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The Red Bulletin November 2011 - AT

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DJ Shadow / David Hockney / Florence and the Machine / Aloe Blacc / Luci Romberg / Robert De Niro

DAS MAGAZIN ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

RED HOT CHILI PEPPERS

TANZ „Uns vereint DICH FREI

eine unsichtbare Hip-Hop rettet Kraft“ Kids Ugandas

NOVEMBER 2011

EXTRA Team Vettel So macht man einen Weltmeister

DER HÖLLE WANDENTKOMMEN MALEREI

Die DüsselHelden Zwei dorfer Brüder des Erzbergs ersprayen und ihre sich New York dreckigen Engel

TROMMELWIRBEL

So trainiert Österreichs PercussionWunder

DIE POP-RAKETE NICKI MINAJ A larmstu fe Rot au f Planet Gaga

Rock ’n’ Grohl

Foo-Fighters-Frontmann DAVE GROHL über Obama, Facebook & die Power guter Songs

EUR 3,50

November 2011


Eine Marke der Daimler AG

Für alles, was vor uns liegt. Die neue B-Klasse. Ab 18. November bei Ihrem Mercedes-Benz Partner. Kraftstoffverbrauch (NEFZ) 4,4–6,2 l/100 km, CO2-Emission 114–145 g/km. www.mercedes-benz.at/b-klasse


Bullhorn

Willkommen! Es waren die vier aufregendsten Wochen seines Lebens, „wie ein Adrenalin­ rausch, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen“, sagt Lunice, wenn er sich an das Frühjahr 2010 erinnert. Der 23­jährige DJ aus Montreal, der auf den bürgerlichen Namen Lunice Fermin Pierre II hört, war gemeinsam mit 59 anderen Bewerberinnen und Bewerbern aus aller Welt zur Red Bull Music Academy nach London eingeladen worden. Red Bull Music Academy ist relativ präzise durch die Addition der Begriffe Red Bull, Music und Academy erklärt: Dabei kann natürlich nichts Pädagogi­ sches im herkömmlichen Sinn herauskommen. Es ist vielmehr ein Aufeinander­ losgelassen­Werden junger Musikerinnen und Musiker sowie großer Legenden, echter Stars und jener Leute, die in der Szene wirklich den Ton angeben. Mitzubringen? Nichts außer Talent, Liebe zur Musik, Offenheit und Lust auf Experimente. Mitzunehmen? Erfahrungen, die von den meisten Absolventinnen und Absolventen „life­ changing“ genannt werden. The Red Bulletin hat eine Absolventin und zwei Absolventen der Red Bull Music Academy London 2010 befragt, wie sich ihr Leben seit London verändert habe: „… eine Gelegenheit, mit Künstlern zu arbeiten, die ich sonst wohl nie getroffen hätte …“, ab Seite 58. Einer aus jener elitären Liga, aus der sich Red Bull Academy­Lektoren rekrutieren, hat uns die Ehre „Es war, als hätten sich zwei alte Freunde zum eines exklusiven Interviews erwiesen: Foo Fighter Plaudern getroffen“, staunte Andreas RottenDave Grohl. Der Termin fiel insofern günstig, als sich schlager, Red Bulletin (li.), über Dave Grohl. auf dem Lebensweg des Red Bulletin­Redakteurs Das Einzige, was fehlte: das verbindende Bier. Andreas Rottenschlager gerade dreißig Fragen zum Rock ’n’ Roll angesammelt hatten, darunter jene nach dem geeigneten Song, um eine Autofahrt zur Vertiefung der Beziehungen zum anderen Geschlecht zu nützen (Grohl nickte und nannte einen Song), welche Telefonnummer Barack Obama hat (guter Versuch, Andreas) und wie man sich selbst tätowiert. „Tack, tack, tack“, ab Seite 52.

MEHR AM iPAD Dieses Symbol kennzeichnet Geschichten, die Sie in der GratisiPad-Ausgabe des Red Bulletin finden – mit zusätzlichen Bildern und Videos.

cOVERBILD & BILD: SHAMIL TANNA

Diese Ausgabe ist ein wenig auch eine Fingerübung der Redaktion: ein Special, das sich der detaillierteren Erkundung des Kultur­Kontinents in der Welt von Red Bull widmet. Wir haben uns selbst dabei keine Ausnahmen gestattet, selbst das Format, in dem ein Sportler üblicherweise seinen Trainingsplan verrät, wurde adäquat besetzt. (Sehr adäquat übrigens, siehe Seite 88.) Dass das Heft dann aber doch nicht ganz sportfrei geworden ist, ist der Aktualität geschuldet, wir sagen nur: Sebastian Vettel (ab Seite 6). Wobei, streng genommen, Vettels Art der Beherrschung von Fahrzeug, Strecke und Gegnern auch sehr viel von der Arbeit eines Künstlers hat. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion

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DI E E U E n ! p p a n I t E l l U rED b

E E R F DOWNLOAD

Einzigartige Geschichten kombiniert mit exklusiven Videos www.redbulletin.com/ipad


DIE WELT VON RED BULL

I N H A LT

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IM NOVEMBER

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BILDER: BARRY J. HOLMES, DOROTHY HONG, GETTY IMAGES (2), JAMES OATWAY, RED BULL MUSIC ACADEMY, SONY, THE BRANCOTT ESTATE WORLD OF WEARABLEART

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BODY+ MIND MORE

EXTRA 06 TEAM VETTEL Wie man jüngster Formel-1-Doppelweltmeister wird, berichten Sebastian Vettels Freunde, Förderer und Weggefährten.

Bullevard 22 KURZMELDUNGEN Computerkino-Highlights, ein Beach Boy im Interview und die schonungslosen Sager des Hunter S. Thompson. 26 WORLD OF SOUND In den Red Bull Studios nehmen Stars und Talente die Platten der Zukunft auf. 28 LUCI ROMBERGS KÖRPER Schmerzhafte Storys aus dem Leben einer Stuntfrau (und ein heißes Foto). 30 FLORENCE AND THE MACHINE Wie eine britische Sängerin mit elfenhaftem Charme die Popwelt erobert. 34 IM KOPF VON ROBERT DE NIRO Kein Bulle, aber immerhin ein wilder Stier – Stationen einer einmaligen Filmkarriere.

Action 40 FASHION FREAK-SHOW Die Models der World of WearableArtShow präsentieren Kostüme, die selbst einer Lady Gaga zu durchgeknallt wären. 52 INTERVIEW: DAVE GROHL Gitarrenmusik, Tattoos, Schusswaffen: Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl im Red Bulletin-Rock ’n’ Roll-Interview.

82 Auf und davon Der perfekte Moskau-Trip.

84 Die weltbesten Köche Die Improvisationskünstler Frantzén/Lindeberg im Hangar-7. 85 Geschmack von Welt Geflügeleintopf auf äthiopisch. 86 Get the Gear Was Soul-Star Aloe Blacc für seine Brandwagen-Geheimgigs braucht.

58 EINE KLASSE FÜR SICH Wie die Red Bull Music Academy das Leben junger Künstler verändert.

88 Workout Wie Schlagwerk-Extremist Martin Grubinger trainiert.

64 SCHWARZ-WEISS-ROT Zu Gast bei How & Nosm – New Yorks aufregendsten Graffiti-Brüdern.

91 Take 5: DJ Shadow Welche Platten der SamplingVirtuose privat hört.

70 TANZ DICH FREI! Breakdancer Abramz impft Ugandas Kindern Selbstvertrauen ein.

92 Top Spots Wichtige Termine, weltweit.

Standards

96 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV.

14 KAINRATHS KALENDERBLATT 16 FOTOS DES MONATS 98 IMPRESSUM

94 Save the Date Top-Events in Österreich.

98 Kolumne Lebenshilfe mit Ankowitsch. 5


Action

Team  veTTel SEBASTIAN VETTEl ist der jüngste Doppelweltmeister der formel-1-geschichte. Besonders beeindruckend war die scheinbare Leichtigkeit seiner titelverteidigung. ohne die Menschen im hintergrund wäre sein erfolg unmöglich. Das red Bulletin hat mit ihnen gesprochen. Text: anthony rowlinson & Werner Jessner

helMuT Marko: Der Mann MiT DeM Plan

„manchmal mussTe    ich ihn bremsen“  reD BuLL-MotorsportBerater 2004 habe ich Sebastian am Hockenheimring seinen ersten Vertrag vorgelegt. Vorher waren Red Bull und er zwar Partner gewesen, aber es gab nichts Schriftliches. Wir brachten ihn bei Mücke Motorsport unter und steuerten seine Karriere. Im ersten Mücke-Jahr in der Formel BMW hat er 18 von 20 Rennen gewonnen. Dann haben wir ihn in die F3 gebracht, wieder mit Mücke. Die erste Saisonhälfte war durchwachsen. Danach forderte er massive Änderungen im Team und bekam sie. Jetzt wurde es deutlich besser, teilweise richtig gut. Wir hatten damals zwar noch kein eigenes Team, aber wir wollten Sebastian in die Formel 1 bringen. BMW hatte ähnliche Pläne mit ihm. Die Bayern waren Motorenlieferant für Williams und arbeiteten im Hintergrund schon

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an ihrem eigenen Team. Da war es vernünftig, Sebastian vorerst einmal zu BMW gehen zu lassen, um ihm Freitagstests zu ermöglichen. Wir hatten vertraglich das Recht, ihn wieder zurückzuholen. Das wurde schlagend, als wir Minardi kauften und die Scuderia Toro Rosso daraus formten. Jetzt hatten wir ein cockpit für ihn, und nach einem einzigen Rennen für BMW holten wir Sebastian wieder zu uns. Sebastian verstand immer, dass Fahren nur ein teil des Jobs ist. Ohne Wissen und unterstützung durch die richtigen leute wirst du nicht viel gewinnen. Manchmal musste ich ihn bremsen, weil er zu früh zu viel wollte. unser Arbeitsverhältnis war immer gut. Durch unseren Erfolg ist Sebastian reifer geworden, er ist nicht mehr so übermotiviert wie noch 2009. und seine mentale Stärke ist unglaublich.


Vettel ist erst 24 Jahre alt und fährt seit viereinhalb Jahren Formel 1. Seine Rekorde bisher: jüngster Starter, jüngster Punktgewinner, Jüngster mit Führungsrunden, jüngster Sieger, jüngster Weltmeister, jüngster Doppelweltmeister. Noch Fragen?

Der Grazer Dr. Helmut Marko, 68, ist Red Bulls Motorsportberater und war selbst Rennfahrer auf höchstem Niveau. Gemeinsam mit seinem Freund Jochen Rindt war er Ende der Sechziger der schnellste Österreicher auf vier Rädern. 1971 gewann er die 24 Stunden von Le Mans, auf dem gefürchteten Straßenkurs der Targa Florio auf Sizilien hält er den Rundenrekord. Seine Rennkarriere wurde 1972 beim GP von Frankreich durch einen Stein beendet, der sein Visier durchschlug und ihn ein Auge kostete. Im Hauptberuf ist Marko Hotelier.

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In voller Pracht: der Mann, den es die letzten beiden Jahre zu schlagen galt. Nach dem letztjährigen HerzschlagFinale in Abu Dhabi ließ Seb heuer nichts anbrennen. Mit seinem RB7 dominierte er die Saison vom ersten Rennen an. Er gewann auf jedem Streckentyp, unter allen Bedingungen und gegen alle Rivalen. Dass er dabei nichts von seiner lockeren Art eingebüßt hat, macht ihn vollends einzigartig.

BIlDER: JIRI KRENEK/AcTIVE PIcTuRES, DAVID clERIHEW

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Action

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Action

„mein Job isT es,   probleme abzuWenden“

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seBastians renningenieur Mein Job ist, das Auto für Seb vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass es am Wochenende schnell ist. Auf der Rennstrecke bin ich seine Ansprechperson im Team. Was immer er wissen muss, ob es die Technik des Autos betrifft oder etwas in der Fabrik, wenn er etwas organisiert haben will, zum Beispiel Zeit im Rennsimulator: Da fragt er mich. Während der Rennwochenenden stimme ich das Auto nach seinen Vorlieben ab, so holen wir das Maximum aus dem Paket. unterschiedliche Aspekte überlagern sich: Reifenwahl, Benzinmenge, Rennstrategie. Dazu kommen die Daten, die das Auto generiert und die wir interpretieren müssen. Daneben gibt es die menschliche Komponente: Seb ist keine Maschine, ich motiviere und berate ihn und versuche, die unvermeidlichen Höhen und Tiefen auszugleichen. Ein Teil meiner Arbeit besteht darin, Dinge nicht zu Problemen werden zu lassen. Nehmen wir zum Beispiel den Motorschaden in Korea im letzten Jahr, als wir sicher in Führung lagen. Auf solche Situationen musst du vorbereitet sein. Wir hatten uns ein solches Szenario im Vorfeld ausgemalt: „Was wäre, wenn …“ Darum konnte er es so gut bewältigen. Vermutlich hilft uns der Altersunterschied bei der Arbeit: Ich bin 41, er ist 24. Ich versuche, ruhig und ausgeglichen zu sein, eine entscheidende Eigenschaft für einen Renningenieur, wie ich finde. „Man kann nicht alles kontrollieren“ ist ein wichtiger Satz. Die Fähigkeit, Dinge rational zu sehen, kommt mit zunehmendem Alter. Seb hatte sie schon in sehr jungen Jahren. Wir kommunizieren viel miteinander. Das Rennen und alles, was man am Sonntag sieht, ist das Ergebnis all unserer Telefonate und E-Mails seit dem Wochenende davor.

Christian Horner, bald 38, gehört zu einer neuen Generation von Teamchefs. 2005, beim Einstieg von Red Bull in die F1, wurde er zum Sportdirektor ernannt, und in nur sechs Saisonen hat er das Team zur Messlatte für alle anderen gemacht. Sein erster Geniestreich war die Verpflichtung von Adrian Newey 2006. Sein Fanclub heißt inoffiziell „The Hornettes“.

120 62 18 24 Das ist die Zahl von Rennen, die Vettel 2004 in der Formel BMW gewonnen hat (es gab 20 Rennen in jener Saison). Dazu kamen 14 Pole-Positions, 13 schnellste Rennrunden und 387 Punkte. Der einzige Sieger, der nicht aus Heppenheim kam, war der Brasilianer Átila Abreu. Er fährt heute V8-Tourenwagenrennen in seiner Heimat.

Guillaume Rocquelin aus Dijon, Frankreich, ist Vettels „zweites Hirn“. Die Beziehung zwischen Rennfahrer und Renningenieur kann man mit jener zwischen Golfer und Caddy vergleichen – allerdings bei 300 km/h. Der Job des Renningenieurs gilt als einer der stressigsten der F1: Er steht in ständigem Kontakt mit seinem Piloten und trifft ohne Bedenkzeit weitreichende Entscheidungen.

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BIlDER: GETTy IMAGES/RED Bull RAcING

GuillauMe rocQuelin: Der ruhePol

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Action

chrisTian horner: Der chef

„ToTales   verTrauen   zueinander“  reD BuLL racing-teaMchef unsere wichtigste Aufgabe: Wir, das Team und ich, müssen alles tun, um das Beste aus Sebastian zu holen, als Rennfahrer, als Athlet. Wir müssen dafür sorgen, dass er das Werkzeug erhält, um seinen Job ordentlich zu erledigen. Ein wichtiger Punkt ist Zeitmanagement. Jeder braucht seinen Anteil an der Zeit der Piloten: Techniker, Ingenieure, Medien, Sponsoren. Der Tag ist immer zu kurz. Nur wer die Zeit seiner Fahrer effizient und klug einteilt, stellt sicher, dass sie ihre leistung abrufen können. Natürlich muss auch das umfeld stimmen, sie brauchen die richtige Vorbereitung, die richtigen leute. Das Rennen ist nur die Spitze des Eisbergs. Es ist essenziell, dass die Menschen im Team gut und vor allem gern miteinander arbeiten. Es braucht Vertrauen und Selbstbewusstsein. Bloßes Personalmanagement wäre da zu wenig. Man muss strategisch denken und einen Plan für die Saison haben. Natürlich weiß man schon vorher, dass Probleme auftauchen werden. Genau das macht den Sport so interessant. Als Teamchef musst du deine Fahrer und die gesamte Mannschaft durch diese Schwierigkeiten navigieren. Ich bin früher zwar selbst Rennen gefahren, aber es steht mir nicht zu, Sebastians Arbeit im Rennauto zu kritisieren. Wenn mir etwas ungewöhnliches auffällt, spreche ich es natürlich an. Wir diskutieren auch verschiedene Strategien und Rennpläne. Fahrer haben weniger Information als das TeamManagement, darum besteht unser Job manchmal auch darin, Erwartungen zu managen. In Silverstone haben sich unsere Fahrer heuer Rekordrunden um die Ohren gehauen, aber Rekordrunden allein gewinnen noch keine (Welt)meisterschaften. Da musste ich eingreifen. Sebastian hat weder einen Manager noch Berater. Das macht die Kommunikation zwischen uns einfach. Wenn es was zu reden gibt, reden wir darüber. Wir vertrauen einander zu hundert Prozent. Das ist wichtig für ihn und wichtig für mich. Auf dieser Basis lassen sich etwaige Probleme relativ leicht lösen.

VeTTel: WelTMeisTer 2011 9


Action

Der will nicht nur spielen: Giorgio Ascanelli ist der Technische Direktor von Toro Rosso, ein weit über die Teamgrenzen hinaus respektiertes Urgestein, das berühmt ist für seinen unbarmherzigen Umgang mit Fahrern, die ihn enttäuschen. Er führte Vettel zu dessen erstem Sieg in Monza 2008.

GiorGio ascanelli: Der seb-VersTeher

technischer Direktor toro rosso Niemand hat Vettel „gemacht“, ich schon gar nicht. Der Bursche hat es aus eigener Kraft geschafft. 2008 ist beim GP von Europa in Valencia etwas Entscheidendes passiert: Wir hatten ein paar neue Teile am Auto, und die Strecke war für alle neu. Für den Anfang drängte ich darauf, dass Sebastian die Strecke ordentlich kennenlernt. Im Vormittagstraining war er bereits der Schnellste, zum ersten Mal in seiner Karriere. Am Nachmittag bemerkte ich eine Runde, die völlig aus der Norm fiel: Mit alten Reifen und dieser Spritmenge hätte er eigentlich nicht so schnell sein dürfen! Ich sprach ihn darauf an, fragte ihn, wie er das geschafft habe. Er studierte die Datenaufzeichnung und fand keine schlüssige Antwort. Ich schickte ihn nach Hause und trug ihm auf, über diese Runde nachzudenken. Samstag früh kam er herein und sagte: „Ich weiß es jetzt.“ Dabei beließ ich es. Es reicht, wenn der Fahrer weiß, warum er schnell ist, das Geheimnis seines Speeds kennt. Mir ging es darum, dass er sich Gedanken über seinen Fahrstil macht, dass er sich des Prozesses bewusst wird. Sebastian wurde von uns absolutes Vertrauen entgegengebracht. So konnte er auch uns vertrauen. Bezeichnend für seine Art war sein Premierenrennen für uns: Hungaroring, keine einfache Strecke. Im Qualifying hatte er einen Fehler gemacht. Er kam sofort zu uns und sagte: „Ich habe einen Fehler gemacht.“ Üblicherweise kommen Fahrer in so einer Situation mit tausend Ausreden. Er nicht. Ich habe sonst echt kein Problem damit, zu Menschen schroff oder gar unfreundlich zu sein. Bei Sebastian war das fast unmöglich.

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BIlDER: GETTy IMAGES/RED Bull RAcING

„Geholfen, seinen    eiGenen speed   zu versTehen“

Mario Theissen: Der DirekTor

„Wir haben    ein riesenTalenT    enTWickelT“  chef von BMW Motorsport Als Sebastian im Jahr 2006 unser F1-Testfahrer war, war klar, dass er noch Zeit benötigen würde. 2003 und 2004, als er in der Formel BMW unterwegs gewesen war und 18 von 20 Rennen gewonnen hatte, hatte er sein außergewöhnliches Talent gezeigt. Seine Erfolge sind bis heute unerreicht: 32 Mal am Podium, 23 Siege, 20 Pole-Positions. 2004 gewann er 14 Rennen in Serie. Wir stellten ihm damals freilich nicht nur ein Rennauto hin, sondern ermöglichten ihm ein breites Trainingsprogramm, das von der Arbeit mit den Ingenieuren über Technik, Ernährung und Fitness bis Medienarbeit reichte. Er hat das Maximum aus diesen Möglichkeiten gemacht, wie man heute sieht. Sein Debüt als unser „Freitagstester“ machte ihn zum jüngsten F1-Fahrer der Geschichte: Damals war er erst neunzehn. In seinem ersten Rennen in Indianapolis 2007 holte er seinen ersten WM-Punkt, noch immer erst 19 Jahre alt. Kaum ein Jahr später gewann er seinen ersten Grand Prix. Sein Tempo war unglaublich, in jeder Hinsicht. An diesem Tag freute ich mich für meine BMW-Partner und die Scuderia Toro Rosso, für Gerhard Berger und Franz Tost.


Action

120 62 18 24 Das ist Sebastian Vettels Körpergewicht (in kg) und einer der Gründe, warum Designer ihn lieben: Ein kompakter und leichter Fahrer erlaubt ihnen, das Cockpit kleiner zu bauen und hier und dort ein paar Gramm zu sparen, die sie an strategisch günstigeren Stellen positionieren können.

Der attraktive Herr neben Vettel ist Mario Theissen, der frühere Chef von BMW Motorsport. Damals war die Formel BMW die perfekte Einstiegsklasse in den Motorsport, und Vettel dominierte sie wie kein Fahrer vor oder nach ihm. Später ermöglichte ihm Theissen das F1-Debüt.

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Riccardo Adami war Vettels Renningenieur im Jahr 2008 bei der Scuderia Toro Rosso. „Wir brachten ihm die Basics bei“, sagt Adami, „aber zu Saisonende wusste er schon genau, was er braucht, um schnell zu sein – und wie er es bekommt.“

riccarDo aDaMi: Die leiTenDe hanD

„die GrundbeGriffe    beiGebrachT“  renningenieur toro rosso Wir hatten ein schönes Jahr 2008 miteinander. Als Sebastian bei uns andockte, verfügte er bereits über ein solides Basiswissen, und wir konnten darangehen, eine tiefere technische Kompetenz aufzubauen. unser neues Auto war in diesem Jahr für Monaco fertig. Prompt bekamen wir Sebastians erste gute Resultate zu sehen. Manchmal gab ich die technische Richtung vor, manchmal er. Vieles konnte er damals noch nicht wissen, darum habe ich ihm eine Grundausbildung gegeben: Wie verhält sich das Auto, wie verhalten sich die Reifen bei Setup-Änderungen? Ich zeigte ihm, wie man die Fahreigenschaften des Autos auf seine fahrerischen Stärken abstimmt. Wir wussten, dass wir mit diesem jungen Fahrer eine lernkurve vor uns hatten. Wir mussten ihm die chance geben, das Auto zu verstehen und das Maximum aus den Möglichkeiten zu holen.

So konnte er die Grenzen des Autos, der Reifen und der Strecken erfahren. Von Anfang an war klar, dass wir es hier mit einem ganz besonderen Talent zu tun hatten. Vor allem auf der Bremse war er phantastisch, außerdem konnte er sich sehr rasch auf veränderte Bedingungen einstellen. 90 Prozent des Potentials seines Autos konnte er schneller ausnutzen als andere Fahrer. Aus meiner Sicht hat er in diesem Jahr mit uns sehr viel gelernt: Er hat mit den Grundbegriffen begonnen, und zu Saisonende konnte er uns bereits sagen, was er vom Auto wollte. Darauf bin ich stolz: Wir haben ihm die Möglichkeit gegeben, das Auto zu verstehen und das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Sein Meisterstück war natürlich sein Start-Ziel-Sieg im Regen von Monza, unvergesslich für alle Beteiligten. Wir sind noch immer Freunde. Bei meiner Hochzeit war Sebastian unser chauffeur.

VeTTel: WelTMeisTer 2011 11


Action

Dieser Mann erkennt ein Talent, wenn er es sieht: Gerd Noack hat schon Michael Schumacher zu einer Karriere als Rennfahrer verholfen. Mit Sebastian Vettel wiederholte er das Kunststück.

Viele Top-Talente sind in Trevor Carlins Autos gesessen. Sein erster Eindruck von Sebastian Vettel: „Nichts Besonderes.“ Er sollte seine Meinung bald ändern.

GerD noack: Der TalenTfinDer

„ein süsser knirps“  Leiter Der schuMacher-kartBahn in kerpen Ich kann nicht präzise benennen, was ich in Sebastian Vettel gesehen habe, als er zum ersten Mal auf unsere Kartbahn gekommen ist. Er ist mir insofern aufgefallen, als er so ein süßer Knirps war, der außerdem sein Sportgerät sehr gut beherrscht hat. Irgendetwas an ihm hat mich an meinen ersten Fahrer erinnert. Der hieß Michael Schumacher. Die Vettels schwammen nicht im Geld, eher im Gegenteil. Ein Großteil der sehr guten Fahrer schafft es nicht einmal bis in die F3, weil ihnen schon vorher das Geld ausgeht. Im Fall von Sebastian hatte ich das Gefühl, das unbedingt verhindern zu müssen, und habe begonnen, Sponsoren für ihn zu suchen. 1997, da war Sebastian zehn Jahre alt, habe ich meinen Kart-Handel verpachtet, um mich voll um seine Karriere kümmern zu können. Gemeinsam sind wir Junioren-Europameister im Kart geworden, danach habe ich einen Formel BMW für ihn gekauft. Dass wir im ersten Jahr nur Vize- statt Meister geworden sind, lag nicht an ihm: Man hat ihn im Meisterschaftsfinale für einen Frühstart bestraft, den gar nicht er, sondern ein Gegner begangen hatte, wie Videoaufnahmen beweisen. In der F3 war es dann Zeit, mich zurückzuziehen. Ich konnte nichts mehr aktiv mitgestalten. Bei Mario Theissen und Helmut Marko wusste ich ihn ohnehin in besten Händen. Sebastians ersten WM-Titel habe ich in einem Hotelzimmer erlebt, allein. Der Titel war das schönste Geschenk, das er mir machen konnte, die ultimative Bestätigung: Ich hatte mich in dem Knirps damals auf der Kartbahn nicht getäuscht. Was ich für Seb war? Vater nicht, sein Vater war ja stets mit dabei. Manager wollte ich nie sein, das klingt nach „Geld verdienen müssen“. Geld verdiente ich an Sebastian nie, im Gegenteil. Sagen wir: Ich war sein Mentor. Das trifft es am ehesten.

