ÖSTERREICH
ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
SO WIRST DU
TEST-PILOT
Unsere Reportage aus der Mojave-Wüste
SO BESIEGST DU DEINE ANGST
SO WIRST DU
GOLF-PRO Matthias Schwab
hat für jedes Problem die richtige Frage
35 MUST-HAVES FÜR EINEN GEILEN
SOMMER
EXKLUSIV:
KLETTER-GOTT
ALEX HONNOLD VERSCHIEBT DIE GRENZEN DEINES POTENTIALS
AUGUST 2017 € 3,50
CONTRIBUTORS
EDITORIAL Reine Kopfsache
Der Fotograf aus Los Angeles ist berühmt für seine ikonischen Wildwest-Motive und eine kompromisslose Arbeitsweise. „Ich bin am liebsten inmitten der Action“, sagt Krantz, der sich für unsere Reportage übers Testpiloten-Training in der Mojave-Wüste etwa in eine Canyon-Spalte abseilte – und am Seil hängend die Düsenjäger im Tiefflug fotografierte. SEITE 24.
Rainer Hosch
George Clooney blickte durch seine Leica, Wladimir Klitschko malträtierte für ihn einen Sandsack, Iggy Pop zeigte ihm sein faltigstes Lachen: Der österreichische Porträtfotograf hat eine beeindruckende Vielfalt internationaler Stars in seinem Portfolio versammelt. Mit dem Coverbild von Jahrhundert-Kletterer Alex Honnold fügt Hosch eine weitere Ikone hinzu. SEITE 38.
4
Aber jetzt – kühlen Kopf bewahren und viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion
THE RED BULLETIN
RAINER HOSCH (COVER)
Jim Krantz
Kletter-Kollegen verglichen seine Leistung mit der Mondlandung, die „New York Times“ schrieb von einem „Traum abseits der menschlichen Vorstellungskraft“: Am 3. Juni bezwang der Amerikaner Alex Honnold als erster Mensch die legendäre Felswand El Capitan in Kalifornien über die Freerider-Route im Free-Solo-Stil. 1000 Höhenmeter in unter vier Stunden. Ohne Kletterpartner, ohne Seile, völlig ungesichert. Wie Honnold mit dem Absturz-Risiko umgeht und wie man Angst generell besiegt, lesen Sie in unserer Titelstory (ab Seite 38). „Man kann sich einem neuen System nur anpassen, wenn man etwas findet, was man daran mag“, ist Christian Clot überzeugt. Der Schweizer Forscher reiste in vier der unwirtlichsten Regionen der Welt (zu heiß, zu kalt, zu trocken, zu feucht), setzte sich dabei innerhalb eines halben Jahres Temperatur Temperaturunterschieden von über 100 Grad aus – und das nur, um herauszufinden, was unter Extrembedingungen in seinem Gehirn passiert (ab Seite 64).
Official Sponsor der FIVB Beach Volleyball World Championships 2017
INHALT August
Life and Style Beyond the Ordinary
10 Präzision: die Anatomie eines 12 14 16 18 20 21 22
Formel-1-Boxenstopps „Game of Thrones“-Heldin Sophie Turner im Gespräch Dieser Elektro-Antrieb macht dein Skateboard schneller. Hollywoods unbekannter Charakter-Mime, den jeder kennt So gelingt das perfekte Konzert-Foto. Die Pariser Yoga-Meisterin für hippe Zeitgenossen Das Bike der Zukunft Do it yourself: Räucherspeck selber machen
GUIDE
Get it. Do it. See it. 76 Die Red Bull TV-Highlights
der kommenden Wochen
78 Gisbert L. Brunner wählt
die Uhren des Monats
80 Alles über die Beachvolleyball82 84 88 96 98
WM auf Wiens Donauinsel Die wichtigsten Termine im Juli und August Die heißesten Festivals dieses Sommers Die besten Gadgets für den Mann von Welt Impressum Makes You Fly: der ActionMoment des Monats
46
KATHERYN WINNICK
spielt die Kriegerin Lagertha in der Erfolgsserie „Vikings“. Im Red Bulletin-Interview ver verrät die Kanadierin, wie man im wahren Leben Ziele erreicht.
64 CHRISTIAN CLOT
Auf Expedition mit dem Schweizer Forscher in den Iran, nach Sibirien, nach Patagonien und an den Amazonas.
6
THE RED BULLETIN
MIKO LIM, LUCAS SANTUCCI ET ZEPPELIN, JIM KRANTZ
BULLEVARD
FEATURES
24 Nerven aus Stahl
Zu Gast in der Mojave-Wüste: in der einzigen zivilen Testpilotenschule der Welt.
38
Kletterndes Genie
Die erste Free-Solo-Besteigung von El Capitan machte den Amerikaner Alex Honnold zur Legende. Begegnung mit einem, der Angst anders wahrnimmt.
46 Katheryn die Große
In „Vikings“, der erfolgreichen TV-Serie, spielt Katheryn Winnick eine Kriegerin. Ihre Leidenschaft für Kampfsport war genau die rechte Vorbereitung dafür.
54 Leben am Abschlag
Österreichs Golfhoffnung Matthias Schwab, seit neuestem Profi, im Interview.
60
Wie ein Meisterwerk entsteht
Auto-Designer Kevin Rice verrät, wie man die Kreativität in sich weckt.
64 Leiden für die Wissenschaft
Der Schweizer Christian Clot reiste in vier der menschenfeindlichsten Gebiete der Erde, um herauszufinden: Wie reagiert unser Gehirn auf Extremsituationen?
24 TESTPILOTEN
Zu Besuch in der Mojave-Wüste in Kalifornien, wo angehende Testpiloten Düsenjäger außer Kontrolle bringen.
KRAFT IN IHRER ELEGANTESTEN FORM.
Subjekt und Objekt. Mensch und Maschine. Wenn Gegensätze zu Gemeinsamkeiten werden, verschmelzen Fahrer und Fahrzeug wie nie zuvor. Und dank innovativer intuitiver Technologie entsteht perfektes Zusammenspiel. Das ist unsere Philosophie.
DRIVE TOGETHER
DER NEUE M{ Z D { C X- 5 Verbrauchswerte: 5,0 — 6,8 l/100 km, CO2-Emissionen: 132 —159 g/km. Symbolfoto.
BULLEVARD
JOHN RUSSO/CONTOUR/GETTY IMAGES
LIFE
&
STYLE
ANDY SERKIS: „MEIN JOB LÄSST KEINE EITELKEIT ZU. “ SEITE 16 THE RED BULLETIN
BEYOND
THE
ORDINARY
Der weltweit bekannteste Performance-CaptureSchauspieler kehrt als Affenanführer Caesar zurück – in „Planet der Affen: Survival“.
9
BULLEVARD
Standgas
Ein Formel-1-Boxenstopp besteht aus Präzision, Teamwork und Timing. Nachdenken verboten, nicht mal einen Augenblick lang.
WUNDER DER BOXENGASSE
1
Und weg in 2,33 s
Kaum zu glauben, aber es gab Formel-1-Zeiten, als Mechaniker Sprit mit Kanister und Trichter nachfüllten. Heute ist der Boxenstopp ein Kunstwerk an Ef Effizienz. 2017 haben breitere, schwerere Reifen die Boxenstopps zwar verlangsamt (unvergessen der 1,92-Sekunden-Allzeit-Rekord von Red Bull Racing beim US-GrandPrix 2013, der 2016 von Williams in Aserbaidschan egalisiert wurde). Die 2017erBestmarke liest sich dennoch gewaltig und gehört wieder Red Bull Racing: Beim Großen Preis von Russland brauchte Max Verstappen nur 2,33 Sekunden. redbullracing.com
1 7
1 REIFEN HINTEN
Drei Crew-Mitglieder für jeden Reifen: Einer nimmt das Rad ab, ein anderer bringt das neue, der dritte löst und fixiert per Schlagschrauber die Mutter.
10
THE RED BULLETIN
4 WAGEN HEBER VORNE
Der schwenkbare Wagenheber ermög licht es dem Mann am Gerät, noch vor Ende des Stopps seitlich wegzu tauchen und den Wagen per Knopf druck zu senken.
2
3
5 FRONTFLÜ GEL RECHTS
Wie auf der linken Seite: ein Mann für Flügel und Nasen anpassungen, ein weiterer als Support, wenn Flügel oder Nase getauscht werden müssen.
4 6 REIFEN VORNE RECHTS
GETTY IMAGES/RED BULL CONTENT POOL JUSTIN HYNES
5
6
2 REIFEN VORNE LINKS
Die gleiche CrewKonstellation wie bei allen anderen Reifen. Vorteile bringt die Technik – Schlagschrauber werden intern entwickelt, oft selbst gefertigt. THE RED BULLETIN
Noch mal drei Mann. Schlüsselmoment beim Wechsel: die Radmutter lösen und festschrauben. Die Teams arbeiten hart am perfekten GewindeDesign, das die Mutter schnell öffnen und schließen lässt und nicht klemmt.
7 STABI LISATOR
Kontrolliert die Balance, während Wagenheber das Auto anlupfen.
3 FRONTFLÜGEL LINKS
FlügelAnpassungen während des Ren nens sind üblich, etwa um das Handling zu verbessern. Nach Kollisionen werden Flügel und Nase auch ganz getauscht.
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CONTOUR/GETTY IMAGES
RÜDIGER STURM
Sophie Turner: bereits mit drei auf der Bühne, mit vierzehn Debüt bei „Game of Thrones“
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THE RED BULLETIN
BULLEVARD
T Sophie Turner
Keine Figur in „Game of Thrones“ macht so viel durch wie Sansa Stark. Dar stellerin Sophie Turner gesteht vor dem Start von Staffel 7, dass sie viel dar aus gelernt hat – außer Kaffee kochen.
„NIEMAND SCHAFFT ES, MICH AN ZULÜGEN“
THE RED BULLETIN
he red bulletin: Sie waren vierzehn, als Sie vor mehr als sechs Jahren bei „Game of Thrones“ ein stiegen. Welchen Rat wür wür den Sie der Sophie Turner von damals geben? sophie turner: Einen ähn lichen, wie ihn Sansa Stark ihrem jüngeren Ich geben würde: Wach auf. Schau nicht durch eine rosa Brille auf die Welt. Hör gut zu und nimm deine ganze Umgebung in dich auf. Du wirst von allen Leuten, denen du begegnest, etwas lernen. Und wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wirst du all diese Lektionen nutzen können. Sie haben die Welt durch eine rosa Brille gesehen? Das nicht, aber ich würde mir selbst raten: Schau gut hin, saug alles ein und entwickle dich weiter. Außerdem: Geh nicht davon aus, dass alles selbstverständlich ist. Es gibt aber auch noch andere Dinge, die ich an Sansa inspirierend finde, vor allem ihre Stärke und Unabhängigkeit. Mich hat das dazu motiviert, die Kon trolle über meine Karriere zu ergreifen. Ich will mich in kreative Entscheidungen ein klinken und die Richtung mei nes Lebens selbst bestimmen. In der letzten Staffel fing Sansa allerdings an, die Leute zu manipulieren … Sie hat eben von den Besten der Besten gelernt. Denn sie muss ja auch herausfinden, wer ihr gegenüber loyal ist. Wissen Sie, auf wen Sie sich verlassen können? Ich kann Menschen ziemlich gut lesen. Im Großen und Ganzen schafft es niemand, mich anzulügen. Wie haben Sie das gelernt? Das hab ich intuitiv drauf. Vielleicht habe ich das auch aus Sansas Erfahrungen ge lernt. Das hängt grundsätzlich mit meinem Beruf zusammen. Als Schauspielerin kennst du dich mit der Psychologie von Menschen aus, weil du sie stundenlang studierst.
Nehmen wir an, Sansa sollte auf dem Eisernen Thron landen – wäre sie eine gute Herrscherin? Ich denke schon, denn sie hat sich einen klaren Kopf bewahrt, obwohl sie so viel Schlimmes durchgemacht hat. Allerdings hat sie, glaube ich, überhaupt kein Verlangen nach so einer Position. Sie hat gesehen, wie furchtbar, ekel haft, gemein und hinterhältig die Leute am Hof sein können. Sie hat keine Lust, Teil so einer Welt zu sein. Aber wenn sie Herrscherin werden müsste, würde sie ziemlich viele Dinge verändern. Was würden Sie verändern, wären Sie Oberhaupt eines Landes? Meine erste allgemeine Ent scheidung wäre: Lasst uns niemanden aussperren oder benachteiligen, indem wir irgendwelche Richtlinien auf auf stellen. Alle Menschen haben gleiche Rechte. Bei „Game of Thrones“ müssten Sie sich mit Ihrer Herrscherkarriere ohnehin beeilen, denn die Serie endet im nächsten Jahr. Was löst der Gedanke daran bei Ihnen aus? Angst. Denn ich habe dann kein Sicherheitsnetz eines festen Jobs mehr. Aber das hat auch sein Gutes. Ich bin zu gleich aufgeregt, weil ich dann so viel mehr Freiheit haben werde. Das motiviert mich, loszuziehen ziehen und nach Projek Projek ten zu suchen, die genauso gut sind wie „Game of Thrones“. Angeblich suchen Sie auch nach einem Job bei Star Star bucks, weil Sie sich nach einem normalen Leben sehnen. Richtig, das ist tatsächlich ein Wunsch von mir. Aber ehrlich: Ich kann nicht Kaffee kochen. Bei Starbucks würde ich versagen. hbo.com/game-of-thrones
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BULLEVARD
Geil auf Kurven Mit Tempo 40 durch den Großstadtdschungel surfen: Das Mellow ist der erste elektrische Antrieb, der garantiert auf jedes Skateboard passt.
Wechselakku, 15 Kilometer Reichweite, 40 km/h – das Mellow Board ist „the small Tesla of Germany“.
D
as Mellow Board ist der Albtraum jedes Polizisten. Ein Elektro-Skateboard, leise, rasant, scheinbar unkontrollierbar und mit hoher Wahr Wahrscheinlichkeit von einem unter Drogeneinfluss stehenden Surfer gesteuert. So viel zum Klischee. Die Realität? Mellow ist ein von einem Ex-BMWIngenieur entwickelter Hightech-Antrieb, der auf jedes Board montiert werden kann. Maximal 40 km/h bringt das Board damit auf die Straße, der wasserdichte Akku garantiert 15 Kilometer Reichweite, ein duales Bremssystem die Fahrsicherheit. Das Fahr Fahrgefühl? Verbindet Surfen und Snowboarden. Spaß ist das eine, doch die zwei Gründer Johannes Schewe und Kilian Green wollen mit Mellow auch die urbane Mobilität revolutionieren. Scheint machbar: Wer will schon mit dem Auto im Stau stehen, wenn man die Kolonne auf seinem E-Board hinter sich lassen kann? mellowboards.com
DANIEL KUDERNATSCH
URBAN MOBILITY TRIFFT AUF HANG LOOSE
MELLOWBOARDS.COM
Smart: Die vier Fahrmodi des Mellow Boards werden über eine App gesteuert.
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THE RED BULLETIN
„Schauspieler zu sein war nie vielschichtiger als heute, ob in computergenerierten oder Live-ActionFilmen.“
Andy Serkis
Eine Vielzahl der berühmtesten Charaktere in den erfolgreichsten Hollywood-Filmen wurde von ihm verkörpert. Wenn er trotzdem unerkannt bleibt, ist genau das der Punkt.
chaust du Andy Serkis in die Augen, dann ertappst du dich bei dem Gefühl, dies schon einmal getan zu haben. „Es kommen andauernd Leute auf mich zu und fragen mich: ‚Kannst du Gollum nachspielen?‘, oder: ‚Wer ist Supreme Leader Snoke?‘“, so der britische Schauspieler, dessen Darstellung des Ersteren in der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ großen Beifall erntete und die des Letzteren 2015 in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ immer noch heftige Debatten auslöst, wer denn nun hinter Supreme Leader Snoke steckt. Serkis ist der erfolgreichste Schauspieler im Bereich
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Performance Capture, einer Kunst, bei der ComputerGrafik auf jede Bewegung und jeden Gesichtsausdruck abgestimmt wird: Er spielte King Kong in Peter Jacksons Remake, und dieses Jahr verkörpert er erneut den Snoke in „Star Wars: Die letzten Jedi“, zudem Klaw in Marvels „Black Panther“ und diesen Monat zum dritten Mal seine wohl bedeutendste Rolle, den Herrscher-Schimpansen Caesar in „Planet der Affen: Survival“. THE rEd bullETin: Wie verkörpern Sie die Rolle eines sprechenden, hoch intelligenten Affen? andy sErkis: Viele Leute glauben, dass Performance
TOM GUISE
S
Capture etwas mit Pantomime zu tun hat, mit losgelösten Bewegungen und Grimassen. Das Gegenteil ist der Fall. Versetz dich hinein in das, was du tust, und es wird funktionieren. Das, was die Kameras einfangen, ist sehr präzise. Sie können sich also vor stellen, einen Affenanzug zu tragen? Als ich erstmals Caesar gespielt habe („Planet der Affen: Prevolution“, 2011; Anm.), sah ich in der Rolle ein Wesen, das fühlt wie ein Mensch in einem Affenanzug. Caesar ist mit Menschen aufgewachsen und spiegelt menschliches Verhalten wider. Ich habe mir damals einen echten Schimpansen zum Vorbild genommen. Der hieß Oliver, lief auf zwei Beinen und zeigte menschliche körperliche Gesten und Ausdrucksweisen. Er wurde als „Humanzee“ bezeichnet, und man glaubte, mit ihm das berühmte Missing Link gefunden zu haben. Er sah tatsächlich so aus wie ein Kerl in einem Affenanzug. Es gibt nach wie vor keinen Oscar für Performance Cap ture. Wird es nicht als echte Schauspielerei angesehen?
JOHN RUSSO/CONTOUR/GETTY IMAGES, FOX
DER MANN IM MILLIONENSCHWEREN AFFENANZUG
THE RED BULLETIN
BULLEVARD
Sein Regiedebüt feiert Andy Serkis dieses Jahr mit „Breathe“ – der wahren Geschichte von Robin Cavendish. Obwohl die längste Zeit seines Lebens von Kinderlähmung beeinträchtigt, war Cavendish ein Pionier für Medizintechnik.
