SCHWEIZ SEPTEMBER 2021 CHF 3.80
ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
SCHWINDELFREI
WIR FEIERN DIE FREIHEIT
Eine Reise um die Welt in zehn Abenteuern
JETZT ABONNIEREN: GETREDBULLETIN.COM
Slackline-Profi Caio Afeto spaziert über Brasilien.
Mehr Auszeit Wagen. Der Volvo V90 Cross Country. Mehr entdecken unter volvocars.ch/v90crosscountry
Volvo Swiss Premium® Gratis-Service bis 10 Jahre/150 000 Kilometer, Werksgarantie bis 5 Jahre/150 000 Kilometer und Verschleissreparaturen bis 3 Jahre/150 000 Kilometer (es gilt das zuerst Erreichte). Nur bei teilnehmenden Vertretern. Abgebildetes Modell enthält ggf. Optionen gegen Aufpreis.
E D I TO R I A L
WILLKOMMEN
KEINE GRENZEN WENN HERZEN KREISEN …
… treibt es unser Gehirn bunt. Jochen Schievinks Illustrationen (u. a. für «Zeit», «Süddeutsche») schmücken unsere Gehirn-Story: ab Seite 66.
Jahre nach dem ersten «Indiana Jones»-Film startete im Sommer der Dreh zu Part 5. Fakten zum berühmtesten Archäologen der Kino geschichte: Seite 12.
KEITH LADZINSKI (COVER), ATIBA JEFFERSON
BENE ROHLMANN
40
«Freestyle ist Leben», sagt Stalamuerte, das Wunderkind der Schweizer Hip-Hop-Tanzszene, wenn er von seinem Weg auf den Tanzolymp erzählt. Seine Visionen für die Zukunft haben – genau wie sein Tanzstil – keine Grenzen. Der 28-Jährige will mit seinen Choreografien Spuren hinterlassen, für die Schweizer Jugend, gegen Intoleranz und Rassismus (ab Seite 40). Kaum Grenzen kennt auch die Hirnforschung: Was in unserem Gehirn abgeht, ohne dass wir es auch nur ahnen, haben uns ein Schweizer Wissenschaftler und eine Deutsche Therapeutin in der Story Liebe ist stärker als Kokain verraten – ab Seite 66. Wer im Urlaub zumindest keine Landesgrenzen überschreiten möchte, bekommt von unseren Athleten ab Seite 48 Tipps für Abenteuer daheim. Gute Unterhaltung mit der neuen Ausgabe von The Red Bulletin! Die Redaktion
IMMER IM BILD
Hier sehen wir US-Fotograf Keith Ladzinski, dem wir unser Cover und eine abenteuerliche Bildstrecke verdanken, bei der A rbeit. Und zwar in einer Wand im Zion-Nationalpark im Bundesstaat Utah. Keiths Bilder: ab Seite 20.
TONY HAWKS ERSTES BRETT
Er hat Skaten in den Achtzigern neu erfunden und posiert hier mit einem aktuellen Modell. Hawks allererstes Skateboard zeigen wir auf Seite 14. THE RED BULLETIN
3
I N H A LT The Red Bulletin im September 2021
OUTDOOR
48 A BENTEUER ZU HAUSE
Sechs Red Bull-Athletinnen und -Athleten geben Tipps für Erlebnisurlaub in der Schweiz.
COVERSTORY
20 WÄNDE HOCH!
Zehn spektakuläre Bilder als Reise um die Welt. US-Fotograf Keith Ladzinski zeigt mit seinen Bildern, was an Klippen und Felsen möglich ist.
STREETBALL
58 H ELDEN IM KÄFIG
West 4th Street ist New Yorks legendärster Basketballplatz – zu Besuch im «Käfig».
38 MIT DER STRÖMUNG Windsurf-Legende Robby Naish sucht die längste Welle der Welt.
58
GEHIRNFORSCHUNG
34 M ACHT DES SPORTS
Die 24-jährige Fussballerin Karishma Ali hat im Hochland von Pakistan einen Sportclub für Mädchen gegründet.
FORSCHUNG
36 RETTERIN DER INKA
Wie Forscherin und Model Terry Madenholm antike Stätten für morgen bewahrt.
WINDSURFEN
38 DER TRAUMFÄNGER
Warum sich Legende Robby Naish keine Ziele setzt, sondern Träume verwirklicht.
TANZ
40 B IS AN DIE GRENZEN DES MÖGLICHEN
Hip-Hop-Weltmeister Cédric Borges alias Stalamuerte will nicht mehr nur Battles gewinnen: Mit seinen Choreografien kämpft er gegen Rassismus.
6 GALLERY 12 ZAHLEN, BITTE! 14 FUNDSTÜCK
4
66 BUNTE VORSTELLUNG
Zwei Forscher verwandeln Nervenfasern in Kunst und erklären, wie das Gehirn arbeitet.
GUIDE
Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen
MIT LEIDENSCHAFT Zu Besuch auf New Yorks legendärstem Streetball-Platz.
73 REISEN. Auf Boulder-Tour im Tessin mit Profi Giuliano Cameroni. 78 T IPPS & TRENDS. Mit besten Empfehlungen der Redaktion. 80 U HREN. Zwei Liebhaberstücke für Tauchbegeisterte. 83 K ALENDER. Aktuelle Sportevents und TV-Highlights. 84 T HE EDGE. In Luzern kann jetzt jeder das Matterhorn besteigen. 86 O UTDOOR. Die besten Produkte für die Campingsaison. 92 BOULEVARD DER HELDEN. Michael Köhlmeier über Mark Spitz.
16 DAS PHILOSOPHEN-INTERVIEW 18 MEIN ERSTES MAL
96 IMPRESSUM 98 CARTOON
40 MIT DEM BEAT Stalamuerte, das Wunderkind des Schweizer Hip-Hop, tanzt gegen Rassismus.
THE RED BULLETIN
CRAIG KOLESKY/RED BULL CONTENT POOL, ANTHONY GEATHERS, GIAN PAUL LOZZA, VISUALPS.CH
FUSSBALL
48 HIER GEBLIEBEN! Läuferin Judith Wyder verrät uns ihre liebsten Orte für einen Sommer in Davos.
THE RED BULLETIN
5
RAUNHEIM, DEUTSCHLAND
Robert geht ein Licht auf
ROBERT GARO/RED BULL ILLUME
An dieser Location an der A3 südwestlich von Frankfurt ist Fotograf Robert Garo gut tausend Mal vorbeigedüst, ohne sie zu bemerken. Erst ein Stau änderte das. Und zum Glück kam Garo nachts wieder, um das Bauwerk näher in Augen schein zu nehmen. Erst da bemerkte er, dass das Ding sogar beleuchtet war. Genau die richtige Kulisse, um Skateboarder Milan Hruska in Szene zu setzen. Und um bei Red Bull Illume, dem grössten Action- und Adventure-Fotowett bewerb der Welt, eine gute Figur zu machen. Mehr meisterhafte Fotos: robertgaro.net
7
8
WINDHOEK, NAMIBIA
Schau mir in die Augen
SHAWN VAN EEDEN/RED BULL ILLUME
Diese Aufnahme sieht wie ein Schnappschuss aus, die Sache war aber deutlich komplizierter: Zuerst mussten mehrere Nashörner (die in einem Reservat leben, Anm.) wochenlang an die Rampe und an die Bewegungen des namibischen BMX-Könners Eric Garbers gewöhnt werden. Da die Tiere ziemlich schlecht sehen, aber umso besser hören, versuchte Garbers vom Bike aus beruhigend auf sie einzureden. Fotograf Shawn van Eeden hingegen musste gaaaanz leise sein. Und dann entstand dieser magische Schuss, auf dem Nashorn Mattanu und der Biker einander direkt in die Augen sehen. Shawn van Eeden unterstützt das Rhino Momma Project zum Schutz der Tiere: creativelab.com.na
ÖTZTAL, ÖSTERREICH
Aus Sicht des Adlers Die ungewohnte Perspektive, die grafische Strenge des Bildausschnitts, die fast beiläufige Integration der Wakeboarderin Anne Eaton (rechts im Bild): Es hat Gründe, warum es dieses mittels einer Drohne aufgenommene Foto des Münchner Fotografen Lorenz Holder ins Finale des letzten Red Bull Illume in der Kategorie «Innovation» geschafft hat. Infos zum Wettbewerb: redbullillume.com
11
LORENZ HOLDER/RED BULL ILLUME
ZAHL E N, B I TT E !
INDIANA JONES
Mit Peitschen und Trompeten Vierzig Jahre nach Teil eins, «Jäger des verlorenen Schatzes», begannen diesen Sommer die Dreharbeiten zu «Indiana Jones V». Hier die Fakten zum berühmtesten A rchäologen der Kinogeschichte: von der 5000-Schlangen-Szene bis zum Hasenhaar-Filzhut.
Dollar pro Woche verdiente H arrison Ford, heute 79, zu Beginn seiner Filmkarriere 1966. 2008 kassierte er für «Der Tempel des Kristall schädels» 65 Millionen Dollar.
Trompeten des London Symphony Orchestra spielen den «Raiders March», das «Indiana Jones»-Thema des Komponisten John Williams.
Schlangen wurden für die Höhlenszene in «Jäger des verlorenen Schatzes» aus Holland nach Tunesien eingeflogen.
1170
929
40
58
ist die Hutgrösse von Harrison Fords ikonischem Fedora, einem Modell aus Hasenhaarfilz namens «The Poet» von der Herbert Johnson Hat Company in der City von London.
12
Jahre nach dem ersten benteuer erscheint diesen A Sommer eine Sammelbox mit Remasters aller vier Filme in 4K Ultra-HD.
1.961.339.569 Dollar spielten die vier Indy-Filme weltweit an den Kinokassen ein – die Gesamt-Produktionskosten betrugen 281 Millionen Dollar.
43,5
ist Harrison Fords Schuhgrösse. Als Indiana Jones verlässt er sich auf rahmengenähte Arbeits schuhe der Marke Alden, Modell 405 mit Trubalance-Leisten.
THE RED BULLETIN
CLAUDIA MEITERT
Dollar kostet eine der zehn Fuss langen «No. 455»-Peitschen der Firma David Morgan heute. Bei den ersten drei «Indiana Jones»Produktionen waren mehr als 30 von ihnen im Einsatz.
Teile umfasst «Der Tempel des Kristallschädels», das grösste von 19 Indiana-Jones-Lego-Sets.
Jahre alt war die Figur des Indiana Jones im ersten Teil. Darsteller Harrison Ford war beim Kinostart 1981 zwei Jahre älter.
Drehtage brauchte Regisseur Steven Spielberg für den ersten Teil – 14 Tage weniger als vom Studio vorgegeben.
4
5000
37
73
GETTY IMAGES (3), PICTUREDESK.COM
150
3129
Meter lang war der Filmstreifen, der «Jäger des verlorenen Schatzes» 1981 auf die Leinwand zauberte.
BFG O OD R I CH TYR ES ENABLE YOU TO LIVE OUT YOUR ADVENTUR ES
E X P LO R E T H E B F G O O D R I C H ® M U D -T E R R A I N T/A K M 3 w w w. b f g o o d r i c h . d e P h o t o © Ke i r o n _ B e r n d t At h l e t e @ c o c o z u r i t a
WHAT ARE YOU BUILDING FOR?
F U ND ST Ü CK
Der Gottvater der Skateboarder: Der Kalifornier Tony Hawk, 53, machte eine Gegenkultur weltweit populär.
TONY HAWK
Am Anfang war das Brett Tony Hawk, heute 53, war gerade einmal neun Jahre alt, als er 1977 das abgelegte Skateboard seines älteren Bruders Steve bekam: ein Brett der Marke Bahne, Baujahr 1975. Es sollte sein Leben und die Welt verändern: Mit 14 wurde Tony Profi, in den 80ern kreierte er über hundert Tricks und erfand damit das Skateboarden neu. In diesem Jahrtausend wurde sein Name über ein Videospiel weltweit zum Begriff. Und er hatte massgeblichen Einfluss darauf, dass Skateboarden jetzt kein öffentliches Ärgernis mehr ist, sondern olympisch.
14
THE RED BULLETIN
MIKE BLABAC, ATTIBA JEFFERSON
Das erste Board der lebenden Skater-Legende, Smithsonian National Museum of American History, 1977
M E D IT M , S IN E D N U . S E IK 450 B . T S K C O R IL A R T N E D E J DU
Finde dein Bike in der grössten Bike-Auswahl der Schweiz. In unseren Filialen oder unter bikeworld.ch
DAS F IK T IV E PHILO S O PHEN- IN T ERV IE W
SCHOPENHAUER SAGT:
«Selbstverwirklichung ist Blödsinn»
Sich selbst zu verwirklichen halten Sie für kontraproduktiv? Damit stehen Sie ziemlich alleine da. Ist mir doch egal, solange es der Wahrheit entspricht. Und das tut es: erstens, weil es dieses ach so tolle Selbst gar nicht gibt; zweitens, weil uns das Wollen auf Dauer versklavt. Ist doch furchtbar, ewig ein Sklave des Willens zu sein – ewig irgendetwas sein zu wollen, was es in Wahrheit gar nicht gibt. Okay, aber was gibt’s dann igentlich noch für uns zu tun? e Gar nichts zu wollen und gar nichts zu sein klingt irgendwie trostlos. Bingo, genau so ist es: trostlos. Das Leben ist eine ziemlich trostlose Angelegenheit – oder sagen wir so: Es wäre komplett trostlos, wenn es da nicht etwas gäbe, was uns von dem ganzen Elend des Wollens befreit.
Das heisst: Wir sind nichts anderes als das, was wir zu sein «Ich warne Sie glauben. Kein Selbst, keine Seele, eindringlich: kein W esenskern oder so etwas? Und alle Bemühungen, das wahre Von dem, was Selbst zu finden, sind Quatsch? in Ihnen steckt, Sagen wir mal so: Da ist schon lassen Sie besser etwas im Hintergrund Ihres Ichs, Da machen Sie mich jetzt aber dessen Sie sich nicht bewusst sind neugierig. Was denn? die Finger.» und was Sie unaufhaltsam vor sich Resignation! Na, na, nun schauen hertreibt. Psychologen nennen es Sie nicht so bedröppelt. Ich meine «das Unbewusste». Ich nenne es «den Willen». Und ich das zwar ernst, habe aber noch mehr zu bieten. Das verstehe darunter eine schwer greifbare Dynamik, die Beste, was Sie tun können, wenn Sie glücklich werden überall in der Welt zugange ist: Evolution, Fortschritt, wollen, ist, dieses ganze Rumgestochere in sich selbst Entwicklung, Geschichte, Ihre Biografie – das alles aufzugeben und sich etwas hinzugeben, bei dem Sie wird unermüdlich vom Willen angetrieben. Wenn es sich komplett selbst vergessen. Kunst oder Musik zum irgendetwas wie Ihr wahres Wesen gibt, dann ist das Beispiel. Das schaltet den Willen aus, da kommen Sie dieser in Ihnen wabernde Wille. zur Ruhe – und vielleicht ja auch zur Wahrheit, die dort beginnt, wo der Wille aufhört. Fussballgucken ist Aber ist das nicht nur ein anderes Wort für die Seele übrigens auch gut. Werde gleich einmal schauen, was oder das Selbst, das zu entdecken uns die von Ihnen die Eintracht macht … so wenig geschätzten Psychologen nahelegen? ARTHUR SCHOPENHAUER (1788–1860) ist der wohl einfluss Nein, der Wille, von dem ich rede, ist unpersönlich. reichste Philosoph Europas. Seine vollständig erhaltenen Dia Er ist die treibende Kraft, die nichts und niemanden loge verraten nicht nur eine beachtliche literarische Begabung, je zur Ruhe kommen lässt. Dieser elende Wille macht sondern auch die Fähigkeit, die Weisheit der griechischen Antike uns fertig. Ihn als «Potenzial zu entfalten» wäre das in einer Philosophie zusammenzufassen. Dümmste, was Sie tun können. Das führt zu nichts als CHRISTOPH QUARCH, 57, ist deutscher Philosoph, Gründer Stress. Wollen, wollen – immer mehr, immer Neues. der Neuen Platonischen Akademie (akademie-3.org) und Autor Mein Gott! Das mag zwar gut fürs Business sein, aber zahlreicher philosophischer Bücher. Zuletzt erschienen: Sie, mein Freund, gehen in diesem Hamsterrad vor «Kann ich? Darf ich? Soll ich? Philosophische Antworten auf alltägliche Fragen». die Hunde. Was glauben Sie, weshalb so viele Leute 16
THE RED BULLETIN
BENE ROHLMANN
the red bulletin: «Du musst dein wahres Selbst finden!» – «Du musst dich selbst verwirklichen!» – «Du musst dein Potenzial entfalten!» So oder ähnlich bekommen wir es ständig gepredigt. Was halten Sie davon? Arthur schopenhauer: Nichts halte ich davon, rein gar nichts. Das ist in meinen Augen Küchenpsychologie, die vielleicht für bunte Wochenend-Illustrierte taugt, aber nicht fürs wirkliche Leben.
an Burnout leiden? Weil sie zu viel wollen. Deshalb warne ich Sie eindringlich: Von dem, was da in Ihnen steckt, lassen Sie besser die Finger.
DR. CHRISTOPH QUARCH
Wer wirklich zu sich selbst finden will, muss sich zuerst selbst vergessen. Denn prinzipiell steht unserem Glück nur eines im Weg: Wir wollen zu viel. Das behauptet der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer in unserem fiktiven Interview mit Christoph Quarch.
JETZT IN DREI NEUEN SORTEN.
