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The Red Bulletin Oktober 2017 - AT

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ÖSTERREICH

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

RUNNING SPECIAL

ROLLING STONES IN SPIELBERG SO WURDEN SIE ZUR ERFOLGREICHSTEN ROCKBAND DER WELT

DAS BESTE OUTDOOREQUIPMENT

IRONMAN-STAR TIMOTHY O’DONNELL

verrät, wie du dich in die High-Performance puschst

RYAN GOSLING UND DIE FREUDE AM RISIKO

OKTOBER 2017 € 3,50

TRAINING, TECHNIK, MENTAL-POWER

IRONMAN 2.0 SO WIRST DU TRIATHLON-FIT IN 12 MONATEN


CONTRIBUTORS

EDITORIAL Bereit für eine Challenge?

Für unser Porträt der WeltklasseBig-Wave-Surferin Justine Dupont schickten wir den französischen Action-Fotografen auf den Grund eines 20 Meter tiefen Tauchbeckens. Für den Job seines Models hatte er danach noch größeren Respekt: „Justine vereint Fitness mit erstaunlicher mentaler Stärke.“ Tauchgang mit einer Grenzgängerin, ab SEITE 4 8

Simon Schreyer

Der Journalist schreibt über Musik, Literatur und ferne Orte. Seit er die Rolling Stones kennt, übt der Amateur-Gitarrist auch regelmäßig die offene G-Stimmung auf seiner Fender Telecaster. Für unsere Story über die größte Rock ’n’ Roll-Band der Welt beschreibt der gebürtige Kitzbüheler 25 wichtige Etappen der Stones auf ihrem Weg in die Musikgeschichte. SEITE 76

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Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

PATRIK GIARDINO (COVER)

Bastien Bonnarme

Wer einen Triathlon beenden will, braucht Ausdauer, Motivation und ein beneidenswertes Maß an Selbstdisziplin. Trotzdem boomt diese Mischung aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Der Grund? Punktgenaue Trainingspläne und modernes DatenTracking bringen den inneren Schweinehund zur Strecke. Für alle, die sich dieser Herausforderung stellen wollen, haben wir in dieser Ausgabe Tipps von Ironman-Siegern und Trainingsspezialisten gesammelt. Unser Triathlon-Dossier, ab Seite 62. Strategien für ein Leben abseits des Alltäglichen liefern uns außerdem Hollywood-Wunderwaffe Ryan Gosling („Man muss was riskieren!“) und der viermalige Race-Across-America-Sieger Christoph Strasser aus Graz, der innerhalb von acht Renntagen nur acht Stunden schlief. Wer lieber beim Partymachen wach bleiben will, findet ab Seite 70 Fritz Kalkbrenners Insider-Tipps für Berliner Nächte. Wer die Stadt kennt wie Fritz, weiß: auch hier geht es letztendlich um Ausdauer.

THE RED BULLETIN


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BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary

10 Ein authentisches Porträt von 12 14 16 18 27 28 30

Surf-Pionier Laird Hamilton Gitarren-Hero Tom Morello vereint Pop und Protest. „Pong“: Ataris Kultspiel kehrt zurück – als Spieltisch. Das schmerzhafte Comeback von Downhiller Bernard Kerr Nordschwedens Super-Sauna Besser essen: Science-FictionSpargel im Vespertine, L. A. Die Sportfilm-Sensation „La Nuit de la Glisse“ Wind, Waffen, Schneestürme: Gespräch mit Elizabeth Olsen

GUIDE

Get it. Do it. See it. 90 Highlights auf Red Bull TV 92 Gisbert Brunners Uhren-Tipps 96 Save the Date: Red Bull & Ö3

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Ausrüstung für Läufer

108 Impressum 110 Action-Foto des Monats

ROLLING STONES

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Zum Konzert in Spiel­ berg: 25 Schlüssel­ momente auf dem Weg, die größte Rock­Band der Welt zu werden.

SCHLAFLOS ZUM SIEG

Der Steirer Christoph Strasser gewann zum vierten Mal das Race Across America – auch, weil er am wenigsten schlief. 6

THE RED BULLETIN

PICTUREDESK.COM, MANUEL HAUSDORFER, BASTIEN BONNARME

Konzertspektakel

100 Gear Special: intelligente


INHALT Oktober

FEATURES 32

Christoph Strasser

Der viermalige Race-Across-America-Sieger bezeichnet sein Schlaf-Management als entscheidenden Erfolgsfaktor.

42 Interview: Ryan Gosling

Zum Start von „Blade Runner 2049“ erklärt der Superstar, wie die Bereitschaft, etwas zu riskieren, sein Leben besser macht.

48 Königin der Wellen

Das Training von Surferin Justine Dupont im Apnoe-Tauchsilo.

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Der weiße Elvis

62

Herausforderung Triathlon

70

Berliner Nächte

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The Rolling Stones

Alternative-Rocker Josh Homme lebt lieber analog. Ein Gewinner des Ironman Hawaii und ausgesuchte Leistungsdaten-Experten machen dich fit für die Renn-Premiere.

Feiern wie ein Hiesiger: zehn Party-Tipps von Fritz Kalkbrenner. Alben, Abstürze, Riffs für die Ewigkeit: die Geschichte der größten Rock-Band der Welt in 25 Kapiteln.

48 JUSTINE DUPONT

Wie die französische Surferin das Überleben in Riesenwellen trainiert. Besuch auf dem Grund des Tauchbeckens.

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BULLEVARD LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

JENNIFER CAWLEY

LAIRD HAMILTON „SCHMERZEN ZU ERTRAGEN LOHNT SICH.“ Laird Hamilton, Pionier des Big-WaveSurfens und Fitnessguru, erholt sich im Eisbad von seinen extremen Workouts. THE RED BULLETIN

SEITE 10

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L

aird Hamilton ist nicht nur eine Legende des Big-Wave-Surfens – er ist dessen Pionier. Der 53-jährige Kalifornier machte vor allem zwei Dinge populär: das Tow-in Surfing – um extrem hohe Wellen surfen zu können, lassen sich Surfer von Jet-Skis ins Wasser ziehen – und das Hydrofoil-Surfboard, ein Brett mit einer Art Finne, die den Surfer schweben lässt. Laird ist ein Typ, der polarisiert. Sein Ehrgeiz, sein Ego und seine kontroversiellen Ansichten sind berüchtigt. In der neuen Doku „Take Every Wave“ von Rory Kennedy gibt Hamilton nun einen faszinierend schonungslosen Einblick in sein Leben. Inklusive Inter Interviews, die auch seine weniger sonnigen Seiten beleuchten. the red bulletin: Wie fühlt es sich an, einen derart ehr­ lichen Film übers eigene Leben zuzulassen? laird hamilton: Eine Doku machen, die nicht alles offenlegt? Das hätte doch nichts gebracht. Es ist kein Film übers Surfen geworden, sondern über das Leben, über die Menschen. Ich wollte eine Geschichte erzählen, die die Leute unterhält und in der sie sich selbst erkennen. Aus der sie etwas mitnehmen können. Selbst deine Frau hält dich für einen alles andere als fehlerlosen Typen. Für manche meiner Schwächen schäme ich mich auch. Aber sie haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Deshalb würde ich die Vergangenheit nicht ändern wollen. Ich halte nichts von Reue. Klar gibt es Dinge, die ich hätte besser machen können, aber ich bin keiner, der verpassten Chancen nachweint. Deshalb heißt der Film auch „Take Every Wave“ – lass keine Welle aus, versuch aus jeder Chance im Leben das Beste zu machen. Sind deine Fehler auch Teil deines Erfolgs?

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Laird Hamilton

Der Supersurfer spricht in einer neuen Doku-Biografie über alles – sogar über seine Schwächen.

„REUE? DAVON HALTE ICH GAR NICHTS“ Sagen wir lieber so: Es geht mehr darum, herauszufinden, wie man mit ihnen leben kann, ohne andere dabei zu verletzen. Du sagst, es gibt eine Sache, die dich mehr antreibt als jede andere: unbekanntes Terrain zu erobern. Es gibt da dieses Sprichwort: „Lass deine Erinnerungen nie größer werden als deine Träume.“ Daran halte ich mich. Deswegen will ich Dinge, die ich getan habe, nicht einfach wiederholen. Auch wenn sie noch so erfolgreich waren. Auch wenn mein Ego mir noch so oft sagt: „Komm schon, zeig allen, dass du es noch draufhast.“ Aber das habe ich ja schon gemacht. An ein nächstes Ziel zu denken ist doch viel spannender! Je schwieriger eine Sache ist, desto mehr gefällt sie dir: richtig? Da ist wohl was dran. Am deutlichsten ist es wohl, wenn es darum geht, etwas physisch auszuhalten. Wenn du Schmerzen ertragen kannst, kann sich das ziemlich lohnen. Du wirst physisch und emotional belohnt, wenn du über deine Grenzen gehst. Diese Belohnung erlebst du aber nur, wenn du etwas bis zum Schluss durchziehst. takeeverywave.com

Trendsetter Laird Hamilton beim Hydrofoil Surfing THE RED BULLETIN


JENNIFER CAWLEY

JOSH RAKIC

BULLEVARD

THE RED BULLETIN

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Tom Morello,

Gitarrengroßmeister und politischer Aktivist, erklärt, wie man eine Revolution beginnt.

TRAVIS SHINN PHOTOGRAPHY

FLORIAN OBKIRCHER

„JEDER BRAUCHT EINEN ARSCHTRITT“

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THE RED BULLETIN


BULLEVARD

Tom Morello (vorn rechts) gründete seine neue Band 2016 als Reaktion auf die CNNHeadline „Donald Trump Rages Against the Machine“.

R

ockfans kennen ihn als einen der kreativsten Gitarristen der Welt und Gründer legendärer Bands wie von Rage Against the Machine oder Audioslave: Tom Morello. Abseits der Bühne ist der 53-jährige New Yorker vor allem als politischer Aktivist tätig: Seine Non-Profit-Organisation Axis of Justice kämpft seit 2002 für soziale Gerechtigkeit. Mit seiner neuen Supergroup Prophets of Rage, bestehend aus Mitgliedern von RATM, Public Enemy und Cypress Hill, vereint er seine zwei Leidenschaften: harten Rock und politische Anliegen. the red bulletin: Eine Theorie besagt, die interessanteste Popmusik entsteht in politisch aufgeladenen Zeiten. Stimmen Sie zu? tom morello: Schlechte Präsidenten führen zu guter Musik, das ist unbestreitbar. Weil Musik die Gegenwart nicht nur reflektiert, sondern sie auch beeinflussen kann. Als Wind in den Segeln derer, die für eine gerechtere Welt kämpfen. Bei unseren Konzer Konzerten sollen die Leute schwitzen und sich heiser schreien, aber sich gleichzeitig auch ihrer eigenen Kraft bewusst werden. Sie sollen erkennen, dass sie die Zukunft selbst mitgestalten können. Das erste sozialkritische Album von Rage Against the Machine erschien vor 25 Jahren. Wie hat sich Protestkultur seither verändert? Das Internet hat den Informationsfluss demokratisiert, heute kann jeder seine fundierte – und seine unfundierte – Meinung mit jedem teilen. Die Rolle der Kultur ist dabei wichtiger denn je: Sie ist ein Werkzeug, mit dem du das weiße Rauschen aus Meinun-

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gen durchbrechen kannst. Wie das geht? Als Musiker machst du einen geilen Rock-Track, der das Reptiliengehirn der Menschen anspricht. Und darin versteckt transportierst du die Botschaften, die dir wichtig sind. Läuft man so nicht Gefahr, nur die eigenen Rock-Fans zu erreichen und offene Türen einzurennen? Ganz wichtig: Jeder von uns braucht gelegentlich einen Arschtritt, auch unsere Fans. Für uns steht aber Musik im Vordergrund. In den meisten unserer Songs gibt es tief tiefgründigere Aussagen, stimmt, aber in erster Linie müssen sie reinhauen und bei Konzerten ordentlich abgehen. In einem Interview meintest du kürzlich: „Unsere Botschaft ist einfach: Die Welt verändert sich nur, wenn du für deine Ideale eintrittst.“ Richtig. Es gibt den Irrglauben, dass Geschichte etwas ist, das einfach so passiert. Dass du deine Zeit mit Videospielen vergeuden kannst, weil du in der großen weiten Welt nichts bewegen kannst. Aber bis zum heutigen Tag begann jede Revolution bei einfachen Menschen, die auf die Straße gingen, um ihre Meinung kundzutun. Das war auch für uns der Grund, die Band zu starten: Wir wollten nicht länger an der Seitenlinie der Geschichte stehen und den Mächtigen bei ihrem Treiben zuschauen. Aber wie kann ich selber eine Revolution lostreten? Es gibt eine alte Regel, die immer noch gilt: Denke global, handle lokal. Das bedeutet: Wenn du dich für Umweltthemen interessierst, such im Internet eine Gruppe in deiner Nähe, bei der du dich engagieren kannst. Beschäftigt dich der Welthunger, hilf in einer lokalen Suppenküche mit. Gehst du zur Schule, gründe eine Zeitung, in der du deine Meinung vertrittst. Oder mach es einfach so wie ich: Gründe eine verdammte Band! Das gleichnamige Prophetsof-Rage-Album ist bereits erschienen; prophetsofrage.com 13


BULLEVARD

Table Pong

Im Jahr 1972 begann mit der TennisSimulation „Pong“ die Ära der Videogames. Fast ein halbes Jahrhundert später kehrt die Mutter aller ScreenSchlachten zurück – als Spieltisch.

DIE ANALOGE ZUKUNFT DER DIGITALEN LEGENDE

D

ie ganz große Zeit von Atari ist schon ein wenig her: 1979 führten die Amerikaner mit der Konsole VCS die Spielzeug-Verkaufscharts an, ab etwa 1984 ging es wirtschaftlich aber bergab. Nun ist Atari zurück. Mit einer kürzlich angekündigten neuen Konsole, mit Logopräsenz in der düsteren Zukunftswelt des KinoHits „Blade Runner 2049“. Und vor allem mit einem Spieltisch, einer Analog-Hommage an Ataris erstes Game. „Das Spiel folgt digitaler Logik, statt des Screens gibt es den Tisch mit Schienen, Motoren und Magneten“, sagt CoEntwickler Daniel Perdomo. Der Designer begann „Table Pong“ als Hobby, als auf Kick Kickstarter die 330.000-DollarMarke gefallen war war, kündigte er seinen Job als Werbemanager. Ataris Co-Gründer Nolan Bushnell und „Pong“-Original-

„Table Pong“ hat die gleichen Steuer-Drehknöpfe wie die originalen „Pong“-Automaten und -Konsolen

Designer Allan Alcorn loben das Projekt. Alcorn: „Eine tolle Hommage. Daniel Perdomo hat mehr Energie reingesteckt als ich ins Original.“ Dieser will im Dezember die ersten Tische verkaufen. Preis: 1290 Dollar, also fast wie 1979. tablepongproject.com

ATARI

TOM GUISE

Atari steht voll hinter dem Spieltisch-Projekt. Es wird sogar eine von AtariCo-Gründer Nolan Bushnell signierte 5000-Dollar-Sonderedition geben.

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JUSTIN HYNES

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THE RED BULLETIN

BORIS BEYER/OLAF PIGNATARO/RED BULL CONTENT POOL

Überflieger Bernard Kerr auf der Siegesfahrt beim Red Bull Hardline 2016


BULLEVARD

Red Bull Hardline Bernard Kerr und die schmerzhafte Rückkehr an den Ort seines Triumphs.

ZURÜCK IN DER SPUR I

m Juni sah es für ProfiMountainbiker Bernard Kerr richtig gut aus. Dann kam das Rennen in Les Gets, dem französischen Stopp der Crankworx-Tour: Sturz, Rippenbrüche, Schulterverletzung, Rückkehr vor Saisonende unwahrscheinlich. Kerr hat aber keine Lust, seinen Red Bull Hardline-Titel vom Vorjahr kampflos abzugeben. the red bulletin: Red Bull Hardline gilt nicht nur als härtester MountainbikeKurs der Welt, sondern auch als einer der gefährlichsten. Gibt es auch etwas Nettes, was man über die Strecke in Wales sagen kann? bernard kerr: Genau was du gesagt hast! Es ist ein unglaubliches Rennen, genau solche Rennen willst du unbedingt gewinnen, eben weil es wilder zugeht als bei allen anderen. Hier ist jeder dabei. Und nichts ist cooler, als die

THE RED BULLETIN

Besten der Welt auf dem härtesten Track zu schlagen. Die größte Herausforderung unterwegs? Für mich war’s der Renegade Step-up (ein 12-Meter-Jump; Anm.). Vergangenes Jahr bin ich da heftig abgeflogen. Im Training schaffte ich ihn zweimal, beim dritten Versuch stoppte mich Gegenwind, ich verfehlte die Landung um rund zwei Meter. Aber im Wettkampf klappte es zum Glück. … sogar so gut, dass du den Titel gewonnen hast. Wie riskant ist es, dass du nach deiner heftigen Verletzung nun am Red Bull Hardline 2017 teilnehmen möchtest? Ehrlich gesagt denke ich nie daran, dass ich mich verletzen könnte. Nicht mal beim Hardline. Es bringt ja nichts, über Risiken nachzudenken. Es geht darum, sie zu minimieren, berechenbar zu machen. Wie macht man einen Kurs berechenbar, der zwölf Meter hohe Jumps hat? Eigentlich macht seine Schwierigkeit den Kurs sogar einfacher. Bei einem normalen Weltcuprennen musst du alles riskieren und jeden Bruchteil einer Sekunde aus dem Track quetschen. Red Bull Hardline ist anders: Es ist so haarig, dass die Herausforderung dar darin besteht, überhaupt ins Ziel zu kommen. Zu viel Tempo nimmt dir dieser Kurs sogar richtig übel! Red Bull Hardline 2017 wird am 24. September in Dyfi Valley, Wales, gefahren. Red Bull TV überträgt live; redbull.tv

Der Engländer Kerr, 26, lebt in Neuseeland.