THE RED BULLETIN
Sie fangen so langsam damit an, aber die Mühlen mahlen langsam … Ganz gleich, was du denen erklärst, sie fragen dich: „Und wie lange hat es gedauert, dich zu schminken?“ Wenn Sie geschminkt wären, dann würde man Sie also nominieren? Das ist das John-Hurt-Argument. Als John Merrick im Film „Der Elefantenmensch“ (Hurt war 1981 als bester Darsteller nominiert; Anm.) zeigte er eine erstaunliche Leistung, die auf der Kunst der Maske basiert. Heute verändert der Digital Artist die Physiognomie des Schauspielers in die eines Affen. Betrachtet man die zugrunde liegende Leistung, würde man eigentlich kaum einen Unterschied bemerken. Sie führten Regie in „Das Dschungelbuch“, in dem Benedict Cumberbatch die Motion-Capture-Figur Shere Khan verkörpert. Konnten Sie ihm etwas beibringen? Ich musste Benedict Cumberbatch definitiv nicht beibringen, wie man spielt. Er ist ein hochbegabter Schauspieler, eine Naturgewalt und verkörpert die Rolle sehr kraftvoll. Christian Bale spielt übrigens Bagheera, und Cate Blanchett ist Kaa, die Schlange. Hatten diese Schauspieler Schwierigkeiten, sich auf Performance Capture einzulassen? Sie sind in der Lage, sich in jeder Situation zurechtzufinden, weil ihr Vorstellungsvermögen enorm ist. Mehr braucht man nicht. Und Eitelkeit ist fehl am Platz, denn dein Gesicht wird auf der Leinwand nicht zu erkennen sein, nur deine schauspielerische Leistung. Apropos verhüllte Gesichter – wer ist denn jetzt Supreme Leader Snoke? Na los … Jetzt muss ich mich zurückhalten. Ich kann es nicht sagen, wirklich nicht. Das, was von Snoke bislang zu sehen war, ist ein Hologramm. Mehr kann ich nicht sagen … „Planet der Affen: Survival“ – ab 4. August im Kino
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BULLEVARD
Musik durch die Linse
Fünf Tipps des besten britischen Musik fotografen – so gelingen hochwertige Bilder per Smartphone selbst von Livekonzerten.
FOTOS WIE VOM PROFI
auszuleuchten, die vor einem steht. Lichteffekte im Konzert sind selbst im besten Fall schwierig einzufangen, aber oft eine Frage des Timings. Je schneller sie sich verändern, desto geringer die Chance, sie einzufangen. Deshalb: einen Moment abwarten, in dem das Licht beständig ist.
2. Zoom nur dann
einsetzen, wenn unbedingt notwendig. Man erkennt mit Zoom vermutlich nicht viel mehr, aber die Bildqualität leidet erheblich. Gigs zeichnen sich nicht bloß durch den Frontmann aus, sondern durch die gesamte Show, und meist eignet sich eine Totale weitaus besser als Aufnahme.
3. SmartphoneKamera statt der Kamera-App verwen
den, weil einige Apps nicht die gleiche Bildqualität erzeugen. Fotos also mit dem normalen Smartphone schießen und anschließend mit einer be liebigen App verarbeiten.
4. Fokus auf starke Lichtquellen vermeiden. Ist die Beleuch
C
1. Blitzlicht aus. Das Licht ist zu schwach, um mehr als den Rücken der Person 18
5. Der richtige Moment. Niemand findet es
Profiaufnahme: Nick Pickles, preis gekrönter Fotograf
gut, wenn jemand vor einem das gesamte Konzert über unablässig Fotos macht. Zu dem verschwendet man bloß Speicherkapazität und Akku laufzeit. Besser: im richtigen Moment, in dem die Beleuch tung gut ist, das Telefon so hoch wie möglich über das Publikum halten. Und dann sollte man die Show genießen. Denn dafür sind Konzerte da – für den visuellen und vor allem den akustischen Genuss. Pickles Arbeiten hier ansehen: music-photographer.co.uk THE RED BULLETIN
FLORIAN OBKIRCHER
oldplay, U2, Sting, Radiohead – das sind einige der Ikonen, die Nick Pickles live abgelichtet hat. Seitdem er 2011 den Fotowettbewerb des Rock Archive Glastonbury gewonnen hat, ist er einer der gefragtesten Musikfoto grafen in Großbritannien – und publiziert weltweit. Hier nennt uns der in London an sässige Fotograf fünf Tricks für bessere SmartphoneBilder von Livekonzerten.
NICK PICKLES
Warten heißt die Devise – Lichteffekte bei einem Konzert einzufangen ist eine Frage des richtigen Timings.
tung sehr hell, den gewünsch ten dunkleren Ausschnitt durch Tippen auf das Display fokussieren. Die meisten Tele fone passen die Darstellung an, sodass das Foto nicht zu hell wird. Ein paar Vorab versuche sind hilfreich.
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BULLEVARD
Clotilde Chaumet treibt Pariser Hipster auf schräge Art an deren körperliche Grenzen. Ihr Ziel: eine Revolution im Kopf.
YOGA SCHWITZT DANK HIP-HOP
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„I
Don’t Fuck with You“ von Big Sean – explizite Titel wie dieser ge hören bei Clotilde Chaumet zum Yoga wie die Luft zum Atmen. „In einem normalen YogaKurs wäre diese Musik falsch, aber ich biete keine normalen YogaKurse!“ HipHop und Yoga passten bisher tatsächlich nicht zu sammen, aber Clotilde, 27,
THE RED BULLETIN
ANAIS JAZMINE
Bewegung
aus Paris hat diese Liaison legalisiert. „Als ich Yoga noch für mich allein gemacht habe, wollte ich dazu HipHop hören. Und: Alle Moves sollten zum Beat der Musik passen.“ Dar aus entstand TIHHY, kurz für très intense hip-hop yoga (sehr intensives HipHopYog Yog a). Gewagt, aber Clotilde war davon überzeugt. „Ich wusste, es würde funktionieren. Ich selbst bin im Training körperlich und geistig voll reingekippt. HipHop hilft einem, loszulassen und körper körper lich über sich hinauszugehen“, so die drahtige Trainerin, die zudem eine Instruktorin von Dynamo Cycling ist, einer 2015 in Paris entworfenen Indoor CyclingSpielart. Indoor Dyna… was? Clotilde er er klärt die Zutaten: „Ein dunkler Raum, exakt 43 Personen, die ihren Tag beginnen oder be enden und die bereit sind, körperlich total loszulassen. Ein leidenschaftlicher, mit reißender Trainer. 45 Minuten extrem intensive körperliche Anstrengung indoor auf einem Standrad. Und eine saugute Playlist.“ Das Resultat? Eine Revolution im Kopf. Die Musik ist die Basis. „Keine Playlist – kein DynamoCyclingKurs“, sagt Clotilde, die die Sessions als Experiment betrachtet. „Ich erlebe oft einen trance artigen Zustand, mein Körper zittert, ich habe Tränen in den Augen … häufig höre ich mich rappen, wenn ich rede, und das alles passiert völlig un bewusst. Ich bin so losgelöst, dass ich keine Anstrengung mehr spüre. Dieses Gefühl möchte ich bei allen 43 Per sonen auslösen – und durch die Musik noch verstärken.“ @chaumetclotilde
PIERRE-HENRI CAMY
„Bewegung, Geist und Hip-Hop werden eins“: Yoga im Stil von Clotilde Chaumet.
Zukunft gibt’s um den Preis einer Harley: Die Johammer J1 cruist in ihrer eigenen Liga.
JOHAMMER.COM
JUSTIN HYNES
I
rgendwie kommt die Zukunft dann netterweise vertraut daher: Das futuristische Design des derzeit weltweit spannendsten Elektromotorrads Johammer J1 sieht aus wie aus den WellblechÜberresten eines „Tante Ju“Flugzeugs gedengelt. (Es ist freilich Polypropylen, ein thermoplastischer Kunststof Kunststoff.) Die J1 ist die Erfindung des österreichischen Designers Johann Hammerschmid, sie ist emissionsfrei unterwegs und schlau konzipiert: Die Akkus verwandeln sich in ihrem zweiten Leben in Energiespeicher für die hauseigene Photovoltaik-Anlage. Das einstufige J1-Getriebe soll ein Leben lang wartungsfrei sein, gesteuert wird über eine zweiarmige Radnabenlenkung. Die erinnert gemeinsam mit den hoch liegenden Lenkerenden samt Rückspiegel entfernt an eine Schnecke – behaupten
Johammer J1 böse Zungen und verweisen augenzwinkernd auf den für ein Bike der Über-20.000-Euro-Preisklasse bescheidenen Topspeed von 120 km/h. Doch darauf kommt es nicht an. „Die J1 beruht auf drei Prinzipien: maximaler Verwertung, Recyclebarkeit und Energieeffizienz“, sagt Hammerschmid. „Kein Ver Verschleiß, kein Lärm, keine Abgase. Niemand wird genervt. Man genießt einfach den Ride.“ Was für eine Aussicht! johammer.com
Zweite Ebene im Rückspiegel: die Instrumente THE RED BULLETIN
Erdnuss, Schnecke, Flugzeug? Das Bike der Zukunft ist elektrisch, wartungsfrei und österreichisch.
AUS DEM LAND AM STROME
Wartungsfrei: E-Antrieb/Regler im Hinterrad
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BULLEVARD BAUCHSPECK ZU HAUSE RÄUCHERN 1 2 kg Schweinebauch mit Salz, Zucker und Nitrat* einreiben.
J
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3 Pack das Fleisch 5–7 Tage in einen geschlossenen Behälter und wende es täglich, damit alles gut einzieht. 4 Spüle die Gewürze mit Wasser ab und trockne das Fleisch 1–2 Tage im Kühlschrank. 5 Räuchere bei 155 °C für 2–3 Stunden – ein Weber Smoker ist gut geeignet. Fertig! *Man muss Nitrat nicht verwenden, doch man sollte, denn es verzögert die Oxidation. Wer Bauchspeck ohne Nitrat pökelt, erntet graues Fleisch.
Das Fleisch für die mediterran inspirierte Charcuterie im Cure stammt natürlich aus der Region.
Severino erö≠nete das Cure im Dezember 2011 in Lawrenceville, Pittsburgh.
Gut abschneiden
Justin Severino musste Vegetarier werden, um zu lernen, wie man Fleisch richtig behandelt.
FLEISCH MIT GEWISSEN THE RED BULLETIN
ANDREAS TZORTZIS
Fleisch kam portioniert, im Vordergrund standen andere Dinge. Das hat sich zum Glück geändert. Köche lernen wieder alte, traditionelle Techniken. Das ist gut für alle: Tiere, Bauern, Köche und Konsumenten.“ curepittsburgh.com
ADAM MILLIRON
ustin Severino beliefert einige der besten US-Restaurants mit exquisiten Wurstund Fleischspezialitäten, der sogenannten Charcuterie, und macht damit in jeder Hinsicht ein Schweinegeld – obwohl er ein Jahr lang als Qualitätskontrollor ausfiel: Amerikas „King of Charcuterie“ lebte zwölf Monate als Vegetarier. Erst seit er Chefkoch und Besitzer der renommierten Restaurants Morcilla und Cure in Pittsburgh, Pennsylvania, ist, isst er wieder Fleisch. Wie gerade er auf die Idee kam, Vegetarier zu werden? „Ich arbeitete damals in einem extrem guten Restaurant“, erzählt der Italoamerikaner, „und irgendwann begann mich zu interessieren, woher das Fleisch eigentlich kommt. So erfuhr ich all diese grausamen Dinge über die Massentierhaltung. Das war ein Schock. Ich schmiss den Job hin und schwor mir, kein Fleisch mehr anzurühren, bis ich es aus einer wirklich ethisch verträglichen Quelle beziehen kann.“ Severino ging die Sache konsequent an: Er lernte das Züchten, Töten und Verarbeiten seiner eigenen Tiere, vor allem von Schweinen, nach höchsten ethischen Standards. Und damit kein Stück in der Tonne landete, eignete er sich an, Fleisch haltbar zu machen, und gründete eine Fleischerei in Santa Cruz, Kalifornien, die er drei Jahre führte. Heute kooperiert er mit ausgewählten heimischen Bauern, verarbeitet das Fleisch in seinen Restaurants und berät einige Celebrity-Köche auf dieser Welt, etwa den Australier Curtis Stone. „Früher hatten Köche einen abstrakten Bezug zu Fleisch“, sagt Severino. „Man schlachtete oder räucherte nicht selbst, musste man auch nicht. Das
2 Gib Ahornsirup, schwarzen Pfeffer und Bourbon dazu.
NERVEN AUS STAHL
Testpiloten sind die Pioniere der modernen Luftfahrt. Sie sind die Ersten, die neue Flugzeuge fliegen und deren technische Limits festlegen. In der kalifornischen Mojave-Wüste lernen sie, wie man Düsenjäger außer Kontrolle bringt und im Sturzflug Daten sammelt. Ziel der Ausbildung: gelassen bleiben, egal wie schlimm dein Tag wird. TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER FOTOS: JIM KRANTZ
T-38-Trainingsjet der National Test Pilot School über der Mojave-Wüste, Kali fornien: Erfahrungen sammeln in den Grenzbereichen der Physik
25
„WIR TASTEN UNS AN LIMITS HERAN. UND SUCHEN NACH DEN FEHLERN.“ Aufgenommen mit einer GoPro Hero5: Test pilotenAusbilder Jim Brown, genannt „JB“, 62, im Cockpit der Northrop T38. Was ihn überleben lässt? „Instinkt. Jahrelanges Training. Die Fähig keit, schneller zu denken als das Flugzeug.“
  27
PRÄZISION, MUT, HOCHKOMPLEXES FACHWISSEN: NUR WENIGE SCHAFFEN DEN JOB. Im Uhrzeigersinn von links: T-38 über dem Rainbow Canyon, Kalifornien. Helikopter bei der Startvorbereitung vor der Flugschule. Ein L-39-Trainings-Jet landet am Mojave Air & Space Port.
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A n seinem schlimmsten Arbeitstag trennen Jim Brown zwei Zehntelsekunden vom Tod. Es ist der 10. Oktober 2003, ein warmer Nachmittag in Kaliforniens Mojave-Wüste. Brown, 49, Testpilot bei Lockheed Martin, soll die Flügelspannung eines F-22-Kampfjets bestimmen. Ein Routineeinsatz, auch wenn der Testplan wie der durchgeknallte Stunt aus einem Hollywood-Drehbuch anmutet. Brown soll mit dem 240 Millionen Dollar teuren Düsenjäger die Schallmauer durchbrechen und die Maschine auf den Rücken drehen, ehe er eine Rolle um die Längsachse ausführt, die er am Ende des Manövers mit einem Ruck am Steuer Steuerknüppel abstoppt. Sensoren messen die Schwingung, die dabei in den Tragflächen entsteht. Es geht um Millimeter. Am Boden analysieren die Lockheed-Ingenieure die Daten in Echtzeit. Brown hat das Manöver zwei Stunden lang im Simulator geübt, als er um 13 Uhr von der Startbahn der Edwards Air Force Base abhebt. Der Himmel ist aquamarinblau. Die Sicht perfekt. 45 Minuten später durchbricht Brown die Schallmauer, im Cockpit des Hightech-Düsenjägers spürt man davon nur ein leichtes Rumpeln. Brown dreht die Maschine auf den Rücken. Sein Himmel ist jetzt karger Wüstenboden, seine Erde blauer Himmel. Über Funk gibt der Test-Ingenieur das Kommando durch: „Three – two – one – go!“ Brown kippt den Steuerknüppel nach rechts. Die Maschine dreht sich. Sofort merkt Brown, dass etwas nicht stimmt. Die Maschine rollt viel zu langsam, neigt ihre Nase Richtung Erde. Brown schießt mit Über Über30
NATIONAL TEST PILOT SCHOOL: DIE FAKTEN 2200 TESTPILOTEN
gibt es weltweit. Die National Test Pilot School in Mojave (NTPS) ist die einzige Schule, an der Zivil- und Militärpiloten aus mehreren Ländern gemeinsam lernen.
50 WOCHEN
dauert der „Professional Course“ für das Testpiloten-Master-Diplom. Kosten pro Student: eine Million Dollar.
750
FLUGSTUNDEN und technisches Wissen auf Bachelor-Niveau sind Voraussetzungen für die Anmeldung. Der Masterkurs richtet sich an Profis.
18
FLUGZEUGTYPEN
umfasst die Flotte der NTPS. Neben Flügen in Helikoptern und Überschall-Jets stehen Physikund Simulator-Stunden auf dem Lehrplan.
JAKE MERRY
HELIKOPTERSTUDENT Der Australier, 32, über Theorie und Risiko im Testpiloten-Training. THE RED BULLETIN: Sie sind
Master-Student an der National Test Pilot School in Mojave. Was zeichnet einen guten Testpiloten aus? JAKE MERRY: Gute Nerven, technisches Fachwissen und dass er seinem Fluggerät in Gedanken immer voraus ist. Als Testpilot erkunden Sie die Grenzbereiche neuer Maschinen. Wie minimieren Sie das Risiko, wenn Ihnen sämtliche Erfahrungswerte fehlen? Durch Simulatoren-Tests und Studium der Theorie. Unsere Technikkurse haben das Niveau einer Ingenieurausbildung. Ich finde es spannend, 800 Seiten dicke Handbücher zu lesen. Warum? Weil mich Details interessieren. Außerdem kann dir dieses Detailwissen das Leben retten. Das motiviert zusätzlich.
MARCO LISI
FLUGZEUGSTUDENT
Der Italiener, 32, weiß, warum sein Kurs eine Million Dollar kostet. THE RED BULLETIN: Herr Lisi,
Ihr Arbeitgeber bezahlt eine Million Dollar für Ihre Testpiloten-Ausbildung. Was bekommt er dafür? MARCO LISI: Einen Piloten, der sämtliche Trägerflug zeuge auf hohem Niveau testen, bewerten und besser machen kann. Sie sind Eurofighter-Pilot, was nutzen Ihnen Flugstunden in Cessnas? Je mehr Flugzeuge du studierst, desto besser wirst du. Ich mag die Handarbeit in leichten Maschinen, bei denen man im Cockpit jeden Windstoß spürt. Sie werden später trotzdem eher mit Mach 1 fliegen. Wie gehen Sie mental mit den Gefahren Ihres Berufs um? Ich will nicht lügen: Du brauchst gute Nerven für den Job. Darüber hinaus gilt: Nimm jede noch so kurze Trainingseinheit ernst.