M EIN ERST ES M A L
CHRISTIAN SCHIESTER:
«Der Katermorgen, der mein Leben rettete»
Ein Durchbeisser. Ein wilder Hund. Ein Sieger. So ein junger Mensch, du hast es aber innerhalb von kennt man Christian Schiester. Als Mann, der tage ein paar Jahren geschafft, dich selbst wirklich nieder lang durch Wüsten, Dschungel und Eislandschaften zuringen. Du bist nicht belastbar, und schön anzu schauen bist du auch nicht. Das Lebensgefühl war rennt. Zum Beispiel durch die marokkanische Sahara überhaupt nicht lässig. Ich wusste, (beim Marathon des Sables, dem ich muss etwas ändern. härtesten Ultralauf der Welt), wo er in sechs Tagen 243 Kilometer Das erste Mal laufen bin ich dann bei über 40 Grad zurücklegte. einen Monat später gegangen. 2007 gewann Schiester das Ich bin von mir daheim zu mei berüchtigte Antarctica Ultra Race nem Arbeitsplatz – zum P ostamt am Südpol (100 Kilometer bei –g elaufen und wieder retour. knackigen 20 Grad unter null). Und dann habe ich ganz stolz in Oder als Typ, der die Welt um mein Trainingsbuch eingetragen: segelt. Richtung Osten, gegen 16. Juli 1989, vier Minuten. So den Wind. Um es sich nicht zu lange hat der Lauf – oder besser: leicht zu machen. Spaziergang – gedauert. Hier erzählt der steirische Ausdauersportler von einer Zeit Eineinhalb Jahre später war vor seinen grossen Abenteuern – ich dann zum ersten Mal Landes von seinen frühen Zwanzigern, 0:00 –45:40 meister. Da waren alle völlig als er übergewichtig und Ketten Christian Schiester Mein erstes Mal – Der Podcast raucher war. Der 54-Jährige überrascht, am meisten ich erinnert sich noch gut daran, wie selbst. Ich hatte ja nie vorgehabt, er sich fühlte an jenem Morgen, Sportler zu werden. Wie das an dem er beschloss, das Steuer ging? Ich bin sehr streng erzogen herumzureissen. daheim war ich immer «Vier Minuten. So lange worden, der Verlierer. Der Sport hat mir «Mein erster Tag ohne Zigaretten hat mein erster Lauf – eine neue Welt eröffnet. Weil dich nicht nur mit anderen war der 11. Juni 1989, ein Sonn oder besser: Spazier du tag. An dem Tag war ich erst messen kannst. Wenn du alles am frühen Morgen nach Hause gibst, dann bist du im Ziel dein gang – gedauert.» gekommen – von einem Zeltfest ganz persönlicher Sieger. Das Ultrarunner Christian Schiester, 54, der Freiwilligen Feuerwehr. Nach war ein komplett neues Gefühl über sein erstes Lauftraining zwei Stunden Schlaf stand ich für mich. Das war für mich auf, weil die Sonne schon ins die Antriebskraft, noch weiter zu laufen, noch härter zu trainieren – und noch besser Zimmer schien. Jetzt ziehst du dir die Lederhosen aus, zu werden. Und es hat funktioniert.» habe ich mir gedacht, und ziehst du neue Socken an. Aber ich habe mir diese Socken nicht anziehen können. Einerseits war ich übergewichtig, völlig unbeweglich; «MEIN ERSTES MAL» IST DIE RED BULLETIN-PODCAST-SERIE, andererseits habe ich beim Runterbeugen ein Stechen in der Helden über ihre Anfänge sprechen. Die erste Folge in der Lunge gespürt – mit 22 Jahren! Das war ein mit Christian Schiester, in der er auch davon erzählt, wie er ein S egelboot Schock. Ich ging dann zu meinem Hausarzt, und nach versenkte, gibt’s im Podcast-Kanal dem Belastungs-EKG sagte er: ‹Bursche, du wirst keine von The Red Bulletin. dreissig, wenn du so weitermachst.› Diesen Tag werde ich nie vergessen. Das hat sich so furchtbar angefühlt, weil ich mir gedacht hab, du bist
18
Zu finden auf allen gängigen Plattformen wie Spotify und auf redbulletin.com/podcast
THE RED BULLETIN
JÜRGEN SKARWAN/RED BULL CONTENT POOL
Bis kurz nach seinem 22. Geburtstag rauchte er 60 Zigaretten pro Tag. Dann: die radikale Wandlung. Hier spricht Extremläufer Christian Schiester über seinen ersten Tag als Nichtraucher, sein erstes Training und seinen ersten Titel.
fungolf.ch
Golf spielen ohne Vorkenntnisse.
Spielen, feiern, Spass haben mit Freunden. great fun!
P O RT FO L IO
Wände hoch!
In zehn Abenteuern um die Welt: US-Fotograf Keith Ladzinski begleitet die besten Kletterer überallhin. Hier erzählt er die Geschichten hinter seinen Bildern – vom Eisberg in Grönland bis zum «Super Mario»-Felsen in China. Protokoll DAVID MAYER
Hier kommt Alex
Alex Honnold, Kalymnos, Griechenland «Einmalige Kalkfelsformationen, überwältigende Ausblicke, jede Menge Sonne – die kleine Insel Kalymnos vor der türkischen Südwestküste ist ein absolutes Kletterparadies. Diesen Spot entdeckten Alex und ich, als wir die Gegend mit Rollern erkundeten.»
20
THE RED BULLETIN
THE RED BULLETIN
21
P O RT FO L IO
22
THE RED BULLETIN
Wüste Route
Mike Brumbaugh, Grosses Becken, Nevada, USA «Die Wüste in Nevada ist eine Schatztruhe voller SandsteinKletterrouten, die noch kein Mensch bezwungen hat. Hier versucht sich Mike an einer Erstbesteigung eines ebenso steilen wie makellosen Felsens.»
THE RED BULLETIN
23
P O RT FO L IO
Alles im Griff
Dave Graham, Grampians-Nationalpark, Victoria, Australien «In der Great Dividing Range im Südosten Australiens, dem grössten Gebirgszug des Kontinents, liegt eine der schwierigsten Boulder-Passagen der Welt, genannt ‹The Wheel of Life›. Über 60 Handgriffe brauchen Kletterer, um sie zu bezwingen. Mich faszinierte, wie leicht Dave diesen Kampf aussehen liess.»
24
THE RED BULLETIN
Sie will nur spielen
Tara Brouwer, Yellowstone Lake, Wyoming, USA «Die meisten Menschen sehen hier ein traumhaftes Panorama im Yellowstone-Nationalpark, Tara hingegen sieht einen Spielplatz. Als wir hier ankamen, legte sie spontan einen einhändigen Radschlag hin. Das Foto beweist: Selbst die aussergewöhnlichsten Orte der Welt können wir mit unserer Fantasie noch bereichern.»
THE RED BULLETIN
25
P O RT FO L IO
26
THE RED BULLETIN
Am Mondberg Emily Harrington, Yangshuo, China
«Vor etwa 500 Millionen Jahren entstanden im Süden Chinas diese fast unwirklichen Karstland schaften aus Kalkstein – mich erinnern sie an die asiatisch angehauchten Naturwelten der ‹Super Mario›-Spiele. Hier sehen wir Emily bei einer kurzen Pause am Moon Hill, bevor sie die kühne Route weiterklettert.»
THE RED BULLETIN
27
P O RT FO L IO
Hängepartie
Joe Kinder, Mojave Desert, Utah «In der Kletterfotografie geht es darum, Schlüssel momente einzufangen. Hier meistert Joe eine be sonders kni≠lige und damit entscheidende Stelle der steilen Route ‹Visitor Q› hoch über der Mojave-Wüste im Südwesten Utahs. Er besteigt sie hier zum aller ersten Mal und scheint förmlich am Fels zu kleben.»
28
Es werde Licht
Jonathan Siegrist, Estes Park, Colorado, USA
Bild rechts: «Manchmal reicht ein Lichtstrahl, um einer Kletterroute völlig neuen Glanz zu verleihen. An diesem Tag traf die Sonne im Estes Park in Colorado zufällig exakt die ‹Grand Ol’ Opry›, als Jonathan auf den Felsen kletterte. Die Route führt über unebenen, leicht überhängenden Granit – ein echter Kraftakt.»
THE RED BULLETIN
THE RED BULLETIN
29
P O RT FO L IO
Das gibt ihnen Berge
Mike Libecki und Ethan Pringle, Grönland, Dänemark «Seekrank wurden Mike und Ethan nicht auf unserer elf Tage langen Bootsreise durch die unberührten Weiten Grönlands. Doch als wir einige Zeit vergeblich nach besteigbaren Eisbergen gesucht hatten, befiel sie heftiges Kletterfieber. Wir verscha≠ten ihnen mit einem Stopp an diesem Eisberg Linderung.»
30
THE RED BULLETIN
Abstecher ins Blaue
Erik Leidecker, Südisland
«Du stellst dir Island als lebendige und etwas verwunschene Insel vor? Genauso ist es auch. Profi‑Kletterer, die einen richtigen Nervenkitzel suchen, steigen hier in Eishöhlen ab. Hier macht sich Erik zu einem Tagesausflug in die tiefblauen Welten auf.»
THE RED BULLETIN
31
P O RT FO L IO
Das ist die Härte!
Arjan de Kock, Waterval Boven, Südafrika «Viel schwieriger als hier im Nordosten Südafrikas wird es für Kletterer nicht. Das gilt sowohl für die oft überhängenden Routen als auch für das Gestein an sich. Es handelt sich um extrem harten Quarzit, der Arjan – und vor allem seinen Schultern – alles abverlangt.»
32
THE RED BULLETIN
DER FOTOGRAF «Für ein grossartiges Foto musst du zwei Dinge gleich‑ zeitig einfangen: einen Schlüsselmoment und das richtige Licht», erklärt US‑Fotograf Keith Ladzinski, 45, sein Handwerk. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass er die Übung perfektioniert hat. Vor allem der Einsatz mitgebrachten Lichts und das Vertrauen auf sein gutes Auge zeichnen die Bildsprache des New Yorkers aus, der in Colorado aufgewachsen ist. Renommierte Auftraggeber wie «National Geographic», die «New York Times» oder Apple schicken ihn für seine Missionen zu Themen wie Natur, K limawandel oder Extremsport inzwischen rund um die Welt. Dabei ist er von Anfang an seinen beiden Leidenschaften treu geblieben: Skateboarden und Klettern. «85 Prozent des Aufwands gehen für die Location-Suche drauf», sagt Ladzinski. «Oft waren wir über 30 Tage unterwegs, bevor jemand zum ersten Mal geklettert ist. Das ist W ahnsinn!» Mit Keith um den Globus: ladzinski.com
Unser Coverfoto mit Athlet Caio Afeto vor der Küste Brasiliens gelang Keith Ladzinski Minuten, bevor ein Sturm losbrach.
THE RED BULLETIN
33
Fussball
Karishma Ali hat im Hochland von Pakistan einen Sportklub für Mädchen gegründet und es auf die Bestenliste des US-Magazins «Forbes» geschafft. Ihr nächstes Projekt? Ein Stadion bauen. Text ALEXANDRA ZAGALSKY Fotos ABUZAR MIR
Vor fünf Jahren feierte Karishma Ali eine bittersüsse Premiere: Das damals 19-jährige Fussballtalent war die erste Frau aus ihrem Heimat bezirk Chitral, die an einem grossen Sportwettbewerb im Ausland teilnahm – bei den muslimischen Jubilee Games in Dubai. Ali, seit ihrem 9. Lebensjahr Fussballfan, hatte in der Highschool in Pakistans Hauptstadt Islamabad Fussballspielen gelernt. Dort, wo die Teilnahme von Mädchen am Turnunterricht liberaler gesehen wurde als sonst im Land. Als die pakistanischen Fussballerinnen in Dubai auch noch die Silbermedaille gewannen, kehrte sie mit dem festen Entschluss zurück, mehr Frauen zum Sport zu ermutigen. Sie organisierte ein kleines, niederschwelliges Trainingslager und rechnete mit bescheidenem Zulauf. Zu ihrer Überraschung erschienen mehr als 50 Mädchen zum Training. Doch das hatte seinen Preis: Chitral – eine abgelegene Gebirgsregion im Norden Pakistans – ist ausser gewöhnlich konservativ und patriarchalisch geprägt. Prompt wurde Ali Ziel von Beschimpfungen und Drohungen im Netz. «Damals überforderten mich der viele Hass und die harsche Kritik», erinnert sich die 24-Jährige. «Ich habe mich Nacht für Nacht in den Schlaf geweint.»
Dennoch liess sie sich nicht entmutigen. 2018 gründete sie den Chitral Women’s Sports Club. Heute sind über 200 Frauen im Alter zwischen 8 und 16 Jahren Mitglied in dem Verein. Die Aktion erregte weltweit Aufsehen, sodass es Karishma Ali 2019 auf die Bestenliste «30 unter 30 in Asien» des US-Wirtschaftsmagazins «Forbes» schaffte. Inzwischen hat sie in Islamabad einen Abschluss der University of London in Business und Management gemacht und will diesen nutzen, um die Infrastruktur für Sport in der Region Chitral weiter zu verbessern. «Ich möchte ein Stadion für diese Mädchen bauen und den Sportklub in viele andere Täler tragen», sagt sie. «Veränderung passiert nicht über Nacht, aber Fussball ist mehr als nur ein Spiel. Er ist ein Werkzeug, das positive Veränderung in die Gemeinschaften bringt.» the red bulletin: Fussball drängt sich jetzt als Hobby für ein Mädchen in Chitral nicht gerade auf … karishma ali: Das habe ich meinem Vater zu verdanken. Seit 2006 schauen wir zusammen die WM, und danach war ich draussen und hab gekickt, was das Zeug hielt. Mein Vater ist sehr aufgeschlossen. Er hat 2002 die erste englische Schule in Chitral mitbegründet. Wenn Eltern ihre Söhne dort aus bilden lassen wollten, mussten sie auch ihre Töchter anmelden. Hast du geahnt, wie beliebt dein Fussballtrainingslager sein würde? Ich habe nur 20 Anmeldeformulare
34
drucken lassen, aber die Mädels haben sie fotokopiert, sodass die Gruppe viel, viel grösser wurde. Mir wurde bewusst, dass sie bereit sind, für ihre Rechte zu kämpfen, und dass ich ihnen dabei helfen konnte. Und wie hat sich das dann zu einem Sportklub entwickelt? Die Spielerinnen, mit denen ich arbeite, kommen aus 40 verschie denen Dörfern. Manche von ihnen mussten bis zu zwei Stunden zu Fuss gehen. 2019 gewannen wir ein Sti pendium, mit dem wir Gelände wagen für den Transport zum Platz und zurück mieten konnten. Dadurch haben sich die Mitgliederzahlen verdoppelt. Chitral hat die höchste Selbstmordrate in ganz Pakistan, die meisten Betroffenen sind junge Frauen. Viele Mädchen kommen aus benachteiligten Situationen, der Fussball ermöglicht ihnen neue Perspektiven und eine Gemeinschaft. Dein Engagement hat dich auf die «Forbes»-Liste der «30 unter 30» Asiens gebracht … Ich war stolz, meinen Namen neben so inspirierenden Menschen wie Naomi Ōsaka (japanische Tennis spielerin, Anm.) zu sehen. Als Erstes habe ich meinen Vater angerufen, der seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Vorher hatte man mich für verrückt gehalten, aber als ich die erste Bewohnerin von Chitral im «Forbes» war, machte ich plötzlich Schlagzeilen in Pakistan. Das hat die Wahrnehmung von Frauen im Sport zum Besseren verändert. Trotzdem: Die Trolle im Netz haben sich schon versammelt … Wissen Sie was? Wenn die seinerzeit mein 19-jähriges Ich nicht aufhalten konnten, schaffen sie es heute erst recht nicht. Heute bin ich verrückt genug. Da stellt man sich mir besser nicht in den Weg. Twitter: @karishmaAli22
THE RED BULLETIN
«Manche Spielerinnen gingen zwei Stunden lang zu Fuss, um zu trainieren.» Fussball-Pionierin Karishma Ali, 24, hier im Dress ihrer pakistanischen Heimatregion Chitral, glaubt an die Macht des Sports.
THE RED BULLETIN
35
Forschung
Terry Madenholm hat zwei interessante Jobs: Sie ist Archäologin und nebenbei gefragtes Model. Hier erklärt die 31-Jährige, wie sie antike Inka-Siedlungen mittels Drohnentechnik retten will. Text RACHAEL SIGEE Foto CHRIS SAUNDERS
Wir erreichen Terry Madenholm in ihrer Pariser Wohnung. Sie steckt gerade mitten in den Vorbereitungen für eine Rettungsaktion: Es geht um die Ausgrabung einer über 500 Jahre alten Inka-Siedlung in der Provinz Cotopaxi in Ecuador, die von Klimawandel, Bebauungsplänen und – besonders unberechenbar – einem seit 2015 aktiven Vulkan bedroht ist. Die 31-Jährige gehört zu einem Team, das diesen Kulturschatz mittels modernster Drohnentechnologie und digitaler 3D-Rekonstruktion im allerletzten Moment für die Nachwelt bewahren will. Madenholm, in Stockholm ge boren und in Polen aufgewachsen, hat in Paris aber noch andere Sachen zu tun: Sie stand bereits für Werbekampagnen so schillernder Marken wie L’Oréal, Clarins oder L’Occitane als Model vor der Kamera. Ursprünglich dienten ihr solche Jobs nur zur Finanzierung des Archäologiestudiums. Doch die Modelkarriere nahm derart schnell Fahrt auf, dass sie ihre Zeit heute zu gleichen Teilen zwischen Ausgrabungen und Foto shootings aufteilt. «Ich sehe mich als Archäologin, die zufällig auch modelt», sagt Madenholm. «Immer, wenn ich bei Ausgrabungen etwas finde, erscheint es mir wie eine Reise in die Vergangenheit. Indem ich verschwitzt und voll Schlamm meine Hände in die Erde stecke, starte ich eine Zeitmaschine.»