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BULLEVARD

Warm werden

In Lappland parkt ein titanisches goldenes Ei. Im Inneren lässt sich’s so gut schwitzen wie verhandeln.

SAUNA GEGEN SORGEN

Schwedens nördlichste Stadt Kiruna hat Probleme und deshalb ein neues Wahrzeichen: ein goldenes Sauna-Ei

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irunas Wohlstand, das Eisenerz, liegt unterhalb der 18.000-SeelenGemeinde. Jetzt ist die Stadt einem weiteren Abbau im Weg, verzwickte Verhandlungen werden erwartet. Doch: kein Problem, das Schweden nicht beim Saunieren lösen könnten. Also planten die Künstler Lars

Bergström und Mats Bigert von der Wohnkooperative Riksbyggen ein kühnes SaunaEi. 69 Stahlplatten, mit Titan legiert und goldbeschichtet, bilden die transportable Hülle: Das lädt nicht nur Streithähne zum Schwitzen auf neutralem Boden ein, sondern auch Touristen (maximal acht pro Sitzung). Kommen kann jeder, man muss sich nur anmelden. ripan.se THE RED BULLETIN

RIKSBYGGEN

K

DANIEL KUDERNATSCH

Das Ei von innen: Kiefern- und Espenholz gemischt und ein Saunaofen aus Stahl und Stein


im


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BULLEVARD Was aussieht wie eine überambitionierte Designer-Müslischüssel, ist gar nicht das Geschirr, sondern das Gericht: gehobelter weißer Spargel mit karamellisierten Spargelspitzen

Vespertine

COURTESY OF VESPERTINE

GILLIAN FERGUSON

In diesem Restaurant in Los Angeles fühlt man sich wie in einer leckeren, aber ziemlich unheimlichen ScienceFiction-Dystopie. Der Preis für die Unwirklichkeit beginnt bei 250 Dollar.

SCHMECKT SO DIE ZUKUNFT? THE RED BULLETIN

D

as Restaurant von Küchenchef Jordan Kahn befindet sich in einem ziemlich dunklen Viertel im Zentrum von Los Angeles. Alles an diesem Restaurant – vom 20-Gänge-Menü bis zur verformten Gebäudefassade aus Stahl und Glas – wirkt im unbekümmert-oberflächlichen L. A. wie ein Fremdkörper. Das ist Absicht: Vespertine möchte anders sein. Der Besuch wird vom atmosphärischen Soundtrack der Post-Rock-Gruppe This Will Destroy You aus San Mar Marcos, Texas, begleitet, das Per Personal erscheint in minimalistischen schwarzen Uniformen des Designers Jona Sees. Das Gebäude und viele der Möbel im Inneren stammen von Eric Owen Moss, einem Architekten aus L. A., dessen AvantgardeKonstruktionen wie inmitten

der Verwandlung steckengebliebene Transformers anmuten. Und dann ist da noch das 33-jährige Wunderkind Kahn, das zuvor in Top-Restaurants wie The French Laundry, Per Se und Alinea gearbeitet hat. Vespertine, sagt er, sei sein Lebensprojekt – das Resultat von vier Jahren intensiver und geheimer Vorbereitung und ein drei Stunden dauernder Konventionsbruch, in dem Gänge nicht auf Tellern, sondern als Skulpturen serviert werden. Speisekarte? Vergiss es. Stattdessen flüstert dir das Personal Zutaten ins Ohr und lässt dich mit einem AmuseBouche zurück, das aussieht wie eine Richard-Serra-Installation. Kann man das essen? Und wenn ja, wie genau? Das herauszufinden gehört zum Konzept. Und das macht den seltsam verlockenden Charme des Vespertine aus. vespertine.la

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A

„Nuit de la Glisse“ Die Actionsportfilm-Serie aus Frankreich setzt seit vierzig Jahren Maßstäbe in ihrem Genre.

GEHT RAUS ZUM SPIELEN!

HAVAD MYKLEBUST

DANIEL KUDERNATSCH

ls Ende der Sieb­ ziger der junge Franzose Thierry Donard dem Amerika­ ner Dick Barrymore begegnet, ist der Begriff Actionsportfilm noch gar nicht existent. Thierry weiß aber: Das ist sein Ding. Er will mit der Kamera spekta­ kuläre Stunts in atemberau­ bender Kulisse einfangen. Skifahren, Surfen, Fallschirm­ springen, Klettern, Skate­ boardfahren – alles, was gefährlich ist, soll auf Film gebannt werden, um damit in Kino und TV zu begeistern. Barrymore, damals der Pionier der Szene, gibt ihm eine Chance, Thierry ergreift sie, setzt mit seiner Kamera­ arbeit neue Maßstäbe, zeigt Athleten als Persönlichkeiten und kreiert Geschichten rund um die tollen Actionszenen. Die Filmserie „La Nuit de la Glisse“ ist geboren – und sorgt auch vierzig Jahre später noch immer für offene Münder und Gänsehaut beim Publikum. Red Bull TV hat drei Filme der Serie on Demand im Pro­ gramm: „Pushing the Limits“, ab 17. 9. „Don’t Crack Under Pressure“ und „Imagine“, das ab 19. 11. läuft. Der neueste Teil der „Don’t Crack Under Pressure“-Serie kommt im November 2017 in die Kinos. nuitdelaglisse.com

Film- und Athleten-Crew bei den Dreharbeiten zum neuen Teil von „Don’t Crack Under Pressure“ in Norwegen

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THE RED BULLETIN


BULLEVARD Unverspurter Tiefschnee, Sonnenschein: Nach drei Tagen Schlechtwetter wird für Matt Annetts ein Snowboarder-Traum in den Sunnmørsalpen, Norwegen, Wirklichkeit.

THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

Elizabeth Olsen

über Sonnenbrillen, Rettungswesten und warum der Amerikanerin Waffen­ besitzer Angst machen.

REISS DICH ZUSAMMEN! 30

he red bulletin: Sie sind zu spät dran … elizabeth olsen: Ich weiß. Peinlich, es tut mir leid. Sie waren mit einer Jacht unterwegs, wie wir hörten? Für künftige Bootstrips bringe ich eine Rettungsweste mit. Dann springe ich ins Wasser und schwimme an Land. Sie haben’s offenbar mit den Elementen. Ihren aktuellen Film „Wind River“ drehten Sie bei Temperaturen unter null in den verschneiten Bergen von Utah. Lustig? Das ist sonst nicht so meins, aber ich habe mit Kollegen wie Jeremy Renner gearbeitet, die abgehärtet sind, also wollte ich mich nicht beschweren.

THE RED BULLETIN

CONTOUR BY GETTY IMAGES

T

Wenn wir einen Schneesturm hatten, haben wir einfach im Wohnwagen abgewartet. Ihr Tipp für Leute, die dort ihre Zeit verbringen wollen? Sonnenbrillen tragen. Das hilft gegen Kälte? Gegen Schneeblindheit. Ich habe keine getragen und hatte fünf Tage einen Sonnenbrand auf den Augäpfeln. Ihre Figur behauptet sich unter Männern – wie Sie beim Dreh. Wie geht das? Diese Person denkt nicht: „Ich bin eine Frau in einer Männer Männer­ welt.“ Sie hält sich für gleich­ berechtigt, für genauso fähig, denn sie ist in ihrem Job sehr gut. Ich holte mir mein Selbst­ vertrauen durch Training. Was haben Sie trainiert? Ich wollte so rüberkommen, als würde ich mich mit Schuss­ waffen auskennen. Also habe ich so lange geübt, bis ich gar nicht mehr über mein Trai­ ning nachdenken musste. Was haben Sie da erlebt? Du gelangst in einen medita­ tiven Zustand, wo du nur noch denkst: Wie kann ich mit diesem Instrument extremer Power sicher umgehen? Ich selbst weiß das jetzt. Aber die Vorstellung, dass so viele Waffenbesitzer keinen Respekt davor haben, macht mir Angst. Wovor haben Sie im täg­ lichen Leben Respekt? Vor dem Job. Stellen sich nach viel harter Arbeit erste Erfolge ein, lässt man bisweilen die Zügel schleifen. Dann denkst du dir: „Warum zum Teufel schlampe ich hier rum?“ Und dann reißt du dich wieder zusammen. „Wind River“ kommt im Februar 2018 in die Kinos.

RÜDIGER STURM

Elizabeth Olsen, 28: In ihrem aktuellen Film „Wind River“ überzeugt sie als FBI-Agentin.


Das Meisterstück Das weltweit erste Smartphone mit Super Slow Motion und 4K HDR Display. Bringt das Wow zurück.

WINNER

© 2017 Sony Mobile Communications Inc.


„WENN ICH ANS DENKE ICH NUR ANS BETT“ RACE-ACROSS-AMERICA-SIEGER CHRISTOPH STRASSER HAT IN ACHT TAGEN ACHT STUNDEN GESCHLAFEN. WIE MAN DAS SCHAFFT, WAS SCHLAFENTZUG MIT DIR ANSTELLT UND OB MAN LERNEN KANN, AUF BEFEHL EINZUSCHLAFEN. TEXT: WERNER JESSNER FOTOS: MANUEL HAUSDORFER

Das große Nichts: Manche Tage ver­ fliegen, manche Kilo­ meter dauern ewig.

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ZIEL DENKE,


„ES IST EGAL, OB DU EINE ODER DREI STUNDEN SCHLÄFST. ES IST OHNEHIN ZU WENIG.“ Oceanside, Kalifornien

Annapolis, Maryland

Extreme Rückenschmerzen zwingen zum ersten Stopp. Nach dem Umbau der Sitz­position am Rad waren sie weg.

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DER STEIRER

Christoph Strasser, 34, hat das Race Across America bereits viermal gewonnen, zuletzt 2017. Außerdem ist er Rekordhalter auf der Strecke: Für die etwa 4800 Kilometer lange Distanz benötigte er bei seinem Sieg im Jahr 2014 sieben Tage, 15 Stunden und 56 Minuten. Bei seinem letzten Sieg war er acht Tage, neun Stunden und 34 Mi­ nuten unterwegs. Seine Rennen gewinnt Strasser dabei nicht unbedingt am Rad, sondern im Bett: Er ist der, der von allen Teilnehmern mit dem wenigsten Schlaf auskommt. Ein Gespräch über eine Grauzone zwischen den Welten, die wir alle kennen und doch nie so intensiv aus­ loten werden wie er.

Elf Betreuer wechseln sich ab – darunter auch Spezialisten für heikle Aufgaben.

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Kleinigkeiten wie Zähneputzen passieren en passant, genau wie das Essen: eine Flasche Flüssignahrung pro Stunde.

the red bulletin: Wie sieht dein nor nor­ maler Schlafrhythmus aus? christoph strasser: Ich gehe kaum vor Mitternacht ins Bett und stehe gegen acht Uhr auf. Total normal eigentlich. Und du kannst sofort einschlafen? Nicht immer. Ein Buch hilft. Oder Fern­ sehen. Im Kino schlafe ich jedes zweite Mal ein. Ich schlafe leicht und gern. Hängt das mit deinem Maß an körper­ lichem Training zusammen? Ein normales Maß an Aktivität hilft auf jeden Fall, um abends müde zu sein. Wenn ich eine Woche lang nicht trainiere, merke ich, dass ich schwerer einschlafe. Kannst du überall schlafen? Daheim ist es schon am besten. Und im Race Across America ist dann alles anders, oder? Die Vorbereitung geht schon lange Zeit vorher los. Drei Monate vor dem Start entziehe ich meinem Körper Koffein, um die volle Wirkung zu haben, wenn ich sie brauche. In dieser Zeit esse ich nicht mal Tiramisu. Da bin ich total streng. Ich reise drei Wochen vor Rennstart nach Amerika und versuche, möglichst ausgeschlafen ins Rennen zu gehen. An Schlafentzug gewöhnst du dich ohnehin nicht, darum ist es auch sinnlos, das zu trainieren. Kann man vorschlafen? Kaum. Man ist ja auch nervös. Wie schaffst du es trotzdem, die „Schlaf „Schlaf­ depots“ aufzufüllen? Indem ich loslasse. Ich sage mir vor, dass mein Team alles unter Kontrolle hat und ich beruhigt ein Nachmittagsschläfchen halten kann. Abends gibt es das gute Hausmittel Baldriantropfen. Ab wann schläfst du beim RAAM über über­ haupt? In der zweiten Nacht beginne ich mit Power Naps von maximal zwanzig Power­ Minuten. Dabei kommst du in keinen Tiefschlaf, sondern döst an der Ober­ fläche dahin. Wenn du aufwachst, weißt du: Race Across America, Arizona, Rad fahren. Nach einer Schlafpause von einer Stunde hingegen stehst du völlig neben den Schuhen, weil sich dein Gehirn in der REM REM­Phase Phase ausklinkt. THE RED BULLETIN


4800 Kilometer 600

Kilometer/Tag

Zwei Bikes: eine TriathlonMaschine fĂźrs Flache, ein Rennrad fĂźr die Berge.


52.000 Höhenmeter Anstieg

Nur acht Stunden lang war Christoph Strasser während des Rennens weder am Rad noch im Bett.

Warum schläfst du nicht länger? Weil es unterm Strich egal ist, ob du eine oder drei Stunden schläfst. Es ist sowieso zu wenig. Wie schaffst du es, auf Befehl für zwanzig Minuten einzuschlafen? Ich brauche ja schon mindestens zwanzig Minuten, um überhaupt einzudösen … Mit dieser Einstellung wird das auch nichts werden. Wir organisieren das so, dass ich weiß, die Pause sollte zwischen fünf und sechs Uhr morgens stattfinden. Dann zögern wir den Zeitpunkt mit allen Mitteln raus: mit Schmähführen, lauter Musik, Quizspielen während der Fahrt. Wenn ich dann so müde bin, dass gar nichts mehr geht, konsumiere ich diese Pause. Ab der dritten Nacht funktioniert das so gut, dass ich fast im Stehen ein­ schlafe, wenn ich bloß an einer Bau­ stellenampel anhalten muss. Der Körper nimmt sich jede Minute Schlaf, die er kriegen kann. Wie viele waren das? In Summe habe ich in meinen acht Tagen von der West­ an die Ostküste acht Stun­ 38

den geschlafen und war sechzehn Stun­ den nicht am Rad. Das sind Pinkelpausen, Jacke anziehen, Rad wechseln, Doping­ kontrolle, Zähne putzen. Acht Stunden verlorene Zeit klingen nach viel, aber viel weniger geht eigentlich nicht. Wie funktionieren die „langen“ Schlaf Schlafpausen von einer Stunde? Da büselst du weg, kaum dass du das Bett berührst. Ich bin so ausgeknipst, dass ich, während ich schlafe, vom Physiothera­ peuten massiert und vom Arzt untersucht werde, ohne aufzuwachen. Wenn du nach dem vierten Tag nicht mehr einschlafen kannst, weißt du, dass du krank wirst. Hatte ich auch schon zweimal. Der Kopf gibt dem Körper das Zeichen, dass er los­ lassen kann. Wenn er das nicht gibt, hast du ein Problem. Ab wann bemerkt man selbst ein Schlafdefizit? Früher, als man glaubt. Sobald der Körper kapiert, dass er aus seinem gewohnten Alltagsrhythmus gerissen wird, wehrt er sich. In der ersten Nacht kämpfst du schlimm mit dem Sekundenschlaf. Nach drei, vier Tagen wird das besser. Du ge­ rätst in einen Schlafentzugs­Flow. Man kann das vielleicht mit Fasten vergleichen: Du gewöhnst dich an den Mangel.

„AB DER DRITTEN NACHT SCHLAFE ICH FAST IM STEHEN EIN, WENN ICH BLOSS AN EINER BAUSTELLENAMPEL ANHALTEN MUSS.“

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„IN DER LETZTEN NACHT IST MIR DAS WORT FÜR DAS GERÄT VOR MIR NICHT MEHR EINGEFALLEN: ‚FAHRRAD‘.“ Wie funktionierst du im Mangel? Träger. Ich muss mich mehr konzentrieren. Du weißt, dass du fehleranfälliger wirst. Dünnhäutiger. Vergesslich. Teilweise wirst du wie ein kleines Kind. Härte gegenüber dir selbst bringst du nach drei Tagen ohne Schlaf nicht mehr auf. Da brauchst du ein Team, das dich antreibt, sonst hast du keine Chance durchzuhalten. Dass ich ein Team brauche, um zu funktionieren, habe ich im Schlafentzug gelernt. Kriegst du teaminterne Probleme mit? Immerhin schlafen deine Betreuer auch sehr wenig. Ich darf das nicht mitkriegen. Das würde mich zu sehr belasten. Im Bewerb bin ich harmoniesüchtig. Kann man deine Erfahrung mit einem Jetlag vergleichen? Auf Flughäfen kann man oft vermutlich intelligente Menschen beobachten, die sich nicht wie solche benehmen. Mit einem sehr extremen Jetlag vielleicht. Am schlimmsten war es diesmal in der letzten Nacht. Die Jungs haben mich aus dem Power-Nap nicht mehr wachgekriegt. Nach 35 Minuten war ich endlich abfahr abfahrbereit, aber ich hatte keine Ahnung, was ich tun muss. Mir ist das Wort für das Gerät vor mir nicht eingefallen: „Fahr „Fahrrad“. Ganz zu schweigen davon, dass ich gewusst hätte, wie man es bedient. 40

8½

Stunden Schlaf in 8 Tagen

1½

Tage Vorsprung

Der Moment, in dem alles leicht wird. (Das bedeutet aber nicht, dass du an diesem Abend leicht einschlafen wirst.)

Und das Schlimme war: Ich habe mitgekriegt, dass ich neben der Spur bin. Alle wollten etwas von mir, aber ich wusste nicht, was. Ich hatte Angst. So ähnlich werden sich Alzheimer-Patienten fühlen, stell ich mir vor. Und dann? Man musste mir vormachen, was ich tun soll. Ein Betreuer ist neben mir hergelaufen. Als ich wieder wusste, wie Radfahren geht, wollte ich ihn nicht alleinlassen. Dann sind die Automatismen langsam wiedergekommen. Stück für Stück konnte ich Menschen, deren Stimme ich erkannt habe, wieder Namen zuordnen.