Oben: EurofighterPilot und TestpilotStudent Marco Lisi im Hangar in Mojave. Rechts oben: Ausbilder Jim Brown im Cockpit einer L-39 Albatros der Flugschul-Flotte. Unten: Reifenspuren am Runway des Mojave Air & Space Port in Kalifornien
JIM BROWN
AUSBILDERLEGENDE schallgeschwindigkeit auf den Wüstenboden zu. Schon nimmt die karge Landschaft sein gesamtes Sichtfeld ein. Brown starrt auf einen Kaktus, er erkennt Umrisse, Zweige. Brown reißt den Steuerknüppel mit voller Kraft nach links. Die Fliehkraft drückt seinen Körper mit dem Achtfachen seines Gewichts in den Sitz. Brown zwingt den Jet wieder in den Steigflug. Aus der Atemmaske schießt Sauerstoff in seinen Rachen. Nach der Landung berechnet Brown die Zeit, die ihn vom Aufschlag getrennt hat. Zwei Zehntelsekunden. Die Dauer eines Augenzwinkerns. Oder das Lesen eines kurzen Wortes: Huh!
M
ojave, Kalifornien, dreizehn Jahre später. Jim Brown, 62, Ausbilder an der National Test Pilot School, steht vor einem Flugzeughangar und analysiert seinen Beinahe-Crash: „Mich haben damals drei Dinge gerettet“, sagt er. „Instinkt. Jahrelanges Training. Die Fähigkeit, schneller zu denken als das Flugzeug.“ Brown, ein großer Mann mit kurzem grauen Haar, dessen Gesichtszüge ein wenig an den ehemaligen Präsidenten George Bush erinnern, ist einer der erfahrensten Testpiloten der USA. 9300 Stunden im Cockpit. Lizenzen für 152 Flugzeugtypen. Brown war an der Entwicklung der THE RED BULLETIN
F-22 beteiligt, des modernsten Jagdflugzeugs der Welt. Er flog wendige Cessnas, Linienmaschinen mit 300 Passagieren und testete die Navigationssysteme des achtzig Millionen Dollar teuren F-117-Tarnkappenbombers. Wer über Nervenstärke, Präzision und mentale Spitzenleistungen von Testpiloten sprechen will, ist bei Brown richtig. Testpiloten sind die Ersten, die neue Flugzeuge und Helikopter fliegen und deren technische Limits erkunden. Wie schnell fliegt das Fluggerät? Wie hoch steigt es? Wie verhält es sich im Sturzflug? Sind die Checks beendet, schreiben Testpiloten an den technischen Handbüchern der Flugzeuge mit. Sie decken Fehler auf, geben Entwicklern präzises Feedback. Oder wie es Brown ausdrückt: „Du musst Ingenieuren erklären, dass ihr Baby hässlich ist, ohne sie zu verärgern. Wir arbeiten für die Sicherheit des jungen Piloten, der seine Maschine im Sturm nach Hause bringen muss. Oder für die Crew am Steuer einer Boeing, die Familien in den Urlaub fliegt.“ Den Spagat aus fliegerischem Können, technischem Detailwissen und Mut schaffen nur wenige Menschen. Nachdem Brown 2016 bei Lockheed aufgehört hatte, dauerte es nur zwei Stunden, bis sein Handy klingelte. Männer mit Browns Erfahrung sind extrem rar. Am Ende des Gesprächs bot man ihm einen neuen Job an: Elite-Studenten zu Testpiloten ausbilden.
Der US-Testpilot, 62, über seine Karriere in 152 Flugzeugen. THE RED BULLETIN: Herr
Brown, was war Ihre höchste Reisegeschwindigkeit in einem Jet? JIM BROWN: Mach 2, also rund 2400 km/h, in einer F-4. Und ich war in einer F-15 auf 70.000 Fuß Höhe (ca. 21,3 Kilometer), da siehst du schon die Krümmung der Erde. Welche Kleidung tragen Sie auf Überschallflügen? Baumwoll-Unterwäsche, den Fliegeranzug aus feuerhemmenden Fasern und einen Druckanzug, der verhindert, dass dein Blut bei hohen g-Kräften in Arme und Beine gepresst wird. Das Blut brauchst du nämlich im Kopf. Was muss ein Testpilot besser können als ein sehr guter normaler Pilot? Viele verschiedene Flugzeugtypen sehr präzis fliegen: etwa die Geschwindigkeit auf 3 km/h genau halten, bei einem Speed von 1000 km/h.
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WIE MAN NOTFÄLLE ÜBERLEBT? „MIT SELBSTDISZIPLIN“, SAGT JIM BROWN.
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Browns Arbeitgeber, die National Test Pilot School, ist die einzige zivile Testpilotenschule der Welt. Sie betreibt fünf Hangars in Mojave, einem Wüstenstädtchen zwei Autostunden nörd‑ lich von Los Angeles. Eine Tankstelle, modrige Motels. Niemand würde hier freiwillig Halt machen, gäbe es nicht den Mojave Air & Space Port. Seine Runways zielen direkt in die Wüste, Amerikas legendärste Flugtestzone. Chuck Yeager durchbrach hier 1947 als erster Mensch die Schallmauer, der junge Testpilot Neil Armstrong pilotierte die aggressiven Raketenflieger der X‑15‑Reihe, bevor er als erster Mann auf dem Mond unsterblich wurde. An der National Test Pilot School lernen Flug‑ zeug‑ und Helikopterpiloten aus der ganzen Welt, wie man exakt beobachtet, präzises Feed‑ THE RED BULLETIN
back gibt und einen kühlen Kopf bewahrt – in Situationen, in denen 99 Prozent der Menschen ihre Nerven wegwerfen. Wie man das schafft? „Selbstdisziplin“, sagt Brown. „Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit. Atme tief durch. Es gibt wenige Situationen, in denen du in Bruchteilen einer Sekunde Entscheidungen treffen musst.“ Auch in Notfällen? „Besonders in Notfällen“, sagt Brown. „Man kann jedes Problem schlimmer machen, indem man voreilig handelt. Krieg deinen Kopf frei. Bestimme das Hauptproblem. Versuch es zu lösen.“ Seine Erfahrung gibt Brown unter anderem an die Studenten des Professional Course weiter. Ein 50-Wochen-Lehrgang mit Flugtheorie, SimulatorTraining und Einsätzen in dreißig verschiedenen THE RED BULLETIN
Fluggeräten. Der Kurs endet mit einem MasterDiplom und kostet eine Million Dollar. „Du kannst dir vorstellen, dass Firmen und Militärs nur ihre besten Piloten schicken“, sagt Brown und grinst. Wer sind die Millionen-Dollar-Studenten? „Rede mit Marco.“
L-39-Jet über dem Mojave Air & Space Port in Kalifornien. Die drei Runways liegen am Eingang zur Mojave-Wüste, der legendärsten Flugtestzone der Vereinigten Staaten.
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er Millionen-Dollar-Student heißt Marco Lisi, 32, TestpilotenAnwärter der italienischen Luftwaffe. Sportliche Figur, blaue Augen, fester Händedruck. Gerade ist er auf dem Weg zum Training. Lisi soll eine Aermacchi Impala über der Wüste außer Kontrolle bringen und ihren Sturzflug studieren. Die Impala ist ein zweisitziger Jet-Trainer aus den 35
1960ern, dessen Rumpf an eine Zigarre erinnert. „Man kann sie relativ stabil taumeln lassen“, sagt Lisi. Es gibt YouTube-Videos der Impala-Tests. Man sieht die Zigarre hoch über dem Wüstenboden schweben. Dann kippt die Nase nach unten. Die Maschine beginnt sich wie ein Korkenzieher zu drehen, während sie auf die Erde zurast. Vier, fünf, sechs Spins – dann fängt sie der Pilot wieder auf. Die Schwierigkeit dabei: Testpiloten müssen das Flugzeug nicht nur retten, sondern während des Sturzfluges so gelassen bleiben, dass sie später von den Turbulenzen erzählen können. Wie schnell dreht sich der Jet? In welchem Winkel? Wie lange dauert es, bis Kontroll-Inputs greifen?
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er Mensch hat nur Panik vor Dingen, die er nicht kennt“, sagt Lisi. „Diese Panik kannst du schrittweise abbauen. Du lernst die Physik der Impala. Fliegst die Spins im Simulator. Nimmst den Ausbilder auf dem Rücksitz mit. Beginnst mit nur einer Drehung. Je sicherer du wirst, desto weiter öffnet sich dein Wahrnehmungsfenster.“ Tatsächlich strahlen Lisis Augen, wenn er von Sturzflügen erzählt. Nach dem Ende seiner Ausbildung wird er Eurofighter in Italien testen. Man zweifelt keine Sekunde daran, dass ihm der Job Spaß machen wird. Noch mal ein fester Händedruck. Abgang Marco Lisi. Der Nachmittag, im Hangar. Der aggressivste Jet in der Testschulen-Flotte ist die Northrop T-38, ein zweisitziger Überschalltrainer mit spitzer Nase und rasiermesserdünnen Flügeln. Jim Brown und sein Copilot werden ihn heute durch den Rainbow Canyon pilotieren, um Niedrigflugmanöver zu üben. Browns Flugziel ist eine fünf Kilometer lange Spalte aus Vulkangestein im Herzen der MojaveWüste. Seit zwanzig Jahren nutzen Jetpiloten den Rainbow Canyon für ihre Manöver. Es ist der beste Platz, um Düsenjäger im Niedrigflug zu beobachten, im legendärsten Testgebiet der USA. Schon am Vormittag postieren sich Flug-Fans mit Campingstühlen und großen Kühltaschen entlang der Schlucht und bringen ihre Teleobjektive in Stellung. Enthusiasten erkennt man an den Funkgeräten, mit denen sie den Bordfunk der Piloten anzapfen. Irgendwann ertönt ein Grollen in der Luft. Die T-38 ist zunächst nur als Punkt am Horizont auszumachen, ehe sie die Hügelkette überwindet und tief in den Canyon taucht. Die Zuseher blicken von oben auf das Cockpit. Wende links, 36
ED SOLSKI
FLUGTRAINER
Der TestpilotenCoach, 65, über Instinkt und brennende Triebwerke. THE RED BULLETIN: Herr
Solski, was sind die wichtigsten Lektionen, die Sie Ihren Testpiloten-Studenten mitgeben? ED SOLSKI: Trau deinen Instinkten. Sprich offen über Fehler. Kommuniziere klar und exakt. Ein Testpilot muss Feedback verständlich weiter geben können. Er ist der Übersetzer zwischen Flug zeugbauern und den späteren Piloten. Sie haben über 8000 Flugstunden gesammelt. Wann mussten Sie Ihr Können zuletzt voll ausreizen? 1998 auf einem Über stellungsflug in Kanada, als beide Triebwerke meiner F18 über bewohntem Gebiet Feuer fingen. Was denkt man in so einem Moment? Ein Triebwerk? Okay. Aber beide? Das muss ein böser Traum sein. Ich konnte das Flugzeug trotzdem landen. Das Bier an diesem Abend schmeckte besonders gut.
Wende rechts, dann schießt Brown mit 800 Kilometern pro Stunde aus dem Canyon, über die Köpfe der Menschen hinweg steil in den Himmel. Allein der Sound reicht, um die Kräfte des Düsenjägers zu erahnen. Eine T-38 in Bodennähe klingt wie eine Kreissäge, die Metall schneidet, abgespielt über den Verstärkerturm eines Motörhead-Konzerts. Als der Donner verklingt, ist Browns Flugzeug nur noch ein Punkt am Himmel. Später, im Lehrsaal der Test Pilot School. Brown spricht über den Canyon-Tiefflug: „Du musst den Flugpfad antizipieren und trügerischen Schatten ausweichen. Der Copilot gibt dir Speed und g-Zahl durch. Du konzentrierst dich allein auf die Landschaft und deine Auge-Hand-Koordination. Dein Job ist es, nicht an der Wand einzuschlagen.“ THE RED BULLETIN
Brown sagt, jeder erfahrene Testpilot kenne Geschichten von Abstürzen. Er selbst verlor 2009 einen Freund bei einem Jet-Crash. Brown klopfte damals an die Tür der Witwe. Testpiloten verarbeiten Trauer unter anderem mit intensiven Feedbacks. Über jeden ihrer Flüge existieren Aufzeichnungen und Daten. Brown flog das Manöver seines toten Freundes im Simulator. Arbeitete an Lösungen, beschrieb mögliche Ur Ursachen, wertete Statistiken aus. Ein Jahr nach dem Crash trat Brown ans Podium der Society of Experimental Test Pilots, des Clubs für Testpiloten aus mehr als dreißig Ländern. Brown sagt: „Ein Grundpfeiler des Testpiloten-Daseins ist das Teilen von Fehlern. Nicht nur nach Unfällen, sondern im täglichen Leben und in der Ausbildung. Dein Team profitiert von Fehlern. Es muss immer Erkenntnisse geben.“ THE RED BULLETIN
Es ist vielleicht die wichtigste Lektion des Testpiloten-Berufs: Selbst schlimme Fehler bieten Chancen zur Entwicklung. Später am Abend spaziert Brown über den Runway der Testschule, der noch immer die Wärme der Mittagssonne ausstrahlt. Brown holt sein Logbuch aus der Jackentasche. Es enthält Daten, Flugzeugtypen und Kommentare zu jedem seiner Flüge, notiert mit der makellosen Handschrift einer Volksschullehrerin. Die Informationen sind präzise und emotionslos. Seinem Beinahe-Crash von 2003 hat Brown ganze drei Worte gewidmet: Near ground impact. Brown sagt, er habe damals keine Sekunde ans Aufhören gedacht. Es gäbe genug Arbeit für Testpiloten. Laut dem Eintrag in seinem Logbuch saß er acht Tage später wieder im Cockpit. www.ntps.edu
Testpiloten-Trainer Ed Solski im Cockpit der Aermacchi Impala. Studenten bringen den Jet über der Wüste gezielt außer Kontrolle und analysieren, wie sich das Flugzeug im Notfall verhält.
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KEINE GROSSE SACHE TEXT: GORDY MEGROZ
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FOTOS: RAINER HOSCH & JIMMY CHIN
THE RED BULLETIN
WISSENSCHAFTLER FANDEN HERAUS, DASS DAS GEHIRN DES AMERIKANISCHEN KLETTERS U P E R S TA R S A L E X H O N N O L D K E I N E A N G S T K E N N T.
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n „Berkeley Ironworks“, einer Kletterhalle in Kalifornien, spricht Alex Honnold vor 500 seiner Fans, die ihn über überschwänglich feiern. „Die Stimmung hier ist ja der Wahnsinn“, ruft Honnold ins Mikrofon. „Ironworks weiß eben, wie man Partys schmeißt!“ Es ist Ende März. In der höhlenartigen Halle, groß wie drei Fußballfelder, mit 13 Meter hohen Felswänden aus Kunststoff, stehen Bierfässer herum. Bühnenscheinwerfer wie auf einem Bruce-Springsteen-Konzert tauchen den Raum in violettes, rotes und blaues Licht. Gar keine so unangemessene Kulisse, denn für dieses Publikum steht quasi Springsteen auf der Bühne. Mehr noch. Für die KlettererCommunity ist Honnold ein Gott. Was den 31-Jährigen von anderen unterscheidet, ist einfach erklärt: Er tut Dinge, die für die meisten Menschen unbegreiflich sind. Sogar für erfahrene Kletterer. Honnold ist spezialisiert auf Big-Wall-Free-Solo-Klettern. Das heißt: Er klettert auf hohe, extrem gefährliche Bergwände, ohne Seile oder sonstige Sicherheitsausrüstung zu verwenden. Das Risiko, das er dabei eingeht, ist relativ einfach zu beschreiben: Macht er einen Fehler, ist er ziemlich sicher tot. In der Geschichte des Klettersports gab es weltweit bis dato nur wenige FreeSolo-Kletterer. Honnold ist der beste von ihnen. Das liegt vor allem daran, dass er im Laufe der Zeit verlernt hat, Angst zu haben. Vergangenes Jahr stellten Ärzte der Medizin-Uni von South Carolina bei einem Scan von Honnolds Gehirn fest, dass die Amygdala, das Angstzentrum seines Gehirns, anders reagiert als die normaler Menschen, gelassener. Honnolds Unerschrockenheit brachte ihm den Spitznamen „No Big Deal“ ein, 40
„Keine große Sache“. Weil er das Klettern so selbstverständlich, so natürlich aussehen lässt. Und weil er die wahnsinnigsten Herausforderungen gern schulterzuckend mit „Keine große Sache“ kommentiert. Keine große Sache war 2008 die 760-Meter-Wand Half Dome im YosemiteNationalpark, aufgrund ihrer Steilheit schon für gesicherte Kletterer brutal her herausfordernd. Richtig gute Kletterer hoffen, dass sie in zwei Tagen oben sind. Honnold benötigte knapp drei Stunden. Oder 2017 El Capitan, die berüchtigte Steilwand im selben Nationalpark, knapp 1000 Meter hoch. „Dies ist die Mondlandung des Free Solo“, so Kletterkollege Tommy Caldwell gegenüber „National Geographic“. Jimmy Chin, Kletterer und Fotograf, ergänzte: „Das ultimative Solo.“ Gemeinsam mit dem Extrembergsteiger und Filmemacher Renan Ozturk wird Honnold dieses Jahr in Alaska klettern. Ziel ist der Wine Bottle Tower, eine 1600 Meter hohe Wand am Mount Dickey. An diesem Abend fasziniert Honnold die Zuschauer aber nicht mit seinen FreeSolo-Geschichten. Er erzählt davon, wie er beinahe erfroren wäre. 2015 versuchte er gemeinsam mit dem US-Alpinisten Colin Haley die Fitz-Traverse in Patagonien zu meistern: vier Berge, 2200 Höhenmeter, knifflige Routen und Eiskletter-Passagen wollten sie in 24 Stunden absolvieren. Der bestehende Rekord: vier Tage. Der Aufstieg verlief gut, dann spielte zwei Seillängen vor dem letzten Gipfel das Wetter nicht mehr mit. „Es war schon seit einiger Zeit ziemlich dunkel, Wind kam auf, die Temperaturen fielen“, so Honnold. „Der Wind wurde immer heftiger, und wir froren erbärmlich.“ An ein Weiterklettern war nicht zu denken. Es galt, die vier Stunden bis zum Sonnenaufgang irgendwie zu überstehen. „Wir drückten uns aneinander und zitterten die ganze Zeit.“ Als die Sonne endlich auftauchte, war der Gipfel hinter Wolken verborgen. „Ich dachte, jetzt sind wir echt am Arsch“, er erzählt Honnold dem Publikum. „Wir waren auf der Nordseite, weiter raufzusteigen war unmöglich, also mussten wir über den Westen absteigen, statt uns vom Gipfel abzuseilen. Unsere Vorräte waren verbraucht, wir mussten uns 22 Stunden lang in die nächste Siedlung durchkämpfen. Das war richtig scheiße!“ Eine solche Erfahrung müsste selbst Honnold zu denken geben, oder? „Ach was“, sagt er. „Ich bin an die Natur gewöhnt. Keine große Sache.“ Ich treffe Honnold ein paar Stunden vor seinem Auftritt im Headquarter von The North Face im kalifornischen Alameda.
