraj Al Bait
Kaliber 101 von JaegerLeCoultre
–18
10.916 Die 1926er Rolex Oyster war die erste wasserdichte Uhr. Den bislang härtesten Unterwassertest bestand eine Rolex Submariner am 23. Jän ner 1960. Sie tauchte, befestigt an der Außenhülle des US-MarineU-Boots „Trieste“, 10.916 Meter tief in den Marianengraben. Übrigens: James Bond trägt in Ian Flemings Romanen und den ersten neun Bond-Filmen eine Submariner.
Diamanten-Uhr von Chopard
201
Zeit ist Geld … wie wahr. Eine R olex Daytona kostet so viel wie ein Mittelklasse-PKW. Für die Greubel Forsey Double Tourbillon 30° Vision gäb’s ein Einfamilienhaus. Etliche Einfamilienhäuser samt Mittel klassewagen davor bekäme man für ein diamantverziertes (ins gesamt 201 Karat) Unikat des Schweizer Herstellers Chopard: Es kostet rund 25 Millionen Dollar.
26
Winzige Großartigkeit. Das Uhr werk Kaliber 101 von Jaeger-Le Coultre ist gerade einmal 14 mm lang, 4,8 mm breit, 3,4 mm hoch und wiegt knapp ein Gramm. Erstmals hergestellt wurde das Schweizer Meisterwerk bereits 1929. Der Zusammenbau nimmt über eine Woche in Anspruch … auch heute noch ausschließlich in Handarbeit, versteht sich.
Atomuhr des NIST
Das Rennen zum Mond entschied Omega für sich. Eine Speedmaster erfüllte alle NASA-Anforderungen – funktionstüchtig zwischen –18 und +93 °C (0 und 200 °F), stoßfest, unter- und überdruckresistent – und wurde am 21. Juli 1969 an Buzz Aldrins Handgelenk zur ersten Uhr am Mond. (Neil Armstrong ließ sei ne als Ersatz für die defekte Bord uhr in der Mondlandefähre zurück.)
13,8
U-Boot „Trieste“, Rolex Oyster & Sean Connery in „Feuerball“
Für die genaueste Uhr der Welt – sie befindet sich am National Insti tute of Standards and Technology (NIST) in Boulder, Colorado – wur den 10.000 Ytterbium-Atome (eines der 17 Elemente, welche die Metalle der Seltenen Erden bilden) auf –273 °C abgekühlt. Die Atomuhr soll in 13,8 Milliarden Jahren weni ger als eine Sekunde falsch gehen. www.timeanddate.com the red bulletin
ulrich corazza
Die weltgrößte Uhr befindet sich am dritthöchsten Gebäude des Pla neten: Der 601 Meter hohe, 2012 fertiggestellte Uhrturm, zugleich ein Fairmont Hotel, ist Teil der Abraj Al Bait Towers in Mekka. Die vier Zifferblätter, aus über 90 Millionen Einzelteilen bestehend, messen 43 Meter. Die Minutenzeiger sind 23 Meter lang, von innen begeh bar und 7,5 Tonnen schwer.
3,4
Buzz Aldrin und Omega „Speedmaster“
Omega, getty images, Reuters, Nasa, Jaeger Le-Coultre, chopard, Burrus/NIST, picturedesk.com, rolex (2)
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Champions am Herd
Neu im Buchhandel: Red Bull-Athleten verraten ihre Lieblingsrezepte. Wir servieren drei Häppchen vorab.
DAS NEUE GORE-TEX® PRO PRODUCTS
Gregor Schlierenzauer
Stefan Glowacz
klaus fengler (2), gepa-pictures/red Bull content pool, rutger pauw/Red Bull Content Pool (2), Gerald Rihar/Red Bull Content Pool
Natascha Badmann
Stefan Glowacz Disziplin: Klettern Mein Rezept: Kalbsbackerl Zubereitungszeit: 150 Minuten Schwierigkeitsgrad: 7/10 Verrückteste Esserfahrung: „Ein japanischer Fischembryo. Und in Grönland gab’s mal rohen Wal.“ Kochen bedeutet für mich: „Leidenschaft. Als Koch brauchst du eine gewisse Sinnlichkeit, um das Handwerk zu verstehen.“ Natascha Badmann Disziplin: Triathlon Mein Rezept: Kichererbsenfladen Zubereitungszeit: 40 Minuten Schwierigkeitsgrad: 4/10 Verrückteste Esserfahrung: „Für viele Leute sind meine Ess gewohnheiten schlicht verrückt. Wenn ich trainiere, esse ich nämlich alle zehn Minuten irgendetwas.“ Kochen bedeutet für mich: „Spaß! Aber Essen ist besser – und zu Hause steht mein Mann Toni am Herd.“ the red bulletin
Gregor Schlierenzauer Disziplin: Skispringen Mein Rezept: Spanferkelbraten und Schweinebauch Zubereitungszeit: 180 Minuten Schwierigkeitsgrad: 8/10 Verrückteste Esserfahrung: „Hahnhoden, in Sardinien. Die bekamen wir als Gruß aus der Küche serviert. Bis ich schließlich verstand, um was es sich handelte, hatte ich es bereits runtergeschluckt.“ Kochen bedeutet für mich: „Entspannung. Ein Stück Häuslichkeit. Energie tanken. Privat sein und in Ruhe reden.“
Ulvetanna Jacket ausgestattet mit GORE-TEX ® Pro Produkten
Ab sofort im Buch- und Fachhandel: die Lieblingsrezepte der Sport-Stars im „Athleten-Kochbuch“. Plus: Tipps von StarKoch Roland Trettl. www.athletenkochbuch.com
gore-tex.de/pro
Bullevard
Formelsammlung
Kopfsache
Zlatan Ibrahimovićs mustergültige Kopfball ausführung, erläutert von unserem Physiker*.
www.ibrahimoviczlatan.com * Mag. DDr. Martin Apolin, 48, Physiker, und Sportwissenschaftler, arbeitet als AHS-Lehrer und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien und ist mehrfacher Buchautor.
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Getty Images
Belohnung: 8 MeisterFeiern Acht Liga-Titel in zwölf Jahren mit fünf verschiedenen Klubs in vier Ländern: Das ist in Kürze die sehr vorzeig bare Bilanz von Schwedens Sturmtank (1,95 m, 95 kg).
Mandy Fischer
Belastung: 2100 Newton Der Ball segelt von der linken Ecke in den Strafraum. Zlatan Ibrahimović steigt auf und köpfelt das Spielgerät ins rechte Kreuzeck – Tor! Wir werden uns im weiteren Verlauf ansehen, in welche Richtung der Kopfstoß er folgen muss und welche Belastungen dabei auftreten können (vgl. Abb. 1). Der Ball wird im rechten Winkel abgelenkt, und der Betrag der Geschwindigkeiten vorher und nachher ist mit 20 m/s (72 km/h) gleich groß. In welche Richtung muss die Geschwindigkeitsände rung (Δv) zeigen, damit das Tor gelingt? Es muss gelten: v¹ + Δv = v² und somit Δv = v² – v¹. Grafisch kann man das so ermitteln: Man dreht den Vektor v¹ um (Abb. 2a) und setzt ihn an die Spitze von v² (Abb. 2b). Δv reicht nun vom Beginn von v² bis zum Ende von –v¹, zeigt also unter 45° nach links oben. Die Kraft, mit der Ibrahimović den Ball stößt, muss genau in dieselbe Richtung zeigen. Das zweite newton sche Gesetz besagt ja bekanntlich, Kraft sei Masse mal Beschleunigung: F = m · a. Die Beschleunigung a ist wie derum Geschwindigkeitsänderung pro Zeit: Δv/Δt. Daher gilt F = m · Δv/Δt und somit F ~ Δv. Also ist die Geschwindigkeitsänderung stets proportional zur Kraft, durch die sie ausgelöst wird. Und weil es sich in beiden Fällen um Vektoren handelt, muss daher auch die Kraft unter 45° nach links oben zeigen (Abb. 3). Hier führt einen die Intuition buchstäblich in eine falsche Richtung. Aus dem Bauch heraus würde man ja tippen, dass der Kraftstoß genau in Richtung Tor gehen müsste. Dann würde der Ball aber rechts am Tor vorbeigehen. Wie groß ist die Geschwindigkeitsänderung in abso luten Zahlen? Weil Δv der Diagonalen eines Quadrats entspricht, beträgt es 20 m/s · √ 2 = 28,28 m/s. Was ver blüfft: Die Geschwindigkeitsänderung ist größer als die Geschwindigkeiten selbst! Und wie groß ist nun die Belastung, die dabei auf den Kopf einwirkt? Um sie zu berechnen, benötigen wir die Kontaktzeit. Diese hängt von der Härte des Balles und der Geschwindigkeit ab und kann im Extremfall bloß 6/1000 s betragen. Die Beschleunigung des Balles beträgt dann a = Δv/Δt ≈ 4700 m/s²! Weil der Ball eine Masse von etwa 0,45 kg hat, folgt gemäß F = m · a eine Kraft von rund 2100 N. Das ist also damit zu vergleichen, dass – für 6 · 10 ³ s die Gewichtskraft einer Masse von rund 210 kg auf dem Kopf lastet.
Strafraummonster: Zlatan Ibrahimovic´ köpfelt aktuell für Frankreichs Meister Paris Saint-Germain.
Bullevard
Mein Körper und ich
Fanny Smith
Kopfsache
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Rennen gewinnt man im Kopf? Stimmt! Darum setze ich auf Mentaltraining und positive Denkmuster. Beispiel? Noch im Startgate stelle ich mir vor, wie ich als Erste ins Ziel komme … Je klarer du solche Momente siehst, desto eher werden sie real.
Die Schweizer Skicross-Weltmeisterin duscht gerne eiskalt, trainiert mit 150-Kilo-Hanteln und gewinnt Rennen an sich schon vor dem Start.
1 Startsignal
Wenn du im Race nicht gerade springst, musst du vor allem schnell sein. Dabei sind starke Oberschenkel von Vorteil. Meine trainiere ich in der Kraft kammer, indem ich Kniebeugen mache – mit einer 150-KiloHantel auf den Schultern.
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Beharrlichkeit
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Ende 2011 stürzte ich im Weltcup schwer. Diagnose: Kreuzbandriss. Auf die OP folgten Reha, Schmerzen, mühevoller Muskelaufbau … und ein Gedanke: „Ich kom me zurück.“ 2012/13 holte ich den WM-Titel und den Sieg im Gesamtweltcup.
www.fanny-smith.com
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the red bulletin
arek piatek
2 Bodybuilding
Crashkurse
Verletzungen gehören zum Skicross. Auf meiner Liste: Bänderrisse und zwei zerfetzte Menisken … Kleine Wehwehchen halten mich nicht auf: Bei der WM 2011 renkte ich mir den Dau men aus, bekam eine Schiene – und fuhr damit im nächsten Weltcuprennen auf Platz zwei.
Lukas Maeder
Wie ich mich am Abend vor dem Rennen aktiviere? Ich dusche eiskalt – minutenlang. So bist du vom Start weg voll da, wenn du neben anderen mit neunzig Sachen die Piste hin unterfährst oder in fünf Meter Höhe durch die Luft segelst.
ADVERTORIAL
DA SCHAU her!
DAS SCHÖNE AM BAHNFAHREN: Es gibt immer etwas Neues zu entdecken – wie zum Beispiel eine spannende Werbung.
STELLEN SIE SICH DAS VOR: Sie sind auf dem Bahnhof und warten auf Ihren Zug. Plötzlich zieht ein 70 Zoll großes Display Ihre Aufmerksamkeit auf sich. Sie sehen einen Strand mit Kokospalmen und werden aufgefordert, innerhalb einer bestimmten Zeit so viele Kokosnüsse wie möglich zu sammeln und in einen Korb zu legen. Gestensteuerung und Touch-Funktionalität machen’s möglich! Und nach Spielende offeriert Ihnen der Geschenkautomat neben dem Display einen Schokoriegel mit Kokosfüllung – als Belohnung für Ihre reiche Ernte. Das Beste daran: Die Wartezeit auf Ihren Zug verging wie im Flug und Sie haben ein neues Produkt kennengelernt. PHÄNOMENAL & DIGITAL – SO INNOVATIV KANN WERBUNG SEIN. Vom A3-Plakat im Waggon oder Bus und den vollflächig gebrandeten Zug über die Großbildwerbung am Bahnhofsgebäude bis hin zum eingangs beschriebenen railscreen bonus, der interaktive Spots ermöglicht: Die ÖBB Werbung bietet alle Facetten moderner Außenwerbung und verkürzt damit die Verweildauer von rund 1,2 Millionen Fahrgästen pro Tag. Vor Kurzem wurde die Bahnhof- und Verkehrsmittelwerbung um eine weitere spannende digitale Komponente erweitert: Fahrgäste können via Smartphone, Tablet oder Laptop sofort online an Gewinnspielen und Promotions von vor Ort gesehen Kampagnen teilnehmen, die mit dem Promotion-Portal WINPIN kombinieren. Das macht Spaß und bringt auch jedem seinen ganz persönlichen Vorteil.
FOTOS: ÖBB
WIE HEISST ES SO SCHÖN: WERBUNG WIRKT – UND BEIM BAHNFAHREN GANZ BESONDERS!
WERBUNG.OEBB.AT
Zwei Takter Sebastian Vettel, bester Formel-1-Pilot der Gegenwart, pflegte stets eine Liebe zum Motorrad. Oft versteckt, zu selten ausgelebt, doch stets präsent. Es ist eine Liebe zu Freiheit, Technik und Schönheit der Form, eine Liebe zum Einfachen, Handgemachten, schlicht Genialen. Steigen Sie auf! Text: Werner Jessner Bilder: Markus Jans Styling: Klaus Stockhausen
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„Der Schritt von vier auf zwei Räder ist wahnsinnig schwer. Umgekehrt ist es vermutlich einfacher. Hart ist es nur, die letzten Hundertstel zu finden.“
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A m Furkajoch in Vorarlberg dreht ein junger Mann in stylischer Lederjacke, Jeans und silbernem Helm seine Runden auf einem Motorrad, das selbst die Großzahl der reichlich anwesenden Insider nur anhand seiner Embleme dechiffrieren kann: Scott Flying Sqirrel, Baujahr 1938. Und man muss noch viel genauer hinsehen, um hinter dem breiten Grinsen unter dem Helm Sebastian Vettel zu erkennen, den vierfachen Formel-1-Weltmeister und Motorrad-Fan der, na ja, zweiten Stunde: „Ich konnte grad erst Rad fahren, da hat mein Vater eine Mini-Vespa für meine Schwester und mich gekauft. Bei meiner ersten Fahrt im Hof war es eiskalt, und ich habe so stark gezittert, dass ich infolge des Lenkerpendelns gestürzt bin.“ Sebastians Leidenschaft fürs Einspurige konnte der kleine Sturz freilich keinen Ab bruch tun, selbst wenn die Helden seiner Jugend aus der Formel 1 kamen, Mick Doohans Wundertaten im TV hin oder her. Sebastian war sieben Jahre alt, als Michael Schumacher seinen ersten WMTitel feierte, da muss man Vorbilder nicht lang in der Ferne suchen. „Obwohl: Bei Doohan dachte ich mir schon als Kind, dass der ein bissl verrückt ist. Inzwischen habe ich ihn kennengelernt, und er ist tatsächlich ein ganz eigener Typ und eine Legende am Bike.“ Sebastian verlebte eine normale, gesunde Jugend mit dem Zweirad als selbstverständlichem Mittel zur Freiheit: „Man konnte in die Stadt fahren, 36
ins Freibad, Freunde treffen. Das Fahrrad war das Erste, was mir Unabhängigkeit gegeben hat.“ Als Teenager fuhr Sebastian Kart, da war der Mofa-Ausweis logisch: ein Rennfahrer, der mit dem Fahrrad zur Schule kommt, das ging gar nicht. Freilich wurde auch Hand an das Mofa gelegt, um es schneller zu machen, „ziemlich planloses Rumfummeln“, wenn er heute dran denkt. Für die echte Moped-Tuning-Zeit ist er als Jahrgang 1987 ohnehin zu jung; es war eher die Generation seines Vaters, die substanzielle Erforschung von Technik und Geschwindigkeit betrieb. „Mit sechzehn habe ich mein gesamtes Konfirmationsgeld in das erste Motorrad investiert, eine Cagiva 125 Mito. Von vorn hat sie ausgesehen wie eine Ducati. Es war mir ein bisschen peinlich, damit zur Schule zu kommen. Die Mito war mit Abstand das schärfste Gerät am Schulparkplatz im Vergleich zu den Rollern der Mitschüler.“ Die Cagiva hatte, genau wie seine Rennkarts, einen Zweitaktmotor. Einfache, aber hoch drehende Technik, bei der statt reinem Benzin ein Gemisch aus Öl und Benzin verbrannt wird, daher auch der charakteristische Geruch. „Meine Liebe zum Zweitakter kommt definitiv aus der Kart-Zeit. Geräusch und Duft des Zweitakters sind für mich Jugenderinnerungen. Allein die hohen Drehzahlen! Ich war immer Zweitakt-Fan, selbst wenn ich im Auto ausschließlich Viertakter gefahren bin. Schade, dass Zweitakter heute nahezu ausgestorben sind.“ Wir wissen, wie die Geschichte weitergegangen ist: Die Mito stand schon aus dem Grund selten vor der Schule, weil Seb hauptsächlich damit beschäftigt war, durch diverse Nachwuchs-Rennserien zu stürmen und in weiterer Folge direkt nach (trotzdem) erfolgreich erledigtem Abitur in der Formel 1 zu debütieren. Die Motorrad-Gespräche daheim hörten dennoch nie auf: Sein Großvater hatte von seiner NSU Max und seiner BMW R 51/3 geschwärmt, und wie es der Zufall will, hat Sebastian erst kürzlich den Scheunenfund einer ebensolchen BMW aufgetrieben, wie sie der Opa einst fuhr. Noch ist sie nicht einsatzbereit, „genau genommen muss man sie neu aufbauen“. Seb will das eigenhändig angehen, mal schauen, wann sich das ausgeht. Sebastian Vettels aktueller einspuriger Fuhrpark umfasst mit einer alten Vespa
„Man braucht sehr viel Gefühl und Praxis, um ein Motorrad wirklich an seinem Limit zu bewegen.“
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„Tourist Trophy oder Route 66?“ – „Ersteres. Die Route 66 existiert in ihrer ursprünglichen Form ohnehin nicht mehr.“
Biker wie wir: Fritz Ehn und Sebastian Vettel
„Ich bin ab 16 Jahren Motorrad gefahren. Es hat mich dabei nie richtig zerrissen.“
ein zweites Restaurationsobjekt, dazu e inen modernen Roller für Alltagsfahrten („unschlagbar in der Stadt“), eine KTM 690 Duke für Kurvenspaß und eine BMW S 1000 RR als ernsthaften Supersportler. Wer mit dem Bewegungstalent eines vier fachen Formel-1-Weltmeisters gesegnet ist, hockt sich auf jedes beliebige Gerät und sieht gut dabei aus: „Ich gewöhne mich sehr schnell an Geschwindigkeit und Bewegungsabläufe und bekomme Oberwasser. Wegen meiner mangelnden the red bulletin
Praxis wird’s ab diesem Punkt gefährlich.“ Das weiß er, diese Grenzen respektiert er, daher: „Ich bin keiner, der seine Reifen bis auf die letzte Kante abfährt.“ Es sind eher die leichten, harmonischen Momente, die Vettel am Motorradfahren schätzt, da kann er richtig philosophisch werden: „Motorradfahren gibt einem ein Gefühl von Freiheit, das man im Auto nicht hat. Die Sinne bekommen eine andere Bedeutung. Man hat kein R adio, aber man braucht es auch nicht. Man riecht die Umgebung und nimmt sie noch stärker wahr als im Cabrio. Man kann jederzeit absteigen, auch in der Stadt. Gerade da gibt es nichts, was dem Motor radfahren das Wasser reichen kann. Man ist nicht ans Fahrzeug gefesselt. Ich finde es schade, dass das Motorrad gerade unter jungen Menschen nicht mehr den Stellen wert hat, den es früher einmal hatte.“ Erklärung dafür? „Vielleicht ist die heutige Vätergeneration dermaßen froh, ihre wilden Tage auf dem Motorrad über lebt zu haben, dass sie ihre Kinder nicht auf einem Motorrad sehen will. Dabei geht es auf den Straßen inzwischen eh viel ge sitteter zu. Ich hoffe, dass sich der Zeitgeist wieder ändert, weil Motorradfahren etwas derart Schönes und Bereicherndes ist.“ Sebastians Lebensrealität verleiht der Sehnsucht nach der kleinen Flucht zusätz liches Drehmoment: Wessen Alltags mobilität in neun Monaten des Jahres aus Flugzeug–Taxi–Rennstrecke–Taxi–Flug zeug besteht, der will hie und da den Wind in den Haaren spüren, sich einen Alpenpass erarbeiten und die Fliehkraft am Grinsen zerren lassen.