Erkennst du ein Muster hinter den psychischen Hochs und Tiefs? Je weniger du schläfst, desto unvermuteter kommen die Einbrüche. In der einen Minute singst du am Rad, in der nächsten drehst du durch. Du verlierst auch jegliches Zeitgefühl. Manche Tage verfliegen, manche Kilometer dauern ewig. Denkst du unterwegs an den Schlaf? Permanent. Wenn ich ans Ziel denke, denke ich nur ans Bett. Ich sage mir vor, dass ich so schnell fahren muss, wie ich kann, um endlich wieder schlafen zu dürfen, so viel ich will. christophstrasser.at

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” Es ist deine Aufgabe, was zu riskieren. “ Ohne Risikofreude gäbe es keinen Ryan Gosling. Jedenfalls nicht als Hollywoodstar. Jetzt wagte er sich an die Fortsetzung des Kultstreifens „Blade Runner“. Der perfekte Zeitpunkt für eine Lektion in Sachen Wagemut. Text: Rüdiger Sturm 42

Fotos : Michael Muller/Sony Pictures THE RED BULLETIN


Der Kanadier Ryan Gosling, 36, ist Schauspieler, ­Regisseur, und Musiker.


Ryan Gosling ist nicht aufzuhalten: Nach dem verblüffenden Erfolg von „La La Land“ präsentiert der Hollywoodstar sein nächstes Filmprojekt weit abseits des Alltäglichen – die Fortsetzung zu „Blade Runner“. Ein guter Zeitpunkt, ihn nach seinem Geheimnis zu fragen und seinen Rezepten im Streben nach Höchstleistungen. the red bulletin: „Blade Runner 2049“ ist die Fortsetzung eines Kultfilms, die absolute Hin­ gabe erfordert und keine Kompromisse zulässt. Wie entwickelt man den dafür nötigen Biss? ryan gosling: Alle Beteiligten, mich eingeschlossen, wussten, dass dieser Film sehr kritisch beäugt werden würde. Noch dazu hat „Blade Runner“ meine Liebe zum Kino entscheidend geprägt. Wenn du also in ein Universum eintauchst, das du von Kindheit an kennst, weißt du: Das ist etwas ganz Besonderes. Du darfst dich glücklich schätzen, so etwas zu erleben. Damit ist klar, dass dieser Film deinen vollen Einsatz und deine ganze Liebe verdient. Wohl auch deshalb hat jede einzelne Abteilung höchste Qualität abgeliefert. Es hat sicher Phasen gegeben, in denen Sie energie­ los waren. Wie sind Sie damit fertig geworden? Zugegeben: Die Arbeitsbedingungen waren echt strapaziös. Aber wir haben uns gegenseitig daran erinnert, dass diese Bedingungen nichts sind im Ver Ver­ gleich zu der Welt, die wir da erschaffen wollten. Streng genommen haben alle Schwierigkeiten bloß die Authentizität unseres Projekts gefördert. Und genau die haben wir angestrebt. Bei diesem Projekt hatten Sie nicht das Sagen. Weil Kino nun mal das Medium des Regisseurs ist. Wenn du ihn nicht bewunderst und nicht dahinter 44

bist, ihn bei seinem Ziel zu unterstützen, dann wirst du nie einen tollen Film machen. Was erwarten Sie von einem Boss, der höchste Anforderungen an Sie stellt? Er braucht eine klare Vision. Für Regisseur Denis Villeneuve wäre es einfacher gewesen, diesen Film bleibenzulassen und sich nicht diesen ganzen Ver Ver­ gleichen zu stellen. Aber er hatte den Mut dazu, denn er hatte diese Vorstellung, die er einfach um­ setzen musste. Das war seine Verantwortung, und er war fest davon überzeugt, diese Pläne realisieren zu können. Deshalb haben wir ihm komplett vertraut. Was passiert, wenn Sie eine Vision gut finden, aber nicht deren Schöpfer? Das wäre ein Problem. Für mich geht es zentral um die Person des Regisseurs: Ich habe bei Projekten mitgemacht, wo mir die Rolle gefiel, ich aber eine andere Auffassung hatte als der Filmemacher. Und solche Projekte gehen meistens schief. Was braucht eine Führungspersönlichkeit noch? Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Damien Chazelle, der mit mir „La La Land“ machte, ist ein richtiger Träumer, der für seine Vorstellung alles riskiert hat. Ihm war klar, dass die Kritiker über ihn herfallen könnten. Das war sehr tapfer von ihm, und für mich war es aufregend, jemandem wie ihm Rückendeckung zu geben.


„Ein Filmprojekt ist wie ein Ringkampf ohne Pause.“


„Harrison Ford hat die Idee vom Helden auf den Kopf gestellt.“


Welcher Boss kriegt keine Rückendeckung? Jemand, der seinen eigenen Instinkten nicht vertraut und sich nur danach richtet, was andere sagen: In so einem Fall weißt du nicht, wer das Schiff steuert. Sie mögen also Diktatoren? Nein. Solche Leute müssen bereit sein, alternative Ideen zuzulassen und Rat anzunehmen. Schlussendlich aber müssen sie auf ihre eigenen Instinkte hören. Wie sieht’s mit Ihren Führungsqualitäten aus? Ich habe schon Regie geführt, und die Erfahrung war ähnlich: Ich hatte meine Vision und habe mich ihr gegenüber verantwortlich gefühlt. Du tust alles, was nötig ist, um sie umzusetzen. Und mit so einem Filmprojekt gehst du eine richtige Beziehung ein. Wenn du Probleme hast, kannst du nicht einfach aussteigen, du musst dich damit auseinandersetzen. Das ist wie ein Ringkampf, in dem es keine Pause gibt. Das klingt, als wären Sie der Typ Einzelkämpfer. Nein, das schaffst du nie allein. Es ist wichtig, mit Leuten zu arbeiten, die die gleiche Leidenschaft für deine Ideen entwickeln wie du selbst. Es macht Mut, wenn du von Mitstreitern umgeben bist, die sich für dein Projekt entscheiden, obwohl sie etwas anderes tun könnten – auch Sachen, die eine höhere Erfolgsgarantie haben. Der Cutter meines Films zum Beispiel hatte seit fünf Jahren einen Motorradtrip durch Amerika vorgehabt, als ich ihn bat, sich das gedrehte Material mal anzuschauen und Ideen beizusteuern. Sobald er den Film gesehen hatte, blies er seinen Trip ab und verbrachte 96 Tage in meinem Souterrain, um mit mir zu arbeiten. Wenn du solche Leute findest, hast du ihnen gegenüber eine gewisse Verpflichtung. Was verstehen Sie unter „Verpflichtung“? Dass mir das Wohlbefinden dieser Menschen etwas bedeutet. Ich schätze sie. Ich will zeigen, welche großartigen Fähigkeiten sie besitzen. Auf diese Weise entwickeln Projekte ein richtiges Eigenleben, eine Dynamik, sie geraten in Bewegung, und du musst nur noch versuchen, mit ihnen Schritt zu halten. Ein Leitbild, die richtigen Leute, Motivation. Was braucht es noch für das bestmögliche Resultat? Ich gebe Ihnen ein Beispiel von „Blade Runner 2049“, der von Roger Deakins filmisch umgesetzt wurde. Für ihn hatte jedes Bild, jeder Moment eine Funktion. Es ging immer nur darum: Wie können wir damit die Story vermitteln? Nie dachte er in den Kategorien à la „Wäre es nicht cool, wenn …?“. Verstanden. Jede Entscheidung dient dem Gesamtziel, nichts ist Selbstzweck. Aber woher kommen eigentlich die Ideen dafür?

„Es ist aufregend, ehrliche Gefühle auszuloten.“ THE RED BULLETIN

Wenn du etwa mit einer Situation oder einem Bild konfrontiert bist, das endlose Möglichkeiten bietet. In einer Abrissgegend sah ich einmal eine Treppe, die ins Nichts führte, der Rest vom Haus war schon weg. Da schaltet sich sofort deine Vorstellungskraft ein – du versuchst dir das Gebäude vorzustellen, das da früher stand oder in Zukunft wieder stehen könnte. Solche Ideen können banal rüberkommen. Klischees vermeidet man, indem man Risiken eingeht. Harrison Ford hatte in „Star Wars“ und „Indiana Jones“ klassische Heldentypen gespielt, aber dann nahm er die Hauptrolle im ersten „Blade Runner“ an, wo er in einer Szene einer Frau in den Rücken schießt. Damit wurde die Vorstellung, die Idee, wie ein Held zu sein hat, komplett auf den Kopf gestellt, und auch aus diesem Grund hat dieser Film bis heute seine Wirkung nicht verloren. Eine düstere, verdrehte Vorstellung setzt also den kreativen Prozess in Gang? Nicht unbedingt. Das Großartige an Filmen – sie schaffen Empathie und können uns helfen, das Leben zu verstehen. Es ist auch aufregend, ehrliche Gefühle auszuloten, ohne dabei Zynismus zu propagieren. Was aber heute zugegebenermaßen viele Filme tun. Wie vermeiden Sie sarkastische Tendenzen? Erst mal bin ich Vater. Das ändert dich in jeder Hinsicht komplett – und zwar zum Besseren. Das ist das Beste, was mir je passiert ist. Außerdem habe ich, seit ich achtzehn, neunzehn bin, einen Hund, der mich an jeden meiner Filmsets begleitete. Er bekam also auch mit, wie sich mein Leben komplett wandelte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ohne ihn wäre. Offen gestanden weiß ich nicht einmal, ob er überhaupt ein Hund ist. Als ich ihn aus dem Tierheim holte, sagte man mir, er würde nicht mehr als zehn Kilo wiegen – inzwischen hat er 43. Mir kommt er eher vor wie der Glücksdrache aus der „Unendlichen Geschichte“. Bei Ihren Ambitionen erlebten Sie auch Rück Rückschläge, etwa als ein Teil der Kritik über Ihr Regiedebüt herfiel. Wie werden Sie damit fertig? Diese Reaktionen hatten vor allem damit zu tun, dass ich diesen Film gemacht hatte, nicht mit dem Projekt an sich. Wie ich schon sagte: Es ist deine Aufgabe, was zu riskieren. Deshalb lasse ich mich von so etwas nicht demoralisieren. Im Gegenteil, ich finde das eher ermutigend, denn ich habe schon das Schlimmste zu spüren bekommen. Das ist, wie wenn Robert De Niro in „Wie ein wilder Stier“ sagt: „Du hast mich nicht runter gekriegt.“ Sobald du begriffen hast, dass du mit dem Schlimmsten fertig werden kannst, ist deine Entschlossenheit stärker als je zuvor. Und ich will wieder was riskieren. Deshalb werde ich auch wieder Regie führen. Ich habe schon zwei neue Projekte. Gab es je etwas, was Sie nicht bewältigt haben? Vielleicht Ballett. Ich hatte die Option, das als kleiner Junge zu lernen. Aber damals erschien mir das zu mädchenhaft. Viele Jahre später habe ich doch trainiert, aber ich fühlte mich nie wohl dabei. Es war ein einziger Kampf – und das nur, weil ich zu dem Zeitpunkt, als ich damit hätte anfangen sollen, gekniffen hatte. Ich wünschte, ich hätte das nicht getan, denn ich würde heute davon echt profitieren. „Blade Runner 2049“ läuft ab 6. Oktober im Kino; bladerunnermovie.com 47


Text: Patricia Oudit Fotos: Bastien Bonnarme

JUSTINE TAUCHT UNTER


Justine Dupont, 25, Waterwoman, schwรถrt auf Apnoetauchen, um zur besseren Big-WaveSurferin zu werden.

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„ IN EINER TIEFE VON 20 METERN SCHEINT DIE ZEIT STILLZUSTEHEN.“

EIN TURM DER TIEFE

Das Tauchbecken in La Teste-de-Buch ist eigentlich ein Turm, über 20 Meter hoch.

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GELASSEN BLEIBEN

Die Wucht der Big Waves überlebt nur, wer sich wie Justine Dupont unter Wasser richtig verhält.


E

in Ausflug in den Tauchturm von La Testede-Buch nahe Bordeaux ist für Justine Dupont stets die Rückkehr in eine wunder wunderliche Welt. Ein Paralleluniversum, das die französische Big-Wave-Surferin stets als Kontrast zu ihrem Sport erlebt. So auch im letzten Winter im portugiesischen Nazaré, dem Surfspot für Big-Wave-Surfer. Die bis zu 30 Meter hohen Wellen dort sind Duponts Sportplatz, doch Augenblicke später erlebt sie in einer Tiefe von zehn, 20 Metern ein unerhörtes Gefühl der Ruhe, weit weg vom Getöse an der Oberfläche. Stille nimmt dann den Körper auf, umschließt ihn als zweite Haut, so Dupont: „Unten hört man nichts mehr. Es ist, als bliebe die Zeit stehen. Und dann ist da noch diese unglaubliche dreidimensionale Freiheit, die Leichtigkeit, die Konzentration auf das Hier und Jetzt. Das ist magisch.“ Seit zwei Jahren trainiert Dupont zweimal pro Woche das Apnoetauchen, um in Momenten unter Wasser möglichst cool zu reagieren. So oft wie möglich steigt sie in La Teste-de-Buch ins Tauchbecken – beobachtet von ihrem Trainer Laurent Gamundi, einem Experten für Apnoetauchen und Unterwasserjagd, der mit seinem Club Biarritz Chasse Océan ein Apnoe-Programm für Surfer anbietet. „Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, loszulassen“, sagt Dupont, „aber inzwischen fühle ich mich total unbeschwert. Ich habe zu viel an die Übung an sich ge-

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Besprechung mit Laurent Gamundi, dem Apnoe-Trainer des Clubs Biarritz Chasse Océan

dacht und ob die verbrachte Zeit unter Wasser nicht doch zu kurz ist, um mich auf die Verhältnisse im Meer vor Nazaré oder im baskischen Belharra vorzubereiten.“ Im Laufe der Tauchgänge entwickelte sich dann aber jene Gelassenheit, die notwendig ist, damit sich eine Verbesserung von selbst einstellt. Eine Gelassenheit, die beim Big-Wave-Surfen überlebenswichtig ist, denn das Erlebnis dabei ist immer dasselbe: Tonnen von Wasser packen den Körper, massieren ihn durch, werfen ihn erneut wie eine Glieder Gliederpuppe in einen Strudel, immer wieder. „Krämpfe, Stöße, das Zwerchfell zieht sich zusammen, die angespannten Muskeln brennen und reagieren nicht mehr – all das kann richtig weh tun“, sagt Justine. Trotzdem empfindet sie diese Momente in der Wellenwaschmaschine als irgendwie wohltuend: „Es klingt seltsam, aber ich habe die Momente unter Wasser oft genossen. Es gibt dann nur das Meer und mich. Und das Meer erinnert mich daran, dass nicht ich die Entscheidungen treffe. Alles, was ich machen kann, ist, mich minutiös vorzubereiten,

damit ich mit der Situation so gut wie möglich umgehen kann.“ In Wellen dieser Größe besteht das größte Risiko darin, zu ertrinken, sagt Dupont: „Doch ich werde besser und entspannter surfen, wenn ich weiß, dass es ein Sicherheitspolster gibt.“ Im Buch „Barbarian Days“, für das der Schriftsteller, Journalist und Surfer William Finnegan einen Pulitzer-Preis erhielt, wird dieser machiavellistische Einverleibungsprozess so beschrieben: „Wenn jemand in einer großen Welle er ertrinkt, kann man nur selten den exakten Grund dafür bestimmen, aber ich glaube, dass zwei aufeinanderfolgende Wellen, in denen ein Luftholen unmöglich ist, die Ursache sein könnten. Die meisten Surfer können die Luft über mehrere Minuten hinweg anhalten, aber mit festem Boden unter den Füßen oder im Schwimmbad. Wenn man von einer großen Welle gewaschen wird, erscheinen zehn Sekunden wie eine Ewigkeit. Nach etwa dreißig Sekunden tritt bei den meisten Menschen Bewusstlosigkeit ein. Es ist wahnsinnig schwierig, den Reflex zu unterdrücken, THE RED BULLETIN


VORBEREITEN AUF DIE WELLE

Vor dem Auftauchen hält Justine ­Dupont die Luft an, ein­einhalb Minuten lang.


AUF DEM WEG NACH OBEN

Binnen vier Jahren wuchs Justine Dupont über sich hinaus.

2013

Die Französin ist die Erste, die in Belharra (nahe Biarritz) eine 15-Meter-Welle surft. Der 30-Sekunden-Heat sollte ihr Leben verändern.

2014 2016

Gewinn der LongboardEuropameisterschaft. In 8-MeterWellen wird Justine in Hawaii VizeVize weltmeisterin im Big-WaveSurfen hinter der LokalLokal matadorin Paige Alms.

2017

Dupont surft eine MonsterMonster welle von fast 30 Metern in Nazaré (Portugal). Ein Novum für eine Frau.

AUSSER ATEM

Die Gier nach Luft lässt in der Tiefe nach, sagt die Psychologie.