36
the red bulletin: Wie fühlt es sich an, bei Ausgrabungen mitzumachen? terry madenholm: Es ist eine intensive Erfahrung und erfordert viel Durchhaltevermögen und Demut, weil man seine Ziele nicht immer erreicht. Manchmal sucht man monateoder sogar jahrelang nach etwas, das dann nicht so ergiebig ist wie erhofft. Abgesehen davon sind die Aus grabungen sehr anstrengend. Man kämpft ständig mit sich selbst und geht an seine Grenzen. Aber genau das mag ich an der Archäologie: Man spürt so richtig, dass man lebt. Wie kartieren und bewahren Sie antike Stätten? Mit Tools wie LiDAR, das steht für Light Detection and Ranging. Es funktioniert im Grunde ganz einfach: Ein Laser tastet die Erdober fläche ab und erzeugt ein 3D-Bild dessen, was darunter versteckt liegt. Diese Werkzeuge sind in der Archäologie ziemlich neu, aber sie bringen uns schneller voran. Die Drohnen verschaffen uns einen besseren Überblick über die Ausgrabungsstätte, sodass wir mit unseren Aufzeichnungen schneller fertig sind. Was bedeutet diese Technologie für die Zukunft der Archäologie? Sie kann neue Perspektiven eröffnen. Wir können plötzlich grössere, mutigere Fragen stellen. Ich glaube, die Geschichte der alten Kulturen wird neu zu schreiben sein. Monumente und Artefakte können mittels 3DNachbildungen originalgetreu für die Nachwelt bewahrt und für Publikum
zugänglich gemacht werden. So wird die Archäologie auch demokratisiert: Jeder kann sich die Stätten ansehen, ohne selbst hinzufahren. Was war für Sie der bisherige Höhepunkt Ihrer Karriere als Archäologin? Die Entdeckung eines zweitausend Jahre alten Rings an der Küste von Tel Aviv. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten Monate an einem Projekt und träumen die ganze Zeit nur davon, etwas Grossartiges zu finden. Dann, im letzten Moment, kurz bevor das Projekt in die Winterpause geht, finden Sie plötzlich diesen Ring unter der Erde! Es fühlte sich irgendwie an, als hätte jemand den Ring vor zweitausend Jahren fallen lassen, damit ich ihn finde. Wenn man so ein persönliches Stück findet, dann spinnt man sofort eine Geschichte darüber, wer ihn gefertigt, wer ihn getragen hat. In meinem Kopf entstand das Bild eines dicken Kaufmanns, denn der Ring war riesig, und ich konnte ihn leicht über zwei Finger ziehen. Was erhoffen Sie sich in Zukunft für Ihre Arbeit? Überraschungen – die sind das Beste an der Archäologie. Denken Sie nur an die Ausgrabungen von Pompeji in Italien. Die Historiker waren ja ursprünglich überzeugt, dass der Vesuv am 24. August 79 n. Chr. ausgebrochen sei. Dann wurde 2018 eine alte Inschrift in Kohle entdeckt, aus der hervorging, dass der Ausbruch zwei Monate später statt gefunden hatte. Daran sieht man, dass Archäologen und Historiker manchmal falschliegen. Diese Geschichte spricht mich sehr an. Ich will einfach Überraschungen erleben. Ich will von meinen Funden so richtig umgehauen werden! Terry Madenholm ist Projektpartnerin von Drone Archaeology: dronearchaeology.com
THE RED BULLETIN
«Was ich an der Archäologie mag? Man spürt so richtig, dass man lebt.» Terry Madenholm, hier an der Ausgrabungsstätte La Cave aux Fées in Brueil-en-Vexin bei Paris, über die Faszination ihres Hauptberufs
THE RED BULLETIN
37
Windsurfen
hat sich nie Ziele gesetzt, sondern immer nur Träume verwirklicht. Das hält die Windsurf-Ikone bis heute so. Text JÜRGEN SCHMIEDER
1976, mit dreizehn (!), holte Robby Naish den ersten von 24 WM-Titeln, er trieb Innovationen wie kürzere Boards und Fussschlaufen voran, sein Abbild schmückte bis in die 90er-Jahre als Poster Kinderzimmer rund um den Globus. Kurz: Naish, heute 58, hat Windsurfen zum Welterfolg gemacht und erfindet den Sport immer wieder neu (so war er auch am Aufstieg von Kite-Surfen und Stand-up-Paddling beteiligt). Nun erscheint eine Doku über sein Leben nach der Titeljagd – höchste Zeit für ein Gespräch über die wahren Gründe für seinen Erfolg. the red bulletin: Mister Naish … robby naish: Bitte «Robby». Okay. Jetzt einmal ehrlich, Robby: Wo befindet sich dieser Jung brunnen auf Hawaii, in den du gefallen bist? Oder gibt es gar ein geheimes Fitnessprogramm? Im Gegenteil: Ich mache kein Yoga, ich dehne nicht einmal. Ich will, dass die Muskeln hart und kräftig sind. Sollten ein Fitnesstrainer und ein Psychologe herkommen, würden sie denken, sie hätten es mit einer Laune der Natur zu tun. Ich mache so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Ich mache das, was ich auch mit zwanzig gemacht habe. Klingt ziemlich old school … Ich versuche, fast täglich ins Wasser zu gehen. Man verletzt sich dort nicht so schnell: Man plumpst rein, und das war es meistens. Ich bin bis
38
auf einen Beckenbruch vor einigen Jahren von grösseren Verletzungen verschont geblieben. Bereust du etwas im Leben? Ich habe das Leben nie so betrachtet, weil einen so was fertigmacht. Sehr oft sind die Leute, die viel haben, diejenigen, die am unglücklichsten sind – weil sie immer mehr wollen und sagen: «Oh, ich habe so viel geopfert, ich sollte noch mehr haben!» So will ich nicht sein. Ich bin nicht perfekt – aber ich bin unfassbar glücklich, der zu sein, der ich bin. Du hast leicht reden: Du bist immerhin 24-facher Weltmeister! Aber der letzte Titel liegt Jahrzehnte zurück. Ich bin keiner, der von der guten alten Zeit schwärmt. Ich will auch nicht zu viel an die Zukunft denken. Ich nehme jeden Tag, wie er kommt. Ich feile noch immer an meiner Technik oder entwickle eine neue Disziplin. In der TV-Doku «The Longest Wave» reist du um die Welt, um möglichst lange Wellen auf einem Stand-up-Paddle-Board zu s urfen. War das dein Ziel, eine neue Sportart populär zu machen? Ich habe mir nie ein Ziel gesetzt, sondern eher Träume verwirklicht. Ich wollte nie etwas erreichen. Ich liebe, was ich tue – und ich bin ein Glückspilz, weil ich tun darf, was ich mag. Wer mit Zielen durchs Leben läuft, fragt sich irgendwann: Und nun?
Das klingt doch gut … Aber auch die Liste der negativen Aspekte ist lang. Die sozialen Medien verändern, wie gerade junge Leute die Welt sehen. Es geht nicht mehr darum, gut in etwas zu werden – sondern berühmt. Daraus entsteht ein Wettbewerb: Du bist nur so viel wert wie dein letztes Posting. Du machst aber auch mit. Ich passe mich an. Für junge Leute ist das jedoch gefährlich, weil sie glauben, dass sie berühmt werden, ohne dafür arbeiten zu müssen. Doch auf den einen, der berühmt wird, kommen Tausende, die es nicht schaffen. Ich wünsche mir, dass die Leute einfach die Reise geniessen, statt dem nächsten Foto nachzujagen. Das Leben ist kein Beliebtheitswettbewerb. Es geht darum, Glück in dem zu finden, was man tut. Das Ziel sollte es sein, die Fahrt zu geniessen und das Gefühl, etwas erreicht zu haben.
Robby jagt die längste Welle
Eine neue Doku zeigt das jüngste Abenteuer des Altmeisters. Von Namibia über Peru bis Costa Rica: Drei Jahre reiste Robby Naish immer wieder um die Welt, um mit seinem Standup-Paddle-Board die längsten Wellen der Welt zu reiten. Begleitet vom oscarnominierten Filmemacher Joe Berlinger, entdeckt der Surfer dabei nicht nur eine neue Sportart, sondern auch ein wenig sich selbst. Die daraus entstandene Doku «The Longest Wave» zeigt das wohl aufwühlendste Abenteuer in Naishs Karriere. Ab 10. August auf Red Bull TV Infos: redbull.com
Die Surf-Kultur hat sich durch die sozialen Medien gewaltig verändert. Was meinst du dazu? THE RED BULLETIN
CRAIG KOLESKY / RED BULL CONTENT POOL
Robby Naish
Die positive Seite: Jeder kann sein Können präsentieren. Er braucht keinen Manager oder Magazin-Foto grafen mehr, um berühmt zu werden. Jeder hat die gleiche Chance.
«Ich bin ein Glückspilz, weil ich tun darf, was ich mag.» Robby Naish, 58, über seine Lebenseinstellung
THE RED BULLETIN
39
Tanz
Der Traumtänzer
CÉDRIC JORGE BORGES alias Stalamuerte, 28, ist das Wunderkind der Schweizer Hip-Hop-Szene. Doch nun will er mehr als nur Dance-Battles gewinnen: Mit seinen Choreografien tanzt der Weltmeister gegen Intoleranz und Rassismus. Text SMAËL BOUAICI Fotos GIAN PAUL LOZZA
GESCHMEIDIG WIE EIN PANTHER
Stalamuerte in Bewegung am Ufer des Genfersees in seiner Heimatstadt Vevey
41
Tanz
Es
ist acht Uhr morgens an einem Dienstag im Juni. Während sich die Uferpromenade von Vevey am Genfersee nur langsam mit Menschen füllt, hat Stalamuerte bereits begonnen zu tanzen. Seine Bewegungen erinnern an die eines Panthers. Es ist diese geschmeidig-kraftvolle Eleganz, die ihn 2019 auf den Olymp seiner Disziplin brachte: Er gewann den legendären Tanzwettbewerb Juste Debout in Paris, die Weltmeisterschaft des urbanen Tanzes. Seit diesem Erfolg ist Stalamuerte, 28, die führende Kraft der Schweizer Tanzszene. Fünfzehn Jahre ist es her, dass er genau hier, am Ufer des Genfersees in Vevey, sein erstes Tanzbattle erlebte. Fasziniert von dem Gesehenen, zieht der Teenager all seine Freunde in seine neue Leidenschaft hinein. Auf dem Schulhof des Collège des Crosets macht er seine ersten Schritte. Der Tänzer und Choreograf Mam’s Goku entdeckt das junge Talent und wird zu seinem «Sensei» – seiner Inspiration, seinem Tanzlehrer und Mentor. Cédric lernt die Grundkenntnisse der Disziplinen des urbanen Tanzes – Locking, Breaking, Popping, House Dance – kennen. Doch er verfällt dem Freestyle, bei dem man alle Tanzstile nach Gefühl mischen kann. «Es gibt nichts Wahreres und Schöneres als Freestyle», sagt Cédric. «Dabei kannst du ganz du selbst sein und den Menschen zeigen, wer du wirklich bist. Für mich ist Freestyle Leben. So ist Stalamuerte geboren, und so wird er sterben.» Gutes Stichwort: Sein Künstlername Stalamuerte setzt sich aus einem Spitznamen aus Kindertagen (Stala) und
«Es gibt nichts Wahreres und Schöneres als Freestyle.» 42
einem Teil des Schlachtrufs ¡Hasta la muerte! (Bis zum Tod!) zusammen. Das passt auch gut zu «Diablo», dem Namen seines Tanzpartners. Zusammen nennen sie Fans mitunter «Los diablos de la muerte» – die Teufel des Todes.
Selbstvertrauen tanken beim Juste Debout in Paris
Ein Workshop in Italien 2014 bestätigt ihn in seinem Glauben, aus dem Tanzen eine Karriere machen zu können. Und dann gewinnt er auch alles, was es in der Schweiz zu gewinnen gibt. Doch erst beim Juste Debout in Paris, wo sich die Weltbesten messen, findet er zu sich. «Paris hat eine schwierigere Szene, die Leute sind nicht freundlich zu dir. Du musst beweisen, dass du deinen Platz verdienst.» Voll mit Selbstvertrauen kehrt er aus Paris zurück, überzeugt von sich und seinem atypischen Tanzstil. Wenn Cédric tanzt, gibt er dem Hip-Hop einen Touch von klassischem Ballett; es wirkt, als wolle er mit seinen graziösen Bewegungen etwas ausdrücken. Er sagt: «Ich musste erst in Paris gewinnen, damit mein Tanzstil respektiert wird.» Später fand er Wege, seinen Tanz ein wenig mehr nach Hip-Hop aussehen zu lassen, damit die Leute nichts mehr dagegen sagen konnten. «Ich habe meinen Stil bis an die Grenzen des Möglichen gebracht. Und genau deshalb gibt es heute in meinem Tanz gar kein Limit mehr.» Stalamuerte entwickelte dies zu seinem Mantra: «Versuche, die Grenzen des Machbaren zu verschieben, in eine Trance zu kommen, und lass dich gehen. Das sage ich immer zu meinen Schülern.» Seine Freunde sind bei seiner Rückkehr aus Frankreich von seiner neuen Einstellung beeindruckt. Von seiner einschneidenden Erfahrung in Paris muss er ihnen gar nichts erzählen, denn man erkennt an seinen Bewegungen sofort, dass sich etwas verändert hat. Der Tanz entwickelte sich mit der Zeit zu seinem bevorzugten Mittel, sich mitzuteilen: «Ich bin nicht wirklich der Typ, der viel über sein Leben erzählt, aber wenn ich tanze, erzähle ich alles, was sich in meinem Kopf abspielt. Und es fällt mir leichter, es auszudrücken.» Cédric war ein unruhiges Kind, erst das Tanzen ermöglicht es ihm, seine Energie zu kontrollieren, die verstecktesten Muskeln seines Körpers zu beherrschen und so eine Form der Transzendenz zu THE RED BULLETIN
«In Paris sind die Leute nicht freundlich zu dir. Du musst be weisen, dass du deinen Platz verdienst.»
ZEIGE, WER DU BIST
Stalamuertes kon zentrierter Blick: «Ich tanze, was sich in meinem Kopf abspielt.»
«Wenn ich tanze, bin ich wie in Trance. Dann lasse ich meinen Körper komplett gehen.»
VÖLLIG LOSGELÖST
Freiheit im Kopf, eine starke Physis in der Realität. Tänzer Stalamuerte schwört auf beides.
Tanz ER VERLEIHT FLÜGEL
Stalamuerte will seine Berühmtheit als Welt meister dazu nützen, um jungen Talenten Aufmerksamkeit zu ver schaffen. Wer wissen will, warum der Mann berühmt ist: QR-Code scannen und die wichtigsten Stationen seiner Karriere in der Doku «One Life One Dance» erleben.
erreichen. «Wenn ich tanze, bin ich in einer Art Trance», beschreibt er diesen beglückenden Zustand. «Man dringt in die Atmosphäre des Klanges ein, anschliessend bringt man seine Welt in den Klang. Zu Beginn eines Battles bin ich mir bewusst, was ich mache und fühle jede Bewegung meines Körpers. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr lasse ich meinen Körper gehen, bis ich in den letzten Sekunden schliesslich in einer totalen Trance bin. Dann muss ich nicht mehr nachdenken, sondern lasse meinen Körper komplett gehen.» Wenn er in diese Sphären vordringt, dann kann alles passieren, sogar kreative Bewegungen, die niemand erwartet, weil sie aus dem Moment geboren werden. Wie in der ersten Runde seines erfolgreichen Finales beim Juste Debout, als er das Bein seines Partners Diablo packte und mit überirdischer Anmut zwei Umdrehungen machte, die Augen gegen den Himmel gerichtet, während das Publikum seine Begeisterung durch immer lauter werdende Ausrufe unterstrich. «Ich habe zur Decke hinaufgeschaut und mir gedacht: Ich drehe mich schon ziemlich lange! Das ist das Schöne am Freestyle: diese Dinge, die nur im Moment passieren.» Cédric verliess Paris mit dem Pokal und war erleichtert. Denn zur selben Zeit verschlechterte sich der Zustand seiner kranken Mutter. «Dieser Wettbewerb war sehr speziell für mich. Es war wichtig für mich, mit dem Pokal nach Hause zu kommen, bevor sie uns verlässt. Ich wollte zurückkommen THE RED BULLETIN
und sagen können: ‹Mama, es ist getan, ich hab’s geschafft.› Es war zu viel. Die Leute wissen es nicht, aber Juste Debout war viel tiefgründiger als das, was sie auf der Bühne gesehen haben.»
Cédric will unbedingt Spuren hinterlassen
Nach dem WM-Titel beschliesst Stala muerte, dass das, was folgen sollte, noch tiefgründiger sein musste. Prägend wie der Abdruck, den er in der Tanzwelt hinterlassen will. Entschlossener denn je will er seine Bekanntheit nun dazu nutzen, seiner Gemeinschaft zu helfen und jungen Talenten eine Plattform zu bieten. «Es wäre undankbar von mir, die anderen an meinem Erfolg nicht teilhaben zu lassen. Ich stehe im Rampenlicht, und wenn ich das einsetzen kann, dann werde ich das tun.» Nicht nur die Dinge, die er liebt, sondern auch das, was ihn empört, fliessen nun in seine Arbeit ein. Dazu gehört allem voran das Racial Profiling – der Umstand, 45
Tanz
«Ich möchte den Jungen Arbeit geben. Ich will, dass wir gemeinsam vorwärtskommen.» dass Behörden Menschen mit fremdartigem Aussehen schlechter behandeln als andere. Als Sohn kapverdischer Einwanderer hat Stalamuerte mit dieser Ungerechtigkeit schon sein ganzes Leben zu tun: Die Performance Jusqu’ici tout va bien, die er 2017 in Biel für den Wettbewerb World of Dance kreiert hat, befasst sich genau mit diesem Thema, wurde dann aber von den Veranstaltern zensuriert, weil sie das Stück als «zu kritisch» werteten. «Ich hatte sie noch gewarnt», erinnert sich Stalamuerte, der das Video vergangenen Mai auf Cubique veröffentlichte – einer Plattform im Netz, die sich Tänzern und Geschichten widmet, die auf soziale Probleme aufmerksam machen. Am Ende des Films sieht man, wie aus seinem verletzten Körper rotes Blut fliesst. Die Botschaft ist klar: Egal welche Hautfarbe jemand hat, innen drin sind alle gleich. «Racial Profiling passiert in der Schweiz tatsächlich», sagt Cédric. «Es ist wichtig, die neue Generation darüber aufzuklären, denn alles beginnt bei den Eltern.» Das Werk wird mittlerweile in einigen Schulen gezeigt, um bei den Schülern Diskussionen über Rassismus anzustossen. Stalamuerte arbeitet bereits am nächsten Projekt. Das Skript für einen Kurzfilm, wieder über Racial Profiling, ist schon geschrieben, es fehlen nur noch das richtige Team und der geeignete Zeitpunkt, um das Vorhaben umzusetzen. «Optisch wird es etwas Aussergewöhnliches», verspricht er.
über Shows, Videos und Clips bis hin zu Merchandising und Modelling – einen Rahmen geben können. Das Duo hat auch schon die Schaffung einer TV-Sendung im Auge, die Rapper und Tänzer zusammenbringt. «Diablo und ich waren uns stets einig, dass wir nicht mit 35 oder 40 immer noch an Battles teilnehmen wollen. Mit 40 Jahren würden wir gerne erfolgreich genug sein, um nicht mehr vor der Kamera stehen zu müssen.» Stalamuerte gibt sein Tanz-Know-how bereits regelmässig in der Deekay Dance School in Lausanne und bei Workshops in China, Japan und in der Ukraine weiter. Und er möchte «Crazy Sweetness» – die «Familie» aus Gleichgesinnten, die er um sich herum geschaffen hat – weiter ausbauen. Er träumt davon, diese lose Struktur eines Tages in eine Tanzschule zu verwandeln und – warum nicht? – Standorte weltweit zu eröffnen. «Ich möchte den Jungen, die mich lieben und die ich auch liebe, Arbeit geben. Ich will, dass wir gemeinsam vorwärtskommen. Und wenn ich dann nicht mehr da bin, werden sie alles haben, was sie brauchen. Es wird dann ihre Aufgabe sein, die Schule zu verwalten. Ich möchte, dass Leute eines Tages sagen: Stala, der hat viel gemacht, bevor er gegangen ist.» Wie weit wird er gehen können? Genau wie in seinem Tanz setzt sich der Schweizer in dieser Frage keine Grenzen. «Solange du mich nicht überall siehst, wenn du durch die Stadt gehst, bin ich noch nicht auf dem Gipfel.»
Doch es ist die Bühne, nach der sich Stalamuerte nach über einem Jahr Pandemie am meisten sehnt. Der Tänzer hat ein grosses Projekt im Auge, eine einstündige Vorstellung, an deren Planung er gemeinsam mit Diablo – der mittlerweile nicht mehr bloss ein Partner ist, sondern ihm ein Alter Ego geworden ist – hart arbeitet. «Diese Show wird von unserem Leben erzählen, von unseren Gemeinsamkeiten, von dem, was wir erlebt, und von den Verlusten, die wir erlitten haben. Wir wollen all das auf die Bühne bringen. Wir werden alles, was wir in unserem Herzen und unserer Seele haben, ausschütten können. Das wird etwas sehr Grosses. Es wird uns ausserdem erlauben, ganz viele junge Talente in den Vorder grund zu bringen. Denn sie sind die Zukunft.» Stalamuerte selbst hat ziemlich konkrete Vorstellungen, was die eigene Zukunft betrifft. Er sieht sich eher hinter den Kulissen und nicht mehr im Rampenlicht. Seine Zusammenarbeit mit Diablo, so hofft er, wird zur Gründung eines Unternehmens führen, damit sie ihren Aktivitäten – von Battles
46
Die besten Tänzer live erleben!
