Blood Orange / Gary Hunt / Tom Öhler / Aloe Blacc / Nirvana / Kent Nilsson / Hubert von Goisern
DAS MAGAZIN ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
SEPTEMBER 2011
DAS OHR DER WELT
SCHMERZ, LASS NACH!
Gordon Hempton sammelt Geräusche, ehe sie verstummen
Rugby-Champion Südafrika ist nicht nur zu seinen Gegnern hart
ROOKIE RACERS
AUS DER REHA ZUM REKORD
Von der Schulbank auf die Rennstrecke
EUR 3,50
Das geniale Comeback von Kletterfloh Angy Eiter
LIAM GALLAGHER
MEIN NEUES LEBEN NACH OASIS, PRÜGEL UND BRUDERKRIEG
September 2011
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CRÉATIVE TECHNOLOGIE
Bullhorn
Willkommen! 25 Burschen aus aller Welt, und wir sprechen hier unter anderem von Südafrika und Malaysia, von Australien, den USA und Österreich, erhalten jedes Jahr die Chance ihres Lebens: Sie dürfen ihr Talent, ein Motorrad mit bis zu 200 km/h an den Grenzen der Physik zu balancieren, in der professionellsten Nachwuchsserie der Welt ausloten. Der Red Bull MotoGP Rookies Cup ist konsequent demokratisierte Nachwuchsförderung, denn viel mehr als dieses Talent müssen die 13- bis 16-jährigen Kids nicht mitbringen: KTM-Bike, Alpinestars-Rennleder, Dunlop-Reifen, Mechaniker, Ersatzteile und Hospitality warten schon an der Rennstrecke. Der Red Bull MotoGP Rookies Cup belebt in seinem fünften Jahr das Rahmen programm der WM-Rennen in Jerez, Silverstone oder Mugello – und seine Absolventen sickern unaufhaltsam in die Starterfelder der Profis. Bereits ein knappes Drittel der diesjährigen 125er-Piloten haben eine Rookies-Cup-Vergangenheit. Der Live-Report aus einem Hornissenschwarm: „Traumfänger“, ab Seite 64.
coverbild: Dean Chalkley/NME/IPC+. bild: Neil Mather
„Es gibt Schnee, der beim Schmelzen wie ReggaeMusik klingt“, sagt Gordon Hempton, und niemand wüsste das besser als er. Denn der 58-jährige Amerikaner, der sich selbst als „The Sound Tracker“ Autor Nick Amies mit Gem Archer (li.) bezeichnet, pflegt das akustische Archiv der Welt. und Liam Gallagher (re.) von Beady Eye. Vor über dreißig Jahren begann er Geräusche zu sammeln, vom Quaken der Baumfrösche auf Sri Lanka über die Kakophonie des Chan-Chich-Regenwalds in Belize bis zum Jubel von Basketball-Fans an der US-Westküste. Hempton ist noch lange nicht am Ende seiner Mission, wie er Red Bulletin-Autor Andreas Rottenschlager erzählte: Ganz oben auf der Liste der – aktueller Stand – 518 unbedingt noch aufzunehmenden Geräusche steht der singende Sand in Angola und Katar. „Der Welt-Recorder“, ab Seite 72.
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„Ich bin fast vierzig, Mann, Dinge ändern sich“, sagte Liam Gallagher, nippte am Espresso und nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette. „Mann“ war Red Bulletin-Autor Nick Amies, der Gallagher in Brüssel auf einem Hoteldach zum Interview traf. „Dinge“ war das neue Leben jenes Mannes, der einst als Oasis-Frontmann den Rock ’n’ Roll regierte, der für Hits ebenso sorgte wie für Eskapaden. Bis es zum finalen Krach mit Noel kam, seinem Bruder und Co‑Mastermind von Oasis. Und Liam ganz neu anfing. (Er sagt: anfangen wollte; andere sind sich da wegen des Modalverbs nicht so sicher.) Der Start ins neue Leben verlief einen Hauch unspektakulärer als das Ende des ersten: UK-Charts-Platz 31 für die erste Single seiner neuen Band Beady Eye. Doch dann kam das Debütalbum, das Kritiker und Fans gleichermaßen überzeugte. Und dann kam das Jahr 2011, 82 kraftstrotzende Gigs, verblüffte Fans: Denn Liam Gallagher hat zwar seinen grundsätzlich zum Schroffen neigenden Charme bewahrt, aber er hat gelernt zu lächeln. Beim Auftritt in Brüssel wurde der Red Bulletin-Autor sogar Zeuge eines Scherzes von Gallagher auf offener Bühne. „Wir waren an der Spitze, dort wollen wir wieder hin“, Liam Gallagher 2.0, ab Seite 40. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion 3
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DIE WELT VON RED BULL
I N H A LT
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IM SEPTEMBER 48 88 72 40 64
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BODY+ MIND
BILDER: PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL, DAVID CHANCELLOR/INSTITUTE, JUSTIN KOSMAN/RED BULL CONTENT POOL CHRIS FLOYD/RED BULL CONTENT POOL, LYLE A. WAISMAN/GETTY IMAGES, ROBERT CLARK/INSTITUTE, CHRISTOPHER LAMARCA
MORE
Bullevard
Action
14 KURZMELDUNGEN Das Zombie-Quiz für zwischendurch, die besten Tricks der X-Games-Helden und der Plattencover-Maestro im Interview.
30 DESIGN BY NATURE Was Top-Forscher von Buckelwalen, Schmeißfliegen und Echsen lernen.
18 BLOOD ORANGE Dieser Grammy-Gewinner sagt: „Ich bin kein Musiker.“ Dev Hynes im Gespräch. 22 GARY HUNTS KÖRPER Der weltbeste Cliff Diver über steife Knöchel und die Stimmen in seinem Kopf. 24 FORMELSAMMLUNG Am See Genezareth übers Wasser laufen? Schwierige Angelegenheit, sagt die Physik. 28 GLÜCKSZAHLEN: NIRVANA Holt die Holzfällerhemden aus dem Kasten: Wir feiern 20 Jahre „Nevermind“.
40 „WAREN DIE AUF DROGEN?“ Brit-Rocker Liam Gallagher ist zurück. Mit neuer Band. Und bekannt großer Klappe. 46 COMEBACK ALS NEUGEBURT Von der Reha-Patientin zur Rekord-Athletin: Kletter-Ass Angela Eiter erzählt. 48 KAMPF DES LEBENS Südafrikas härteste Rugby-Duelle finden in den unteren Ligen statt. Ein Besuch. 58 DER KAPITALISMUS-IDEALIST Wie Professor Günter Faltin mit seinen Unternehmen die Welt verbessert.
Standards
64 TRAUMFÄNGER Der Red Bull Rookies Cup ist die Schule der Motorrad-Champions der Zukunft.
06 KAINRATHS KALENDERBLATT 08 FOTOS DES MONATS 97 IMPRESSUM
72 DER WELT-RECORDER Gordon Hempton sammelt seltene Geräusche – und lebt in einer Jurte.
82 Auf und davon Junge Musik in der Ewigen Stadt. 84 Die weltbesten Köche Alvin Leung zu Gast im Hangar-7. 85 Geschmack von Welt Wir kochen kubanisch. 86 Get the Gear MTB-Trial-Biker Tom Öhler präsentiert seine Stunt-Ausrüstung. 88 Workout Zehnkämpfer-fit: Weltmeister Trey Hardee (USA) macht es uns vor. 89 The World’s Best Clubs Eine epische Party: im „Cavo Paradiso“ auf Mykonos. 90 Top Spots Wichtige Termine, weltweit. 92 Save the Date Top-Events in Österreich. 94 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV. 97 Kolumne Lebenshilfe mit Christian Ankowitsch. 5
K a i n r at h s K a l e n d e r b l at t
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Mardİn, Türkei
Fliegender Pilger
bild: lukas Nazdraczew/red bull coNteNt Pool
Als Freerunner ist man viel an der frischen Luft. Und wenn man noch dazu Ryan Doyle heißt, sieht man dabei auch was von der Welt. Der bald 27-Jährige verfeinert seine Bewegungsabläufe vornehmlich an ausgefallenen Orten – wie hier über den Dächern der Altstadt von Mardin, im äußersten Südosten der Türkei. Über diesen Ort fielen einst schon Aramäer, Assyrer, Babylonier, Perser, Römer und Seldschuken her (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Auf die Idee, die Stadt friedlicherweise als Hindernisparcours zu nutzen, kam allerdings erst der sportliche Pilger aus Großbritannien. Ryan Doyles akrobatische Reisen: de.redbulletin.com/doyle
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HousTon, Texas
BauchFleck de luxe
bild: sterliNg loreNce/red bull illume
Der Mann, der gerade von rechts oben ins Bild fliegt, nennt sich „Professor Splash“, trägt einen geschmackssicheren blau-weißen Badeanzug und ist im Begriff, sich in ein ellbogentiefes Planschbecken zu stürzen. 30 Zentimeter Wasser + 5 Meter Absprunghöhe = Autsch! Aber Professor Splash (vulgo Darren Taylor) wollte unbedingt ins Fernsehen. Für die TV-Show „America’s Got Talent“ legte er daher einen kapitalen „belly flop“, also einen Bauchfleck, hin und stieg wunderbarerweise unverletzt aus dem Becken. Der Clip: www.youtube.com (Stichwort „Professor Splash“)
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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen
Zombiemarsch Am World Zombie Day (8. 10.) torkeln weltweit Hirnfresser durch die Straßen. Zur Einstimmung darauf die vier besten Zombiefilme:
„NIGHT OF THE LIVING DEAD“ Mit diesem blutrünstigen Klassiker von 1968 hat Regisseur George Romero das Genre erfunden.
„DAWN OF THE DEAD“ Was tun, wenn die Untoten einem vorm Einkaufszentrum auflauern? Ruhig Blut bewahren!
SONDERMÜLL Der Italiener Andrea Petrachi macht aus Abfall Kunst. Schon als Kind habe er seine Spielsachen mit großer Freude zerlegt, erzählt der 36-jährige Künstler aus Mailand. Heute fertigt Andrea Petrachi seine futuristischen Skulpturen ausschließlich aus Abfallgegenständen: „Ich kaufe meine Materialien am Flohmarkt oder finde sie am Dachboden.“ Inspiration holt sich Petrachi sowohl aus der japanischen Anime-Comic-Kultur als auch aus Science-FictionKlassikern wie „Mad Max“ oder „Tank Girl“. „Oft überlege ich tagelang, welche Teile ich verwende. Dann aber schraube ich die Skulpturen in einer Nacht zusammen.“ Petrachis Botschaft: „Die Leute sollten zweimal überlegen, bevor sie etwas wegwerfen.“
Roboter aus Abfall: „Hawkeye 8“ von Andrea Petrachi.
www.andreapetrachi.com „28 DAYS LATER“ Regisseur Danny Boyle lehrt die Zombies das Laufen. Genial – ärgerlich nur für die Haupfigur …
BILDER DES MONATS
MOMENT MAL!
„SHAUN OF THE DEAD“ Dass man Hirnfesser auch mit Schallplatten killen kann, lehrt diese brillante Zombie-Persiflage. www.worldzombieday.org
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Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.
Monte Carlo Punktlandung von Red Bull X-Alps-Sieger Chrigel Maurer (li.; SUI) nach 1807 Kilometern von Salzburg nach Monaco. Felix Wölk
X Games Drei goldene Highlights der 17. Auflage:
COVERKÖNIG Ein Blitzinterview mit George Hardie, 67.
DANIEL DHERS BMX Park Der Titelverteidiger (COL) verzichtete auf seinen 3. Run, um Kräfte für den entscheidenden Tiebreaker zu sparen.
BILDER: THE KOBAL COLLECTION (4), GIUSEPPE FOGARIZZU, GETTY IMGES (4), ALEXIS LEZIN/ESPN IMAGES MATT MORNING/ESPN IMAGES, TRAVIS BURKE, KATE PETERS
Neu: Dein Gesicht als Lenkrad Maus, Joystick und Tastatur waren bislang für jeden Video-Gamer unverzichtbare Steuergeräte. Doch nun gibt es etwas Neues: Das kostenlose „Red Bull Formula Face“ ist das erste Online-Rennspiel für Mac und PC, das auf der innovativen Facetracking-Technologie basiert. Gelenkt wird über eine Webcam durch einfaches Kopfneigen. Lächeln oder Zwinkern lösen verschiedene Specials aus, wie es „TestfahKurvenfahren wird Kopfsache. rer“ Sebastian Vettel demonstriert (siehe oben). Also Nacken- und Gesichtsmuskulatur lockern, und los geht’s! Nach dem Erstellen eines Avatars mit eigenem User-Foto und passendem individuellem Style geht es im Formel-1-, NASCAR- oder Rallye-Boliden in drei unterschiedlichen Levels gegen den Computer oder herausgeforderte Facebook-Freunde um Highscores, die man mit der Social Community teilen kann – besonders originelle Grimassen bringen Bonuspunkte und bestimmt Lacher vor den Bildschirmen. www.redbullformulaface.com
JACKSON STRONG Moto X Best Trick Der 19-jährige Australier setzte auf Risiko und stand den ersten Frontflip mit einem Motorrad in einer Konkurrenz.
˙USIAK TADDY BŁAZ Moto X Enduro Der 5fache ErzbergSieger wurde seiner Favoritenrolle bei der X-Games-Premiere des Bewerbs gerecht.
Das Plattencover von Pink Floyds „Dark Side of the Moon“ gilt als bestes aller Zeiten. Der Brite George Hardie hat es gestaltet. So wie viele weitere für Led Zeppelin, Black Sabbath oder Paul McCartney. Als Legende sieht sich der GrafikDesigner dennoch nicht. Ihr erstes Cover? 1968 suchten Led Zeppelin einen Cover-Designer für das Debütalbum der Band. Ein Freund hat mich empfohlen. Ich traf die Jungs bei einem ihrer ersten Konzerte. Sie waren sehr nervös, weil sie nicht sicher waren, ob auch genug Leute kommen würden. „Dark Side of the Moon“ von 1973 wurde vor kurzem zum besten Cover aller Zeiten gewählt. Hätten Sie das beim Gestalten gedacht? Nie im Leben! Ich hab das
Bild einfach aus einem Physikschulbuch kopiert. Ich selbst besaß übrigens nie eine Ausgabe, obwohl sich das Album millionenfach verkauft hat. Welche Ihrer Arbeiten gefällt Ihnen am besten? Obwohl jeder „Dark Side of the Moon“ großartig findet, mag ich selbst mein anderes Cover für Pink Floyd lieber: „Wish You Were Here“. Ist die große Zeit der Plattencover vorbei? Heute ist alles handlicher, wenn nicht überhaupt digital. Aber trotzdem gibt’s noch phantastische Cover-Bilder. Sie gelten als DesignerLegende. Ein gutes Gefühl? Ich sehe mich selbst als Veteran. Legende, das klingt so, als wär ich schon halbtot! Pink Floyd: „Dark Side of the Moon – Immersion Edition“ (remastered) erscheint am 26. September
Des Designers liebstes (li.) und das offiziell weltbeste Plattencover (re.).
DAS GEWINNERBILD
Beirut 35.000 Motorsportfans erlebten qualmende Reifen beim Finale des Red Bull Car Park Drift im Libanon. Mansur Chebli
Salvador da Bahía B-Boy Gato performte zu den heißen Percussion-Rhythmen von Olodum. Marcelo Maragni, Red Bull BC One Qualifier
Sibiu Chris Birch aus Neuseeland holte sich bei der Flussdurchquerung einmal mehr nasse Füße. Predrag Vucˇkovic´, Red Bull Romaniacs
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b u l l e va r d
„Kein Limit“
1987 gewann Kent „Kenta“ Nilsson an der Seite von Wayne Gretzky den Stanley Cup. Jetzt verstärkt er das Trainerteam der Salzburger Eisbullen.
Salzburger Shoppingtour Im August öffnete in der Salzburger Getreidegasse die erste Red Bull World ihre Tore. Auf zwei Etagen und insgesamt 350 Quadratmetern finden Fans Textilien und Accessoires, die bisher nur den Red Bull-Athleten vorbehalten waren – von Red Bull Racing, der Scuderia Toro Rosso, den Red Bull X-Fighters, der Kini Edition, den Red Bulls (Fußball und Eishockey) sowie Wings for Life. Im Erdgeschoss erwartet die Besucher der Culture & Music Corner, der mit Ausstellungsstücken wie Motorrädern, einem Formel-1-Boliden oder signierten Athletentools für ein ganz besonderes Flair sorgt. www.redbullshop.com
Whistler Trotz des enormen Luftstandes hatte Freerider Amir Kabbani (GER) eine sanfte Landung. Ian Hylands, Red Bull Joyride 16
Nach Ihrer aktiven Karriere waren Sie 18 Jahre lang NHL-Scout für Edmonton Oilers und Florida Panthers. Warum jetzt Österreich? Salzburgs cheftrainer Pierre Pagé war co-trainer, als ich in calgary gespielt habe. Wir sind immer in Kontakt geblieben. es hat zwei Jahre gedauert, bis alles geklärt war. immerhin lebt meine Frau in Orlando, ich musste nach Salzburg übersiedeln. Überzeugt hat mich Pierres einstellung: es gibt kein Limit. Mit der Organisation in Salzburg ist alles möglich. Ihre genaue Aufgabe? Zum ersten Mal stehe ich am eis und trainiere eine Mannschaft – die U18. daneben bleibe ich Scout für Florida. Mal schauen, welche Synergien sich da ergeben können. Von der NHL in die EBEL – ein Kulturschock? 18 Jahre lang habe ich keinen Wecker gebraucht, jetzt klingelt er um sieben Uhr – das ist vielleicht der größte Unterschied. die infrastruktur in Salzburg ist um nichts schlechter als die in edmonton, die Möglichkeiten zur Leistungsüberprüfung sind perfekt. Jetzt müssen wir die
besten Spieler hierher bringen, um sie auszubilden. Sie kennen auch das schwedische und russische Hockey sehr gut, immerhin spielt Ihr Sohn Robert in der Kontinental Hockey League.
Was fehlt in Österreich? die dichte. die Konkurrenz in der Jugend ist zu gering. in Stockholm gibt es 60 U12teams, aber nur noch vier U16-teams. dort spielen wirklich die Besten. Kein Wunder, dass 2011 nicht weniger als 28 schwedische Spieler für die NHL gedraftet wurden. Worauf legen Sie im Training das Augenmerk? Auf die Basics: Passen, Passannahme, Augenkontakt am eis, Kommunikation. eisläuferisch sind die Jungs auf einem sehr guten Niveau, konditionell ist vor allem das Bundesliga-team in einem unfassbar guten Zustand, besser als alles, was ich kenne. Und wir werden vermehrt talentierte Spieler anderer internationaler teams einladen, um bei uns zu trainieren. davon profitieren alle.
Mit Pierre Pagé (oben) am Eis.
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Hannover Das Lanzenduell in kleinen Booten endete für jeweils einen Wasserritter im Maschsee. Kevin Jakubowski, Red Bull Boat Battle
Gmunden Szebasztian Szolath (HUN) bei
einem eleganten Rail-Glide. Am Ende reichte es zu Platz vier. Martin Parzer, H²O WakeParade
BiLder: SAMO Vidic/red BULL cONteNt POOL (3), SeBAStiAN KrAUSS/GePA PictUreS (3)
Ein halbes Jahrhundert am Eis: Kent Nilsson, 55, seit 2006 Mitglied der „IIHF Hall of Fame“.
b u l l e va r d
Song-a-holic
Blood orange
Er schreibt Songs für die Chemical Brothers und Solange Knowles. Wenn Dev Hynes frei hat, komponiert er eigene – neuerdings als Blood Orange.
Geburtsdatum/-ort 23. Dezember 1985, Houston, Texas, USA Künstlernamen Lightspeed Champion und Blood Orange. Ersterer stammt von einer Comic-Serie, die Hynes als Teenager in sein Mathematikheft gezeichnet hat. Coolness de luxe 2007 wählte das Musikmagazin „NME“ den damals 21-Jährigen auf Platz 49 der „coolsten Typen im Rock-Biz“. Ein Jahr später landete er bereits auf Rang 20.
Seit drei Jahren lebt Dev Hynes in den USA. England, wo er zwanzig Jahre seines Lebens verbrachte, vermisse er kein bisschen, sagt er.
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Krankenkassenbrille auf der Nase, zerrissene Jeans, schwarze baseballmütze – verkehrt herum getragen. Trotz seines auffälligen Outfits ist dev Hynes ein schüchterner Typ. er spricht bedacht, sagt von sich, er sei eigentlich gar kein Musiker. dabei hat der 25-Jährige gerade erst die Songs für beyoncés Schwester Solange Knowles und Theophilus londons Album produziert. Alltag für ihn. Florence and the Machine, Chemical brothers oder basement Jaxx hat er schon Hits auf den leib geschrieben, dafür Grammys gewonnen und mit beach-boys-Komponist Van dyke Parks eine Platte aufgenommen. „bye bye“ heißt die und erschien im dezember. es war eine Pausenglocke für sein Projekt lightspeed Champion, für das er orchestrale indie-Pop-Hymnen geschrieben hat. Gleichzeitig war „bye bye“ der Startschuss für sein neues Alter ego: blood Orange. red bulletin: Dein neues Album heißt „Coastal Grooves“. Ergibt Sinn, schließlich klingt es entspannt, nach Surf-Pop meets R ’n’ B. Liegt’s daran, dass du es in Los Angeles aufgenommen hast? dev hynes: ich denke, nein. die Songs habe ich in brooklyn geschrieben, wo ich lebe. bei nächtlichen Spaziergängen. Was hat dich dann nach Kalifornien verschlagen? ich hab mit Theophilus london an dessen Album gearbeitet und in den Pausen meine eigenen Songs aufgenommen …
… und dabei auch Solange Knowles kennengelernt, Beyoncés Schwester. Wie hat sich das ergeben? Sie hat einen Song für Theo gesungen und mochte mein blood-Orange-Zeug. Am ende hab ich ihr Album produziert. Wie gehst du an Songs heran, die du für andere Musiker schreibst? Ganz ehrlich: Jeden Song, den ich schreibe, würde ich am liebsten von jemand anderem singen lassen. Nur wenn keiner ihn will, singe ich selbst. Das ist jetzt aber gar bescheiden. Gar nicht. ich mach einfach, worauf ich gerade lust hab. ich sehe mich selbst gar nicht als Künstler oder Musiker. in meiner kleinen Küche in brooklyn Songs zu schreiben, das ist, was ich liebe. Und wenn sie anderen gefallen – hervorragend! Ist es notwendig, für jeden neuen Stil ein neues Pseudonym zu finden? Nein. Aber wenn „Coastal Grooves“ ein lightspeed-Champion-Album wäre, würden es die leute hassen. Sie würden sich denken, das passt doch gar nicht. ich möchte Menschen nicht verwirren. Inwiefern würde es nicht passen? blood Orange klingt einfach anders. ich habe beim Schreiben häufig „Fans“ von Malcolm Mclaren gehört. Und „reflections“ von F. r. david. Eighties-Platten also. Spiegelt sich das auch sonst auf dem Album wider? Kann man so sagen. „Coastal Grooves“ hab ich dem Transgender-Model Octavia St. laurent gewidmet. eine sehr inspirierende Figur im New York der Achtziger.
„Ganz ehrlich: Jeden Song, den ich schreibe, würde ich am liebsten von jemand anderem singen lassen. Nur wenn keiner ihn will, singe ich selbst.“
Blood Orange: „Coastal Grooves“ ist bereits erschienen. Sounds & Dates auf: soundcloud.com/ bloodorange
TexT: FlOriAN ObKirCHer. bilder: dOMiNO reCOrdiNG(2)
Name Devonté Hynes
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BERG-BOXHANDSCHUHE SECHS UNZEN, CA. 1940 GIATUT ADIGNIT NULL EAgroß, COR SIQualität“ sein. BesDie seit 1892 verbindlichen QueensberryneuSEQUAT, und von bester Regeln revolutionierten den Boxsport, vor te Qualität garantierte 40 Jahre später der Vel domachten odoloreetsieexihn easalonfähig. corper sit, Denn corpercil allem die in inci bla consequi ex essecte tatem zzrit iriudeutsche Sportartikelhersteller Berg, dessen ex etum ver si bla autem dolore mod icht molor Regel 8 verankerte Boxhandschuh-Pfl bere tio erostrud endion utem irilit, quat. DuisProdukten unter anderen Max Schmeling sis alit illaor sim tat, vel iure mod do endete die Ära derzzrit miteui bloßen Fäusten („bare cil iquisl irit num nos aliquatin verilla vertraute. Diewissis hier abgebildeten Handschuhe commy nos augiatum doloborero dolobor nuckles“) ausgetragenen und häufiod g illegalen conullanoch consezudolore doloboreet do dolobor(heute bestaunen im Restaurant susto con volore exer Queensberry-Satzung si. Faustkämpfe. Gemäß per iure delisi blandit at.bei Bortisl doloreet inForsthaus Friedrichsruh Hamburg) trug Rud dolore eliquat, vel ulput lam, quatem sollten die nun obligaten Handschuhe „recht issim quam zzrit luptat,Schwergewichtsweltsi blam irit ullamco Deutschlands einziger 20
meister in seinem drittletzten Kampf, 1948, einer Punktniederlage gegen Walter Neusel: nullamcommy quiscip erhandfl si tieächenfacillupaußen robustesnim Rindsleder, tat. Duisseq uipismolum illandiamet wiscinseitig Ventilationslöcher, innen eine Füllung cil ip ex eliqui adipsum ausutRosshaar. Mitblaore einemfaciliquat Gewicht von sechs zzriure do conulputpat. Ut vel utpatetue Unzen (170 Gramm pro Handschuh) sindmoloboreet ut er sequisim vent niat aciduip Schmelings einstige Arbeitsgeräte leichter isciliquat. Duisüblichen nit alit alisisim ver si tat. Ut a … als die heute Profi-Handschuhe
TEXT: ARKADIUSZ PIĄTEK. BILDER: MARTINA GEISS
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EVERLAST, MX PRO FIGHT GLOVES ACHT UNZEN, 2009 GIATUT ADIGNIT NULL COR SEQUAT, SI … die im Vergleich zu ihren Vorgängern auch EA ten) MX verfährt man traditionell: Schneiden, weicher und größer wurden, was die VerletNähen und Stopfen werden sorgfältig von Vel do odoloreet ex Mit ea corper sit, corpercil zungsgefahr senkt. Handschuhen der hier inci bla consequi essecte zzritaus iriuHand besorgt. DieexOberfl ächetatem besteht ex etum ver si speziell bla autem mod molor abgebildeten, fürdolore den Profi -Einsatz re tio erostrud endion irilit, Duismexikanischem Leder,utem anders als quat. bei Traisis alit illaor sim zzrit euiMiguel tat, velCotto iure mod konzipierten Serie holte aus do cil iquisl irit wissisbei num nosKunststoff aliquatin verilla ningsfäustlingen, denen üblich commyRico nos 2010 augiatum doloborero odYuri dolobor Puerto (T.-K.-o.-Sieg über Foreconulla dolore doloboreet do doloborist. Auchconse hier wird Rosshaar als Füllmaterial susto den con WBA-Titel volore exerimsi.Superweltergewicht. man) per iure delisi blandit at. Bortisl doloreet verwendet, beim Topmodell allerdings in inRud dolore eliquat,des vel (seit ulput2009 lam, quatem In der Herstellung produzierissim Mischung quam zzritaus luptat, si blam irit ullamco einer Kunststoffschaum. Die
Hygiene im Inneren gibt weniger Anlass zur Sorge als Jahrzehnte zuvor: Ein üppig bemesnullamcommy nim quiscip er sisogenannte tie facillupsenes Belüftungsloch und die tat. Duisseq uipismolum illandiamet wiscinEverfresh-Technologie, eine antibakteriell wircil ut ipBeschichtung, ex eliqui blaore faciliquat adipsum kende beugen Geruchsbildung zzriure do conulputpat. velunangenehme utpatetue mound Hautirritationen vor.UtFür loboreet ut er sequisim vent niatnoch aciduip Empfindungen kann jetzt allein der isciliquat. nitsorgen. alit alisisim ver si tat. Ut a www.everlast.com Gegner imDuis Ring 21
B U L L E VA R D
MEIN KÖRPER UND ICH
GARY HUNT
In schwindelerregender Höhe kreisen die Gedanken des amtierenden Champions der Red Bull Cliff Diving World Series um Selbstzweifel, Knochenbrüche, Gelenksschmerzen, Blutergüsse und … Bratwürste.