Wasser einzuatmen und damit in die Lun­ gen zu bekommen.“ Ist Atmen unmöglich, kann das zum Albtraum werden und Dämonen herauf herauf­ beschwören. Deshalb unterstützt der ehe­ malige Bodyboarder Gamundi Big­Wave­ Surfer auf der Suche nach Abgeklärtheit unter Wasser. Ängste werden zunächst durchaus wahrgenommen, um sie jedoch nach und nach auszuschalten. Einige Surfer brauchten dazu Monate. Bei Justine war es einfacher: Ihr Respekt vor großen Wellen, der aus Kindertagen stammte, ist längst verschwunden. Wann hat Justine Dupont begonnen, große Wellen zu surfen? „Letzten Winter, da war ich zum ersten Mal ausschließlich mit dem Shortboard unterwegs und habe viel Zeit mit Big­Wave­Surfen verbracht.“ Der kommende Herbst ist zwar auch für 54

Belharra an Frankreichs baskischer Küste reserviert, aber vor allem für Nazaré und die große Dünung dort – perfekt, um sich regelmäßig der Monsterwelle zu stellen und Vertrauen zu gewinnen. Und um die eigenen Grenzen zu ver ver­ schieben. Dabei dreht sich alles um Mentalisierung, die im Apnoetauchen 60 bis 70 Prozent der Arbeit ausmacht, denn in dieser Disziplin steht man immer im Wettkampf mit sich selbst, erläutert Gamundi: „Das Gehirn verbindet zum Bei­ spiel ein positiv besetztes Wort mit einem Gefühl, das nicht zwingend angenehm ist, zumindest zu Beginn nicht. So ermög­ lichen wir dem Gehirn, schneller in eine Phase des Wohlbefindens zu gelangen.“ Stressbewältigung, Sauerstoff­ versorgung, Bauchatmung: Diese Art von Training erinnert stark an Yoga. „Es

geht um einen Lernprozess, der für die Big­Wave­Surfer sehr wichtig ist. Hier an der baskischen Küste hat die Unterwasser Unterwasser­ welt nichts mit der Ruhe und Wärme des Mittelmeers zu tun. Das Wasser ist kalt, aufgewühlt, dunkel, sogar schwarz, wenn man eintaucht. Manchmal erscheint es richtig düster, und man wird mit seinen intimsten Ängsten konfrontiert.“ Im Juni konnte Justine gemeinsam mit anderen Big­Wave­Surfern am Spot von Belharra nahe Saint­Jean­de­Luz, beob­ achtet und betreut von Laurent Gamundi, einige dieser dunklen Wellen testen. Dupont: „Psychologisch betrachtet ist es wichtig, sich mit dem Spot vor Ort ver ver­ traut zu machen. Selbst bei ruhigen Be­ dingungen taucht man 25 Meter unter der sich auftürmenden Welle ein.“ Trai­ ning ist dann eine Demystifizierung, sagt THE RED BULLETIN


Dupont: „Man bereitet sich auf eine größere Herausforderung vor als jene, der man sich tatsächlich stellen muss.“ In der Welt der professionellen BigWave-Surfer erfordern die schieren Ausmaße der gesurften Wellen absolute Stressbeherrschung. Um in 25, 30 Meter Höhe auf dem Wasser gut zu sein, muss man sich unter Wasser sicher fühlen. Jeder Könner arbeitet nach seiner eigenen Methode: Shane Dorian betreibt CrossFit, Greg Long macht Yoga, Mark Healey – alle drei aus den USA – geht auf Unterwasserjagd. Beim Apnoe-Training praktizieren die Big-Wave-Surfer zwei unterschiedliche Ansätze: den physischen, der auf dynamischer Arbeit beruht – der beste Big-WaveSurfer Laird Hamilton etwa schleppt Gewichte –, und den psychologischen Ansatz im Stil von Justine Dupont. Wer sie im Tauchbecken von La Testede-Buch beim Training beobachtet, ist beeindruckt von Duponts Konsequenz. Akribisch reiht sie Serien von Tauchgängen in 20 Meter Tiefe aneinander. Dazu kommen spezielle Übungen, mit denen sie lernt, sparsam mit Sauerstoff

umzugehen, und das Verlangen, nach Luft zu schnappen, reduziert. Eine äußerst effektive Übung dafür ist laut Laurent Gamundi die folgende: „Wir tauchen bis auf den Grund und halten uns dort an Haltegriffen fest. Der Kohlenmonoxid-Gehalt im Körper beginnt zu steigen, aber psychologisch gesehen lässt die Gier nach Luft da unten nach, und der Körper verhält sich so, als hätte er ein klein wenig Luft

„JE MEHR MAN SICH ENTSPANNT, DESTO GERINGER IST DIE PANIK.“

holen können – genauso läuft es auch ab, wenn man sich unter einer großen Welle befindet.“ Es sei also kontraproduktiv, etwa zehn Schwimmstöße zu machen, um gegen die Wassermassen anzukämpfen, sagt Gamundi. Im Gegenteil: „Je mehr man sich entspannt, desto weniger gerät man in Panik.“ Mit siebzehn konnte Justine in Ruhe 3½ Minuten die Luft anhalten. Im letzten aktuellen Testdurchlauf waren es 40 Sekunden mehr: „Für mich ist es wichtig, einen Anhaltspunkt zu haben, zu wissen, wo ich stehe – in etwa ist es vergleichbar mit einem Tauchgang in Belharra. Das Wasser ist zu Beginn aufgewühlt, aber je mehr man sich dem Grund nähert, desto klarer wird es um einen herum – vergleichbar mit dem Moment, in dem man mit dem Kopf aus dem Wasser auftaucht.“ Training heißt für Dupont und ihren Betreuer Brice Benhadj nicht nur, alle Zufälligkeiten auszuschalten, sondern auch ständig neue Ideen zu finden, mit Wasser umzugehen. „Ich habe vor einem Jahr mit Stand-up-Paddling angefangen. Das ver verschafft mir einen neuen Blickwinkel auf die Welle und trainiert sehr effizient mein Herz-Kreislauf-System und meine Paddelfähigkeiten. Ich schwimme viel, vor allem in offenen Gewässern, habe außerdem ein Schwimmbrett. Und mit meinem Freund Fred David – er ist der beste Lehrer über überhaupt – gehe ich bodysurfen.“ (Der Franzose Fred David war 2012 Weltmeister in dieser Disziplin; Anm.) Außerdem absolviert Justine Dupont ein Trainingsprogramm, das der Stärkung des Unterkörpers auf Basis von Ausfallschritten und Kniebeugen dient, weil man beim Tow-in – dabei zieht ein Jet-Ski die Surfer an einer Leine in die Wellen – satt auf beiden Beinen stehen muss: „Es ist ganz einfach – und selbst das Kochen ist damit Teil meiner Vorbereitung!“ Dass sie sich schrittweise an Limits herantastet, hindert die Vizeweltmeisterin im Big-Wave-Surfen nicht daran, bisweilen völlig unbekümmert volles Risiko zu nehmen. „Ich habe Justine in Belharra gesehen, wie sie, ohne den Rettungsschlitten am Jet-Ski in Anspruch zu nehmen, gesurft ist, obwohl sie wusste, dass sie gewaschen wird“, schildert etwa der Fotograf Bastien Bonnarme beeindruckt. „Das sieht man selbst bei den Männern nur selten.“ justinedupont.fr; @justinedupont33

Abwechslung macht Training effizienter: Damit wird für Justine Dupont auch Kochen zur seriösen Vorbereitung auf die Wellen.

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JOSH HOMME ist ein Rockstar, der nichts langweiliger findet als Rockstars. Hier erklärt der Kopf der US-Band Queens of the Stone Age, wie digitale Abstinenz die Kreativität beflügelt. Text: Marcel Anders  Fotos: Andreas Neumann

„WERFT EURE MOBILTELEFONE WEG“ 58

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Letztes Jahr produzierte Josh Homme (2. v. li.) Iggy Pops bejubeltes Album „Post Pop Depression“, nun kehrt er mit seiner Stammband Queens of the Stone Age zurück.

Auf den ersten Blick wirkt Josh Homme wie ein Rocker aus dem Bilderbuch: schwarze Lederjacke, Boots, lässiger 1950er-Jahre-Haarschnitt, verschmitztes Lächeln. In den 1990er Jahren erfand der 1,93 Meter große Gitarrist das Genre Stoner Rock – eine hypnotisch düstere Metal-Spielart, die besonders gut im bekifften Zustand wirken soll, heute gilt er mit Queens of the Stone Age als einer der erfolgreichsten Rockmusiker der Gegenwart, jedes der bislang sechs Alben der US-Band wurde mit Gold ausgezeichnet. Trotzdem hasst Homme das RockstarDasein. Oder besser, die damit verbunde60

nen Klischees und Spielregeln. Ginge es nach dem Vierundvierzigjährigen, sollten seine Musikerkollegen besser hin und wieder Feldarbeit verrichten und weniger Zeit mit Instagram vergeuden. Warum das eigentlich jedem von uns ganz guttun würde, erklärt er im Interview. the red bulletin: Sie leben in Palm Springs, bekannt als Rentnerparadies in der kalifornischen Wüste. Nicht gerade ein Ort, wo man einen Rockstar vermuten würde. josh homme: Das ist genau der Grund, warum ich dort lebe. Weil ich nicht an

jeder Ecke irgendwelche abgefuckten Kollegen treffe. Wenn ich die sehen will, fahre ich nach Los Angeles, das nur zwei Stunden entfernt ist. In Palm Springs habe ich meine Ruhe und kann Zeit mit meiner Familie verbringen. Angeblich gibt es dort die Homme Street, benannt nach Ihrer Familie? Die ist im Nachbarort Palm Desert. Sie wurde nach meinem Großvater Clancy Homme benannt. Er zog Anfang der 1940er Jahre dorthin, als einer der ersten Siedler überhaupt. Er kaufte 100 Morgen (ca. 40 Hektar; Anm.) Dünensand und ver verwandelte sie in eine Farm mit Ackerland. THE RED BULLETIN


„Wenn Leute sagen: ‚Den find ich scheiße‘, dann ist das auch okay. Jede Reaktion ist besser als keine.“

Verbrachten Sie in Ihrer Kindheit Zeit auf der Farm? Jede freie Minute. Mein Großvater war mein Held. Bis zu meinem neunten Lebensjahr dachte ich, er sei John Wayne – weil er ihm ähnlich sah und auch oft auf einem Pferd saß. Bis zur Veröffentlichung des ersten Queens-of-the-StoneAge-Albums arbeitete ich regelmäßig auf der Farm. Weil ich meine Bodenhaftung nicht verlieren wollte. Weil ich wusste, dass Rockmusik eine Welt ist, in der man sich schnell verlieren kann und allzu leicht zu einem arroganten, dekadenten Arschloch verkommt. THE RED BULLETIN

Sie würden Ihren Rockstar-Kollegen Feldarbeit also empfehlen? Harte Arbeit und Bescheidenheit schaden niemandem. Insofern würde das vielen Musikern definitiv gut tun (lacht). Klingt ganz so, als hätten Sie nicht die höchste Meinung von Ihrem Berufsstand? Jedenfalls nicht von den Vertretern, die sich sogar fürs Einkaufen im Supermarkt aufstylen. So, als müssten sie gleich auf die Bühne. Das hat etwas von Clowns. Seltsamerweise ist das gerade im Hardrock- und Metal-Bereich sehr verbreitet. Wenn Sie mich fragen, haben die einen gewaltigen Dachschaden. Wie grenzen Sie sich ab? Ich mache aus meiner Arbeit keine Show. Ich poste auch nicht im Internet darüber, wie’s im Studio vorangeht und wie toll die neue Platte wird. Das machen doch nur Leute, die ihr Ego nicht unter Kontrolle haben. Ich halte meine Musik, so lange und so gut es geht, geheim. Auch wenn die Fans heute Online-Inter Online-Interaktion mit ihren Idolen verlangen? Mir ist das egal. Ich will einfach nicht, dass jemand meine Songs hört und womöglich sogar bewertet, bevor sie fertig sind. Nicht, weil ich paranoid bin, sondern weil ich es mir selbst erlauben will, gelegentlich richtig danebenzuhauen und absoluten Mist zu fabrizieren. Der Mann, den Punk-Urgestein Iggy Pop einen der genialsten Songschreiber der Stunde nennt, produziert Mist? Das müssen Sie erklären. Du musst dir im Leben selbst die Freiheit zugestehen, Fehler zu machen. Um aus

ihnen zu lernen und so besser zu werden. Deshalb finde ich es hilfreich, wenn du unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeitest und dich nicht selbst ständig in die Social-Media-Auslage stellst. Aber ist das Feedback von draußen nicht genauso wichtig, um sich zu ver verbessern? Ich mache meine Alben prinzipiell nur für mich selbst. Weil ich ja ohnehin keinen zwingen kann, sie zu mögen. Alles, was ich tun kann, ist, Songs zu schreiben, die ich selbst liebe, die meine Leidenschaft am Lodern halten. Und wenn einige Leute sagen: „Den finde ich scheiße“, dann ist das auch okay. Sie haben kein Problem damit, wenn Leute Ihre Musik hassen? Wenn dich Leute hassen, dann erweckst du Gefühle in ihnen, du bist ihnen nicht egal. Und das ist doch toll! Jede Reaktion ist besser als keine Reaktion. Insofern ist Hass total okay – gebt mir mehr davon (lacht). Gut, als Rockstar mit Millionen ver verkaufter Platten lässt sich das leicht sagen. Aber waren Sie am Anfang Ihrer Karriere auch schon so abgeklärt? Ich wollte nie Teil einer Szene sein. Weil ich nie zu einer Gruppe von Bands gehören wollte, die alle gleich klingen. Mir war es immer wichtig, etwas Eigenes zu machen. Den Soundtrack zu meinem Leben. Und der muss authentisch sein. Egal, was andere davon halten. Was empfehlen Sie jungen Menschen, die eine Kreativkarriere einschlagen wollen? Werft eure Mobiltelefone weg. Lebt im Hier und Jetzt, genießt jeden Moment in vollen Zügen. Und das lässt sich mit Mobiltelefonen nicht bewerkstelligen? Gegenfrage: Wie soll man ein guter Konzertpianist werden, wenn man sich alle paar Minuten ablenken lässt, um auf einen Bildschirm zu starren? Mein Tipp: Werdet kreativ, anstatt aus Langeweile das Telefon rauszuholen! Ich bin total froh, in der Wüste aufgewachsen zu sein. Weil es meine Kreativität beflügelt hat. Es gab so wenige Freizeitmöglichkeiten, dass ich mir etwas einfallen lassen musste, um nicht wahnsinnig zu werden. Die Lösung: Ich gründete meine erste Band Kyuss. Wir waren ein paar Kids, die aus Langeweile heraus beschlossen, ordentlich Krach zu machen. Und glauben Sie mir, das gibt dir langfristig viel mehr, als Bilder von deinem Frühstück auf Instagram zu posten. „Villains“, das neue Album der Queens of the Stone Age, ist bereits erschienen; qotsa.com 61


D E R

IRONMAN A L G O R I Um den IRONMAN auf Hawaii zu gewinnen, brauchtest du vor vierzig Jahren Ausdauer, Entschlossenheit und Mut. Heute reicht das längst nicht mehr. Heute gewinnen nur noch die Vermessensten: Du musst Megabyte an Daten verstehen, musst deinen Körper bei Training und Schlaf überwachen, dein Essen tracken, dein Blut analysieren. Ein Blick ins Innere der Hochleistungsmaschine Mensch – und wie die Wissenschaft sie feinst abstimmt.

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T H M U S

Text:

WILL COCKRELL Fotos:

PATRIK GIARDINO


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JAHR 1 9 8 2

ging Mark Allen zum ersten Mal beim Ironman in Hawaii an den Start. Es war das Jahr, in dem IBM den ersten PC auf den Markt brachte, die klassische Ironman-Sportuhr von Timex war gerade mal eine utopische Idee. Triathlon-Legende Allen erinnert sich: „Wenn deine Armbanduhr Zwischenzeiten nehmen konnte, warst du damals absolut happy.“ GPS, heute Selbstverständlichkeit? Damals undenkbar. Um zu erfahren, wie schnell er welche Distanzen geschwommen, gelaufen, gefahren war, musste Allen nach dem Training umständlich mit Landkarte und Stoppuhr hantieren. So umständlich, dass er nicht mal ein Trainingstagebuch führte – es wäre ein zu großer Aufwand gewesen. „Ich hatte eine ungefähre Ahnung von dem, was ich da machte“, so Allen. „Aber Aufzeichnungen machen? Sinnlos.“ Für viele gilt Allen als Übervater der Triathlon-Langdistanz. Er ging ein dutzend Mal beim Ironman in Hawaii an den Start, neunmal stand er auf dem Podium, sechsmal davon ganz oben – zuletzt 1995 als Siebenunddreißigjähriger. Allens unfreiwillig analoger Trainingsansatz wurde erst Mitte der 1980er auf aufgeweicht: Als einer der ersten Triathleten verwendete er einen Herzfrequenzmonitor. Die Bedeutung von Wissenschaft und Technologie im modernen Triathlon ver verstand er schon damals besser als die meisten anderen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Allen, inzwischen 59, trainiert sowohl ambitionierte Freizeitsportler als auch Weltklasseprofis – und er hilft ihnen, mit der Lawine an Daten umzugehen, die sie in Training, Wettkampf und Alltag sammeln.