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Genauer gesagt: 120 Tausend. So viele Zuschauer kamen nämlich letzten November nach Heppenheim, Vettels Heimatort, um mit ihm den ersten WM-Titel zu feiern. „Es war ziemlich cool, mit dem Formel-1-Auto zur Schule zu fahren“, sagt er. „Ich frage mich, was sich die Lehrer wohl gedacht haben.“

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Ann Bradshaw kennt sie alle: Legionen von Fahrern sind durch ihre Hände gegangen. Aber Vettel war etwas Besonderes: „Da gab es nichts zu verbessern.“


Action

TreVor carlin: ersTer enGlischer TeaMchef

„er War miT sich    im reinen“

ann braDshaW: MeDienGuru

BIlDER: SARI TANuHARDJA, GETTy IMAGES/RED Bull RAcING, SuTTON IMAGES

„einfach   naTürlich“  forMeL BMW unD BMW f1 Sebastian kam als fast fertiges „Paket“ zu mir. Da gab es nichts herumzudoktern. Ich habe mit unzähligen Rennfahrern Media-Training gemacht: Was sage ich wie? Das war bei Seb nicht nötig. Er war ein Naturtalent, authentisch obendrein. Er mochte die Arbeit mit den Medien und wollte gut sein. Er war selbstbewusst, aber nicht arrogant. Er wusste, dass er mit der Öffentlichkeit gut zurechtkommen würde. Er wollte jedem Journalisten das bestmögliche Interview geben. Auf neue Gesichter ging er locker und unvoreingenommen zu und sagte einfach: „Hallo, da bin ich.“ Er wollte wissen, mit wem er es zu tun hatte und was genau man von ihm erwartete. Oft hat er mich beim Mittagessen gefragt, wie wir die Medien noch besser einbinden könnten, und wir haben neue Ideen entwickelt. Ich habe in der Formel 1 nie mit einem vergleichbaren Fahrer gearbeitet.

carLin Motorsport Wir waren Teil der Anfänge Sebastians bei Red Bull. Ich hatte ihn schon in der Formel BMW gesehen, wo er so dominiert hatte. 2006 wurde er bei uns ins kalte Wasser der World Series by Renault geworfen. Das Qualifying in Misano war passabel, im Rennen fuhr er auf Platz 3. Schon beim Macau Grand Prix in der F3 im Jahr zuvor war er Dritter geworden, und ich fragte mich, ob das wohl seine Bestimmung war: ewig Dritter zu sein. Dann stellte sich heraus, dass der Erst- und Zweitplatzierte betrogen hatten. Sie wurden disqualifiziert, und mit einem Mal war Sebastian der Sieger. Ich änderte meine Meinung dahingehend, dass wir es hier mit einem Rohdiamanten zu tun hatten. Seither sprechen die Resultate für sich selbst. Sebastian weiß ganz genau, was er braucht. Kriegt er es, dann holt er das Maximum aus dem Auto. Im richtigen umfeld ist er nur sehr schwer zu schlagen. Im persönlichen umgang ist er kommunikativ und locker. Wäre er kein so verdammt guter Rennfahrer, man müsste ihn als Renningenieur verpflichten. Wenn alles passt und er im Auto loslegt, dann wird es unheimlich. Dann kann er Dinge, die man so noch nicht gesehen hat. Teams stehen auf RacerTypen wie ihn. Für sie legt man gern Nachtschichten ein, weil man weiß, dass es sich auszahlen wird. Haben wir ihn erzogen? Er war keiner, den man erziehen musste. Er war mit sich im Reinen, darum waren die leute mit ihm im Reinen. Wir hatten eine sehr gute Arbeitsatmosphäre. Ich glaube, ich weiß, warum er so relaxt rüberkommt: Wenn er weiß, dass alles in seiner Macht Stehende unter Kontrolle ist, ist er entspannt. Das war schon in unserer gemeinsamen Zeit so. Wir haben ihm damals die Werkzeuge zum Siegen gegeben. Wir waren sein erstes englisches Team. Durch diese harte Schule muss, wer im Motorsport nach oben will. Das, was er von unseren Mechanikern gelernt hat, kann er bei den Jungs von Red Bull Racing in Milton Keynes sicher gut gebrauchen. Nicht zuletzt das eine oder andere Schimpfwort auf Englisch zum Beispiel.

VeTTel: WelTMeisTer 2011 13


K a i n r at h s K a l e n d e r b l at t

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EIN TRAUM: 668 PERFEKTE PISTEN-KM. ECHT FETT: UNENDLICHE LINES. E I N Z I G A R T I G : D E R Z I L L E R TA L E R

1 S K I PA S S • 1 7 2 S E I L B A H N E N • 6 6 8 P I S T E N - K M


KU N ST AM G E H STE I G

KAUBEUYS

Was dem Österreicher ein „Kautschi“ ist, dem Deutschen ein „Knetscher“, dem Schweizer ein „Chätschi“, ist für den Londoner Ben Wilson der Stoff, aus dem die Kunstträume sind. Der Brite streift seit sechs Jahren durch die Straßen seiner Heimatstadt, um nach ausgespuckten Kaugummis Ausschau zu halten und diese an Ort und Stelle farbenfroh zu veredeln. Mehr als 10.000 Kunstwerke dieser Art zieren den Asphalt der City mittlerweile. Zwischen zwei Stunden und drei Tage arbeitet Wilson an einem Stück. Mittlerweile nimmt er auch Auftragsarbeiten an – wie die der Royal Society of Chemistry: die Darstellung der 118 bis jetzt bekannten chemischen Elemente.


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bild: horst friedrichs/anzenberger


KU N ST I M RÜ C K S PI EG E L

FIUTODIDAKT

bild: the dirtY car artist

Das Gute an Scott Wades Heimatort Wimberley ist der Dreck. Eleganter gesagt, jener besonders feine Staub, der sich auf die Heckscheiben von Kraftfahrzeugen senkt, die über die „Caliches“ brettern. Das ist Texanisch und steht für „kurze Verbindungsstraße, deren Oberfläche aus einer ausgewogenen Mischung von Kalkstein, Kies und Lehm besteht“. Wade übersprang die „Wasch mich!“-Phase mühelos, stieg direkt mit einem :–) ein und steigerte seine Besessenheit in sixtinische Ausmaße, was ihm die Beinamen „Matsch-Michelangelo“ und „Dreck-da-Vinci“ eintrug. Apropos „Mona Lisa“: Wades Spezialität sind Porträts. In unserem Fall: Ronaldinho und die Vergänglichkeit allen Seins in Anbetracht der Waschstraße. www.dirtycarart.com

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KU N ST I M LO C H

3DENNIS

bild: MarK Metcalfe/gettY iMages

Vornehmlich Abgründiges zaubert das britische 3-D-KünstlerDuo Joe Hill und Max Lowry mit Pastellkreide auf öffentliche Plätze. Gegenständlich den Centre-Court von Wimbledon in der Illusion eines Lochs im Circular Quay im australischen Sydney. Tiefere Bedeutung des Kunstwerks in sozialkritisch, psychologisch, philosophisch oder sonstwie hochstehendem Sinne? Nö. Die Leute schauen da hin. Und so ist es auch gedacht. Ist nämlich Werbung für die Insel am anderen Ende der Welt, „VisitBritain“. Zum Schluss noch die Auflösung des Bilderrätsels: Der Sessel, der Tennisball oben und der Schiedsrichter (aka Joe Hill) sind echt. www.joehill-art.com

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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen

Tanz der Pixel 1986 kaufte Steve Jobs ein Unternehmen namens Graphics Group, das als Pixar Animation Studios Filmgeschichte schreiben sollte.

„TOY STORY“ (1995) Im ersten vollständig computeranimierten Kinofilm erwachen Spielzeugfiguren zum Leben.

KLEINTEILIG Nathan Sawaya baut aus Lego-Steinen Kunstwerke. Auch Erwachsene dürfen noch mit Lego spielen. Und Nathan Sawaya verdient damit sogar Geld. „Für mich sind die Plastiksteine ein Kunstmedium, das Alt und Jung anspricht, weil wohl jeder schon einmal mit Lego gespielt hat“, erklärt der 38-jährige studierte Jurist. Die Ideen kommen Sawaya im täglichen Leben. Sein ehrgeizigstes Projekt war eine 16×4,5 Meter große Plakatwand aus über 500.000 Steinen. Unrealisierbare Objekte? „Gibt es nicht!“ Sawayas Werke sind in Ausstellungen rund um die Welt zu bewundern. Tourdaten auf: www.brickartist.com

„FINDET NEMO“ (2003) Zur Recherche schickte Pixar die ganze Crew auf Tauchurlaub – um Fischbewegungen zu studieren.

25.000 Steine verbaut Sawaya für eine lebensgroße Skulptur. „DIE UNGLAUBLICHEN“ (2004) Erstmals verwendete Pixar ausschließlich menschliche Figuren – oder besser: Superhelden.

BILDER DES MONATS

MOMENT MAL!

„OBEN“ (2009) Die berührende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft wurde für fünf Oscars nominiert. www.pixar.com

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Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.

Almaty 500 Zuschauer (darunter BreakdanceStar Lilou als Juror) waren von der Performance der kasachischen B-Boys begeistert. Daniel Kolodin


Rock ’n’ Shirts

Red Bull Records Die neue T-Shirt-Serie des Musiklabels ist da! „The Rum Diary“, ab 4. November im Kino

Karibisches Fieber

TEXT: FLORIAN OBKIRCHER, ULRICH CORAZZA. BILDER: BRICKARTIST.COM (3), REX FEATURES (5), THE KOBAL COLLECTION/WARNER INDEPENDENT PICTURES (1), RED BULL RECORDS (4), DISNEY (1)

Hunter S. Thompson war Rock ’n’ Roll auf zwei Beinen. Ein Journalist, der seinen ausschweifenden Lebensstil in literarisch so verwegene wie brillante Reportagen verwandelte, die den Zeitgeist der sechziger und siebziger Jahre perfekt einfingen. Für die Verfilmung von Thompsons erstem Roman „The Rum Diary“ hat Johnny Depp das Piraten-Outfit abgelegt und schlüpft in die Rolle des US-Journalisten Paul Kemp, der sich, befeuert von reichlich Rum, in Puerto Rico durchschlägt. Zur Einstimmung auf ein bewusstseinserweiterndes Kinoerlebnis hier die besten Zitate des durchgeknallten Genies Thompson:

Hunter S. Thompson † 2005

AWOLNATION Eine Textzeile des US-Elektro-Rockers

TWIN ATLANTIC Das Shirt zum Debüt der Schotten

„In einer blockierten Gesellschaft, wo jeder schuldig ist, ist es das einzige Verbrechen, sich erwischen zu lassen. In einer Welt der Diebe ist Dummheit die einzige unverzeihliche Sünde.“

LOGO WEISS Das Label-Logo im Graffiti-Style

„Das Leben ist die langsam fortschreitende Befreiung aus der Unwissenheit.“ „Ich war weniger besorgt, mir war eher nicht ganz geheuer. Etwas Unheimliches lag über der ganzen Angelegenheit, als hätte Gott in einem Anfall von Ekel entschieden, uns alle auszulöschen.“

LOGO BLAU Bullen auf blauem Grund. Das rockt!

„Der sich so zum Tier macht, befreit sich von dem Leid, ein Mensch zu sein.“ „Wenn die Sache irre wird, werden die Irren zu Profis.“

Die T-Shirts gibt’s auf redbullrecords.com

SURF-GOTT Brian Wilson über vier Musiker, die ihn zum Genie machten. Endlich erscheint das Album, das bisher als wichtigstes unveröffentlichtes Album der Popgeschichte galt: „Smile“ von den Beach Boys. Ursprünglich war es 1967 als Nachfolgewerk zu „Pet Sounds“ geplant – bekannt als beste Popscheibe aller Zeiten. Wegen bandinterner Streitigkeiten wurde das Album aber nie veröffentlicht. Nun, über 30 Jahre später, erscheint die Originalversion mit Bonusmaterial. BeachBoys-Mastermind Brian Wilson, 69, über Musiker, die ihn am meisten inspirierten. George Gershwin „‚Rhapsody in Blue‘ ist das beste Stück Musik, das ich je gehört habe. Die Art, wie Gershwin Harmonien verbindet, ist pure Magie. Zum ersten Mal habe ich die Komposition gehört, als ich zwei Jahre alt war, und sie fesselt mich noch heute.“ Phil Spector „Ich habe ihn 1963 in einem Tonstudio in Los Angeles kennengelernt, und es war eine der wichtigsten Begegnungen meines Lebens. Ich

liebe seine Arrangements. Sein Trick: Er legt Echo auf alle Instrumente, dadurch strahlen und funkeln seine Songs. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.“ Van Dyke Parks „Wir sind uns 1965 im Haus meines Produzenten begegnet. Er war ein witziger Typ, und so fragte ich ihn, ob er mir nicht beim Songschreiben für ‚Smile‘ helfen wolle. Wenig später saßen wir schon in meinem Haus und schrieben den Text für ‚Heroes and Villains‘. Ein großer Künstler, seine Platten wie ‚Discover America‘ sind phantastisch.“ The Beatles „Sie waren unsere großen Rivalen. Aber ich respektierte sie sehr, als ihr Album ‚Rubber Soul‘ erschien, dachte ich, das ist das beste Popalbum aller Zeiten. Als Reaktion darauf und inspiriert davon, hab ich mich zum Klavier gesetzt und ‚Pet Sounds‘ geschrieben.“

Beach Boys: „The Smile Sessions“ ist als DoppelCD und als Box-Set für Sammler erschienen.

DAS GEWINNERBILD

Prag BMX-Bike-Profi Michal Beran war

sichtlich fasziniert von Skulpturen aus Red BullDosen. Dan Vojtech, Red Bull Art of Can

Bogotá Volle Fahrt voraus! 50.000 Zuschauer trieben die 64 Teilnehmer zu Höchstleistungen. Andrés Jaramillo, Red Bull Balineras Race

Atlanta Rapper Ludacris hatte Gelegenheit, seine musikalische Vielseitigkeit zu demonstrieren. Robert Snow, Red Bull Soundclash 23


b u l l e va r d

Die Buch Wien 2011 läuft von 7. bis 13. November.

Herbst im Blätterwald Österreichs größtes Lesefest lockt über 300 Autoren und 280 Verlage aus 13 Ländern in die Bundeshauptstadt. Für frischen Lesestoff ist auf der Buch Wien 2011 gesorgt. Hier vier Highlights, die auf der Messe vorgestellt werden:

ADI TRAAR: „Ausgerechnet Kirgistan“ Mit dem Fahrrad reist der Autor ins postsowjetische Kirgistan. Lesung: 11. 11., 12.15 Uhr, FM4-Bühne, Messehalle D JOSEF HASLINGER: „Jáchymov“ Verleger trifft Tänzerin im Kurhotel – und sie erzählt ihm die bewegte Geschichte ihrer Familie zur Zeit des Kommunismus. Lesung: 12. 11., 12.00 Uhr, ORF-Bühne, Messehalle D TOBIAS SOMMER: „Dritte Haut“ Sommers Held ist ein paranoider Einzelgänger, der ein verfallenes Hotel übernimmt. Nur wer ihm zuhört, darf darin übernachten. Lesung: 13. 11., 10.30 Uhr, Literaturcafé, Messehalle D www.buchwien.at

New York Das amerikanische RapDuo Mobb Deep lektorierte bei der Red Bull Music Academy. Olugbenro Ogunsemore 24

Mr. Dero und Farina Miss

Die Schöne & Die BeatS

Zwei Grazer Musiker starten auf Europas Dancefloors durch. er ist einer der talentiertesten Beatbastler des landes, sie singt jeden montag live beim „sport & talk aus dem hangar-7“ auf servus tV. mit unterstützung des londoner musikers J-star haben mr. dero und Farina miss den hit „ten Feet tall“ produziert. seit über zwei monaten läuft er täglich auf radiostationen wie Fm4 – derzeit erobert der soulige hiphop-song mit reggae-Vibe london. red bulletin: Der Song klingt som­ merlich! Wie ist er entstanden? mr. dero: ich war gerade frisch verliebt in meine jetzige Freundin. ich hab mich von den schmetterlingen im Bauch inspirieren lassen. dann hab ich Farina eine skizze davon geschickt – schon am nächsten tag hatte sie den Gesang dafür fertig.

Posen Polens „Pop Idol“-Siegerin 2004, Monika Brodka, rockte auf dem Tourbus durch ihre Heimat. Lukasz Nazdraczew

Woher kennt ihr beiden euch? Vor einiger Zeit wollte ich für ein lied eine soul-stimme. ich hatte von Farina gehört, hab ihre nummer rausgefunden und angerufen. seitdem verbringen wir viel Zeit im studio und auf der Bühne: unser Bandprojekt heißt stevies Wonder Glasses, wir spielen Freestyle-sessions zwischen soul, Funk und hip-hop. Ist es schwierig, neben einer Rampen­ sau wie ihr bestehen zu können? Farina kommt immer in den wildesten outfits daher, oft selbst gebastelt. Bei stevies Wonder Glasses gibt’s aber noch einen zweiten sänger: klumzy tung. der ist genauso extrovertiert, da kann ich mich ein wenig zurücknehmen. „Ten Feet Tall“ gibt’s als Exklusiv-Download auf: www.tiefparterre.net/redbulletin

Boston

Pat G sicherte sich mit beeindruckenden Freestyle-Skills den Sieg bei der Rap-Battle. Joshua Dalsimer, Red Bull EmSee

Bilder: Christian husar, niki Pommer/PixPix

NAVID KERMANI: „Dein Name“ Der deutsch-iranische Autor zum Leben zwischen westlichem Alltag und orientalischer Tradition. Lesung: 7. 11., 20 Uhr, Akademietheater


Ein Platz zum Rumspielen, für Experimente und handfeste kreative Arbeit, für internationale Größen und aufstrebende Talente – so lässt sich die Idee der Red Bull Studios zusammenfassen. Diese musikalischen Innovations- und Kreativzentren gibt es auf allen fünf Kontinenten, mit State-of-the-Art-Equipment. 26

Raphael Saadiq im Red Bull Studio London.

Der Gewinner des Red Bull EmSee, Fowl (links), mit HipHop-Legende Alchemist im Red Bull Studio L. A.

Die Gewinner des australischen Red Bull Bedroom Jam, Welcome Wednesday, bei ihrem Auftritt im Red Bull Studio in London.

Afrika Bambaataa (unten) gab sein Wissen an Studenten des Red Bull Favela Beats weiter.

Red Bull Studio

Red Bull Favela Beats

LOS ANGELES

RIO DE JANEIRO

SANTA MONICA, ZWEI MEILEN ZUM STRAND

FAVELA VIGÁRIO GERAL, IM NORDEN RIOS

Künstler: „Wir haben schon mit den unterschiedlichsten Künstlern gearbeitet“, erzählt Red Bull Studio-Manager Eric Stenman. „50 Cent hat an Songs fürs nächste Album gearbeitet, Weezer haben den Großteil ihrer letzten Platte ‚Hurley‘ aufgenommen, M.I.A. hat mit Diplo Songs für ihr Album ‚MAYA‘ fertiggestellt. Außerdem war Jamie Foxx hier, ebenso wie Good Charlotte.“

Mission: „Red Bull Favela Beats ist kein Studio im klassischen Sinne. Eher ein Ort, an dem die Leute lernen, was es heißt, Musik zu machen“, erklärt der renommierte DJ und Produzent Sany Pitbull. „Wir verstehen uns hier als eine Art ElectronicBeats-Schule für künftige DJs und Produzenten.“

Aktuelle Projekte: „Justin Nealis alias Party Supplies, ein hochtalentierter Musiker, DJ und Produzent. Sein Sound erinnert an das junge LCD Soundsystem. Man wird noch viel von ihm hören.“ Erfolge: „Der Erfolg von AWOLNATION hat mich besonders gefreut. Das Debütalbum der Band, ‚Megalithic Symphony‘, entstand komplett in diesem Studio. Wenn ich ein Konzert der Band besuche und sehe, wie viele Menschen die Songs mittlerweile kennen, macht mich das sehr stolz.“

Das Studio empfiehlt: AWOLNATION: „Megalithic Symphony“

Künstler: „Einige große Namen haben ihre Erfahrung und ihr Wissen schon an unsere Schüler weitergegeben. Afrika Bambaataa, Buraka Som Sistema und Gilberto Gil, zum Beispiel. Letzten Monat war Igor Cavalera von Sepultura hier und hat einen Workshop geleitet, DJ Diplo wird nächsten Monat als Special Guest hier sein.“ Erfolge: „Dieses Projekt läuft seit eineinhalb Jahren, und viele unserer ehemaligen Studenten arbeiten bereits jetzt professionell in der Musikszene von Rio de Janeiro. Ihren Lebensweg so entscheidend positiv beeinflusst zu haben ist eine große Genugtuung für uns.“ Künstler der Red Bull Funk-se Tour (links) ließen im Studio Funk aus Rio mit Hip-Hop verschmelzen.

TEXT: RUTH MORGAN

WORLD OF SOUND

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B U L L E VA R D

Ryan Prebble (oben), Mitglied der aus Wellington stammenden Band The Nudge, im Red Bull Studio in Auckland.

Zu den Stars des Red Bull Studios in Kapstadt zählen auch die Hip-Hop-Legenden Public Enemy (unten).

BILDER: SONY (3), MARV WATSON/RED BULL CONTENT POOL (2), STEVE STILLS, MARK MCNULTY, GUS STEWART/GETTY IMAGES

Mark Ronson (rechts) und Ghostpoet (unten) schauen regelmäßig im Red Bull Studio London vorbei.

Red Bull Studio

Vorne, von links: Madeleine, Anji und Priya Sami, alias The Sami Sisters aus Auckland, bei ihrer Studio-Session.

Kasabian (unten) statteten dem Red Bull Studio Auckland einen Besuch ab.

Red Bull Studio

Red Bull Studio

LONDON

KAPSTADT

AUCKLAND

LONDON BRIDGE, CENTRAL LONDON

IM HERZEN DER STADT

URBANE KREATIVITÄT MIT CHARME

Künstler: „Hier ist immer was los“, erzählt uns Brendon Harding, Manager des Red Bull Studios London. „Erst kürzlich war ein Filmteam hier, um einen Auftritt von Raphael Saadiq und Jessie J aufzunehmen. Mark Ronson gehört quasi zum Inventar, er nimmt hier seine East-Village-RadioShow auf, macht den einen oder anderen Mix fertig und nimmt mit Künstlern wie Wretch 32 auf.“

Künstler: „Während der letzten drei Jahre ist hier ein ziemlicher Mix aus Künstlern rumgehangen“, sagt Red Bull Studio-Manager Richard Rumney, als Produzent und DJ besser bekannt unter seinem Künstlernamen Richard the Third. „Von Public Enemy über Rockbands wie den Dirty Skies bis hin zu House-Größen wie Black Coffee.“

Künstler: „Die Liste unserer Studiogäste ist ziemlich lange“, erzählt Grace Boyle, Red Bull Studio-Manager in Neuseeland. „Internationale Stars wie ‚Bassy‘ Bob Brockman, der legendäre Produzent aus New Orleans, Kasabian, Akil the MC von Jurassic 5 oder The Gaslamp, aber auch Künstler aus der Umgebung, wie etwa Coco Solid, Robyn Hall und Fat Freddy’s Drop.“

Lieblingsprojekt: „Letzten September haben die Afro-Beat-Legende Tony Allen und Theo Parrish, der House-Gott aus Detroit, gemeinsam Material für ihren Auftritt beim Felabration-Festival in Nigeria aufgenommen, in einer 36 Stunden langen Jam- und Recording-Session der Extraklasse.“ Erfolge: „Wir haben wesentlich dazu beigetragen, dass Ghostpoets Album ‚Peanut Butter Blues & Melancholy Jam‘ fertiggestellt werden konnte. Das Album hat es übrigens bei der Mercury-PrizeVergabe bis in die Endauswahl geschafft.“

Das Studio empfiehlt: GHOSTPOET: „Peanut Butter Blues & Melancholy Jam“

Aktuelle Projekte: „‚Das Kapital‘ ist ein zwanzigjähriger DJ und Produzent, den wir entdeckt haben. Seine erste Produktion hat richtig eingeschlagen. Musikalisch bewegt er sich zwischen hartem Electro und Dubstep und lässt dabei afrikanische Stilrichtungen einfließen.“ Erfolge: „Der Rapper und DJ Spoek Mathambo startet gerade international durch. Er hat die meisten Tracks seines Albums ‚Mshini Wam‘ hier aufgenommen. Nun wurde er bei Sub Pop unter Vertrag genommen, das immerhin eines der bekanntesten Indie-Labels der Welt ist.“

Das Studio empfiehlt: SPOEK MATHAMBO: „Mshini Wam“

Lieblingsprojekt: „Die Improvisations-Session mit Electric Wire Hustle und Steve Spacek“, erinnert sich Ben Lawson, Tontechniker des Studios. „Es herrschte eine unglaubliche kreative Energie im Raum, und wir durften all diese großartigen Ideen aufnehmen und daraus einen Track basteln.“ Erfolge: „Wir nahmen hier die Live-Instrumente für Sola Rosas ‚Get It Together‘ auf. Es war für alle Beteiligten ein Lernprozess, aber die harte Arbeit hat sich ausgezahlt, das Album hat hier Gold-Status erreicht.“

Das Studio empfiehlt: SOLA ROSA: „Get It Together“

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MEIN KÖRPER UND ICH

LUCI ROMBERG

Das Leben einer Hollywood-Stuntfrau ist hart: Erst wirst du angezündet, dann verprügelt und zum Schluss vom Sattelschlepper überrollt. Luci Romberg mag ihren Beruf trotzdem. Sie sagt: „Verletzungen sind Souvenirs.“

MEIN E KÖR PERG RÖS SE

Ich bin nur 153 Zentimeter groß. Das ist ein Nachteil – etwa wenn du über Häuserschluchten springen musst. Die Schauspielerinnen, die ich double, sind meist zwanzig Zentimeter größer. Aber mit Perücke und bei dem Tempo der Action-Szenen merkt das niemand.

ME IN KIE FER BRU CH

Ich bin seinerzeit mal vom Trampolin geflogen – danach sah mein Gesicht richtig übel aus. Damals hab ich obendrein noch gekellnert. Die Leute im Restaurant dachten wahrscheinlich: „Was für ein Freak!“

ME IN BAC KFLIP-WORKOUT

Ich fahre jeden Morgen Rad und nehm e dreimal pro Woche Kampfsport-Unterricht. In der Tempest Freerunning Academy in L. A. train iere ich meine Akrobatik-Tricks: Ein Salto hier, ein Backflip da – fertig ist das Body-Workout.

ME IN MI NI MA L-M EN

Ü

Zum Frühstück Kaffee, mit tags Salat oder Huhn. Ich bin eine furc htbare Köchin. Mein Freund hin gegen ist Feinschmecker. Unsere neuest e Entdeckung: Schweinebauch-Sandwic h – lecker!

MEIN GEFÄH RLICHSTER STUNT Eine Stunt-Kollegin und ich lagen auf der Brücke der Fifth Street in Los Angeles, und ein Sattelschlepper raste auf uns zu. Dann brach der Anhänger aus, und wir rollten unten durch.

MEIN KNIE-P ROBLE M

Wegen meiner Patellasehnenentzündung kann ich nicht mehr sprinten. Ich bekomme Massagen gegen die Schmerzen. Aber solange der Rückwärtssalto von der Wand klappt, ist alles okay.

MEIN ANTI-AN GST-TIPP

Du musst schon ein Masochist sein, um diesen Job durchzustehen. Vor einem Take bin ich immer noch nervös. Ich visuali siere einen Stunt mehrmals, bevor ich ihn ausführe – das hilft, um ruhiger zu werden. Meine Angst zu besiegen ist ein befreiendes Gefühl.

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Heiße Hilfe: Die Profis der „Action Factory“ zündeten Luci für uns an: www.afstunts.com Luci bloggt: www.luciromberg.com

TEXT: RUTH MORGAN. BILD: BARRY J HOLMES

MEINE FLECKENSAMMLUNG Es gibt da einen befreundeten Stuntman, mit dem ich Fotos von Verletzungen tausche – das sind sozusagen Souvenirs. Die meisten blauen Flecken hab ich mir beim Dreh zu „Zombieland“ geholt – ich bin damals aus einem fahrenden Hummer gesprungen.


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5 FRAGEN AN:

FLORENCE AND THE MACHINE

Warum sie bei ihrer Mutter wohnt, viel Zeit in Kirchen verbrachte und die zweite Platte zu machen einfach war.