EL CAPITAN: WARTEN AUF DEN REKORD
Am Morgen des 3. Juni 2017 beginnt Alex Honnold im Yosemite Park mit einem Aufstieg, an dessen Ende er eine Legende ist: Er bezwingt als Erster die „Freerider“Route an El Capitan im Free-SoloStil – 1000 Meter Granit, völlig ungesichert, in 3:56 Stunden. Seine Strategie: „Stell dir die Route vor, entwickle sie und warte dann, bis du so weit bist.“
Die Outdoor-Marke ist sein wichtigster Sponsor, er ist dort, um mit den Marketing-Leuten anstehende Kletterprojekte zu besprechen. „Wie geht’s?“, fragt mich Honnold und reicht mir seine Hand. Er ist gut eins achtzig groß, drahtig, hat erstaunlich große braune Augen und lange, fleischige Finger mit vom jahrelangen Felsengreifen verdickter und verhärteter Haut. Honnold die Hand zu schütteln fühlt sich an, als würde man eine Würstchenpackung drücken. Wir holen uns Mittagessen aus der Cafeteria und essen auf der Terrasse. Mit uns am Tisch sitzen SportmarketingManager Chris Sylvia und Conrad Anker, einer der erfolgreichsten Alpinisten Amerikas, dazu Boone Speed, ein Fotograf, der einst als bester Kletterer der Welt galt. „Und auf welchem Platz liegt Alex?“, frage ich in die Runde. Honnold spielt seine Leistungen sofort herunter: „Jeder, der mit 5.12 (schwierigster Klettergrad; Anm.) klettern kann, schafft das, was ich schaffe“, sagt er. Und fügt hinzu, dass es ziemlich viele Kletterer gebe, die solche Strecken bewältigen wie er bei seinen Free-Solo-Touren. „Nein“, widerspricht Anker, schüttelt den Kopf und springt von seinem Platz auf. Er balanciert auf einem Fuß auf einer rund einen Zentimeter breiten Metallschiene. „Ich finde ziemlich toll, dass ich das kann“, sagt er. „Aber auf 300 Meter THE RED BULLETIN
IN DER G E S C H I C H T E DES KLETTERSPORTS GAB ES WENIGE FREE-SOLOKLETTERER. H O N N O L D G I LT ALS DER BESTE UNTER IHNEN.
Weltklasse-Fotograf Jimmy Chin arbeitet regelmäßig mit Honnold, wie hier an diesem Felsen im Oman.
„ICH VISUALISIERE IMMER DEN WORST CASE. WENN DU NUR AN O PT I M A L FÄ L L E D E N K S T, G E R ÄT S T D U A N AUFGABEN, FÜR DIE DU NICHT B E R E I T B I S T. “
2009 auf Borneo im Rahmen einer Asien-Expedition
Höhe schaffe ich das nicht. Im Gegensatz zu dir, Alex. Du kannst das, weil du men tal stärker bist als wir alle.“ Um derart riskante Situationen ent spannt überstehen zu können, setzte sich Honnold während tausender Kletter stunden immer größeren Gefahren aus. Er begann mit zehn Jahren zu trainieren, besuchte mit seinem Vater regelmäßig eine Kletterhalle in der kalifornischen Stadt Carmichael, wo er aufwuchs. Mit fünfzehn jobbte er gelegentlich in der Halle, sicherte Kinder bei Geburtstags feiern, schrubbte Duschraum und Toilette. Wenn die Halle abends schloss, ließ er seinen Wischmop fallen und kletterte die Wände spaßhalber ohne Seil hoch. „Das war meine erste FreeSoloErfahrung“, sagt er. „Aber so gefährlich war es nicht. Du wärst höchstens sieben Meter runter runter gefallen, hättest dich vielleicht ein wenig verletzt. Gestorben wärst du nicht.“ Mit achtzehn war Honnold einer der besten Indoor IndoorKletterer der USA und ge wann regelmäßig Wettbewerbe im ganzen Land. Doch er kletterte kaum draußen. Das änderte sich 2003, als er auf die Uni versity of California in Berkeley kam. Er schwänzte die Seminare, um in örtlichen Parks auf Felsbrocken herumzuturnen. Im Sommer nach dem ersten Unijahr starb sein Vater an einer Herzattacke. Honnold beschloss, nicht mehr an die Uni zurückzukehren. Er lieh sich den Minivan seiner Familie und fuhr zu Wänden im ganzen Land, wo seine Partner und er mit Seilen kletterten. Beim Corrugation Cor Cor ner in Kalifornien kletterte er zum ersten Mal free solo im Freien. Der 90Meter Meter Auf Meter Auf stieg hat so viele Griffe und Tritte, dass Honnold heute praktisch hinauflaufen würde – damals hatte er „richtig Schiss“. Trotzdem gab ihm das Erlebnis einen Kick, den er zuvor noch nie erlebt hatte. Bald darauf kletterte er immer härtere Routen free solo, bis er sich an die Steil heit und die winzigen Griffe und Tritte gewöhnt hatte. „Damals habe ich meine Amygdala gekillt“, sagt Alex Honnold, auf die erwähnte GehirnStudie anspielend. Am Tag vor unserem Treffen hatte Hon nold eine neue Route im YosemiteNatio nalpark als Erster free solo geklettert, Voyager. Nach rund 100 der insgesamt 300 Meter musste er wählen: zwischen einer schwierigen Passage und einer extrem schwierigen; Honnold wählte letz tere. An ihren winzigen Griffen abzurut schen hätte bedeutet, drei Meter darunter auf einen Felsvorsprung zu knallen. „Aber wenn ein Griff wegbricht oder etwas an deres passiert, wäre ich trotzdem noch halbwegs okay“, sagt er. THE RED BULLETIN
DIE ANGST BESIEGEN IN DREI SCHRITTEN
So denkt Alex Honnold, der Mann, der seine Amygdala „gehackt“ hat.
1. Beurteilen:
„Werde ich wirklich sterben …? Angst zu haben ist nichts Schlimmes, es zeigt dir nur den Zustand deines Körpers. Nutze diese Information, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Warum er nicht die etwas weniger schwierige Route wählte? Honnold erklärt es: Ein paar Tage davor war er Voyager gesichert mit einem Freund geklettert – was er zur Vorbereitung auf Free Solos oft tut. Diese etwas leichtere Route hatte einen erheblichen Nachteil: Hier würde er bei einem Fehler über 100 Meter in die Tiefe stürzen. Er übte diesen Abschnitt immer wieder, um auf den FreeSoloVer Ver Ver Ver such perfekt vorbereitet zu sein. „Ich hatte dann trotzdem kein gutes Gefühl“, sagt er. „Ich muss absolut sicher sein. Das war ich in diesem Fall nicht. Ich visualisiere nur die schlimmsten Situationen, weil ich ehrlich zu mir sein will. Hier zum Beispiel, dass ich vier, fünf, sechs schreck liche Sekunden lang wie eine Stoffpuppe den Berg runterkollere. Nur wenn ich diesen Fall auch gedanklich ausschließen kann, bin ich bereit. Wenn du nur an Optimalfälle denkst, wirst du an Aufgaben geraten, für die du nicht bereit bist.“ Honnold umging also diese weniger schwierige, aber gefährlichere Route – und nahm die Alternative, die niemand zuvor geklettert war. Es dauerte eine Stunde, bis er den Gipfel erreichte. „Du versuchst immer, den sichersten Weg zu finden“, sagt er. „Aber du musst trotzdem
aufpassen. Wenn du beim Autofahren vier Sekunden nicht vorsichtig bist, wird aus deinem Wagen ein brennendes Wrack. Und wenn du beim Klettern vier Sekunden nicht aufpasst, fällst du runter.“ Manchmal klettert Honnold Routen auch auf Anhieb free solo. Etwa die Rouge Berbère, eine rund 450 Meter hohe Wand in Marokko. Nach gut der Hälfte des Weges musste er sich bei einem Über Über hang an einen zehn Zentimeter breiten Spalt klammern. Sonst wäre er 230 Meter in den Tod gestürzt. Honnold absolvierte diese Route in zwei Stunden. Diese Kletteransätze – einmal mit Vor Vor bereitung, einmal ohne – widersprechen einander doch, oder? „Nein, tun sie nicht“, meint Hon nold. „Du übst für die schwierigen „Geh kurz alle Routen, für die möglichen Optionen durch, um das einfachen brauchst du das nicht.“ Risiko zu definieHonnolds Zu ren. Welche hilft gang zu seinem dir am meisten Sport mag anderen weiter? Wähle die sicherste Variante wie Besessenheit – und vermeide so erscheinen. Manch mal klettert er den jedes unnötige Experiment.“ ganzen Tag, 20 Tage
2. Überlegen:
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„WENN DU IN ETWAS WIRKLICH GUT S E I N W I L L S T, DANN MUSST D U DAVO N B E S E S S E N SEIN.“
Free-Solo-Aufstieg an der 760-Meter-Wand des Half Dome im YosemiteNationalpark, Kalifornien
in Folge, bevor er sich einen Tag freinimmt. Er verzichtet auf Alkohol, Koffein, Drogen sowieso und immer wieder über längere Phasen auf Zucker. 2011 kletterten er und sein Partner James Lucas, mittlerweile Redakteur des „Climbing“-Magazins, an einer Route an den Eurasian Eyes in der kanadischen Stadt Squamish. „Für Alex eigentlich ein Warm-up“, erinnert sich Lucas. „Aber er war davor schon 23 Tage geklettert, hatte Haut an den Fingern verloren und zwei Monate lang keinen Zucker zu sich genommen. Er versuchte seine Finger zu verbinden, aber das Tape löste sich ständig. Er war einfach komplett erschöpft.“ An der Schlüsselstelle gab Honnold auf. Wieder unten am Fuß der Wand angelangt, war er wütend und enttäuscht. „Er ist es nicht gewohnt, zu verlieren“, er erinnert sich Lucas. Honnold stieg in seinen Van, fuhr zu einem Laden, um Kekse zu kaufen, und weiter direkt nach Kalifornien. Honnolds Erfolg begeistert Menschen auf der ganzen Welt. Sein Aufstieg am Half Dome wurde 2010 in der Doku „Alone on
the Wall“ verewigt, im selben Jahr wurde er in der legendären CBS-Serie „60 Minutes“ porträtiert, 2015 brachte er das Buch „Alone on the Wall“ heraus. Sein Erfolg kommt gerade zur rechten Zeit. Seit 2014 stiegen die weltweiten Umsätze im KletterBusiness um 53 Millionen US-Dollar auf rund 176 Millionen. Honnold konnte dadurch extrem gut vermarktet werden. Von seinen Sponsorendeals mit The North Face, Black Diamond, La Sportiva und Stride Health (ein Unternehmen, das ihn kostenlos krankenversichert), seinen Auftritten in Werbespots für Dewar’s und Citibank und seinen Vorträgen lebt Honnold ganz gut. „Ich verdiene ungefähr so viel wie ein wirklich guter Kieferorthopäde“, witzelt er. „Ich könnte noch mehr Geld machen, würde ich das ganze Jahr über vor anderen reden – aber das würde nicht zu mir passen.“ Bei The North Face ist Honnold einer der bestbezahlten Athleten. In den Büroräumen hängen übergroße Fotos von ihm an den Wänden. Und er ist in die Entwick Entwicklung von neuen Produkten eingebunden. „Er klettert free solo, was beeindruckend
3. Handeln:
„Sobald du dich entschieden hast, gib 100 Prozent. Es gibt keinen Grund für halbe Sachen. Machst du es halbherzig, wirst du lang samer und die Sache damit gefährlicher.“ THE RED BULLETIN
ist und die Leute auf ihn aufmerksam macht“, sagt Chris Sylvia, der Sportmarketing-Manager, bei unserem Mittagessen. „Aber was unsere Kunden am meisten inspiriert, ist, dass er seine Zeit nur draußen in der Natur verbringt, in den Bergen. Also glotzt nicht den ganzen Tag nur aufs Smartphone, geht auch raus und tut etwas, das ist seine Botschaft.“ Honnold verbringt vier, fünf Monate jährlich im Ausland. Und obwohl er sich kürzlich ein Haus in Las Vegas gekauft hat, um das ganze Jahr über beim Red Rock Canyon klettern zu können („und weil es in Nevada keine Einkommenssteuer gibt“), lebt er seit zehn Jahren in einem Kleintransporter und verbringt neun Zehntel seiner Zeit in verschiedenen Klettergebieten der USA. In seinem neuen Dodge-Kastenwagen befinden sich ein Doppelbett, ein Waschbecken und ein Herd. Über der Schiebetür des Wagens ein Hangboard, an dem Kletterer schwierige Griffe und damit ihre Fingerkraft trainieren. Die Wände sind vollgepackt mit Fotos und Zeichnungen. „Meine Freundin Sanni hat sie da hingehängt“, sagt Honnold. „Ich hätte das nie gemacht, aber sie wollte, dass ich mich wie zu Hause fühle.“ Für Sanni McCandless, die Honnold 2015 bei einer Signierstunde in Seattle kennengelernt hat, ist der Kastenwagen aber kein echtes Zuhause, sie begleitet Alex nur ab und zu. Der wiederum ist wunschlos glücklich: „Solange ich Vollzeit klettere, werde ich so leben. Vielleicht noch zehn Jahre, vielleicht sogar länger. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass ich mit 47 noch in diesem Wagen lebe, aber wer weiß.“ Honnold und ich steigen in seinen Wagen und fahren vom The-North-Face-Hauptbüro zur Kletterhalle. Seine Ausrüstung klappert im Gepäckraum, im Radio läuft ein Song von Sum 41. An seiner Schläfe entdecke ich ein graues Haar. „Ach das“, sagt er. „Das erste Mal hat das jemand bemerkt, als wir in Borneo kletterten und ein ziemlich heftiger Sturm aufkam. Vielleicht wuchs es mir, weil wir so gestresst waren und dachten, wir würden sterben.“ Honnold sagt das im Scherz, aber der Tod beschäftigt ihn tatsächlich. „Kürzlich kam jemand um, und meine Freundin Sanni meinte: ‚Zumindest starb er bei etwas, das er liebte.‘ Ich antwortete ihr: ‚Ich hasse diesen Spruch.‘ Niemand will bei dem sterben, das er liebt. Ich liebe Klettern, aber ich will nicht in meinen Tod stürzen. Ich will sterben, wenn ich alt bin.“ www.alexhonnold.com 45
KATHERYN DIE GROSSE
KATHERYN WINNICK ist der Kriegerin, die sie in „Vikings“ spielt, privat erstaunlich ähnlich. Das Geheimnis der kanadischen Schauspielerin und Taekwondo-Meisterin: Sie schafft es, ihre Visionen wahr zu machen. Text: Nora O’Donnell Fotos: Miko Lim
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Lange bevor sie zur furchtlosen Schildmaid in der Hit-Serie „Vikings“ wurde, weckte Katheryn Winnick ihre innere Kriegerin. Mit sieben begann sie, die in den Vororten von Toronto aufwuchs, Taek Taekwondo zu lernen, mit gerade 21 betrieb sie drei Kampfsportschulen. Ein paar Jahre später wechselte sie in die Schauspielerei, angelte sich zahlreiche Film- und Serienrollen (etwa in „CSI“, „Law & Order“, „Dr. House“, „Bones – Die Knochenjägerin“ und „Person of Inter Interest“) und beeindruckte in einigen davon auch mit ihrer Kampf Kampfkunst. Aber erst in „Vikings“ fand die heute Neununddreißigjährige als Lagertha schließlich eine Rolle, die ihrer ganzen mentalen und physischen Stärke Ausdruck verlieh. Während der Dreharbeiten für die fünfte „Vikings“-Staffel in Irland verriet Winnick, warum sie sich vom gnadenlosen Hollywood-Showbiz nicht stressen lässt, erzählte von ihrem neuen Film „Der Dunkle Turm“ und wie es ist, sich als Tattoo auf der Brust eines anderen zu sehen. the red bulletin: Deine Eltern brachten deine ganze Familie dazu, Taekwondo zu machen. Ist das nicht eine ungewöhn liche Art, als Familie Zeit miteinander zu verbringen? katheryn winnick: Überhaupt nicht! Taekwondo ist eine der wenigen Sportarten, die Kinder und Erwachsene gemeinsam trainieren können. Ich finde, jede Familie sollte gemeinsam Taekwondo machen, kaum etwas schweißt so zusammen. Du hast mit sechzehn deine erste TaekwondoSchule ge gründet. Lag auch dieser Gründergeist in der Familie? Definitiv. Mein Vater war Unternehmer, von ihm lernte ich, was es heißt, Risiken einzugehen. Aber damals erschien es mir nicht so riskant, eine eigene Schule zu gründen, weil ich ja ein Dach über dem Kopf hatte und eine Familie, die für mich da war. Wir stammen aus einfachen Verhältnissen, ich hatte also keine finanzielle Unterstützung, dafür aber emotionale. Und meine Mutter half mir bei der Buchhaltung. Ich wollte Herrin über mein
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eigenes Leben sein, und das geht nur, wenn du dein eigener Boss bist. Was ich damals kannte, war Taekwondo – das nahm ich und machte das Beste daraus. Arbeitete, arbeitete, arbeitete. Ich wusste immer schon: Niemand schenkt dir etwas. Du musst dir alles hart erarbeiten. Die Schauspielerei kann ein ziemlich eigenartiger Beruf sein, der totale Stress während Dreharbeiten wechselt oft ab mit monatelangen Pausen. Wie bleibst du fokussiert, wenn du nicht arbeitest? Ich arbeite immer, deshalb fällt es mir schwer, diese Frage zu beantworten. Wenn ich nicht vor der Kamera stehe, bin ich eben Unternehmerin. Jetzt zum Beispiel baue ich eine Schule namens Win Kai Self Defense auf, in der Frauen Selbstverteidigung lernen. Die Ideen gehen mir sicherlich nicht aus! Ist dir diese Art von Unabhängigkeit wichtig, weil in der Filmbranche so viele Frauenkarrieren ein natürliches Ablaufdatum haben? Ich spüre diesen Druck nicht. Vielleicht, weil ich schon immer fest davon überzeugt war, dass ich die Einzige bin, die über mein Leben entscheidet. Niemand hat mir je irgendwas geschenkt, ich musste mein Handwerk lernen, vorsprechen und für alles kämpfen. Das ist meine Art, an Dinge heranzugehen, egal in welchem Bereich. Angst davor haben, etwas zu verlieren, ist das Falscheste, was du tun kannst. Das Leben steckt doch voller Möglichkeiten – manchmal kann ich vor lauter Ideen gar nicht schlafen! Du musst diese Möglichkeiten nur erkennen und sie ergreifen. Mein Vater brachte mir schon früh bei, THE RED BULLETIN
