Bethanie Mattek-Sands / Oscar Pistorius / Jón Gnarr / Aaron Hadlow / Werner Franke / The Horrors
Das Magazin abseits des Alltäglichen
August 2011
Red Hot Chili Peppers
„Uns vereint eine unsichtbare Kraft“ Der Hölle entkommen
Die Helden des Erzbergs und ihre dreckigen Engel
DIE POP-RAKETE Nicki Minaj A larmstu fe Rot au f Planet Gaga
EUR 3,50
August 2011
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Bullhorn
Willkommen! Einer der Vorteile des Daseins als globales Magazin mit weit über vier Millionen monatlich erscheinenden Exemplaren in neun Ländern ist eine doch etwas privi legierte Direktheit im Zugang zu Menschen, die man in einer herkömmlichen journalistischen Karriere nur selten persönlich zu Gesicht bekommt. So finden sich in diesem Heft zwei Storys, die aus exklusiven Treffen von Weltstars mit The Red Bulletin entstanden: Sowohl die kultisch verehrten Allzeitgrößen Red Hot Chili Peppers als auch die ein paar Oktaven schriller agierende LadyGagaHerausforderin Nicki Minaj stellten sich den Fragen der Red BulletinReporter David Wild bzw. Nick Haramis. Die entsprechend Family Affair: Die Fotos hautnahen Storys beginnen auf den Seiten 54 bzw. 40. der Red Hot Chili Peppers schoss Clara Balzary, Tochter von Bassist Flea.
COVERBILD: JILL GREENBERG/CORBIS OUTLINE BILDER: JAMES DEVANEY/WIREIMAGE/GETTY IMAGES, ROSS GARRETT
Seine Mutter sagte zum kleinen Oscar Pistorius: „Dein Bruder zieht morgens seine Schuhe an und du diese Dinger“, womit sie die Prothesen ihres Sohnes meinte. Damit ist erstens der Zugang des Südafrikaners zum Thema Selbstmitleid geklärt, zweitens zum Thema Behinderung. „Ich bin nicht behindert“, sagt der beidseitig unterschenkelamputierte Sprinter, „ich habe nur unterhalb der Knie keine Beine.“ Die Laufbahn des außergewöhnlichen Athleten mit Interview mit einem außerder in jeder Hinsicht gewinnenden Persönlichkeit hat gewöhnlichen Sportler: die Phantasie einfallsreicher Journalisten in aller Welt Oscar Pistorius (li.) empfing beflügelt: als „schnellster Mann der Welt auf keinen Steve Smith (Red Bulletin). Beinen“ oder – wegen seiner 30.000 Dollar teuren speziellen CarbonProthesen – „Blade Runner“ wird er bezeichnet. Der südafrikanische Red BulletinRedakteur Steve Smith hat Pistorius in Pretoria getroffen und erzählt die packende Lebensgeschichte eines beeindruckenden Mannes. „Füße: Carbon, Wille: Stahl“, hat er sie genannt, Startschuss auf Seite 68. Die 24 Stunden von Le Mans dürfen als weitgehend bekannt vorausgesetzt werden. Ein wenig anders verhält es sich bei einer, hm, freien Interpretation des Grundgedankens hinter dem Motorsportklassiker: Bei den 24 Stunden von LeMons in Kershaw, South Carolina, stellen sich den Teilnehmern etwas elementarere Probleme in den Weg als der schnöde Kampf um Hundertstel sekunden, nämlich rostlecke Benzintanks, im Alter launenhaft gewordene Bremsen und stockender Biernachschub. Dass der LeMonsBewerb dennoch keinen Vergleich mit jenem von Le Mans zu scheuen braucht, zumal hinsichtlich der EntertainmentQualitäten, beschreibt die USamerikanische Red Bulletin Redakteurin Ann Donahue ab Seite 58: „Gentlemen, Start Your Engines?“, ja, mit Fragezeichen hintendran. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion
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DI E n EU E a pp ! l r E D bU l
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I N H A LT
DIE WELT VON RED BULL
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IM AUGUST
46 68 88 76 82
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BODY+ MIND
BILDER: WARNER MUSIC, RUTGER PAUW/RED BULL CONTENT POOL, JASON LAVERIS/FILMMAGIC, GRAHAM HUGHES/GETTY IMAGES SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL, BIEL ALINO/EFE/PICTUREDESK.COM, HORDUR SVEINSSON
MORE
Bullevard
Action
14 KURZMELDUNGEN Die App zum Angeben, ein Ziegelstein aus purem Gold und die Grande Dame der Hip-Hop-Fotografie im Interview.