Name Florence Welch Geburtsdatum/-ort 28. August 1986, London, Großbritannien Familie Ihre Mutter Evelyn ist Kunstprofessorin und Dekanin an Londons Queen-Mary-Universität, der berühmte Satiriker Craig Brown ist ihr Onkel. Künstlername Anfangs trat Welch mit einer Kollegin als Duo Florence Robot/Isa Machine auf. Als sie ihre Solokarriere startete, änderte sie den Namen in Florence and the Machine.

Die letzten zwei Jahre waren für Florence and the Machine bewegter als die gesamte Karriere mancher Star-Kollegen: 2009 schoss ihr Debütalbum aus dem Stand auf Nummer 2 der britischen Album Charts und hielt sich über ein Jahr in den Top Forty. „Lungs“ war folglich europaweit eine der meistverkauften Platten des Jahres. Dann verfielen auch die USA ihrem elfenhaften Charme. Florence (and the Machine) war für einen Grammy nominiert und trat bei der Verleihung auf, genau wie bei den Oscars und den MTV Video Music Awards. Yves Saint Laurent und Gucci kürten sie zur Mode-Ikone und designten ihre Bühnenoutfits, die Musikkritiker lagen ihr zu Füßen. Kein Wunder: Florence’ Songs sind so zierlich wie pompös. Ihr größter Hit „Dog Days Are Over“ beginnt mit einer Ukulele-Melodie und steigert sich mit Pauken, Piano-Akkorden, Chören und Forence’ energetischer Stimme zu einer Hymne zwischen Kate Bush und Annie Lennox. Nun erscheint ihr zweites Album, „Ceremonials“. Warum sie trotz des Erfolgs bei ihrer Mutter wohnt, erzählt die 25-Jährige im Interview.  : Wenn du auf das vergangene Jahr zurückblickst, was war dein persönliches Highlight?

: Vermutlich der Auftritt bei den MTV Video Music Awards. Es war so eine aufwendige Show! Wir hatten zehn blau geschminkte Tänzer, Trommler und einen Chor. Ich war besorgt, dass ich über mein wallendes Kleid stolpere und von der Drehbühne falle. Nach dem Auftritt war ich fast geschockt, dass es nicht total in die Hose gegangen ist. Hat sich dein Leben seit dem Erfolg verändert? Bist du etwa in eine größere Wohnung umgezogen? Das ist vielleicht schwer zu glauben, aber ich schlafe derzeit auf einer Matratze im Haus meiner Mutter. Ich hatte noch keine Zeit, um mir etwas Eigenes zu suchen, außerdem bin ich ohnehin fast nie zu Hause. Im Pop-Geschäft heißt es, die zweite Platte ist die schwierigste. Hast du das auch so empfunden? Ich habe mir beim ersten Album viel schwerer getan. Ich war erst 21 und noch recht unentschlossen, heute fühle ich mich viel sicherer in meiner Rolle. Deine neue Single heißt „What the Water Gave Me“. Was hat es damit auf sich? Ich hab mich von dem gleichnamigen Gemälde von Frida Kahlo inspirieren lassen. Sie ist eine Visionärin in ihrer Art, die Welt zu sehen und darzustellen. Hat dieser Einfluss von bildender Kunst auf deine Songs etwas mit deiner Mutter zu tun? Schließlich ist sie Kunst-Professorin. Ich habe als Kind viel Zeit in Kirchen verbracht. Meine Mutter kann die Bedeutung von Kunstwerken gut beschreiben. Und auch ich versuche, den Sinn in Dingen zu finden und ihn in meinen Songs darzulegen. Tourdaten & Soundproben auf www.florenceandthemachine.net

Florence + the Machine: „Ceremonials“ (Island) ist bereits erschienen.

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TEXT: FLORIAN OBKIRCHER. BILD: EMPICS ENTERTAINMENT

„Schwer zu glauben, aber ich schlafe derzeit auf einer Matratze im Haus meiner Mutter. Ich hatte noch keine Zeit, mir etwas Eigenes zu suchen.“


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illustration: dietmar kainrath

Briefe an die Redaktion. mit Freude habe ich den rugbyartikel in ihrer septemberausgabe gelesen. die Übersetzung des Gedichts von rudyard kipling ging aus meiner sicht jedoch so weit an dem vorbei, was hedley Wessels daran vermutlich so wichtig sein mochte, dass ich selbst versucht habe, es zu übersetzen: „Wenn du die Menschen ge­ winnst und deinen Anstand behältst/Im Umgang mit Köni­ gen und einfachen Menschen du selbst bleibst/Weder Feind noch Freund dich im Innersten verletzen können/Man auf dich zählt, ohne dich auszunutzen/ Du die entscheidende Minute mit sechzig ausdauernden Sekunden füllst/Ist die Welt dein und alles, was in ihr ist/ Und, mehr noch, wirst du ein Mann sein, mein Sohn.“ Vielleicht verraten sie mir zum abschluss noch, ob der kuru-

man rugby Club mit seinem einspruch gegen das spielergebnis erfolgreich war. Timo Specht, per E-Mail Lieber Herr Specht, danke für die poetische Mühe, die Sie sich gemacht haben – und Kompliment: Ihre Variante liest sich sehr überzeugend. Zum Match Kuruman versus Kimberley Police: Das Finale wurde tatsächlich wiederholt – am 1. September gewannen die Polizisten erneut, diesmal 29:24. Die Redaktion. als abonnent der „salzburger nachrichten“ bin ich fallweise ein red Bulletin-leser. schon toll, was ihnen alles einfällt, das Pictorial „design by nature“ und „der Weltrecorder“ in der letzten nummer waren besonders interessant. Ernst Pflugbeil, per E-Mail

durch einen Zufall bekam ich eine leseprobe ihres magazins in die hände. diese hat mir so viel appetit gemacht, dass ich mir die deutsche septemberausgabe gekauft habe. Was keine schlechte idee war: allein die geistreiche story über den skurrilen GeräuscheWissenschafter war den kaufpreis wert. Claus Becker, per E-Mail

Leserbriefe an The Red Bulletin richten Sie bitte per Fax an +43 (0)1 90221-28809, per E-Mail an leserbriefe@at.redbulletin.com oder per Post an Heinrich-CollinStraße 1, 1140 Wien. Leserreaktionen werden nur veröffentlicht, wenn sie Name, Adresse und Telefonnummer bzw. E-MailAdresse enthalten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor, wenn es Länge und Klarheit erfordern.

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Acil ullutpat, sim quis aci bla aliquisit nummy nummy nos nulla consenim ad tem Zwei technische Hollywoodstars, die eines gemeinsam haben: essecte consequat ute mod tatum quisit ihrer jeweiligen Zeit weit voraus zu sein.

Ein do Vel Filmstar odoloreet auf drei ex eaBeinen corperistsit, diecorpercil Arriflex ex etum 16, die abver 1952 si bla in München autem dolore hergestellt mod molor und sis alit bis 1989 illaor beinah simunverändert zzrit eui tat,gefertigt vel iure mod wurde. do commy Ihre Vorgängerin, nos augiatum die Arrifl doloborero ex 35, war od die dolobor erssusto te Bewegtbildkamera con volore exer si. der Welt, die mit SpieRud dolore gelrefl exsystem eliquat, arbeitete. vel ulput Dabei lam,wurde quatem der 32

Reflektor inci bla consequi 24-mal pro ex essecte Sekunde tatem in diezzrit optische iriure tio erostrud Achse und wieder endion heraus utem geklappt. irilit, quat. Erstmals Duiscil iquisl zum Einsatz irit wissis kam dieses num nos technische aliquatinMeisterverilla conulla werk beiconse den Olympischen dolore doloboreet Spielen do1936 doloborin per iureAls Berlin. delisi sie schließlich blandit at. Bortisl ein Jahr doloreet später für inissim„zivilen“ den quam zzrit Markt luptat, offiziell si blam in Leipzig irit ullamco vorge-

nullamcommy nim er si tie facillupstellt wurde, trat siequiscip ihren Siegeszug durch tat. Duisseq uipismolum illandiamet wiscindie Filmwelt an und eroberte in der Folge cil ut Hollywood. ip ex eliqui blaore adipsum auch Für diefaciliquat Arriflex bzw. die zzriure do conulputpat. Ut vel moin Zusammenhang mit Arrifl exutpatetue entwickelte loboreet ut er sequisim niat aciduip Kinotechnologie gingenvent insgesamt zwölf isciliquat. nit alit alisisim ver si tat. Ut a Oscars inDuis die bayrische Hauptstadt.

TEXT: ALEXANDER MACHECK

GIATUT ADIGNIT ARRIFLEX 16ST, 1960 NULL EA COR SEQUAT, SI


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BILDER: KURT KEINRATH

GIATUT RED EPIC, ADIGNIT 2011 NULL EA COR SEQUAT, SI Die do Vel Avantgarde odoloreetheutiger ex ea corper Kameratechnologie sit, corpercil ex etum ist die EPIC ver von si bla RED. autem Mit dolore einem 5K-Mysterimod molor sis alit illaor sim um-X-Sensor undzzrit einem eui27-Layer-ASIC-Protat, vel iure mod do commysaugt zessor nos augiatum sie bis zudoloborero 120 Framesodpro dolobor Sesusto con kunde in den volore Speicher. exer si.Die Auflösung ist 5k Rud dolore (5120 × 2700 eliquat, Pixel).vel Was ulput wir lam, sonstquatem kennen,

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Meine Welt

RobeRt De NiRo

Von Little Italy ins Triangle Below Canal Street (TriBeCa): Robert De Niro ist dorthin zurückgekehrt, wo alles begann. Dazwischen liegen zwei Oscars und etliche Meilensteine des Films.

äng StLI che r LöW e

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hI LFe Von seinem Apartment aus erlebte De Niro 9/11 live mit, musste mit ansehe n, wie die nur neun Blocks entfernten Twin Tow ers einstürzten. Er rief ein Projekt ins Leben, um mitzuhelfen, die betroffene Gegend wiederzubeleb en: Sein Tribeca Film Festival hat bislang rund 700 Millionen US-Dollar umgesetzt und seit 2002 zirka drei Millionen Besucher nach New York gelockt.

Robert De Niro jr. wurde am 17. August 1943 in New York geboren und wuchs in Little Italy in Manhattan auf. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er drei Jahre alt war. Vater Robert De Niro sen., ein Maler, lebte gleich um die Ecke von Klein Bobby und dessen Mutter Virginia Admiral (ebenfalls Malerin). Mit zehn Jahren stand De Niro als Ängstlicher Löwe in „Der Zauberer von Oz“ erstmals auf der Bühne.

Verbo rgene Schätze

bud dy MA rtI n

Neben unstrittigen Meisterwerken wie „Die durch die Hölle gehen“, „Der Pate II“, „Es war einmal in Amerika“, „The Mission“, „Heat“, „Jackie Brown“, „Der gute Hirte“ (wo De Niro auch Regie führte) oder den ScorseseStreifen schlummern in den Filmarchiven noch einige fast vergessene Filmjuwelen wie „Cop Land“, „Schuldig bei Verdacht“, „Jacknife“ oder „Midnight Run“.

1972 wurde Robert De Niro bei einer Party Martin Scorsese vorgestellt, Regisseur Brian De Palma machte die beiden miteinander bekannt. Seither verbindet De Niro und Scorsese eine tiefe Freundschaft und kreative Partnerschaft. Bis heute drehten die beiden acht gemeinsame Filme, von „Hexenkessel“ (1973) bis „Casino“ (1995). „Wenn Marty mit mir einen Film machen wollte“, sagt De Niro, „würde ich sehr genau überlegen, selbst wenn ich gar nicht interessiert wäre.“

Sch We rge WIc ht

doPPe Lter oScAr

Ein kleines Filmrätsel: Welche zwei Schauspieler erhielten einen Oscar für die gleiche Rolle? Kleine Hilfe: Beide zählten zu den prägenden Künstlern ihrer Generation, beide spielten Don Vito Corleone … na? Richtig, es sind Robert De Niro (Bester Nebendarsteller 1974, „Der Pate II“) und Marlon Brando (Bester Hauptdarsteller 1973, „Der Pate“). 2001 standen die beiden in Brandos letztem Film „The Score“ gemeinsam vor der Kamera.

ItA LIe nIS che ehr e

2004 entschied die italienische Regie rung, De Niro die Ehrenstaatsbürgerschaft zu verleihen. Trotz der Proteste einer Gruppe amer ikanischer Italien-Sympathisanten, die einwandt en, dass De Niros Rollen und Filme „anti-italie nisch“ seien, wurde ihm die Anerkennung im Rahm en einer feierlichen Zeremonie zuteil – infolge von Terminproblemen allerdings erst im Jahr 2006 .

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JAhr eSen de: neu JAhr

PenSIonISt ohne rente Für die Auswahl seiner letzten Rollen in seichten Komödien oder Film-Sequels erntete De Niro einige Kritik. Ihn selbst lässt die Kritik kalt, wie er dem Magazin „Esquire“ verriet. „Ich liebe Dinge, die einem Pensionisten entsprechen – die Aussicht an einem schönen Ort genießen, einen ruhigen Spaziergang unternehmen. Aber ich gehe nicht in Rente, solange ich Spaß an dem habe, was ich tue.“

Im für ihn sehr produktiven Jahr 2011 wirkte De Niro im Thriller „Ohne Limit“, dem Action-Movie „Killer Elite“ und in „Manuale d’amore 3“ mit. In dem italienischen Film spielt De Niro einen alternden Akademiker, der durch die Liebe zu einer Stripperin (gespielt von Monica Bellucci) einen zweiten Frühling erlebt. Und am Ende dieses Jahres wird De Niro auch noch in der Komödie „New Year’s Eve“ zu sehen sein.

www.newyearseve-movie.com

text: Paul Wilson. illustration: lie-ins and tigers

Für einen Schauspieler sind berufliche Gewichtsschwankungen nicht ungewöhnlich – solange sie im Rahmen bleiben. Für die Rolle des in die Jahre gekommenen Boxers Jake chLaMotta in „Wie ein wilder Stier“ verzi legte und Suit“ „Fateinen tete De Niro auf sagenhafte 27 Kilogramm zu. Regisseur hen Martin Scorsese meinte: „Wir unterbrac hlten die Dreharbeiten vier Monate und beza rt die gesamte Crew, während sich Robe .“ durch Norditalien und Frankreich (fr)aß


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TIROL SCHREIBT OLYMPIAGESCHICHTE Beste Bedingungen für fast jede Sportart - deshalb kommt Olympia bereits zum dritten Mal nach Tirol. Innsbruck und Seefeld freuen sich auf die Youth Olympic Games vom 13. - 22. Jänner 2012.

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BILD: CHRISTIAN TYROLLER & STEFAN VOIGT. ILLUSTRATION: MANDY FISCHER


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FORMELSAMMLUNG

SCHWEBENDE BILDER

Auch wenn unser erster Kontakt mit den rot-grünen Brillen weit zurückliegt: Die Begeisterung über 3-D ist frisch geblieben. Die Physik beweist:* Auf der Filmleinwand wird 3-D immer besser wirken als im TV. Dass Objekte bei einer 3-D-Vorführung vor der Leinwand zu schweben scheinen, ist verblüffend genug. Aber wieso ist dieser sogenannte Outscreen-Effekt auf der großen Leinwand so viel stärker als auf dem Fernsehschirm? Nun: Ein Objekt wird auf den beiden Augen an einem leicht seitlich versetzten Ort abgebildet. Diese Unterschiede ermöglichen dem Gehirn, Rückschlüsse auf den Ort des Objekts zu ziehen. Bei der 3-D-Projektion sieht der Zuschauer durch eine Brille mit jedem Auge ein eigenes Bild, das perspektivisch etwas unterschiedlich ist. Ohne Brille kann man den Bildversatz sehen. Diese Disparität wird in Anteilen der Bildweite als vn = b/Wf angegeben. Ist die Disparität d negativ, kreuzt sich der Blick vor der Leinwand. Das Objekt erscheint in der Distanz b = V/(1 + te /d) vor der Leinwand. Da der Augenabstand des Menschen te natürlich in jeder Projektion mit etwa 64 mm konstant bleibt, verändert sich auch die Lage des Objekts mit der Leinwandgröße. Um verschiedene Projektionen zu vergleichen, nehmen wir einen konstanten Betrachtungswinkel von α = 36° an. Somit lässt sich der Zuschauerabstand mit einer Konstante gegenüber der Leinwandbreite beschreiben: V = Wf /K. Ebenso kann man die Lage des Objekts im Zuschauerraum als Verhältnis zum Zuschauerabstand mit bR = b/V darstellen. Bei gleichem Betrachtungswinkel lässt sich also der erwähnte Outscreen-Effekt direkt in das Verhältnis zur Leinwandgröße setzen: bR = 1/(1 + te /(Wf · vn )). Anhand der Graphik wird deutlich, dass der Effekt anfangs stark mit der Leinwandgröße zunimmt, um sich dann bei einer Leinwandbreite von sechs Metern in einer flachen Kurve nur noch unwesentlich zu verändern. Der 3-D-Film ist also auf der Kinoleinwand tatsächlich nicht nur größer, sondern auch tiefer als auf dem handelsüblichen Fernsehschirm. Die Größe des Kinos ändert aber kaum etwas an der Stärke des Outscreen-Effekts. Zwischen einem großen PlasmaTV und einem Laptopschirm bemerkt man aber sehr wohl einen Unterschied in der Tiefenwirkung. In diesem Bereich nimmt bR rapide mit Wf zu. www.redbullracing.com * Jan Bernotat arbeitet als Stereograf bei Spielfilm, Imagefilm und Werbung. Die Szene auf der Leinwand stammt aus der neuesten Red Bull F1-Animation, der Streckenvorstellung des Buddh International Circuit in Indien. Der Animationsclip von Peter Clausen Film & TV zeigt die Red Bull Racing-Piloten Vettel und Webber im actionreichen Duell, erstmals auch in Stereo-3-D.

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B U L L E VA R D

ZAHLEN DES MONATS

VERRÜCKTE KUNST

Ölfarben am iPad, frei erfundene Künstler und ein Gemälde-Agent mit falscher Glatze: Der Kunsthandel birgt beträchtlichen Unterhaltungswert – lesen Sie einfach weiter …

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245

Scherzkeks Bowie

Begehrt: Rembrandt

208.100

Zwei Welten kollidierten am 5. Februar 2008, als die erste Versteigerung urbaner Graffiti-Kunst im altehrwürdigen Londoner Auktionshaus Bonhams stattfand. Street-Art sammeln heißt: Drucke von Werken zu kaufen, die an irgendwelche Wände gesprüht wurden – an die Originale kommt man, wenn überhaupt, nur mithilfe eines Maklers. Im Januar 2008 erzielte ein Werk des Sprühdosen-Königs Banksy bei einer eBayAuktion satte 208.100 Pfund. (Falls Banksy-Graffito Sie einen wirklich guten Makler kennen: Das Graffito befindet sich in der Portobello Road in West-London.)

263

Die zehnte Art Basel Miami Beach öffnet am 1. Dezember ihre Pforten, 263 Galerien stellen dieses Jahr aus. Falls Sie zur erlesenen Gattung der Kunstsammler gehören oder für einen Sammler arbeiten, ist es ein Muss, die Bilder so früh wie möglich zu sichten. So verschaffte sich zum Beispiel 2006 ein Kunstagent Zugang, indem er sich vom Maskenbildner seines Vertrauens eine Glatzenperücke anfertigen ließ und sich als Lagerarbeiter ausgab.

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Am 1. April 1998 gab Sänger (und Kunstkenner) David Bowie in New York eine Party für den vergessenen US-Künstler Nat Tate. Die zahlreich erschienenen Gäste lauschten dem Biografen William Boyd, der erklärte, Tate (1928–1960) habe 99 Prozent seiner Werke zerstört und danach Selbstmord begangen. Obwohl mancher sich wunderte, noch nie von Mr. Tate gehört zu haben, wollte keiner sein Unwissen zugeben. Bowie und Boyd hatten sich einen Scherz („hoax“) erlaubt, Nat Tate hatte es nie gegeben.

1912

Freunde des britischen Malers David Hockney sind verrückt nach dessen E-Mails. Der Grund: Hockney liebt die Mal-App fürs iPad. Seine Kumpels bekommen die neuesten Entwürfe ganz unkompliziert ins Postfach – und freuen sich über diese elektronische Spielart der Altersvorsorge. Hockney kann aber auch richtig malen: Sein Gemälde „Bigger Trees Near Warter“ aus dem Jahr 2007 ist mit 55,7 m² 1912-mal größer als ein iPad-Bildschirm.

iPad-Fan Hockney

Zufriedener Auktionator

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Der Kunstmarkt ist untrennbar verbunden mit der Legende vom Gentleman-Kunsträuber. In der Realität finden gestohlene berühmte Gemälde oft keinen Käufer, da sie für den Schwarzmarkt „zu heiß“ sind. Den Gesamtschaden durch Kunstraub schätzt das FBI auf sechs Milliarden Dollar jährlich. Sollten auch Sie dieses Gewerbe anstreben, versuchen Sie’s zum Einstieg mit Rembrandts Porträt von Jacob de Gheyn III. Der „Takeaway Rembrandt“ wurde schon viermal aus der Dulwich Picture Gallery in London gestohlen (und wieder zurückgebracht). Kunstmekka Miami

www.artbaselmiamibeach.com

TEXT: PAUL WILSON. BILDER: CORBIS, GETTY IMAGES (3), MATHIAS STICH

Wirtschaftskrise? Von wegen! Das Londoner Auktionshaus Christie’s verzeichnete 2010 das beste Geschäftsjahr seiner 245-jährigen Geschichte. Die eindrucksvolle Bilanz: fünf Milliarden Dollar aus Auktionen und Privatverkäufen. Ein Drittel der verkauften Schätze war neueren Datums. Was das heißt? Hier die wichtigsten Renommier-Begriffe: „Zeitgenössische“ Kunst entstand nach 1945; „moderne“ Kunst zwischen 1860 und 1950; und, etwas schwieriger, „postmodern“ – je nachdem, wen Sie fragen – ab 1914, 1962 oder 1968.


© Getty Images/Red Bull Content Pool

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Lucid Epiphany SEAN PURUCKER, USA Der kalifornische Künstler Sean Purucker bastelte sein „Traumfänger“-Kostüm aus alten Seilen, Glasperlen und Elastan. Der World-of-WearableArt-Contest ist für ihn mehr als eine Modeschau: „Es geht um den Ausbruch aus unserem Alltag.“


ACTION

FASHION FREAK-SHOW Neben den Models der „World of WearableArt“-Show wirkt selbst Lady Gaga wie ein braves Schulmädchen. In Neuseeland längst Kult, soll die schrille Kostümschau nun den Globus erobern. Text: Robert Tighe, Bilder: The Brancott Estate World of WearableArt

Suzie Moncrieff war eine Bildhauerin am Rande des finanziellen Ruins, als sie 1987 die erste World-of-WearableArt-Show (WoW) in Nelson, Neuseeland, inszenierte. Einige hundert Leute tauchten auf, um den Event zu unterstützen, der eigentlich als Benefiz für ihr bankrottes Atelier gedacht war. Die Gastgeberin selbst wusste aber bereits damals, „dass hier etwas Außergewöhnliches im Entstehen war“. Die World-of-WearableArt-Show ist heute eine zweistündige Mischung aus Modespektakel und Experimentaltheater. Einmal jährlich wird sie in Wellington ausgerichtet und zieht bis zu 50.000 Zuseher in ihren Bann. 2011 reichten 300 Designer ihre extravaganten Kostüme ein, und die Entwürfe kamen aus aller Welt. „Am Anfang schickten sie uns bloß bunte Strickjacken und Batik kleider“, erinnert sich Moncrieff. „Doch irgendwann begannen die Designer, den Namen der Veranstaltung wörtlich zu nehmen. Heute zeigen wir nicht bloß Kleider – wir präsentieren Kunstwerke zum Anziehen.“ In den nächsten fünf Jahren will Moncrieff ihre Show noch einen Schritt weiter entwickeln: Lokale Events in verschiedenen Ländern sind geplant, ebenso wie eine große Modeschau zum Abschluss. Die Grundregel der WoW-Gründerin bleibt allerdings gleich: „Wir sind kein elitärer Bewerb, und man braucht kein Diplom, um bei uns mitzumachen. Darin besteht die wahre Magie der WoWShow: Kunst soll für alle zugänglich sein.“ Erster Schritt zur Kreativ-Attacke auf die Laufstege dieser Welt ist ein Gastauftritt im Januar 2012 am Hong Kong Arts Festival. Falls Sie da gerade nicht vor Ort sind – kein Problem: Hier sehen Sie die spektakulärsten WoW-Kostüme 2011. 41


ACTION

Amour Amour RUTH CARLILE, NEUSEELAND Designerin Ruth Carlile ließ sich von einer alten Hochzeitsweisheit inspirieren: „Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes, etwas Blaues“. Außerdem trägt ihr Bräutigam eine Rüstung aus alten Sojamilchpäckchen – in einer Ehe kann’s schließlich auch mal krachen.

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Hylonome MARY WING TO, ENGLAND Die diesj채hrige Gewinnerin des World of WearableArt Award profitierte von ihren F채higkeiten als Sattelmacherin. Ihr Model tr채gt das Kost체m eines weiblichen Kentauren, des Pferdemenschen der griechischen Mythologie. Die artgerechten Materialien: Leder, Pferdehaar und Hufeisen.


ACTION

Feminine Mettle FRANK STRUNK III, USA

Chrysolophus Pictus NICOLE PITCHERS, ENGLAND

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Girl in Red Shoes

SARAH HOPKINS, ENGLAND

Sir Lace Alot

JULIE BRAWLEY, NEUSEELAND


Hide in My Bone Shadow

MARJOLEIN VAN DER WAL, NIEDERLANDE Marjolein van der Wal über ihren Beitrag: „Mich fasziniert der Körperbau von Insekten. Mein Kostüm drückt den Wunsch aus, beschützt zu werden. Außerdem gefiel mir die Idee, einen Panzer aus weichen Materialien zu entwerfen.“


ACTION

Hermecea

JAN KERR, NEUSEELAND Für Jan Kerr war sein WoW-Beitrag „Hermecea“ ein Karriere-Kick: Nach der Show wurde dem Neuseeländer ein Jobangebot überbracht. Absender: Weta Workshop – die Special-Effects-Firma von „Herr der Ringe“Mastermind Peter Jackson.

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ACTION

Yes Dear… A Pas de Deux MIKE WARD, NEUSEELAND

Was Mike Ward brauchte, um sein Kostüm zu basteln? Zwei große Pappmachéköpfe, bemaltes Spanntuch vom örtlichen Markisenmacher, elf Meter Vorhangstoff mit Spitze und eine Schachtel Stoffrosen.