Im Oktober wird der Ironman in Kona auf Hawaii zum 41. Mal ausgetragen, es ist die Weltmeisterschaft über die legendäre Distanz. Am Start stehen Teilnehmer aus der ganzen Welt, die sich bei anderen Rennen qualifiziert haben. Dabei sind grausame 226,06 Kilometer zu überwinden, 3,86 (2,4 Meilen) davon schwimmend, 180,25 (112 Meilen) auf dem Rad und am Ende 42,195 (=1 Marathon) laufend. Am Format hat sich über die Jahrzehnte nichts geändert, Wissenschaft und Technologie haben den Sport aber grundlegend verändert: Jeder Athlet am Start trägt eine Armbanduhr mit den Funk Funktionen eines Supercomputers und hat in den Monaten davor halbe Nächte am Laptop mit der Analyse von Daten verbracht. Triathlon ist nicht mehr nur physische und mentale Herausforderung, es ist auch eine mathematische Challenge geworden. „GPS-Tracking, Regenerationsdiagramme, Schlafaufzeichnungen: Derartige Dinge waren für uns völlig unvorstellbar“, so Allen. „Heute helfen sie sogar Hobbyathleten dabei, ihr Training feinzutunen.“ Wir leben im goldenen Zeitalter des Trackens. Die Bluttests, Sensoren und Satelliten sind derart präzise und benutzer benutzerfreundlich geworden, dass sie ein exakteres Athleten-Profil erstellen können als jeder Trainer oder Arzt. Herzfrequenzmessung? Längst Standard. Wer etwas auf sich hält, misst bereits die Herzfrequenzvariabilität – also nicht nur die Anzahl der Herzschläge, sondern auch die millisekundengroßen Unterschiede der Abstände zwischen den einzelnen Schlägen. Trittfrequenzmessung auf dem Rad? Standard. Nun messen auch Läufer ihre Schrittfrequenz. Athletenspezifische Bluttests entdecken jeden Mangel an Spurenelementen, Mineralien, Hormonen, Vitaminen. Es überrascht nicht, dass mehrere von Allens Athleten diesen Herbst in Kona zu den Favoriten zählen. Einer davon hat sogar seriöse Siegchancen: Der Amerikaner Timothy O’Donnell, 36, 2009 Weltmeister auf der ITU Triathlon-Langdistanz, wird zum sechsten Mal am Ironman-Start sein (2015 wurde er Dritter). Er gehört zu einer neuen Generation von Triathleten, für die der Umgang mit Daten so selbstverständlich ist wie Atmen oder Essen.

DIE GRUNDIDEE DES TRIATHLONS IST SEIT JAHRZEHNTEN UNVERÄNDERT. ABER WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE HABEN DEN SPORT REVOLUTIONIERT. 64

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„Alles läuft ganz automatisch über Bluetooth“, sagt er. „Nach einer Trainingseinheit drücke ich einen Knopf auf meiner Uhr, und schon stehen mir alle Daten zur Verfügung. Ich lade sie auf mein Telefon, und während der Massage werte ich sie aus. Triathleten sind Datenexperten. Je mehr Informationen du kriegen kannst, desto besser.“ In einem Sport, in dem Effizienz einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren ist, sind Daten wie eine Geheimwaffe. Sie er ermöglichen jene minimalen Anpassungen, die dir im Wettkampf entscheidende Minuten bringen können. O’Donnell sagt: „Nicht der Fitteste gewinnt in Kona, sondern der, der sein Potential zu 100 Prozent ausschöpft.“

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Ironman-Athlet Timothy O’Donnell, 36, bekennender DatenNerd: „Triathleten sind wahre Analysten. Je mehr Informationen ich über meinen Körper kriegen kann, desto besser.“

THE RED BULLETIN

ronmans sind beinahe so alt wie der Triathlon-Sport selbst. Das erste Rennen über die berühmte Distanz mit dem Marathonlauf am Ende fand 1978 in Oahu statt, nur wenige Jahre nach dem ersten jemals durchgeführten Triathlon in San Diego, Kalifornien. Ursprünglich war der Ironman ein eher privat geführter Wettstreit zur Klärung der Frage, wer fitter sei, Schwimmer, Läufer oder Radfahrer. Und so gingen an einem frühen Februarmorgen 15 Männer an den Start, der Sieger war knapp zwölf Stunden später im Ziel. Heute gibt es übers Jahr und den Globus verteilt dutzende Qualifikationsrennen, nach Kona schaffen es 2000 Männer und Frauen, das Rennen wird auf NBC übertragen. Triathlon hat immer wieder zu Innovationen im Ausdauersport beigetragen – von Messtechnologien bis zur Ernährungswissenschaft. Begonnen hat das technische Zeitalter mit den ersten Herzfrequenzmonitoren in den frühen 1980er Jahren. Ein Jahrzehnt später, Anfang der 1990er, folgte der nächste Durchbruch, als ein Unternehmen namens Garmin ins GPS-Geschäft einstieg. Damals steckte die Technologie noch in den Kinderschuhen, GPS war Militär und Seefahrt vorbehalten. Aber schon bald, in den späten Neunzigern, gab es immer mehr Consumer Consumeranwendungen: Zunächst in Autos, 2003 schließlich führte Garmin die erste Fitness-Uhr ein – eine GPS-Einheit in Matchbox-Auto-Größe für das Handgelenk. Die meisten Menschen sehen in GPSGeräten einen Tracker, der Geschwindigkeit und Entfernung auf dem Weg von A nach B aufzeichnet. Neueste GPS-Technologien können aber wesentlich mehr, halten Bewegungen in sämtliche Richtungen und selbst Beschleunigungsraten fest, er erkennen sogar, ob Lauf- und Schwimmstil sauber sind. Das Garmin-Flaggschiff, die 65


EINE MODERNE TRIATHLON-UHR SAMMELT DATEN AUS MEHR ALS 200 BEREICHEN – DER ROHSTOFF FÜR DIE SELBSTOPTIMIERUNG DES ATHLETEN

Timothy O’Donnell hat Triathlons in der ganzen Welt absolviert – „aber Hawaii ist der härteste. Das ist der ultimative Test.“

Triathlon-Uhr Forerunner 910XT, erkennt sogar selbständig, wenn der Athlet aus dem Wasser und aufs Rad steigt. Im boomenden Bereich der sogenannten Wearables – also tragbarer HightechGeräte zur Körpervermessung – tobt ein Wettstreit, wer noch mehr Technik auf noch weniger Raum noch benutzerfreundlicher unterbringt. Garmin beschäftigt im technischen Bereich fast ausschließlich aktive Ausdauersportler, echte Nerds ihres Sports. Einer der Ingenieure verbrachte mehrere Tage damit, eine Möglichkeit zu finden, wie das Wasser nach dem Schwimmen aus dem Sensor zur Höhenmessung der Uhr schnell und vollständig abfließt. „Stell dir vor: Der Kerl ist selbst KlasseTriathlet“, erklärt Garmin-Produktmanager Joe Heikes, „dann stand er mit einem Eimer Wasser auf dem Gehsteig, hielt seine Hand ein paar Minuten lang hinein, zog sie raus und lief los. Dann kam er zurück, steckte die Hand wieder in den Eimer, zog sie wieder raus, lief los.“ Eine moderne Triathlon-Uhr sammelt Daten in über 200 voneinander unabhängigen Bereichen – aber diese Daten sind lediglich Rohstoff. Entscheidend ist, wie 66

sie analysiert, interpretiert, in praktischen Nutzen übersetzt werden. Dabei können minimale Anpassungen riesige Auswir Auswirkungen haben: Ein um lediglich 1,5 Zentimeter versetzter Radsattel kann erheblich mehr Leistung bei erheblich weniger Anstrengung bedeuten, den Arm beim Schwimmen eine Zehntelsekunde länger ausgestreckt zu halten kann Minuten wert sein – eine Ewigkeit. „Erst seit diesem Jahr achte ich gezielt auf meine Schrittlänge“, so O’Donnell. „Ich habe herausgefunden: Mit 1,6 Metern bin ich am schnellsten – wenn mein Lauf nicht optimal ist, werden meine Schritte kürzer.“ O’Donnell experimentiert, um seine Leistungsgrenzen weiter zu verschieben: Er liebt sein HALO-Headset, das das Gehirn stimulieren und die Verbindung zwischen Geist und Körper unterstützen soll. Eine 20-minütige Session vor den Workouts versetzt seine Muskeln in einen Zustand, den er „Hyperlearning“ nennt. O’Donnell freut sich auf den Tag, an dem Sensoren während der Fahrt die Kraftverteilung auf seinem Rad messen können – etwas, das bisher nur im Wind-

kanal möglich ist. „Garmin hat kürzlich eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich übernommen“, erklärt er. „Für mich ist das ein Signal, dass es bald Sensoren geben wird, die den Strömungswiderstandskoeffizienten berechnen können.“ Ein Athlet, der O’Donnell beim Ironman gefährlich werden wird, ist Jesse Thomas, 37. Der ehemalige Star-Läufer am US-College ist noch relativ neu in der Triathlon-Szene, über kürzere Distanzen konnte er freilich schon beeindrucken. „Ich bin nicht so versessen wie andere, was Daten und Zahlen angeht“, sagt er, aber das ist relativ: Wissenschaft und Technologie sind fixer Faktor in seinem Athleten-Alltag. Allein schon um über den Winter das Radtraining ordentlich absolvieren zu können: Ausfahrten sind in seiner Heimatstadt Bend (Oregon) wegen des dort üblichen meterhohen Schnees auf den Straßen eine ziemliche Herausforderung. Dennoch spult Thomas im Winter hunderte von Kilometern auf seinem Rad ab – ohne dafür das Haus zu verlassen. „Ich schließe einfach meinen Rollentrainer an die virtuelle Plattform Zwift an“, erklärt er, „und fahre OnlineGruppenrennen gegen andere reale Personen. Das ist eine riesige Motivationshilfe.“ Thomas mag seine Körperdaten weniger akribisch messen als andere, umso mehr widmet er sich dem Thema Ernährung. Er entwickelte seine eigene Energieriegel-Serie, seit kurzem arbeitet er zudem mit dem Wissenschaftler Dr. Garret Rock, um in Bluttests seine Versorgung mit Mik Mikronährstoffen zu analysieren – und zwar weit exakter, als das bisher üblich war, vor allem individueller. Mittels einiger Dutzend Blut- und Genmarker können Rock und sein Team genau bestimmen, wie die Blutwerte jedes Athleten maßgeschneidert auszusehen haben, angepasst an seine persönlichen Bedürfnisse, an seinen Trainingszustand und Wettkampfplan. „Vor einem Jahr gab es diesen Mitteldistanz-Triathlon in Wildflower, Kalifor Kalifornien, ein sehr hartes Rennen, mit hohen Temperaturen und vielen Höhenmetern. Davor absolvierte ich den Bluttest“, erinnert sich Thomas. „Dr. Rock deutete auf den Magnesiumwert: Der schien absolut in Ordnung, aber Dr. Rock meinte, er sei zu niedrig. Ich würde den Mangel im Training nicht merken, aber im Wettkampf. Er riet mir, Magnesium einzunehmen. Ich folgte seinem Rat – und gewann das Rennen.“ „Elite-Athleten haben Bedürfnisse, die mit dem Durchschnitt der Bevölkerung nichts zu tun haben“, erläutert Dr. Rock, selbst ehemaliger Ironman-Triathlet. „Bluttests sind ein entscheidendes Werk WerkTHE RED BULLETIN


O’Donnell bei der Datenproduktion. Nach dem Training wird er seine Uhr mit Handy und Laptop synchronisieren – und schon bei der Massage mit der Analyse beginnen.

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VON NULL AUF

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Allen empfiehlt zudem einen Rollentrainer, der mit dem neuen Rad kompatibel ist, denn die ersten paar hundert Kilometer werden im Winter zurückgelegt.

Tipps der Ironman-Ikone MARK ALLEN: Zwölf Monate reichen aus, um einen Ironman durchzustehen. „Ist eine gewisse Grundfitness vorhanden, ist ein Jahr massig Zeit zur Vorbereitung“, so Allen. Hier erklärt dir Mark Allen, wie du deinen Körper so in Form bringst, dass er 226 Kilometer weit schwimmen, Rad fahren und laufen kann. Das Wichtigste gleich vorweg: Es wird nicht einfach, aber das Gefühl im Ziel rechtfertigt alles.

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ZUM WETTKAMPF ANMELDEN Nichts macht die Herausforderung so

real wie die Anmeldung zu einem Ironman. „Es gibt eine Verbindung zwischen Geist und Körper“, sagt Allen. „Die Anmeldung zum Wettkampf hilft deinem Körper bei der Vorbereitung.“ Allen empfiehlt einen Ironman im Spätherbst, dann absolvierst du den Großteil des Trainings in der milden Zeit des Jahres.

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EIN DATEN-NERD WERDEN Mit einer guten Triathlonuhr lässt

sich alles festhalten – von der Tiefe deines Schlafs bis zur Qualität deines Schwimmstils. Am wichtigsten ist die Erfassung der Herzfrequenz, so Allen. Brustgurte sind präziser als Sensoren am Handgelenk. Während des Trainings lassen sich Distanzen auf der Strecke über ein GPS-Feature feststellen, und ein Powermeter fürs Rad misst die aufgewendete Leistung – ein Indikator für deinen Fitnesszustand.

die von Allen (markallencoaching.com) sind naturgemäß individueller.

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EIN TRIATHLONRAD KAUFEN Triathlonräder sind für die aerodynamische Position konzipiert. Es ist wichtig, mit dem Material von Anfang an vertraut zu sein. „Entscheidend ist, dass das Rad passt“, sagt Allen, „denn der Körper bildet eine neurologische Ver Verbindung zwischen Gehirn und Muskeln.“

EINEN TRIATHLON ABSOLVIEREN Es ist niemals zu früh für eine Teilnahme an einem Triathlon auf der Sprintdistanz. Flotte 0,8 Kilometer schwimmen, 19,3 Kilometer auf dem Rad und 4,8 Kilometer laufen – perfekt, ein Gefühl für Kombination der drei Disziplinen unter Wettkampfstress zu kriegen.

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EINEN TRAINER ANHEUERN Nicht unbedingt nötig, sagt Allen –

aber erstaunlich günstig. Für unter 25 Euro pro Woche sind eine Beratung zur Erstellung des eigenen Trainingsprogramms sowie eine Fehlerdiagnose per Telefon und E-Mail und nach Über Übermittlung von Videoaufnahmen sogar individuelles Feedback zum Schwimmen, Radfahren oder Laufen möglich.

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SCHWIMMCLUB BEITRETEN Schwimmtraining ist technisch eine

Herausforderung. Am besten sind daher Schwimmtrainings in der Gruppe mit

Triathlonbike Speed Concept von Trek, erhältlich ab 4499 Euro Workouts mit der gratis TrainingPeaks-FitnessApp aufzeichnen.

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RICH CRUSE, TREK BIKE

TRAININGSTAGEBUCH FÜHREN … und zwar online. So hast du Fort-

schritte und Defizite immer unter Kontrolle. Seiten wie TrainingPeaks (trainingpeaks.com) sind eine beliebte Patentlösung, trainerbasierte Seiten wie

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ehemaligen Leistungsschwimmern, die Feedback geben können. Allen empfiehlt, so früh wie möglich an der Technik des Schwimmstils zu arbeiten.

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ZU WEITEREN TRIATHLONS ANMELDEN Längere Formate bieten wichtige Anhaltspunkte. Allen rät zur olympischen Distanz (1,5/40/10), sobald das Trainingsvolumen ansteigt, und zum HalbIronman („70.3“) nach sechs Monaten. Ein paar Monate später empfiehlt er die Teilnahme an einer weiteren olympischen Distanz. „Dieses Prinzip vermittelt dem Körper ein Gefühl für das absolvierte Tempo“, so Allen. „Anschließend fühlt sich im Training der IronmanSpeed nicht mehr so hart an wie zuvor.“

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FOKUS AUF DIE ERNÄHRUNG LEGEN „Sehr wichtig – und sehr einfach“,

sagt Allen. „Man muss nur verstehen, was man während der Workouts essen kann und was zwischen den Einheiten.“ Für die Workouts empfiehlt Allen Ener Energieriegel und Gels zur Aufnahme von etwa 300 Kalorien (der exakte Bedarf ergibt sich durch Ausprobieren) und etwa einem Liter Flüssigkeit pro Stunde. Vor und nach den Workouts sollte jede Mahlzeit unraffinierte Kohlenhydrate wie Haferflocken oder Naturreis, magere Proteine wie Hähnchen zur Muskelregeneration und gesunde Fette in Form von Nüssen oder Avocado beinhalten.

