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The Red Bulletin August 2016 - AT

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ÖSTERREICH

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

ÜBER-

FLIEGER Die Grenze zwischen Leichtsinn und Mut? Liegt für Urban Explorers irgendwo im 60. Stock.

SO GENIAL IST KTM

Vom Totalschaden zu Europas Nummer 1

ROGER FEDERER

„Der Thrill eines Sieges geht nie verloren“

AUGUST 2016 € 2,50


ANDREW KLOTZ Foto von: Andrew Klotz


DIE WELT VON RED BULL

24 LUFTGÄNGER

Für Urban Explorers ist jeder Wolkenkratzer eine Einladung und jeder Kran eine Himmelsstiege.

WILLKOMMEN In diesem Heft geht’s speziell um Balance. Eine Fähigkeit, die Urban Explorers aufzeigen, wenn sie an Hoch­häusern empor­turnen und diese Grenzgänge per Selfie dokumentieren. Die Tennis-Ass Roger ­Federer zwischen Aggressivität und Routine findet, um noch immer zu siegen. Und deren man ­bedarf, wenn man sich so in die Kurve lehnt wie MotoGPStar Marc Márquez, der im Action-Teil den Red Bull Ring Was tun die in Spielberg vorführt, wo er beiden um am 14. August antritt. 3 Uhr früh? Viel Vergnügen beim Lesen! DJ-DUO NERVO, SEITE 19 Die Redaktion 4

THE RED BULLETIN


AUGUST 2016

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AUF EINEN BLICK

HIMMEL & HÖLLE

GALLERY

Das Paradies für Mountainbiker liegt bei Vancouver und ist zum Fürchten schön.

10 HOT SHOTS!  Die Fotos des Monats

BULLEVARD 17 IDOLE & IKONEN.  Wie sie wurden, was sie sind. Was sie sagen und tun.

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FEATURES 24 Am Rand des Abgrunds

KEO FILMS (COVER), STERLING LORENCE, RICK RODNEY, PHILIPP FORSTNER, MATT EACHUS

Urban Explorers realisieren Träume an der Grenze von Leichtsinn und Mut.

SPORTSMANN IN ZAHLEN

Cliff Diver David Colturis Büro liegt in 28 Meter Höhe. Sein Arbeitstag dauert 12 Sekunden und ist 85 km/h schnell.

36

36 Stefan Pierer

VIEL FEIND, VIEL EHR

42 North Shore

Je schwieriger, desto lieber: So formte Stefan Pierer aus dem Auslaufmodell KTM Europas Bikemarke Nummer 1.

Ein Gespräch mit dem Mann, der KTM zu Europas Nummer eins machte. Nördlich von Vancouver wartet der ­ultimative Tag auf MTB-Rädern.

50 Heroes des Monats

Roger Federer, Elliphant, Jamie Catto, Joyce Muniz, Tommie Sunshine.

60 Feiern mit Annie Mac

Zu Gast beim Lost & Found Festival der Radiomacherin auf Malta.

ACTION!

68 DIE WÜSTE BEBT

Ein Gefährt aussuchen, einsteigen, losfahren: Das Gas Dash in Westaustralien ist die Rallye Dakar des kleinen Mannes. THE RED BULLETIN

60 PHÄNOMEN ANNIE MAC

Die Irin (er)findet die spannendsten ­Musiker der Gegenwart. Wie? Mit dem richtigen Riecher, Erfahrung und Wissen.

67 SEE IT. GET IT. DO IT.  Reise, Gadgets, Uhren, Musik und Motor. Inklusive: So wirst du Teil eines Wolfsrudels. 93 SPECIAL  Die besten Räder der Saison 98 MAKES YOU FLY  Magischer Moment

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THE RED BULLETIN BACKSTAGE AUGUST 2016

CONTRIBUTORS MIT AN BORD

JÖRG ALLMEROTH

Star-Erfinderin: Annie Mac bei ihrem DJ-Set auf Malta

Am Festival der Popstar-Macherin Annie Mac ist das Orakel der Pop-Branche. Die Irin erkennt Talente (zuletzt etwa Grammy-Gewinner Sam Smith) früher und treffsicherer als alle anderen, täglich hören ihr 1,75 Millionen BBC-Hörer beim Scouting zu. The Red Bulletin begleitete die 37-Jährige zu ihrem viertägigen Festival auf Malta, wo sie wie schon im Vorjahr die Zukunft der Popmusik versammelte. Zwischen DJ-Sets auf barocken Schlossbalkonen und wilden Segelbootpartys erklärte sie uns, wie man Talent erkennt. Und wie man es fördert. Ab Seite 60.

Der deutsche Tennis-Experte kennt Roger Federer seit dessen wilden ­Jugendtagen. Beim Red Bulletin-­ Gespräch in Monte-Carlo verriet ihm die Tennis-Ikone, wie man Lampenfieber in Energie verwandelt. S. 50.

RED BULLETIN WELTWEIT STERLING LORENCE

Der kanadische Action-Fotograf, der unter anderem in „National Geographic“ und „Outdoor“ publiziert, ­dokumentierte für uns die spektakulären Bike-Trails im Hinterland seiner Heimatstadt Vancouver. Seite 42.

The Red Bulletin erscheint ­aktuell in zehn Ländern. Im Bild das Cover unserer EnglandAusgabe mit Tom Mitchell, Captain des britischen 7erRugby-Teams bei Olympia. Alle Ausgaben zum Download: www.redbulletin.com/howtoget

MAKING OF DAS SHOOTING DES MONATS

„Ein gefährliches Hobby? Das sehe ich nicht so.“ URBAN EXPLORER ABUDI ALSAGOFF

Selfie über Dubai: Abudi Alsagoff (vorn) und Oleg Scherstjatschenko, Stadterkunder

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Urban Explorers klettern auf Baukräne, dringen in verlassene Bunker ein und erklimmen Wolkenkratzer – ohne Erlaubnis. The Red Bulletin blickte mit acht von ihnen hinter die Hochglanzfassaden allzu durchorganisierter Metropolen. Ernsthaft schwindelerregende Fotoreportage ab Seite 24.

THE RED BULLETIN


s i e f Li

a e t tas


THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Ulrich Corazza Lektorat Hans Fleißner

Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Editor-at-large Boro Petric Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Ulrich Corazza, Paul Krisai, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Freie Mitarbeiter: Muhamed Beganovic, Werner Jessner, Martina Powell, Clemens Stachel, Florian Wörgötter Web Kurt Vierthaler (Senior Web Editor), Schin-Su Bae, Christian Eberle, Vanda Gyuris, Inmaculada Sánchez Trejo, Andrew Swann, Christine Vitel Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll Fotoredaktion Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Ellen Haas, Eva Kerschbaum

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THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner Country Channel Management Christian Baur, Sophie Herkommer Anzeigenverkauf Martin Olesch martin.olesch@de.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@de.redbulletin.com

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MARCIN KIN/RED BULL CONTENT POOL

GALLERY


IM SAND VERFAHREN ABU DHABI, VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE FOTO: MARCIN KIN

Seit 26 Jahren quälen sich die Teilnehmer der Abu Dhabi Desert Challenge durch die Sandstrecken der Golfemirate. In der Liwa-Wüste im Süden Abu Dhabis kämpfte der Brite Sam Sunderland (KTM) dieses Jahr gleich an Tag eins mit landestypischen Sichtverhältnissen. Geschlagen wurde der O≠road-Spezialist in der Gesamtwertung dennoch nur von einem Australier, seinem Markenkollegen Toby Price. www.abudhabidesertchallenge.com

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FÄLLE DEKLINIEREN CHIAPAS, MEXIKO FOTO: LANE JACOBS

Um sich auf seine Erstbefahrung der Niagarafälle vorzubereiten, bereiste der mexikanische KajakPro Rafa Ortiz drei Jahre lang die schwierigsten Reviere der Welt. Die Kino-Doku „Chasing Niagara“ folgt Ortiz und seinem Team (im Bild: Evan Garcia beim „Training“ in den Agua-Azul-Fällen) auf ­deren Reise und zeigt unglaubliche Abfahrten. „Chasing Niagara“: ab 25. August im Kino

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BOOM BOX ATLANTA, GEORGIA, USA FOTO: BRIAN HALL

Als Förderprogramm für aufstrebende Musiker kuratiert Red Bull Sound Select pro Jahr mehr als 200 Shows in 18 Städten weltweit. Künstler und Publikum begegnen einander in intimen Gigs auf Augenhöhe: In Atlanta brachte der Schnellfeuer-Rapper Cakes da Killa den Club „Aisle 5“ mit 200 Gästen zum Kochen. Alle Shows: www.redbullsoundselect.com

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BRIAN HALL/RED BULL CONTENT POOL


¨ ¨ Flugel Fur jeden geschmack. n EU: L pfE IW K I -a a c K . m H G Es c

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BULLEVARD MENSCHEN, DIE UNS INSPIRIEREN

NEUES SPIEL CHRIS HEMSWORTH ALPHAMÄNNCHEN? WAR MAL. THOR IST EIN ECHTER MANN.

JOHN RUSSO

Das Leben meint’s gut mit Chris Hemsworth, 32: eine schöne Frau (Elsa Pataky, die Elena in der „Fast & Furious“-Reihe), drei Kinder, Hollywood-Ruhm und -Reichtum. Aber der Weg dahin war steinig. Der Australier investierte den letzten Rest seiner Gage aus der Seifenoper „Home and Away“, um seinem Filmstar-Traum zu folgen. Als er 2007 in L. A. ankam, sprach er überall vor – aber nach nur drei Rollen in drei Jahren hätte er fast aufgegeben. 2011 kam dann „Thor“, gefolgt von „Rush“ 2013, wo er bewies, dass er mehr als nur Bauchmuskeln spielen lassen kann. Über sein Image als Alphamännchen macht er sich lustig, etwa mit der Rolle des ­Sekretärs in der durch und durch femininen „Ghost­ busters“-Neuauflage.

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BULLEVARD

DAS DUELL ROYALER REBELL VS. KING JAMES: WER HAT SEIT DEM GEMEINSAMEN GEBURTSJAHR 1984 MEHR ERREICHT?

vs PRINZ HARRY

40 Millionen Dollar

2014 kassierte er zum Dreißiger rund 14 Millionen Dollar aus einem Treuhandfonds seiner Mutter Prinzessin ­Diana. Was das für eine Party gewesen sein muss!

727.000 Twitter-Follower

Taucht selten, aber doch auf dem o∞ziellen Account seines Londoner Wohnsitzes auf, des KensingtonPalasts. Signiert seltene persönliche Tweets mit „H“.

Schneekönig

Marschierte 2013 zum Südpol, um Spenden für kriegsversehrte Veteranen zu sammeln. Üppige Wohltätigkeits­ arbeit für viele Hilfsorganisationen.

Military-Chic

Uniform für o∞zielle Anlässe, SavileRow-Anzüge bei Auftritten und der – auch von Fondsmanagern bevorzugte – Polo- und Chino-Look in der Freizeit.

Verdien dir Respekt

„Uns (der Königsfamilie) ist unsere privilegierte Position völlig bewusst. Ich werde den Rest meines Lebens ver­ suchen, mir dieses Privileg zu verdienen, und auf Dinge aufmerksam machen, die wirklich wichtig sind.“

Behauptet, dass er mit dem Süd­ koreaner durch den Alltag cruist. Auch wenn in seiner Garage ­Bent­leys, Ferraris, Porsches ­stehen. Ach so, er ist ­Kia‑Markenbotschafter.

1 :1

War sechs Jahre mit der Juristin ­Chelsy Davy zusammen, bis er 2012 nackt mit einem Partygirl in Las Vegas fotografiert wurde. Ist jetzt Single.

18

Die Cleveland Cavaliers zahlen ihm 23 Millionen für seine Dienste. Dazu kommen rund 44 Millionen von Sponsoren­ seite. (Michael Jordan wurde mit Basketball Milliardär.)

TRANSPORT

Girls, girls, girls

Die Invictus Games, eine von ihm entwickelte Sportveranstaltung für kriegsversehrte Sol­ daten, werden mit jeder Austragung größer.

0 :1

300 Millionen Dollar

Kia K9

Jahrgangsbester in der Aus­ bildung, war 2012 Kopilot und Bordschütze bei seinem zwei­ ten Afghanistan-Einsatz.

Barrieren überwinden

VERMÖGEN

LIEBESLEBEN

1:2 SOCIAL-MEDIA-STATUS

1:3 GEWISSEN

2:4 STYLE

3:5 WEISE WORTE

4:5 HIGHLIGHT

5:6

Girl, girl, girl

Seit 2013 glücklich verheiratet mit ­seiner Highschool-Liebe Savannah Brinson. Heißt: drei Kinder und keine ­Affären für LeBron.

31.300.000 Twitter-Follower

Zwischen Miley Cyrus und Oprah Winfrey auf Platz 24 der größten Twitter-Stars, zweitbester Sportler hinter Cristiano Ronaldo (43 Millionen Follower, Platz 14).

Kinder zuerst

Neben etlichen weiteren Hilfsprojekten bezahlt die LeBron James Family Founda­ tion gut 2000 Schülern in James’ Heimat­ stadt Akron, Ohio, die College-Gebühren.

Cover-Model

Zierte 2008 als dritter Mann (und als erster männlicher Schwarzer überhaupt) das Cover der „Vogue“. Filzhut steht ihm übrigens auch.

Lern von dir

„Ich stehe zu meinen Ent­ scheidungen. Man kann sie immer korrigieren oder von Anfang an besser treffen. Aber am Ende des Tages stehe ich zu ihnen.“

Rekorde brechen

Knackte als jüngster NBA-Spieler die 25.000-Punkte-Marke. Noch sechs Saisonen in diesem Tempo, und er hat mit 37 den All­ zeit-Rekord (38.387).

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GETTY IMAGES (9), PICTUREDESK.COM, REUTERS

Apache-Kampfhubschrauber

LeBRON JAMES


BULLEVARD „WIR WOLLTEN NICHTS TRAGEN, WAS ZU SEXY IST. DENN WIR WOLLTEN IMMER DIE MUSIK ZUERST SPRECHEN LASSEN.“

DOPPELBASS CHLOE PAUL

NERVO DIE AUSTRALISCHEN ZWILLINGSSCHWESTERN RÜHREN IM MÄNNERDING DJ-ING KRÄFTIG UM. Miriam und Olivia Nervo unterzeichneten ihren ersten Plattenvertrag mit achtzehn. Doch obwohl sie Hits für Stars wie Kelly Rowland und Kylie Minogue schrieben, bekamen sie als Performer kaum ein Bein auf die Bühne. 2009 ermutigte David Guetta die Zwillinge zum DJing, ein guter Rat, wie sich zeigte: Bis 2014 verdienten sie neun Millionen Dollar hinter den Decks. Vergangenes Jahr veröffentlichten die mittler­ weile 29-Jährigen ein EDM-Album. Ihr Schlüssel zum Erfolg? „Uns macht die Arbeit Spaß. Auch um drei Uhr morgens checken wir unsere E‑Mails.“ Wie man so sagt: Wer seine Arbeit liebt, arbeitet keinen einzigen Tag in seinem Leben.

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BULLEVARD „Ich habe keine Angst vor Fehlern – Fehler sind das, was dich ausmacht.“

„Immer, wenn ich etwas schreibe, das smart klingt, funktioniert es garantiert nicht.“ EMELI SANDÉ

BEYONCÉ

HORIZONT­ ERWEITERUNG MIT JEDEM FOLLOWER, LIKE UND RETWEET SCHLAUER WERDEN.

MIT TECH REVIEW twitter.com/ techreview

WIE BITTE? DENKEN HILFT. DURCHAUS AUCH AUF DEM WEG NACH OBEN. HIER EINIGE UNTERWEGS GEWONNENE ERKENNT­ NISSE VON LEUTEN, DIE ES GESCHAFFT HABEN.

„Bildung ist wichtig, aber einfach mal zwischendurch den Kopf einschalten, das macht den ­Unterschied.“ USAIN BOLT

„Es ist schlau, auf die Ratschläge anderer zu hören. Aber am Ende des Tages bist es du – und nur du –, der weiß, was für dich richtig ist.“ JENNIFER LOPEZ

„Du musst Dinge ver­ suchen und kannst ruhig scheitern. Denn jeder Miss­erfolg bringt dich näher an dein Ziel.“ LOUIS CK

„Die Nummer eins und die Nummer hundert spielen gleich gut Tennis. Den Unterschied macht, wer mehr an sich glaubt, wer den Sieg mehr will. Dieser Unterschied zeigt sich vor ­allem in den wichtigen Momenten, bei den entscheidenden Punkten. In diesen Situationen sieht man, was einen Champion ausmacht.“ NOVAK DJOKOVIC

„Es ist in Ordnung, ­ lles auf eine Karte a zu setzen. Solange du der bist, der die Karte in der Hand hält.“

Von Apples nächstem großen Ding bis zu den Spielen, die du in zwölf Monaten zockst – mit diesem Feed vom Magazin des Massachusetts Institute of Technology (MIT) bist du in Sachen Technologie-, Wissenschaft- oder Social-­ Media-Trends deiner Zeit voraus. Und deinen Freunden sowieso.

STREET ART GLOBE instagram.com/ streetartglobe

Der beste Ort für Street Art (zwei Millionen Abonnenten!). Präsentiert werden inspirierende Werke von Mexico City bis Melbourne wie zum Beispiel @paperboyos verblüffende Scherenschnitt-Erweiterungen von berühmten Sehenswürdigkeiten.

ELON MUSK

ATLAS OBSCURA Wer sich protzig „ultimativer Guide zu den verborgenen Wundern der Welt“ nennt, sollte Reiseführer für Unterwasserstädte (check!) und Fotos verlassener Wasserrutschen (check!) ebenso bieten wie Storys von weiblichen Spionen im 17. Jahrhundert, die Infos in rohen Eiern versteckten. Check!

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GETTY IMAGES (6)

facebook.com/ atlasobscura


HÄLT DIE KONKURRENZ AUF ABSTAND

Der autonome Folge-Assistent. Der autonome Folge-Assistent im Insignia hält Ihnen den Rücken frei für das Wesentliche. Sensoren erfassen den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Gas geben und Bremsen werden selbstständig übernommen. Am Ziel sind nicht Sie erledigt, sondern Ihre Arbeit und die wichtigen Telefonate. Mehr auf opel.at/Insignia

Der Insignia. Die Wahl der Entscheider. Verbrauch gesamt in l / 100 km: 3,8 – 8,5; CO2-Emission in g / km: 99 –197. Abbildung zeigt Sonderausstattungen.


BULLEVARD

DAVID COLTURI EINE ÜBER UND UNTER WASSER GÜLTIGE SIEGESFORMEL LÄSST DEN USKLIPPENSPRINGER ZUM ERFOLG ROTIEREN.