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Pat. Consed tat alis alit prat. consenim quat. Orpero consectem quatin dolestrud magnis doloreet praestrud exeUgait lor senim verci blan ut autpatin venisi. rostie vel ing el ut in el irit nummy ulputpat ulla adigna facilis elessit prat, Rilisi blam inibh ex ea feum ing et esnonsed del et wisit, quisi. vent ipisit ullamcommod mod magna acsent loreet utpat, sum verat. Pit nos enisiTat, volortie magnis etuer am ilit do cummod modionsectem velisl doluptat sim doloreet nostrud tem velit veraess dolorperosto odolor secte commolumsan accummodiam ex euguero stionse quiseniamco rpercinit num num at, commolohent vendrem vel ullute dunt velis molore delis augait velis dio er iliquat. Ut re euisl iurerae sequam zzril ex eum nulla auguero stionulla con velenis augiamc lan utpat. augait num ipit lam iliquat etumsandre onsendit ut luptat utpatin vel ullam adigXeros nim do dolorpe raestin vullam vel exer iuscil do erilit lor suscidunt ad nit velismolorem quatie vullutpat, commy iriusciliqui blandiametue mod dolore dedolortionsed minim iuscidunt ut alit nibh exer susto cor sis aliquat er susto lissed molorperat, quat velit augait nulput nonsectem vel incil diam quamcon ullaor odolent alit venisi eu feugiat ea accummy amet aliquatie faccums andipisit incipsussequis alit autat volut vero od ea consenostrud te cor sis atuero dunt amcon vel trud magna consequam, sequat irit atet quam vel utetuer secte modiam, con eledo consenim vulputpatue exercincip er lobortisisim incidunt vel essit, quam, velit secte feuis atie magna facil ent nullan heacidunt nullaore dolobor perciduipit voloutatue feum dio odolore ver sit lore connismodolor iurem aciduip ea consenim er rem delis nis ad ea aliquat, vulputpat nos sed magnibh et, quamconse facinci euam irilissit loborpe rcilit am niam dolealiqui eros digna commolore moloreet, giam et prat. nibh eum duis ad ero dolortis ero od mivullamet am, quisisit, veleseq uamcon Vendre dionsec tetumsa ndreet ad tio niam zzriure tem at. 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Duipsus cillummy acilis at nonulputatum ex euis nos nit ad alisl delisim dolumsan henit, vercin hennonum digniamcor iriusti smodolore ming erostrud dolore dolorem ing ea codionsed del ut lorperat irit nonsequi blaoelent vullut veniamet, corpercin utpation nulput nulla faccum etue min velent autrem velis del ing ea faccum vendre dolore endit la consent ilissi. pat. Velis nim iure feugiam consecte dolor dipsusc incipsum voleniamet dolesed te Magnibh eum in venis ametum duisi Vena Immaculata aute velesed ea adipisci bla conse tat in dignit dolutpatie modio commolo bortiseu faciliquat num ex eugue conum esto FIFI COLSTON, NEUSEELAND euip euis dipsusto et wisi. modo odipsummod exersi tieImmaculata“ tinim ip- („saubere etueVene“) do eaistfeu faci blamcommy nostion Fifi Colston ist eine WearableArt-Veteranin: „Vena Ustrud molobor tiscipisi tem ihr do achtzehnter dit summy nos nitsiebzehn dio odio consed co- gedacht sequismolor Beitrag binnen Jahren. Dasdo Kostüm, als Tribut aut wis am iustin hent dolorluptat vel et, sequat, sed dolobor eriure an brustkrebskranke numsandremFrauen, vel utschaffte alis nosesdolorem perat essit, velit lutem nulla faciduipit ut 2011 auf die Shortlist. 50

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JeDen mOnat neu entDeCKen.


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„Ich bin nicht auf facebook oder so ’neM ScheiSS“ Kurt Cobain war nicht depressiv, Lenny Kravitz ist uncool, und Barack Obama hat Soul. Sagt Foo Fighter Dave Grohl. Bonus-Track: Eine Anleitung zum TattooSelber-Stechen. Interview: Andreas Rottenschlager, Bilder: René Huemer

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Foo-Fighters-Sänger Dave Grohl (hier während der Europatournee seiner Band im August 2011) gilt als einer der größten Netzwerker im Rock ’n’ Roll-Geschäft. Social Media braucht er dazu nicht.


Action

„Chiemsee Rocks“-Festival, Bayern. Ein klimatisierter Container hinter der Open-Air-Bühne. Kleiner Raum, Kühlschrank, Couch. Warten auf Dave Grohl: von 1990 bis 1994 Schlagzeuger von Nirvana, seit 1994 Sänger der Foo Fighters, die mit ihrem Nummer-1-Album „Wasting Light“ gerade um den Globus touren und einen Headliner-Gig nach dem anderen auf die Bühne knallen. Mit 42 steht Grohl am Höhepunkt seiner Karriere, die vor über zwanzig Jahren in den ranzigen Punk-Clubs von Washington, D. C., begann. Aber kann man sich in diesem Geschäft überhaupt treu bleiben? Reicht Talent zum Erfolg? Und wie überlebt man den ganzen Wahnsinn? Die Containertür fliegt auf. Dave Grohl, schwarze Mähne, Vollbart, tritt ein: „Hallo, wie geht’s? Die haben gesagt, da draußen zieht gleich ein verdammter Sturm auf. Aber ich glaube, alles wird gut.“ Wunderbar. Wir haben dreißig Fragen zum Thema Rock ’n’ Roll. Grohl sagt: „Let’s go!“ the red bulletin: 1. Dave, was ist Rock? dave grohl: Rock ’n’ Roll ist eine rebellische Lebenshaltung, die von tief innen kommt. Rock ’n’ Roll kann man nicht anziehen oder tragen wie Mode. Ich kenne viele Leute, die eine RockerHaltung vortäuschen und nicht mal die Musik mögen. 2. Wie wurdest du „infiziert“? Durch den Song „Frankenstein“ von Edgar Winter Group. Ich war damals acht und habe sofort angefangen, Gitarre zu lernen. Mein erster Rock ’n’ Roll-Moment passierte dann mit zwölf, als ich den AC/DC-Film „Let There Be Rock“ im Kino sah. Ich saß da, hab ihre Musik gehört und dachte: Verdammt noch mal, ich will explodieren! 3. Du hast gesagt, du könntest innerhalb von zwei Sekunden erkennen, ob jemand ein Rocker sei oder nicht. Vergangenes Jahr hast du im Weißen Haus für B ­ arack Obama gespielt. Ist der mächtigste Mann der Welt ein Rock ’n’ Roller? (Lacht.) Ich weiß nicht, ob Obama ein Rocker ist, aber er hat auf jeden Fall Soul. Wenn er dir in die Augen sieht und die Hand schüttelt, dann weißt du, dass er es ernst meint. Ich habe ihn schon einige Male getroffen. Er kommt dann immer rüber und fragt: „Hey Mann! Wie geht’s?“ Obama ist ziemlich locker drauf. 4. Würdest du seine Präsidentschaftskampagne 2012 unterstützen, wenn er dich fragt? Unbedingt! Ich will nicht, dass die Regierung einer Partei in die Hände fällt, der es nur um Aktiengesellschaften, Gier und Geld geht. Versteh mich nicht falsch: Ich bin ein friedliebender Typ. Aber die Rechten werden mir manchmal zu egoistisch. 5. Das aktuelle Foo-Fighters-Album „Wasting Light“ war Nummer eins in den US-Albumcharts. Warum sind die Foo Fighters als Rockband erfolgreich, obwohl die Musik­ industrie in der Krise steckt? Keine Ahnung! Frag den Präsidenten unserer Plattenfirma. 6. Ähh, Dave … Okay, ich bin der Präsident unserer Plattenfirma. (Lacht.) Ich glaube, weil wir uns nicht den Kopf darüber zerbrechen. Geschäfte machen ist nicht unsere Hauptsorge. Wir wollen gute Songs schreiben.

7. Fürchtest du dich vor dem Punkt, der für jede Band kommt, wenn die Leute nur noch die alten Songs hören wollen? Na klar! Es gibt Hardcore-Fans, die nur Sachen hören wollen, die wir fast nie spielen. Aber dafür gibt es einen Grund: Wenn wir vor sechzig- oder achtzigtausend Leuten auftreten, soll sich jeder im Publikum eingebunden fühlen. Und wenn du nur obskure B-Seiten spielst, schaffst du das nicht. Als wir „Wasting Light“ aufgenommen haben, war das die Herausforderung: Songs zu schreiben, die auch Fans der alten Alben hören wollen. Wenn wir heute „Walk“, „These Days“ oder „Rope“ spielen, ist die Reaktion unglaublich heftig. 8. Welchen Foo-Fighters-Song muss ich im Autoradio spielen, um die Dame am Beifahrersitz zu beeindrucken? … äh, du meinst, um sie ins Bett zu kriegen? 9. Äh … ja. „Walking After You“, vom zweiten Foo-Fighters-Album. („The Colour and the Shape“, erschienen 1997. Wer’s versuchen will: „Walking After You“ ist Track Nummer zwölf; Anm.) 10. Eure wichtigste Trink­ regel auf Tour? Ich beginne immer erst eine Stunde vor dem Gig zu trinken (sieht auf die Uhr) … also in genau 45 Minuten. Wenn ich verrückt drauf bin, trinke ich ’ne Menge Whisky. Wenn nicht, ein paar Bier. Kommt ganz drauf an. 11. Du hast letztes Jahr sowohl in Punk-Clubs als auch auf dem posthumen MichaelJackson-Album „Michael“ Schlagzeug gespielt. Nach welchen Kriterien wählst du deine Projekte aus? Sie müssen mir einen neuen Anreiz bieten: ein Musiker, mit dem ich noch nie aufgetreten bin, Musik, die ich noch nie gespielt habe, oder eine völlig neue Band. Das Projekt muss einfach lohnenswert sein … 12. … so wie Michael Jacksons Stimme aus dem Grab? Das haben die total versaut! Lenny Kravitz – den ich vorher nur einmal getroffen hatte – rief mich an und fragte, ob ich auf einem Track Schlagzeug spielen wolle (zu „[I Can’t Make It] Another Day“, Anm.). Ich sagte „Klar“, hab meinen Part eingespielt und nie wieder von dem Typen gehört. Auf der CD steht „Michael Jackson mit Lenny Kravitz feat. Dave Grohl“, aber das auf dem Album sind gar nicht meine Drums – obwohl mein Name draufsteht! Fuck you Dude, das ist nicht cool! 13. Wenn ich dir dein Handy klauen würde, wie viele Mit­ glieder der „Rock ’n’ Roll Hall of Fame“ könnte ich anrufen? Mal seh’n … (Kramt seinen BlackBerry aus der Hosentasche und beginnt im Adressbuch zu scrollen.) 14. Jemand von Queen oder so … (Scrollt noch immer.) … von der aktuellen Rock ’n’ Roll Hall of Fame? Mindestens zehn. 15. Steht Obama auch drin? Nein, Obama steht da nicht. 16. Warum benutzt ein Rock ’n’ Roll-Netzwerker wie du ­weder Twitter noch Facebook? Weil ich zu alt dafür bin. (Lacht.) Meine Mutter hat mir von Twitter erzählt. Meine 75-jährige Mutter! Sie hat gesagt (imitiert eine

„Ich weiss nicht, ob Barack Obama ein Rocker ist, aber er hat definitiv Soul. Immer, wenn er mich sieht, kommt er rüber und fragt: ‚Hey Mann! Wie geht’s?‘“

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Leben in voller Lautstärke: Mit den Foo Fighters bespielt Grohl die Bühnen dieser Welt, privat entspannt der 42-Jährige beim Tontaubenschießen: „Ich bin sowieso taub, also was soll’s?“


Action

zittrige Frauenstimme): „Dave, weißt du, was Twitter ist?“ Wenn wir heute irgendein neues Projekt haben, schreib ich ab und zu mal was. Aber ich bin nicht auf Facebook oder so ’nem Scheiß. 17. Um dich zu zerstreuen, hast du ja immer noch dein spezielles Hobby: Tontaubenschießen. Was ist so toll daran? Ich weiß nicht. Es gibt Dinge, bei denen kannst du dich einfach gut entspannen: Autofahren, Golf, Malerei. Ich entspanne mich eben beim Tontaubenschießen. Das ist zwar superlaut, aber ich bin sowieso taub, also was soll’s? 18. Pumpgun oder Doppelläufige? Ich würde dir die Doppelläufige empfehlen. 19. Was war die erste Lektion, die du im Musikgeschäft gelernt hast, als du 1990 zu Nirvana gekommen bist? Ich wurde verklagt! Vor Nirvana hatte ich einen Vertrag bei einer anderen Punkband. Als ich dann zu Nirvana kam, rief diese Person – ich darf den Namen nicht nennen – an und meinte: „Hey, du hast bei mir unterschrieben.“ Also wurde ich verklagt – von einem Punk-Rocker! (Lacht laut.) 20. Im September hatte „Nevermind“ (Nirvanas stilprägendes zweites Album, Anm.) sein zwanzigjähriges Jubi­ läum. Hat dir das etwas bedeutet, oder ist das ein ­anderer Dave Grohl aus ­einem anderen Leben? Das bedeutet mir sogar sehr viel. Es ist mehr als ein musi­ kalisches Jubiläum. Dieses Album, diese zwölf Songs haben mein Leben für immer verändert. Ich teile meine Biografie noch immer in die Zeit vor „Nevermind“ein und die danach. Der 24. September bleibt ein wichtiger Tag für mich. 21. Eine öffentliche Meinung über Kurt Cobain, die korrigiert werden sollte? Die Leute glauben immer, dass Kurt dauernd depressiv war. Aber das stimmt nicht. Er war ein netter Kerl: witzig, freundlich – ein toller Typ. 22. Kollegen von dir haben eine Über­dosis nur knapp überstanden. Wie hast du all die Jahre überlebt? Ich habe mit den Drogen aufgehört, als ich zwanzig war. Ich habe nie Heroin oder Kokain genommen. Gut, ich habe Gras geraucht und eine Menge Acid geschluckt. Aber ich habe damit aufgehört, als Nirvana berühmt wurden. Natürlich betrinkst du dich manchmal, aber die ganze Zeit bei Nirvana war ich clean. Und es gab genug Momente, in denen alles total verrückt war und du dich nur noch rauskicken wolltest. Aber harte Drogen? Da hättest du nur Probleme gekriegt. 23. Wie hältst du es mit der Erziehung? Es muss schwer für dich sein, deinen Töchtern Vorschriften zu machen. Du führst ein Rockerleben, seit du neunzehn bist. Na ja, Harper ist jetzt zwei Jahre alt und Violet fünf. Mit solchen Problemen muss ich mich noch nicht beschäftigen. Die Hauptsache ist, dass sich meine Kinder geliebt fühlen und wissen, dass sie das Wichtigste in meinem Leben sind. Wir haben eine großartige Beziehung. Wenn ich nach Hause komme, verbringe ich die ganze Freizeit mit meinen Töchtern. Wir machen jetzt auch nur noch kurze Tourneen, weil mittlerweile die ganze Band aus Vätern besteht. 24. Okay, anders gefragt: Würdest du deine Töchter, wenn

sie erst mal Teenager sind, mit einer 16-jährigen Version von Dave Grohl ausgehen lassen? Weißt du, was? Ich war ein ziemlich braver Teenager. Ich hab zwar Schlagzeug in einer Punkband gespielt, bin in das Auto meiner Mutter eingebrochen, und ein wenig Vandalismus war auch dabei, aber das war’s auch schon. Ich würde es ihnen wahrscheinlich erlauben. 25. Mit dreizehn hast du dir das Logo der Punkband Black Flag auf den Unterarm tätowiert. Die Anleitung dazu hatte ich aus einem deutschen Film: „Chris­ tiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. 26. Deine Anleitung fürs Selberstechen? Du nimmst eine Nadel, wickelst einen Faden um die Spitze und tauchst die Spitze in Tinte, damit sich der Faden vollsaugt. Und dann machst du „tack“, „tack“, „tack“ (tippt sich rhythmisch mit dem Zeigefinger auf den Unterarm). 27. Sollte man als Rock ’n’ Roll-Vater einschreiten, wenn die Kinder Techno hören? Das tun sie doch schon! Meine Töchter hören Katy Perry! Das bricht mir das Herz. Ich habe versucht, ihnen ordentliche Musik vorzuspielen: Bob Marley, The Zombies, Led Zeppelin oder die Beatles. Aber sie wollen lieber Sachen wie „I whip my hair back and forth“ von Willow Smith hören. (US‑Kinderstar, Tochter von Schau­spieler Will Smith; Anm.) 28. Rückblickend auf deine zwanzig Jahre im Rock ’n’ Roll-Geschäft: Was ist der größte Unterschied für junge Bands heute? Als ich bei Scream Schlagzeug gespielt habe (von 1986 bis 1990; Anm.), gab es noch keine Musikindustrie – zumindest nicht für uns. Das war eine Punkband, kein kommerziell verwertbares Produkt. Wir hatten keinerlei Karrierepläne. Oft wurden wir nicht einmal fürs Spielen bezahlt. Wir schliefen auf dem Fußboden und haben uns Geld geborgt, um zum nächsten Auftritt zu fahren. Musik als Geschäftsidee? Das funktionierte nicht. Wenn du Musiker bist und Musik liebst, dann sollte das Spielen selbst deine Belohnung sein. 29. Kann man heute nur durch gute Songs erfolgreich werden? Auf jeden Fall! Fuck yeah! Es gibt so viele talentierte Leute da draußen. Aber für die ist es hart, im Mainstream zu bestehen. Der Mainstream ist nämlich gewöhnt an fucking bullshit. All dieser verdammte … mechanische … nichtssagende TechnoMist. Weißt du, warum Adeles Album (Adele ist eine 23-jährige britische Soulsängerin; Anm.) so erfolgreich ist? Weil sie Talent hat und gute Songs schreibt. Mann, die geht nicht mal auf Tour! Aber die Leute lieben sie, weil die Musik gut ist. Und das findet man heutzutage nur noch selten. 30. Wer wird Dave Grohl im Film über dein Leben spielen? Weißt du, wen ich dafür schon lange im Kopf habe? Shelley Duvall. Du kennst doch den Horrorfilm „The Shining“? Shelley Duvall ist die Frau aus „The Shining“ – genau die will ich für die Rolle haben!

„Wir schliefen auf dem Fussboden, spielten ohne Bezahlung und borgten uns Geld, um zum nächsten Auftritt zu fahren. Aber gute Songs setzen sich IMMER durch. Fuck yeah!“

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Foo Fighters hören und sehen: „Wasting Light“ – das aktuelle Album (Sony); die Band-Doku „Back and Forth“ gibt’s auf DVD; Infos: www.foofighters.com


In Zusammenarbeit mit

Die Erste Bank Eishockey Liga als LIVE-Video:

All e s O . K . b eim Eishockey! www.laola1.tv


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60 junge Musiker aus aller Welt lud die Red Bull Music Academy im Februar 2010 nach London. Vier Wochen lang tauschten sie Wissen aus, jammten in Tonstudios und lernten von den ganz Großen ihrer Zunft. Von Amy-Winehouse-Produzent Mark Ronson etwa oder dem Minimal-Music-Komponisten Steve Reich. Nun, 18 Monate später, öffnet die Academy ihre Pforten erneut, diesmal in Madrid. Während eine neue Riege junger Talente in Spanien in das musikalische Paralleluniversum eintaucht, bat The Red Bulletin drei Absolventen des LondonJahrgangs vors Mikro: Wie hat sich ihr Leben in den letzten anderthalb Jahren verändert? Was hat sich in puncto Karriere getan? Wo stehen sie heute im Musikgeschäft?

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text: Hayley Joyes Bilder: ricHie Hopson, steve Bliss/red Bull content pool

EinE KlassE für sich


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lunice

Lunice, 23, offiziell: DJ. Faktisch: Energiebündel mit EntertainerQualitäten auf der Bühne.

”Als ich zum ersten Mal das Tonstudio betrat, traute ich meinen Augen nicht. All die Geräte, all die talentierten Kollegen – unglaublich! Es war wie ein Adrenalinrausch.“

er tanzt. roboterbewegungen, B-Boyschritte, elegante drehungen. das publikum ist außer sich – damit hat keiner gerechnet. schließlich war der auftritt von lunice am notting Hill carnival in london bloß als dJ-set angekündigt. doch bloß hinter dem pult zu stehen, das ist dem Musiker aus Montreal zu wenig. Während er heiße dance-tracks aus seinem laptop abfeuert, zeigt der Multitasking-Meister, was er im Keller seines elternhauses jahrelang geübt hat. ebenso kreative wie witzige Breakdance-Moves, die ihn schon vor seiner Musikkarriere via Webcam zum youtube-star gemacht haben – mit hunderttausenden Klicks von Fans aus aller Welt. Hip-Hop ist, neben dem tanzen, die zweite große leidenschaft von lunice Fermin pierre ii, wie der dreiundzwanzigjährige mit bürgerlichem namen heißt. Zusammen mit Kumpels hat er in seiner Heimatstadt einen neuen trend gestartet: Hip-Hop-a-cappella-elemente über treibende, synthesizer-geschwängerte Beats zu legen. seine Mix-tapes verbreiteten sich schnell übers internet, wenig später wurde sein lieblingsmusiklabel lucky Me auf ihn aufmerksam. ein rasanter aufstieg, der seit seiner teilnahme an der red Bull Music academy 2010 noch an tempo zugelegt hat. Mit der Hip-Hop-legende MF doom teilt sich der Jungspung heute die Bühne, mit dem dJ-superstar und Beyoncé-produzenten diplo arbeitet er regelmäßig im red Bull studio in london. und nach zwei platten für lucky Me records geht’s demnächst nach australien auf tour.

Red Bulletin: Deine DJ-Sets sind ziemlich körperbetont. Wo hast du gelernt, so zu tanzen? lunice: ich hab 2002 mit B-Boying angefangen. davor hat mich meine schwester gezwungen, mit ihr die choreographien von ’n sync und den Backstreet Boys einzustudieren. auf der Bühne biete ich dem publikum immer eine show. auch wenn ich müde bin, es macht einfach spaß! Wie hast du mit dem Produzieren angefangen? durchs Breakdancing bin ich zum BeatBoxing gekommen. Beats mit dem Mund zu machen hat mich fasziniert, aber bald wollte ich richtige songs machen. deshalb hab ich mir Musik-software besorgt und angefangen, loops und samples über rhythmen zu legen. ich war hin und weg: „oh Mann, ich hab ein stück Musik aus dem nichts erschaffen!“ Die Red Bull Music Academy im Rückblick: Was sind deine besten Erinnerungen? als ich zum ersten Mal das tonstudio betrat, traute ich meinen augen nicht. all die Geräte, all die talentierten Kollegen – unglaublich! es war wie ein adrenalinrausch, vom aufstehen bis zum schlafengehen. es fühlte sich so an, als würde ich die anderen teilnehmer schon ewig kennen, jeder war so offen und positiv. Wie eine musikalische Familie. Bist du noch mit Kollegen von damals in Kontakt? Gabriel nascimbeni aus Brasilien und ich haben bei der academy Musik ausgetauscht, aber wir sind nicht wirklich zum Zusammenarbeiten gekommen. ich sample oft Bossa-nova-rhythmen für meine tracks, Gabriel dagegen ist Bossa-novaKomponist. er schickt mir regelmäßig seine Gesangs- und Gitarrenaufnahmen, und ich programmiere Beats dazu. Nach der Academy hat dich dein Lieblingslabel Lucky Me unter Vertrag genommen. Wie hat sich das angefühlt? es war Wahnsinn! ich bin ein riesenfan von Hudson Mohawke, der die plattenfirma mit Freunden betreibt. Bei der academy war er studio-tutor, wir haben gemeinsam an Beats gebastelt. eine riesenehre, schließlich hat er meinen sound sehr geprägt. Wie laufen die Sessions mit Diplo im Red Bull Studio in London? Wie ist es, mit ihm am Mischpult zu arbeiten? er ist ein absoluter profi im studio, trotzdem sehr bescheiden. du hast nie das Gefühl, dass er auf dich herabblickt, ganz im Gegenteil. Wenn wir zusammen Musik machen, dann entstehen ganze tracks teilweise in dreißig Minuten. diplo ist ein wahrer Meister, ich lerne viel von ihm. 59


tokimonsta

Vor der Red Bull Music Academy: Beatbastlerin mit jeder Menge Talent. Danach: „First Lady“ der AvantgardeElektronik. ihre liebe zur Musik entdeckte Jennifer lee schon früh – lange bevor sie als toKiMonsta in clubs in aller Welt reüssierte. „als mein vater starb, war ich noch nicht einmal drei Jahre alt“, erinnert sie sich, während sie sich durch die schallplattenfächer ihres lieblingsplattenladens rockaway records in der nähe ihrer Wohnung in silverlake, los angeles, wühlt. „seine plattensammlung war sehr vielseitig – jede Menge alter Funk-, soul- und rockscheiben. Genauso wie koreanische Funkplatten. diese waren auch die ersten stücke, die ich für meine eigenen tracks gesampelt habe.“ ihre ersten stücke waren so geniale wie absonderliche soundcollagen mit Hip-Hop-Beats und holperndem Groove. tracks, mit denen sie sich in der lokalen szene schnell einen namen machte. als toKiMonsta – „toki“ bedeutet „Hase“ auf Koreanisch – wurde sie wenig später von der Brainfeeder-Familie adoptiert. Brainfeeder ist das kalifornische label und die plattform von Flying lotus, ebenfalls red Bull Music academy-absolvent und musikalisches Genie. der britische „observer“ bezeichnet Flying lotus immerhin als „Jimi Hendrix der Gegenwart“. es ist ein gutes nest für die 24-jährige Beatbastlerin, ein ideales umfeld, um neue ideen zu kreieren – und gemeinsam die clubwelt zu erobern. Zusammen mit ihrem label-Kollegen daedalus war sie soeben auf Welttournee, derzeit arbeitet toKiMonsta an ihrem debütalbum. 60

Red Bulletin: Wie hast du gelernt, Musik zu machen? tokimonsta: als ich im college war, hat ein Freund Musik-software auf meinem computer installiert. er meinte: „du magst Musik, deshalb solltest du auch welche machen.“ ich bin ein wenig ungeschickt mit technischem Zeug, also hab ich mir erst jede Menge youtube-Kurse reingezogen, bevor ich losgelegt hab. Du spielst Konzerte auf der ganzen Welt. Unterscheidet sich das Publikum von Kontinent zu Kontinent? in den großen Metropolen ist es sehr ähnlich. los angeles, new york, tokio oder london – die leute sind anspruchsvoll, aber offen für neue sounds. allerdings auch verwöhnt, weil sie ein so großes Konzertangebot haben. vor kurzem habe ich in Bulgarien und in Griechenland gespielt. in Gegenden, wo eben nicht jede nacht ein superstar-dJ vorbeischaut. die leute waren ekstatisch und hatten viel mehr energie. solche Gigs liebe ich. Hast du das Gefühl, dass es weibliche Künstlerinnen in einer Männerdomäne wie Clubmusik schwerer haben? die meisten meiner Kollegen sind nicht voreingenommen. Bei den Fans kommt’s darauf an, dass das, was du machst, Qualität hat. dass ich ein Mädchen bin, bringt vielleicht viele dazu, sich mein Zeug erst einmal anzuhören. auf der anderen seite werden sie mich genau deshalb strenger beurteilen. aber damit kann ich leben. Was war das Beste, was dir bei der Red Bull Music Academy passiert ist? die lecture von Kluster hat mich sehr inspiriert. Kluster war in den siebziger Jahren eine deutsche Krautrock-Band, sehr experimentell und verspielt, ihren musikalischen ansatz fand ich sehr spannend. das Beste war, mit so vielen unglaublich talentierten Künstlern zu arbeiten, die ich sonst nie getroffen hätte. Wir machen noch immer Musik miteinander – übers Web. Zum Beispiel mit Gabriel nascimbeni: er ist ein großartiger Bossanova-Gitarrist und sänger. er schickt mir regelmäßig aufnahmespuren und soundfiles, die ich am computer bearbeite. Bei deinen Shows arrangierst du deine Sounds live. Klingt sehr kompliziert, angestrengt siehst du auf der Bühne aber trotzdem nicht aus. Wie war das bei deinem ersten Auftritt? oh Mann, mein erstes Konzert war total chaotisch! es fand in einem kleinen club in chinatown, los angeles, statt, im publikum hauptsächlich Kollegen, die ich sehr respektierte. Komischerweise sind meine pannen niemandem aufgefallen, den leuten hat’s gefallen. vermutlich bin ich selbst meine schärfste Kritikerin.