«Red Bull Dance Your Style» macht in Lausanne Station. Ein Floor, 16 Talente, deine Stimme: Hier zeigen die Tänzerinnen und Tänzer Moves zu Musik aus allen Genres. Das Publikum entscheidet, wer am 4. September in Lausanne gewinnt und zum Weltfinale am 4. Dezember in Südafrika fährt. Infos: redbull.com/danceyourstyle THE RED BULLETIN
LITTLE SHAO/RED BULL CONTENT POOL
Sehnsucht nach der Bühne
BLAUE PERIODE
Die Performance im blauen Licht des Fotografen am Seeufer ist gewiss nicht übel, aber eine echte Bühne ersetzt sie nicht. Stalamuerte arbeitet bereits an einer neuen Show.
Outdoor
Davos ist ein Paradies für Trailrunner. Judith Wyder, hier beim Training mit ihrem Mann, teilt einige ihrer Geheimtipps.
48
JO HÜCHELHEIM
DER SONNE NACH
JUDITH WYDER, 33 Die Bergläuferin verrät ihre Lieblingstrails.
RENÉ WILDHABER, 44 Der Biker kennt die besten Abfahrten.
REMO KÄSER, 24 LOÏC MEILLARD, 24 Auf Wandertour mit dem Der Ski-Profi reitet die Spitzenschwinger. Welle in den Alpen.
MATHILDE GREMAUD, 21 Das Freestyle-Ass liebt das Wakesurfen.
FANNY SMITH, 29 Der Ski-Star wandert in ihrer Heimatregion.
HIER KANNST DU WAS ERLEBEN Surfen mitten in den Schweizer Alpen, Biken in wilden Tälern, Trailruns bei Sonnenaufgang: Sechs Red Bull-Athletinnen und -Athleten verraten ihre liebsten Plätze für ein Spätsommerabenteuer in der Schweiz. Text WOLFGANG WESTERMEIER
49
Outdoor
Judith Wyder, 33, aus Bern (BE) Welt- und Europameisterin im Orientierungslauf, Gewinnerin der Golden Trail Series
JUDITH WYDER
SCHMALER GRAT, SCHÖNE AUSSICHT Läuferin Judith Wyder liebt die hochalpinen Strecken von Davos für das Trailrunning.
50
Klatsch sehr. Die liebevolle Einrichtung erinnert mich an Schweden, wo ich eine Zeit lang gelebt habe, und das Essen ist super. Was mir allerdings am besten an Davos gefällt: Weil die Stadt doch eine gewisse Grösse hat, werde ich sie wohl nie fertig entdeckt haben.» SCHWIERIGKEITSGRAD
EXTRA-TIPP
BASE-CAMP DAVOS
«Die Hubelhütte am Rinerhorn hat seit diesem Jahr auch im Sommer geöffnet. Perfekt für einen Lauf bei Sonnenaufgang mit anschliessendem Brunch!» DAVOS ERLEBEN Alle Infos unter davosklostersmountains.ch und unter davos.ch
JO HÜCHELHEIM, DAVOS KLOSTERS BERGBAHNEN AG, ROMINA AMATO FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN
«Eigentlich lebe ich in der Nähe von Bern, aber für den Sommer bin ich mit meiner Familie nach Davos gezogen. Der Grund: Die Stadt ist das perfekte Base-Camp! Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, dass ich nur ein paar Minuten laufen muss, um mitten in den Bergen zu sein – und trotzdem habe ich hier alle Vorteile einer Stadt. Als Läuferin liebe ich die hochalpinen Trails am meisten – in Davos habe ich in dieser Beziehung die Qual der Wahl. Einer meiner Favoriten führt vom Jakobshorn zum Jatzhorn: Der Weg entlang des schmalen Gebirgsgrats ist immer wieder hinreissend. Wenn ich trainieren möchte, laufe ich von Davos aus die Vertikale auf das Jakobshorn, man kann aber auch die Bergbahn nehmen. Mein Rückweg führt über das Sertig, wo auch ein Bus zurück in die Stadt fährt. Mein Tipp: vorher noch im Walserhuus einkehren und eine Bündner Nusstorte probieren. Sonst gibt es auch in Davos tolle Möglichkeiten zum Entspannen. Ich mag zum Beispiel das Kaffee-
Judith Wyder verbringt den Sommer in Davos. In wenigen Minuten ist sie mitten in den Bergen und kann auf hoch alpinen Trails trainieren.
Bern
Schweiz
Davos
THE RED BULLETIN
«Als Läuferin liebe ich die hochalpinen Trails am meisten – in Davos habe ich in dieser Beziehung die Qual der Wahl.»
THE RED BULLETIN
51
Outdoor Flumserberg Bern
Schweiz
HEIMSPIEL Knallharte Abfahrten und flowige Trails: René Wildhaber kennt hier in der Region Flumserberg jeden Stein.
Meine Lieblingsroute führt von Unterterzen auf die Alp Laubegg. Die Tour hat es in sich, aber die Plackerei lohnt sich: Das Panorama mit Blick auf den Walensee ist unschlagbar! Der Trail hinab ist anfangs eher steil und eng, wird dann aber immer geschwungener und flüssiger. Noch ein kleiner Tipp: am ersten Haus entlang der Abfahrt nicht einfach vorbeirauschen. Hier stellt jemand selbst gemachten Sirup, Säfte und Früchte raus – perfekt, um ein wenig Kraft zu tanken. Und natürlich genug Zeit einplanen, um im Walensee noch eine Runde planschen zu gehen. Für mich jedes Mal die ideale Regeneration!» SCHWIERIGKEITSGRAD
UNTERKUNFT UND ESSEN Hotel Marina marina-walensee.ch Burg Strahlegg burg-strahlegg.ch Prodalp prodalp.ch
René Wildhaber, 44, aus, Flumserberg (SG) Seriensieger Megavalanche und Bike Attack
EXTRA-TIPP
RENÉ WILDHABER
ERST STRAMPELN, DANN PLANSCHEN Mountainbiker René Wildhaber erzählt, wo es bei Unterterzen am Flumserberg die besten Abfahrten und die schönste Aussicht auf den Walensee gibt. 52
«Ich bin am Flumserberg aufgewachsen, deshalb kenne ich in der Gegend jeden Stein. Trotzdem ist es immer etwas Besonderes für mich, hier mit dem Bike unterwegs zu sein. Warum? Weil es nirgends sonst so viel Abwechslung auf so kleinem Raum gibt: Von knallharten Abfahrten in wilden Tälern über flowige Trails im Bikepark – hier findet man einfach alles!
«Wer für die Laubegg-Abfahrt erst einmal üben möchte, sollte für ein Wochenende nach Unter terzen kommen und am ersten Tag den BikerBerg Flumserberg besuchen. Hier gibt es ein breites Angebot von unterschiedlich schwierigen Trails – und, der Bergbahn sei Dank, man kann so oft hoch- und wieder runterfahren, wie man will.» THE RED BULLETIN
URBAN ENGEL(3), MATHILDE GREMAUD, DOMINIC BERCHTOLD / RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES
BIKEN IN FLUMSERBERG BikerBerg Flumserberg flumserberg.ch/bikerberg Fahrtechnik-Kurse von René bikerschool-flumserberg.ch
«Vor allem aber ist es wunderschön, bei Sonnenuntergang auf dem Genfersee zu surfen!»
Mathilde Gremaud, 21, aus La Roche (FR) Freestyle-Skierin, X-Games-Siegerin, Olympia-Zweite, Weltmeisterschaftszweite
MATHILDE GREMAUD
SIE MACHT DIE WELLE Skistar Mathilde Gremaud findet in den Sommer monaten Action beim Wakesurfen auf dem Genfersee. «Mir gefallen alle Sportarten, bei denen ich mir etwas unter die Füsse schnallen kann und Geschwindigkeit im Spiel ist. Deshalb liebe ich das Ski fahren! Im Sommer gehe ich auch gerne skateboarden und downhillbiken, aber Wake surfen ist im Sommer eine meiner Lieblingsaktivitäten. Das Stehen auf der Welle ist eine echte Herausforderung, vor allem, wenn man abwech selnd front- oder backside fährt oder Tricks probiert. Mein Tipp, wenn du es zum ersten Mal machst: das Seil nicht zu früh wegwerfen, THE RED BULLETIN
Bern Genfersee
sondern in Ruhe ein Gefühl für die Welle entwickeln. Und nicht aufgeben! Nach ein paar Versuchen klappt es oft ganz plötzlich. Am liebs ten starte ich am späten Nachmittag, weil es dann nicht mehr so heiss ist. Vor al lem aber ist es wunderschön, bei Sonnenuntergang auf dem Genfersee zu surfen!» SCHWIERIGKEITSGRAD
WAKESURF-ANBIETER alaiawakesurf.ch wake-valais.ch
EXTRA-TIPP
Schweiz
AB AUFS WASSER Im Sommer tauscht Mathilde Gremaud ihre Ski am liebsten gegen ein Wakeboard, wie hier im Juni auf dem Genfersee.
«Wir starten immer von Le Bou veret, einem charmanten, kleinen Badeort mit total chilligen Vibes. Hier sind kaum Autos unterwegs, die Menschen schlendern abends die Strandpromenade entlang, und irgendwo spielt immer Livemusik.»
53
Fanny Smith, 29, aus Villars (VD) Skicrosserin, Weltmeisterin, Olympia-Dritte
FANNY SMITH
HOME IS WHERE THE RÖSTI IS
EXTRA-TIPP
Freestyle-Legende Fanny Smith wandert am liebsten in ihrer Heimatregion Villars – vorbei an blauen Bergseen und malerischen Landschaften. und mit Freunden draussen beim Wandern zu verbringen. Das ist tatsächlich auch etwas Besonderes für mich als Skifahrerin, denn im Sommer findet mein Training fast ausschliesslich drinnen im Fitnessstudio statt. Eine meiner liebsten Wanderungen führt von Bretaye zum Lac des Chavonnes – einem strahlend blauen Berg-
see und einer idealen Abkühlungsmöglichkeit an einem heissen Sommertag. Auf dem Rückweg unbedingt in dem kleinen Restaurant Auberge Col de Soud Halt machen! Ich verspreche dir: Hier gibt es die beste Rösti, die du jemals essen wirst.» SCHWIERIGKEITSGRAD
VILLARS BESUCHEN Tour villars-diablerets.ch/de/Z8817/ wanderungen Restaurant restaurant-auberge-col-de-soud.com
Bern
Schweiz
Villars
SEE IM WALD Fannys Lieblingswanderung führt am idyllischen Lac des Chavonnes vorbei.
«Ich liebe die abwechslungs reiche Landschaft, die endlose Weite der Berge, die hübschen Bergseen.» 54
THE RED BULLETIN
VISUALPS.CH, GETTY IMAGES, ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL, GERNOT BRENDLE, BERGHOTEL LEITERLI, LORENZ RICHARD/RED BULL CONTENT POOL
«Obwohl ich schon an vielen fantastischen Orten war und ständig auf Reisen bin, ist und bleibt meine Heimat V illars für mich der schönste Fleck der Erde: Ich liebe die abwechslungsreiche Landschaft, die endlose Weite der Berge, die hübschen Bergseen. Deshalb versuche ich auch, jede Minute, die ich hier bin, zusammen mit meiner Familie
«Die Wanderung lässt sich auch einfach verlängern: die Bergbahn von Villars zum Grand und Petit Chamossaire nehmen und von dort zum Lac des Chavonnes wandern. An der Bergstation hat man einen tollen Blick auf Eiger, Mönch, Jungfrau und den Mont Blanc.»
Outdoor
WEITSICHT Der gemütliche Alprundweg Gryden ist für Remo Käser der ideale Ort, um abzuschalten und die Aussicht zu geniessen.
Bern
Remo Käser, 24, aus Burgäschi (SO) Berner Spitzenschwinger
Schweiz
Lenk i. S.
REMO KÄSER
HOCHFAHREN UND RUNTERKOMMEN Schwinger Remo Käser empfiehlt einen gemütlichen Alprundweg im Berner Oberland – mit einem atemberaubendem Abschluss. «Als Kind war ich ein totaler Wandermuffel. Da hat mir irgendwie die Action gefehlt. Heute kann ich verstehen, warum meine Eltern mit uns zum Wandern gern an die Lenk gefahren sind: Lenk im Simmental ist der ideale Ort, um einmal richtig abzuschalten. Ich würde empfehlen, den sportlichen Ehrgeiz ausnahmsweise daheimzulassen
und das Ganze als Geniessertour zu planen. Also: mit der Bergbahn Leiterli nach oben und den gemütlichen Alprundweg Gryden entlang. Die Felsformationen mit ihrer einzigartigen Kraterlandschaft hier sind wirklich beeindruckend! Wir machen uns ausserdem immer den Spass, uns im Steinstossen zu messen – an der Steinstoss Alp gibt es dafür extra einen Platz. Aber Vorsicht! Die grossen Brocken wiegen bis zu 40 Kilogramm. Ganz auf den Adrenalinkick möchte ich aber doch nicht verzichten: Darum nehme ich nicht die Bergbahn nach unten, sondern ein Trottinett, das man sich leihen kann. Damit geht es bei einer herrlichen Abfahrt Richtung Tal!» SCHWIERIGKEITSGRAD
EXTRA-TIPP
«Die Brotzeit lieber zu Hause lassen und ein wenig Zeit für die Rast an der Alp Steinstoss oder im Leiterli (hier im Bild) einplanen – die Aussicht ist hervorragend!» LENK ERLEBEN Bergbahn lenk-bergbahnen.ch Höhenwanderung Gryden lenk-bergbahnen.ch/sommer/ wandern/gryden Trottinett lenk-bergbahnen.ch/sommer/ trottinett Lenkerhof Gourmet Spa Resort lenkerhof.ch
55
Outdoor KÜNSTLICHE WELLE Im Alaïa Bay in Sitten verbringt Loïc gerne einen Tag mit Freunden. Am liebsten reitet er die mittelgrosse Welle mit einem Longboard.
Bern
Schweiz
Sitten
«Ich habe mit neunzehn mit dem Surfen begonnen, auch wenn Ski fahren natürlich immer an erster Stelle stand.»
Stelle. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich gut bin! Ich bin meistens auf den mittelgrossen Wellen mit einem Longboard unterwegs, im Alaïa Bay gibt es aber Sessions für jedes Niveau. Das Surfen ist ein super Gleichgewichtstraining und nützt mir deshalb auch beim Skifahren, in erster Linie macht es aber einfach Spass. Im Anschluss trinken wir immer noch etwas an der Bar dort, die mit ihren Bali-Vibes den Tag am ‹Schweizer Meer› perfekt abrundet.» SCHWIERIGKEITSGRAD
LOÏC MEILLARD
SURF-SPASS IN DEN BERGEN Eingerahmt von den Schweizer Alpen, reitet Skiprofi Loïc Meillard in Sitten im Wallis gerne die künstliche Welle in Alaïa Bay. 56
«Es klingt eigentlich unglaublich: surfen gehen mitten in den Alpen, 500 Meter über dem Meer. Aber genau das geht seit Mai dieses Jahres im Wavegarden Alaïa Bay in Sitten! Aktuell ist das mein absoluter Lieblingsort, wenn ich einen entspannten Tag mit meinen Freunden verbringen möchte. Ich habe mit neunzehn mit dem Surfen begonnen. Skifahren stand trotzdem immer an erster
«Ein Tal weiter befindet sich die Staumauer Grande-Dixence, die sage und schreibe 285 Meter hoch ist. Die Grösse des Staudamms beeindruckt mich jedes Mal so sehr, dass ich mindestens einmal im Jahr eine Wanderung dorthin mache.» SURFEN UND WANDERN Surfsessions alaiabay.ch Staudamm grande-dixence.ch THE RED BULLETIN
LOIC MEILLARD, GETTY IMAGES, LORENZ RICHARD/RED BULL CONTENT POOL
EXTRA-TIPP Loïc Meillard, 24, aus Hérémence (VS) Skirennfahrer, u. a. WM-Dritter
C T® S
S ERIE S R TYLE OLA
LIFES EINEN D R Ü ER F rday A POW EXTR t Ye s t e
IN INST
#Bea
Basketballspiel im Käfig an der West 4th Street in New York: Die Enge des KultPlatzes sorgt für intensive Stimmung.
58
EIN KÄFIG
Streetball
West 4th Street ist New Yorks legendärster Basketballplatz. Stars wie Denzel Washington pilgern an seine Zäune, Spieler aller Ethnien kämpfen in hitzigen Partien um Respekt. Zu Besuch an einem Ort, der für viel mehr steht als Sport. Text DAVE HOWARD Fotos ANTHONY GEATHERS
VOLLER HELDEN
D
er Platz ist klein
Das ist das Offensichtliche, wenn man den West 4th Street Park in New York City betritt. Würde man die Drei-Punkte-Linie auf NBA-Distanz setzen – als Zugeständnis für die Profis, die hier manchmal trainieren –, läge sie fast schon am Mittel kreis. Schaut man sich eines der grossen Summer-Leagues-Matches im Cage an, dem «Käfig», wie dieser sagenumwobene Platz genannt wird, kommt es einem manchmal vor, als hätten Riesen einen Kinderspielplatz überrannt. Versucht man herauszufinden, inwieweit die Masse des Platzes tatsächlich von den regulären abweichen, wird es interessant. Google wirft unterschiedlichs-
Basketball-Cracks beim Einlauf zu einem Summer-Leagues-Playoff-Match: Das Spiel im Käfig «körperbetont» zu nennen ist eine krasse Untertreibung.