30 DER EISMANN Eric Guth fotografiert Gletscherhöhlen. Hier sind seine beeindruckendsten Bilder.
17 B. MATTEK-SANDS’ KÖRPER Die schrillste Dame im Tenniszirkus zeigt uns ihre blauen Flecken. 18 BEIRUT IM INTERVIEW Wie Zach Condon alias „Beirut“ aus Sound-Fundstücken Indie-Rock macht. 22 EISHOCKEY IM SOMMER Die European Trophy bringt europäische Spitzenteams nach Österreich. 24 FORMELSAMMLUNG Zielsicher wie Robin Hood: eine Einführung in die Physik des Bogenschießens.
40 DIE POP-RAKETE Eine Frau mit Ecken und Kanten (und Kurven): ein Rendezvous mit Nicki Minaj. 46 DIE ERZ-ENGEL Warum Menschen aus ganz Europa beim Red Bull Hare Scramble Fahrer retten. 54 ROT-SCHARFES MYSTERIUM Neues Album, neuer Gitarrist: die Red Hot Chili Peppers im Exklusiv-Interview. 58 START YOUR ENGINES? Das etwas andere Auto…, äh, …rennen. Im Cockpit bei den 24 Hours of LeMons.
Standards
68 FÜSSE: CARBON, WILLE: STAHL Oscar Pistorius ist der schnellste Mann ohne Beine. Porträt eines Kämpfers.
06 KAINRATHS KALENDERBLATT 08 FOTOS DES MONATS 98 IMPRESSUM
76 ANSICHTEN EINES CLOWNS Zu Besuch bei Jón Gnarr, Komiker, Anarchist – und Reykjavíks Bürgermeister.
82 Auf und davon Zur Tomatenschlacht nach Spanien. 84 Die weltbesten Köche Das „Ikarus“-im-Hangar-7-Team. 85 Geschmack von Welt Die kapverdische Hühnersuppe. 86 Get the Gear Der Skydiver Chuck Berry (NZL) baut sogar sein Flugzeug selbst. 88 Workout Wie sich Kitesurf-Weltmeister Aaron Hadlow (GBR) fit hält. 90 The World’s Best Clubs Iberisches Flair am Schwarzen Meer: das „Ibiza“ in Odessa. 91 Take Five: The Horrors Was Englands Indie-Helden hören. 92 Top Spots Wichtige Termine weltweit. 96 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV. 98 Kolumne Lebenshilfe mit Christian Ankowitsch 5
K a i n r at h s K a l e n d e r b l at t
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bild: David Kaszlikowski
Marina Bay SandS Hotel, Singapur
HocH wie Nie
Was die Babylonier mit ihrem Turmbau begannen, übt seit Jahrtausenden eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Neuerdings haben Kletterer in Wolkenkratzern ihre Ersatzberge ausgemacht und nehmen sie begeistert in Angriff. Der erste „World Championship Tower Climb“ im Jahr 2010 ließ sieben 3-Mann-Teams auf das Marina Sands Hotel los, einen in Glas gehaltenen Kasinokomplex. Warum es auf den drei 55-stöckigen Türmen noch zu keiner Neuauflage der Meisterschaft kam? Vielleicht, weil die Kasinobetreiber befürchten, ein geschickter Klettermaxe könnte bei zu viel Trainingsgelegenheit auch die Sicherheitsbarrieren überwinden. Alle Highlights der Kletter-WM 2011 in Italien: 12. August, 16.15 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV
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K aM lo o p S , K anada
Holzweg