text: caroline ryder Bilder: david BlacK, ricHie Hopson/red Bull Music acadeMy

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”Das Beste war, mit so vielen unglaublich talentierten Künstlern zu arbeiten, die ich sonst nie getroffen hätte.“


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JackmasteR

Donnerstag: Madrid, Freitag: Berlin, Samstag: Manchester, Sonntag: Tilburg, Montag: London, Dienstag: Glasgow. Sogar für einen Geschäftsmann mit Vielfliegerkarte wäre das ein stressiger Wochenplan. Jack Revill alias Jackmaster ist derlei gewohnt. Während der letzten zwei Jahre ist der 25-jährige schotte in die erste liga der dJ-Gilde aufgestiegen, täglich pendelt er zwischen club und Flughafen, zwischen Bühne und check-in-schalter. schon bevor Jackmaster 2010 teilnehmer bei der red Bull Music academy in london war, galt er als einer der talentiertesten dJs der insel. untertags arbeitete er als verkäufer bei rubadub in Glasgow, einem der wichtigsten und 62

stilprägendsten plattenläden europas. Heute gibt Jackmaster selbst die trends am dancefloor vor. Mit seinem plattenlabel nMBrs, auf dem junge stars wie Jamie xx von der indie-rock-Band the xx ihre scheiben veröffentlichen, definiert er die strömungen der clubmusik derzeit im Monatstakt neu. sein stil pendelt zwischen basslastigem dubstep und pianogepflasterter House-Musik der neunziger Jahre, zwischen irren computerspielsounds und digitalem soul. und das mit beträchtlichem erfolg. die leser des Musikmagazins „dJ-Mag“, europas Zentralorgan für tanzmusik, wählten ihn zum „Best Breakthrough dJ 2010“. in Folge klopfte der londoner club Fabric an. der auftrag: Jackmaster sollte die nächste dJ-Mix-cd für den legendären party-tempel aufnehmen. damit trat er in die Fußstapfen legendärer Kollegen wie John peel, diplo und Goldie.

text: Florian oBKircHer Bilder: ricHie Hopson, dieGo GonZaleZ/red Bull content pool

”Ich hab viel über das Business gelernt. Zum Beispiel, selbstbewusst bei Interviews aufzutreten. Außerdem ist die Academy perfekt, um Kontakte zu knüpfen.“


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Red Bulletin: Du hast letzte Woche sechs Gigs in fünf Ländern gespielt. Wann schläfst du eigentlich? JackmasteR: am Freitag hab ich in der panorama Bar in Berlin gespielt, mein dJset war auf acht uhr morgens angesetzt. eigentlich wollte ich im Hotel etwas vorschlafen, aber ich war zu aufgeregt. als ich müde wurde, hab ich an der Bar einen espresso und einen Jägermeister zum runterspülen bestellt. natürlich wurde mir sofort schlecht davon – kurze Zeit später hing ich über der Klomuschel und schlief dort obendrein ein. Zum Glück bin ich rechtzeitig vor meinem auftritt wieder aufgewacht. Wie schlägst du die Zeit auf den Flughäfen tot? ich schau mir Filme am computer an oder wähle tracks für das nächste dJset aus. am besten aber, man gönnt sich ein nickerchen. ich bin mittlerweile ein experte, was das schlafen in Flugzeugen angeht. Was ist dafür die beste Strategie? Kopf zurücklehnen, die arme verschränken – und nicht versuchen, an nichts zu denken, sondern den Gedanken einfach

”Es gibt kein besseres Gefühl, als Menschen auf der Tanzfläche glücklich zu machen.“ freien lauf lassen. dann den sitz nach hinten klappen, egal was der typ hinter dir davon hält. Wie bist du mit Schallplatten in Berührung gekommen? Mein vater besitzt eine große sammlung. er ist ein riesiger Beatles-Fan, hat aber auch viele tolle soul-platten. als ich acht Jahre alt war, hat er mich in seine schatzkammer eingeführt – von da an war ich dann selbst musikbesessen. Er muss ganz schön stolz gewesen sein, als du den „DJ-Mag“-Award gewonnen hast. Wie kam’s dazu? die dJs werden von den redakteuren nominiert, und die leser wählen den sieger. ich war gerade in einem londoner pub, als mir ein Freund die sMs schickte: „‚dJ Mag‘, wow! du bist als Best Breakthrough dJ nominiert!“ ich dachte, das gewinne ich niemals, aber es ist cool, nominiert zu sein. Anders als die meisten Teilnehmer der

Red Bull Music Academy bist du kein Instrumentalist oder Sänger, du bist „nur“ DJ. Hast du trotzdem profitiert? na klar! ich hab viel über das Business gelernt. Zum Beispiel, selbstbewusst bei interviews aufzutreten. oder wie ein Fotoshooting abläuft. außerdem ist die academy perfekt, um Kontakte zu knüpfen. Zum Beispiel: vor zwei tagen war ich in den BBc studios in london, um eine session für die sendung des radiomachers Benji B aufzunehmen. ich bezweifle, dass er mich eingeladen hätte, wenn wir uns nicht damals bei der red Bull Music academy kennengelernt hätten. Die MP3-Revolution hat der Welt Millionen von neuen DJs beschert. Würdest du jungen Musikfans trotzdem noch anraten, DJ zu werden? auf jeden Fall! natürlich ist es heute viel schwieriger, sich einen namen zu erarbeiten, weil es so viele dJs gibt. trotzdem würde ich jeden ermutigen. es gibt kein besseres Gefühl, als Menschen auf der tanzfläche glücklich zu machen. TV-Tipp: „Global Culture Mag“ – Red Bull Music Academy Madrid: 22.11., 22:30 Uhr auf ServusTV www.redbullmusicacademy.com

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weiss-rot Die Geschichte von zwei Düsseldorfer Skatern, die auszogen, um die Kunstwelt zu erobern: How und Nosm gelten in New York als „the next big thing“. Text: Richard S. Chang, Bilder: Dorothy Hong


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Die Perre-Brüder in ihrem Atelier (links) und bei der Arbeit an „Chaos Rescue“ in der South Bronx (rechts).

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outh Bronx, eine karge Gegend, in der Nachbarschaft Autowerkstätten, Lagerhallen und Grundstücke, für die sich nur Unkraut interessiert. Wir treffen How und Nosm, Graffiti-Künstler, Zwillingsbrüder, in Spanien geboren, in Deutschland aufgewachsen, in ihrem Atelier, das sie vor kurzem gemietet haben. Die Brüder sind gerade eben aus der Wüste von Arizona zurückgekehrt. Dort haben sie fünf Tage damit verbracht, einen Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg zu bemalen. „Absolutes Niemandsland, in dem es nichts gibt außer dreckigem heißem Sand und vor sich hin rostenden ausrangierten Flugzeugen“, erzählt Nosm. „Aber auf seine Art ein cooler Ort. Und das Projekt ist total abgefahren.“ Er spricht das Boneyard Project an, eine gemeinsame Ausstellung mit ziemlich angesagten Künstlern wie Retna und Nunca. Man sieht How und Nosm an, dass sie eineiige Zwillinge sind: beide groß und 66

drahtig, beide frisiert wie Bruce Willis. Die Unterschiede? Nosm hat kantigere Gesichtszüge und wählt seine Worte bedächtig. How scheint einer von der unbekümmerten Sorte zu sein. Auf die Frage, wie sie ihre Projekte auswählen, grinst er: „Wir machen, was am meisten Kohle bringt!“ Nosm schüttelt den Kopf. „Natürlich nicht. Was wir in Arizona getan haben, bringt keinen Penny. Wir sind dabei, wenn es darum geht, etwas Neues anzugehen.“ „… und zwar, etwas zu machen, das so noch niemand vor uns gemacht hat“, ergänzt How. Im Oktober läuft ihre erste Einzelausstellung, „How & Nosm: Achtung!“, in der Known Gallery in Los Angeles, üblicherweise die Heimstätte von Graffiti-Legenden wie Revok, Saber und Sever. Schon Anfang Dezember wartet die nächste Soloschau während der Art-Basel-Woche in Miami Beach. Für die beiden Shows gilt es, insgesamt dreißig Bilder fertigzustellen – und unser erstes Treffen findet im Frühjahr statt. Bis dato haben sie genau ein Bild nach Miami verschifft („ein über sieben Meter langes Monster“, wie Nosm sagt), zwei weitere sind halb fertig.

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n Jeans und schwarzen Hoodies, alles über und über mit Farbe bekleckert, arbeiten die Brüder Seite an Seite an einer riesigen Mauer, zu ihren Füßen Unmengen an Farbtöpfen und Spraydosen. Ihr Atelier ist genau genommen der Eingangsbereich einer riesigen Lagerhalle, die den Graffiti-Legenden Daze und Crash als Arbeitsplatz dient – den „Originators“, wie die Brüder ihre Vorbilder und Freunde respektvoll nennen. Der Respekt wird im selben Umfang erwidert. „Ich hab schon früh erkannt, dass die beiden einfach alles malen können – von der Cartoon-Figur bis zum realistischen Porträt“, erzählt Daze, der How und Nosm vor mehr als zehn Jahren zum ersten Mal getroffen hat. Ihr unverwechselbarer Stil, der sich stark vom klassischen dreidimensionalen europäischen

Mit 15 beMalten sie in DüsselDorf ihre erste U-bahn. „es herrschte Das totale chaos!“


Graffiti-Stil abhob, stach Daze sofort ins Auge. „Er erinnerte mich eher an mexikanische Wandmalereien.“ „Die beiden hatten immer schon große Klasse, die aber lange Zeit nur wenige Menschen zu sehen bekamen “, sagt Carlo McCormick, Kurator und Chefredakteur des angesehenen „Paper Magazine“. Der New Yorker Kunstpionier war es, der How und Nosm vor einigen Jahren erstmals in einer seiner Ausstellungen präsentierte. Er ist überzeugt von den Zwillingen. „Für Leute, die sich ernsthaft mit Kunst und dem Kunstmarkt beschäftigen, sind sie the next big thing.“ Bis es allerdings so weit ist, steht aber zunächst mal die Realisierung der dreißig aktuellen Ausstellungsbilder an – mehr als genug Arbeit für die kommenden Monate. Für Graffiti-Künstler, die es gewohnt sind, durch die Welt zu tingeln und im Freien zu arbeiten, ist die Aussicht auf einen Indoor-Sommer im Atelier alles andere als erfreulich. Von Herbst 2010 bis Frühjahr 2011 haben How und Nosm Wände in Miami, Rio de Janeiro und Los Angeles gestaltet – von Frühjahr bis Herbst 2011 ist der Aktionsradius überschaubar: South Bronx, New York City.

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osm wurde in San Sebastián im spanischen Baskenland auf den Namen Davide Perre getauft, How auf den Namen Raoul. Ihre Kindheit und Jugend verbrachten sie in Düsseldorf, wo sie auch ihre Liebe zu Graffiti entdeckten. 1997, die beiden waren gerade 21, zog ihre Familie nach New York. Seitdem malen sie hier – „Leben heißt Malen für uns“, sagt How, und Nosm ergänzt: „Gemeinsam malen. Wir können uns nicht daran erinnern, jemals nicht gemeinsam an einem Bild gearbeitet zu haben.“ An ihrem aktuellen Bild arbeiten sie sitzend, die Leinwand hängt ziemlich tief, zu sehen ist ein kreisförmiges Objekt mit vier Gesichtern an den Seiten. Fragen nach der Aussage ihrer Arbeit erheitern How. „Wir erklären unsere Bilder nicht“, sagt er. Ein wenig erinnert das Bild an eine surrealistische Spielkarte aus der Zukunft, meinen wir. „Es steht noch auf dem Kopf“, sagt er, was ihm als Erklärung ausreichend erscheint. Seinen Anfang nahm der Höhenflug der Brüder mit einem Trip nach Rio de Janeiro vor ein paar Jahren in Begleitung von Daze und dem Graffiti-Pionier Fab 5 Freddy. Während dieser Reise begannen

How und Nosm, sich in ihrer Arbeit auf drei Farben zu beschränken: Schwarz, Weiß, Rot. „Mit diesem Schwarz-WeißRot-Ding haben die beiden ihre Erfüllung gefunden“, sagt Daze. Ihre Bilder sind kunstvoll, raffiniert, fließende Linien, phantastische Symbolik. Träume, Abenteuer, Könige, Schurken, Liebe, Tiere, Tränen, Schätze, Kriege. Man muss die Werke der Zwillinge genau betrachten, um die vielen Details wahrzunehmen, Szenen, die sich hinter anderen Szenen verbergen. Ob es einen Schlüssel zum Verständnis gibt, ein gemeinsames Motiv? Nosm? „Nein. Mal sind die Bilder politisch motiviert, mal nicht; manchmal erzählen sie eine Geschichte, manchmal ist es einfach nur eine abstrakte Collage diverser Stilrichtungen.“ Wollt ihr mit euren Bildern nichts ausdrücken? „Sieh sie dir einfach an. Lass deiner Phantasie freien Lauf. Sei kreativ. Was für einen Grund hätten die Leute denn, sich ein Bild wirklich anzusehen, wenn ich ihnen vorher schon alles Mögliche erzähle? Wir möchten die Menschen mit unseren Bildern anregen, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Wenn man ein Lied im Radio hört, dann sagt einem ja auch keiner, was man fühlen soll.“ 67


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„Dichos for the Crisis“ (oben) entstand 2010 in Miami, sechs Meter hoch und über 33 Meter lang. Bescheidener dimensioniert ist der gemeinsame Hund der Zwillinge, Niko (re.), vor dem Atelier in der South Bronx.

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eit ihrem ersten Aufenthalt in Brasilien ist Rio der Lieblingsspielplatz von How und Nosm. Jedes Jahr verbringen sie im Schnitt einen Monat damit, die Stadt nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Über 200 Wandgemälde haben sie schon vollendet, im Oktober werden die bisherigen Arbeiten in Buchform veröffentlicht. „Dort unten ist man sehr aufgeschlossen“, erklärt uns Nosm. „Die Leute regen sich nicht darüber auf, wenn du ihre Wände bemalst, man muss keine Genehmigungen einholen. In New York war das früher auch so. Aber jetzt sind diese Zeiten leider vorbei, heute ist es ein einziger Spießrutenlauf. Die Gesetze sind viel strenger. Und außerdem hat die Polizei dazugelernt, wenn es darum geht, uns auf die Schliche zu kommen.“ Nosm führt uns ins ausgehöhlte Innere des Komplexes in der Bronx und zeigt uns auf dem Weg die Arbeitsplätze seiner Kollegen. „John Ahearn arbeitet auf der anderen Seite dieser Mauer“, erzählt er, und schon am Klang seiner Worte erkennt man Nosms Bewunderung für den Street Artist, dessen Zwillingsbruder Charlie in den 1980ern den Graffiti-Klassiker „Wild Style“ drehte. Am hintersten Ende der 68

Lagerhalle befindet sich das Reich von Crash, in der Mitte ein provisorisch zusammengezimmertes kleines Häuschen, das rundum mit Plastikfolie verkleidet ist: Daze’ kleines Spray-Atelier. „Ich habe How und Nosm in der Bronx getroffen, damals hatten sie sich gerade der Tats Cru angeschlossen“, erinnert sich Daze. Wer Mitte der 1980er in New York an Graffiti dachte, dem kam als erstes die Tats Cru in den Sinn. Das Kollektiv prägte die Stadt mit ihrer Kunst. „Das waren echte Graffiti-Junkies“, erzählt Kurator McCormick, „und plötzlich kamen diese beiden Deutschen.“ Die Geschichte der Aufnahme der PerreBrüder in die Tats Cru ist mittlerweile

Wir Wollten einfach nUr Züge beMalen. Die risiken Waren Uns egal. sie haben Uns verjagt, Wir sinD WieDergekoMMen.

legendär: 1997 tauchten sie uneingeladen auf und hielten den Mitgliedern einen Haufen Fotos unter die Nase, von Wänden und U-Bahnen, die sie besprayt hatten. Eines der Gründungsmitglieder der Tats Cru war so beeindruckt, dass er nicht glauben wollte, dass das die Werke dieser beiden völlig unbekannten Kerle waren. Aber das waren sie. Erfahrungen hatten sie ja bereits in Deutschland gesammelt – ihre Graffiti-Karriere hatte mit dreizehn gestartet. „Die Skateboard-Kultur war der Anfang“, erzählt Nosm. „Wenn man den ganzen Tag mit seinen Skaterfreunden auf der Straße rumhängt, die ihre Namen auf die Bretter kritzeln, dann kommt man automatisch an einen Punkt, an dem man denkt: ‚Hey, das kann ich auch, und zwar besser.‘“ Mit fünfzehn bemalten sie gemeinsam ihre erste U-Bahn. „Es herrschte das totale Chaos“, lacht Nosm. „Wir waren acht Jungs, absolute Anfänger, es war Winter, und wir waren völlig planlos. Aber der Spot war perfekt, am Waggon konnte man gut hochklettern. Acht unterschiedliche Menschen haben sich auf diesem Waggon verewigt. Die Farben verrannen, es war saukalt, und wir haben die halbe Nacht für einen Waggon gebraucht.“


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Heute wären die Brüder mit einer Spraydose in jeder Hand nach 15 Minuten fertig. „Natürlich sind wir viel erfahrener und besser geworden. Und es gibt bessere Farben, andere Aufsätze, das darf man nicht vergessen“, sagt Nosm. Was sich nicht verändert hat: Damals wie heute besteht die Arbeit an einem Waggon nicht nur aus dem Malen allein. Es ist ein Projekt, das generalstabsmäßig geplant sein will. „Man hockt schon mal drei oder vier Stunden in einem Busch und wartet, dass die Luft rein ist. Man ist ständig auf der Flucht vor Überwachungskameras, Hunden, Polizisten“, erzählt How. „Dann beginnt man erst damit, zu malen, ist voll konzentriert, wartet, bis der Tag anbricht, und macht Fotos, schleicht sich in den Zug, hüpft bei der ersten Station raus, macht wieder Fotos, verfolgt den Zug zwei oder drei Tage lang. Einem Zug seinen Stempel aufzudrücken ist alles andere als ein Kinderspiel, es ist harte Arbeit, und man muss schon auch ein bisschen verrückt sein, sich das anzutun.“ Die Liste der Züge, die sie schon nach ihren Vorstellungen gestaltet haben, ist lang, sie fahren in Südafrika, Südkorea, Japan, Australien und in ganz Europa.

„In Südafrika schießen sie schon mal auf dich“, sagt How. „Klingt vielleicht nach Adrenalinkick“, sagt Nosm. „Aber darum ging’s uns eigentlich nie. Wir wollten einfach nur Züge bemalen. Die Risiken waren uns egal. Sie haben uns verjagt, wir sind wiedergekommen. Sie sammelten Beweise und haben Fotos gemacht, aber sobald sie weg waren, haben wir zu Ende gebracht, was wir angefangen hatten. Und dann haben wir unsere Fotos geschossen.“

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inige Wochen nach unserem ersten Treffen hat der Sommer in New York Einzug gehalten. Der Metallventilator am Eingang der Lagerhalle in der South Bronx verteilt die stickig-heiße Luft im Atelier der Brüder. In den letzten Wochen hat sich eine ganze Menge getan – abgesehen von den Bildern, die sie zum Abschluss brachten, ist Nosm Vater geworden. Und eine Maus ist ins Atelier eingezogen. „Ich weiß nicht, was sie hier will“, sagt Nosm. „Hier gibt’s kein Futter.“ Die beiden arbeiten seit Wochen Tag und Nacht für ihre großen Auftritte im Herbst. Doch Ehrgeiz und Disziplin sind nichts Neues für How und Nosm: Diese

Eigenschaften haben sie immer schon ausgezeichnet – auch als sie noch auf Wänden malten. „Da startete unsere Arbeit für gewöhnlich um sechs Uhr morgens“, erklärt Nosm. Auch an die Arbeit in einer nicht allzu komfortabel eingerichteten Lagerhalle haben sich die beiden mittlerweile ein wenig gewöhnt. Es dauert zwar bis zu sechs Tage, ein Bild auf einer Leinwand fertigzustellen – das ist viel länger als die Arbeit an einer Wand –, aber das Ergebnis stimmt. Die Nächte verbrachten sie während der letzten Wochen damit, Skizzen für die nächsten Bilder anzufertigen. „Es ist Fließbandarbeit, ja, aber trotzdem ist jedes Bild ein durchdachtes Einzelstück“, sagt Nosm. Plötzlich verfinstert sich sein Gesicht. „Da ist sie!“, schreit er und rennt auf eine Ecke der Halle zu. „How, fang sie ein!“ How rast durch die Halle und stellt die Maus zwischen den fertigen Bildern. Auf allen vieren zwängt er einen Blick durch den Spalt zwischen Leinwandrahmen und Boden, während sich Nosm auf der anderen Seite des Rahmens auf die Lauer legt. Teamwork, auch hier. hownosm.blogspot.com

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Ta n z Dich Frei!

Er ist kein Tänzer, sondern Revolutionär. Er ist der Star der preisgekrönten Doku „Bouncing Cats“. Er ist die Hoffnung tausender Jugendlicher in Uganda. Sein Name ist Abramz, und hier ist seine Story. Text: Miles Keylock, Bilder: James Oatway 70


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Die Kids von Kampala bewundern Abraham „Abramz“ Tekya (linke Seite, oben). Sein Breakdance Project Uganda (BPU) lehrt sie mittels Hip-Hop, die eigene Kraft und Fähigkeiten zu erkennen. Es geht um Glück, Revolution und Autonomie. „Afrika ist nicht arm. Wir müssen nur lernen, unsere Ressourcen richtig aufzuteilen“, sagt Abramz. „Teilen“ ist sein Schlachtruf. „Teile dein Können mit anderen. Jeder ist Schüler. Und jeder ist Lehrer.“ Über Merchandising-Projekte finanziert BPU auch Schulgebühren. Zum Beispiel für Remy Nanyonga, 18 (li. Seite, u.). Sie lebte auf der Straße. Jetzt ist sie B-Girl. Und unterwegs in Richtung Uni.


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breaKdance proJect uganda ist ein Kader Von freiheitsKämpfern. ziel: gib Jugendlichen autonomie zurücK. mit hip-hop.

ADDITIONAL PHOTOGRAPHY: NABIL ELDERKIN

ip-boom-bip-boom-boom! Bip-boom-bip-boom-boom! Bip …!“ Der ramponierte Ghettoblaster pumpt den mitreißenden Sound einer Basstrommel und der Snare Drum nach draußen. „Feel the beat!“, ruft der B-Boy mit den beweglichen Gliedmaßen. „Egal was ihr fühlt: Hauptsache, ihr fühlt es“, sagt er und macht zur Trommel einen Ausfallschritt. Der bunte Haufen von T-Shirt-Kids, Sneaker-Teens und barfüßigen Straßenkindern in Boardshorts schlingert in Aktion. Die Snare Drum: Ausfallschritt … bip … links, dann rockt der rechte Fuß den Bass … boom-boom … Schritt zur Seite … bip … Schritt zurück … bip … Pause … bip … jetzt sind alle im Rhythmus … boom-boom. Das Breakdance Project Uganda (BPU): ein Kader von Freiheitskämpfern, der mit dem Hip-Hop jungen Menschen in Uganda Selbstwertgefühl und Stärke wiedergibt. Jungen Menschen, deren Identität einst systematisch zerstört wurde. Die Kolonialjahre, dann Idi Amin Dadas brutaler Machtrausch, gefolgt vom Wüten des „Messias“ Joseph Kony und seiner Lord’s Resistance Army hinterließen ihr Erbe. Über Generationen wurden zehntausende Kids entführt und als Kindersoldaten missbraucht. Frauen wurden vergewaltigt, Männer in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg verstümmelt, der Familien auseinanderriss und Millionen von Menschen die Heimat raubte.

Das Sharing Youth Centre des BPU in Kampala (oben) brodelt regelrecht vor Beats und Breaking, wenn sich hier B-Boys und B-Girls jeden Alters, jeder Erziehung, aus etlichen gesellschaftlichen Gruppen, Stämmen und Religionen zum kostenlosen Training treffen. Dabei geht es Abramz (unten) nicht so sehr um die Feinheiten des Hip-Hop – er vermittelt gesellschaftliches Bewusstsein.

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Im Herzen dieses Landes liegt Kampala, Ugandas Hauptstadt, ein Wirklichkeit gewordener Albtraum für Stadtplaner. Von sieben Hügeln, auf denen es von Slums wimmelt, ergießen sich Ströme aus Menschen, die gerade so überleben. Drei Millionen sind es entlang der von Schlaglöchern perforierten Straßen, auf denen fliegende Händler eine florierende Schattenwirtschaft am Laufen halten: mit Sonnenbrillen, einzelnen Zigaretten und Hongkong-Klamotten. In den Baracken entlang der Bürgersteige verkaufen sie SIM-Karten unter Neonbirnen. Straßenlaternen gibt es nicht, nur Schwärme von Boda-Boda-Motorrädern und Matatu-Taxis beleuchten den Weg. Diese urbane Ausgeburt nennt Abraham „Abramz“ Tekya sein Zuhause. Er ist der visionäre Kopf der BPU, seit sechs Jahren Leitfigur der Jugendlichen, und er lehrt sie Autonomie und Führungsqualität durch Hip-Hop. Es ging los mit drei Studenten, die zu den ersten kostenlosen Sessions aufkreuzten. Inzwischen ist das Projekt zu einem nationalen Netzwerk mit mehr als tausend Mitgliedern geworden, von denen jedes das Mantra „Sei ein Lehrer für einen Mitmenschen“ im Herzen trägt.