Hier darfst du keine Schwäche zeigen, sagen die Locals. Sonst machen dich die Gegner platt. 60
te Schätzungen aus, von «ein bisschen kleiner als die Norm» (das steht auf der offiziellen Homepage des New Yorker Parks) bis hin zur «Hälfte des Standards von 94 Fuss» (28,65 Meter). Auch die Legenden des Käfigs äussern sich ausweichend: Die Spiele können sich schon eng anfühlen, hört man da, sogar ein bisschen klaustrophobisch. Kenny Graham, Gründer der «Summer Leagues», die den West 4th zu einem Streetball-Hotspot und einem weltbekannten Geheimtipp für Touristen gemacht haben, zuckt nur mit den Schultern und antwortet, dem grünen Rechteck seien schon «viele Grössen nachgesagt» worden. «Das lieben die Leute ja so an diesem Platz.» Warum mit dem Massband in der Hand den ganzen Spass verderben, scheint er sagen zu wollen. Die ungewöhnlichen Abmessungen tragen zur Aura des Ortes bei, aber nicht nur: Sie verändern tatsächlich das Spiel. Wer auf Geschwindigkeit und Wendigkeit setzt, hat ein Problem, denn alle sind so eng zusammengepfercht, dass es sich anfühlt, als wären doppelt so viele Spieler auf dem Feld wie sonst. Der Zaun, der das Spielfeld umschliesst, verstärkt den Eindruck der Enge noch. Der Käfig belohnt diejenigen, die ohne viel Platz gute Würfe oder Rebounds zustande bringen oder die, besser noch, sich selbst Platz verschaffen können in jener Zone, die die Veteranen einst «Death Valley» nannten. Das Spiel hier «körperbetont» zu nennen ist eine gewaltige Untertreibung. Und da das hier New York ist, sind einige der Zuschauer, die sich von aussen an den Zaun drücken, Zwischenrufer, und sie lassen es dich wissen, wenn du Mist baust. Jason Curry ist der Gründer und Präsident von Big Apple Basketball. Als er klein war, schaute er seinem Vater zu, der hier an spontanen Freundschaftsmatches teilnahm, sogenannten Pickup Games. Später spielte Curry selbst und trainierte Spitzenspieler im West 4th. Nach einem Fehler, den er hier machte, dachte er: «Der wäre mir besser an jedem anderen Ort passiert.» Viele Leute täten sich schwer im West 4th, weil der Platz so eng ist, erklärt er. «Es ist fast wie das Gesetz des Dschungels. Man darf in keiner Hinsicht eine Schwäche zeigen, sonst machen sie dich platt.»
Der Platz ist eine grosse Bühne
Als Kenny Graham 1976 auf diesen Ort stiess und bei Spontan-Matches mitspielte, spürte er sofort, dass der Platz anders THE RED BULLETIN
Streetball
Spielszenen aus dem Käfig: Hier zählen Können, Härte und Respekt.
Im letzten Viertel dieses knappen Spiels ist die Spannung auf dem Platz und daneben förmlich zu greifen.
THE RED BULLETIN
61
Angriff gestoppt: Das wilde Spiel im New Yorker Käfig brachte zahlreiche lokale Stars hervor.
Hip-Hop-Grössen schauen regelmässig vorbei. EA Sports baute den Court für ein Computerspiel nach. 62
THE RED BULLETIN
Streetball
war. Graham war als Lebensmittellieferant viel unterwegs. Im Gegensatz zu den typischen Basketballplätzen in New York, auf denen nur Leute aus dem Viertel anzutreffen waren, kamen hier Spieler aus allen Teilen der Stadt zusammen – und das heisst: Spieler aus der ganzen Welt. «Du triffst hier auch heute noch Juden, Italiener, Iren, Schwarze, Native Americans, alles Mögliche», sagt Graham. «In keinem anderen Park im ganzen Land hast du so eine Diversität.» Die besondere Lage spielt natürlich auch eine Rolle. Die meisten OutdoorBasketballplätze New Yorks verstecken sich in entlegenen Winkeln der Stadt, aber der West 4th liegt in Greenwich Village, an der 6th Avenue, einer der grossen Verkehrsadern Manhattans. Die U-Bahn-Station West 4th Street ist ein Knotenpunkt für das öffentliche Verkehrsnetz – ein Ausgang befindet sich gleich neben dem Platz. «Es ist fast, als würdest du mitten am Broadway spielen», meint Jason Curry. «Alle Augen sind auf dich gerichtet.» Die Spiele hier ziehen schon lange Passanten an. Irgendwann in den Sechzigern gab es schon einmal eine Liga, die aber nur ein paar Jahre überlebte. Als einige Trainer entschieden, die West 4th League neu zu organisieren, erkannte Kenny Graham das Potenzial für etwas Grosses. Er heuerte bei der Liga an und stieg innerhalb von zwei Jahren zu ihrem Co-Commissioner und Direktor auf. In diesen Funktionen zeigte sich Grahams Händchen für den Aufbau e iner Marke. Er schuf «Kenny Graham’s West 4th Street Pro-Classic» mit eigenem Logo und Merchandising. In den frühen Achtzigern zogen die Summer Leagues immer grössere Namen aus der CollegeLiga, selbst aus dem Profi-Lager an. Die Sacheschaukelte sich hoch: Je höher das Niveau, desto mehr Publikum kam, und so wurden die Namen noch grösser. Sogar Julius Erving alias Dr. J, in den Siebzigern einer der Überflieger der NBA, stopfte damals ein paar Körbe im Käfig. Schon bald beehrten nicht mehr nur New Yorker Spieler den winzigen Platz. Jason Curry erinnert sich, wie einmal vor etwa zehn Jahren plötzlich NBA-Star Dwight Howard auftauchte – es war zu jener Zeit, als er als aufregendster Spieler der Welt gefeiert wurde –, nur um sich ein Match anzuschauen. Die P opkultur folgte. Die Hollywoodstars Denzel Washington und Spike Lee waren da. HipTHE RED BULLETIN
«Es ist fast so, als würdest du mitten am Broadway spielen – alle Augen sind auf dich gerichtet.» Hop-Grössen schauen vorbei, und Werbespots für nationale Kampagnen werden hier gedreht. Wer es persönlich nicht auf den West 4th schafft, kann sich dort virtuell austoben: im Videospiel «NBA Street V3» von EA Sports. Die Pandemie zwang den Summer Leagues eine einjährige Pause auf. Wenn die Stadt wieder voller Leben ist, werden sich auch wieder Touristen zu den Stamm-Zuschauern am Käfig ge sellen. Graham wird Kappen und Trikots verkaufen an Menschen aus Südkorea, Norwegen und Brasilien und ihnen das Gefühl geben, genau hier im Zentrum der Basketballwelt zu sein.
Der Platz ist ein Fluchtort
Jack Ryan wuchs als Basketball-Wilder in Brooklyn auf. Als er zwölf Jahre alt war, konnte ihm kein Gleichaltriger mehr das Wasser reichen, sein vier Jahre älterer Bruder liess ihn bei seinen Freunden mitspielen. Als er auch die an die Wand
spielte, fand Ryan, dass es an der Zeit sei, sich in Manhattan zu messen. «Ich sagte mir, okay, mal sehen, wie gut ich wirklich bin», erinnert er sich. Wo er hingehen musste, war klar: in den Park an der West 4th Street. So nahm die Legende von «Black Jack» Ryan in den Achtzigern ihren Anfang. Ryan wurde auch dafür berühmt, dass er Angebote von Colleges und aus der NBA in den Wind schlug – seine Unreife und eine schwierige Kindheit trugen sicherlich viel dazu bei. Der Kosename seines Vaters für ihn war ein F-Wort, sein eigentliches Zuhause war der West 4th. Black Jack und der Platz waren wie füreinander geschaffen. Einmal flog er wegen zu viel Show aus einem College-Team, aber Streetball funktioniert anders: Im Käfig war sein aufreizendes Spiel eine Waffe. Gegen Phil Sellers, einen ehemaligen Profi der Detroit Pistons, machte Ryan einmal 44 Punkte. Als ihn ein Freund
Zuseher am Zaun an der West 4th Street: Beleidigungen gehören hier zum guten Ton.
63
Streetball
arauf ansprach, antwortete er: «Wer d ist Phil Sellers?» Von dem Hall-of-FameMitglied Chris Mullin, auch eine New Yorker Basketball-Legende, ist das Statement überliefert, Black Jack sei der beste Werfer, den er ausserhalb der NBA je gesehen habe. Hier im West 4th umgab Ryan eine Familie, das spürte er. Hier war Beständigkeit: Dass der Punkte zähler Omar vor den Spielen immer viel zu viel billiges Bier trank und sich prompt verzählte, sodass Graham ihn korrigieren musste, änderte nichts daran, dass Omar weiterhin für die Punkte verantwortlich blieb. Ryan gefiel das. Die Sticheleien des Sprechers, der ballettgleiche Wettkampf, Kenny Grahams strenge Regeln gegen Gewalt – das alles
sorgte für Stabilität in einer sonst völlig instabilen Welt. Jack Ryan war MVP («most valuable player» – der wertvollste Spieler) in einer der Ligen, auf seiner Wade prangt ein Tattoo des West-4th-Logos. Und er trifft sich immer noch mit Leo, Sherm, Doc – all den Männern, mit denen er Freundschaft geschlossen hat in seinen fast vierzig Jahren auf dem Platz. «Jetzt, da ich älter bin, ist das meine Familie», sagt Ryan. «West 4th Street ist mein zweites Zuhause. Mein Hinterhof.»
Der Platz ist eine Gemeinschaft
Das mag seltsam klingen, denn das Spiel ist so körperbetont, dass es sich an der Grenze zu offener Feindseligkeit bewegt.
Gleich geht’s los: Zwei Spieler der New Yorker Männerliga sind bereit für das Spiel.
Alle Animositäten verpuffen in dem Moment, in dem sich alle zum nächsten Match versammeln. 64
Nach einigen Schlägereien hat Kenny Graham Nulltoleranzregeln aufgestellt. Wer gegen sie verstösst, kann des Platzes verwiesen werden. Aber es gibt eine grosse Wertschätzung zwischen den Spielern. Alle mühsam erarbeiteten, liebevoll gehegten Animositäten verpuffen in dem Moment, in dem sich alle zur nächsten Runde, zum nächsten Match versammeln. «Bei aller Härte herrscht ein unglaublicher Kameradschaftsgeist», sagt Jason Curry. «Jedem, der auf den Platz geht, wird Respekt entgegengebracht.» Die Leute passen aufeinander auf. Die Spiele im Käfig sind für viele ein wichtiger Teil ihres Lebens. 70 Teams treten hier in Ligen gegeneinander an: je 20 für Männer und High-SchoolSchüler, 16 für Frauen, 14 für Nachwuchsteams. Graham, heute 69, zeigt keine Ermüdungserscheinungen, obwohl er e rklärt, im Ruhestand zu sein. Im West 4th, so sagt er, «sieht man die Früchte meiner Arbeit». Im Moment versucht er, die Magie dieses Ortes, die multikulturelle Mischung des Käfigs in die Welt hinauszutragen. Er arbeitet mit Offiziellen aus der Dominikanischen Republik an einem Austauschprogramm. Für ihn war das während der Pandemie vielleicht auch ein guter Zeitvertreib. Bald jedoch wird alles wieder so sein wie früher: Die Spieler werden auftauchen, so verlässlich, dass man die Uhr nach ihnen stellen könnte. Die Fans, die während der Summer Leagues Abend für Abend denselben Platz am Zaun besetzen, werden ihre Posten wieder einnehmen. Den Käfig gibt es jetzt schon so lange, dass er Teil von Familiengeschichten geworden ist: Generationen kommen gemeinsam. Eltern reichen die Erfahrung des Spielens oder Zuschauens im West 4th wie ein Erbstück feierlich an ihre Kinder weiter. Der Platz ist also noch etwas: eine Zeitkapsel. Mit den Jahrzehnten verändert sich Manhattan, es verwandelt sich immer wieder, nimmt ständig neue Formen an. Gebäude werden abgerissen und gebaut, Restaurants wechseln den Besitzer und die Identität, Parks verwahrlosen und werden wiedergeboren. Aber dieses kleine Rechteck, das da irgendwie in Greenwich Village hinein gequetscht wurde? Dieser Käfig, so scheint es, ist für die Ewigkeit. THE RED BULLETIN
Hier teilen sich zwei Schülermannschaften den Platz, der viel kleiner ist als ein normales Basketballfeld.
Fast jedes Match ist intensiv, aber der Höhepunkt sind die All-Star-Games, wie hier im Bild: Da spielen die Besten der Saison gegeneinander.
THE RED BULLETIN
65
Liebe ist stärker Gehirnforschung
als Kokain
Das Gehirn hat den Menschen zum intelligentesten Lebewesen der Erde gemacht. Aber nicht klug genug, um die Funktionsweise dieses Organs vollständig zu verstehen. Die deutsche Therapeutin Anja Hussong und der Schweizer Wissenschaftler Philipp Stämpfli arbeiten in unterschiedlichen Fachrichtungen mit dem Gehirn: Hier erklären sie, warum wir beim Duschen Lösungen finden, uns Laufen beim Erinnern hilft und Liebe stärker wirkt als jede Droge. Text WOLFGANG WIESER Illustrationen JOCHEN SCHIEVINK
66
THE RED BULLETIN
KUNSTWERK IM KOPF
THE RED BULLETIN
BRAINPICS GMBH
Mittels Magnetresonanz lässt sich das Netzwerk der Nervenfasern im Gehirn darstellen. Neben ihrer wissenschaftlichen und therapeutischen Arbeit e rschaffen die beiden Forscher Anja Hussong und Philipp Stämpfli aus solchen Aufnahmen bunte Gehirn- Kunstwerke wie dieses Exemplar.
67
1 FORSCHER & THERAPEUTIN MIT GEMEINSAMER MISSION
Philipp Stämpfli und Anja Hussong machen die Schönheit des Gehirns sichtbar. Mit Wissenschaft und Kunst.
D
ie Mission von Anja Hussong und Philipp Stämpfli ist es, «die Schönheit und Einzigartigkeit des menschlichen Gehirns in die Welt zu tragen». Hussong ist Neurofeedback- Therapeutin, Stämpfli ist Informatikingenieur und leitet das Zentrum für MagnetresonanzBildgebung an der Psy chiatrischen Universitätsklinik Zürich, zudem ist er Hypnosetherapeut. Gemeinsam haben sie die Firma BrainPics gegründet. Das Ziel des Unternehmens ist, mit Hilfe eines komplexen Verfahrens, der sogenannten diffusionsgewichteten Bildgebung, die Schönheit der Struktur der Nervenfaserverbindungen sichtbar zu machen – gern auch vom Gehirn der Kunden. Diese Netzwerke steuern unsere Denkleistung, Konzentration und Gefühle. Was dabei so abgeht? Hier sind neun Beispiele aus der Hirnforschung.
68
Warum wir unter der Dusche oft die besten Ideen haben
Die Erklärung: Duschen ist wie ins Ka minfeuer starren – man erreicht einen fast hypnotischen Zustand. Das Unter bewusstsein liefert Antworten, die rational (noch) nicht greifbar wären. Im Detail: Warmes Wasser umhüllt
den Körper. Die Muskeln entspannen sich. Der Duft der Seife bahnt sich durch die Nase den Weg in den Mandelkern (Amygdala) im Zentral gehirn. Er wandelt Wahrnehmungen in Gefühle um und weckt Erinnerungen. Das Gehirn produziert vermehrt beruhigende Alpha-Theta-Wellen. Schliessen wir jetzt noch die Augen, aktiviert sich das «Default Mode»- Netzwerk (Ruhenetzwerk). Die Ablenkung von aussen wird verringert, der Geist findet Zugang zum Unterbewusstsein – plötzlich tauchen Antworten auf Fragen oder Lösungen auf, die vorher nicht greifbar waren.
Wie Gehirntraining dabei hilft, vernünftig mit Geld umzugehen
... oder warum wir Lotto spielen, obwohl wir statistisch betrachtet 450.000 Jahre spielen müssten, um eine 95-prozentige Chance auf einen Jackpot zu haben.
Die Erklärung: Mittels Neurofeedback lässt sich der Frontalkortex (Stirn hirnlappen) trainieren, er ist für die Impulskontrolle zuständig. Weil wir Menschen aber grundsätzlich Optimisten sind, probieren wir das L ottospielen entgegen besserem Wissen trotzdem immer wieder – die Verlockung des schnellen Gewinns ist zu gross. Im Detail: Es gibt Untersuchungen,
die zeigen, dass die meisten Menschen eher davon ausgehen, zu denen zu gehören, denen etwas Gutes widerfährt – etwa ein Lottogewinn. Gleichzeitig wird die Möglichkeit, dass einem etwas Schlimmes passiert, als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Dabei spielt der Frontalkortex eine grosse Rolle. Er ist sozusagen die l etzte Instanz in der Netzwerkreihe des Gehirns und entscheidet, ob eine Handlung ausgeführt wird oder nicht. Eine Unteraktivierung des Frontalkortex kann dazu führen, dass jemand spielt, obwohl es kein logisches Argument dafür gibt. Ein gezieltes Neurofeedback- Training zur verstärkten Aktivierung des Frontalkortex kann helfen, den Impuls zum Spielen zu k ontrollieren. Bessere Impulskontrolle hilft übrigens bei a llen Süchten. Vorteil: Der Frontalkortex ist sehr lernfreudig – weil wir dabei Lust empfinden.
BRAINPICS GMBH
So arbeitet unser Gehirn
2
THE RED BULLETIN
Gehirnforschung
3
Warum uns zu viele Drinks geschwätzig machen Die Erklärung: Alkohol bringt vor llem zwei Botenstoffe im Gehirn a ins Ungleichgewicht – und das lockert unsere Zunge. Im Detail: Alkohol aktiviert den Boten-
stoff GABA (Gamma-Aminobutter säure). Wir fühlen uns entspannter. Gleichzeitig wird der Botenstoff Glutamat, der für das «schnelle Denken» zuständig ist, blockiert. Enthemmt und denkfaul – schon ist’s passiert: Wir plaudern ein Geheimnis aus, das sonst niemals über u nsere Lippen gekommen wäre.
Wir können unser Hirn mit Dauerläufen trainieren. Körperliche Anstrengung lässt die Zellen im Hippocampus wachsen. Das steigert Kurz- und Langzeit gedächtnis. THE RED BULLETIN
4
Wie ein übereifriges Gehirn Ehen gefährden kann
5
Warum Laufen Erinnerungen bewahrt
Die Erklärung: Eine Studie hat gezeigt, dass der Hippocampus, die zentrale Schaltstelle des limbischen Systems, mit Dauerläufen trainiert werden kann. Gut in Form, macht er höhere Denkleistungen möglich und hat ein stärkeres Erinnerungsvermögen. Im Detail: Der Hippocampus ist das
Die Erklärung: Das zum limbischen System gehörende Cingulum (Teil des Frontalhirns) steuert das Sozial verhalten. Ist es zu aktiv, werden wir nachtragend, unkooperativ und grantig. Und das hat noch keiner Beziehung gutgetan. Im Detail: Das Cingulum ist verant-
wortlich für die kognitive Flexibilität und die soziale Anpassung an den Alltag; es entscheidet über die Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit, Chancen zu erkennen und zu er greifen. Ist dieser Bereich über- oder unteraktiviert, kann es zu Problemen im täglichen Miteinander kommen. Diese Menschen neigen dazu, sich ständig zu sorgen, sind n achtragend, unflexibel und zwanghaft – Eigen schaften, die zu Problemen in Be ziehungen führen können. Ein Ansatz zur Abhilfe kann Neurofeedback sein. Wichtige Voraussetzung: der Wille, wirklich etwas zu ändern.