HEFTIGER AUFPRA LL
Bei einem Sprung aus über 28 Metern beschleunigen wir in 2,5 Sekunden auf 85 km/h – da fühlt sich das Wasser hart wie Granit an. Kopf und Arme würden der Belastung nicht standhalten – wir müssen unbedingt mit den Füßen voran eintauchen. Selbst wenn man absolut perfekt ins Wasser kommt, spürt man es am nächsten Tag in den Gelenken – vor allem im Rücken und den Knien. Die Verzögerung des Körpers beim Eintauchen ist brutal, jedes Mal wieder. Die Kompression fährt dir richtig durch die Knochen – besonders die Knöchel werden dabei beansprucht, weil sie den ersten Impact aufnehmen müssen. Mein rechter Knöchel ist bereits ein wenig steif und nicht mehr so beweglich wie früher. Letztes Jahr war ich in Behandlung bei einem Spezialisten, um die Saison überhaupt durchhalten zu können.
ATEM LO
S Der kleinste Fehler bei der Eintauchphase kann fatale Folgen haben. Eine gängige Verletzung: der Beckenbru ch, wenn beim Kontakt mit dem Wasser die Füße nicht ganz geschlossen sind. Trifft ma n nicht in rechtem Winkel auf der Wasserob erfläche auf, kann das zu schweren inneren Blutungen führen. Im letzten Jahr versuchte ich beim Red Bull Cliff Diving Tour-Stopp in Italien einen neuen Sprung erstmals im Wettka mpf. Allerdings geriet mein Anlauf zu lan gsam, ich tauchte schräg ein und knallte mit der Brust flach aufs Wasser. Nach dem Auf tau chen bekam ich keine Luft und hatte ein sch weres Schleudertrauma. Glück im Unglück , denn eigentlich hätte das noch viel schlim mer enden können. REI NE KOP FSACHE
Wasserspringen war von jeher meine Leidenschaft. An meinem 16. Geburtstag brach ich mir beim Skiurlaub das Bein – die Folge: vier Monate absolutes Sprungverbot. Ich war frustriert und wollte zu früh zurück, mit dem Resultat, dass ich mir beim ersten Trampolintraining erneut das Bein brach – ich erinnere mich noch ganz genau an das Knacken des Knochens. Danach lernte ich, mich zu gedulden und abzuwarten, bis eine Verletzung völlig ausgeheilt war, bevor ich auf den Sprungturm zurückkehrte. Ich bin nun 27 Jahre alt, und diese Wochen damals waren bislang die längste Phase ohne Wasserspringen.
FARB ENSP IELE
Bei einem dreifachen Rückwärtssalto mit zwei Schrauben verletzte ich mich in Italien 2009. Kurz nach dem Absprung blendete mich die Sonne, ich rotierte viel zu schnell und schlug mit Oberschenkeln und Waden zuerst auf der Wasseroberfläche auf – die Blutergüsse am nächsten Tag waren sehenswert! Natürlich war das recht schmerzhaft, aber immerhin sah es höchst spektakulär aus. In den folgenden Wochen habe ich auf diesen Sprung allerdings dankend verzichtet.
HAUSMANNSKOST Ich habe keinen ausgetüftelten Trainingsplan. Bauchmuskeltraining ist unerlässlich, da man einen starken Rumpf benötigt, um die Position in der Luft halten zu können. Eine gute Übung zur Stärkung des Oberkörpers sind Klimmzüge. Generell arbeite ich bei allen Übungen nur mit meinem Körpergewicht. In letzter Zeit gehe ich am Morgen auch regelmäßig laufen. Ich trainiere jedenfalls genug, um beim Essen nicht auf die Kalorien achten zu müsen. In den letzten Monaten beschäftige ich mich intensiv mit dem Kochen. Ich liebe die englischen Klassiker wie Bratwurst mit Kartoffelbrei oder Cottage Pie – aber vor allem Käsekuchen. Ich denke mir nie: „Das sollte ich besser nicht essen“, obwohl ich die meiste Zeit meines Lebens in Badehosen verbringe. Ob Gary Hunt seinen Titel in der Red Bull Cliff Diving World Series 2011 verteidigen konnte, erfahren Sie auf: www.redbullcliffdiving.com
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TEXT: RUTH MORGAN. BILD: DEAN TREML
KNACK PUNKT
t Der Sprung aus der großen Höhe koste er Imm ung. wind Über vor wie nach mich me in noch gibt es beim Absprung eine Stim die Aber !“ nicht „Tu’s sagt: die , Kopf meinem he Absprung-Plattform ist definitiv der falsc t die steig t sons , ieren soph Philo zum Platz s. Aber Nervosität, und man verliert den Foku s in etwa ltet scha bin, Luft der in ich sobald Ängste mir auf Autopilot. Ich vergesse meine und bin mit einem Mal völlig ruhig und konzentriert.
© Paul Gilham/Getty Images
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Formelsammlung
Wasserläufer
Übers Wasser gehen? Das klappt tatsächlich – allerdings nicht wirklich lang. Dahinter steckt kein Wunder, sondern pure Physik, sagt unser Wissenschaftler*.
Kein Fake: „Wir wollten beweisen, dass es tatsächlich funktioniert“, sagt Maciek Kozerski, einer der weltbesten Kitesurfer, der Red Bull Walking on Water buchstäblich in die Tat umzusetzen versuchte.
bild: Predrag VuckoVic/global-Newsroom. illustratioN: maNdy fischer
Das sagt Der athlet „ich wusste, dass es möglich ist“, sagt der polnische kitesurfer maciek kozerski, 26, der bei red bull walking on water auf dem see genezareth gewissermaßen auf religiösen spuren wandelte. „ich musste mit dem kite auf speed kommen, dann das board wegkicken, den kite loslassen und fersengeld geben. gut zwanzig Versuche habe ich pro tag geschafft. immerhin musste ich nach jedem Vollbad den kite bergen, an land schwimmen, die leinen entwirren und wieder anschnallen. das größte Problem war die geschwindigkeit. bei starkwind war es der wellen wegen unmöglich, bei glattem wasser war ich zu langsam. Nach vielen, vielen anläufen endlich der perfekte Versuch: der korrekte speed, die korrekte Position beim fotografen, den kite im richtigen moment losgelassen und laufen, laufen. Zwei, drei schritte, dann hat mich das wasser geschluckt. man kann tatsächlich über wasser gehen – den kompletten see genezareth wird man mit dieser technik allerdings nicht überqueren.“ Das sagt Der Physiker Nehmen wir andere bekannte effekte, um das rätsel zu verstehen. beim steine-hüpfen-lassen würden wir angesichts des gewichts eines steins annehmen, dass er sinkt, sobald er die wasseroberfläche berührt. hochgeschwindigkeitskameras und etwas Physik helfen zu verstehen, warum ein stein mehrmals aufspringen kann. der schlüssel für erfolgreiches steinehüpfen liegt in der hohen geschwindigkeit und der eigenrotation des steins. die geschwindigkeit führt zu einer tragkraft, und die eigenrotation stabilisiert die bewegung. der stein trifft die wasseroberfläche mit einem Verkippungswinkel . der winkel des geschwindigkeitsvektors mit der wasseroberfläche ist . die kräfte auf den stein sind die tragkraft L, die reibungskraft D und die gewichtskraft m · g. die tragkraft, L = 0,5CL · · A W· v², hängt vom tragkoeffizienten, der dichte des wassers, der angriffsfläche des steins am wasser und dem Quadrat der geschwindigkeit ab. die gesamtmasse des körpers ist m. die erdbeschleunigung ist g. die wasserströmung tritt unter einem winkel ( + ) auf die fläche auf. daher ist der tragkoeffizient in etwa CL = sin( + ). um die tragkraft zu maximieren, kann man den winkel oder die geschwindigkeit v erhöhen. maciek macht beides. er dreht den fuß, schon bevor er das wasser berührt, und springt mit 50 km/h vom board. die geschwindigkeit geht in die gleichung quadratisch ein, ihre Verdoppelung vervierfacht die tragkraft. für erfolgreiches abprallen vom wasser muss der körper nach oben beschleunigt werden, die summe aller kräfte auf den körper muss daher eine komponente nach oben haben. mit Fy bezeichnen wir die vertikale komponente der gesamtkraft. aus der bedingung Fy > 0 können wir die nötige minimalgeschwindigkeit berechnen, um sich über wasser zu halten. diese geschwindigkeit muss größer sein als die wurzel aus mg/(0,5[ + ] · · A W). durch einsetzen von Zahlen können wir unsere formel gleich testen. mit m = 70 kg, g = 10 m/s², ( + ) = 0,35 rad (20°), = 1000 kg/m³ und A W = 0,8 × 0,28 m × 0,11 m (die fläche des fußes taucht zu 80 % ein) erhalten wir eine minimal erforderliche geschwindigkeit von 12,7 m/s oder 45,9 km/h. www.kozi.pl * Prof. Thomas Schrefl unterrichtet und forscht an der Fachhochschule St. Pölten, Niederösterreich, und an der Universität Sheffield, Großbritannien.
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text: JAN creMer. illUStrAtiONeN: ANdreAS POSSelt
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B U L L E VA R D
ZAHLEN DES MONATS
„NEVERMIND“
Holzfällerhemden, zerrissene Jeans, ungewaschene Haare: Mit „Nevermind“ hat die Seattle-Band Nirvana 1991 nicht nur Grunge-Rock erfunden, sondern eine ganze Generation von Jugendlichen geprägt. Dieser Tage feiert die legendäre Platte ihren 20. Geburtstag.
30.000.000 Nirvana 1991: Dave Grohl, Krist Novoselic, Kurt Cobain
7500
Kurt Cobain wollte eigentlich das Bild einer Wassergeburt auf dem Album-Cover. Zu explizit, fand die Plattenfirma. Man einigte sich auf ein tauchendes Baby. Allerdings wollte die Bildagentur pro Jahr 7500 Dollar für die Rechte am zunächst ausgewählten Foto. Also schickte Art-Director Robert Fisher seinen Fotografen einfach zu einem Baby-Schwimmkurs, um dort den drei Monate alten Spencer Elden abzulichten; der Geldschein wurde nachträglich ins Bild montiert. Spencer Elden, heute selbst Künstler, über seinen ersten Elden Model-Job: „Es ist schon komisch, dass mich so viele Menschen nackt gesehen haben. Ich fühle mich wie der größte Pornostar der Welt.“ Spencer
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Spencer Elden damals
Auf dem Weg von Seattle im Bundesstaat Washington nach Kalifornien hatte die Band noch einen Konzertstopp einlegen müssen, um sich Benzingeld zu erspielen. Die Recording Sessions in Los Angeles brachten dem Trio dann erstmals Geld. Mit den 65.000 Dollar vom Label mietete sich die Band auch ein Apartment. Produzent Butch Vig erinnert sich: „Es war eine Junggesellenbude. Essensreste und Bierdosen zwischen Bergen aus Kleidung. Aber sie mochten es. Weil nebenan die Rockband Europe wohnte. Kurt liebte es, die Typen zu verarschen. Nein, Nirvana waren keine Europe-Fans.“
607
Cobain hatte mit chronischen Magenschmerzen zu kämpfen. Schmerzen, die sich auf seine Laune auswirkten. Ein Beispiel: Mitten in einer „Nevermind“-Session zertrümmerte er die Gitarre. Seine Mitstreiter spielten weiter, Butch Vig ließ das Band laufen. Ein eruptives NoiseGewitter, das seinen Platz auf der Platte gefunden hat. Allerdings versteckt, als „Hidden Bonus Track“, 607 Sekunden nachdem das vermeintliche Schlussstück „Something in the Way“ ausklingt.
Elden heute
Der Titel zum Klassiker „Smells Like Teen Spirit“ wurde Kurt Cobain nach einer Party-Nacht mit Kathleen Hanna, Sängerin der Punk-Band Bikini Kill, gleichsam serviert. „Kurt Smells Like Teen Spirit“ hatte diese an Cobains Zimmerwand gesprayt. Weil die beiden über Punk und Revolution gesprochen hatten, dachte er, der Spruch sei eine Anspielung darauf. Tatsächlich meinte Hanna aber, dass Cobain nach dem Deo seiner Freundin rieche: Teen Spirit. Erst nach der Veröffentlichung erkannte er den Irrtum. Gut für den Deo-Konzern: Mit dem Hit im Rücken wurde Teen Spirit zum Mega-Seller, binnen kurzem gab’s zehn Sorten. 1992 wurde es von einem Viertel aller Mädchen in den USA verwendet.
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65.000
Das Deo der Neunziger
Butch Vig
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1992 wurden Nirvana ihrem Outsider-Image bei den MTV Video Music Awards gerecht. Zwei Preise gewann das Trio, doch eigentlich waren es die Auftritte, die unvergesslich blieben. Einen Award ließen Nirvana von einem Michael-Jackson-Imitator abholen. Ihren Gig begann die Band ausgerechnet mit dem Song „Rape Me“, den zu spielen MTV der Band verboten hatte. Gegen Ende des Auftritts warf Krist Novoselic seinen Bass in die Luft. Zu hoch – die Gitarre donnerte ihm auf den Kopf, so dass er halb besinnungslos von der Bühne torkelte. Und während Cobain seine Gitarre zerschmetterte, machte sich Dave Grohl am Mikro über Axl Rose lustig.
„Nevermind – Deluxe Edition“ mit unveröffentlichten Mixes und Bonus-Material erscheint am 19. September
TEXT: FLORIAN OBKIRCHER. BILDER: MARTYN GOODACRE/RETNA/VANIT/ROBA PRESS, BARRY ODONNELL, THOMAS RABSCH/LAIF
Bevor „Nevermind“ ausgeliefert wurde, rechnete Nirvanas Plattenfirma DGC mit 250.000 verkauften Alben – im allergünstigsten Fall. Für eine bis dahin völlig unbekannte Band aus Seattle wäre das ein Riesenerfolg gewesen. Doch am 24. September 1991 traute Nirvana-Manager Danny Goldberg seinen Augen nicht: „Es gab Warteschlangen vor den Plattenläden!“ Genauso unglaublich ging es weiter: Am 11. Januar 1992 verdrängte Nirvana Michael Jackson von der Spitze der US-AlbumCharts – David besiegte Goliath. Bis heute hat sich „Nevermind“ 30 Millionen Mal verkauft.
Treffen Sie unsere Stars vom TEAM ROT-WEISS-ROT:
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DESIGN BY NATURE Die Technik der Zukunft hat Flossen wie ein Buckelwal, die Flügel einer Schmeißfliege und Haut wie eine australische Echse. Text und Bilder: Robert Clark/INSTITUTE
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Kleb-Stoff
Klette (Arctium Lappa) Es begann mit lästigen Kletten, die der Schweizer Ingenieur George de Mestral seinem Hund vor siebzig Jahren nach jedem Spaziergang aus dem Fell klauben musste. Warum haften diese Dinger so gut? Ein Blick ins Mikroskop gab die Antwort: Ver antwortlich dafür sind kleine Häk chen. Mit diesem Wissen entwickelte de Mestral den Klettverschluss: Eine Häkchen und eine Ösenseite verzahnen sich bombenfest, können aber mit einem Ruck gelöst werden. De Mestral nannte sein Gewebe Vel cro (ein Kunstwort aus Velours und Crochet, Häkchen). Die Welt nahm den neuen Reißverschluss an, und die NASA flog damit sogar auf den Mond. Velcro verschloss die Hand schuhe der Astronauten und diente ihnen im Helm als Nasenkratzer.
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D
as Design der Natur zu erforschen und sich von der Evolution inspirieren zu lassen, um technische Probleme zu lösen: das ist das Feld der Bionik. Die Ergebnisse sind fast durchweg verblüffend: So ver bessert das Wissen um das Schillern von Schmetter lingsflügeln und die Antireflexbeschichtung in Mottenaugen die Effizienz der Displays unserer Mobiltelefone. In Simbabwe studieren Architekten, wie Termiten in ihren Hügeln Temperatur, Feuchtigkeit und Belüftung regulieren, um Rückschlüsse auf Hochhäuser zu ziehen. In Japan wollen Mediziner den Schmerz bei Injektionen reduzieren, indem sie Nadeln verwenden, die einem Moskitorüssel nachempfunden sind. Dass die Farben pracht tropischer Vögel nicht auf Pigmentierung beruht, sondern auf optischen Eigenschaften, könnte einer neuen Generation von Farben Pate stehen. Oder wir kopieren Glühwürmchen, die der art kühles Licht generieren, dass nahezu keine Energie als Wärme verschwendet wird (bei der Glühbirne sind es 98 Prozent). Dazu kommt, dass die Natur stets simple Materialien verwen det, um ihre großen Ziele zu erreichen. So fertigt die Seeohr schnecke ihr Haus aus demselben Calciumcarbonat, aus dem wei cher Kalk besteht. Ein subtiler Mix beigefügter Proteine macht die Schale jedoch hart wie Kevlar – dreitausendmal härter als Kalk. Doch speziell wenn man von der Natur inspirierte Miniroboter betrachtet, stellt man sich unwillkürlich die Frage: Warum ist die Bionik noch nicht weiter? Die Antwort: weil die Natur so ver schwenderisch komplex ist. Zudem hat die Evolution Dinge nicht so konstruiert wie ein Ingenieur. Sie hat vielmehr über tausende Generationen das Ergebnis von Milliarden zufälliger Experimente zusammengefügt. Und das Ergebnis sind Organismen, deren einziges Ziel es ist, lang genug zu überleben, um die nächste Generation für weitere Experimente zur Welt zu bringen.
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Genie auf den zweiten Blick
Kofferfisch ( Ostracion cubicus) Seinen Namen trägt der Kofferfisch angesichts seines Aussehens zu Recht. Vermessungen haben jedoch Überraschendes zu Tage gebracht: Er ist geradezu ein Musterbeispiel für funktionelles Design. Sein geringer Wasserwiderstand ermög licht dem Fisch ein Tempo von bis zu sechs Körperlängen pro Sekunde, immerhin knapp 30 km/h. Die skurrile, aber dennoch stromlinien förmige Gestalt des Kofferfischs inspirierte Auto bauer Mercedes zum Bau des Bionic Concept Car. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cw = 0,19 schlägt dieser Prototyp jeden Serienwagen (cwWerte um 0,25) klar aus dem Feld, was sich in Verbrauchswerten von etwa drei Liter Diesel auf 100 Kilometer niederschlägt. Einen Konkurrenten im Tierreich unterbieten aber weder Kofferfisch noch Bionic Concept Car: Der Pinguin erreicht einen cwWert von 0,03.
Auch das „Bauprinzip“ des Koffer fischs diente den MercedesIngenieuren als Vorbild. Die sechseckigen Knochenplättchen, aus denen seine Haut besteht, bieten bei geringstem Gewicht ein Höchstmaß an Festigkeit – Eigen schaften, welche die Techniker auf die Karosserie des Bionic Concept Car zu übertragen versuchten.
Die Wand hoch Tokeh (Gekko gecko)
Jede Zehe des TokehGeckos ist mit 6,5 Millio nen mikroskopisch kleiner Härchen besetzt. Deren spachtelförmige Spitze kann sich auf grund ihrer Kleinheit – und wegen der vander Waals’schen Kräfte – auf molekularer Basis mit dem jeweiligen Untergrund verbinden. Was auch die Ursache dafür ist, dass diese Echse sich sogar auf Glaswänden und kopfüber an der Decke halten und dort flink bewegen kann.
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Der Roboter namens „Stickybot“, entwickelt an Kaliforniens Stan ford University, versucht sich mit Erfolg auf dem Terrain des Geckos – mittels härchenbesetzter Zehen und Gliedmaßen, die denen des Geckos ähneln. Noch bewegt sich Stickybot im Schneckentempo, doch am Ende der Entwicklung soll er für Such und Rettungs einsätze programmierbar sein.
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Wal-Kraft
Buckelwal (Megaptera novaeangliae) Was im dichten Medium Wasser funktioniert, tut das auch im Medium Luft: Das Design von im Experiment erprobten neuen Turbinen blättern für Windkraftanlagen (ähnliche Ver suche laufen für Flugzeugtragflächen) orien tiert sich an speziellen Höckern, wie sie zum Beispiel an den langen Brustflossen des Buckelwals sitzen. Diese zusätzlichen Beulen an der Anströmkante verbessern die Energie ausbeute bei geringen Geschwindigkeiten, ohne bei höherer Drehzahl zu stören. Und: Sie verringern auch die Lärmerzeugung der Rotorblätter.
Sauber für alle Zeiten Lotusblume (Nelumbo)
1982 entdeckte der deutsche Botaniker Wilhelm Barthlott von der Universität Bonn, warum Lotus blumenblätter stets sauber bleiben: Das Geheimnis hinter dieser wasser und schmutzabstoßenden Eigenschaft liegt in wächsernen Mikro und Nanostrukturen. Sobald Wasser damit in Kontakt kommt, perlt es ab und rollt davon wie Quecksilber. Schmutzpartikel werden dabei mitgenommen. Inzwischen bedienen sich viele Produkte dieses „LotusEffekts“, den sich Barthlott patentieren ließ. Etwa ein Außenanstrich namens Lotusan: Er soll Fassaden über Jahre hinaus schmutzfrei und ansehnlich halten.
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Das Geniale an den Brustflossen des Buckelwals (die hier abgebil dete stammt von einem verende ten Tier) besteht in den Höckern an deren vorderer Kante: Sie be einflussen die Strömung in derart positiver Weise, dass die einge setzte Energie ökonomischer in Vortrieb umgewandelt wird.
Ein fliegender Miniroboter, konstruiert nach dem Vorbild der Schmeißfliege: Schlüssel zum Erfolg ist nicht, wie man annehmen könnte, die Bewegung zu kopieren. Die Wissenschaft isoliert vielmehr jene wesentlichen Einzelteile bzw. Funktionen, die zum Fliegen notwen dig sind. Dann wird versucht, diese möglichst simpel wieder zu einem komplexen Prozess zu vereinen.
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Wasser marsch!
Dornteufel (Moloch horridus)
Flugmaschine
Schmeißfliege (Calliphora vicina) Noch kann das Geflatter des mechanischen Insekts, konstruiert von der USUniversität Berkeley, nicht mit dem seines Vorbilds, der Schmeißfliege, mithalten. Deren Flügel be wegen sich allerdings auch auf einer Uför migen Bahn, die schwierig nachzustellen ist. Doch bald könnte die Halteleine des kleinen Roboters ausgedient haben: Von winzigen elektrischen Stellmotoren ange trieben, schlagen die zerbrechlichen Flügel des Roboters bereits 275mal pro Sekunde – schneller als die der Fliege und bereits mit deren charakteristischem Ton. Nun gilt es noch einen Mechanismus auszutüfteln, der die komplexe Eigenrotation der Flügel nachbildet, und das in einem Gerät, das 20mal leichter ist als eine Büroklammer.
In seiner australischen Wüsten heimat ist Trinkwasser knapp. Also hat der Dornteufel mit Hilfe der Evolution über die Jahrtausende ein System perfektioniert, in den mikro skopisch schmalen Rillen seiner Haut möglichst viel Regen oder aus Nebel entnommenes Wasser zu sammeln (oder es über den Fuß aufzunehmen, wie am Bild) und es mittels Kapillarwirkung in sein Maul zu transportieren. (Ähnlich „trinkt“ auch der namibische Nebeltrinker Käfer.) Die Wissenschaft hofft, diese Eigenschaft der Echse bald kopieren zu können: Das könnte helfen, das in extrem trockenen Gegenden spär lichst vorhandene Wasser besser zu verwerten.
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Was hätte ich machen sollen außer Musik? Bei McDonald’s arbeiten?
Ein Glas Bier, eine zertrümmerte Gitarre und zwei große Egos trennen Beady Eye von Oasis: Liam Gallagher über die harte Tour zurück an die Spitze und die heilende Wirkung von Arschtritten. Text: Nick Amies
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Pffffft. Wie die Luftschleuse eines Raum schiffs öffnet sich die Seitentür des Tour busses. Heraus tritt ein Typ mit Pilzfrisur. Die schwere Sporttasche hat er lässig über die Schulter gehängt. Trotz Bewöl kung zieht er die Sonnenbrille mit dem Zeigefinger vom Haaransatz über die Au gen und stolziert Richtung Hotellobby des Sofitel in Brüssel, vorbei an einer Traube Schaulustiger. Einige wissen vermutlich gar nicht, wen sie da vor sich haben. Aber allein der Auftritt des Typen ist beeindru ckend und sagt alles: Schau, der muss ein Rockstar sein. Rummel um seine Person ist Liam Gallagher gewohnt, als Sänger von Oasis wurde er fast zwei Jahrzehnte lang täg lich von Fotografen wie Fans umzingelt, flüchtete im Schutz von Bodyguards aus Luxuskarossen in Luxushotels. Doch Oasis ist Geschichte. Wir steigen mit Liam in den Lift, glei ten schweigend hinauf Richtung Dach terrasse. Die Tür öffnet sich. Der Wind
bläst. Gallagher hat Mühe, seine Zigarette anzuzünden. Endlich brennt die Kippe. Liam nimmt Platz, winkt die Kellnerin heran und bestellt einen Espresso, Ziga rette im Mundwinkel. Dann nimmt er die Brille ab, bläst eine Rauchwolke in die Luft und sagt: „Leg los.“ Okay. Wie hast du den Wechsel von Oasis zu deiner neuen Band Beady Eye erlebt? „Ich war nur ein Glas Bier lang in keiner Band“, sagt er. „So lange hat es gedauert, bis wir uns entschlossen haben weiterzumachen. Im Grunde hatten wir nie Zweifel, dass es weitergehen muss. Wir gehören auf die Bühne. Die Leute brauchen uns, wir brauchen die Leute. Was hätte ich denn sonst tun sollen? Bei McDonald’s arbeiten vielleicht?“ Sein Bruder Noel sei es gewesen, der von Oasis genug gehabt und nur nach einem Ausstiegsgrund gesucht habe. Bei einer Pressekonferenz im Juli präsentierte Noel Gallagher sein neues
Bild: VeNTurelli/GeTTy imAGes
Projekt The High Flying Birds, kündigte gleich zwei Alben für den Herbst an und kommentierte die OasisTrennung mit einem lapidaren „Ich hatte die Schnauze voll – von Liam“. Was am 28. August 2009 im Back stageRaum des Festivals Rock en Seine in Paris wirklich passierte, weiß keiner außer denen, die dabei waren. Und die schweigen sich darüber aus. Klar ist nur: Der Streit zwischen den Brüdern kurz vor dem Gig war so heftig, dass er die Band ein für alle Mal sprengte. In den achtzehn Jahren ihres Be stehens waren Oasis etliche Male kurz davor, an den Eitelkeiten der ungleichen GallagherBrüder zu zerbrechen. Doch bis zum finalen Crash in Frankreich schöpfte die Band aus dieser Spannung stets auch kreative Energie. Vor Paris sah es sogar noch ganz gut aus. Die Tour lief prima, die Differenzen schienen beigelegt. Doch zwei Stunden nach dem entscheidenden Konflikt, bei dem aus mindestens einer Gitarre Kleinholz gemacht wurde, bestä tigte Noel offiziell, dass er die Band ver lassen werde. Keinen einzigen Tag könne er mit Liam weiter zusammenarbeiten, teilte er der Presse mit. Die Fans hofften auf eine Aussöhnung. Doch am 19. November 2009 verkündete Liam, mit den OasisMitgliedern Gem Archer und Andy Bell (beide Gitarre) und Drummer Chris Sharrock ein neues Band projekt zu starten. Ohne Noel. „Oasis sind Geschichte“, sagte Liam, „das hier ist etwas Neues.“ Sechs Monate später, am 25. Mai 2010, schlug er den letzten Nagel in den OasisSarg – mit der Bekanntgabe des neuen BandNamens: Beady Eye. Schon kurz nach dem von der Klatsch presse „Wonderbrawl“ (Riesenstreit; Anspielung auf den Oasis-Hit „Wonderwall“, Anm.) getauften Trennungsmoment machten sich Gallagher, Archer und Bell nach London auf, um mit der Arbeit an neuen Songs zu beginnen. Songs, die spä ter die Basis des BeadyEyeDebütalbums „Different Gear, Still Speeding“ waren. Die Atmosphäre bei den Sessions war eupho risch. „Es lag etwas in der Luft“, sagt Gem Archer mit leuchtenden Augen. „Es war etwas Magisches im Raum, schon als wir mit der Arbeit begannen.“ Beady Eye besteht aus vier ExOasis Mitgliedern. Auf Tour kommen noch der ExGorillazBassist Jeff Wootton und Key
Liam Gallagher
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KOKAIN, BÜHNEN SKANDALE UND PRÜGEL: ICH WAR, ICH BIN UND ICH WERDE IMMER LIAM SEIN.