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bramz klatscht in die Hände, die B-Boys und B-Girls drängen sich zusammen. Er sagt: „Seid echt. Tanzt Freestyle, seid ihr selbst.“ Sie hören zu, nicken. Dann geht es zur Snare Drum wieder los. Und noch mal. Und noch einmal. Bis sie ihre eigene Bewegung finden. Es geht Abramz nicht darum, dass die Kids seine Moves imitieren. Er will, dass jeder B-Boy lernt, sich auszudrücken. Die Jungen und Mädchen aus den Ghettos von Kampala lieben Abramz. Es ist leicht zu verstehen, warum. Seine Geschichte ist ihre Geschichte. Abramz wurde in Mengo, Kampala, geboren, und er musste schnell erwachsen werden. Seine Welt fiel in Trümmer, als er sieben war und beide Eltern an Aids starben. Seine älteren Brüder wurden zu einer Tante geschickt, Abramz und seine Schwester weggescheucht, um bei der Großmutter unterzuschlüpfen. Abramz war acht, er war Waise, und er brauchte dringend irgendwas, was der Welt Sinn gab. Einer Welt, die von Tod, Armut und Schmerzen beherrscht schien. Abramz fand den Hip-Hop. „Ich wusste nicht mal, dass das Hip-Hop heißt“, lacht er heute und erinnert sich, wie er aus dem Haus schlich, wenn Oma zum Markt gegangen war, um beim Nachbarn Videos von MC Hammer und Vanilla Ice anzuschauen. „Für mich war das alles einfach Musik, aber die Teile mit dem Rap fand ich am tollsten.“ Vanilla Ice’ Reime und Choreographie waren schon cool. Aber mit neun tauchte Abramz in die Kassettensammlung seines Bruders ein und fühlte nun wirklich die Power, den Ruf des Hip-Hop: in den gesellschaftskritischen Ghetto-Life-Grooves der Hip-Hop-Pioniere der Achtziger wie Run D.M.C., 74

Der Mann hinTer DeM FilM

Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Bouncing Cats“, der Abramz’ Breakdance Project Uganda (BPU) zum Thema hat, wurde vom Red Bull Media House produziert. Regie führte der in Los Angeles lebende australische Fotograf und Filmemacher Nabil Elderkin. Im Interview schildert Elderkin seine Arbeit in Afrika. Wie kamt ihr zu dem Titel? Ich hörte Kinder „Bouncing cats, baboons and cats“ singen, um in den richtigen Rhythmus zu kommen. Und deshalb nannte ich den Film „Bouncing Cats“. Die Philosophie des BPU besagt: „Jeder ist ein Student, und jeder ist ein Lehrer, der etwas Positives geben kann.“ Was hast du von „Bouncing Cats“ gelernt? Viel über das Teilen, über Familie und Beharrlichkeit … auch über die Reinheit der Herzen dieser Menschen. „Hip-Hop bietet keine praktischen Lösungen. Aber Hip-Hop bietet Ideen für Lösungen“, heißt es im Film. Was kann er bewirken? „Bouncing Cats“ kann die Köpfe und die Herzen der Menschen öffnen und ihnen eine Ahnung von der Macht der Musik geben – und vom Teilen. HipHop ist ein Werkzeug und ein Gefühl, es kann eine Botschaft verbreiten. Aber vor allem ist Hip-Hop Musik. Und Musik ist die stärkste Waffe, wenn es darum geht, Leute zusammenzubringen. Sie beeinflusst die Gefühle, und dabei gehört sie niemandem. Was waren die größten Herausforderungen bei der Arbeit an der Dokumentation zum BPU? Das Material zu kürzen. Es gab so viel phantastisches Material, aber wir mussten auf eine vertretbare Länge kommen. Bei der Filmarbeit vor Ort mussten wir taktisch klug sein. Das BPU steht etlichen Herausforderungen gegenüber, die unsere Arbeit ebenfalls beeinträchtigten. Die größte Herausforderung war aber, das Vertrauen der Jugendlichen erst zu gewinnen und dann zu behalten. Denn auch nach vielen Besuchen konnte ich ja nichts vorzeigen außer meiner Person und meiner Kamera. Aber wir wurden Freunde und sind das noch immer.

Wie habt ihr den „Erste-Welt-Blick“ vermieden? Du weißt schon: Afrika ist der Dunkle Kontinent, und Uganda ist das „Herz der Finsternis“? Ich habe mich einfach an die Tatsachen gehalten. Natürlich musste ich auch die Vergangenheit zeigen, damit die Zuschauer die Härten der Gegenwart verstehen können. Aber mir ging es vor allem darum, das Licht weiter zu verbreiten, das, ausgehend von Abramz und dem BPU, auf Ugandas Jugendliche scheint. Hattest du irgendwann Sorge, eventuell die Linie zwischen Dokumentarfilm und emotionalem Schinken zu überschreiten? Ja, natürlich. Ich hab viel rausgenommen, weil ich diesen Schritt nicht tun wollte, speziell oben im Norden. Ich habe mein Bestes getan, um die Balance zu behalten und wahrhaftig zu bleiben. Was sind deine persönlichen Eindrücke von Abramz und dem Breakdance Project Uganda? Es ist unglaublich, wie viel von seinem Leben Abramz dem BPU widmet. Er hat viel durchgemacht. Das meiste davon erfuhr ich von anderen, denn er hängt das nicht an die große Glocke. Er ist wirklich selbstlos. Das erfüllt mich mit Ehrfurcht, und es inspiriert mich. Das BPU ist eine so tolle Truppe – jeder ist willkommen, und für jeden wird gesorgt. Und wenn es ein Laptop gibt, dann sitzen alle drumherum und teilen.


Breakdancing ist nur die halbe Geschichte für den 18-jährigen Kiryowa Fahadhi (re.). Beim BPU perfektioniert er seine Kunst, aber entscheidend wichtig ist, dass die Organisation einen Teil seiner Schulgebühren zahlt.

Big Daddy Kane, Public Enemy, Chubb Rock, A Tribe Called Quest, De La Soul, Brand Nubian und Philly Bongole Lutaaya. „Einer unserer Vettern hatte ein Video mit einer Live Performance von ‚Check the Rhime‘ von A Tribe Called Quest“, sagt Abramz. „Da sah ich die Kraft von MCing: Master of Ceremonies sein, die Crowd kontrollieren. Die DJs scratchten, die B-Boys machten ihre Moves, alles live. Das war wie: ‚Irre! Das ist was anderes!‘ Ich spazierte ins Badezimmer, schnappte mir eine Zahnbürste und legte los: „Proper Rap is not pop. If you call it that then stop. Check the rhime y’all!“ „Ich begann den Unterschied zwischen Hip-Hop mit sozialem Gewissen und Hip-Hop ohne soziales Gewissen wahrzunehmen“, erklärt Abramz. „Die Beats waren heavier, funkier als das, was ich vorher kannte. Die Leute erzählten von sich selbst, über ihre Bedürfnisse, ihre Kämpfe und alltäglichen Erfahrungen. Ich dachte: ‚Okay, so kann ich mich auch ausdrücken.‘ Also fing ich an zu schreiben, eine Geschichte zu erzählen, der jeder gern zuhörte. Ich erzählte über mich und was ich durchmachte.“ Abramz wuchs in den Straßen von Kampala auf. Das Geld für die Schulgebühren organisierte er selbst. Irgendwie. Weitere Perspektiven? In einem Land mit über achtzig Prozent Jugendarbeitslosigkeit? „Um mich herum herrschte Verbrechen – Gewalt und Diebstahl“, sagt er. „Ich wollte was Verrücktes tun. Schließlich tat ich es mit Worten. Rappen war meine Kunst, mein Sport. Rappen war alles für mich. Ich hatte endlich mich selbst gefunden.“ 75


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„Veränderung beginnt zuallererst im Kopf. Wenn sich da Was beWegt, bist du glücKlich.“

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Abramz (linke Seite, Mitte) wuchs mit Vorbildern wie Crazy Legs (linke Seite, unten) auf, die er sich auf körnigen VHS-Tapes reinzog. Jetzt tritt Crazy Legs in „Bouncing Cats“ auf, dem Film über Abramz’ BPU. Der Streifen porträtiert eine kleine Armee von HipHop-Stars inklusive Common und beinhaltet Interviews mit Will.I.Am und K’naan.

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Remy Nanyonga tickt genauso. Auch sie ist Waise, auch sie verbrachte ihre Jugend auf der Straße. Im BPU fand sie eine Heimat. Heute ist sie achtzehn und B-Girl. Sie sagt: „Warte nicht auf jemanden, der ein hübsches Haus baut und erklärt: ‚Das ist Entwicklung.‘“ Remy denkt nach, dann sagt sie: „Veränderung beginnt im Kopf. Bewegt sich da was, bist du glücklich – auch wenn dir das Geld fürs Mittagessen fehlt.“ Entwicklung ist Remys Lebensprinzip. Die BPU zahlt ihr die Gebühren für die St. Peter’s Secondary School in Nsambya. Remy träumt davon, es bis auf die Uni zu schaffen. „Disziplin ist kostenlos“, steht auf der Wandtafel ihrer Schule. Abramz und sein Bruder waren jünger als Remy, als sie die Schule verlassen mussten: Ihnen war das Geld ausgegangen. Von da an war Hip-Hop ihre Erziehung. Selbständigkeit: Darum ging es ihnen. Street Credibility, den Respekt in der Szene, erkämpften sie sich als Duo Sylvester & Abramz in Open-Mic-Sessions in den Clubs der Stadt und bei freien HipHop-Workshops für Underdogs in den über die Hügel von Kampala verstreuten Siedlungen Kisenyi, Kasubi, Nakulabye und Makerere – chaotischen Dauerbaustellen: abgefuckte Schulgebäude neben kolonialen Villen mit üppigen Gärten, dazwischen Mauern. „Die Leute nannten uns ‚sozial schwach‘“, sagt Abramz. „Aber wegen des Raps wurden sie aufmerksam auf uns.“ Er sitzt auf der rostigen Treppe zum Sharing Youth Centre. Über Nsambya liegt die Abenddämmerung. Ein Boda-BodaFahrer schlängelt sich durch den Verkehr, Kinder teilen sich eine Ananas auf der Schubkarre eines Straßenhändlers. „Wir trugen andere Klamotten: billige braune Sachen, rough ’n’ tough, grobe, robuste Schuhe, weil wir immer liefen, langes Haar, weil wir uns den Friseur nicht leisten konnten. Genauso wenig wie hübsche Rucksäcke, also checkten wir billige Secondhand-Taschen. Das war unser Stil, und weil wir rappten, wurde es zum Trend. Wir rappten nicht nur über unsere Sorgen, wir produzierten auch Wohlfühlmusik, mit der wir feierten, wie weit wir gekommen waren. Das sah nicht wie der Riesenerfolg aus, aber es war etwas, was sich zu feiern lohnte.“ „Abramz hat eine besondere Gabe, mit Worten umzugehen“, sagt Ssekitoleko Joram, 21, vormals Nichtstuer, jetzt Wirtschaftsstudent, B-Boy und MC. „Wenn du diese Worte in die Praxis umsetzt, zuhörst und lernst, wirst du ein guter Mensch. Sicher, das ist Ghetto hier. Aber nicht notwendigerweise ein Ghetto des Geistes.“ 78

Das wirkte sogar bei der berüchtigsten Gang Kampalas, den Street Fighters. „Bei unseren Gigs sahen sie das Leben von einer anderen Seite“, sagt Abramz. „Sie sahen, dass wir Anerkennung ernteten – nicht, weil wir den Leuten die Zähne einschlugen, sondern weil wir sie unterhielten. Das war der Punkt. Setze Kunst, setze Hip-Hop für deine Autonomie ein.“ Doch Rap, das sind Worte – was in Uganda, wo mehr als fünfzig Sprachen gesprochen werden, an Grenzen stößt. Englisch? Bei Kids, von denen nicht einmal zwanzig Prozent die Schule abgeschlossen haben? Nein. Die Lösung hieß: Tanz. Abramz erinnerte sich an das Gefühl, als er mit neun die körnigen VHS-Videos amerikanischer B-Boys wie Crazy Legs von der Rock Steady Crew und Boogaloo

„afriKa ist nicht arm. Wir müssen nur lernen, unsere ressourcen untereinander aufzuteilen.“ Shrimp sah. Abramz dachte an den Film „Breaking“, der alles in sich vereinte, was Hip-Hop war. „Da gab es DJs. MCs wie Ice-T. Es gab Graffiti, Breaking, Popping, Locking.“ Er erinnert sich auch daran, wie er sich ärgerte, wenn Freunde die Akrobatik der B-Boys als Kameratricks verulkten. „Wie soll das gehen, auf deinem Kopf und dem Rücken herumwirbeln?“ Und wie sie ihn später auslachten: „Ein Breakdancer? In den Neunzigern?“ Sie hielten Breakdance für tot und waren zum Rap weitergezogen. Braggadocio und andere hatten die Hip-Hop-Philosophie auf den Punkt gebracht. Abramz las das Feature über die Geschichte des Hip-Hop in dem zerfledderten „Vibe Magazine“ wieder und wieder. Und auf einmal war ihm klar: Bringt die B-Boy-Kultur zurück! Alte Schule. Also staubte er seine alten Breakdance-Moves ab. Er übte mit Freunden, die für Bargeld choreographierte ’N-Sync-Programme zeigten. Er studierte die Drops von MC Hammer und die Splits von James Brown. Er zog sich die B-Boy Battles auf YouTube rein. Dann fing er an und kreierte eine Kombination von Drops und Kung-Fu-Bewegung. Schließlich brachte er sich selbst einen Baby Freeze bei und perfektionierte seinen eigenen Top Rock. „Ich war nicht wirklich gut“, sagt Abramz. „Aber ich musste auch nicht

der Beste sein. Ich wollte die Leute inspirieren. Einfach dadurch, dass ich mein Können mit ihnen teilte.“ Das ist das Prinzip. Teile dein Können. „Europa und Amerika betrachten Afrika als bedürftigen Kontinent. Aber Uganda ist nicht so arm. Wir wissen nur nicht, wie wir unsere Ressourcen verteilen können. Schau mal das Ganze auf verschiedenen Ebenen an: vom Kontinent zum Land, zum Bezirk, der Gemeinde, dem Dorf, bis zur kleinsten Einheit, der Familie … es gibt immer etwas von den anderen zu lernen.“ Das Breakdance Project Uganda bringt junge Menschen unterschiedlicher religiöser, wirtschaftlicher und sozialer Herkunft zusammen und vermittelt ihnen, wie sie ihre Ressourcen teilen können. Durch eine Kultur, in der „jeder ein Schüler ist und jeder ein Lehrer, der etwas Positives weitergeben kann“, so Abramz. „Jeder weiß etwas“, sagt der 21-jährige Mark Kaweesi. Mit sechzehn verwaist, hatte er zwei Optionen: in den Slums zu bleiben oder in das Dorf seiner Großmutter zurückzukehren. „Die Leute warten. Sie hängen rum und haben nichts zu tun“, sagt er. „Das ist gefährlich. Du denkst dran, was auszufressen.“ Er brauchte eine Gemeinschaft. Er brauchte das Gefühl von Erfolg und Hoffnung. Er fand es beim BPU. „Es geht nicht um Breaking, bis du tot umfällst. Es geht darum, mit Breaking deinen Durchbruch zu schaffen“, sagt Abramz’ „Leutnant“ über seine Evolution vom lost boy zum B-Boy, DJ, Produzenten, Eventmanager und Verwalter. „Das Wachsen selbst ist wichtig, nicht nur dein Ziel. Ich bin ein Breakdancer, aber ich bin noch mehr. Ich bin ein umsichtiger und verantwortlicher Mensch.“ Im von Gewalt beherrschten Kampala bietet das BPU einen sicheren Raum für eine Gemeinschaft. Hier gibt es keinen Streit, „hier gibt’s nur Krach, und der kommt aus dem Ghettoblaster“, amüsiert sich Abramz in einer kurzen Pause zwischen Top-Rock-Lektionen. „Als Kind tanzte ich, weil ich es liebte. Aber als Erwachsener beschloss ich, Menschen und Gemeinschaften durch den Tanz Selbstwertgefühl zu vermitteln, ihnen Auftrieb zu geben. Ich entdeckte die Kraft und Bedeutung der Kunst, wenn es darum geht, das Leben der Menschen zu verändern. Ich gebe den Menschen mit der Kunst etwas Positives, an dem sie sich orientieren können. Für jeden Menschen ist es wichtig, zu erkennen, wie viel er ohne Geld erreichen kann. Das gibt dir Autonomie, so entdeckst du dich selbst. So erkennst du dich selbst.“ Mitglieder des Breakdance Project Uganda finden und kontaktieren: www.facebook.com; das Projekt unterstützen: www.bouncingcats.com


DIE SPECIAL EDITIONS VON RED BULL.

DER GESCHMACK VON CRANBERRY, HEIDELBEERE ODER LIMETTE. DIE WIRKUNG VON RED BULL.


Body+ Mind More

Inhalt 82 REISE-TIPP Red Bull BC One 84/85 KULINARIK Björn Frantzén & Daniel Lindeberg, „Doro Wett“ 86 Get THE GEAR Red Bull Brandwagen 88 TRAINING Martin Grubinger 90 CLUB & CD 91 TAKE 5 DJ Shadow 92 TOP-SPOTS & Red Bull Web TV 94 SAVE THE DATE 96 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV

Bild: Martin Nink/Red Bull content pool

98 KOLUMNE mit Christian Ankowitsch

Breakdancer Bootuz sitzt beim Weltfinale von Red Bull BC One in Moskau auf der Jury-Bank. Wie man sich in der russischen Metropole sonst noch die Zeit vertreibt, verrät er Ihnen auf den folgenden zwei Seiten.


MORE BODY & MIND

Moskau dreht durch

Am 26. November küren die weltbesten Breakdancer ihren Meister in Russlands Metropole. Wir haben B-Boy und Lokalmatador „Bootuz“ gefragt, wo man in Moskau am besten feiert, einkauft, trinkt und tanzt. RED BULL BC ONE 2011.

Sechzehn Weltklasse-Breakdancer als Hauptdarsteller, ein 130 Jahre alter Zirkus als Kulisse und Russlands größte Stadt als Veranstaltungsort – das sind die Eckdaten des Red Bull BC OneFinales 2011. In der Endrunde des globalen Breakdance-Wettstreits treten die sechzehn besten B-Boys der Vorausscheidung im Knock-outModus gegeneinander an. Gefragt sind perfekte Körperkontrolle, Stil und Kreativität, um Fachjury und Publikum zu beeindrucken. Der Nikulin-Zirkus am Zwetnoi-Boulevard bietet dafür die perfekte Bühne: 1880 gegründet und 1989 generalsaniert, fasst die Traditionsarena heute 2000 Zuseher. Wer rund um den 26. November die Stadt erkunden will – aber keine Ahnung hat, wo er damit beginnen soll –, hält sich am besten an die Tipps von Aslanbek „Bootuz“ Nyrov. Der 25-jährige Moskauer Breakdancer sitzt in der Red Bull BC One-Jury und kennt die Party-Szene der Hauptstadt: „Vor 22 Uhr geht niemand in die Clubs“, sagt er. „Aber Action gibt’s sowieso den ganzen Tag lang.“ Red Bull BC One 2011: 26. November, Nikulin-Zirkus am Zwetnoi-Boulevard Live-Webcast ab 16 Uhr (MEZ) auf: www.redbull.tv; Ticketinfos: www.redbullbcone.com

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MORE BODY & MIND

AUF UND DAVON

Einkehren und Abtanzen

DER REISE-TIPP DES MONATS

BILDER: DENIS KLERO. ILLUSTRATION: ANDREAS POSSELT

B-Boy Bootuz’ Tipps für den perfekten Moskau-Trip.

9 1 Maxim-Gorki-Park Im Gorki-Park am rechten Moskwa-Ufer kann

„Sperlingsberge“ 9 4 Skatepark Neben dem Gorki-Park die wichtigste Geburts-

Varvary 9 7 Restaurant Etwas für die Modernisten unter euch: Traditio-

man ausgezeichnet relaxen oder Sport betreiben – bei einer Größe von 1,2 Quadratkilometern gibt’s genügend Platz dafür. Auf den Asphaltflächen treffen sich die BMX-Fahrer und Breakdancer. Regelmäßige Contests und B-Boy-Battles machen den Park zum wichtigen Schauplatz der Moskauer Funsport-Szene. Ul. Krymski Wal 9; U-Bahn-Station: Oktjabrskaja.

stätte der Moskauer Street-Szene: Egal ob Skater oder B-Boys – an diesem Ort hat vor 20 Jahren alles angefangen. Heute steht hier eine der größten SkateRampen Moskaus. Wer Action und Geschichte verbinden will, sollte einen Abstecher hierher machen. U-Bahn-Station: Worobjowy Gory – direkt beim U-Bahn-Ausgang.

nelles russisches Essen verbindet man im Varvary mit experimentierfreudiger Molekularküche. Anstelle eines normalen Menüs gibt’s „Tasting Sets“ mit mehreren kleinen Gerichten, und das Borodinoer Brot kommt schon mal in flüssiger Form an den Tisch. Strastnoi-Boulevard 8A; U-Bahn-Station: Tschechowskaja.

16 Tons 2 Club-Restaurant Das „16 Tons“ im Stadtzentrum ist ein Platz

Arma 17 5 Club Das Arma 17 ist bekannt für feine House- und

Ostankino 8 Fernsehturm Vom höchsten Bauwerk Europas hat man

zum Musikhören und Entspannen – ideal, wenn man nicht auf superlaute Techno-Clubs steht. Das Publikum ist meist unter dreißig aus den Lautsprechern kommt Hip-Hop, Jazz oder Dubstep. Kurz: eine gute Location, um den Abend zu beginnen. Ul. Presnenskij Wal 6; U-Bahn-Station: Uliza 1905 Goda.

Funk-Musik, dazwischen gibt’s immer wieder LiveAuftritte. Der Club ist einer meiner absoluten Lieblingsplätze in Moskau. Wenn ihr Party machen wollt, dann kommt hierher – ihr werdet viele Gleichgesinnte treffen. Der Club füllt sich allerdings erst nach 22 Uhr. Nischni Susalny per. 5-3a (auf dem Gelände der Fabrik „Arma“); U-Bahn-Station: Kurskaja.

den schönsten Blick auf Moskau. Der OstankinoFernsehturm ist 540 Meter hoch, eine Fahrt nach oben zahlt sich in jedem Fall aus. Ein Restaurant gibt’s dort auch, und der Eintritt ist für Moskauer Verhältnisse relativ günstig. Ul. Akademika Koroljowa 15-2; U-Bahn-Stationen: WDNCh, Telezentr.

Apartment 6 The In diesem Restaurant sieht’s aus wie in einer

Dance Agency 9 TsEKh Für mich als Tänzer sehr wichtig: In dieser

City 3 Afimall Mein Shopping-Tipp: Wenn ihr auf eurer Moskau-Reise Geld übrig habt und neue Klamotten braucht, dann seid ihr hier richtig. In der Afimall City findet ihr Geschäfte aller angesagten Marken. Nach dem Einkaufen geht’s ein Stockwerk höher in die Restaurants. Presnenskaja nabereschnaja 2 U-Bahn-Station: Wystawotschnaj.

russischen Wohnung – vor fünfzig Jahren. Wer gut essen will und sich dabei wie ein Russe fühlen möchte, ist hier richtig. Meine Empfehlung: „Seljodka pod Schuboi“ (Heringssalat) oder „Kulebjaka“ (Fischkuchen) bestellen – damit liegt man nie falsch. Sawwinskaja Nabereschnaja 12-6; U-Bahn-Stationen: Frunsenskaja, Sportiwnaja, Park Pobedy.

Akademie werden sämtliche Stile unterrichtet – von Hip-Hop über Jazztanz bis Breakdance. Hier kann man den Profis zusehen, selber Schnupperstunden nehmen und sich von Trainern und mithilfe von Videoanalysen beraten lassen. Perewedenowski per. 18, Eingang 1, 1. Stock; U-Bahn-Station: Baumanskaja.

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DIE BESTEN KÖCHE DER WELT

Fein, roh

ZU GAST IM HANGAR-7

BJÖRN FRANTZÉN UND DANIEL LINDEBERG.

Die schwedischen Senkrechtstarter sind Meister der Improvisation – und der Reduktion. Frische Zutaten in unübertrefflicher Qualität – darum geht’s. So einfach das Konzept, so durchschlagend der Erfolg: 2008 starteten Björn Frantzén und Daniel Lindeberg, 2009 der erste Michelin-Stern, 2010 der zweite, 2011 ist „Frantzén/Lindeberg“ Schwedens „Restaurant des Jahres“. Der Koch und der Patissier sind Meister der konsequenten Reduktion, in jeder Hinsicht: Gerade einmal 19 Plätze fasst der Speiseraum ihres Restaurants, ein besseres Wohnzimmer. Gestrichen wird viel von dem Drumherum, das man von Sternerestaurants üblicherweise kennt (und durchaus auch an ihnen schätzt): Besteck? Nimmt der Gast selbst aus einem Besteckhalter. Karte? Besteht aus den Zutaten, nicht mehr, der Rest ist Überraschung auf zuverlässig höchstem Niveau. Zubereitung? Frantzén und Lindeberg sind Meister der Präsentation des puren Geschmacks perfekter Produkte – sie lieben es, besonders Amuse-Gueules und Vorspeisen roh zu servieren. Und sie wissen mit Kreativität zu begeistern: French Toast à la maison mit Trüffel-Tee, Silberzwiebeln, Parmesan und hundert Jahre altem Essig auf den Tisch. Oder gegrilltes Kalb aus der Normandie, zwei Tage in Molke mariniert, serviert mit Morcheln und Zitronenthymian und Salat aus eigenem Anbau … schlicht und einfach ein Feuerwerk der Aromen. Satio Tempestas

UNSER RESTAURANT Frantzén/Lindeberg Lilla Nygatan 21 111 28 Stockholm www.frantzen-lindeberg.com info@frantzen-lindeberg.com Frantzén und Lindeberg interpretieren ihre Art des Gastgebens als „casual elegance“, Wie in einem Wohnzimmer fühlt sich der Gast im Mini-Gastraum, in dem gerade mal 19 Genießer Platz finden – und der sogenannte Küchenpass, auf dem angerichtet wird, ragt einfach mittenrein.

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Qualität, Qualität, Qualität! Die beiden Stockholmer sind ProduktFetischisten. „Finde-die-besten-Zutatendie-die-Welt-zu-bieten-hat-Küche!“, nennen sie ihre Küche. Und das zwar grinsend, aber nicht im Scherz. Bio und weltoffen Im vergangenen Herbst wurde ihr eigener Garten fertig, aus dem sie Gemüse und Salat in Bio-Qualität beziehen. Aber in der Auswahl der Produkte sind die Schweden offen für alles – solange es perfekt ist. Witz und Kreativität Zum Beispiel: ein Dessert aus MacaronHälften mit Schokoladenlaibchen, Himbeersauce, frischer Minze und Mangosauce – arrangiert wie ein echter Burger. Der Name? „Cheeseburger“. Ehrgeiz Euer Ziel? „Der dritte Michelin-Stern!“

Die Gastköche im Hangar-7 Monat für Monat gastiert ein anderer internationaler Spitzenkoch im „Restaurant Ikarus“ des Salzburger Hangar-7 und kreiert dort gemeinsam mit dem Küchenteam ein einzigartiges Menü. Gastköche im November 2011 sind Björn Frantzén (li.) und Daniel Lindeberg, Chefs des Restaurants „Frantzén/Lindeberg“ in Stockholm. Informationen zum Menü im „Ikarus“ finden Sie unter www.hangar-7.com, Reservierungen sind sowohl telefonisch (unter +43 662 2197-77) als auch via E-Mail möglich: ikarus@hangar-7.com

BILDER: JAMES HOLM/RED BULL HANGAR-7 (2), LINDEBERG/FRANTZÉN (1)

UNSERE PHILOSOPHIE


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Geschmack von Welt NatioNalgerichte zum NachkocheN

Huhn mit Pfeffer

text: klaus kamolz. Bild: fotostudio eisenhut & mayer

Doro Wett. Exotische Gewürze und heimi­ scher Wein prägen Äthiopiens beliebten Geflügeleintopf.

Kaum eine andere Nationalküche, Indiens vielfältige Küche vielleicht ausgenommen, ist so von Gewürzen geprägt wie die äthiopische. Das hat auch geographische Gründe: Das Land am Horn Afrikas ist durch Gebirge und Hochländer vom restlichen Kontinent isoliert, wes­ wegen sich die Einwohner immer Richtung Osten orien­ tierten, von wo über den Seeweg arabische, persische und asiatische Gewürze ins Land kamen. Zu den schlimmsten Beleidigungen gehört in Äthiopien heute noch die For­ mulierung, jemand habe „keinen Pfeffer“. Das National­ gericht Doro Wett basiert auf einem der beliebtesten Gewürzfundamente – der geklärten Butter „Nitir qibe“. Huhn ist im armen Äthiopien eine selten zu beschaffende Zutat; es ist teurer als Rind oder Lamm. Deshalb wird Doro Wett meist nur an Festtagen und zu Hochzeiten zubereitet. Der dafür benötigte Rotwein stammt übrigens auch aus dem eigenen Land. Er wird vor allem im Rift Valley angebaut – dort, wo die ältesten Spuren und Über­ reste der Menschheit gefunden wurden.