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SO VIELE KILOGRAMM DRÜCKT ER AUF DER BEINPRESSE Als Klippenspringer musst du nicht nur insgesamt extrem fit, kräftig und gewandt sein, sondern du brauchst vor allem explosive Absprungkraft. ­Colturis liebster Trainingspartner in dieser Hinsicht: die Agaton-Beinpresse. „Da kannst du aufwärts und abwärts unterschiedlich viel Gewicht auflegen“, sagt er. „Ich presse aufwärts 136 Kilo, abwärts das Doppelte. Mehr wäre für den Rücken nicht besonders gut.“

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HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT IN KM/H BEIM ­AUFPRALL AUFS WASSER Die Absprungplattform bei den Wettkämpfen der Red Bull Cliff Diving World Series ist bis zu 28 Meter hoch. Die Springer beschleunigen in drei Sekunden auf 85 km/h und werden vom Wasser in weniger als einer Sekunde wieder auf null gebremst. „Wir machen nicht mehr als vier Sprünge in einem Wettkampf“, sagt ­Colturi. „Das mag nach einem 12-Sekunden-Arbeitstag klingen – aber unser Sport ist vor allem mental wahn­ sinnig fordernd. Du gehst jeden Sprung hunderte Male pro Tag im Kopf durch.“

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105 ZAHL DER DREHUNGEN IN DER LUFT BINNEN ZEHN MINUTEN Klippenspringer trainieren im Schwimmbecken, im Gym und in der Luft. „Wie Turner benutzen wir Räume mit Schwingböden und Schnitzel­ gruben. Einige davon sind mit Seilen und Flaschenzügen ausgestattet, an denen hängen wir in der Luft, während wir Rotationen und Drehungen üben. Der schwierigste Sprung im Wettkampf, der dreifache Rückwärtssalto mit Vierfachdrehung, besteht aus ­sieben Spins in einem Sprung. Beim Training übe ich 15 davon am Stück.“

4¹⁄² ANZAHL DER MINUTEN, DIE ER DIE „HOLLOW BODY“-POSITION HÄLT „Für diese Übung legst du dich auf den Rücken, nur der Lendenbereich berührt den Boden, deine Schulterblätter und Beine hebst du mehrere Zentimeter hoch. Es ist wie die Plank-Übung (Gesicht nach unten, Unterarme und Zehen am Boden, Rücken gerade; Anm.), nur härter.“ Übungen wie diese verbessern die Rumpfstabilität und geben Klippenspringern die nötige Balance für die Körperbeherrschung in der Luft. Zudem sind sie eine harte, aber simple Ergänzung zu jeder Fitness-Routine.

LEISTUNGSDATEN Disziplin Klippenspringer Alter 27  Größe 1,73 Meter Gewicht 68 Kilo Erfolge Gesamt-Fünfter der Red Bull Cli≠ Diving World Series 2012, 2013, 2014 und 2015

FITNESSTRACKER NEUES FÜR KÖRPER UND GEIST

APP SWORKIT

Die University of ­Florida testete 30 kostenlose HealthApps, Sworkit gewann: Mit der App erstellst du individuelle Trainingsvideos, für die du keine Geräte brauchst, und siehst sie dir dann auf deinem Smartphone an. sworkit.com

TECHNIK LUMO RUN

Dieser Sensor wird am Hosenbund befestigt und misst beim Laufen deine Bewegungsdaten in sechs Kategorien zur späteren Analyse via App. Ziel: Performance verbessern und Verletzungen vermeiden. lumobodytech.com

TREIBSTOFF BITTERSCHOKOLADE Mindestens 70 % Kakao-Anteil, 40 Gramm täglich: Forscher der Kingston University sagen, dass der Pflanzeninhaltsstoff Epicatechin Durchblutung, Sauersto≠aufnahme und damit die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert. jissn.com

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RICK RODNEY, GETTY IMAGES

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Oleg „Cricket “ Scherst jatschenko auf der „Marina 101“ in Dubai, dem höchsten Wohngebäude der Welt – sobald es fer tiggestellt ist

GRENZ GÄNGER Sie klettern auf die höchsten Gebäude, entern verlassene Bunker, betreten verbotenes ­T errain. Die Welt nennt sie verantwortungslos. Sie selbst nennen sich „Urban Explorers“. Acht Porträts an der Kante zwischen Leichtsinn und dem Mut, seine Träume zu leben. 24

KEO FILMS

Text: Alexander Macheck


KEO FILMS

Wadim Machorow und W itali Raskalow auf einem K ran auf dem Dach des fast fer tig­ gebauten „Palais Royale“ in Mumbai


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WADIM MACHOROW, 26, RUSSLAND WITALI RASK ALOW, 25, RUSSLAND Inspiration in Gizeh

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„Mir geht es um die Fotos“, erzählt Wadim Machorow, „deshalb schleppe ich mehrere Kilo Hardware mit mir herum. Zunächst kletterte ich allein. In St. Petersburg traf ich Wital Raskalow. Damit begann ein neues Kapitel. Mein inspirierendstes Projekt? Die CheopsPyramide!“

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INSTAGRAM instagram.com/ makhorov/

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Ma x Ross auf einem Wolkenk ratzer in ­Toronto

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wird, wenn wir sie

MAX ROSS, öffnen. Wir: Wurscht, also Tür auf – und 20, USA

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„Bei mir begann die Sache mit Urban Exploration vor zwei Jahren mit einem YouTube-Video, in dem zwei Typen auf einen Kran kletterten. Obwohl ich bloß zusah, spürte ich das Adrenalin. Kurz darauf zeigte mir ein Kollege in der Fotografie-Schule Bilder, die er von Hochhaus­ dächern in L. A. aus geknipst hatte. Wir zogen los zum höchsten Wohn­g ebäude, das wir in der Um­ gebung fanden. Dann war a­ lles wie im Film: vorbeischlüpfen an der Security, 40 Stock werke im Stiegenhaus rauf, ganz oben eine geschlossene Tür, auf der groß stand, dass der Alarm ausgelöst

vor unseren Augen geht die Sonne hinter der Stadt unter, das war wie eine Erleuchtung. Mein Kollege meinte, ich solle mich fürs Foto an die Gebäude­ kante setzen. Ich hatte damals noch Höhenangst, nahm aber alle Kraft zusammen, überwand den Schiss, schwang meine Beine über die Kante und ließ sie runterbaumeln. Bäng! Das Adrenalin schoss ein. Von da an konnte ich von dieser Art Abenteuer nicht mehr genug bekommen.“

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INSTAGRAM instagram.com/ max_ross/

KEO FILMS

Höhenangst in Los Angeles


-ELAINA HAMMEKEN, 27, USA/DÄNEMARK Die Zeit steht still in Kopenhagen

-„In fast jedem Sport loten Menschen ihre Grenzen aus. Warum jagen Skater sonst durch Stiegenhäuser, surfen Boarder Riesenwellen und springen Skifahrer über Superpipes? Zu Urbex kam ich über Anders G.s Fotos. Der Mann ist der Obergangster der Kopenhagener Szene. Seither schweifte mein Blick beim Ausgehen immer nach oben zu den Dächern der Stadt. Um einen von den Explorers zu entdecken oder mir zu überlegen, wie ich wohl da raufkomme. Schließlich gelang es mir, Anders zu kontaktieren. Er nahm mich mit zu den Golden Girls (Turm in Kopenhagen, auf dem goldene Figuren das Wetter ansagen; Anm.). Wir kletterten über Rohre und Leitern, und als wir oben ankamen und die Stadt überblickten, war es, als stünde die Zeit still.“

-INSTAGRAM

instagram.com/ eastc0astchck/

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Elaina Hammeken auf einem K ran einer B austelle in Kopenhagen

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DAVID DE RUEDA, 27, FRANKREICH Neugieriges Kind im U-Boot-Bunker

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„Mich treibt die Neugier an, seitdem ich ein Kind bin. Immer schon wollte ich verlassene, außer­ gewöhnliche Plätze erforschen. Ich ahnte nicht, dass es einen Namen dafür gab, ich wollte bloß wissen, was sich hinter dieser Wand oder jener beeindruckenden Struktur versteckt. Meine erste richtige Exploration unternahm ich in einen U‑Boot-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Das System war riesig, ein wahres Labyrinth. Ich verbrachte Stunden darin, kam mir vor wie Indiana Jones! Dieses Gefühl ließ mich nie wieder los. Seither bin ich ständig auf der Suche nach neuen Orten. Ich bereiste Frankreich, ganz Europa. In den USA drehte ich meinen ersten Film ‚Urban Escape‘. Und das war erst der Anfang!“

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INSTAGRAM instagram.com/ davidderueda/

KEO FILMS

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Dav id de Rueda auf dem Dach der CathÊdrale de L a Ma jor in Marseille


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ABUDI ALSAGOFF, 25, MALAYSIA Parkour, nur eben viel weiter oben

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„Übermäßige Gefahr? Ich seh das nicht so. Ich bereite mich dermaßen penibel vor, dass das Projekt sicher ist. Anfangs wusste ich gar nicht, dass ich ein Roof­ topper bin. Ich dachte, das sei Teil meines Trainings als ParkourLäufer. Halt weiter oben als üblich.“

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INSTAGRAM instagram.com/ abudialsagoff/

A budi A lsagof f auf dem B augerüst der „Marina 101“ in Dubai

KEO FILMS

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Br yce W ilson auf dem Shot Tower in Melbourne

BRYCE WILSON, 25, AUSTRALIEN Rebellisch in Melbourne

-„Für mich steht die Fotografie im Vordergrund. Sie ist meine Leidenschaft und der Grund, war­ um ich mich diesen Herausforderungen stelle, egal wie lange es braucht, das Ziel zu erreichen. Viele Leute sagen: ‚Jeder kann ein Foto schie­ ßen‘, was grund­ sätzlich vielleicht sogar stimmt, weil die Kamera ja zuerst einmal lediglich ein Werkzeug ist. Diese Perspektive verändert sich, wenn du dich mit deiner Kamera in extreme Höhe begibst oder an die Front eines Krie­ ges. Trotzdem halte ich Urban Exploration für nicht gefähr­ licher, als mit dem Zug oder dem Auto zu fahren. Uns wird beigebracht, Risiko zu vermeiden, um ein langes, gesundes Leben zu leben. Diese Haltung bestärkt uns leider aber auch darin, ­u nsere Leiden­ schaften und Träume zu ignorieren.“

-INSTAGRAM

instagram.com/drjft/

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OLEG „CRICKET“ SCHERSTJATSCHENKO, 24, RUSSLAND Der Herausforderer in Moskau

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„Warum ich das tu? Weil ich gut darin bin, als einer von ganz wenigen Menschen auf der Welt, die das können. Mein Lieblingsprojekt war der Princess Tower in Dubai, 101 Stockwerke, 400 Meter hoch, unschlagbarer Ausblick. Leider nicht mehr für dich. Sie haben das Dach geschlossen. Nach meinem Besuch.“

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Urban Explorers auf Red Bull TV

KEO FILMS

Noch mehr zum Thema Roof-­ Topping und Urban Exploration, atemberaubende Szenen und ein Wiedersehen mit den kontroversiellen Protagonisten unserer Story gibt es als Serie: „URBEX – Enter at Your Own Risk“, ab 1. August auf Red Bull TV.

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Oleg Scherst­ jatschenko an einem K ran der B austelle des IQ ­T ower in Moskau


Stefan Pierer, 59: Absolvent der Montan­ universität in Leoben, zweifacher Familien­ vater, lebenslanger Unternehmer


„ SMAN t e f a n

BRAUCHT “ GEGNER P i e r e r

KTM 450 SX-F Eine Waffe zur Eroberung Amerikas: Mit Ryan Dungey dominiert man endlich auch die US-Supercross-Serie.

B i n n e n 2 5 J a h r e n v o m w i r t s c h a f t l i c h e n To t a l ­s c h a d e n z u m g r ö ß t e n e u r o p ä i s c h e n M o t o r r a d h e r s t e l l e r: w i e   s i c h K T M - C h e f S t e f a n P i e r e r s­ e l b s t b e w u s s t mit den Großen anlegt, sich an ihnen reibt – und gewinnt. Text: Werner Jessner  Fotos: Philipp Forstner

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ES

war damals die größte Insolvenz ­Österreichs: Der traditionsreiche Motorrad- und Fahrradproduzent KTM aus dem oberösterreichischen Mattighofen stand rund um den ­Jahreswechsel 1991/92 vor dem Ende. Diverse „Unternehmer“ – ­Zahlenmenschen ohne Sinn und ­Leidenschaft für das Produkt – hatten den Laden an die Wand gefahren. KTM-Werksfahrer Heinz Kinigadner erlebte den Niedergang aus der ­ersten Reihe und bat Stefan Pierer, der zuvor bereits die Kinigadner’sche Familienbäckerei restrukturiert hatte, um Hilfe. Sanierer Pierer wollte tun, was er in solchen Fällen immer tat: übernehmen, gesunden, rasch mit Gewinn weiterverkaufen. Es sollte anders kommen. 25 Jahre später ist Pierer noch immer da – und KTM der größte europäische Motorradhersteller mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro.

the red bulletin: Was haben Sie vorgefunden, nachdem Sie den Zuschlag für KTM bekommen hatten? stefan pierer: Einen Fokus auf Fahrräder und ­Mofas, außerdem ein paar türkise Motorräder, ­Slogan: „Fun in Motion“. Klingt wenig sexy. Sanieren ist Handwerk. Du musst das Wertvolle vom Wertlosen trennen. Und wir haben Werte ge­ funden: Es gab in der Region ein über Generationen erworbenes Wissen um das Motorrad, Fachkräfte, Liebe zum Produkt. Vor der verschwurbelten „Fun in Motion“-Zeit hatte man KTM oft verzweifelt mit „Kick Ten Minutes“ übersetzt: störrisch, wenig ­bedienerfreundlich, aber dann halt doch überragend schnell, wenn sie einmal lief. In der Kern-Zielgruppe der Offroad-Fahrer hatte KTM genau deshalb noch immer einen guten Ruf. Diesen Kernwert haben wir freigelegt und daraus unsere Produktphilosophie ­abgeleitet: Ready to race. Weil Rennfahrer leidenswilliger sind als durchschnittliche Motorradkäufer und sie der ­Performance alles unterordnen? Als Geisteshaltung. Wir stellen uns dem Wettbewerb, auch wenn er größer, stärker und fast unerreichbar scheint. Intern war das bald klar. Als Nächstes ­mussten wir diese Botschaft nach außen tragen. Und zwar wie? Zwei Punkte: Wir fürchten uns vor keinem, fahren Rennen gegen die Besten und tun alles, um zu ­gewinnen. Zweitens: Wir fallen auf. Wir haben ­Design zum Geländemotorrad gebracht. Eine KTM 38

wird – dank der hervorragenden Arbeit unseres ­Designers Gerald Kiska – sofort als KTM erkannt. Wie kam es zur Farbe Orange? Per Ausschlussprinzip. Alle anderen Farben waren belegt. Rot: Honda. Blau: Yamaha. Gelb: Suzuki. Grün: Kawasaki. Orange als positive, kräftige Farbe hat sich angeboten. Türkis war ja wohl keine Lösung. KTM nutzte erstaunlicherweise als erste ­Motorradfirma konsequent die Bühne, die die Rallye Dakar bietet: spektakuläre Bilder in ­einer ansonsten motorsportfreien Zeit, große Storylines, Triumphe, Tragödien. Man erfand, erlebte, erlitt Geschichten und erzählte davon. Alte Marketing-Weisheit: Brand-Building ist Storytelling. Die Botschaften und Bilder ver­ fingen auch außerhalb der Hardcore-Community und rückten die Farbe Orange ins breite Bewusstsein. Seit 1994 tritt KTM bei diesem Extrem-Event an, seit unglaublichen 15 Jahren ist man ungeschlagen. Motorsport wird längst präzise als Vermarktungs-Tool eingesetzt, wo jede Spielart eine definierte Zielgruppe bedient: Enduro- und Hardcore-Events wie das Erzberg-Rodeo zielen auf den Blue-Collar-­ Worker, Moto- und Supercross auf die technik­ a∞nen Kunden. Innerhalb von zehn Jahren wurde KTM im Gelände zum Weltmarktführer, 250 WM-Titel in der Pierer-Ära geben Zeugnis davon. Wachstum war bald nur mehr auf der Straße möglich. Und doch dauerte es zehn Jahre, bis KTM auch bei Road-Bikes Glaub­ würdigkeit aufgebaut hatte. Letzter Schritt: MotoGP mit ersten Rennen in diesem Jahr und vollem Programm ab 2017. Warum braucht KTM die MotoGP? Aus Kulturgründen. Wenn du der Beste sein willst – und das wollen wir –, musst du den Mut haben, dich in der jeweils stärksten Rennklasse mit den anderen zu messen. Du brauchst Gegner, um besser zu werden. Ihre Erwartungen? Wir verstecken uns vor niemandem. Unsere Budgets sind auf Augenhöhe mit jenen der Japaner. Unser Motor leistet jetzt schon 270 PS. Da Rennsport­

Husqvarna Svartpilen Eine Husky für schlechte Straßen: Technisch basiert die Noch-Studie des „Schwarzen Pfeils“ auf der KTM 390 Duke.


„WENN DU DER BESTE SEIN WILLST – UND DAS WOLLEN WIR –, MUSST DU DEN MUT HABEN, DICH IN DER STÄRKSTEN KLASSE MIT DEN ANDEREN ZU MESSEN.“ Bereits 2005 hatte sich Pierer kurz in die MotoGP gewagt: als Motorenlieferant für das Team von Kenny Roberts

spezialist Pankl, der für alle namhaften Rennserien auf zwei und vier Rädern Teile baut, zum Konzern gehört, haben wir Motoren-Know-how zum Quadrat. Dank der Einheitselektronik herrscht auf diesem Feld auch für einen Newcomer Chancengleichheit. Und

Husqvarna Vitpilen Eine Husky für den Eissalon: Der „Weiße Pfeil“ zitiert die legendäre Silverpilen aus dem Jahr 1953.

unser Fahrwerkshersteller WP ist in den kleineren Klassen Moto3 und Moto2 Marktführer. Wir haben volle Kontrolle über alle Performance-relevanten Teile. Im Unterschied zu den Japanern setzt KTM in der MotoGP auf einen Stahl- statt auf einen ­Alurahmen. Warum? Wegen der Flexibilität bei den entscheidenden Fahrmanövern und der Möglichkeit, Evolutionen rascher umzusetzen. Außerdem sieht ein oranger Gitterrohrrahmen einfach besser aus als blankes Alu. Warum passiert MotoGP in Mattighofen und nicht wie bei anderen Herstellern in ausgelagerten Teams, die zum Beispiel in Spanien in der Nähe ­einer Rennstrecke sitzen? Weil wir in Mattighofen das gesammelte Wissen ­haben. Man darf die Region nicht unterschätzen: Der Motorsport-Cluster mit seinen Zulieferern und Spezialisten reicht bis tief in den süddeutschen Raum hinein. Wir sind absolut richtig hier. Das langfristige sportliche Ziel? Logischerweise Weltmeister werden. Das ist unser Anspruch in jeder Serie, in der wir antreten. Unsere Mitarbeiter haben diese Kultur völlig verinnerlicht. 39


„ES GIBT FREIWILLIGE UND ERZWUNGENE INNOVATION. ERSTERE IST DIE SCHWIERIGERE VARIANTE.“ Das KTM-Imperium ist weit verzweigt. Nicht in Pierers Händen ist übrigens die Fahrrad-Sparte.