„Niemand schenkt dir etwas. Du musst dir alles hart erarbeiten.“
„Mein Vater brachte mir schon früh bei, dass deine Träume nur so groß sein können wie deine kühnste Vision.“
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„Herrin Ăźber dein eigenes Leben kannst du nur als dein eigener Boss sein.“
dass deine Träume nur so groß sein können wie deine kühnste Vision. Also warum nicht versuchen, die beste Version deiner selbst zu erschaffen? Selbst wenn das vielleicht nicht ganz gelingen sollte, glaube ich, dass du damit einen ziemlich großen Schritt in die richtige Richtung machst. In welchen Momenten fühlst du dich am stärksten? Wenn mir bewusst ist, wer ich bin und was ich will. Ich glaube, viele Menschen interpretieren das Wort „stark“ falsch. Sie denken an einen inneren Schutz wall. Doch du kannst auch stark sein, wenn du sanft bist, solange du nur weißt, was du willst und was nicht. Es gibt dir Macht, wenn du Selbst vertrauen hast und das offen zeigst. Ich fühle mich etwa am stärksten, wenn ich aufwache und un geschminkt bin. Ich muss nichts auf mein Gesicht schmieren, ich fühle mich wohl, so wie ich bin – auch wenn ich im Pyjama herumlaufe. Weil ihr gerade „Vikings“ in Irland dreht: Was sagst du dazu, dass dir deine Verehrer vor lauter Zuneigung sogar Tattoo-Kunstwerke widmen? Es ist überwältigend, dass es da draußen solche HardcoreFans gibt – und das überall auf der Welt, in jeder Kultur. Es ist manchmal echt faszinierend, überhaupt, wenn ich mindestens ein oder zweimal die Woche ein neues Tattoo sehe. Das verrückteste, das dir je untergekommen ist? Auf der ComicCon hob ein Fan sein Hemd und zeigte mir auf seiner Brust ein Tattoo von Lagertha in der Opferszene (Staffel 4, Episode 18; Anm.). Ich fand es ein wenig verrückt, mich auf dem Körper eines anderen zu sehen. Aber ich will keine Spiel
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„Es gibt dir Macht, wenn du Selbstvertrauen hast.“ verderberin sein, wenn sie sich solche Mühe geben. Ich finde es bloß er er staunlich, dass sie mich ihr ganzes Leben lang auf ihrem Körper behal ten wollen. Apropos Fankult: Du spielst in „Der Dunkle Turm“ mit, einem Film, der auf Stephen Kings achtbändiger Fantasy-Saga beruht. Wie war es, bei der Verfilmung eines derart beliebten Werks dabei zu sein? Wie groß der Film eigentlich ist, kapierte ich erst, als wir in Kapstadt zu drehen begannen. Das Casting war schnell vorbei gewesen, und als ich zum eigentlichen Dreh nach Süd afrika kam, wurde mir erst bewusst, wie viele Fans diese Reihe um den Revolvermann und den Mann in Schwarz hat. Ich bin auch Stephen KingFan, aber ich hatte echt keine Ahnung, dass es so viele sind. Wie war die Arbeit mit Matthew McConaughey und Idris Elba? (Spielen den Mann in Schwarz bzw. den Revolvermann; Anm.) Ein unglaubliches Vergnügen. Ihre Persönlichkeiten verleihen dem Film
eine ganz besondere Note. Die Fans haben lange auf die Verfilmung gewartet, aber sie werden nicht enttäuscht sein. Ich habe gelesen, dass du ein Vision Board (Collage aus Bildern und Stichworten zu den eigenen Zielen; Anm.) hast. Was sind deine aktuellen Zukunftspläne? Einfach weitermachen wie bisher – mit großen Regisseuren arbeiten, gesund und ausgeglichen bleiben. Vielleicht ein Haus kaufen. Es ist erstaunlich: Meine Vision Boards sind bisher immer Realität geworden, alles davon. Ich habe großes Glück gehabt, dass ich bislang alle meine Ziele er er reicht habe. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. „Der Dunkle Turm“ läuft ab 11. August im Kino. Folge Katheryn Winnick auf Instagram: @katherynwinnick
styling: Rachel Gold hair-styling: Diego Miranda Hair @BTS Talent make-up: Emily Dhanjal @BTS Talent; verwendete Produkte von Charlotte Tilbury nägel: Nickie RhodesHill assistent des fotografen: Khalil Musa gingham-hemd: Rails jeans: Mango boots: Katheryns eigene lingerie-set & umhang: Laurence Tavernier seiden-top: Oui
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RED BULL CONTENT POOL
„HABE AUF ALLES
Matthias Schwab hat in seiner Golfkarriere bisher stets die richtige Abzweigung genommen. Er wurde damit zu einem der besten Amateurspieler der Welt. Jetzt wechselt er zu den Profis: Die Strategie bleibt dieselbe. Text: Robert Sperl Foto: Markus Berger
EINE FRAGE“
Markus Schwab, Golf-Pro, in seinem Heimatclub Schladming: „Es gibt im Golf nicht nur einen Weg zum Erfolg.“
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hooting mit dem Outfit fürs erste Turnier als Profi. Matthias Schwabs Favoriten: rotes Shirt, weiße Hose, auch wenn Letztere empfindlich auf Gras reagiert. Schwab ist groß, schlank, athletisch und sieht älter aus als 22. Fragen beantwortet er klug und mit Tiefenschärfe. Seine vier Jahre in den Top Ten der Amateur-Weltrangliste nennt er nette Erfolge. Amateur heißt im Golf: Geld verdienen ist verboten. Seit Juni ist Schwab Profi und beginnt wieder bei null, die neuen Regeln sind simpler: Es zählt das gewonnene Preisgeld – je mehr, desto besser die Einstufung des Spielers. Und je höher diese Kategorie, desto lukrativer dotiert sind die Turniere. Trotzdem denken Golfer nie ans Geld, wenn sie über dem Ball stehen – das lenkt nur ab. the red bulletin: Warum heißt dein Vorbild Roger Federer? matthias schwab: Er ist eine extrem coole Socke. Es schaut alles so leicht aus, wie er das macht. Wie er auftritt, das Publikum anspricht, wie beliebt er ist eben durch sein Auftreten, mit welcher Dominanz, Leichtigkeit und Selbstver Selbstver ständlichkeit er spielt. Das schau ich mir ab, aber ich schau ihn mir auch gern an. Macht auch Spitzengolf Spaß? Ich spiele gern. Wie erkennt man das als Zuschauer? Ich gehe generell nicht sehr aus mir her her aus, egal ob was Gutes passiert oder was Schlechtes – da gibt’s also keine fist pumps und kein Schlägerabbrechen. Auf der Runde ist das für Außenstehende nicht so einfach zu deuten, aber ich spiele seit meiner Kindheit unglaublich gern Golf. Für mich ist es Spaß und ein extremer Reiz, zu spielen – aber auch zu trainieren. Du hast mit vier Jahren begonnen, alle Kader bis ins Nationalteam durchlaufen, stets in der Doppelmühle Schule und Sport. War das immer lustig? Es hat nie Zwang gegeben. Wie stark hat sich dein Vater engagiert, ein früherer Spitzensportler und 1976 Olympia-Vierter im Zweierbob? Er hat mir mit Trainingsplänen immer gut geholfen. Vor allem am Anfang, wenn du als junger Spieler nicht kapierst, wie viel du arbeiten sollst und wie die Erholungs phasen ausschauen sollen. Sobald er gemerkt hat, dass der Bub kapiert, dass er trainieren muss, damit er einmal gut wird, hat er mir mehr Freiraum gegeben. Der Lieblingsspruch deines Vaters war: „Wer täglich übt, wird immer besser.“ Mittlerweile steht da: „Das Wochenende kann durchaus einmal frei sein.“ Es gibt 60 Millionen Amateurgolfer weltweit, dein höchstes Ranking war Platz 3 in der globalen Rangliste: Wie erklärt man jemandem, der keine Ahnung hat von Golf, wie gut man ist? Das ist für die Leute schwierig zu ver stehen, gerade in Österreich. Ich probiere 56
das hin und wieder bei meiner Oma, aber es ist im Golf generell verwirrend, weil Profis und Amateure getrennt sind. Waren die vier Jahre Studium an der Vanderbilt University (in Tennessee, Schwab ist Bachelor in International Business und Spanisch; Anm.), wo du ein Golfstipendium hattest, eine Einbahnstraße in Richtung Berufsspieler? Ich hatte schon mit vierzehn, fünfzehn das Ziel, Golfprofi zu werden. Aber mit acht zehn nach der Matura Profi zu werden ist riskant, und ich wollte auch nicht nach der Matura zwei, drei Jahre die normalen Amateurturniere spielen. College war deshalb schon länger auf meinem Radar – ich habe mich richtig darauf gefreut. Wie schaut der Trainingstag eines Golf Golfprofis aus? Anders als bei den Amateuren. Ich bin jetzt mein eigener Chef und muss mich ständig fragen, wie ich das Training struk struk turiere, auch, weil ich jetzt direkt in die
Turnierphase einsteige, die viele Reisen inkludiert. Wie lautet die Herausforderung? Das richtige Maß finden. Hat man nicht stets einen Trainer dabei, besteht die Gefahr, dass man faul wird, weil einen keiner ständig in den Arsch tritt. Oder es tritt das andere Extrem ein: Man nimmt es zu ernst und peinigt sich richtig aus. Wohin tendierst du? Seit ich ernsthaft golfe, habe ich den Sport immer neben der Schule betrieben. Jetzt habe ich endlich den ganzen Tag frei dafür, dass ich mich im Golf verbessern kann. Ich gebe wohl eher zu viel Gas. Weil der Druck hoch ist? Nach der Devise: Er war ein guter Amateur, also muss er ja auch ein guter Profi werden? Sicher habe ich Ziele, und andere Leute setzen Erwartungen in mich, aber ich ver ver suche es locker zu nehmen. Es ist meine Karriere, und was die anderen denken … Das wichtigste Handwerkszeug eines Golfers ist sein Schwung. Schwab vertraut seinen dem Techniktrainer Willi Hofmann an. Die Beziehung zum 76-jährigen Deut Deutschen ist eine fast enkelhafte. Hofmann, der den Ausnahmespieler Bernhard Langer seit über 35 Jahren betreut, lobt Schwab als „den Besten, der mir bislang untergekommen ist“. Schwab nennt seinen Coach respektvoll „Herr Hofmann“. Für Willi Hofmann ist Golf schlicht Physik und Mechanik: Sein Zugang ist ähnlich nüchtern wie deiner. Herr Hofmann macht das recht simpel, ja. Schwabs golferisches Vorbild? „Der junge Tiger Woods, aber man kann sich von jedem guten Spieler was abschauen.“
„OHNE TRAINER BESTEHT DIE GEFAHR, DASS MAN FAUL WIRD.“ THE RED BULLETIN
INNOVATION ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN AUSGABE ÖSTERREICH
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01 AUSGABE SCHWEIZ
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Mission
Zukunft
… MIT EINEM SOLAR-FLUGZEUG IN DIE STRATOSPHÄRE
TECH-FESTIVALS: TOA BERLIN & CO MIT DER KR AFT DER SO NN E IN DIE STR ATO SPH ÄR E
DIE START-UPEVENTS DES JAHRES
… VON REISEN, GESUNDHEIT, ESSEN, ARBEIT UND SEX
IM CAM P DER FUS SBA LLROB OTE R
MISSION IMDERROBOCAMPFUSSB ALLTER SOLAR STRATOS
LEA-SOPHIE CRAMER
NEUE GEGNER FÜRR MESSI, LLERR UND MÜLLE RONALDO
S P U FUTURE OF SPEED T R A S AU T N E E ID S 5 1 0 IN 8 SIEN
A PS starkes Elektro-Supercar Mate Rimacs IKA BIS1000 ON AFRüber Vsieht die Konkurrenz im Rückspiegel.
T L SCHLAND UT E DE W E I D UM
RONALDO 2.0 SIND ROBOTER IM JAHR 2050 DIE BESSEREN FUSSBALLER? SEGEL IM WIND DON MONTAGUES WELTREKORDVERSUCH MIT EINEM KITE-BOOT
SPORT – BUSINESS – TECHNIK – SEX
NÄCHSTE AUSGABE: 15. 9. 2017 THEMENSCHWERPUNKTE: E-MOBILITY ++ DROHNEN-RACING ++ DIE ZUKUNFT DER ARBEIT ++ E-RALLYCROSS u. v. m.
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„FLIEGT DER BALL NICHT, GEHT’S ZURÜCK ZU DEN BASICS.“
Das Ziel jedes Profigolfers: einen Schwung finden, dem man sein ganzes Leben blind vertrauen kann. Es gibt bei jedem Golfer, und somit auch bei mir, Phasen, da weißt du genau, wo der Ball hingehen wird. Und dann gibt es Phasen, wo du dich quälst, da weißt du es nicht. Aber generell kann ich sagen, dass mein Schwung relativ konstant ist – auch, weil ich mit Herrn Hofmann jetzt schon acht, neun Jahre beisammen bin. Wir haben immer an ähnlichen Dingen ge arbeitet. Auch wenn ich ihn nicht sehe, weiß ich, was er dazu sagen würde. Deinem ersten Coach Jonathan Mannie bist du so in Erinnerung geblieben: „Er wollte immer alles wissen.“ Hab auf alles eine Frage, das ist eine gute Strategie. Wie ist das im Umgang mit Hofmann? Wenn ich ein Problem habe, tüftle ich nicht herum und versuche auch nicht, dass der Ball aus dem Gefühl heraus wieder ge rade wird, sondern: Ich mache ein Video, schicke es ihm und erfahre so aus einer zuverlässigen Quelle, was ich ändern soll. Wie kompliziert sind die Antworten? Fliegt der Ball nicht gerade, geht’s immer zurück zu den Basics: Ausrichtung, Stand, Griff, Ballposition. Oft liegt das Problem im Missachten der Grundregeln. Wer gibt nach Hofmann die besten Antworten? Ich selber. Ich mache gern Videos und schau sie mir an. Es fühlt sich manches okay an, etwa die Ausrichtung der Schul tern, aber erst das Video zeigt, wie es wirk wirk lich ausschaut. Video ist unbestechlich. Ist Spitzengolf Kür oder Pflicht? Auf dem Platz ist das meiste Gefühl und Vorstellung. Technische Gedanken habe ich im Training, auf der Driving Range, aber nicht auf der Runde. 58
Trotz seiner vier Jahre auf einer US-Uni startet Schwab seine Profi-Karriere in Europa, „weil ich da die besseren Kontakte habe“.
Hinterlassen gute Golfer charakteris tische Duftmarken? Sprich: Legen sie das Spiel eher an wie Chirurgen oder interpretieren sie es wie Pianisten? Ich schätze, es ist ein guter Mix aus Pianist und Chirurg. Profigolf ist Mannschaftssport. Team Schwab besteht aus Trainer Willi Hofmann, Caddie Simon Hartweger – der junge Jus-Student ist mit Schwab seit Kindertagen befreundet – und Vater Andreas Schwab. Die Internationalität garantiert die Agentur ISM/International Sports Management von Ex-Pro Andrew Chandler. Sie sorgt für die wichtigen Turniereinladungen: Solange Schwab keinen offiziellen Status hat, kann er ohne Einladungen nicht bei Turnieren antreten – und hätte somit keine Aussicht auf Preisgeld. 2017 versucht Schwab auf der zweiten europäischen Leistungsstufe Challenge Tour so viel zu verdienen, dass er sich 2018 für die erste Klasse, die European Tour, qualifiziert. Irgendwann ist auch die US-Tour eine Option, sagt Schwab: „Ich würde schon gern wieder zurückgehen.“ Du bist ein eiskalter Hund. Sagt wer? Das ist ein Zitat von Markus Maukner, mit dem du und Michael Ludwig 2016
Platz 3 bei der MannschaftsWM WM er er reicht habt. Auch dank deiner drei Birdies auf den letzten drei Löchern. Die haben mich auch gewundert. Noch imponierender, wie du 2014 eine arge Rückenverletzung weggesteckt hast, den Bruch zweier Lendenwirbel. Von Februar bis Oktober 2014 kein Golf Golf schlag, nicht einmal Putten war möglich. Eingeschossen ist es bei einem Turnier in Florida, dann wurde es immer schlimmer. Zuerst haben alle gedacht, dass ich nur ein bisschen aussetzen muss, aber als dann die verschiedensten Therapien nicht geholfen haben, kamen die Zweifel. Es war so weit, dass ich gehofft habe, dass ich irgendwann wieder normal gehen kann, laufen kann, Fußball spielen kann. … die Karriere reduziert sich plötzlich auf eine einzige Frage … Kann ich wieder schmerzfrei golfen? Aber ich habe gewusst: Wenn ich zurück zurück komme, kann ich stärker zurückkommen, als besserer Spieler, mit einer besseren Einstellung, mit besseren Perspektiven. Was hilft in so einem Fall? Das richtige Umfeld. Trainer und Team kollegen waren total gut, die waren die hilfreichsten aller Unterstützer. Die haben an mich geglaubt. Es sind immer die klei nen Sachen, die den großen Unterschied ausmachen. Sie waren immer auf meiner Seite, haben nie Druck gemacht. Deine Schlussfolgerung daraus? Hat man die richtigen Freunde, steht man auch Dinge durch, von denen man nicht weiß, wie sie ausgehen. Apropos: 2012 hast du im schottischen Troon am letzten Loch das British Ama teur verloren, das berühmteste Ama teurturnier der Welt. Als Sieger wärst du 2013 beim Masters in Augusta gestartet. Wie lang quält so eine Niederlage? Nicht sehr lang. Irgendwann die British Open gewinnen wär doch eine nette Revanche. Die wer wer den auch ab und zu in Troon gespielt. Derzeit hab ich andere Ziele. Träumen kann ich ein andermal. Wenn sich am letzten Grün von Troon der Kreis einmal schließt – das wäre sicher lustig. Aber das hast du mir jetzt in den Mund gelegt. www.facebook.com/MatthiasSchwab1994 THE RED BULLETIN
THE RED BULLETIN PROMOTION
BEREIT FÜR ACTION? The Red Bulletin und Ford verlosen fünf Plätze für einen Erlebnistag mit Rallye-Staatsmeister Hermann Neubauer im Driving Center in Spielberg.