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LERNEN, SICH ZU ORGANISIEREN In der zweiten Jahreshälfte stehen

Radstrecken von bis zu fünf Stunden und Läufe von zwei bis drei Stunden auf dem Plan – jetzt gilt es, mit dem Arbeitgeber zu verhandeln. „Wochenenden sollte man clever nutzen“, so Allen. „Lange Workouts sollte man auf die freien Tage legen, nur dann stehen die Chancen gut, dass man sie tatsächlich umsetzt.“ Zum Schluss hat Allen noch einen Tipp für diejenigen, die sich mit der Einschätzung der Distanz schwertun: „Keine Angst, wenn es so weit ist, dann fühlt sich der Ironman nicht wie zwei aufeinanderfolgende halbe Ironmans an. Das Gefühl ist ein anderes. Es wird schon klappen!“ THE RED BULLETIN

zeug geworden, um die Leistungsfähigkeit eines Sportlers zu prognostizieren, zu analysieren und zu optimieren.“ Der Trainingswissenschaftler kann in Jesse Thomas’ Blut richtiggehend lesen – zum Beispiel entdeckte er eine geradezu superheldenhafte Regenerationsfähigkeit. Während die meisten Ausdauersportler permanent an der Grenze zum Übertraining schrammen, „kann Thomas seinen Körper bis zum Äußersten schinden“, so Rock. „Er muss keine Angst vor Übertraining haben. Wir haben ihn vor und nach einem knallharten Trainingscamp getestet – sein Körper kann Belastungen unglaublich gut verdauen.“

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larerweise sind nur wenige Athleten so begabt wie Jesse Thomas, Timothy O’Donnell oder Mark Allen. Zu viel Training und zu wenig Regeneration sind der häufigste Fehler, den Ausdauersportler begehen, und zwar Profis ebenso wie Amateure. Deshalb haben alle Tabellen und Zahlen schlussendlich vor allem ein Ziel: das Training perfekt zu dosieren, die ideale Balance aus Belastung und Regeneration zu finden. „Meine Trainingsuhr warnt mich rechtzeitig, wenn ich zu viel trainiere“, so O’Donnell. „Es stehen uns so unglaublich viele Informationen zur Verfügung, die uns das Training smart steuern lassen, dass es eben Typen geben kann wie Craig Alexander (dreifacher Ironman-Gewinner und Rekordhalter in Kona; Anm.), der auch noch mit Mitte 40 seine Rennen gewinnt. Letztendlich ver verlängern diese Daten deine Profikarriere.“ Man kann es glauben oder nicht: Aber noch mehr Einfluss als auf die Karriere der Profis haben die Daten auf die Möglichkeiten der Normalsterblichen. Für die meisten von uns wäre die Teilnahme am Ironman undenkbar, unerreichbar, bloß Athleten mit übernatürlichem genetischen Code vorbehalten. Aber die Wahrheit ist: Ein Ironman-Triathlon ist für jedermann greifbarer als jemals zuvor. Der Triathlon ist nämlich zu einer Art mathematischer Aufgabe geworden – wer exakt befolgt, was die Daten vorgeben, ist eines Tages in der Lage, einen Ironman zu bestreiten. „Die Amateure profitieren am meisten von all den Daten“, erklärt auch Mark Allen. „Warum? Na ganz einfach: Profis kennen ihren Körper ganz genau, sind für

jedes seiner Signale sensibilisiert. Amateure haben dieses Körperbewusstsein nicht – umso mehr profitieren sie vom Feedback der Hightech-Tools.“ Sogar der Elite-Bluttest von Dr. Rock ist inzwischen für jedermann verfügbar. Die erfassten Fitnessdaten, mithilfe eines entsprechenden Geräts ausgewertet, von den Erkenntnissen der Blutbildanalyse begleitet, einfach per E-Mail zugeschickt – heutzutage kann sich jeder Hobbyathlet in einer Qualität betreuen lassen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Es ist, als würde man über ein Team aus Trainern, Ernährungsberatern und Motivationsgurus verfügen, die einem sieben Tage die Woche rund um die Uhr zur Verfügung stünden. „Etwa die Hälfte aller Ausdauersportler leidet unter Eisenmangel“, hebt Dr. herher vor. „Und gerade Amateursportler sind bedeutend gefährdeter für solche und ähnliche Probleme, die intensives Training eben mit sich bringt. Profis konzentrieren sich auf ihren Sport, auf ihren Körper, auf ihren Lifestyle. Amateure pressen ihr Workout häufig noch irgendwie in einen harten Arbeitstag und versuchen, ihr Training trotz Stress und Schlafmangel durchzuziehen. Das ist ein ernstzunehmender Aspekt – nicht nur hinsichtlich der Leistung, sondern auch wegen des Spaßfaktors. Fühlt man sich schlecht, bleibt der Spaß auf der Strecke.“ Es ist aber immer noch etwas anderes, ob man einen Ironman durchhält oder am Ende auf dem Podest steht. Und die meisten Profisportler sind der Ansicht, dass gerade der magische Unterschied zwischen Sieg und Niederlage gar nicht mehr so viel mit Zahlen und Daten zu tun hat. Beispiel Timothy O’Donnell: Er kontrolliert seine Werte während des gesamten Rennens – aber auf den letzten Kilometern lässt er Zahlen einfach Zahlen sein. „Triathlon ist ein Profisport. Für mich heißt das vor allem: Dein Talent ist viel weniger entscheidend als deine Fähigkeit, hart zu arbeiten“, sagt er. „Die letzten zehn Kilometer eines Ironmans bedeuten für jeden Teilnehmer dasselbe … alle sind völlig fertig, jeder versucht, sich irgendwie zu pushen. Man denkt nicht mehr über Herzfrequenz oder Laktat oder sonst irgendeinen Messwert nach, es geht nur noch darum, dass du alles aus dir rausholst. Alles, was überhaupt drinsteckt.“

TECHNIK VERLÄNGERT KARRIEREN: FRÜHER WAR ES UNDENKBAR, DASS EIN ATHLET WIE CRAIG ALEXANDER MIT MITTE 40 NOCH RENNEN GEWINNT. 69


Wo du sonntagmorgens tanzen kannst, wie du die Schlange vorm Club ver­ meidest, wer den Sound von Berlin am besten einfängt: Musiker Fritz Kalkbrenner erklärt die Party-Szene seiner Heimatstadt. Text: Daniel Schieferdecker Fotos: Christoph Voy

BERLIN CALLING


Insider: Seit 1997 ist Fritz Kalkbrenner in den Berliner ­Techno-Clubs unterwegs: früher als ­Tänzer, heute als DJ und Musiker

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2.

Der beste Platz für den ersten Drink des Abends: Zuallererst möchte ich fest­ halten: Saufen ist ungesund, trinkt lieber Tee! Bei mir sind die Zeiten jedenfalls vorbei, in denen ich dachte: „Na endlich – ick bin hacke!“ Heute kriege ich nach zwei Bier schon ’nen Kater. Wenn ich mal was trin­ ke, setze ich auf meine Haus­ bar. Dort gibt’s Lagavulin 16, ein Single Malt für festliche Anlässe, und Obstler von Stählemühle am Bodensee.

Kalkbrenner im Prince Charles, wo er 2014 seine Platte „Ways over Water“ erstmals live präsentierte

KAUM JEMAND kennt die

Berliner Clubszene so gut wie Fritz Kalkbrenner. 1981 im Stadtteil Lichten­ berg geboren, arbeitete er in den frühen 2000er Jahren als Musik­ journalist für MTV. 2008 produzierte er mit seinem Bruder Paul den Sound­ track zum Clubbing­Film „Berlin Calling“, der Titelsong des Streifens, „Sky and Sand“, hielt sich 129 Wochen in den deutschen Single­Charts und wurde mit Platin ausgezeichnet. In den Räumlichkeiten des Clubs Prince Charles in Kreuzberg verrät er uns seine Insider­Tipps für Partynächte (und ­vormittage) in Berlin.

1.

Diese Clubs in Berlin haben mich geprägt: das Discount, das vierte WMF und die Pfefferbank, alles um die Jahr Jahr­ tausendwende herum. Das Discount war in einer alten Kaufhalle, daher der Name, etwas anrüchig und dolle klein – 400 Leute musste man dort schon übereinander­ stapeln. Das WMF hatte ein sehr dezidiertes Booking mit internationalen DJ­Größen wie Hell. Das Ambiente war geil: Die Innenpaneele der Bar stammten aus dem Palast der Republik, vorm Klo waren die Bildschirme des Sicherheits­ systems eingebaut, sodass wir stets wussten: „Ach, kiek mal – der und der kommt jetzt ooch.“ In der Pfefferbank habe ich mit siebzehn als Runner gearbeitet, nachdem ich von der Schule geflogen war – für 90 Mark die Nacht. Heute ist da der Bassy Cowboy Club drin, ein Rockabilly­Laden. Früher wäre ich da wohl nicht hingegangen, aber heute bin ich nicht mehr so dogmatisch. Zwo Bier schmecken da be­ stimmt ooch jut.

Die Anlage im Club Gretchen zählt zu den besten Berlins.

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3.

Diese Berliner DJs sollte man kennen, weil sie die Essenz der Stadt verkörpern: Basic Channel, also Moritz von Oswald & Mark Ernestus. Im Techno­Bereich sind die unangefochten an der Spitze. Die beiden haben Ende der Neunziger Dub­Techno ­­Techno er­ funden, was perfekt zur Stadt gepasst und unzählige Leute beeinflusst hat. Auf der einen Seite hat das durch die Dub­ Elemente die Wärme widerge­ spiegelt, die man als Teil der Szene empfunden hat, auf der anderen Seite war der Techno­ Sound auch hart und kalt, was einer musikalischen Überset­ zung des Stadtbilds entsprach. Wenn ich heute irgendeinen Track höre, baue ich den im Kopf direkt auseinander und weiß, wie der produziert wurde. Bei Basic Channel habe ich nach wie vor keinen blassen Schimmer, wie die das gemacht haben – das ist pure Magie. Mark hat unter dem Namen Ndagga gerade ein Projekt mit afrikanischen Musikern am Laufen – das geht ins Kniegelenk wie Sau! Und Moritz spielt am 29. Sep­ tember bei der Parallax­Party im Kraftwerk, bei der Electro auf Klassik trifft – das solltet ihr nicht verpassen! THE RED BULLETIN


Wichtigstes Party-Gebot in Berlin: „Clubs wie das Gretchen sind zu Stoßzeiten zu meiden.“


„Mein Tipp: Nach dem Frühstück ins Sisyphos feiern gehen.“


schon um sechs nach Hause gehen, sondern erst am über über­ nächsten Tag.

9. „Grand Départ“, Kalkbrenners aktuelles Album, erschien im Oktober 2016. Früher Hundekuchenfabrik, heute TechnoTempel mit Garten: das Sisyphos

4.

Diese Party zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit kann ich empfehlen: Der Klassiker ist das Berghain, das von Freitag­ nacht bis Samstagnachmittag und von Samstagmitternacht bis Montagvormittag geöffnet hat. Ich finde den Sonntag tagsüber perfekt. Das Publi­ kum ist dann ein ganz anderes als nachts – als ob da Schicht­ wechsel wäre. Ein paar saft­ lose Überhänger krebsen da sonntags aber auch noch rum, die sind dann die Attraktion. Es kommt halt darauf an, wie du unterwegs bist: Entweder du startest freitags um Mitter Mitter­ nacht und stehst dann vier Stunden in der Schlange. Oder du gehst samstags zeitig zu Bett, um am Sonntag nach dem Frühstück im Berghain – oder im Sisyphos – zu feiern.

5.

Ein Club, dessen Besuch sich wirklich lohnt: Das Heide­ glühen am Nordhafen im Wedding – das ist eine alte Werkstatt, in deren Hinterhof gefeiert wird. Da kommt viel THE RED BULLETIN

von diesem lockeren Vibe von früher wieder auf: kein elitä­ res Denken, die Türpolitik dort ist recht offen. Es gibt kaum Werbung. Wer’s weiß, weiß es – das finde ich schön. Mal schauen, wie lange das gutgeht. Aber ich bin zuver zuver­ sichtlich. Die Menschen und Musik dort sind super.

6.

Das beste Essen nach Mitternacht: Ich empfehle Domke, eine Fleischerei an der War War­ schauer Straße. Da gibt’s gute Hausmannskost für’n Fünfer. Die haben abends zwar nur bis 22 Uhr auf, öffnen sams­ tags aber schon um acht und sonntags um elf Uhr. Also ein­ fach durchhalten und dann die heilige Dreifaltigkeit be­ stellen: Kartoffeln, Rotkohl und irgendein totes Tier.

7.

Dos und Don’ts im Berliner Nachtleben: Man sollte sich nicht dumm am Club­Eingang anstellen (Türsteher haben ein gutes Gedächtnis!) und im Watergate nicht hinten an der Bar rumhängen. Da stehen die Leute immer im Weg, obwohl nur 1,20 Meter Platz ist – wer soll denn da durchkommen?!

„In der U-Bahn triffst du die besten Leute.“ Stattdessen sollte man sich auf das Wichtigste besinnen: ganz artig steil gehen.

8.

Diese Dinge solltest du in deiner Tasche haben, wenn du in Berlin Party machst: Geld für Eintritt und mindestens vier Drinks. Oder du machst es wie mein Bruder Paul: Wenn der damals ins E­Werk gegangen ist, hat er zwanzig Mark bei­ gehabt – das war der Eintritt, dann war der blank. Der hat dann den ganzen Abend über Wasser am Hahn getrunken und trotzdem Party gemacht. Ooch schön. Aber ob das heu­ te noch so viel Freude macht? Feiern zu gehen ist ja auch kein ganz günstiger Spaß – vor allem für die, die nicht

Hier kann man als BerlinNeuling gut Leute treffen: in der U1 und der M10. Neulich bin ich abends mit der M10 ge­ fahren, die ich sonst nur tags­ über nutze, und dachte echt: „Watt ist datt denn hier fürn Zug?“ Da hat richtig der Bär gesteppt. Da wird permanent angebandelt! In der U1 genau dasselbe – da darfst du sogar noch etwas härter gebürstet sein und solltest für den ol­ faktorischen Notfall vielleicht noch die eine Wäscheklammer für die Nase dabeihaben – viele Menschen produzieren schnell unangenehme Ge­ rüche. Davon abgesehen: Viel mehr Spaß kannst du in Berlin für 2,70 Euro kaum bekommen!

10.

Das gibt es nur im Berliner Nachtleben: fünf Stunden vorm Club anstehen und dann nicht reinkommen. Das kann dir zu Stoßzeiten in den besten Häusern passieren. Die Leute frieren sich im Winter erst die Hacken ab, nur um dann gesagt zu kriegen: „Du muss dir heute Abend was anderes suchen.“ Solche Schlangen lassen sich ver­ meiden, indem du Stoßzeiten ausweichst, auch wenn das für manche zu einem echten Berlin­Erlebnis gehören mag. Meine Lösungsidee: Ein Dreh­ gatter wie bei der Londoner Metro – bloß mit Gesichts­ kontrolle. Einfach flugs Party­ kärtchen durchziehen: Schon biste drinne! Dem Meister bei der Arbeit zusehen: „Listen to: Fritz Kalkbrenner“. Ab 12. Oktober auf Red Bull TV. Live-Termine: fritzkalkbrenner.de 75


TAUSEND JAHRE

STERNSTUNDEN UND SONNENFINSTERNISSE: HIER DIE 25 HISTORISCHEN SCHLÜSSELMOMENTE, DIE AUS DEN ROLLING STONES DIE GRÖSSTE ROCK ’N’ ROLLBAND DER WELT MACHTEN. TEXT: SIMON SCHREYER

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Rotzfrech und dennoch respektabel: So lieben wir die Rolling Stones – hier 1978.

THE ROLLING STONES


WELT-­ KULTURERBE

CHARLIE WATTS

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Drummer Charlie Watts ist vom Wahnsinn der letzten 55 Jahre noch immer ­nachhaltig unbeeindruckt. ­Einzigartig die Manier, wie er, einem seiner vielen ­Araberpferde gleich, mit geblähten Nüstern spielt. Auf etwas so Ordinäres und Angeberisches wie ein Drum-Solo wird man bei diesem jazzbegeisterten Meister der Reduktion ­vergeblich warten.

KEITH RICHARDS

Der Vater aller modernen Piraten, Kapellmeister und Co-Komponist der Stones: Mit zerkerbter Telecaster, vom Krachhusten durchsiebten Lachsalven und seinem Rock ’n’ Roll-Optimismus gehört er mittlerweile genauso zum Weltkulturerbe wie der Dalai Lama. Unfehlbar rhythmisch: seine totenkopf­ beringte Schlaghand.


UNIVERSAL MUSIC

MICK JAGGER

Mit seinen Rehhüften, der Grazie eines FlamencoTänzers und einer Gesangsstimme, die in all den ­Jahren kaum Patina an­ gesetzt hat, ist dieser ­makrobiotisch ernährte Urgroßvater noch immer ein Energie-Generator ­erster Güte. Unterschätzt: sein exquisites, von der Apokalypse kündendes Mundharmonika-Spiel.

RONNIE WOOD

Seit 42 Jahren dabei und immer noch „der Neue“. Einer der liebenswertesten Exzentriker Englands und meist in schrille Farben ­gekleidet. Zuständig für die verzierenden Gegenparts zu Richards’ Riffs und ­Gitarrenlinien, ist Ronnie auch als bildender Künstler erfolgreich und wurde im Vorjahr, zwei Tage vor seinem 69. Geburtstag, Vater von Zwillings­töchtern.


1961

1962

Oktober

Die früheren Schulfreunde Mick Jagger und Keith Richards (beide Jahrgang 1943) treffen sich zufällig am Bahnsteig von Dartford, Kent, wieder. Jagger trägt Rock ’n’ Roll- und BluesSchallplatten unterm Arm. Richards hat inzwischen Gitarrespielen gelernt. Ein Bandprojekt wird enthusiastisch angedacht.

Mai

Brian Jones (1942–1969), musikalisches Multitalent, und Boogie-Woogie-Pianist Ian Stewart (1938–1985) finden über eine Annonce zueinander. Auch Jagger meldet sich – stellt aber die Bedingung, seinen Kumpel Keith mitbringen zu dürfen. Bill Wyman (*1936) übernimmt im Dezember die Bassgitarre. Ab Jänner 1963 findet sich Charlie Watts (*1941) am Schlagzeug ein. Die erste Formation der Band ist komplett.

1964

1965 16. September

Nach der Show in München trifft Brian Jones das deutsch-italienische Model Anita Pallenberg (1942–2017), das ihn zwei Jahre später wegen Richards verlassen und sowohl stilistisch wie personell großen Einfluss auf die Band-History haben wird.

1969

1967

11. Februar

1968

Jänner

1969

6. Dezember

Während eines LSD-Gruppentrips auf Richards’ Landsitz Redlands, West Sussex, findet eine Razzia statt. Illegale Substanzen werden dingfest gemacht, und eine Venus im Pelz (Marianne Faithfull) wird entblößt. Richards experimentiert mit Gitarrenstimmungen. Bei Sessions mit Gitarrist Ry Cooder lernt er das Open-G-Tuning kennen. Der resultierende Sound wird ein Markenzeichen der Stones („Honky Tonk Women“, „Brown Sugar“, „Start Me Up“ u. v. a.). Während eines Konzerts in Altamont, Kalifornien, bei dem Mitglieder der Hell’s Angels als „Sicherheitsper „Sicherheitspersonal“ engagiert sind, wird ein randalierender Fan er erstochen. Nachzusehen in der Dokumentation „Gimme Shelter“ der MayslesBrüder Albert und David.

1971

5. Juli

Die erste, selbstbetitelte LP erscheint. Wie bei so vielen Alben der Band kommt in den USA zeitlich versetzt eine Version („England’s Newest Hit Makers“) mit leicht abweichender TrackAuswahl auf den Markt.

1965

6. Mai

In einem Motel nimmt ein müder Keith Richards das Thema zur JahrhundertKomposition „(I Can’t Get No) Satisfaction“ auf einem Kassettenrekorder auf. Der Rest des Tonbandes gibt 40 Minuten seines Schnar Schnarchens wieder. Wochen später ist der Song Nummer eins – und zwar weltweit.

23. April

„Sticky Fingers“ erscheint – das vielleicht kompletteste Meisterwerk der Band – erstmals auf dem eigenen Label der Rolling Stones. Die Grafik mit Zunge und Lippen, für die Designer John Pasche mit 50 Pfund abgefertigt wird, ist heute eines der bekanntesten Logos der Welt.