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boarder Matt Jones dazu. Aber das krea tive Dreieck bilden Gallagher, Archer und Bell. Wichtig dabei ist: Beady Eye ist ein Kollektiv. Eine Band, bei der jeder Verant wortung trägt und am Steuerrad dreht, um die Richtung zu beeinflussen. „Wir alle tragen unseren Teil bei“, sagt Gallagher selbstbewusst. Je mehr er über die neue Band spricht, desto begeisterter wirkt er, desto mehr öffnet er sich. „Bei Beady Eye gibt es keinen Oberboss. Das hatten wir schon einmal – dass jemand die Gesamtverantwortung an sich reißt. Machtkämpfe und Verunsicherungen von Bandkollegen, das kann uns alles gestoh len bleiben. Bei uns gilt: Wer am nächsten beim Teekessel steht, setzt ihn auf.“ „Es ist ein großartiges Gefühl“, fährt er fort. „Wir genießen es gerade sehr, dass wir alle am kreativen Prozess beteiligt sind. Anders als früher, als Noel das meis te erledigt hat, während wir herumsaßen und Däumchen drehten. Die Leute den ken, ich war ein fauler Sack und dauernd nur im Pub. Aber Noel ließ mich einfach nicht ran. Jetzt teilen wir die Kreativität auf, es ist wie eine Droge. Und wir sind alle regelrecht high, weil wir das Gefühl haben, dass jeder wichtig ist für die Band. Und genau darum geht’s!“ Um sich klar von der Vergangenheit zu distanzieren, stellten Beady Eye vorab zwei Songs gratis – eher Oasisuntypisch – ins Internet, noch vor der Veröffent lichung der ersten Single „The Roller“ im Januar. „Das mit den Songs und dem Video hatte auch sehr praktische Grün de“, verrät Archer, „weil wir uns den Leuten erst einmal vorstellen wollten. Wir mussten ihnen einen Appetithappen hinwerfen.“ „Otto Normalverbraucher wusste ja nicht, was los war“, ergänzt Gallagher. „Die Leute fragten mich in meinem Mode shop (Pretty Green, Anm.) oft nach dem nächsten OasisAlbum. Und ich nur so, 42
Bilder: sTeVe GulliCK (1), lyle A. WAismAN/GeTTy imAGes (2), VeNTurelli/GeTTy imAGes (1)
BEADY EYE was zur Hölle meinst du? Ich meine, wa ren die Typen auf Drogen oder leben die hinterm Mars?!“ Die Reaktionen auf die Singles waren bescheiden. „The Roller“ schaffte es auf Platz 31 der britischen Charts. Als die zweite BeadyEyeSingle „Millionaire“ dann gar nur auf Rang 71 einstieg, war die Jagdsaison eröffnet. Beady Eye sind zum Scheitern verurteilt, diagnostizierte die Presse, schließlich sei der untalentier te Bruder an Bord. Liam gibt zu, dass ihn die schlechten Verkaufszahlen der Singles auf den Boden geholt hätten. Mit den Unkenrufen der Journalisten hingegen habe er gerech net: „Ich wusste, dass mir die Presse ans Bein pinkeln würde. Ich teile selber gern aus – da muss ich auch einstecken. Das wird immer so sein, die Presse und ich, wir pflegen diese Hassliebe. Aber glaub mir, das prallt an uns ab. Wir sind große Jungs.“ Mit dem Album „Different Gear, Still Speeding“ im Februar wendete sich das Blatt. Die Platte schoss sofort auf Platz drei der UKCharts. Das Kritikerurteil: Lob, weil die Band nicht versuche, Oasis zu kopieren. Das fand auch das Publi kum: Gold in Großbritannien nach nur einem Monat. „Natürlich haben die positiven Re views für das Album gutgetan“, meint Liam, „aber, wie gesagt, im Prinzip sind uns Rezensionen egal. Wenn wir von der Platte nicht überzeugt gewesen wären, hätten wir sie nicht veröffentlicht. Punkt.“ Und: „Wenn die Kritiken gut sind, dann weißt du, dass sich der Schreiber mit unseren Songs auseinandergesetzt hat. Wenn sie schlecht sind, à la ‚Na ja, er ist halt nicht Noel‘, dann sind sie mir egal. Zurück auf die Journalismusschule mit denen! Das sind ein Haufen Idioten, die mir noch immer übelnehmen, dass ich 1992 über Blur abgelästert hab. Diese Art Schreiberlinge war immer da, und die wird’s immer geben.“ Auch nach zwanzig Jahren ist Liam Gallagher eine umstrittene Figur im PopGeschäft. Die TourneeAbbrüche, das Nichtauftauchen bei Konzerten, die KokainExzesse und Prügeleien: all das ist hängen geblieben. „Beady Eye wird vermutlich nichts an der öffentlichen Wahrnehmung meiner Person ändern“, sagt er. „Die Menschen werden in mir immer den Zwanzigjähri
DIE BAND Von links nach rechts: Andy Bell, Liam Gallagher, Chris Sharrock und Gem Archer. Den Bandnamen hat Gallagher so gewählt, dass seine Platten im Laden neben denen der Beatles stehen. An die Beastie Boys hat er dabei wohl nicht gedacht.
DAS ALBUM In der Ecke rechts unten am Plattencover von „Different Gear, Still Speeding“ steht der Slogan „The Dreamers of Dreams“. Songs auf der Platte heißen „Wind Up Dream“ oder „Kill for a Dream“. Bezeichnend für ein „traumhaftes“ Album.
gen sehen, der durch seine Wahnsinnig keiten bekannt geworden ist. Aber mir ist das egal. Total egal. Ich bin, wer ich bin. Ich war Liam von Oasis, jetzt bin ich Liam von Beady Eye. Und wenn ich mal Liam von einer anderen Band sein sollte, dann bin das immer noch ich – die Leute wer den das hinnehmen müssen.“ „Die Leute haben eine falsche Vorstel lung von ihm“, sagt Gitarrist Archer. „Sie sind zu faul, sich eine neue Meinung zu bilden. Bei Beady Eye ist Liam hundert prozentig dahinter, vom Songwriting bis zum Arrangieren. Nebenbei betreibt er noch sein Modelabel und eine Filmpro duktionsfirma. Klingt das nach einem Kerl, der den ganzen Tag im Pub sitzt?“ Entgegen allen Erwartungen entdeckte Gallagher seine Unternehmerqualitäten. In London betreibt er das Modelabel Pret ty Green samt Shop, seine Firma „1 Pro ductions“ finalisiert gerade ihren ersten Spielfilm, eine Adaption von Richard DiLellos Buch „The Longest Cocktail Par ty“, in dem es um den Aufstieg und Fall der BeatlesPlattenfirma Apple Records
DIE KONZERTE 82 Gigs stehen 2011 am Tourplan von Beady Eye – die Band will sich einen Ruf als guter Live-Act erspielen. Mit Großbritanniens größter Rampensau am Mikro sollte das klappen. Weil die sich neuerdings von ihrer spaßigen Seite zeigt.
geht. „Pretty Green und die Produktions firma wollte ich schon immer machen“, sagt er. „Vielleicht hatte ich einfach keine Gelegenheit, diese Seite auszuleben, als ich jünger war. Oder vielleicht hätte ich einfach einen Arschtritt gebraucht. Aber jetzt bin ich fast vierzig, Mann. Die Dinge ändern sich, Prioritäten ändern sich. Du musst dich geistig fit halten, sonst vege tierst du im Alter vor dich hin.“ Es beginnt zu regnen. Die anderen Gäste packen ihr Hab und Gut zusammen und laufen von der Terrasse ins Innere des Hotels. Gallagher drückt seine Ziga rette aus, nimmt einen Schluck Wasser, schaut nach oben und sagt: „Vielleicht sollten wir drinnen weitermachen.“ In wenigen Stunden werden Beady Eye ihren bislang größten Gig spielen. Am belgischen Festival Rock Werchter, als vorletzte Band der Nacht. Fast Headliner. Darüber freut sich Liam. Er, der es ge wohnt war, dass allein seiner Band wegen hunderttausend Fans angereist kamen. „Wir sind, wo wir sind. Und wir kriegen den Platz zugeteilt, der uns im 43
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BEI OASIS VERGEUDETEN WIR SO VIEL ZEIT. ES IST EINE SCHANDE.
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Moment zusteht“, sagt er. „Wir sind eine neue Band. Ganz egal, wer wir vorher wa ren. Die Hälfte der Leute bei den Festival shows hat unsere Platte vermutlich noch nicht einmal gehört. Das musst du dir immer vor Augen halten. Wir sind nicht Oasis, wir haben keinen riesigen Pool an Welthits, aus dem wir unsere SetList zu sammenstellen können.“ Die Festivalsaison beginnt zur Halb zeit von Beady Eyes erster Tour. Seit dem 4. März ist die Band unterwegs. Die Hallen sind kleiner, als es die Jungs ge wohnt waren. Doch die sind sich dessen bewusst: Sie müssen sich ein zweites Mal nach oben spielen. „Klar hatte ich am Anfang ein mulmi ges Gefühl, aber wir wollten einfach raus aus dem Proberaum, rauf auf die Bühne“, sagt er. „Wir hatten Songs, an die wir glaubten, und wollten sie vor Publikum spielen, wollten wissen, wie die Leute darauf reagieren. Ob sie dazu abgehen oder doch OasisSongs fordern würden. Wir haben unser erstes Konzert im Club Barrowland in Glasgow gespielt. Glasgow ist ein hartes Pflaster. Hier zeigt dir das Publikum ganz ehrlich – und sofort –, was es von dir hält. Aber wir waren top. Nach diesem Konzert war die Nervosität wie weggeblasen.“ Drei Stunden später betreten Beady Eye die PyramidMarqueeBühne am
RockWerchterFestival. Zur Begrüßung schmettert Liam Gallagher dem Publikum ein entspanntes „Good evening, brothers and sisters!“ entgegen. Diese Lockerheit zieht sich durch das ganze Konzert. Gal lagher scherzt mit den Fans, er lächelt sogar und plaudert mit den Leuten in der ersten Reihe. Er ist so ganz und gar nicht der arrogante Liam, den das Publikum von OasisGigs kennt. Und das ist wohl auch das Erfolgsgeheimnis der neuen Band. Von der ersten Salve „Four Letter Word“ über die Single „Millionaire“ bis zur RockHymne „Beatles and Stones“ und dem großen Finale „Sons of the Stage“ von World of Twist – die Band und das Publikum stehen in ständigem Austausch. Die Energie geht wie ein Pingpongball hin und her. Es ist eine Freude, Beady Eye zuzuschauen. Da ist Leichtigkeit, da ist Atmosphäre, die Fußschellen der Vergan genheit scheinen abgeschüttelt. Stellt sich die Frage: Wird der Bruder zwist in den Medien erneut aufflammen, wenn Noel erst mit seinem neuen Projekt ins Rampenlicht tritt? „Das ist mir völlig egal. Ich spüre keinen Druck“, sagt Liam. „Wenn dich das Bandleben unter Druck setzt, dann bist du im falschen Geschäft. Wir waren an der Spitze – und da wol len wir wieder hin. Aber wir sind keine Teenager, die einem Traum nachlaufen. Wir wissen, dass es hart wird. Wir sind entspannt, wir ziehen unser Ding durch, wir müssen niemandem etwas beweisen. Niemandem.“ Gerade erst ist das Debütalbum er schienen, doch schon haben Beady Eye neue Songs geschrieben, für die nächste Platte, die 2012 erscheinen soll. „Wir hät ten auch mit Oasis weitaus mehr Alben machen können. Und es ist eine Schande, dass wir das nicht getan haben. Aber mit Beady Eye vergeuden wir sicher keine fünf Jahre“, sagt Gallagher. „Und wenn wir das zweite Album veröffentlichen, werden wir schon mehr Fans haben.“ Die Zukunft sieht also rosig aus für Beady Eye? „Klar. Wir entwickeln uns ständig weiter“, sagt Liam. „Die Stücke für unser nächstes Album klingen anders. Aber es ist immer noch unverkennbar Beady Eye. Ich finde die Songs phantastisch – und ich hoffe, andere Leute tun das auch. Wir tun, was getan werden muss. Wenn’s rocken muss, dann wird es rocken. Wenn’s fett sein muss, dann wird es fett sein.“ Dann blitzt es in seinen blauen Augen kurz schelmisch auf. „Und es wird besser sein als alles, was er jemals zustande bringt.“ Beady Eye sind bis Dezember auf Tour. Videos, Konzertdaten und Soundproben auf: www.beadyeyemusic.com
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BILD: JO HALE/GETTY IMAGES
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ANGELA EITER: „EIN COMEBACK WIE EINE NEUGEBURT“
Kaputte Schulter, schmerzhafte Reha, Rekord-Sieg bei der Kletter-WM 2011. Ausnahmekönnerin Angela Eiter, 25, über die emotionalsten Momente ihrer Karriere. Aufgezeichnet von Andreas Rottenschlager
Bull-dosen zu trainieren. die hatten genau das richtige gewicht für meinen lädierten arm. insgesamt hat es 14 Monate gedauert, bis das Vertrauen in meine schulter wieder voll da war.
Vorstiegsklettern ist extreme Kopfarbeit. du hast ein zeitlimit, um die route zu bewältigen. in der Wand musst du verschiedene rätsel lösen: Wo soll ich mich hinbewegen? Wie packe ich die griffe am besten? Wo hat der routenbauer schlüsselstellen gesetzt? im idealfall hast du einen fertigen Plan, bevor du in die Wand steigst. aber es kann sein, dass dieser Plan scheitert. dann hängst du auf halber strecke und musst umdisponieren. das Problem dabei: Wer zu lange überlegt, dem geht die kraft aus.
2008 wäre meine Karriere fast vorbei gewesen. Beim Weltcup in Bern habe ich in der schlüsselstelle der Halbfinalroute mein ganzes gewicht auf meine schulter gestützt. es hat laut „knacks!“ gemacht. dann bin ich kopfüber ins seil gestürzt. die Folge: eine fast durchgerissene linke Bizepssehne und eine sogenannte slaPläsion – eine schwere schulterverletzung, so ziemlich das schlimmste, was einem kletterer passieren kann. die diagnose des arztes: eine schwierige oP und ein halbes Jahr kletterpause. ich war damals zweifache Weltmeisterin. und dachte: „ein leben ohne klettern? das ist unmöglich.“ 46
KÖNIGIN DER KLETTERWAND NAME: Angela „Angy“ Eiter. GEBURTSDATUM/-ORT: 27. 1. 1986, Imst (Tirol). ERFOLGE: erste DreifachWeltmeisterin der Klettergeschichte (’05, ’07, ’11); Europameisterin 2010; fünffache RockmastersSiegerin (Titelrekord); dreifache Weltcup-Gesamtsiegerin (’04, ’05, ’06).
Wenn du verletzt bist, lernst du die einfachen Dinge schätzen. in den ersten Wochen konnte ich mir nicht einmal die Haare machen. Mein Bizeps fühlte sich später an wie der eines Babys – die ganze Muskelmasse war weg. ich konnte meinen arm gerade fünf zentimeter vom oberkörper wegbewegen. dazu kamen ständige schmerzen. es war der Horror. Ich habe gekämpft. Vier Monate lang durfte ich keinen klettergriff anfassen. sogar die 1-kilo-Hanteln waren mir zu schwer – da habe ich begonnen, mit red
Der Titel hing auf Messers Schneide. das WM-Finale 2011 im Vorstieg wurde zwischen dem 46. und 47. griff entschieden. das Problem: dort hätte man springen müssen – ausgerechnet! Vor mir sind drei konkurrentinnen an dieser schlüsselstelle gescheitert. ich habe überlegt, wie man es anders machen könnte. Für mich war klar: springen ist die letzte option. deshalb habe ich versucht, mein rechtes Bein auf den weit entfernten griff zu schwingen. Wäre ich gestürzt, hätte das den letzten Platz bedeutet. aber es hat geklappt, und ich habe meinen dritten WM-titel gewonnen – als einzige athletin bisher. Die Kletterhalle ist mein Büro. in zukunft will ich mich aber mehr aufs Felsenklettern konzentrieren. Mich fasziniert die routenvielfalt in der natur. Was ich nicht mehr werden kann, ist Hand-Model: Meine Fingerkuppen sind mit Hornhaut überzogen. als ich heuer meinen Pass erneuern musste, wollten sie mir meine Fingerabdrücke abnehmen – das funktionierte nur mehr am kleinen Finger der linken Hand. Die Weltmeisterin bloggt: www.angelaeiter.com
Bilder: elias HolzknecHt, Florian klingler/asP red Bull, PHiliP Platzer/red Bull content Pool
Ich klettere langsamer als meine Konkurrentinnen. Mein stil ist ruhig und überlegt. das ist meine stärke. Was ich überhaupt nicht mag, sind sprünge. ich bin ja nur eins vierundfünfzig groß. da muss man sich andere Möglichkeiten überlegen, um an entlegene griffe heranzukommen. das schöne an meinem sport: du kannst solche defizite ausgleichen – durch gleichgewichtsgefühl, Beweglichkeit und technik.
Ein Comeback ist eine Neugeburt. Heute höre ich viel genauer auf meinen körper. ich trainiere noch bewusster. und das Beste: ich klettere dynamischer als vor meiner Verletzungspause.
„Klettern ist Denksport in der Wand. Das Problem: Wer zu lange nachdenkt, dem geht die Kraft aus.“
Die Kletter-Karriere der Tirolerin Angela Eiter hing nach einer schweren Schulterverletzung 2008 am seidenen Faden: „Ich konnte mir vor lauter Schmerzen nicht einmal die Haare machen.“ 2011 holte Eiter ihren dritten WM-Titel.
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Hedley Wessels, der Riese mit dem kahlgeschorenen Kopf, hat g enügend Kraft, um im Getümmel die Mannen seines Kuruman-Teams zu überragen.
Der Kampf des Lebens Südafrika ist regierender Weltmeister im Rugby. Der einfache Grund: Niemand interpretiert den härtesten Mannschaftssport der Welt kompromissloser als die Springboks. Auch und gerade abseits der großen Stadien. Text: Mike Behr, Bilder: David Chancellor/INSTITUTE
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Den Ruf als harter Knochen trägt Hedley Wessels zu Recht: Nicht einmal eine Nackenoperation hielt ihn davon ab zu spielen.
Jottie Burger, Flyhalf (Verbindungshalb) seiner Mannschaft, kriegt seine gute Kondition bei der Arbeit in der Black-Rock-Manganmine nahe Hotazel.
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it der Kraft und Eleganz eines Geräteturners hechtet Freddie Markram über einen Rinderzaun aus Stahl, wieder und wieder. „… und noch mal!“, fordert Fotograf David Chancellor. Der 25-jährige Viehzüchter nimmt die ungewohnte Rolle als Fotomotiv geduldig an wie eines seiner Tiere, läuft an, springt, hinter ihm das rot-orange Abendlicht der Kalahari-Wüste als Kulisse. Wir befinden uns auf einer entlegenen Rinderfarm im Nordwesten des Landes, in der Provinz Northern Cape. Es ist Juli und so kalt, dass in den Wassertrögen der Rinder eine dünne Eisschicht schwimmt. Der 85 Kilo schwere, 1,75 Meter große Freddie hechtet immer noch über den Zaun, der nur einen Kopf niedriger ist als er selbst. Die Leistung seines Sohnes entlockt dem Vater ein zufriedenes Lächeln. „Beim Bankdrücken stemmt er beinah sein doppeltes Körpergewicht“, raunt er uns stolz zu. Sich von Rinderpferch zu Rinderpferch zu schwingen ist Teil von Freddie Markrams täglicher Routine, nicht nur jener des Jobs. Denn wer hier draußen wohnt in Platteland – was so viel heißt wie „ländliche Gegend“ –, muss 200 Kilometer weit fahren, wenn er mit seinem Rugby-Team trainieren möchte. Ein FitnessStudio hat keiner der Spieler jemals von innen gesehen. Freddie ist mit Rugby aufgewachsen, sein Onkel ist Johnny Markram, ein Dritte-Reihe-Stürmer der legendären Griquas, die im Currie-Cup-Finale 1970 das Northern-Transvaal-Team be50
siegten. „Die Arbeit hält mich fit für die Spiele“, erzählt Freddie später, weit draußen im Buschland auf einer seiner Weiden, und der Team-Kapitän des Kuruman Rugby Club ist verdammt fit. Er schultert entspannt ein 60 Kilogramm schweres Kalb und trägt es zu jener Stelle, an der die Hörner der jungen Tiere gestutzt und mit einem Gasbrenner verödet werden. Das Kalb wehrt sich nach Kräften, aber gegen Freddie hat es keine Chance. Es sind 30, 40 Kälber, die Freddie allein heute mit bloßen Händen bändigt. Nebenbei treibt er seine Herde zusammen, jongliert beinahe mit den 30 Kilogramm schweren Futtersäcken, und danach entlädt er gemeinsam mit acht Helfern noch einen 32-Tonnen-Truck mit 800 Säcken voll Futter, jeder Sack wiegt 50 Kilo. Der Job ist in weniger als 30 Minuten erledigt. „Super Krafttraining“, grinst Freddie. Und um ganz sicher zu gehen, dass er nicht außer Form gerät, gönnt sich Freddie hin und wieder eine aerobe Trainingseinheit. „Manchmal bin ich zu Fuß im Busch unterwegs“, erzählt er, „und treibe einige entlaufene Rinder ein paar Kilometer zurück. Das ist keine Arbeit, das macht Spaß!“ Am folgenden Tag, beim Griqualand-West-Super-LeagueFinale gegen die Mannschaft von Kimberley Police, pflügt Freddie unablässig durch die Menschentrauben, die sich ihm in den Weg stellen, räumt Gegner aus dem Weg, erkämpft den Ball. Bei jedem Zusammenprall mit einem Spieler von Kimberley erheben sich riesige Staubwolken über das betonharte, sonnengebleichte
So grotesk es klingt: Der harte Alltag mit nahezu unmenschlichen Arbeitsbedingungen in SĂźdafrikas Northern Cape Region ist die ideale Basis fĂźr das Training der Rugbyspieler.
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Feld. In Augenblicken wie diesen wird klar, was der legendäre australische Coach Eddie Jones meinte, als er den Begriff „Rugbykultur“ prägte: Ein Land, so seine Theorie, spielt dann am besten Rugby, wenn es sich die Kultur und die natürlichen Instinkte seiner Spieler zunutze macht. Hier, bei diesem unterklassigen Amateur-Match, auf diesem staubtrockenen Feld, spiegelt der Sport das alltägliche Leben der Männer, die ihn ausüben. „Ich mache gerne die Drecksarbeit“, erzählt Freddie später bei einem Bier. Er meint damit nicht die Landwirtschaft, auch wenn es beim Stutzen der Hörner manchmal ebenso blutig zugeht wie auf dem Spielfeld. Er spricht über seinen Sport, seine Leidenschaft. „Ich bin kein Stürmer-Sternchen, das mit dem Ball davonsprintet. Mein Job ist es, den Ball zu kriegen, Hiebe zu kassieren, Hiebe auszuteilen. Den Ball gewinnen, das ist alles, worauf ich mich konzentriere. Ich habe schon als Kind gelernt, mich durchzusetzen, als ich von den Kälbern herumgestoßen wurde.“
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amstag für Samstag stößt man in Platteland auf Massen von Bergarbeitern, Handwerkern und Landwirten wie Freddie. Sie spielen so kompromisslos Rugby, wie sie ihrer täglichen Arbeit nachgehen – unter Bedingungen, die sich die meisten Menschen kaum ausmalen können, geschweige denn wollen. „Das Leben hier ist hart“, erklärt Jottie Burger, 27. Er ist Verbindungshalb bei Kuruman und als Cheftaktiker einer der wichtigsten Spieler auf dem Platz. Burger arbeitet in der BlackRock-Manganmine, nahe einem Ort, der bezeichnenderweise den Namen „Hotazel“ trägt: Sommer finden dort jenseits der 40-Grad-Celsius-Marke statt. „Nichts für Zartbesaitete. Ich habe viele Jungs kommen und gehen sehen, die der harten Arbeit in dieser Hitze einfach nicht gewachsen waren. Ich denke, die Mine bringt die besten, härtesten Rugby-Spieler hervor. Denn ihre Trainingsplätze sind der Minenschacht und die Betriebswerkstatt.“ Nicht nur die Arbeit selbst prägt die Menschen hier draußen, sondern auch ihr täglicher Weg zum Training: Eseln, Kühen und riesigen Erztransportern auf der mit Schlaglöchern übersäten Pendlerroute von und nach Kuruman auszuweichen erfordert Nerven aus Stahl – diesen Weg nimmt nur auf sich, wer den Sport ernsthaft liebt. Erst vor einigen Tagen starb einer von Freddies Verwandten bei einer Kollision auf der Route. Und nur einige Monate zuvor überschlugen sich Jotties bester Freund und Flügelstürmer-Kollege, der aus Hotazel stammende Lehrer Philip van Schalkwyk, und ein weiterer Teamkollege bei einer Kollision mit einem Esel. Die beiden blieben unverletzt. Dass Philip das Finale am Samstag dennoch vom Spielfeldrand aus verfolgen muss, verdankt er einem Zweikampf beim Match einen Monat nach dem Unfall: Schlüsselbeinbruch. Es ist eine beispiellos harte Schule, durch die südafrikanische Rugby-Spieler gehen. Der ehemalige Springbok und spätere australische Dritte-Reihe-Stürmer Tiaan Strauss – in den Neunzigern für seinen Körpereinsatz berüchtigt – wuchs einige hundert Kilometer von Freddies Farm auf einem Hof in Upington auf. Tiaans Spezialität war es, vom Rücksitz eines fahrenden Motorrades auf ein Gnu zu springen und es niederzuringen, was nicht nur ein feines Training für harte Tacklings aus dem Lauf war. Er verdiente damit auch seinen Lebensunterhalt. Ortsansässige Farmer, die kein Geld für teure Betäubungsmittel ausgeben wollten, machten sich sein außergewöhnliches Talent zunutze – und gaben ihm den Spitznamen „Löwe der Kalahari“.