H
eute ist so ein Tag, ein Feiertag. Fritz Ehn, in internationalen ZweiradFachkreisen bekannt als Professor Friedrich Ehn, hat fünf Preziosen der 1930er Jahre aus seinem formidablen Motorradmuseum in Sigmundsherberg nahe der niederösterreichischen Stadt Horn mitgebracht. Eine Brough Superior, zu ihrer Zeit das Äquivalent zum RollsRoyce, aktueller Marktwert in Euro: sechsstellig. Eine Norton International, siegreich auf den Rennpisten der Welt. Die Scott Flying Squirrel, mit ihrem wassergekühlten Zweitakt-Zweizylinder technisch wie optisch a ußergewöhnlich und sofort Sebastians Liebling. Dazu noch eine Ariel und eine Rudge, zwei Wunder werke englischer Ingenieurskunst. Es dauert keine Minute, und Fritz Ehn und Sebastian Vettel, selbstverständlich per du, sind in Fachgespräche vertieft, „von Altspatz zu Junghupfer“, wie Ersterer spitzbübisch grinst. Zweiterer, ohnehin mit einem soft spot für Altmetall gesegnet, findet es unglaub lich, dass die alten Damen in Chrom und Schwarz anstandslos fahrbar sind, trotz achtzig und mehr Jahren auf dem Tacho: „Egal ob auf vier oder zwei Rädern: Man muss berücksichtigen, wann und unter welchen Voraussetzungen das gebaut wurde. Da war viel mehr Handarbeit dabei. Natürlich ist die Präzision zum Beispiel bei unserem Formel-1-Auto viel höher. Im Tausendstel-Millimeter-Bereich kommst du selbst als begnadeter Hand werker nimmer weit.“ 41
„Es fühlt sich zwar immer so an, als ob es gleich streifen würde, aber wenn ich ehrlich bin, hat mein Knie noch nie Asphalt berührt.“ Produktion: Christopher Schönefeld/Made in Germany, Set-Design: Dagmar Murkudis, Grooming: Berry Erwanto, Motorräder: Fritz Ehn
Ein erfülltes Leben braucht Gegensätze. Wenn du jeden Tag im feinsten Restaurant speist, tut es gut, zwischendurch eine Folienkartoffel aus dem Feuer zu ziehen: Kickstarter und Frischöl-Schmierung statt Telemetrie und KERS. Es sind hauptsächlich Norton und Scott, die Sebastian an diesem schönen Herbsttag bewegt: „Die Norton ist eine Rennmaschine, das merkt man schon beim Aufsteigen. Alles schreit: Gib Gas, gib Gas, gib Gas! Die will getreten werden. Auf der Scott habe ich mich ein bissl wohler gefühlt. Zum Rumfahren und Landschaft genießen war sie einfach entspannter.“ Die Diskussion kippt ins GrundsätzlichPhilosophische, wie das unter Bikern eben so dazugehört: „Optisch finde ich Rennmotorräder sehr ansprechend. Die kann man einfach hinstellen und anschauen, wie ein Bild, das man sich an die Wand hängt. Dann gibt es unheimlich schöne Naked Bikes, wo man mehr von der Technik sieht. Darum finde ich alte Bikes so interessant: Da kann man noch nachvollziehen, wie sie funktionieren und wie sie gebaut sind. Bei Autos ist das inzwischen sehr abstrahiert. Bei Motorrädern herrscht hingegen die Illusion, man könnte das selbst reparieren – oder wüsste zumindest, wo man angreifen muss. Ich finde es interessant, zu sehen, wie etwas funktioniert, wie Antrieb entsteht.“ Beobachtet man Seb beim Umgang mit dem alten Gerät, wird ein technisches Feingefühl sichtbar, das weit über die schiere Motorik hinausgeht: Hier ist ein Mensch, der sich in die Technik hineinlebt, sie versteht und mit ihr kommuniziert. Die alten Ladys aus Fritz Ehns Museum wollen mit Fingerspitzengefühl behandelt werden, ein bisschen Vorzündung hier, ein wenig Melken am Gas da, kein Leerlauf anderswo, dann das verkehrte Schaltschema, die heiklen Kork-Kupplungen oder die eher symbolisch zu verstehenden Bremsen, und trotzdem: Zu keiner Sekunde hat der – wenn er will – gestrenge Professor Ehn den Eindruck, der Junghupfer aus der Vierradszene würde das wertvolle Alt metall misshandeln, im Gegenteil. „Der Vettel, das ist einer von uns“, sagt er, als Sebastian auf der anderen Seite des Furka jochs verschwunden ist, und das ist das größte denkbare Kompliment aus dem Mund eines Menschen, der sein siebentes Jahrzehnt im Sattel beginnt. Sollte Ihnen demnächst also ein junger Mann mit breitem Grinser auf einem alten oder neuen, großen oder kleinen, jedenfalls aber schönen Motorrad begegnen: Grüßen Sie ihn freundlich. Es könnte sich dabei um Sebastian Vettel handeln. www.redbull.de/vettelblog
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LaBrassBanda
Men in Blech Vier barfuß auftretende Bayern bringen Clubs mit Blasmusik zum Explodieren. Kritiker feiern ihren Genre-Mix, die Toten Hosen buchen sie als Vorband. Ein Gespräch über Weißbier, Tuba-Beats und Blut auf der Bühne. Text: Andreas Rottenschlager, Bilder: Norman Konrad
Zeltfestival Ruhr in Witten bei Dortmund, Backstage-Zelt: LaBrassBanda-Sänger Stefan Dettl, Posaunist Manuel Winbeck und Drummer Manuel Da Coll haben ihre Lederhosen angezogen. Im Nachbarzelt brummt Andreas Hofmeir auf der Tuba. In zwei Stunden werden LaBrassBanda ihren Brass-Funk-Reggae-Mix auf der Bühne abfeuern. Live sind die vier akademischen Musiker (Hofmeir ist Tuba-Professor am Salzburger Mozarteum) ein Tornado aus Blech: Gespielt wird bis zur Atemlosigkeit, Schweiß fließt ab der ersten Nummer. Nach dem Gig wird Sänger Dettl einige Minuten nackt im Backstage-Bereich stehen und sich vom Regen kühlen lassen. the red bulletin: Der „Spiegel“ schreibt: „Menschen verlassen LaBrassBanda-Konzerte meist völlig fertig, verschwitzt, euphorisiert.“ Was stellt ihr mit den Leuten an? Stefan Dettl: Live musst du jeden Song spielen, als gäbe es kein Morgen. Selbst wenn du müde bist oder ein Fuß blutet (die Band tritt barfuß auf; Anm.). Manuel Da Coll: Es kann sein, dass du schon nach zwei Liedern Seitenstechen bekommst und denkst: „Das Tempo halt ich nicht durch!“ Dann merkst du, wie die Energie von den Zusehern auf dich zurückschwappt und deinen Akku wieder auflädt – das ist ein geiles Gefühl. Wie macht man Blasmusik tanzbar? Manuel Winbeck: Wir müssen stärker über die Rhythmik arbeiten. Wir haben keine Gitarre, die einen wohligen Sound macht, auf dem man sich ausruhen kann. Bei LaBrassBanda können Schlagzeuger, Bassist und Bläser den Beat machen. 44
Ihr seid im Juni als Vorband der Ärzte aufgetreten. Wie erobert man 35.000 Hardcore-Fans einer Punk-Band? Dettl: Ich bin vor jedem Auftritt nervös, weil du nie weißt, was passiert. Was wir als Vorband der Ärzte bemerkt haben: Deren Publikum mag unheimlich gern Musik. Die haben gemerkt, dass wir ernsthafte Musiker sind und Spaß am Spielen haben. Dann dreht sich die Stimmung oft innerhalb von zwei, drei Liedern.
„Die Leute denken: ,Wer ist die Bagage? Jodeln die?‘ Dann sehen sie, dass wir uns rein hängen wie Sau – und die Stimmung kippt.“ Da Coll: Die denken: „Wer ist die Bagage? Jodeln die?“ Dann sehen sie, dass wir uns reinhängen wie Sau. Dass es uns darum geht, das Ärzte-Konzert vorzubereiten und Stimmung zu machen. Backstage bei den Ärzten war’s übrigens auch toll: Da steht nicht „Vorband“ an deiner Tür, sondern „Special Guest“. Kommt ein Farin Urlaub nach dem Auftritt und sagt: „Toller Gig, Jungs!“? Dettl: Auf alle Fälle. Das sind Musiker wie alle anderen auch. Die Ärzte haben halt einen Wahnsinns-Bekanntheitsgrad,
und uns kennt keine Sau. Aber letzten Endes sind wir uns ähnlich. Für die Toten Hosen habt ihr bereits 2009 gespielt. Warum buchen die beiden größten deutschen Rock-Bands eine Bläser-Combo als Vorgruppe? da coll: Weil sie wissen, dass es dem Publikum Spaß macht. Die Toten Hosen haben eine gute Connection nach Bayern. Den Campino sieht man öfter am Chiemsee. Ich glaube, dem gefällt das Lebens gefühl im Chiemgau ganz gut. Und wir sind die Band, die am meisten aus dieser Gegend vermittelt. Wann trinkt man im Chiemgau das erste Weißbier? da coll: Das kommt drauf an, ob du durchgemacht oder geschlafen hast. Dettl: So ein Frühschoppen-Bier finde ich schon scharf. Oder eins nach dem Mittagsschlaferl. Stefan, dein Studio steht im 1200-Einwohner-Dorf Truchtlaching. Welche Vorteile hat das Leben in der Provinz für einen Künstler? Dettl: Viel Wohnraum, weniger Miete, nette Nachbarn, die tatsächlich sagen: „Super, dass du Musik machst.“ Ich hab schon immer gern am Land gelebt. Trotzdem muss ich alle zwei Wochen raus und mir was anderes ansehen. Ich mach Urlaub in der Stadt. Winbeck: Am Land gibt es oft ganz skurrile Orte, wo jemand viel abgefahrenere Sachen macht als in der Stadt. Komische Käuze, die früher in der Stadt gewohnt haben und dann als Verteiler für das ganze Dorf wirken. Die haben die neuesten Platten oder lassen junge Bands in ihrem Club spielen. the red bulletin
Blasmusik-Extremisten LaBrassBanda: „Seitenstechen nach der zweiten Nummer“
„Unser Plan für den ‚Musikantenstadl‘? So lang das Tempo anziehen, bis die Ersten im Publikum umfallen.“
Für ihre Live-Auftritte verstärken sich LaBrassBanda mit Tourmusikern: Die Rhythmusgruppe wird mit Percussion-Set und E-Bass aufgemotzt, zwei Trompeter sorgen für zusätzlichen Druck auf der Bühne.
DettL: Wenn du am Land lebst, bist du unabhängiger von Trends. Du gehst deinen eigenen Weg, weil du nicht dauernd denkst: „Fuck, diesen Stil gibt es schon.“ Ein LaBrassBanda-Kuriosum: Eure bairischen Texte versteht man nur in Bayern, aber eure Musik funktioniert auf der ganzen Welt. DA Coll: Es wäre wahrscheinlich sogar schwieriger, mit hochdeutschen Texten im Ausland aufzutreten. Bairisch klingt halt super. DETTL: Hochdeutsch ist für mich eine reine Kommunikationssprache, dafür funktioniert sie perfekt, weil sie sehr klar ist. Beim Bairischen ist es wie im Amerikanischen: Man merkt, wo du herkommst. Ob’s dort warm oder kalt ist. Ich glaube, dass jedes gute Lied in einem Dialekt geschrieben wurde. Ob’s jetzt im Amerikanischen oder im Englischen war. Hör dir die ganzen aktuellen „hochdeutschen“ Lieder im Radio an: Die singen alle „isch“ statt „ich“ – keine Ahnung, warum. Es gibt das schöne Goethe-Zitat, dem zufolge Dialekt jenes Element ist, „aus welchem die Seele ihren Atem schöpft“. Winbeck: Besser kann man es nicht sagen. In der Sprache, die du als Kind lernst, kannst du dich am unmittelbarsten und emotionalsten ausdrücken. Euer Album „Europa“ war in Deutschland in den Top 3. Ihr seid Teil des Mainstreams geworden. Was zählt mehr im Pop: Image oder Können? DA Coll: Es geht um die Energie, die du auf der Bühne vermittelst. Das Können ist zweitrangig und war zum Beispiel im Rock ’n’ Roll nie so wichtig. Leute wie die Hosen oder die Ärzte, die ihre Musik ernst nehmen und sich über die Jahre den Arsch abgespielt haben, ohne irgendwas dafür zu bekommen, werden vom Publi46
kum honoriert. Bands, die aus der Retorte kommen, existieren nie allzu lang. DETTL: Es gibt zwei Szenen. Die eine funktioniert über Platten und Charts, die andere über Festivals. Die wirklich guten Bands auf Festivals sind meistens nicht mal in den Top 100 vertreten. DA COLL: Ich habe Lana Del Rey am Melt! Festival gesehen. Die hatte nichts zu sagen außer ihrem einen Hit. Dann gibt’s Bands wie The Gaslight Anthem, die nie in den Charts vertreten sind, aber immer auf Festivals gebucht werden, weil sie geile Musik machen. Ihr habt alle vier Klassik- und Jazz-Studien absolviert. Ist es schwer für euch, gute Popsongs zu schreiben, weil ein Popsong einfach gestrickt sein muss? DA COLL: Die große Kunst besteht darin, einen schwierigen Zusammenhang auf
One-Night-Stands und Zeltfestprügel Seit 2008 werken LaBrassBanda an ihrer BrassReggae-Funk-Kombi. Eine Werkübersicht:
Habediehre (2008)
Debüt am Münchner Indie-Label Trikont. Klangspektrum: von Tuba-Blues („Tubissimo“) bis Trompeten-Stakkato („Autobahn“). Zur Fußball-EM fährt die Band mit Traktor und Moped auf Tour.