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Wenn du am Montag ins Werk kommst, spürst du, ob wir am Wochenende gewonnen haben oder nicht. Natürlich musst du demütig und geduldig bleiben, aber wir werden nicht aufgeben, bis wir unser Ziel erreicht haben. Gibt es einen Lieblingsgegner? Die unfairste Firma ist Honda. Vor Yamaha habe ich Respekt, aber Honda trickst ständig. Zuletzt in der Moto3 geschehen, als sie die Einheits-Software um­ geschrieben haben, um mehr Drehzahl zu erreichen. Umso befriedigender ist es, wenn du sie schlägst. Parallel zum sportlichen Wettkampf läuft ein wirtschaftlicher. Knapp 20 Jahre nach der Übernahme durch Pierer hat KTM BMW als größten europäischen Motorradhersteller ­abgelöst. Nächstes selbstgestecktes Ziel: Nummer drei weltweit werden mit einem jähr­ lichen Output von 250.000 Bikes. Honda und Yamaha sind wohl auch langfristig unerreich­ bar, aber, so O-Ton Pierer: „Suzuki und Kawa­ saki, ihr seid jetzt dran.“ Mit der spitzen Philo­ sophie von KTM allein ist dieses Ziel allerdings nicht zu erreichen. Es brauchte eine zweite Marke: 2013 hat man Husqvarna übernommen. Wenn KTM für Rennsport und angespannte Muskeln steht, kommt der zweitältesten ­Motorradfirma der Welt im KTM-Umfeld eine neue, mehr Lifestyle-orientierte Rolle zu. Sie haben Husqvarna von BMW übernommen, weil die Marke den Bayern zu grobstollig war. Im KTM-Gefüge soll Husky nun den Softie geben. Wie weit kann man eine Marke spreizen, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren? Erstens: Den Bayern Husqvarna abzukaufen war vorwiegend eine defensive Maßnahme. Wäre da jemand gekommen, der das gescheit macht, hätte Husqvarna zur Bedrohung für KTM werden können. Zweitens: Husqvarna ist eine wunderbar emotionale Marke, die in ihrer Geschichte alle möglichen Bikes gebaut hat. Mit der Marke kann man alles machen bis auf eines: Ready to race. Wofür steht Husqvarna also? Für cool riding. Aufrechte Sitzposition, skandina­ visches Design. Die moderne Interpretation eines ­Klassikers, aber nicht retro. Jüngste Technik, ­hochwertigste Komponenten. Damit werden wir ­Husqvarna hinter KTM und BMW zur Nummer 3 am europäischen Markt machen. Da werden aber beispielsweise Ducati-Eigentümer Audi und MV-Agusta-Besitzer Daimler-Benz etwas dagegen haben. Genau darum richte ich ihnen das auch aus. So, wie ich einst BMW ausgerichtet habe, dass ich sie ­überholen werde. Das sind keine leeren Worte. Der Zug fährt. Wir haben Husqvarna-Produkte in der Pipeline, die es möglich machen, in fünf, sechs ­Jahren 70.000 Bikes pro Jahr zu verkaufen. Geht es etwas präziser? Husqvarna wird ein Vollsortimenter. Das beginnt mit den Modellen von 125 bis 400 Kubik aus unserer ­indischen Produktion bei Bajaj und geht über den ikonischen LC4-Einzylinder, der inzwischen 80 PS

leistet, bis rauf zu Power-Cruisern mit 1300 Kubik. Und während ein Roller zum Beispiel für KTM ­undenkbar wäre, schließe ich ihn bei Husqvarna nicht aus. Hier könnten E-Mobilität und Urban ­Mobility zu Themen werden. Die mittlerweile 2500 KTM-Angestellten ­kriegen in der Regel große Augen, wenn der Chef solche vollmundigen Aussagen tri≠t. Doch der Erfolg gibt ihm recht. Vor acht ­Jahren launchte man den X-Bow, ein – Eigen­ definition – „Go-Kart mit Straßenzulassung“, das erste Serienauto weltweit mit CarbonComposite-Monocoque. Kein Autohersteller hatte sich das getraut. Wie hält man eine Firma technologisch scharf? Die Innovationstheorie unterscheidet zwischen der freiwilligen und der erzwungenen Innovation. Die freiwillige ist die schwierigere. Die erzwungene ist das Diktat der leeren Kasse: Du musst. Der Rennsport ist eine Kombination beider Theorien. Und weil er so ein integraler Teil unserer DNA ist, funktioniert das bei uns. Doch auch aus Mangel an Alternativen. Was kann ich denn sonst schon machen in Mattighofen, als mich zu 100 Prozent in den Job zu knien? Stimmt. Die Ablenkungen in den Städten sind größer. Generation Y, Work-Life-Balance, all diese Dinge ­machen es schwierig, motivierte Mitarbeiter zu ­finden. Viele Leute sind heute mit weniger zufrieden als die Generationen vor ihnen. Ich kann das nicht verstehen. Wer unseren Mindset nicht mitbringt, ist in der Regel nicht lange bei KTM. Erstaunlicherweise funktioniert die Ehe zwischen KTM und dem indischen Hersteller Bajaj. Warum? Weil Österreich über die Jahre eine großartige Kultur der Service- und Dienstleistungsqualität entwickelt hat. Wir hören zu. Wir sind anders als Amerikaner oder Deutsche, die oft mit der Tür ins Haus fallen und dem Partner die Welt erklären. Das ist ein eklatanter Mentalitätsvorteil, auf den wir stolz sein sollten. Wir sollten überhaupt auf viel mehr stolz sein. www.ktm.com

KTM Freeride E-SM Strom für die Stadt: Das Thema Elektromobilität bekommt zusehends Bedeutung in Mattighofen.


NORTH SHORE

NASS, RUTSCHIG UND ALLES VOLLER HÜHNERLEITERN: WARUM TROTZDEM JEDER MOUNTAINBIKER EINMAL IM LEBEN IN BRITISH COLUMBIA GEWESEN SEIN SOLLTE. TEXT: WERNER JESSNER  FOTOS: STERLING LORENCE 42


Der Ort, an dem Free­ riding erfunden wurde: am Nordufer des Fjords vor Vancouver, Kanada. Unbewirtschaftete Wäl­ der, steiles Gelände und der ewig feuchte Boden ließen eine neue Art des Bikens entstehen.


Die Biker, einst Outlaws, sind zum Wirtschaftsfaktor geworden. Und auch die Wanderer haben überlebt.

Das Netz der Trails an der North Shore umfasst mittlerweile 298 Strecken mit ge­ samt 252 Kilometern. Nicht alle davon be­ stehen aus den typi­ schen „north shores“, den hühnerleiter­ artigen Brücken im Wald. Es gibt auch ganz normale Trails, die für jeden technisch ausgeschlafenen Biker fahrbar sind. Speed-Elemente mit Sprüngen sind den­ noch die Ausnahme, denn der nächste Baum, den du unfrei­ willig küssen kannst, ist nie weit entfernt.

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Typisches NorthShore-Wetter: Die Stimmung im Wald ist ­eigen, das Licht auch. Es riecht faulig, ehrfurchtgebietende Baumriesen bilden die Kulisse fßr einen unvergleichlichen Tag.


„Warum breite, niedrige Leitern anlegen, wenn man auch ­schmale, hohe, herausfordernde bauen kann?“ LOCAL DAN SEDLACEK IM KULT-MOVIE „KRANKED 2“

Ende der 1990er Jahre machten Einheimische die Wälder durch selbstgebaute „Hühnerleitern“ über Hindernisse erstmals befahrbar – zumindest für die Elite. Die hiesige Art zu fahren sollte den ganzen Sport beeinflussen und Stars wie Filme hervorbringen.

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Bitte beachten: Die North Shore ist kein Bikepark: Wer schnelle Anlieger und weite Sprünge sucht, ist im benachbarten Whistler weit besser aufgehoben. An der North Shore gibt es keine Lifte, und Wurzeln sind allgegenwärtig. Informations-Knotenpunkte sind die lokalen Bikeshops. Dort gibt es Trail Maps, dort weiß man, welche der Trails – die auf so schöne Namen wie „Pipeline“, „Old Buck“ oder „Bridal Path“ hören – gerade gut fahrbar sind.

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THE RED BULLETIN


„Das Mountainbiken in den feuchten Wäldern an der Shore hat mich vor über 15 Jahren dazu inspiriert, überhaupt Fotograf zu werden.“ STERLING LORENCE

Sterling Lorence, dem wir diese Bilder ver­ danken, stammt von der North Shore und ist mit der Szene mit­ gewachsen. Er hat mit allen Großen gearbeitet, mehr noch: Er ist ihr Freund. Was man seinen Bildern auch anmerkt.


HEROES

ROGER FEDERER gilt als bester Tennisspieler aller Zeiten. Wieso er mit 34 immer noch mit der Weltspitze mithält? Weil er seinen Job liebt. Weil er ihn ernst nimmt. Und nie aufhört zu suchen.

R

oger Federer weiß, dass die Frage kommen wird. Sie kommt jedes Mal, und natürlich muss sie auch ­dieses Mal gestellt werden. „Jeder will wissen, wieso ich auch mit Mitte dreißig noch spiele. Freunde, Fans, die Medien“, sagt Federer und lacht. „Der Einzige, für den sich diese ­Frage nicht stellt, bin offenbar ich selbst. Ich bin gesund und motiviert. Ich arbeite einfach so, als ob es kein Ende gäbe.“ Federer sitzt an einem ­sonnigen Frühlingsmorgen in Monte-Carlo auf der Terrasse des legendären HermitageHotels. Er schaut hinunter auf den Hafen, den Fürstenpalast, das glitzernde Mittelmeer, genießt den traumschönen Tag. Und er genießt sein Leben – als Tennisspieler, der auch als vierfacher Familienvater nach bald zwei Jahrzehnten auf der Profi-Tour immer noch mit den Jüngeren mithalten kann. „Ich gehe in jedes Spiel mit dem Gefühl, dass ich es gewinnen kann“, sagt er, „das ist die Bedingung für Spitzen­ leistungen. Ohne dieses Selbstvertrauen brauchst du gar nicht rauszugehen.“ 50

„Der Thrill eines großen Sieges, der geht nie weg.“ Federer ist ein Phänomen – wahrscheinlich auf seine alten Tage sogar mehr als in der Ära, die er prägte, als er jahrelang die Konkurrenz spielerisch beherrschte. Mehr auch, als er sich danach mit Rafael Nadal ein faszinierendes Duell um die Spitze im Welttennis lieferte. Was Federer mit Mitte dreißig zum Gesamtkunstwerk macht, sind seine Wandlungsfähigkeit, seine Neugier, seine unverbrauchte Leidenschaft. Er liebt seinen Sport immer noch wie am ersten Tag, den Wettkampf, den Erfolg. „Satt? Nein, nie. Wenn du einen Titel geschafft hast, willst du den nächsten“, sagt Federer, „du willst diese Momente immer wieder erleben. Der Thrill ­eines großen Sieges, der geht nie weg.“ Federers größte Inspiration in dieser Phase ist der späte Andre Agassi. „Ich sah, wie konzentriert und methodisch Andre an sich arbeitete, wie er sein Spiel immer wieder anpasste, gerade am Ende seiner Laufbahn“, sagt Federer, „das war schon unfassbar.“ Auch Federer hat sich immer wieder neu erfunden. 2013 konnte man bereits Nach­

rufe auf den strauchelnden Maestro lesen, in einer Saison mit bitteren Niederlagen und schmerzlichen Verletzungspausen. Doch Federer feierte ein grandioses Comeback, mit dem Schweden Stefan Edberg, dem sechsfachen Grand-SlamSieger, als neuem Trainer, mit einer verblüffenden Reform seines Spiels: Er spielte plötzlich frecher und forscher denn je, attackierte, überrumpelte seine Gegner. „Ich erwischte sie damals auf dem falschen Fuß“, schmunzelt Federer im Red Bulletin-Gespräch, „es ist eben wichtig, immer den Kopf oben zu behalten, nicht zu zweifeln. Und offen zu bleiben für Neues.“ Einen der damaligen Spielzüge probierte er auf der Spielkonsole aus, bevor er ihn auf dem Platz umsetzte. Federer betrachtete Edberg nicht als Trainer, sondern als Berater und Mentor. „Wir ­haben uns oft stundenlang einfach unterhalten. Über Gott und die Welt. Manchmal sogar nur darüber, wie viele Möwen hier in Monte-Carlo herumschwirren“, sagt der Grand-Slam-Rekordchampion, „und dann gab es natürlich auch klare, punktgenaue Tipps für mein Tennis. Manchmal saß ich da und dachte: Ist das wahr, dass ich hier mit Stefan zusammen bin, dass das Idol meiner Jugend nun zu meinem Team gehört?“

NIKE

„DAS BESTE, OHNE WENN UND ABER“

Den „SABR“ (Sneak ­Attack by Roger), die überfallsartige Attacke auf den Aufschlag des Gegners, hatte Federer auf der Spielkonsole ­ausprobiert, ehe er ihn auf dem Platz einsetzte.


„Es ist schwierig, Das letzte Karriereziel: gegen eine MannOlympia-Einzelgold. schaft zu gewinnen, Die letzte Chance die aus dazu hatFreunden Rogerer ­Fbesteht.“ ederer in Rio.


„Ich genieße die Freiheit, die ich mir nehme.“ Der ältere Federer ist in Wahr­ heit der jüngste Federer, den es je gab. Unberechenbar, ­unkonventionell, entdeckungs­ freudig. Einer, der Routinen überwindet – nicht nur spiele­ rische. Neue Turniere gehören inzwischen zum Standard­ programm, Schaukämpfe in exotischen Ländern. Vergan­ genes Jahr war er zum ersten Mal in der Türkei zu Gast. Wie ein Staatsgast wurde Federer beim Turnier in Istanbul ­behandelt, seine Ankunft auf dem Flughafen übertrugen mehrere TV-Sender live. „Es ist schön, wenn du irgend­ wohin fährst und dir alles ver­ traut ist“, sagt Federer, „aber noch schöner ist es heute für mich, neue Länder und ihre Menschen kennenzulernen. Ich nehme mir die Freiheit, Dinge zu tun, die ich früher angedacht, aber nicht reali­ siert habe. Das wird auch so ­bleiben, solange ich spiele.“ Inzwischen genießt Federer auch schon mal freie Tage, „an denen ich nicht weiß, was die Stunden bringen. Sonst ist ­alles immer so getaktet, in ­einem engen Zeitplan.“

NIKE

„Ich brauche Nervosität, um Großes zu leisten.“ Federer hat in seiner langen Karriere viele Häutungen durchlebt. Als Teenager war er ein gefürchteter Hitzkopf, der sich mit Gegnern und Schieds­ richtern anlegte, Schläger ­zertrümmerte. Und drauf und dran war, seine Karriere zu verspielen. „Dann gab es ­einen Moment, in dem ich für mich dachte: Entweder hörst du damit auf – oder du hörst ganz auf“, sagt Federer, „das war der Wendepunkt.“ Die Selbstdisziplin, mit der er seine cholerischen Aus­ THE RED BULLETIN

brüche in den Griff bekam, veränderte Federer – er wurde gelassen, entspannt, „es gab keinen einzigen Tag, an dem ich keine Lust aufs Tennis ­hatte“. Vom kritisierten Under­ performer wurde er rasend schnell zum Dominator der Tenniswelt. „Die Nummer eins zu sein“, sagt Federer, „das war beflügelnd, auch weil du wusstest: Die Meute, die dich hetzt, hat Respekt vor dir.“ Federer blieb dabei immer hellwach, wurde nie selbst­ gefällig oder überheblich. Er scannte jeden Konkurrenten, jeden nachrückenden Jungstar ganz genau. „Keiner weiß über den Profizirkus, über ­jeden Spieler besser Bescheid als er“, sagt Federers Lands­ mann Stan Wawrinka. Federer holte sich am liebsten aufstre­ bende Talente für Trainings­ wochen in die Schweiz und in sein Zweitdomizil nach Dubai,

von ihnen lernen, wie sie ­Ideen ent­wickeln und kreativ umsetzen. „Früher war ich viel ichbezogener“, sagt Federer, „heute bin ich gespannt dar­ auf, was mir etwa ein Holly­ woodstar zu sagen hat.“ Neu­ lich, in der Verletzungspause nach einer Knieoperation, fand Federer sogar als TV-­ Zuschauer An­regung: „Es war begeisternd, welche Kraft und Schönheit es bei der Eis­ kunstlauf-WM zu sehen gab.“ Für ihn sei es ­tatsächlich wichtig, sagt er, „sich ständig für a ­ ndere Dinge zu inter­ essieren. Das hält m ­ einen Kopf in Schwung.“

„Ich gebe immer mein Bestes, ohne Wenn und Aber.“ Dazu kommt Federers Arbeits­ ethos: Er hält es schlicht für seine Pflicht und Schuldigkeit, das stete, beharrliche Ringen um Bestleistung – allein schon

bei Olympia ist: Du weißt, die nächste Chance bekommst du erst in vier Jahren“, sagt Federer, „das ist das absolut Besondere für uns Tennis­ spieler.“ Als Favorit gilt er da­ bei nicht. Der ist Novak Djoko­ vic, der neue unumschränkte Machthaber im Welttennis. Aber Boris Becker, der ­Trainer des Serben, warnt ausdrücklich vor Federer. ­„Roger war der Spieler, der Novak in der letzten Saison am härtesten bedrängt hat, er erreichte zwei Grand-Slam-­ Finals gegen ihn. Unglaublich, was er mit 34 leistet.“ Was wird nach dieser ein­ zigartigen Laufbahn sein, was wird aus Roger Federer, dem Mann, der größer wurde als sein Sport? Federer nimmt ­einen Schluck Wasser, zuckt in der warmen Sonne MonteCarlos mit den Schultern, sagt dann: „Ganz ehrlich, darüber

„FRÜHER WAR ICH ICHBEZOGEN. HEUTE INTERESSIERT MICH, WAS ICH VON ANDEREN LERNEN KANN, VON KÜNSTLERN, DESIGNERN, MUSIKERN. WIE SIE IDEEN ENTWICKELN UND UMSETZEN.“ um sie durchzuchecken. Er hatte Spaß an den Übungs­ drills, mehr noch aber an den Gesprächen mit den Novizen. „Kürzlich kam einer zu mir, der fragte mich: Du bist doch bestimmt nicht mehr nervös in einem Match?“, sagt Federer, „da lächelte ich nur und sagte: Schön wär’s.“ Federer braucht „diese leicht nervöse Spannung vor einem Match immer noch, um Großes zu leisten“, wie er sagt. „Du musst dieses Lampen­ fieber nur in positive E ­ nergie umsetzen.“ Er erschließt aber auch immer neue Quellen der Inspiration und Motivation, beobachtet Künstler, Mode­ designer oder Musiker, möchte

wegen der Abermillionen ­Federer-Fans in aller Welt. „Mich beflügelt jeden Tag, wie mich die Leute anfeuern. Wie sie schätzen, was ich tue, wie ich es tue“, sagt Federer, „ich fahre nicht einfach zu einem Turnier und spiele LarifariTennis. Ich gebe immer mein Bestes, ohne Kompromisse. Ohne Wenn und Aber.“ Das überragende sportliche Ziel dieser Saison ist olympi­ sches Gold im Einzel – viel­ leicht die einzige große Tro­ phäe, die ihm noch fehlt. 2012 verlor er im London-Endspiel gegen Andy Murray, Gold holte er 2008 in Peking im Doppel mit Kumpel Stan Wawrinka. „Der Reiz, der Nervenkitzel

habe ich mir noch keine ernst­ haften Gedanken gemacht. Das würde mich stören bei ­meiner Arbeit.“ Federer weiß nur, was er nicht mehr will: eine baldige Rückkehr in den Wanderzirkus, als Trainer, als Manager, als Fernsehexperte. „Ich sehe ja, wie aufreibend die Arbeit ist, die alle um mich herum leisten, das ist eigent­ lich ein 24-Stunden-Job, oft an sieben Tagen die Woche“, sagt er. „Wenn ich später die Welt bereisen werde, dann mit ­meiner Frau und mit meinen Kindern. Das wird ein großes Glück sein.“ Jörg Allmeroth www.rogerfederer.com

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Elliphant, 30, ­Grau­zonen-Rapperin: „Dass ich keine Medikamente bekam, war ein Riesenglück.“


„LASS DICH NICHT RUHIGSTELLEN“ ELLIPHANT ist ein Star auf dem Weg zum Superstar. Hier erklärt die schwedische Sängerin, wie sie aus ihren Makeln Kreativität schöpft.