Das Rezept Zutaten für 4 Personen: 1 Huhn (ca. 1,5 Kilo), enthäutet und mit Knochen in 8 bis 10 Teile geschnitten 2 rote Zwiebeln, gehackt ½ TL gemahlener Kardamom ½ TL schwarzer Pfeffer 2 Gewürznelken 2 gehackte Knoblauchzehen 1 EL gehackter Ingwer 1 TL Berbere (äthiopische Gewürzmischung) oder 1 bis 2 gehackte Chilischoten ca. 600 ml Hühnerfond 75 ml Rotwein

Saft von 1 Limette 2 hartgekochte Eier Salz Für die Gewürzbutter: 60 Gramm geklärte Butter ½ rote Zwiebel, fein gehackt 1 Knoblauchzehe, fein gehackt 3 EL fein gehackter Ingwer 1 TL Bockshornkleesamen 1 TL gemahlener Kreuzkümmel 1 TL Kardamomsamen 1 TL getrockneter Oregano ½ TL Kurkuma 10 Basilikumblätter

Zunächst die Gewürzbutter „Nitir qibe“ herstellen: Butter schmelzen und erhitzen, ohne sie zu bräunen, alle Zutaten einrühren und 30 Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen. Etwas auskühlen lassen und durch ein feines Sieb streichen. In einem großen Topf die Hälfte der Gewürzbutter erhitzen, die halbe gehackte Zwiebel einrühren, mit Salz abschmecken und die Zwiebel langsam karamellisieren. Den Rest der Gewürzbutter einrühren, mit Knoblauch, Berbere, Kardamom, Pfeffer, Gewürznelken und Ingwer würzen und köcheln lassen, bis die Masse leicht zäh wird. Hühnerbeine und Flügel dazugeben, mit 400 Milliliter Hühnerfond ablöschen und ohne Deckel 20 Minuten köcheln lassen. Restlichen Hühnerfond, Rotwein und Brüste dazugeben und eine weitere halbe Stunde köcheln lassen. Fleisch herausnehmen, Sauce zähflüssig reduzieren und Fleisch wieder hineinlegen. Mit Limettensaft abschmecken und die längs halbierten Eier einlegen. Kurz ziehen lassen und servieren. Dazu passen Fladenbrot oder Reis.

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Gemeinsam mit Aloe Blacc im Red Bull Brandwagen unterwegs (v. li. n. re.): Joe Gonzales (Bass), Christopher Bautista (Trompete), Randal Fisher (Sax), Te’Amir Sweeney (Drums), Joel Van Dijk (Gitarre), Farmer Greif (Keyboards).

Credit

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get the gear Die Ausrüstung Der Profis

Für ein paar Dollar mehr

Aloe BlAcc. der „Soulman“ braucht laut Songtitel einen dollar. Wie er das harte tourleben stilvoll überlebt, verrät er hier.

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6 Kopfhörer: Beats by Dr. Dre Ich hatte zwei Paar, eines davon habe ich an meine Frau weiter­ gegeben. Perfekter Sound und Geräuschunterdrückung zeich­ nen dieses Modell aus. Weil die Durchsagen im Flugzeug so laut sind, habe ich einen Lautstärke­ regler als Extra gekauft.

2 Afro Pick Der perfekte Afro hat absolut rund zu sein. Ich bringe meinen mit diesem Pick in Form. Das ist nicht ganz einfach, wenn das Haar trocken ist. Mein Trick: Ich trockne meine Hände im Haar.

7 MacBook Drauf schreibe und produziere ich meine Songs.

3 Aviator-Brillen: Gunnar Onyx Ti Das Touren zehrt an der Subs­ tanz und macht hässliche Augenringe. Leider leistet sich heute kaum noch wer Stylisten für Fotoshootings! Meine Ant­ wort darauf sind Aviator­Son­ nenbrillen, wie sie schon mein Dad bei den Marines getragen hat. Mein Lieblingsmodell? Eine handgemachte Maybach­Brille, viel zu wertvoll für die Tour.

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4 Fliege: Alfred Julius Die Fliege fügt dem klassisch­ schwarzen Anzug ein Statement hinzu. Als Farbe bevorzuge ich Orange (Grafiker machen auf Bildern oft irrtümlich rot daraus). Dieses Modell ist hand­ gemacht und besteht aus per­ foriertem Leder. Ich habe auch schon italienische Haarspangen am Band als Fliegen verwendet.

Bild: PhiliPP ForStner

Nightliner, Wohnzimmer und mobile Bühne in einem: Der Red Bull Tourbus bietet Bands den Komfort, den sie auf Reisen zwischen den Konzerten brauchen. Und Fans die spontane Action, die sie lieben. Denn mit nur wenigen Handgriffen lässt sich der rollende Rocker in eine Stage mit fetter Soundanlage umbauen. Perfekt für Überraschungskonzerte auf der Autobahnraststätte oder am Festival­Campingplatz. Derzeit sind Red Bull Tourbusse in Deutschland, Spanien, Italien, Mexiko, der Schweiz, Polen, den USA und Österreich (hier als Red Bull Brandwagen) unterwegs. Und jeden Sommer werden es mehr.

1 Fedora-Hut Viele meiner Vorbilder haben Hut getragen: Nat King Cole, Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. Ein „Schnulzensänger“ braucht einen klassischen schwarzen Hut. Positiver Nebeneffekt: Man kann einen „Bad Hair Day“ damit kaschieren.

5 Zwei Reisepässe Pro Jahr verbringe ich 300 Tage im Ausland. Ein Pass liegt quasi ständig auf irgendeinem Konsulat. Ich wünschte, die Visa wären kleiner, dann könnte ich meine Reisepässe auch tatsächlich zehn Jahre lang ver­ wenden! Derzeit geht mir nach ein paar Jahren der Platz aus.

8 Handy Android GT2 Songs oder Songideen singe ich direkt in den Voice Recorder. Außerdem ersetzt es Tagebuch, Fotoalbum und Notizblock für schnelle Ideen. Weil Roaming­ Raten so unverschämt hoch sind, telefoniere ich immer mit SIM­Cards des jeweiligen Landes. Wann erfindet endlich jemand ein Mobiltelefon mit mehreren SIM­Einschüben??? 9 Boots: Florsheim Die Leidenschaft für Boots (Leder, mit Zipp innen) stammt von meinem Dad. Bei einer Show in den USA haben wir sogar getauscht! Er hatte seine glückli­ cherweise etwas größer gekauft, darum passen sie auch mir. 10 Sneakers: Adidas Für unterwegs. Ich trage ver­ schiedenste Modelle, die meis­ ten sind von Adidas. 11 Red Bull Brandwagen Ich mag das Konzept, mit einem Tourbus unterwegs zu sein. Das Beste daran: Man kann den ganzen Tag schlafen! Was mir an konventionellen Bussen nicht gefällt: Die Duschen sind winzig. Mit dem Red Bull Brand­ wagen genießt man den Luxus, on the road zu sein, und hat am Auftrittsort trotzdem richtige Hotelzimmer und gutes Essen. www.redbull.at/brandwagen

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MORE BODY & MIND

Schinderei im Namen der Kunst Speed-Drumming, Fußball, Qigong: wie sich Percussion-Superstar Martin Grubinger auf seine Marathonkonzerte vorbereitet.

TRAINIEREN WIE DIE PROFIS

Trommelfeuer

MARTIN GRUBINGER. Der Salzburger WeltklassePercussionist spielt nicht einfach Konzerte – er zelebriert musikalische Marathons. Sein Spezialgebiet: Orchestermusik, so hart wie Extremsport.

Wer klassische Musik langweilig findet, hat noch nie von Martin Grubinger gehört. Die „New York Times“ nannte den Achtundzwanzigjährigen einen „Meister der atemberaubenden Hochgeschwindigkeit“. Grubinger selbst sagt: „Es kommt schon vor, dass wir unser Publikum überfordern.“ An 300 Tagen im Jahr bespielt der Mozarteum-Absolvent die Konzertbühnen von New York bis Hongkong, begleitet wird er dabei von den renommiertesten Orchestern der Welt. Seine Spezialität: Konzertmarathons wie „The Percussive Planet“, ein vierstündiges Programm an der Grenze der körperlichen und mentalen Belastung. „Dafür muss ich topfit sein“, sagt Grubinger, „mein Konzert-Puls liegt bei 160.“ Der Wahnsinn auf DVD: Martin Grubinger: „The Percussive Planet – Live in Köln“ – erhältlich bei Amazon

14.30 Uhr: Nachmittagsprobe in unterschiedlichen Besetzungen: Schlagzeug und Big Band, Schlagzeug und Klavier, Schlagzeug-Ensemble, Spezial-Ensembles 18 Uhr: Abendessen 19.30 Uhr: Abendprobe bei hoher körperlicher Belastung – da Konzerte meist abends stattfinden, versuchen wir unseren Biorhythmus darauf auszurichten 22 Uhr: 30 Minuten Joggen DIENSTAG 8 Uhr: Fitnessstudio mit Kollegen: diverse Übungen für Unter- und Oberarm, Nacken- und Rückenmuskulatur 9.30 Uhr: Programmbesprechung und Projektdiskussion 10.30 Uhr: Probenvorbereitung (siehe Programm vom Montag) 11 Uhr: Probe 14 Uhr: Qigong (Konzentrationsübungen, Entspannungsformen usw.) 17 Uhr: Probe 20 Uhr: Fußball MITTWOCH 8 Uhr: Abreise zum Konzertort 11 Uhr: Besprechung mit dem Dirigenten 12 Uhr: Orchesterprobe (ca. 100 Personen). Besonders anstrengend, da man sich akustisch gegen einen großen Klangkörper durchsetzen muss 15 Uhr: Joggen (ca. 1 Stunde) 16.30 Uhr: Durchspielen des Konzert-

Grubingers Spezialdiät Zahlen und Fakten aus dem Leben eines Schlagwerk-Revoluzzers.

„Pro Aufführung verliere ich zwei Kilo Körpergewicht“, sagt Martin Grubinger, der bis zu 1120 Schläge pro Minute trommeln kann. Während seines Monsterkonzerts „The Percussive Planet“ muss der Salzburger 600.000 Noten spielen und braucht dafür knapp vier Stunden. Die Anzahl der Notenblätter? Null. Grubinger spielt sämtliche Programme aus dem Gedächtnis. „Es war für mich immer selbstverständlich, die Dinge im Kopf abzuspeichern, das mache ich seit meinem fünften Lebensjahr“, sagt der Absolvent des Bruckner-Konservatoriums und des Salzburger Mozarteums. Seine Hände tauchte Grubinger früher in Eiswasser, um sie vor dem Konzert vom Schweiß zu befreien. Mittlerweile hat er eine bessere Methode gefunden: „Ich benutze Magnesium – wie beim Sportklettern.“

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programms bei sehr langsamem Tempo, um die Muskulatur aufzuwärmen 19 Uhr: Warm-up vor dem Konzert 19.30 Uhr: Konzert „The Percussive Planet“ – 4 Stunden Konzert, Durchschnittspuls 160, insgesamt 600.000 Töne zu spielen DONNERSTAG 10 Uhr: Korrekturprobe, in der die Fehler des Vortags analysiert und die Passagen neu geprobt werden Ab 12 Uhr: Regeneration (Schlafen, Joggen, Qigong) FREITAG 8 Uhr: Fitnessstudio mit Kollegen: diverse Übungen für Unter- und Oberarm, Nacken- und Rückenmuskulatur 9.30 Uhr: Programmbesprechung und Projektdiskussion 10.30 Uhr: Probenvorbereitung. Warmup-Programm mit allen Schlagzeugern: Single Speed Drumming, Doubles, Paradiddle-Variationen, Single Endurance Chart; Doubles Endurance Chart; danach: Cooldown mit Rhythmen in sehr langsamem Tempo 11 Uhr: Probe 14 Uhr: Qigong (Konzentrationsübungen, Entspannungsformen usw.) 17 Uhr: Soundcheck im Saal und Anwärmen der Muskulatur 19.30 Uhr: Konzertbeginn 23 Uhr: Diverse Stellen des Programms werden in langsamem Tempo wiederholt, um die Muskulatur zu entspannen und die Bewegungsabläufe nochmals zu wiederholen SAMSTAG Freizeit SONNTAG 9 Uhr: Joggen 10 Uhr: Konzertprobe: 2 Klaviere, 2 Schlagzeuger 15 Uhr: Regenerationstraining speziell für Arme, Rücken und Nackenmuskulatur

TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER. BILDER: PICTUREDESK.COM, DEUTSCHE GRAMMOPHON

WORKOUT

MONTAG 8 Uhr: 1 Stunde Radfahren (im Winter auf dem Ergometer) 9.30 Uhr: Probenvorbereitung: Warmup-Programm mit allen Schlagzeugern: Single Speed Drumming, Doubles, Paradiddle-Variationen, Single Endurance Chart; Doubles Endurance Chart; danach: Cooldown mit Rhythmen in sehr langsamem Tempo 10 Uhr: Probe. Neue Werke werden einstudiert und aktuelle Programme geprobt – alles bei hoher körperlicher Belastung, um eine gute Simulation der Konzertsituation zu erhalten 13 Uhr: Mittagessen


NEU! DER EXKLUSIVE

RED BULL RACING 16 GB USB-STICK IM EDLEN METALLGEHÄUSE

Red Bull Media-Player vorinstalliert (Video & Audio Player, TV Stream, Newsfeed, Video-Updates via Podcast möglich) mit praktischer Klammerfunktion Ab sofort im Fachhandel erhältlich!


MORE BODY & MIND

Das Kreuz als Frontmann

Druckerei mit Dancefloor

JUSTICE. Zwei Franzosen lassen ihre Synthesizer wie Rockgitarren klingen. Mit Lederjacken und einem Riesenkreuz ziehen sie durch die Clubs.

BEST CLUBS IM HERZEN DER DISCOKUGEL

Wordrap mit Michał Brzozowski, Art Director des Clubs Der Name bezieht sich … … auf die Größe des Clubs. 1500 Quadratmeter, aufgeteilt auf viele Räume, je nach dem, wie groß die Party werden soll. Einer davon wird regelmäßig für Theaterstücke und Ausstellungen genutzt. Der Bezirk, in dem ihr zu Hause seid … … heißt Powiśle. Es ist der grünste Teil der Warschauer Innenstadt, direkt neben dem Fluss Vistula. Die Nachbarn hassen uns – aber das ist uns egal. Von außen sieht der Club aus wie … … ein geheimnisvolles, postindustrielles Gebäude aus den fünfziger Jahren. Mit schmutzigen Wänden und rotem Dach. Früher war’s eine Druckerei, in der Schullandkarten für den gesamten Ostblock hergestellt wurden. Das Interieur erinnert an … … die Eröffnungsszene des Films „Blade Runner“. Und an das The-Prodigy-Video „No Good“. 90

FRISCHWARE AM PLATTENTELLER

Industrieller Charme in der Innenstadt – das garantiert Gäste und gute Partys.

Los geht’s … … normalerweise zwischen ein und zwei Uhr früh. Rein passen ungefähr … … 1200 Leute. Die Party geht ab, wenn … … der DJ den Acid-HouseTrack „The Sun Can’t Compare“ von Larry Heard auflegt. Die verrückteste Nacht hattet ihr, als … … die Bühne während des DJSets von Simian Mobile Disco von begeisterten Tänzern gestürmt worden ist. Oder als der Detroit-House-DJ Omar S fast seinen Heimflug verpasst hätte, weil er nicht aufhören wollte zu spielen. Der beste Drink, um in die Nacht zu starten, ist … … Vodka on the Rocks. Ausruhen kann man sich … … in den hohen Korridoren, die die Räume verbinden. 1500 m2 do wynajęcia (deutsch: 1500 m2 zu vermieten) Solec 18, 00-410 Warschau, Polen +48 226 28 84 12 1500m2.blogspot.com

„†“ dürfte auch kaum zu Mit „We Are Your Friends“ übertreffen sein. Es war so liefern sie der Generation fett, so aggressiv. Myspace einen Gassenhau: Wir liebten Verer, das ikonisch betitelte zerrung und Kompression. Debüt „†“ (2007) versprüht Aber irgendwann Rock ’n’ Roll-Schweiß wirkte das nur noch in der Disco. Ein wie Schall und Holzhammer-ElektroRauch. Diesmal Meisterwerk, von sollte die Musik madem Justice 800.000 ximal sein, die ProStück verkauft „Audio, Video, duktion subtil. haben. Auf dem Disco“: Party: Oft musste Nachfolger rotzen die Pariser Xavier de Tracks zwischen ich lachen. Wir sitzen Sixties-Rock und da in Unterhosen im Rosnay und Gaspard knallbunten Augé nun eine ProgElectro-Sounds Studio und produzieren Musik, die einRock-Oper aus dem fach nur gigantisch klingt. Computer. Habt ihr für die Neue wie : Euer Debüt der ein starkes Symbol war extrem erfolgreich. wie das Kreuz gefunden? Hattet ihr Angst, den : Das Kreuz ist imNachfolger anzugehen? mer noch unser Frontmann. : Nein. Für uns ist es Wenn Justice The Police immer noch ein Geheimnis, wären, dann wäre das Kreuz warum das erste Album Sting. Und wir beide sind erfolgreich war. Es war hart eben nur die anderen zwei. und ziemlich eigenartig. Das zweite sind wir genauso angegangen: sehr persönJustice: Audio, Video, Disco lich, ohne zu versuchen, (Warner) ist bereits erschienen. irgendjemanden zufriedenNews, Tourdaten und Sounds: myspace.com/etjusticepourtous zustellen außer uns selbst. Xavier de Rosnay und Gaspard Augé: zwei junge Raver im Altrocker-Pelz.

TEXT: FLORIAN OBKIRCHER, ARNO RAFFEINER. BILDER: KAROL GRYGORUK (3), PEDRO WINTER (1)

„1500 m2“, WARSCHAU. Früher wurden in der alten Fabrik Landkarten gedruckt, heute tanzt Polens Jugend dort zu House.

OUT NOW


more body & mind

Grandmaster Flash: „The Adventures of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel“ Diese Platte markiert die Geburtsstunde der DJ-Kunst. 1981 hat Grandmaster Flash Songs aus verschiedenen Genres genommen und sie zu einem Monster-Track zusammengemixt – von Chics Disco-Klassiker „Good Times“ bis zu „Another One Bites the Dust“ von Queen. Es war die erste Rap-Scheibe, die ich mir als Zwölfjähriger gekauft habe. Und ich wusste ab diesem Moment: Ich will DJ werden.

Take Five Welche Musik Musiker hören

Double Dee & Steinski: „Lesson 3“ Meine erste Platte nannte ich „Lesson 4“ – als Hommage an dieses Stück. Double Dee und Steinski haben 1985 aus Tonbändern von BreakdanceStücken und TV-Werbungen eine irrwitzige Sound-Collage gebastelt. Und damit einen der wichtigsten Tracks der DJ-Geschichte geschaffen. Vor einigen Jahren hab ich Steinski getroffen – vielleicht der beste Tag meines Lebens!

tExt: FloriAN oBKircHEr. BilD: DirK liNDNEr

„Dr. Dre hat den Sound der Zukunft definiert“

DJ ShaDow. Er ist der Meister des Sampling – und einer der gefragtesten Hip-Hop-Produzenten überhaupt. Shadow über die wichtigsten Platten der DJ-Zunft.

Er kam aus dem Nichts. Mit einem Album, das die Musikpresse später zu einem der wichtigsten des Jahrzehnts kürte. „Endtroducing.....“ war 1996 die erste Platte überhaupt, die ausschließlich aus Samples bestand. Jahrelang hatte DJ Shadow dafür staubige Vinyl-Archive in den USA durchwühlt, stets auf der Suche nach passenden Versatzstücken seltener Funk- und Jazz-Platten, die er collagieren könnte. „Endtroducing.....“ war eine Schatzkiste an Sounds, ein grooviges Kaleidoskop, das in seiner Machart eine Generation von Beatbastlern geprägt hat. Nun stellt der 38-jährige Kalifornier sein neues Album vor – und verrät, welche Scheiben aufstrebende DJs am Plattenspieler liegen haben sollten.

De La Soul: „The Magic Number“ Am Tag, als „3 Feet High and Rising“ veröffentlicht wurde, fuhr ein Schulfreund mittags in den Plattenplatten, um sie zu kaufen. Er kam mit großen Augen zurück, drückte mir die Kassette in die Hand und meinte nur: „Hör dir den ersten Song an.“ Ich traute meinen Ohren nicht, „The Magic Number“ war – und ist – eine Offenbarung.

Main Source: „Looking at the Front Door“ Als das Stück 1991 rauskam, dachte ich, perfekter kann eine Rap-Platte nicht sein. Das Arrangement war so durchdacht! Vor diesem Track war es üblich, einfach ein paar gute Samples über einen Beat zu legen (noch kurz zuvor bei De La Soul fand ich das super). Aber Main Source stimmten die Samples erstmals aufeinander ab, waren darauf bedacht, dass das Donald-Byrd-Jazz-Riff genau zu dem Sample einer alten Funk-Single namens „Baby Don’t Cry“ von The Third Guitar passte. Falls ihr letztere Single übrigens mal finden solltet – unbedingt kaufen. Sie ist so rar wie genial.

Dr. Dre: „Let Me Ride“ 2001 erschienen (auf „The Chronic“), ist „Let Me Ride“ der letzte Hip-Hop-Track, der mich in die Knie gehen ließ – Dr. Dre und Snoop Dogg in Bestform! Der damals angesagte Stil hieß G-Funk und entstand in Kalifornien, was uns an der Westküste alle sehr stolz machte. Jahrelang hatten die Rapper auf unserer Seite der USA nur die Jungs in New York kopiert, plötzlich hatten wir unseren eigenen Sound mit diesem typischen Synthesizer-Sound. Dr. Dre hat mit „Let Me Ride“ damals den Sound der Zukunft definiert. DJ Shadow: „The Less You Know, The Better“ (Island); Videos, Downloads und Gigs auf djshadow.com

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10 Die schwedische Indie-Pop-Magierin Lykke Li verzaubert Texas.

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MUSIK & MEHR ANOTHER HONEST JON’S CHOP UP! IRLAND 1. 11., VICAR STREET, DUBLIN (1) Das Aufgebot ist so hochkarätig wie der Kader des FC Barcelona: BlurFrontmann Damon Albarn tut sich mit Flea, dem Bassisten der Red Hot Chili Peppers, der Afrobeat-Legende Tony Allen und Detroit-House-Meister Theo Parrish zusammen – um oft sträflich übersehene Genres wie Southern Soul oder afrikanische Highlife-Musik zu zelebrieren. FUN FUN FUN FEST USA 4. – 6. 11., AUSTIN, TEXAS (2) Auch wenn es der Name vermuten lassen würde, handelt es sich hierbei um kein Beach-Boys-Tribute-Konzert, sondern um eine Werkschau der spannendsten Acts des Jahres. Die Indie-Rock-Durchstarter Girls schnallen sich die Gitarren um, M83 bezaubert mit verspielten Synthesizer-Klängen, die schwedische Songwriterin Lykke Li präsentiert ihr düsteres, großartiges Album „Wounded Rhymes“. RED BULL BREAKING SALSA KOLUMBIEN 5. 11., CALI (3) Ein leichtfüßiger Wettstreit zwischen B-Boys und Salsa-Tänzern. Allerdings müssen die Teilnehmer ihr Geschick in der jeweils anderen Disziplin beweisen. Das heißt, Typen in BaggyPants zeigen heiße Pasos-Schrittkombinationen, während Tänzerinnen im Abendkleid auf dem Kopf rotieren. Eine moderne Hommage an die große Salsa-Tradition in Cali.

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JEAN-MICHEL JARRE POLEN 13. 11., SPODEK, KATOWICE (4) Der französische Komponist hat den Synthesizern das Träumen beigebracht – und mit seinem Album „Oxygène“ (1977) nicht nur eine der bestverkauften Elektronik-Platten aller Zeiten produziert, sondern ganz nebenbei auch noch das Genre „New Age“ erfunden. FESTIVAL INTERNACIONAL DE CINE DE GIJÓN SPANIEN 18. – 26. 11., GIJÓN (5) Was haben die Filmmacher Aki Kaurismäki, Kenneth Anger und Ulrich Seidl gemeinsam? Sie alle waren schon zu Gast beim Gijón-Filmfestival. In diesem Jahr werden cineastische Geheimtipps wie „North“ oder „Cirkus Columbia“ gezeigt.

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House-DJ Theo Parrish (o.) jammt in Dublin mit Flea, Damon Albarn u. a.

Top Events November 2011 WIR ERKLÄREN DEN NOVEMBER ZUM MUSIKMONAT. HIER GIBT ES DIE ANGESAGTESTEN KONZERTE, FESTIVALS, BANDTOURS UND RED BULL MUSIC ACADEMY-SESSIONS RUND UM DEN GLOBUS. 92

15 YEARS OF VERSATILE RECORDS FRANKREICH 19. 11., LA MACHINE DU MOULIN ROUGE, PARIS (6) Das französische Label wird seinem Namen gerecht. Statt GroßraumDiscogänger macht Versatile Records seit 15 Jahren Musikliebhaber mit Deep-House-Faible glücklich. Zum Geburtstag gratulieren Stallhengste und Freunde wie I:Cube, Zombie Zombie, Dixon und Todd Terje. THE TILT FESTIVAL INDIEN 19./20. 11., MUMBAI (7) Zwei Nächte im Zeichen des musikalischen Austauschs, Konzerte als kulturelle Brücken: Bei The Tilt Festival treffen indische auf europäische Bands, darunter die Helden des Red Bull Bedroom Jam-Projekts. RED BULL BEAT BATTLE SÜDAFRIKA 26. 11., JOHANNESBURG (8) Pantsula-Tänzer, B-Boys, Krumpers, Hip-Hopper und Sbujwa-Schwofer lassen in Johannesburg beim großen Wettstreit die Beine fliegen und die Körper kreisen. STEREOSONIC AUSTRALIEN 26. 11., SHOWGROUNDS, SYDNEY (9) Während nördlich des Äquators Väterlein Frost mittlerweile auch dem letzten Camper die Lippen blau gefärbt hat, bricht in Australien das Festival-Fieber aus. Beim größten Dance-Festival down under, dem Stereosonic, heizen Annie Mac, Carl Cox, Mr. Oizo, The 2 Bears u. a. ein.


Watch Now!

EXKLUSIVE EVENTS, SHOWS, INTERVIEWS UND DOKUS 24/7 ONLINE AUF WWW.REDBULL.T V

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LIVE-STREAMS Sport, Music und Culture: Highlights aus der Welt von Red Bull in Echtzeit

LIVE! 3

RED BULL BC ONE-WELT-FINALE 26. NOVEMBER, AB 16:00 UHR In packenden Tanzduellen kämpfen die besten Breakdancer der Welt um die Gunst der Fachjury bei den Red Bull BC One World Finals, um ihren König zu krönen. REDBULL.TV ist live dabei.

LIVE! (10) Das reisende Musikcamp gastiert noch bis 25. November in Spaniens Hauptstadt. Und lädt neben sechzig Jungmusikern aus aller Welt Ikonen wie Chic oder Modeselektor ein, musikalische Helden, die sich mit den Studenten die DJ-Decks und Bühnen in Madrids coolsten Clubs teilen. Hier Madrids beste Red Bull Music Academy-Events im Überblick.