Übersee (2009)
Mit der One-Night-Stand-Ode „VW Jetta“ und „Deyda“ finden sich zwei der schönsten ruhigen LaBrassBanda-Lieder am Album. Wer’s schneller mag, hört „Bierzelt“, ein Lied über Zeltfestkeilereien.
Europa (2013)
Wechsel zum Major-Plattenlabel (Sony). Verträumte Instrumentalnummern („Russland“ ), Power-Salsa („Jacqueline“) und zackige Bläser („Z’spat dro“) formen ein spannendes Best-of.
eine einfache Formel zu bringen. Das gilt in der Musik genauso. Es gibt nichts Schlimmeres als gewollte Musik, die etwas Kompliziertes transportieren will und der man das auch anhört. DETTL: Das Gute bei LaBrassBanda ist, wir wollen gar nichts Kompliziertes transportieren (lacht). Stefan, du hast die Band mit Freunden vom Konservatorium gegründet. Hast du geahnt, dass eine Brass-Band im Pop-Bereich erfolgreich sein kann? DETTL: Mir kam die Idee nach einem Konzert der Youngblood Brass Band, das ich in Manhattan gesehen hatte. Ich kann mich an die Nacht genau erinnern: Ich war um drei viertel acht im Club. Der Türsteher sagte: „Die spielen erst um ein Uhr früh, aber das Bier kostet einen Dollar.“ Als die Band losgelegt hat, war der Club voll. Die spielten eine Mischung aus NewOrleans-Brass und Hip-Hop. Die Mädels tanzten in Tank-Tops. Ich dachte mir: „Was passiert denn hier? Die spielen Blas instrumente!“ Als ich heimgegangen bin, wusste ich: Trompeten, Disko, Musik, die Spaß macht – das will ich auch. Die „FAZ“ schrieb über Brass-Musik: „Es geht um die Sehnsucht nach Körperlichkeit und Sinnlichkeit.“ Einer der Gründe für euren Erfolg? Winbeck: Ich glaube schon. Je bequemer und entkörperlichter der Alltag wird, umso wichtiger wird vielen Leuten, dass sie etwas spüren. Bei uns passiert das übers Tanzen und Schwitzen. Weil es schon länger Gerüchte gibt: Wann nehmen LaBrassBanda endlich den „Musikantenstadl“ auseinander? Winbeck: Im Moment kann man im „Stadl“ nicht live spielen, also ist es kein Thema für uns. Aber wenn die sich ein bisschen bewegen, warum nicht? DETTL: Es wäre interessant, wie wir dort reagieren. Können wir für Leute spielen, die nur gedankenlos klatschen? Was würdet ihr in so einer Situation machen? DA COLL: Das Tempo anziehen – bis die Ersten umfallen. „Europa“ ist bei Sony erschienen. Alle TourTermine für November: www.labrassbanda.com the red bulletin
Lektionen Jimmy Spithill steuerte das Oracle Team USA aus schier aussichts loser Lage zur Aufhol jagd des Jahres. Hier verrät der Held des America’s Cup 2013, wie man das Ruder herumreißt und eine ausgelaugte Crew noch zum Sieg führt.
für Sieger
Text: Andreas Tzortzis
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BALAZS GARDI
A
m späten Nachmittag des 18. September wettet niemand mehr auf Jimmy Spithill. Team Oracle USA, das der Australier als Skipper anführt, liegt nach gewonnenen Wettfahrten 1:8 hinter dem Emirates Team Neuseeland zurück. Den Kiwis genügt ein Sieg zum Gewinn des 34. America’s Cup, der ältesten Segelregatta der Welt. Ein Aufholen der Amerikaner? Undenkbar. In den folgenden sieben Tagen steuert Spithill seinen AC72-Katamaran achtmal in Folge als Erster über die Ziellinie. Eine in der 162-jährigen America’s-Cup-Geschichte einmalige Aufholjagd. Ein später Triumph wie der Last-Minute-Sieg Manchester Uniteds über den FC Bayern 1999 oder Muhammad Alis Sensations-K.-o. gegen George Foreman in Kinshasa 1974. Spithill, 34, könnte den Rest seines Lebens als Vortragsredner verbringen. Thema: „Wie gewinnst du, wenn keiner an dich glaubt?“ Wir haben den Champion nach seinen Erfolgsrezepten gefragt.
Fulminanteste Aufholjagd in der America’sCup-Geschichte: Der Oracle-Team-USA- Katamaran machte Punkt um Punkt gut.
Mein Lieblingsbuch ist „Lone Survivor“ von Marcus Luttrell (einem früheren USNavy-SEAL; Anm.). Für diese Jungs geht es bei jedem Einsatz ums Überleben. Was sie und wir gemeinsam haben, ist die Idee, alles für deine Teamkameraden zu tun. Jeder hält dem anderen den Rücken frei. Wenn du solche Männer um dich scharst, fühlst du dich unsterblich. Ich habe früh gelernt, mich mit euten zu umgeben, die besser sind als L ich. So wirst du gezwungen, härter zu arbeiten. Du kannst dir ein Team aus Stars zusammenstellen, aber wenn diese Stars nicht miteinander klarkommen, kracht es bei der ersten Gelegenheit. Du musst dein Ego zügeln. Nur dann macht dir deine Arbeit wieder Spaß. Ich suche Crew-Mitglieder, die sich für keine Arbeit zu schade sind, und wenn es nur darum geht, den Mülleimer zu leeren. Ein Crew-Mitglied steht am selben Level wie alle anderen, behandelt alle gleich und tut alles für sein Team. Kinley Fowler ist ein gutes Beispiel.
Wir machten uns nie Gedanken über den Zwischenstand. Wir dachten von Rennen zu Rennen. Neuseeland nagelte uns in der Ecke fest, aber sie hätten uns schon k. o. schlagen müssen. Wir wären nicht von selbst in die Knie gegangen.
Wer hart arbeitet, dem ist das Glück gewogen. Diesen Grundsatz habe ich in meinem Boxclub in Australien gelernt. Niederlagen sind Unterricht.
Nach einem Langen Tag auf dem Was-
ser fällt es dir schwer, Leuten zuzuhören, die deine Leistung kritisieren. Unsere Crew hat das gut hingekriegt. Du musst Kritik annehmen und dir die wichtigsten Punkte heraussuchen – denn nicht alles, was man dir sagt, stimmt. Die größte Herausforderung ist das Filtern von Information.
Seit meiner Kindheit bin ich besessen
vom Special Air Service Regiment (austra lische Version des legendären britischen Special Air Service; Anm.). Spezialeinheiten leben vor, was ich an meinem Sport
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„ Mit solchen Männern in deiner Crew fühlst du dich unsterblich.“ liebe: Sie tun alles, um ihre Kameraden nicht im Stich zu lassen. Ich wollte Larry Ellison (Oracle-Gründer; Anm.) nicht enttäuschen. Er hat immer an mich geglaubt.
Ein Team braucht mentale Stärke. Das wahre Gesicht deiner Crew kennst du erst, nachdem du gemeinsam eine schlimme Situation durchgestanden hast oder in Lebensgefahr warst. Genau das passierte, als unser Boot kenterte (beim Training am 16. Oktober 2012; Anm.). Die Reaktion der Teams am Wasser und an Land? Wir hielten zusammen und wurden stärker.
Als Skipper bist du das Aushängeschild. Diese Sichtweise ist grundfalsch, denn ich verrichte am wenigsten Arbeit auf dem Schiff. Es gibt Leute, die viel mehr leisten. Das Schlimmste sind Artikel, die berichten, dass ich hauptverantwortlich für den Erfolg sei – eine glatte Lüge. Ich bin ein kleines Teil in einem großen Puzzle. Syd Fischer (australischer Segel-Veteran,
der Spithill 2000 anheuerte, um das „Young Australia“-Boot beim America’s Cup zu steuern; Anm.) war einer der kompromiss losesten Männer, die ich in meinem Leben getroffen habe. Man hatte ihn wegen überharter Spielweise aus seinem Rugby club geworfen. Syd schickte mich durch die Hölle. Nach Siegen pflegte er mich zur Seite zu nehmen und zu sagen: „Bilde dir nichts darauf ein und glaub vor allem den Mist nicht, den die Zeitungen über dich schreiben. Heute bist du der Held, und morgen kräht kein Hahn mehr nach dir.“ www.americascup.com the red bulletin
ORACLE TEAM USA/Guilain GRENIER
America’s-Cup-Held Jimmy Spithill (34): Hobbyboxer mit einer Vorliebe für gnadenlose Lehrer
Er kämpfte um einen Platz als Trimmer (der Trimmer bedient die Segel; Anm.), stürzte im Dock und knackste sich dabei einige Wirbel an. Kinley hätte allen Grund gehabt, Trübsal zu blasen. Stattdessen kam er jeden Tag vorbei und sorgte für gute Stimmung. Vor den Rennen hatte er immer das letzte Wort. Er hielt Reden, zitierte Kenny Powers (Turnlehrer aus der US-Comedy „Eastbound & Down“; Anm.) und brachte die Jungs zum Lachen.
Red BuLL
3 Cola.
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Tanz um dein
Leben
Text: David Brun-Lambert, Bilder:Â Angela Boatwright
Let’s do it in Brooklyn: Unter den Blicken ihrer Kumpel ziehen Vibez (links) und Jay Donn ihre Show ab. Für Anfänger nur bedingt zur Nach ahmung empfohlen.
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East Brooklyn, das sich über die Fläche einer mittelgroßen Provinzstadt erstreckt, liegt Manhattan gegenüber und ist von ihm durch weit mehr als den East River getrennt.
lexing kommt aus Brooklyn. Von dort, wo es am härtesten ist. The Red Bulletin ist nach New York gereist, zu den Wurzeln eines Kultur-Phänomens, das viel mehr ist als ein Tanzstil. Ein Zeichen der Hoffnung. Ein recht verdrehtes Zeichen, mag sein, aber ein umso stärkeres.
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New Lots Avenue, East Brooklyn, gleich bei der Endstation U-Bahn-Linie 3. Schon am Nachmittag hängt etwa ein Dutzend Typen auf einer Bauschutthalde rum und schlägt die Zeit tot, wie jeden Tag. Lautes Gerede, dirty talking, angedeutete Schläge. Da tritt einer aus der Gruppe raus, verrenkt sich, als wäre ihm der Krampf in den Leib geschossen, ein zweiter macht es ihm nach, und ein paar Sekunden später ist alles ein wildes Gerolle und Gezucke aus Dutzenden Armen und Beinen. Einer der Typen hat einen Ghettoblaster dabei. Bässe wummern. Angetrieben von nervösen Dancehall-Beats, legen die Tänzer richtig los, verdrehen die Gelenke, ihre Gliedmaßen wirbeln herum wie die von Luftpuppen in einem Tornado, dass man Angst hat, sie könnten sich einige oder gleich alle Knochen brechen. Es steckt eine Art schauriger Schönheit in diesen seltsamen Choreografien, bei denen sich die Jungs mal wild aneinander klammern, dann wieder jeder für sich Muskeln, Bänder und Sehnen einem Test unterzieht, der schon beim Zusehen schmerzt. An der Ecke Livonia Avenue und Warwick Street hat sich mittlerweile eine Menschentraube gebildet. Zuschauer, die die Tänzer anfeuern, „Modd!“, brüllen sie, „Wahnsinn!“ Die Begeisterung hat ihren Grund. Flexing ist längst mehr als ein neuer, extremer Tanzstil. Flexing ist für die junge Community von East Brooklyn zu so etwas wie einem Ausdruck ihrer kulturellen Identität geworden. „Diesem Tanz haben wir es zu verdanken, dass unsere Kultur heute überall anerkannt wird“, sagt Flizzo, ein tätowierter Koloss, der in diesem Teil des New Yorker Universums eine allgemein respektierte Persönlichkeit ist. „Flexing ist unser ganzer Stolz. Wenn man so will, ein Ticket, der Gewalt zu entkommen und sich eine Existenz aufzubauen.“ Die Wurzeln von Flexing reichen bis an den Beginn der nuller Jahre, in den armen Vierteln von Brooklyn bezeichnet der Begriff
Reem und der Erfolg Reem stammt aus Brooklyn, wird mit vierzehn professioneller Tänzer. Er ist als Gründer der Battlefeast League eine der Schlüsselfiguren des Flexing. Die Tänzer treten dabei in 90 Sekunden langen Runden gegeneinander an. Das Publikum bestimmt den Sieger. Bis heute hat Havoc als Einziger den b egehrten Titel („King of the Streetz“) zweimal errungen. Reem exportiert seine Battles inzwischen nach Kalifornien und Europa.
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Das ist Milk. Und Milk hat nur eine Obsession: „Neue Moves erfinden.“
Bones The Machine Bones (auch unten: in Action) verkörpert die neue Generation der Tänzer. Als 25-Jähriger hat er schon eine zehnjährige Karriere hinter sich und gilt als einer der besten Bone Breakers überhaupt. Bones The Machine ist der Chef der NextLevel-Crew, einer Truppe von elf Flexors, für die er innovative Choreografien entwickelt, die vom klassischen Ballett ebenso beeinflusst sind wie vom modernen Tanz. Einen tollen Eindruck der Crew bietet das – auf YouTube zu sehende – Video „Zilla March“, das im Sommer 2011 in der New Yorker U-Bahn entstand und Bones’ Gruppe mit nacktem Oberkörper und Gasmasken zeigt. Bones The Machine ist fest entschlossen, sich von anderen Flexors abzugrenzen. Als der Vertreter der Tanz-Avantgarde angesehen zu werden – das ist das Ziel des ehrgeizigen Tänzers mit radikal künstlerischem Zugang zu Flexing.
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zugleich Tanz, urbane Kultur und Lebensart. Die charakteristischen Verdrehungen stammen aus dem jamaikanischen Bruk Up, dem karibischen Popping der 1960er, dem Breakdance und der Pantomime. Diese sonderbare Melange der Einflüsse hat ihre ganz eigene Musik, einen futuristischen Dancehall-Reggae, ähnlich einer Art jamai kanischem Dubstep. Sie hat ihren eigenen, jährlich stattfindenden Wettbewerb, die Battlefest League. Sie hat ihren Kommunikationskanal, YouTube, klar. Und sie hat ihre eigenen Stars. Flexing entstand aus der Notwendigkeit, die Brutalität einer Existenz zwischen Gangs, Drogen, Kriminalität und Arbeitslosigkeit irgendwie zu verarbeiten. Denn das Leben hier am Rand der Gesellschaft ist düster und hart. In seiner verwirrenden Vielfalt von Moves findet sich ein breites Spektrum an Einflüssen: Da blitzt jamaikanische Kultur durch, dazu viel Technik in den USA entstandener urbaner Tänze von Voguing und Krump bis Hip-Hop. Wer Flexing verstehen möchte, „muss bei Bone Breaking beginnen“, erklärt Reem, der Gründer der Battlefest League. „Dabei testen die Flexors die Grenzen ihrer Gelenkigkeit aus. Dann gibt es Gliding: Dabei kommt es darauf an, sich gleitend fortzubewegen. Beim Posing hingegen sind die Bewegungen schnell und heftig. Beim Get Low sieht es aus, als ob der Tänzer im freien Fall wäre. Dann gibt es Connecting: Bei dieser Technik wird eine Geschichte mit den Händen erzählt. Und schließlich Hat-Trick, dabei tanzt man und spielt gleichzeitig mit seiner Mütze rum. Alle diese Formen von Flexing sind, jede auf ihre Art – die eine direkter, die andere weniger –, eine Hommage an die Umgebung, in der wir aufgewachsen sind.“ Diese Umgebung ist Kings County, einer der ärmsten Bezirke nicht allein der Stadt New York, sondern des gesamten Bundesstaats New York. Hier lebt jeder zweite Haushalt von Sozialhilfe. Das Stadtbild ist wenig mehr als eine gewürfelte Abfolge schäbiger Gebäude: Dutzende evangelische Kirchen, zwielichtige Schnapsläden mit finsteren Hinterzimmern, deprimierende Wohnhäuser in schier end
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Flexing hat auch mit Provokation zu tun (Bild oben): kurz mal den Luftraum sichern, dann schnell das Weite suchen
Jay Donn gibt den Ton an Extremtänzer, Erfinder der Punchline (einer Sequenz aggressiver Moves, man könnte sagen: das Flexing-Gegenstück zum linken Haken im Boxen) und Boss der Truppe The Ringmasters: Jay Donn – links inmitten seiner Crew – ist einer der Stars des Flexing. Auch er ist ein Kind von East Brooklyn, auch ihn bewahrte das Tanzen vor einer kriminellen Laufbahn. Jay ist eine schillernde, exaltierte Persönlichkeit, die sich dafür einsetzt, dass „Kids verstehen, dass sie nur durch ihr Talent da rauskommen können“. Er ist davon überzeugt, dass Flexing in den USA schon bald mit Hip-Hop gleichziehen wird, und zählt zu den engagiertesten Vertretern dieses Extremtanzes. Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass Flexing bei der Ausstrahlung von „America’s Best Dance Crew“ 2010 zum ersten Mal im Fernsehen gezeigt wurde.