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ermann Neubauer ist amtierender Rallye-Staatsmeister und weiß somit genau, wie man richtig Gas gibt. Jetzt hast du die Chance, den Rallye-Piloten hautnah in Action zu erleben. Gemeinsam mit Ford verlosen wir fünf Plätze für einen exklusiven Erlebnistag am 28. Juli 2017. Erst wirst du das Driving Center
als Copilot von Hermann stilecht im Ford Fiesta WRC unsicher machen, bevor du selbst ein Rallye-Auto fahren wirst. Am Steuer des Ford Fiesta ST mit 1,6-LiterEcoBoost-Motor mit 182 PS kannst du dich als Rennfahrer versuchen und umsetzen, was du von Hermann gelernt hast. Außerdem steht dir der Ford Focus
RS zur Verfügung – dank 2,3-Liter-EcoBoost-Motor mit 350 PS hat er ordentlich Power unter der Haube. Nach dem Adrenalinkick kannst du beim gemeinsamen Mittagessen wieder Energie tanken und abschließend das Gelände erkunden. n WWW.REDBULLETIN.COM/FORD
Fotos: Dominik Fessl
BEWIRB DICH JETZT! Mitspielen und einen von fünf exklusiven Plätzen für den Ford Erlebnistag am 28. Juli 2017 mit Rallye-Staatsmeister Hermann Neubauer im Driving Center in Spielberg gewinnen. Mitspielen auf: www.redbulletin.com/ford Teilnahmeschluss: 17. Juli 2017
DAS
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IST
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MAZDA
DIE
Was ist Kreativität, wie erweckt, wie behält man sie? Ein Gespräch mit Mazdas Chefdesigner Kevin Rice.
Interview: Werner Jessner Fotos: Manuel Vazquez
Mazda gilt in der Autobranche als eines der innovativsten und anspruchsvollsten und wurde vielfach prämiert. So unterschiedlich die Palette auch ist: Man erkennt sofort, dass es sich um einen Mazda handelt. Kevin Rice, 53, ist jener Mann, der für diese eindeutige Handschrift verantwortlich zeichnet. the red bulletin: Was ist Kreativität? kevin rice: Für mich ist es der Wunsch, etwas, das es noch nicht gibt, auf meine persönliche Weise darzu stellen. Woher kommt Kreativität? Ich wollte schon als Kind die Wurst nicht so schneiden, wie Mutter und Vater es vorgegeben haben. Ich wollte einen eigenen Weg finden. Das hat mit Ehrgeiz zu tun, mit Ego. Jeder ist mit diesen Eigenschaften geboren. Die Frage ist, mit wie viel und wie viel man zulässt. Sie arbeiten in einem krea tiven Beruf … … und daher musste ich das Quantum an Kreativität, das in mir steckt, kultivieren und Techniken erlernen, meine Kreativität sichtbar und ver ver ständlich zu machen. Lang fristig kannst du nur kreativ sein, wenn du lernst, dich selbst zu beherrschen. Im Gegensatz zu? Aktionismus. Oder jemand anderer beherrscht dich. Und das gelingt Ihnen?
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lebende Künstler denselben Stellenwert wie Denkmäler oder Naturschätze. Wir haben diesen Künstler also gebeten, sich Gedanken über unseren Claim „Soul of Motion“ zu machen. „Soul of Motion“ war für ihn ein Wasserfall. Wie hat er ihn um gesetzt? Er hat eine Box aus Stoff gebaut, sie mit 30 Schichten Schellack überzogen und mit 10.000 Fragmenten aus Eier schalen befüllt. Wenn du das Ding siehst und bewegst, den Wasserfall in der Box hörst, dann bekommst du eine Gänse haut, weil er das Thema so exakt und doch so überraschend getroffen hat. Der eine zerschneidet seine Wurst anders, der andere baut Wasserfälle in Boxen. Da liegen aber schon Welten dazwischen. Warum? Beides ist gegen die Konven tionen. Beide sind nicht zufrieden mit dem Weg, den die Gesellschaft als den besten proklamiert. Zugegeben: Manchmal ist der neue Weg schlechter oder gröber als der alte, aber auch das muss man aushalten. Setzt Kreativität Selbstbewusstsein voraus? Eher das Gegenteil. Viele Sportler, Unternehmer oder Musiker haben kein Selbstbewusstsein. Es entsteht erst durch Kreativität. Ein Meister des Autodesigns, einer der großen Namen der Branche, war der Meinung, er habe sein Leben lang keinen schönen Entwurf zustande gebracht. Man muss zwischen Selbst vertrauen und Selbstbewusstsein unter unter scheiden. Deine Kreativität kommt aus dir selbst. Niemand kann dir dabei helfen. Das weißt du irgendwann und weißt auch, dass du etwas schaffen kannst. Selbstbewusstsein ist eine andere Sache. Können wir den Unterschied noch feiner rausarbeiten? Haben wir einen Psychologen bei der Hand? Am Beginn eines neuen Weges weißt du, dass er hart und beschwerlich sein wird. In aller Regel wird es finan
Spektakulärer Wurf: RX Vision, die Studie eines künftigen Sportwagens
MAZDA
DAS DESIGN VON
Wenn ich einen Entwurf mache, mit dem ich nur zu 99 Prozent zufrieden bin, drehe ich durch. Für alle anderen mag es perfekt sein, aber eben nicht für mich. Und dann? Dann trittst du einen Schritt zurück und lässt jemand anderen das fehlende Prozent ergänzen. Du musst den Moment erkennen, wo du loslassen musst. Suche nach Perfektion kann Kreativität killen. Daher arbeiten wir in der Autobranche auch in Hierarchien. Es ist nicht ge sagt, dass ein Chefdesigner der bessere Designer ist, aber einer muss den Überblick bewahren. Und das geht eben nicht, wenn du mitten im kreativen Prozess steckst. Die Ergebnisse kreativer Arbeit sind also größer als die Menschen, die sie erschaffen haben? Es gibt Objekte, die du siehst und schön findest. Aber ein Objekt, das dich emotional berührt, ist etwas ganz anderes. Wie und warum das entstanden ist – das ist die Magie kreativer Prozesse. Un erklärlich, aber entscheidend. Versuchen wir das Unerklärliche zu fassen. Du musst viel mehr von dir selbst in deine Objekte rein packen, als man sieht. Ein Bei spiel: Vor zwei Jahren haben wir in Mailand ein Projekt mit einem japanischen Künstler gemacht, der als nationaler Schatz gilt … … heißt was? In Japan haben bestimmte
KEVIN RICE
Der 53-jährige Brite verantwortet seit 2014 das MazdaDesign für Europa. Er hat Transportation Design an der Universität Coventry studiert und für Opel, Giugiaro und BMW gearbeitet. Zwischen 1995 und 2000 ist er bereits bei Mazda am Zeichenbrett tätig gewesen und hat unter anderem den RX-8 entworfen. BMWs 3er- und 4er-Serie stammen ebenfalls aus seiner Feder.
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zielle und zeitliche Grenzen geben. Und doch marschierst du los – weil du an dich und deine Kreativität glaubst. Schritt für Schritt schaffst du eine Menge an Energie, die zu Selbstbewusstsein wird, zu Gewissheit: Ja, ich werde Erfolg haben. Dieses Mal. Beim nächsten Projekt startest du wieder bei null. Auch was dein Selbstbewusstsein betrifft, während das Selbstvertrauen da ist. Wie hängen Inspiration und Kreativität zusammen? Jedenfalls nicht direkt. Inspiration ist eher ein subkutaner Prozess, der sich manchmal erst nach Jahren ausdrückt. Inspiration ist Kontrollverlust: Du hast das nicht selbst gemacht, sondern von außen aufgesaugt, und du weißt nicht, woher es kommt. Das ist cool, aber es passiert verdammt selten. Und dann?
Ist es wie Surfen. Inspiration ist deine Welle. Du als Person drückst dich auf ihr aus. Was inspiriert Sie? Alles. Das ist wie eine Krank Krankheit. Ich schaue alles an und speichere es ab. Die Bäume und die Wand. Gefällt mir das? Warum? Warum nicht? So geht das 24 Stunden am Tag, mein Leben lang. Kreatives Kraftfutter sind Möbel für mich, Architektur oder Tanz. Das Erstaunliche ist dann, zu welchen Gelegenheiten sich der Input in meiner Arbeit äußert. Warum sehen Autos heute so ähnlich aus? Gerade im Autodesign sind wir unglaublichen Einschränkungen unterworfen. Fußgängersicherheit, Fertigungsprozesse, Kosten, viele Dinge. Da etwas Neues auf die Straße zu bringen ist super schwierig. Aber man muss es trotzdem immer probieren.
Könnte man sagen: Beschränkungen als Schleifsteine, die dazu zwingen, Ideen zu schärfen? Einverstanden. Ein Beispiel: Beim aktuellen CX-5 wollten wir mehr Spannung in die Linie bringen und das Design vereinfachen. Wir haben eine sehr schlichte Haube gezeichnet und eine Nase, die nach oben zeigt – also genau das Gegenteil von dem, was man normalerweise macht, wenn man einen sportlichen Eindruck erzeugen will. Unsere Nase ist nicht die eines Bullen, sondern die eines Hais. Ein Beispiel dafür, wie man von äußeren Einflüssen zu kreativen Ansätzen gezwungen wird. Was halten Sie eigentlich von Retrodesign? Steckt da nur die Sehnsucht nach der heilen Welt drin, oder ist da doch mehr? Wir greifen da nicht hin. Die erste Generation des MX-5 hat mit dem britischen Roadster-Gefühl der 1960er gespielt. Seither sind wir immun. Autos wie Mini oder Fiat 500 treffen den Geschmack junger Leute, die die Urmodelle gar nicht mehr bewusst mitbekommen haben. Das muss man akzeptieren. Aber warum waren diese Autos so rund? Weil es die Produktionsmethoden nicht anders zugelassen haben. Warum waren die Autos der 1980er so eckig? Weil sich die Methoden der Blechverarbeitung geändert hatten. Die Schleifsteine für Kreative hat es immer schon gegeben. Haben Künstler, deren Werk erst in der Zukunft verstanden werden muss, mehr Freiheiten als solche, die in der Kreativ-Industrie arbeiten? Kreative Ingenieure machen bei uns schon heute sehr viel möglich. Sie schaffen uns Freiräume. Und es ist ein Irrglaube, dass gute Designs immer sofort verstanden wurden. Der Mini war einst ein Desaster, heute ist er eine Ikone. Das zeigt, dass sich Kreative durchaus trauen können, nicht sofort zu gefallen. mazda.at
„KREATIVITÄT KOMMT AUS DIR SELBST. NIEMAND KANN DIR DABEI HELFEN.“ 63
W I E R E A G I E R T U N S E R G E H I R N I N E X T R E M S I T U AT I O N E N ? ZU VERSUCHSZWECKEN RISKIERTE DER FORSCHER CHRISTIAN CLOT SEIN LEBEN – UND REISTE IN DIE VIER MENSCHENFEINDLICHSTEN GEBIETE DER ERDE. T E X T: PAT R I C I A O U D I T
FOTOS: LUCAS SANTUCCI / ZEPPELIN
ANPASSUNG ODER TOD
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FÜR FORSCHER SIND SO EXTREME GEGENDEN EIN BESONDERER STRESS-TEST, SAGT CHRISTIAN CLOT. ABER: „DIE GRENZEN WERDEN VERSCHOBEN, WAS WIEDERUM DIE ERKENNTNIS VORANBRINGT.“ 64
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ugust 2016 in der Wüste Dascht-e Lut im Osten Irans. Temperatur: 58 Grad Celsius, drei Prozent Luftfeuchtigkeit. Seit fünf Tagen kauert Christian Clot unter einer Plane, die ihn notdürftig vor der sengenden Sonne schützt. Unfähig, einen Arm zu heben, zu kraftlos, um auch nur eine Zeile zu lesen. „Um nicht in Panik zu verfallen, die sich nach und nach breitmacht, zähle ich ohne Unter Unterlass vor mich hin.“ Denn der Forscher weiß, dass ihm in dieser endlosen Weite, wo nichts wächst und nichts lebt, plötzlich abstruse Dinge passieren können. „Die Zellen im Gehirn können sehr schnell absterben, wenige Minuten später tritt der Tod ein. Die totale Isolation wird zur mentalen Folter.“ Fünf Tage Zeit für die Frage, ob man mit nur 5,5 Liter Wasser täglich und vorprogrammierter Dehydration überlebt: Der Forscher und Abenteurer Christian Clot setzt sich dieser Tortur mit dem Projekt „Adaptation“ ( frz.: Anpassung; Anm.) freiwillig aus. Ziel dieser Grenzerfahrung von ständiger Bewegung in lebensfeindlicher Umgebung? Das erste vollständige Protokoll über die menschliche Fähigkeit, sich diesen Verhältnissen anzupassen. Nach der Wüstenhitze Irans lässt sich Clot von der Feuchtigkeit Patagoniens quälen, den Urwäldern Amazoniens und der ostsibirischen Kälte des Werchojansker Gebirges: Nie zuvor lieferte sich ein Mensch innerhalb von nur vier Monaten derart unterschiedlichen klimatischen Bedingungen aus, Todeszonen mit Temperaturen von plus 58 Grad (Iran) bis zu minus 58 Grad (Sibirien), einer Luftfeuchtigkeit von 3 bis 100 Prozent, der Weite der Wüste, den Beklemmungsgefühlen im Urwald. Im Verlauf dieser vier Monate aufeinander aufeinanderfolgender Expeditionen, mit jeweils einigen Wochen Pause dazwischen, gibt es bestenfalls zwei Stunden täglich, in denen der Körper nicht beansprucht wird. Ein Körper, der sonst permanent Übungen unterzogen wird, die der Entscheidungsfindung, Gedächtnisspeicherung und Raumwahrnehmung dienen. „Das war wie bei diesem Spiel auf meinem PC, in dem ich mich in einem Labyrinth, das sich im Laufe des Tages verändert, orientieren musste“, so Clot. Eine der Fähigkeiten, die zuerst verloren-
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DIE THEORIE V O N C L O T:
„Das Gehirn ist form bar. Wir wissen: Es bildet neue Verbindun gen, neue Neuronen, neue Fähigkeiten. Wir wissen aber kaum, wie diese Vorgänge ablau fen, vor allem in kom plexen Umweltsituatio nen. Für die Messung dieser Vorgänge habe ich ,Objektive‘ verwen det, um Daten über meinen Zustand (Kör pertemperatur, Herz rhythmus etc.) zu ge nerieren und so Tests und Übungen durch geführt. Zudem wurde zwischen den einzel nen Expeditionen in 18 MRT MRT Durchgängen eine ,Kartografie‘ des Gehirns durchgeführt, um mögliche Verände rungen zu erkennen.“
gehen, ist der Orientierungssinn. Clot: „Ich habe viel mit meiner Kamera gesprochen, um die Realität des Moments mit der Vorstellung, die man sich im Nachhinein macht, zu ver vergleichen.“ Clot spricht auch mit seinem Hut, um nicht durchzudrehen: „Eine absolute Notwendigkeit für das soziale Wesen Mensch!“ Adaptation ist ein Projekt außerhalb der Norm. Tausend ohne Unterstützung zurück zurückgelegte Kilometer, tausende vor Ort gesammelte Daten, dazu kognitive, psychologische und klimatische Tests – ein reales Labor unter freiem Himmel. Spricht man mit Clot dar darüber, sprudeln Fragen und Antworten nur so aus ihm heraus. Er zeigt seine Fingerspitzen, die vorübergehend taub waren. Er erzählt, dass Blutentnahmen, je nachdem, wo man sie durchführt, variieren: „In Patagonien und in Sibirien fließt das Blut nicht, es tröpfelt. Im Iran sprudelt es dagegen wie ein Geysir.“ Clot weiß längst mehr über das Verhalten des Gehirns in Extremsituationen als wir alle zusammen. Vor allem nach den Kältenächten in Sibirien: Bei minus 58 Grad ist es wichtig, die Luft vor dem Einatmen zu erwärmen,
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IRAN AUGUST – SEPTEMBER 2016
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LUFTFEUCHTIGKEIT: 3% 180 Kilometer zu Fuß, das Gepäck auf einem 150-KiloHandwagen, nur 500 Kalorien pro Tag waren erlaubt. „Im Iran hat die Sonne meine Haut nicht verbrannt. Ein Phänomen, das noch erforscht werden muss!“ Vom Geheimdienst behindert, konnte Clot das Projekt nur zum Teil realisieren.
Als Experte der Anpassung an extreme Bedingungen hielt Christian Clot trockene Hitze für „verträglich“.
