Andreas Raelert / Julien Dupont / Ewan McGregor / Flying Bach / Owen Wilson / Aksel Svindal / Danny MacAskill
OKTOBER 2011
DAS MAGAZIN ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
EUR 3,50
Wann wird’s endlich
Winter? THE ART OF FLIGHT
Der beste Snowboard-Film aller Zeiten macht Lust auf Schnee Jetzt auch als Free-App für das iPad!
Oktober 2011
MISSION POSSIBLE / Tom Cruise testet Vettels Red Bull F1 KEN ROCZEN / Vom Wunderkind zum MotoX-Weltmeister MTB DOWNHILL / Die Nordkette bringt Stars zum Weinen
Entwickelt aus neuen Ansprüchen. Der Audi Q3.
youtube.com/AudiQ3 Ein neuer SUV muss neuen Anforderungen gerecht werden. Darum arbeitet im Audi Q3 progressive Audi Effizienztechnologie: TDI®- und TSFI®-Motoren, StartStop-System und das optionale S tronic® Getriebe. Dazu verfügt der Audi Q3 auf Wunsch über die intelligenten Fahrerassistenzsysteme Audi side assist und Audi active lane assist. So sportlich und zeitgemäß kann ein kompakter SUV sein. Bereits bestellbar und ab 21. 10. 2011 bei Ihrem Audi Händler.
Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 5,2 – 7,7. CO2-Emission in g/km: 138 – 179. Symbolfoto.
Bullhorn
Willkommen! Die Web-Trailer waren monatelang heiß gelaufen, Associated Press tickerte einen ungewöhnlich ausführlichen Vorbericht um die Welt, und SnowboardFachmedien sprachen, nachdem sie vorab einen Blick auf den Film erhascht hatten, atemlos von „the essence of epic“. Am 7. September feierte in New York der unzweifelhaft mitreißendste Sport-Action-Streifen Weltpremiere, der je gedreht wurde: „The Art of FLIGHT“. Mit Travis Rice vor und dem kongenialen Curt Morgan hinter der Kamera. Und 3000 Leuten im Beacon Theatre am Broadway, die an diesem Abend ihr Ticket gegen nichts auf der Welt getauscht hätten. (Und es mangelte nicht an verlockenden Angeboten zum Tausch.) „Mister Morgans Mission“ heißt die Geschichte hinter den besten 80:37 Minuten aus rund 2600 Stunden gedrehten Materials, sie startet auf Seite 66. Isländer haben zwei sympathische Angewohnheiten. Erstens, sich von ihren populärsten Comedians regieren zu lassen (siehe Red Bulletin 08/11). Zweitens, Popmusik zu machen, und zwar in einer Menge und einer Qualität, die man einer ziemlich verloren im Nordatlantik liegenden 300.000-EinwohnerInsel eigentlich nicht zutrauen würde. Autor Alex Lisetz und Fotograf Hörður Sveinsson haben eine forensische Reise auf den Spuren des isländischen Pop-Wunders unternommen. Und sind dabei nicht nur der einzigen Discokugel der Insel begegnet, sondern auch Menschen, die es nicht immer leicht haben im Leben. Zum Beispiel Grímur Atlason, dem Organisator des großartigen Festivals Iceland Airwaves (übrigens, nächste Auflage: 12.–16. Oktober). Jede Menge richtig guter Musik ab Seite 60.
MEHR AM iPAD Dieses Symbol kennzeichnet Geschichten, die Sie in der GratisiPad-Ausgabe des Red Bulletin finden – mit zusätzlichen Bildern und Videos.
COVERBILD: SCOTT SERFAS. BILD: JOZEF KUBICA
Die etwas Gesetzteren unter uns haben Ewan McGregor Mitte der 1990er in „Transpotting“ Hautnaher recherchieren geht dann nicht mehr: kennengelernt. Eine Heirat, vier Kinder, die ÜberRed Bulletin-Autor Werner Jessner war Mitglied siedlung nach Hollywood und Filmküsse mit Scarlett des siegreichen Teams (MS Evil Racing) beim Johansson, Nicole Kidman und Jim Carrey später hat Nordkette-Downhill, als Halb- unter Vollprofis sich McGregor nicht nur seinen schottischen Akzent auf dem Bike. „Zuerst sagen sie, es ist unfahrbar, bewahrt, sondern auch einen bemerkenswerten Hang und dann brennen sie dir zwei Minuten auf.“ zur Normalität. Als er unseren Autor Chris Sullivan Sein Bericht erwartet Sie ab Seite 52. traf, um mit ihm seinen neuen Film „Perfect Sense“ zu besprechen, redeten die beiden stattdessen hauptsächlich über die reinigende Wirkung einer Motorradreise um die Welt, über Fixed-Gear-Bikes und andere Hauptsachen des Lebens. „Ich weiß nicht einmal, was ein Karriereplan ist“, ab Seite 46. Last, but not least: Mit dieser Ausgabe gibt es The Red Bulletin auch in der Schweiz. Das Magazin wird kostenlos in über 350 Szenestores, Top-Clubs und Restaurants sowie an Universitäten aufgelegt. Genaue Adressen erfahren Sie unter www.getredbulletin.com und über die Telefon-Hotline +41 329 22 00. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion
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Sony und „make.believe“ sind Handelsmarken oder registrierte Handelsmarken der Sony Corporation. Ericsson ist eine Handelsmarke der Telefonaktiebolaget LM Ericsson. XPERIA ist eine Handelsmarke der Sony Ericsson Mobile Communications. Android ist eine Handelsmarke der Google Inc.
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DIE WELT VON RED BULL
I N H A LT
IM OKTOBER
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BILDER: THOMAS HOEFFGEN, NORMAN KONRAD (2), GARTH MILAN/RED BULL CONTENT POOL, GRAEME MURRAY/RED BULL CONTENT POOL, MAURITS SILLEM, HÖRÐUR SVEINSSON, JEFFREY UFBERG/WIREIMAGE
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BODY+ MIND MORE
Bullevard
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14 KURZMELDUNGEN Michael Jacksons Monstermacher, Danny MacAskills Trick-Revolution und der Bleifuß des Brasilo-Wunderkickers Neymar.
32 STILLE WASSER Die schönsten Surfstrände der Welt – fotografiert vor Sonnenaufgang.
18 HERO: ZOLA JESUS Wer so heißt, braucht Selbstbewusstsein. Die US-Pop-Visionärin im Interview. 22 IM COCKPIT MIT TOM CRUISE Experiment: Steck einen Hollywoodstar ins Rennauto und schau zu, was passiert. 24 FORMEL: KUGELSTOSSEN Haben Sie den Dreh raus? So schleudert man Metallkugeln elegant in die Botanik. 28 (UN)GLÜCKSZAHLEN Diesen Monat: die größten Pechvögel der Sportgeschichte – vereint auf einer Seite.
42 BA-ROCK! Ohne Grenzen: Red Bull Flying Bach vereint Hochkultur und Breakdance. 46 SPRIT & SPIRIT Schauspieler, Abenteurer, Weltreisender: eine Begegnung mit Ewan McGregor. 52 BERGMEISTER Die trauen sich was! MTB-Downhill von der Innsbrucker Nordkette. 60 POP AUS EIS Kreativ-Insel Island. Auf Besuch im Land mit der höchsten Popstardichte der Welt.
Standards
66 MISTER MORGANS MISSION Inside „The Art of FLIGHT“. Der Mann hinter dem größten Snowboardfilm ever.
06 KAINRATHS KALENDERBLATT 08 FOTOS DES MONATS 98 IMPRESSUM
74 GO WEST Ken Roczen – der jüngste MotocrossWeltmeister und seine Mission Amerika.
82 Auf und davon Der Party-Guide für den Amsterdam Dance Event 2011. 84 Die weltbesten Köche Xavier Pellicer im Hangar-7. 85 Geschmack von Welt Wir kochen Hot Papaya. 86 Get the Gear Julien Duponts Ausrüstung für seine waghalsigen Motorrad-Tricks. 88 Workout Wie Ironman-Weltrekordhalter Andreas Raelert trainiert. 90 The World’s Best Clubs Zu Gast im „Zirca“ in Singapur. 92 Top Spots Wichtige Termine, weltweit. 94 Save the Date Top-Events in Österreich. 96 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV. 98 Kolumne Lebenshilfe mit Christian Ankowitsch. 5
K a i n r at h s K a l e n d e r b l at t
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ABGEBILDETES MODELL: MX88 | TAILLIERUNG: SCHAUFEL 128 mm – SKIMITTE 88 mm – SKIENDE 113 mm | LÄNGEN: 158 cm, R 15 m – 168 cm, R 17,5 m – 178 cm, R 20 m – 188 cm, R 22,5 m.
WWW.KAESTLE-SKI.COM WWW.KAESTLE-ADVENTURETOURS.COM
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(c) Brinkmann Henrich Medien GmbH Alle diese Daten und Logos sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte liegen bei der Brinkmann Henrich Medien GmbH, Heerstraße 5, D-58540 Meinerzhagen. Diese Logos dienen der Visualisierung der Testergebnisse der im Frühjahr 2009 durchgeführten Skitests. Diese Testergebnisse dürfen nicht verfälscht wiedergegeben, manipuliert oder verfälschend ergänzt werden. Ebenso darf außer der von der Brinkmann Henrich Medien GmbH getesteten Ski kein anderes Skimodell in redaktionellen Zusammenhang mit den anhängenden Logos gebracht werden. Wir hoffen, Sie in Ihrer Arbeit gut unterstützen zu können und stehen bei Rückfragen gerne zur Verfügung: Tel.: +49 / (0) 23 54 / 77 99 0 Fax: +49 / (0) 23 54 / 77 99 77 www.bhmg.de <http://www.bhmg.de> e-mail: info@sportcombi.de Mit sportlichen Grüßen Ihr BHM-Team
Chikin ha, Mexiko
Hi, FiscH?
bild: AAron Wong/SeAcAm
Die Cenoten, mit klarem Quellwasser gefüllte Höhlensysteme auf Yucatán (Mexiko), waren für die Maya heilige Stätten. Der Wasserspiegel bildet in der Mythologie die Grenze zwischen den Lebenden und Toten: Also vollzog auch die japanische Taucherin Ai Futaki, ehe sie in der Klasse „Free“ – ohne Sauerstoffflaschen – auf Rekordjagd ging, ein traditionelles Reinigungsritual, das sichere Rückkehr aus dem Reich der Toten versprach. Die Götter waren der Japanerin wohlgesinnt: Mit fast fischhaftem Durchhaltevermögen schaffte Futaki bei ihren Rekordtauchgängen 100 bzw. 90 Meter (mit/ohne Flossen). Und genoss es: „Mystisches Blau umgab mich, als ich in die Unterwelt glitt, und als ich an die Oberfläche blickte und die Sonnenstrahlen über mir sah, wollte ich gar nicht mehr auftauchen.“ Mehr über Ai Futaki unter: www.aifutaki.blogspot.com
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BUChUPUReo, ChiLe
standbild bitte!
bild: chriS burkArd/red bull illume
Es gibt gute Sportfotos, bessere Sportfotos und Sportfotos, die der 53-köpfigen Fachjury des Red Bull Illume-Fotocontests ehrfürchtiges Erstaunen abnötigen. Ein Beispiel für letztgenannte Kategorie: US-Surfer Peter Mendia im Match gegen die Wellen des Pazifiks, umschmeichelt vom Licht der chilenischen Morgensonne – das Red Bull Illume-Siegerfoto 2010. Die gute Nachricht: Auch die Plätze zwei bis fünfzig des weltgrößten Action- und Sportfotowettbewerbs können sich sehen lassen – in zwei Meter großen Spezial-Lichtboxen der Illume-Wanderausstellung oder (etwas weniger mondän) daheim am Computerbildschirm. Red Bull Illume – die Ausstellung: 14. bis 23. Oktober 2011, Waisenhausplatz, Bern, Schweiz; www.redbullillume.com
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bild: lucAS gilmAn/red bull content Pool
i Ro n wo o d, U Sa
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tea For one
Kajak-Ass Steve Fisher staunte nicht schlecht, als er im Black River in Michigan plötzlich das Gefühl hatte, in einer Tasse Tee zu paddeln (Tee mit Milch, versteht sich, Fisher fühlt als Südafrikaner eher der britischen Geschmackswelt zugehörig). Des Rätsels Lösung: Das teefarbene Wasser entsteht durch Ahornblätter, die ins Wasser fallen und deren Farbstoffe, sogenannte Anthocyane, ausgewaschen werden. Die „Milch“ liefert der Schaum, der infolge der zahlreichen Wasserfälle des Flusses entsteht. Seien Sie also unbesorgt: Hier handelt es sich keinesfalls um Umweltverschmutzung, vielmehr schwingt die Natur äußerst einfallsreich den Pinsel. www.stevefisher.com
www.peugeot.at
NEID RIDER
QR-Code scannen oder SMS mit RCZ an 0676/800918308 senden.
CO2-Emission: 139 –168 g/km, Gesamtverbrauch: 5,3 – 7,3 l /100 km.
PEUGEOT RCZ: aUCh miT 200 Ps.
PEUGEOT
RCZ
Bullevard Girl-Power Fast täglich bringen CastingShows neue Girlie-Groups hervor – verzichtbar. Hier die vier besten weiblichen Rock-Acts aller Zeiten.
KING OF SHOCK Kult-Regisseur John Landis und sein neues Buch. Der US-Regisseur hat mit seinem Kino-Hit „American Werewolf“ und dem Video für Michael Jacksons „Thriller“ die Kinder der 1980er Jahre das Gruseln gelehrt. „‚American Werewolf‘ ist ein Horrorfilm mit vielen Sex- und Gewaltszenen“, sagt Landis, „aber er ist auch lustig – deshalb lieben ihn die
THE RUNAWAYS 1975 gründete die 17-jährige Joan Jett die erste erfolgreiche All-Female-Rockband.
Leute heute noch.“ Nun veröffentlicht der 61-Jährige ein Buch über Ungeheuer in der Kinogeschichte. Fürchtet er sich eigentlich selbst vor ihnen? „Die ‚normalen‘ Menschen an der Schwelle zum Wahnsinn machen mir wesentlich mehr Angst.“ John Landis: „Monsters in the Movies“
Michael Jackson, umringt von John Landis’ Zombies.
THE BANGLES Die 80er-Ikonen etablierten den Typus „weiblich, selbständiger Popstar“ – ohne Machoproduzent.
SLEATER-KINNEY Dreckige Rockmusik mit feministischer Attitüde lässt Männerbands wie Knabenchöre wirken.
BILDER DES MONATS
MOMENT MAL!
DUM DUM GIRLS Sie stehen an der Spitze einer neuen Generation von weiblichen Punk-Popbands. www.wearedumdumgirls.com
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Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.
Crystal Springs Alexis Thompson zeigt vor, wie man sich am Golfplatz aus misslichen Lagen befreit. Christopher Vanderyajt
BILDER: REDFERNS (2), BERND MUELLER, KARL WALTER/GETTY IMAGES, THE KOBAL COLLECTION, FLORIAN G. SEEFRIED/GETTY IMAGES GETTY IMAGES/RED BULL CONTENT POOL, PR (3), PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENTPOOL (3), JASON HALAYKO/RED BULL CONTENT POOL
Beflügelndes in kleinen Dosen
Fremdgehen Wenn Promis kreativ ausfliegen:
Danny MacAskill: Industrial Revolutions Seine Filme gehören zur Allgemeinbildung: Über 2,5 Millionen Hits im ersten Monat lassen den neuesten Fünfminüter von Danny „Megaskill“ MacAskill nahtlos an die Erfolge der Vorgänger anschließen. Diente ihm in „Way Back Home“ das beschauliche Dunvegan auf Skye als Kulisse, macht er in „Industrial Revolutions“ eine stillgelegte Fabrik unsicher. Wie immer lautet die Frage bei Danny nicht: „Was ist fahrbar?“, sondern: „Womit rechnet garantiert keiner?“ Highlights diesmal: der U-Turn-Train und der Hochseilakt, wo er das Seil eines abgewrackten Krans entlangfährt, als wäre es ein Gehsteig (zu Fuß wäre er beinah runtergepurzelt). Wer es noch nicht gesehen hat: www.youtube.com Stichwort „Industrial Revolutions“ eingeben.
GISELE BÜNDCHEN Flipflop-Model Das 31-jährige brasilianische Topmodel kreierte für iPANEMA Flipflops eine Serie modischer Strandsandalen.
BJÖRN BORG Wäsche-Legende Der Schwede dominierte die Tenniswelt, brachte sein Vermögen durch und entwirft nun Unterwäsche.
RASANT Neymar: Ein FußballJungstar gibt Gas. Das 19-jährige brasilianische Supertalent steht auf den Wunschlisten von Real und Chelsea. In Salzburg ging es für den „neuen Robinho“ zur Sache: im KTM X-Bow, JetSimulator und Audi RS5. Dein Vorbild? Ich sehe mich manchmal immer noch als Fan – vor allem Robinho ist mein Idol. Deine Fans? Es fühlt sich nach wie vor ein wenig befremdlich an, selbst Aufmerksamkeit bei Menschen zu erwecken. Deine Fußballphilosophie? Mut zum Risiko und Freude am Spiel. Deine bisherigen Erfahrun-
LAPO ELKANN Brillen-Enkel „Mr. FIAT“ Gianni Agnelli hatte einen Lieblingsenkel. Dieser hat ein Faible für stylische Sonnenbrillen.
gen als Motorsportler? Ich hatte gar keine. Zunächst war ich echt nervös – das wurde aber mit Fortdauer des Fahrens immer besser. Das Highlight? Der gesamte Tag ist einfach unvergesslich. Aber mit einem Audi RS5 auf dem Red Bull Ring 200 km/h schnell zu fahren, das ist genial. Video der Highlights auf: de.redbulletin.com/neymar
Neymars Tag im Zeichen des Tempo- und Adrenalinrausches
DAS GEWINNERBILD
Seoul Das Red Bull Wings Team wird in Zukunft auch Südkorea Flügel verleihen. Jörg Mitter
Manchester Künstler N4T4 bringt etwas Farbe in die Backstein-Eintönigkeit der Industriestadt. Chris Keller-Jackson
Vigo Sergio Layos erntet anerkennende Blicke seiner Kollegen beim BMX-Event O Marisquino 2011. Oscar Carrascosa 15
b u l l e va r d
Zum bereits sechsten Mal wurden im Schweizer Luftraum eigentümliche Flugobjekte beobachtet: 40.000 Zuschauer unterstützten beim Red Bull Flugtag in Luzern die 48 Piloten bei deren Vor haben, die unweigerliche Wasserlandung so weit (und lange) wie möglich hinauszuzögern. Den Rekordflug des Tages über den Vierwaldstättersee markierte das Team „BlauWeiß“ mit 31,5 Metern. Der Gesamtsieg ging jedoch an „RustEze“ mit einem Boliden nach Vorbild des Animationsfilms „Cars“. 250 Stunden hatten die Arbeitskollegen am Fluggerät gebastelt, das nun trotz der Bruch landung folgendem Totalschaden vor dem Firmen gebäude in Buttisholz ausgestellt wird. „Rust Eze“Chefpilot Claudio Giger wird in Zukunft übrigens länger in der Luft bleiben – Hauptpreis in Luzern war eine Privatpilotenausbildung. www.redbull.ch/flugtag
Massen start (o.), Sieger team RustEze (re.)
Østerbø Wolfgang Seidl gewann den härtesten und extremsten Halb-Ironman. Aurlandsfjellet Xtreme Triathlon 16
Härter fliegen …
… mit Paul Guschlbauer, 27, dem Gesamtdritten bei den Red Bull X-Alps und zweitschnellsten Paragleiter beim Red Bull Dolomitenmann. Sein Vergleich der Härtetests. red bulletin: Jeder der beiden Bewerbe gilt als härtester der Welt … nun? Du hast beides probiert … paul guschlbauer: … kein Vergleich! Bei den X-alps musst du so lange wie möglich in der luft sein, stets höhe gewinnen und ausdauernd laufen. Beim dolomitenmann geht’s drum, so schnell wie möglich höhe zu verlieren. ein Sprint, sozusagen. Gibt es Materialunterschiede? der dolomitenmann-Schirm ist viel kleiner, um schnell fliegen zu können. Die Vorbereitung? als gleitschirmentwickler bin ich ohnehin sehr viel in der luft. im training für die X-alps bin ich zusätzlich tagelang gegangen, um die gelenke an die enorme Belastung zu gewöhnen.
Kassel Die Teilnehmer des deutschen Basketballevents durften sich in der JVA „Elwe“ frei bewegen. Stev Bonhage, Red Bull King of the Rock
Beim dolomitenmann gilt es, in der Vorbereitung kurze, intensive Sprints zu absolvieren und den Schirm ganz konzentriert zu packen, da zählt jede Sekunde. Die Risiken? haben immer mit dem Wetter zu tun. Bei den X-alps bin ich bei starkem Wind, Schneefall und auch bei gewittern geflogen, was das Flugverhalten des Schirms stark verändert. Die Belastungen? Beim dolomitenmann haben’s wir Paragleiter am einfachsten. Bei den X-alps stößt man an seine grenzen, wenn man zwei Wochen lang nur rund vier Stunden pro Nacht schläft und untertags ein bis zwei Stunden Pause macht. www.redbulldolomitenmann.com
Červený Kláštor Der Holztransport hat auf slowakischen Gewässern 900-jährige Tradition. Peter Brichta, Red Bull Král’ Pltí
Bilder: Nico Schaerer (3), PhiliPP SchuSter/red Bull coNteNt Pool, BergermarkuS.com/red Bull coNteNt Pool
Flug(fahr)zeug
BILDER: JOHN CARTER/PWA, GEPA PICTURES/RED BULL CONTENT POOL, REUTERS/ACTION IMAGES, CHRIS SCHOTANUS
B U L L E VA R D
KURZ & DENNOCH EINZIGARTIG
Sie schlugen zu: junge Premierensieger, erfolgreiche Wiederholungstäter und lebende Legenden.
SUI) fügte seiner TroBjørn Dunkerbeck (SUI) 41. WM-Titel hinzu. einen g mlun phäensam der Beim PWA-Event auf Sylt sicherte sich . 42-Jährige den Titel im Windsurf-Slalom Die Spanierin Gisela Pulido fixierte mit dem Sieg beim Beetle Kitesurf World Cup in St. Peter-Ording (GER) ihren bereits achten World-Tour-Titel.
Der gerade 17-jährige Carlos Sainz jr. (ESP) sicherte sich als jüngster Fahrer der Geschichte den Titel im Formula Renault 2.0 Northern European Cup.
Zehnkämpfer Trey Hardee (USA) konnte bei der Leichtathletik-WM in Daegu, Südkorea, mit 8607 Punkten seinen WM-Titel von 2009 in Berlin erfolgre ich verteidigen.
Leidenschaftlich anders.
Start, Performance.
Schneller volle der neue m{zd{ 3.
Um möglichst schnell zu starten, bringt ein Radfahrer die Pedale stets in die optimale Ausgangsposition. Mazda macht dasselbe mit den Kolben im Motor. Dadurch wird der Motor rasch und ohne Verzögerung gestartet und zwar so, als sei er die ganze Zeit weitergelaufen. Das ist es, was i-stop auszeichnet. Entscheiden Sie sich jetzt für den neuen Mazda3 und sichern Sie sich neben € 700,– Preisvorteil ein integriertes SANYO® TomTom® Navigationssystem im Wert von € 800,– gratis.* Mehr Stories und Infos zum neuen Mazda3 auf www.facebook.com/MazdaOesterreich
Verbrauchswerte: 4,3–7,6 l/100 km, CO2-Emissionen: 115–176 g/km. Symbolfoto. *
Aktion gültig bis 31. Oktober 2011, solange der Vorrat reicht.
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EISPRINZESSIN
ZOLA JESUS
Eisig, elegant und elektronisch: Die Musik der US-Amerikanerin klingt wie eine Opernaufführung am Nordpol – mit Kraftwerk als Begleitband.
Geburtsdatum/-ort 11. April 1989, Phoenix, Arizona, USA Eltern Musikgeschmack (Talking Heads) und Beruf (Jäger) ihres Vaters waren prägend: „In unserem Hof lagen ständig Tierkadaver herum.“ Künstlername Eine Kreuzung aus Émile Zola und Jesus Christus. Aus Provokation, nicht Religiosität Ausbildung Sie hat Philosophie und Französisch studiert.
Wunderkind, Ausnahmetalent, Pop-Visionärin – Zola Jesus ist solche Zuschreibungen gewohnt. Denn seit ihrem Debütalbum „The Spoils“ vor zwei Jahren liegt die Musikpresse der 22-jährigen US-Amerikanerin mit russischen Wurzeln zu Füßen. Aufgewachsen in der Einöde Wisconsins – ohne Internet, Fernsehen und Freunde –, hat sie als Siebenjährige Opernmusik entdeckt, mit dreizehn Dostojewski und Nietzsche gelesen. Einflüsse, die ihre Musik bis heute prägen. Es sind unterkühlte, elektronische Soundflächen, über die sie ihre ausgebildete Opernstimme legt. Ihre Songs tragen oft lateinische Namen, die Grundstimmung: melancholisch und düster. Das rührt auch daher, dass sie ihre Platten bisher immer in kalten Gefilden geschrieben hat, abseits jeglicher Zivilisation. Ihre drittes Werk „Conatus“ allerdings ist in Zola Jesus’ neuer Wahlheimat Los Angeles entstanden.
In ihrer Jugend hat Zola Jesus Puccini-Opern gehört und gesungen – bis sie als Teenager Punk und Elektronik entdeckte.
Zola Jesus: „Conatus“
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Obwohl ihre Platte unterkühlt klingt, zeigt Zola Jesus auf der Bühne, wie man rockt.
: Du lebst seit kurzem in Kalifornien. Sommerlich klingt das neue Album aber trotzdem nicht. : Ich habe mich vier Monate in meinem Schlafzimmer eingesperrt und die Songs geschrieben. Mit vorgezogenen Vorhängen, voll aufgedrehter Klimaanlage und Bildern von Eisbergen am PC-Monitor. Mich inspiriert der Winter – aber den gibt es in Los Angeles eben nicht. Warum bist du dann hingezogen? Weil ich geheiratet habe und mein Mann von dort nicht weg wollte. Einer der neuen Songs heißt „Hikikomori“, was im Japanischen „Einsiedler“ bedeutet. Ist das autobiographisch? Oh ja. Wenn ich nicht auf Tour bin, lebe ich sehr zurückgezogen, ich bin kein sonderlich soziales Wesen. Liegt das an deiner Jugend auf dem Land? Ich denke schon. Ich bin im Nirgendwo aufgewachsen, die nächste Stadt war eine halbe Stunde entfernt. Deshalb hab ich schon als Kind viel gelesen und Musik gemacht. Wenn du nicht von der Außenwelt abgelenkt wirst, kannst du dich als Person besser entwickeln. Wann hast du deine ersten Songs geschrieben? Mit sieben hab ich mit dem Klavierspielen und der Stimmausbildung begonnen, mit zwölf dann auch noch Gitarre gelernt. Das war ein wichtiger Prozess. Aber meine ersten eigenen Stücke geschrieben, meine ersten Drum-Beats programmiert hab ich dann erst mit 14 Jahren. Und es war magisch – das Songwriting liegt mir bis heute, ich kann mir nichts Besseres vorstellen. Für das neue Album hab ich innerhalb dieser vier Monate fast fünfzig Stücke geschrieben. Die besten elf sind am Album gelandet. Und sie sind allesamt sehr melancholisch ausgefallen. Hast du schon einmal einen Song in Dur komponiert? Manche meiner ganz frühen Stücke sind in Dur. Aber für mich fühlt sich diese düstere Stimmung einfach natürlicher an, zumindest derzeit noch. Mal sehen, wie sich mein neues Leben in Los Angeles auf die nächste Platte auswirken wird! Tourdaten und Soundproben auf www.zolajesus.com
TEXT: FLORIAN OBKIRCHER. BILDER: INDRA DUNIS, MARCKRAUSE.COM
Name Nika Roza Danilova
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ERGOMETER
Eine gute Saison in jeglicher Sportart baut auf einem soliden Fundament an Grundlagenausdauer auf. Pünktlich im Herbst werden daher die Ergometer wieder in Beschlag genommen.