Der Einzige, der selbst Tiaan noch eine Lektion in puncto Mut und Stärke hätte erteilen können, war Andy MacDonald, Farmer und Großwildjäger, in den sechziger Jahren Rugby-Profi. Er lieferte einem verwundeten Löwen einen Kampf mit bloßen Händen. Andy verlor dabei ein Ohr sowie einige Finger. Der Löwe verlor sein Leben. Gegenspielern gefror das Blut in den Adern, noch ehe sie Andy persönlich auf dem Spielfeld gegenüberstanden. Heute prägt die harte Arbeit auf den Feldern das schnörkellose, grimmige Spiel der Springboks. Vor mehr als hundert Jahren, als Rugby in Südafrika populär wurde, waren es die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Buren und Briten. Die britischen Kolonialherren hatten Rugby 1870 nach Südafrika gebracht, die Afrikaans sprechenden Buren machten es zum Teil ihrer Kultur. Nach dem Zweiten Burenkrieg, an dessen Ende 1902 die Eingliederung der Burenrepubliken in das britische Empire stand, wurde der Sport zum Rachefeldzug gegen die ungeliebten Briten. Das Rugby-Feld wurde zum Kriegsschauplatz. Die schmerzhafte Niederlage gegen die Briten und das Leid vieler Buren in den im Krieg errichteten Konzentrationslagern haben tiefe Spuren in den Köpfen der Menschen in Südafrika hinterlassen. „Wann auch immer wir gegen England angetreten sind, war wildes Kriegsgeschrei selbstverständlicher Bestandteil des Spiels. Das war unsere Art, uns zu motivieren. Wir haben uns als Racheengel gesehen, deren Aufgabe darin bestand, zu vergelten, was die Briten unseren Vorfahren angetan hatten“, verrät der legendäre Stürmer Mark Andrews, der 1995 mit den Springboks den World Cup holte. „Ein Brite meinte mal, wir würden Rugby spielen, als wären wir kurz vorm Explodieren“, erzählt Andrews, ironischerweise selbst britischer Abstammung.
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er Mann ist gebaut wie einer seiner BrahmanBullen, ein Mann ohne Nacken. Gebückt sitzt er am Steuer seines Pickup-Trucks, weicht geschickt den Schlaglöchern aus. Man würde aus seinem Mund vielleicht allerhand Obszönitäten erwarten, die er anderen Verkehrsteilnehmern hinterherwirft. Ganz bestimmt nicht erwarten würde man poetische Zeilen, so ergreifend und schön wie das khakifarbene Buschland ringsum. Der Mann zitiert die letzte Strophe von Rudyard Kiplings „If —“. “If you can talk with crowds and keep your virtue / Or walk with Kings — nor lose the common touch / If neither foes nor loving friends can hurt you/If all men count with you, but none too much/ If you can fill the unforgiving minute / With sixty seconds’ worth of distance run / Yours is the Earth and everything that’s in it / And — which is more — you’ll be a Man, my son!”* „Jedes Mal, wenn ich das Spielfeld betrete, murmle ich diese Zeilen“, erklärt Hedley Wessels, „dann bin ich bereit für das Spiel.“ Hedley erfüllt im Team von Kuruman die Funktion eines menschlichen Betonklotzes. Er unterstützt die zweite Reihe im * Wenn dich die Menge liebt und du noch du bleibst Wenn du den König und den Bettler ehrst Wenn dich nicht Feind noch Freund verletzen können Und du die Hilfe niemandem verwehrst. Wenn du in unverzeihlicher Minute Sechzig Sekunden lang verzeihen kannst: Dein ist die Welt – und alles, was darin ist Und was noch mehr ist – dann bist du ein Mensch.
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Die Spielfelder in diesen Gegenden kennen keine Gnade: Jeder Aufprall auf dem betonharten Boden morst sich unbarmherzig in den Körper.
Operation am sechsten und siebenten Halswirbel setzte Hedley damals außer Gefecht. Aber nur kurz. „Wenn man den Gedanken an eine schwere Verletzung zu nah an sich heranlässt, kann man gleich zu Hause bleiben“, erzählt er. „Im ersten Spiel nach der Verletzung sagte ich zu mir selbst: ‚Okay, ich werde mir den ersten Typen, den ich sehe, schnappen und ihn mit voller Wucht rammen. Wenn mein Genick dann hinüber ist, war’s das wohl für mich. Aber wenn es das aushält, dann hält es auch noch hundert weitere Spiele.‘ Natürlich hätte die ganze Aktion auch schiefgehen können, tat es aber nicht. Meinem Genick geht es prächtig.“
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n echten Kerlen wie Hedley mangelt es Kuruman nicht. Und doch sticht noch einer aus der Masse hervor: Bokboer van Zyl. Der Stürmer ist die personifizierte Härte. Wer sich seine Lebensgeschichte anhört, versteht schnell, woher diese Härte kommt. Bokboer entstammt einer ärmlichen Burenfamilie – er weiß, seit er denken kann, was es heißt, ums Überleben zu kämpfen. Mittlerweile weiß er auch, was es heißt, zwei kleine Kinder alleine durchbringen zu müssen. Es ist nun knapp vier
CREDIT
Gedränge, gilt ein wenig als Kurumans „Os du Randt“. (Dieser südafrikanische Rekordspieler heißt eigentlich Jacobus Petrus du Randt. In Südafrika ist er aber aufgrund seiner enormen Masse besser unter seinem Spitznamen bekannt, „Os“ ist Afrikaans für „Ochse“. Coach Jake White überredete du Randt 2007 zum Rücktritt vom Rücktritt, um mit ihm den Traum vom Weltmeistertitel wahr werden zu lassen.) Auch Hedley Wessels, der laut eigenen Angaben seine beste Zeit eigentlich schon hinter sich hat, ist nach dem vermeintlichen Ende seiner Spielerkarriere nochmals aufs Spielfeld zurückgekehrt. Die Kuruman-Trainer wissen nur zu gut, was sie an einem Routinier wie ihm haben: Beim Cupfinale am Samstag kann seine Erfahrung den Unterschied machen. Wessels kennt alle schönen und alle grausamen Facetten dieses Sports, und das macht ihn in den Augen der KurumanCoaches so wertvoll. Er ist ein echter Kämpfer, heute wie damals, wenngleich ihn die Zeit, wie er sagt, hat ruhiger werden lassen. „Wenn mir einer von den Jungs auf die Nerven geht, mähe ich ihn nicht gleich um. Ich spreche erst mal mit ihm und sage: ‚Hey, lass das, oder ich räum dich aus dem Weg.‘“ Auch wenn Hedley heute in manchen Situationen ernste Worte harten Taten vorzieht, legt sich kein Gegenspieler freiwillig mit ihm an: 128 Kilogramm Lebendgewicht sind, einmal in Fahrt, nur schwer zu stoppen. Dass diesen Mann wirklich nichts aus der Bahn wirft, hat er unter anderem 2003 bewiesen. Eine
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„Wer Rugby spielt, muss bereit sein, bis zum Äußersten zu gehen.“
Das Leben des Bokboer van Zyl: seine Familie ernähren, sich um seine Farm und seine Brieftauben kümmern – und zweimal pro Woche trainieren.
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Heinrich Stride (Kimberley Police) feiert den umstrittenen Sieg seines Teams im Penaltyschießen. (Kuruman hat dagegen Protest eingelegt.)
Ehre, Stolz und Respekt sind keine leeren Worte im südafrikanischen Rugby – und Mut. Jahre her, dass seine Frau ihn und die gemeinsamen Söhne John-Rick und PG, heute sechs und vier Jahre alt, verließ. Aufopferungsvoll kümmert sich der Zweiunddreißigjährige, der sich als Kesselmacher in der rund hundert Kilometer entfernten Kumba-Iron-Ore-Mine durchschlägt, allein um seine Söhne. Das Haus, in dem sie wohnen, hat drei Generationen kommen und gehen sehen. Es ist abbruchreif, doch Bokboer ist stolz darauf, es überhaupt noch zu besitzen, trotz der widrigen persönlichen Umstände, trotz des Schuldenbergs, den ihm sein verstorbener Vater hinterließ. Ein typischer Tag in Bokboers Leben beginnt um fünf Uhr morgens und endet gegen 22 Uhr, wenn Kühe und Ziegen versorgt sind. Es ist ein mörderisches Tagesprogramm, es schließt tausend Kilometer pro Woche auf gefährlichen Straßen mit ein. Dennoch findet Bokboer Zeit, zweimal pro Woche für die Spiele am Wochenende zu trainieren. 56
Es erscheint nur logisch, dass ein Mann mit so viel Entschlossenheit und Durchhaltevermögen Rugby spielt, als gäbe es kein Morgen. Oder, wie er es ungeschönt in Afrikaans ausdrückt, „wie die Fliege am Arsch einer Kuh“. „Wenn man Rugby spielt, muss man bereit sein, bis zum Äußersten zu gehen“, sagt er. Und Bokboer geht immer bis zum Äußersten, egal was kommt. So fuhr er sich 2009 nach einem Riss der Muskel-Sehnen-Kappe im Oberarm selbst ins Krankenhaus, weil kein Rettungswagen vor Ort war. Lapidarer Nachsatz: „So ist das Leben.“ Mit dieser Einstellung treibt Bokboer sogar seine Mitspieler regelmäßig in den Wahnsinn. „Er ist einfach immer in Bewegung, sein Kampfgeist ist unglaublich“, erzählt Philip. „Wenn alle am Feld schon todmüde sind, wacht er erst auf.“
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as Endspiel Kuruman gegen Kimberley Police ist in vollem Gange. Auf den ersten Blick hat das, was sich hier in der und rund um die Arena abspielt, nichts mit dem legendären World-Cup-Finale 2007 in Saint-Denis bei Paris zu tun. Die ärmliche Kuruman-Arena inmitten von Pickup-Trucks und Grillfeuern hat so gar keine Ähnlichkeit mit dem prunkvollen Stade de France. Auch lag am 20. Oktober vor knapp vier Jahren
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Als Rinderfarmer am Rande der Wüste Kalahari trainiert Freddie Markram täglich Kraft und Ausdauer – unerlässlich für seinen Job und für Rugby.
Einer der wichtigsten Spieler des Kuruman Rugby Club: der Farmer Japie „Gladdebek“ Venter, der auch Jagdhunde züchtet.
im Pariser Vorort weder der Geruch von Holzkohle noch der von Kuhdung in der Luft. Dennoch besteht eine Verbindung zwischen diesen beiden Finalspielen: Man muss nur tief genug in die Seele des südafrikanischen Rugby blicken und verstehen, was in den Köpfen der Männer vorgeht, die diesen Sport in diesem Land nicht nur ausüben, sondern vielmehr leben. Athleten wie Jake White oder Hedley Wessels, Spieler, die tief in Tradition und Ethos des südafrikanischen Rugby verwurzelt sind, die ihre Werte an die junge Generation weitergeben. Und in der südafrikanischen Profi-Liga gelten dieselben ungeschriebenen Gesetze wie bei den Amateuren: Ehre, Stolz und Respekt sind keine leeren Worte. Auch Mut zählt zu diesen Werten. Wie White, Teamchef beim WM-Titel 2007, in seiner Biographie „In Black and White“ verrät, stammte das Motto im Kampf um den Einzug ins World-CupFinale aus seiner Zeit an der Jeppe Boys’ High School: „Forti nihil difficilius“ – dem Mutigen ist nichts zu schwer. „Ich möchte, dass ihr Mut beweist“, hatte Jake seinen Spielern mit auf den Weg durch den Tunnel auf das Spielfeld gegeben, für das entscheidende Match gegen England. „Mutig im Spiel, in euren Entscheidungen, in euren Reaktionen und mutig, wenn ihr sie in die Mangel nehmt. Zögert nicht, wenn ihr einen Angriff startet und eine Entscheidung trefft. Habt Vertrauen in euch selbst.“ Hedley Wessels geht einen ähnlichen Weg, um sich und seine Kollegen anzufeuern. Kiplings Gedicht „If —“, das von einem gescheiterten Überfall der Briten auf die Buren erzählt, ist in puncto Motivation nämlich nicht sein einziges Ass im Ärmel. Er
war es, der die Umkleidekabinen der Spieler zu einem Ort voll Poesie machte. Die Wände sind gepflastert mit einem Satz, der alles ausdrückt, was Rugby in Südafrika ausmacht: „For he today that sheds his blood with me shall be my brother.“ (Denn welcher heut sein Blut mit mir vergießt, der wird mein Bruder.) Es ist einerlei, dass William Shakespeare als Verfasser dieser berühmten Worte aus „Henry V“ keine Erwähnung findet. Es ist ein mitreißender Aufruf zum Kampf. Eine Botschaft, die alle verstehen – auch die, deren Englisch nicht ganz so perfekt ist. „Kompromissloser Zusammenhalt. Das erwarte ich von den Spielern“, erklärt Hedley. Dieser Zusammenhalt im Team war es auch, der ihm während seiner kurzen Auszeit fehlte. So sehr, dass er am Ende zurückkehrte. „Ich würde heute für jeden von ihnen mein Blut vergießen, und sie würden dasselbe für mich tun. Sie sind meine Brüder im Kampf und meine Brüder im Geiste. Wir kämpfen Schulter an Schulter darum, unseren Stolz zu bewahren.“ www.sarugby.net Nachtrag: Im Griqualand-West-Super-League-Finale legte Kuruman einen gewohnt fulminanten Start hin. Als die Konzentration kurz nachließ, holte Kimberley Police wichtige Punkte, das Spiel ging beim Stand von 27:27 in die Verlängerung. Die brachte keine Entscheidung, dafür jede Menge Ärger. Denn Kuruman war die ganze Saison ungeschlagen, und im Regelfall entscheidet bei einem Unentschieden der Tabellenplatz über Sieg oder Niederlage. Doch es sollte anders kommen: Die Schiedsrichter beschlossen überraschend, die Partie per Penaltyschießen zu entscheiden – und das verlor Kuruman mit 2:4. Zum ersten Mal in der südafrikanischen Rugby-Geschichte wurde ein Ligafinale auf diese Weise entschieden. Kuruman erhob Einspruch, eine Entscheidung stand bei Redaktionsschluss noch aus.
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Ein Unternehmen gründen, Geld verdienen, Spaß haben, die Welt besser machen? Geht. Alles auf einmal. Sogar viel einfacher, als Sie glauben. Ohne Bankkredit, ohne High-Tech-Patent, ohne Burnout, ohne Wirtschaftsstudium. Sagt der Wirtschaftsprofessor Günter Faltin aus Berlin. Und zeigt vor, wie es geht. Die Unternehmen, die der Professor gegründet hat, verdienen Geld, machen dem Professor Spaß und die Welt besser. Zu Besuch bei einem radikalen Idealisten des Kapitalismus. Text: Stefan Wagner (Mitarbeit: Jan Cremer), Bilder: Norman Konrad
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er Professor, Jahrgang 1944, hohe Stirn, nach vorne gekämmtes Haar, Oberlippenbart, leise, dunkle Stimme, glucksende Augen, schwarzes Hemd und helle Hose, ist zunächst einmal ein Bilderbuchprofessor. Erklärt einen der Grundsätze eines erfolgreichen Unternehmens, nämlich dass ein Angebot mehrere Standbeine braucht, am Beispiel seiner berühmten „Teekampagne“ (200.000 Kunden, weltweit größter Importeur von Darjeeling-Tee höchster Qualität): Die Teekampagne funktioniert über den Preis, das ist ihr erstes und wichtigstes Standbein, über die Qualität des Produkts, Standbein zwei, über die garantierte Freiheit von chemischen Rückständen, drei, und über den sozialen Aspekt der fairen Einkaufspreise, Standbein vier. Dieses Back-up-System der Standbeine ist unumgänglich, erklärt der Professor, denn ein Businessmodell ist nur dann ein solides Businessmodell, wenn es auch noch funktioniert, wenn ein Standbein im Wettbewerb fällt. Dann zieht der Professor eine eiserne Skulptur auf einem kleinen Podest aus dem Eck seines mit Teekisten ausgestatteten Besprechungsraums in BerlinSchöneberg: ein kleiner Artist im eisernen Handstand auf der Lehne eines eisernen Stuhls. Artist und Stuhl, sozusagen die Teekampagne, ruhen in solider Balance auf einem der vier Stuhlbeine, sozusagen dem Preisstandbein. Der Professor hebt den Stuhl auf das zweite Bein, Qualität, die Teekampagne pendelt folgsam in ihre Balance. Wechsel auf Stuhlbein drei, und tatsächlich hält auch die Freiheit von chemischen Rückständen Stuhl und Artist im Gleichgewicht. Stuhlbein vier nun, das Unternehmensstandbein des fairen Handels, im Test: Die wankende Skulptur widersteht immer noch tapfer der Gravitation.
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„Sehen Sie?“, fragt der Professor, ein wenig stolz wie der Zauberkünstler nach gelungenem Trick. „Machen wir eine kleine Pause“, sagt er ins Kopfnicken der Besucher. „Entschuldigen Sie mich für eine Minute?“ Der Professor, der über die bemerkenswerte Fähigkeit der sekundenschnellen Vertiefung in Gedanken verfügt, dreht sich zur Tür, der professorale Ellbogen streift ein Bein des immer noch mit dem Finden einer komfortablen Balance auf seinem vierten Stuhlbein beschäftigten Artisten, was dem Ellbogen entgeht, dem Artisten jedoch nicht, und das vierte Standbein erweist sich mit diesem ungeplanten Einfluss auf die Marktsituation dann doch ein wenig überfordert. Ein paar Sekunden nachdem der Professor den Raum verlassen hat, geht der Kampf um das Überleben des jungen Unternehmens verloren, Sessel und Artist krachen vom Podest auf den Parkettboden des Professorenbüros, so finden auch die Unwägbarkeiten moderner Märkte Erwähnung: Einfluss höherer Mächte, wenn man in der Allegorie bleiben mag. Des Professors Assistentin hechtet mit schreckgeweiteten Augen in den Raum, in der rahmenlosen Brille ein formatfüllender Was-ist-denn-jetzt-schonwieder-passiert-Blick. Der Professor heißt Günter Faltin, und einer seiner Grundsätze lautet: Funktion statt Konvention. Wäre Faltin Ritter und auf der Suche nach einem Wappenspruch, er würde so lauten. Funktion statt Konvention. Nichts bezieht seine Existenzberechtigung aus seiner Existenz, alles darf, alles soll hinterfragt werden. Überall sucht die „schöpferische Zerstörung“ des Joseph Schumpeter nach Möglichkeiten, Bestehendes durch Besseres zu ersetzen, Faltin bezieht sich gerne auf das österreichische Enfant terrible der Ökonomie des jungen 20. Jahrhunderts. Faltin sieht in der schumpeterschen Zerstörungswut nicht nur Chancen für junge Unternehmen. Er sieht, auch wenn er es nicht so formuliert, die Chance auf eine bessere Welt. Faltin hinterfragt die herkömm-
Der Professor und die Unumgänglichkeit des Back-ups der Standbeine eines Unternehmens, hier in der künstlerischen Allegorie. Eins, zwei, drei, vier, dann kann dich nur noch höhere Gewalt aus dem Gleichgewicht bringen.
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liche Art der Fortbewegung („das Automobil ist ein Irrweg!“), hinterfragt die herkömmliche Art zu wohnen („wie wir unsere Häuser bauen, wie wir sie beheizen, eine absurde Verschwendung!“), hinterfragt, hinterfragt, erzählt, wie er nach Alternativen sucht, verrückt/nicht verrückt ist keine Kategorie, funktionell/nicht funktionell zählt. In Faltins Schublade liegen Konzepte zur organisierten innerstädtischen Fortbewegung auf Inlineskates, er hat Prototypen von Flaschen bauen lassen, die so geformt sind, dass sie als Baumaterial verwendet werden können, für helle, sonnenbeheizte Gebäude, Architektur als Altglasverwertung. Faltins Denken, das so überraschende Dinge wie Glasbauziegel und Inlineskate-Autobusse zutage fördert, läuft nach einem einfachen, streng strukturierten Schema ab: Er schält ein Thema so lange aus allen Konventionen, bis die blanke Funktion freiliegt. Dann sucht er nach Wegen, wie es denn anders ginge, einfacher, logischer, ökologischer, ökonomischer als bisher. Er denkt nicht über neue Autos nach, sondern über neue Mobilität. Nicht über neue Häuser, sondern über neues Wohnen. Nicht über neue Hotels, sondern über neuen Tourismus. Und wenn er eine Idee für spannend genug hält, baut er ein Unternehmenskonzept drum herum – oder erzählt die Sache einfach weiter, gibt den konzeptionellen Embryo zur Adoption frei. Unternehmenskonzepte durchzudenken ist auch eine Art Hobby, sagt er, wie andere Leute Puzzles legen oder Kreuzworträtsel lösen.
die teuerste, und die in bester Qualität –, nur Großpackungen. Kein Zwischenhandel, kein Lager, keine Kleinpackungen, keine Sortimentsvielfalt. Faltin würde Darjeeling um rund ein Drittel des üblichen Preises anbieten können. So weit der logische Teil. Unerhört war die Sache für Behörden, Studenten und Teehandel. Deutschen Beamten war die Gründung eines Unternehmens verboten, und Faltin war als Hochschulprofessor genau das, Beamter. Er umschiffte dieses Hindernis, indem er sich auf die in Artikel 5 des Deutschen Grundgesetzes festgeschriebene Freiheit von Forschung und Lehre berief: Die Teekampagne wurde nicht zur Erwirtschaftung von finanziellem Gewinn gegründet, sondern als Einrichtung zum Gewinn von Erfahrungen. Als die erste Teelieferung auf dem Schiff nach Hamburg unterwegs war, stellte der Professor seinen Studenten die Idee vor und lud zur Mitarbeit ein – ein Unternehmen als Studienobjekt, live, kann es für Wirtschaftsstudenten was Schöneres geben? Offenbar ja. Eine Studentin raunte halblaut durch den Hörsaal: „Jetzt ist er übergeschnappt. Eine Sorte, nur Großpackung …“ Ein Student fragte, ob es für die Teilnahme am Himmelfahrtskommando wenigstens ein Zeugnis gäbe. Das Unternehmen war vierzehn Tage alt, als die erste Klage eines etablierten Teehändlers auf dem Tisch lag.
Einer wie Faltin passt in kein Establishment. So einem gelingen aber Dinge, die zugleich logisch sind und unerhört.
So einer passt natürlich in kein Establishment. So einem gelingen dafür Dinge, die logisch sind und zugleich unerhört. Logisch und unerhört war die Gründung von Faltins erstem Unternehmen, der „Teekampagne“, er gründete es 1985 als Professor an der Freien Universität Berlin. Faltin hatte seine Grundsätze der erfolgreichen Unternehmensgründung in der Theorie damals schon ausformuliert, aber fühlte sich als Hochschullehrer ohne Erfahrung in der Praxis wie ein Seiltänzer, der auf einer auf dem Boden liegenden Schnur spaziert. Als Begleiter auf dem Hochseil schien ihm Tee geeignet. Die Tradition herkömmlichen Handels hatte den Teepreis vom Produzenten bis zum Verkäufer verzehnfacht, Faltin sagte: Das muss günstiger gehen. Er recherchierte Hintergründe, Handelswege, Kostenfaktoren, nach Jahren des Herumtüftelns hatte er alles subtrahiert, was Kosten verursachte, ohne der guten Tasse Tee in der Hand des Teetrinkers unmittelbar zu dienen. Und stand irgendwann vor einer konsequent logischen, radikal einfachen Lösung: direkt importierter Tee, nur eine Sorte – nämlich Darjeeling,
Wie man zum idealistischen Kapitalisten wird: Günter Faltin hatte an Ökonomie von Anfang an so viel unvernünftige Freude wie andere am Fußball oder am Räuber-und-Gendarm-Spielen. In der Schule – wir sind im Deutschland der 1950er Jahre – las er unter der Schulbank Biografien von Unternehmern und Ökonomen, Ford statt Goethe, Duttweiler statt Friedrich dem Großen, Schumpeter statt Pythagoras, bis ihm die Lehrer die Ohren langzogen. Nach der Schule studierte er Ökonomie, das war emotional unausweichlich, „weil ich ja die Ökonomie liebte“, aber das bescherte ihm Jahre mit wenig wertvollen Erkenntnissen und viel Langeweile. „Es ging auf der Hochschule nicht um Wirtschaft, sondern um Mathematik“, sagt er, „alles Theorie, furchtbar.“ Faltin flüchtete durch das Studium und entwickelte eine Routine im Zwischen-den-Stühlen-Sitzen: Für die Kommilitonen war er Kapitalist, für die Professoren Kommunist. Er promovierte 1972, in seiner Dissertation wies der 28-Jährige dem späteren WirtschaftsNobelpreisträger Milton Friedman Fehler nach. Danach rutschte Faltin auf die andere Seite des akademischen Systems. Dass er sich dem Hochschulbetrieb überhaupt stellte, lag am Trotz, „es anders machen zu wollen als die, die ich kritisiert habe“. Er entwickelte seine eigenen Überlegungen zur Wirtschaft, im Zentrum: der Unternehmer, das Unter-
Erfolgsstorys Günter Faltin hat an der Gründung von rund einem Dutzend Unternehmen aktiv mitgearbeitet. Hier einige Beispiele. Teekampagne Die Mutter aller FaltinGründungen. Nur der beste Tee, nur Großpackungen, Direktimport, nachhaltig gehandelt. www.teekampagne.de CO²-Kampagne Aus Tee mach Energiesparlampen. Höchste Produktqualität, minimale Auswahl, günstiger Preis. www.co2kampagne.de eBueroAG Die externe BüroLösung für kleine und mittlere Unternehmen. 250 Mitarbeiter, europaweite Expansion. www.ebuero.de RatioDrinkAG Saftkonzentrate in höchster Qualität, zum günstigen Preis in speziellen Bag-inBox-Packungen direkt vertrieben. www.ratiodrink.de The Waterhyacinth Chair Die Wasserhyazinthe oder die Wandlung eines Schädlings zum Rohstoff für Möbel. www.waterhyacinth.de
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nehmen. Faltin lehnt das Wort „Unternehmer“ als irreführend ab, er trennt scharf zwischen Unternehmensgründer und Unternehmensleiter: Der eine muss etwas erschaffen, in einem monatelangen schöpferischen Prozess, „es ist wie das Schreiben eines Drehbuchs“, der andere muss das Geschaffene verwalten, umsetzen, „kein Kameramann kann aus einem schlechten Drehbuch einen guten Film machen“. Der eine muss im Wesen Künstler sein, der andere Manager. Zwei verschiedene Anforderungsprofile, die nach zwei verschiedenen Charakteren, Erfahrungen, Vorlieben, Fähigkeiten verlangen – in der herkömmlichen unternehmerischen Praxis aber an ein und dieselbe Person gestellt werden. Faltin sagt: Das kann zwar, aber sollte nicht von einer Person gemacht werden. Und er sagt: Alles, was der Unternehmensgründer (er nennt ihn Entrepreneur, im Gegensatz zum Business Administrator, der das Tagesgeschäft führt) selbst nicht zu leisten imstande ist oder nicht möchte, ist an professionelle Helfer zu delegieren. Buchhaltung, Arbeitsrecht, Mitarbeiterführung, Marketing – „wer sagt, dass sich der Entrepreneur selbst um all das kümmern muss?“. Vielleicht, äh, das Budget des jungen Unternehmens?, fragt man. Es ist, sagt Faltin, Aufgabe des Unternehmenskonzepts, das zu tragen. Ein Entrepreneur hat die Chance, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und seine Schwächen zu delegieren – es gibt keinen Grund, diese Chance ungenützt verstreichen zu lassen. Eine Idee also, Herr Professor, muss von Anfang an ein ganzes Unternehmen tragen? Erweist sich das in der Praxis nicht manchmal als, hm, ein wenig naiver Gedanke? Wer so fragt, spielt Faltin in den Lauf. Die Welt, sagt er, steckt voller fixfertiger Bausteine für junge Unternehmen. Er nennt diese Bausteine Komponenten, sie müssen nur neu konfiguriert werden. Man braucht kein Patent, man braucht kein Kapital. Alle Zutaten für ein Unternehmen sind vorhanden. Es hat auch vor der Teekampagne Tee gegeben, es hat Händler und Schiffe und Teetrinker gegeben. Die unternehmerische Leistung war, Vorhandenes neu zu kombinieren. Facebook? Eine wunderbare Kombination bestehender Komponenten, die die Welt verändert. Skype: zur Zeit der Gründung acht Jahre alte Software, mit der Erfahrung einer illegalen Musiktauschbörse zum Milliardengeschäft veredelt.