Red Bull Illume ist der weltgrößte Wettbewerb für Action- und Sportfotografie. Die besten 50 von 23.000 eingesandten Aufnahmen sind nun bis 31. August im Salzburger Hangar-7 ausgestellt. Eines stammt von Sterling Lorence: Der Kanadier hat es nahe der Stadt Kamloops in British Columbia aufgenommen, die bekannt ist – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge – als Siedlungsgebiet der Tk’emlups-Indianer, als Drehort für Wildwestfilme und für ihre Bären, die Tiere durchstreifen sogar ungeniert die Stadt, wenn sie hungrig sind. Auch gut, damit reduziert sich das Risiko für die einheimischen Biker wie Matt Hunter in den Wäldern ringsum. Speziell die Birkengehölze sind ein ideales Geläuf: die Stämme gesteckt als idealer Slalom. Und die Wurzelstöcke dazwischen sind ideale Schanzen, um ein wenig abzuheben, wie Hunter hier vorzeigt. www.redbullillume.com, www.hangar-7.com
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bild: sterling lorence/red bull illume
aMar i llo, te x a S
Park & Hide
Um Amerikas kultigster Automarke zu huldigen, steckte die Künstlertruppe „Ant Farm“ im Jahr 1974 nahe der Stadt Amarillo zehn Cadillacs mit der Nase voran in die texanische Erde. Der ungewöhnliche Parkplatz heißt seither „Cadillac Ranch“ und beflügelt anscheinend die Phantasie künstlerisch veranlagter Menschen. So packte etwa Bruce Springsteen, Rocklegende, ein Lied namens „Cadillac Ranch“ auf sein 1980er-Doppelalbum „The River“. Alejandro Caro, BMX-Künstler aus Kolumbien, kam während der Red Bull Ride & Seek-Tour im Juni an der Cadillac Ranch vorbei – und verewigte sich mit einem Graffito. Wie Sie an der Lackierung der Autos erkennen können, war er nicht der Erste mit dieser Idee. www.redbullusa.com
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bild: Justin Kosman/red bull content Pool
Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen
Halten Sie die Welt fest!
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Sie wollen spektakuläre Fotos schießen (1)? Oder zumindest mit tollen Fotos angeben (2)? Kein Problem, so geht’s: (1) Schicken Sie das Codewort „Red Bulletin“ in einer Mail an orders@zoom.at und holen Sie sich 15 Prozent Rabatt auf die Red Bull Illume Leica D-Lux 5. (2) Oder laden Sie die 250 besten Actionfotos der Welt als App auf Ihr iPad – und zwar von hier aus: www.redbullillume.com
DIE ZIELLINIE IST DER STAR Und zum hundertsten Geburtstag: ein Ziegel aus Gold. Mit hundert Jahren ist der Indianapolis Motor Speedway eine der ältesten Rennstrecken der USA, mit 300.000 Zuschauerplätzen das größte Sportstadion des Landes. Von den Pflastersteinen („bricks“), mit denen einst die gesamte Strecke ausgelegt war, blieb 1961 nur die ein Yard (0,91 m) breite Start-Ziel-Linie übrig. Daher auch der Name: Brickyard. Für die Helden des MotoGP, die erst seit 2008 in dieser Kathedrale des Motorsports fahren, sind es die einzigen Pflastersteine, die sie mit ihren Rennmaschinen je überqueren werden. Quasi als Ausgleich für die holprige Ziellinie wird dieser Tage das Infield völlig neu asphaltiert. Vorjahressieger Dani Pedrosa, WM-Leader Casey Stoner und Co werden also perfekte Bedingungen haben. Bling-Faktor: Zum hundertjährigen Jubiläum wurde ein brick durch einen Goldziegel ersetzt.