Carnielli aus Vittorio Veneto in der italienischen Region Venetien baut seit 1908 Fahrräder und Fitnessgeräte. Die Cyclette stammt aus den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts, als die ersten Nachkriegsmenschen anfingen gegen das beginnende Wohlstandsbäuchlein anzustrampeln. Mit ihrem eleganten Stahlrahmen ist sie ein Design-Klassiker, der 20
genau so auch im Technischen Museum Wien steht. Der technische Aufbau ist simpel: Das Schwungrad wird mittels Kette angetrieben und per Filzblock abgebremst. Der direkte Durchtrieb ohne Freilauf macht das Fahren gewöhnungsbedürftig, vor allem bei geringem Widerstand. Pfiffig ist die Umsetzung der Trainingsintensität gelöst: Über eine Skala
an der nahezu Vespa-mäßigen Front wird der Widerstand in Steigungs-Prozent umgerechnet. Damit selbst die ärgsten Knechte den Bremsfilz beim Tritt in die Bakelit-Pedale mit Leder-Clips nicht zum Rauchen bringen, limitiert eine Feder, die dem Bremsmechanismus vorgespannt ist, die maximal mögliche Kraft. www.carnielli.com
TEXT: WERNER JESSNER
EISENPFERD CARNIELLI CYCLETTE, CA. 1950
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BILDER: KURT KEINRATH
PFERDELUNGE DAUM ERGO_BIKE PREMIUM 8i Das ergo_bike 8i des deutschen Spezialisten ist das Referenz-Modell für Athleten weltweit. Vom Triathleten bis zum Mountainbiker, vom Reha-Patienten bis zum Sprinter kann sich jeder seine gewohnte Fahrrad-Sitzposition millimetergenau nachbauen. Der elektronisch über eine leise Wirbelstrombremse gesteuerte Tretwiderstand lässt sich in 1-Watt-
Schritten bis auf 1000 Watt hochschrauben – ein Wert, bei dem noch der Stärkste zu weinen beginnt. Außerdem gibt es 28 elektronisch aktivierte Gänge. Sinnvolles Training kommt aus 154 programmierten und programmierbaren Trainingsmodi, die Herz- wie Trittfrequenz mit einberechnen, maßgeschneidert für bis zu vier Athleten. Eigentlich ist
der Daum ein Computer mit Clickpedalen: 64 MB Flash-Speicher, MP3-Player, USB, Bluetooth, Farbdisplay, Card-Reader … Natürlich kann man mit dem 8i auch via Internet gegeneinander fahren, auch auf echten Tour-de-France-Etappen. Für miese Form gibt es heute jedenfalls weniger Ausreden als noch 1950. www.daum-electronic.de 21
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„Gib Tom ein paar Tage Zeit, um ein Auto zu testen, und er wird sehr beachtliche Rundenzeiten liefern.“ Fahrlehrer David Coulthard über Fahr-Musterschüler Tom Cruise.
SpeedCruisen
Manche meinen sogar: Tom Cruise ist im F1-Boliden überzeugender als Cole Trickle im NASCAR-Auto („Tage des Donners“, 1990, mit Nicole Kidman und Robert Duvall).
es war eine generalstabsmäßig geplante top-secret-aktion, die am willow springs raceway eine stunde nördlich von los angeles über die Bühne ging: hollywoodsuperstar tom Cruise testete einen red Bull racing-Formel-1-rennwagen. Cruise hatte den 13fachen Grand-Prixsieger david Coulthard als Fahrlehrer an seiner seite, was man sich angesichts des Platzangebots nicht physisch vorstellen darf. und er hinterließ in der Box einen beeindruckten david Coulthard: „ich habe viele leute gesehen, die hatten jahrelang mit autos zu tun, aber keine ahnung davon, wie man einen rennwagen schnell bewegt. Bei tom Cruise ist das völlig anders. er ist ein echtes naturtalent.“ was ihn am meisten beeindruckte, sagt Coulthard, war Cruise’ Fähigkeit, zuzuhören, zuzusehen, zu lernen – und das Gelernte sofort umzusetzen: „tom hat sofort kapiert, worum es auf einer rennstrecke geht. dann ist er vier runden allein gefahren, runde für runde schneller. danach fuhr er einen längeren run, sogar mit einem kleinen dreher am ende, den er ziemlich cool so kommentierte: ‚der wagen fährt sich auf der strecke besser als im Kies.‘ der Bursche ist großartig!“ www.redbullracing.com
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text: anthony rowlinson. Bilder: Garth Milan/red Bull Content Pool, Chris tedesCo/red Bull Content Pool (3)
Wir kannten Tom Cruise als Held im Film. Nun kennen wir ihn als Held im Rennwagen.
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Die Outdoormarke aus Österreich.
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Formelsammlung
Die Welt ist eine Kugel
Doch wie weit kann sie beim Kugelstoßen geschleudert werden? Und wie hängen Flugbahn und Weite zusammen? Die Physik liefert die Antwort.*
bild: Michael Steele/Getty iMaGeS. illuStration: Mandy fiScher
Der Blick auf die Flugkurve im Kugelstoßen – hier Roman Šebrle (CZE) – enthüllt Erstaunliches: Die Weltrekordweite (Männer: 23,12 m) ist besser, als es die Theorie postuliert.
Kugelstoßen ist eine disziplin der starken frauen und Männer, doch neben der Masse ist vor allem der faktor Geschwindigkeit entscheidend. nehmen wir an, der athlet stößt die Kugel mit einer anfangsgeschwindigkeit v auf einer höhe h über dem boden weg. dabei schließt der Geschwindigkeitsvektor mit der horizontalen einen Winkel α ein. diese information genügt, um die flugbahn der Kugel zu berechnen. hilfreich ist, die bewegung in ihre horizontale und vertikale Komponente zu zerlegen. die horizontalgeschwindigkeit ist v · cos(α): die Kugel legt in der Zeit t den Weg x(t) = v · cos(α) · t zurück. anfänglich hat die Kugel eine Geschwindigkeitskompo nente v · sin(α) nach oben, die Gravitation wiederum zieht die Kugel nach unten. die Kugel fliegt also zuerst nach oben, erreicht ihren höchsten Punkt und fällt dann nach unten. innerhalb einer Sekunde nimmt ihr abwärtstempo um 9,8 m/s zu. die vertikale Position der Kugel wird beschrieben durch y(t) = h + v · sin(α) · t – (1/2) · g · t². die erdbeschleunigung wird mit g bezeichnet. Mit hilfe eines tabellenkalkulationsprogramms können wir die Position der Kugel alle 100 Millisekunden auf zeichnen. aus dem Schnittpunkt der bahnkurve mit der xachse können wir die Weite des Stoßes bestimmen. nun können wir die bahnkurve für verschiedene Winkel α darstellen. Überraschender weise ist der optimale Winkel, der zur maximalen Weite führt, nicht 45 Grad. das bekannte ergebnis aus den Physiklehrbüchern gilt nur, wenn abwurf und landehöhe in einer ebene liegen. beim Kugelstoßen ist die bahnkurve jedoch asymmetrisch: in unserem beispiel wird die Kugel auf einer höhe von 2,2 Metern losgelassen und landet auf null Meter höhe. daraus ergibt sich ein optimaler Winkel von 42 Grad. eine einfache formel liefert nun die maximale Weite. Summiere die zweifache kinetische energie und die potentielle energie und dividiere die Summe durch die Gewichtskraft: Rmax = (2Ekin + Epot)/m · g. Stößt der athlet die Kugel mit einer Geschwindigkeit von 13,6 m/s auf einer höhe von 2,2 m weg, steht die Maximalweite bei 21 m. aus Ekin = m · v²/2 und Epot = m · g · h ergibt sich R max = v²/g + h. aus diesen formeln lassen sich faust regeln zum Maximieren der Weite ableiten: lässt der athlet die Kugel um 10 cm höher los, kann er die Stoßweite um 10 cm ver längern. hat er überschüssige energie zur Verfügung, ist es besser, diese energie vollständig in kinetische energie umzuwandeln, als die Kugel anzuheben und deren potentielle energie zu erhöhen. Aktuelle Leichtathletik-Rekorde: www.iaaf.org * Prof. Thomas Schrefl unterrichtet und forscht an der Fachhochschule St. Pölten, Niederösterreich, und an der Universität Sheffield, Großbritannien.
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b u l l e va r d
Meine Welt
Owen Wilson
Der Schauspieler liebt seine Familie … und Frauen, die ihm Lieder widmen. Doch Treue kannte der Hollywood-Beau lange Zeit nur bei seinen männlichen Filmpartnern. Eröffnungsszene
Für immer und ewig
Owen Cunningham Wilson erblickte am 18. November 1968 in Dallas, Texas, als mittlerer Sohn von Laura und Robert Wilson das Licht der Welt. Owens Brüder sind alle in der Filmbranche tätig. Kein Wunder – die Mutter war Fotografin, und der Vater arbeitete in der Werbung und im öffent lichen Fernsehen. Owen war ein wohlerzogenes Kind, flog aber einmal von der Schule, weil er Geometrie-Testangaben gestohlen hatte.
Wilson gilt als wahrer Frauenheld, dem aufgrund seines Charmes und zahlreicher Bettgeschichten der Spitzname „KaramellbonbonHengst“ verpasst wurde. Sängerin Sheryl Crow war einst so bewegt von ihrer Beziehung mit Wilson, dass sie ihm den Song „Safe & Sound“ auf ihrem Album „C’mon, C’mon“ (2002) widmete. Die Eröffnungszeile, „Maybe this is forever“, erwies sich allerdings als nicht zutreffend.
Nicht ohne meine Brüder Owens älterer Bruder Andrew und sein jüngerer Bruder Luke sind ebenfalls Schauspieler. Andrew übernahm kleinere Rollen in verschiedenen Filmen, in denen auch seine Brüder mitwirkten. Seite an Seite erscheinen sie in „Bottle Rocket“, „Rushmore“ und „Die Royal Tenenbaums“. Der „wilsonistischste“ Film ist allerdings „The Wendell Baker Story“ – eine wenig beachtete Gaunerkomödie. Drehbuch: Luke. Regie: Andrew und Luke. Haupt rollen: Owen und Luke.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten Im August 2007 wurde Wilson ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei von Santa Monica vermutete einen Selbstmordversuch. Sein Anwalt gab später an, dass Wilson Antidepressiva eingenommen hatte, die er – je nach Auffassung diverser BoulevardZeitschriften – wegen Drogen- oder Beziehungsproblemen geschluckt hatte. Mittlerweile verläuft sein Leben wieder in geordneten Bahnen, und seine Freundin Jade Duell brachte im Januar Owens ersten Sohn zur Welt.
Männer freundschaft Einer seiner besten Kumpel im Showbiz ist Ben Stiller. Mit ihm spielte Wilson in zehn Filmen – von „Cable Guy“ (1996) bis „Meine Frau, unsere Kinder und ich“ (2010). Das sind drei mehr, als Frank Sinatra und Dean Martin schafften, aber 97 weniger, als Laurel und Hardy zusammen drehten. Hundebesitzer Wilson leiht auch öfter Tieren seine Stimme, wie die Filme „Der fantastische Mr. Fox“, „Marmaduke“ und „Marley & ich“ beweisen.
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Weggefährten 1990 lernte Wilson an der Universität von Texas Wes Anderson kennen. Bald darauf waren sie Zimmerkollegen und träumten davon, gemeinsam Filme zu produzieren. Seither sind der Schauspieler und der Drehbuchautor und Regisseur beruflich schier unzertrennlich. Wilson war bei drei von Andersons sechs Filmen Co-Writer und spielte in fünf von ihnen mit.
Mehr über Wilsons Filme auf: www.foxmovies.com
text: Paul Wilson. illustration: lie-ins and tigers
Wandelbar Zu Beginn des Jahres durfte Owen Wilson in zwei unterschiedlichen Hauptrollen seine komödiantische Vielseitigkeit demonstrieren. Im Animationsfilm „Cars 2“ leiht er Lightning McQueen seine Stimme, während er in Woody Allens „Midnight in Paris“ einen Drehbuchautor mimt, der in der französischen Hauptstadt in Tagträumen lebt, um endlich seinen ersten Roman zu beenden.
Der frühe Vogel Owens neuester Film „The Big Year“ läuft in Kürze in den heimischen Kinos an. Darin spielen er, Steve Martin und Jack Black Ornithologen, die miteinander weffeifern, wem es gelingt, in einem Jahr die meisten Vogelarten zu sichten oder zu hören. Klingt sonderbar, beruht aber auf einem Faktum: Der formlose „Big Year“-Bewerb gilt als heiliger Gral der US-Ornithologen. Der Rekord wurde 1998 mit 745 aufgestellt.
SALZBURGERLAND.COM
B U L L E VA R D
ZAHLEN DES MONATS
PECHVÖGEL
Das Leben ist hart – besonders für manche Sportler, die kurz vor ihrem größten Erfolg standen. Und ihn dann doch verpassten. Irgendwie.
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Matthew Emmons
Jürgen Hingsen
56 Nick Faldo stand am 1. Extraloch des Golf-Masters 1989 schon zum Gratulieren bereit. Nur ein lächerlich einfacher 56-cm-Putt trennte Scott Hoch vom begehrten „Green Jacket“. Der Amerikaner studierte für den wichtigsten Putt seines Lebens eine Minute lang den Break von allen Seiten … um den Ball deutlich am Loch vorbeizuschieben. Am nächsten Extraloch holte Faldo den Titel. Ein ähnliches Schicksal hatte Hoch bereits beim PGA Masters 1987 ereilt, als er aus drei Metern einen Dreiputt fabriziert und um einen Schlag das Stechen verpasst hatte. Besonders bitter: Ein Titel bei einem „Major“ blieb Hoch in seiner Karriere verwehrt.
Scott Hoch Helmut Winklhofer
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Chris Amon – geboren übrigens in Bulls, Neuseeland – gilt als bester Fahrer, der nie ein Formel-1Rennen gewinnen konnte. Fünfmal startete er aus der Pole-Position, doch immer wieder verhinderten meist technische Defekte den Sieg. Das ungewöhnlichste Malheur: In Monza 1971 lag Amon in Führung, wollte eine Schutzfolie vom Visier entfernen, riss dabei aber das gesamte Glas vom Helm und fiel auf Platz 6 zurück. Formel-1-Weltmeister Mario Andretti zu Amons Pechserie: „Wenn Chris Amon Bestattungsunternehmer geworden wäre, hätten die Leute aufgehört zu sterben.“
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Ohne Rundenverlust zog der 19-jährige US-Boxer Roy Jones jr. ins Halbmittelgewichts-Finale der Olympischen Spiele 1988 ein. Dort traf er auf den südkoreanischen Lokalmatador Si-Hun Park. In der zweiten Runde wurde Park angezählt, das ungleiche Trefferverhältnis lautete schließlich 86:32 für Jones jr. Dennoch werteten die Kampfrichter 3:2 zugunsten Parks – ein krasses Fehlurteil! Zumindest erhielt der spätere Weltmeister in vier Gewichtsklassen als technisch bester Boxer der 1988er-Spiele den Val-Barker-Pokal.
Chris Amon
Roy Jones jr.
4,4
Eigentlich hätte Sportschütze Matthew Emmons bislang bereits drei statt nur einer EinzelOlympia-Goldmedaille gewinnen müssen. In Athen 2004 schoss er im KK-Dreistellungskampf als überlegen Führender auf eine falsche Scheibe – Platz acht. Vier Jahre später lag der Amerikaner in Peking vor dem letzten Schuss mit 3,3 Ringen in Front, verfehlte mit desaströsen 4,4 Ringen das Schwarze – Platz vier. Sein Leitspruch „Alles im Leben hat einen Grund“ bewahrheitete sich bereits in Athen, als er bei der Athletenparty seine Schießkollegin Katerˇina Ku˚rková (CZE) kennenlernte, die er 2007 heiratete.
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Die Olympischen Sommerspiele in Seoul 1988 waren für Zehnkämpfer Jürgen Hingsen (GER) die ersehnte Gelegenheit, aus dem übermächtigen Schatten von Dauerrivale Daley Thompson (GBR) zu treten. Trotz einer Knieverletzung schien der dreimalige Weltrekordhalter bereit für die Goldmedaille. Doch der Wettbewerb endete für ihn, noch bevor er richtig angefangen hatte. Bei der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Lauf, fabrizierte Hingsen drei Fehlstarts und wurde disqualifiziert. „Ich habe heute noch Albträume, in denen ich glaube, die 100 Meter laufen zu müssen“, sagt Hingsen, über zwanzig Jahre danach.
TEXT: ULRICH CORAZZA. FOTOS: ROBERTO SCHMIDT/GETTY IMAGES, IMAGO (4), AUGUSTA NATIONAL/GETTY IMAGES
Fußball-Verteidiger erzielen selten Hattricks. In der Saison 1995/96 bezwang der für Germinal Ekeren (BEL) spielende Stan van den Buys in der Partie gegen RSC Anderlecht den eigenen Torhüter gleich dreimal. Endstand: 2:3 für Anderlecht. 1987 erzielte Bayern-München-Mittelfeldmann Helmut Winklhofer im Spiel gegen Uerdingen ein Traumtor aus 35 Metern, das sogar zum Tor des Monats gewählt wurde. Allein: Der Ball landete in der eigenen Kreuzecke. Weniger unglücklich fielen die 149 Eigentore von SOE Antananarivo gegen AS Ademo in der madagassischen Liga. Aus Protest über eine Schiedsrichterentscheidung spielte SOE nur noch aufs eigene Tor.
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Action
Stille WaSSer
Die berühmtesten Surf-Strände der Welt, wie sie noch nie fotografiert wurden – verwandelt fast bis zur Unkenntlichkeit, malerisch, unheimlich, surreal, mysteriös. Der britische Starfotograf Spencer Murphy lüftet das Geheimnis um seine Landschaften in den Schatten der Nacht. Text & Bilder: Spencer Murphy
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Cardiff–by–the–Sea, Kalifornien, USA Eines Nachts, auf der Rückfahrt von einer Fotosession zu meinem Motel, kam ich an Cardiff vorbei und sah das Meer, das von Scheinwerfern eines Fischrestaurants angestrahlt wurde. Ich musste den Wagen anhalten. Das grelle Flutlicht hatte den Strand in eine sur reale Mondlandschaft verwandelt, die Bewegung des Wassers verschwamm zu einem Schleier im Hintergrund. Ein phantastisches Bild.
Kalifornische SurfSpots werden oft abgebildet. Ich möchte sie so zeigen, wie sie noch keiner gesehen hat, mehr noch, sie fast bis zur Unkenntlichkeit verwandeln. Eine Methode: bei sehr wenig Licht fotografieren. Eines Abends auf dem Huntington Beach, unter dem Pier, an dem normalerweise die am heißesten umkämpften SurfWellen der Welt brechen, nahm ich dieses Foto auf – mit acht Minuten Belichtungszeit: Der Ort ist eingefangen, dennoch bewahrt das Bild eine Abstraktion, das südliche Los Angeles erhellt den Himmel in der Ferne.
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Mundaka, Baskenland, Spanien Das ist eine der Landschaften, die meine Begeisterung dafür entfachten, den Ozean mit langen Belichtungszeiten zu fotografieren. Ich verbrachte hier eine Woche damit, die besten Surfer der Welt in einem behelfsmäßigen Studio am Rande des BillabongProWettbewerbs zu porträtieren. Eines Abends kletterte ich auf die Felsen und sah hinunter zur Hafenstadt. Alles war ruhig und irgendwie schaurig erleuchtet. Die lange Belichtungszeit lässt das üblicherweise von Wellen bewegte Wasser still und flach erscheinen.
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Action
Bevor ich dieses Bild schoss, hatte ich den ganzen Nachmittag in meinem Mietwagen geschlafen, den ich im Schatten eines Baumes geparkt hatte, um auf den Sonnenuntergang zu warten. Schließlich ging ich die Klippen entlang dem Schein der Lichter des Atomkraftwerks ent gegen, das den Trestles Beach mit seinen gewal tigen Brechern vom San Onofre State Beach mit dessen freundlicheren Wellen trennt. Als ich dieses Foto aufnahm, war ich eine halbe Stunde marschiert, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Ich hatte auch keinen Pfad gesehen, der die Felsen hinaufführt. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich keine Ahnung hatte, wie sich die Flut hier verhält. Ich schoss also mein Bild, machte kehrt und sah zu, dass ich auf dem schnellsten Weg zurück zu meinem Auto kam. 36
Ein stiller Reef Break in der Nähe der Klippen von Moher, gegenüber den Aran Islands. Diesem Platz wird nachgesagt, der Geburtsort der irischen FolkMusik zu sein. Eines Morgens stand ich noch bei völliger Dunkelheit auf und fuhr auf den Parkplatz des Hafens. Jenseits der Strahlen der Autoscheinwerfer war das Meer noch nicht zu sehen. Als der Sonnenaufgang daranging, sein blaues Licht über den Atlantik zu ergießen, stieg ich aus der Wärme des Wagens in den kühlen Septembermorgen. Es ist schon immer wieder bemerkenswert, wie schnell Müdigkeit und Kälte von mir abfallen, wenn ich mich den Elementen aussetze und Fotos zu schießen beginne.
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Lahinch, County Clare, Irland Noch ein kleines Stück südlicher von Doolin Point an der Küste des Countys Clare liegt Lahinch, ein Städtchen mit einer Handvoll Pubs, von denen viele in den umgebauten Vorzimmern oder Garagen privater Wohnhäuser untergebracht sind. Selbst in der Trostlosigkeit, die hier außerhalb der SurfSaison herrscht, findest du Leute, die sich amüsieren. Nach einigen Pints Guinness spazierte ich eines Nachts den Strand entlang, im Schein des Mondes und der Straßenlaternen. Ich blickte zurück auf das Dorf. Es war nichts zu hören außer der Musik in der Ferne und dem Getrippel von Wasserratten.
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Biarritz , Frankreich Ich war in Anglet gewesen, um Surf- Legende Laird Hamilton zu porträtieren, und fuhr in dieser letzten Nacht mit dem Taxi nach Biarritz. Es war ein düsterer, verregneter Sonntagabend, die Stadt war menschenleer. Als das Wetter aufklarte, ging ich an den Strand und schoss dieses Bild der markanten Felsen, die an dieser Stelle aus dem Meer hervorragen.
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Spencer Murphy, geboren 1978, lebt in London. Seine Fotos erschienen in zahlreichen Magazinen und Zeitungs beilagen wie „Rolling Stone“, „Wired“ und „Guardian Weekend“. Außerdem sind seine Arbeiten in der National Portrait Gallery in London zu sehen. www.spencermurphy.co.uk
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Verheiraten J. S. Bach mit Breakdance: Pianist und Regisseur Christoph Hagel (li.), Choreograph Vartan Bassil.
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Breakdance und Bach, Hip-Hop und Hochkultur. Klingt unvereinbar. Doch die Berliner B-Boy-Weltmeister Flying Steps demonstrieren, wie gut es sich zu Barockmusik tanzen lässt.
! k c o R ! a B Text: Florian Obkircher, Bilder: Norman Konrad
Kronleuchter und Scheinwerfer sind gedimmt, es ist still. Jedes verhaltene Räuspern, Husten, jedes noch so leise Sesselknarren hallt durch das nächtliche Kirchengewölbe. Das Publikum blickt Richtung Altar, andächtig, gespannt. Dann erfüllt zarte Klavier musik den Raum. Eine leichtfüßige Melodie, die jeder kennt: die älteren Herrschaften im Raum als „Präludium CDur“ von Johann Sebastian Bach, das jüngere Publikum als piepsigen StandardKlingelton auf seinem Handy. Der Pianist blickt konzentriert auf das Notenblatt. Farblich hat er sich dem Flügel angepasst: schwarzes Haar, schwarzes Hemd, schwarze Jeans. Klassischer Künstlertyp quasi. Beim Spielen wippt sein Oberkörper vor und zurück, seine Augen gehen auf und zu. Er spürt die Musik, er atmet sie. So weit, so gut. Aufführungen von „Das Wohltemperierte Klavier“ kennt man hier am renommierten BachFestival in Leipzig. In dieser Stadt hat der BarockKomponist seine letzten Lebensjahre verbracht, dort zollt man dem Maestro jeden Som mer mit einer Konzertreihe Tribut. Eine CrossoverPerformance, wie sie das Publikum in der Peterskirche aber heute erleben soll, das ist selbst ausgewiesenen BachKennern neu. Mit einem Mal betreten sechs gut gebaute Männer in Schul uniformen die Bühne. Die Arme in die Hüften gestemmt, den Blick entschlossen geradeaus gerichtet. Sanft gleiten die Töne des Präludiums aus – unvermittelt prescht die „Fuge CDur“ los. Die Klänge wirbeln – und mit ihnen die Tänzer. Toprocks, harte Schrittfolgen, gewandte Sprünge, Sixsteps, akrobatische Tanzeinlagen. Tanzeinlagen, wie man sie vom Breakdance, vom HipHop kennt. Hier allerdings sind sie genau auf die klassische Musik abgestimmt. Je schneller die Tonfolge, desto schneller auch die Beinarbeit. Als die Fuge langsam ausklingt, dreht sich gerade einer der BBoys am Kopf. Eine halbe Minute lang, ohne Schwung zu holen, wie ein menschlicher Kreisel. Und kommt just beim letzten Ton zum Stillstand. Perfektion, die mit einem ersten schallenden Applaus belohnt wird. Und es wird bei weitem nicht der letzte bleiben.