„Wir haben katastrophale Managementfehler begangen.“ Sie erwiesen sich Lage, eine Reihe von Klagen loszutreten. Drei als Glücksgroße Prozesse musste die junge Teekampagne vor fall. Gericht durchfechten, einen
Faltins Teekampagne ist 26 Jahre alt und eine so erstklassige Erfolgsgeschichte, dass der Professor Spaß daran hat, die frühen Pannen zu erzählen: Einmal tauchten Schecks im Wert von 10.000 Mark in einer Schuhschachtel auf – 10.000 Mark, die nicht einmal jemandem abgegangen waren. Gegen das Chaos der frühen Teekampagne war jede Studenten-WG am Morgen nach einer Party eine Zinnsoldatenparade. Oder die selbstgemalten Werbeplakate der frühen Jahre, optisch reizvoll wie die Einladung zu einer spätmarxistischen Selbsthilfegruppe, jedoch in der 62
davon, weil die Jungunternehmer auf einem ihrer selbst gepinselten Teekampagne-Plakate Kein DDTee! titelten, „als eine Zeitschrift über Schadstoffe im Tee berichtete, hielten wir es für eine gute Idee, auf die Schadstofffreiheit unseres Tees hinzuweisen“. Das nach Kriterien herkömmlicher öffentlicher Kommunikation in jeder Hinsicht überzeugend verunglückte Kein DDTee!-Plakat erwies sich als unbeabsichtigter Geniestreich: Kosten von 10.000 Mark für den verlorenen Prozess (der verloren wurde, weil sich der etablierte Teehandel wenig überraschend nicht als DDT-Handel bezeichnet sehen wollte) stand mediale Aufmerksamkeit gegenüber, „die wir uns niemals hätten leisten können“. Die Prozesse waren eine Marketing-Rakete für das junge Unternehmen, „die Leute fanden unseren Kampf für sauberen Tee sympathisch. Wir konnten zusehen, wie nach einem neuen Zeitungsartikel die Kundenzahlen stiegen.“ Sogar der Markenname war die ersten sieben Jahre lang ungeschützt – „Teecampagne statt Teekampagne, mit c statt k, wäre kein Problem gewesen, mit k war es juristisch gesehen ein Allerweltswort“. Tee-
Das Original: Der Tee stammt aus dem Himalaya, die unternehmerische Idee dazu aus Berlin.
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kampagnen-Plagiate füllen in einem Nebenzimmer des Büros von Faltin ein ganzes Wandregal. Die Plagiate gibt’s nicht mehr, die Teekampagne immer noch, mit k, und mit braven Gewinnen. „Wir haben zu Beginn katastrophale Managementfehler begangen“, sagt Faltin. „Wir hätten sie niemals überlebt, wäre unser Konzept nicht so klar und stabil gewesen. Unsere Fehler haben den Beweis der Stärke des Konzepts geliefert.“ Als Unternehmer haben ihm die Fehler schlaflose Nächte gebracht. Als Professor waren sie das Beste, was ihm passieren konnte. Faltin schwärmt beinahe von den Erfahrungen, die er im Alltag eines Jungunternehmers gesammelt hat. Etwa vom Erlebniswert der Albträume, die ihn plagten, „so was steht in keinem BWL-Lehrbuch!“. Faltin alleine auf einem einsamen Strand, kein Hafen weit und breit, am offenen Meer ein kleiner schwarzer Punkt, der immer größer wird … das Frachtschiff mit der Teelieferung vom Himalaya. Wie die Ladung löschen, allein? Panik, Verzweiflung, bis Faltin schweißgebadet aufwachte. „Das Aushalten, das Durchhalten, das ist der größte Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Die Praxis ist eine andere Dimension als die Theorie.“ Faltin hat in den letzten Jahrzehnten an der Gründung von rund einem Dutzend Unternehmen mitgearbeitet, an manchen ist er nach wie vor beteiligt, er hat Entrepreneure in ganz Europa ermutigt, sein Lieblingsstudent gründet derzeit sein 21. Unternehmen, viele der bisherigen 20 hat er mit hohem Gewinn verkauft. Faltin hat viele Menschen wohlhabend gemacht. Er bietet mit seiner „Projektwerkstatt“ ein unternehmerisches Dach für verschiedene Unternehmen: von der Teekampagne über die CO²-Kampagne, eine auf Energiesparlampen umgelegte Analogie der Teekampagne, bis zum Handel mit Möbeln, die aus der Wasserhyazinthe hergestellt werden – einer Pflanze, die nach Südostasien eingeschleppt wurde, dort zu einem Umweltproblem wuchs, bis man entdeckte, dass der Schädling ein Rohstoff ist. Faltin lädt in Berlin regelmäßig zu seinem „Labor für Entrepreneurship“, das sind Abende, an denen sich Gründungswillige zum Austausch treffen, an denen er angehende Entrepreneure berät, erfolgreiche Konzepte vorstellt. Faltin hat sich sein Lebenswerk von der Seele geschrieben: die Theorien zum Entrepreneurship, unterfüttert durch unternehmerische Praxis von Aristoteles und Ford bis zur CO²-Kampagne. „Kopf schlägt Kapital“ heißt das idealistische Manifest, 50.000 Stück sind verkauft, die achte Auflage ist die aktuelle, es gibt eine Hörbuchversion. Dazu Piratenscans im Internet, egal, „das Ding soll ja gelesen werden“. In den Niederlanden startete das Buch erfolgreich, die englische und die spanische Übersetzung sind im Laufen, vor kurzem ist ein Paket mit Büchern aus Fernost in Berlin gelandet. Zuerst wusste niemand im Büro etwas damit anzufangen, dann erkannte man das Bild des Professors auf dem Umschlag: „Kopf schlägt Kapital“, jetzt auch in China. Da erobert und verbessert einer die Welt zur gleichen Zeit. Günter Faltin im Internet: www.entrepreneurship.de www.projektwerkstatt.com
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Traum Fänger
Für die anspruchsvollste Nachwuchs-Rennserie des Motorsports ist es einerlei, ob du arm bist oder reich, woher du kommst oder was du bisher gemacht hast. Wenn du schnell Motorrad fahren kannst, bist du hier richtig – auf dem Sprungbrett in die Weltmeisterschaft. Text: Peter Schönlaub, Bilder: Chris Floyd
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Der 15-jährige Scott Deroue aus Holland in einer Reihe mit den anderen Teenagern – unmittelbar vor dem Start zum fünften Rennen des Red Bull MotoGP Rookies Cup.
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Wer ausgewählt wird, trifft im Rookies Cup auf die arrivierten Fahrer. entwickelt man sich gut und ist noch im genannten altersfenster, darf man auch zwei oder drei Saisonen im Rookies Cup fahren. Wie Brad Binder aus Südafrika: er fuhr wie die meisten ganz jungen piloten mit 13 Jahren keine tollen platzierungen heraus – aber die lernkurve passte. Jetzt, mit 15 Jahren, gewann er sein erstes Rennen. „Man muss geduld haben“, sagt august auinger. der ehemalige Rennfahrer ist der bislang letzte Österreicher, der in einem Motorrad-grand-prix siegte. das war vor 25 Jahren. Heute arbeitet er als FahrerCoach im Rookies Cup, mit seinen „Buam“. gustl weiß besser als jeder andere, dass der Blick auf die Stoppuhr nur die halbe Wahrheit verrät. einmal gratulierte er einem Fahrer nach dem Rennen. er war drittletzter geworden und fühlte sich durch gustls lobende Worte „Bleib locker und fahr einfach so weiter“ fast gefoppt. ein Jahr später zählte er zu den Besten im Cup. es geht um das behutsame Heranführen junger Menschen an ein dasein am limit. die Koordination aller Bewegungsabläufe muss auch mit der richtigen lebenseinstellung synchronisiert werden. die Zerbrechlichkeit, die Verletzlichkeit der jungen Seelen ist hoch, weiß auinger. Und jeder ist anders, auch durch das elterliche Umfeld: „dort sind die Unterschiede gewaltig. Manche eltern sind ehrgeizig, manche bemutternd, manche lassen ihre Kinder sich ganz allein zurechtfinden. Jeder Zugang ist okay, solange er nicht übertrieben wird.“ dann kommt gustl ins Spiel. als Fahrerbetreuer ist er auskunftgeber und Klagemauer, Respektsperson und Freund. „ich kenne die Sorgen und Ängste aus meiner anfangszeit. Und das merken die Buam, auch wenn sie mir manchmal nur schwer glauben können.“ den besonderen Rang gustls spürt man bei der Fahrerbesprechung: 25 augenpaare kleben auf ihm, wenn er die anspannung vor den Rennen lockert: „Setzt euch keinem Risiko aus, weil ihr glaubt, für irgendjemanden erfolg haben zu müssen. Fahrt für euch und euren Traum. die einzigen, die da draußen den Ring und das Motorrad verstehen, seid ohnehin ihr
Wenn es um TalenT gehT, verräT die sToppuhr nur die halbe WahrheiT. „bleib locker“, sagT coach gusTl auinger, „Fahr einFach WeiTer so.“ 66
Bild: gepa(1)
ebeneinander zu fünft in eine Kurve? das wird eng. ellbogen an ellbogen, sucht jeder den besten Kompromiss aus idealund Kampflinie. entscheidungen werden in Sekundenbruchteilen getroffen. Jetzt geht es um schnelle auffassungsgabe, Kaltschnäuzigkeit, Rennfahrerinstinkt. auf einen Vorteil durch das Material darf keiner der fünf hoffen. Wir befinden uns im Red Bull Motogp Rookies Cup. Hier wird das Talent gewogen. der Rest ist für alle gleich. die Nachwuchsserie von Red Bull geht heuer ins fünfte Jahr und hat den Ruf der anspruchsvollsten, professionellsten Rennserie für junge Motorradfahrer. Sie ist von der obersten Motorsportbehörde Fédération internationale de Motocyclisme (FiM) anerkannt und läuft unter der patronanz
der dorna, Veranstalter der Motogp-WM. deren Boss Carmelo ezpeleta bezeichnete den Rookies Cup als Sprungbrett in die Weltmeisterschaft, in deren Rahmenprogramm die 14 Saisonrennen auch ausgetragen werden. „der Rookies Cup ist eine perfekte Bühne für junge Fahrer“, sagt Niki Ruhstorfer, der die rund dreißigköpfige Crew organisiert. „Hier kann man sein Talent entfalten und steht unter Beobachtung“, ergänzt Medienbetreuer peter Clifford. die läufe zum Rookies Cup werden in mehr als vierzig ländern im TV übertragen, dazu gibt es Magazine, Zeitungen, die eigene Online-plattform – die ganze Welt sieht zu. die Chance, sich auf identischen Motorrädern und unter gleichen Bedingungen zu messen, bekommen jährlich 25 Fahrer aus der ganzen Welt. einzige Vorgabe: Sie müssen zwischen 13 und 16 Jahre alt sein. Bewerben kann sich jeder, übers internet. Man sollte Motorraderfahrung mitbringen, sonst wäre es fahrlässig, mit einem über 200 Stundenkilometer schnellen Bike über einen Rundkurs zu jagen. Rund 120 Bewerber werden jährlich zu einer Sichtung gebeten, wo sie ihr Talent im Sattel beweisen. Vier Juroren wählen rund ein dutzend Youngsters aus und laden sie für die kommende Saison ein. auch das zählt zum freien Wettkampf: die Teilnahme am Rookies Cup ist für die Fahrer kostenlos. Sie müssen lediglich die anreise zu den Rennen finanzieren und eine Vertrauensperson mitbringen, die am Wochenende als Hilfsmechaniker arbeitet. der Rest wird zur Verfügung gestellt: das Rennmotorrad von KTM, die Fahrerausstattung von alpinestars, die Reifen von dunlop, Mechaniker, Sturz- und Verschleißteile sowie die Hospitality im Fahrerlager.
Unten links: Joe Roberts, 14, aus Los Angeles wartet, während sein Mechaniker das Bike einstellt. Diese Seite: Nummer 34, der Spanier Xavier Pinsach, 15, und Nº43, Stefano Valtulini, 15, aus Italien, auf Tuchfühlung in Silverstone. Valtulini wird das Rennen als Siebenter beenden, Pinsach auf Platz 14.
Unten: Willi Albert aus Deutschland ist mit seinen 13 Jahren einer der jĂźngsten Piloten der Serie. GegenĂźberliegende Seite, oben: Aufstellung im Paddock vor dem Start. Mitte: Joe Roberts beim Anziehen. Unten: Javi Orellana (li.) und Josep Garcia, beide 14 und aus Spanien, beim Relaxen.
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selbst. Hört auf euer inneres, spürt eure grenzen – und habt Spaß am Motorradfahren.“ das klingt ernst. „aber hey“, sagt Joe Roberts aus los angeles, „ich bin noch ein Kind und muss nicht so perfekt sein wie ein Zwanzigjähriger!“ dann grinst er. Schon wird wieder gelacht und geflachst. ein Spanier funktioniert eine leere Wasserflasche zum Baseballschläger um, dann wird gespielt, wie ganz normale dreizehnjährige spielen; ihre Zahnspangen funkeln dabei um die Wette. die größeren helfen den Kleineren, Sprachprobleme überwinden sie mit Händen, Füßen, grimassen. es gibt lausbuben und introvertierte, Tüftler und Unbeschwerte, Freche und abgeklärte. Sie kommen aus allen Teilen der Welt, aus Südafrika, aus Malaysia, aus Nordamerika, australien und europa. einige sind vorher Speedway gefahren, andere Motocross, viele mit Minibikes. Und sie stammen aus unterschiedlichsten Verhältnissen: da gibt es Kids, die mit dreizehn schon eine gut bestückte garage besitzen, und solche, deren eltern kaum für die Reisekosten aufkommen können. Zu letzteren gehört arthur Sissis. der australier aus adelaide blieb während der letzten beiden Saisonen in europa, weil die Flugkosten zu hoch waren. Hier wohnte er in einem umgebauten Kastenwagen – auf vielleicht fünf Quadratmetern, sechs Monate lang, gemeinsam mit einem Mechaniker und seiner älteren Schwester. „das ist mühsam und manchmal fad“, sagt er. aber anders gehe es nicht und die Chance, im Rookies Cup zu fahren, sei ihm jede entbehrung wert. 50 Minuten vor dem Start beginnt der Countdown. die Kids haben schon ihr Rennleder angezogen, ihre Mienen sind ernst. andächtig sitzen sie auf Klappsesseln neben ihren Motorrädern. Mit ruhigen, sicheren Handgriffen beenden die Mechaniker die letzten arbeiten. Sie behalten die große digitaluhr im auge, die Sekunde um Sekunde herunterzählt. einer hat Kopfhörer auf und hört Musik; einer nuckelt an einer Trinkflasche; ein anderer reckt und streckt sich im leder, während im eck einer in die Hocke geht, wie man es von Valentino Rossi in der dieser Situation kennt. Bald wird’s ernst. 40 Minuten vor dem Start: die wenigsten hält es auf ihren Klappstühlen. Neben dem Motorrad stehend, in voller Montur, wird der Kontrast zwischen Körpergröße und Outfit offenbar: Hier wird professionalität in kleinem Maßstab geboten, heruntergerechnet auf mitunter gerade mal 1,50 Meter Körpergröße. Burschen wie andrea Migno, Josep garcia oder
aaron españa könnten als Volksschüler durchgehen. Fahrer-Coach gustl macht die Runde, schüttelt allen die Hand, wünscht glück und ein sturzfreies Rennen. 35 Minuten vor dem Start: Reifenwärmer werden entfernt, Helme aufgesetzt. die persönlichen Hilfsmechaniker – meist die Väter – überprüfen ihre rollenden Werkzeugcontainer, die sie mit in die Boxenstraße nehmen. darauf befinden sich ein Satz Regenreifen, die Tafel für die Boxensignale, getränke, Schmiermittel, putzlappen, das wichtigste Werkzeug. einer, der hinter solch einem Container steht, ist ein ehemaliger grand-prixSieger: peter Öttl. der Bayer fuhr elf Saisonen lang in der WM, gewann immerhin fünf läufe. Heute betreut er seinen Sohn philipp, der wie die meisten anderen schon seit frühester Kindheit auf dem Motorrad sitzt. „daran erkennt man die neuen Zeiten“, sagt Vater Öttl. „ich habe erst mit sechzehn begonnen – da fährt
Die Maschine: KTM Rc 125n Der Achtelliter-Racer entspricht fast dem Renngerät in der WM. Größter Unterschied: Der Zweitaktmotor leistet hier rund 45 PS, in der WM etwa 10 PS mehr. Das Motorrad hat einen Alurahmen, Vergaser von Keihin, Federelemente von WP, MarchesiniFelgen, Brembo-Bremsen, Slicks oder Regenreifen von Dunlop. Inklusive Pilot muss das Bike 136 Kilo wiegen. Leichtere Fahrer müssen Bleiplatten an Bord nehmen. Die Rookies dürfen nur wenige Bereiche an ihrem Bike verändern: die Lenker und Hebeleien für die Anpassung der Ergonomie; die Einstellungen der Federn und Dämpfer des Fahrwerks; und schließlich die Endübersetzung über einen Tausch des hinteren Kettenblatts. In der Saison 2013 wird auf neu entwickelte Viertakt-Moto3-KTMs umgestellt.
mein Sohn schon längst im Rahmenprogramm der WM.“ Und wie geht es ihm als Vater? „Vor dem Start bin ich ganz ruhig, aber während des Rennens total nervös – genau umgekehrt wie damals als Fahrer.“ das könne er bestätigen, wirft andreas Trautmann ein, der Vater des 15-jährigen lukas aus Österreich: „Während des Rennens mache ich mir fast in die Hose.“ 30 Minuten vor dem Start: die Karawane verlässt den paddock-Bereich des Red Bull Motogp Rookies Cup. die Mechanikerväter schieben ihre Container, die Fahrer ihre Motorräder. Kurz vor der Boxengasse wird aufstellung genommen. Während draußen die großen Stars ihr Qualifying beenden, starten hier die kleinen Stars ihre Motoren. das Mantra der Zweitakter beginnt – sie werden mit gasstößen auf Betriebstemperatur gebracht: Omm, omm, omm! 20 Minuten vor dem Start: das Tor zur Boxengasse geht auf. Jetzt aber! Hinauf auf die Maschinen, zwei Runden über die Strecke; diesmal steht der grand prix von großbritannien in Silverstone auf dem programm. Bei zehn grad außentemperatur verträgt nicht nur die Maschine aufwärmübungen, sondern auch der Mensch. Container rollen auf ihre plätze, jeder weiß, wohin, die Choreographie sitzt. Neun Minuten vor dem Start: Formation auf der Zielgeraden. Betreuer wischen noch einmal über Visiere, bringen getränke. letzte Ruhe vor dem Sturm. Vier Minuten vor dem Start: die Mechanikerväter müssen die Rennstrecke räumen. Jetzt sind die Rookies auf sich allein gestellt. letzte Konzentration; die Visiere werden heruntergeklappt. Und damit sind die Teenies plötzlich verschwunden. Keine Spur mehr von dreizehn-, Vierzehn-, Fünfzehnjährigen. Nur noch Rennfahrer, die wie profis in die aufwärmrunde gehen, nach drei Minuten zurückkehren, sich auf ihren Startplatz stellen und auf das erlösende Signal warten. 69
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CRediT
Oben: Lukas Trautmann, 15, sammelt Medienerfahrung nach seinem ersten Sieg 2011. Unten: ein heiĂ&#x;es Rennen unter kalt-feuchten Bedingungen.
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Start: die Motoren brüllen, 25 Racer katapultieren sich in die erste Runde. Schon in Kurve eins heben sich die grenzen zwischen den Klassen auf: Optisch lässt sich kein Unterschied zur 125er-WM ausmachen, und auch die Rundenzeiten liegen nur wenige Sekunden hinter jenen der profis. irre Schräglagen, spektakuläre Kurvengeschwindigkeiten und beherzte, dennoch fair ausgetragene Zweikämpfe bestimmen das Rennen und unterstreichen, warum der Red Bull Rookies Cup hier im Rahmen der Motogp so gut aufgehoben ist – und warum viele absolventen bereits den Sprung in die WM geschafft haben (siehe Kasten rechts: „absolventen-Treffen“). Ständig wechseln die positionen, auch in der führenden gruppe ist bis zuletzt nicht klar, wer das Rennen für sich entscheiden wird. dann kommt es in der allerletzten Runde zu dem dramatischen Manöver: Fünf Fahrer stechen gleichzeitig in eine Kurve. das kann eigentlich nicht gutgehen – und doch … Mit präzision und Übersicht, mit hoher fahrerischer Reife also, sortiert sich das Quintett ohne ausfälle neu. aber nur einer findet die beste linie, eine kleine
absolvenTenTReffen Ein Blick auf die aktuelle Starterliste der WM zeigt, dass der Red Bull MotoGP Rookies Cup das beste Sprungbrett in die Weltmeisterschaft ist: Knapp ein Drittel der diesjährigen 125er-WM-Piloten begann seine internationale Karriere in der härtesten Nachwuchsserie der Welt. Dazu gehört auch Johann Zarco, Jahrgang 1990. Der Franzose gewann den allerersten Rookies Cup im Jahr 2007; heuer lag er in der WM nach den ersten neun Läufen auf dem zweiten Gesamtrang. Jakub Kornfeil aus der Tschechischen Republik fuhr seinen ersten Grand Prix im Jahr 2009 und rangierte heuer bereits mehrmals in den Top Ten. Danny Kent, Großbritannien, beendete den Rookies Cup im vergangenen Jahr auf Rang zwei – und scorte heuer bereits einen vierten Rang in der WM. Unter die Top fünf schafften es außerdem die früheren Rookies Luis Salom (ESP), Taylor Mackenzie (GBR) und Niklas Ajo (FIN).
lücke, die zum schnellsten ausgang führt: lukas Trautmann. die Führung lässt er sich in den verbleibenden Kurven nicht mehr abjagen, und so wird er in seinem erst fünften Rookies-Cup-Rennen zum ersten Sieger aus Österreich. ivo lopes aus portugal und Kevin argino aus italien machen das podest später so bunt und international, wie der Rookies Cup als ganzes ist. Jubeln können alle drei auch schon wie die großen. draußen, am Streckenrand, steht immer noch august auinger. er ist vor und während der Rennen nervöser als seine „Buam“ und deren Väter zusammen. deswegen will er allein sein, sich das Rennen an der Strecke ansehen, wo er mehr erkennt als in jeder Zeitlupe. Vor 25 Jahren gewann er hier in Silverstone; dass es ein Vierteljahrhundert später wieder ein Österreicher ist, freut ihn. Mehr aber noch schätzt er die Fortschritte, die er heute wieder bei den meisten Fahrern beobachten konnte; kleine Schritte auf dem Weg zu großen Zielen. eine Stoppuhr brauchte gustl auch diesmal nicht. „Young Guns Rising“: montags, 16.30 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV www.redbullrookiescup.com
Laufen befreit Körper und Geist
ASICS ist abgeleitet aus dem lateinischen Lehrsatz “Anima Sana in Corpore Sano”, das bedeutet “ein gesunder Geist in einem gesunden Körper”. asics.at
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Der Welt RecoRdeR Gordon Hempton ist akustischer Ökologe. Er reist um den Globus und sammelt die Sounds von Mutter Natur. Hempton sagt: „Die Welt ist eine gigantische Jukebox.“ Und: „Wir haben verlernt, ihr zuzuhören.“ Text: Andreas Rottenschlager, Bilder: Christopher LaMarca
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Gordon Hempton bei Aufnahmearbeiten im Olympic National Park, Washington. (Und weil Sie gerade fragen: Der „auf gespießte Kopf“ ist sein Mikrofon.)
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ordon Hempton kniet im Sand und fummelt am Verschluss seiner grünen Armeetasche herum. es ist 4.30 Uhr morgens, rialto Beach, Bundesstaat Washington – wir stehen am nordwestlichsten Zipfel der USA. Hempton öffnet seine tasche und zieht einen klobigen Gegenstand hervor. Was er in Händen hält, sieht aus wie der abgetrennte Kopf eines Menschen. „das ist Fritz“, sagt er. Fritz ist ein Mikrofonkopf der Marke Neumann, Modell KU-81i – ein grauer Plastikschädel mit Ohrmuscheln aus Gummi, in denen sich zwei künstliche Aufnahmekanäle befinden. „Fritz fängt Geräusche genauso ein, wie wir Menschen sie hören“, sagt Hempton und blickt auf den Pazifik. dort peitscht der Wind übers Wasser, und die Wellen rollen donnernd richtung Strand. „Perfekt!“, sagt er, „genau diesen Sound will ich haben.“ Gordon Hempton ist Geräuschesammler: Seit dreißig Jahren fährt er um die Welt und sucht nach einzigartigen akustischen Kulissen. „es gibt Schnee, der beim Schmelzen wie reggae-Musik klingt“, sagt er. „Und abgelegene täler, in denen es wie in Konzerthäusern zugeht.“ Hempton hat in den Anden Wind aufgenommen, der im Hollywood-thriller „Alive“ mit ethan Hawke abgespielt wird. er war Star der emmy-prämierten tVdoku „the Vanishing dawn Chorus“, die ihn bei der Arbeit auf fünf Kontinenten begleitet hat. Und wer in den Neunzigern PC-Spiele gezockt hat, würde sich wundern, wie viele der Geräusche aus dem Soundarchiv des Amerikaners stammen. Über dem Pazifik weht der Wind jetzt stärker. Hempton, 58, kurz geschorenes weißes Haar, steckt den Mikrofonkopf auf eine teleskopstange und setzt seine Sennheiser-Kopfhörer auf. dann watet er durch die schäumende Gischt in den Pazifik und schwenkt seine Stange wie einen magischen Stab. Wuuuuuuuumm! machen die Ozeanwellen – „phantastisch!“, schreit Gordon.