So war’s 2010: Dani Pedrosa überquert als Erster die berühmten Bricks.
www.indianapolismotorspeedway. com/redbullindianapolisgp/
BILDER DES MONATS
MOMENT MAL!
Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com
Unter den Einsendern der Fotos wird eine SUUNTO-Multifunktionsuhr im limitierten Red Bull X-Alps Design verlost. Auch zu bestellen unter: www.redbullxalps.com/suunto-watch
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Washington Heute in der Fußgängerzone:
eine gepflegte Runde Großstadtgolf mit Jungstar Rickie Fowler. Matt Roth, Red Bull Capital Drive
B U L L E VA R D
Achtung, fertig, los! Der Luftwiderstand der Frisur? Egal, wenn der Einsatz stimmt.
Cool Runnings: So läuft Jamaika Usain Bolt ist der schnellste Mann der Welt, Spitzengeschwindigkeit beim 100-Meter-Weltrekord: 43,5 km/h. Aber wie schnell sind seine Landsleute? Um das herauszufinden, testete die Red Bull Speed Trap die Laufgeschwindigkeit von Passanten in ganz Jamaika. Das Ergebnis: Wo Bolt herkommt, gibt’s noch genügend Talente. Etwa jener junge Mann namens Franklyn, der in Kingston aus dem Stand auf 32,4 km/h beschleunigte.
Jet-Set Drei Jets der Superlative bei der Airpower11 in Zeltweg.
Sophie Bramlys Blick auf die frühen Hip-Hop-Jahre.
BEDE BD-5J Länge: 3,88 m, Spannweite: 6,40 m: der Welt kleinster Jet, Junior der Flying Bulls.
1981 war die damals 21-jährige Französin eine der Ersten, die die junge Hip-Hop-Szene in New York dokumentierten. Africa Bambaataa, Crazy Legs und Kurtis Blow – Legenden, die Sophie Bramlys Freunde und Fotomotive waren. Ihre besten Aufnahmen zwischen 1981 und 1984 zeigt sie bis 2. September in der Pariser Galerie 12Mail.
MESSERSCHMITT ME 262 70 Jahre alt: erstes militärisches Düsenflugzeug, damals schnellster Flieger.
RAP PICS
Die Zulu-Partys in der Bronx waren ganz speziell. Jeder aus der Szene war dort, die Energie war unglaublich. Womit haben Sie geknipst? Meistens mit einer Nikon F und einer wasserdichten Pocket-Kamera. Ihr lustigster Shoot? Mit Fab Five Freddy hab ich eine Limo gemietet, und wir Wie sind Sie damals auf die sind wie die großen Macker Hip-Hop-Kultur gestoßen? Ich war auf einer Party und sah durch die Bronx gecruist. Er diese Typen, die sich auf ihren hatte sogar Zigarren besorgt. Hören Sie heute noch Rap? Köpfen und Ellbogen drehten. Ja. Ich bin aber nicht auf dem Was hat Sie auf visueller neuesten Stand. Die Classics Ebene begeistert? hör ich immer noch gern. Das Aussehen der Kids, was sie getan und gesagt haben, Mehr Bilder und das Buch zur Ausstellung: www.12mail.fr ihr Humor, ihr Optimismus.
F-16 „FIGHTING FALCON“ 4500 Exemplare seit 1978 gebaut, in 25 Luftwaffen im Einsatz: der Bestseller-Kampfjet.
de.redbulletin.com/speedtrap
Kids bei einer Zulu-Party in der Bronx. www.airpower11.at
DAS GEWINNERBILD
Tirana Wer sagt, Breakdance sei ein
US-Phänomen? Geht genauso in Albanien. Nika Kramer, Red Bull BC One All Stars
Madrid Das Trio mit den fliegenden Haaren
nennt sich „Microguagua“. Offensichtlich hatten die Herren Spaß. Jordi Anton, Red Bull Tour Bus
Rio de Janeiro Ein feiner Bewerb: Nimm
Spitzer, Bleistift und Papier und mach Musik damit. Danach: Siegesfeier! Jozzu, Red Bull Tum Tum Pa
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B U L L E VA R D
Experte Werner Franke über die Tatsachen hinter fünf populären Doping-Irrtümer.