Gerade diese präzise und kreative Abstimmung von Musik und Tanz ist es, die das Projekt Red Bull Flying Bach so einzig artig wie erfolgreich macht. Die Zusammenarbeit des Regisseurs Christoph Hagel und der vierfachen BreakdanceWeltmeister Flying Steps hatte im April 2010 ihre Premiere in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Seitdem ist jede Vorstellung ausver kauft, auch der Auftritt beim BachFestival in Montréal. Beim Semifinale des Eurovision Song Contest 2011 hatten sie einen Gastauftritt, bei der EchoVerleihung 2010 gewann Red Bull Flying Bach den KlassikSonderpreis. „Das war einer der besten Momente meines Lebens. Der Echo hat einen Ehrenplatz in unserem Tanzstudio in Berlin“, erzählt Choreograph und Tänzer Vartan Bassil stolz am nächsten Tag im Interview. An seiner Seite: sein kongenialer Partner Christoph Hagel. Er analysiert den Grund für den Erfolg des Stücks recht nüchtern: „Wir kennen sexy Geigerinnen, wir kennen einfalls losen Breakdance zu irgendwelchen klassischen Stücken. Nur wird dieser Crossover nie richtig gemacht, nie richtig ernst genommen. Wir haben viel Arbeit und Ideen in das Projekt gesteckt – deshalb kommt es beim Publikum an!“ Auf den ersten Blick könnten die beiden unterschiedlicher nicht sein. Der eine locker, ein Kumpeltyp im legeren HipHopOutfit, der andere ein exzentrischer Künstler mit schwarzem Hemd. Das zeigt auch die Begrüßung. Während der Kopf der Flying Steps zum kollegialen High Five ausholt, fragt der 52jährige Regisseur erst einmal fordernd: „Na, gibt’s heute wieder die Standardfragen?“ Trotzdem war es Liebe auf den ersten Blick zwischen den beiden, wie Hagel beteuert. „Ich habe einige Tänzer der Flying Steps bei einer Show in Berlin gesehen und war sehr beeindruckt. Da war eine unglaubliche Stimmung, eine neue Kraft im Raum. Dann lernte ich Vartan kennen, und wir verstanden uns auf
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Tanzgruppe Flying Steps in der Leipziger Peterskirche: Bachs Härte passt perfekt zur Körperlichkeit des Breakdance.
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Lovestory als Basis: Red Bull Flying Bach mit den Flying Steps.
Anhieb.“ Schon beim zweiten Treffen war ein gemeinsames Projekt beschlossene Sache. Kein Wunder: Hagel ist ein Fan von CrossoverUnternehmungen. Vor drei Jahren hat er Mozarts „Zauberflöte“ in einem Berliner UBahnhof aufgeführt, die Flying Steps gelten als Visionäre des Breakdance, tanzen etwa mit Roll schuhen, suchen ständig neue Ausdrucksformen. Gemeinsam mit Hagel wollten sie eine große Show entwerfen, sich erstmals der Herausforderung von klassischer Musik stellen. Auch wenn’s damals um die BachKenntnisse der Tänzer noch recht dürftig bestellt war. „Kurz vor der ersten Aufführung hat einer der Tänzer gefragt, ob denn dieser Bach auch zur Premiere kommt“, erinnert sich Hagel. „Und das war toll. Weil es gezeigt hat, wie lebendig, wie zeitgenössisch Bachs Musik heute noch ist.“ Warum er gerade „Das Wohltemperierte Klavier“ ausgewählt hat, liegt für den Regisseur auf der Hand. „Es war schnell klar: Strawinsky – Käse, Tschaikowsky – Käse. Das ist etwas für das klassische Ballett. Bach dagegen hat die Härte, die Frische, die Schärfe“, sagt er. Und die Fugen passten mit ihrer Länge zwischen zwei und sechs Minuten perfekt zu den kurzen, individuellen Tanzeinlagen der BBoys. „Das sind Formate, die auch heute noch in der Popmusik üblich sind“, sagt er. „Wir dürfen nicht vergessen, ‚Das Wohltemperierte Klavier‘ hat im frühen 18. Jahr hundert die gesamte abendländische Musik neu organisiert. Was Bach damals geschaffen hat, ist bis heute die Basis für alles – auch für Lady Gaga.“ Diese Frische, diese Härte Bachs auf Breakdance zu übertra gen, darin sah Choreograph Bassil seine große Herausforderung. Denn das Team wollte es sich nicht zu leicht machen. Statt sich die Rosinen unter den Fugen herauszupicken, entschieden er und Hagel sich dafür, strikt die ersten zwölf Präludien umzusetzen und dazu eine passende Geschichte zu finden. Einen roten Faden, eine Brücke zwischen den Noten und den Tanzschritten. Die Story: Während der Proben der BBoys schneit eine zeit genössische Tänzerin ins Studio und sorgt für Aufregung unter den Jungs. Einer verliebt sich in die von Yui Kawaguchi gespielte elegante Tänzerin, andere BBoys missgönnen ihr die Aufmerk samkeit. Es ist eine Tragödie, voller Liebe und Schmerz, voller Witz und Tiefe. Eine Tragödie ohne Worte, dafür mit imposanter Körper sprache. Doch: Wie setzt man Fugen in Tanzbewegungen um? „Teilweise haben wir das ganz konkret gemacht, Note für Note fast mathematisch auf Bewegungsabläufe übertragen“, erklärt Hagel. „Aber oft war das nicht sinnvoll. Die Fuge in CisDur, eine sehr komplizierte, haben wir ganz genau umgesetzt, zwei
„Was Johann Sebastian Bach im 18. Jahrhundert geschaffen hat, ist bis heute die Basis für alles – auch für Lady Gaga.“ Wochen daran gearbeitet, dann aber erkannt, das ist ein Overkill für die Augen, das versteht kein Mensch. Deshalb haben wir die Schrittfolge wieder vereinfacht.“ Auf der anderen Seite gab’s Stücke wie die „Trauerfuge“, bei denen das Team „vertikal“ arbeitete, wie Hagel das nennt, in die Tiefe. „Nicht jede Stimme der Fuge zu tanzen, sondern zu sagen, worum es in der Fuge geht. Wir wollten die Ewigkeit darstellen und fanden schließlich in Zeitlupenbewegungen die beste visuelle Umsetzung.“ Beide betonen häufig, wie gut die Proben liefen. Wie harmo nisch es war, wie gut die Kommunikation funktionierte. Und beweisen prompt mit einem kleinen, zwinkernden Zank, dass Har monie immer relativ ist, wenn zwei Künstler zusammenarbeiten. Vartan: „Rein tänzerisch, von den Moves her, haben wir uns immer mit Christoph beraten.“ Christoph: „Oft hab ich auch gesagt, nein, das müsst ihr anders machen. Im dMollPräludium hat es sich auch bewährt, dass ihr genau den Wellen folgt.“ Vartan: „Na ja, dann gab’s aber auch viele meiner Vorschläge, die sich bewährt haben. Du hast oft gesagt, das ist zu viel Sport. Und ich hab dir versichert, nein, die Leute wollen das.“ Christoph: „Wann hab ich gesagt: ‚zu viel Sport‘? Ich hab die Powermoves für die ‚Toccata‘ am Schluss doch selber aus gewählt!“ Vartan: „In der einen Szene, wenn Gengis von der Treppe springt. Du wolltest weniger Action, aber jeder liebt die Szene.“ Diese beiden Szenen sind es letztlich auch, die in der Peters kirche den größten Applaus einfahren. Gerade wenn bei der „Toccata“ am Ende alle Tänzer gemeinsam auf der Bühne sind und nacheinander ihre atemberaubenden, die Gravitation schein bar außer Kraft setzenden Solos aufs Parkett legen, wenn Bachs Musik mit elektronischen Beats auffrisiert wird, wenn sich das Tempo der Vorstellung auf seinen Höhepunkt zubewegt, dann hält es keinen im Publikum mehr auf seinem Stuhl. Die Bach Spezialisten nicht und die HipHopKids schon gar nicht. Sein schönstes Erlebnis, so erzählt Hagel abschließend, sei eine Begegnung nach einer Show in Berlin gewesen. „Eine sehr gepflegte ältere Dame kam auf mich zu und sagte, sie finde die Kunst dieser jungen Leute so ehrlich. Dann dreh ich mich um, und da steht ein kleines Mädchen mit BaseballCap und fragt: ‚Gibt’s denn diese BachMusik auch auf CD?‘ Das ist natürlich der Traum von CrossoverProjekten. Dass die verschiedenen Schichten das andere sehen und schätzen.“ Red Bull Flying Bach in deiner Nähe: 21. – 23. Oktober, Schiffbau Zürich; 5./6. und 12./13. November, Burgtheater Wien. Tickets: www.redbullflyingbach.de
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Sprit&Spirit Ewan McGregor an den Enden der Welt.
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Er sieht aus wie ein Schuljunge und reitet die Kanten der Welt: auf dem Motorrad durch russland, mit der pulle durch die Nacht, mit Eva Green in die Endzeit. the red Bulletin sprach mit Hollywoods wahrem Actionhelden.
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Text: Chris Sullivan, Bilder: Kurt Iswarienko/Trunk Archive
eigen Sie zu Neid? Dann lesen Sie jetzt besser nicht weiter „Das Leben ist gut“, lächelt Ewan McGregor. „Und ich hab’s am besten getroffen: Ich hab eine großartige Frau, vier tolle Kinder und den besten Job der Welt.“ Kein Zweifel, der Vierzigjährige residiert im schauspielerischen Olymp, arbeitete mit großen Regisseuren wie Sir Ridley Scott, Tim Burton, Woody Allen und Roman Polanski, spielte Hauptrollen in Kassenschlagern wie der „Star Wars“-Trilogie, Episode I bis III, und „Illuminati“, hatte dennoch die Courage und den Willen, auch kleinere, interessantere Filme zu machen wie „I Love You Phillip Morris“, „Männer, die auf Ziegen starren“ und „Blown Apart“. Er tauschte Leinwandküsse mit Scarlett Johansson, Nicole Kidman und Jim Carrey. Ewan McGregor ist ein Superstar. Und dabei bescheiden. Und freundlich: „Es ist schon komisch, ich hatte nie einen Karriereplan. Ich weiß nicht einmal, was das ist. Es lief alles wie von selbst, in einem natürlichen Tempo, und irgendwie passte alles zusammen.“ Nein, wir sind nicht neidisch. „Schnell auf Holz klopfen!“, schiebt McGregor nach und dann: „Der einzige Nachteil meiner Arbeit ist: Ich bin immer wieder lange von meiner Frau und meinen Kindern getrennt. Das ist hart, wirklich hart.“ Für seine Frau Eve und seine vier Töchter (zwischen neun Monate und fünfzehn Jahre alt) nimmt er sich jetzt eine Auszeit – nach zwei Jahren Filmerei ohne echte Pause. Die Werbetrommel rührt er trotzdem, für seinen neuen Streifen „Perfect Sense“. Das hatte er Regisseur David Mackenzie versprochen. „Das musst du einfach tun, Ewan“, hatte der gesagt. „Wenn du einen Film machst und du willst, dass die Leute den auch anschauen, brauchst du Presse.“ So ist das. Das Los des Schauspielers. Deswegen hier „Perfect Sense“ in einem Satz: Michael (Ewan McGregor), Chefkoch eines vornehmen Restaurants im schotti-
schen Glasgow, verliebt sich während einer weltweiten Pandemie, die den Menschen alle Sinne raubt, in eine schöne Epidemiologin (Eva Green). (Wie’s ausgeht, verraten wir nicht.) Hat jedenfalls was Bedrückendes. „Ich finde den Film nicht düster“, sagt McGregor mit seinem weichen schottischen Akzent, den auch zwanzig Jahre fern der Heimat nicht wegschleifen konnten, „ich denke, es ist eine schöne Liebesgeschichte zwischen zwei Leuten in ihren Dreißigern. Beide haben schon einiges hinter sich und zögern sehr, sich auf etwas einzulassen.“ Und das mit der apokalyptischen Krankheit? „Diese Lovestory geschieht vor dem Hintergrund einer Welt, die ihre Sinne, ihren Sinn verliert – eine Metapher für die Liebe –, was eine unvorstellbare Katastrophe ist. Natürlich ist meine Figur der Inbegriff des Optimismus: Während alle ihren Geschmacks- und Geruchssinn verlieren, glaubt Michael fest daran, dass ein Restaurant funktioniert.“ Im Rahmen seiner Vorbereitungen musste McGregor in der Küche lernen. Mehr Gefallen fand er jedoch an einem Hobby seiner Figur. „Michael fährt Fixed-Gear-Bikes. Also Fahrräder ohne Gangschaltung, wie sie bei Bahnrennen eingesetzt werden. Ich habe gelernt, mit so einem Ding umzugehen, und es hat mich gepackt. Ich konnte nicht aufhören, an dem Fahrrad rumzufummeln.“ Ja? „Die Dreharbeiten sind jetzt gut ein Jahr vorbei. Koch bin kein toller. Aber ich kann ziemlich geile Fahrräder bauen.“ Ewan spricht sich in Fahrt (und genießt es ganz offensichtlich, über etwas anderes als die Schauspielerei zu reden): „Es hat seither nicht aufgehört. Ich habe mittlerweile vier oder fünf Räder aufgebaut. Die meisten mit starrem Gang. Du musst wissen: Das eine Art von Kunst. Auf eBay finde ich alte Rahmen. Du kannst
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„Unser Gastgeber hieß igor. Beim Dinner gestikulierte er mit Gitarre und Maschinenpistole.“
die Dinger gestalten, wie du willst. Und dann fährst du damit zum Einkaufen.“ Eine Menge Bastelarbeit für die Fahrt zum Supermarkt. Oder gibt’s Ewan McGregor auch in Lycra beim Kilometerfressen? Er lacht: „Oh nein! Ich radle im Regent’s Park, wenn ich in London bin. Aber nicht in Lycra. Andererseits: ein langer Fahrradtrip quer durch ein Land? Würde mich schon reizen.“ Eigentlich typisch McGregor. Der Mann ist für sein ZweiradFaible bekannt. Das begann, als er sechs war. „Mein Vater organisierte damals diese Wohltätigkeitsaktion, bei der ein Kind eine Honda Monkey fahren durfte“, erinnert er sich. „Die ließen mich mal probieren. Und weißt du, was? Das war der Hammer! Ein Motorrad fahren. Dieses Gefühl ist überwältigend. Bis heute.“
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onsequenterweise war es ein Bike, eine BMW R 1150 GS Adventure, mit der der Hollywoodstar im Jahr 2003 rund um die Welt fuhr. Gemeinsam mit einem Freund, dem Schauspieler Charlie Boorman, startete er in London, fuhr Richtung Osten durch Europa und Asien, flog rüber nach Alaska. 108 Tage später kamen die zwei Mimen in New York an: bärtig, zerschrammt und ziemlich durcheinander. Die Aktion bekam den Titel „The Long Way Round“ und wurde als TV-Serie und auch als Buch ein großer Publikumserfolg. McGregor kratzt sich am Kinn: „Ursprünglich wollten wir nach China. Aber dann dachte ich: Warum hier aufhören? Lass uns um die Welt fahren.“ Klar doch. „Bei dem Trip ging es um Abenteuer und darum, von allem wegzukommen. Wir fuhren von London nach Magadan im Osten Russlands, und es wurde immer seltsamer, je weiter wir vordrangen. Wie die Menschen dort lebten. So einfach, pur, nicht verseucht. Spirituell und in anderer Beziehung.“ Die zweite Etappe führte dann ja von Alaska nach New York. „Das hatte definitiv eine andere Wirkung. In Anchorage gibt es diese gigantischen Supermärkte mit all dem unglaublichen Zeug.“ Fazit?
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„Ich sehnte mich ans Ende der Welt zurück, nach Sibirien oder in die Mongolei, nach den Leuten, die all den westlichen Kram nicht brauchten.“ Alle – bis auf Igor, den unsere beiden Biker in der östlichen Ukraine trafen. Igor war wild entschlossen, jeglichen Luxus anzuhäufen, den der Westen hervorgebracht hatte. „Er lebte in einer Villa mit Stahltoren und sah aus wie Robert De Niro in ‚Der Pate II‘“, erzählt McGregor. „Wir saßen in Igors Küche, da taucht ein Monster von einem Mann auf, legt sein Halfter mit der 9-Millimeter-Knarre ab und beginnt mit unserem Gastgeber zu diskutieren. Das zog sich bis zum Abendessen hin. Igor fuchtelte abwechselnd mit einer Maschinenpistole und einer Gitarre rum. Worum es ging, weiß ich nicht genau. Igor behauptete jedenfalls, sein Geld mit dem Verkauf von Küchenkesseln und Kühlschränken zu verdienen. Wenn er das wirklich tat, muss er verdammt viele verkauft haben.“ Drei Jahre später waren Boorman und McGregor wieder auf Reisen, von John O’Groats an der Nordspitze Schottlands zum Kap Agulhas an der Südspitze Südafrikas: „The Long Way Down“, wieder ein Buch und wieder eine TV-Serie und wieder ein Erfolg. „Ich liebte das Reisen in Afrika“, sagt Ewan. „Der Trip war wirklich kathartisch.“ Schau, schau, der Mann lehnt sich altgriechisch an. Wer anderer hätte jetzt so was Triviales wie „reinigend“ gesagt. „Na ja, du hast deinen Helm auf dem Kopf und bist für Stunden absolut allein. Ein Teil deines Gehirns erledigt das Fahren. Der Rest ist frei und schweift umher. Da tauchten all diese Dinge vor mir auf: alte Beziehungen, meine Schulzeit, mein erster Job als Schauspieler. Es gab keine großartigen Offenbarungen, aber es war wunderbar luxuriös.“ „Luxus“ in Afrika also. „Wir hatten für jedes Land einen Mann, der im Notfall alles richten konnte, bei Bedarf Security, und wir vermieden die gefährlichen Gebiete. Aber mit ‚Luxus‘ meine ich eigentlich: Wir alle stecken bis zum Hals in Arbeit und schauen nicht auf, genießen das Leben nicht. Als wir auf unserem ersten Trip in der Mongolei waren, kam ja schon Panik auf, wenn wir ein wenig hinter dem Zeitplan herhinkten. Aber jetzt schaue ich zurück und denke: ‚Um Gottes willen, mach die Augen auf, schau, wo du bist, und genieß es.‘ Das ist eine Lektion fürs Leben.“ Schon während seiner ersten Motorrad-Weltreise begann McGregor mit der UNICEF zu arbeiten, mittlerweile ist er ein Botschafter der Kinderhilfsorganisation. „Ich liebe die Arbeit der UNICEF. Ich treffe die Kinder gern, und ich mag die Leute, die ihr Leben der Hilfe für Kinder widmen. Ich finde sie sehr inspirierend. Sie arbeiten mit Regierungen und gehen die Dinge an, unter denen Kinder leiden: Missbrauch, Aussetzung, Hunger, medizinische Probleme. Aber aus irgendeinem verrückten Grund respektieren Politiker, die Presse und
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ein paar andere Leute die Meinung von Schauspielern. Es wäre eine Schande, dieses Privileg nicht zu nutzen.“ Gut Privileg braucht Weile. McGregor wurde am 31. März 1971 im schottischen Perth geboren. Seine Eltern, beide Lehrer an einer staatlichen Schule, erzogen ihn im nahen Crieff. Ins Kino ging er zum ersten Mal 1977. Gerade sechs Jahre alt, sah er dort seinen tollen Schauspieler-Onkel Denis Lawson als Luke Skywalkers Fliegerkumpel im ersten „Star Wars“-Zyklus. Damit war klar: Ewan wollte Schauspieler werden. Sein Bruder verstand den Film etwas anders und ging zur Royal Air Force. „Mein Bruder hat einen richtigen Job“, ließ McGregor den „Daily Telegraph“ 2006 wissen. „Er fliegt mit 800 Stundenkilometern 60 Meter über Grund … während ich zum Brötchenverdienen Make-up auflege.“ In der Schule zeigte McGregor kein Interesse am dramatischen Fach, kam aber mit sechzehn zum Perth Repertory Theatre, besuchte dann die Guildhall School of Music & Drama in London. „Ich wollte nicht eher spielen, bevor ich es richtig konnte“, erklärt er. „1993 verließ ich die Schule und startete in der sechsteiligen TV-Serie ‚Lippenstift am Kragen‘. Das Drehbuch stammte von Dennis Potter. 1994 drehte ich meinen ersten Film, ‚Kleine Morde unter Freunden‘, mit dem Regisseur Danny Boyle. Da war ich 23, und seither habe ich immer Film gemacht.“ „Kleine Morde unter Freunden“ war der Blitzstart zu McGregors Karriere. Zwei Jahre später legte er mit „Trainspotting – Neue Helden“ den höchsten Gang ein. Er spielte den nettesten Junkie und Drogendealer in der Geschichte des Kinos. „‚Trainspotting – Neue Helden‘ erzeugte einen unheimlichen Wirbel“, sagt Ewan. „Aber ich stehe dazu: Das ist kein Pro-Drogen-Film. Es geht um das Leben, das diese Leute führen.“ Keine Frage der Moral? „Ich traf diese Leute in Soho. Sie luden mich ein, mir mit ihnen einen Schuss zu setzen“, erinnert er sich. „Ich sagte so was wie ‚Ähm, na ja, ich mache das nicht. Ich stell das schauspielerisch dar.‘ Die waren regelrecht angewidert von mir und meinten: ‚Wir schauspielern hier nicht, Alter, wir machen Ernst.‘“ Nach „Trainspotting“ gab McGregor in „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten“ und „Little Voice – Die Stimme ihres Lebens“ den scheuen, sanftmütigen Romantiker. Das GlamrockDrama „Velvet Goldmine“ sah ihn als leicht abgewandeltes, phantastisches Ebenbild von Iggy Pop (was der Musiker übrigens dennoch nie autorisierte). Dann kam „Star Wars“. „Ich folgte dem großen Alec Guinness, und das bedeutete eine Riesen-Verantwortung“, sagt McGregor. „Es war schwierig, als junger Mann eine Figur zu sprechen, deren Stimme in der Alter-Mann-Version Millionen von Menschen kennen – und das alles mit einem Laserschwert in der Hand.“ Die Übung gelang. McGregor landete in der Oberliga des Film-Business. „Dougray Scott drehte ‚Mission: Impossible II‘, ich drehte ‚Moulin Rouge‘, wir waren beide in Sydney, und wir zogen um die Häuser, dass es nur so krachte“, erinnert er sich. Auch an den Kater. „Später kam ich zurück nach Sydney, um die ‚Star Wars‘Episoden zwei und drei zu machen. Nüchtern sah ich die Stadt in einem komplett anderen Licht. Ich muss sagen: Der zweite Besuch war besser und viel leichter zu managen.“ „Der Hauptgrund, weshalb ich mit dem Sprit aufhörte“, sagt McGregor, der seit elf Jahren keinen Drink mehr angerührt hat, „lag darin, dass ich immer unglücklich war. Je mehr ich trank, desto unglücklicher wurde ich. Außerdem funktioniert es nicht, ein guter Vater, ein guter Ehemann, ein guter Schauspieler und ein toller Trinker zu sein. Eines musste aufhören. Und das Trinken war bei weitem das entbehrlichste.“ 50
„Mach die Augen auf, schau, wo du bist – und genieß es.“ Nach „Perfect Sense“ kann McGregor jetzt präsentieren, was in zwei Jahren pausenloser Arbeit entstand: vier verschiedene Rollen in vier sehr unterschiedlichen Filmen. Er ist ein langweiliger, zugeknöpfter FischereiWissenschaftler in „Lachsfischen im Jemen“ mit Emily Blunt, ein Vater mitten im Tsunami-Chaos in „The Impossible“ an der Seite von Naomi Watts. Im Action-Streifen „Haywire“ jagt McGregor eine Attentäterin, und er führt die königliche Garde in „Jack and the Giant Killer“, einer Fantasy-Interpretation des Märchens von Jack und der Bohnenranke. „Dein Job als Schauspieler besteht darin, so viele verschiedene Menschen wie möglich zu sein“, sagt er. „Es ist reizvoll, all diese verschiedenen Herausforderungen zu haben. Das hält die Sache interessant.“ Doch nun, wie gesagt, ist Pause angesagt. Vier Monate auf jeden Fall. Zeit für die Familie, Zeit für neue Abenteuer. Zieht es ihn wieder in die Ferne? „Allein? Mit dem Gedanken freunde ich mich nicht an. Aber Paragliding: das fasziniert mich. Näher kannst du dem Gefühl, ein Vogel zu sein, nicht kommen. Dabei ist alles natürlich. Ein Surfer liest das Meer, du liest die Luft. In den nächsten Monaten schau ich mir das an.“ Behalten wir also besser mal den Himmel im Auge. „Perfect Sense“ – der Filmtrailer auf: www.sigmafilms.com
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Berg meister Steil, eng, ausgesetzt, eigentlich unfahrbar: Die Innsbrucker Nordkette bietet perfekte Bedingungen fĂźr ein Rennen, das die besten Downhiller der Welt nicht mehr vergessen werden.
Text: Werner Jessner, Bilder: Jozef Kubica und Tommy Bause
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Ein Team-Bewerb von der Seegrube runter auf die Hungerburg, das ist Nordkette Pro. Links im Bild: Luke Strobel (USA) vom siegreichen Team MS Evil Racing.
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Oben hochalpin, dann eng und verblockt, unten schnell und wurzelig: Auf rund zehn Minuten Fahrzeit vereint der Trail alles, was Downhill ausmacht. Kleines Problem: Nach drei Viertel der Strecke gehen die Scheibenbremsen in die Knie.
Der Singletrail von der Nordkette ist kein Bikepark, kein Spielplatz, keine Kinderjause. Dass der Berg immer stärker ist, musste auch Thomas „Professor“ Schmitt einsehen, schnellster Amateur im Feld. Die Dichte an Ellbogenschützern stieg mit Fortdauer des Wochenendes deutlich an.