Mutter Natur hat die Lautstärkenregler aufgedreht. Hempton stapft weiter in den Ozean hinaus. Ab und zu lacht er wie ein Schuljunge. Seine Schuhe und Jeans sind völlig durchnässt. Als die ersten Sonnenstrahlen den Strand fluten, sitzt er schon wieder auf der Ladefläche seines Jeeps und trocknet seine Socken. „ich liebe rialto Beach“, sagt Hempton. „der Bass dieser Wellen hat etwas Majestätisches.“ das donnern von rialto Beach kann sich jeder zu Hause im Wohnzimmer anhören. Mehr als sechzig Alben mit Soundporträts von Naturlandschaften hat Hempton bisher produziert – vom Wind in den Laubbäumen in Aspen, Colorado, bis zum Baumfroschgequake auf Sri Lanka. Was beim durchstöbern seines Angebots auffällt, sind die saftigen Preise. „Gordon, warum kosten deine Cds 117 dollar?“ „ich hoffe, dass sie niemand kauft.“ „Wie bitte …?“ „eine Cd in ihrer Verpackung ist nur unnötiges Plastik und höchstens für Sammler interessant. Wer meine Soundporträts billig haben will, kann sie sich aus dem itunes Store herunterladen.“ „Was hast du gemacht, bevor es itunes gab?“ „da haben die Cds 17 dollar gekostet.“ Gordon packt Fritz, den Mikrofonkopf, wieder in die tasche und startet den Motor seines Jeeps. er will uns sein Studio zeigen, in dem die gewaltige Geräusch-Bibliothek lagert. die Fahrt von rialto Beach in das verschlafene Holzfällerdorf Joyce wird knapp zwei Stunden dauern – Zeit genug, um Gordon Hempton ein paar Fragen zu
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SCHÄTZE ZUM HÖREN: Gordon Hempton am „Quadratzoll der Stille“ im Olympic National Park, Washington (links): „Wir schützen unsere Nationalparks vor Müll, warum nicht auch vor Lärm?“ Am Rialto Beach nimmt Hempton seit 30 Jahren das Donnern der Ozean wellen auf. Er sagt: „Keine Aufnahme klingt gleich“ (oben). Mit dem SoundLevel Meter am Hoh River. „Als ich angefangen habe, Naturgeräusche aufzuzeichnen, dachte ich, auf ‚Record‘ zu drü cken würde genügen – ich war ein Idiot“ (rechts).
stellen. dem Mann, der um vier Uhr morgens aufsteht, um sich mit einem Plastikkopf in der Hand an das Ufer des Pazifiks zu postieren. Hempton schaltet in den ersten Gang. „ich war ein idiot“, sagt er. „Als ich 1980 zum ersten Mal Naturgeräusche aufgenommen habe, dachte ich, ein druck auf den ‚record‘-Knopf würde genügen.“ „Wie bist du zum Geräuschesammler geworden?“ Gordon Hempton erzählt von seinem erweckungsmoment. einer Nacht in einem abgemähten Kornfeld irgendwo zwischen Seattle und Wisconsin. Zirpende Grillen, der Geruch frischer ernte, ein aufziehendes Gewitter. „ich war 27, hatte ein Botanik-Studium in der tasche und keinen Plan, was ich damit anfangen sollte. Als das Gewitter ausbrach, lag ich im Feld und habe zum ersten Mal in meinem Leben richtig zugehört: dem Grollen des donners, den regentropfen, dem säuselnden Wind. diese Nacht hat mein Leben verändert. ich hatte noch nie zuvor so etwas Wundervolles gehört.“ Hempton wird zum Süchtigen nach diesen Geräuschen. er strampelt als Fahrradkurier durch Seattle, um sich besseres Aufnahme-equipment leisten zu können. er beginnt zu reisen. er feilt an seinem Gehör. Und wird so zum Spezialisten für außergewöhnliche Audio-einsätze. „die wichtigste regel lautet: Hör auf die gesamte Umgebung, nicht auf das einzelne Geräusch. Schalt dein Gehirn ab! Wahres Zuhören heißt Verehrung.“ Bald hat er den passenden Namen für seine tätigkeit gefunden. Auf seiner Visitenkarte steht: „Gordon W. Hempton, the Sound tracker“. „1991 ist mir dann die einladung dieser Softwarefirma aus redmond ins Postfach geflattert. Als ich zum vereinbarten treffen in das Bürogebäude kam, saßen dort all diese jungen Leute um den tisch. Sie trugen schmutzige t-Shirts, und manche hatten Löcher in den Schuhen.“ die Softwarefirma heißt Microsoft, und ihre jungen Mitarbeiter interessieren sich brennend für Multimediaprojekte. Gordon spielt seine Soundporträts vor: virtouses Vogelgezwitscher aus Südafrika, insektensummen im australischen Outback. dann sagt er seine magischen Sätze: „die erde ist eine solarbetriebene Jukebox. Überall, wo die Sonne hinscheint, beginnt die tierwelt ein faszinierendes Konzert.“ Als Microsoft zwei Jahre später die Cd-rOM-enzyklopädie „encarta“ auf den Markt bringt, befinden sich Hemptons Aufnahmen auf jeder verkauften Scheibe. Später reist der Sound tracker für Microsoft durch europa, um das Stampfen 75
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Unterwegs in sachen soUnd Was Geräuschesammler Gordon Hempton zum Arbeiten braucht? Eine Busladung voll High-Tech-Equipment und seine magischen Khaki-Shorts.
VW CAMPER, BAUJAHR 1964 Mein Bus ist mit einem kleinen Holzofen und einer Öllampe ausgestattet. Außerdem habe ich Essens und Wasservorräte für zwei Wochen da bei: So lange kann es nämlich dau ern, bis man den „VeeDub“ repa riert hat. Ich bin mit meinem Bus schon quer durch die USA gefahren. Und weil ich dau ernd gefragt wer de: Ja, ich bin be reit, das Gefährt zu verkaufen: 700 Dollar für den Bus – 20.000 für das Karma.
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NEUMANN KU81i KOPfMIKROfON (ALIAS „fRITZ“) fritz ist den Maßen eines menschlichen Kopfes nach empfunden. Die beiden Aufnahme kanäle befinden sich in seinen Ohren – dort, wo bei uns die Gehör gänge liegen. Die ses Mikrofonkopf modell gibt es nur in kleiner Stück zahl: fritz hat etwa hundert Brüder.
GASKOCHER Mein Gas 2000s ist über 20 Jahre alt – und funktio niert noch immer perfekt. Wenn ich draußen unter wegs bin, koche ich damit das Wasser für mei nen Morgentee.
ARMySHOP HELMTASCHE Darin wird fritz transportiert. Wenn ich auf nehme, will ich so leise wie möglich sein. Deshalb hat die Tasche weder Reiß noch Klettverschlüsse.
MEINE „WUNDER SHORTS“ Manchmal bin ich so in meine Arbeit vertieft, dass ich al les um mich herum vergesse und erst wieder zu mir kom me, wenn es stock finster ist. Kein Pro blem – solange ich meine „Wunder shorts“ trage. In den Taschen befin det sich nämlich meine Überlebens ausrüstung: Copen hagenKautabak, Taschenmesser, Lampe, Digicam, eine Schachtel Streichhölzer und mein Handy.
SENNHEISERHD 251KOPfHÖRER Ich lege großen Wert darauf, die 251Version zu benutzen. Der Grund: Die Quali tät dieses Modells ist herausragend.
BRÜEL & KJæR SOUNDLEVEL METER SLM 2225 Dieses Gerät er laubt mir eine prä zise Lautstärken messung an meinen Aufnahmeorten. So kann ich mein Mikrofon immer perfekt einstellen.
AUfNAHME TASCHE für mein Aufnah meEquipment: den Sound Devices 722 Recorder, der zwei Kanäle auf zeichnet – ein Ka nal für jedes von fritz’ Ohren.
SALOMON OUTDOOR SCHUHE Meine GoreTex Wanderschuhe bieten gute Unter stützung der Knöchel– und die brauche ich auf meinen Reisen auch.
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so laUt ist aMerika
Seattle
Joyce
2007, nach überstandenem Hörsturz, tingelt Gordon Hempton in seinem VWBus, Baujahr 1964, von West nach Ost quer durch die USA. Auf seiner fahrt von Joyce, Washington, nach Washing ton, D. C, hat er sein SoundLevelMeter dabei. So entsteht ein detailliertes LautstärkenEGK der Vereinigten Staaten (Anga ben in dBA). Überraschendes Ergebnis: In einem KlassikKon zert geht’s fast so laut zu wie bei einem Autorennen.
Missoula
Salt Lake City
Chicago
Wiggins
Williamsport
Moab
Washington Montgomery
130 120 110 100
Glocken am Kriegerdenkmal
Hacken zusammenschlagen
Polizeimotorräder auf Streife
Geräuschkulisse, Lincoln Memorial
Gewitter über Washington, D. C.
Schlafzimmer meines Elternhauses
Militärhelikopter-Überflug
meine Schritte am Asphalt
Zugsirene
Vogelgesang am Morgen
Motorboot am Potomac River
Nieselregen
Kohlengruben-LKW in Tennessee
Indianapolis Motor Speedway
amerikanisches Badezimmer
am Chicago Interstate Highway
Zephyr, der durchs Gras bläst
eine Windmühle in Nebraska
Froschgequake aus der Ferne
Pinienwind in den Rocky Mountains
Büro des Natural Sounds Program
Regentropfen am Zeltdach
das Summen von Insektenflügeln
leichte Windbrise
Wind über der Weide
Lokomotive (30 Kilometer entfernt)
ein singender Lerchenstärling
mein Zimmer im Motel
Applaus nach dem Konzert
Konzerthalle der Seattle Symphony
das Klingeln des Bibliothekstelefons
öffentliche Bibliothek, Seattle
10
Basketball-Fans
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Jet-Überflug im Nationalpark
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ein Elch beim Äsen
40
am „Quadratzoll der Stille“
50
Bachrauschen im Hoh Valley
70 60
Grenze des Hörbaren (0 dBA)
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Stadionsprecher beim Basketball
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0
und Schnaufen historischer dampfloks aufzuzeichnen. Seine Soundfiles landen auf dem PC-Spiel „train Simulator“. „Wie fandest du ‚train Simulator‘?“ „ich hab’s nie ausprobiert, ich bin kein Gamer.“ Gordons Jeep braust über die Landstraße. der Sound tracker ist ein gemächlicher Fahrer. Hinten im Kofferraum liegen teile seiner Outdoor-Ausrüstung verstreut: Spaten, taschenlampe, thermoskanne und Fritz, der Mikrofonkopf. „Welchen trip wirst du nie vergessen?“ „Belize, Februar 1995.“ Hempton bricht damals auf, um die Geräuschkulisse des Chan-Chich-regenwaldes für eine seiner Soundporträt-Cds aufzunehmen. Nachts stapft er durchs Unterholz, die Stirnlampe auf den Boden gerichtet. Als er nach einer Weile wieder aufblickt, blitzen ihm die Augen eines Jaguars im Schein seiner Lampe entgegen. Gordon bleibt stehen. Hält die Luft an. eine endlose Minute zieht vorüber. dann schleicht der Jaguar wieder zurück ins Gebüsch. „Man hat mich eigentlich vor den Lanzenottern dort gewarnt“, sagt er. „die sehen aus wie braune Äste, und ihr Biss ist tödlich. Und dann stehe ich im dschungel und werde von einer raubkatze bedroht. Wir glauben immer, wir hätten alles unter
Kontrolle – im Büro, im Leben, überall. Aber in Wirklichkeit stimmt das nicht. das merkst du in solchen Situationen.“ Gordons Soundporträt „Babbling Brook, Chan Chich, Belize“ kann man übrigens bequem im itunes Store kaufen – 20 Minuten Wildnis für 3,99 euro. der Jeep passiert das Ortsschild von Joyce. „Wir sind da“, sagt Gordon und zeigt aus dem Fenster. Joyce liegt an der Washington State route 112 nördlich des Olympic National Park. es gibt hundert einwohner und einen Lebensmittelladen. die Straßen sind leer. einen Kilometer weiter biegt der Jeep in einen Waldweg ab und hält vor einem großen Zelt. „das ist mein Zuhause.“ Gordon Hempton, der Sound tracker, wohnt in einem Zelt. Seine einfache erklärung dafür lautet: „durch Stoffwände hört man Naturgeräusche besser als durch Ziegel.“
heMPton wohnt in eineM Zelt. „dort hÖrt Man besser“, sagt er.
Sein Heim ist eine sogenannte Jurte – ein geräumiges Mongolenzelt – und misst neun Meter im durchmesser. durch eine Luke in der decke dringt Sonnenlicht auf den Parkettboden. es gibt eine kleine Küchenecke, ein doppelbett und ein Bücherregal aus Holz. rechts neben dem eingang steht ein Schreibtisch mit zwei Flachbildschirmen, einem rechner und drei externen Festplatten – die GeräuschBibliothek. Gordons Lebenswerk. Mehr als 10.000 einzelaufnahmen aus fünf Kontinenten. Gordon nimmt vor den beiden Bildschirmen Platz und fährt den rechner hoch. er kann seine Bestände nach Stichworten durchforsten. Gibt er etwa das Wort „Wind“ in die Suchmaske ein und klickt, erscheinen 1143 einträge. „Vogel“ – klick! –: 1137 einträge. Will man lieber „Wind, der durch Graslandschaften pfeift“ – klick! –: 19 verschiedene Varianten. Von seinem Schreibtisch aus kann Gordon Gewitter aufziehen lassen – dann kracht der donner durch seine Lautsprecher. Gordon spielt das Flattern von Schmetterlingsflügeln und das Grollen lavaspuckender Vulkane. Wir hören Wind, der durch die Kalahari-Wüste saust, das rhythmische tropfen schmelzenden Schnees im Yosemite-Nationalpark und 77
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wo die erde Polka sPielt Das Ozean-Piano, ein Baumfrosch-Konzert, die Band unter dem Erdboden: die zehn faszinierendsten Geräuschkulissen der Welt, ausgewählt von Gordon Hempton.
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1 MAUI Eine Vulkanhöhle, die wie ein großes Ohr geformt ist. Ich bin rein geklettert. Ein tiefer, dunkler Sound. 2 RIALTO BEACH Sanfte Ozeanwellen streicheln den Strand, wie Finger ein Piano. Diesen Ort habe ich 700 Mal aufgenommen. Er ist mir heilig. 3 yOSEMITE Bei den SodaSprings Quellen singt und tutet die Erde, als
spielte dort unten eine Band. Groß artiges Naturkonzert! 4 BELIZE Ein plappernder Dschungel Bach und ungestümes Affengeschrei. Beim Aufnehmen hätte mich fast ein Jaguar gefressen. 5 AMAZONAS Spannende Insekten geräusche. Und in meinem Schuh krabbelte eine tellergroße Spinne.
ein vierminütiges Zwitscher-Solo eines Lerchenstärlings, aufgenommen in Kansas im Jahr 1990. der Sound tracker lächelt. „Gordon, wo ist dein liebster Platz auf der Welt? „Oh, der liegt gleich um die ecke. Wartet bis morgen. ich zeige euch den stillsten Ort der USA.“ Wir treffen Gordon am nächsten tag am Besucherparkplatz des Olympic National Park. Als wir aussteigen, knallt neben uns ein tourist die tür seines toyota Corolla zu. „100 dBA!“, sagt Gordon und zeigt auf ein ding in seiner Hand, das aussieht wie ein überdimensioniertes Fieberthermometer. „das ist mein Sound-Level-Meter. es misst Lautstärken.“ Gordon erklärt, dBA seien aussagekräftiger als dezibel, weil sie die Wahrnehmung des menschlichen Ohrs berücksichtigen, das auf Mittelfrequenzen sensibler reagiert. „Mit dem Sound-LevelMeter messe ich die Geräuschkulisse vor jeder Aufnahme. Oder den Lärm, den die Menschen verursachen. Meine Spezialität waren immer Plätze, an denen es keinen menschlichen Lärm gibt. Aber die sind mittlerweile rar geworden.“ Vor sechs Jahren hatte Gordon deshalb eine idee: „One Square inch of Silence“ – 78
6 LONDON Ich besitze 7395 Aufnah men von Zügen. Das Schnaufen der „Flying Scotsman“Dampflok gehört zu meinen Favoriten. 7 PyRENÄEN Singvögel haben schon viele große Komponisten inspiriert. In Europa ist das Aufnehmen aber schwierig – wegen der Flugzeuge. 8 KALAHARIWÜSTE Kann es auf
den Quadratzoll der Stille. einen Ort mitten im Nationalpark, den er vor menschlichem Lärm schützen möchte. Wer den Quadratzoll der Stille besuchen will, muss dem Besucherweg 4,8 Kilometer ins innere des Olympic National Park folgen. die Strecke führt mitten durch den Hoh-regenwald, in dem dicht bewachsene Sitka-Fichten bis zu 90 Meter hoch in den Himmel wachsen. Kurz vor der einstiegsstelle macht Gordon Halt. „ich habe eine Bitte: Lasst uns ab jetzt nur noch mit Handzeichen kommunizieren. Wir nähern uns ‚One Square inch‘.“ Über einen elchpfad gelangt man bis zu jenem würfelförmigen Stein, der den Quadratzoll der Stille markiert. Gordons Miene wird zum ersten Mal ernst. das hier ist seine Kathedrale der Stille: 28 dBA misst er, verursacht lediglich durch das ferne Plätschern des Hoh river. Gordon legt sich ins Moos und starrt
„was ich aUf jeden fall noch braUche, ist singender sand.“
Erden heißer sein? 46 Grad Celsius! Aber die Geräuschkulisse ist ein Traum. 9 SRI LANKA Hier gibt es reizende Quakkonzerte kleiner Baumfrösche. Sehr entspannend. Ich bin fast eingeschlafen. 10 OUTBACK Ein lauter Morgen am Wasserloch: Ich habe Eulen aufgenom men, deren Ruf wie Hundegebell klingt.
in die Baumkronen. die Umgebung klingt wie eine Meditationskassette. Wir liegen am Boden und hören zu. Ab und zu zirpt ein Vogel. eine sanfte Brise säuselt durch die Fichten. Stille Minuten vergehen. dann rauscht ein Jet über den Park. Gordon zeigt auf das Sound-Level-Meter: 60 dBA – vom Boden aus gemessen. „Wir schützen Nationalparks vor Müll, warum nicht auch vor Lärm?“, fragt er, als wir zum Parkplatz zurückwandern. „One Square inch“ soll der erste lärmgeschützte Platz dieser Art werden. Aber bis dahin ist noch viel Arbeit nötig. Gordon muss jetzt weiter. „Welche Sounds fehlen dir noch?“ „Was ich unbedingt noch brauche, ist singender Sand. in Angola und Katar gibt es dünen, aus denen Luft schießt, wenn man darüber läuft. diese Melodie muss ich haben.“ dann steigt er in seinen Jeep und braust davon. Gestern, im Zelt, hatte uns Gordon seinen „Projekte für die Zukunft“-Ordner am Computer gezeigt. „Singender Sand“ stand auch dort. Neben 517 anderen ideen. „Soundtracker“ – die Dokumentation am 11. September um 20.15 Uhr auf ServusTV. www.soundtracker.com
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&
Infos für GRATISTICKETS IM HITRADIO Ö 3
Mehr Infos findest du auf
REDBULL.AT/ GEHEIM und OE3.ORF.AT
Inhalt 82 REISE-TIPP Red Bull Music Academy in Rom 84/85 KULINARIK Alvin Leung, „Moros y cristianos“ 86 Get THE GEAR MTB-TrialAusrüstung 88 TRAINING Trey Hardee 89 CLUB & CD 90 TOP-SPOTS 92 SAVE THE DATE 94 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV 97 KOLUMNE mit Christian Ankowitsch
Body+ Mind
Bild: Kay Clauberg/Red Bull content pool
More
Hoch, höher – Öhler. Mit welchem Rüstzeug MTB‑Trial-Weltmeister Tom Öhler (AUT) große Sprünge macht, erfah‑ ren Sie auf Seite 86.
Auf und dAvon
Offene Stadt
Der reise-Tipp Des MonaTs
Red Bull Music AcAdeMy WoRld TouR. Das Musik-Camp geht auf Weltreise: In Rom zollt man italienischen Filmkomponisten Tribut. Red Bulletin empfiehlt acht römische Spots mit dem Prädikat „sehenswert“.
Die Red Bull Music Academy bietet jungen Musikern aus aller Welt einmal im Jahr die Möglichkeit, von den Größten ihrer Zunft zu lernen. So werden im Oktober sechzig von ihnen nach Madrid reisen, um sich dort Frühstückstisch, Tonstudio und Plattenteller mit legendären Künstlern, Komponisten und SoundEngineers zu teilen. Davor geht das Musik-Camp auf Weltreise – um spannende Orte und neue musikalische Strömungen auf fünf Kontinenten zu erkunden. Und diese mit einmaligen Ausstellungen, Partys und Vorträgen zu feiern. Für die Konzerte in Rom (3./4. Oktober) lädt die RBMA ein 52-köpfiges Orchester inklusive DJs und Jazz-Instrumentalisten ins Auditorium Parco della Musica, um dort den Filmkomponisten der sechziger und siebziger Jahre ihre Reverenz zu erweisen. Sie werden die Musik von Ennio Morricone, Goblin oder Piero Umiliani teils elektronisch neu interpretieren, sie werden den Besuchern zeigen, dass viele aktuelle Pop-Nummern wie Gnarls Barkleys Hit „Crazy“ eigentlich auf Spaghetti-Western-Kompositionen beruhen. Und sie werden die Magie dieser melancholischen Orchester-Epen neu aufleben lassen. Ihre einzigartige, zeitlos elegante Atmosphäre findet sich in vielen Orten der Ewigen Stadt. Acht davon empfiehlt The Red Bulletin, denn: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert – und römische Nächte dauern besonders lang! 82
Bis Anfang Oktober bereist die Red Bull Music Academy fünf Kontinente. Eine Tour mit zehn Stopps, Konzerten, Jam-Sessions, Ausstellungen und Partys.
Imposantes Rom: das Auditorium Parco della Musica (o.), das Filmstudio Cinecittà (li.), in dem auch „Mein Name ist Nobody“ (li. u.) gedreht wurde. Unten: Bar S. Calisto.
MORE BODY & MIND
Alle Stopps der Red Bull Music Academy World Tour: Kapstadt, Maximum Signal Control. Wie baut man sein eigenes Soundsystem? Südafrikas beste Musiker und Klang-Experten zeigen es vor. Und weihen ihr Werk gleich mit einer riesigen Straßenparty ein. 2. – 4. 9. Berlin, Hansa – das Studio der Mauerstadt. Stars wie David Bowie oder Iggy Pop haben im Hansa-Tonstudio in den späten Siebzigern aufgenommen. Die Red Bull Music Academy lädt junge Berliner Künstler zum Konzert in die heiligen Hallen – und im Anschluss zur After-Party in die Bar25, den besten Berlin-Club der Gegenwart. 7. – 9. 9.
Melbourne, Notions of Sonic Space. In Melbourne tropft Musik von der Mauer, wenn die Red Bull Music Academy in einem Amphitheater im Stadtzentrum ihre Beamer aufbaut. Klangtüftler schießen Sounds wie Pingpongbälle durch den Raum, während VJs die Klänge visualisieren und auf die Außenwände projizieren. 24./25. 9.
Musik. Mit Kollegen wie Macy Gray, Amp Fiddler oder Cody ChesnuTT interpretiert er die Songs von Fela Kuti und Miriam Makeba neu. 10./11. 9. Detroit, Motor City Frequencies. Motown-Soul, Garage-Rock und Techno – das musikalische Erbe von Detroit ist einschüchternd, ja gewaltig. In einer aufgelassenen Lagerhalle richtet die Red Bull Music Academy Tonstudios ein, in denen Jungmusiker mit den lokalen Heroen fünf legendäre Platten aus Detroit neu aufnehmen und live präsentieren. 12. – 18. 9.
New York City, Five Out of Five. Fünf Tage lang werden fünf legendäre HipHop-Alben aus allen fünf New Yorker Bezirken genau beleuchtet. Untertags sprechen ihre Schöpfer in Workshops über die Aufnahmen, das Cover-Artwork und die Tracks. Nachts performen die Rapper ihre wegweisenden Platten dann live. 26. 9. – 2. 10.
Toronto, Culture Clash. Der New Yorker Hip-Hop-Übervater Afrika Bambaataa reist nach Kanada, um dort den größten Soundclash abzuhalten, den das Land je gesehen hat. Vier Soundsys-
Rome, C’era una volta a Roma. Italienische Spaghetti-Western-Soundtracks
der sechziger und siebziger Jahre von Komponisten wie Ennio Morricone prägen die Popkultur bis heute. Die Red Bull Music Academy lädt ein 52-köpfiges Orchester ein, um der epischen Musik Tribut zu zollen. 3./4. 10. São Paulo, ¿Que Tal PanameriKa? Von Baile Funk bis Digital Cumbia: In Südamerika entstehen aufregende elektronische Soundströmungen, die auf musikalischen Traditionen und alten Mustern beruhen. Die Clubserie PanameriKa führt die nennenswerten Protagonisten zusammen. 5. – 7. 10. London, Revolutions in Sound. Mit einem Konzert im größten Riesenrad Europas feiert die Red Bull Music Academy London als kulturellen Schmelztiegel: Die 32 Gondeln des London Eye werden von jungen Künstlern aus aller Welt bespielt. Die Besucher erwartet eine globale musikalische Reise. 13. 10. Tickets und Details auf: www.redbullmusicacademy.com
DIE TOP 8 ZWISCHEN SPAGHETTI-WESTERN UND HORROR-HAUS
Auf den Spuren der italienischen Meister oder: Ein musikalischer Marsch durch Rom
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Mahlzeit, Morricone! Im Checco er Carrettiere haben Leone und Morricone ihre Filmprojekte besprochen – in ihrem Lieblingsrestaurant sieht’s noch immer aus wie in den Sechzigern. An der Wand hängt ein Schulbild der beiden Filmgiganten mit Besitzer Francesco Porcelli – und angeblich schaut Morricone vorbei, wenn ihm nach einer Portion Pasta ist. Via Benedetta 10, 00153
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Pause im Park Vor dem Konzert im Auditorium Parco della Musica bietet sich ein Picknick im nahen Parco di Villa Glori an. Die grüne Lunge im Norden der Stadt ist den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gewidmet, etliche Plastiken italienischer Künstler erinnern daran. Piazzale del Parco della Rimembranza, 00197
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Im Horror-Haus Dario Argento ist der Meister des Horrors. Seine schaurigen SiebzigerStreifen wie „Suspiria“ sind Klassiker der Filmgeschichte. Requisiten wie Monstermasken und blutverschmierte Messer sowie DVDs und Fanartikel des Kult-Regisseurs gibt’s in dessen HorrorMuseum. Ebenso wie Aufnahmen der italienischen Prog-Rock-Band Goblin, die Argentos genial gruselige Filmmusik eingespielt hat. Via dei Gracchi 260, 00192
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Wie im Film Es ist das größte Filmstudio Mitteleuropas. Und groß ist auch die Geschichte der Cinecittà im Südosten Roms. „Ben Hur“ wurde hier gedreht, etliche Fellini-Streifen und Szenen für Sergio Leones Western „Für eine Handvoll Dollar“. Zur Einstimmung auf das Konzert kann man hier auf Clint Eastwoods blutroten Spuren wandeln. Via Tuscolana 1055, 00173
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Aus zweiter Hand Plattenläden liegen im Sterben – nicht so Mille Records. Das Geschäft hat den Trend erkannt und sich auf Vinyl spezialisiert, vor allem auf Jazz- und Soundtrack-Aufnahmen. Sammler durchforsten die Regale voller Neupressungen alter Klassiker und Second-Hand-Vinyl, darunter auch rare Originalpressungen italienischer Filmkomponisten wie Piero Umiliani oder Luis Bacalov. Via Merulana 91, 00185
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Eis, Eis, Baby Doch Trastevere ist nicht nur wegen seiner beiden Filmhelden bekannt, das Viertel gilt als coolste Ecke der Stadt. Die Piazza Santa Maria ist bis spätnachts belebt, im Künstlertreff San Calisto treffen sich Musiker und Maler zum Philosophieren, Trinken – und Eisessen. Denn nominell ist die Bar mit dem großen A.S.-Roma-Schrein eine Gelateria. Eine der besten der Stadt, sagen übrigens nicht nur die Künstler. Piazza San Calisto 3, 00153
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Felsentänzereien Wem nach italienischer Filmmusik noch nach Italo-Disco zumute ist, der taucht in die Via di Monte Testaccio ein. Dort reiht sich ein Club an den anderen. Der beste und dienstälteste in diesem nachtaktiven Viertel Roms heißt Akab. Besonders empfehlenswert im Höhlenclub ist der Dienstag: Die hippe Partynacht „L-Ektrica“ macht zwischen Disco und House ihrem Namen alle Ehre. Via di Monte Testaccio 69, 00153
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Vorspann am Flohmarkt Im Trastevere-Viertel beginnt die Spaghetti-Western-Spurensuche. Hier wurden Regisseur Sergio Leone und Filmkomponist Ennio Morricone geboren (Viale Glorioso), hier gingen sie zur Schule. Deshalb suchen ihre Fans am Trastevere-Flohmarkt bevorzugt nach alten Filmplakaten und SoundtrackLPs. Piazza di Porta Portese, 00153
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TExT: FlORIAN OBKIRCHER. BIlDER: HUGO SIlVA/RED BUll CONTENT POOl, RICCARDO SPIlA/CORBIS, MAURITIUS, SABA lAUDANNA, DDP. KARTE: MANDy FISCHER
Paris, Questlove’s Afro-Picks. Im Rahmen des Festivals Jazz à la Villette kuratiert The-Roots-Drummer Questlove eine Nacht im Zeichen afrikanischer
tems steigen in den Ring, um das Publikum mit Hip-Hop und ElectroFunk für sich zu gewinnen. 23. 9.