Juni

Der lange, heiße Sommer von „Exile on Main Street“ beginnt. Um dieses großartige (und einzige) StonesDoppelalbum, das großteils an der Côte d’Azur entstand, ranken sich mediterrane Mythen. Es erscheint am 22. Mai 1972.

PICTUREDESK.COM, GETTY IMAGES, CORBIS VIA GETTY IMAGES

17. April

Vor 250.000 Menschen gibt die Band ein Gratiskonzert im Londoner Hyde Park, das zur Gedenkveranstaltung für Brian Jones (Bild unten) wird: Er war zwei Tage zuvor tot am Grund seines Pools gefunden worden. Gitarren-Virtuose Mick Taylor (*1949) tritt in die viel zu großen Fußstapfen.


Mutters kleine Helfer: Die Fanpost beantworten Richards (li.) und Jagger 1963 noch selbst.

Balzverhalten: Die Stones markieren 1976 in der Frankfurter Festhalle mit Testosteron.

„ICH WÄRE LIEBER TOT, ALS MIT 45 NOCH ‚SATISFACTION‘ ZU SINGEN.“ MICK JAGGER IM JAHR 1976

THE RED BULLETIN

81


Frühling

1977

27. Februar

Die Stones arbeiten in London und München (Uschi Obermaiers magnetischer Wirkung auf beide OberStones wegen) am Album „It’s Only Rock ’n’ Roll“ und an Ronnie Woods erstem Solo-Album. Unaufdringlich passt sich der fröhliche Paradiesvogel in das delikate Bandgefüge ein. Zugleich laboriert Mick Taylor an Sucht und Depressionen und gibt im Herbst seinen Austritt bekannt. Wood (*1947) rückt für ihn nach. Richards wird im Harbour Castle Hotel von Toronto mit Heroin verhaftet und darf deshalb die Stadt wochenlang nicht mehr verlassen. Die Royal Mounties benötigten beinahe 20 Minuten, um den bedröhnten Musiker in ansprechbaren Zustand zu bringen. Die Zukunft der Band hängt in der Luft.

Teufel, komm raus: die Rolling Stones 1968 bei Aufnahmen in Jean-Luc Godards „One Plus One“

1991

1978 1994 16. Juni

Mit dem heute als Klassiker geltenden Album „Some Girls“ kehren die Stones auf das gewohnte Niveau zurück und heizen der Punk-Generation mit ener energischen Nummern kräftig ein. Die Single „Miss You“ gibt einen zeitgemäßen Disko-Beat vor, und auch eine unsterbliche Ballade schafft es in die Charts: „Beast of Burden“.

1981

82

6. August

„Start Me Up“ erscheint als Single. Der Song, ursprünglich ein Reggae-Jam aus den mittleren siebziger Jahren, wird von Toningenieur Chris Kimsey vor der Mülltonne gerettet.

Jänner

Bill Wyman verkündet den Ausstieg aus der Band, angeblich wegen Flugangst. Kommentar Keith Richards’: „Niemand ver verlässt die Stones, außer in einem Sarg!“ An Wymans Stelle tritt Darryl Jones, der sich an der Seite von Miles Davis und Sting einen Namen gemacht hat.

August

Die „Voodoo Lounge“-Tour mit 134 Konzerten beginnt. Die alten Schlachtrösser („Jumpin’ Jack Flash“, „Rocks Off“ etc.) werden mit Karacho präsentiert, Raritäten und bluesige Geheimtipps aus dem reichhaltigen Katalog ergänzen das Programm. 20 Minuten ihrer Show in Miami werden live in alle Welt übertragen. Es ist das erste Streaming einer Rockband im Internet.

1989 18. Jänner

Die Stones werden im New Yorker Waldorf Astoria in die Rock and Roll Hall of Fame eingeführt. Bezüglich der strapazierten Beziehung zwischen den Alphatieren Jagger und Richards sprechen Insider vom „dritten Weltkrieg“. Auf Barbados raufen sich die beiden zusammen, und die Geschichte der Stones geht weiter.

13. November

„Stripped“, ein Album im Unplugged-Stil, erscheint. Noch mehr halbakustische Edelsteine werden auf „Totally Stripped“ (2016) nachgereicht. Diese Sessions gehören zum Feinsten, was die Band je veröffentlicht hat.

GETTY IMAGES

1974

THE RED BULLETIN


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Ob verehrt oder verhasst: Jagger ist der Prototyp des Frontman. Hier 1998 in Stockholm

1998

18. Mai

2003

12. Dezember

2006

18. Februar

29. und 30. Oktober

Regie-Legende und Superfan Martin Scorsese (M.) filmt zwei Shows der Stones im eleganten Beacon Theatre in Manhattan. Gäste: Christina Aguilera, Jack White und Buddy Guy. Das Resultat, der Konzertfilm „Shine A Light“, kommt 2007 in die Kinos.

84

25. März

2017

16. September

Im Rahmen ihrer „América Latina Olé“-Tour spielen die Stones ein Gratiskonzert vor 470.000 Zuschauern in Havanna, Kuba. Zugleich eröffnet „Exhibitionism“, eine inter interaktive Ausstellung mit über 500 Exponaten aus der Karriere der Band, in der Londoner Saatchi Gallery. Die größte Rock ’n’ RollBand der Welt tourt der derzeit wieder durch Europa und spielt am 16. September am Red Bull Ring in Spielberg. Motto dieser Tournee: „No Filter“ – schließlich geht es um den puren und rauen Sound der Band: Kein Quartett ergänzt sich so perfekt – außer vielleicht die Naturelemente. Wer Zweifel hegt, ob die Band (nun vollständig jenseits der siebzig) es auf den Brettern, die ihr die Welt bedeuten, immer noch bringt, kann sich Gewissheit verschaffen: Der Showdown ihrer Konzerte gehört wohl zu den großen energetischen Ereignissen, die man als Mensch erleben kann.

Prinz Charles schlägt Jagger im BuckinghamPalast zum Ritter. Sir Mick ist geschmeichelt, Richards angeekelt. 1,3 Millionen Menschen sehen die Stones live an der Copacabana in Rio de Janeiro. Es ist das bislang größte Popkonzert der Geschichte.

27. April

Richards bricht sich am Strand von Fidschi den Schädel, als er von einem verkrüppelten Baum schlittert. Der sonst so unkaputtbare Maestro muss notoperiert werden. Autsch!

Das jüngste gemeinsame Baby der Rolling Stones ist kaum ein Jahr alt, heißt „Blue & Lonesome“ und ist eine Kollektion von Cover Coverversionen eines Genres, das die Musiker im Blut haben: des Blues. Ihr nächstes Album mit Eigenkompositionen steht schon bald in den realen und digitalen Regalen. Bis dahin wird eifrig getourt – live, direkt und ohne Filter. rollingstones.com THE RED BULLETIN

PICTUREDESK.COM

2006

Keith Richards stürzt in seiner Bibliothek von der Leiter, als er nach einem mächtigen Wälzer mit Leonardo da Vincis Körper Körperskizzen greift. Die Folge: eine Schädelprellung, gebrochene Rippen und eine perforierte Lunge. Kommentar: „So genau wollte ich die Anatomie auch wieder nicht studieren!“

2016


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16

September

SPRUNG MIT TRADITION

DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL

Schauplatz des fünften und vorletzten Stopps der Red Bull Cliff Diving World Series: die im 16. Jahrhundert erbaute Stari most (Alte Brücke) über den Fluss Neretva in Mostar, Bosnien-Herzegowina. Live auf redbull.tv

THE RED BULLETIN

89


GUIDE

See it Im Vorjahr ver­ sammelten sich 20.000 Zuschauer an der Neretva.

SPRUNG INS KALTE WASSER

Die Highlights von Red Bull TV in diesem Monat: böse Beats, kühne Sprünge und furchtlose Racer auf Schotter und Asphalt.

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine globale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart TV. Alle Infos: www.redbull.tv

90

Meisterwerk der Baukunst: Die Stari most wurde im 16. Jahr­ hundert errichtet.

THE RED BULLETIN


16 THE RED BULLETIN

September

LIVE

RED BULL CLIFF DIVING, STOPP 5: MOSTAR

Der vorletzte, fünfte Stopp der Red Bull Cliff Diving World Series führt nach Bosnien-Herzegowina. Mostars ikonische Stari most (= Alte Brücke; 30 Meter lang, 20 Meter hoch) bietet eine malerische Kulisse für zehntausende Zuseher, während sich Orlando Duque, Gary Hunt und Co auf ihre Salti und Schrauben fokussieren.

ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL (2), ALFRED JÜRGEN WESTERMEYER/RED BULL CONTENT POOL, BORIS BEYER/RED BULL CONTENT POOL, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL

September/ Oktober

23 24 6

September

LIVE

RED BULL BATALLA DE LOS GALLOS, SPANIEN-FINALE

Heiße Beats, scharfe Rhymes. Beim Spanien-Finale des FreestyleRap-Contests im Madrider WiZink Center werden 16 aufstrebende MCs alles geben, sich für das Weltfinale in Mexiko zu qualifizieren.

September

LIVE

RED BULL HARDLINE

Zum vierten Mal sind im Dyfi Valley in den Waliser Hügeln höchste Mountainbike-Fähigkeiten gefragt. 20 der weltbesten Biker stellen sich dem von Dan Atherton entworfenen Downhill-Kurs mit Felsabschnitten, engen Waldpassagen und mächtigen Roadgaps.

bis 8. Oktober

LIVE

WRC: SPANIEN-RALLYE

Die Spanien-Rallye ist der einzige WM-Lauf der Saison, der auf verschiedenen Belägen (Schotter und Asphalt) ausgetragen wird – eine Challenge für Autos und Piloten. Neu 2017: Eröffnet wird die Rallye mit einer Sonderprüfung am Fuße von Barcelonas Montjuïc-Hügel.

91


GUIDE Redaktion: Gisbert L. Brunner

Get it

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Goldrichtig

Die Hemmung dieser revolutionären Uhr widersteht dem abnehmenden Uhrfeder-Drehmoment, die goldenen Masseelemente ihrer Unruh erhöhen das Trägheitsmoment. Kurz gesagt: Sie ist sehr präzise. ulysse-nardin.com

Lust auf Zeniths neue Uhr? Dann auf in die Schweiz!

ZEIT FÜR DEN NÄCHSTEN SCHRITT Zeit verändert alles. Doch wie wir Zeit messen, hat sich ironischerweise seit gut 360 Jahren nicht verändert – seit der nie­ derländische Wissenschaftler Christiaan Huygens mit der Erfindung der Pendeluhr im Jahr 1656 die Zeitmessung entschei­ dend verbessert hat. Mithilfe eines ein­ fachen harmonischen Oszillators steigerte er die Ganggenauigkeit von 15 Minuten auf 10 Sekunden pro Tag. Armbanduhren von heute haben zwar eine Unruh (Gangregler; Anm.) und eine Spiralfeder statt eines Pendels, doch die Zeitmessmechanik ist im Grunde gleich geblieben – bis jetzt.

ZENITH DEFY LABORATORY

Sekunden im neuen Konzept Die Schweizer Uhrenmanufaktur Zenith war schon immer stolz auf ihre eigenproduzierten Uhrwerke – und hat jetzt wieder allen Grund dazu. Denn diesen Monat bringt sie eine echte Revolution auf den Markt: Unruh und Spiralfeder (der aktuelle Standard) werden dabei durch ein Teilchen aus schwingendem Silizium ersetzt. Das keine Ölung benötigt, temperaturstabil ist, nach nur einmaligem Aufziehen 110 Stunden läuft und eine Ganggenauigkeit von 0,3 Sekunden hat – und die Defy Laboratory zur genauesten mechanischen Uhr der Welt macht. Im Preis von 27.000 Schweizer Franken ist ein First-Class-Flugticket in die Schweiz inkludiert – hier überreicht dir der Zenith-CEO persönlich deine (auf zehn Stück limitierte) Uhr der Zukunft. zenith-watches.com

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PATEK PHILIPPE AQUANAUT TRAVEL TIME REF. 5650G

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Patek Philippes Advanced-Research-Abteilung schuf für diese Uhr ein Ankerrad aus Silinvar, einem reibungsfreien, thermisch stabilen Material auf Siliziumbasis. Ganggenauigkeit: –1 bis +2 Sekunden pro Tag. patek.com

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Zukunftssicher

Die aus Silizium und Keramik bestehenden Innenteile dieser Uhr besitzen eine Trockenschmier-Beschichtung. Was die Zeitmessung zur weitgehend reibungslosen Angelegenheit macht. Garantie der Uhr: 50 Jahre. panerai.com

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93


Am 28. Juli hatten fünf glückliche Gewinner im Rahmen des Ford Erlebnistages die Chance, mit Rallye-Staatsmeister Hermann Neubauer im Driving Center in Spielberg richtig Gas zu geben.

N

ach einer kurzen Einweisung ins Fahrzeug ging es für die Speedhungrigen direkt hinter das Steuer des Ford Fiesta ST – eines richtigen RallyeAutos – und des Ford Focus RS. Das Besondere daran: Keine Geringeren als der amtierende Rallye-Staatsmeister Hermann Neubauer und sein Co-Pilot Bernhard Ettl nahmen neben ihnen als Beifahrer Platz, um ihnen mit Tipps und Tricks zur Seite zu stehen. Besonders spannend für die Teilnehmer war es, den

direkten Unterschied der beiden Modelle zu spüren: Während man im Ford Fiesta ST mit 1,6-Liter-EcoBoost-Motor und 182 PS sofort in den Rennfahrermodus schaltet, bietet der Ford Focus RS mit 2,3-Liter-Eco­Boost-Motor und 350 PS reinstes Fahrvergnügen. Das absolute Highlight erlebten die Teilnehmer als CoPiloten von Hermann – stilecht in seinem Ford Fiesta WRC. Mit Hot Laps pushte er den Adrenalinspiegel der Beifahrer noch einmal ganz nach oben und heizte

so auch den Zuschauern ordentlich ein. Danach gewährte das Dreamteam Hermann und Bernhard noch Einblicke in ihren Renn­alltag. Bei der abschließenden Führung über den Red Bull Ring bekamen die fünf Rennsportbegeisterten und ihre Begleiter noch einen Eindruck, was hinter den Kulissen eines Rennens alles passiert, und konnten sogar am Podium für ihr persönliches Siegerfoto posieren. n WWW.FORD.AT

Fotos: Philipp Schuster

A   DRENALIN PUR


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SO SEHEN SIEGER AUS! Vera, Manuel, Patrick, Johannes und Benjamin (v. li.) hatten einen Erlebnistag mit Hermann (3. v. re.) am Red Bull Ring in Spielberg gewonnen, wo sie sich selbst als Rennfahrer versuchten. Hermann erwies sich als erstklassiger Co-Pilot und gab hilfreiche Tipps.

Im Rallye-Auto Ford Fiesta ST und im Ford Focus RS saĂ&#x;en die fĂźnf selbst hinter dem Steuer und gaben unter der Regie von Hermann richtig Gas. Mit Hot Laps heizte Hermann den Gewinnern noch einmal ein und zeigte, was in seinem Rallye-Auto, dem Ford Fiesta WRC, steckt.


GUIDE

Do it

22

bis 24. September

RED BULL & Ö3 KONZERTSPEKTAKEL

Eine ganze Stadt im Festivalfieber: Ende September macht das Red Bull & Ö3 Konzertspektakel aus Wels ein ganzes Wochenende lang eine große Party.

Anheizer: Russkaja läuten drei Tage Spektakel ein.

MANEGE FREI

Ist es ein Event? Ist es ein Festival? Oder ist es irgendetwas dazwischen? Gemeinsam mit Ö3 verwandelt Red Bull Oberösterreichs zweitgrößte Stadt Wels von 22. bis 24. Sep­ tember in eine Manege. Ein ganzes Wochen­ ende voller Konzerte, Performances, Sport und anderer Angebote für so ziemlich alle Sinne. Wels wurde nicht zufällig ausgewählt,

96

sondern setzte sich in einem harten Online­ Voting gegen sieben Konkurrenz­Städte durch. Und wird dafür mit einem Spektakel von Freitag bis Sonntag reich belohnt.

Musik

Am Freitag wärmen Russkaja mit ihrer Mischung aus russischer Polka und Ska die Menge auf. Beim Karaoke Bash kann sich da­ nach jeder das Mikro schnappen und zeigen, wie gut er Songs der Foo Fighters oder von

Bon Jovi zusammen mit einer Live­Band grölen kann. Samstag geht’s dann richtig los: Zuerst mit Thorsteinn Einarssons Konzert am Red Bull Brandwagen, später starten die Österreicher von Granada, danach die deut­ sche Band 257er, der schwedische DJ Mike Perry und sein deutscher Kollege Alle Farben durch. Headliner und Höhepunkt ist das deutsche Multitalent Mark Forster, der wohl mit Sicherheit Konfetti regnen lassen wird, wie es in einem seiner Hits, „Chöre“, heißt.