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„Flexing ist unser ganzer Stolz. Eine Art Ticket, mit dem man der Gewalt entkommen und sich eine Existenz aufbauen kann.“
Hat-Trick: Spyda (rechts) 端bergibt an Gutta. Kulisse ist die New Yorker U-Bahn.
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David, gerade mal acht Jahre alt, ist ein cooler Junge. Die Blicke von Spyda, Jay Donn und Vibez (von links nach rechts) beeindrucken ihn überhaupt nicht.
Geprägt von den Verrenkungen des jamaikanischen Bruk Up, des karibischen Popping und des Breakdance, erreicht Flexing gerade seinen künstlerischen Höhepunkt.
losen Reihen, verlassene Parkplätze, Trübsal verbreitende Fast-Food-Buden. In dieser Umgebung wachsen die Jungen auf. Ein Polizeiauto fährt im Schritttempo an ihnen vorbei, mit heruntergelassenen Fenstern. Die Kids sind die Schikanen der Leute vom NYPD gewohnt und halten ihrem Blick stand, ohne mit der Wimper zu zucken. „Es ist nicht mal zehn Jahre her, da war dieses Viertel noch wirklich heiß“, sagt Flizzo. „Waffen, Drogen, überall. Wir hatten mehr Talent fürs Tanzen als für Rap oder Basketball, damit gingen wir Ärger aus dem Weg. Als der Bruk Up kam und wir die Möglichkeiten erkannten, die er uns bot – dass wir uns damit ausdrücken und unsere eigene Kultur schaffen konnten –, da ging es richtig los.“ Jay Donn, Wuschelkopf, schlank, am ganzen Oberkörper tätowiert, teilbekleidet mit einer Jogginghose von Big Bad, gesellt sich zu uns. „Wir kommen aus einer Umgebung voller Gewalt. Aber was wir alle wollen, ist Frieden“, sagt er. „Wir wollen, dass alle, die ‚Flex Is Kings‘ sehen, vor allem das im Gedächtnis behalten.“ „Flex Is Kings“ ist jener Dokumentarfilm, den Fotografin Deidre Schoo und Regisseur Michael Beach Nichols dem Werdegang der Flexing-Community gewidmet haben. Das Meisterwerk – das dank zweier KickstarterKampagnen selbst finanziert, nach zweijährigen Dreharbeiten abgeschlossen und im April auf dem renommierten Tribeca-Filmfestival präsentiert werden konnte – analysiert eine Bewegung gerade in dem Moment, als sie sich vom Underground hin zum Mainstream zu entwickeln anschickt. „Exakt während der Dreharbeiten ist es in der Community der Tänzer zu einer Spaltung gekommen“, erzählt Deidre Schoo. „Als Flexing von Tag zu Tag beliebter wurde, ein immer breiteres Publikum erreichte, wollten manche Flexors plötzlich keine Videos mehr auf YouTube posten, dem bis dahin de facto einzigen Verbreitungs medium. Die wollten fortan lieber Kapital aus ihrem Ruf schlagen. Unsere Dokumentation
Ihre Botschaft ist friedlich: Klassic, Stickz, Scream und Milk (im Uhrzeigersinn) werfen sich in Pose.
„Flexing ist unser Stolz“: Flizzo kann kaum stillstehen. Mit dem ihm eigenen Stil legt er los. the red bulletin
hat genau die Spannung dieser Monate ein gefangen, in denen sich diese Zäsur vollzog.“ 2010 wagte sich Flexing erstmals aus East Brooklyn. Jay Donns Ringmasters Crew nahm an der TV-Serie „America’s Best Dancers“ teil und wurde in der Webserie „The Legion of Extraordinary Dancers“ und im Rahmen des „YouTube Play Event“ im Guggenheim-Museum präsentiert. Artikel in „Huffington Post“ und „New York Times“ heizten das Interesse weiter an, Flexing war „the next big thing“. Stars wie Madonna, Usher oder Nicki Minaj hatten da die Hipness des neuen Trends längst für sich erkannt. Sie alle lassen heute Flexors in ihren Videoclips oder bei ihren Tourneen auftreten. Nun, da es ums Geld geht, bleiben einige der Pioniere auf der Strecke. Sie sind gekränkt, dass Newcomer jene Schritte und Moves verwenden, die in den Pioniertagen in mühe vollen Trainingssessions erarbeitet wurden. „Das bedroht den Geist, der bislang in der Community geherrscht hat“, betont Reem. „Wir stehen an einem Scheideweg.“ „Um professionell zu werden, müssen wir mit Sponsoren zusammenarbeiten. Aber das Geld lockt freilich auch eine neue Generation von Tänzern an und führt zu Rivalität, wo es davor nur Solidarität gegeben hat.“ Als sich die Nacht über East Brooklyn senkt, fragt einer der Zuschauer Jay Donn: „Hey, kann es sein, dass sich schon seit Stunden kein Bulle mehr in die Gegend verirrt hat?“ „Die kommen nicht mehr“, prustet Jay los. „Seit sie uns im Fernsehen sehen, lassen sie uns hier in Frieden.“ 61
Parov Stelar
Klang-Architekt Wie der österreichische Produzent und DJ die Dancefloors dieser Welt eroberte: ohne Major-Label, ohne Geld – aber mit einem unerschütterlichen Glauben an sein eigenes Talent.
Marcus Füreder vulgo Parov Stelar ist verständlicherweise müde. Er brachte eben zwei Monate Festival-Stress hinter sich. Pause? Keine Zeit: Das neue Album „The Art of Sampling“ muss beworben werden. Anfang November steigt der ElektroswingPionier dann wieder in Tourbus und Flugzeug: 13 Konzerte stehen bis Ende des Jahres noch auf dem Terminplan, unter anderem in Seoul, Südkorea. „Allmählich nimmt die Sache ungesunde Formen an“, sagt Füreder, der sich selbst einen „kreativen Workaholic“ nennt. Das heißt: Er sucht 24 Stunden am Tag in bester Indiana-Jones-Manier jenen Sound, der für ihn „zu 100 Prozent Sinn“ ergibt. Dabei dreht der Linzer schon mal zeitlose Klassiker durch den Fleischwolf. Für „Keep On Dancing“, die erste Single auskopplung des aktuellen Longplayers, bildet etwa „Got to Give It Up“ von Soul- Legende Marvin Gaye das Fundament. Füreder: „Das war ein respektvoller Zerstörungsprozess. Du darfst so einen KultSong nie zu sehr verherrlichen, sonst entwickelst du Berührungsängste.“ Der neutrale Hörer wundert sich: Wo sind die bekannten Bläser-Arrangements, das Saxophon, die Jazz-Samples der zwanziger oder dreißiger Jahre? Warum kommt Parov Stelar immer häufiger ohne die bewährte Erfolgsrezeptur aus, die internationale Chart-Hits wie „Catgroove“ oder „Booty Swing“ zeitigte? „Wenn mir nichts Neues mehr einfiele, wäre das mein künstlerisches Todes urteil“, antwortet Füreder, dem musikalische Rastlosigkeit in den Genen zu sitzen scheint. 2003 gründete er die Platten firma „Etage Noir“ – aus purer Verzweiflung, da kein Major-Label Interesse an einer Zusammenarbeit zeigte, trotz ausverkaufter Konzerte in Mexico City oder 62
Istanbul. Das Startkapital verdiente sich der Jungunternehmer als Grafiker und Maler: „Ich habe damals neben der Musik wie ein Irrer gearbeitet und Galerien angebettelt, meine Bilder zu kaufen.“ Zehn Jahre später passt Füreders Vita auf keine A4-Seite mehr. Auftritte vor bis zu 45.000 Fans, Werbespots für Unternehmen wie Chrysler, über 600.000 Facebook-Fans, 23 Millionen abgespielte Tracks auf Last.fm – nur sechs Millionen weniger als Österreichs (noch) unangefochtene Nummer eins, Wolfgang Amadeus Mozart. Neben seinem Brotjob als Weltstar fördert Producer Füreder mit Etage Noir junge, aufstrebende Künstler, wie die Elektrohouse-Band A. G. Trio: „Ich bin
„Wer erfolgreich ist, vereinsamt mit der Zeit.“ kein Samariter, aber auch kein ausschließlicher Businessman. Mir geht es hauptsächlich darum, sagen zu können: Ich habe junge, glaubwürdige Künstler unter Vertrag. Das stärkt auch meinen Namen.“ Mittlerweile beschäftigt der bald Neun unddreißigjährige fünf Mitarbeiter. Die klassische Chefrolle ist ihm dennoch zuwider, obwohl seine erste Unternehmensregel eine pragmatische ist: Zu spät kommen ist tabu! „Das sind Minuten, die du sinnlos opferst, meist auf Kosten des Privatlebens“, sagt Füreder, der seines pflegt. Seine Frau Lilja Bloom (die Sängerin lieh einigen Hits von Parov Stelar die Stimme, etwa „Coco“) und sein einjähriger Sohn Max – „Er liebt es, auf dem Klavier herumzuhämmern“ – sind der Grund, war-
um Füreder nie überlegte, seine Heimat zu verlassen. Der Zweitwohnsitz auf Mallorca dient nur als Krafttankstelle: „Dort kann ich abschalten. In der Öffentlichkeit fühle ich mich nämlich sehr unwohl.“ „Wer erfolgreich ist, vereinsamt mit der Zeit“, sagt Füreder, „weil jeder was von dir will – und weil jedes Wort von dir in die Waagschale gelegt wird.“ Er ist es mittlerweile gewohnt, dass ihm (ehema lige) Freunde vorwerfen, sein Erfolg habe ihn verändert. Die Beziehung zu seinem Vater war jahrelang aus einem anderen Grund abgekühlt: Der Senior war von der Berufswahl des Juniors alles andere als begeistert – bis zum Amadeus Music Award 2013. Da räumte Füreder beim wichtigsten Musikpreis Österreichs drei Trophäen ab, darunter die für das Album des Jahres. Füreder: „Erzählte ich meinem Papa früher: ‚Hey, ich habe in Paris vor 35.000 Leuten gespielt!‘, waren das nur abstrakte Bilder für ihn. Nach den Amadeus Awards verstand er endlich, was ich als Musiker erreicht habe.“ Anerkennung ist aber längst nicht der einzige Grund, warum Marcus Füreder noch immer wie ein Besessener an neuen Alben arbeitet und mehr Zeit auf Bühnen verbringt als daheim: „Ich glaube, man muss als Künstler reifen – und mein bestes Album ist noch nicht produziert.“ Außerdem will er Sohn Max in ein paar Jahren herrliche Tour-Anekdoten erzählen. Zum Beispiel diese: „Wir waren in Russland – da sind die Leute ja bekanntlich etwas kühler. Wir gehen in die Halle rein, ich bin super drauf und sage zu jedem: ‚Hello, good morning‘, wie es sich gehört. Plötzlich dreht sich eine Frau zu mir und meint: ‚Grins nicht so blöd. Sonst glauben die Leute noch, du bist debil.‘“ www.parovstelar.com the red bulletin
gerd schneider
Text: Manuel Kurzmann
Name Marcus Füreder, besser bekannt als Parov Stelar Geburtsdatum 27. November 1974 Wohnorte Linz, Österreich; Palma de Mallorca Discografie „Rough Cuts“ (2004) „Seven and Storm“ (2005) „Shine“ (2007) „Coco“ (2009) „The Princess“ (2012) „The Invisible Girl“ (2013) „The Art of Sampling“ (2013) Privat Füreder ist verheiratet mit der Sängerin Lilja Bloom. Ihr gemeinsamer Sohn Max ist ein Jahr alt.
Red Bull Elements: Das ist der Härtetest für (diesmal) 55 Vier-Mann- bzw. -FrauenTeams. Die Ruderer im Einer eröffnen den Staffel bewerb, ihnen folgen die Trailrunner, die Paragleiter und die Mountainbiker.
Kampf der
Elemente H i m m l i sc h sc h ö n es S etti n g , h öl l i sch harte r Ta g : Ei n S taffe l re n ne n ve rsa m m e l t R u d erer , Trailr u n ner , Par ag lei ter u n d Mou ntain b iker d er W elt k lasse a n e i n e m i d yl l i sch e n Be rg se e. Th e Re d Bu l l eti n hat s i c h i n d e n W i n d sc h atte n d e r Beste n g e häng t. T e xt: Ét i e n n e B o n a m y
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dom daher/red bull content pool
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in aufgescheuchtes Wildschwein schwimmt auf eine Klippe zu, weiter draußen wiegen sich Fischerboote auf den Wellen. Sonst stört nichts die Ruhe des Lac d’Annecy, während die Sonne langsam hinter dem Tournette hervor kommt. Es ist ein spätsommerlicher Samstagmorgen im September hier im Osten der französischen Alpen, südlich des Genfer Sees, nördlich des Mont Blanc. Postkartenidylle, Kirchenglocken. Noch. Schon bald werden Hubschrauber geknatter und der Knall einer Startpistole die Stille zerreißen. 55 Ruderer werden ihre Boote von einem Ponton vor dem Ufer von Talloires abstoßen und damit einen einzigartig herausfordernden MultisportEvent eröffnen. Die Ruderer haben eine Strecke zu absolvieren, die entlang von Bojen durch den See führt. Zurück in Talloires, müs sen sie aus dem Wasser steigen und mit ihren Booten auf dem Rücken durch die Dorfstraßen bis zum Fuß des 2351 Meter hohen Bergs Tournette laufen. Dort übergeben sie an das zweite Mit glied ihrer jeweiligen Vier-Mann-Teams, den Trailrunner. Am Gipfel des Tournette beginnen Paragleiter die dritte Etappe des Rennens, fliegen hinunter zu den Mountainbikern, die ins Ziel nach Talloires radeln, nachdem sie zuerst den Berg hinaufgefahren sind und sich dann hals brecherisch wieder ins Tal gestürzt haben. Das Rennen heißt Red Bull Elements. Die Schnellsten erreichen das Ziel üblicher weise in fünf Stunden, das langsamste Team braucht neun Stunden. Unter den 220 Teilnehmern im dies jährigen Rennen sind einige Athleten, die in ihren Disziplinen zur Weltklasse ge hören. „Doch keiner von uns ist hier, um für sich selbst Erfolg zu haben“, sagt der Franzose Christophe Bassons, Mountain biker des Teams Mag Aviron Champion 66
Im Uhrzeigersinn: Mountainbiker Fried rich Dähler verhilft seinen Swiss Bulls zu Platz elf. Guillaume Chatain hebt ab in Richtung Lac d’Annecy (seine Salomon Bulls verpassen knapp das Podium). Julien Bahain, Bronzemedaillen gewinner im Doppel vierer bei den Olym pischen Spielen in Peking, hat eine ordentliche Führung herausgerudert.
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Stef Cande/Red bull content pool, dom daher/Red bull content pool, Alexandre Buisse/Red bull content pool
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Der Aufsteiger des Jahres D ie he ra us ra g e nd e E inze lle istung d es Re d B ull E le m e nts 2 0 13 vollb ra chte d e r 26 - jä hrig e Kata la n e K ília n J ornet a uf d e m Tra ilrunning -Te ilst ü c k .
THE RED BULLETIN: Was ist deine Motivation, bei Red Bull Elements mitzutun? KíLIAN JORNET: Mir geht es um das gemeinsame Erlebnis mit Freunden und um den Spaß. Du triffst Athleten, deren Sportarten dir neu sind. Und weil es ein Staffellauf ist, läufst du auch für andere. Dein Team hatte letztes Jahr gewonnen, diesmal wurdet ihr Fünfter … 2012 lagen wir nach dem Rudern an siebenter Stelle, dieses Jahr auf Platz 31 – auch das macht den Wettkampf so aufregend. Du gibst alles für deine Mannschaft (Jornet überholte beim Trailrun 28 Läufer, Anm.). Es ist nicht wie ein normaler Wettlauf, bei dem es nur um dich und deine Rivalen geht. Hier geht es um dich und dein Team.
2012 hast du den Rekord für die Trailrunning-Strecke aufgestellt: 79:59 Minuten. 2013 liefst du als Schnellster 81:30. War es diesmal schwieriger? Ich liebe technische Strecken, aber diesmal war der Boden rutschiger. Speziell in den höher gelegenen Ab schnitten, wo ich sonst am besten bin. In deinem Projekt „Summits of My Life“ möchtest du die höchsten Gipfel der Welt in Rekordzeit bezwingen. Welche fehlen noch? Nach dem Elbrus im Kaukasus plane ich fürs Frühjahr 2014 den Mount Mc Kinley in Alaska, dann will ich im Win ter nach Argentinien zum Aconcagua fahren, und 2015 ist der Everest dran. Ich habe aber keinen genauen Zeitplan. Letztlich entscheiden die Berge.