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Die besten Köche Der Welt Zu Gast im HanGar-7
… sich jeden Tag neu erfinden
Alvin leung. rockstar? revoluzzer? Viel mehr als das: der Kosmopolit erfindet in Hongkong die chinesische Küche neu.
alvin leung verachtet nichts mehr als Konventionen und fürchtet nichts mehr als langeweile. das sieht man dem in london geborenen und in Toronto aufgewachsenen „demon Chef“ – wie ihn Hongkongs Presse nennt – durchaus an: auf den ersten Blick wirkt er eher wie ein rockstar als wie ein Michelin-Sterndekorierter Spitzenkoch. Weltweiten ruhm erwarb sich der Chef des coolen „Bo innovation“ allerdings in der Küche – indem er die traditionelle chinesische Küche zu völlig neuem leben erweckte. durch die kreative wie respektvolle Kombination uralter Traditionen mit modernsten Zutaten und Techniken – er selbst nennt sie „X-treme Chinese cuisine“. Zum für ihn typischen unverwechselbaren Küchenstil inspiriert wurde leung durch seine rastlosigkeit: Seit frühester Kindheit ist er stets auf reisen, unterwegs lernte er einige der größten Köche der Welt kennen, Ferran adrià ebenso wie Joël robuchon oder Heston Blumenthal. in leungs Wirkungsstätte im geschäftsviertel Wan Chai werden Menüs mit durchaus auch einmal achtzehn gängen serviert, von Century egg mit gesüßtem essig, ingwer und grapefruit bis zu Spanferkel-Sandwich oder seinem Signature-dish, Sex on the Beach. Austern mit Frühlingslauch und „Vogelnest“ mit Kaviar.
Mein RestauRant Bo Innovation Shop 13, 2/F, J Residence 60 Johnston Road, Wan Chai Hongkong www.boinnovation.com Das schlichte, cool gestylte Lokal liegt im zweiten Stock und verfügt über einen eige nen Liftzugang. Der Chef ist auf jeden Fall zugegen – wenn nicht persönlich, dann in Form eines zwei Meter großen Porträtfotos: Stirnfransen, Sonnenbrille, Tätowierung am Oberarm … unverkennbar Alvin Leung.
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Sinne an der Grenze „Wer heute in ein modernes Gourmet Restaurant geht, möchte mehr als nur ein schmackhaftes Mahl genießen – er möchte alle seine Sinne erleben und diese an die Grenze führen.“ Kombination der Epochen Alvin Leung kombiniert traditionelle chinesische Rezepte mit zeitgemäßen Zutaten und Kochtechniken. Erwartungen herausfordern „Ich möchte die Erwartungen meiner Gäste herausfordern, sie überraschen und anschließend ihre Sinne anregen.“ Autodidakt Leungs Vorbild ist Heston Blumenthal, dessen legendäres „Fat Duck“ 2005 zum besten Restaurant der Welt gekürt wurde. „Ich genoss wie er niemals eine herkömmliche Ausbildung zum Koch, wir sind beide Autodidakten.“
Die Gastköche im Hangar-7 Monat für Monat gastiert ein anderer inter nationaler Spitzenkoch im „Restaurant Ikarus“ des Salzburger Hangar7 und kreiert dort ge meinsam mit dem Küchenteam zwei einzigartige Menüs. Gastkoch im September 2011 ist Alvin Leung, Chef des Restaurants „Bo Innovation“ in Hongkong. Informationen zu Leungs Menüs im „Ikarus“ finden Sie unter www.hangar7.com, Reservierungen sind sowohl telefonisch (unter +43 662 219777) als auch via EMail möglich: ikarus@hangar7.com
Bilder: Kar Fai Tong/red Bull Hangar-7 (3)
Meine pHilosopHie
more body & mind
Geschmack von Welt
Fest-Mahl
NatioNalgerichte zum NachkocheN
text: klaus kamolz. Bild: fotostudio eisenhut & mayer
Moros y cristianos. Kubas Nationalgericht aus Reis und Bohnen erinnert an die spanische Reconquista.
Eigentlich ist Moros y Cristianos ein Fest, nein, eine Fiesta, die in ganz Spanien gefeiert wird. Das opulente Spektakel soll an die Reconquista erinnern, die über Jahrhunderte währenden Kämpfe zwischen Christen und Mauren, weißen Spaniern also und farbigen Eroberern aus Nordafrika und dem Orient; mittlerweile ist das Ereignis jedoch als islamfeindlich umstritten. Das könnte auch für die gleichnamige Speise gelten. Frühe spanische Siedler in Kuba fühlten sich beim Anblick zweier wesentlicher Zutaten in der Küche der Karibikinsel sofort an die Reconquista erinnert. Schwarze Bohnen und weißer Reis? Moros y cristianos natürlich. Bis heute hat sich das einfache Gericht, für das es – wie viele Kubaner sagen – ebenso viele Rezepte gibt wie Köchinnen und Köche, auch aufgrund der Nahrungsmittelknappheit als Nationalgericht erhalten; nur an Festtagen wird es manchmal mit etwas Fleisch angereichert.
Das Rezept Zutaten für 4 Personen: 200 g schwarze Bohnen 250 g Langkorn- oder Basmatireis 250 g reife Tomaten, geschält, entkernt und gewürfelt 1 mittlere Zwiebel, fein gehackt 2 Knoblauchzehen, fein gehackt 1 Schote grüner Paprika,
entkernt und gewürfelt 80 g gewürfelter Speck oder 1 ca. 15 cm lange Chorizo, in dünne Scheiben geschnitten 1 TL gemahlener Kümmel 1 TL getrockneter Oregano 1 Lorbeerblatt Olivenöl oder Pflanzenöl Salz Pfeffer
Bohnen über Nacht einweichen und in kaltem Wasser zustellen und weichkochen. In einer Pfanne Öl erhitzen, zuerst den Speck oder die Chorizo darin anrösten und dann Zwiebel, Paprika, Knoblauch glasig dünsten. Tomaten dazugeben, weiter dünsten und mit Lorbeer, Oregano, Kümmel, Salz und Pfeffer abschmecken. Bohnen und Reis beifügen und mit ½ Liter Wasser aufgießen. Pfanne zudecken und den Reis garquellen lassen. Gut durchrühren und heiß servieren.
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Öhlers Wanderzirkus
get the gear Die Ausrüstung Der Profis
Tom Öhler. der mTb-Trial-Weltmeister und rekordhalter im bike-Hochsprung (2,90 meter) tingelt mit seinem anhänger durch die Welt. darin steckt alles, was er braucht, um seinen Zusehern die Kinnlade auszurenken.
1 Humer-Anhänger Gleichzeitig meine Showbühne. Ich habe ihn tunen lassen: Das Dach ist mit Riffelblech verstärkt, damit ich raufspringen kann. Außerdem hat er schicke Dotz-Wheels gekriegt. Zugfahrzeug ist ein VW Multivan.
9 Schuhe Am liebsten trage ich Nike, meine hohen Bike-Schuhe fürs Gelände stammen von Shimano. Die schwarzen Crocs sind meine Reiseschuhe: Etwas Bequemeres kenne ich nicht. Die hier sind schon fünf Jahre alt.
2 Campingstuhl Das wichtigste Utensil überhaupt! Zum Chillen während der Wartezeiten unersetzlich.
10 Evoc-Duffle-Bag Da kommen meine Schoner rein. Unverwüstliche Tasche fürs Grobe, wasserdicht.
3 Maloja-Sporthandtuch Geniales Ding des deutschen Bekleidungs-Labels. Extrem dünn, leicht und saugfähig. Und sieht auch noch saugeil aus.
11 Rucksack Evoc Freeride Trail Mit Rückenprotektor und zwanzig Litern Fassungsvermögen ideal zum Mountainbiken. Wenn sich wer über die Farb-Kombi wundert: Er gehört eigentlich meiner Freundin.
4 Evoc-Bike-Travel-Bag Stabile Flugtasche für meine Bikes mit Rollen und Taschen. Wenn das Bike dein Handwerkszeug ist, darfst du keine Transportschäden riskieren. 5 Trialbikes: KTM/Inspired Ich fahre das gleiche Modell wie Danny MacAskill. Der Unterschied zwischen dem roten und dem blauen ist die Radgröße: Das rote hat 24-Zoll-Räder, das blaue 26-zöllige. Hauptvorteil des kleineren Bikes: Es braucht weniger Platz, darum fahre ich Übersee-Shows meist mit dem roten. Technisch unterscheiden sie sich dadurch, dass ich am roten hinten eine Scheibenbremse fahre, am blauen eine hydraulische Magura-Felgenbremse. 6 Mountainbike KTM Caliber Mein Allround-Bike: mit 19 Kilo kein Leichtgewicht, sondern ein stabiler Freerider für jedes Gelände. Ich fahre damit im Bikepark, aber auch Touren und Cross-Country-Runden. Selbst wenn Geschwindigkeit für Trial-Fahrer irrelevant ist: Wenn es sein muss, kann ich bergab schon ordentlich Gas geben!
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7 Federgabel SR Suntour Axon Eine Garnitur der wichtigsten Ersatzteile wie Gabel, Bremsscheiben oder Lenker habe ich immer dabei. In meinem Sport sind das fast Verschleißteile. Das Besondere an der Federgabel ist die Reduktion des Federwegs von 10 auf 4 cm: Sie soll nur die gröbsten Schläge bei Drops wegnehmen. Unter mehr Travel würde die Präzision leiden. 8 Reisegürtel Manche nennen es auch Schuhband: Damit erspare ich mir die nervige Fummelei bei der Security-Control am Flughafen.
12 Poc-Helme Der Hartschalenhelm ist mein Standard-Schutz, nur im Bikepark verwende ich den FullfaceHelm. Gern montiere ich eine GoPro-Kamera, um meine Tricks zu dokumentieren. 13 Poc-Schützer Die Knieschoner der schwedischen Spezialisten trage ich immer, die Ellbogenschützer nur, wenn es wirklich haarig wird. 14 Standpumpe Ein leichtes, billiges No-NameDing aus Plastik. Nehme ich auch auf Flugreisen mit. 15 Werkzeug Mein komplettes Werkzeug hat in einer kleinen Tasche Platz. Zur Grundausstattung gehören ein Satz Innensechskantschlüssel von 1 bis 10 mm, ein Pedalschlüssel, ein paar Gabelschlüssel, ein Drehmomentschlüssel, Speichenschlüssel, Kettennieter und ein Seitenschneider. Meine Werkstatt? Am liebsten arbeite ich am Boden meiner Wohnung. 16 Weltrekord-Rampe Meine Tante hat sie gebaut, sie ist Tischlermeisterin. Das Reglement diktiert die Höhe von 50 cm. Für kleinere Shows habe ich eine Mini-Version mit 10 cm Höhe. Das reicht, um auf den Anhänger zu springen. 17 Poc-Sonnenbrille Meine Augen sind sehr empfindlich. Gleißendes Sonnenlicht wie letztens im Nahen Osten halte ich ohne Brille nur schlecht aus. 18 Poc-Handschuhe Mit extra Knöchelschutz! www.smooth.at
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Training der Vielseitigkeit Laufen, Springen, Werfen – ein Zehnkämpfer muss in allen Disziplinen Höchstleistungen erbringen können.
Trainieren wie die Profis
Tausendsassa Trey Hardee. Ein Zehnkämpfer vereint in seinem Körper Geschwindigkeit, Kraft und Ausdauer. Und er muss vor allem eines sein – leidensfähig.
Trey Hardee: Weltmeister im Zehnkampf 2009
Zehnkämpfer gelten als die Könige unter den Leichtathleten, bei der WM 2009 in Berlin bestieg der Amerikaner Trey Hardee den Thron. Rund zwei Monate vor einem wichtigen Wettkampf beginnt für den 27-jährigen Wahltexaner die intensive Vorbereitungsphase. Was heißt: Die Anzahl der Trainingseinheiten nimmt ab, je näher der Wettkampf rückt. Aber gerade beim letzten Feinschliff steigt die Intensität der Trainingseinheiten. „Ich absolviere sehr viele 300-Meter-Läufe“, sagt das 1,95 Meter große Kraftpaket, „denn sie verbessern meine Geschwindigkeitsausdauer. Gerade die letzten Läufe tun sehr, sehr weh, wenn deine Muskeln quasi in Milchsäure getränkt sind und du dich trotzdem über die Bahn quälst.“
Liebe, die Leiden schafft Wie schafft es Trey Hardee, sich jeden Tag für die Trainings torturen zu motivieren? Ganz einfach: Er liebt das, was er tut. „Die Trainingsanlage sollte der Ort sein, an dem du dich jeden Tag aufhalten möchtest“, meint Hardee. „Am besten ist, wenn du das tägliche Training kaum erwarten kannst und mit so großem Ehrgeiz bei der Sache bist wie beim Wettkampf. Dir muss bewusst sein, dass dich nur harte Arbeit weiterbringt. Man lernt Schmerzen zu ertragen, um jeden Tag besser zu werden. Immer, wenn mich Dinge anzuöden beginnen, frage ich mich: ‚Warum bin ich hier? Warum tue ich mir das an?‘ Und meine Antwort ist: ‚Weil ich nirgendwo lieber wäre als auf der Anlage.‘“
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Dienstag 8 Uhr: Aufwärmen (siehe Montag) 2- bis 4-mal 10 Whg. Bauchmuskelübungen 20 Knie-Tucks* mit Schaumstoffrolle Schulterübungen mit Swiss- und Medizinball Gewichtheben: Power Snatch* je 3mal 70 kg, 2-mal 80 kg, 1-mal 90 kg Kurzhantel-Brustdrücken auf dem Boden 8-mal 37,5 kg, 6-mal 44 kg, 4-mal 48,5 kg, 8-mal 44 kg, 6-mal 48,5 kg, 4-mal 56 kg Latrudermaschine und Seilzug zum Gesicht 3-mal 8 Whg.
Nachmittag: Hopserlauf (400 m) Dynamische Flexibilitätsübungen Sprint Drills über 40 m Hürdenmobilitätsübungen Diskuswerfen: 10 Standwürfe, 10 Würfe mit halber Drehung, 5 komplette Würfe Stabhochsprung: 4 Stabhochsprung-Drills, 6 Anläufe zur Box, 6 bis 8 komplette Sprünge Mittwoch Nachmittag: 400 m Joggen, statisches Stretching Dynamische Flexibilitätsübungen Sprint Drills 1-mal 30 m Speerwurf: je 5 Würfe mit 1/3/5 Schritten Anlauf, danach 5-mal voller Anlauf ohne Wurfausführung Schnelligkeits-Ausdauer: 2- bis 4-mal 300-m-Läufe in je 42 Sekunden mit 4 Minuten Pause und 7 Minuten zwischen den Sätzen Donnerstag Nachmittag: 800 m Joggen, statisches Stretching Dynamische Flexibilitätsübungen Sprint Drills 2-mal 30 m Weitsprung: 6 Weitsprünge mit 2 Schritten Anlauf, danach 6–8 volle Weitsprünge, 6–8 Sprünge mit kurzem Anlauf Freitag 8 Uhr: Aufwärmen (siehe Montag) je 10 Schulter- und Hüftübungen Übungen mit dem Swiss-Ball und dynamisches Stretching Gewichtheben: Power Cleans* – Aufwärmen, danach je 2-mal mit 100/110/120/125/130 kg 3-mal 8 Bulgarian Split Squats* mit Theraband Kreuzheben am Zugturm 3-mal 6 Whg. mit 102,5 kg Samstag Erholung Sonntag Aktive Regeneration: 15 min Radfahren, 20 min Stretching, Massage des gesamten Körpers mit der Therapie-Schaumstoffrolle und 12 min Kältebad. * Bitte auf YouTube vorzeigen lassen.
www.treyhardee.com
TExT: ZoIE cLIFT. BILDER: JUsTIn KosMAn/RED BULL conTEnT PooL
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Montag 8 Uhr: Aufwärmen: 10 min mit Schaumstoffrolle, 10 min SpeerwurfBewegungsübungen Riesenschritte mit einem Theraband um die Knöchel (20 m) 10 Schulterübungen 5 Übungen mit Bandit’s Loops* 40-mal Beinheben 10-mal Medizinball-Rollen 10-mal Medizinball-Superman-Würfe Bauchmuskeltraining: je 2-mal 10 Sprinter-Sit-ups, Berühren der Zehenspitzen, Reverse Crunches* Gewichtheben: Hang Cleans* – Aufwärmen, danach je 5-mal mit 100/110/115/120/125/130 kg Bankdrücken: Aufwärmen, danach je 5-mal mit 100/107,5/110/120 kg, je 3-mal mit 130/135/140 kg Latrudermaschine mit unterschiedlichem Griff 3- bis 4-mal 12 Whg. Einarmiger Pull-over mit Kurzhantel 3- bis 4-mal 12 Whg. Nachmittag: 800 m Joggen, statisches Stretching Dynamisches Stretching Sprint Drills* 2-mal 30 m Hochsprung: 1 Standhochsprung, 15 komplette Sprünge, 5 Sprünge mit 4 Schritten Anlauf Kugelstoßen: 15 Standstöße, 5-mal mit Angleiten und Stoppen Beschleunigungsübungen: Hürdenstarts 3-mal 1, 3-mal 2 und 3-mal 3 Hürden, danach 3-mal 110-MeterHürdenläufe im 5-Schritt-Rhythmus Je 10-mal Überkopfwürfe, Vorwärtswürfe zwischen den Beinen, Brustwürfe 5–10 min Auslaufen, 12 min Kältebad
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„Die Reduktion war mir wichtig“
Mit Badehose durch die Nacht
Hubert von Goisern. Nach epischen Projekten findet der österreichische Musiker zum schlichten Pop song zurück. Und hat wieder Freude am Rocken.
Best CluBs im herzen der discokugel
Ein Swimmingpool voller Tänzer
TExT: FLORIAN OBKIRCHER. BILDER: CAVO PARADISO (2), TINA TyRELL
Cavo Paradiso, GrieCHenland. Wie eine Sirene thront das Cavo auf einem Felsen und lockt mit seinen Klängen Tänzer aufs Sonnendeck mit Meerblick.
Ihr habt das „Cavo“ 1994 eröffnet, weil … … Mykonos der ideale Ort für einen mediterranen Club ist. Wir haben mittlerweile den Status eines Museums – jeder Tourist will das Cavo sehen. Von außen sieht der Club … … wie ein geheimnisvolles Schloss aus. Betrittst du den Club … … siehst du einen verwinkel ten Korridor, der dich direkt zum Dancefloor führt. Das Flair erinnert an … … den Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio. Voll ist der Club, wenn … … 3500 Leute durch die Nacht tanzen. Du weißt, dass die Stimmung passt, wenn … … der Swimmingpool gefüllt ist. Mit Leuten, die voll zur Musik abgehen.
Die verrückteste Nacht hattet ihr … … 2001, als John Digweed, eine HouseLegende, ein Ma rathonSet von elf Stunden absolviert hat. Oder den vier zigsten Geburtstag von David Morales, der übrigens jedes Jahr bei uns seinen Geburts tag feiert. Wir haben seine alten DJFreunde Louie Vega und Frankie Knuckles ein geladen, die schon 1994 bei einer unserer ersten Partys zu dritt aufgelegt haben. Vom Tanzen erholen … … kann man sich auf unserer Felsenterrasse, wo man den idyllischen Sonnenaufgang mitverfolgen kann. Ein Taxi zurück ins Stadtzentrum kostet … … fast nichts. Gemessen an der erhebenden Erinnerung an eine magische Nacht im besten Club der Insel.
Sein letztes Album „S’ nix“ war ein orchestrales, multi kulturelles Kaleidoskop. Eine Reflexion seiner „LinzEuro pa Tour“, die Hubert von Goi sern samt neunköpfiger Band per Schiff die Donau entlang durch halb Europa führte. Die Konsequenz: „Entweder und oder“, sein neues Werk, klingt entschlackter denn je. Im Quartett rockt sich Goisern durch zwölf Songs, schon der Opener „Brenna tuats guat“ macht klar: Das Tempo zieht an, die Gitarre darf sägen, das Akkordeon galoppieren. red bulletin: Warum die Rückbesinnung auf den einfachen Popsong? hubert von goisern: Oft braucht das Pendel einen Schlag in die andere Richtung, um in Schwung zu bleiben. Und die Reduktion nach „S’ Nix“ war mir wichtig. Am Ende greife ich auf der Neu en Dinge auf, die ich in den
Neunzigern schon mit den Alpinkatzen gemacht hab. Macht Rock wieder Spaß? Total. Mit acht Musikern klingt alles orchestral. Du kannst schon druckvolle Sachen machen, aber diesen Punch kriegst du nur mit einer Rockband hin. Ist dir das Songwriting dadurch einfacher gefallen? Ich wollte diesmal Zufällen Raum geben, ehrliche Ideen und Melodien trotz Skepsis einfach zulassen. So wie „Bogen“ auf „riesige Hoden“ zu reimen? Ja. Der erste Reflex war, das geht nicht. Dann dachte ich, da stehst du dazu, da schämst du dich nicht. H. von Goiserns Neue: bereits erschienen.
Out nOw
St. Vincent: Strange Mercy (4AD) erscheint am 13. Septem- am Frischware ber. Tourdaten undPlattenteller Soundproben gibt’s auf www.ilovestvincent.com
Word-Rap mit Margharita Antonini, Club-Management Cavo Paradiso Club Paradise Beach, Mykonos 84600 Griechenland +30 22890 27205 www.cavoparadiso.gr
Hubert von Goisern, 58, geht im Jänner 2012 mit neuer Platte auf Tour.
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Kämpft um seinen ersten Titel: Ken Roczen
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MOTORSPORT WRC RALLY AUSTRALIEN (1) PERTH, 9. – 11. 9. 2011 Die Rallye an Australiens Westküste führt über schnelle Schotterstraßen, durch Wälder und das Outback. Die letzten beiden Male (2006/2009) kam Mikko Hirvonen (FIN) am besten mit diesen Bedingungen zurecht. Der siebenfache Weltmeister Sébastien Loeb (FRA) konnte hier bislang nur 2004 gewinnen.
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MOTOCROSS-WM ITALIEN (2) MOTOCLUB MONTEROSATO, FERMO, 11. 9. 2011 Die Motocross-Saison geht in den Marken an der italienischen Ostküste zu Ende. Antonio Cairoli (ITA) könnte sich seinen dritten WM-Titel in Folge in der MX1-Klasse sichern, Jungstar Ken Roczen (GER) erstmals in seiner Karriere die MX2-Meisterschaft gewinnen. RED BULL X-FIGHTERS AUSTRALIEN (3) COCKATOO ISLAND, SYDNEY, 17. 9. 2011 Der letzte Tourstopp führt die Freestyle-Motocross-Akrobaten erstmals in ihrer Geschichte nach Australien. Die Location ist einzigartig: Die frühere Gefängnis- und Kriegswerftinsel im Hafen von Sydney ist UNESCO-Weltkulturerbe. FORMEL-1-GP VON SINGAPUR (4) MARINA BAY STREET CIRCUIT, 25. 9. 2011 Knapp 1500 Scheinwerfer erzeugen bei diesem Nachtrennen eine Beleuchtungsstärke von rund 3000 Lux. Im Vorjahr fehlten Sebastian Vettel, der Zweiter wurde, nur 0,293 Sekunden auf Sieger Fernando Alonso.
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MOTO-GP VON JAPAN (5) TWIN RING, MOTEGI, 2. 10. 2011 Aufgrund der Erdbeben- und Nuklearkatastrophe wurden die Motorrad-WM-Rennen auf dem modernen, 4,8 Kilometer langen Straßenkurs von April auf Anfang Oktober verschoben. PHARAONEN-RALLYE ÄGYPTEN (6) START & ZIEL: KAIRO, 2. – 8. 10. 2011 Die Rallye des Pharaons – 6 Etappen, 3000 Kilometer – gilt als herausforderndste EnduroRallye nach der Dakar. Zu den Titelanwärtern bei den Motorrädern zählt heuer wieder Marc Coma (ESP), der in Ägypten bereits 2005, 2006, 2007 und im Vorjahr gewinnen konnte.
Top Events September 2011
VIEL STAUB WIRD VON DEN MOTORSPORTLERN AUFGEWIRBELT, IM WASSER GEHT ES UM EHRE UND ORDENTLICH „SCHOTTER“. UND NACHTAKTIVE SOLLTEN DIESE EVENTS NICHT VERPASSEN. 90
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WASSERSPORT ASP WORLD TOUR USA (7) LONG ISLAND, NEW YORK, 4. – 15. 9. 2011 Das Quiksilver Pro New York ist mit einem Preisgeld von einer Million US-Dollar der bestdotierte Bewerb der gesamten Saison. KANUSLALOM-WM SLOWAKEI (8) BRATISLAVA, 6. – 9. 9. 2011 Jana Dukátová wird sich ganz besonders auf ihre Heim-WM freuen. Gelingt es ihr, den Titel im Canadier-Bewerb aus dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen? MUNDIAL DE KITESURF BRASILIEN (9) CUMBUCU BEACH, AQUIRAZ, 9. – 17. 9. 2011 Aaron Hadlow, Bruna Kajiya, Kai Lenny, Gisela Pulido und Susanne Mai werden beim bedeutendsten Kitesurf-Wettkampf der Saison im „Mekka des Windes“ im Nordosten Brasiliens an den Start gehen. EXTREME SAILING SERIES FRANKREICH (10) NIZZA, 30. 9. – 2. 10. 2011 Die malerische Hauptstadt der Côte d’Azur zieht im Jahr über 4,5 Millionen Touristen an und bildet den siebenten Austragungsort der temporeichen und spektakulären Segelserie.
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PYGMALION USA (19) URBANA, ILLINOIS, 21. – 24. 9. 2011 Für alle, die im Lateinunterricht nicht aufgepasst haben: Pygmalion ist der Typ, der laut Ovid seine weibliche Elfenbeinstatue lebendig geküsst hat. Warum ihn dieses Indie-Festival zum Namenspatron erklärt hat? Vielleicht, weil Musiker wie Cut Copy, Gang Gang Dance, Washed Out und Toro y Moi die Tanzbeine des Publikums zum Leben erwecken.
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BILDER: ACTION IMAGES, GEPA/RAY ARCHER/RED BULL CONTENT POOL, OSAMU MATSUBA/RED BULL CONTENT POOL, BRIAN RASIC/REX FEATURES
Beim Bestival stellt die isländische Pop-Elfe Björk ihr neues Album „Biophilia“ vor. RED BULL THRE3STYLE BOLIVIEN (13) SANTA CRUZ, 9. 9. 2011 Lokale DJs müssen in einem 15-Minuten-Set drei Genres abklappern. Welche das sind, ist egal, solange der DJ es schafft, diese elegant zu verschmelzen. Beurteilt werden die Plattendreher anhand der Kriterien Songauswahl, Skills, Kreativität und – am wichtigsten – ihrer Fähigkeit, das Haus zu rocken.
BEATS UND B-BOYS EN VIVO SPANIEN (11) GETAFE, MADRID, 8. – 10. 9. 2011 Drei Akkorde für ein Halleluja: Spaniens Hauptstadt steht drei Nächte lang im Zeichen des Punk. Altmeister wie The Offspring und The Toy Dolls teilen sich Bühne und verschwitzte Anarchy-Shirts mit brachialen Lokalhelden wie Rosendo, Mago de Oz oder Los Suaves. BESTIVAL GROSSBRITANNIEN (12) ISLE OF WIGHT, 8. – 11. 9. 2011 Vor acht Jahren waren’s 4000 Besucher, letztes Jahr 45.000: Das Bestival ist das am schnellsten wachsende Festival der Insel. Kurator und BBC-DJ Rob Da Bank sagt stolz über sein Baby: „Man bezeichnet uns sogar schon als Mini-Glastonbury!“ Angesichts des diesjährigen Line-ups mit Björk, The Cure, Primal Scream, Brian Wilson und Odd Future prognostizieren wir: Tendenz weiter steigend!