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ranz Baumann stand da und schaute. Ein bisschen stolz war er, aufgeregt und doch auch nervös. Einen guten Job bei einer Baufirma hatte er aufgegeben, um sich mit einem eigenen Büro selbständig zu machen. Überraschend hatte der Architekt, gerade einmal 35 geworden, mit seinem Vorschlag die Ausschreibung zum Bau der Stationen der neuen Nordkettenbahn von der Höttinger Hungerburg aufs Hafelekar gewonnen. Sein Vorschlag, so die Bauherren euphorisch, „stellt das Zusammenspiel zwischen Natur und Technik perfekt dar“. Als er im Juli des Jahres 1927 da so auf der Hungerburg über den Dächern Innsbrucks stand und hinaufschaute auf Seegrube und Hafelekar, schauderte ihm vor der Courage aller Beteiligten, einschließlich seiner eigenen. Natürlich waren die Tiroler ein wildes Bergvolk, natürlich war das Leben am Land Ende der zwanziger Jahre kein Ponyhof. Trotzdem: 1040 Meter Höhenunterschied auf nur 2885 Meter Streckenlänge: Nie zuvor war Baumann dermaßen klar gewesen, dass die Nordkette weniger ein Gebirgszug ist denn eine Wand, die sich vom Inn bis hoch an den Horizont zieht. Ganzer Karawanen von Trägern bedurfte es, Tagelöhnern, Knechten, Waisen, Söhnen aus der nahen Umgebung und der ferneren, um das Material auf die Seegrube und weiter aufs Hafelekar zu schleppen. 70 Kilo wurden jedem Mann aufgeladen, eine Tagesschicht waren zwei Touren auf den Berg, zweitausend Höhenmeter rauf, zweitausend runter. Der Steig, den diese Karawanen austraten, verlief in der Direttissima, der kürzeste Weg auf den Berg, kaum mehr als vier Kilometer lang, in kleinen Serpentinen bergauf, Schritt für Schritt. Erst durch Fichtenwald und kleine Lichtungen, dann durch Mischwald, schließlich flache Latschenfelder, die sich mit zunehmender Höhe ausdünnten, um oberhalb der Waldgrenze Almwiesen Platz zu machen, durchschnitten immer wieder von den Schüttkegeln grober Steine, die die Berge an ihren Flanken abwerfen. Eine gewaltige Schinderei war im Gange in diesem Sommer, wuselnde Ameisen auf diesem letzten Ausläufer des Karwendel, um ihm ein Stück seiner Unberührbarkeit zu entreißen. Schon am 6. Juli 1928, kaum ein Jahr nach Baubeginn, fuhr die erste Seilbahn von der Hungerburg auf die Seegrube. 83 Jahre später ist es in der Seilbahn noch immer still, wenn sie unten auf der
Auswärtige hAtten Auf der nordkette keinen AuftrAg. der Berg wAr grAusAm zu ihnen, und mAnchmAl wAren es Auch die Vertrider.
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Hungerburg losfährt. Die Touristen halten sich an den Griffen fest, ein paar filmen, die Einheimischen beobachten die Wolken: Braut sich was zusammen über dem Patscherkofel? Kündigen die Wolken über dem Brenner Föhn an? Spätestens gegen Mitte der Fahrt, noch bevor der Lawinenkegel ins Sichtfeld rückt, hat irgendwer den Trail unter der Bahn bemerkt, auf dem sich ein Mountainbiker abstrudelt, er folgt dem Steig der Träger von 1927. Kann man hier überhaupt fahren, fragen sie die Typen, die ihre Fahrräder mit in die Kabine gebracht haben, und die antworten darauf, klar, natürlich kann man das. Das ist der Nordkette Singletrail, noch nie gehört? Verrückt, sagen die Touris dann, und oft kichern sie. Die Tiroler, dieses wilde Bergvolk, der Reiseführer hatte tatsächlich nicht zu viel versprochen. Dann bitten sie um ein Foto für die Lieben daheim. Mitte der Neunziger des letzten Jahrhunderts trauten sich die ersten Biker, den historischen Pfad zu befahren, aus Euphorie ob des neuen Materials: Vor der Erfindung von Scheibenbremse und Vollfederung wäre jeder Meter hier schlicht Selbstverstümmelung gewesen. Das Fahren erforderte Fähigkeiten, die es sonst kaum wo brauchte. Die Steilheit einerseits und das lockere Geröll als Untergrund andererseits erzogen zu Feingefühl auf der Bremse, die engen Ecken machten Trial-Kenntnisse unerlässlich. Bei blockiertem Vorderrad das Hinterrad seitlich zu versetzen war keine Spielerei, sondern fahrtechnische Grundausstattung. Speed? Uninteressant. Fuß auf den Boden gesetzt? Gepatzt. Diese Art des Mountainbikens nannten sie „Vertriding“, vert wie Vertikale, und das aus gutem Grund. Auswärtige hatten auf der Nordkette keinen Auftrag. Der Berg war grausam zu ihnen, und manchmal waren es auch die Vertrider. Sie betrachteten sich als fahrtechnische Elite, sie setzten die Standards, sie hatten den Bergführerstolz. Mochten andere schneller fahren können, springen oder stylen: Was konnte das schon zählen, wenn die ach so coolen Kerle allesamt schon an der Dreierstütze am Limit waren und spätestens im Mischwald nach der Mama weinten, weil sie der Trail Haut, Schaltwerk und Bremsbeläge gekostet hatte, und zwar noch vor Hälfte der Strecke? Die Vertrider benannten Streckenteile nach Opfern: Die „Preißnschleuder“, heute politisch korrekt nur noch „Schleuder“ genannt, geht zurück auf den Stunt eines Deutschen, der die Tücke des Objekts nicht kannte: Man fährt dabei auf einer Steilstufe über eine lose schwingende, oberarmdicke Wurzel. Wer sie nicht kennt, landet im Schleuderprogramm, höchste Intensität. 55
Zum Ausrasten ein wenig Airtime: Der Roadgap ist 4 Meter hoch, Landung nach 25 Metern (links). Der Schmerz, wenn die Hände abzufallen drohen: Worldcup-Dominator Aaron Gwin (rechts).
Vor der erfindung Von scheiBenBremse und Vollfederung wäre jeder meter Auf dem trAil schlicht selBst Verstümmelung gewesen.
Bisch’ a Tiroler, bisch’ a Vertrider. Weil das Sturschädlerte allerdings eine Gesamttiroler Eigenschaft ist, stand der Trail – ohnehin bestenfalls geduldet – immer wieder vor der Sperre, das alte Problem mit dem Wanderer. Es sollte eines zugereisten Flachländers bedürfen, um der Sache langfristig ein Gesicht zu geben: Georgy Grogger. Grogger stammt aus Weyer in Niederösterreich, er ist Bauingenieur und zog nach dem Studium nach Innsbruck, weil er sich in die Möglichkeiten dieser Stadt verliebt hatte: unten urbanes Leben, leicht italienisch angehaucht, 25.000 Studenten als Katalysator freudvoller Entwicklungen, oben die Einsamkeit und unendliche Schönheit der Berge, beide Pole verbunden durch die Nordkettenbahn. Als Mensch von Herzensbildung und Mountainbiker aus Bestimmung wuchs Georgy in die Vertrider-Szene hinein, bald akzeptierten ihn sogar die Häuptlinge dieses sturen Stammes. Er wurde zu ihrem Old Shatterhand. Denn er war es, der den Trail retten sollte. „Weil ich dem Sport, der mir so viel gegeben hat, etwas zurückgeben wollte“, schuf Grogger professionelle Strukturen. Er gründete eine Firma (Trail Solutions), betrieb Lobbyarbeit bei Politikern und Grundstückseigentümern, ließ geologische Gutachten erarbeiten, handelte einen Wartungsvertrag aus, sorgte für Beschilderung und Absicherung, veranstaltete nationale Rennen, das alles freilich als reines Hobby neben einem Fulltime-Job als Bauleiter. Georgy Grogger ist jener Typ Mensch, dem du am Donnerstag einen Hammer zeigst, und am Montag überrascht er dich mit einem fertigen Haus. Sein einziger Fehler: Manchmal, spät in der Nacht, hört er Stimmen. Und diese Stimmen verlangen Unerhörtes von ihm: Bring die zehn besten Teams aus dem Downhill-Worldcup auf die Nordkette, teile ihnen einen der bekannt schnellen Einheimischen zu, so einen Vertrider-Bergführertypen, und lass das Team-Ergebnis zählen. Lass die Weltbesten leiden wie die Hunde, setz ihnen ein Ungeheuer von einer Strecke vor, gib ihnen Saures, bis ihnen die Pratzen abfallen. Gib ihnen das härteste Rennen, das sie jemals gefahren sind, gib ihnen Nahrung für Hirn und Seele: ein Rennen, das sie nie vergessen werden. Gib ihnen ein Rennen, das sie während des Fahrens hassen werden, das aber in der Erinnerung unvergesslich bleibt. The older I get the better I was. Gib ihnen die Nordkette!
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er Downhill-Worldcup ist ein Wanderzirkus, der sich zwischen März und September auf vier Kontinenten herumtreibt, mit einem harten Kern von etwa 200 Pros, Semi-Pros und ebenso vielen Betreuern. Es gibt Teamtrucks, Technik-Support, mitreisende Journalisten, es ist ein liebenswerter Mikrokosmos starker Charaktere, die zwischen Montag und Freitag gemeinsam trainieren und Spaß haben, um es sich am Samstag und Sonntag auf der Strecke schwerstens besorgen. Bei einer durchschnittlichen Renndauer von drei Minuten liegen zwischen den Plätzen fünf und fünfzig selten mehr als zehn Sekunden, so viel zur Leistungsdichte. Es sind Vollprofis, die ihr Geschäft ganz genau kennen. Und jetzt sollen sie einen Trail im Renntempo fahren, der teilweise nur schuhbreit ist, der keine Anlieger hat, der nicht gebaggert, sondern über die Jahrzehnte von Tiroler Bergschuhen ausgetreten wurde und zu allem Überfluss auch noch dreimal so lang ist wie eine Worldcup-Strecke? Dessen einzige Sicherung das vergleichsweise geringe Tempo ist und die Unmöglichkeit, jede Kurve, jede Wurzel auswendig zu lernen wie bei normalen Rennen? Es war, als ob man die aktuelle Formel 1 auf die Nordschleife des Nürburgrings geladen hätte, eine andere Art grüner Hölle. Dazu das außergewöhnliche Format: Vier Rider (jeweils drei Pros, ein Local) bilden ein Team, die schlechteste Platzierung darf gestrichen werden. Die Herangehensweisen der Profis an diese unbekannte Herausforderung waren unterschiedlich. Die einen (SpecializedYoungster Troy Brosnan) versuchten gleich die ersten Kurve so schnell zu fahren, wie sie eben ging (die erste Kurve, nicht aber die zweite). Andere (sein Teamkollege Brendan Fairclough) plädierten für einen Pflicht-Stopp zur Halbzeit der Strecke (Grogger konterte mit der lakonischen Alternative, die Strecke dann eben doppelt so schwer zu machen). Andere (Nick Beer) nutzten die Zeit zum intensiven Training mit Locals, wieder andere (Trek World Racing mit Gesamt-Worldcup-Sieger Aaron Gwin) sparten Kraft und beschränkten die Trainingsruns auf ein Minimum. Die besten Radfahrer der Welt standen einigermaßen beschäftigt vor der Strecke, und ihre Mechaniker konnten das Leid auch nur bedingt lindern: Um der Steilheit Rechnung zu tragen, bauten sie Cockpits höher (ungefähr so wirkungsvoll wie Globuli bei Gelbfieber), montierten für bessere Bremswirkung breite Reifen mit massiven Querstollen (Pfeifen im 57
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Wald) und kramten die größten Bremslig unvorstellbar für die angereisten Stars, scheiben aus dem Sortiment (Pizzascheivon denen im Training kein Einziger die ben wären besser gewesen und hätten im Strecke nonstop durchfahren wollte: viel Ziel genauso gedampft). Es ging so weit, zu schmerzvoll! Still und leise stand Hofer dass die Stars (unter vier Augen) kurzneben den Profis, sprang im Rennen statt schwänzig die Möglichkeit einer Blamage des kurzfristig ausgefallenen Lapierrein den Raum stellten. Teams als Einzelstarter ein, fetzte viermal Der Wahnsinn trat offenporig zu Tage hintereinander vom Berg und belegte und vermischte sich während der Woche in Innsbruck mit Dem Wahnsinn ein Gesicht geben: dem erdig Tirolerischen zu Georgy Grogger ist der Mann hinter einer Melange aus kindisch der Nordkette. und lehrreich. Der 17-jährige Troy Brosnan kriegte im Vorfeld zum ersten Mal in seinem Leben eine Axt in die Hand, war allerdings motorisch überfordert und benötigte einheimische Unterstützung, um seinen ersten Baum zu fällen (leider im falschen Wald). Brook MacDonald unterwies die örtliche Nightclub-Bevölkerung in der Disziplin der GummibärenSchlacht und brillierte als Artillerie. Andrew Neethling gab einen überzeugenden Klassenclown. Weil die Bande noch dazu gemeinsam im olympischen Dorf logierte, potenzierte sich der Eindruck des Feriencamps mit Freunden: 2011, ein Sommer wie damals. Doch draußen warteten die Hiesigen. Die konnten sich ob des hohen Besuchs nicht zwischen Punk, Ehrfurcht und Routine entscheiden. In Rennen knallte OberPunk Georg Engel mit einem angerissenen, sechs Jahre alten Intense M3 samt kaputtem Dämpfer und rachitischer Gabel eine Rehkrickerl als Pokale für die siegreichen Zeit vom Berg, die das halbe Profi-Feld rot Teams von MS Evil Racing (1.), Alpine vor Scham werden ließ, und erfreute die Commençal (2.) und Dirt Norco (3.). Zuschauer am großen Roadgap (25 Meter weit, 4 Meter Luftstand) mit einem LookPlatz 8, ex aequo mit dem mächtigen Trek Back-Tabletop. Wenn Kinder das Recht World Racing Team. (Dass der gute Mann auf einen depperten Vater haben: Georgs am nächsten Tag zur Entspannung einen Sohn war zu diesem Zeitpunkt gerade ein Rennrad-Marathon bestritt, sei nur der paar Wochen alt. Vollständigkeit halber erwähnt.) Fachkraft in Sachen Ehrfurcht: GerAcht Jahrzehnte Nordkettenbahn hard „Gérard“ Senfter, dem Trek World haben ihre Spuren freilich auch am geRacing Team zugeteilt, getraute sich nicht, meinen Innsbrucker hinterlassen. Am den Superstars Gwin, Leov und Mullaly Wochenende ist er sowieso oben am Berg, die beste Linie im wurzelverseuchten Streund wenn die Weltklasse hier Downhill ckenabschnitt von „Little Champéry“ zu fährt, dann erst recht. In wilden Haufen zeigen, die so unlogisch, aber viel schnelströmt er auf die Nordkette, er kennt die ler ist. Senfter hatte die Ratlosigkeit der tückischen Passagen und spart nicht mit Stars an dieser Strecke schlicht nicht glauGeschrei und Anfeuerung. Man glaubt ben können und interpretierte die Hilfgar nicht, welche Altersgruppen sich in losigkeit der Superstars als Höflichkeit. Innsbruck mit dem Sport auskennen, die Für die Routine indes war Willi Hofer Bandbreite liegt etwa zwischen sieben zuständig, Lehrer im Zivilberuf: Schon im und siebzig, geschlechterübergreifend. Vorfeld machte die Kunde die Runde, dass Das Fahrerlager war ein einziges Meet & er den Singletrail in der Woche zuvor in Greet, auf der Strecke standen mehrere zwölf Stunden 29-mal bewältigt hatte: tausend Zuschauer, mehr als bei so man30.000 Tiefenmeter, Weltrekord, und völ58
chem Worldcup, und das höchste Lob, das sie sagen konnten, war „Schön gefahren!“. Andrücken, Kunst und Wahnsinn der Echten war tatsächlich aller Ehren wert, selbst wenn etliche von ihnen im Ziel verdächtige Flecken am Trikot, verbogene Bremshebel und blutige Ellbogen zu verstecken suchten. Im Endeffekt hatte kein Einheimischer eine Chance gegen die Weltbesten, aber immerhin hat mit MS Evil Racing ein internationales Team aus Tirol gewonnen, dahinter Alpine Commençal und Dirt Norco. Spätestens beim Warten auf die Siegerehrung waren jegliche Unterschiede zwischen Wappler und Weltstar verwischt, alle eine große Familie, alles Downhiller, adden wir einander auf Facebook? Ein
Spanferkel ließ sein Leben für den guten Zweck, schließlich verlagerte sich der Abend in die Innenstadt, der Mensch kriegt ja Durst auch nach so einem harten Tag, und der Downhiller erkundete die Innsbruckerin näher, ein Fest der Völkerverständigung und Verbrüderung. Man war froh, diesen Berg, diesen Trail, dieses Rennen unbeschadet überstanden zu haben, einmalundniewieder, wirsehenunsnäxtesjahr, wattagreatrace, youalso, cheersmate! Georgy Grogger guckte derweil pfiffig in den Innsbrucker Nachthimmel und sann still über eine neue Eskalationsstufe des Wahnsinns nach. In diesem Moment erinnerte er an Franz Baumann, der die Nordkette wieder ein kleines Stück näher an die Welt rücken wollte. www.nordkette-downhill.at www.vertriders.com
EIN TRAUM: 668 PERFEKTE PISTEN-KM. ECHT FETT: UNENDLICHE LINES. E I N Z I G A R T I G : D E R Z I L L E R TA L E R
1 S K I PA S S • 1 7 2 S E I L B A H N E N • 6 6 8 P I S T E N - K M
Pop aus
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300.000 Einwohner. Und Dutzende geniale neue Bands. Jahr für Jahr. Ein Besuch in Island, dem Land mit der höchsten Popstar-Dichte der Welt.
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Text: Alexander Lisetz, Bilder: Hörður Sveinsson
FM BELFAST Durchstarter. Die Namen der drei Bandmitglieder Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir, Árni Rúnar Hlöðversson und Árni Vilhjálmsson auszusprechen ist leichter, als bei einem FM-BelfastKonzert die Beine still zu halten. Das Elektropop-Trio, je nach Tageslaune auch zu fünft, siebt oder acht auf der Bühne, spielte im Sommer auf Festivals in ganz Europa, ihr neues Album „Don’t Want to Sleep“ reißt auch die Musikpresse zu Begeisterungsstürmen hin.
Eis
m das NASA in Reykjavík zu besuchen, gibt es mindestens zweieinhalb gute Gründe. Es ist die angesagteste LiveLocation der Stadt, das offene isländische Bier wird randvoll ausgeschenkt, und an der Decke dreht sich Islands größte Discokugel. (Sie ist zugleich Islands einzige Discokugel.) Heute Abend kommt ein dritter hinzu: FM Belfast. Islands heißeste Band der Stunde spielt hier. Islands nächstes großes Ding zu sein klingt im ersten Moment vielleicht nicht unglaublich spektakulär. Die abgelegene Nordatlantikinsel hat nicht mehr Einwohner als Graz oder Wiesbaden, gerade einmal 300.000. Trotzdem ist Island in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer Weltmacht intelligenter Popmusik geworden. Isländische Bands und Solokünstler zählen zu den interessantesten, die man auf Indie-Festivals und -Radiostationen hören kann. Und hinter jedem Musiker, der den internationalen Durchbruch schafft, drängt ein Dutzend mindestens so begabter Talente nach. Vom Rummel um FM Belfast – Instanzen wie „Rolling Stone“ und „New Musical Express“ nennen die Elektropop-Band einen „must-see live act“ – ist im NASA noch nicht viel zu bemerken. Es ist 17 Uhr, und der einzige Mensch im Zuschauerraum ist ein verträumtes Mädchen, das Luftballons gegen die Decke schubst. Hinten im Halbdunkel poltern zwei blasse Studenten Gitarrenkoffer und Lautsprecherboxen aus einem verbeulten Kombi auf die Bühne. Die drei sind FM Belfast. Und sie sind nervös. „Weil wir heute nicht vor anonymem Publikum spielen, sondern vor unseren Freunden“, sagt Lóa Hjálmtýsdóttir, die Sängerin. „Weil wir zum ersten Mal die Songs von unserem neuen Album ‚Don’t Want to Sleep‘ bringen. Und weil wir nicht wissen, ob unsere selbst gebastelte Lichtanlage den letzten Flug überlebt hat“, sagen Árni und Árni, die beiden anderen Kernmitglieder der Band. Und FM Belfast haben die letzten Monate viel Zeit in Flugzeugen verbracht, die isländischen Newcomer waren Headliner bei Festivals in ganz Europa. Was ist das Geheimrezept, das isländische Bands im Rest der Welt so erfolgreich macht? FM Belfast zucken die Schultern. „Isländische Bands könnten noch viel erfolgreicher sein“, sagt Lóa, bevor sie sich wieder den Ballons widmet. „Aber weil wir so weit weg sind vom Rest der Welt, ist der kleinste Club-Gig am Festland so teuer, dass ihn sich kaum eine Nachwuchsband leisten kann.“ Grímur Atlason bekämpft dieses Problem seit 1999 auf seine Weise: Statt isländische Nachwuchskünstler außer Landes zu schaffen, lockt er mit seinem Musikfestival „Iceland Airwaves“ jeden Herbst europäische und US-amerikanische Musikfans nach Reykjavík. Grímur ist knapp zwei Meter groß und trägt Tattoos zu einem breiten Grinsen. Während FM Belfast im Stadtzentrum ihren Gig 61
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vorbereiten, erledigt er in seinem Büro in einem Außenbezirk Reykjavíks Telefonate. Sein Durchsetzungsvermögen hat er als Bürgermeister eines kleinen Fischerdorfs geschärft, mit dem Rock ’n’ Roll ist er verwachsen, seit er in den achtziger Jahren Aushilfs-Roadie war. Die Mission, isländischen Newcomern eine Auftrittsmöglichkeit neben Headlinern wie GusGus und HAM, den Kaiser Chiefs und Hurts zu verschaffen, nimmt er sehr ernst: „Die schwierige Aufgabe ist nicht, Talente zu entdecken, sondern unter den vielen phantastischen Newcomern eine Auswahl zu treffen“, sagt er, fast klingt es klagend. Talentscouts anderer Länder beneiden ihn um sein Problem.
grÍMur ATLASon Organisationstalent. Der 40-jährige Ex-Bürgermeister einer isländischen Kleinstadt organisiert alljährlich Islands berühmtes Indie-Festival Iceland Airwaves, das erste fand in einem Hangar des Reyjkjaviker Flughafens statt. Bei der diesjährigen Austragung von 12. bis 16. Oktober treffen wie jedes Jahr internationale Künstler auf isländische Lokalgrößen und Newcomer. Infos: www.icelandairwaves.is
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er einem Airwaves-Star in freier Wildbahn begegnen möchte, begibt sich am besten auf Reykjavíks Flanier- und Ausgehmeile Laugavegur, nur ein paar Autominuten von Grímurs Büro entfernt. An Wochenendabenden ist es hier praktisch unvermeidbar, lokalen Promis über den Weg zu laufen. An einem kleinen Platz in einer Seitengasse zum Beispiel, gleich beim Denkmal einer isländischen Kämpferin für Frauenrechte. Hier hängen Reykjavíks Jugendliche ab, hier entstanden auch viele Songs von Pascal Pinon. Die 16-jährigen Zwillingsschwestern Jófríður und Ásthildur arbeiten gerade an ihrem dritten Album, sie verbinden luftig-lyrische Songwriterqualität mit abgründigen Inhalten. (Pasqual Piñon, der echte, war passenderweise ein doppelköpfiger Mexikaner, der im 19. Jahrhundert in Wanderzirkussen auftrat.) Pascal Pinon, die Band, passt nicht nur präzise in die gängigen Elfenklischees, die sich die Musikpresse von isländischer Popmusik macht. Die beiden feinblonden Mädchen haben auch eine Erklärung für den unerhörten Erfolg isländischer Musiker: „Ein riesiges Angebot von Musikschulen für Kinder, endlose Sommerferien und lange Polarnächte mit wenig Ablenkung“, sagt Ásthildur. „Vor allem aber experimentieren isländische Musiker gerne: Genregrenzen sind in Island nicht wichtig. Fast jeder Musiker spielt in zwei, drei völlig unterschiedlichen Projekten“, erklärt Jófríður, die selbst im Techno-Projekt Samaris mitmischt. Die feuchtfröhliche Geburtsstunde vieler solcher Kollaborationen schlägt häufig zwei Gassen weiter. In der Bar Kaffibarinn treffen sich die Fans aller möglichen musikalischen Stilrichtungen und die dazugehörigen Musiker. Kjartan Holm, Frontmann der Alternative-Rockband For a Minor Reflection, ist einer von ihnen. Er war in der Kaffibarinn mal Kellner. „Oft ist Damon Albarn hier, der in Reykjavík ein Haus hat“, erzählt er, „das da hinten sind meine Kumpels von Rökkurró, deren Proberaum nur ein paar Minuten entfernt liegt. Und der hier, das ist Kaktus vom Minimal-Techno-Duo Captain Fufanu.“ Kaktus, bürgerlich Hrafnkell Flóki Einarsson, ist siebzehn, und er hat seine eigene Theorie für den Erfolg isländischer Musik im Ausland: „Vor fünfzig Jahren gab es in Island nur Fischer. Keine Popmusik, keine Jugendkultur. Darum können wir alles von Grund auf neu erfinden. Wir gehen unseren eigenen Weg, ohne von kulturellen Traditionen eingeengt zu werden.“ Was Kaktus unterschlägt: Am Wandel von der Fischer- zur Popmusikernation war sein eigener Vater nicht ganz unbeteiligt. Gemeinsam mit Björk gründete dieser vor 25 Jahren die Sugarcubes – Islands Durchbruch in der internationalen Musikszene. „Wir waren eine isländische Punkband, die wie 62
VALgEir SigurĐSSon Labelmanager. Viele der spannendsten Musikprojekte Islands entstehen in Vogasel 6, dem Sitz der Greenhouse Studios. Zusammen mit Ben Frost und Nico Muhly betreibt Valgeir Sigurðsson eines der bestausgestatteten Studios des Landes. Ein Teil des Hauses beherbergt sein Label Bedroom Community, dessen Neuerscheinungen man direkt auf www.bedroomcommunity.net downloaden kann.
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PASCAL Pinon Wunderkinder. Ein verschwiegener Platz an der Þingholtsstræti ist nicht nur beliebter Jugendtreffpunkt, sondern auch Entstehungsort zahlreicher Pascal-PinonSongs. Hinter dem Bandnamen stecken 16-jährige Zwillingsschwestern. Jófríður und Ásthildur alias Pascal Pinon, trotz ihrer Jugend bereits große Nummern in der isländischen Indie-Szene, schrieben sogar im renommierten Morr-Music-Label Unternehmensgeschichte: Ihr Plattenvertrag war der erste seit Bestehen von Morr Music, den die Erziehungsberechtigten unterschreiben mussten.
EinAr BEnEDiKTSSon Unbequemer Pionier. Am alten Hafen, wo heute Sushibuden und Kunsthandwerkläden stehen, befand sich vor 25 Jahren der Proberaum der Sugarcubes. Zusammen mit Björk bereitete Einar Örn Benediktsson damals den Boden für alle nachfolgenden Generationen isländischer Alternative-Musiker. Eng befreundet ist Einar auch mit Damon Albarn: Zusammen schrieben sie den Soundtrack zum Film „101 Reykjavík“ (2000).
For A Minor rEFLECTion Jungrocker. Wer so viele Musiker in so kurzer Zeit wie möglich kennenlernen will, geht ins Kaffibarinn (Bergstaðastræti 1). Einer der Stammgäste in dem gemütlichen Club ist Kjartan Holm, 20, Ex-Kaffibarinn-Kellner sowie Frontmann der aufstrebenden Post-Rock-Band For a Minor Reflection. Sein Benimm-Tipp für neue Gäste: „Bei ‚Total Eclipse of the Heart‘ ist das T-Shirt auszuziehen.“
BJÖrn BLÖnDAL Neo-Politiker. 190 kastenförmig angeordnete Zentimeter verhelfen Björn Blöndal zu optischer Präsenz, seine beiden Jobs sorgen dafür, dass er auch reichlich Gehör findet: Er ist der politische Berater des Reykjavíker Bürgermeisters Jón Gnarr sowie Bassist der Kult-Metalband HAM. Blöndal ist nicht der einzige Musiker im Rathaus: Gnarrs Protestpartei besteht zum Großteil aus prominenten Künstlern.