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„Doping ist nur ein Spitzensport-Thema“
„Die Liste der verbotenen Mittel ist so lang, dass man als Hobbysportler ohnehin zwangsläufig gedopt ist“
„Eine Behauptung, so falsch wie nur möglich. Dopingmittel-Produzenten und -Händler könnten vom Spitzensport nicht leben – das große Geld wird im Breitensport verdient. Es gibt Lagerhallen voller Mittel in ganz Europa, florierende Produktionsstätten vor allem im Baltikum, in Osteuropa, in China, zum Teil mit professionellen Websites, Abbildungen und Beschreibungen der Mittel, zum weltweiten Versand bereit. Weltweit mit Ausnahme von Australien und Neuseeland, denn diese Länder führen wirklich ernsthafte Zollkontrollen durch. Es war also kein Zufall, dass man Sylvester Stallone ausgerechnet bei der Einreise nach Australien mit einem Koffer voller illegaler Präparate erwischt hat …“
„Eine reine Schutzbehauptung. In Österreich stellt das Labor in Seibersdorf sogar im Internet eine Übersicht zur Verfügung, mit allen Medikamenten, die auf der Dopingliste geführte Substanzen enthalten. Es ist nur eine Frage von Minuten, zu überprüfen, ob das Medikament, das man einnehmen muss, in Doping-Hinsicht unbedenklich ist oder nicht.“
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„Doping im Breitensport ist ein Bodybuilding-Thema“
Der Heidelberger Professor Werner Franke (geb. 1940) gilt als einer der profiliertesten Anti-Doping-Experten der Welt – von der systematischen Aufarbeitung der deutschen DopingVergangenheit in der DDR bis zu aktuellen Fällen wie dem des umstrittenen spanischen Arztes Eufemiano Fuentes. Der Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes erklärt, was hinter fünf verbreiteten Doping-Vorurteilen steckt. www.nada.at
Bukarest Zwei Spieler – ein Gedanke: „Dieser Ball geht sehr wahrscheinlich rein.“ Mihai Stetcu, Red Bull King of the Rock 16
„… und erwischt wird man eh nicht“
„In erster Linie ja, aber bei weitem nicht ausschließlich. Doping ist im Breitensport weit verbreitet. Zum Beispiel im Ausdauersport, groteskerweise speziell in den SeniorenAltersklassen. Es wurden sogar schon Senioren-Diskuswerfer und -Marathonläufer positiv getestet. Hobbysportler wissen mittlerweile nicht nur, wie man dopt, sondern auch, wie man Dopingvergehen verschleiert.“
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„Im Vergleich zum gesundheitlichen Risiko, das ein dopender Hobbysportler eingeht, ist das Risiko, erwischt zu werden, tatsächlich gering. Aber es werden immer mehr Kontrollen durchgeführt – nicht nur von den Sportverbänden. Vor allem kommt man ja als dopender Sportler auch mit dem Arzneimittelgesetz in Konflikt. Es genügt eine Razzia da oder dort, der Hinweis auf Herrn X oder Frau Y, und schon ist man auf dem Radar der verfolgenden Behörden.“
„Medien übertreiben die gesundheitlichen Folgen von Doping“
„Ganz im Gegenteil, die Folgen sind viel dramatischer als immer dargestellt. Doping zerstört die Gesundheit, Doping kann sogar töten. Ich halte Doping im Breitensport sogar für noch gefährlicher als im Spitzensport. Profisportler werden von korrupten Ärzten betreut, da wird unter medizinischer Aufsicht mit geringstmöglichen Dosierungen gearbeitet. Im Breitensport werden Mittel ohne medizinisches Know-how eingenommen, zum Teil in grotesk überhöhter Dosierung.“
Thalgau Der Event heißt „Weltmeisterschaft im Fallschirmzielspringen“. Für 2012 überlegt man eine Landung auf Bierdeckeln. Andreas Schaad
Klagenfurt Wenn’s für die Kreuzfahrt nicht
reicht: Hol die Dosen raus, bau dir ein Boot und hab Spaß. Philip Platzer, Red Bull Can Boat Race
BILD: THOMAS LOHNES/DDP/DAPD
„… VIEL DRAMATISCHER ALS IMMER DARGESTELLT“
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B U L L E VA R D
MEIN KÖRPER UND ICH
BETHANIE MATTEK-SANDS
Tennis, der „weiße Sport“? Nichts da: Die amerikanische „Killerbiene“ bringt als eine Art Lady Gaga der weiblichen Tennisszene jede Menge Farbe auf die Centre Courts.