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aty Perry ist ihr Fan („Elliphant ist die coolste Bitch im Musikbiz“), Star-DJs wie Diplo und David Guetta veredeln Hits mit ihrem Gesang: ­Ellinor Miranda Salomea Olovsdotter, kurz: Elliphant. 2012 wurde ihre Debütsingle „Tekkno Scene“ als „FIFA 13“-Soundtrack zum SzeneHit. Mit ihrem neuen Album „Living Life Golden“ wird die 30-jährige Schwedin nun die große Popwelt erobern. Ihr Mix aus Pop, Dancehall und Hip-Hop ist so großartig wie durchgeknallt. Zu durch­ geknallt für die Charts? Nein, wie Elliphant beweist. Denn anders zu sein kann Erfolg bringen. Du musst dich nur trauen. Und es richtig machen. the red bulletin: Eine Rapperin aus Schweden mit jamaikanischem Akzent macht Electro-Pop. So knackt man doch keine Charts! elliphant: Pah, so was höre ich schon seit dem Beginn meiner Karriere. Manager-­ Typen wollten mir erklären, wie der Hase läuft, man darf seine Hörer nicht überfordern und so weiter. Ich machte THE RED BULLETIN

i­ mmer das Gegenteil und mischte alle Genres, auf die ich gerade Bock hatte. Und ge­ nau dadurch wurde Katy Perry auf meine Musik aufmerksam. Haben Sie aus Prinzip oder aus Kalkül alle Regeln des Business gebrochen? Weil es sich einfach richtig an­ fühlte. Weil es für mich nicht das eine Genre gibt, in dem ich heimisch bin. Viel zu oft im Leben werden wir zu Ent­ scheidungen gezwungen, dies oder das, immer oder, nie und. Dieser gesellschaftliche Druck ist gefährlich. Deshalb ermu­ tige ich Menschen in meinen

Klingt, als würden Sie aus Erfahrung sprechen. Mit neunzehn wurden bei mir ADHS und Legasthenie dia­ gnostiziert. Endlich hatte ich eine Erklärung dafür, warum es mir so schwerfiel, Regeln stur zu befolgen. Sie bekamen die Sache mit Medikamenten in den Griff? Nein, ich begann viel zu ver­ reisen, vor allem nach Indien, um mich selbst zu finden. Dass ich keine Medikamente bekam, war ein Riesenglück. Inwiefern das? Menschen, die sich nicht ­unterordnen, werden heute ruhiggestellt. Wen betrifft das? Vor allem Künstler und Krea­ tive. Wenn wir vor 300 Jahren damit angefangen hätten,

Richtig. Setz dich über Kon­ ventionen hinweg. Sie sind nicht naturgegeben, sondern menschengemacht! Amerika­ nische Ureinwohner schickten ihre Kinder als Teenager eine Woche allein in den Wald. ­Geniale Idee. Und weshalb? Keine Ahnung. Damit sie für sich selbst her­ ausfinden, wer sie sind und was sie am besten können. Ohne dass es ihnen wer vor­ schlägt – oder gar vorschreibt. Viele meiner Freunde nahmen nach dem Studium einen Kre­ dit auf, um eine Wohnung zu kaufen. Weil ihre Eltern ihnen dazu rieten. Um den Kredit abzuzahlen, arbeiten sie heute in Jobs, die sie nicht erfüllen. Ist das nicht verrückt?

„LEGASTHENIE IST MEIN MARKENZEICHEN. MEIN SONG ‚CIANT HEAR IT‘ MÜSSTE ‚CAN’T HEAR IT‘ HEISSEN. SCHEISS DRAUF!“ Songs, Schwarzweißdenk­ schablonen zu überwinden. Ich mag Grauzonen-Menschen. Grauzonen-Menschen? Leute, die unbequem sind, weil sie sich nicht in eine Schublade zwängen lassen. Schon als Teenager wird von dir erwartet, Entscheidungen zu treffen, die deine Zukunft bestimmen. Wenn du dich in keinem der konventionellen Lebensentwürfe wiederfindest, giltst du als Problemfall. Und wirst abgestempelt.

wäre die Kunstgeschichte um vieles ärmer. Van Gogh hätte sich vielleicht sein Ohr nicht abgeschnitten, aber auch nie seine „Sternennacht“ gemalt. Wie gehen Sie mit Ihrer Legasthenie jetzt um? Sie ist mein Markenzeichen! Als Legasthenikerin verdrehe ich Wörter. Mein Songtitel „Ciant Hear It“ müsste eigent­ lich „Can’t Hear It“ heißen. Aber scheiß drauf! Makel als Identitätsstifter und Alleinstellungsmerkmal?

Was ist die Lösung? Es ist doch ganz einfach. Weißt du, was die meisten Menschen am Sterbebett sagen? „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben. Statt so zu leben, wie andere es von mir erwarten.“ Ich sag dir was: Ich glaube, sich an diesen Grundsatz zu halten, ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Florian Obkircher www.elliphant.com

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Jamie Catto, 47, ­Erfolgsergründer: „In jeder deiner Schwächen steckt eine Superkraft!“


„HÖR DIR BEIM DENKEN ZU“ JAMIE CATTO war Popstar. Jetzt ist er Kreativ-

Guru. Und weiß, wie man seine schlechtesten Eigenschaften in Superkräfte verwandelt.

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SAM PELLY

eachtliche 15 Mil­ lionen Platten ver­ kaufte Jamie Catto in den 1990er ­Jahren mit seiner Dance-Band Faith­ less. Um 2000 er­ kannte er aber, dass ihn der Prozess hinter dem Erfolg mehr interessiert als der Er­ folg selbst. In der Folge stieg er bei Faithless aus, bereiste mit einem britischen TVTeam in vier Jahren fünfzig Länder, philosophierte mit indischen Gurus, afrikani­ schen Clan-Chefs und Stars wie Bono Vox und Dennis Hopper über die Kraft der Kreativität. Seine Erkennt­ nisse gibt er in Dokus, Work­ shops und Büchern weiter – und in Interviews. the red bulletin: Mister Catto, wie schöpfe ich mein kreatives Potential aus? jamie catto: Indem du in das Schloss deiner Kindheit zurückkehrst. Ich stamme aber … Das Schloss ist doch nur die Metapher für die großartige, grenzenlose Kreativität, Neu­ gier und Offenheit, die jeder von uns als Kind hatte. Egal wo du aufwächst. Wenn wir erwachsen werden, ver­ kümmern wir durch Verbote und Regeln, bis wir – meta­ phorisch – in einer versifften Bude dahinvegetieren. Okay, und wie kehre ich ­zurück in mein Schloss? Zunächst mal, indem du deine Schwächen nicht ver­ leugnest, wie dir das immer eingetrichtert wird. Sondern sie akzeptierst. Und sogar noch mehr: indem du lernst, THE RED BULLETIN

sie zu nutzen. Nenne mir eine negative Eigenschaft. Neid. Super. Ganz einfaches Beispiel. Alle neidischen Menschen haben eine tolle Eigenschaft: Sie sind exzel­ lente Beobachter. Und das Beste: So ist das bei jeder Schwäche. Jede bringt eine positive Eigenschaft mit sich! Wusstest du, dass im antiken Rom die Künstler ihre – wie sie es nannten – daimones sogar als spirituelle Helfer verehrten? Sie dankten ihren Schwächen! Okay. Aggressivität, Un­ zuverlässigkeit, Geiz: Wie sehen denn da meine posi­ tiven Eigenschaften aus? Der erste Schritt ist, dir dei­ ner Gefühle bewusst zu wer­ den. Die Umwandlung folgt erst danach. Und wie mache ich das? Mit einer Meditationstechnik, die tibetische Buddhisten „Tonglen“ nennen. Dabei hörst du deinem Gehirn beim Denken zu. Wenn du mit ­deinen Gedanken kommuni­ zieren kannst, erkennst du, dass du deinen Emotionen nicht hilflos ausgesetzt bist. Dass du sie lenken kannst. Das klingt aber nach einem­ ziemlich langen, auf­ wendigen Weg. Gar nicht. Am Anfang reichen zehn Minuten täglich, zehn Ein-Minuten-Momente. Wenn du die Haustür aufsperrst, die Toilette spülst – nimm dir sechzig Sekunden und hör dir in dich rein. So lernst du, mit deiner Gefühlswelt zu kommunizieren. Florian Obkircher jamiecatto.com

Joyce Muniz, 32, Retro-Modernistin: „Nur wer das Alte kennt, kann Neues erschaffen.“

„LERNE VON DEN ÄLTEREN“ JOYCE MUNIZ ist die Queen der Clubszene.

­ arum man zurückschauen muss, um voranW zukommen, erklärt die Wiener Musikerin hier.

the red bulletin: Erfolg im Dance-Bereich erfordert die neuesten Sounds. Sie aber wurden zum Star, indem Sie moderne Elemente mit alten mixen. joyce muniz: Die krampfhafte Suche nach dem Neuen lähmt die Kreativität. Oft ist es viel inspirierender, zurückzublicken. Wie findet man Inspiration in der Vergangenheit? Seit meiner Jugend hänge ich in Tonstudios erfahrener Kollegen ab, um mir von ihnen bewährte Tricks abzuschauen. Ich rate jedem: Lerne von den Älteren, respektiere sie. Denn nur wer das Alte kennt, kann Neues erschaffen. Aber kann zu viel altes Wissen den Blick aufs Neue nicht auch verstellen? Nein. Erfolg hängt davon ab, wie gut du dein Handwerk be­ herrschst. Es ist wie beim Kochen: Erst lernst du die Grund­ rezepte, dann fängst du zu experimentieren an – und entwickelst so deinen Stil. Abkürzungen gibt’s nicht.  Florian Obkircher Neue Single: „Daydreaming“ (Exploited); joycemuniz.com

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„AM BESTEN LEBST DU OHNE KONTROLLE“ TOMMIE SUNSHINE vergönnt anderen die Millionen.

Ihm ist wichtiger, dass sich Leute bei seinen Gigs so richtig treiben lassen können.

the red bulletin: Es heißt, du bist eines Morgens in Peru aufgewacht und hast dich selbst nicht im Spiegel erkannt. Was der Auslöser war, mit dem Zeug aufzu­ hören. Wie schwer fiel’s? tommie sunshine: Es war viel einfacher, als man denkt. Mir war klar, was zu tun war. Hätte ich weitergemacht wie bis dahin, hätte ich jede 58

Aussicht auf Erfolg vergessen können. Karriere als DJ und Produzent? Vergiss es. Ich wäre heute bloß ein Drogenjunkie. Klingt nach einer ungeheu­ ren Willensleistung. Es war eher eine Erkenntnis­ leistung. EDM (Electronic Dance Music; Anm.) war groß im Kommen. Das war offen­ sichtlich. Und ich wusste, ich musste entweder auf der Erfolgswelle schwimmen – oder ich würde in ihr unter­ gehen. Ich hätte es sonst nie im Leben geschafft, heute hier zu stehen. Die Explosion, die EDM 2009 nahm, hätte mich

so jemanden immer, jedes ein­ zelne Mal. Bei jedem Festival, in jedem Club macht einer die gleiche transzendentale Erfahrung wie ich, als ich zum ersten Mal elektronische Musik gehört habe. Wie kommst du mit dem ­Zynismus der Branche klar? Ich spiele einfach nicht mit. Wenn ich einen Raum betrete und es herrscht eine feindselige Stimmung, hau ich ab. Und komme erst wieder, wenn sich alle beruhigt haben. Ich musste deshalb schon Manager feuern und auf Plattenverträge und Agenten verzichten. Hat mir zu schaffen gemacht, hat sich aber ausgezahlt. Niemals Selbstzweifel gehabt in solchen Momenten?

„TRIFF DEINE ENTSCHEIDUNGEN IMMER IM GLAUBEN, DASS DA DRAUSSEN EINE BESSERE GELEGENHEIT AUF DICH WARTET.“ zerfetzt. DJs waren mit einem Schlag die größten Rockstars der Welt. Mann, ich hätte mich längst ausgeklinkt. Ich hätte mich an allen vorbei ins Jenseits geravt. Und du hattest dabei immer einen Plan für den nächsten Schritt in deiner Karriere? (Lacht.) Ehrlich gesagt wusste ich nie, was als Nächstes zu tun ist. Ich weiß es heute noch nicht. Ich wache jeden Morgen auf und habe keine Ahnung, was ich machen

den Erfolg. Mir ist lieber, er bekommt die Kohle und nicht irgendein Promoter-Fuzzi. Was ist schlecht dran? Das Geschäft boomt, die Musik ist beliebter denn je. Für mich zählt aber nur eine Sache: Wenn ich bei meinen Gigs einen Blick in die Crowd werfe und ich sehe da eine Person, die allein und mit geschlossenen Augen tanzt, also einfach abschaltet und sich treiben lässt – dann bin ich für die nächsten zehn Jahre zufrieden. Und ich sehe

Du musst ziemlich selbstsicher sein, um solche Entscheidun­ gen zu treffen. Du musst daran glauben, dass da draußen eine bessere Gelegenheit auf dich wartet. Ich schätze, das hält die meisten Menschen davon ab, ihr Leben zu verändern. Sie bilden sich ein, sie können nichts verbessern oder ver­ dienen nichts Besseres. Diese Unsicherheit habe ich über­ wunden.  Andreas Tzortzis Der TRB Podcast ist auf iTunes. THE RED BULLETIN

DREW GURIAN

W

enn Tommie Sunshine durch die Tür kommt, ist das mehr ein Schweben als ein Gehen. 1,83 Meter groß, Blumenshirt, Sonnen­ brille, lange Mähne, der Dude. Für ausgefallenen Stil stand der Amerikaner schon in den 1980ern, als er die House-­ Szene von Chicago in CordSchlaghose und Polyester-Shirt betrat. Bald wurde aus dem Partygänger ein Produzent und DJ. Dabei konnte er die Finger weder von den Decks noch von Pillen und Alkohol lassen. Heute ist er clean, schwimmt auf der Erfolgs­ welle elektronischer Musik und moderiert die Reihe „After the Raves“ auf Red Bull TV.

soll. Und ich finde das klasse! Wenn du frei bleibst und dein Leben nicht zu kontrollieren versuchst, dann passieren ab­ gefahrene Dinge. Es gibt nicht viele Menschen, die schlechte Tage ebenso akzeptieren können wie gute. Aber klar­ kommen musst du mit beiden, ob du willst oder nicht. Die ­Alternative ist es, jeden Tag die Stempeluhr zu drücken. Willst du das? Ich nicht. Du hast den Moment richtig gelesen. EDM wurde zum Milliardengeschäft, DJs wie Calvin Harris machen 75 Millionen Dollar im Jahr. Ein talentierter Junge. Er hat viele Songs gemacht, die Menschen ihr Leben lang singen werden. Er verdient


Tommie Sunshine, 45, Stilikone: „Ich spiele einfach nicht mit.“


FEIERN MIT DER STARMACHERIN

Annie Mac: Sie versorgt 1,74 Millionen Menschen täglich mit den frischesten Hits.


SIEBEN BÜHNEN, DARUNTER SOLCHE AUF SCHIFFEN UND SCHLOSSBALKONEN. 60 KÜNSTLER ZWISCHEN HOUSE UND HIP-HOP. 8000 FANS.