BILDER: NOEL VASQUEZ/GETTY IMAGES, RED BULL MUSIC ACADEMY

UPTOWN SUNDAY NIGHT 13. 11., 21 UHR, KAPITAL Disco erlebt derzeit einen zweiten Frühling – die Red Bull Music Academy schlägt die Generationsbrücke: Die Altmeister Chic, die mit Hits wie „Le Freak“ die Disco-Bewegung Ende der siebziger Jahre anführten, treffen auf das junge Duo Tiger & Woods, das dem Genre eine elektronische Frischzellenkur verpasst. GO DJ! 16. 11., 24 UHR, SALA BASH Mannie Fresh ist einer der erfolgreichsten Hip-Hop-Produzenten der

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Das Berlin-Duo Modeselektor stellt in Madrid seine neue Platte vor.

Gegenwart. Seine hochenergetischen „Dirty South“-Beats haben Rappern wie Lil Wayne große Hits beschert. Die Red Bull Music Academy bittet ihn ans DJ-Pult. MODESELEKTOR MONKEYTOWN TOUR 18. 11., 24 UHR, MACUMBA Die Berliner Szene-Helden Modeselektor präsentieren ihr neues Album „Monkeytown“ – einen Bas(s)tard zwischen Techno, Dubstep und hibbeligen Synthesizern. RED BULL MUSIC ACADEMY MADRID OPEN SESSION 20. 11., 12 UHR, LA CASA ENCENDIDA Tag der offenen Studiotür: Für einen Tag können alle begeisterten Beatbastler und Musikfans in den Kosmos der Red Bull Music Academy eintauchen. Bei Konzerten, Workshops und offenen Lectures von Oneohtrix Point Never, James Pants, Benji B, Dorian Concept u. a. BASS IN YOUR FACE! 20. 11., 24 UHR, SIROCO Von Südlondoner Keller-Clubs aus hat Dubstep die Welt erobert – heute versucht sich selbst Britney Spears an dem bassigen Dance-Genre. SzeneProduzenten wie Pearson Sound, Scuba und XXXY geben dem Sound nun eine frische Note und mixen Dubstep mit Chicago-House und Electro. THE MEDIUM IS THE MESSAGE 22. 11., 21 UHR, MATADERO MADRID Nicht nur die Musik ist im Wandel, auch die Art, Musik zu hören, verändert sich ständig. Von Schellacks über CDs bis zu MP3s – die Red Bull Music Academy zollt den Musikformaten Tribut. Mit Gigs von Künstlern wie Greg Wilson, der seine DJ-Sets mit Tonband-Maschinen bestreitet, bis zum iPad-Musiker Clams Casino.

BILDER: YORICK CARROUX/RED BULL PHOTOFILES, MARK GALLUP/RED BULL PHOTOFILES, GOLDEN GIRLS FILMPRODUKTION, NIKA KRAMER

RED BULL MUSIC ACADEMY: MADRID!

IBA BODYBOARDING WORLD TOUR – PUERTO RICO LIVE AB 4. NOVEMBER Bei der IBA Bodyboarding World Tour matchen sich die besten Bodyboarder der Welt. Nächster Halt: Puerto Rico. Sobald die Wellen den Wettkampfbedingungen entsprechen, zwischen 4. und 13. November, geht die Competition los – und REDBULL.TV steigt live ein.

SERIEN UND DOKUS Die aktuellsten Folgen im 24-Stunden-Loop. Danach als Video on Demand

SNOWBOARD CHRONICLES Vorn dabei und backstage bei der Ticket to Ride (TTR) World Snowboard Tour und der Freeride World Tour.

Lilou

THE ATHERTON PROJECT Zu Hause, auf und am Rande der Rennstrecke: was die „Mountainbike-Geschwister“ Rachel, Dan und Gee Atherton bei ihrer Jagd nach dem World Cup erleben.

MOMENTUM – THE WEBISODES: LILOU AM 25. UND 26. NOVEMBER Diese Woche erkunden wir die Geschichte des Breakdance im französischen Lyon und begleiten einen der erfolgreichsten B-Boys aller Zeiten: Lilou.

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MORE BODY & MIND

Save the Date

November 2011 FRISCHWARE FÜR DEN TERMINKALENDER, VON ROCK ÜBER HOUSE BIS ZU FLIEGENDEN BREAKDANCERN.

4. NOVEMBER, LINZ, POSTHOF

Ahoi Pop!

5./6. NOVEMBER, WIEN, MESSE CENTER

Photo+Adventure 2011 Seit 2004 entwickelte sich die Messe mit ihren Schwerpunkten Fotografie, Individualreisen und Outdoorprodukte zum europäischen Szenetreff für Hobbyfotografen, Abenteurer und Extremsportler. Auf dem abwechslungsreichen Rahmenprogramm stehen Workshops, Seminare und Reisevorträge. 5. NOVEMBER, STADT SALZBURG

die große n8musik Fünf Locations, ein Ticket. Live Acts wie Kristian Davidek (Bild), John B., The Klaxons, Duke Spirit oder Mediengruppe Telekommander verwandeln die Stadt Salzburg in Europas Partymetropole. Mit nur einem Ticket kann man hier die ganze Nacht lang in den fünf angesagtesten Clubs (Republic, ARGEkultur, Jazzit, Soda Club und Rockhouse) abfeiern und insgesamt 24 Live-Acts und DJ Sets erleben. 7. NOVEMBER, STADT SALZBURG

123 Rakete Ein weiteres Mal binnen drei Tagen feiert die Mozartstadt eine rauschende Partynacht. Hochkarätige und vielseitige DJs, die man sonst nur in Miami, Las Vegas oder London findet, sorgen mit dicken Beats und Club Sounds für ordentlich Stimmung.

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AB 5. NOVEMBER, WIEN, BURGTHEATER

Red Bull Flying Bach Im Vorjahr wurde Red Bull Flying Bach für seine faszinierende Neuinterpretation der ersten zwölf Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ mit dem Echo-Klassik-Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. Im Zuge ihrer Europatournee kommen die vierfachen Breakdance-Weltmeister Flying Steps für sechs Auftritte nun auch nach Österreich. Die Fassung des Opernregisseurs Christoph Hagel schafft dabei spielerisch den Spagat zwischen Hochund Jugendkultur. Dabei treffen Klavier- und Cembalo-Klänge auf elektronisch verfremdete Beats, und die beeindruckende Performance der sechs Breakdancer mit Headspins, Povermoves und Freezes wird Yui Kawaguchis klassischem Ballett-Tanz gegenübergestellt. Die weiteren Tourtermine im Wiener Burgtheater: 6. 11., 12. 11. und 13. 11. 2011 (an den jeweiligen Sonntagen gibt es adaptierte Nachmittagsvorstellungen für Schüler und Studenten). Tickets unter: www.redbullflyingbach.at

2. NOVEMBER, GRAZ, FORUM STADTPARK

Giantree @ Red Bull Brandwagen Das Brüderpaar Hele und Roland Maurer formte aus den ehemaligen „Ö3 Soundcheck“-Teilnehmern Sirupop die Band Giantree und damit eine der aufstrebendsten Gruppierungen der heimischen Musikszene. Das seit Frühjahr 2010 in seiner heutigen Formation zusammengesetzte Quintett bedient sich dabei einer interessanten Mischung von Rock- und Pop-Klängen. Seine erste Single „Time Loops“ erschien heuer im Juli und stieg bis auf Platz zwei der FM4-Charts. Für insgesamt drei Konzerte Anfang November wird der Red Bull Brandwagen den

Alternative-Rockern als mobile Bühne dienen. Unterstützung auf ihrer Tour erhält Giantree von der Schweizer Indie-Rockband My Heart Belongs to Cecilia Winter. Weitere Tourstopps: Villach, Kulturhof-Keller (3. 11.); Klagenfurt, Stereo (4. 11.). www.giantree.net

BILDER: GIANTREE, ROLAND HASCHKA, DEAN TREML

Vier Speerspitzen aktueller Elektronik gastieren in Linz: Pantha du Prince zaubert Deep-House-Perlen aus seinem Laptop, Soap&Skin vermählt am Piano Klagelieder mit elegischen Beats, Darkstar machen Lagerfeuer-Dubstep, und Dorian Concept importiert elektronischen Future-Jazz in die Gegenwart.


PROMOTION

MUST-HAVES! HAVES! 2

AUSTRIA TREND MIT 16 STERNEN ÜBER SALZBURG = 4 Hotels für „Jedermann“ Mitten im Herzen der Salzburger Altstadt, hoch über den Dächern oder verkehrsgünstig gelegen am Rande der Stadt? Bei uns finden Sie garantiert das richtige Hotel für Ihren Aufenthalt oder Event in der Mozartstadt. Insgesamt 414 Zimmer und drei Restaurants in den Hotels Altstadt Radisson Blu 5*, Europa Salzburg 4*, Salzburg West 4* und Salzburg Mitte 3*+. Lassen Sie sich von uns verwöhnen! Tel.: 0662/85 81-4114 1

www.austria-trend.at 2 KÄSTLE TX77 TOUR RANDONNÉE Leichtgewicht. Leistung. Legende. Der TX77 gehört zu den leichtesten Tourenski, die es derzeit am Markt gibt. Er überzeugt durch exzellente Fahreigenschaften dank der genialen Kombination von Karuba-Holz mit einer Sandwich-Cap-Konstruktion. Die Anlehnung an die KÄSTLE Legende von 1979 (der Tour Randonnée von 1979 war damals der leichteste Tourenski der Welt) ist damit perfekt gelungen.

www.kaestle-ski.com

VON TIEFEN FJORDEN UND DEN KÜSTEN SKANDINAVIENS erzählt die aktuelle Herbst-/Winter-Kollektion von J.Lindeberg. Das schwedische Label vereint erfolgreich modischen Anspruch und höchste Funktionalität. Modell: Crosson Down Jacket, 2L Demizax Stretch, ca. € 650,–.

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www.jlindeberg.com

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4 STEELWORKS MADE BY SIGG SIGG, Weltmarktführer bei wiederbefüllbaren Aluminium-Trinkflaschen, bietet in seiner neuen „STEELWORKS Kollektion – Made by SIGG“ neue Thermo-Trinkbecher in einzigartigen Größen, mit neuartigen Formen und wunderschönen Farben. Die trendigen Thermosflaschen halten Getränke bis zu sechs Stunden lang heiß oder kalt und sind damit der ideale Begleiter im Geschäftsalltag und auf Reisen.

www.sigg.com 5 SLAB – NEED MORE SNOW Superbequeme Passform, sphärische Linse und typischer Shred Style. Der mangelnde Schnee in der letzten Wintersaison war Inspiration für unsere neue Kollektion „need more snow“. Die „SLAB“ besticht mit einem großen Sichtfeld und der sphärischen Linse. Die Form des Rahmens und die spezielle Konstruktion der Öffnungen sorgen für eine beispiellose Belüftung. Made in Italy, hypoallergener Multi-Layer-Schaum, kratzfeste Linse, silikonierter Straps mit Clip und 100 % UVA-B-C-Schutz machen diese Goggle zu unserer Nr. 1!

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6 FLOTTER EYE-CATCHER Der neue 16-GB-USB-2.0-Stick von Red Bull Racing und Kingston Digital Europe Ltd ist als cooler Clip designt und bietet exklusives Videomaterial: 18 von Sebastian Vettel kommentierte Rennstrecken sowie eine exklusive Vettel-Doku. Mit dem vorinstallierten Mediaplayer können außerdem noch Red Bull TV, Feeds und Video-Updates empfangen werden. Preis: ab € 29,90. Ab sofort im Fachhandel und im Flagshipstore Red Bull World in Salzburg erhältlich! Mediaplayer auch zum Download unter

www.redbull.de/mediaplayer


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VOLLES PROGRAMM

Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm, jetzt auch täglich von 16 bis 17 Uhr.

SONNTAG, 13. NOVEMBER, 19.05 UHR

DIENSTAG, 15. NOVEMBER, 22.30 UHR

Life in a Day – Ein Tag auf unserer Erde Was als filmerisches Experiment begann, wurde am Ende zum Bildnis unserer selbst und einer ganzen Internet-Generation. YouTube-Nutzer aus aller Welt filmten und dokumentierten ihren ganz persönlichen 24. Juli 2011 – herausgekommen ist „Life in a Day“, Minuten und Sekunden, die die Welt bedeuten. Produziert von Star-Regisseur und Oscar-Preisträger Ridley Scott.

1:1 Thierry Henry

Thierry Henry ist eine Legende und hat in seiner Karriere alles erreicht, was man sich als Profifußballer nur wünschen kann. Nun will er die New York Red Bulls zum Titel in der MLS führen, doch ein Teil seines Herzens wird immer für den FC Arsenal in London schlagen. Der Film erzählt vom Dilemma Thierry Henrys, der im „Emirates Cup“ gegen seine ehemalige Mannschaft angetreten ist, und dokumentiert Szenen, wie sie nur ein Thierry Henry erleben kann.

SONNTAG, 13. NOVEMBER, AB 20.15 UHR

DIENSTAG, 22. NOVEMBER, 22.30 UHR

FREITAG, 25. NOVEMBER, AB 23.15 UHR

Mt. Everest Special

Global Culture Mag

Red Bull BC One

Das prämierte Doku-Drama „The Wildest Dream“ war der erste Kinofilm, der auf dem Mount Everest gedreht wurde. Hinter die Kulissen führt am 9. 11. um 21.15 Uhr „Everest – Shooting the Impossible“.

Der monatliche Kulturfilter scannt die Welt nach junger und kreativer Kultur ab. Schauplatz dieser Folge ist die Red Bull Music Academy in Madrid, wo wir Erykah Badu zum Interview bitten.

Zur Einstimmung auf das Red Bull BC One-Finale in Moskau zeigen wir die Highlights aus den Qualifiers in Brasilien, Spanien und Istanbul. Das Finale sehen Sie live am 26. 11. auf www.redbull.tv.

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Bilder: JiMMy ChiN/AlTiTude FilMs lTd, sCoTT Free uk, NikA krAMer/red Bull CoNTeNT Pool, ClAy PATriCk MCBride/red Bull CoNTeNT Pool

DIE HI G H LI G HTS D E S M O NATS


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NOVEMBER

the Impossible making­of von „The Wildest Dream“ Donnerstag, 10. November

Bilder: FreMANTle MediA (2), GeTTy iMAGes, GoldeN Girls, NikA krAMer/red Bull CoNTeNT Pool, sveN MArTiN/red Bull CoNTeNT Pool, AGusTiN MuNoz/red Bull CoNTeNT Pool (2), GrAeMe MurrAy/red Bull CoNTeNT Pool, PlAyBoy ArChives

Samstag, 5. November 16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 10 16.30 Free The Culture Issue, Serie 17.25 Play! The Gaming Show 01.45 Nightflight Green Valley, Brasilien Sonntag, 6. November

16.00 HIGHlIGHTS World Heli Challenge 2011 – Freeride 16.30 Momentum – What drives you? Travis Pastrana 23.00 Live from Abbey Road Counting Crows, melody Gardot und Hockey

20.15 FIlm FESTIVal In your lIVInG room Run for Your Life Doku­ mentation, uSa, 2008 23.25 Snowboard Chronicles Season Intro

16.00 Tracking Eero So much history! a road­ trip around Europe (6/6)

v Freitag, 11. November

16.30 Bullet Points mit alexander mazza 23.20 360FIVE About Freeriding Samstag, 12. November

16.30 Young Guns Rising Season 3/Episode 4

16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 11

22.45 Momentum – What drives you? Travis Pastrana

16.30 Free The mountain­ bike Issue, Serie

23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Texas, uSa

Dienstag, 8. November 16.00 First Ascent Brother’s Wild

01.45 Nightflight Big Beach, Tokio

Mittwoch, 9. November

16.30 The Atherton Project all good things 22.30 FIlm FESTIVal In your lIVInG room Life in a Day – Ein Tag auf unserer Erde Dokumentation, 2011

21.15 Eiger – Wall of Death Dokumentation, SuI, 2010 Donnerstag, 17. November 16.00 HIGHlIGHTS Red Bull Fierste Ljepper 2011 16:30 Momentum – What drives you? mark Webber 23.00 Live from Abbey Road yusuf Islam, The Fray und White lies

23.25 Snowboard Chronicles rip Curl Pro Peniche 23.40 Climbing Chronicles Valence, Frankreich

23.55 aDVEnTurE CIrCuS Seven Sunny Days Montag, 21. November 16.00 4 Surfing Episode 2 16.30 Young Guns Rising Season 3/Episode 6 22.45 Momentum – What drives you? lilou 23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Homestead, miami, uSa Dienstag, 22. November 16.00 First Ascent Fly or Die 16.30 The Atherton Project new Seasons, new opportunities

16.00 Surf Chronicles rip Curl Pro Peniche

20.15 FIlm FESTIVal In your lIVInG room The Wildest Dream – Conquest the Everest Dokumentation, Eu, 2010

16.30 Bullet Points mit alexander mazza 23.15 360FIVE FIM Ice Racing World Championship Final Series 2011 Grand Prix 1 & 2, Krasnigorsk (ruS) 23.45 360FIVE Freeride World Tour 2011 Chamonix Samstag, 19. November

v 23.40 aDVEnTurE CIrCuS The B Montag, 14. November

16.00 Der Traum von Sogakope. Zwei Fußballtalente am Sprung nach Europa Dokumentation, auT, 2011

16.00 4 Surfing Episode 1

21.15 Everest – Shooting

22.45 Momentum –

16.30 Young Guns Rising Season 3/Episode 5

Dienstag, 29. November 16.00 Älive old Dogs and young Guns (1/2)

16.15 HIGHlIGHTS Red Bull X-Row 2011

16.30 The Atherton Project Episode 8

16.30 Bullet Points mit alexander mazza 23.15 Red Bull BC One Qualifiers

22.30 FIlm FESTIVal In your lIVInG room Hugh Hefner – Playboy, Activist and Rebel Doku­ mentation, uSa, 2009

Samstag, 26. November

Mittwoch, 30. November

16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 13

16.00 K2 – A Far Cry from the Top of the World Dokumentation, 2009

16.30 Free Episode 6 17.25 Play! The Gaming Show

16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 12 16.30 Free Episode 5 17.25 Play! The Gaming Show Sonntag, 20. November 16.00 Eiger – Wall of Death Dokumentation, SuI, 2010

22.30 Global Cuture Mag magazin, 2011 23.00 FIlm FESTIVal In your lIVInG room PressPausePlay – Der Film über Hoffnung, Angst und digitale Kultur Dokumentation, 2011

16.00 Sharkwise Doku­ mentation, 2010 20.15 FIlm FESTIVal In your lIVInG room Swift. Silent. Deep. An American Rebel Story Dokumentation, uSa, 2009 23.25 Surf Chronicles rip Curl Pro the Search 23.40 aDVEnTurE CIrCuS Futureproof

16.30 Blauvelt’s Backcountry Fresh Tracks (1/4) 22.45 Momentum – What drives you? Ken roczen

16.30 Sharkwise Dokumentation, 2010

DEZEMBER Donnerstag, 1. Dezember 16.30 HIGHlIGHTS Red Bull Art of Motion, USA 23.00 Momentum – What drives you? Ken roczen Freitag, 2. Dezember 16.00 Surf Chronicles rip Curl Pro the Search 16.15 HIGHlIGHTS Red Bull 400 16.30 Bullet Points mit alexander mazza 23.15 360FIVE FIM Ice Racing World Championship Final Series 2011 23.45 360FIVE Freeride World Tour 2011 Samstag, 3. Dezember 16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 14

Mittwoch, 23. November 16.00 Desaster am K2 Dokumentation, Can, 2009

16.30 Like a Lion Extrem­ sportdokumentation, 2010

Sonntag, 27. November

16.00 4 Surfing Episode 3

Freitag, 18. November

16.15 HIGHlIGHTS Pepping Up My MotoGP Mobile Home

23.25 Surf Chronicles rip Curl Pro Peniche

Freitag, 25. November 16.00 Climbing Chronicles Valence, Frankreich

Montag, 28. November

19.05 SPECIal 1:1 Thierry Henry Dokumentation, 2011

16.30 The Atherton Project Sunshine and Dark Clouds 22.30 FIlm FESTIVal In your lIVInG room Let Us Be Golden musikdokumentation, GBr, 2011

16.00 First Ascent Point of no return

20.15 FIlm FESTIVal In your lIVInG room Skiing Everest – Skibergsteigen am Limit Dokumentation, 2010

17.25 Play! The Gaming Show

Sonntag, 13. November

00.15 HIGHlIGHTS Red Bull Romaniacs

Dienstag, 15. November

16.30 Dying for Everest Dokumentation, nZl, 2007

16.15 HIGHlIGHTS Red Bull Brandwagen Secret Tour – Aloe Blacc

Montag, 7. November

23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Phoenix, arizona, uSa

Mittwoch, 16. November

16.00 Snowboard Chronicles Season Intro

23.40 aDVEnTurE CIrCuS Side by Side

What drives you? mark Webber

23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Best of nascar 2011

16.30 Free Serie, Episode 7 17.25 Play! The Gaming Show

Donnerstag, 24. November 16.00 HIGHlIGHTS Jon Olsson Invitational 16.30 Momentum – What drives you? lilou 23.00 Live from Abbey Road Fleet Foxes, PJ Har­ vey, John Parish und manchester orchestra

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B

is vor kurzem war ich der Ansicht, klassische Kunst sei für deren Liebhaber vollkommen ungefährlich. Das Schlimmste seien die Schocks, die diese erleiden können, wenn beim Besuch einer Ausstellung Alter Meister plötzlich der Parkettboden knarrt. Oder Beulen, die sie sich holen, wenn sie in der Oper einnicken und mit dem Kopf auf die Lehne des Vordersitzes knallen. Kurz: Ich war überzeugt, dass es die Alten Meister keinesfalls mit der nervenzerfetzenden Wirkung zeitgenössischer Kunst und Musik aufnehmen könnten. Weit gefehlt! Wer erfahren will, welch verheerende Auswirkungen das Betrachten alter, also wohlbekannter und wissenschaftlich lückenlos erforschter Kunst haben kann, muss nur die Ärzte am Krankenhaus „Santa Maria Nuova“ in Florenz befragen. Bei denen landen nämlich immer wieder Touristen, die über Herzrasen, Schwindel, Desorientierung bzw. Halluzinationen klagen; oder die gleich liegend eingeliefert werden, weil sie nämlich ohnmächtig geworden sind. Der Grund für deren Zerrüttung: Sie haben sich die berühmte David-Statue (1501 – 1504) von Michelangelo angesehen. Oder andere, in Florenz im Übermaß zu findende Kunstwerke zum Beispiel aus der Renaissance-Epoche. Es war die Psychiaterin Graziella Magherini, welche am besagten Florentiner Krankenhaus praktizierte, die dieses Phänomen eingehender erforschte. Eine erste Studie veröffentlichte sie 1989. Darin schildert sie das Schicksal von genau 106 Personen. Sie alle, so ihre These, litten am „Stendhal-Syndrom“. Hervorgerufen werde es durch den – im Wortsinne – überwältigenden Eindruck, den die Kunstwerke der Stadt auf ihre Betrachter gemacht hätten. So richtig überzeugt waren die Kollegen von der These noch nicht. Also forschte Dottoressa Magherini

Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist

Vorsicht, Alte Meister! Wer sich mit klassischer Kunst beschäftigt, kann seine blauen Wunder erleben. weiter und brachte 2007 das nächste Buch heraus. Diesmal war die Wirkung der Publikation deutlich größer: Das „StendhalSyndrom“ darf heute als stehender Begriff und anerkannte Diagnose gelten. Weil aber die Wissenschaftler alles ganz genau wissen wollen, hat sich 2010 eine Gruppe von Ärzten und Psychologen aus Florenz und Pisa darangemacht, die Häufigkeit des Syndroms und zudem die

körperlichen Reaktionen zu erforschen. Dazu maßen sie den Versuchspersonen, während diese ein berühmtes RenaissanceFresko betrachteten, Puls, Atemfrequenz und Blutdruck. Leider waren die Ergebnisse der Untersuchung bei Redaktionsschluss dieses Hefts noch nicht verfügbar. Deshalb bleibt es wieder an mir hängen, hier einen einigermaßen effektvollen Kolumnen-Schluss hinzubekommen. Indem ich nämlich einen kleinen Privatversuch mit Ihnen durchführe. Also: Bitte lesen Sie das abschließende Zitat genau durch. Es stammt vom französischen Schriftsteller Stendhal (1783– 1842) und wurde anlässlich einer Florenz-Reise (1817) notiert. Das Zitat erklärt, warum das Syndrom heißt, wie es heißt. Sobald Sie es gelesen haben, fühlen Sie Ihren Puls. Beunruhigend, nicht? Das Syndrom! Ohne Zweifel. Jetzt also auch bei der Lektüre klassischer Literatur! Besser, Sie legen sich hin und schmökern noch ein wenig in diesem Heft. Ein passende Theorie haben Sie ja dafür. Ach ja, hier das Zitat. Schönes Syndrom noch! „Ich befand mich in einer Art Ekstase bei dem Gedanken, in Florenz und den Gräbern so vieler Großen so nahe zu sein. Ich war in Bewunderung der erhabenen Schönheit versunken; ich sah sie aus nächster Nähe und berührte sie fast. Ich war an dem Punkt der Begeisterung angelangt, wo sich die himmlischen Empfindungen, wie sie die Kunst bietet, mit leidenschaftlichen Gefühlen gatten. Als ich die Kirche verließ, klopfte mir das Herz. Mein Lebensquell war versiegt, und ich fürchtete umzufallen.“ Christian Ankowitsch, 52, ist ein öster reichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. Sein neuestes Buch „Mach’s falsch, und du machst es richtig“ ist soeben bei Rowohlt Berlin erschienen.

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Alexander Macheck (Stv.) Geschäftsführung Mag. Alexander Koppel, Rudolf Theierl Creative Director Erik Turek Art Director Markus Kietreiber Fotodirektion Fritz Schuster Creative Photo Director Susie Forman Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitender Redakteur Werner Jessner Redaktion Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arkadiusz Pia˛tek, Christoph Rietner, Andreas Rottenschlager Mitarbeiter Stefan Wagner Grafik Patrick Anthofer, Martina de Carvalho-Hutter, Miles English, Judit Fortelný, Esther Straganz Fotoredaktion Valerie Rosenburg, Catherine Shaw, Rudolf Übelhör Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Multimedia Martin Herz Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailovic, Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher, Thomas Posvanc, Thomas Safranek Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Christian Graf-Simpson, Walter Omar Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Mag. Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Barbara Kaiser (Ltg.), Stefan Ebner, Lukas Scharmbacher, Johanna Troger; Birgit Lohmann (Design); Klaus Pleninger (Vertrieb); Peter Schiffer (Abo) Anzeigenverkauf Frauke Landi (Ltg.), Thomas Hutterer, Marcus Zinn; anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Susanne Thurner Office Management Martina Bozecsky, Sabrina Pichl IT Michael Thaler Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869 m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Ein Produkt des Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin erscheint monatlich als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Niederösterreichische Nachrichten. In Deutschland liegt das Red Bulletin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei. In Großbritannien: The Sunday Telegraph. In Nordirland: Belfast Telegraph. In Irland: The Irish Times. In Polen: Gazeta Wyborcza. In Frankreich: L’Équipe. In Südafrika: Cape Argus, Cape Times, Daily News, Pretoria News, The Star. In Neuseeland: The New Zealand Herald. In Kuwait: Kuwait Times Gesamtauflage 4,6 Millionen Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin com

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 6. DEZEMBER 2011.

ILLUSTRATION: ALBERT EXERGIAN

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