NATU R PUR
Ich meide künstliche Aromastoffe und Zucker, esse nur natürliche Dinge und eiweißreiche Nahrung, um die Muskelregeneration zu unterstützen. Sollte ich doch einmal Lust auf Junk Food haben, muss ich zumindest alle Zutaten auf der Packung richtig aussprechen können. Schwach werde ich bei gutem Käse und Selchfleisch. Da ich aber so viel trainiere, muss ich mir über Fett keine ng, Gedanken machen. Außerdem hilft es bei der Erholu viele Sportler nehmen ohnehin nicht genug zu sich.
UNVERWECHS ELBAR
Mein Kleidungsstil war immer schon etwas, hm, eigenwillig. Ich liebe es aufzufallen! Und die meisten Fans mögen meinen Look auf dem Court, wie etwa ein Dress mit Tierfellmuster oder einen Cowboyhut. Vor einigen Jahren, bei meinem ersten Antreten in Wimbledon, spielte ich gegen Venus Williams in knielangen Stutzen. Meine diesjährige Neuerung sind „Eye Blacks“, wie man sie aus American Football kennt. Bei den French Open hatten sie die Form eines B – wie Bethanie. Gegen den Blendeffekt der Sonne helfen sie allerdings kaum, aber sie sehen gut – und anders! – aus.
TEXT: RUTH MORGAN. BILD: NIELS AHLMANN OLESEN
BIEN EN AUF DER BLUM ENW IESE
Tattoos sind eine Art Sucht – lässt du dir eines machen, willst du immer mehr. Meinen rechten Bizeps zieren Wasserlilien und andere Blumen – mein kleiner Zen-Garten. Auf meinem Unterarm trage ich einige Bienen, passend zum Spitznamen „Killer Bee“. Auf meinem Ringfinger steht der Name meines Mannes, als Alternative zum Ehering, den ich während eines Matchs nicht tragen kann. Als nächstes möchte ich ein Tattoo auf dem Bein. Ich habe bereits mit Lou Molloy gesprochen, jenem englischen Meistertätowierer, der den „Schutzengel“ auf David Beckhams Rücken gestochen hat. Meine Idee wäre ein Strumpfband mit einer Pistole am Oberschenkel – ganz sicher bin ich mir aber noch nicht.
HÄ ND
E HO CH Ich bin jetzt 26 und hatte schon einige Blessuren: verstauchte Knöchel, Seh nenentzündungen in beiden Knien, vor sechs Jah ren einen Knorpeleinriss im Schultergelenk meines Sch lagarms. Dieses Problem hat sich kontinuierlich ver schlimmert, bis ich meinen Arm nicht mehr über Kop fhöhe heben konnte. Meine Schme rzgrenze ist hoch – vor allem im Spiel –, aber wenn der Schmerz dein Spiel beeinflusst, ist es Zei t für eine Pause. Schonung und ein großartiger Physiother apeut brachten die Sache wieder in Ordnung, zum Glück.