Zentrum für Erinnerungen aus dem Kurz- und Langzeitgedächtnis. In ihm wird bei Erwachsenen auch das Protein BDNF (Brain-Derived Neuro trophic Factor) gebildet. Eine Studie zeigte, dass ein niedriger BDNF- Spiegel mit einem kleineren Hippocampus verbunden sein kann. Dies lässt den Rückschluss zu, dass ein kleinerer Hippocampus mit schlechteren Gedächtnisleistungen einhergeht. Die Bildung des BDNF wird unter anderem angeregt, wenn Muskeln sich zusammenziehen. Das heisst: Körperliche Anstrengung lässt die Gehirnzellen im Hippocampus wieder wachsen und optimiert so seine Leistung im Kurz- und im Langzeitgedächtnis.
69
Gehirnforschung
8
6
Wie wir uns zum Traumjob denken
Die Erklärung: Glaube kann Berge v ersetzen – das stimmt tatsächlich. Eine präzise Vorstellung wird vom Gehirn als wahr betrachtet und führt dazu, dass zum Beispiel der Traum job Wirklichkeit wird.
Warum Verliebtsein stärker (und gesünder) als jede Droge ist
7
Warum Multitasking Blödsinn ist (und trotzdem ans Ziel führen kann)
Im Detail: Die ersten Auswirkungen
Im Detail: Jeder Gedanke, der intensiv
genug ist, löst im Gehirn die Aus schüttung von Nervenbotenstoffen (Neurotransmittern) aus. Bei negati ven Gedanken erzeugen sie Stress, bei positiven machen sie uns zu er folgreichen Menschen. Aus diesem Grund gilt: «Achte auf deine Ge danken – sie erzeugen deine Welt!» Für die Ausschüttung der Botenstoffe spielt es erstaunlicherweise keine Rolle, ob wir uns eine Situation nur vorstellen oder sie echt erleben, denn das Unterbewusstsein kann nicht zwi schen Fiktion und Fakten, zwischen Traum und Wirklichkeit unterschei den. Eine im Unterbewusstsein ver ankerte Vorstellung wird auf die Art zur «persönlichen Wahrheit». Jeder Gedanke hinterlässt im Gehirn eine Gedächtnisspur – ein Muster, das ab gerufen und verfestigt wird, je öfter wir diese Spur benutzen. Denken wir uns also nur oft genug in unseren Traumjob (und tun natürlich auch etwas dafür, dass wir dort gebraucht werden), steigert das die Chancen, diese Stelle tatsächlich zu bekommen. Genau so verwurzeln sich auch ande re Glaubenssätze, positive wie – auf gepasst! – negative: Die Sätze «Du taugst nichts», «Das schaffst du nie», «Du bist zu dick» können so zur fixen Idee und in der Folge wahr werden. 70
Die Erklärung: In der Verliebtheits phase werden vom Gehirn die glei chen Neurotransmitter ausgeschüttet wie beim Kokainkonsum. Die Folge: das gleiche Hochgefühl, aber ohne die gesundheitlichen Risiken.
Die Erklärung: Multitasking funktio
niert nicht, sagt die Hirnforschung. Wer trotzdem alles gleichzeitig macht, wünscht sich vermutlich unbewusst eine Änderung seines Lebens. Im Detail: Wer mehrere Dinge zur
gleichen Zeit macht, schenkt keiner von ihnen die nötige Aufmerksam keit. Das führt zu Schlampereien und Fehlern. Im Wiederholungsfall wird womöglich der Chef reagieren – et wa mit Versetzung oder Kündigung – und so für die unbewusst herbei gesehnte Veränderung sorgen.
von Sich-Hals-über-Kopf-Verlieben und dem Konsum von Kokain sind recht ähnlich. Man spürt unfassbare Euphorie, mitunter Appetitlosigkeit und überbordende Motivation – das ist bei Liebe und Droge gleich. Nervenbotenstoffe (Neurotrans mitter) lassen sich also durch einen anderen Menschen oder mit Chemie beeinflussen. Die Liebe schädigt allerdings nachweislich weder die Herzwände noch die Organe, und irgendwann stabilisiert sich auch der Schlafrhythmus wieder.
Ein verliebtes Gehirn schüttet die gleichen Neurotransmitter aus wie beim Drogenkonsum. Aber ohne Risiko für die Gesundheit. THE RED BULLETIN
9
Wie wir der Angst die Kraft nehmen
Die Erklärung: Angstzustände werden oft durch eine falsche «Programmierung» im Unterbewusstsein verursacht – und sind durchaus behandelbar. Im Detail: Das Unterbewusstsein ist
leider – im Gegensatz zum Bewusstsein – nicht rational und analytisch, sondern stellt oft Verknüpfungen her, die nicht logisch sind. Solche «Fehlprogrammierungen» können Ängste, aber auch Blockaden, Suchtverhalten, Allergien oder andere körperliche Symptome auslösen, deren Ursache analytisch nicht zu ergründen ist. Durch moderne Hypnosetherapie kann jedoch der Ursprung des Angstgefühls aufgedeckt und neutralisiert werden. Das Ergebnis der Veränderung ist messbar, indem man beispielsweise die Hirnleistung in einem bestimmten Netzwerk in gewissen S ituationen vor und nach einer Therapie misst. Ein Trauma kann i nnerhalb weniger Millisekunden entstehen – aber mit einer Therapie auch ebenso schnell aufgelöst werden. BRAINPICS GMBH
GEHIRNE ABSTRAKT
Zwei weitere Magnetresonanz-Kunstwerke von Hussong und Stämpfli. Wer sein eigenes Gehirn als Bild an die Wand hängen will, kann eine Sitzung hier buchen: brainpics.ch
THE RED BULLETIN
71
RED BULL FLUGTAG 2021.
AUF DEN FLÜGELN DER PHANTASIE.
19. SEPTEMBER, LAUSANNE, BELLERIVE-PLAGE
Die verrücktesten Himmelsstürmer der Schweiz starten endlich wieder durch! Ab 13:00 Uhr steigen tollkühne Pilotinnen und Piloten in ihre fliegenden Kisten, um danach im Genfersee notzuwassern. Für diejenigen, die es nicht verpassen wollen: Türöffnung ab 11:00 Uhr. Alle weiteren Flug-Infos unter:
www.redbull.ch/flugtag
GUIDE Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen
FELS IM GRIFF
STEFAN KUERZI/RED BULL CONTENT POOL
SIMON SCHREYER
Die Schweiz mediterran: auf Boulder-Tour im Tessin mit Maestro Giuliano Cameroni
73
GUIDE Reisen
«Im Tessin gibt es eine höhere Konzentration an kniffligen Fels problemen als überall sonst in Europa.» Boulder-Profi Giuliano Cameroni, 24, erzählt uns von seiner Kletter-Heimat
I
ch war noch nicht einmal geboren, da war ich schon auf den Felsblöcken des Tessins unterwegs. Meine Mutter liess es sich nämlich nicht nehmen, sogar während der Schwangerschaft zu bouldern (in Absprunghöhe zu klettern, Anm. d. Red). Auch mein jüngerer Bruder Diego und mein Vater Claudio (der ganz besonders!) sind in meiner Heimat als Boulderer bekannt. Mein Vaterhat sogar vier beliebte Guides über das Tessin verfasst. Klettern ist bei uns also eine echte Familienangelegenheit. Und die Boulder-Felder der U mgebung waren bereits meine Spielwiese, als ich erst vier Jahre alt war. Im Tessin befinden sich vier wichtige Boulder-Gebiete: Cresciano, Chironico, Brione und der Gotthardpass. Sie alle zeichnen sich durch hohe Felsqualität aus. Die Granit- und Gneisblöcke verfügen über kompakte Strukturen – gerade genug für Griffe und Leisten. Es kommt so gut wie nie vor, dass ein Griff ausbricht. Ausserdem ist der Fels so gestaltet, dass sich die Bewegungen ganz von selbst ergeben. Es ist beinahe so, als hätte die Schöpfung für uns mitgedacht. Hier spricht der Fels zu den Kletterern.
74
Steiniges Zuhause: Boulder-Profi Giuliano Cameroni auf einem Felsblock im Tessin
Der klare Bergbach im Tessiner Verzascatal erzeugt natürliche Whirlpools. Hier findet man nach dem Bouldern herrliche Abkühlung. THE RED BULLETIN
Anreise Mit dem Auto: Von Zürich aus erreicht man den Gotthardtunnel in etwa eineinhalb Stunden Fahrt. Am besten gleich hier den ersten Zwischenstopp ein legen, denn der Gotthard pass ist für sich allein schon ein Traumziel für Boulderer. Fährt man aus Gründen der Zeitersparnis doch durch den Tunnel, so er reicht man ungefähr eine Stunde nach der Tunnel ausfahrt Bellinzona. Von dort sind es nur noch wenige M inuten bis nach Cresciano.
Zürich Bern
Schweiz KANTON TESSIN Cresciano Lugano
Mit der Bahn: Die Fahrzeit von Zürich nach Bellinzona beträgt etwa 2 Stunden. (Ticket: CHF 77.80).
STEFAN KUERZI/RED BULL CONTENT POOL, EVOLUTIONCENTER.CH, GETTY IMAGES (2) SIMON SCHREYER
Der Ort Lavertezzo in der Valle Verzasca: Hier können Besucher bouldern und wildbaden.
Gut zu wissen
Im Tessin gibt es eine höhere Kon zentration an kniffligen Felsproblemen als überall sonst in Europa – genau das begeistert den ambitionierten Boulderer. Und meine Erfahrung ist: Jeder Felsen hat seine ganz eigene Energie.
Unterkunft: Barbara und Cornelia betreiben das Ostello Cresciano, das sich unter Kletterern zunehmender Beliebtheit erfreut. Dort ist das Früh stück inkludiert, das Wi-Fi gratis und die Lounge gemütlich. Als Alternative bieten sich Airbnb an oder drei Cam pingplätze (Al Censo, Bellinzona oder Agriturismo La Finca), wenn ihr mit dem Van anreist.
Ob Anfänger oder Experte: Hier können alle klettern Drei der Boulder-Probleme möchte ich hier genauer vorstellen. Sie befinden sich in meinem Lieblingsgebiet – in Cresciano. Fangen wir mit dem schwierigsten an (in der Klammer steht jeweils der Boulder- Schwierigkeitsgrad aus der Skala bis 9a): Dreamtime (8b+/8c), 7 Meter lang, 3 Meter hoch, ist ein Klassiker mit THE RED BULLETIN
Für Regentage sind zwei Indoor- Anlagen zum Klettern empfehlens wert: Alphaboulder in Giubiasco und die Sportkletterhalle Evolution (Bild links) in Taverne. Für Regentage: Kletterhalle Evolution in Taverne
Infos: ostello-cresciano.online
75
GUIDE Reisen
Die Ponte dei Salti im Verzascatal lädt Wagemutige zum Sprung ins Wasser.
76
Zur Abkühlung in der Verzasca baden
«Im Tessin spricht der Fels zu den Kletterern.» Giuliano Cameroni, 24, Boulder-Profi
Dazu kommt noch, dass die Gegend eine besonders friedvolle Ausstrahlung hat. Falls in Cresciano einmal viel los sein sollte (was aber selten vorkommt), kann man immer noch nach Chironico in Leventina ausweichen. Zur Abkühlung baden meine Freunde und ich gern in der Verzasca. Der klare Bergbach in dem idyllischen Tal erzeugt natürliche Whirlpools mit sanfter Strömung. Attraktive Alternative dazu: die Ponte Brolla im nahe ge legenen Maggiatal. Dort kann man aus mehreren Metern Höhe ins Wasser springen und manchmal auch pro fessionellen Cliff-Divern zuschauen. Mehr über Giuliano Cameroni: Instagram: @giuliano_cameroni, redbull.com THE RED BULLETIN
SIMON SCHREYER
Pluspunkt der Gegend: Im Tessin lässt sich das ganze Jahr über klettern. Und: Es scheint extrem oft die Sonne!
GETTY IMAGES, STEFAN KUERZI/RED BULL CONTENT POOL
20 Zügen und einem Dyno (Sprung) am Ausstieg. Die Route führt durch einen 45-Grad-Überhang, steigt von rechts nach links und führt dann mittig nach oben. Was ich hier mag, ist der geschmeidige Bewegungsfluss. La grotte des soupirs (7c), 4 Meter lang, 2 Meter hoch, ist ein höhlenartiges Dach mit weiten Griffabständen. Es bietet einen nicht zu schwierigen, aber kräftezehrenden Ablauf. Anstrengung und Akustik haben Erstbegeher Fred Nicole zu dem Namen inspiriert: die Höhle der Seufzer. Il Cerchio Celtico (6a+), 4 Meter lang, 2 Meter hoch, wohl ein ehemaliger keltischer Kultplatz, befindet sich auf einem Hügel mit unglaublichem Panorama. Auf den Boulder führen fünf Routen, die sich zum Aufwärmen für Könner oder als Startpunkt für Anfängerinnen und Anfänger eignen. Die meisten Boulder stehen tief in der wilden Landschaft versteckt, weitab jeder Zivilisation. Ein weiterer
FLÜÜÜGEL FÜR DEN SOMMER.
MIT DEM GESCHMACK VON DRACHENFRUCHT.
NEU
BELEBT GEIST UND KÖRPER.
FÜR MEER SAUBERKEIT MODE AUS FLASCHEN Ein Bild, das klarmacht, was die Mode von Ecoalf auszeichnet: Für die aktuelle Herbstkollektion verwendet das Label aus Spanien «Ocean Yarn», also Garn aus Plastikflaschen, die aus dem Meer gefischt wurden. ecoalf.com
WELTREISE IN BILDERN AUSSTELLUNG DES FOTOGRAFEN STEVE McCURRY Der Amerikaner Steve McCurry ist einer der besten Fotografen der Welt – und das darf man wörtlich nehmen. Wer seinem Blick fürs Wesentliche (im Bild: ShaolinMönche in Zhengzhou) folgen will: In Zürich sind seine Bilder bis zum 20. Oktober zu sehen. stevemccurry.ch
SONNENSCHUTZ INKLUSIVE Eingewebter Kaffeesatz sorgt für UV-Schutz.
DA KLAPPT ALLES MULTIFUNKTIONSWERKZEUG VON LAND ROVER Federzange, Messer, Flaschenöffner, Säge, Dosen öffner, um nur ein paar der neun Tools aus verstärktem Edelstahl zu nennen, die sich da in einem leuchtend orangefarbenen Alleskönner verbergen. MacGyver würde der Neid fressen. shop.landrover.de
78
ATELIERJUNGWIRTH.COM/STEVE MCCURRY, LAND ROVER, ECOALF.COM, SAINT LAURENT BY UNITED OPTICS, GETTY IMAGES, LAWRENCE SCHILLER/TASCHEN.COM
ALLE NEUNE! Mit dem Ding in der Tasche kann einen nichts mehr überraschen.
GUIDE Tipps & Trends VOLLER DURCHBLICK SONNENBRILLE VON YVES SAINT LAURENT Grüner wird’s nimmer: Diese Brille von Yves Saint Laurent verrät stilistischen Durchblick: Die spezielle Form (Rectangle) verleiht vor allem runden Gesichtern besonderes Flair. ysl.com
GLÄNZENDER AUFTRITT Goldfarbene Bügel und rahmenloses Glas
Richtig gutes Zeug Kopfüber ins Vergnügen: berührende Bilder, Armanis neue Anzug-Definition und ein Star für die Ewigkeit.
ANZUG, NEU ERFUNDEN GIORGIO ARMANIS VISION Der Designer, der seit den 1970er-Jahren für stilvolle Anzüge steht, definiert den «Anzug» in seiner Sommer kollektion für 2022 neu: «Wir kleiden uns entspannter. Ein Anzug muss nicht länger aus Hose und Sakko bestehen – auch Hemd und Hose können ein ‹Anzug› sein.» armani.com
THE RED BULLETIN
FÜR IMMER JUNG «MARILYN & ME»: EIN ATEMBERAUBENDES BUCH Lawrence Schiller war 25, als er beauftragt wurde, Weltstar Marilyn Monroe zu fotografieren. Drei Monate später war die Hollywood-Ikone tot. Die Geschichte dieser denkwürdigen Fotosession inklusive über 100 Auf nahmen ist jetzt als Bildband erschienen. taschen.com
79
GUIDE Uhren
LONGINES HYDROCONQUEST
Grüne Welle
Eine wunderschöne Begleiterin für den nächsten Tauchgang: Dieses Longines-Modell vereint Eleganz, Sportlichkeit und technische Perfektion.
AHOI! Volle Kraft voraus – das grüne Kautschuk armband dieser Taucheruhr ist perfekt auf Zifferblatt und Keramik-Lünette abgestimmt.
80
THE RED BULLETIN
WOLFGANG WIESER
Mit einer Wasserdichtigkeit von 30 bar eignet sich die HydroConquest wirklich zum Tauchen. Das Edelstahlgehäuse misst 41 Millimeter im Durchmesser, Gehäuseboden und Krone sind verschraubt. Besonders elegant: Das mattgrüne Zifferblatt und die Lünette mit Keramikeinlage stehen in feinem Kontrast zu den goldgelbfarbenen PVD-Zeigern und der Krone. Empf. Richtpreis: 1700 CHF; longines.ch
Nimm AN der ultimAtiveN gps trAilruNNiNg CHAlleNge teil
1. August - 30. september 2021 Werde Mitglied beim Red Bull Switzerland Club auf Strava Wähle einen atemberaubenden Ridge aus Versuche die Zeiten von den Schweizer Top Athleten Judith Wyder oder Rémi Bonnet zu schlagen Info & Anmeldung auf
redbull.Com/ridges Hoher Kasten – Fronalpstock – brienzer rothorn – Jakobshorn – rinerhorn Weissfluhgipfel – Lägern – Chasseral – Moléson – Mont de l’Arpille – Monte Bré
GUIDE Uhren
TISSOT SEASTAR
Grosser Auftritt Für Wassersportler, die auch an Land mit Vergnügen Selbstbewusstsein ausstrahlen: eine Uhr, die nicht zu übersehen ist. Der Klassiker von Tissot als Chronograph – ein grosser Auf tritt, im wahrsten Sinne des Wortes: Das Gehäuse dieser Taucheruhr (Wasserdichtigkeit: 30 bar) hat mit 45,5 Millimetern eine beeindruckende Grösse. Schönes Detail: Auf der Lünette werden die ersten 20 Minuten in Minutenschritten dargestellt, was für Taucher besonders praktisch ist. Preis: 545 CHF. tissotwatches.com
WOLFGANG WIESER
PRÄZISION Das Quarzwerk sorgt für Ganggenauigkeit. Krone, Drücker und Gehäuseboden sind verschraubt. Nicht zu sehen: das auf dem Gehäuseboden eingravierte Seepferdchen.