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action eine ganz normale ausländische Popband klingen wollte“, sagt Einar Örn Benediktsson. Das misslang gründlich: Ihr unverwechselbarer Sound machte die Sugarcubes weltweit zur Kultband. Sugarcubes-Spuren finden sich in ganz Reykjavík: „Hier haben wir ‚Birthday‘ und ‚Motorcrash‘ geschrieben“, sagt Einar und deutet aus dem Auto auf einen versperrten Lagerraum am Reykjavíker Hafen, der damals ihr Proberaum war. „Und hier“ – wir sind inzwischen in Laugavegur eingebogen – „ist unser Label zu Hause, das wir im gleichen Jahr gegründet haben.“ Smekkleysa, zu Deutsch „schlechter Geschmack“, gibt es auch nach einem Vierteljahrhundert noch: Plattenfirma, Plattenladen und eine isländische Institution. Anders als vor 25 Jahren haben die Pioniere von Smekkleysa heute viele Mitstreiter, die sich um die Förderung einheimischer Musik sorgen. Allen voran die staatlich geförderte Musikplattform Iceland Music Export: Sie vernetzt Künstler, Veranstalter und Medien, organisiert Veranstaltungen und hält Workshops ab – zum Beispiel für wirkungsvolle Promotion-Aktivitäten in sozialen Netzwerken. „Die neuen Medien sind eine Riesenchance für isländische Künstler“, sagt Kamilla Ingibergsdóttir von Iceland Music Export, „denn sie machen unsere geographische Isolation nebensächlich.“
iSLAnDS HEiSSESTES WoCHEnEnDE ICELAND AIRWAVES Islands großes Indie-Festival findet von 12. bis 16. Oktober in Clubs und Konzerthallen in ganz Reykjavík statt. Dabei treffen internationale Gäste wie Beach House und John Grant auf Local Heroes wie GusGus, Ólöf Arnalds und For a Minor Reflection. SPECIAL GUEST: BJÖRK Im Rahmen des Iceland-Airwaves-Festivals zeigt auch Islands Superstar Björk ihre neue Biophilia-Show. Alle acht Termine sind bereits ausverkauft.
TICKETS UND INFOS Für die meisten weiteren Konzerte sind noch Tickets auf http://midi.is erhältlich, weitere Infos gibt es auf www.icelandairwaves.is MEHR MUSIK Wer sich Islands beste Bands lieber daheim anhört, findet auf der isländischen Musikplattform www.icelandmusic.is Links, Infos und viele Downloads.
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iner, der die neuen Medien perfekt für seine Zwecke einsetzt, ist Ólafur Arnalds, 24. Ihm brachte sein Projekt „Found Songs“ den Durchbruch. Eine Woche lang nahm er täglich einen Song auf und verbreitete ihn spontan über Twitter und Facebook, auf Flickr sollten die Fans passende Bilder und Fotos ergänzen. „Ich hatte erwartet, dass 10.000 Leute die Songs herunterladen. Am Ende waren es 500.000.“ Ólafur verbringt jeden Tag 14 Stunden in dem engen, fensterlosen Studio, das er sich in einer Fischfabrik eingerichtet hat. „Manchmal stinkt das ganze Studio nach Fisch“, sagt er. Aber das ist egal, denn er will Musik machen und kein Star sein. Noch so ein Gedanke, der unter isländischen Musikern weit verbreitet ist. FM Belfast sind dem Fischgeruch ihres Abendessens mittlerweile gewissenhaft mit verdauungsfördernden Schnäpsen zu Leibe gerückt. Es ist weit nach Mitternacht, und das NASA ist zum Bersten gefüllt mit jungen, partywütigen Reykjavíkern. Soeben hat die Vorband Prins Polo die Bühne verlassen. (Prins Polo besteht praktischerweise im Wesentlichen aus FM-Belfast-Mitgliedern.) Als FM Belfast ihr Konzert beginnen, ist die Masse nicht mehr zu halten. „We are running down the street in our underwear“, singt Lóa, „cause nothing ever happens here.“ Die Menge geht im Takt in die Knie, springt gemeinsam hoch, stürmt die Bühne. Lóas Luftballons fliegen, und trotz der Ekstase rundherum hält Árnis Lichtanlage tapfer bis zum Ende des Konzerts durch. Es ist drei Uhr morgens, als FM Belfast ihre letzte Zugabe gespielt haben. Die Türen fliegen auf, die Welt draußen ist polartaghell, Liebespaare knutschen in der Wiese, tausende Partygänger ziehen friedlich von Club zu Club. Sie haben einen mitreißenden Gig verpasst, einen jener magischen Abende, an denen Musik, Musiker und Publikum eins werden. Abende in dieser Intensität erlebt man anderswo alle paar Monate, vielleicht alle paar Wochen. In Reykjavík hat man im Umgang mit solchen Gelegenheiten eine gewisse Gelassenheit gelernt: Denn schon heute Abend spielt irgendwo in der Stadt eine andere geniale Band ein zuverlässig geniales Konzert, keine Sorge. Pop aus Eis anhören: www.icelandmusic.is
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ÓLAFur ArnALDS Netzwerker. Ólafur Arnalds’ Lebensmittelpunkt ist ein spartanisches Studio auf der Eyjarslóð am Reykjavíker Industriehafen. Hier verbringt er seine Zeit in Gesellschaft eines Mischpults, eines Internetanschlusses und einer monströsen Instrumentesammlung. (Arnalds beherrscht mehr Instrumente, als die meisten Menschen aufzählen können.) So virtuos wie mit Piano, Banjo und Gitarre geht der 24-Jährige auch mit Facebook, Twitter und Flickr um: Die Fans sind bei der Realisierung vieler seiner Projekte nicht nur Zeugen, sondern aktive Beteiligte.
ÓLÖF ArnALDS Everybody’s Darling. Ólöf Arnalds, 31, ist die Cousine von Ólafur Arnalds und die Herzens-Ziehtochter praktisch aller übrigen isländischen Künstler. So produzierte Kjartan Sveinsson von Sigur Ros ihr Album „Innundir Skinni“, und Björk nahm mit ihr den Song „Surrender“ auf. In der neuen Veranstaltungshalle Harpa ist sie Dauergast – zuletzt mit aufsehenerregenden Klassik-IndiepopKonzerten.
CAPTAin FuFAnu Technotalente. Neben dem Kaffibarinn ist das nahe gelegene Prikið (Bankastræti 12) ein beliebter Musikertreffpunkt. Hier hängen auch Kaktus und Gulli von Captain Fufanu ab: Ein Dub/Experimental-Duo harmlos aussehender Siebzehnjähriger, das vor allem für exzessive Liveshows berüchtigt ist. Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm: Kaktus ist der Sohn von Sugarcubes-Gründer Einar Örn Benediktsson.
ÁSi JÓnSSon rÖKKurrÓ Melodiöse Melancholiker. Mit dem Album „Í Annan Heim“ (In einer anderen Welt) schaffte die Band um Hildur Stefánsdóttir den Durchbruch. Ihren speziellen Sound kreierten sie in einen Einfamilienhaus in einer stillen Gartensiedlung eines Reykjavíker Außenbezirks: „Vielleicht wäre aus uns eine Metalband geworden, wenn wir nicht dauernd auf die Nachbarn hätten Rücksicht nehmen müssen.“
Bad-Taste-Urgestein. Laugavegur 35 beherbergt gleich zwei Institutionen isländischer Popmusik: Ási Jónsson und „seinen“ Smekkleysa-Shop: Der Mitbegründer und -inhaber betreibt auch das gleichnamige Label, das übersetzt „schlechter Geschmack“ bedeutet – und für viele isländische Bands die Startrampe zum internationalen Erfolg war.
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Mister Morgans Mission „The Art of FLIGHT“ ist kein Snowboard-Film. Es ist ein Snowboard-Epos, mit dem ein genialer Filmemacher und ein brillanter Snowboarder neue Regeln für Actionsport-Filme definieren. Text: Jeff Baker, Bilder: Scott Serfas 66
Links: Travis Rice und Kollegen im kühlen Morgenlicht Alaskas auf der Suche nach dem perfekten Felsvorsprung. Rechts: In Alaskas Tordrillo Mountains gibt es für John Jackson, Travis Rice und Mark Landvik nur eine Linie: steil nach unten.
„Uns geht es darum, die Faszina tion, die das Snowboarden auf uns ausübt, für ein breites Publikum greifbar zu machen.“ Curt Morgan
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in tief verschneiter privater Hubschrauberlandeplatz nahe der nelson lodge in British columbia inmitten der Berge Kanadas, strahlend blauer Himmel, unglaubliches panorama, zwei startbereite Helikopter. sieht nach perfektem urlaubstag aus. ist ein harter arbeitstag. Fünf Mitglieder einer Filmcrew schleppen massenweise equipment zu den Helis, gefolgt von einem Fotografen, drei snowboardern, zwei Guides, einem location-scout und den beiden piloten. „nur ein weiterer snowboard-Film, nichts Besonderes“, winkt curt Morgan ab, der regisseur des Films. die türen klappen zu, abflug. Man muss kein insider sein, um zu wissen, dass Morgan untertrieben hat. der letzte snowboardFilm, den der Mann mit daunenweste, Fernfahrerkappe und rauschebart gemeinsam mit seinem protagonisten und co-produzenten travis rice drehte, hat die Messlatte für alles Kommende neu definiert. „that’s it, that’s all“ schrieb 2008 Filmgeschichte: die charismatischsten rider der Welt, das elitärste am Markt erhältliche technische equipment, außerhalb Hollywoods unbekannte Kamera-artistik. „Wir witzeln immer, dass die entscheidung, den Film ‚that’s it, that’s all‘ zu nennen, die dümmste unseres lebens war … wie sollten wir den nächsten Film nun nennen?“, erzählt travis rice. am ende fand sich jetzt doch ein würdiger titel für diesen zweiten Film: „the art of FliGHt“. der streifen feierte am 7. september in new York premiere, seit 8. september ist er auf Blu-ray, dvd und im itunes store als download erhältlich. Gedreht wurde in absolut unberührten Gebieten in chile, colorado, alaska, British columbia und Wyoming – ähnlich wie schon bei „that’s it, that’s all“. Hinzu kommt in „the art of FliGHt“ das erzählerische element: ein Handlungsstrang verbindet fulminante actionszenen und faszinierende landschaftsaufnahmen zu einem dramaturgischen Ganzen. das ist nicht nur neu, sondern auch ein beträchtliches Wagnis – zumal damit endgültig alle erwartungen an einen snowboard-Film unterlaufen werden. doch für rice und Morgan war es der einzig gangbare Weg, ihr Ziel zu erreichen: ein breites publikum für ihren sport (und für ihre Huldigung an ihn) zu begeistern. „uns geht es darum, die Faszination des snowboardens für ein breites publikum greifbar zu 68
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ie Berge British columbias gelten auch im März als schneesicher, aber ein unberührter pulverschneehang allein macht noch keinen Film. Zumindest nicht, wenn es nach curt Morgan geht: er verlangt selbst von locations in allen Bereichen Höchstleistungen. Während des Flugs dreht er unaufhörlich an der steuerung einer Kamera herum, die an der unterseite des Helikopters befestigt ist. es sind die Bilder dieser Kamera, einer cineflex Hd, die Morgans Weg zum ruhm entscheidend beeinflusst haben. „ich habe im Fernsehen die vorschau auf zwei ‚planet
ZusatZ Bild: stan evans/red Bull content pool
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machen. echte emotionen zu vermitteln. das kann nur gelingen, wenn man elemente des ‚großen Kinos‘ mit denen einer dokumentation über den sport und sein lebensgefühl verknüpft“, sagt Morgan. „Man kann als Filmemacher nicht ignorieren, dass dieser sport immer populärer wird. und ich bin stolz, diese neue Ära mit meiner arbeit mit zu prägen.“ aus jedem anderen Mund klänge ein solcher satz vielleicht anmaßend. doch Morgan formuliert nicht mehr als eine tatsache. curt Morgan nimmt in mehrerlei Hinsicht eine vorreiterrolle ein. er etabliert den actionsport-Film als anspruchsvolles, kino- und massentaugliches entertainment, er verändert damit die gesamte landschaft der sportfilme. und: er ignoriert gelassen die in der Branche vorherrschende Meinung, wonach man mit Filmen dieser art keinen kommerziellen erfolg feiern könne. tatsache ist, dass kein anderer sportfilm jemals zuvor so viel Geld über downloads im itunes store eingespielt hat wie „that’s it, that’s all“. auch das interesse am neuen Werk von Morgan und rice spricht eine deutliche sprache: 3,5 Millionen Mal wurde der Web-trailer zu „the art of FliGHt“ bereits aufgerufen.
ein Unberührter hang allein ist noch kein FilM: cUrt Morgan ist ein regisseUr, der sogar von den locations höchst leistUngen verlangt.
Travis Rice (links) zählt zu den besten Big-MountainSnowboardern der Welt. Rechts: Wer ganz genau hinsieht, der erkennt, dass John Jackson rücklings goofy zum Sprung ansetzt, drei ganze Drehungen hinlegt und auf seinem starken Bein regular landet. Zum Mitschreiben: Er zeigt einen Backside Double Cork 1080.
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„als ich hörte, dass kellY slater einen sUrFFilM iM stil von ‚that’s it, that’s all‘ Machen will, wUrde Mir bewUsst, was wir aUsgelöst hatten.“ traVIS rICE
earth‘-dokumentationen gesehen. ab diesem Zeitpunkt interessierte mich nur noch eine Frage, nämlich: Mit welcher Kamera zum teufel haben sie das gedreht? Mir war klar, dass wir nur mit dieser technik den snowboard-Film revolutionieren können.“ Morgan steuert die Kamera, zugleich spricht er sich mit travis rice ständig über kleine Funkmikrofone ab. rice befindet sich an einem Felsvorsprung unterhalb des Helikopters, die perfekte linie will definiert werden – und da hat Morgan vom Helikopter aus den besten Überblick, um seine Jungs durch den Felsendschungel zu lotsen. die Jungs, das sind neben travis noch us-profi scotty lago, der in vancouver 2010 olympia-Bronze in der Halfpipe holte, und der schweizer nicolas Müller. Wenn Morgan seine cineflex bedient, taucht er in eine andere Welt ab. dann ist er ein Künstler, der akribisch an jeder nuance arbeitet. Was Müller und rice unten gerade durchziehen, ist waghalsig, spektakulär, rasant. aus der Heli-perspektive aber muten ihre sprünge über 18 Meter hohe Felsen leichtfüßig an. es ist nicht zuletzt diese schwerelosigkeit, die Morgans Bildern ihre Magie verleiht.
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icht Magie, sondern Zufall war es, der Morgan und rice zusammenbrachte. Beide waren damals beim sportartikelhersteller rossignol als rider unter vertrag – in einer Zeit, in der profisnowboarden noch in den Kinderschuhen steckte. die Begegnung mit rice stellte einen entscheidenden Wendepunkt in Morgans leben dar, das sich
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damals vornehmlich darum drehte, aus einer leidenschaft eine Karriere zu basteln. „ich fand snowboarden schlicht unendlich cool, wollte riden – als pro. aber als ich travis zum ersten Mal auf dem Brett sah, war mir klar, dass ich diesem typen niemals im leben würde das Wasser reichen können.“ Morgan schätzte rice’ Fähigkeiten nicht ganz falsch ein. travis rice zählt zu den besten Big-Mountain-Freeridern seiner Generation. in seinem Wohnzimmer hängen fünf X-Games-Medaillen, das „snowboarder Magazine“ und das „transworld Magazine“ kürten ihn je zweimal zum „rider of the Year“. „der Bursche ist ein phänomen“, schwärmt pat Bridges, redakteur des „snowboard Magazine“. „Wenn er sich bereitmacht, lehnen sich alle entspannt zurück und warten darauf, dass die travis-rice-show beginnt.“ Morgans snowboard-Karriere endete wegen zahlreicher rückenverletzungen, noch bevor sie richtig begonnen hatte. doch der ehrgeizige junge Mann aus Wyoming gab den traum von einer profikarriere für einen anderen großen traum auf: den traum vom perfekten Bild. die Weichen für Morgans Karriere als Fotograf und Filmemacher wurden früh gestellt. sein vater, selbst erfolgreicher Fotograf, besorgte dem kleinen curt seine erste Kamera, als der zehn Jahre alt war. im selben Jahr kaufte die Familie den ausgemusterten computer einer Mitarbeiterin des us-tv-senders nBc. der glücklichen umstände nicht genug, befand sich auf diesem computer eine schnittsoftware, für damalige verhältnisse das Maß aller dinge. die Kom-
Oben: Wer denkt da noch an Sessellifte? Rice wirft sich einige Meter über einem Abhang der Tordrillo Mountains im südlichen Alaska aus dem Hubschrauber. Rechts: Grenzgänge im Gelände – unerschrocken, aber niemals unüberlegt setzt Rice (im Bild in Jackson, Wyoming) Sprünge um, an die andere Fahrer nicht zu denken wagen.
bination aus Kamera, computer und schnittsoftware sollte Morgans künftigen Werdegang bestimmen. 2001 heuerte das snowboard-label Grenade Gloves Morgan an, um mit travis rice in Japan zu drehen. Morgan kehrte mit gigantischem Material und ebensolcher produktionsrechnung nach amerika zurück – die verantwortlichen liebten das Material mehr als die rechnung, stoppten aber das projekt. der aufstrebende regisseur warf das Handtuch, zog 2004 nach new York, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, entlud Gemüsetransporter. die selbst auferlegte schaffenspause nahm mit einem anruf von travis ein jähes ende: „lass uns einen Film machen!“ um sicherzugehen, dass Morgan aus angst vor einem neuerlichen Finanzierungsdesaster keinen rückzieher macht, hatte travis bereits im vorfeld partner organisiert, um die produktion vorzufinanzieren. und er hatte die gesamte snowboard-community mobilisiert – „the community project“ war tatsächlich eine Gemeinschaftsproduktion. „travis war zwar die Hauptfigur des Films, aber jeder, der mitmachen wollte, sollte auch die chance haben mitzumachen“, erzählt Morgan. die selektionsphase dauerte dann nicht so lange, wie es die endlose liste der Bewerber vermuten ließe. Morgan und rice hatten dieselben vorstellungen davon, welchen typ Fahrer sie dabeihaben wollten; diese vorstellungen haben sich übrigens bis heute nicht geändert: Für die auswahl der rider, die bei „that’s it, that’s all“ und „the art of FliGHt“ mit an Bord waren, galten später dieselben standards.
„Wir arbeiten ausschließlich mit Fahrern, die nicht nur wirklich was drauf-, sondern auch charakter haben. und wir arbeiten prinzipiell nur mit leuten, die wir auch persönlich gut leiden können“, erklärt rice. „Mit Menschen, die den sport verändern, durch ihre Kreativität und ihren Mut, neue Wege zu gehen.“ „the community project“ kam 2005 heraus, in insiderkreisen war der Film ein voller erfolg. der applaus aus den eigenen reihen spornte Morgan und rice dazu an, in dieser Konstellation weiterzumachen. „the community project“ war ein probelauf, eine gute Gelegenheit, praktische erfahrung als team zu sammeln. und die würden sie beim nächsten, wirklich großen projekt weiter vertiefen.
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ie dreharbeiten zu „that’s it, that’s all“ begannen im Juli 2006 in neuseeland. Wieder übernahm rice die Basisfinanzierung des Films, kümmerte sich um organisatorisches, um partner. innerhalb der folgenden zwei Jahre zogen Morgan, rice und top-rider wie der amerikaner danny Kass oder die norwegische snowboard-legende terje Håkonsen von einem spektakulären Freeride-spot zum nächsten. sie nahmen es mit ins tal rauschenden lawinen in alaska auf und wagten monumentale sprünge im Hinterland Wyomings, rice’ heimatlichem lieblingsspielplatz. reiz und Magie von travis’ erfolgsstreifen waren aber nicht allein den Fahrern zu verdanken, die in insiderkreisen Heldenstatus besaßen, außerhalb der actionsport-community jedoch unbekannt waren. 71
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auch nicht ausschließlich den halsbrecherischen tricks wie dem in jener sequenz, in der rice bei einem sprung die spitze einer haushohen Kiefer berührt. das einzigartige an „that’s it, that’s all“ war und ist vielmehr der kompromisslose anspruch der beiden, die majestätische schönheit unberührter schneelandschaften einzufangen, gleichzeitig die puren emotionen derer, die sich in dieser umgebung leidenschaftlich austoben – und all das für ein breites publikum greifbar zu machen. Bei den dreharbeiten in neuseeland teilte sich Morgan einen platz im Helikopter mit peter thompson, pionier in sachen luftaufnahmen, vielfach ausgezeichnet für seine dokumentation „unser Blauer planet“. thompson weihte Morgan in die Geheimnisse der arbeit mit einer cineflex ein. Was sie so interessant macht, ist ein kleiner, kreiselförmiger stabilisator. er sorgt dafür, dass die Kamera auch bei starken eigenbewegungen des Fotografen in position bleibt – wie geschaffen für luftaufnahmen. „ich erinnere mich noch, wie überwältigend der dreh mit dieser Kamera für mich war. in dieser Woche in neuseeland war ich der glücklichste Mensch auf erden“, sagt Morgan. „ich hatte Blut geleckt. Mir war klar, dass an diesem teil kein Weg mehr vorbeiführen würde.“ 2008 folgte auf die premiere von „that’s it, that’s all“ eine große promo-tour, in 25 ländern strömten 50.000 Menschen zu den premieren, die creme der actionsport-community stand schlange vor den Kinokassen – von der Motocross-legende bis zum skateboard-profi. „ich konnte zuerst nicht begreifen, was da passierte“, erzählt rice. „als ich hörte, dass der vielleicht größte surfer aller Zeiten, Kelly slater, einen surffilm in unserem stil machen wollte, wurde mir langsam bewusst, was wir ausgelöst hatten.“ der Film spielte viel ein, hatte aber auch enorme produktionssummen verschlungen. Morgan und rice sind perfektionisten, und perfektionismus geht schnell ins Geld – besonders dann, wenn eigentlich fertige aufnahmen am ende verworfen werden und die gesamte crew zurück an den start muss. diese arbeitsweise bringt den einen oder anderen Beteiligten schon mal an seine Grenzen. „ich habe während dieses projekts auch Fehler gemacht“, sagt Morgan über die dreharbeiten. „unsere Messlatte lag vielleicht sogar zu hoch. der druck, der auf uns allen lastete, hat mich einige Freundschaften gekostet.“
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m Helikopter bleibt für sentimentalitäten gerade keine Zeit. Morgan konzentriert sich auf den kleinen Bildschirm vor ihm, sieht sich die gerade gedrehten szenen im schnelldurchlauf an. Wie bei allen anderen locations gilt es auch an diesem tag in Kanada, die halsbrecherischste linie in jungfräulichem terrain zu finden. und geniale aufnahmen davon zu machen. rice gibt freiwillig das versuchskaninchen, nimmt einen Zickzackkurs durch die felsigen, steilen rinnen, um die richtige Geschwindigkeit für den sprung besser abschätzen zu können. die Helikopter-crew navigiert ihn an die richtige stelle – und dann zeigt rice diesen einen, perfekten sprung aus einer extrem steilen rinne über einen 20 Meter hohen Felsvorsprung. als er nach sekunden im freien Fall wieder schnee unter dem Brett hat, setzt er lässig
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ein paar schwünge in den powder, liefert noch eine schnelle 180-Grad-drehung ab, schraubt sich wieder in die Höhe und landet zwei ganze umdrehungen später und gut 30 Meter abwärts aufrecht am Fuß des Felsens. Jubel bei der Filmcrew. nicolas Müller, der rice an diesem tag im Gelände begleitet, wählt kurz darauf exakt dieselbe linie. und auch dem schweizer gelingt das Kunststück. nach dieser vorstellung kann das Filmteam sein Glück kaum fassen: zwei anläufe, zwei perfekte aufnahmen. ein lottogewinn in einer Branche, in der das Bauen von schanzen, die Wahl der idealen linie oder das Warten auf das richtige Wetter tage oder Wochen dauern kann. ein tal weiter hat auch scotty lago eine perfekte linie gefunden. doch eine plötzlich einfallende nebelbank macht die Hoffnungen auf einen weiteren Jackpot jäh zunichte. Morgan beschließt, ins Hotel zurückzukehren. doch da sticht ihm noch etwas ins auge, das wert ist, es festzuhalten: das unglaubliche satte abendliche orange des Himmels über Kanadas Bergen. Morgan weist den ersten Helikopter an, direkt auf die untergehenden sonne zuzufliegen. Morgans ganz persönliche umsetzung von „apocalypse now“ – zwei Helikopter fliegen seite an seite der hinter dem Horizont verschwindenden sonne entgegen. und wieder wird klar, warum die cineflex Morgans absoluter liebling ist: er zoomt so nahe an die sonne heran, dass selbst die kleinen eruptionen an ihrer oberfläche am Bildschirm zu sehen sind. „nach jedem Film sage ich mir: das wird dein letzter snowboard-Film. und dann mache ich doch noch einen“, grinst Morgan. „vielleicht liegt es daran, dass ich so enormen respekt vor travis und seiner leistung habe. er hat alle spielregeln über den Haufen geworfen. so viel Mut muss anerkennung finden. ich zolle ihm als Freund tribut, indem ich alles daransetze, neuland zu betreten. das soll jetzt nicht großkotzig klingen, aber ich möchte derjenige sein, der die vorstellung der Menschen von dem, was actionsport ausmacht, revolutioniert. ich will der typ sein, der dieses Filmgenre völlig verändert. und irgendwann vielleicht sogar den klassischen Kinofilm.“ das klingt nach einem plan. „Art of FLIGHT“-Tourstopps: 8. 11. München, 9. 11. Wien, 12. 11. Innsbruck, 14. 11. Luzern – alle Premierendaten auf: www.artofflightmovie.com
Curt Morgans (oben) Ziele sind klar definiert: das ActionsportGenre revolutionieren.
„The Art of FLIGHT“, eine filmerische Kooperation zwischen Brain Farm Digital Cinema und Red Bull Media House, gibt es demnächst auch im iTunes Store sowie auf DVD und Blu-ray. Vorbestellungen, Filmtrailer und Star-Infos unter www. artofflightmovie.com.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
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FOTO
HANDY
COMPUTER
Ken Roczen aus Mattstedt in ThĂźringen, geboren am 29. April 1994, 1,80 Meter, Startnummer 94. Seine Zukunft liegt in den USA in der AMA-Supercross-Serie.
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Go West
Gehen, wenn es am schönsten ist: Ken Roczen, jüngster Motocross-Weltmeister der Geschichte, verlässt seine deutsche Heimat und geht nach Amerika. Ein Abschied.