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LUFTFEUCHTIGKEIT: 98%
OKTOBER – NOVEMBER 2016
410 Kilometer im Kajak unterwegs. „Hier waren der rasche Klimawechsel und zwölf Tage Sturm die Herausforderung. Jeder Paddelschlag erforderte Konzentration, was das Tempo stark einschränkte. Vom heftigen Wind, der mit bis zu 130 km/h dahinfegte, ganz zu schweigen.“
P ATA G O N I E N
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Zu Beginn jeder seiner Adaptation-Expeditionen trifft sich Clot drei Tage lang mit Wissenschaftlern, damit die gleiche Sprache, wenn es um die Erstellung der Protokolle geht.“
damit die Lunge nicht brennt. In Patagonien kentert er mit seinem Kajak und kämpft 17 Minuten lang (wie seine GoPro-Kamera belegt, die weiterfilmte) dagegen an, nicht in vier Grad kaltem Wasser zu ertrinken. Obwohl Clot austrainiert – mit sieben Prozent Körperfett – aufbricht, kommt er entkräftet und mit 15 Kilo weniger Muskelmasse zurück: Der Körper hat ihm die Klimaschocks nicht verziehen. „Ich glaubte zu wissen, was Kälte ist, aber Sibirien hat mir gezeigt, dass das falsch ist. Ich war – wie im Iran – kurz davor aufzugeben. Dort war es der mentale Leidensdruck, der mich gequält hat. Leidensdruck, der normalerweise dann auftritt, wenn man seine physischen Grenzen überschritten hat. Dann fühlt man sich völlig hilflos.“ Warum will man Forscher werden, wenn man bereits in der Grundschule lernt, dass ohnehin schon alles entdeckt wurde? Clot er erklärt es: Im Schweizer Jura geboren, vertreibt er sich schon im Alter von vier Jahren die Zeit im Wald und dringt immer weiter vor in unbekannte Gefilde. „Auslöser war eine Reise nach Québec mit meinen Eltern. Vom Flugzeug aus entdeckte ich Wälder, die so groß waren, wie ich es mir niemals hätte vorstellen können. Mit sechzehn bin ich erneut dort hingereist.“ Dank dieser Reise into the wild mit dem Kanu und zu Fuß entdeckt Clot die Bühne „einer anderen Form der Forschung“. Er kommt mit einem Verlangen nach Abenteuer zurück, betreibt nun BASE-Jumping, 70
Extrem-Kajaking, Fallschirmspringen, wird Stuntman. Und definiert sein Lebensziel: in der Natur unterwegs sein, sich für sie begeistern, davon erzählen. Als er 1999 in den äußersten Westen Nepals reist, stellt er fest, dass das Gebiet nicht kartografiert ist. „Ich habe dort Menschen getroffen, die noch nie Plastik oder Glas gesehen hatten. Und mir gedacht, dass wir noch längst nicht alle Geheimnisse unseres Planeten entdeckt haben.“ 2003 ein weiterer Knackpunkt: Clot stellt fest, dass Wissenschaftler Interesse an seinen Daten haben, die er aus den von ihm bereisten Gebieten mitbringt, seine bis heute erlebten Extremsituationen aber nicht analysieren können. 2012 beschließt er deshalb, ein ganzheitliches Projekt aufzubauen: Wissenschaftler sollen sämtliche psychologischen, kognitiven und ethologischen Aspekte berück berücksichtigen. Jedoch ist die Reserviertheit gegenüber dieser Idee groß. „Der Erste, der sich traute, mit mir zu arbeiten, war Étienne Koechlin, ein Spezialist für Entscheidungsprozesse an der Pariser Hochschule ENS.“ Inzwischen sind weitere Wissenschaftler mit an Bord. Und Clots Forschungshypothesen zum Teil bestätigt: Das mit Grenzsituationen konfrontierte Gehirn hat die Fähigkeit, sich innerhalb kurzer Zeit anzupassen. Clots waghalsige darwinistische Übungen ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen belegen, dass weder die Stärksten noch die Intelligentesten überleben, sondern diejenigen, die sich am besten anpassen können. Und sie belegen, dass der Mensch aufhören muss, der Natur Befehle zu erteilen – sie selbst bestimmt. Clots zusätzliches Resümee: „Man kann sich einem neuen System nur anpassen, wenn man etwas findet, das man daran mag. Ohne Sympathie und Hoffnung und die eine Sekunde Glück Glückseligkeit, die doch immer dabei war, hätte ich aufgegeben.“ Sein nächstes Projekt: erneut in die lebensfeindlichen Gebiete reisen, diesmal in Begleitung von je zehn Männern und Frauen – zur Bestätigung der Erfahrungen der Solo-Tour. christianclot.com
S I B I R I E N FEBRUAR – MÄRZ 2017
LEIDEN FÜR DIE WISSENSCHAFT
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LUFTFEUCHTIGKEIT: 60 % 180 Kilometer auf Skiern mit einem 100 Kilo schweren Pulka. „Ich mache alles in Fausthandschuhen, verwende einen Stift anstelle eines Computers, die Nächte ohne Schlaf häufen sich.“ Das ständige Schlagen von Wasserlöchern in den gefrorenen Fluss kostet wertvolle Energie.
A M A Z O N I E N DEZEMBER 2016 – JÄNNER 2017
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LUFTFEUCHTIGKEIT: 100% 280 Kilometer zu Fuß und im Schlauchboot durch den Urwald. „Eine ‚grüne Hölle‘, in der man nur im Gänseschritt vorankommt, nur wenige Kilometer pro Tag macht.“ Massive Regenfälle, die oft über mehrere Tage anhielten, drosselten das Tempo zusätzlich.
Als Forscher riskiert Christian Clot mehr denn als Abenteurer, wenn es darum geht, Wissen zu erlangen.
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NOW DIE REISE INS UNBEKANNTE
JOHN WELLBURN
Abenteurer in der Wildnis trifft auf MountainbikeAction: In „Follow the Fraser“ folgen drei Biker dem gleichnamigen Fluss in British Columbia, Kanada. Jetzt auf redbull.tv
THE RED BULLETIN
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GUIDE
See it
LIVE DABEI Musik, Motorsport, Mountainbiking: Diesen Monat bringt Red Bull TV Events der Superlative auf deinen Screen.
Genialer Sound und Festival-Fun sind garantiert.
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THE RED BULLETIN
Juli/August Nur ein paar der Highlights 2017: Chance the Rapper, Arcade Fire und Run the Jewels
3 THE RED BULLETIN
bis 6. August
LIVE
LOLLAPALOOZA 2017, CHICAGO
Das Lollapalooza, 1991 als Tour Event gegründet, hat die Tourmoderne globale Festival-Kultur revolutioniert. Zusätzlich zum Hauptevent im Grant Park in Chicago gibt es mittlerweile Ableger in Chile, Argentinien, Brasilien, Deutschland und Frankreich – mit einem einzigartigen genreübergreifenden Performance-Mix. Feiere die Party mit den Hosts Sal Masekela und Hannah Rad live auf Red Bull TV.
JOE GALL/RED BULL CONTENT POOL (2), JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, JOHN WELLBURN
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bis 30. Juli
LIVE
WRC: RALLYE FINNLAND
Ouninpohja darfst du dir nicht entgehen lassen: Eine der spektakulärsten Sonderprüfungen der gesamten FIA World Rally Championship begeistert Fans mit Top-Speed und bis zu 57 (!) Meter weiten Sprüngen inmitten finnischer Wald- und Seenlandschaften.
bis 6. August
LIVE
UCI MTB-WELTCUP, KANADA
Kein UCI Mountainbike-Weltcup-Kalender ohne Mont Sainte-Anne. Der kanadische Ferienort nördlich der Stadt Québec ist bereits zum 27. Mal Rennschauplatz, und das zu Recht: Die innovativen, technisch anspruchsvollen Kurse begeistern Rider und Fans gleichermaßen.
Juli
ON DEMAND
FOLLOW THE FRASER
Eine faszinierende Reise Richtung Norden, immer den Fraser River in British Columbia entlang: wie drei Star-Mountainbiker das Gelände rocken, wie sie die Stätten ihrer Kindheit neu entdecken und schließlich ein geheimnisvolles Ziel erreichen.
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GUIDE Redaktion: Gisbert L. Brunner
Get It
ZENITH HERITAGE PILOT EXTRA SPECIAL CHRONOGRAPH
In luftiger Höh’
Diese BronzeUhr ist wasserdicht bis 100 Meter, eigentlich aber für eine andere Umgebung gebaut: das Cockpit. Zwiebelkrone und griffig profilierte Drücker sind für Pilotenhandschuhe gemacht. zenith-watches.com
Taucher takten ihre Dekompressions stopps mit der KeramikLünette
AUF ZU NEUEN UHREN-UFERN! Am 28. April 1947 stach Thor Heyerdahl gemeinsam mit fünf Crewmitgliedern von Peru aus in See – auf einem einfachen Balsaholz-Floß mit Namen „Kon-Tiki“. 101 Tage und fast 8000 Kilometer auf dem Pazifik später hatte der norwegische For Forscher – trotz fünf Meter hoher Wellen, der Begegnung mit einem neun Meter langen Walhai und monatelanger Isolation – bewiesen, was er vermutet hatte: dass die Indianer Südamerikas schon Jahrhunderte vor Kolumbus in der Lage waren, Polynesien zu besiedeln. Erst ein Riff nahe Tahiti stoppte Heyerdahls historische Reise.
ETERNA KONTIKI DIVER BRONZE MANUFACTURE
SCHIFF AHOI! Nachdem die „Kon-Tiki“-Crew in Polynesien angekommen war, pflanzte man eine südamerikanische Kokosnuss. Diese Palme sollte nicht das einzige Vermächtnis der historischen Reise bleiben: Heyerdahl hatte wegen deren sprichwörtlicher Genauigkeit und Zuverlässigkeit eine Eterna-Uhr als Expeditions-Zeitmesser gewählt. Zur Hochsee-Navigation ohne elektronisches Equipment oder GPS benötigte man einen Marinechronometer (und einen Sextanten, der an Bord war). Davon inspiriert, bauen die Schweizer Uhrmacher seither KonTiki-Uhren. Zum 70-Jahr-Jubiläum des historischen Abenteuers kommt das erste Bronze-Modell in limitierter 300-Stück-Auflage. Das Gehäuse ist bis zu 200 Meter Tiefe wasserdicht und widerstandsfähiger gegen Seewasser-Korrosion als Stahl. eterna.com
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ANONIMO NAUTILO BRONZE BLUE
Schön tief
Die Italiener von Anonimo ver bauen Bronze seit den 90ern. Der Refresh der Nautilo kommt mit neuem Zifferblatt sowie 44Milli meterGehäuse aus rötlicher Alu miniumbronze und hypoallergener TitaniumRückseite. Wasserdicht bis 200 Meter. anonimo.com
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Gut gealtert
Die KupferZinnLegierung für 47MillimeterGehäuse, Krone, Lünette und Kronenschutzbrücke erhält mit der Zeit eine witterungs bedingte Patina. Was der Wasser dichte bis 300 Meter keinen Ab bruch tut. panerai.com
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GUIDE
28 Do it
FIVB BEACH VOLLEYBALL-WM
Beach Volleyball-WM in Zahlen
216 80
Spiele braucht es, um die Medaillen bei Damen und Herren an die Frau bzw. den Mann zu bringen. Je 48 Teams spielen in zwölf Pools à vier Teams, es folgen Zwischen- und K.-o.-Runde. Insgesamt wird eine Million Dollar an Preisgeld ausgezahlt, wovon allein die Weltmeister jeweils 60.000 einstreichen. Auch gewaltig: die 2500 Tonnen Sand, die auf der Donauinsel aufgeschüttet werden.
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Medaillen wurden bei den bisherigen Beachvolleyball-Weltmeisterschaften vergeben. Unglaubliche 29 davon gingen nach Brasilien. Es folgen die USA mit 14 und Deutschland mit fünf. Die Titelverteidiger sind mit Ágatha Bednarczuk/Bárbara Seixas (treten heuer mit anderen Partnerinnen an) und Alison Cerutti/Bruno Schmidt – fast möchte man sagen: standesgemäß – brasilianische Athleten.
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SEBASTIAN MARKO/ SWATCH BEACH VOLLEYBALL MAJOR SERIES/ RED BULL CONTENT POOL
Gewannen im Vorjahr in Klagenfurt: Samoilovs/Šmedinš (LAT/im Hintergrund)
Juli bis 6. August
Juli /August
Wien ist diesen Sommer total am Sand: Die FIVB Beach Volleyball-WM presented by A1 wird 2017 auf der Donauinsel zwischen Floridsdorfer und Brigittenauer Brücke gespielt. Nicht nur die Arena für 10.000 Zuschauer setzt Maßstäbe – auch das Rahmenprogramm im Beach Village ist weltmeisterlich. www.beachvienna.com, #worldchampsvienna
ACTS SPORT, PHILIPP SCHUSTER/ SWATCH BEACH VOLLEYBALL MAJOR SERIES/ RED BULL CONTENT POOL, OLIVER JISZDA
Publikumsmagnet: das Beach Village Show Rides
Bike-Parcours
Boulderwand
Neben packender BeachvolleyballAction gibt’s während der Weltmeisterschaft am Center Court nicht weniger spektakuläre Showeinlagen: mit BMX-Profi Senad Grosic (im Bild), dem Red Bull Skydive Team und vielen mehr.
Die Truppe vom Erzbergrodeo stellt einen Geschicklichkeitsparcours erster Kategorie hin, inklusive sechs Meter hoher Steilwand. Neue Bikes und Testmöglichkeiten runden das umfangreiche Angebot ab.
Sie ist 30 Meter lang, bestückt mit professionellsten Schwierigkeiten und wird vom Österreichischen Alpenverein betreut: Bouldern ist Klettern in geringer Höhe und für Einsteiger genauso attraktiv wie für ausgefuchste Profis.
Clemens Doppler
„ABSOLUTER SAISON-HÖHEPUNKT“ THE RED BULLETIN: Nach Klagenfurt
jetzt Wien als Heim-WM: Was bedeutet das für dich und deinen Partner Alexander Horst? CLEMENS DOPPLER: Ich war ja tatsächlich schon 2001 als Amateur in Klagenfurt dabei, als die Entwicklung unseres Sports zu dem, was er heute ist, begonnen hat. Der größte Fehler wäre, Wien mit Klagenfurt zu vergleichen. Warum? Bei Klagenfurt weiß man, was einen erwartet, dass es funktioniert. Du setzt dich ins Auto und fährst nach Süden, da kommt gleich von selbst Urlaubsfeeling auf. Die Frage wird sein, wie das Publikum in Wien reagiert. Hast du Zweifel? Eh nicht. Allein deswegen nicht, weil die Arena fast doppelt so groß sein wird und der Event-Bereich neue Maßstäbe setzen dürfte. Sportlich? Die WM ist das schwierigste Turnier, schwieriger als Olympia. Bei Olympia
THE RED BULLETIN
Zweifacher Europameister: Clemens Doppler
starten zwei Teams pro Nation, bei den Grand-Slam-Turnieren drei. Bei der WM sind es vier. Für uns ist die WM ganz klar der Saisonhöhepunkt. Wir haben unsere Trainingspläne so abgestimmt, dass wir zur WM körperlich und spielerisch unser höchstes Niveau erreichen. Bedeutet was? Anders als in den letzten Jahren haben wir uns keine Platzierung vorgenommen. Wir wollen die Atmosphäre aufsaugen, genießen, einen positiven Flow aufbauen und unser bestes Volleyball spielen. Wozu es dann reicht, wird man sehen. Die Medaillengewinner der letzten WM haben wir alle schon geschlagen. Ja, die Erwartungen sind hoch. Und auf der großen Bühne haben wir eigentlich immer gut funktioniert. Ist das Ziel also doch Metall? Im Herbst unserer Karriere wäre dieser Anspruch vermessen. Aber wenn es passiert, reiße ich mir die Medaille vom Leib und springe in die Donau, das kann ich hier gern versprechen!
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Do It
23 September Red Bull & Ö3 Konzertspektakel
Gemeinsam mit Ö3 veranstaltet Red Bull das Konzertereignis des Jahres. Das Besondere: In einer einmonatigen Votingphase (24. 7. bis 22. 8.) bestimmen die Fans die Location (acht Städte stehen zur Wahl). Neben musikalischen Top-Acts und Chartstürmern wie Mark Forster (Bild) oder Alle Farben gibt’s zahlreiche sportliche und kulturelle Programmpunkte. Und das Beste: Die Tickets sind kostenlos! Mitvoten ab 24. 7. auf: redbull.com/konzertspektakel und im Hitradio Ö3
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Juli /August August The Pixies
Keine Band hat mehr Indie-Rock-Musiker beeinflusst als das Quartett aus Boston. Kurt Cobain meinte sogar, „Smells Like Teen Spirit“ sei ein Versuch gewesen, einen Song im Stil der Pixies zu schreiben. Mit ihrem Mix aus Surf-Rock, Lärm und Pop-Melodien schufen die Pixies in den 1980er Jahren Hymnen wie „Where Is My Mind?“. Derzeit tourt die Band mit ihrem aktuellen Album „Head Carrier“. Montforthaus, Feldkirch; pixiesmusic.com
15 Juli
SALZKAMMERGUT TROPHY
Mit 5000 Teilnehmern ist die Salzkammergut Trophy Österreichs größter Mountainbike-Marathon. Gleich sieben Distanzen durch die malerische UNESCO-WeltkulturerbeRegion Hallstatt – Dachstein/Salzkammergut stehen zur Auswahl. Die Extremstrecke, 210,4 Kilometer fordernd und 7119 Höhenmeter zäh, gilt als Europas härtester Mountainbike-Marathon. DAVID KOENIGSMANN, TRAVIS SHINN, MARTIN BIHOUNEK, GETTY IMAGES
Bad Goisern; salzkammergut-trophy.at
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Juli bis 13. August ImPulsTanz
Einen Monat lang lädt das weltgrößte Performance- und Workshopfestival zu mehr als 260 Kursen nach Wien. Verschiedenste Tanzrichtungen von Parkour und Powerhouse Fitness bis zu Afro Fusion und Flexing werden von Weltklasse-Tänzern für Anfänger und Profis unterrichtet. Erstmals findet mit „urbanative“ auch ein eigenes Festival Urbaner Künste statt (5. bis 12. August). Wien; impulstanz.com
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bis 22. Juli Ennstal Classic
Österreichs bedeutendste Oldtimer-Veranstaltung feiert ihr 25-Jahr-Jubiläum. Rund 100.000 Fans bevölkern jedes Jahr die idyllischen Landstraßen der Region SchladmingDachstein und bestaunen die nostalgischen Fahrzeuge (bis Baujahr 1972) bei einem Gleichmäßigkeitsrennen. Heuer am Start: Motorsportlegenden wie Mark Webber, Walter Röhrl und Derek Bell. Der Eintritt ist frei! Gröbming, ennstal-classic.at
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August PJ Harvey
In den 1990er Jahren war sie Punk in Reinform: PJ Harvey kreischte, schrie und sang davon, ihrem Ex die Beine abzuschneiden. Heute gibt die von der Queen in den Adelsstand erhobene Britin auf der Bühne die coole Blues-Rock-Hohepriesterin mit Marschkapelle als Band – doch die Intensität ihrer Auftritte ist unverändert. Gasometer, Wien; pjharvey.net
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GUIDE
Do it
SOMMER FESTIVALS
Juli /August
Sommerzeit ist Festivalzeit – ob un geduscht im Staub oder auf der Picknick decke und später im eigenen Bett. Auch heuer bietet der österreichische Festival kalender wieder eine Reihe an Pflicht terminen für alle Geschmacksrichtungen. Wir haben für euch die Highlights!