JUSTIN DE SOUZA

UND MIT TENDRIN EINE FR AU, DIE ALL DAS MÖGLICH MACHT: ANNIE MAC, IRISCHE BBCR ADIO-TRENDSET TERIN. SIE HAT MUSIK ERN WIE GR AMMYGEWINNER SAM SMITH ZUM DURCHBRUCH VERHOLFEN. BEI IHREM FESTIVAL AUF MALTA PR ÄSENTIERT SIE DIE SPANNENDSTEN KÜNSTLER DER STUNDE. Text: Florian Obkircher 61


„HOW DJs und Producer unter sich: Justin Martin aus San Francisco und B. Traits aus Kanada

are you doooooing, Malta?!“, brüllt die Frau mit dem roten Lockenkopf ins Mikrofon. Sie tanzt, sie schwitzt, hält die Hand hinters Ohr, beugt sich vor. „How are you dooooing!?“ Ihr Kopf nickt im pumpenden Rhythmus des HouseTracks, der sich am Plattenteller vor ihr dreht. Annie Mac blickt auf 8000 Tänzer, die ihrer Königin zujubeln. Das Besondere an der Szene: Zeit und Ort. Denn Annie Mac steht im grellen Sonnenschein eines Frühlingstages auf ­einem prunkvollen Schlossbalkon und blickt in den Barockgarten. Neben ihr ­stehen zwei blasse, unscheinbare Jungs, die Faschingskrone und Zepter tragen: Disclosure, eines der erfolgreichsten ­Elektronikduos der Gegenwart, die als Nächste die Plattenspieler auf der fürst­ lichen DJ-Kanzel übernehmen werden. Im April lud die britische Radio­ macherin und Trendsetterin Annie Mac an die 60 Musiker zu einem viertägigen Festival auf die Mittelmeerinsel Malta. Die sieben Party-Locations – Segelschiffe, Hotelpools oder eben der sandsteinbraune Palast – waren dabei genauso ausgefallen

DJ-Dreamteam: Amy-WinehouseEntdecker Mark Ronson (li.) und Hudson Mohawke

„ICH R ATE JEDEM: HAB KEINE ANGST, SCHR ÄG ZU SEIN. UND VERSUCH BLOSS NICHT, DEN PUBLIKUMS­G ESCHMACK ZU TREFFEN.“ 62


JUSTIN DE SOUZA (2), MATT EACHUS, DANIEL WATSON

Mentorin und ­ rotegé: Auch P House-DJ Julio Bashmore (re.) wurde von Mac entdeckt.

wie das Line-up selbst: Statt der üblichen Superstar-DJs wählte sie vor­wiegend ­Geheimtipps aus. Legenden wie GarageHouse-Erfinder DJ EZ oder Talente im Aufwind wie den Rapper Stormzy, dessen Single „Shut Up“ im Dezember 2015 Platz 8 der britischen Charts erreichte. Dazu gab es Elektronik-Stars wie Hudson Mohawke und Disclosure – zwei der unzähligen ­großen Namen, die der Siebenunddreißig­ jährigen ihre Karriere verdanken. Annie Mac ist ein Genie in einem ganz besonderen Bereich: Sie hat ein einzig­ artiges Talent für das Entdecken von ­Talenten. Und sie weiß, wie man Nobodys zu Stars macht. Beispiele gefällig? 2012 verhalf Mac einem jungen Sänger namens Sam Smith zu seinem ersten ­großen Auftritt, drei Jahre später gewann er vier Grammy Awards für sein Debüt­ album und einen Oscar für den JamesBond-Titelsong „Writing’s on the Wall“. Als sie das Elektronik-Bruderduo ­Disclosure in ihrer Sendung vorstellte und zum ersten Mal auf Club-Tour mitnahm, waren die zwei noch zu jung, um sich an der Bar ein Bier zu bestellen. 2012 landeten sie ihren Hit „Latch“, mit einer

Das Party-Boot legt ab, DJ Jackmaster begrüßt die Passagiere.

DJ Artwork tränkt das Festival-­ Wappentier: Pinkfarbene PlastikFlamingos sind omnipräsent.


„UM RICHTIGE ENTSCHEIDUNGEN ZU TREFFEN, BR AUCHST DU EINE VISION UND EIN TE AM, DEM DU VOLL VERTR AUST.“

halben Milliarde Aufrufe einer der am meisten gestreamten Songs überhaupt. Im Interview mit The Red Bulletin am Rande ihres Festivals erklärt die erfolgreichste Musik-Radiomacherin der Welt (ihre BBC-Show hören täglich 1,74 Millionen Menschen), was Talent ausmacht, wie man Talent erkennt und wie man schnell richtige Entscheidungen trifft. the red bulletin: Sie gelten als treffsicherster Scout der Musikwelt. Ver­ raten Sie uns: Wie erkennt man Talent? annie mac: Ich fürchte, meine Antwort wird Sie enttäuschen: mit dem richtigen Riecher, Erfahrung und Wissen. Aber nur Ihnen hören täglich beim Scouting im Radio beinahe zwei Millionen Menschen zu. Irgendwas müssen Sie besonders gut machen. Die wahre Arbeit passiert ja im Hintergrund: Mein dreiköpfiges Team und ich bekommen rund tausend Songs pro Woche zugeschickt, das sind digitale ­Musikberge, durch die wir uns arbeiten, für mich allein macht das hundert Songs pro Tag, aus denen wir sechs oder sieben auswählen. Das Wichtigste ist also, Entscheidungen schnell treffen zu können.

Und wenn du dabei oft genug richtig liegst, hast du Erfolg. Wie trifft man Entscheidungen richtig? Du musst genau wissen, wonach du suchst. Du brauchst eine Vision und eine klare Linie. Und ein Team, dem du voll vertraust. Das gilt übrigens in jedem Job. Ach ja, extrem wichtig: Vergiss deinen Stolz! Hab die Eier, Fehler einzugestehen. Wird ein Song gespielt, den Sie nicht mögen, Ihr Team aber schon? Klar, und das kommt gar nicht selten vor. Und wenn er beim Publikum ankommt, hab ich kein Problem, zu sagen: „Ich lag falsch, der Song ist großartig, ich hab’s nur nicht gleich geschnallt.“ In manchen Führungspositionen kostet solche Ehrlichkeit den Job. Was grundfalsch ist. Eine Fehlentscheidung einzugestehen ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil. Es macht dich glaubwürdig, genauso Zweifel. Fehler und Zweifel schaffen Vertrauen. Wohl aber nur, solange Fehler die Ausnahme der Regel bleiben. Wie trifft man mehr richtige und weniger falsche Entscheidungen? Du kannst die Trefferquote nur erhöhen, indem du Fehler machst. Über die letzten

Rapper Stormzy ist laut Macs Einschätzung der britische Superstar von morgen.

zehn Jahre hab ich hunderte Künstler gefördert – nur wenige davon konnten sich an der Spitze halten. Du kannst nicht immer aufs richtige Pferd setzen. Du musst akzeptieren, dass Fehlentscheidungen Teil des Erfolgs sind. In meinem Job zum Beispiel ist es essenziell, Experimente einzugehen, schräge Songs zu spielen, um ihr Potential zu erforschen: Könnte das ein neuer Trend werden? Wenn du das nicht machst, wenn du auf Sicherheit spielst, wirst du leicht austauschbar. Was braucht ein Track, um Annie Macs Interesse zu wecken? Er muss sich neu und anders anfühlen. Ich muss mir denken: So hab ich das noch nie gehört. Aber es gibt doch nicht 50 Songs pro Woche, die das Rad neu erfinden? Darum geht es gar nicht. Der eine Künstler verwendet eine Basslinie, die an Prince erinnert, der andere greift ein RollingStones-Gitarrenriff auf. Entscheidend ist es, diese Referenzen möglichst kreativ mit eigenen Ideen zu mixen. Ich rate jedem: Hab keine Angst, zu schräg und zu anders zu sein. Und versuche bloß nicht, den ­Publikumsgeschmack zu treffen. Können Sie das am Beispiel des Dance-


Pop-Duos Disclosure erklären? Gibt es eine Art Erkennungsmerkmal für innovative Persönlichkeiten? Das kann man nicht pauschal sagen, wie gerade der Fall von Disclosure ganz gut zeigt. Die zwei hatten deshalb Erfolg, weil sie in ihrem Feld keine Erfahrung hatten. Wie denn das? Sie waren klassische Pop-Songwriter, ohne Idee von elektronischer Tanzmusik. Sie näherten sich dem Genre unbedarft, mit frischen Ohren – und waren deshalb in der Lage, eine neue und andersartige Version von Dance-Pop-Musik zu erfinden. Mit so viel Erfolg, dass heute jeder zweite Pop-Hit in den Charts der DisclosureFormel folgt. Was kann ich daraus lernen? Ahnungslosigkeit als Erfolgsrezept? Nein. Das wäre dann doch zu einfach. Was ich gelernt habe, ist: Erfolgreiche Menschen sind deshalb erfolgreich, weil sie sich nicht auf ihrem Können ausruhen. Weil sie hungrig sind. Und weil sie ihre Skills und Erfahrungen in für sie neuen Gebieten austesten wollen. anniemacpresents.com lostandfoundfestival.com

Annie Mac: „Stormzy ist der erste Grime-Rapper, der je in Malta aufgetreten ist.“

Der älteste DJ am Festival ist auch der fidelste: David Rodigan, 64, ReggaeExperte

RED BULL TV: SEASON OF FESTIVALS Red Bull TV bringt die besten Musikspektakel des Sommers live zu dir ins Wohnzimmer. Der ­Online-Broadcast bietet neben Konzerten auch ausführliche Blicke hinter die Kulissen und Interviews mit den größten Stars der Festivals. Die nächsten Live-Übertragungen auf redbull.tv:

LOLLAPALOOZA 28. BIS 31. JULI mit Radiohead, Red Hot Chili Peppers, LCD Soundsystem u. a.

BESTIVAL 9. BIS 11. SEPTEMBER mit The Cure, Major Lazer, Hot Chip, Skepta u. a. JUSTIN DE SOUZA (2), MATT EACHUS, FRESH TO DEATH, LUKE DYSON

AUSTIN CITY LIMITS 30. SEPTEMBER BIS 2. OKTOBER, 7. BIS 9. OKTOBER mit Mumford & Sons, Kendrick Lamar, M83 u. a.

Mac über DJ EZ: „Er setzt den CDSpieler wie einen Drum-Computer ein. Genial!“

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See it. Get it. Do it.

AC T I O N !

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TRAVEL 70

GEAR 76

WHEELS 78

CULTURE 86 RANDALL KILNER

EVENTS

TRAVEL

AUF DEN SPUREN VON MAD MAX

Erfahre die echte „Fury Road“.

Das entlegenste Wüstenautorennen der Erde ist ein 370-Kilometer-Ritt in der rauen Landschaft einer abgelegenen Ecke Westaustraliens. Die einzige Teilnahmebedingung: Mut. Oder Wahnsinn. Oder beides.

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HOW TO 67


ACTION

TRAVEL Immer der ­Staubwolke nach: die Teilnehmer des „Gas Dash“

DOWN THUNDER Mehr Fahrspaß in Australien

Finke Desert Race

Der Urvater australischer Wüstenrennen ist ein zweitägiger, lebensgefährlicher Trip von Alice Springs zu einer abgelegenen Aborigines-Siedlung. finkedesertrace. com.au

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INSIDER-TIPP Vorsicht vor Auswaschungen, das sind riesige Spalten in der harten, trockenen Ebene. „Manche sind so groß, du könntest dein Auto drin verschwinden lassen“, sagt der Rennleiter. „Vergangenes Jahr wollte ein BuggyFahrer mit voller Wucht über einen Spalt springen, das hat ihn ein Rad gekostet. Sein Glück, dass es nur das Rad war.“

Carnarvon, Australien Perth Der nächste Gas Dash startet am 20. Oktober (bis 23.). Info: gasdash.com

Schimmer, wo ich überhaupt war. So ab­ geschieden ist das alles hier.“ Gewöhnlich kommen rund 60 Teilnehmer auf zwei und vier Rädern zum Gas Dash, Rekordteilnehmerzahl ist 170. Eine Qualifi­ kation gibt es nicht, Lizenzen erhält man vor Ort. Die Strecke ist beschildert, Navis sind also nicht nötig. Am wichtigsten ist, dass du es irgendwie ins Ziel schaffst. Das Motto des Rennens: „Winning is ­something. Finishing is everything.“ „Es gibt zwar ein Zeitlimit, berechnet aus einer Mindestgeschwindigkeit von 40 km/h. Aber normalerweise warten wir auf dich“, erklärt Kearney. „Nimm von mir aus auf einem gebrauchten BriefträgerFahrrad teil. Wir sind da nicht so.“ Allerdings sieht man keine rostigen Drahtesel am Start: Das Teilnehmerfeld ­besteht überwiegend aus Zwei- und Vier­ takter-Bikes sowie vierrädrigen Wüsten­ racern. Manche Buggys kosten bis zu 400.000 australische Dollar (ca. 260.000 Euro). Aber kein Equipment kann Achtsam­ keit und ­Erfahrung ersetzen. „Heftigster ­Abschnitt ist ein zwei Kilometer langer ­Anstieg voller scharfkantiger Schiefer­ brocken. Am Ende der Geraden wartet eine 90-Grad-Kurve. Wer die nicht kriegt, kracht 60 Höhenmeter den Berg runter. Beine, ­Rücken, Gesichter: Wir hatten hier schon jeden vorstellbaren Bruch. Aber in dem ­Moment, wo du voll­gepumpt mit Adrenalin über die unendliche Ebene fliegst, den Kopf ganz unten und die Faust in die Luft ge­ reckt, fühlst du dich einfach lebendig. Und du fühlst dich wie ein Held.“

Hattah Desert Race

Die Veranstalter versprechen Abenteuer auf der Boonoonar Road: „Benzingeruch in der Luft, roter Staub im Gesicht, ohren­ betäubender Lärm.“ northwestvicmcc.com. au/hattah

Henley-onTodd Regatta

Eine Regatta am Todd River in Alice Springs – aber der Fluss ist hier ausgetrocknet. Die Teilnehmer schleppen also in Familie-FeuersteinManier bodenlose Boote durchs trockene Flussbett ins Ziel. henleyontodd.com.au

THE RED BULLETIN

RANDALL KILNER, GETTY IMAGES

Das Outback hat einen speziellen Platz im Herzen der Australier. Eine gewaltige Einöde, flirrend heiß, menschenleer, ein Symbol grenzen­ loser Freiheit und eine Erinnerung daran, wie klein und hilflos wir Menschen sind. Die Sache mit der Hilflosigkeit wird allerdings nicht von allen Besuchern widerspruchslos akzeptiert. Manche kommen an Bord eines 850-PS-O≠road-Rennwagens und fegen mit 160 km/h über die endlose Flachland­ schaft: willkommen beim Gascoyne Dash, dem zweitägigen Aufeinandertreffen von Dune Buggys, Dirt Bikes und anderen abge­ fahrenen O≠road-Kalibern. Rennstrecke ist das Bett des Gascoyne ­River, an seinen 120 wasserführenden ­Tagen im Jahr eine Lebensader für Wildund Nutztiere. Aber an diesem OktoberWochenende fließt das Wasser wie meist unterirdisch. Gut 900 Kilometer sind es von hier zur nächsten ernsthaften Menschen­ ansammlung, der westaustralischen Haupt­ stadt Perth. Und so gut wie alles, was auf dem Weg dazwischen liegt, ist rote, tote Wüste. Für den „Gas Dash“ ist diese Abgeschie­ denheit ebenso Gefahr wie Faszination. „Es ist genau, was ich daran am meisten liebe: dieses total Abgelegene, dass du wirklich weit weg bist vom Rest der Welt“, schwärmt David Kearney, zehnfacher Teilnehmer und seit 2014 auch Leiter des Rennens. „Der Start am Morgen ist ein Aufbruch ins ­Nirgendwo. Bei meinen ersten fünf oder sechs Rennen hatte ich schon nach ein paar Minuten nicht mehr den leisesten


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Gas gegeben wird mittels Handsteuerung. „Den Rest erledigst du, indem du dich in die gewünsch­ te Richtung lehnst.“

„1000 PS sind nötig, um einen Menschen per Luftstrom zu heben. Unser Triebwerk wurde für ­Militärdrohnen und Raketen entwickelt. Ein ­Gyroskop bewegt die Ro­ toren und sorgt für Stabilität.“

Wie fliegt sich das Flyboard Air?

Das wasserbetriebene Flyboard schaffte 20 km/h Maximum, die g-Kräfte ­kitzelten dich gerade mal. Mit dem Flyboard Air ist das ganz anders. Da sind 70 km/h Spitze drin, und du kannst dich richtig in die Kurve legen. Das ­Gefühl ist ein wenig wie Snowboarden in der Luft, du drehst dich seitlich und belastest zum Lenken Zehen und Fersen. Am schwierigsten ist die ­Landung. Aber nicht so schwierig wie mit dem wasserbetriebenen Flyboard, weil ja das schwere Gerät unter dir für einen tiefen Schwerpunkt und damit Stabilität sorgt.

Top-Speed?

INNOVATION: KANONEN­ KUGEL 2.0

Dieser Mann und sein Fly­ board Air könnten unseren Traum vom Selberfliegen mit Jetpacks endlich wahr machen – dabei ist er nicht mal Wissenschaftler.

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MASTERMIND Franky Zapata, 37

2011 präsentierte der ­französische Jetski-Weltmeister sein Flyboard: ein per Wasserstrahl-Rückstoß angetriebenes Jetpack. Fünf Jahre später ist sein Traum, ohne Schlauch und Jetski-Düsen zu fliegen, tatsächlich wahr geworden. Im April brach er mit 2,25 Kilometern den Rekord für den längsten Hoverboard-Flug. zapata-racing.com

Bei guten Bedingungen wohl 150 km/h, aber ich fliege derzeit maximal 75, einfach weil ich das Ding noch nicht gut genug ­beherrsche. Theoretisch könnten wir auch 2000 Meter hoch steigen, aber wir belassen es derzeit

noch bei 27. Es ist aber vergleichsweise sicher: Bei ­anderen Jetpacks wie dem JB-9, dem Martin Jetpack oder dem NASA-Original bist du geliefert, wenn eine der beiden Turbinen ausfällt. Bei uns ist die Düse mittig angebracht – geht eine der vier Turbinen ­kaputt, fliegst du weiter.

Ist es nicht extrem gefährlich, Kerosin auf dem Rücken zu tragen?

Ich kann den Rucksack in weniger als einer Sekunde abstoßen. Es gibt keine Stromquelle in der Nähe, und falls der Behälter Feuer fängt, bleibt die Treibsto≠­ versorgung trotzdem 30 Sekunden aufrecht. Ich trage auch eine aufblas­ bare Rettungsweste. Das Flyboard Air wiegt nur 20 Kilo, es ist, glaube ich, das leichteste Fluggerät der Welt. Aber mit dem Gewicht schwimmen? ­Unmöglich, vergiss es.

Der Rekord für den längsten Hoverboard-Flug gehört dir. Und jetzt?

Wir wollen etwas machen, was die Welt in Staunen versetzt – vielleicht durch Wolken fegen wie Snowboarder durch Schnee. Und vielleicht haben wir ja in einem Jahr eine neue Sportart für eine neue ­Generation. Motorräder und Autos sind cool, aber sobald wir fliegen können, sind sie Geschichte. Ziel ist, mit den besten Ski­ fahrern und Snowboardern eine Liga mit zehn Superhelden zu gründen. Ich meine, das kriegen wir hin.

Wann können wir damit fliegen?

Für Wettkämpfe oder ­Probeflüge: in einem Jahr. Aber bis zur Marktreife werden Jahre vergehen, ­allein wegen der Zulassung. Es ist ja schon schwierig genug, eine Haftpflicht­ versicherung für das ­wasserbetriebene Flyboard abzuschließen. ­Dabei können wir mit dem Ding so viel Gutes tun, zum Beispiel die Verkehrssicherheit erhöhen oder auf verschiedene Arten ­Leben retten.