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System. Als ehemaliger Teilnehmer der Tour de France weiß er noch immer, wie man ans Limit geht. Er fuhr für die Teams Festina und Française des Jeux und läuft jetzt, im Alter von 39, auch Marathons. „Schon als Radprofi habe ich mich lieber fürs Team gequält als für mich selbst.“ Bassons’ Teamkollege Julien Bahain erruderte bei den Olympischen Spielen in Peking Bronze für Frankreich im Doppel vierer. „Hier hat nicht jedes Boot seine eigene abgegrenzte Bahn“, sagt er, fragt man ihn nach der besonderen Heraus forderung des Rennens auf dem Lac d’Annecy. „Und bei mehr als fünfzig
tartern heißt das von Anfang an Kampf. S Wichtig ist es, vorne wegzukommen. Das werde ich versuchen und die ersten zwei Kilometer richtig Tempo machen.“ Bahain tut, was er sich vorgenommen hat. Er startet wie bei einem Sprint, beschleunigt sein Boot mit jedem Ruder schlag. Nach ein paar hundert M etern liegt er tatsächlich vorne – nach den ersten paar hundert Metern einer 11,7 Kilometer langen Schleife. Bahains direkte Verfolger bleiben dran, der Niederländer Mitchel Steenman und der Schweizer Simon Niepmann, beide Medaillengewinner bei der letzten WM in Südkorea. the red bulletin
domdaher/Red bull content pool, damien rosso/Red bull content pool
„W ir sind meh r a ls 50 Ru der er . W ir h a ben keine a bgetrenn ten B a hnen. Es i st vo n A n fa ng a n ein K a m p f.“
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ie Stars matchen sich an vorderster Front; der Abstand des rest lichen Felds wächst mit jedem Ruderschlag. „Man darf sich von der Konkurrenz nicht von seinem eigenen Tempo abbringen lassen“, sagt Marc Fonta, ein ClubRuderer aus Marignane im Süden Frankreichs. Dennoch brennen die Muskeln in seinen Oberarmen längst, als er immer noch auf dem See kämpft und Bahain bereits andockt und als Erster die 1200 Meter lange Laufstrecke durch die Straßen von Talloires in Angriff nimmt, mit dem acht Meter langen und vierzehn Kilogramm schweren Boot auf der Schul ter. „Das ist etwas völlig Ungewohntes für uns. Kein Ruderer trainiert dafür, mit dem Boot zu laufen“, sagt Bahain, während er ein Stück Schaumstoff her vorholt, das er zum Schutz auf seinem R ücken montiert. Julien Bahain führt eine Karawane aus erschöpften Männern und Frauen durch verschlungene, enge Wege an. Sie alle ver suchen, schnell zu sein und trotzdem ihre wertvollen Boote nicht zu beschädigen. Ihr Ziel ist der aufblasbare Zielbogen, der den Beginn der zweiten Etappe markiert. Bahain übergibt an seinen Teamkollegen Cédric Fleureton, einen erfahrenen Tri athleten, der in Richtung Gipfel des Tour nette losläuft. Als Fünfter geht Alexis Sevennec, einer von Frankreichs besten Trail-Läufern, für das Team Scott ins Ren
Oben: Trailrunner auf dem Weg zur Übergabe an die Paragleiter am Gipfel des Tournette. Rechts: Der Franzose Sacha Devillaz vom Team Ravanel & Co am Ende der elf K ilometer langen Berglaufstrecke – und auch am Ende seiner Kräfte.
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nen. Schon nach ein paar Schritten wird der steinige Anstieg so steil, dass die Zu schauer neben der Strecke den Atem der Läufer hören können. Der Weg windet sich den Berg hinauf, ehe er im Wald über Talloires verschwindet. Der gesamte Auf stieg überwindet auf elf Kilometer Länge etwa 2000 Höhenmeter. Kílian Jornet zappelt noch in der Über gabezone. Eigentlich wollte der Spanier, ein ehemaliger Weltmeister im Skitouren gehen und Berglaufen, längst auf dem Weg sein. Mehr als die Hälfte seiner Konkurrenten sind schon auf der Strecke, als Jornets Partner Jérémy Pouge mit seinem Boot auf dem Rücken angekeucht kommt. Nur Platz 31 nach dem ersten Bewerb für das Team Altitude aus Font Romeu im Languedoc, für die Favoriten, die Startnummer 1 des Red Bull Elements 2013, die Sieger des Vorjahres. In der Nähe des Restaurants Chalet de l’Aulp verlassen die Läufer den Wald, die Steigung wird immer brutaler und steigert sich beinahe ins Lotrechte. Jetzt ist Jornet in seinem Element. Fünfzehn seiner Rivalen hat er bereits auf der Waldstrecke überholt, noch einmal so viele sind vor ihm. Jornet beschleunigt unbeeindruckt von der Steilheit, und nur die Rutschig keit des Wegs direkt unter dem Gipfel ver hindert, dass er auch die beiden führen den Läufer noch attackiert: Die letzten Meter zur Wechselzone müssen die Läu fer auf Leitern überwinden, die an die Felswand geheftet sind. Cédric Fleureton – er hat am Ende die drittschnellste Laufzeit des Tages mit 85 Minuten und 23 Sekunden – konnte
Schwindelnde Höhen Was g e nau ste c kt h i nte r d e m Wettkam pf d e r v i e r D i sz i p l i n e n u n d d re i E l e m e nte? Die Inspiration für Red Bull Elements heißt Red Bull Dolomitenmann, jenes extreme Staffelrennen bestehend aus Berglauf, Paragleiten, Kajakfahren und Mountainbiking, das diesen September in den Ost tiroler Dolomiten zum inzwischen 26. Mal die „Härtesten unter der Sonne“ ermittelte. „Uns war bald klar, dass Talloires am Ufer des französischen Lac d’Annecy ein idealer Austragungsort für eine solche Veranstaltung ist“, sagt Ludovic Valentin, Koordinator des Red Bull Elements. Beim Debüt im Jahr 2011 wurde das Rennen im Mai ausgetragen. „Wir dachten, der Termin wäre wegen der längeren Tage wettermäßig besser“, sagt Valentin. Der große Nachteil: Der Mai-Termin kollidiert mit der Hochsaison der meisten Teilnehmer in den vier Wettkampf-Disziplinen. Bereits 2012 wurde der Bewerb daher in die Nachsaison Mitte September verschoben. Die Vierer-Teams finden sich häufig übers Internet, über Social Media und Online-Foren. In manchen Fällen lernen die Teammitglieder einander erst vor Ort kennen, wenn sie ein paar Tage vor dem Event anreisen.
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Antoine Bouqueret muss die Mountainbike-Etappe nach einem Sturz ohne Sattel beenden.
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die Führung behaupten, und deshalb geht der Franzose Hervé Franchino vom MagAviron-Champion-System-Team als Erster auf die Paragleit-Strecke. Bergläufer Alexis Sevennec hat an Fleuretons Vorsprung so genagt, dass Team Scott jetzt auf dem zweiten Platz liegt. „Dabei war ich zuletzt etwas krank“, erzählt Sevennec. Letzte Woche war er schon einmal hier, um sich den Aufstieg genauer anzusehen: „Ich liebe dieses Gelände.“ Jetzt kann er sich zurück lehnen und den Ausblick genießen. Die Paragleiter müssen auf ihrer Etappe drei Starts und Landungen absolvieren,
die Flugzeit beträgt jeweils rund acht Minuten. Der finale Landeplatz ist eine bloß zehn mal zwölf Meter große Plattform im Hafen von Talloires. Manche Paragleiter verfehlen die Plattform und landen im See. Ein paar Meter müssen die Paragleiter auf der Landebrücke laufen, ehe sie die Mountainbiker abklatschen, für die letzte der vier Teilstrecken des Bewerbs. Alexis Chenevier (Scott), Fabien Canal (Innov8 Cyclexperts) und Gregory Doucende (Altitude) starten Rad an Rad. Chenevier war schnellster Biker beim Red Bull Elements 2012, sein Team belegte the red bulletin
alexandre buisse/red bull content pool
„Es ist eine der h ärtesten Strecken, die ich kenne. Bei der Abfahrt bin ich mehr als einmal ausgerutscht, und ich bin jedes Mal erschrocken.“
Ita l i en
damals Platz vier. Doch Speed ist längst nicht alles auf einer Strecke wie dieser: 23½ fordernde Kilometer, 1400 Meter Höhenunterschied, Geröll, Wurzeln, Schlamm. „Es ist eine der härtesten Strecken, die ich kenne“, sagt Chenevier. „Ich bin ziemlich erschrocken, als ich bei der Abfahrt immer wieder ausgerutscht bin.“ Trotzdem quert Chenevier die Ziellinie kurz nach 14 Uhr als Erster, nach fünf Stunden, drei Minuten und 29 Sekunden. Zehn Minuten mehr als die Siegerzeit vom Team Altitude im letzten Jahr, aber das kümmert jetzt grad keinen. Viel wichtiger ist: Team Scott ist eine Minute und 45 Sekunden vor den zweitplatzierten Innov8 Cyclexperts im Ziel. Dahinter holt Christoph Bassons – er blutet aus einem langen, tiefen Schnitt an seinem Arm – für seine Mannschaft Mag Aviron Champion System den dritten Platz. Jede neue Zielankunft schreibt nun eine neue Geschichte: Einer ist gestürzt und hat sich etwas gebrochen. Viele Fahrer humpeln. Bei anderen sind die Reifen platt oder ist die Schaltung kaputt. MTBSpezialist Antoine Bouqueret kommt als Siebenter ins Ziel, den Tränen nahe. Ihm
Michel Lanne vom Team Salomon Bulls auf dem Weg zur sechstbesten Zeit auf der Laufstrecke.
war bei einem Sturz der Sattel gebrochen. Zu Beginn der Rad-Etappe hatten er und sein Team Asics noch eine Chance auf einen Podiumsplatz gehabt. „Es ist hart, gegen solche Jungs auf einer Strecke wie dieser anzutreten“, sagt Fanny Bourdon, die Radfahrerin der
Funny Girls, des einzigen Teams, das aus vier Frauen besteht. Die Girls erreichen den mehr als respektablen 35. Platz. Fannys Teamkollegin Laurie Genovese stimmt ihr zu. Die höchstplatzierte Frau der Paragliding-Weltmeisterschaft 2013 zeigt einen provisorischen Verband um zwei heftig verstauchte Finger: „Das ist am Berg beim Wechsel passiert.“ Drei Stunden und 56 Minuten nachdem Alexis Chenevier sein Tagwerk beendet hat, kreuzt Jessy Wastiaux als Letzter die Ziellinie. Mit einer Finisher-Zeit von 9:00:19 Stunden, die seinem Team Jean Jambele tronc jedoch wenig bis nichts bedeutet. Was zählt, ist, ans Ziel gekommen zu sein – und die Vorfreude aufs nächste Jahr. Mehr auf: www.redbull.at
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Wie man einen König
stürzt Er blamierte Garri Kasparow, modelte mit Liv Tyler, schläft gern etwas länger und pfeift auf Computer: Ab 7. November kämpft Schach-Genie Magnus Carlsen in Indien um den WM-Titel. Uns hat er seinen Plan verraten. Text: Andreas Rottenschlager Bilder: Markus Jans
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in Sommertag in Stabbestad, Norwegen, 9.30 Uhr: Magnus Carlsen schläft. Wer den stärksten Schachspieler der Welt sprechen möchte, ist definitiv zu früh dran. „Magnus wird erst in einer Stunde aufstehen“, sagt sein Manager Espen Agdestein, Ende vierzig, Schultern wie ein Bodyguard. Espen sitzt in der Lobby des Kragerø Resort Hotels, zwei Autostunden südwestlich von Oslo, und passt auf. Vor der gläsernen Eingangstür starten die ersten Golfbuggys Richtung erstem Abschlag, der Spa-Bereich füllt sich mit Gästen. Im ersten Stock dreht sich Magnus Carlsen derweil noch einmal im Bett um und kuschelt sich in seine Decke. Anfang August 2013 bereitet sich der Führende der Schach-Weltrangliste in Stabbestad auf sein erstes WM-Turnier vor. Der Norweger Magnus Carlsen, 22, ein junger Mann mit breitem Kinn und harten Gesichtszügen, gilt als größtes Talent seiner Generation. Mit einer Elo-Zahl von 2872 (der Wert berechnet sich aus TurnierErgebnissen; Anm.) hält er den Rekord für die höchste je gemessene Spielstärke. Seine Bedeutung geht jedoch über das Schachspiel hinaus: Das „Time“-Magazin
Schachgroßmeister Magnus Carlsen: ein Gedächtnis wie ein Fotoapparat, eine Ausdauer wie ein Marathonläufer
wählte ihn im April unter die hundert wichtigsten Personen der Welt. Ab 7. November kämpft Carlsen gegen den Inder Viswanathan Anand in dessen Heimatland um den Weltmeistertitel. Anand, ein freundlich blickender Brillenträger und Experte für Eröffnungstheorie, verteidigt seine WM-Krone seit 2007 erfolgreich. Carlsen will den Dreiundvierzigjährigen vom Thron stoßen. Im Kragerø Resort Hotel entsteht sein Schlachtplan. Die Vorbereitung beginnt an diesem Tag um 10.30 Uhr mit einem Frühstück. Carlsen löffelt Müsli, wirkt verschlafen. Tiefe Ringe sitzen unter seinen Augen. Um elf Uhr verschwindet er in einen fensterlosen Raum im ersten Stock, zum Schachtraining. Sein Denkerzimmer ist kaum größer als eine Abstellkammer. Drinnen ein Tisch, vier Stühle, eine leere Flipchart. Sind keine Journalisten anwesend, brüten zwei Schachgroßmeister aus Russland mit Carlsen an einer Strategie gegen Anand. Wichtigste Aufgabenstellung des Trios: wie Carlsen, der seinen Turbo stets zwischen Mittel- und Endspiel zündet, den Eröffnungsspezialisten Anand knackt. Die Namen der Sekundanten? „Geheim“, sagt Manager Espen lapidar. Nachdem Carlsen sich in der Denkerklause zwei Stunden den Kopf zermartert hat, wuchtet er im Fitnessstudio Gewichte – eine Stunde, ohne fixen Trainingsplan. Als Schachspieler brauche er die Ausdauer eines Marathonläufers, sagt er. Manager Espen ergänzt: „Wer nicht fit ist, wird müde. Wer müde wird, macht Fehler.“ Um 15 Uhr nimmt sich Carlsen Zeit für ein Interview. Der stärkste Schachspieler der Welt trägt Jesus-Sandalen, einen quietschgrünen Pulli und kurze Hosen. Er sitzt mit kerzengeradem Rücken am Tisch und fixiert sein Gegenüber.