SPI ELU NTE RBR ECH UNG
bin Ich spiele Tennis, seit ich fünf Jahre alt runte 2008 Jahr Im ! tung Belas me – eine enor : zog ich mich einer Operation an der Hüfte n linke dem auf ens Land igen ständ Infolge des linken Fuß nach dem Service war an meiner abder n, ande entst porn hens Knoc Hüfte ein n Turnier geschabt werden musste. Beim letzte Schmervor der Operation hatte ich so starke zen, dass mein Ehemann mich nach dem dem Match vom Platz tragen musste – trotz habe ich es bis ins Finale geschafft!
TIME-OUT Ich gönne mir regelmäßig Auszeiten. Manchmal fühle ich mich wie eine Achtzigjährige, aber nach einem Monat Pause bin ich wie neugeboren – ich starte meine Workouts und trainiere besser als zuvor. Mein Training ist, zugegeben, eigenwillig: Ich gehe nicht laufen und mache keine Kardio-Einheiten außer Tennis. Ich arbeite mit einem elektrischen Gerät namens Accelerated Recovery Performance, das gewisse Muskeln kontrahiert. Mein Training ist hauptsächlich isometrisch, wobei ich nur mit meinem Körpergewicht arbeite. Zum Beispiel: In hockender Position drücke ich den Rücken aufrecht gegen eine Wand. So verharre ich bis zu fünf Minuten. Wer jetzt denkt, das sei einfach, soll es mal probieren. Erleben Sie „B“ in Action auf: www.youtube.com/xperiahotshots
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b u l l e va r d
Musikalischer WeltenbuMMler
Beirut
Zach Condon ist der Alexander von Humboldt des Indie-Rock. Er bereist die Welt, schnappt Sounds auf und vermählt sie mit sanften Folk-Songs. Mit seinem neuen Album kehrt er schließlich heim.
Geburtsdatum/-ort 13. Februar 1986, Santa Fe, New Mexico, USA Wohnort Brooklyn, New York Erste Schritte Condon spielte als Teenager Trompete und zählt Jazz zu seinen Haupteinflüssen. Auf seinem ersten Album spielt er folglich neben Ukulele auch Flügelhorn und Trompete. Phänomen 2009 wurde in Brasilien ein landesweites Festival ausgerufen, bei dem Bands in verschiedenen Städten mit Cover versionen seiner Lieder auftraten: Beirutando. Condon selbst erfuhr erst übers Internet davon und war ebenso verblüfft wie begeistert.
Für seine Tour holt sich Condon (2. v. re.) fünf weitere Musiker ins Boot.
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2003 reist Zach Condon nach europa. ein Sommertrip, geplant als Spurensuche nach seinen russischen Großeltern, verschlägt den 17-jährigen US-Amerikaner nach Osteuropa. er ist berauscht von Atmosphäre, Märkten und Musik des balkans, entdeckt die Platten von Goran bregović und boban Marković. die einflüsse verarbeitet er unter dem Pseudonym beirut zu melancholischen Songs, vorwiegend mit balkan-bläsern, Ukulele und Ziehharmonika instrumentiert. „Gulak Orkestar“ wird eines der Alben des Jahres 2006. Auf seinem zweiten Album „The Flying Club Cup“ flirtet er mit dem französischen Chanson, auf „March of the Zapotec“ nimmt er sich mexikanische Folklore vor. Mit seiner neuen Platte „The rip Tide“ kehrt Condon nach Hause zurück. red bulletin: „The Rip Tide“ ist dein bisher sonnigstes, poppigstes Album. Dabei hast du die Songs im tiefsten Winter geschrieben … zach condon: Ja, komisch. ich schreibe traurige Stücke, wenn’s draußen schön ist. Und fröhliche, wenn mir der Schnee bis zum Hals steht. Wo hast du die Songs geschrieben? in einer kleinen Hütte nördlich von New York, sehr abgeschieden. in der Früh musste ich Holz hacken, um nachts heizen zu können. diese isolation war wichtig für mich. ich lebe mittlerweile in brooklyn, kann dort aber nicht wirklich arbeiten, man wird so leicht abgelenkt. Auf deinen bisherigen Alben stand