82
THE RED BULLETIN
GUIDE Kalender
9. Oktober HERBSTLAUF FÜR GENIESSER Der Hallwilerseelauf ist ein Naturerlebnis über die Halbmarathonstrecke (21,1 Kilometer) oder über 10 Kilometer. Der Herbstklassiker findet am Samstag, 9. Oktober, statt, führt vorbei an mit Bäumen und Sträuchern gesäumten Uferwegen, gepflegten Weinbergen, lauschigen Plätzchen direkt am See und dem Wasserschloss Hallwyl. Infos: hallwilerseelauf.ch
NICK LAVECCIA/RED BULL CONTENT POOL, RED BUL CONTENT POOL, SWISSIMAGE.CH/ANDY METTLER (2)
TV-Tipp BELLA VITA: SURFEN IN ITALIEN Die Wellen, die das Tyrrhenische Meer an die toskanische Küste schickt, veranlassen den Surfer und Künstler Chris Del Moro zu einer Art Pilgerreise zurück in seine ursprüngliche Heimat: In der Toskana findet er heraus, wie Konventionen und Traditionen zu einem einzigartigen, modernen Surf-Lifestyle geführt haben. Während dieser eineinhalb Stunden nimmt er uns mit auf die Reise in seine Vergangenheit. Den Film gibt es on demand auf Red Bull TV.
TV-Tipp VALLEY UPRISING Die fesselnde, ja einzig artige Geschichte der Klettertradition im be rühmten Yosemite-Natio nalpark in Kalifornien: Seit einem halben Jahr hundert kämpft man dort gegen die Gesetze der Schwerkraft – und jene des Bundesstaats. «Valley Uprising»: 100 Minuten Kletter- Action vom Feinsten – auf Red Bull TV. THE RED BULLETIN
31. Oktober SWISS CITY MARATHON Ob Marathon, Halb marathon oder CityRun (8,5 Kilometer): Am Sonntag, dem 31. Okto ber, ist in Luzern für jede Läuferin und jeden Läufer eine passende Distanz dabei. Dank der von vie len Sehenswürdigkeiten gesäumten Strecke ist der Swiss City Marathon ein wahrer Hochgenuss für Laufbegeisterte. Alle Infos unter: swisscitymarathon.ch 83
GUIDE The Edge
Bergsteigen in echt: Sam Anthamatten (vorn) und Jérémie Heitz beim Aufstieg auf das Matterhorn
VR-ABENTEUER
Matterhorn für alle!
84
wird zur Verfügung gestellt: Sie umfasst einen Klettergurt, eine Virtual-Reality-Brille, Hand- und Fuss-Tracker sowie einen Rucksack, der als Rechner dient.
ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL
Einmal im Leben das Matterhorn besteigen und auf 4478 Metern über dem Meer die Aussicht geniessen? Und das ohne grosse Erfahrung im Bergsteigen? Red Bull The Edge macht’s möglich: Seit dem 23. Juni kann man einen spektakulären Gipfelsieg im Verkehrshaus Luzern feiern. U nter fachkundiger Anleitung von Freerider Jérémie Heitz und Bergführer Sam A nthamatten besteigst du den ikonischen Gipfel über die Normalroute am Hörnligrat. Die nötige Ausrüstung
SIMON SCHREYER
Hast du immer schon davon geträumt, das Matterhorn zu besteigen, warst aber alpinistisch nicht fit genug? Dann kannst du den Gipfelsieg jetzt in Luzern nachholen.
Pionierleistung Am Beginn von Red Bull The Edge stand die Idee der beiden Genfer Filmemacher Consuelo Frauenfelder und Stefan Lauper von Garidi Films. Frauenfelder: «Wir wollen mit diesem interaktiven Kletter erlebnis das Matterhorn für alle zugänglich machen.»
VR-Erlebnis in Luzern: Die Realitätsnähe ist schwindelerregend. THE RED BULLETIN
3D-Vision und 4D-Effekte Das dazu nötige Filmmaterial lieferte Alpinist und VR-Spezialist Jonathan Griffith, der den siebenstündigen Aufstieg von Jérémie Heitz und Sam Anthamatten hochauflösend filmte. Danach wurde mit Szenografen und Spezial- Drohnen die Umgebung des Matterhorns detailgetreu nachgestellt. Zusätzlich sorgen Spezialeffekte wie Wind, Vibration und Textur für Wirklichkeitsnähe. Die spektakulärsten Seillängen können nun mit VR-Brille an der Kletterwand im Pavillon im Aussenbereich des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern erlebt werden.
Nichts für schwache Nerven Teilnehmer sollten mindestens 140 Zentimeter gross und über zwölf Jahre alt sein. Und nicht unter Höhenangst leiden. Selbst geübte Bergsteiger könnten feuchte Handflächen bekommen. Die virtuelle Erfahrung hat gegenüber einer wirklichen Bergtour aufs Matterhorn jedoch einen entscheidenden Vorteil: Wer den Nervenkitzel nicht mehr aushält und ganz schnell wieder sicheren Boden unter den Füssen will, braucht nur eines zu tun: die Brille abzunehmen.
VR-Experience am Matterhorn Den Rahmen bildet die Sonder ausstellung «Altitude – Höchst leistung am Berg» der Red Bull Media World. T icketpreis: CHF 24, für S tudierende und Schüler(innen) in Kombination mit dem Verkehrs haus-Tagespass ab CHF 19. Infos: redbull.com/theedge
«AB DER HÜTTE WIRD ES RICHTIG STEIL» Die Filmemacher Consuelo Frauen felder, 43, und Stefan Lauper, 44, sind die Masterminds hinter Red Bull The Edge. Hier erklären sie, wie man virtuell Gänsehaut erzeugt. the red bulletin: Was erwartet die Besucher von Red Bull The Edge? consuelo frauenfelder: Eine hohe Dosis Adrenalin! Die VR-Tour auf das Matterhorn fängt bei der Solvayhütte in über 4000 Meter Höhe an. Dort beginnt es, richtig steil zu werden, und du fühlst dich schon von Beginn an ausgesetzt. Die Steilheit der Matterhorn-Schulter kor respondiert mit der Beschaffenheit der Kletterwand. Das Erlebnis der Exposition ist dort für mich am stärksten. Das Gipfelerlebnis selbst ist auch als virtuelle Simulation sehr emotional.
Für wen eignet sich die VR-Experience?
Consuelo Frauenfelder und Stefan Lauper, Filmemacher von Red Bull The Edge
wir sind fasziniert von den Bergen und wollten als Filmemacher die Erfahrung des Bergsteigens an ein breites Publikum weitergeben. Und das mit einer um werfend echten VR-Erfahrung. frauenfelder: Ich denke, das ist uns gelungen, und somit ist das Projekt eine echte Weltneuheit.
stefan lauper: Für alle, die Berge lieben
und körperlich in der Lage sind, fünf Meter an einer Kletterwand hochzusteigen – natürlich mit Gurt- und Seilsicherung. Am besten ist, wenn du Entdeckergeist mitbringst: Der Gipfel des Matterhorns ist ja ein Ort, der wirklich existiert, aber für die meisten schwer zu erreichen ist. Was macht die Faszination des Matterhorns aus? frauenfelder: Das Matterhorn ist wegen seiner Historie und seiner Form ein emblematischer Berg, gerade für die Schweiz. Vom Gipfel eröffnet sich ein gewaltiges Panorama mit fast 40 Viertausendern in der Schweiz, Italien und Frankreich. Wie seid ihr auf die Idee gekommen? lauper: Wir sind keine Alpinisten und waren noch nie selbst auf dem Matterhorn. Obwohl: Einmal sind wir bis zur Hörnlihütte (wo die Besteigung des Matterhorns normal beginnt; Red.) gekommen, mussten aber umkehren, weil wir nicht fit genug waren (lacht). Aber
THE RED BULLETIN
«Das Gipfel erlebnis ist auch als Simulation sehr emotional.»
Klettert man nur Teile der Route? frauenfelder: So ist es, denn für den
Aufstieg auf das echte Matterhorn braucht man etwa sieben Stunden. Die VR-Experience dauert jedoch nur einen Bruchteil davon. Also haben wir uns für die inter essantesten Passagen entschieden und die Zeitsprünge so zusammengeschnitten, dass man sie kaum wahrnimmt. Welche Seillänge ist die spektakulärste? lauper: Für mich ist das eindeutig der Gipfelgrat. Dort balanciert man direkt am Abgrund. Die italienische Südseite geht ja mehr als tausend Meter in die Tiefe. Welche Herausforderungen gab es bei der Erstellung des Videomaterials? lauper: Das komplexeste Problem war das Zusammenfügen der hochauflösenden Aufnahmen, die wir mit speziellen Drohnen einfingen. Wir mussten fast den ganzen Berg Meter für Meter filmen und immense Datenmengen verarbeiten. Das Ergebnis sieht aber dafür überwältigend real aus. 85
PENTHOUSE VW CALIFORNIA 6.1 Respekt, was alles in der aktuellen Version des Kult-Campers Platz hat: Dachbett, Küche mit zwei Gasherd-Platten und Kühlschrank, dazu dermassen viel Stauraum, dass dem Wohnzimmer-Feeling buchstäblich nichts im Weg steht. Ab 50.140 CHF, volkswagen-nutzfahrzeuge.ch
SCHÖNE AUSSICHT Was ist besser als ein Hochbett? Eines mit grossem Panoramafenster.
Draussen bleiben! Die Camping-Saison hat gerade erst begonnen – mit der idealen Ausrüstung für alle Ansprüche kosten wir sie richtig aus.
86
THE RED BULLETIN
GUIDE Outdoor
EINSTEIGER
LEICHTE ÜBUNG
Küche to go
RAB DOWNPOUR ECO JACKET
EMIR HAVERIC/VOLKSWAGEN AG
Beim Wandern zählt jedes Gramm ein gespartes Gewicht, gerade für Neulinge. Da ist es praktisch, dass diese Regenjacke nur 280 Gramm wiegt. Trotzdem hält sie schwerem Dauerregen stand und ist aus Recycling-Material hergestellt – kann also sogar selbst wiederverwertet werden. Circa 160 CHF, rab.equipment
Primus Onja Stove Dieser Gaskocher ist wie gemacht fürs entspannte Wochenend-Camping: Er lässt sich zusammenklappen und ist mit seiner Eichenholz-Abdeckung gut zu verstauen. Er hat einen Tragegurt zum einfachen Transport sowie zwei Kochstellen für die Beilage zum Hauptgang – oder für eine doppelte Portion. Circa 175 CHF, primusoutdoor.de
RÜCKENDECKUNG
ALLROUNDER
KING-SIZE
TREVOLUTION 3D AIR MATTRESS
VW CADDY CALIFORNIA SPIRIT
MARMOT IDLEWILD DOUBLEWIDE
Schmerzvoll gedenken wir all der Jugend zeltlager auf harten Isomatten und schlaffen Luftmatratzen. Unser Rückgrat hat Besseres verdient – etwa diese Matte hier: 195 cm lang, 66 cm breit und, einmal aufgeblasen, prall wie die Waden nach einer Wandertour. Wer nicht Mund anlegen will, nimmt die Fusspumpe (14.90 CHF) dazu. 89.90 CHF, sportxx.ch
Stadt, Land, Fluss oder Sightseeing? Egal wohin es Sie auf Ihrer Camping-Reise verschlägt, der kompakte Fünfsitzer mit aus ziehbarer Miniküche, Klapptisch und -stühlen ist flexibel. Zusätzlich zum Heckbett kann man ihn um ein Zelt mit Luftgestänge und Pumpe für vier bis sechs Personen erweitern. Ab 29.020 CHF, volkswagen-nutzfahrzeuge.ch
Man muss beim Campen nicht zwingend alleine schlafen. Im Doppelschlafsack kann man sich sogar gegenseitig wärmen; doch allein darauf verlässt sich dieses Modell nicht. Hier mindern ein durchgehender Reissverschluss und integrierter Zugluft schutz den Wärmeverlust zusätzlich. Circa 260 CHF, marmot.eu
THE RED BULLETIN
87
GUIDE Outdoor
ES WERDE LICHT LUPINE BETTY TL2
GRENZGÄNGER
Mit 5000 Lumen Lichtleistung leuchtet man ganze Höhlen aus, und das in vier Leuchtstufen und elf Leuchtprogrammen, vom R otlicht bis zum SOS-Signal. Die Lampe ist wasser-, kratz- und schlagfest, und der grosse Akku lässt sich über die 12- und 24-Volt-Docking-Station bequem im Camper aufladen. Circa 915 CHF, lupine-shop.com
INTO THE WILD HYMER GRAND CANYON S CROSSOVER Bis zu zehn Tage kann man sich mit diesem Expeditionsfahrzeug autark in die Wildnis wagen, die Solaranlage auf dem Dach, ein smartes Batteriesystem und der 100-LiterFrischwassertank machen’s möglich. Höherlegung, Geländereifen und zuschaltbarer Allradantrieb sorgen für Bewegungsfreiheit. Ab ca. 128.300 CHF, hymer.com
SCHUTZRAUM BIG AGNES COPPER SPUR HV UL2 Selbst wenn draussen der Sturm tobt, ist man in diesem Expeditionszelt sicher. Es besteht aus ultraleichtem Nylon und ist auch starkem Dauerregen gewachsen. Durch ein Fenster in der Tür kann man die Wetterlage prüfen, ohne kalte Luft reinzulassen. Circa 540 CHF, bigagnes.com
LEICHTE KOST Aus recyceltem Carbon gefertigt, spart die Monocoque-Kabine 35 Prozent Gewicht ein.
Darc Mono
Kein Fluss zu breit, kein Gipfel zu hoch: Dieser Truck packt auch die extremsten Touren. Zwei Leute können damit 14 Tage jenseits jeder Zivilisation verbringen. Und das bei maximalem Komfort: Die geräumige Wohnkabine aus recyceltem Carbon bietet acht Quadratmeter Platz, ein Queen-Size-Bett und eine volle Büroausstattung mit 4K-Beamer. Ab ca. 384.700 CHF, darc-mono.com 88
KATADYN SURVIVOR 06 Salz, Viren, Bakterien – das alles filtert der Survivor 06 aus dem Wasser und macht so auch den schmutzigsten Tümpel geniessbar. Ein Gerät für Notsituationen – aber wegen seiner kleinen Bauweise und des geringen Gewichts von 1,13 Kilo auch ein Gerät für alle Fälle auf schwereren Expeditionen. Circa 1.090 CHF, katadyn.com THE RED BULLETIN
STEFAN SCHLUMPF/DEUTER
Sänfte extrem
FÜR ALLE FÄLLE
Der hält warm
Deuter Astro Pro 1000
Dieser Daunenschlafsack schmiegt sich eng an den Körper, um auch auf extremen Touren die Wärme optimal zu halten. Eine besonders dehnbare Innenhülle und elastische Kammernähte sorgen für Bewegungsfreiheit. So garantiert er Alpinisten komfortable Nächte bis minus 21 Grad, dank imprägniertem Aussenmaterial sogar unter freiem Himmel. Ab ca. 600 CHF, deuter.com
SMARTER SACK Für Wertsachen gibt es eine Innentasche, ein Wärmekragen hält kalte Luft draussen.
THE RED BULLETIN
89
Heisses Eisen BAUSATZ Damit der Grill in die Tasche passt, kann ihn der Besitzer in seine Einzelteile zerlegen.
90
Skotti Grill
Und was hast du in deiner Handtasche? Einen Grill! Der Skotti Gasgrill lässt sich nämlich praktischerweise in Laptop-Grösse verstauen. Ist das Gas aus, kann man ihn auch mit Kohle oder Holz befeuern. Dazu sieht er lässig aus und ist aus hochwertigem Edelstahl gefertigt, hält also ewig – für perfekte Burger, auch noch in vielen Jahren. Circa 179 CHF, skotti-grill.eu
THE RED BULLETIN
GUIDE Outdoor
STYLER
LICHT INS DUNKEL
Glamping
LEDLENSER ML4 WARM LIGHT
VW Grand California
THOMAS GRIESBECK/SKOTTI, MARTIN ERD/SUNLIGHT
Ein mobiles Zuhause, das wirklich nichts zu wünschen übrig lässt! Mit seinem 110-Liter-Frisch- und dem 90-Liter-Abwassertank sowie dem voll ausgestatteten Küchenblock samt Eisfach muss man auch nicht immer auf den Campingplatz. Man kann, sofern erlaubt, auch mal in der Wildnis haltmachen. Ab 70.510 CHF, volkswagen-nutzfahrzeuge.ch
Tarnanzug
Sea to Summit Alto TR2 Ultralight
Auch Understatement ist ein Statement: Dieses innovative Kuppelzelt verschwindet mit seiner blassgrünen Farbe fast in der Natur. Es ist federleicht, braucht auch aufgebaut wenig Fläche und ist besonders hoch: für mehr Raum und bessere Ventilation. Etwa 535 CHF, seatosummit.de
THE RED BULLETIN
Klar, nichts toppt eine Nacht im Schein von Vollmond oder Sternenhimmel. Wenn’s doch etwas mehr Licht sein darf oder die Nacht stockfinster ist, bietet sich diese Minilaterne an. Sie ist kaum grösser als eine Streichholzschachtel, spendet aber trotzdem helles, blendfreies warmweisses Licht. Circa 45 CHF, ledlenser.com
SITZEN SIE GUT? HELINOX SUNSET CHAIR & BENCH ONE TIE DYE Kunst auf vier Beinen: Designer Tae-Hun Kim hat diesen Campingstuhl in neue Farben getaucht. Knüpfbatik heisst diese Technik, sie ist ein Symbol für Frieden und Freiheit, vor allem aber stehen die bunten, ultra leichten und faltbaren Stühle für e ines: für Good Vibes, egal wo du gerade bist. Stuhl ca. 165 CHF, Bank ca. 330 CHF, helinox.eu
91
B O U L E VARD DER HEL DEN
MARK SPITZ
VERLIEBT IN SUPERMAN
Serie: MICHAEL KÖHLMEIER erzählt die aussergewöhnlichen Geschichten inspirierender Figuren – faktentreu, aber mit literarischer Freiheit. Folge 4: Teenie-Schwärmerei für einen Meisterschwimmer im Sommer 1972.