in Reykjavík zum ersten Mal gegenübersaß. Mit seinem grauen Kapuzenpulli und einer Orangensaftflasche in der Hand sah Carlsen aus wie ein Volksschüler. Kasparow erschien eine halbe Stunde zu spät. Er grüßte kurz und stützte seine Ellenbogen auf die Tischplatte. Carlsen zog überlegt. Kasparow vergrub den Kopf in seinen Händen. Während einer Nachdenkpause des Russen schlenderte Magnus an den Nebentisch, um die Partie seiner Nachbarn zu beobachten. Am Ende rang Carlsen Kasparow ein Remis ab. „Teenager blamiert Schachgott“ – die Zeitungen hatten ihre Schlagzeile. Kasparow verließ den Saal damals ohne Glückwünsche, Magnus feierte mit seinen Eltern bei McDonald’s. Fünf Jahre danach konnte Magnus’ Vater Henrik Kasparow als Trainer für seinen Sohn gewinnen. Der Russe öffnete Carlsen junior seine Datenbank, beriet ihn während wichtiger Turniere am Telefon. Nach einem Jahr endete die vielversprechende Kooperation. Kasparow beklagte die lasche Disziplin des Wunderknaben, Carlsen sprach von „Auffassungsunterschieden“. Einer davon: Carlsen meidet Computer, wo er nur kann. Im Zeitalter computergestützter Analysen eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. „Was hast du von Kasparow gelernt?“ „Er konnte in den Zügen seiner Gegner Muster erkennen. Auch bei Exzentrikern
Zum Interview kommt der stärkste Schachspieler der Welt in quietsch grünem Pulli, Shorts und Sandalen. wie Wassil Iwantschuk (Vizeweltmeister aus der Ukraine; Anm.) oder Alexander Morosewitsch (russischer Großmeister; Anm). Da habe ich gemerkt, dass er über allen anderen Großmeistern steht.“ „War Kasparow am Brett schwer zu lesen?“ „Nein, er schüttelte ja jedes Mal den Kopf, wenn er einen Fehler machte.“ „Was bedeutet das Kopfschütteln?“ „Ich glaube, gar nichts. Schachspieler sind notorisch paranoid. Solche Gesten werden zu sehr interpretiert.“ Carlsen erzählt, er könne die Schlüssel züge seiner 2500 Turnierpartien aus dem Gedächtnis nachspielen. Videos zeigen, wie er simultan gegen zehn Gegner antritt und ihnen dabei den Rücken zuwendet. Er kontrolliert 320 Figuren – ohne eine einzige davon zu sehen. „Wie funktioniert deine Merktechnik?“ „Ich speichere die Stellungen am Brett.“
I. Genie
„Magnus, was war dein schlechtestes Schulfach?“ „Naturwissenschaften. Da habe ich schnell das Interesse verloren.“ „Dein bestes Fach?“ „Fremdsprachen. Meine Aufsätze bringen mich noch heute zum Lachen.“ Carlsen grinst. Er spricht Englisch, mit kaum hörbarem Akzent. „Was ist wichtiger für einen Schachspieler: Kreativität oder gutes Gedächtnis? „Kreativität wird sicherlich am meisten unterschätzt“, sagt Carlsen. „Garri Kasparow hatte ein ausgezeichnetes Gedächtnis – aber das allein war nicht ausschlag gebend für seinen Erfolg.“ Apropos Kasparow: Carlsen war dreizehn, als er dem einstigen russischen Weltmeister bei einem Schnellschach-Turnier 74
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WM-Herausforderer Magnus Carlsen beim Beachvolleyball-Training in Norwegen: „Ein toller Sport für Schachspieler.“
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Laut „New York Times“ verdiente Carlsen im Vorjahr 1,2 Millionen Dollar. In Sachen Medienpräsenz hat er GroSSmeister wie Garri Kasparow längst abgehängt. „Denkst du dir Geschichten aus zu den Stellungen, um sie dir besser zu merken?“ „Nein, ich speichere sie – wie ein Foto apparat.“ Jetzt wirkt Carlsen gelangweilt. Denkt er gerade an Schach? Paradieren Figuren durch sein Hirn? Wie hält er sich den Kopf frei? Die Schachgeschichte kennt einige Genies, denen das Spiel letztlich den Verstand raubte. Wilhelm Steinitz, erster Weltmeister aus Wien, glaubte gegen Ende seines Lebens, er könne Figuren mittels elektrischer Ströme aus seinem Körper verschieben. Bobby Fischer ließ sich seine Zahnplomben entfernen, aus Angst, der KGB könne Mikrowellensender darin versteckt haben. Magnus antwortet: „Es ist schwierig, Schach aus meinen Gedanken zu verbannen – aber man kann ein gutes Leben führen, während man viel über Schach nachdenkt.“ Wenn ihm nach Abwechslung ist, schaut er die Comedy-Serie „Curb Your Enthusiasm“ oder spielt eine Runde Golf. Laut „New York Times“ verdiente er im ver gangenen Jahr 1,2 Millionen Dollar mit Schachspielen und aus Werbeverträgen. Geht es um Medienpräsenz, hat Carlsen Kasparow längst abgehängt: Die Presse reißt sich um sein Gesicht. 76
II. Popstar
„Hast du Liv Tylers Telefonnummer noch?“ „Nein.“ „Warum nicht?“ „Ich speichere nur wenige Nummern, weil ich mein Handy ständig verliere.“ 2010 warb Carlsen gemeinsam mit der Hollywood-Schauspielerin für die niederländische Modemarke G-Star. Starfotograf Anton Corbijn schoss die Bilder zur Kampagne. Sie zeigen einen finster dreinblickenden Carlsen, der einen Geldeintreiber bei den „Sopranos“ spielen könnte – oder einen zornigen Matt Damon in der Frühphase seiner Karriere. Seiner WerbePartnerin Liv Tyler gab Carlsen SchachNachhilfe. Facebook-Fotos zeigen ihn beim Spiel gegen Investor Warren Buffett und Nu-Metal-Rapper Fred Durst („Buffett war schwerer zu schlagen“). Der Schachpromoter Andrew Paulson nennt Carlsen „ein Gegenmittel zu alten, schrulligen Russen, deren Name mit K beginnt“. Paulson soll den Schachsport für ein TV-Publikum attraktiv machen. Als er deshalb 2012 vorschlug, die Herzfrequenz der Spieler auf Bildschirme zu übertragen, lehnten die meisten Profis ab. Magnus Carlsen findet die Idee toll: „Ich wüsste meinen Herzschlag selbst gern.“
Anfang November wird Carlsen mit Leibarzt und Koch nach Chennai an den Golf von Bengalen reisen, wo er im Festsaal des Hyatt-Hotels auf Weltmeister Anand trifft. Er wird versuchen, den König zu stürzen. Sieger ist, wer als Erster mindestens 6,5 Punkte erreicht (bei zwölf Par tien; bei Gleichstand gibt’s ein Tie-Break). Es wäre interessant, zu wissen, wie schnell Carlsens Herz dabei schlägt.
III. Krieger
„Trainierst du schon dein Pokerface?“ „Nein. Du lernst, gelassen zu bleiben, indem du Turniere spielst.“ „Anand sagt, er analysiere den Atem seiner Gegner, um herauszufinden, wie sie sich gerade fühlen.“ „Ich weiß genau, wie sich Anand fühlt. Ich kann ihn mittlerweile gut lesen.“ Carlsen sagt, es gebe keine Psychotricks mehr bei Turnieren, wie sie etwa Bobby Fischer 1972 im WM-Kampf gegen Boris Spasski auspackte, als er sich nachts in Spasskis Zimmer schlich oder seinen Sessel nach Island einfliegen ließ. Dennoch lesen sich Carlsens Facebook- und Twitter-Postings wie Lehrstücke in subtiler Kriegsführung. Schachkenner sind sich einig, dass Carlsens körperliche Fitness gegen Anand schlagend werden wird. Und Carlsen nährt sein Image als Kraftprotz auf allen Kanälen. Fotos auf Twitter zeigen, wie er Jet-Ski fährt, Basketball spielt oder mit nacktem Oberkörper auf einem Fünfmeter brett posiert. In einem Facebook-Video zerstört er den französischen BlitzschachChampion Laurent Fressinet in einer 2½-Minuten-Partie. Züge seines Gegners kommentiert Carlsen mit „Zu schwach!“und „Zu langsam!“-Zwischenrufen. Manager Espen sagt: Natürlich seien das auch Signale an Anand. Carlsen ist der Meinung, man müsse nur schnell und selbstbewusst ziehen, um einen Gegner unter Druck zu setzen. Um 16 Uhr verabschiedet sich das Schachgenie und lässt sich im Golfbuggy Richtung Beachvolleyballplatz chauf fieren. Dieser Sport ist Bestandteil seines Trainings – „ideal für Schachspieler“, sagt Carlsen. Beim Match am Fjord von Kragerø ist er der einzige Spieler, der sein T-Shirt auszieht. Er smasht mit seiner starken rechten Hand. Im zweiten Satz retourniert er einen Ball, nicht ganz regulär, per Fallrückzieher ins gegnerische Feld. Zwei Kamerateams und drei Fotografen umschwirren, Bienen gleich, den halbnackten Carlsen. Vielleicht landet eines der Fotos ja später auf Facebook. FIDE Schachweltmeisterschaft 2013: 7.–28. November, Chennai, Indien; www.fide.com
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LAUTSTÄRKE ZUM LESEN
#33 OKTOBER 2013
HAIL TO THE METAL KINGS
AVENGED SEVENFOLD VOR GENUSS GUT SCHÜTTELN
FLOGGING MOLLY WIEDERGUTMACHUNG
PLACEBO MUSIK AUS DEM UNTERGRUND
ADAM GREEN HERO GADGETS
HABEN MUSS
MUSIKALISCHE LECKERBISSEN
NEW HOT SHIT ROB HOLLIDAY
WILD STYLE
Dreh deinen eigenen Music‑Clip im Club: mit dem Sony HDR-MV1, Seite 86
Dein Programm im November
Ac t i o n ! R E i s e n / E q u i p m e n t / P a r t y / W o r k O u t / c i t y g u i d e / MUSI k / E v e n t s / TV
Mit der Kraft des Gesäßes Die unorthodoxen Trainingsmethoden des Triathleten Courtney Atkinson (kann man auch selbst versuchen).
Mark Watson/Red Bull Content Pool
Training, Seite 83
Courtney Atkinson in voller Fahrt, angetrieben von der Power des Gluteus maximus
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Action!
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Profi-Gear
Was sonst noch zu Bestzeiten verhilft Anpassungsfähig Die Atomic X 20 EGABindung lässt sich schnell und gut auf Fahrer und Renn strecke abstimmen.
Marcel Hirscher, Slalom-Weltmeister 2013, zweimaliger Gewinner des Gesamtweltcups
Der PistenRocker
Fehlerverzeihend Bei Belastung hebt sich die Schaufel leicht an – was Verkanten verhindert.
Troop SL M. Hirscher Rennhelm in robuster Halbschalen konstruktion, mit abnehmbaren Ohrenteilen. 500 Gramm leicht. www.atomic.com
Ski Alpin Was braucht ein Weltmeister für den Sieg? Marcel Hirschers Equipment im Check. „In Sachen Material gleicht der Ski zirkus der Formel 1“, sagt Skistar und Motocross-Fan Marcel Hirscher, „täglich werden Details hinterfragt, Set-ups verbessert. Material ist heute so wichtig wie der Athlet.“ Mit den Slalom-Skiern, mit denen er in der Saison 2012/13 in jedem der neun Weltcup-Torläufe aufs Podest fuhr, setzte Hirscher neue Maßstäbe. Denn: Er selbst war an der Entwicklung des Redster SL Icon Series beteiligt. Merkmale: Rocker-Bauweise und eine spezielle Taillierung – zugeschnitten auf Hirschers Fahrstil. Das Design? „Helm, Schuh, Bindung und Ski bilden optisch eine Einheit“, so Hirscher, „genau wie bei den Motocrossern.“ www.marcelhirscher.at
Eigens für Slalomrennen entwickelt. Mit Protektoren aus Silikon und Keramik im Innenfutter. www.reusch.com
redster pro 130 Das extrasteife Carbon-Heck dieses Schuhs ermöglicht optimale Kraftübertragung auf den Ski. www.atomic.com philipp forstner, Atomic (3), reusch
Aggressiv „Extrem wendig, mit brutalem Zug auf der Kante“, so Hirscher über seine „Wunder latten“. Im Inneren: ein hochwertiger Holzkern und Titaneinlagen.
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Reusch- Handschuhe
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Action!
Feierabend
Tricks für den Mix Drei goldene CocktailRegeln von Julien Defrance
1
„Nehmen Sie Abstand davon, zu Hause eine echte Cocktailbar aufzuziehen. Konzentrie ren Sie sich besser auf ein bis zwei Kult-Cocktails und machen Sie die dafür richtig gut.“
Julien Defrance, 34, ist Frankreichs erklärter Cocktail-König.
Trinken wie Gott in Frankreich
Fabien Breuil (5), SHUTTERSTOCK
Florian Obkircher
PARIS In den USA wurde er erfunden, aber in Paris schmeckt er am besten: der Cocktail. Chef-Mixologe Julien Defrance erklärt, warum und wo genau. Was einen guten Cocktail ausmacht? Ganz einfach: Der Gast darf den Alkohol nicht schmecken – und die Einzelzutaten nicht erkennen. „Ein richtiger Cosmopolitan schmeckt nicht nach Wodka, Triple Sec oder Cranberrysaft. Er schmeckt nach Cosmopolitan“, sagt Julien Defrance. Der Vierunddreißigjährige ist Frankreichs Cocktail-König. Er kreiert Drinks für die namhaftesten Bars der Welt, seine CocktailConsulting-Firma Likidostyle eröffnete soeben eine neue Filiale in Hongkong. Trotzdem hält der Globetrotter Paris für die Mixdrink-Metropole schlechthin. Warum? Der Cocktail mag zwar während der Prohibition in den USA erfunden worden sein, aber Frankreich sei unschlagbar, was die Vielfalt und Tradition an Spirituosen angeht. „Ein Schluck von Pierre Ferrands Dry Curaçao schmeckt wie ein Biss in eine frische Orange“, schwärmt Defrance – und empfiehlt die besten Cocktail-Bars seiner Heimatstadt. Likidostyle www.likidostyle.com
the red bulletin
Der Geheimtipp: die Cocktails in L’Upper Crèmerie
Schön sch lürfen Hier gibt’s die besten Cocktails von Paris
Pershing Hall
Lust auf einen Drink unter einer Pflanzenwand? Das gibt’s nur in dieser Bar, die sich bis ins letzte Detail an den Code der Pariser Oberklasse hält. 49 rue Pierre Charron, 75008
Le Secret The Bistrologist
Die Cocktailbar von Paris. Leider kein Geheimtipp mehr, aber wer einmal im Leben einen perfekten Cocktail-Klassiker trinken möchte, muss ins Secret.
2
„Je besser die Zutaten, desto besser ist der Cocktail. Gute Fruchtsäfte und hochwertige Champagner sorten haben ihren Preis. Aber sparen Sie nicht an dieser Stelle, Sie werden den Unterschied schmecken.“
3
„Es gibt etliche Arten, das Eis für einen Cocktail zu zerstoßen. Die meiner Meinung nach beste: Wickeln Sie das Eis in ein Küchentuch und zerschlagen Sie es mit einem Hammer.“
16 avenue de Friedland, 75008
L’upper Crèmerie
Der Newcomer im Pariser Nachtleben auf der sonst eher biederen Avenue Marceau. Mit leckeren Cocktails und einem speziellen Ambiente, das an ein psyche delisches Loft erinnert. 71 avenue Marceau, 75016
81
Action!
Härter Reisen
Wenn Zeit Blei bt Las Vegas mal drei
Rennen Noch Lust auf Beschleunigung? Auf dem Motor-Speedway testest du 600 PS starke IndyCar-Gefährte und versuchst die 200-mph-Barriere (322 km/h) zu durchbrechen. www.xperience days.com
N ull Gravitation Du hast es noch nicht zum Astronauten gebracht? Egal. Diese Boeing macht dich auch ohne Weltraum schwerelos. Willkommen an Bord der G-force One. Wer sich heute wie ein Astronaut fühlen will, muss nicht zwingend Teil einer Weltraum-Mission sein. Das kosmische Gefühl der Schwerelosigkeit erleben, das geht auch an Bord einer Boeing – im Sturzflug aus 10.000 Meter Höhe: „Dein Herz schlägt wie verrückt, wenn du plötzlich zu schweben beginnst. Es gibt nichts Vergleichbares“, schildert US-Fotograf Bryan Rapoza seine ersten Parabelflüge über Las Vegas, „als ob du unter Wasser wärst und frei atmen könntest.“ Wie man die Erdanziehungskraft austrickst? Ein Pilot jagt die G-Force One, eine modifizierte Boeing 727, mit 900 km/h und in einem Steigungswinkel von 45 Grad in die Höhe. Zehn Kilometer über der Erde drosselt er die Turbinen, und die Maschine stürzt – entlang einer parabelförmigen Bahn – in die Tiefe: Die auf die Boeing wirkende Zentrifugalkraft hebt die Gravitationskraft im Flugzeug Flüge (Starts von auf, es herrscht Schwerelosigkeit – sechs US-Flug für rund 30 Sekunden: „15 Mal häfen, darunter wird eine Parabel pro Flug wiederauch Las Vegas, holt“, so Rapoza, „so hast du rund Nevada) ab sieben Minuten das Gefühl, dass 4950 US-Dollar du gar nichts wiegst … und den plus Taxe. Info: www.gozerog.com Rausch deines Lebens.“ 82
Im Sturzflug die Erdanziehungskraft hinter sich lassen
Zocken Kein Las-VegasTrip ohne CasinoBesuch! Die exquisite Atmosphäre des Monte Carlo Resort & Casino trägt dazu bei, deine gute Laune zu bewahren, während du dein Geld verspielst. www.montecarlo.com
Insider-Tipp Kamera umschnallen! „Eine Kamera erhöht auf dem quasi-galaktischen Trip den Erlebnisfaktor. Mein Tipp: eine GoPro“, sagt Rapoza, „am besten um die Brust schnallen und das Ding vergessen. Die Aufnahmen werden dich verblüffen.“
Erlebe die Mars-Anziehung
„Parabelflüge bieten mehr als nur die Schwerelosigkeit“, sagt Michelle Peters von der Zero Gra vity Corporation, „die G-Force One fliegt auch eine Parabel, die die Mars-Anziehungskraft imitiert: Du spürst nur ein Drittel deines Gewichts. Und zwei ‚Mondparabeln‘, in denen du scheinbar nur ein Sechstel deines Erd-Gewichts wiegst.“
Refuel Der Blick auf die Las-Vegas-Skyline aus 60 Meter Höhe machen dieses Freiluft-Dinner unvergesslich. Sicherheitsgurte garantieren, dass es nicht früher endet als geplant. www.dinner intheskylv.com
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Avenfoto/Bryan Rapoza (2), Getty Images (2), shutterstock, reuters
Völlig losgelöst
Action!
workout
Liebe dein Limit Triathlon Der Australier Courtney Atkinson trainiert mit Schwänen, setzt auf Kraft-sensoren und benutzt seinen Körper als Tempomat.