Bild: MauriTs silleM
Text: Werner Jessner
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A m anfang haben wir eine halbe stunde gebraucht, um ken anzuziehen“, plaudert Heiko, ken roczens Vater, aus dem nähkästchen. „krieg einmal die Fingerchen eines Zweieinhalbjährigen in die Handschuhe rein! anfangs habe ich ihn am genick festgehalten, damit er nicht umfällt, aber das war ihm gar nicht recht. er wurde schneller und schneller, bis ich mit dem laufen nicht mehr hinterhergekommen bin. darum haben wir die strategie geändert: in jeder kurve stand einer, um ihn wieder aufzustellen, wenn er mit dem Motorrad umgefallen war. enge kurven konnte er damals noch nicht fahren.“ Warum um Himmels willen setzt man ein zweieinhalb Jahre altes kind auf ein Motorrad? „Wenn ich heute dreijährige auf dem Motorrad sehe, stelle ich mir die Frage manchmal selber. aber für kenny war unterwegssein von klein auf ein grundbedürfnis. er konnte noch gar nicht laufen, da wollte er schon in seinem laufgestell die Welt erkunden. am laufrad war die Welt für ihn in ordnung, selbst wenn seine kleinen Beinchen noch nicht bis auf den Boden reichten. ich bin selbst Motocross gefahren, und wir wollten mit den kindern was unternehmen. Mit sieben, acht knirpsen im schlepptau mit den Motorrädern spaß zu haben und dann noch ins Bad zu fahren, das ist der geist, der Motocross ausmacht.“ ken, 17 Jahre alt, vier tage vor seinem ersten Weltmeistertitel, sitzt daneben, während sein Vater erzählt, und ein wenig hat man den eindruck, seine Vergangenheit als kleinkind ist ihm ein bisschen unangenehm. Wir sitzen in kens Wohnzimmer in seinem Haus in Mattstedt, rund eine stunde südwestlich von leipzig. es ist eine gegend mit wenig ablenkungen und viel Platz. Hinter dem Haus breitet sich eine vollwertige Motocrossstrecke aus, eine kleine kinderbahn, außerdem ist Platz genug für spielsachen aller art. kens Wohnzimmer ist eine Mischung aus trainingsraum, lounge und schrein, eigene Pokale mischen sich unter devotionalien seiner früheren Vor76
bilder: trikots von ricky Carmichael oder ryan dungey findet man hier, den Heckflügel eines rennautos, Motorradmodelle. ein teenagertraum, fette sound-anlage inklusive. es läuft linkin Park. ken und Motocross, das ist eine Partnerschaft fürs ganze leben, und seine eltern haben das unter einsatz von geld, Zeit und nerven vorbehaltlos unterstützt. Heiko: „ich habe ken von anfang an neues Material gekauft, Bikes, bei denen der Motor ohne Verzögerung auf den gasgriff reagierte. so konnte er schnell lernen und hat den spaß nie verloren.“ Wohl noch entscheidender für sein Fortkommen: ken ist mit mehr talent gesegnet als jeder sonst. sämtliche altersrekorde zertrümmerte er im Vorbeigehen, startete mit elf Jahren bei den youth olympics in amerika, wurde mit 15 Jahren jüngster deutscher Meister und gab seine Premiere als Wildcard-rider in der WM. im Vorjahr verpasste er den WM-titel nur wegen technischer anfälligkeit seiner
Ein Gesicht zum Merken. Das Ding in Kens linkem Ohr ist übrigens ein Gehörschutz. (Es wurden auch schon orange Benzinschläuche gesehen.)
suzuki und eines reglements, das WMstarts erst ab 16 Jahren erlaubt. Fällt dein geburtstag wie kens auf den 29. april, versäumst du den saisonstart. Warum nur ist der kerl so gut? kens antwort ist nicht sonderlich hilfreich: „ich kann’s halt“, zuckt er die schultern, „fahrerisch muss ich mich vor keinem fürchten.“ Mit dieser einschätzung steht er nicht allein da. Heinz „kini“ kinigadner, in den Jahren 1984 und ’85 letzter deutschsprachiger Motocross-Weltmeister und als ktM-legende eine respektsperson für die Jungen: „ken kann alles. Wenn man eine eigenschaft herauspicken will, dann vielleicht das springen. in schwierigen
kombinationen holt er Zeit in der luft, weil er die Flugkurven flach hält. dazu ist es allerdings nötig, das Bike vor dem absprung fast schon in sturzposition zu bringen. das ist nicht jedermanns sache. ken schafft es, die kontrolle zu behalten.“ natürlich ist jugendliche leichtigkeit dabei dein Freund. risiko? darüber kann man später nachdenken. auf der anderen seite ist der körper eines teenagers selbst bei bestem training noch nicht so reif wie der eines ausgewachsenen Mannes; nicht unwichtig bei einer körperlich so anstrengenden sportart wie Motocross. kini: „als teenager trainierst du ganz anders: du hockst einfach den ganzen tag am Motorrad. später musst du viel strukturierter ans ganze herangehen: zwei stunden laufen, zwei stunden kraftkammer, nur mehr eine stunde am Motorrad.“ ken bestätigt den ansatz: „ich mach das mehr so nach gefühl.“ Heiko assistiert: „die Jungs lernen bei allem, was sie machen. ob sie mit simson-Mopeds spielen oder einrad fahren, ist doch egal.“ im Moment ist bei ken und seinen kumpels Paintball der große Burner; stundenlang ballern sie sich hinterm Haus gegenseitig ab und kommen abends verschwitzt heim; auch eine art von training. trotzdem muss es da noch mehr geben, einen schlüssel zum rennfahrer roczen. Fragen wir ktMs sportchef Pit Beirer, der gut und gern der zweite Mx-Weltmeister aus deutschland hätte werden können, wäre da nicht dieser unfall gewesen, der ihn in den rollstuhl gebombt hat: „egal ob das training einmal nicht gut gelaufen ist, ob er krank oder mit dem Motorrad nicht hundertprozentig happy ist: Wenn ken an der startmaschine steht, will er gewinnen. immer.“ das kennen wir auch von sebastian Vettel und anderen ausnahmeathleten. Pit fällt noch ein Punkt ein, vielleicht der entscheidende: „ken ist ein extrem intelligenter Fahrer. keiner lernt so schnell wie er. andere verbessern sich von Monat zu Monat, er von runde zu runde. Wenn er während des rennens merkt, dass ein Fahrer hinter ihm auf einer neuen spur schneller ist, fährt er in der nächsten runde genau dort.“ Wo ist kens limit? „das ist nicht in sicht. natürlich muss er sich hier und dort noch verbessern, aber er hat das Potential, einer der besten Crosser der Welt zu werden.“ kinigadner assistiert: „Mit seinem talent wäre es eine Verschwendung, nicht in die usa zu gehen.“ amerika, supercross, schillernde Parallelwelt im offroad-sport. James „Bubba“ stewart, ryan dungey und Co sind absolute superhelden im land der unbegrenzten show-Möglichkeiten. Zu den großen
Bilder: Maurits silleM, alex Hodgkinson (2), ray arCHer/ktM
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Hey Champ: Der Sieg in Lauf eins in Gaildorf war das Fundament zum vorzeitigen Titelgewinn.
„ Keiner lernt so schnell Wie Ken“
Credit
Pit Beirer, KTM-Teamchef
Gute Freunde: links die Fans von Turbine Gramont, rechts die ehrliche Freude vom Teamkollegen und fünffachen Weltmeister Tony Cairoli.
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Ken Roczen, „The German Sensation“, in einem seiner neuen Wohnzimmer: Supercross in Daytona, 100.000 Zuschauer.
„ er hAt definitiv den nötiGen speed.“ bei ihren ersten sx-rennen häufig gestürzt und hatten Probleme. ken ist zwar noch etwas ungestüm, das muss er noch ablegen. Bei seinen letzten rennen im Frühjahr konnte man bereits den eindruck kriegen, er sei sein ganzes leben lang nichts anderes als supercross gefahren.“ Wie gut ist roczen wirklich? deCosters salomonische antwort: „Besser, als ich es mit 17 Jahren war.“ noch aber gilt es andere Ziele abzuhaken. in vier tagen findet der vorletzte WM-lauf in der Mx2-WM statt, zehntausende Zuschauer erwarten den vorzeitigen WM-titel von K-Roc, den ersten für deutschland seit Paul Friedrichs 1968. Was würde dir der titel bedeuten? „eigentlich nicht so viel. er wäre bloß die Bestätigung dessen, dass ich eine gute saison gefahren bin.“ ken cool, am Mittwoch vor dem gP in gaildorf. * am sonntag waren tatsächlich 22.000 Fans in das kleine nest bei schwäbisch Hall gekommen, die überwiegende Mehrheit roczen-Fans. sprechchöre, Fahnen, t-shirts, an vorderster Front die Jungs und Mädels von turbine gramont, dem Heimatverein von ken. (gramont ist der spitzname des nachbarorts apolda, angeblich geht er auf napoleon zurück.) Junge Menschen in kens alter, die seine charakteristische nummer 94 auf der Wäsche tragen, unter der Haut und als Plug von Münzgröße im ohrläppchen.
Zur akustischen unterstützung haben sie kettensägen mitgebracht, die stimmung ist fröhlich-wild. als ken den ersten lauf gewinnt und sein großer gegner, liebster Feind und teamkollege Jeffrey Herlings nur Fünfter wird, bricht der irrsinn los. in lauf zwei stürzt ken genau vor turbine gramont: ein harmloser Vorderradrutscher, aber Herlings schlüpft durch, detto tommy searle auf der kawasaki. turbine schweigt entsetzt. schließlich die Mathematiker: sollte searle vor Herlings gewinnen, dann wäre kenny aufgrund der WM-arithmetik auch bei einem dritten Platz vorzeitig Weltmeister. schlagartig verwandelt sich gaildorf in die Welthauptstadt glühender searle-Fans, was der tatsächlich mit einem sieg dankt. als ken auf Platz 3 ins Ziel kommt, brechen die dämme. gaildorf tobt, ken muss weinen, die Mechaniker springen und liegen sich in den armen, der ktMVorstand ist da, dem streckensprecher bricht die stimme, es ist ein dermaßen emotionaler Moment, dass ihn keiner der anwesenden je wieder vergessen wird: „Weißt du noch, als ken in gaildorf Weltmeister geworden ist …?“ schmerzhafte klarheit: ken roczen spielt hier nicht mehr, nicht mehr so bald zumindest. am 18. oktober geht sein Flieger nach amerika, one-way. er sucht ein grundstück mit Haus in kalifornien, seine Zukunft ist supercross. dieser Moment hier ist unwiederbringlich. * Zu Hause in Mattstedt räumt kens oma die Bratwürste ab: „es tut mir schon weh, wenn der kenny jetzt geht. Was soll denn aus all dem da werden?“, sie zeigt auf die Motocross-Bahn, das Haus, die kantine von turbine gramont, die simson-Mopeds in der scheune. „aber man darf die kinder nicht von ihren träumen abhalten. das wäre nicht recht.“ www.ken-roczen.com
Bild: Frank HoPPen/ktM
supercross-rennen in Football- oder Baseballstadien kommen gern einmal hunderttausend Zuschauer, die sprünge sind höher, steiler, weiter, schwieriger, und du springst eigentlich permanent. die rennen sind kürzer, es wird härter gefahren. du kannst dich an die Hindernisse nicht herantasten, die sprünge verzeihen nichts. ken: „es gibt kein Zwischending. und eigentlich gibt es auch kein entweder-oder: Wenn du es ernst meinst, musst du alles springen, und die Zeit, es zu lernen, ist minimal.“ supercross ist glitzernd, laut und schrill, die austragungsorte heißen las Vegas oder daytona statt sevlievo und loket. ken, der letzten Winter schon drei Monate in den usa verbrachte und prompt einen lauf der West Coast lites gewinnen konnte, findet es geil: „die atmosphäre, die leute, alles. dass ich mit meinen einstigen idolen auf derselben strecke fahren kann. ich mag amerika, und ich denke mal, dass ich drüben auch ganz gut ankomme.“ so kann man es auch sagen: „the german sensation“ hat in der szene gleich mächtig eindruck gemacht, was einerseits an seinem rotzfrechen Fahrstil lag, andererseits am lockeren auftritt des Blondschopfs: gab völlig entspannt interviews auf englisch, schwerer us-slang, fast wie ein einheimischer, ya know. Woher der akzent kommt? „Vom rumhängen mit anderen Fahrern. ich muss mich mit denen doch unterhalten können.“ Warst du gut in der schule? „ich war viel weg, darum hab ich nur einen Hauptschulabschluss gemacht, notendurchschnitt 2,1. ich bin nicht blöd, weißt du.“ in amerika lässt sich mehr geld verdienen als im europäischen Motocross, die szene ist super-professionell. ein solcher schritt will gut vorbereitet sein. die gefahr des scheiterns ist groß. der beste teamchef da draußen ist der Belgier roger deCoster, mit fünf titeln zwischen 1971 und 1976 einer der besten Motocrosser der Welt. Für den roczen-Clan war klar: wenn amerika, dann mit deCoster als teamchef. ktM-sportchef Pit Beirer schaffte es, deCoster von suzuki loszueisen, jener Firma, mit der er schon als Fahrer die größten erfolge gefeiert hatte. in der Folge war es möglich, den loyalen roczen 2010 vom selben Markenwechsel zu überzeugen: „roger war der Hauptgrund, warum ich nach so vielen Jahren von suzuki zu ktM gewechselt bin.“ kini: „das war ein geniestreich von Pit. einen besseren supercross-teamchef als deCoster gibt es nicht.“ der angesprochene streut seinem youngster rosen: „ken hat definitiv den nötigen speed. Viele große Fahrer sind
DIE SPECIAL EDITIONS VON RED BULL.
DER GESCHMACK VON CRANBERRY, HEIDELBEERE ODER LIMETTE. DIE WIRKUNG VON RED BULL.
BODY+ MIND MORE
Inhalt 82 REISE-TIPP Dance Event in Amsterdam 84/85 KULINARIK Xavier Pellicer, „Som Tam“ 86 GET THE GEAR Julien Duponts Ausrüstung 88 TRAINING Andreas Raelert 90 CLUB & CD
BILD: ALFREDO MARTINEZ/RED BULL CONTENT POOL
91 TAKE 5 The Vaccines 92 TOP-SPOTS 94 SAVE THE DATE 96 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV Die Stadt ist der Spielplatz von Trial-X-Superstar Julien Dupont. Sein Spielzeug zeigt er auf Seite 86.
98 KOLUMNE mit Christian Ankowitsch
more body & mind
Auf und dAvon
Immer dem Beat nach
Der reise-Tipp Des MonaTs
40 Clubs, 700 Musiker, 112.000 Tänzer: Der Amsterdam Dance Event ist die beste Musikkonferenz Europas und das größte ClubFestival der Welt. Ein Mekka für jeden, dessen Herz im Takt der Bassdrum schlägt. AmsterdAm dAnce event.
1996 riefen ein paar Musik-Nerds einen Event ins Leben, um Tanzmusik in all ihren Ausformungen zu feiern. Von House über Drum ’n’ Bass bis Hip-Hop – nicht nur im Club, sondern auch am Podium, um die wirtschaftlichen Aspekte des damals aufkeimenden Techno-Booms zu diskutieren und die Dance-Szene besser zu vernetzen. Zur ersten Ausgabe des Amsterdam Dance Event kamen zirka hundert Menschen, dreißig DJs legten abends nach der Konferenz in drei Clubs auf. Letztes Jahr waren es 112.000 Besucher, die ganze Stadt pulsierte vier Tage und Nächte lang. Denn mittlerweile gilt der ADE als wichtigster Szene-Treff in Europa. Ein Anlass, bei dem DJ-Superstars wie David Guetta auf Underground-Helden wie Theo Parrish treffen, ein Event, bei dem Leute wie Renaat Vandepapeliere, Boss des legendären Labels R&S Records, über das Geheimnis ihres Erfolgs plaudern – kurz: ein Ort, an dem der Beat regiert.
Amsterdam Dance Event: 19. bis 22. Oktober, Details zum Programm auf: www.amsterdamdance-event.nl, DJ-Sets und Live-Gigs zum Nachhören gibt’s auf: www.redbullmusicacademyradio.com
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Schlaflos in Amsterdam Die acht besten Partys des Festivals
1 Planet e:
20th Anniversary
Carl Craig, der Picasso der Tanzmusik, feiert beim ADE den zwanzigsten Geburtstag seines Recordlabels Planet E. Mit feingeistigem Techno aus den Plattentaschen seiner Freunde und Stallhengste Kenny Larkin, Kyle Hall oder Caribou. 19. Oktober, Melkweg, 22:00–05:00
Caribou
2 the djoon experience
Die Red Bull Music AcademyAbsolventen Black Coffee und Culoe De Song sind die Speerspitzen einer jungen Generation südafrikanischer HouseProduzenten. Ihre Sounds sind verspielt, hypnotisch sowie zwingend tanzbar. 19. Oktober, Jimmy Woo, 22:00–04:00 Culoe De Song
3 tFA & chew the Fat!
BiLDER: RED BULL MUSiC ACADEMy(2), MARiANO HERRERO/RED BULL MUSiC ACADEMy, LANDER LARRANAGA/RED BULL MUSiC ACADEMy DAN WiLTON/RED BULL MUSiC ACADEMy, GETTy iMAGES, THE MAOURiS COMPANy,
showcase
Britische Musiker wie Goldie und Ed Rush waren in den neunziger Jahren für den Durchbruch von Drum ’n’ Bass verantwortlich. Mit einer Armada an Newcomern zeigen sie beim ADE, dass das Genre noch lange nicht tot ist. 20. Oktober, Melkweg, 22:00–05:00
4 A night with
Innervisions
Dancemusic gehört zu Berlin wie die Grachten zu Amsterdam. Das ist auch Dixons Verdienst, eines der besten DJs der Spree-Stadt. Mit seinen Kollegen Henrik Schwarz und Âme hält er seit über zehn Jahren die House-Fahne hoch. 20. Oktober, Trouw, 22:00–05:00
5 Amsterdam’s Finest
Die Gelegenheit, akustisches Lokalkolorit zu schnuppern, wenn die besten der Lokalmatadore zwischen House und Techno sich an den Plattenspielern abwechseln: 2000 and One, De Man Zonder Schaduw, Dimitri u. a. 20. Oktober, Undercurrent, 22:00–07:00
Goldie
Henrik Schwarz
6 silent disco club
Große Boxentürme gibt’s bei dieser Party nicht, dafür werden Funkkopfhörer an die Besucher verteilt. Mit diesen können die Tänzer parallel zwischen den Sets mehrerer DJs wählen. Ein kurioses Bild: Der Dancefloor ist voll, im Club ist’s still. 21. Oktober, Club 8, 22:00–04:00
De Man Zonder Schaduw
7 Border community night
Die Briten James Holden, Fairmont und Luke Abbott machen digitale Lagerfeuermusik für den Club. Will heißen: verträumte, verspielte Techno-Epen, die das Trommelfell massieren und zugleich ins Tanzbein schießen. 22. Oktober, Melkweg, 21:30–05:00
8 trouw Op Zondag
Nach der Party ist vor der Party, wie der erfahrene Raver weiß. Deshalb zieht er nach einer durchzechten Samstagnacht gleich weiter zur Afterparty: Ab 9 Uhr morgens mit Sprudel-House-Acts wie Visionquest und Soul Clap. 23. Oktober, Trouw, 09:00–15:00
James Holden
Kopfhörer-Disco
Soul Clap
Tipps bei Tageslicht Fünf Amsterdam-Empfehlungen für DanceAficionados außerhalb des Festivals. 9 Gartine
Das Katerfrühstück in der Gartine ist die perfekte Katharsis nach einer Partynacht: Man sitzt im Garten, das Gemüse am Teller kommt von ebendort. Der Kaffee ist stark, der Kuchen ein Gedicht. Angesichts des idyllischen Ambientes könnte man fast vergessen, dass man sich in einer Metropole befindet. Taksteeg 7 BG, 1012 PB Amsterdam
10 Backstage Hotel
Besser kann sich der Musikfan nicht betten: Die wichtigsten Clubs wie Paradiso oder Jimmy Woo liegen in nur fünf Minuten Gehdistanz, jedes Zimmer verfügt über eine fette Sound-Anlage, umgebaute Musikinstrumente dienen als Möbel. Leidsegracht 114, 1016 CT Amsterdam
11 electric Ladyland
Das Museum ist nach einem Jimi-Hendrix-Album benannt. Aus gutem Grund: Die Besucher wandeln durch fluoreszierende Räume, durch eine psychedelische Traumwelt. Wer die Pforten der Wahrnehmung ganz durchbrechen möchte, schaut vorher noch im benachbarten Coffeeshop vorbei. Tweede Leliedwarsstraat 5, 1015 TB Amsterdam
12 rush Hour records
Der Shop ist kaum größer als ein Vorzimmer, dank der Geschmackssicherheit seiner Betreiber aber einer der besten Europas. Für jeden VinylLiebhaber mit Vorlieben für Hip-Hop, House, Techno und Jazz ein Muss. Spuistraat 98, 1012 TZ Amsterdam
Plattenladen Rush Hour
13 minibar
Die Längswand der Minibar sieht aus wie die Kühlvitrine im Supermarkt. Der Vorteil: kein Anstehen an der Bar – die Kunden bedienen sich selbst aus einer der 45 Minibars. Dieses innovative
Konzept, das frische DJ-Programm und das ebenso schlichte wie moderne Interieur haben dem Lokal den Ruf als coolstes der Stadt eingebracht. Prinsengracht 478, 1017 KG Amsterdam
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Die besten Köche Der Welt
Im Gedenken an ein Monument
Zu Gast im HanGar-7
Xavier Pellicer. der kongeniale Partner des einzigartigen Santi Santamaria erinnert im oktober an den großmeister.
es war ein Schock: Santi Santamaria verstarb Mitte Februar völlig überraschend im alter von nur 53 Jahren. roland trettl, executive chef des „ikarus“, sah sich erstmals in der achtjährigen geschichte des gastkoch-Konzepts mit einer solchen ausnahmesituation konfrontiert: aus trauer den Santamaria-Monat im Hangar-7 absagen? oder den oktober „jetzt erst recht“ dem gedenken an den katalanischen 3-SterneKoch widmen? die entscheidung traf Santamarias langjähriger Vertrauter Xavier Pellicer, Küchenchef von Santamarias „can Fabes“: „Wir müssen einfach so tun, als wäre Santi noch unter uns.“ So steht der oktober im „ikarus“ im Zeichen des gedenkens an einen der größten Köche, die Spanien jemals hervorgebracht hat. eines leidenschaftlichen Kämpfers für die Kombination aus liebe zum Produkt, leidenschaft fürs Handwerk und Stolz auf die region. eines streitbaren Kritikers der Molekulartechnik. und jenes Mannes, in dessen Hinterlassenschaft sich Klassiker finden wie der saftig gedämpfte Schweinehals, darunter Kartoffelcreme, darunter Kaviar, oder wie Bacalao-Kutteln mit Salchichas und Blutwurst oder die mit Steinpilzen gefüllten gamba-ravioli.
Gedämpfte Papada mit Kaviar.
Mein RestauRant Can Fabes Sant Joan, 6 08470 Sant Celoni Barcelona www.canfabes.com 50 Kilometer nordöstlich von Barcelona findet sich das Can Fabes. Ein regional, ein modern eingerichteter Saal, beide auf ihre Art einzigartig. Rustikale Avantgarde auf höchstem Niveau. Seit 2003 stehen auch fünf exquisit gestaltete Zimmer bereit. Legendäres Frühstück!
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Rustikale Avantgarde Mit Molekularküche konnte Santamaria nichts anfangen, er galt als ihr prononciertester Kritiker. Auch Pellicer betont die Verwurzelung in der katala nischen Küche. Aber wie sein Mentor und Freund ist er offen für – vor allem französischstämmige – avantgardisti sche Einflüsse. Produkte und Menschen … … werden von Pellicer selbst als die wichtigsten Begriffe seiner Küche ge nannt. Er setzt auf frische, konsequent saisonale Produkte aus der näheren Umgebung, von ausgewählten Liefe ranten in biologischer Landwirtschaft erzeugt, auf traditionelle Weise gefischt. Purer Geschmack Die Optik? Nebensache. Alle Konzentration gilt dem reinen Geschmackserlebnis.
Die Gastköche im Hangar-7 Monat für Monat gastiert ein anderer inter nationaler Spitzenkoch im „Restaurant Ikarus“ des Salzburger Hangar7 und kreiert dort gemein sam mit dem Küchenteam ein einzigartiges Menü. Gastkoch im Oktober 2011 ist Xavier Pellicer, Chef des Restaurants „Can Fabes“ bei Barcelona. Informationen zu Pellicers Menü im „Ikarus“ finden Sie unter www.hangar7.com, Reservierungen sind sowohl telefonisch (unter +43 662 219777) als auch via EMail möglich: ikarus@hangar7.com
Bilder: Helge KircHBerger/red Bull Hangar-7, roBerto alegria/red Bull Hangar-7 (2)
Meine PHilosoPHie
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Geschmack von Welt NatioNalgerichte zum NachkocheN
Hot Papaya
text: klaus kamolz. Bild: fotostudio eisenhut & mayer
Som Tam. Thailands scharfer Fruchtsalat wird von thailändischen und nichtthailändischen Gaumen unterschiedlich interpretiert.
Gerichte auf thailändischen Speisekarten sind weltweit mit Chilischoten gekennzeichnet, meist sind es eine bis vier. Schotenstufe 1 signalisiert den Geschmackspapillen der Thais eine Art Wellnessurlaub, während Ausländer da bereits zu hecheln beginnen. Som Tam, der nationale Klassiker, ist deshalb so etwas wie ein Maßstab der Schärfeverträglichkeit. Die für den Papayasalat verwendete Chilisorte heißt Thai Prik Sod und befindet sich auf der Scoville-Schärfeskala etwa im Mittelfeld. Weswegen Thais bis zu sechs Schoten pro Portion davon verwenden, damit die Sache, wie sie gerne sagen, nicht langweilig wird. Unüblich für den nicht thailändisch geschulten Gaumen ist auch der Reifegrad der eingesetzten Papayas. Sie müssen grün sein, sind deshalb – was nicht ganz dem Filmtitel „Der Duft der grünen Papaya“ entspricht – eher geschmacklos und sorgen vor allem für Frische und Textur. So prägen also die kleinen roten Punkte im Salat den Charakter von Som Tam.
Das Rezept Zutaten für 4 Personen: 2 grüne Papayas à ca. 250 g (erhältlich in Asia-Shops) 4 bis 8 rote Chilischoten der Sorte Thai Prik Sod 2 Knoblauchzehen
4 EL brauner Zucker 4 EL Fischsauce 4 EL Zitronensaft 16 Kirschtomaten 3 EL gehackte nicht geröstete Erdnüsse
Papayas schälen und mit einer geeigneten Reibe in Juliennestreifen reiben. In einem großen Mörser Chilischoten (Anzahl entsprechend der gewünschten Schärfe) und Knoblauchzehen gründlich zerstoßen. Dann Zucker, Zitronensaft, Fischsauce und die Papayastreifen dazugeben und weiter mörsern, bis die unreifen grünen Papayas weich und biegsam sind. Kirschtomaten halbieren, mit den Erdnüssen in den Mörser geben und weiter zerstoßen, bis die Tomaten einigermaßen zerdrückt sind.