92
THE RED BULLETIN
BENE ROHLMANN, CLAUDIA MEITERT MICHAEL KÖHLMEIER
D
GETTY IMAGES
D
as ist eine alte Geschichte, an die mir sogar einbilden, sie mochte mich besonders gern, und deshalb setzte sie sich zu uns manchmal gern, manchmal ungern und schaute sich gemeinsam mit uns an, erinnert wird. Sie trug sich im was da alles in München geschah. Und dann Sommer 1972 zu. Die Olympischen verliebte sie sich. Und sie verliebte sich so Spiele fanden in München statt. heftig, so bedingungslos, voll Hingabe und Wir alle, die damals so viel Freude am Verzweiflung – nie in meinem Leben bin ich Sport hatten, denken gern daran – mein einem solchen Überschwang begegnet. Onkel Hans war Schiedsrichter beim HochMICHAEL KÖHLMEIER sprung der Damen; und wir denken nicht Der Vorarlberger Sie verliebte sich in Mark Spitz. Bestsellerautor gilt gern daran, denn ein grosses Verbrechen Und das war ja auch ganz leicht. Mark als bester Erzähler war geschehen: Palästinensische TerrorisSpitz war Schwimmer, er trat für die USA deutscher Zunge. ten überfielen das Camp der israelischen an. Er war ein schöner Mann – das erstens. Zuletzt erschienen: olympischen Mannschaft und ermordeten Zweitens war er am Ende der Spiele der er«Die Märchen», folgreichste olympische Sportler aller Zeiten. zwei Sportler. Insgesamt starben siebzehn 816 Seiten, Verlag Carl Hanser. Sieben Goldmedaillen hat er gewonnen! Menschen. Ausserdem sieben Mal Weltrekord! Und So viel Freiheit war in meinem Leben das innerhalb einer Woche! Zu gross, um es nur zu erdamals. Ich war Student, in den Semesterferien wollte wähnen; ich will, ich muss aufzählen: Am 28. August ich arbeiten, um wenigstens einen Teil meines Studiums 200 Meter Schmetterling und 4 × 100 Meter Freistil, selbst zu verdienen. Genauso mein Freund. Es gab die am 29. August 200 Meter Freistil, am 31. August Möglichkeit, in der Schweiz auf den Feldern Bohnen 100 Meter Schmetterling und 4 × 200 Meter Freistil, zu ernten, da konnte man gut Geld machen und eine am 3. September 100 Meter Freistil, am 4. September interessante sonnenbraune Haut bekommen, aber 4 × 100 Meter Lagen. Während sich seine Konkurrenten die Arbeit war beschwerlich – und: Wir wären nicht alle Haare vom Körper rasieren liessen, um dadurch dazugekommen fernzusehen, wir hätten die meisten vielleicht um ein paar Hundertstel schneller zu sein, Wettbewerbe verpasst. Das allein war unser Antrieb, trat Mark Spitz mit fast schulterlangen braunen Locken dem ORF ein Hörspiel anzubieten, das erste, wir hatten keine Erfahrung. Aber der ORF nahm an, und wir auf und mit einem attraktiven Schnurrbart. Hundertstelsekunden spielten bei ihm keine Rolle, wo er doch verdienten etwa genauso viel wie auf den Schweizer alle anderen manchmal sogar um einige Längen hinter Bohnenfeldern. Und wir konnten uns im Fernsehen sich liess. die Olympischen Spiele ansehen. Das war Glück. ie Schwester meines Freundes versäumte keinen Meine Familie hatte damals noch keinen Fernseher. Start. Sie fieberte. Sie fieberte nicht, weil sie sich Aber die Familie meines Freundes hatte einen. Er um einen Sieg ihres Idols sorgte. Nein. Jeder studierte auch, fast das Gleiche wie ich, er hatte eine wusste, Mark Spitz würde in allen Disziplinen, in denen sehr liebe kleine Schwester, sie war erst vierzehn und er antrat, gewinnen. Sie fieberte, weil sie fürchtete, interessierte sich überhaupt nicht für Sport. Sie mochte er könnte schon vergeben sein. Sie war vierzehn ihren Bruder gern, und mich mochte sie auch, ich darf
THE RED BULLETIN
93
B O U L E VARD DER HEL DEN
Jahre alt, aber doch nicht so naiv, dass sie dachte, sie könne diesen Prinzen des Wassers erobern. Nicht in der Wirklichkeit jedenfalls. Aber in ihren Träumen. Nur Verrückten gelingt es, ihre Träume ganz und gar von der Wirklichkeit zu lösen – ich kann mir nicht einbilden, ein Wolf zu sein, aber ich kann mir ein bilden, einen dressierten Wolf zu besitzen. Ich will der Schwester meines Freundes einen Namen geben, einen falschen Namen, ich hoffe, das wird mir nie mand nachtragen. Ich nenne sie Marianne. Mariannes Traum wäre zerstört worden, hätte sie erfahren, Mark Spitz sei verheiratet oder verlobt oder sonst wie ge bunden. Sie stutzte ihre Träume zurecht. Wenigstens die Hand wollte sie ihm geben. Wenigstens ein paar Worte wollte sie mit ihm wechseln. Vielleicht ihm das Handtuch reichen, wenn er aus dem Bassin steigt. Und dann war sie weg. Es war am 4. September, Marianne war verschwunden. Ohne einen Brief. Ohne jemandem etwas zu sagen. Ihr Bruder berichtete, er sei früher als sonst auf gewacht, er wollte Marianne wecken, sie war nicht mehr da. Als sie bis zum Abend nichts von ihr hörten, verständigten die Eltern die Polizei.
A
ch, es ist eine merkwürdige Geschichte! Meine Familie hatte damals nicht nur keinen Fernseher, wir hatten auch kein Telefon. Wenn ich tele fonieren wollte, ging ich in den Gemischtwarenladen in unserer Strasse. Jeder in unserer Strasse kannte die Nummer dieses Ladens. Marianne auch. Am Morgen des 5. September klingelte es an unserer Haustür, die Angestellte des Ladens stand draussen und sagte, ich werde am Telefon verlangt. Es war Marianne. Sie rief aus München an, von einer Telefonzelle. Sie habe leider nur wenige Münzen sagte sie, sie sprach schnell und mit hoher, aufgeregter Stimme. Ich solle bitte ihren Eltern ausrichten, es gehe ihr gut, sie sei sehr, sehr glücklich. Mich bat sie, ich solle sie in München abholen, sie habe kein Geld mehr für die Rückreise. Ich fragte, wo ich sie denn treffen könne. Sie rief in den Hörer: «Bei Mark …» Dann brach die Verbindung ab. Ich mochte Marianne von Herzen gern, also fuhr ich nach München. Aber wo ist «bei Mark»? Dass sie Mark Spitz gemeint hatte, das war klar. In diesen Tagen war dieser Mann der grösste Star der Welt. Den kann man nicht einfach treffen. Zugleich aber dachte
«Mark Spitz habe ihr einen Kuss gegeben. Auf den Mund. Hundertprozentig.» 94
ich, wenn es jemand kann, dann Marianne. Was wird sie tun? Mit dem unbedingten Zutrauen eines vierzehn jährigen verliebten Mädchens wird sie sich durch die Stadt zum olympischen Dorf fragen und dort zu den amerikanischen Sportlern und dort zu Mark Spitz. Also, dachte ich, mache ich es genauso. Und ich traf sie. Sie sass, an die Wand einer Baracke gelehnt, im amerikanischen Bezirk und lachte mir entgegen. Sie habe, rief sie mir schon von Weitem zu, Mark Spitz getroffen. Er habe sie auf eine Jause eingeladen und ihr eine Limonade spendiert. Und dann habe er ihr einen Kuss gegeben. Auf den Mund. Hundertprozentig. «Gott, ich lüge nicht!» Was soll ich sagen: Ich glaubte ihr. «Glaubst du mir?», fragte sie. «Ich glaube dir», sagte ich. «Hundertprozentig?» «Hundertprozentig.» Sie war glücklich. Wir gingen den weiten Weg in die Stadt, und dort lud ich sie auf ein Eis ein, nicht irgendein Eis, sondern ein sechsstöckiges, das nur zur Hälfte abgeschleckt werden konnte, der Rest tropfte ihr über die Hand und den Ärmel hinunter auf die Beine und die Schuhe, es war ein sehr heisser Tag. Sie lachte darüber. Sie war glücklich. Über und über. «Also erzähl», sagte ich. «Wie ist er?» Sie wollte gerade beginnen – ich schwöre –, da war um uns herum plötzlich ein Tumult – Polizeisirenen heulten, Menschen schrien, Durchsagen ertönten. Was war geschehen? Terroristen hatten das Haus des israelischen Olympiateams gestürmt, zwei Männer erschossen und die anderen als Geiseln genommen. Einer neben uns sagte, sie hätten auch Mark Spitz in ihrer Gewalt, er sei zwar Amerikaner, aber Jude, und die Terroristen wollten alle Juden töten. Marianne brach zusammen und weinte und weinte weiter, noch als wir erfuhren, dass Mark Spitz in Sicher heit sei. Er sei unter einer Decke in einem Auto aus dem olympischen Dorf gebracht und nach London ausgeflogen worden.
D
reissig Jahre später war Marianne in Amerika. Sie besuchte ihren Bruder, meinen Freund, er war inzwischen ein ziemlich berühmter Rockmusiker. Sie erkundigte sich nach Mark Spitz, fand heraus, wo er lebte, mietete sich einen Pontiac Firebird, fuhr nach Modesto in Kalifornien und klingelte an seiner Tür. Und Mark Spitz himself öffnete. Und Mark Spitz himself lud sie zu sich in sein Haus ein, er selbst liess ihr einen Kaffee aus der Espresso maschine rinnen, er selbst holte einen Kranz Eiskuchen aus dem Tiefkühlschrank. Er sah immer noch gut aus, die Haare waren inzwischen grau geworden, auch der Oberlippenbart – Marianne vermutete, er färbe ihn den Haaren nach, was sie als geschmackvoll wertete.
THE RED BULLETIN
Sie verbrachten einen netten Nachmittag mit einander. Marianne erzählte ihm, dass sie vor dreissig Jahren einen sehr, sehr guten Freund angelogen habe, dass sie diesem Freund erzählt habe, sie habe ihn, Mark, in München während der Olympischen Spiele ge troffen, ihn persönlich, im olympischen Dorf, sie habe ihm, Mark, die Hand gegeben und er, Mark, habe sie auf die Wange geküsst. Sie habe den langen Weg nach Modesto zurückgelegt, um diese Lüge auszulöschen. Ob er, Mark, sie, bitte, auf die Wange küssen wolle. Das tat er.
W
eitere zehn Jahre später traf ich Marianne in Wien. Wir hatten uns in all den Jahren aus den Augen verloren. Aber das bedeutete nichts. Sie hatte geheiratet, sich scheiden lassen, wieder geheiratet, sich wieder scheiden lassen. Sie sagte zu mir, ich sei der beste Freund in ihrer Jugend gewesen.Sie sagte, ich solle mich nicht wundern, aber sie wolle mir das Geld zurückgeben, das ich damals für ihre Rückfahrt aus München ausgelegt habe. Sie
«Sie habe kein Glück mit Männern, sagte sie. Sie habe sich mit vierzehn in Superman verliebt, das sei ihr Verhängnis.» habe kein Glück mit Männern, sagte sie. Sie habe sich als Vierzehnjährige in Superman verliebt, das sei ihr Verhängnis gewesen. Und dann erzählte sie mir von ihrem Nachmittag im Haus von Mark Spitz in Modesto in Kalifornien. Und was soll ich sagen: Ich glaubte ihr. «Glaubst du mir?», fragte sie. «Ich glaube dir», sagte ich. «Hundertprozentig?» «Hundertprozentig.»
BEYOND THE ORDINARY theredbulletin.com
LORENZ HOLDER / RED BULL CONTENT POOL
IMPRESSUM
THE RED BULLETIN WELTWEIT
Aktuell erscheint The Red Bulletin in sechs Ländern. Das Cover unserer FrankreichAusgabe zeigt eines von vielen faszinierenden Surfbildern des französischen Ozeanfotografen Ben Thouard. Mehr Geschichten abseits des Alltäglichen findest du auf: redbulletin.com
96
Gesamtleitung Alexander Müller-Macheck, Sara Car-Varming (Stv.) Chefredaktion Andreas Rottenschlager, Andreas Wollinger (Stv.) Creative Direction Erik Turek, Kasimir Reimann (Stv.) Art Direction Marion Bernert-Thomann, Miles English, Tara Thompson Grafik Martina de Carvalho-Hutter, Cornelia Gleichweit, Kevin Goll Fotoredaktion Eva Kerschbaum (Ltg.), Marion Batty (Stv.), Susie Forman, Tahira Mirza, Rudi Übelhör Digitalredaktion Christian Eberle-Abasolo (Ltg.), Marie-Maxime Dricot, Melissa Gordon, Lisa Hechenberger, Elena Rodriguez Angelina, Benjamin Sullivan Head of Audio Florian Obkircher Special Projects Arek Piatek Managing Editors Ulrich Corazza, Marion Lukas-Wildmann Publishing Management Ivona Glibusic, Bernhard Schmied, Melissa Stutz, Anna Wilczek Managing Director Stefan Ebner Head of Media Sales & Partnerships Lukas Scharmbacher Head of Co-Publishing Susanne Degn-Pfleger Projektmanagement Co-Publishing, B2B-Marketing & Communication Katrin Sigl (Ltg.), Mathias Blaha, Katrin Dollenz, Thomas Hammerschmied, Teresa Kronreif (B2B), Eva Pech, Valentina Pierer, Stefan Portenkirchner (Communication), Jennifer Silberschneider Creative Services Verena Schörkhuber-Zöhrer (Ltg.), Sara Wonka, Julia Bianca Zmek, Edith Zöchling-Marchart Commercial Management Co-Publishing Alexandra Ita Editorial Co-Publishing Raffael Fritz (Ltg.), Gundi Bittermann, Mariella Reithoffer, Wolfgang Wieser Executive Creative Director Markus Kietreiber Senior Manager Creative Elisabeth Kopanz Art Direction Commercial & Co-Publishing Peter Knehtl (Ltg.), Erwin Edtmayer, Simone Fischer, Martina Maier, Andreea Parvu, Alexandra Schendl, Julia Schinzel, Florian Solly, Dominik Uhl, Sophie Weidinger, Stephan Zenz Abo & Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Marija Althajm, Nicole Glaser, Victoria Schwärzler, Yoldaş Yarar Anzeigenservice Manuela Brandstätter, Monika Spitaler Herstellung & Produktion Veronika Felder (Ltg.), Friedrich Indich, Walter O. Sádaba, Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Sandra Maiko Krutz, Josef Mühlbacher Finanzen Mariia Gerutska (Ltg.), Klaus Pleninger MIT Christoph Kocsisek, Michael Thaler Operations Melanie Grasserbauer, Alexander Peham, Yvonne Tremmel Projekt Management Dominik Debriacher, Gabriela-Teresa Humer Assistant to General Management Sandra Artacker Herausgeber & Geschäftsführer Andreas Kornhofer Verlagsanschrift Am Grünen Prater 3, A-1020 Wien Telefon +43 1 90221-0 Fax +43 1 90221-28809 Web redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Strasse 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Dietmar Otti, Christopher Reindl, Marcus Weber
THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Stefania Telesca Lektorat Hans Fleissner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy KirnbauerWalek, Belinda Mautner, Klaus Peham, Vera Pink Country Project Management Meike Koch Media Sales & Brand Partnerships Stefan Brütsch (Team Lead), stefan.bruetsch@redbull.com Marcel Bannwart, marcel.bannwart@redbull.com Christian Bürgi, christian.buergi@redbull.com Jessica Pünchera, jessica.puenchera@redbull.com Goldbach Publishing Marco Nicoli, marco.nicoli@goldbach.com Abo The Red Bulletin Leserservice, Postfach, CH-6002 Luzern, +41 41 329 22 00, abo@ch.redbulletin.com Druck Quad/Graphics Europe Sp. z o. o., Pułtuska 120, 07-200 Wyszków, Polen
THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Länderredaktion David Mayer Lektorat siehe entsprechenden Eintrag bei der Schweiz Country Project Management Nina Hahn Media Sales & Partnerships Thomas Hutterer (Markenlead), Alfred Vrej Minassian, Franz Fellner, Ines Gruber, Thomas Gubier, Daniela Güpner, Wolfgang Kröll, Gabriele Matijevic-Beisteiner, Nicole Okasek-Lang, Britta Pucher, Jennifer Sabejew, Johannes Wahrmann-Schär, Ellen WittmannSochor, Ute Wolker, Christian Wörndle, Sabine Zölss
THE RED BULLETIN Frankreich, ISSN 2225-4722 Länderredaktion Pierre-Henri Camy Country Coordinator Christine Vitel Country Project Management Alexis Bulteau
THE RED BULLETIN Grossbritannien, ISSN 2308-5894 Länderredaktion Tom Guise (Ltg.), Lou Boyd Lektorat Davydd Chong (Ltg.), Nick Mee Publishing Management Ollie Stretton Media Sales Mark Bishop, mark.bishop@redbull.com Fabienne Peters, fabienne.peters@redbull.com
THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Wolfgang Wieser Lektorat siehe entsprechenden Eintrag bei der Schweiz Publishing Management Bernhard Schmied Media Sales & Partnerships Thomas Hutterer (Markenlead), Alfred Vrej Minassian, Franz Fellner, Ines Gruber, Thomas Gubier, Daniela Güpner, Wolfgang Kröll, Gabriele Matijevic-Beisteiner, Nicole Okasek-Lang, Britta Pucher, Jennifer Sabejew, Johannes Wahrmann-Schär, Ellen WittmannSochor, Ute Wolker, Christian Wörndle, Sabine Zölss Sales Operations & Development Anna Schönauer (Ltg.), David Mühlbacher
THE RED BULLETIN USA, ISSN 2308-586X Länderredaktion Peter Flax (Ltg.), Nora O’Donnell Lektorat David Caplan Publishing Management Branden Peters Media Network Communications & Marketing Manager Brandon Peters Media Sales Todd Peters, todd.peters@redbull.com Dave Szych, dave.szych@redbull.com Tanya Foster, tanya.foster@redbull.com
THE RED BULLETIN
NICOLAS MAHLER
N IC OL AS M A HL ERS SPI T ZF ED ERL ICHES CHA R A K T ER-K A BINE T T
Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 12. September 2021.
98
THE RED BULLETIN
KLETTERN KÖNNEN WIR NICHT, ABER …
virus Ideenlabor AG
… MAN TRAUT ES UNS ZU!
DER NEUE SUBARU XV 4×4 AB CHF 27’900.– Als Kompakt-SUV mit dem SUBARU e-BOXER – dem Hybrid Power System von Subaru – sucht der Subaru XV seinesgleichen. Die jüngste Generation des sportlichen Allrounders bringt Sie auch dort noch weiter, wo für andere Fahrzeuge längst Schluss ist. Profitieren Sie von mehr Bodenhaftung, dank dem besten 4×4-Antrieb der Welt, dem tiefen Schwerpunkt des Boxermotors, dem proaktiven Fahrerassistenz-System EyeSight und dem Advanced Safety Package. Abgebildetes Modell: Subaru XV 2.0i e-BOXER AWD Luxury, 150/16,7 PS, EnergieeffizienzKategorie E, CO2-Emissionen kombiniert 180 g/km, Treibstoffverbrauch kombiniert 7,9 l/100 km, CHF 41’900.– (Farben Pure Red, Cool Grey Khaki). Subaru XV 1.6i AWD Advantage, 114 PS, Energieeffizienz-Kategorie E, CO2-Emissionen kombiniert 180 g/km, Treibstoffverbrauch kombiniert 8 l/100 km, CHF 27’900.– (Farben Pure Red, Cool Grey Khaki). subaru.ch SUBARU Schweiz AG, 5745 Safenwil, Tel. 062 788 89 00, multilease.ch. Unverbindliche Preisempfehlung netto, inkl. 7,7 % MwSt. Preisänderungen vorbehalten.