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HERI IRAWAN

„Der Rucksack ist ein Treib­ sto≠tank voll flugzeugtaug­ lichem Jet-A-1-­ Kerosin.“

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DIE TREIBENDE KRAFT Porsche Design 1919 Chronotimer

Im leichten und robusten Titangehäuse steckt ein Sellita-­ SW500‑Werk – ein moderner Klon des bewährten 7750.

Ferdinand Alexander Porsche, Enkel des Unternehmensgründers und Designer des Porsche 911, brach 1972 mit dem weltweit ersten ­schwarzen Chronometer sämtliche UhrmacherKonventionen. „Ich wollte eine Uhr, die zum Auto passt“, erklärte er. „Eine Uhr, die beim Ablesen nicht blendet, schwarz wie Tacho und Drehzahlmesser im 911.“ Die nächste Revolution mit der weltweit ersten Titan-Armbanduhr folgte 1980. F. A. Porsche verstarb 2012, aber sein Vermächtnis lebt in der Porsche Design Group ­weiter. ­Dieses Jahr erschien der 42-MillimeterChronograph, der einen Motorsport-Tachymeter mit dem funktionalen Design von F. A. kombiniert. Die Zahl 1919 erinnert an das Gründungsjahr der Kunstschule Bauhaus, der F. A. leidenschaftlich verbunden war. „Wenn man die Funktion einer Sache überdenkt, ergibt sich die Form meist von allein“, sagte er einmal. In diesem Fall ergab sich ein schwarzes Titangehäuse mit entspiegeltem Saphirglas, auch hier ist also ­Lesbarkeit das Thema. Die Uhr ist bis 100 Meter wasserdicht und damit hoffentlich so langlebig wie F. A.s revolutionäre Design-Sprache. porsche-design.com

AUF SIEG GEPOLT

Meisterliche Hommagen an den Motorsport

Baume & Mercier Capeland Shelby Cobra Legendary Drivers Limited Edition Vier Modelle sind berühmten Rennfahrern gewidmet, limitiert auf jeweils 15 Exemplare. Die Namen der Fahrer stehen auf der transparenten Rückseite, die Autonummern seitlich. baume-et-mercier.com

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IWC Ingenieur Chronograph Edition W 125

Chopard Mille Miglia 2016 XL Race Edition

Würdigt den Mercedes-Benz W 125 „­ Silberpfeil“, der den Motorsport in den 1930ern dominierte. Die 750er-Auflage besitzt ein 42-mm-Titangehäuse, ein versilbertes Zifferblatt und – als Hommage an das Lederlenkrad – ein schwarzes Kalbslederarmband. iwc.com

Seit 1988 sponsert Chopard das OldtimerRennen Mille Miglia und zelebriert es ­jedes Jahr mit einer neuen Uhr. Bei den 1000 Stück der aktuellen Auflage schützt ein 46-mm-Retro-Stahlgehäuse (bis zu 50 m wasserdicht) das Chronometer-­ zertifizierte Uhrwerk.  chopard.com

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JETZT ONLINE

MITSPIELEN!

Nascar-Fahrer Philipp Lietz, Ex-Formel‑1-­ Pilot Patrick Friesacher, die ehemalige Miss Austria Christine Reiler und Racing Rookie 2015 Marco Schöbel haben bereits ihre Zeiten für die Ford Performance Challenge vorgelegt, die Ende August am Red Bull Ring in Spielberg stattfindet. Auch die Ford PerformanceModelle warten schon auf ihren Einsatz: Der Ford Fiesta ST, der Ford Focus ST, der neue Ford Focus RS und der Ford Mustang sind wie geschaffen für die Rennpiste. Kein Wunder, stecken doch das Know-how und die Erfahrung des Ford Racing Teams und des RS-Teams

in der pfeilschnellen Modell-Familie. Wer also als einer von 50 Teilnehmern den Adrenalinkick dieser fantastischen vier Sportwagen im Match gegen die ­Zeiten der vier Promis im Driving Center des Red Bull Ring erleben will, sollte sich rasch beim Online-Spiel auf www.fordperformance.at qualifizieren. Auch abseits der Rennstrecke winkt ein Tag der Extraklasse, bei dem die Performance Car-Piloten und 30 weitere qualifizierte Teilnehmer in das actiongeladene Repertoire des Erlebnisparks eintauchen können: Vom Abenteuer auf dem 4WD Test Track, dem höchstgelegenen Areal

des Red Bull Ring, auf dem jeder SUV ans Limit geht, über Speed und Spaß in Viertakt-Karts am Go-Kart Track bis hin zu Führungen, bei denen du hinter die Kulissen des Motorsports blicken kannst. Bereit? Dann mach dich startklar! ORDENTLICH POWER UNTER DER HAUBE Ford Fiesta ST 1,6 l EcoBoost Motor mit 182 PS Ford Focus ST 2,0 l EcoBoost Motor mit 250 PS Ford Focus RS

2,3 l EcoBoost Motor mit 350 PS

Ford Mustang

5,0 l V8 GT-Version mit 422 PS oder 2,3 l EcoBoost Motor mit 317 PS

FORD PERFORMANCE CHALLENGE

Fotos: Ford

Sei dabei, wenn es am 27. August 2016 am Red Bull Ring in Spielberg heißt: „Start your engines“, und miss dich mit prominenten Fahrern. Qualifiziere dich beim Online-Spiel jetzt auf: www.fordperformance.at

www.ford .at


ACTION

WHEELS

SPORTLICHE GENE

MOTORMERCH Zubehör mit extra Drive

Porsche 718 Cayman: drei kleine Ziffern, eine große Nummer.

Die 718 ist seit dem legendären offenen Rennwagen in den 1950er und 60er ­Jahren eine besondere Nummer in der Geschichte von Porsche. Nun schmücken die drei markanten Ziffern die neue ­Generation des Cayman – was man als subtilen Hinweis auf dessen sportlichen Anspruch verstehen darf. Nicht ganz so subtil äußert sich in der Angelegenheit der neue Motor: Als ­Vierzylinder mit Turbolader ist er zwar ­kleiner als die Saug- und 6-Zylinder-­ Boxermotoren, die den Cayman seit der Markteinführung 2006 antreiben, aber er ist dabei alles andere als unterlegen: Die neuen Boxermotoren haben ihren größeren Vorgängern immerhin 25 PS voraus. Die Cayman-Einstiegsvariante kommt also nun mit einem 2-Liter-Vierzylinder mit 300 PS sowie 380 Nm Drehmoment. Der Cayman S holt 350 PS und 420 Nm Drehmoment aus 2,5 Litern Hubraum. Die kompakte Bauweise drückt zudem den Verbrauch um rund 1,5 Liter pro 100 Kilometer. Klang-Puristen haben viel Grund zur Freude: Der Turbolader verhilft dem Vierzylinder zu erfreulich kernigem Brummen und herrlich rauem Auspu≠Sound. Porsche hat sogar ein Audio-File davon auf die Website gestellt. porsche.com

Rolls-Royce packt’s ein Wem Louis Vuitton nicht reicht, der hat nun eine sechsteilige Rolls-Royce-Gepäckkollektion als Alterna­ tive. Klar: Die Taschen passen exakt in den Wraith-Kofferraum. rolls-roycemotorcars. com

Aston-MartinFlügel

Neuer Look: Ab Septem‑ ber glänzt der aufpolierte 718 Cayman ö≠entlich.

Aston mal anders? Diese maßgeschneiderten Badges wurden vom britischen Personalisierungsservice „Q by Aston Martin“ in Auftrag gegeben und vom renommierten Juwelier Vaughtons in Birmingham emailliert. astonmartin.com

EINSTEIGEN UND FESTHALTEN

Hier kommt der schnellste Golf GTI, den es je gab. Du bist scharf auf einen entschlossenen 2‑­Liter-Turbomotor aus dem VolkswagenKonzern, brauchst aber mehr Stauraum, als der Cayman bieten kann? Dann ist der neue Golf GTI Clubsport genau dein Auto – falls du einen in die Hände bekommst. Nur 400 Stück mit auf dem Armaturenbrett eingravierter Seriennummer werden davon gebaut. Der 310 PS starke Zweitürer wird wohl nicht nur der am schnellsten vergriffene Golf GTI aller Zeiten sein, er macht auch auf der Straße keine Gefangenen: Vor kurzem hat er mit 7:49,21 Minuten einen neuen FronttrieblerRekord auf der Nürburgring-Nordschleife ­aufgestellt. VW hat sogar die adaptive Fahr‑ werksregelung mit einem eigenen Set-up für die Nordschleife ausgestattet – für den Fall, dass du dein Sammlerstück gleich zerlegen willst. volkswagen.com

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Suzuki-Style Superdry beweist: J­ apanische Schriftzeichen machen Kleidung (aber nicht Tattoos!) cooler. Das weiß auch Suzuki: Die neue Heritage-Kollektion, in der sich T-Shirts im RacingStil finden, vereint japanische Tradition mit europäischem Design. suzuki-shop.co.uk

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Terra Mater Fotoworkshop

© Red Bull Content Pool

Je t z t buchen! Action-Fotografie am Red Bull Ring beim GT Masters Themenschwerpunkte des Workshops •  Vorbereitung, Technik und Gestaltung • Dynamik •  Shooting on Location

Ort Spielberg – Red Bull Ring Anmeldung bis 10. Juli 2016 unter terramatermagazin.com/society

Termin: 21. und 22. Juli 2016

Preis € 454,–; im Preis inbegriffen ist •  die Workshopgebühr •  1× Übernachtung (im EZ)

Dauer des Workshops Treffpunkt: Donnerstag, 21. Juli, 10 Uhr Abreise: Freitag, 22. Juli, ca. 13 Uhr

•  Verpflegung während der theoretischen ­Einführung (2-Gänge-Lunch + ­Nachmittagssnack) •  Ticket für das ADAC GT Masters am Freitag, 22. Juli 2016 Mit freundlicher Unterstützung von

Jetzt neu im Handel! GEN-MANIPULATION Wie eine neue Technik schon bald unser Leben verändern wird

Letzte Handg riffe: Carol Buckley packt bei der Fertigstellu ng der neuen Koppe ln auf der Tiger Tops Lodge kräfti g mit an.

Beginn einer großen Leidenschaft . Als Elefantenbaby Fluffy an Carol Buckley s Fenster vorbeilief, war es geschehen: Sie um sie kauft Tier seinem Besitzer e das um 25.000 Dollar ab, später zur Elefantewurde nexpertin.

Ner vös schw ingen die Elefanten ihre hin und her: Köpfe Sie spüren, dass etwas in der Luft liegt .

Im Hintergrund fallen schwere den. Im Elepha Ketten zu Bo­ nt Camp der Tiger Top Lodge kommen heute be­ zwölf Elefantenküh e ihre Freiheit geschenkt – im größten Geheg e, das Carol Buck­ ley je gebaut hat. Nervös schwin gen die Elefan ihre Köpfe hin ten und her. Sie spüren , dass etwas in der Luft liegt. Der Priester drückt jeder einzel­

ZUSATZFOTOS: WWW.CARO

unterdrücken Willen und jeglichen folgen in Demu t und Gedul Kommandos, d den um nicht von ihrem Pfleger zu werden.“ Hat bestraft ihr Gehege in Sauraha also nichts gebrac gar ht? „Doch“, sagt Buckley bestim „Einen Augen mt. blick Freiheit, jeden Tag. Viel als sie zuvor hatten mehr, .“

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TERRAMATERMAGA ZIN.COM

nen Elefantenkuh ein Tika auf den Rüssel – das Se­ genszeichen in Form einer Paste des Himalayama aus getrocknetem ssivs sich langsa Reis, Mehl und m aus dem Dun­ rotem Naturf kel schälen, drehen arbstoff. Auch Buckley, die Mahut die nepalesischen Carol den Nationalpark s und alle andere Soldaten, die einen roten Daum n bekom men vor enabdruck auf joggend ihre täglich Wilderern schützen sollen, die Stirn. e Morgenrund Unter tosend e. em Applaus Auch Carol Buckle durchschneid Buckley das Eröffn y ist bereits auf. et am Haupteingan ungsba nd und Sie steht macht das Gat­ ter auf. Befreit g der eben erst von ihren Ketten fertiggestellte Koppel und n beobachtet das , bleiben die fanten nach einigen Ele­ Verha fanten, die vor lten der Ele­ Metern verwir ihrer wichtigsten zelebrieren ihr rt stehen und eigenes Einwe Prüfun Nach ihrer ersten ihungsritual: ben mit ihren freien Nacht müssen g stehen. Sie gra­ Rüsseln im Sand der das umzäu sie nun wie­ und pudern damit nte Gelände verlass ihre Rücken ein. en, um im Fluss Plötzlich legen baden zu gehen sie los, schnal und mit ihren die Rüssel auf zen Mahuts Futter die Erde, quietsc holen. Wie es zu hen und tromp Buckley den ten, poltern Männern empfo e­ und rumoren, hat, stellen sich hlen kollern, grollen diese in einer schnur ren vergnü und Reihe auf und gt in langen aus der Distan rufen und tiefen Tönen z ihre Elefanten Der Boden bebt. . zu sich. Vorerst passier Carol Buckle t nichts. Es ist ys Hän­ de zittern, sie probe, an die eine Gedulds­ kämpft mit den sich beide Parteie Tränen. „Es ist so einfach n erst gewöh müssen. „Die nen “, murmelt sie, Mahut s wissen gar „und doch bedeutet nicht, wie viel Dominanz sie es so viel für gegenüber ihren diese Rie­ sen.“ Auch die Elefanten aus­ üben“, flüstert Mahuts könne Buckley. Und n sich jetzt ein Lächel tatsäch lich: Einer nach dem andere n nicht verkne n trotten die ifen und sind sichtlich Dickhäuter auf re Pfleger zu gerührt von dem ih­ – ohne Drohu Schau­ ngen, ohne Schläg spiel. Buckley ohne Druck. bedan kt sich e, Den Mahuts bei jedem ist einzelnen von die Erleichterung ihren Gesichtern ihnen für das in abzulesen. Carol entgegen­ gebrachte Vertra Buckley lächelt zufrieden. uen. Noch bevor Mission erfüllt die Morgensonn . den Himmel e erhellt und die Ausläufer

OM, DDP IMAGES

LE CORBUSIER Die Musterstadt des weltberühmten Architekten in Indien WILDER WESTEN Wieso Saguaro-Kakteen in Arizona Polizeischutz brauchen

Auf Tuchf ühlun g – so nahe kommen Elefan ten an den Zaun des Elephant Camp: „Es ist so einfac h. Und doch bedeutet es so viel für diese Riesen .“

Die ausgemergelte n Körper sind übersät von arm­ langen Narbe n, Bluterg

Tags darauf herrsc Prädikat: stark üssen und Abszes meisten von ihnen gefährdet. sen. Die ht nervöse Unruh Noch im 19. Jahrhun Nachm ittagsh haben X­Bein e in der dert itze des Elepha e, die ihnen das war der Asiatisc Gehen erschw he Elefant in nt Camp. Die eren – nur eine von insgesa mt ganz Südasie erste von vielen Folgen n verbreitet – fünf geplanten der Ketten, mit von China im Koppeln ist fertig. denen sie von Carol Buckle Osten Kindheit an leben y läuft hektisc Syrien im Westen. bis müssen. Eine h auf und ab, andere sind die elektrische Spann kommt das größte Heute um die wunden Füße ung in den Zaund die tonnenschwer Landtier in freier lebende – für rähten zu mes­ en sen Tiere Wildbah und Müll einzusamme der wichtigste n nur noch punktue teil. „Die Narbe Körper­ ln. Der Geruc ll vor: n an der Psyche Elefantendun Der Bestand beträgt h frischen gs des und Elefan ben gerade hingegen unsich der süßlich­beißen ten blei­ einmal 30.000 von wild wuche Exemplare. tbar“, sagt Carol de Duft Zum Vergleich: rnden Hanfp leiden unter posttra Buckley. „Sie Vor fünfzig flanzen vermis sich in einer Jahren waren umatischen Belastu chen es noch leichten Brise. gen, sind neurot ngsstörun­ 160.000. Die Ein Priester vollzie zusätzlich isch und depres eine religiöse 15.000 Elefante ht siv. Und wenn Zeremonie – depressiv sind, n, die als er opfert dem sie ist der Körpe Arbeitstiere gehalten istischen Elefan hindu­ r auch anfälli tengott Ganes Krank heiten werden, helfen ger für h Süßigkeiten – darum sind da Obst, entzün Gefangenschaft wenig: In und die meisten Elefan det Räucherstäbc in Gefangensch pflanzen sie ten hen sich nur sehr aft und pinkfa krank. verstreut rbene Hibiskusblüte “ schlecht fort. Für die Touris n. Dann segnet Boden vor dem ten ist dieses er Die Gründe für den Eingang des Leid leicht zu übersehen. Sie die Geheges sowie dramatische Dezimie sind in Saurah Schaltkasten des den a abgelenkt von rung Elektro nem farben frohen wirken vertraut zauns, ei­ in dem sich die : die Solarstrom gespei Spekta kel: rosaro schreitende Reduziefortmit ste Batter ie befi watte, Berge te Zucker­ des Lebensraums rung von Manda rinen ndet. und Erdnüssen, goldbraun frittier Abholzung von durch Regente Teigwaren wäldern, Konfl und überal l Saris, ikte Sonnenschirme Bauern und die mit und Selfie­Stick illegale Jagd s in allen Farb­ auf Bullen wegen schattierunge n von Absint hgrün Stoßzähne aus ihrer bis Zitronengelb Elfenbein. „Saura ha ist der . Inbegr iff der Hölle auf Erden Verglichen mit Elefanten“, sagt dem Asiafür Buckley. Hier tischen Elefante prallen zwei Welten n aufeinander: seinem Cousin geht es Während die in zumeist ahnun geradezu prächtigAfrika Touristen den gslosen : Vom Spaß ihres Leben Afrikanischen Elefanten s haben, quälen sich die frustri gibt es immerh erten Elefanten in noch an durch den Tag. die 500.000 Exempla leben in ständig „Sie re. er Angst,

LBUCKLEY.C

Verschwindet der Asiatische Elefan t?


ACTION

CULTURE SCHLUSS MIT LUSTIG

2016 ist es ziemlich gut, ziemlich böse zu sein.

FILM „Suicide Squad“

Da hatte es wohl ­jemand auf Spocks kompakte Smartwatch abgesehen.

FILM

MUTIG IN DIE NEUEN ZEITEN

„Star Trek“ feiert den 50er mit einem neuen Film. Karl Urban, der Dr. „Pille“ McCoy spielt, über die ewige Jugend einer Legende.