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Fahrender Künstler
GET THE GEAR DIE AUSRÜSTUNG DER PROFIS
JULIEN DUPONT. Trial Freestyle bedeutet, dort Motorrad zu fahren, wo es noch keiner geschafft hat. Folgendes braucht es dazu: 1 Mercedes-Benz Vito Mit Vollausstattung. Das perfekte Ding für entspanntes Reisen. Motorrad und Equipment haben bequem Platz, darunter eine biegsame Alu-Rampe, mit der ich mir die Anfahrt zu diversen Hindernissen ermögliche.
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2 GasGas TXT Pro 300 Für mich das beste Bike der Welt: leicht, zuverlässig, mit 300 Kubik das Flaggschiff des spanischen Herstellers. Macht genau das, was ich von ihr will. 3 Helm Shoei VFX-W Hochwertiger und bequemer Enduro-Helm mit großem Sichtfeld. Außerdem gut belüftet, was bei den niedrigen Geschwindigkeiten im Trial wichtig ist. 4 Kamera Camsports HD-S Für Onboard-Aufnahmen verwende ich zwei dieser nur 3 cm dicken HD-Zauberdinger mit 120°-Weitwinkel. 5 Stiefel Alpinestars Tech 8 MX Ein absoluter Klassiker, bequem, sicher und stylish, dazu die passenden Kniedeckel. 6 Meine Fotoausrüstung Im Laufe der Zeit habe ich mich zu einem veritablen Fotoliebhaber entwickelt. Fotos sind unvergänglich. Meine Standard-Ausrüstung: Gehäuse Canon 550D, Blitz Canon 580EXII, Objektive: 35 mm Fixbrennweite, Weitwinkel 12–22 mm, Teleobjektiv 70–200 mm. Dazu ein Canon-Mikro für Filmaufnahmen, außerdem diverse Stative, Ausleger und Rails. 7 MacBook Pro 17 Zoll Für Fotos, Videos und zur Überbrückung der Wartezeit auf diversen Flughäfen.
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8 „Les 4 Accords Toltèques“ Vom mexikanischen Autor (und Schamanen) Gabriel Ruiz. Mehr als ein Buch, vielmehr eine Lebensschule. 9 Kartenetui (in meiner Hosentasche) Darin sind: zwei Kreditkarten, meine Versicherungskarte, Blutspenderausweis, eine (unnötige) Bonuscard der Air France und Cash. 10 Fabien Didelot Seit unserer ersten Filmproduktion „Gonzo“ in Malaga und Barcelona reise ich tatsächlich permanent mit Fabien. Er ist nicht nur ein phantastischer Reisepartner, er hat vor allem das künstlerische Element in unsere Filme gebracht. Juliens erstaunliche Welt: www.dupontandco.org
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TEXT: WERNER JESSNER. BILD: GIAN PAUL LOZZA
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Fernfahrer 750 Kilometer! Jede Woche legt Raelert im Training die Strecke Hamburg–Paris schwimmend, Rad fahrend und laufend zurück.
Trainieren wie die Profis
ist aktueller Ironman-Weltrekordhalter. Sein nächstes Ziel: der Sieg beim prestigeträchtigsten Triathlon-Event, der Weltmeisterschaft auf Hawaii. AndreAs rAelert
Nach seinem zweiten Platz im Vorjahr ist der Rostocker einer der großen Favoriten auf den Gewinn des Klassikers auf Hawaii am 8. Oktober. „Wenn es zum ganz großen Erfolg reichen soll“, erklärt der 35-Jährige, „muss wie bei einem Puzzle jedes Einzelstück perfekt ineinandergreifen.“ Der intensivste Teil der Vorbereitung fand in Clermont, Florida, statt. Dabei standen täglich Lauf-, Schwimm- und Radeinheiten auf dem Programm. TraiAndreas Raelert: ningsfreie Tage während der Saison kennt Raelert nicht Mitfavorit beim Ironman auf Hawaii – außer er ist krank. In der Saisonpause nach Hawaii ist Relaxen angesagt. Vier bis fünf Wochen will der Weltrekordler, der im Juli bei der Challenge Roth die 3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen in 7:41:33 Stunden absolvierte, nicht an Triathlon denken und mit einem Wohnmobil die USA erkunden.
Gemeinsam zum Erfolg Die Brüder Raelert bilden ein erfolgreiches Trainings- und Wettkampfgespann und teilen den einen oder anderen Sonnenauf- und -untergang. Nicht nur Andreas, sondern auch sein vier Jahre jüngerer Bruder Michael ist internationaler Top-Triathlet. Gemeinsam absolvieren sie fast 90 Prozent der Trainingseinheiten, bei Bewerben betreuen sie sich gegenseitig. „Es ist wichtig, dass ich jeden Tag die Weltspitze vor Augen habe“, verrät Andreas sein Erfolgsrezept. „Auch wenn es bei dem enormen Trainingsaufwand manchmal schwerfällt, sich zu motivieren, macht eigentlich jede Trainingseinheit Spaß.“ Über ihre Zeit selbst bestimmen zu können, im Morgengrauen in den Tag hineinzulaufen oder auf dem Rennrad in den Sonnenuntergang zu fahren, das lieben die beiden besonders an ihrem Sport. HobbyTriathleten empfehlen sie, sich eine Trainingsgruppe zu suchen – das motiviert, erhöht die soziale Kompetenz und macht einfach viel mehr Spaß.
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Dienstag 7.30–9.00 Uhr: 1000 m Einschwimmen/10-mal 400 m Kraul und Lagen im Wechsel/ 10-mal 50 m Kraul Beinarbeit/ 500 m Ausschwimmen 11.00–12.00 Uhr: 15 km Steigerungsläufe auf vermessener 2-km-Runde – Tempo zu Beginn sehr moderat (Puls 130), jeder Kilometer wird bis zum Ende schneller gelaufen, der letzte Kilometer endet mit einem Puls von ca. 160 15.00–19.00 Uhr: 120 km Radfahren: 1 Std. Warmfahren, danach 4-mal 15 min Kraftausdauer (Trittfrequenz 70 U/min und Puls 160), zwischen den Intervallen 15 min lockeres Fahren bei Puls 110, 1 Std. Ausfahren Mittwoch 8.00–10.00 Uhr: 25 km Dauerlauf bei sehr ruhiger Intensität, welliges Profil mit Puls 130 12.00–16.00 Uhr: 90–100 km Radfahren im welligen Gelände bei mittlerer Intensität (Puls 130), im direkten Anschluss daran intensiver 15-km-Dauer-
Andreas (r.) und sein Bruder Michael
lauf im Wettkampftempo bei Puls 160 Donnerstag 7.30–9.00 Uhr: 200 m Einschwimmen/danach eine „Pyramide“ 100/200/300/ 400/500/600/700/700/600/ 500/400/300/200/100 m Kraul mit 10–30 sek Pause, 200 m Ausschwimmen 15.00–17.00 Uhr: Athletiktraining (siehe Montag) Freitag 7.30–9.00 Uhr: 1000 m Einschwimmen/2-mal 1500 m Kraul im Wettkampftempo/ 10-mal 100 m Lagen/200 m Ausschwimmen 11.00–12.30 Uhr: 20 km Dauerlauf bei mittlerer Intensität (Puls 140) im welligen Gelände 15.00–18.00 Uhr: 90 km Radfahren: ruhige Einheit (Puls 110–130) im welligen Gelände Samstag 8.00–10.00 Uhr: sehr ruhiger 25-km-Dauerlauf ohne Intensitäten, danach kurzes Lauf-ABC inklusive 5-mal 20–40-m-Sprints 11.00–12.00 Uhr: 3 km Kraulen mit Paddles bei ruhiger Intensität 16.00–18.00 Uhr: 60 km Radfahren: sehr ruhige Einheit in flachem Gelände mit sehr hoher Trittfrequenz (110 U/min) Sonntag 9.00–14.00 Uhr: 150 km Radfahren mit einer Gruppe, sehr häufig höhere Intensitäten (Puls 120–170) in Abhängigkeit von der Gruppendynamik 18.00–19.30 Uhr: zügiger 20-km-Dauerlauf im (Puls 150) nahe dem Wettkampftempo
passion-for-triathlon.com TExT: JAN CREmER. bILDER: ARmIN SCHIRmAIER, ImAGO, JOCHEN SAND
Kein Urlaub auf der Trauminsel
workout
Montag 7.30–9.00 Uhr: 1000 m Einschwimmen/15-mal 100 m Kraul/10-mal 200 m Kraul Arme/400 m Lagen/ 200 m Ausschwimmen 11.00–14.00 Uhr: 90 km Radfahren (ca. 33 km/h Schnitt) mit welligem Profil und Puls zwischen 110 und 130 17.00–18.30 Uhr: 15 km Dauerlauf (Puls 140) im welligen Gelände, im Anschluss 20 min Lauf-ABC als Nachbereitung 19.00–20.00 Uhr: 40 min Athletiktraining – Schwerpunkt: Rumpfarbeit in Form eines Zirkeltrainings mit Liegestützen, Sit-ups (1 min halten, 30 sek Pause), danach 15 min dehnen
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Sporthotel Mirnock*** / Afritz am See • 7 Übernachtungen im Doppelzimmer • inkl. Halbpension & 5-Tages-Skipass für das Skigebiet Gerlitzen Reisetermine: Dezember 2011 – April 2012 Anreise: Sonntag Reisecode : PAT199P2
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Österreich/Kärnten
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Grand Hotel Astoria**** / Lavarone • 3 oder 4 Übernachtungen im Doppelzimmer Standard oder Superior • inkl. Halbpension & hoteleigenem Wellnessbereich Reisetermine: Dezember 2011 – März 2012 Anreise: Donnerstag (3 Nächte) Sonntag (4 Nächte) Reisecode : PIT105P1
ab € 119,–
Kennziffer: 1120015
Buchungshotline: 050 884 7777 – täglich von 8–22 Uhr Diese und weitere attraktive Reiseangebote finden Sie auf:
www.reisefalke.at/redbulletin
Impressum: Veranstalter: Reisefalke GmbH, Heiligenstädter Straße 31, A-1190 Wien; FN 332423 h; DVR 4001272, Eintragungsnummer in das Veranstalterverzeichnis 2009/0033. Insolvenzversicherung Pol.-Nr. 1.050.665 beim DRS Deutscher Reisepreis-Sicherungsverein VVaG, Rosenheimer Straße 116, D-81669 München. Im Schadensfall ist die EUROPÄISCHE REISEVERSICHERUNG AG, 1220 Wien, Kratochwjlestraße 4 (Tel. 01/317 25 00, Fax 01/319 93 67) vom DRS mit der Schadensregulierung beauftragt. Sämtliche Ansprüche müssen bei sonstigem Anspruchsverlust innerhalb von 8 Wochen nach Eintritt des Versicherungsfalls bei der Europäischen Reiseversicherung AG angemeldet werden. Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen 1992 sowie die ergänzenden AGB der Reisefalke GmbH, einseh- und abrufbar unter www.reisefalke.at. Mit Erhalt der schriftlichen Reisebestätigung wird eine Anzahlung in der Höhe von 20 % des Reisepreises fällig. Die Restzahlung ist bei Übergabe/Zusendung der Reiseunterlagen 14 Tage vor Reiseantritt zu begleichen. Bitte beachten Sie, dass die Reiseangebote nur im angegebenen Aktionszeitraum und nur in begrenzter Menge zur Verfügung stehen. Deshalb können bestimmte Reiseangebote oder Termine bereits nach kurzer Zeit ausgebucht sein. Die Red Bulletin GmbH ist bei diesen Angeboten weder Mittler noch Veranstalter. Alle Preise in EUR pro Person im Doppelzimmer oder in der Doppelkabine, wenn nicht anders angegeben.
MORE BODY & MIND
„Im Kopf ausmisten“
OUT NOW
FRISCHWARE AM PLATTENTELLER
CHRIS TAYLOR. Als CANT feilt das Grizzly-BearMastermind an der Zukunft des Pop – zwischen R’n’B-Melodien und experimenteller Elektronik.
Tanz unterm Totenkopf
BEST CLUBS IM HERZEN DER DISCOKUGEL
ZIRCA, SINGAPUR. Ein nächtliches Wunderland, in dem Partyhasen zu Electro-Hymnen surfen. Klingt verrückt? Das ist Singapurs bester Club auch!
Ihr betreibt das Zirca in Singapur, weil … … die Stadt ein kosmopolitischer Schmelztiegel ist, sich Musik und Kulturen aus aller Welt hier treffen. Von außen sieht der Club aus wie … … ein geheimnisvolles Wunderland oder ein versteckter Garten mit einem Hauch Glamour. Für diese Atmosphäre sorgen die schwarzen Metallfenstergitter, die den Eingang wie Äste eines Baumes verhüllen. Wenn du dann das Innere betrittst … … siehst du einen riesigen Kristallluster in der Form eines Totenschädels. Das Zirca ist einzigartig … … weil schon allein unsere Bühne groß genug ist, um dort ein Theaterstück aufzuführen. Außerdem haben wir LED-Vorhänge, auf denen in
riesigen Lettern der Name des DJs angekündigt wird. Los geht’s … … kurz nach Mitternacht, um ein Uhr ist die Stimmung normalerweise am Höhepunkt. Unsere Stammgäste sind … … energiegeladen wie Duracell-Hasen. Sie fühlen sich wohl und haben beim Feiern keine Hemmungen. Voll ab geht’s, wenn … … der DJ den Electro-HouseTrack „Rock Party Anthem“ von LMFAO auflegt. Es ist die Party-Hymne des Jahres. Am Anfang heizt sie die Stimmung an, am Ende ist sie die Krönung der Nacht. Die verrückteste Nacht bisher hattet ihr … … als es einmal so brechend voll war, dass ein munteres Crowd-Surfing begonnen hat – eigentlich war es sogar Crowd-Rafting. Und nein, da hat kein Superstar aufgelegt, unsere Resident-DJs haben diesen Sturm entfacht! Wordrap mit Wai Mun, Marketing-Managerin Zirca The Cannery, 177A River Valley Road, Singapur 179022 +65 6333 4168 www.zirca.sg
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CANT: Dreams Come True (Warp) ist bereits erschienen. News, Tourdaten und Sounds: www.terriblerecordsus.com
PopVisionär Chris Taylor (30).
TEXT: FLORIAN OBKIRCHER. BILDER: ZIRCA CLUB (2),
Luftballons und Sternskulpturen am Nachthimmel des Zirca-Clubs
mit Grizzly Bear. Diesmal 2009 hat Chris Taylors Band war ich mit George Lewis Jr. Grizzly Bear mit einem (alias Twin Shadow, Anm.) experimentellen Indie-Popdort. Wir haben die Songs Album („Veckatimest“) die geschrieben, unmittelbar US-Charts ebenso erobert bevor wir sie aufwie die Herzen von genommen haben. Kollegen wie Jay-Z Gar keine und Beyoncé. Die Vorbereitung? Pause danach nahm Ich hatte schon Taylor zum Anlass eine lose Idee vom für eine Solo-Platte: „Dreams Come Klang, es gab Musik, Auf verrauschte True“: Popsongs die mich in letzter Gitarren- und Elektronik-Flächen bettet im Spannungs- Zeit inspiriert hat. feld zwischen Sachen von Theer souligen Gesang. Nirvana und Dream, der Stücke Ein Meisterwerk, R ’n’ B. für Rihanna schreibt. quasi eine moderne Oder Nirvanas „In Utero“Version des Beach-BoysAlbum. Klassikers „Pet Sounds“. Hast du dir mit der Platte : Wo hast du einen Traum verwirklicht? die Songs aufgenommen? Der Titel deutet es an … : In einem Nicht unbedingt. Mich alten Berghotel im Wald, amüsiert der Gedanke, dass nördlich von New York. Im du im Leben nie wirklich gleichen Studio wie zuletzt zufrieden bist, auch wenn die Dinge ganz okay laufen. Wann hattest du denn das letzte Mal so ein Tief? Nach der Grizzly-Bear-Tour. Ich war zurück in New York und irgendwie unrund. Ich musste in meinem Kopf ausmisten. Was ich mit der Platte dann auch getan hab.
MORE BODY & MIND
„Punk, bevor es Punk gab“
THE VACCINES. Die britischen Durchstarter bescheren Garage Rock derzeit einen zweiten Frühling. Für das Red Bulletin fischt die Band ihre Inspirationsquellen aus der Plattenkiste.
Wer bei seinem ersten Konzert Kollegen von Franz Ferdinand oder Mumford & Sons im Publikum hat, der hat etwas richtig gemacht. Und das haben diese vier Londoner: nämlich ihr Debütalbum „What Did You Expect from the Vaccines?“ mit rauen Indie-Hymnen wie „Post Break-Up Sex“ gepflastert. Mit Songs zwischen dem Proto-Punk von The Modern Lovers und der schwelgerischen Romantik von Magnetic Fields, wie das Quartett verrät.
The Modern Lovers: „The Modern Lovers“ Jonathan Richman und seine Band The Modern Lovers sind für uns extrem wichtig, ihr erstes Album ist ein Meilenstein. Sie haben keinen Punk gemacht – und trotzdem waren sie Punk. In der Art, wie sie ihren Sound präsentiert haben, in dieser kargen Intensität, die ihren Sound ausmacht. Als wir unsere Platte aufgenommen haben, war genau dieser Ansatz für uns sehr wichtig: Es kommt nicht darauf an, was du spielst, sondern wie du etwas spielt. Wie The Modern Lovers haben wir unseren Sound aufs Notwendigste reduziert, um so direkt und pur wie möglich zu klingen.
Die neue Single „Nørgaard“ und alle Tourdaten auf: www.thevaccines.co.uk
TAKE FIVE
TEXT: NICK AMIS. BILD: SONY MUSIC/ROGER SARGENT
STARS ZEIGEN UNS, WAS SIE HÖREN
Gene Vincent and the Blue Caps: „Gene Vincent and the Blue Caps“ Dieses frühe RockabillyZeug markiert den Anfang der Pop-Kultur. Die Kids damals sangen über Themen, die davor tabu waren. Es war die Nachkriegszeit, alles war grau und öde, den Teenagern war fad – und sie begannen auszuflippen. Dieser Moment stellt die Geburtsstunde des Rock ’n’ Roll dar. Die Leute gingen aus, hatten Spaß, gründeten Bands und ließen in ihren Songs Dampf ab. So wie Gene Vincent, der Punk war, ohne es zu wissen. Diese Platte fängt diese Aufbruchstimmung damals in den fünfziger Jahren perfekt ein – und macht auch heute noch extrem viel Spaß.
Magnetic Fields: „69 Love Songs“ Stephin Merritt ist ein Genie. Ein Poet und Songschreiber, der großen Einfluss auf uns hatte. Gerade mit diesem Dreifach-Album mit insgesamt 69 Liebesliedern. Seine Texte sind ebenso ehrlich wie abgründig, so gewitzt wie treffend. Und prägend für die Art, wie wir unsere Geschichten erzählen.
The Monks: „Black Monk Time“ Wenn man sich anschaut, was in den sechziger Jahren musikalisch in England so abgegangen ist – von den Beatles bis zu den Stones –, muss man sagen, die Monks waren ihrer Zeit voraus. Mit ihrer rauen Energie haben diese fünf in Deutschland stationierten US-Soldaten Punk gemacht, zehn Jahre bevor es diesen Begriff überhaupt gab.
Glenn Branca: „Lesson No. 1“ Branca ist der Vater der New Yorker No-Wave-Szene in den siebziger Jahren, seine erste Platte ist eigentlich Performance-Kunst. Nach Popmusik klingt das jedenfalls nicht, wenn dreißig Gitarristen die gleiche Note spielen. Sein Einfluss nicht der offensichtlichste – aber zwischen den Zeilen vorhanden.
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5 3 Down Under ein Nationalheld: Feiert Casey Stoner den fünften Heimsieg?
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MOTORSPORT RALLYE DES PHARAONS ÄGYPTEN (1) KAIRO, 1. – 9. 10. 2011 Die Pharaonen-Rallye bildet den Abschluss der Offroad-Weltmeisterschaft. Vorjahressieger Marc Coma wird sich in der glutheißen Sahara erneut den 2660 Kilometern und sechs Etappen über Sanddünen und Geröll stellen.
FIM SUPERBIKE WORLD CHAMPIONSHIPS PORTUGAL (3) PORTIMÃO, 16. 10. 2011 Die Weltmeisterschaft der straßenzugelassenen 1000-ccm-Motorräder endet mit zwei Läufen auf dem 4692 Meter langen Kurs an der Algarve. WRC RALLY SPANIEN (4) SALOU, 21. – 23. 10. 2011 Neben der WRC finden auf den breiten und schnellen Asphaltstraßen Kataloniens auch die Läufe der Super 2000 und der ProductionCar-WM statt. In diesem Jahr werden auch vermehrt Schotterabschnitte eingebunden.
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FIM SUPERMOTO WORLD CHAMPIONSHIPS S1 FRANKREICH (5) CAHORS, 23. 10. 2011 Für den Italiener Ivan Lazzarini und seine Kollegen geht die Saison mit drei Läufen auf dem 1580 Meter langen Kurs mit 1380 Meter Asphalt- und 200 Meter Offroad-Anteil zu Ende. FORMEL-1-GP VON INDIEN (6) BUDDH INTERNATIONAL CIRCUIT, 30. 10. 2011 Die 5,14 Kilometer lange Strecke in Greater Noida 50 Kilometer südlich von Delhi soll viele Überholmöglichkeiten bieten, ist für alle Fahrer Neuland und erstmals im Rennkalender.
Top Events Oktober 2011
MOTORSPORTSERIEN AUF DER ZIELGERADEN, KREATIVITÄT AUF ALLEN KONTINENTEN UND HERBSTLICHE PFLICHTTERMINE FÜR CONNAISSEURE VON ROCK, POP UND HIP-HOP. 92
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MOTO-GP VON AUSTRALIEN (2) PHILLIP ISLAND CIRCUIT, 16. 10. 2011 Casey Stoner weiß seit Jahren den Heimvorteil zu nutzen. Am Renntag könnte sich der Weltmeister von 2007 selbst ein Geschenk zum 26. Geburtstag machen und den fünften Sieg in Australien in Folge einfahren.
KREATIV RED BULL FLUGTAG USA (7) TAMPA, 8. 10. 2011 Die selbst konstruierten Flugobjekte setzen beim Tampa Convention Center zum zweiten Mal nach 2008 zu mehr oder weniger sanften Landungen an. RED BULL ILLUME SCHWEIZ (8) BERN, 13. – 23. 10. 2011 Über 23.000 Action- und Adventure-Bilder wurden für die Red Bull Illume Quest 2010 eingereicht. Die besten fünfzig Sportfotografien in zehn verschiedenen Kategorien sind am Waisenhausplatz zu bestaunen. RED BULL ART OF MOTION KUWAIT (9) FAILAKA ISLAND, 21. 10. 2011 Die Freestyle-Runner werden im Emirat am Persischen Golf in gewohnt artistischer und akrobatischer Weise urbane Hindernisse wie Treppen, Fassaden oder Mauern überwinden. RED BULL STREET STYLE BRASILIEN (10) RIO DE JANEIRO, 23. 10. 2011 Wo, wenn nicht in Brasilien, darf man sich eine größere Dichte an technisch brillanten Ballzauberern erwarten?
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RED BULL SOUNDCLASH BRASILIEN (17) CLUB 688, PORTO ALEGRE, 20. 10. 2011 Zwei Bühnen, dazwischen das Publikum: Beim Red Bull Soundclash treffen zwei Bands aufeinander, die im musikalischen Wettstreit ihre Kreativität unter Beweis stellen.
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RED BULL THRE3STYLE BRASILIEN (19) SÃO PAULO, 23. 10. 2011 Lokale DJs müssen in einem 15-Minuten-Set drei Genres abklappern. Welche das sind, ist grundsätzlich egal, solange der DJ es schafft, diese elegant zu verschmelzen. Beurteilt werden die Plattendreher anhand der Kriterien Songauswahl, Skills, Kreativität und – am wichtigsten – aufgrund ihrer Fähigkeit, das Haus zu rocken.
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BILDER: GEPA PICTURES/RED BULL CONTENT POOL, GUILBER HIDAKA/RED BULL CONTENT POOL, PAUL R. GIUNTA/CORBIS, THOMAS BUTLER/RED BULL MUSIC ACADEMY
Die Indie-Veteranen Weezer beim Riot Fest
MUSIK RIOT FEST USA (11) CHICAGO, 5. – 9. 10. 2011 Die britische Band Kaiser Chiefs sang „I Predict a Riot“, wir prophezeien gleich ein ganzes Riot-Fest: in Chicago – ohne brennende Autos, dafür mit Drei-Akkord-Hymnen, Pogo-Tänzern und Punk-Bands. Alte Helden wie Social Distortion, Descendents oder X sind dabei, genau wie die Newcomer Chinese Telephones und die Headliner Weezer. ROCKING THE DAISIES SÜDAFRIKA (12) CLOOF WINE ESTATE, DARLING, 7. – 9. 10. 2011 Auf einem kleinen Weingut außerhalb von Kapstadt gibt es alljährlich im Oktober eine kleine, feine Musikverkostung. Auf dem Programm: die besten rockigen Tropfen der Region, von Gazelle bis Foto Na Dans, elektronisch prickelnde Jahrgänge auf der Red Bull StudioLivebühne. Sowie einen souligen Importwein namens Bellerouche aus England.
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Körperbeherrschung in Kuwait
MÚSICA/TUMBALONG AUSTRALIEN (18) TUMBALONG PARK, SYDNEY, 22. 10. 2011 Der Tumbalong-Park ist die grüne Lunge Sydneys. Zum australischen Frühlingsbeginn lässt ein Haufen internationaler Elektronik-Acts seine Synthesizer zirpen: zum Beispiel das Loop-Disco-Phantom Tiger & Woods, der Londoner Spoken-Word-Meister Ghostpoet oder die Kiwi-Nu-Jazzer Electric Wire Hustle.