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Jana Dukátová, Kanuslalom-Titelverteidigerin
N.A.M.E FRANKREICH (18) LA TOSSÉE, TOURCOING, 17./18. 9. 2011 Elektronische Musik und digitale Kunst, das passt prima zusammen. Mindestens so gut wie Frankreich und entspannte Festivals. Das N.A.M.E. ist eines davon. Untertags gibt’s Ausstellungen und Workshops, abends wird die Diskokugel ausgepackt und zu Simian Mobile Disco, 2ManyDJs oder Carl Craig getanzt.
BERLIN FESTIVAL DEUTSCHLAND (14) TEMPELHOF, BERLIN, 9./10. 9. 2011 Tempelhof war bei seiner Eröffnung 1923 einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands. 2008 wurde der Hangar geschlossen, die Gepäckbänder abgeschaltet. Seitdem fahren am Rollfeld musikalische Geschütze auf. So wie in diesem Jahr Suede, The Rapture, James Blake oder The Drums, die beim Berlin Festival, einem „Festival für Menschen, die keine Festivals mögen“, konzertieren. THE NOTORIOUS IBE HOLLAND (15) ROTTERDAM, 9. – 11. 9. 2011 Das Mekka der B-Boys im September heißt The Notorious IBE, eine Battle extraordinaire: Denn neben den normalen Wettbewerben stehen hier Battles wie „All vs. All“ am Schlachtplan, bei dem sich die B-Boys spontan zu Crews zusammenschließen. Oder „Longest Powermove Battles“, bei denen die Tänzer Ausdauer beweisen müssen.
PARKLIFE AUSTRALIEN (20) 24. 9. 2011 MELBOURNE 25. 9. 2011 PERTH 1. 10. 2011 BRISBANE 2. 10. 2011 SYDNEY 3. 10. 2011 ADELAIDE Während sich die europäische Festival-Saison schön langsam in den Winterschlaf verabschiedet, heißt man diese in Australien mit Pauken und Trompeten willkommen. Und mit einem Prachtexemplar von Line-up, das im Riesenbus durch Down Under tingelt. Mit an Bord: The Streets, Santigold, Gossip, Lykke Li u. a. DECIBEL USA (21) SEATTLE, 28. 9. – 2. 10. 2011 Julio Bashmore, Kyle Hall, TOKiMONSTA, Girl Unit, Martyn oder Zomby: Liest sich wie der Wunschzettel von Elektronik-Hipstern ans Christkind. Tatsächlich ist es die Auflistung der amtierenden Götter aus Dubstep, Electronica und Techno, die sich am Olymp, dem Decibel Festival, zum großen Jam treffen. LAKE OF STARS MALAWI (22) MANGOCHI, 30. 9. – 2. 10. 2011 „Ich habe Gigs auf allen Kontinenten gespielt“, sagt die britische DJ Goldierocks, „und kann bestätigen, Lake of Stars ist eines der besten Festivals der Welt.“ Direkt an der Küste des Malawisees treffen jedes Jahr afrikanische Musiker auf europäische und entfachen zusammen unterm schönsten Sternenhimmel überhaupt ein großes Fest. Diesmal mit Foals, Freshlyground, Black Missionaries u. a.
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FOURFEST BRASILIEN (16) CLASH, SÃO PAULO, 15. 9. 2011 Ariel Pink ist ein Weirdo. Ein charmanter Spinner, der in seinem Schlafzimmer in L. A. Platten aufnimmt, die nach Michael Jackson, Beach Boys und Throbbing Gristle gleichzeitig klingen. Dafür lieben ihn die Kritiker – und sicher auch das brasilianische Publikum, das er, flankiert von Some Community und The Pains of Being Pure at Heart, beim Fourfest beglückt. REWORKS GRIECHENLAND (17) VILKA COMPLEX, THESSALONIKI, 16./17. 9. 2011 Gerade in der Krise lässt es sich prima feiern. Also lassen sich die dieses Jahr arg gebeutelten Griechen nicht lumpen und laden auf den Dancefloor: Lamb, Hercules & Love Affair, James Holden und Benga sind die Highlights beim siebenten Reworks Festival.
15 Minutes of Fame für Jung-DJs beim Red Bull Thre3Style in Bolivien.
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September 2011 SCHANZENBEZWINGER, CHARTS- UND GIPFELSTÜRMER: FRISCHFUTTER FÜR DEN ZEITGEMÄSSEN TERMINKALENDER.
3. – 10. SEPTEMBER, VERSCHIEDENE LOCATIONS, WIEN
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Clubnächte, Workshops und Ausstellungen – während des Festivals RUN VIE sollten sich Hip-HopHeads und Street-Artists angesichts der konzertierenden Elektronik-Acts wie Darkstar, Ghostpoet oder Girl Unit besser von tagsüber zu erfüllenden Verpflichtungen freispielen.
Red Bull Music Academy Die Schmiede Hallein ist multimedialer Schmelztiegel. In einer alten Saline treffen sich jedes Jahr Musiker, Filmemacher und Medienkünstler aus aller Welt, um gemeinsam Projekte zu erarbeiten. Diesmal mit elektronischen Sounds von Sacco, Deichkind-DJ Phono, Bartellow und Tomá Ivanov. 1. OKTOBER 2011, HINZENBACH
FIS Skisprung Sommer-Grand-Prix Die zehnte und vorletzte Station des SommerGrand-Prix findet in Oberösterreich auf der 2010 fertiggestellten Aigner-Schanze (Hillsize 94) statt und ist das einzige „Heimspiel“ der MattensprungSaison für Thomas Morgenstern und Co. 28. SEPTEMBER – 2. OKTOBER
Aloe Blacc Geheimkonzerttour Mit politischem Bewusstsein, samtener Stimme und seinem aktuellen Album „Good Things“ gilt Aloe Blacc als „Young Soul Rebel“ der Gegenwart. Mit dem Red Bull Brandwagen und Hitradio Ö3 begibt er sich auf geheime Konzerttour durch Österreich. Die genauen Locations werden den glücklichen Kartengewinnern über Hitradio Ö3 wieder erst kurz vor Beginn bekannt gegeben. Weitere Tourstopps: 30. September (Graz), 1. Oktober (Linz), 2. Oktober (Wien).
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Red Bull Dolomitenmann Bereits zum 24. Mal findet der Red Bull Dolomitenmann statt, der als unzweifelhaft härtester Staffelbewerb der Welt gilt. 110 Viererteams werden in vier unterschiedlichen Extremsportarten auf der 60 Kilometer langen Strecke mehr als 6700 Höhenmeter überwinden. Der Startschuss für den elf Kilometer langen, knallharten Berglauf mit einer Höhendifferenz von 1950 Metern fällt am Lienzer Hauptplatz. Nach rund eineinhalb Stunden übergeben die Läufer am Kühbodentörl an die Paragleiter. Bei der dritten Disziplin, dem Wildwasserkajak, müssen sich die Kanuten aus sieben Meter Höhe in die Fluten der Drau stürzen. Den Abschluss bildet der Mountainbikebewerb, bei dem eine 17,4 Kilometer lange Uphill-Passage sowie eine 9,4 Kilometer lange Downhill-Strecke mit einem durchschnittlichen Gefälle von 26,4 Prozent absolviert werden müssen. www.redbulldolomitenmann.com
25. SEPTEMBER, KULM, BAD MITTERNDORF
Red Bull 400 Im Winter bezwingen die Skiflugadler eine Schanze üblicherweise von oben nach unten. Bei der ersten Austragung der Laufveranstaltung „Red Bull 400 – Sturm auf den Kulm“ ist es allerdings genau umgekehrt. Nach dem Startschuss im Auslaufgelände der gigantischen Skifluganlage geht es auf der 400 Meter langen Strecke zunächst auf Gras steil bergan. Über eine Holzrampe erklimmt man den Schanzentisch, und danach wartet noch die steile (36 Grad Neigung) und rutschige Anlaufspur, auf der man sich wohl auf allen Vieren dem Ziel annähern muss. Skisprung-
legende Andi Goldberger und Bergläufer Markus Kröll haben die Strecke bereits vorab getestet und kamen zum einhelligen Urteil: „Das sind die härtesten 400 Laufmeter der Welt.“ www.redbull.at/400
BILDER: VITEK LUDVIK/RED BULL CONTENT POOL, ERWIN POLANC/RED BULL CONTENT POOL, NORBERT IVANEK
23. SEPTEMBER, ROCKHOUSE, SALZBURG
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1 STEELWORKS MADE BY SIGG SIGG, Weltmarktführer bei wiederbefüllbaren Aluminium-Trinkflaschen, bietet in seiner neuen „Steelworks Kollektion – Made by SIGG“ neue Thermo-Trinkbecher in einzigartigen Größen, mit neuartigen Formen und wunderschönen Farben. Die trendigen Thermosflaschen halten Getränke bis zu sechs Stunden lang heiß oder kalt und sind damit der ideale Begleiter im Geschäftsalltag und auf Reisen.
www.sigg.com 2 KAFFEEGENUSS AUF KARIBISCH! Karibischer Kaffee trifft auf zartschmelzende Milchschokolade! Die neue Sorte Casali Caribic-Coffee sorgt für ein besonders vielschichtiges Geschmackserlebnis. Die Kugeln sind aus feinster Milchschokolade, in welcher sich knusprige Kaffeestückchen aus echtem karibischem Kaffee befinden. Im Inneren der Kugel verbirgt sich wie ein Schatz ein Kern aus köstlichem Kaffeelikör. Erhältlich im 100-g- und 175-g-Beutel.
www.casali.at
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3 GEL-KAYANO 17 Das Premiummodell von ASICS, der GelKayano 17 mit der neuartigen Guidance Line, begeistert vor allem durch seine Effizienz im Abrollverhalten und bietet mit der verbesserten Fersenkonstruktion einen außergewöhnlichen Tragekomfort. Perfekt, um das Laufgefühl zu optimieren. Preis: 165 €.
www.asics.at 4 RED BULL WORLD Ab sofort ist es nicht mehr allein den Red BullTop-Athleten vorbehalten, die heiß begehrten Designs der neuen „Red Bull Collection“ zu tragen. Mit dem neuen Flagship Store in Salzburg in der Getreidegasse 34 öffnen sich die Tore in die Welt von Red Bull. Zum Beispiel: Driver Cap S. Vettel, 29,95 €.
www.redbullshop.com
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5 COAT BENARD Von tiefen Fjorden und den Küsten Skandinaviens … … erzählt die aktuelle Herbst/Winter-Kollektion von J. Lindeberg. Das schwedische Label versteht es seit Jahren modischen Anspruch und höchste Funktionalität erfolgreich zu vereinen. Das Modell Benard Doubled Cotton Brown aus der aktuellen Kollektion gliedert sich nahtlos in die Highlights der vergangenen Jahre ein und macht dem Qualitätslabel alle Ehre. 100 % Cotton, ca. 700 €.
www.jlindeberg.com 6 DER ASICS AARON CV … … ist ein Freund für alle Lebenslagen. Ob als Begleiter für den anspruchsvollen Alltag oder beim Loose-Skating, dieser Schuh bietet dank des gepolsterten Fersenbereichs und der rutschfesten Sohle standfesten und bequemen Halt. Er gefällt durch Understatement und passt perfekt zu Jeans und Shorts, je nach Temperatur und Temperament. Flach geschnitten, fühlt er sich auch im Verein mit einem gediegeneren Outfit pudelwohl. Die Tigerstripes machen aus ihm einen sportlichen und lässigen Begleiter, einen Freund für Job, sportliche Freizeit und Extravaganz im Club.
www.asics.at
VOLLES PROGRAMM
Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm, jetzt auch täglich von 16 bis 17 Uhr.
DIE HI G H LI G HTS D E S M O NATS
MONTAG, 12. SEPTEMBER, 22.30 UHR
SONNTAG, 11. SEPTEMBER, 16.00 UHR
Serienstart: Destination One
Red Bull District Ride 2011 – Nürnberg
Sie sind jung, ehrgeizig und verdammt schnell. „Destination One“ begleitet die vier Formel-Renault-Piloten und Mitglieder des Red Bull Junior Teams Daniil Kvyat, Carlos Sainz junior, Jean-Eric Vergne und Daniel Ricciardo (Bild) auf ihrem Weg in die Formel 1. Dass sich die Arbeit bezahlt machen kann, beweist zur Zeit Daniel – seit kurzem fährt er für das Formel-1-Team HRT. Seine Kollegen wollen jetzt nur eines: ihm so schnell wie möglich nachfolgen.
Mit Style, Technik und viel Kreativität wird Nürnbergs Altstadt zum großen Freeride-Parcours. Die verschiedenen Stadtteile werden zur Arena für die Crème de la Crème der internationalen Moutainbike-Freeride-Elite, für die es an diesem Tag um alles geht. Denn bei diesem Bewerb zählt jede einzelne Bewegung – nur wer einen wirklich perfekten Ride abliefert, wahrt seine Chance, Sieger der Freestyle Mountainbike World Tour 2011 zu werden.
SONNTAG, 4. SEPTEMBER, 17.00 UHR
SONNTAG, 25. SEPTEMBER, 20.15 UHR
DIENSTAG, 13. SEPTEMBER, 22.30 UHR
Live: Red Bull Cliff Diving
Dogtown & Z-Boys
When You’re Strange
Der finale Stopp der Red Bull Cliff Diving Series 2011 führt ins ukrainische Jalta. Gesprungen wird aus 26 Metern – ins Schwarze Meer. Wer wird am Ende des Tages zum Weltmeister gekürt?
Als das Zephyr-Competition-Skate-Team zum ersten Mal mit Boards durch leere Pools kurvte, legte es den Grundstein zu einem Sport, der die Jugendkultur prägen sollte wie kein anderer zuvor.
Zum 40. Todestag von The-Doors-Frontmann Jim Morrison zeigt Regisseur Tom DiCillo ein würdiges Porträt einer mythisch verklärten Band, die zum unsterblichen Popkultur-Phänomen wurde.
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Bilder: romina amato/red Bull Content Pool, Pat darrin/sony PiCtures ClassiCs, GePa PiCtures/red Bull Content Pool, marKus GreBer/red Bull Content Pool, rHino & Content Film international
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SEPTEMBER Samstag, 3. September
16.00 Cliptomaniacs Episode 26
23.15 Live from Abbey Road Elbow, mgmt und Alanis morissette
21.15 Black Sky Winning the X-Prize
16.00 Red Bull Art of Motion Japan 2011 16.30 Destination One Serie, Prologue, 1/8
00.50 Play! Das Neueste aus der Welt der Computerspiele
23.00 Live from Abbey Road Bryan Adams, Justin Currie und Ben Harper
Sonntag, 4. September
17.00 Red Bull Cliff Diving Live aus Jalta 19.05 Eishockey SEASoN PrEviEW 2011/12 22.00 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Learning from Light Dokumentation, uSA 2009 23.30 Mountainbike Chronicles FmB Kokanee Crankworx Montag, 5. September
Freitag, 9. September
16.15 The Ultimate Goal New york
16.30 Bullet Points
16.30 Bullet Points
22.15 360FivE UCI World Cup 2011 val di Sole
22.15 360FivE Red Bull X-Fighters World Tour 2011
Samstag, 10. September
16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 3 16.30 INK – Alter Ego Exposed 5/10
16.00 Focused New School, old World
17.25 Road to Racing mit David Coulthard
16.30 Young Guns Rising Season 2/Ep. 3
01.30 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Live aus richmond, virginia
22.30 Momentum – What drives you? mick Fanning 23.00 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Atlanta motor Speedway
Sonntag, 11. September
16.00 Red Bull District Ride 2011 Nürnberg 20.15 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Soundtracker Dokumentation, uSA 2010 Montag, 12. September
Dienstag, 6. September
16.00 Epic Conditions Kiteboarding in Cape Hatteras, North Carolina 16.30 Bubba’s World Serie, the tourist 6/10 22.30 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Seperado! musikdokumentation, uK 2010 Mittwoch, 7. September
Freitag, 16. September
16.15 Highlights the ultimate goal
22.45 360FivE FMB World Tour 2011 Bearclaw invitational
16.00 Focused Speed riding 16.30 Young Guns Rising Season 2/Ep. 4 22.45 Destination One Serienstart 23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 richmond, virginia Dienstag, 13. September
16.00 Epic Conditions Windsurfing in Hood river
21.15 The Felix Baumgartner Story Sportdokumentation, Aut 2010
Donnerstag, 15. September
16.30 INK – Alter Ego Exposed 4/10
01.05 Nightflight Aquarius, Zrc´e, Kroatien
Bilder: Getty imaGes/red Bull Content Pool, GiBson PiCtures/red Bull Content Pool, rBmH, Heli Putz, Kelvin riCHards, BernHard sPöttel/red Bull Content Pool
16.30 Momentum – What drives you? mick Fanning
Samstag, 17. September
16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 4
Donnerstag, 22. September
16.00 Highlights Nine Knights, mtB 16.30 Destination One Serie, Season 1/Epsiode 2 23.00 Live from Abbey Road Brian Wilson, teddy thompson und martha Wainwright Freitag, 23. September
16.00 Surf Chronicles Billabong Pro tahiti 16.15 The Ultimate Goal Leipzig 16.30 Bullet Points
17.25 Road to Racing mit David Coulthard
22.15 360FivE IXS Downhill Cup 2011 Špicˇák (CZE) & Pila (itA)
01.30 Nightflight Big Beach Festival, tokio Sonntag, 18. September
20.15 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Fußball von einem anderen Stern Fußballdokumentation, uSA 2006
22.45 360FivE Triathlon ITU World Championship Series grand Final Peking Samstag, 24. September
16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 5
Montag, 19. September
16.00 Focused Quest for Deep Powder, Part 1 16.30 Young Guns Rising Season 2/Ep. 5 22.45 Destination One in Between Season 23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Chicagoland Speedway Dienstag, 20. September
16.00 Epic Conditions Steamboat Skiing
16.30 INK – Alter Ego Exposed 7/10 17.25 Road to Racing mit David Coulthard 01.35 Play! 01.50 Nightflight Bolgia, madrid Sonntag, 25. September
20.15 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Dogtown & Z-Boys Sportdokumentation, uSA 2001 23.30 Mountainbike Chronicles Bearclaw invitational
16.30 Bubba’s World Serie, the Exit 7/10
21.15 Rocket Compulsion Dokumentation, AuS 2011
22.30 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room The Doors – When You’re Strange musikdokumentation, uK 2009
22.30 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room American Grindhouse Dokumentation, uSA 2010
Mittwoch, 14. September
Mittwoch, 21. September
16.00 Focused Quest for Deep Powder, Part 1
16.00 The Wingman meets Crashed ice
16.00 The Wingman retrospective
16.30 Young Guns Rising Season 2/Ep. 6
Donnerstag, 8. September
16.00 HigHLigHtS Ring frei – Eröffnung Red Bull Ring Spielberg
16.30 Bubba’s World Serie, the Assistant 9/10 22.30 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Lemmy – The Movie Dokumentation, uSA 2010
23.45 ADvENturE CirCuS Scratching the Surface Montag, 26. September
01.20 Play! 01.35 Nightflight Amnesia Beach, ibiza Sonntag, 2. Oktober
20.15 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Yamasaki Generation Sportdokumentation, FrA 2007 23.20 Mountainbike Chronicles FmB District ride 23.35 ADvENturE CirCuS Red Bull Rampage
Mittwoch, 28. September
16.00 Celebs go Extreme Nora tschirner trifft Steve Fisher 21.15 The Wings of the Sun Dokumentation, FrA 2010 Donnerstag, 29. September
16.00 HIGHLIGHTS Danny macAskill – Way back Home 16:30 Destination One Serie, Season 1/Episode 3 23.00 Live from Abbey Road the Killers, Florence + the machine und Chairlift Freitag, 30. September
16.15 The Ultimate Goal Salzburg
16.00 The Wingman meets X-Fighters
16.30 Bubba’s World Serie, the Crib 8/10
16.00 Epic Conditions Big mountain Skiing in Sierra Nevada
16.00 Mountainbike Chronicles Bearclaw invitational
23.30 Surf Chronicles Billabong Pro tahiti 23.45 ADvENturE CirCuS Source
23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Loudon, New Hampshire motor Speedway Dienstag, 27. September
16.30 INK – Alter Ego Exposed 6/10
01.25 Play!
22.45 Destination One False Starts
16.30 Bullet Points 22.15 360FivE FMB World Tour 2011 red Bull District ride OKTOBER
Montag, 3. Oktober
16.00 Tracking Eero to russia with Fear, 1/6 16.30 Young Guns Rising Season 2/Ep. 3 22:45 Destination One Serie, Season 1/Episode 4 23.15 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Dover international Speedway, Delaware Dienstag, 4. Oktober
16.00 Epic Conditions ice Climbing in ouray, Colorado 16.30 Bubba’s World Serie, the Backflip 10/10 22.30 FiLmFEStivAL iN your LiviNg room Chevolution Dokumentation, uSA 2009 Mittwoch, 5. Oktober
16.00 Celebs go Extreme Doris Schretzmayer trifft Stefan glowacz
Samstag, 1. Oktober
16.00 Cliptomaniacs „Live“ Episode 6 16.30 INK – Alter Ego Exposed 8/10 17.00 Bullet Points 17.25 Road to Racing mit David Coulthard
21.15 400 Years of Telescope Dokumentation, uSA 2009
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abseits des alltäglichen. the red bulletin.
KO LU M N E
ILLUSTRATION: ALBERT EXERGIAN
W
ann denken Sie eigentlich nach? Diese etwas unfreundlich klingende Frage wird Ihnen gleich viel weniger unfreundlich erscheinen, wenn wir gemeinsam kurz darüber – ja, nachdenken. Dann wird Ihnen nämlich auffallen, dass wir uns zwar explizit Zeit nehmen, um einen Kaffee zu trinken, ein wenig laufen zu gehen oder Geschirr abzuwaschen. Aber um nachzudenken? Wann hätten wir uns schon einmal mit dem Satz „Ich lege mich jetzt eine halbe Stunde aufs Sofa, weil ich etwas überlegen muss!“ verabschiedet, um dann eine halbe Stunde auf dem Sofa zu liegen und zu überlegen? Eben! Das beständige Nachdenken über die eigene Person ist offensichtlich keine Aufgabe, die wir in unseren Kalendern notieren. Und doch wäre es grundfalsch, zu behaupten, wir würden nicht über uns nachdenken. Wir tun es natürlich. Aber wann? Und wie? Und wo? Der Antwort auf diese Frage bringt uns eine Reihe aktueller Forschungen näher. Sie beschäftigen sich allesamt mit einem Phänomen, das jeder leicht an sich selbst beobachten kann. Dazu muss er nicht viel mehr tun, als ein Buch zu lesen. Na? Bemerken Sie es? Wie Ihre Gedanken sich immer wieder selbständig machen? Sich mit ganz anderem beschäftigen? Wie Sie zwar lesen, aber keine Ahnung davon haben, was Sie da lesen? Es gibt eine Reihe weiterer Situationen, in denen wir dazu neigen, gedanklich abzuschweifen. In endlosen Sitzungen zum Beispiel oder bei kulturell wertvollen Konzerten oder beim Zähneputzen. Immer wieder steigen wir aus der aktuellen Situation aus und lassen unsere Gedanken wandern. Tun also, was landläufig als „tagträumen“ bezeichnet wird. Was hat nun die Wissenschaft über diese „stimulus-independent and taskunrelated thoughts“ herausgefunden?
Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist
Bitte nicht stören! Wer versonnen aus dem Fenster starrt, tut mehr, als bloß seinen Tagträumen nachzuhängen. Vielmehr beschäftigt er sich mit Weltbewegendem. Also über diese von äußeren Anregungen und aktuellen Aufgaben unabhängigen Gedanken? Widersprüchliches. So macht Tagträumen offensichtlich unglücklich. Das legen zumindest die Antworten von über 2200 Erwachsenen nahe, die zwei amerikanische Wissenschaftler der Harvard-Universität ausgewertet und vergangenes Jahr veröffentlicht haben. Ihre These: „Der menschliche Geist ist
ein wandernder Geist, und ein wandernder Geist ist ein unglücklicher Geist.“ Über Dinge nachdenken zu können, die gerade nicht stattfinden, sei zwar eine geistige Leistung, aber mit dem Gefühl des Unglücks erkauft. Das ist schon allein deshalb von großer Bedeutung, weil wir rund die Hälfte unserer Zeit, die wir wach verbringen, mit unseren Gedanken ganz woanders sind. Am häufigsten geschieht uns das bei Routinejobs, am seltensten beim Sex (in nur 30 Prozent der Zeit). Gleichzeitig jedoch erfüllt unsere Bereitschaft zum Tagträumen eine wichtige Funktion, wie eine kürzlich von David Stawarczyk et al. an der Universität Lüttich publizierte Studie zum Thema „mindwandering“ ergeben hat. Denn unsere fröhlich umherstreifenden Gedanken beschäftigen sich vor allem mit einem wichtigen Thema: „der Vorwegnahme und der Planung der eigenen Zukunft“. Wer also während einer langweiligen Sitzung versonnen aus dem Fenster starrt und sich ausmalt, den Job zu wechseln, umzuziehen oder kein Fleisch mehr zu essen, der „träumt“ keineswegs. Sondern er denkt ernsthaft über seine Zukunft nach. Weil wir dabei aber, wie wir in der „F.A.Z.“ lesen können, exakt dieselben Hirnareale benutzen, wie wir sie für die Verarbeitung der aktuellen Lage brauchen, kann das nur klappen, wenn wir uns von der aktuellen Situation abwenden. Das heißt: Wer über sich nachdenkt, muss aus der Welt aussteigen. Genau so, wie ich das nun an dieser Stelle mache. Davon freilich werden Sie nicht allzu viel mitbekommen, da Sie längst schon an anderes denken … und daher diese Zeile zwar lesen, aber nie gelesen haben werden. Christian Ankowitsch, 52, ist ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Alexander Macheck (Stv.) Geschäftsführung Mag. Alexander Koppel, Rudolf Theierl Creative Director Erik Turek Art Director Markus Kietreiber Fotodirektion Susie Forman, Fritz Schuster (Stv.) Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitender Redakteur Werner Jessner Redaktion Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arkadiusz Pia˛tek, Andreas Rottenschlager Mitarbeiter Stefan Wagner Grafik Patrick Anthofer, Martina de Carvalho-Hutter, Miles English, Judit Fortelný, Esther Straganz Fotoredaktion Valerie Rosenburg, Catherine Shaw, Rudolf Übelhör Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Multimedia Martin Herz Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailovic, Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher, Thomas Posvanc, Thomas Safranek Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Christian Graf-Simpson, Walter Omar Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Corporate Publishing Boro Petric (Ltg.); Christoph Rietner, Nadja Žele (CR); Dominik Uhl (AD); Markus Kucˇera (FD); Lisa Blazek (Red.) Finanzen Mag. Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing Mag. Barbara Kaiser (Ltg.), Mag. Stefan Ebner, Birgit Lohmann, Mag. Klaus Pleninger, Claudia Schinagl, Lukas Scharmbacher, Daniela Schwarz, Johanna Troger Anzeigenverkauf Frauke Landi (Ltg.), Thomas Hutterer, Marcus Zinn; anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Susanne Thurner Office Management Martina Bozecsky, Sabrina Pichl IT Michael Thaler Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869 m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221Ein Produkt des 28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin erscheint monatlich als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Niederösterreichische Nachrichten. In Deutschland liegt das Red Bulletin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei. In Großbritannien: The Sunday Telegraph. In Nordirland: Belfast Telegraph. In Irland: The Irish Times. In Polen: Gazeta Wyborcza. In Südafrika: Cape Argus, Cape Times, Daily News, Pretoria News, The Star. In Neuseeland: The New Zealand Herald. In Kuwait: Kuwait Times Gesamtauflage 4,6 Millionen Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin com
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