Wie hat „Star Trek“ fünf Jahrzehnte überlebt? Mit Spannung, Abenteuer, dem Geist des Originals und dem Sex-Appeal der neuen Filme. Vor allem aber mit einer Botschaft: Die Menschheit hat Krieg, Völkermord und Verfolgung hinter sich gelassen und erkundet gemeinsam den Weltraum. Eine ­extrem ermutigende Zukunftsvision, nicht? Die meisten Filme zeichnen ein etwas düstereres Bild von der Zukunft, so wie auch Sie im Sci-Fi-Streifen „Dredd“ … Ja, ich gebe schon zu, die Menschheit ist möglicherweise g­ erade näher dran an der Dystopie von „Dredd“ (mit Urban in der Hauptrolle, Anm.). Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Klar, als „Pille“ muss man immer Optimist bleiben. Welchen Anteil haben die vielen starken Charaktere am anhaltenden „Star Trek“-Erfolg? Ich bewundere, was dem großartigen DeForest Kelley dreißig Jahre lang als Pille gelungen ist. Ich möchte die Essenz davon behalten, aber dem Charakter auch meine eigene Note verpassen. Apropos eigene Note, Action-Regisseur Justin Lin ist jetzt neu an Bord. Was ist sein Kurs? Der frühere Regisseur J. J. Abrams hat die „Star Trek“-Welt in ­ihrer ganzen Unverwechselbarkeit erschaffen. Justin entwickelt sie weiter, auf der Basis seiner tiefen Liebe für „Star Trek“ und dessen Charaktere. Er durchschaut die Rollen, versteht die ­Komplexität des Stoffs und vertieft sie sogar. Klingt so, als wäre alles in guten Händen. Wo sehen Sie „Star Trek“ in fünfzig Jahren? Keine Ahnung, Mann, ich bin Schauspieler, kein Wahrsager! „Star Trek Beyond“ läuft ab 21. Juli im Kino. startrekmovie.com

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SCHÖNE NEUE WELTEN

Nach dem Hickhack zwischen Marvelund DC-Helden (in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und „The First Avenger: Civil War“) kommt jetzt „Suicide Squad“. Der Plot: Die Regierung heuert Schurken an, um die Drecks­ arbeit zu erledigen. Ab 19. August im Kino. suicidesquad.com

Filme, die nicht nur inhaltlich Neuland eroberten. „Star Trek Beyond“ (2016) Gut 20 Minuten des neuen Trekkie-Abenteuers wurden für das Panorama-Format „Barco Escape“ (drei Leinwände!) optimiert. Kinos mit dieser Technologie gibt’s derzeit nur in den USA, Mexiko und Belgien. „Der Zauberer von Oz“ (1939) Obwohl nicht der erste Farbfilm, verblüfften Dorothys Abenteuer die Zuschauer und markierten den Anfang vom Ende des Schwarzweißfilms. „Interstellar“ (2014) Regisseur Christopher Nolan ist Kino-Purist. Für die Promo zu seinem Weltraumtrip machte er aber eine Ausnahme: Fans konnten in der Virtual-RealityWelt von Oculus Rift an Bord des Schiffs fliegen, Schwerelosigkeit erfahren und selbst nachsehen, was sich hinter einem schwarzen Loch verbirgt.

TV Intrigen in der Glotze Die Staffel 6 von „Game of Thrones“ hinterlässt mehr als Blutspuren. Der Einfluss der Serie spiegelt sich auch im TV-Programm: „Vikings“ und „Black Sails“ greifen die Ästhetik vergangener Welten auf, BBCs „Peaky Blinders“ und Netflix’ „House of Cards“ Geschichten von ergaunerter Macht.

COMIC „The Dark Knight III: The Master Race“ 1986 belebte Frank Miller die Super­ helden-Welt mit seiner düsteren Batman-Interpretation im Comic „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“. Diese dritte Serie erinnert uns daran, warum ein finsterer Dark Knight so fesselnd ist.

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CULTURE

ACTION

KUNST IN KLEINEN DOSEN

DIETMAR KAINRATH

Dietmar Kainraths spitze Feder

RUDER-WELTMEISTERSCHAFTEN, ROTTERDAM (NED), 21. –  28.  AUGUST

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ACTION

CULTURE

PLAYLIST TY DOLLA $IGN

… 1, 2, 3 Dank Social Media verbreiten sich Tanztrends wie der Harlem Shake rasend schnell um die ganze Welt. Hier sind drei aktuell angesagte Moves.

Er gilt als Mega-Talent in Hip-Hop und R&B: Der kalifornische Sänger und Rapper Ty Dolla $ign, 31, schrieb mit Kanye West und Paul McCartney Rihannas Hit „FourFiveSeconds“, für sein 2015 erschienenes Debütalbum „Free TC“ gewann er Größen wie R. Kelly und Kendrick Lamar. Unter Kollegen wird das herausragende Musikgefühl des Sohns eines Funkmusikers bewundert, der schon als Kind Schlagzeug, Gitarre, Bass und Klavier zu spielen lernte. Mit Fifth Harmony ist er auf deren aktueller Top-10-Single „Work from Home“ zu ­hören. Hier nennt Ty fünf Songs, die ihn auf dem Weg zum Erfolg inspirierten.  dollasignworld.com

Slum Village

Prince

„Fall in Love“ (aus dem Album „Fantastic Vol. 2“)

„Diamonds & Pearls“

„Ich hörte das Detroiter Hip-HopTrio zum ersten Mal auf einem ­Regionalsender und war auf Anhieb fasziniert. Und ich fand heraus, dass der Produzent J Dilla auch an vielen meiner Lieblingstitel mit­ gearbeitet hatte. Seitdem bin ich sein größter Fan. (Dilla verstarb 2006 32-jährig; Anm.) Seine Beats sind erstaunlich. Ihr Timing ist nicht hundertprozentig perfekt, aber gerade das macht ihren Schwung und Bounce aus.“

„Die meisten Leute lieben die Hits von Prince aus den 80ern, aber für mich ist diese Ballade aus dem Jahr 1991 eines der schönsten Lieder, die je geschrieben wurden. Zugegeben, einige Drum-Elemente klingen ­heute überholt, aber der Gesang ist Wahnsinn. Und das Gitarrenspiel von Prince auf dem Track hat mich als Junge dazu gebracht, selber Gitarre zu spielen. Ich habe es mir hunderte Male angehört. So lange, bis ich es auch konnte.“

Jaco Pastorius

The Doors

„Portrait of Tracy“ (aus dem Album „Jaco Pastorius“)

„People Are Strange“

„Er ist der beste Bassgitarrist, der je gelebt hat – allein wegen dieses Bass-Solos. Der Sound ist unglaublich; du weißt gar nicht, welches ­Instrument du gerade hörst. Pastorius generiert sogenannte natürliche Flageo­letts, wobei er mit der linken Hand kaum die Saiten berührt und so zu diesen Obertönen und wahnsinnigen Akkorden kommt. Es ist enorm schwer zu spielen; ich habe es in meinen acht Jahren als Bassist nie geschafft.“

„Ich begri≠ Jim Morrisons Genie erst vor ein paar Jahren, als ich ­Oliver Stones Film über die Doors sah und gerade auf Pilzen war. Am nächsten Tag kaufte ich alle Alben der Band. Dieser Song ist mein ­Favorit. Morrison war ein sensationeller Poet und Performer. Er war die ganze Zeit betrunken und hatte Sex mit all den Frauen. Er war ein purer Rockstar, und ich ­bewundere seine ‚Ist mir alles scheißegal‘-Einstellung.“

Parliament  „Mothership Connection (Star Child)“ (aus dem Album „Mothership Connection“) „Weil ich in L. A. aufwuchs und schon immer ein Fan des West Coast Sound war, ist dieser Song für mich eine Art Bibel. Mit ihren abgefahrenen Funkhymnen verpassten Parliament den 70ern einen Soundtrack. Jede kalifornische HipHop-Ikone – von DJ Quik und Dr. Dre bis zu Youngstern wie DJ Mustard – wurde von ihnen geprägt. Außerdem ist Parliament-Frontmann George Clinton einer der tollsten Bandleader überhaupt.“

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BARBS

So geht’s: Wirf deinen Kopf nach hinten und wackle mit dem Körper. Ursprung: Der saudische Sänger Majed Al‑Esa trat diesen Trend mit dem gleichnamigen Song los. Trivia: Zwei emiratische ­Soldaten wurden verhaftet, nachdem sie ein Video ihrer Versuche gepostet hatten.

#RUNNINGMANCHALLENGE So geht’s: Lauf auf der Stelle, schwing deine Arme und schau ein wenig albern drein. Ursprung: ein Dance-Battle, das von einem Schüler aus New Jersey auf Instagram gepostet wurde. Trivia: Es muss zu „My Boo“ von Ghost Town DJ’s aus­ geführt werden.

DAS GADGET A

Dieses wabenförmige Gerät ist der fortschrittlichste Richtlautsprecher der Welt. Er beschallt deine Ohren vom anderen Ende des Zimmers, ohne andere zu stören. ­Vergleichbar mit Laserlicht, sendet er einen gebündelten Schallstrahl, der es ermöglicht, einen Bereich zielsicher anzuvisieren. akoustic-arts.com

THE DAB So geht’s: Beug deinen Arm, führ deinen Kopf zur Armbeuge, als ob du niesen müsstest, und heb dein Knie. Ursprung: der Song „Bitch Dab“ des Rap-Trios Migos aus Atlanta. Trivia: Manche behaupten, der Name rührt von einer Methode zum Schnupfen von Kokain her.

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ACTION

CULTURE

EIN LEBEN IN SPIELEN JEAN-FRANÇOIS DUGAS

DEN DREH RAUS Wie du dein Spielerlebnis mit einem Lenkrad ­verbesserst

„Deus Ex: Mankind Divided“ spielt mit der ­Vision technisch erweiterter Menschen. ­Executive Game Director Jean-François Dugas über Spiele, die bisher seine Zukunft prägten. DAS ERSTE SPIEL, AN DEM ICH ARBEITETE: „F1 RACING CHAMPIONSHIP“ Rennspiel, 1997, PC Ich fing im Sommer 1997 als Tester dieses Spiels an, bevor meine Arbeit als Designer für „Monaco Grand Prix“ auf N64 und PlayStation begann. Ich musste mich in sämtliche FIARegeln einlesen, was mühsam war, aber ich lernte auch die Grundlagen des Game-Designs.

MEIN AKTUELLES SPIEL: „DEUS EX: MANKIND DIVIDED“

Action RPG; 2016; PS4/Xbox One/PC Das ist der Nachfolger von „Deus Ex: Human Revolution“, das die gesellschaft­ lichen Folgen von Augmentationen (technischen Körpermodifikationen; Anm.) thematisierte; in „Mankind Divided“ werden augmentierte Bürger als Bedrohung gesehen. Kni≠lig: Kämpfst du, oder schleichst du dich durch? Hackst du Sicherheitssysteme, oder überredest du Menschen, dir zu helfen?

MEIN ERSTES SPIEL „PONG“

TOP-TIPP „Zögere nicht, mit deinen Augmentationen zu experimentieren. Hast du z. B. den ‚Pulsed Energy Projectile System (PEPS) Gun Arm‘, kannst du damit eine Granate auf den Gegner zurückwerfen.“

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Sport, 1972, Arcade Ich erinnere mich nur vage an die späten 1970er Jahre, aber ich habe noch genau vor Augen, wie ich mit meinem Vater stundenlang „Pac-Man“ auf Colecos Mini-Arcade-System gespielt habe. Das war mein erstes ­Koop-Erlebnis! Dann wurde ich auf „Phoenix“ auf dem Atari 2600 aufmerksam. Es war das schönste Spiel, das ich je ge­ sehen habe – diese großen ­Vögel haben mich fasziniert.

DAS SPIEL, DAS MICH INSPIRIERTE: „GABRIEL KNIGHT“ Abenteuer, 1993, PC Ich meine vor allem die ersten beiden Teile der Reihe. Es gab Abenteuer, Rätsel, faszinierende Charaktere und eine ausgereifte Handlung zur Weltgeschichte, etwa Voodoo oder die Abstammung Jesu Christi.

DAS SPIEL FÜR DIE EINSAME INSEL: „GTA V“

Open-World-Adventure, 2013, PS3/Xbox 360 Müsste ich einen Sporttitel wählen, wäre es „MLB The Show 16“, weil es Baseball so realistisch simuliert wie kein Spiel zuvor. Ansonsten fällt meine Wahl auf „GTA V“, weil in diesem unglaub­ lichen Sandbox-Spiel sogar nach dem Story-Finale noch ­Herausforderungen stecken.

Logitech G29 Driving Force Racing Wheel Spiele wie „Forza 6“ ­haben das Rennerlebnis realistischer denn je ­gemacht – hier ist eine würdige Schnittstelle: Pedale, Schaltwippen, auch mit 6-Gang-Schalthebelmodul erhältlich. logitech.com

CXC Simulations Motion Pro II ­Racing Simulator Das ist tatsächlich ein Rennsimulator mit mehr als 1000 Autos und realitätsgetreuen Strecken aus F1, NASCAR und WRC. Zum Preis eines günstigen Porsches ­gehört er dir. cxcsimulations.com

Saitek Heavy Equipment ­Control Set Kein Gaming-Lenkrad, sondern Controller für den „LandwirtschaftsSimulator 15“ (gibt’s wirklich). Es wurden vier Millionen Exemplare verkauft. Was sagt uns das?  saitek.com

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ACTION

CULTURE

„Ich habe dieselbe Aussicht wie ein PenthouseBesitzer. Nur ohne dafür bezahlen zu müssen!“ Oleg, Urban Explorer

„Urbex – Enter at Your Own Risk“: Oleg aus Russland, ziemlich ­freischwebend, über den Dächern von Abu Dhabi

RED BULL TV: JULI, AUGUST, SEPTEMBER

CHOOSE YOUR OWN ADVENTURE

Red Bull TV zeigt exklusive Dokumentarreihen, Filme und Live-Events.

URBEX START DER SERIE: AM  1. ­AUGUST Lust auf eine neue Sicht der Welt? Folge den Urban Explorers auf die Dächer und in den Untergrund der Metropolen dieser Welt – von Moskau bis Melbourne.

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RED BULL TV: HIGHLIGHTS

BESTIVAL MUSIC FESTIVAL

LIVE  9.  – 11. SEPTEMBER, 00:00 UHR The Cure, Bastille, Skepta und viele andere feiern auf der idyllischen Isle of Wight das Ende der Festival-Saison in England.

UCI MOUNTAIN BIKE WORLD CUP 2016

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL Red Bull TV ist ein innovativer Multi-Platform-Channel mit ­unterhaltsamem, inspirierendem Programm „beyond the ordinary“. Red Bull TV ist auf ­einer Vielzahl von Geräten ­jederzeit und überall zu sehen. Alle Infos: redbull.tv

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KEO FILMS, STEVE STILLS/RED BULL CONTENT POOL, BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, JOE GALL/RED BULL CONTENT POOL, JUSSI GRZNAR / RED BULL CONTENT POOL

LIVE  6. & 7. AUGUST, 20:30 UHR  LIVE  3. & 4. SEPTEMBER, 20:30 UHR Downhill- und Cross-Country-Mountainbiking auf allerhöchstem ­Niveau – live aus Kanada und Andorra.

LOLLAPALOOZA MUSIC FESTIVAL 25TH ANNIVERSARY

LIVE  28.  – 31. JULI, 21:00 UHR Das Lollapalooza feiert sein 25-jähriges Bestehen, du bist live dabei und genießt den feinen musikalischen Mix an Darbietungen von Lana Del Rey und den Red Hot Chili Peppers bis Major Lazer.

CRANKWORX

LIVE  20. & 21. AUGUST, 20:00 UHR Die weltbesten Slopestyle-Mountainbiker zeigen, was sie können: im Bikepark schlechthin in Whistler im kanadischen British Columbia.

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ACTION

EVENTS

Bergauf zur RemusKurve. Sie ist der langsamste Streckenteil am Red Bull Ring.

MOTOGP SPIELBERG

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Am 14. August ist es endlich wieder so weit: Die MotoGP, die Königsklasse des Motorradsports, kehrt nach Österreich zurück. Eine exklusive Vorschau von Doppelweltmeister Marc Márquez. Kurve für Kurve 1. Castrol Edge-Kurve: sehr später ­Bremspunkt, weil es bergauf geht. Die Schwierigkeit ist der Ausgang: Du musst viel Schwung mitnehmen. 2. Bergauf-Gerade: Vorsicht – das Bike neigt beim Beschleunigen zum Wheelie. 3. Remus-Kurve: Das Schwierigste ist das Anbremsen von 310 auf 60 km/h: Kurz vor der Rechtskurve ist ein leichter Linksknick mit Bodenwelle. Das verlangt viel Gefühl von dir. 4. Schönberg-Gerade: Am Anfang musst du den Wheelie kontrollieren, dann geht es bergab, und du hast ein wenig Zeit, das Bike für die nächste Kurve zu platzieren.

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ÜBERHOL-­ MÖGLICHKEITEN

3

5

Remus-Kurve 3 Castrol Edge-Kurve 1 Würth-Kurve 7

6 8 2

ZUSCHAUERPUNKTE Remus-Kurve 3 „Hier hat man den besten Überblick.“

7

5. Rauch-Kurve: die schwierigste Kurve des Kurses. Führt bergab, das stresst die Bremse. Im 1 Ausgang werden wir ewig lange Slides erleben. 6. Pirelli-Kurve: Man kommt mit einer kalten linken Reifenflanke an, darum kann man das Grip-Level nur erahnen. 7. Würth-Kurve: Sehr schön zu fahren und spannend, direkt im Ausgang kommt ­nämlich dieser leichte Rechtsknick. Du lässt das Bike bei Vollgas von einer Seite auf die andere fallen.

9

Red Bull Mobile-Kurve 9 „In der letzten Kurve geht es immer wild zu, und man bekommt die ­Geschwindigkeit mit.“

8. Rindt-Kurve: Sieht langsamer aus, als sie ist: Man hat mehr Platz, als es scheint, und kann voll attackieren. Hier macht der ­Fahrer den Unterschied. 9. Red Bull Mobile-Kurve: Hier gibt es zwei Möglichkeiten – innen reinstechen und den kurzen Weg wählen oder außen mehr Schwung mitnehmen. Entscheidend in der letzten Runde.

THE RED BULLETIN


SAVE THE DATE

DAS BIKE ALBERTO LESSMANN/RED BULL CONTENT POOL, JOSHUA PAUL/AP/PICTUREDESK.COM, FRIEDEMANN KIRN/TWO WORLD MEDIA

HRC Honda RC213V

MotoGPRennkalender 2016

„UNVERGLEICHLICH“

1 SOFTWARE Hier sitzt das Steuer­ gerät, das 2016 zum ersten Mal für alle Teams einheitlich ist.

Marc Márquez, 23, über die Tücken des Red Bull Ring.