UNSOUND FESTIVAL POLEN (13) KRAKAU, 9. – 16. 10. 2011 „Future Shock“ lautet das Thema dieses Festivals zwischen Multimedia-Kunst und ClubKultur. Hornbrillenträger sowie Partykanonen dürfen sich also auf Musik freuen, so frisch, als hätte sie Marty McFly im DeLorean aus der Zukunft angeliefert: Knatter-Disco-Tracks von Space Dimension Controller, aufgefrischten Chicago-House von KiNK aus Rumänien und Minimal-Techno aus den Laptops von Ricardo Villalobos & Max Loderbauer, die Jazz-Platten des ECM-Labels remixen. JAMES BLAKE JAPAN (14) LIQUIDROOM, TOKIO, 12. 10. 2011 James Blake gehört die Zukunft. Oder besser: James Blake ist die Zukunft. Das verkünden die Musikkritiker dieses Jahr unisono. Mit seinem nach ihm selbst betitelten Debüt ist dem 21-jährigen Briten ein Meisterwerk zwischen knisternder Elektronik, bassgewaltigem Dubstep und fragilem Songwriting gelungen. Blues fürs 21. Jahrhundert sozusagen. ICELAND AIRWAVES ISLAND (15) REYKJAVÍK, 12. – 16. 10. 2011 Mazes, Glasser, Retro Stefson – noch nie von diesen Bands gehört? Dann ist es nur eine Frage der Zeit, denn die meisten Künstler und Gruppierungen, die zum Iceland Airwaves eingeladen werden, stehen ganz kurz vor ihrem großen Durchbruch. Ein Ruf, dem das Festival auch in diesem Jahr gerecht wird, wenn IndieStars wie 22-Pistepirkko oder Beach House sich die Bühnen mit vielversprechendem Junggemüse teilen. RED BULL MUSIC ACADEMY WORLD TOUR GROSSBRITANNIEN (16) LONDON EYE, LONDON, 14. 10. 2011 Ende Oktober schlägt das Musik-Camp seine Zelte in Madrid auf, davor geht’s auf große Reise – mit zehn Stopps auf fünf Kontinenten. Mit einem großen Konzert im größten Riesenrad Europas feiert die Red Bull Music Academy London als kulturellen Schmelztiegel: Jede der 32 Gondeln des Riesenrads London Eye wird von jungen Künstlern aus aller Welt bespielt. Die Besucher erwartet also eine akustische Weltreise mit Blick aufs nächtliche London.
PITCHFORK MUSIC FESTIVAL FRANKREICH (20) PARC DE LA VILLETTE, PARIS, 28./29. 10. 2011 Vergiss das „Rolling Stone“-Magazin, die Website pitchfork.com ist das Organ, das die musikalischen Trends der Gegenwart vorgibt. Erstmals veranstalten die Meinungsmacher ein Festival in Europa: Aphex Twin tritt ebenso auf wie Bon Iver, Jens Lekman, Wild Beasts, Cut Copy u. a. MONKEY WEEK SPANIEN (21) EL PUERTO DE SANTA MARÍA, CÁDIZ, 28. – 31. 10. 2011 Branchenexperten und Musiker treffen sich an der Südküste Spaniens und kreieren ihren eigenen Planet der Affen. Statt der Freiheitsstatue im Sand gibt’s eine Riesenbühne, auf der Künstler wie Chrome Hoof, Oneida oder Herman Dune konzertieren. RED BULL MP EMBASSY USA (22) PORTLAND & SEATTLE, 1. 11. 2011 Die Roland MPC ist eine graue Kiste mit Gummiknöpfen. Unscheinbar, aber im HipHop als Instrument so elementar wie die E-Gitarre in der Rockmusik. Auf der Bühne bauen vier MPC-Beat-Bastler im Wettstreit Tracks aus Samples und Sounds, sie beweisen Fingerfertigkeit und rhythmisches Gespür.
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Dobra muzyka: Space Dimension Controller beamt sich nach Polen.
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Save the Date Oktober 2011
ERSTE VORAHNUNGEN VOM WINTER. EIN MUSIKALISCHES GRAZER BERG-WERK UND AUFGEHOBENE TEMPOLIMITS.
9. OKTOBER, GRAZ
Graz-Marathon Ausgetragen seit 1994, entwickelte sich der Herbstklassiker über die Jahre zur zweitgrößten MarathonVeranstaltung Österreichs. Wer sich die 42,195 Kilometer mit Start und Ziel bei der Oper nicht zutraut, kann am Halb- oder Staffelmarathon oder beim 11,5 Kilometer langen City Run teilnehmen.
Red Bull Salzburg – EC KAC
Eishockey auf höchstem Niveau: Im Schlagerspiel der 12. Runde der Erste Bank Eishockey Liga empfängt Titelverteidiger Red Bull Salzburg den letztjährigen Play-off-Finalgegner und Redkordmeister aus Klagenfurt. 21. – 26. OKTOBER, GRAZ
Elevate Festival Glasgows House-Newcomer Jackmaster war nach seinem Gastspiel beim letztjährigen Elevate-Festival begeistert vom Dom im Berg, einem Riesenbunker im Grazer Schlossberg: „Die coolste Location, in der ich je gespielt habe!“ Die spannendsten Elektronik-Acts auf der Red Bull Music AcademyTunnel-Bühne: Kyle Hall, Ramadanman, Space Dimension Controller u. a.
22./23. OKTOBER, RETTENBACHFERNER, SÖLDEN
FIS Alpiner Ski-Weltcup 44 Weltcuprennen der Herren und 40 der Damen stehen heuer im Rennkalender einer alpinen „Zwischensaison“ ohne Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele. Bereits traditionell findet der Skiweltcup-Saisonauftakt mit einem Damen- und Herren-Riesentorlauf am Tiroler Rettenbachferner auf 3000 Meter Seehöhe statt. Für die Riesentorlauf-Weltcup-Gewinnerin und Vorjahressiegerin Viktoria Rebensburg (GER) und ihre Kollegen ist das Rennen die erste Standortbestimmung nach der Sommerpause. Im Kampf um die große Kristallkugel möchten der Norweger Aksel Lund Svindal und die Amerikanerin Lindsey Vonn (Bild), die sich im Vorjahr am Ende Maria Riesch (GER) um drei (!) Punkte geschlagen geben musste, heuer wieder ein gewichtiges Wort mitreden. www.skiweltcup.soelden.com
4. NOVEMBER, RATHAUS, WIEN
19. OKTOBER, ROCKHOUSE, SALZBURG
FM4 Unlimited
Musikalisch betrachtet könnte die junge Britin mit italienischen Wurzeln ein Kind von Patti Smith und Nick Cave sein. So unterkühlt wie leidenschaftlich klingen die nihilistischen Chansons der 28-jährigen Sängerin und Gitarristin. Rauer Bluesrock mit romantischer Erdung – das widerspricht all den derzeitigen Trends und hat ihr vermutlich genau deshalb die Bewunderung von Brian Eno oder PJ Harvey eingebracht.
Functionist und DJ Beware verkörpern mit ihrer FM4-Radiosendung „Unlimited“ jenen Trend im Hip-Hop, der derzeit in Metropolen wie London und New York angesagt ist. Tempolimit? Fad. Genregrenzen? Weggefegt. Die beiden DJs mixen Rap mit neuen Dance-Music-Strömungen wie Baile Funk, Fidget House, Breakbeats und Nu-Rave – Hauptsache, die Tracks kitzeln das Tanzbein. Für ihr alljährliches Fest im Wiener Rathaus haben sie jede Menge Dancefloor-Granaten dabei, genau wie auch die DJs der Red Bull Sounds of Austria Stage. Auf dieser wechseln sich die wichtigsten Partyveranstalter und Szenegrößen des
Anna Calvi
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Landes im 30-Minuten-Takt an den Plattenspielern ab, darunter Makossa & Sugar B, Joyce Muniz, Patrick Pulsinger und The Loud Minority. Ob dieses hochkarätige Electro-Line-up wohl auch den Hausherrn, sprich: Bürgermeister, aufs Parkett locken kann? www.unltd.at
BILDER: ERICH SPIESS/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES, FLORIAN WIESER/SHOOTINGMUSIC.COM
16. OKTOBER, EISARENA, SALZBURG
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MUST-HAVES! 1
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1 ULTIMATIVER SNOWBOARD-FILM „The Art of FLIGHT“ eröffnet ein neues Kapitel in Sachen Actionsport-Film: Travis Rice und seine Crew, bestehend aus den weltbesten Ridern, an Orten, die niemals zuvor mit einem Board befahren wurden – festgehalten mit modernstem Filmequipment, einzigartigen Kameraeinstellungen und Ultrazeitlupen. Hol dir diese ultimative Snowboard-Action zu dir nach Hause – mit der „‚The Art of FLIGHT‘ DVD & Blu-Ray Collectors Edition“. Preis: 32,90 €.
www.redbullshop.com 2 AM PULS DER ZEIT Die GPS-Pulsuhr „GPS 100“ von Energetics hält wichtige Grunddaten wie Geschwindigkeit, Entfernung, Trainingszeit und Herzfrequenz fest. Für ambitionierte Hobbyläufer hilfreich sind der eingebaute Höhenmesser und der Kompass. Zum wasserfesten Alleskönner wird ein USB-Ladekabel mitgeliefert. Normalpreis: 179,99 €. Jetzt mit IntersportGutscheinheft um nur 99,99 €.
www.intersport.at 3 NEUER GEL-CUMULUS 13 GTX® Auch in der 13. Version lässt der ASICS GEL-CUMULUS die Herzen der Läufer höher schlagen. Er überzeugt mit neuen Technologien für Komfort, Passform und Funktionalität. Die neu im Vorfuß integrierte GUIDANCE LINE ermöglicht bei jedem Schritt ein individuelles Abrollverhalten. Das diskrete Schnürsystem richtet den Zug auf einzelne Ösen, um somit den persönlichen Anpassungsspielraum zu vergrößern. Erstmals auch in einer wasserdichten GTX®-Version.
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www.asics.at 4 SICHERHEIT UND FREIHEIT Slytech 2nd Skin ist der innovativste und der am häufigsten kopierte Protektor am Markt. Der Slytech 2nd Skin Memory Cell Foam wurde speziell mit Fokus auf Bewegungsfreiheit und Sicherheit entwickelt. „Wenn ich fahre, spüre ich den Slytech 2nd Skin nicht, aber ich fühle mich sicher“, meint Snowboard-Rider „Wolle“ Nyvelt. Und mit seinem Pro-Model rockt der Berg!
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5 AUGUSTA MELANGE JACKET Von tiefen Fjorden und den Küsten Skandinaviens … … erzählt die aktuelle Herbst-/Winter-Kollektion von J. Lindeberg. Das schwedische Label vereint erfolgreich modischen Anspruch und höchste Funktionalität. Das Modell Augusta Melange Jacket, aus 2-Lagen-Dermizax, aus der aktuellen Kollektion gliedert sich nahtlos in die Highlights der vergangenen Jahre ein und macht dem Qualitätslabel alle Ehre. Preis: ca. 500 €.
www.jlindeberg.com 6 SPECIAL EDITIONS VON RED BULL Flügel für jeden Geschmack: Seit September 2011 gibt es die Geist und Körper belebende Wirkung von Red Bull in drei neuen Geschmacksrichtungen. The Red Edition schmeckt nach Cranberry, The Blue Edition nach Heidelbeere und The Silver Edition nach Limette. Die Special Editions basieren auf der gleichen Formel wie Red Bull Energy Drink und sind in der 250-ml-Dose erhältlich.
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more body & mind
VOLLES PROGRAMM
Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm, jetzt auch täglich von 16 bis 17 Uhr.
DIENSTAG, 18. OKTOBER, 22.30 UHR
SONNTAG, 9. OKTOBER, 20.15 UHR
Foo Fighters – Back and Forth
Salute
April 1994: Der Tod von Nirvana-Frontmann und Teen-Idol Kurt Cobain schockiert eine ganze Generation – nicht zuletzt auch die Bandmitglieder Krist Novoselic, Pat Smear und Schlagzeuger Dave Grohl, der von einem Psychologen dazu animiert werden musste, der Musik nicht ganz den Rücken zu kehren. Dave Grohl fing sich wieder und veröffentlichte 1995 ein Demo-Tape mit dem Namen „Foo Fighters“ – der Startschuss einer ganz besonderen Karriere.
Das Bild der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko-Stadt ist bis heute eines der berühmtesten Fotos der Olympiageschichte. US-Sprinter demonstrierten gegen Rassismus – nahezu unbemerkt blieb dabei der australische Silbermedaillengewinner Peter Norman. Doch warum ist sein Name in den USA trotzdem bekannt, und wieso bezeichnen ihn die beiden anderen Athleten, Tommie Smith und John Carlos, als „Bruder“?
JEDEN MONTAG UM 16.30 UHR
SAMSTAG, 15. OKTOBER, 1.30 UHR
SONNTAG, 30. OKTOBER, 20.15 UHR
Young Guns Rising
NASCAR Live in Charlotte
Ice Man
Auch in der dritten Staffel geben die MotorsportStars von morgen wieder Gas. Nutzt Arthur Sissis seine letzte Chance auf einen MotoGP-Platz, oder muss er den Newcomern das Feld überlassen?
Aufbleiben lohnt sich, wenn die Motoren der NASCAR-Autos diesmal am Charlotte Motor Speedway in North Carolina aufheulen. Im Red Bull TV Fenster bei Servus TV können Sie live dabei sein.
Um auf das Schmelzen der Polkappen aufmerksam zu machen, schwimmt „Ice Man“ Lewis Gordon Pugh, nur mit Badehose und -haube angetan, im arktischen und antarktischen Eismeer.
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Bilder: terJe eGGum/lewis puGh, Getty imaGes/red Bull Content pool, don holtz, illuminati Filmproduktion, pty
DIE HI G H LI G HTS D E S M O NATS
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OKTOBER Dienstag, 4. Oktober 16.00 Epic Conditions Ice Climbing in Ouray, Colorado 16.30 Bubba’s World Serie, The Backflip 10/10 22.30 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm Chevolution Dokumentation, uSa 2009 Mittwoch, 5. Oktober 16.00 Celebs go Extreme Doris Schretzmayer trifft Stefan glowacz 21.15 Die Welt des Gaston Rébuffat Dokumentation, Fra, 2009 Donnerstag, 6. Oktober
Bilder: Golden Girls Filmproduktion, keith harinG, JürGen skarwan/red Bull Content pool, mark thompson/Getty imaGes, kevin winter/Getty imaGes
16.00 HIGHLIGHTS art of motion: São Paulo 16:30 Destination One Serie, The reunion 23.00 Live from Abbey Road The enemy, anthony & the Johnsons, Paloma Faith
23.35 aDvenTure CIrCuS The Union Express Montag, 10. Oktober 16.00 Tracking Eero The Big Bright lights of the uSa (2/6) 16.30 Young Guns Rising Season 2/episode 8 22.45 Destination One Serie, The Duel
16.15 HIGHLIGHTS red Bull Homecoming maskinen, Schweden 16.30 Bullet Points 23.15 360FIve Red Bull X-Fighters World Tour – Sydney Samstag, 8. Oktober 16.00 Cliptomaniacs „Live“ episode 7 16.30 INK – Alter Ego Exposed 9/10 17.25 Road to Racing großer Preis von Japan
17.25 Road to Racing großer Preis von Korea 00.45 Play! 01.30 NASCAR Sprint Cup Series 2011 LIVE Charlotte, north Carolina Sonntag, 16. Oktober
Sonntag 8. Oktober
16.15 HIGHLIGHTS Puños arriba
16.30 Destination One Serie, last races
16.30 Bullet Points
23.00 Live from Abbey Road mika, Bloc Party und la roux
23.20 360FIve PKRA Kiteboard World Cup 2011
17.25 Ironman Weltmeisterschaft Hawaii
23.30 Surf Chronicles Hurley Pro lower Trestles
16.00 Cliptomaniacs „Live“ episode 9
23.30 aDvenTure CIrCuS Moto The Movie 2
16.30 Free Serienstart, Surf Issue, 1/13
16.15 HIGHLIGHTS House of art Portugal
Montag, 17. Oktober
17.25 Road to Racing mit David Coulthard
16.30 Bullet Points
Dienstag, 11. Oktober 16.00 Epic Conditions Heli-Snowboarden in valdez, alaska 16.30 The Atherton Project aller guten Dinge sind drei 22.30 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm The Universe of Keith Haring Dokumentation, uK, 2008
16.00 Tracking Eero Turning Japanese (3/6) 16.30 Young Guns Rising Season 3/episode 1 22.45 Destination One Serie, Pause 23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Charlotte, n. C. Dienstag, 18. Oktober 16.00 First Ascent The Impossible Climb
Mittwoch, 12. Oktober 16.00 Celebs go Extreme Jessica Schwarz trifft Will gadd 21.15 Solo – Vermisst auf hoher See Dokumentation, auS, 2008 Donnerstag, 13. Oktober 16.00 HIGHLIGHTS red Bull Creation 16.30 Destination One Serie, The Duel 23.00 Live from Abbey Road gossip, The mars volta und Friendly Fires
16.30 The Atherton Project There’s no place like home 22.30 Culture Mag episode 1 23.00 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm Foo Fighters – Back and Forth musikdokumentation, uSa, 2011 Mittwoch, 19. Oktober 16.00 Sich die Welt erlaufen – Wahnsinn Wüste Dokumentation mit Christian Schiester
16.30 Bullet Points
Donnerstag, 20. Oktober
23.15 360FIve Red Bull Cliff Diving 2011
16.00 HIGHLIGHTS red Bull Flugtag Schweiz
23.20 Surf Chronicles Quiksilver Pro new york
16.00 Cliptomaniacs „Live“ episode 8
Samstag, 15. Oktober
Sonntag, 23. Oktober 20.15 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm Sharkwater Dokumentation, uSa, 2007 23.20 Mountainbike Chronicles nine Knights Special 23.35 aDvenTure CIrCuS Nothing Else Matters Montag, 24. Oktober 16.00 Tracking Eero It’s a Cat’s life: The Canadian Back Country (4/6) 16.30 Young Guns Rising Season 3/episode 2
16.30 Destination One Serie, Pause 23.00 Live from Abbey Road lyle lovett, noisettes und Doves
Freitag, 28. Oktober
23.50 360FIve Freeride World Tour Samstag, 29. Oktober 16.00 Cliptomaniacs „Live“ episode 9 16.30 Free Sportserie, Skate Issue, 2/13 17.25 Road to Racing mit David Coulthard 00.45 Play! 01.45 Nightflight Cocoon, Frankfurt Sonntag, 30. Oktober 20.15 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm The Athlete 23.20 Surf Chronicles Quiksilver Pro West Coast France
23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Talladega, alabama
23.35 aDvenTure CIrCuS Contrast
Dienstag, 25. Oktober
23.00 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm Blur – No Distance Left to Run musikdokumentation, uK, 2010
NOVEMBER Dienstag, 1. November 16.00 First Ascent alone on the Wall
22.30 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm Russell Brand – On the Road Dokumentation, uK, 2007 23.35 Goldie – The Alchemist musikdokumentation, uK, 2011
23.20 360FIve PKRA Kiteboard World Cup 2011 Freestyle and racing
22.45 Destination One Serie, last races
16.30 The Atherton Project Desafio no morro 21.15 62 Days at Sea Dokumentation, 2008
22.45 360FIve IXS Downhill Cup 2011
02.40 Nightflight Big Beach, Tokio
16.00 First Ascent Patagonia Promise
16.15 HIGHLIGHTS l. a. Street art
20.15 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm Salute Dokumentation, auS, 2008
Samstag, 22. Oktober
01.40 Play!
23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 martinsville, virginia
16.30 The Atherton Project Starting all over
23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Kansas
16.00 Surf Chronicles Quiksilver Pro new york
01.45 Nightflight aquaris, Zrc´e, Kroatien
Donnerstag, 27. Oktober 16.00 HIGHLIGHTS red Bull minor Threat
23.50 360FIve Red Bull Cliff Diving 2011
Freitag, 14. Oktober
01.00 Play!
Freitag, 21. Oktober 16.00 Surf Chronicles Hurley Pro lower Trestles
20.15 FIlmFeSTIval In yOur lIvIng rOOm Game Over Dokumentation, uK, 2004
Freitag, 7. Oktober 16.00 Mountainbike Chronicles FmB red Bull District ride
16.30 INK – Alter Ego Exposed 10/10
Montag, 31. Oktober 16.00 Tracking Eero Canada continued – Terje and Jake show up (5/6) 16.30 Young Guns Rising Season 3/episode 3
Mittwoch, 2. November 16.00 Phönix aus der Asche Die Wiedergeburt der P-38 21.15 In Thrall to Everest Dokumentation, nOr, 2006 Donnerstag, 3. November
16.00 HIGHLIGHTS Heli Challenge Ski 16:30 Destination One Serie, The finish line has arrived 23.00 Live from Abbey Road Seal, Imelda may und Sugarland Freitag, 4. November 16.00 Surf Chronicles Quiksilver Pro West Coast France 16.15 HIGHLIGHTS Blitz Kids never Die – a Tour Document, uSa, 2011 16.30 Bullet Points mit alexander mazza 23.20 360FIve Red Bull X-Fighters World Tour 2011
22.45 Destination One Serie, The final line has arrived
Mittwoch, 26. Oktober 16.00 Airpower 2011 Die Highlights der Flugshow von Zeltweg 21.15 Ice Man Dokumentation, 2008
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er sich verständlich machen will, der bekommt gern den Ratschlag, dabei möglichst einfache Begriffe zu verwenden. Autoren können ein Lied davon singen. Journalisten auch. Lehrer erst recht. Es gibt sogar eine Abkürzung für diesen Tipp. Diese lautet „KISS“ und ist auf mehrfache Weise übersetzbar: „Keep it small and simple“ oder „Keep it strictly simple“ (und so fort). Für welche Variante Sie sich auch entscheiden mögen, der Ratschlag läuft stets aufs selbe hinaus: Äußere dich einfach und kurz, dann werden dich alle verstehen, sogar die Einfältigsten. Besonders überzeugend wirkt die Regel, weil sie ihre eigene Forderung nach Einfachheit auf besonders einfache Weise umsetzt. Gegen KISS ist erst mal nichts einzuwenden. Wer zum Beispiel anderen erklären will, wie Waschmaschinen, Liegestühle und Jumbojets zu bedienen sind, der ist gut damit beraten, es unter Zuhilfenahme möglichst kurzer und simpler Begriffe zu machen. Es gibt jedoch Situationen, in denen wir mit einer möglichst einfachen Ausdrucksweise das genaue Gegenteil des Gewünschten erreichen. Und den anderen nicht helfen, sondern sie geradezu ins Verderben stürzen. Und das kommt so: Wer einfache Bezeichnungen und Formulierungen wie „Dieser Ball ist rot“ und „Äpfel schmecken gut“ verwendet, der sorgt nicht nur dafür, dass der andere ihn versteht. Vielmehr löst er in diesem eine kleine Kettenreaktion von Emotionen aus: Die Einfachheit der Begriffe lässt in ihm das Gefühl entstehen, er sei mit den erwähnten Dingen vertraut, was ihn wiederum glauben lässt, er könne diese für harmlos halten. Ganz anderes lösen hingegen rätselhaft-schwierige Wörter in uns aus, wie eine von der Universität Michigan publizierte Studie („If It’s Hard to Read, It’s
Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist
Einfach kompliziert Machen Sie es den anderen bloß nicht zu leicht! Sie gefährden damit deren Leben. Hard to Do“) ergeben hat. Dabei wurden Versuchspersonen danach gefragt, wie sie die Gefährlichkeit von „Hnegripitrom“ einschätzten, einem für diesen Anlass erfundenen angeblichen Zusatzstoff für Nahrungsmittel. Oder was sie von einer (ebenfalls erfundenen) Attraktion auf einem Rummelplatz hielten, die „Heammawihio“ heißt. Die Ergebnisse waren eindeutig: Klingen Begriffe ungewohnt und kompliziert, beanspruchen sie unser Gehirn, weil wir mehr Zeit benötigen,
um sie zu verarbeiten. Das wiederum hat zur Folge, dass wir von unserem Gehirn in einen gewissen Alarmzustand versetzt werden. Das bedeutet: Hören wir kompliziert-ungewohnte Begriffe, werden wir schlagartig aufmerksam und vorsichtig. Aber wir versprechen uns von den entsprechenden Dingen auch mehr Nervenkitzel, wie bei der erwähnten erfundenen Hochschaubahn namens „Heammawihio“. Auch wenn es im ersten Moment nicht so aussehen mag: Diese Erkenntnisse können Ihr Leben verändern. Darauf weisen die beiden Psychologen Hyunjin Song und Norbert Schwarz am Ende der zitierten Studie hin. So würden zum Beispiel „irritierende Namen die Konsumenten vor den Risiken gefährlicher Produkte warnen und sie dazu animieren, mehr auf Warnungen und Gebrauchsanweisungen zu achten“. Wer hingegen giftige Substanzen „Dada“ nennt, der läuft Gefahr, dass die Menschen nicht erfassen, was sie da in Händen halten. Sollten Sie also eben im Begriffe sein, einen Namen für Ihr Baby zu finden, dann denken Sie daran, welche Signale damit Sie aussenden, wenn Sie es „Hans“ respektive „Popocatépetl“ nennen. Was sich freilich die Leute gedacht haben, die ihr Städtchen „Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch“ (auf der walisischen Insel Anglesey gelegen) getauft haben, entzieht sich meiner Kenntnis, denn ich fiel bereits nach der Lektüre des halben Namens in einen derart nervösen Zustand, dass ich erst kurz vor der nächsten Ausgabe des Bulletins erwacht sein werde. Alarmiert natürlich. Christian Ankowitsch, 52, ist ein öster reichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Alexander Macheck (Stv.) Geschäftsführung Mag. Alexander Koppel, Rudolf Theierl Creative Director Erik Turek Art Director Markus Kietreiber Fotodirektion Fritz Schuster Creative Photo Director Susie Forman Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitender Redakteur Werner Jessner Redaktion Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arkadiusz Pia˛tek, Andreas Rottenschlager Mitarbeiter Stefan Wagner Grafik Patrick Anthofer, Martina de Carvalho-Hutter, Miles English, Judit Fortelný, Esther Straganz Fotoredaktion Valerie Rosenburg, Catherine Shaw, Rudolf Übelhör Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Multimedia Martin Herz Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailovic, Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher, Thomas Posvanc, Thomas Safranek Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Christian Graf-Simpson, Walter Omar Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Corporate Publishing Boro Petric (Ltg.); Christoph Rietner, Nadja Žele (CR); Dominik Uhl (AD); Markus Kucˇera (FD); Lisa Blazek (Red.) Finanzen Mag. Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Barbara Kaiser (Ltg.), Stefan Ebner, Lukas Scharmbacher, Johanna Troger; Birgit Lohmann (Design); Klaus Pleninger (Vertrieb); Peter Schiffer (Abo) Anzeigenverkauf Frauke Landi (Ltg.), Thomas Hutterer, Marcus Zinn; anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Susanne Thurner Office Management Martina Bozecsky, Sabrina Pichl IT Michael Thaler Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869 m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon Ein Produkt des +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin erscheint monatlich als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Niederösterreichische Nachrichten. In Deutschland liegt das Red Bulletin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei. In Großbritannien: The Sunday Telegraph. In Nordirland: Belfast Telegraph. In Irland: The Irish Times. In Polen: Gazeta Wyborcza. In Südafrika: Cape Argus, Cape Times, Daily News, Pretoria News, The Star. In Neuseeland: The New Zealand Herald. In Kuwait: Kuwait Times Gesamtauflage 4,6 Millionen Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin com
DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 2. NOVEMBER 2011.
ILLUSTRATION: ALBERT EXERGIAN
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