Triathlet Courtney Atkinson, 34, 2facher Olympia-Teilnehmer, Sieger beim Ironman 70.3 Philippinen 2013
Damien Bredberg (2), shimano
Heri Irawan
Australiens dreifacher Triathlet des Jahres wechselte 2012 von olympischer Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) zum Ironman (3,9 km/ 180,2 km/42,2 km), der Triathlon-Extremvariante: „Training heißt ans Limit gehen. Aber nur an jenes, das du lange halten kannst“, sagt Atkinson, „Speed zählt wenig, Konstanz viel.“ Atkinsons daily business: Schwimmeinheiten zwischen Schwänen im Lake Hugh Muntz in Gold Coast an Australiens Ostküste sowie Lauf- und Rad sessions mit GPS-Uhr und Powermeter: „Das Hightech-Zeugs dient nur der Ana lyse. Denn zu hartes Training sollte man auch ohne Geräte spüren. Schwerere Atmung heißt: Du bist zu schnell. Mit der Zeit deutest du jedes Körpersignal richtig – und dosierst deinen Speed optimal.“
Kräfte-M essen Atkinsons Power-Output-Sensor
Atkinson beim Wald-Workout: „Kraft sparen kann man trainieren.“
Lau f-Abc fü rs Woh nzi m m er „Vergeude nicht unnötig Energie beim Laufen“, sagt Atkinson, „je stabiler dein Becken, desto ruhiger dein Laufstil. Was du dafür brauchst? Starke Gesäßmuskeln – hier mein Stabilisations-Workout.“
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Kraftersparnis-Training: Hände zur Hüfte, auf ein Bein stellen, halten – nach 10 Sekunden Beinwechsel.
Die Superman-Variante: Arm ausstrecken, ruhig stehen. Nach 10 Sekunden Bein- und Armwechsel.
Arme wie beim Laufen bewegen (Gleichgewicht halten!). Nach 10 Sekunden Beinwechsel.
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Wie viel Watt schaffst du?
Auf den Körper hören ist gut, doch Hightech- Sensoren liefern wertvolle, weil exakte Info: Der Stages-Powermeter wird an der Nichtkettenseite am Kurbelarm befestigt und misst den Trainingsaufwand – in Watt. Hoher Speed = hohe Watt anzahl. Ausgewertet wird abends am Laptop.
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Diese Position auf dem Gymnastikball ca. 5 Sekunden halten, 10 Wiederholungen.
Bein ca. 5 Sekunden anheben, 10 Wiederholungen. Je weniger hoch das Bein ist, desto härter wird’s.
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Action!
city Guide
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TRY THIS Tipps für das angesagteste Kunstzentrum Amerikas
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Der Stadtteil Pilsen ist in Wahrheit eine Galerie: Straßenkünstler wie Hebru Brantley verwandeln Häuserwände in Kunstwerke. choosechicago.com
Chicago Hebru Brantley, Shooting-Star in der Kunstszene der „Windy City“, über den besonderen Reiz der Gegend um den Wicker Park. Eine Kindheit zwischen TV-Cartoons, Comic-Heften und den Graffitis der Straßen von Chicagos South Side haben Hebru Brantley ziemlich früh ziemlich nachhaltig künstlerisch geprägt. Schlägt sein Herz auch immer noch für seinen Heimatbezirk Bronzeville, hat er in den letzten Jahren doch im schickeren Viertel Wicker Park im Norden der Stadt Wurzeln geschlagen. Ursprünglich von europäischen Bier-Baronen besiedelt, lebt dort heute ein Mix aus Studenten, (immer weniger) lateinamerikanischen Arbeiterfamilien und (immer mehr) jener Kreativ-Typen, die jede Gentri fizierung mit sich zu bringen scheint. Für Brantley, den Aufsteiger in Chicagos Kunstszene, macht diese Mischung die Wicker Park ’Hood so spannend. 84
Meine Chicago-Tipps
„In den meisten Sneaker-Shops gibt es diese elitären SneakerSnob-Kiddies. Bei St. Alfred ist es ganz entspannt, es hat so eine Friseurladen-Atmosphäre.“
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1 The Violet Hour 1520 North Damen Avenue
„Hierher gehe ich mit meinem Mädchen. Ein Geheimtipp: gute Drinks, nicht zu laut. Handys sind hier verboten, aber mit Regeln ist es hier so, wie wenn du bei wem auf Besuch bist und gebeten wirst, die Schuhe auszuziehen. Du macht es einfach. Und gern.“
4 Filter Coffee Shop 1373 North Milwaukee Avenue
Brantley und einige andere Künstler haben hier ihr Atelier; monatlich wechselnde Ausstellungen! lacuna2150.com
„In letzter Zeit war hier mein Büro, ich machte Skizzen und verabredete mich zu Meetings. Ich skizziere ziemlich viel: Ich arbeite mich durch drei bis vier Skizzenbücher pro Jahr.“
2 Rodan 1530 North Milwaukee Avenue
5 Emporium Arcade Bar 1366 North Milwaukee Avenue
„Ziemlich eigenwillige Filme werden ohne Ton an die Wand projiziert, es gibt eine erlesene Essensauswahl. Ich esse nur Fisch und Gemüse: Das viet namesische Bao-Sandwich hier ist einfach der Hammer.“
„Im ganzen Laden Retro-Video spiele! Videospiele und Bier … wer steht da nicht drauf? Ich spiele eine Menge ‚NBA Jam‘, und ich bin ein riesiger ‚Teenage Mutant Ninja Turtles‘-Fan – das spiele ich die ganze Zeit.“
Museum of Mexican Art Dieses versteckte Juwel von Chicagos Kunstszene zeigt zeitgenössische und historische Exponate. nationalmuseum ofmexicanart.org
the red bulletin
Andreas Tzortzis
„Videospiele und Bier. Wer steht da nicht drauf?“
Top five
3 Saint Alfred 1531 North Milwaukee Avenue
Kristie Kahns, The Violet Hour, Kayla M Smith, Rodan, Emporiu
Künstler Hebru Brantley findet seine Inspiration in Chicagos Wicker Park.
Action!
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Frisch ans Twerk
„Ein Tattoo für den Punk“ Playlist Von den Beatles bis Bach: B. C . Rifo von The Bloody Beetroots gibt Musikunterricht – und offenbart seine Lebensplatten.
1 Wendy Carlos
www.thebloodybeetrootsofficial.com
2 Refused
3 The Beatles
Auf diese Scheibe stieß ich in einem kuriosen Vinyl- Laden in Venedig. Sie blies mir die Ohren durch. Wendy Carlos, man kennt sie durch ihre Filmmusik zu „A Clockwork Orange“, interpretiert darauf Johann Sebastian Bach mit dem MoogSynthesizer. Ziemlich durchgeknallt, aber genial. Davon angeregt, arrangierte ich Bachs „Ave Maria“ elektronisch neu.
Die raue Energie dieser Platte ist ansteckend – und meinem Debütalbum in dieser Hinsicht nicht unähnlich. Das ergründeten Refused-Sänger Dennis und ich in einer Diskussion. Was ich mit Synthesizern mache, erledigt Refused mit Gitarren. Was mich weiters mit Dennis verbindet: Wir beide sind große Fans des Anarchisten Errico Malatesta.
Ich pflückte diese Platte als Kind aus der Sammlung meiner Eltern. Wegen des komischen Covers. Aber schon wenig später konnte ich Songs wie „Here Comes the Sun“ auswendig mitsingen. Mit Paul McCartney im Studio zu arbeiten war für mich eine Riesenehre. Gesagt habe ich ihm das nicht: Im Studio muss man einander auf Augenhöhe begegnen.
4 The Clash
5 Herbie Hancock
Ich ließ mir die Jahreszahl 1977 auf die Brust tätowieren. Weil es mein Geburtsjahr ist. Und weil in diesem Jahr das TheClash-Debütalbum den Punk (mit) lostrat. Mein Onkel brachte mich auf die Platte. Er war Schlagzeuger und fütterte mich regelrecht mit Punk. Ich konnte die Energie dieser Musik kaum fassen. Eine Faszination, die bis heute anhält.
1997 war ich Breakdancer. Ein Track, zu dem wir oft tanzten, war Herbie Hancocks „Rockit“ vom Album „Future Shock“. Der Song klingt heute noch so frisch wie 1983. Er markiert den Ursprung von Electro. Auf meinem Album wollte ich mit Hancock kollaborieren. Leider war er zu beschäftigt. Aber da bleib ich dran, den Traum erfüll ich mir.
Switched-On Bach
The Clash
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The Shape of Punk to Come
Future Shock
Abbey Road
Akti o n s c h a r f Gadget des Monats
Sony HDR-MV1 Der Camcorder für Musiker: Ausgestattet mit Profi-Stereomikrofonen und einem Sensor, der selbst im dunklen Club ein rauscharmes Videobild erzeugt, kann jeder Hobby-Regisseur damit sein Musikvideo via WLAN direkt auf YouTube hochladen. www.sony.com
Seit dem MTV- Auftritt von Miley Cyrus spricht die Welt darüber.
g ng kiin T werk Twer Vier Fakten über den heißesten Tanz-Hype des Jahres, mit denen Sie im Club auftrumpfen können:
1 Seit August steht „twerking“ auch im Oxford English Dictionary. Die Definition: Tanz mit sexuell provokativen Hüftbewegungen in der Hocke.
2 Südstaaten-Rapper DJ Jubilee war 1993 der Erste, der den Begriff verwendete. In seinem Song „Jubilee All“ fordert er auf: „Twerk, Baby!“
3 In einer Stunde Hüftenschütteln verbrennt der Körper mindestens 500 Kalorien. Damit ist Twerking effektiver als Radfahren und Joggen.
4
florian obkircher
Sir Bob Cornelius Rifo ist Punk, auch wenn er Synthesizern den Vorzug gegenüber Stromgitarren gibt. Und bei Konzerten eine schwarze Comicmaske trägt. Die Musik, die er als The Bloody Beetroots produziert, ist Punk fürs neue Jahrtausend. Energetisch, tanzbar – und wuchtiger als jede Rocknummer. 2009 landete er seinen ersten Hit, „Warp 1.9“. Heute hat er über eine Million Facebook-Fans. Und steht mit Stars wie Tommy Lee und Paul McCartney im Studio. Richtig gelesen: Der Ex-Beatle nahm für das zweite The-Bloody-BeetrootsAlbum „Hide“ seinen ersten ElectroTrack auf. Welche Musik Rifo neben den Beatles liebt, verrät er hier.
Die Twerking-Wurzeln liegen in Côte d’Ivoire. Dort wurde ein ähnlicher Stil namens Mapouka wegen der Anzüglichkeit mit einem TV-Bann belegt.
ENRICO CAPUTO, Reuters
Sir Bob Cornelius Rifo, 35, ist Mastermind von The Bloody Beetroots.
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Action!
games
„Call of Duty: Ghosts“: Wird der futuristische Ego‑Shooter der größte Kassenschlager?
APP GAM ES Abwechslungs reicher SpielspaSS für iPhone, iPad und iPod Touch
Im Körper „The Silent Age“ Richtiger Mann (mit mobiler Zeit maschine) am fal schen Ort. Flottes, stimmungsvolles Adventure.
im Hirn „868-Hack“ Hacke das Com putersystem! Ebenso forderndes wie fesselndes Strategiespiel im 80er‑Retro-Style. Tina Palacios: Community Manager von „Call of Duty“
Warteschleife C all of Duty Wie es ist, auf ein Game zu warten, das man selbst mitentwickelt hat. Die Präsentation eines Videospiel-Blockbusters ist ein Riesenspektakel. Im September brachte „Grand Theft Auto V“ am ersten Verkaufstag die Rekordsumme von 800 Millionen Dollar ein. Die Top vier davor: alle aus der „Call of Duty“-Reihe. Anfang November erscheint „CoD: Ghosts“. Der Launch-Countdown, für Fans die
pure Vorfreude, bedeutet für die Macher des Spiels gewaltigen Stress. „Egal ob beim Einkaufen oder in Restaurants – die Leute sehen unsere Shirts mit dem Firmenlogo und stellen Fragen“, verrät Tina Palacios von „Ghosts“-Entwickler Infinity Ward. „Es ist schwer, Dinge geheim zu halten. Sogar meine Eltern löchern mich. Erzählen darf ich aber nur, was bereits öffentlich kommuniziert wurde.“ Vor allem der Tag nach der Präsentation ist nicht frei. „Viele von uns stehen dann bereit und achten darauf, dass das Spiel problemlos läuft. Auf jeden Fall ist es eine spannende Zeit … der Tag kann kommen!“ www.callofduty.com/ghosts
Ghosts erscheint Ende November auch für Xbox One und PS4 (siehe unten).
D e m näc h s t
Pures Fahrvergnügen
Katrin Auch
Runde sechs für „Gran TURISMO“ Vor 16 (!) Jahren setzte „Gran Turis mo“ den Maßstab für Rennsimulationen. Die sechste Auflage schraubt erneut am Spiel-Realismus und bietet daneben neue Strecken (Aus tralien, Großbritan nien). Erscheinungs termin: 6. Dezember. www.gran-turismo.com
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Am Schwert „Samurai Siege“ Befehlige in Echt zeit Ninja- und Samurai-Armeen gegen deine „Freunde“. Hoher Suchtfaktor!
Am Ball
Kampf der Konsolen Xbox One vs. PlayStation 4
Xbox oder PlayStation (beide kommen Mitte November in den Handel)? Geschmackssache. Die Xbox bietet mit dem KinectSensor eine spaßige Steuervari ante, die PlayStation 4 hat den stärkeren Graphik-Prozessor. Wir raten: beide ausprobieren.
„Score! World Goals“ Dribblings, präzise Pässe, Traumtore. Spiele die schöns ten und spektaku lärsten Spielzüge des Weltfußballs nach.
www.xbox.com, www.playstation.com
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Action!
buyer’s guide
Sondereinsatz
Mechanische Uhren Neun Spezialisten für Missionen zu Land, zu Wasser und in der Luft. Text und Modellauswahl: Alexander Linz
Gegengift
Wie mechanische Uhren vor ihrem schlimmsten Feind geschützt werden. Magnetfelder stören die Ganggenauigkeit mechani scher Uhren nachhaltig, im schlimmsten Fall bringen sie diese sogar zum Ste hen. Das erkannten Uhr macher bereits 1888 und erzeugten erste, großteils amagnetische Spezialuhren, indem sie bei deren Bau auf ferromagnetische Materialien ver zichteten. Ab den 1930er Jahren mussten Fliegeruhren gegen die starken Magnetfelder in den Cock pits geschützt werden. IWC ent wickelte daher ein Weicheisen innengehäuse, das die Werke gegen bis zu 1000 Gauß (die Ein heit der magnetischen Flussdichte) abschirmte. Szenenwechsel in die Gegenwart: Omega liefert mit der gänzlich amagnetisch gefertigten „Seamaster Aqua Terra > 15.000 Gauss“ ein absolut zuverlässig tickendes Gegengift. Omega Seamaster Aqua Terra > 15.000 Gauß, Preis: 4900 Euro
Antimagnetische Uhren: Überlebenswichtig in FlugzeugCockpits 88
Oris Aquis Depth Gauge
Sportlicher Tonkünstler Sie ist vom Motorradrennsport inspiriert und punktet als multifunktioneller Allrounder: Die „Master Compressor Extreme W-Alarm“ der Schweizer Uhren manufaktur JaegerLeCoultre zeigt die Lokalzeit und die jeweilige Zeit in Metropolen in allen 24 Zeitzonen an. Sie weckt bzw. erinnert
Master Compressor Extreme W-Alarm Preis: 14.100 Euro
an Termine mit einem Retro-Weckersound, der – ebenfalls rein mechanisch – über eine sehr speziell gebogene „Tonfeder“ generiert wird. Und sie wird mit einem Change-System ausgeliefert, mit dem denkbar einfach und rasch zwischen Gummi-, Stahl- und Lederarmbändern gewechselt werden kann.
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Geniestreich
Was Robert Boyle (1662) und danach Edme Mariotte (1676) für moderne Taucher leisteten. Eine 351 Jahre alte Erkenntnis setzten die Designer der Oris „Aquis Depth Gauge“ beim Entwurf ihres genial simplen und verlässlichen Tiefenmessers um: das Boyle-Mariotte-Gesetz. Vereinfacht ausgedrückt besagt dieses, dass Gase in jenem Ausmaß komprimiert werden, in dem der Umgebungsdruck zunimmt. In das Glas der Oris „Aquis Depth Gauge“ wurde ein Kanal gefräst, der über Wasser zur Gänze mit Luft gefüllt ist. Beim Abtauchen wird die Luft zusammengedrückt, Wasser dringt in den Kanal ein – die jeweilige Wasser-Luft-Grenze zeigt an einer Skala am Rand des Zifferblatts die aktuelle Tiefe an. Oris Aquis Depth Gauge Preis: 2600 Euro
Gentleman
TiefseeProfi
Die Remake-Kombination zweier Klassiker aus dem eigenen Haus ist die „Heri tage Black Bay“ der Rolex-Schwestermarke Tudor. Pate standen die erste Tudor-Taucheruhr überhaupt, die „Big Crown“ von 1954, und die „Snowflake Submariner“ aus dem Jahr 1967.
Bis 2500 Meter wasserdichtes ProfiTool: Die „Luminor Submersible 1950 2500m 3 Days Automatic Titanio“ von Panerai verfügt sogar über ein Überdruckventil, über das Helium nach Tauchgängen mit Dekompressionskammer-Einsätzen entweichen kann.
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Tudor Heritage Black Bay Preis: 2690 Euro
Panerai Luminor Submersible 1950 2500m 3 Days Automatic Titanio Preis: 9200 Euro
TauchIkone Die Blancpain „Fifty Fathoms“ war 1953 neben der Rolex „Submariner“ die erste professionelle Taucheruhr der Welt. Forscher wie Jacques Cousteau, aber auch Militärs und Profi taucher haben die „Fifty Fathoms“ zu dem gemacht, was sie heute ist: einer tickenden Ikone.