27 bis 30. Juli Popfest
Jedes Jahr Ende Juli präsentiert sich Österreichs Musikszene bei freiem Ein tritt rund um den Karlsplatz in Wien. Auch heuer zeigt das von Ana Threat und Eberhard Forcher kuratierte Festival heimische Musik in ihrer ganzen Breite: vom extrem erfolgreichen Elektronikduo Möwe über Cid Rims neues LiveProjekt bis zu den 80erJahreFestspielen von Flut aus Linz findet alles seine Bühne. Karlsplatz, Wien; Tipps: salute. Der 20-jährige Bass-Music-Produzent startet gerade auch in England voll durch. 5K HD. Die Supergroup aus Mira Lu Kovacs (Schmieds Puls) und Kompost 3 wird beim Popfest zum ersten Mal zu sehen sein. popfest.at
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MATTHIAS HESCHL, RICHARD STRÖM/RED BULL CONTENT POOL
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bis 17. August Frequency Festival Der Platzhirsch und Fixstarter in Österreichs Festivalkalender wartet heuer mit einer großen Neuerung auf. Das Festival findet nicht mehr an einem Wochenende, sondern unter der Woche statt. Was sich nicht geändert hat: die vielseitige Auswahl an aktuellen Hype-Bands wie Bilderbuch, Wiz Khalifa oder Flume und Dauerbrennern wie Mumford & Sons, Placebo und The Offspring. St. Pölten; Tipps: At the Drive-In. Bei den wieder vereinigten PostHardcore-Helden aus Texas steht niemand still. Yung Hurn. Auf den Wiener Rapper können sich gerade alle einigen. Zu Recht. frequency.at
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GUIDE
Do it
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Rockten im Vorjahr: Jurassic 5
Juli /August Juli bis 15. August Poolbar Festival Das Alte Hallenbad in Feldkirch verwandelt sich mehrere Wochen lang in einen Teil des Festival-Hotspots Vorarlberg. Das Poolbar Festival überzeugt mit einer guten Mischung aus großartigen heimischen (Leyya, Mynth, Crack Ignaz) und internationalen Acts (Pixies, The Notwist, Conor Oberst). HVOB präsentieren im Rahmen der Red Bull Music Academy Night ihr neues Album „Silk“ mit Live-Band und Visuals. Altes Hallenbad, Feldkirch; Tipps: Voodoo Jürgens. Das aktuelle Wunderkind des Wienerlieds erzählt von menschlichen Abgründen. SOHN. Der britische Ex-Wiener kommt mit seinem aktuellen Album „Rennen“ vorbei. poolbar.at
„HAUPTSACHE, ES BERÜHRT!“
Beim Elektronik-Duo aus Salzburg läuft es derzeit sehr gut. Im Mai gewannen die Zwillingsgeschwister Giovanna und Mario Fartacek den Amadeus Award in der Kategorie Electronic/Dance. Am 13. Juli spielen Mynth beim Poolbar Festival. THE RED BULLETIN: Was habt
ihr euch gedacht, als ihr den Amadeus Award gewonnen habt? MYNTH: Wir haben uns wahnsinnig gefreut, weil wir über überhaupt nicht damit gerechnet hatten. Es ist eine schöne Aner Anerkennung, die einem wieder einen kräftigen Motivationsstoß gibt. Es ist schön, dass dieser Preis heuer auch an einen Under Underground Act vergeben wurde. Welche Reaktionen auf eure Live-Shows freuen euch besonders? Es ist immer wieder schön,
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wenn nach der Show Menschen herkommen und du ihnen ansiehst, dass sie von der Show beeindruckt waren. Bei unserer Musik ist es wichtig, sich einzulassen. Was letztendlich ausgelöst wird, ist gar nicht mehr so wichtig. Hauptsache es bewegt und berührt die Zuschauer. Habt ihr ein Lieblingssetting für Konzerte? Eher die große Bühne oder der kleine Club? Da wir flexibel sind, was unser Set-up betrifft, haben für uns beide Settings auf jeden Fall einen gewissen Reiz. Unsere Musik funktioniert, glaube ich, überall. Festival-Feeling ist für uns jedenfalls, wenn die Sonne scheint, eine Brise durch die zu Mittag schon leicht betrunkene Menge weht und jeder einfach nur eine gute Zeit haben will. Fühlen sich Shows unter freiem Himmel anders an als Hallenshows? Ja, das kann schon was. Das ist eine ganz eigene Stimmung, deswegen haben wir auch bewusst verschiedene Live-Sets. Das Duo-Set, das eher clubtauglicher ist, und das „FestivalSet-up“ – hier haben wir dann auch einen Live-Drummer, der
dann noch mal ordentlich anschiebt. Dieses Gefühl und diese „Fettn“ sind auf einer Festivalbühne unserer Meinung nach sehr wichtig. Wenn das Wetter dann auch noch schön ist, gibt es fast nichts Herrlicheres! Seid ihr selbst passionierte Festivalgänger? Ich wundere mich ehrlich gesagt immer noch, wie es unsere Eltern erlauben konnten, uns mit 15 Jahren das erste Mal aufs Nova Rock fahren zu lassen. Bei Flogging Molly wurde ich von Mario in den Moshpit gezogen. Bis auf einen gebrochenen Fin-
ger blieb ich aber unversehrt. Zur damaligen Zeit haben wir jedes Jahr zumindest ein, zwei Festivals besucht. Heute bevor bevorzugen wir Festivals mit guter Musik und einem trockenen Hotelzimmer. Der Festival-Vibe ist sowohl vor- als auch auf der Bühne unbezahlbar. Was habt ihr diesen Sommer noch an Live-Projekten vor? Wir spielen ein paar ausgewählte Festivals in Österreich und sind auch auf Festivals in Prag und Bethlehem unterwegs, darauf freuen wir uns wieder sehr. facebook.com/mynthmusic
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© The Walt Disney Company Germany
© Warner Bros. Entertainment Inc.
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© Warne
© 2017 Sony Pictures Releasin
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GUIDE
DER MANN VON I N S E I N E R E VO LU T I O N S THEORIE SPRICHT C H A R L E S DA RW I N ( 1 8 0 9 – 1 8 8 2 ) VO N D E R N AT Ü R L I C H E N AU S L E S E . T H E R E D B U L L E T I N P R Ä S E N T I E RT D E M M O D E R N E N M A N N E I N E AU SWA H L S C H L AU E R H I L FS M I T T E L , UM DIE SELEKTIONS FA K TO R E N S E L B ST Z U B E E I N F LU S S E N . 88
W ELT THE RED BULLETIN
GUIDE
TÄGLICHE BEGLEITER Die wichtigsten Gegenstände trägt der Mensch von jeher nah am Körper. Heute allerdings selten Waffen zur Verteidigung oder Utensilien, um in rauer Wildnis überleben zu können. Aus unserem Alltag sind die modernen Helfer dennoch nicht wegzudenken – sie schützen, informieren und unterhalten uns oder fangen bedeutende Momente unseres Lebens ein. Im Uhrzeigersinn von links oben: Nixon Showtime Bi-Fold ID Zip-Geldbörse, nixon.com; Suunto Essential Ceramic CopperUhr, suunto.com; Breitling Colt Skyracer-Uhr, breitling.com; Smith Comstock Flecked Mulberry Tortoise-Sonnenbrille, smithoptics.com; Sony RX100 V-Kompaktkamera, sony.com; Adidas Training-Sonnenbrille, adidas.com; Tudor Heritage Black Bay 41-Uhr, tudorwatch.com; Swatch Ligne De Fuite-Uhr, swatch.com; Huawei Honor 9-Smartphone (zeigt Wistla Soziale Netzwerke-App, huawei.com, wistla.com); Buff Single Layer Hat Ciron Black-Mütze, buff.eu; Electric California Reprise OHM Bronze-Sonnenbrille, electriccalifornia.com
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THE RED BULLETIN
GUIDE
WEGGEFÄHRTEN Seitdem die Menschheit vor rund fünf Jahrtausenden das Pferd zähmte, ist die Art der Fortbewegung neben praktischer Notwendigkeit auch persönliches Symbol von Einstellung und Status. Dank technologischer Fort Fortschritte haben wir nun Vehikel, die uns stets verlässlich in pulsierenden Städten, unberührter Natur oder auch über mächtige Wellen begleiten. Im Uhrzeigersinn von links oben: 2nd Gen Boosted Board, boostedboards.com; Mazda CX-5, mazda.com; CrosLake Bellagio 12.0 Paddleboard, croslake.com; Urb-E Pro GT faltbarer ElektroScooter, urb-e.com; Canyon Urban 8.0 Citybike, canyon.com; Lib Tech Round Nose Fish Redux by …Lost Surfboard, lib-tech.com
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GUIDE
GESICHTSERKENNUNG Auch Männerhaut will gepflegt werden, um stets frisch auszusehen – beim frühen Geschäftstermin wie bei der After-Work-Party. Im Uhrzeigersinn von links oben: Lab Series Pro LS All-In-One Face Cleansing Gel, labseries.com; Mr Burberry-Gesichtspeeling, burberry.com; Bulldog Original Moisturiser, bulldogskincare.com; Mühle Edition No. 3 Silvertip Badger-Rasierpinsel, muehle-shaving.com; Quip elektrische Zahnbürste, getquip.com; L’Oréal Men Expert Hydra Energy X Tattoo-Bodylotion, lorealparis.com; Carsons Apothecary Arabian Pomegranate Facial Hair Conditioner, thegroomingclinic.com; Grüum Oska-Rasierer, gruum.com; CornerstoneRasierer, cornerstone.co.uk; Braun Series 9-Rasierer mit titaniumbeschichtetem Trimmer, braun.de
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Italien auf gut Wienerisch Rund eineinhalb Flugstunden liegen zwischen Wien und Florenz – leider etwas zu viel für die Mittagspause. Was für ein Glück, dass es eine viel einfachere Möglichkeit gibt, um mitten in Wien den typisch toskanischen Flair und das berühmte Dolce Vita unserer südlichen Lieblingsnachbarn genießen zu können – sei es auch nur für ein Weilchen. Im Jahre 1885 eröffnete Leopoldo Procacci ein Delikatessengeschäft für Trüffelspezialitäten in Florenz. Das historische Procacci – Panini tartufati verkauft bis heute seine berühmten Trüffel-Panini und exquisiten Wein in der exklusivsten Straße von Florenz.
Das Procacci Wien wurde im Jahr 2006 eröffnet, um den Genuss der toskanischen Küche in die österreichische Hauptstadt zu bringen. Hier trifft man sich gerne zum „pranzo“ (Mittagessen), bei dem man sich nicht nur mit dem Geschäftspartner schnell einig wird, vor allem wenn die Tagliatelle mit Eierschwammerln oder Cappellacci in Majoran-Butter herrlich duftend vor einem stehen. Doch auch zu späterer Stunde wird man hier bestens bedient – sowohl von der Küche (bis 24 Uhr) als auch an der Bar, wo Marco Pani herrliche Cocktails mixt, schüttelt oder rührt. Dann dauert der Kurzurlaub in Italien einfach ein bisschen länger.
RISTORANTE PROCACCI 1010 Wien, Göttweihergasse 2 Montag–Samstag, 11.30–1.00 Uhr sonn- und feiertags geschlossen Tel.: +43 (0)1 512 22 11 E-Mail: office@procacci.at
www.procacci-vienna.at
Fotos: Procacci/WEINWURM
BENVENUTI A PROCACCI!
Anglerfisch nach Livorner Art
Tagliatelle mit Eierschwammerln
TIPP: Auf der Mittagskarte (werktags, 11.30–14.00 Uhr) kann man aus neun verschiedenen Speisen wählen und bezahlt dafür nur € 10,90 pro Gericht bzw. € 19,90 für zwei Gänge. Buon appetito!
GUIDE
STIL-IKONE
Egal welchen Stil du bevorzugst – kaum ein anderes Kleidungsstück kann so viel über dich aussagen wie das einfache T-Shirt. Richtig eingesetzt und kombiniert, machst du damit zu jedem Anlass zuverlässig gute Figur. Im Uhrzeigersinn von links oben: Nixon Westgate S/S Shirt, nixon.com; Dare 2b Mountainous Peacoat Marl T-Shirt, dare2b.com; Jack Wolfskin Tropical T, jack-wolfskin.com; O’Neill Hollow Days T-Shirt, oneill.com; Mons Royale PK Pocket T, monsroyale.com; Burton Vault Short Sleeve T-Shirt, burton.com; iLabb Strike 2.0 Camo Tee, ilabb.com; DC Shoes Evansville Lily White Storm Print Pocket T-Shirt, dcshoes.com
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THE RED BULLETIN WELTWEIT
IMPRESSUM Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Ulrich Corazza, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Clemens Stachel, Florian Wörgötter
Aktuell erscheint The Red Bulletin in sieben Ländern. Im Bild: das Cover der mexikanischen Ausgabe mit der legendären AlternativeRock-Band Kinky. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com
Web Christian Eberle, Vanda Gyuris, Inmaculada Sánchez Trejo, Andrew Swann, Christine Vitel Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Head of Sales Franz Renkin
THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838
THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894
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IT Systems Engineer Michael Thaler Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldas¸ Yarar (Abo) General Manager & Publisher Wolfgang Winter Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall
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THE RED BULLETIN USA, ISSN 2308-586X THE RED BULLETIN Frankreich, ISSN 2225-4722
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Länderredaktion Pierre-Henri Camy
Redaktion David Caplan, Nora O’Donnell
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Lektorat Audrey Plaza
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Die Begegnung von Zitrusnoten der ZedratZitrone mit der Frische der Meeresbrise. L’Homme Cologne Cédrat ist eine herbe, prickelnde und aquatische Komposition. Der starke und würzige Charakter des Duftes klingt in einer beruhigenden und holzigen Basisnote aus. www.loccitane.at
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2 TREUE ZAHLT SICH AUS!
Trainieren Sie jetzt mit der Flexi-Mitgliedschaft bei Holmes Place – einem Tarif, der Ihre Treue & Zufriedenheit gleich mehrfach belohnt: verkürzte Bindungsfristen, halbjährliche Kündigungsoption und reduzierte Rate bei Zufriedenheit. Dieses Angebot ist zeitlich begrenzt. Unsere Teams informieren Sie gerne. Kontakt unter: holmesplace.at
3 BEI SPORT VERLETZUNGEN
Pasta Cool® sorgt für die rasche Rückbildung von Blutergüssen und entzündlichen Schwellungen. Die einzigartige Formel mit der 3fachWirkung aus Heparin, Salicylsäure und ätherischen Ölen wirkt abschwellend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Schwellungen, Schmerzen und damit verbundene Bewegungseinschränkungen gehen rascher zurück. www.apomedica.com
4 INMOTION L6 ESCOOTER
Einzigartiges und cooles Design. Hochwertiges Luftfahrt-Aluminium. Easy Klappfunktion. 25 km/h Top-Speed. Perfekte Dämpfung dank Federgabel und Federschwinge. Luftreifen vorn, druckloser Reifen hinten. LED-Display, Tempomat und Bluetooth, gratis App. 30 km Reichweite. Maximal 15° Steigung. 8-AhLithium-Ionen-Akku. www.urban-drive.at
Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.
5 NESPRESSO ON ICE
Nespresso präsentiert erstmals eine Limited Edition, die speziell für den Genuss mit Eis kreiert wurde und zu Hause ganz einfach zubereitet werden kann. Intenso on Ice ist ein intensiver Kaffee mit lang anhaltenden Röstaromen und Getreidenoten, Leggero on Ice ist ein milder Grand Cru mit fruchtigen, ausgewogenen Aromen und leicht zitronigen Noten. Nur kurze Zeit verfügbar. www.nespresso.com
6 EINE UHR FÜR DRAUFGÄNGER
Die coole ADDER von POLICE ist eine überdimensionale multifunktionale Uhr für Männer auf der Überholspur. Das massive Gehäuse mit schwarzer IP-Beschichtung und das Zifferblatt mit modischen rosévergoldeten Details werden mit einem resistenten Kunststoff-Uhrband mit rosévergoldeten Stahldetails kombiniert. Die Uhr ADDER ist ein toller Zeitbegleiter für mutige, starke Männer. timemode.com/police
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GUIDE
Action-Highlight
Der Sieg bei der Heim-WM 2013 in Südafrika war Greg Minnaars Karriere-Highlight, im Trophäenschrank des dreifachen Downhill-Weltmeisters ist aber noch Platz. Dass er mit 35 zehn Jahre älter als Titelverteidiger Danny Hart (GBR) ist? Kein Problem, wenn man ein eigenes Trainingsgelände vor der Haustür hat. UCI MTB World Cup 2017: alle Rennen auf Red Bull TV
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„Schwer zu sagen … keine Ahnung, was die Jungs machen.“ Downhill-Mountainbiker Greg Minnaar auf die Frage, was er im Training anders – und womöglich besser – macht als seine Gegner
KELVIN TRAUTMAN
Pietermaritzburg, Südafrika
Makes You Fly
Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 8. August 2017.
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Der neue Opel
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Automatische Gefahrenbremsung mit Fußgängererkennung1
Persönlicher 24h
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Assistent 2 mit WLAN Hotspot 3
Die Automatische Gefahrenbremsung mit Fußgängererkennung ist zwischen 8 und 80 km/h aktiv. Details finden Sie auf opel.at 2 Die Nutzung der OnStar Services erfordert eine Aktivierung, einen Vertrag mit der OnStar Europe Ltd. und ist abhängig von Netzabdeckung und Verfügbarkeit. 3 Der WLAN Hotspot erfordert einen Vertrag mit dem mit OnStar kooperierenden Netzbetreiber. Im Anschluss an die jeweiligen Testphasen werden die Dienste kostenpflichtig. Optional bzw. in höheren Ausstattungsvarianten verfügbar. Abbildung zeigt Sonderausstattungen. Verbrauch gesamt in l / 100 km: 4,0 – 8,7; CO2-Emission in g / km: 105 – 199.