THE RED BULLETIN


September Drumherum

Das Konzertspektakel ist nicht nur ein Konzert, sondern auch ein Spektakel. Klingt logisch. Neben der Musik gibt es also zum Beispiel auch noch Auftritte der Red Bull Skydiver (Bild) und vieles mehr. Außerdem zahlreiche Food Trucks und ein ausgiebiges Getränkeangebot für das leibliche Wohl. Im Verein mit der einzigartigen Licht­ und Bühnenshow ergibt das ein 360­Grad­ Festival für die Sinne, durchsetzt mit einer Menge Überraschungen. Einige Programm­ punkte werden genau dann auftauchen, wenn man sie am allerwenigsten erwartet. Möchtest du beim Red Bull & Ö3 Konzert­ spektakel dabei sein? Dann informier dich unter www.redbull.com/konzertspektakel

Mark Forster

PETER SEIDEL, ANDREAS GALL/RED BULL CONTENT POOL, DAVID KOENIGSMANN

„HALLE UND FESTIVAL SIND UNTERSCHIEDLICHE SPORTARTEN“

THE RED BULLETIN

Chartstürmer, Songwriter, Multitalent – Mark Forster ist nicht aufzuhalten. Bevor er beim Red Bull & Ö3 Konzert­ spektakel als Headliner auf der Bühne stehen wird, hat er uns aus London angerufen und ein paar Fragen beantwortet. THE RED BULLETIN: Was macht

dir mehr Spaß – live spielen oder aufnehmen? MARK FORSTER: Ich liebe beides. Das sind unterschiedliche Facet­ ten, die ineinanderspielen. Es ist

ein unbeschreibliches Gefühl, aus dem Nichts heraus eine Platte zu erschaffen, die Men­ schen emotional bewegt. Das merke ich dann vor allem live. Festival oder Halle? Das sind zwei unterschiedliche Sportarten. Hallenkonzerte sind kompakter, es geht mehr um die Musik. Festivals sind meistens eine große Party. Ich freu mich, beides machen zu dürfen. Kannst du dich noch an das erste Konzert erinnern, das du gesehen hast? Das erste große Konzert war Sting, Open Air in Wiesbaden. Da muss ich so 15, 16 Jahre alt gewesen sein. Ein unglaubliches Erlebnis. Sting hat mich dann auch weiterhin begleitet: Am Anfang meiner Karriere musste ich mal ein Studio in Kornwest­ heim (nahe Stuttgart; Anm.) räumen, weil er dort spontan aufnehmen wollte (lacht). Kannst du dich an einen ganz besonderen Live­Moment erinnern? Vor einer Million Menschen vor dem Brandenburger Tor zu spielen war der Wahnsinn. Aber ich erinnere mich besonders an die Festivals im Jahr 2014. Da hatte ich mit „Au Revoir“ meinen ersten richtigen Hit. Beim Bochum Total haben das

erste Mal 30.000 Menschen, die ich nicht kannte, einen meiner Songs gesungen. Gab es einen Moment, in dem dir klar war: „Okay, das läuft.“? Man geht keinen Pfad entlang, auf dem „Erfolg“ draufsteht, sondern bewegt sich Schritt für Schritt voran. Es war immer mein Traum, meine eigene CD im Laden stehen zu haben. Das hab ich erreicht. Plötzlich wurde daraus Platin, dann Doppel­ platin. Ich erreiche immer wieder Zwischenziele. Kannst du dir deinen Erfolg erklären? Dafür bin ich die denkbar un­ geeignetste Person, und das ist auch nicht meine Aufgabe. Das Einzige, was ich weiß: Ist das Gefühl, über das ich schreibe, ehrlich, dann können das auch andere aus dem Song fühlen. Was kommt im Herbst noch von dir? Es wird eine Single geben, und wir gehen auf die größte Tour, die wir jemals gespielt haben. Außerdem hab ich ja mit „The Voice of Germany“ auch noch einen neuen Job. Ich freu mich drauf. www.markforster.de

97


GUIDE

Do it

21

September DJ Shadow 1996 revolutionierte DJ Shadow mit „Endtroducing.....“ die Hip-Hop-Welt. Es war das erste Album der Musikgeschichte, das ganz aus Samples alter Funk- und Soul-Platten bestand. 2011 bekam DJ Shadow einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde dafür. Aktuell ist der US-Musiker, der den Plattenspieler wie ein Instrument einsetzt, mit seinem sechsten Album „The Mountain Will Fall“ auf Tour. WUK, Wien; djshadow.com

28

September Beth Ditto Vor einem Jahr gab die USSängerin die Auflösung von The Gossip bekannt. Im Zuge der Arbeit mit ihrer Band wurde Ditto in den 2000er Jahren von Musikmedien zur neuen Tina Turner und von Modemagazinen zur Stilikone erhoben. Auf ihrem ersten Soloalbum „Fake Sugar“, das sie erstmals in Wien präsentiert, setzt sie ihren musikalischen Kurs fort: rockige Gitarren, souliger Gesang. Arena, Wien; bethditto.com

13

bis 15. Oktober Game City Wien wird auch heuer wieder zur Hauptstadt für GamingFans. Über 80.000 Besucher – Rekord! – kamen im Vorjahr ins Rathaus zu Österreichs größter Messe für interaktive Unterhaltungselektronik, um sich über die neuesten Trends zu informieren. Auch 2017 am Programm: die „Lange Nacht der Game City“ am Freitag, bei der bis 24 Uhr gezockt werden kann. Wiener Rathaus; game-city.at

29

und 30. September

Zwei Tage lang dreht sich am Spielberg alles um die Zukunft der Fortbewegung. Bei freiem Eintritt können Besucher viele elektrische Fahrzeuge auf der Formel-1-Rennstrecke und am E-Motorrad-Testtrack ausprobieren. Ebenfalls im Angebot: Österreich-Premiere der Formel E, Drohnen-Rennen und E-Sportwagen-Showruns. Red Bull Ring; Tickets auf: projekt-spielberg.com

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bis 8. Oktober Flavourama Streetdance Battle Beim größten Streetdance-Battle des Landes kämpfen über 200 Tänzer aus 23 Ländern um den Sieg in den Kategorien Hip-Hop und House (im Bild rechts: die letztjährigen Gewinner Batalla und Brooklyn aus Frankfurt). Auch die 700 Besucher sollten ihre Tanzschuhe mitbringen: Neben den Contests und einem DJ-Set von Bj Piggo gibt’s Workshops in Disziplinen wie Gliding und Popping. Republic, Salzburg; flavouramabattle.com

THE RED BULLETIN

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September/Oktober

16

September

MANA SPEED TRAIL

Lust auf einen Vergleich mit dem siebenfachen Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt (Bild)? Auf den knackigen sechs Kilometern (und 150 Höhenmetern) durch den mystischen Sagenpfad in Fürstenfeld wird der 44-jährige Neuseeländer mit großer Wahrscheinlichkeit die Richtzeit vorgeben. Gestartet wird im Einzelstartmodus in 20-Sekunden-Intervallen. Das Rennen ist ideal für alle, die ins Trailrunning hineinschnuppern möchten. Start und Ziel: Freibad Fürstenfeld; mana4you.at

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Text: Peter Vigneron Fotos: Dimitri Newman

Die US-Trailrunning-Legende Karl „Speedgoat“ Meltzer stand Pate für den SPEEDGOAT 2 von HOKA, der selbst steinigste Trails wie asphaltierte Gehwege erscheinen lässt. Mit weniger als 285 Gramm der leichteste Schuh im Test. hokaoneone.com

AB INS GELÄNDE

Keine Ausreden: Trailrunning-Gear war noch nie so robust und gleichzeitig so leicht.

Mit dem SNOWCROSS CSWP von SALOMON trotzt du selbst garstigem Wetter. Breitflächig angeordnete Profilnoppen lassen Schnee und Matsch schnell wieder aus der Sohle fallen. Wasserdichte Gamaschen halten Regen und Schlamm ab. salomon.com Der AGILITY PEAK FLEX von MERRELL gibt mit seiner dynamischen Lauffläche dem Fuß noch mehr Halt, egal ob es trocken und steinig oder matschig und nass ist. Die FLEXconnect-Mittelsohle schützt vor Stößen durch scharfkantige Steine. merrell.com


TRAIL Dank ihrer ultraleichten Fassung und spezieller Nosepads liegt die JAYSOR von ADIDAS SPORT EYEWEAR rutschfest auf der Nase, während Gläser in Übergröße das periphere Sichtfeld nicht beeinträchtigen. adidassporteyewear.com Die FORERUNNER 935 von GARMIN ist ein Muss für Bergläufer: mit Herzfrequenzmonitor, GPS und Baro­ metersensoren für die Angabe von Positions- und Höhenwerten. Nach dem Workout überträgt sie die Daten automatisch, sobald sie mit WLAN verbunden ist. garmin.com

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TRAIL

Dank seinem Mischgewebe aus synthetischen Fasern und Merino­ wolle eignet sich der RUNBOLD HALF ZIP von MAMMUT als Basis­ oder Mittelschicht. Dank antibakterieller Eigenschaften der Wolle kann er mehrere Male getragen werden. mammut.com Die TOUJI PANT von NORTH FACE wurde für Trailrunner gemacht: schmale Passform, elastisch, wetter­ beständig. Das leichte FlashDry­Mate­ rial ist atmungsaktiv und erstaunlich warm. Schlüssel lassen sich in der Reißverschlusstasche verstauen. thenorthface.com Luftdurchlässige Mesh­Einsätze, flache Nähte und ihre stützende Passform machen die KINETIC LONG LEG von SAXX zur idealen Basis­ schicht. Auch nach langen Läufen gibt es dank geruchshemmender Behandlung des Mischgewebes keine störenden Gerüche. saxxunderwear.com

GUIDE


AUDIO

GIB DIR DEN BEAT

Lange Kabel nerven. Die Lösung heißt Bluetooth. FREEDOM, der bisher kleinste Kopf­ hörer von JAYBIRD SPORT, überzeugt mit Soundqualität und tiefen Bässen. Über die kostenlose App für iPhone und Android kann man den Klang bequem feinabstimmen. Die Akku­ laufzeit von vier Stunden ist aller­ dings kürzer als jene der anderen Kopfhörer im Test. jaybirdsport.com

Die EPIC AIR­Kopfhörer von JLAB AUDIO kommen komplett ohne Kabel aus. Eine berührungsempfindliche Oberfläche ermöglicht einfache Be­ dienung. Die Klangqualität ist nicht so makellos wie die anderer geteste­ ter Jlab­Kopfhörer, beim Laufen fällt der Unterschied jedoch nicht auf. Der Akku im integrierten Ladegehäuse scha≠t 30 Stunden Spielzeit. jlabaudio.com

Wie die Modelle von Jaybird und Jlab sind auch die XTFREE­Bluetooth­ Kopfhörer von SKULLCANDY wasser­ und schweißbeständig. Mit sechs Stunden Akkulaufzeit eignen sie sich für ausgiebige Workouts, das Gewicht von 142 Gramm lässt uns fast ver­ gessen, dass wir überhaupt Kopf­ hörer tragen. Bestes Preis­Leistungs­ Verhältnis in dieser Gruppe. skullcandy.com

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CITY EROBERE DIE STRASSE Dämpft, hält warm, reflektiert: Mit dieser Ausrüstung packst du selbst lange Street-Runs.

Neben der Dämpfung in den reibungs­ anfälligen Bereichen ist unser liebstes Detail der SHRAPNEL CREW-­ Socken von STANCE das Logo auf Sprunggelenkshöhe. Es reflektiert das Scheinwerferlicht von Autos, die sich von hinten nähern. stance.com Die QUEST 2.0 von SAXX wurden für intensive Laufeinheiten erdacht. Mit schmaler Passform und schnell trock-

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nendem synthetischem G ­ ewebe tragen die Boxer-Briefs unter Lauf­hosen oder Shorts nicht auf. Antibakterielle Beschichtung und Saxx-typischer Schnitt machen diese Unterwäsche zum besten Modell im Schrank. saxxunderwear.com Die UV ARMSLEEVES von BUFF sind ideal, um sich während der kalten Morgenstunden aufzuwärmen. Sobald sich die Sonne zeigt, lassen sich

die Ärmel leichter abnehmen als eine vollständige zusätzliche Schicht. buff.eu Der DYNAFLYTE 2 von ASICS verfügt über eine Mittelsohle mit extra dichtem Schaumstück, was die Dämpfung des Schuhs besonders langlebig macht. Das nahezu nahtlose Ober­ material verhindert auch auf langen Strecken ein Scheuern am Fuß. asics.com


THE RED BULLETIN PROMOTION

EXTREME FREIHEIT Die neue Mammut Eiger Extreme Kollektion wurde in enger ZusammenZusammen arbeit mit den Top-Athleten des Mammut Pro Teams entwickelt und setzt damit neue Maßstäbe in alpiner Bergsportbekleidung.

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Fotos: Mammut

ptimaler Schutz, egal bei wel­ chem Wetter, absolute Freiheit, egal bei welcher Bewegung: Extreme Bedingungen erfordern ex­ treme Produkte. Und die dürfen sich dann auch mit einem extremen Namen schmücken: Die neue Mammut Eiger Extreme Kollektion bezieht sich auf die wohl berühmteste Nordwand der (Berner) Alpen, deren Kletterroute ihren Besteigern und deren Ausrüs­ tung nach wie vor alles abverlangt. Direkt am Athleten entwickelt Der menschliche Körper vollbringt extreme Leistungen – nicht nur, aber vor allem am Berg. Hier muss die Be­ kleidung bei jeder Bewegung mithalten können und perfekt sitzen – fast wie eine zweite Haut. Die Eiger Extreme Kollektion bietet uneingeschränkte Bewegungsfreiheit dank der strate­ gischen Verwendung elastischer Ma­ terialien sowie einer ergonomischen, dreidimensionalen Schnittführung, die direkt am Athleten entwickelt wurde.

Da rutscht nichts nach oben, nicht einmal beim Hochgreifen. Erst dieser perfekte Sitz sorgt für einen optima­ optima len Wetterschutz auch während der Kletterbewegung und qualifiziert die Produkte selbst für schwierigste Auf­ Auf stiege und neue Speedrekorde. Von Kopf bis Fuß ideal ausgerüstet Das Design ist inspiriert von der mikro­ skopischen Ansicht zweier alpiner Grundelemente: Eis und Fels – daraus entstand ein spannendes Konzept aus Farben und Formen, die sich einerseits an die Natur anlehnen und sich andererseits gut sichtbar davon abheben. Die Eiger Extreme Kollektion umfasst Jacken und Hosen, Schuhe und Accessoires für sie und ihn. Glanz­ stück ist der Nordwand Pro HS Suit (Bild oben), ein Anzug für Extrem­ Alpinisten, die sich gern im Steileis bewegen. Der Suit bietet als einziges Produkt auf dem Markt absoluten Wetterschutz von Kopf bis Fuß – wahrlich wie eine zweite Haut. n

EXTREM FLEXIBEL Die Nordwand Pro HS Hooded Jacket (Damen- und Herrenmodelle in verschiedenen Farben) ist eine Top-Hardshelljacke aus robustem GORE-TEX® Pro-Material. Entwickelt in Kooperation mit Stephan Siegrist, ist die Jacke die ideale Begleiterin am Berg: elastisch, vielseitig und voller Features.

mammut.com


CITY

COLUMBIAs CALDERADO JACKET ist ideal für Winterläufe. Seine Polartec Alpha-Isolierung, entwickelt für US-Spezialeinheiten, hält warm und transportiert Schweiß nach außen. Folge: ein angenehmes Gefühl selbst bei Minustemperaturen. columbia.com Die M430-Laufuhr von POLAR ist wasserdicht, bietet ein lesefreund-

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GUI D E

liches Farbdisplay, und mittels GPS lassen sich Geschwindigkeit und Strecke nachverfolgen. Dank des optischen Herzfrequenzsensors kann man auf einen Brustgurt gut verzichten. polar.com Die SURGE JOGGER von LULULEMON ist die ideale Hose für den 10‑Kilometer-Lauf nach der Arbeit:

elastisch, atmungsaktiv, weder zu eng noch zu weit. Mit Eingri≠und Schlüsseltasche hinten sowie ­dezent reflektierenden Elementen. lululemon.com Dank des Hohlraumprofils aus EVA-Schaum gehört der CLOUDFLOW von ON RUNNING zu den leichtesten und bequemsten Schuhen auf dem Markt. Das

­atmungsaktive Mesh-Obermaterial ist ideal für Speed-Runs. on-running.com Die PACK RUN CAP von BUFF leitet Schweiß effektiv ab, und ein UPF 50 sorgt für ausreichend Sonnenschutz. Die Kappe lässt sich ­zudem auf Kleinstformat kom­ primieren und bequem verstauen. buff.eu


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THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838

THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894

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Länderredaktion Justin Hynes

Lektorat Hans Fleißner

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Aktuell erscheint The Red Bulletin in sieben Ländern. Im Bild: das Cover der französischen Aus­ gabe mit Profi­Boxer Tony Yoka und seinen Freunden, den Rap­ pern Bigflo & Oli.

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Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medieninhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: redbullmediahouse.com/impressum

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Diese Ausgabe ist Nancy James gewidmet, Chief Sub-Editor des britischen Red Bulletin, die am 22. Juli verstarb. Nancy war engagiert, verlässlich, herzlich und eine überaus beliebte Kollegin und Freundin: Wir vom Red Bulletin werden sie alle schmerzlich vermissen. 108

Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800, Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall

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Action-Highlight

Die griechische Kykladeninsel wird jeden Herbst zum Spielplatz der weltbesten Freerunner. Santorin (griechisch: Thira) ist vulkanischen Ursprungs? Passt doch perfekt: Red Bull Art of Motion zündet ein Feuerwerk an irren Tricks. Finale: 7. Oktober 2017, www.redbullartofmotion.com

„Meine Philosophie in der Luft? Sei so schnell wie möglich.“ PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

Santorin, Griechenland

Makes You Fly

Freerunning-Ass Pedro Salgado (POR) schaut über den Klippen von Santorin auf einen Sprung im Nachbarhaus vorbei.

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 10. Oktober 2017. 110

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Teilnahme an den Mazda Glücksdrive Tagen bei Kauf eines neuen Mazda zwischen 24. August und 23. September. Zulassung bis spätestens 30. Dezember 2017. Kombinierbar mit dem jeweils gültigen Mazda Eintausch- & Finanzierungsbonus. * Eintauschbonus in Höhe von € 1.000,– bei Kauf eines neuen Mazda CX-3 und Eintausch Ihres Gebrauchtwagens. Bei Finanzierung über Mazda Finance zusätzlich € 1.000,− Finanzierungsbonus. Vertragsabschluss bis 30. September 2017. Verbrauchswerte: 4,0 − 6,4 l/100 km, CO2-Emissionen: 105 − 150 g/km. Symbolfoto.


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