Blancpain Fifty Fathoms Preis: 11.510 Euro
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Action!
buyer’s guide
Der erste ArmbandChronograph im Weltall war ein Breitling.
Kosmonaut 1962 flog der Ur vater des Breitling „Navitimer Cosmo naute Blacksteel“ mit 24-Stunden-Zif ferblatt als erster Armbandchrono graph ins Weltall – am Handgelenk von Scott Carpenter. Nach dem Sonder modell zum 50er gibt es nun diese auf 1000 Stück weltweit limitierte schwarze Version. Breitling Navitimer Cosmonaute Blacksteel Preis: 8580 Euro
Cockpit Die Bell & Ross „Airspeed“ sieht aus wie der Geschwindigkeitsmesser am traditionellen Ins trumentenbrett eines Flugzeugs, und sie ist nur eine von sechs: Zusammen mit den anderen fünf spiegelt die „Airspeed“ die sechs CockpitBasisinstrumente als Armbanduhr wider. Einzeln oder im Sechser-Set erhältlich.
Phönix
Die Fliegeruhr, die sich aus der Asche der Quarzkrise erhob.
Bell & Ross 01 Airspeed Preis: 3500 Euro
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42 mm Durchmesser und 16 mm Bau höhe: Als der IWC „Flieger Doppel chronograph“ 1992 vorgestellt wurde, war er die erste richtig große Arm banduhr der Ära nach der sogenann ten Quarzkrise, dem für mechanische Uhren verheerenden Siegeszug der Quarzuhren in den 1970er und 1980er Jahren. Für die damalige Krönung der
Fliegeruhren hatte der Kärntner Uhrmachermeister Richard Habring den Schleppzeigermechanismus ent wickelt, bei dem ein zweiter Stopp zeiger vom ersten mitgeschleppt wird und für Zwischenzeitmessungen „ab gestellt“ werden kann. IWC Flieger Doppelchronograph Preis: 11.200 Euro
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Action!
Laufen
Kanada Mexiko USA
Der Weltlauf W ings For Life World Run Ein Startschuss für fünf Kontinente: Am 4. M ai 2014 steigt der erste globale Laufbewerb der Sport geschichte. Die Zielgruppe: alle, die sich mit der ganzen Welt messen wollen.
Anmeldung: www.wingsforlifeworldrun.com
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Wo
Geht’s Los?
In 33 Ländern auf bis zu 39 Strecken: von Läufen mit Meerblick bis zu Strecken in urwüchsiger Natur. Aktuelle Wetter- und Strecken-Infos liefert die Event-Homepage.
andreas rottenschlager
bis zu 39 Läufe 33 Länder 1 Startzeit
Wer
läuft Mit?
Egal ob Hobby- oder Profiläufer, das Ziel bleibt dasselbe: so viel Strecke wie möglich zu schaffen, bevor man vom Catcher Car eingeholt wird. Mindest alter: 18 Jahre.
sportcom.com.au
Wenn am 4. Mai 2014, um exakt 10 Uhr UTC (Universal Time Coordinated = Westeuropäische Zeit; Anm.), der Startschuss zum Wings for Life World Run fällt, nehmen Athleten von den USA bis Neuseeland zur exakt selben Zeit die Strecke des ersten tatsächlich globalen Laufwettbewerbs in Angriff. Der Rennmodus: Nachdem sich die Starter einen 30-Minuten-Vorsprung herausgelaufen haben, beginnen Catcher Cars ihre „Jagd“ auf die Teilnehmer und steigern dabei sukzessive ihren Speed. Wer vom Catcher Car überholt wird, scheidet aus. Globaler Sieger ist, wer weltweit als Letzter im Rennen bleibt – also die längste Strecke zurücklegt. Und das Beste daran: Jeder Teilnehmer hilft. Hundert Prozent der Startgelder kommen der Wings for LifeStiftung für Rückenmarksforschung zugute. Mit dabei am 4. Mai wird auch Ex‑Formel-1-Pilot David Coulthard sein: „Ich war nie ein großer Läufer, aber beim Wings for Life Run werde ich natürlich teilnehmen. Wir sollten alle mitlaufen – für diejenigen, die es nicht können.“
Argentinien Brasilien Chile Peru
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Songs für Sieger Mark Webbers Playlist für AusDauerläufer
Globaler Start 4. Mai 2014, 10 Uhr UTC
Deutschland Frankreich Georgien Gross britannien Irland Italien Kroatien Niederlande Norwegen Österreich Polen Portugal Rumänien Schweden Südafrika Schweiz Slowakei Slowenien Spanien Jagt Mich? Ukraine 30 Minuten nach dem
Wer
Start rollen Catcher Cars auf allen Strecken das Feld von hinten auf und steigern dabei sukzessive ihre Geschwindigkeit. Wer überholt wird, scheidet aus.
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Der australische Formel-1-Fahrer Mark Webber (37) ist Wings for LifeBotschafter
1
Foo Fighters: „Everlong“
Indien Südkorea Taiwan Türkei
AUSTRALIEN Neuseeland
Wie war ich?
Überholt das Catcher Car einen Teilnehmer, wird dessen Laufdistanz ermittelt. Der WebVergleich ergibt: „Wer hat weltweit mehr Strecke geschafft? Wer ist der globale Gewinner?“
Was Bringt’S?
100 Prozent der Startgelder gehen an die Wings for Life-Stiftung, die Projekte zur Heilung von Querschnittslähmung unterstützt. Alle Infos: www.wingsforlife.com
„Rock ist die perfekte Laufmusik. Dieser Song wird gegen Ende immer schneller. Das Tempo überträgt sich auf die Beine.“
2
Red Hot Chili Peppers: „Can’t Stop“ „‚Can’t Stop‘ bietet ein etwas lang sameres Tempo. Ich höre den Song, um während des Rennens konzen triert zu bleiben.“
3
The Prodigy: „FIRESTARTER“ „Gibt dir den Extra-Energie schub. Perfekt für den letzten Streckenabschnitt, wenn du noch mal Gas geben willst.“
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Action!
Events
Save the date Wo es diesen Monat sonst noch fun & Action gibt
16 Samstag
Four Tet Beim Red Bull Music Academy Bass Camp treffen drei Generationen von Elektronik größen aufein ander: Techno- Pionier Patrick Pulsinger, Psyche delic-Klangfor scher Four Tet und Jungspund Dorian Concept. 16. 11., WUK, Wien
22 Fridge Festival 70 waghalsige Ski fahrer und Snow boarder fetzen über eine 35 Meter hohe Rampe, und energetische Elek tronik-Acts heizen dem Publikum bei Wiens größtem Freiluft-Winter spektakel ein. 22./23. 11., Donau insel, Wien
13. 11., Innsbruck; 14. 11., Wien
Freeride Film Festival Tour
Wie im Vorjahr geht das Freeride Film Festival auf Tour und steht erneut ganz im Zeichen von Pulverschnee und Adrenalin abseits der Pisten. Das Besondere: Freeride-Akteure wie Sandra Lahnsteiner oder Stefan Skrobar sind persönlich vor Ort und geben Einblicke in die Entstehung der Kurzfilme, die beispielsweise in das monoglische Altai-Gebirge, nach Japan oder Obertauern entführen. www.freeridefilmfestival.at 7. 11., Salzburg 8.–10. 11., Schladming
O’Neill Pleasure Jam
16./17. 11., Messe Wien
Photo +Adven ture 2013 Ausnahmekletterer David Lama (Bild) hält bei der Fotomesse einen Vortrag über seine Expeditionen. www.photoadventure.at
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Aimee Fuller (Bild) ist die Titelverteidi gerin bei der elften Auflage des 4Star TTR World Snow board Tour-Con tests. Das Party volk kommt im Blu Tomato HQ oder dem Cult Club auf seine Rechnung. www.pleasurejam.com
Red Bull Gstanzl Battle Die einen tragen Lederhosen und Trachtenhut, die anderen Baggy Pants und Goldketten. Was Gstanzler und Rapper aber verbindet: Beide kultivieren Reim und Wortwitz, Spontaneität und Sprechgesang. In Salzburg treffen die Vertreter von Tradition und Moderne nun im Wettstreit auf einander – und kämpfen verbal um den Titel des „King of Red Bull Gstanzl Battle“. www.redbull.at/gstanzlbattle
23 Samstag
Camo & Krooked Österreichs er folgreichstes Drum ’n’ Bass-Duo experimentiert auf seinem neuen Album „Zeitgeist“ mit Disco, Funk und House. 23. 11., Post garage, Graz
the red bulletin
Hanno Mackowitz, Florian Klingler, Lukas Pilz/Red Bull Content Pool, Philipp Benedikt/Red Bull Content Pool, Oliver Spies, corbis, Philip Platzer/Red Bull Content Pool
Freitag
Freeride Film Fes tival: im Zeichen des Pulverschnees
GANT.COM
24. 11., Gasometer, Wien
Nick Cave & The Bad Seeds Vor dreißig Jahren gründete ein dürrer Dandy mit Todessehnsucht eine Band namens The Bad Seeds. Heute wird dieser, Nick Cave mit Namen, als einer der größten Songwriter der Gegenwart gefeiert. Zu Recht, wie sein aktuelles Album „Push the Sky Away“ belegt, auf dem der 56-Jährige nebligen Blues mit Gospelklängen vermählt. www.nickcave.com 8. 11., Rathaus, Wien
FM4 Unlimited In ihrer täglichen Radiosendung auf FM4 überwinden die DJs Beware und Functionist sämt liche Genregrenzen – Haupt sache, ihr Musik-Mix ist funky und tanzbar. Und unter diesem Motto steht auch ihre Clubnacht, bei der die beiden über 30 DJ-Lokalmatadore wie Joyce Muniz (Bild) ins Rathaus ein laden – um die heimische Clubkultur hochleben zu lassen. www.unltd.at
30. 11./1. 12., Wals-Siezenheim, Salzburg
Karate1 – Grand Final
Zum Abschluss der Karate1 WKF Premier League versammeln sich die besten Karatekämpfer in Wals-Siezenheim bei Salzburg. Österreichs Hoffnungsträgerin heißt Alisa Buchinger (Bild), die heuer bereits drei Premier-LeagueEvents für sich entschied und auf den dritten Gesamtsieg in Folge zusteuert. Neben dem Grand Final wird auch der Youth World Cup in der Walserfeldhalle ausgetragen.
TIME
www.alisa-buchinger.at
the red bulletin
Erhältlich im guten Fachhandel Informationen unter www.timemode.com
Action!
TV-Highlights
M ust See
Volles Programm
Helden auf Ihrem Bildschirm
das red bull tv-fenster bei servus-tv
Biggest Peak Project David Lama wagt die Durchsteigung der Nordwand des Cerro Kishtwar in Nordostindien. 9. 11., 9.15 Uhr
Gerlinde Kaltenbrunner und ihr Team machen sich 2009 auf zum Gipfel des K2. 17. 11., 23.10 Uhr
Sonntag, 24. 11., 23.10 Uhr
Closer to the Edge
Die Tourist Trophy auf der Isle of Man ist nicht nur das älteste, sondern auch das gefährlichste und schnellste Motorradrennen der Welt. Wer hier antritt, schießt mit durchschnittlich gut 200 km/h über die 60 Kilometer lange Strecke, auf der seit 1907 über 220 Menschen ihr Leben ließen. Die beiden Rennfahrer Guy Martin und Ian Hutchinson stellten sich 2010 dieser ultimativen Herausforderung und dokumentierten dabei ihre einzigartigen Erlebnisse.
Tracking Eero Samstag, 9. 11., 11.30 Uhr
Wild Ones – Junge Helden Mittwoch, 13. 11., 21.15 Uhr
Samstag, 16. 11., 12.05 Uhr
Pura Vida
Red Bull Cliff Diving
Als ein spanischer Bergsteiger auf 7400 Höhenmetern kollabiert, beginnt für acht Alpinisten aus aller Welt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Das Finale der Red Bull Cliff Diving Series 2013 war zugleich auch eine Premiere: Erstmals machten die Springer Halt in Thailand.
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Mittwoch, 20. 11., 21.15 Uhr
Mummifying Alan Um den Prozess der Mumifizierung zu verstehen, stellten ihn Forscher selbst nach. Wichtigster Helfer: ein englischer Taxifahrer.
In Episode 5 folgen wir unseren Athleten auf vier verschiedene Kontinente. Während Motocrossfahrer Ken Roczen nach Kalifor nien zurückkehrt, reist Kiteboarderin Susi Mai nach Japan und feiert Jason Paul sein Freerun- Video in Köln. Aber auch Freeskier Bene Mayr und Wakeboarder Dominik Gührs liegen nicht auf der faulen Haut, sondern werden in London bzw. Istanbul aktiv.
Snowboard-Pro Eero Ettala begibt sich auf die Suche nach der perfekten SnowboardLocation. 23. 11., ab 9.15 Uhr
Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter
0800 100 30 70 the red bulletin
Ascot Elite Home Entertainment AG, redbullcliffdiving.com, Blink Entertainment Ltd., Pally Learmond/Red Bull Content Pool, demotix.com, picturedesk.com, Pasi Salminen/Red Bull Content Pool
K2: Siren of the Himalayas
Der ultimative Belastungstest für Motorradrennfahrer: die Tourist Trophy auf der Isle of Man
p ro m ot i o n
Must-haves! 1
Xperia Z1 Das Beste von Sony. Für dich. Smart: 20,7-Megapixel-Kamera, G-Objektiv, BIONZ-Bildprozessor für Smartphones; Gewaltig: 2,2-GHz-Quad-Core-Prozessor & LTE, staubdicht & wassergeschützt (IP55/IP58-zertifiziert); Premium: OmniBalance-Design, Aluminiumrahmen, edles Glasgehäuse, Powerbutton; Grenzenlos: Integration der BRAVIATechnologien ins TRILUMINOS-Display und X-Reality for mobile. 1
www.sonymobile.com
DOSH® „Aero“-Geldbörsen – design meets function Absolut unverzichtbar für Extremsport und City-Jungle, weil handlich, wasserfest, praktisch unzerstörbar und von perfektem Design! Das ist DOSH® – made in Sydney! Befreie dich vom überflüssigen Gepäck deiner alten Geldbörse und rationalisiere den Inhalt auf das Wesentliche! Die gesamte brandneue Kollektion der unglaublichen DOSH® Wallets gibt’s ab sofort bei uns. 2
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3 HIGHTECH-GOGGLE VON OAKLEY Die Oakley Airwave 1.5 verbindet die besten Goggle-Technologien des Unter nehmens mit einem Heads-up-Display, worin unter anderem WLAN, GPS und MFi Bluetooth integriert sind. Eingebaute Sensoren liefern ein umfangreiches Angebot an Informationen, die direkt vor den Augen angezeigt werden – wobei außerdem die erstklassige optische Präzision der Oakley Goggles zum Tragen kommt.
www.oakley.com
Rekordjäger als Schürzenträger Mit ihren Rekorden schreiben sie Geschichte. Und über ihre Lieblingsgerichte schreiben sie jetzt ein Kochbuch. Dabei werden die Superstars aus der Welt von Red Bull allerdings von Spitzenkoch Roland Trettl mächtig auf die Probe gestellt. Wie sich Mario Gómez, Lindsey Vonn, Gregor Schlierenzauer und Co am Herd schlagen, zeigt das Red Bull Athletenkochbuch in einzigartigen Reportagen direkt aus der Küche. 4
www.athletenkochbuch.com
Zwei in einem – Serie von POLICE Als absolute Hingucker können der Schlüsselanhänger und der Halsschmuck der Serie „Skull“ von POLICE allemal bezeichnet werden. Der massive Edelstahl-Totenkopf mit Sonnenbrille ziert sowohl das Schmuckstück als auch den Schlüsselanhänger. Ein cooles Gadget gibt es auf der Rückseite der „Skull“-Serie – einen Flaschenöffner. Eindeutig ein Must-Have für Liebhaber raffinierter Schmuckstücke! 5
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www.timemode.com 6 WAYMAKER TOUR 110 Das neue Touren-Topmodell von Atomic, mit dem man genauso gut aufsteigt wie abfährt. Für effiziente Aufstiege sorgen die ultraleichte Pebax-Konstruktion und das innovative Free/Lock-System. Vor der Abfahrt fixiert ein Handgriff die Manschette wieder stabil an der Schale. Das Carbon-Heck überträgt jeden Kraftimpuls direkt auf den Ski.
www.atomic.com
Zeitsprung Jenseits des Ganges
Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 3. Dezember 2013. 98
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Fortbewegungstheoretiker hinterfragten schon im Japan der 1810er Jahre das Postulat der Überlegenheit des aufrechten Gangs. Ihr postevolutionärer Gegenentwurf Pal-Koul sah die Überwindung von Distanzen unter gleichberechtigter Zuhilfenahme sämtlicher Extremitäten vor. Im zeitgenössischen Sport lebt die revolutionäre Idee weiter. Im Bild: Pal-Koulist Gyokusho Terajima, in den 1960ern Erfinder des Kopfhandstands.
Sebastian Vettel f端r Pepe Jeans London
Die neue Kaffeemaschine von Nespresso mit integriertem Milchschäumer verwÜhnt mit unglaublich cremigem Milchschaum.
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