„Der Red Bull Ring verspricht spannende Rennen in allen Klassen.“

2 LENKER Am linken Lenker­ stummel sitzen die Kontrollinstrumente für Traktion und ­Motormanagement. 3 MOTOR Leistet laut o∞ziellen Angaben: über 250 PS. Laut den Fahrern: ­immer zu viel. Fahr­ barkeit ist wichtiger. 4 REIFEN Michelin statt Bridge­ stone: Stellt 2016 für die Fahrer eine große Umstellung dar. 5 BREMSEN Bissige Carbon­ scheiben im Trocke­ nen, schwächere Stahlscheiben im ­Regen.

Mit welchen Strecken kann man den Red Bull Ring vergleichen? Eigentlich mit keiner. So viel Höhenunterschied wie hier haben wir auf keiner anderen Strecke. Bestenfalls einzelne Streckenabschnitte erinnern an andere MotoGP-Tracks: die ersten beiden an Austin, die beiden Linkskurven an Assen oder Jerez, die zwei letzten an Misano. Was muss ein Bike hier können? Du brauchst gute Balance, Wheelie-Kontrolle, exzellente Bremsen und ein Fahrwerk, das präzise einlenkt. Und mehr Boden­ freiheit als auf anderen Stre­cken. Ich würde sagen,

21. 8.

BRNO

Tschechische Republik

4. 9.

der Red Bull Ring bevorzugt oder benachteiligt keine der drei großen Marken H ­ onda, Yamaha und Ducati. Was ist das Befriedigende daran, hier zu fahren? Ehrlich gesagt: Wäre die ­Strecke flach, wäre sie lang­weilig. Erst das BergaufBergab macht sie interessant. Und weil sie so kurz ist, fährst du viele Runden und kommst näher ans Limit als auf langen Strecken. Das verspricht auch spannende Rennen in allen Klassen. Worauf kommt es hier ­taktisch an? Windschatten wird ein Thema. Nicht nur in den kleineren Klassen, auch in der MotoGP. Die Strategie für die letzte Kurve muss man sich schon Runden zuvor zurechtlegen. www.marcmarquez93.com

SILVERSTONE Großbritannien

11. 9.

MISANO San Marino

25. 9.

ARAGÓN Spanien

16. 10.

MOTEGI Japan

23. 10.

PHILLIP ISLAND Australien

30. 10.

SEPANG Malaysia

13. 11.

VALENCIA Spanien

motogp.com

2

Kategorien

1

Red Bull MotoGP Rookies Cup Das fliegende Klassenzimmer: Einheitsbikes von KTM, Teenager als Champs von morgen. Moto3 Einsteigerklasse, wird mit 250-ccm-Motoren gefahren. Hier kommen die Stars der Zukunft. 3

Moto2 600-ccm-Einheitsmotoren garantieren harte Kämpfe. Größtes Feld, wilde Action, über­ raschende Rennen.

4 5

THE RED BULLETIN

MotoGP Königsklasse. WerksPrototypen von Honda, Yamaha, Ducati, Aprilia und Suzuki mit 1000ccm-Motoren und Hightech in allen Details.

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ACTION

EVENTS SAVE THE DATE Weitere Pflichttermine in den nächsten Wochen

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Juli Generali Open Spitzentennis bei Österreichs bedeu­ tendstem SandplatzTennisturnier. Mit dabei in Kitzbühel: FrenchOpen-Halbfinalist ­Dominic Thiem und Titelver­teidiger Philipp Kohlschreiber (GER). 17.  – 23.  Juli, Kitzbühel

26.  – 31.  Juli Beachvolleyball Major Series Klagenfurt Das Mega-Event am Wörthersee ist das jährliche Highlight der FIVB Beachvolleyball World Tour. Über 10.000 Fans (Eintritt wie immer frei) verwandeln den Center Court in eine hochsommerlich brodelnde Partyzone. Die heimischen Hoffnungen ruhen besonders auf den Olympia-Teilnehmern Clemens Doppler/Alexander Horst. Für sie ist Klagenfurt der letzte Formtest vor dem am 6. August beginnenden Turnier in Rio.  swatchmajorseries.com

13. & 14. August Bike Night Flachau

27.  – 30.  Juli Ennstal Classic

Flachau

Gröbming, Steiermark

Die sechste Auflage des zwei­ stündigen Flutlicht-MountainbikeMarathons. Zuschauer freuen sich besonders bei den Anstiegen und Abfahrten des 4,5 Kilometer langen Rundkurses auf packende Positionsduelle. Weiteres Pro­ gramm: Bike-Expo, Familienfest, Après-Party.  flachau.com

Was 1993 überschaubar begann, ist mittler­ weile einer der großen Klassiker unter ­Europas Automobilveranstaltungen: Rund 100.000 Oldtimer-Fans kommen jährlich in die Steiermark, um die schönsten Fahr­ zeuge bis Baujahr 1972 in Aktion zu erleben. Ältester Oldtimer 2016: ein Sunbeam Super­ Sports mit 90 PS aus dem Jahr 1927. Wie jedes Jahr ist auch die Promidichte hoch. Tennislegende Thomas Muster kommt mit einem Porsche 356 A Speedster, Sänger Peter Kraus führt einen AC Ace aus. ennstal-classic.at

28.  – 31.  Juli Popfest Wien Rund 50 Gratis-Konzerte rund um den Karls­ platz bietet die wichtigste Werkschau der heimi­ schen Musikszene. Diesjährige Highlights: das aktuelle Gewinner-Trio des FM4-AmadeusAwards, Schmieds Puls (Bild), der durch­ geknallte Austro-Pop-Erneuerer Voodoo Jürgens und das House-Duo Austrian Apparel, das seine Synthesizer-Burg am 30. 7. auf der Red Bull Brandwagen Bühne aufbaut.  popfest.at

88

2015 zu Gast: US-Star Patrick Dempsey im Porsche 550 Spyder

22

Juli HipHop Open Austria Das größte Rap-Festival des Landes findet heuer erstmals in Wiesen statt. Für die wort­ gewaltige Beschallung sorgen Stars wie Begin­ ner, Sido und die US-­ Legenden De La Soul. 22. & 23. Juli, Wiesen

23

Juli Neil Young Von Altersmilde keine Spur: Auf „The Mon­ santo Years“, seinem 36. Album, wettert der 70-jährige Rockrebell gegen den US-Agrar­ konzern, mit seiner neuen Band stellt er das Meisterwerk erstmals in Österreich vor. 23. Juli, Burg Clam

THE RED BULLETIN

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ACTION

HOW TO

SO WIRST DU TEIL DES WOLFSRUDELS „Wir denken, dass wir Wölfen überlegen sind. Wir glauben, wir könnten einfach zu ihnen marschieren und ihre Anführer werden“, sagt Shaun Ellis, Gründer des Wolf and Dog R ­ esearch & Education Centre in Südwestengland. Aber: „Da liegen wir falsch. Sie haben ein ähnliches Sozialverhalten und die gleichen Grundgefühle wie wir: Treue, Angst, Sorge. Willst du mit diesen Tieren kommunizieren, musst du Teil ihrer Familie werden.“ Das tat Ellis konsequent: Er lebte zwei Jahre mit einem Wolfsrudel in Idaho, USA. Hier verrät er, wie er sich in der Gruppe ­Respekt verschaffte.  thewolfanddogeducationcentre.co.uk

1

Gewinn ihr Vertrauen

„Du musst eins wissen: Es k­ ommuniziert immer jener Körper­ teil ­eines Wolfes mit dir, der dir am nächsten ist. Die Körpersprache des Wolfes ist faszinierend, er kann mit Artgenossen auf der linken Seite ganz anders kommunizieren als mit denen rechts von ihm. Auch Ohren­ bewegungen sind wichtig. Wenn ein Wolf etwas beschützt, streckt er die Ohren flach wie Flügel drüber. Zum Beispiel sein Fressen. Mein Problem bei der Ernährung war: Ich konnte meine Ohren nicht bewegen.“

3

Vertrau dich ihnen an

„Eines Tages war ich auf dem Weg zum See. Das Beta-Männ­ chen stellte sich mir knurrend in den Weg. Er drängte mich in einen aus­ gehöhlten Baum, ich dachte: ‚Okay, das war’s jetzt. Er wartet nur noch, um mich mit dem Rudel zu erledigen.‘ Aber nach einer Stunde begann er schrill zu winseln. Voller Angst kroch ich raus. Er brachte mich zum See, wir tranken Seite an Seite. Er blickte einen Baum an, bei dem ein Kothaufen und, zwei Meter darüber, gewaltige Kratzspuren waren. Die Spuren eines

Bären auf der Jagd nach Futter. Das war eine wertvolle Lektion: Wölfe ­geben aufeinander acht und wissen, wann sie sich bewegen können und wann sie stillhalten müssen.“

4

Finde deine Aufgaben

5

Geh in die Wolfsschule

„Wölfe haben flache Hie­r­ archien. Jedes Tier wird für das ge­ schätzt, was es kann. Lass dir von ­ihnen eine Rolle zuweisen. Ich selbst wurde mit drei Aufgaben betraut: Ein­ mal gab ich ihnen Rückendeckung. Ein anderes Mal war ich Schlichter, Fachmann darin, sie zu besänftigen, damit sie das schon als Welpen ­lernen. Die größte Ehre war für mich, dabei zu helfen, einen Wurf Welpen aufzuziehen. An der Spitze stand ich jedoch nie, und ich fühlte mich dazu auch nie in der Lage.“

„In einem Winter fanden wir einfach keine Beute. Nach ein paar Wochen begann das tonangebende Weibchen, Schnee und Eis zu fressen. Wir taten es ihr gleich, weil wir wuss­ ten, dass sie uns etwas beibringen wollte. Am Tag danach konnten wir ein Tier fangen und fressen. Keine Ahnung, wieso wir diesmal erfolgreich waren. An einem kalten Morgen sah ich dann die Atemwolken der Wölfe, und es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Das Weibchen wusste: Mit dem Eis im Maul konnten die Beute­ tiere unseren Atem nicht sehen.“

MARK THOMAS

„Es klingt verrückt, aber bück dich zum Wolf runter und halte ihm deinen Hals hin. Die meisten glauben, wenn sich ein Wolf auf den Rücken rollt, unterwirft er sich einem über­ legenen Tier. Aber es ist Teil der Eti­ kette. Der andere Wolf greift den Hals mit den Zähnen, ohne zuzubeißen, und signalisiert damit: ‚Ja, du kannst mir vertrauen.‘ Einmal hat das BetaMännchen, der Herr über Disziplin in der Gruppe, mein Gesicht ins Maul genommen. Wölfe können mit einer Kraft von 100 Kilogramm pro Qua­ dratzentimeter zubeißen – doppelt so fest wie ein Schäferhund. Als ich dachte, mein Schädel wird zerkleinert, gab der Wolf meinen Kopf wieder frei. Er wusste genau, was er tat.“

2

Lern die Sprache

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THE RED BULLETIN


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© Eric Parker/Red Bull Content Pool

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

FORMEL-1-SPEKTAKEL IN WIEN DANIEL RICCIARDO BEGEISTERT BEIM SHOWRUN IN WIEN DIE MASSEN

„IT‘S THE THRILL OF THE CHASE.“


THE RED BULLETIN BIKE SPECIAL

CARBON- STATT IRONMAN Triathlon ohne Kompromisse: Der Clou des futuristischen Carbonrahmens steckt in der Front. „AeroVault“ beinhaltet Stauraum für Getränk, Ver­ pflegung und Werkzeug. Giant Trinity Advanced Pro 0 www.giant-bicycles.com

ROAD GÄB’S DAS FAHRRAD NICHT, MAN MÜSSTE ES ERFINDEN. VON RENNMASCHINE BIS STADT-KOMPAGNON, VON ENDURO BIS FATBIKE: NOCH MEHR GUTE GRÜNDE, SICH 2016 IN DEN SATTEL ZU SCHWINGEN. HIER DIE BESTEN:

BIKE WORLD THE RED BULLETIN

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RENN-FEILE

FETT FEDERN Frischer Zugang zur Federgabel für Fatbikes: Da die Reifen bereits viel schlucken, reichen sechs Zentimeter Federweg, technisch ­interessant mit Glasfiber-Blattfedern gelöst und zudem federleicht. Lauf Carbonara www.laufforks.com

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Schneller am Berg und schneller wieder im Ziel: Race Fullys wie das KTM Scarp 29 Prestige zielen auf maximale Nutzbarkeit unter allen Bedingungen bei gleichzeitig minimalem Gewicht. Carbonrahmen, Upsidedown-Federgabel und die SRAM-XX1-Schaltgruppe, die mit einem einzelnen vorderen Kettenblatt auskommt, drücken das Gewicht auf 9,8 Kilo. Die großen 29-ZollLaufräder rollen gut über ­Hindernisse und tragen ihren Teil dazu bei, den Schwung, den man sich mit Muskelkraft erarbeitet hat, durch die Gesetze der Physik zu erhalten. KTM Scarp 29 Prestige ktm-bikes.com THE RED BULLETIN


SIEGER-GERÄT Das Replica-Modell des vielfachen Enduro-­ Siegerbikes ist nicht nur brutal schnell, sondern begeistert auch durch einen vom Lenker aus sperr­baren Dämpfer, den superleichten ­Carbon-Rahmen und die aggressive Geometrie. Cube Stereo 160 C:68 www.cube.eu/uk

BESTE PROTEKTION Im Nacken tief nach unten gezogene Helme im Enduro-Style wie der Rex des italienischen Herstellers Kask sitzen nicht nur besser, sie ­sehen auch unbestritten besser aus. Kask Rex 3 kask.it

MOUNTAIN

DURCH DICK UND DÜNN OFFENER MUND Hygiene, Style und Qualität anstelle von ­schnödem Plastik: Sigg-Trinkflaschen bestehen aus Alu, halten ewig, nehmen keine Gerüche an, lecken selbst bei kohlensäurehaltigen Getränken nicht und sind dank der großen Öffnung super easy zu befüllen. Sigg WMB SIGGnature sigg.de

THE RED BULLETIN

All-Mountain-Bikes eignen sich ideal für lange Touren in hartem Gelände. YT, Senkrechtstarter aus Deutschland, liefert mit dem Je≠sy einen perfekten Begleiter für alle Bedingungen. Highlights: Carbon-Rahmen und -Felgen, Fox-Federelemente, 29 Zoll Laufradgröße. YT Je≠sy yt-industries.com

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CITY

LANGE HELL

SPEED KING

MAXIMAL REDUZIERT Schnell, pur, chic: Die italienische Traditionsschmiede Cinelli fügt bei ihrer Singlespeed-Rakete Gazzetta Stahlrohre formvollendet zu einem größeren Ganzen. Das ist kein umgebautes Bahnrad, diese Schönheit wurde gezielt für den Stadteinsatz konstruiert. Damit überholt man sogar Fahrradboten! Bici Cinelli Gazzetta www.cinelli.it

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Geschwindigkeit über alles, aber mit einem Rundum, das sich davon nicht beeindrucken lässt: Mit seinem 500-Watt-Motor in der Hinterradnabe gehört das Turbo S zu den Königen unter den E-Bikes. Der ­ultrastabile Alu-Rahmen, die komplette Shimano-XTAusstattung mit großen Bremsscheiben, der breite Lenker und stabile Lauf­ räder sorgen für Sicherheit in allen Lagen. Clever auch: Der formschön ins Unterrohr integrierte Akku (tiefer Schwerpunkt!) kann direkt am Bike oder, bei entriegeltem Schnellverschluss abgenommen, in der Wohnung oder im Café geladen werden. Specialized Turbo S specialized.com

Wenn die Ausfahrt wieder einmal ­länger dauert: taghelle 4000 Lumen, bis zu 36 Stunden Brenndauer, kabel­ loses Design, blitzschnell montierbar. Exposure Six Pack Mk6 ultimatesportsengineering.com

NACHHALTIG, MIT STIL Trikots, die nicht auf den ersten Blick „Radfahrer!“ schreien, gibt es mittler­ weile viele. Das bequem geschnittene Cafe Jersey von Chapeau zeichnet zu­ sätzlich sein Material aus: Es besteht zu zwei Dritteln aus Bambusfasern. Chapeau Cafe Jersey www.chapeau.cc


TITAN DER STRASSE Nichts fährt sich elastischer als dieses Metall: Carbon mag leichter sein, aber das Fahr­ verhalten eines gut gemachten Titanrahmens ist wegen der dämpfenden Eigenschaften des Edelmetalls unerreicht. Nur wenige Hersteller verstehen sich auf die Kunst der Verarbeitung, kaum einer kombiniert rohes Metall und Lack so geschickt wie Moots, die 1981 gegründete Kultmarke aus Steamboat Springs, Colorado. Moots 35th Vamoots RSL-LE www.moots.com

WET DAYS

HOT DAYS Geschneidert für jene Tage, an denen der Asphalt zu kleben scheint: Superleicht und knapp geschnitten, kühlt dieses Funktions­ trikot und hält gleichzeitig 90 % der UV-Strahlung ab.

Speziell für jene Ausflüge, die du dir eigentlich an­ ders vorgestellt hattest: ­atmungsaktiv und wasser­ dicht, dabei mit besonde­ rem Augenmerk auf einen dichten Halsabschluss und die Möglichkeit, diese Jacke auch während der Fahrt anzuziehen, ohne absteigen zu müssen. Dare2b AEP Chaser www.dare2b.com

Sportful R&D Ultralight Jersey www.sportful.com

ROAD

STRASSENFERRARI Colnago baut seit Jahrzehnten Rennräder der Extraklasse. Kaum jemand sonst hat das Carbon-­ Thema derart verinnerlicht wie die Edelschmiede aus Italien. Jedes „Rohr“ hat seine spezielle, im Windkanal und unter Belastung ausgetüftelte individuelle Form. An der Geometrie des Monocoque arbeiten Rennteams mit, die Ausstattung ist exquisit. Und dann gibt es noch die ganz besonderen Räder von Colnago: jene, die gemeinsam mit Ferrari ent­ stehen wie das V1-r. Streng ­limitiert, sind sie zum ­Fahren fast zu schade. Colnago V1-r Limited Edition www.colnago.com


MAKES YOU FLY

Schneemangel auf dem Mer-de-Glace-Gletscher: Für Freeski-Pro Giulia Monego kein Anlass zur Muße. Die Italienerin sammelte Bergerfahrungen anderer Natur: Mit Fotograf Alex Buisse seilte sie sich eine Gletscherspalte ab – um die eisige Spaltenwand zu beklettern. Buisse: „Das Foto gelang, kurz bevor Giulia oben war. In zehn ­Metern Tiefe hielt ich mich mit der linken Hand am Seil fest, mit der rechten drückte ich ab.“

Chamonix, Mer de Glace: Extrem-Skifahrerin Giulia Monego eisklettert aus einer 20 Meter tiefen Gletscherspalte an die Oberfläche.

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 9. AUGUST 2016. 98

THE RED BULLETIN

ALEX BUISSE

MER-DE-GLACE-GLETSCHER (FRA), 25. NOVEMBER 2012

„Die coolste Art, den Berg zu bezwingen: inside out!“


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