meist ein Erdteil thematisch im Vordergrund. Wo warst du diesmal? in Marokko. Sehr inspirierend. ich habe auch hunderte Platten alter marokkanischer Popmusik mitgebracht. Beirut macht derzeit Raï-Pop? Nein, gar nicht. Mit diesem Album wollte ich den echten beirut-Sound finden. Trotzdem hast du dir eine Beirut-Tradition bewahrt: Auch auf „The Rip Tide“ gibt’s einige Songs mit Städtenamen. Woher kommt dieser Spleen? Wenn du die Aufnahme-Software ProTools startest, musst du als erstes einen dateinamen für die Session wählen. Oft schaue ich einfach auf die Weltkarte, zeig drauf und nenne den Song dann zum beispiel „Nantes“. Oft benenne ich den Song später um, oft aber auch nicht. Städtenamen haben mich schon immer fasziniert, ihr Klang hat etwas Poetisches. So wie der deiner neuen Single „East Harlem“? den Song hab ich als Siebzehnjähriger geschrieben. damals war ich gerade nach New York gezogen und habe viel doowop und Motown-Soul gehört. ich hab den Text ein wenig umformuliert, aufgefrischt, um meinen eigenen New-YorkSong zu machen. „East Harlem“, „Santa Fe“ – die Städtenamen sind diesmal US-amerikanische. Bist du nach all deinen Reisen wieder zu Hause angekommen? Kann man so sagen, ja. Santa Fe ist ja auch meine Heimatstadt. ich glaube, mit dem neuen Album hab ich endlich mein musikalisches Zuhause gefunden.
„Ich schreibe traurige Stücke, wenn’s draußen schön ist. Und fröhliche, wenn mir der Schnee bis zum Hals steht.“
Beirut: „The Rip Tide“ (Pompeii Records) erscheint am 30. August.
Live-Dates und Videos auf: www.beirutband.com
TexT: FlOriAN ObKirCHer. bilder: KriSTiANNA SMiTH (2)
Name Zachary Condon
Die
Corsa oPC NürBurgriNg EDitioN
Von 100 auf 0 in unter 3 Sekunden. Der stärkste Corsa aller Zeiten. Mit Brembo Bremsen.
www.opel.at Kraftstoffverbrauch (l/100km) gesamt : 7,6 CO2-Emission (g/km) gesamt: 178
B U L L E VA R D
1946
2011
EINST UND JETZT
MAXI LAXI RENN-RUDERBOOTE
Stradivari Acil ullutpat, versus sim Tarnkappenbomber. quis aci bla aliquisit Zwischen nummy diesen beiden Meisterwerken aus der Schweizer Stämpfli am Zürichsee liegen 65 Jahre Bootsbau-Entwicklung nummy nosNobelwerft nulla consenim ad tem beziehungsweise – die auf 2000 Meter Renndistanz alles entscheiden. essecte consequat38 uteSekunden mod tatum quisit
Brasilianische Vel do odoloreet Zeder, ex eakanadische corper sit, Tanne corpercil ex etum ver bla autem Esche: dolore Drei modvermolor (Spruce) undsiheimische sis alit illaor sim zzritwurden eui tat, in veldiesem iure mod do schiedene Holzarten Einer commy nos augiatum doloborero od dolobor („Skiff“ genannt) verarbeitet. Je nach Einsusto con volore exer si. harte Esche zum satzgebiet an Bord – die Rud dolore vel ulput lam, wo quatem Beispiel da,eliquat, wo die Kraft ansetzt, die Aus20
legerbla inci montiert consequi sind ex etwa, essecte oder tatem bei den zzritSpaniriure tiodie ten, erostrud den Rumpf endion tragen. utemDanach irilit, quat. wurde Duiscil iquisl das Bootirit zehnfach wissis num lackiert. nos Nach aliquatin 110 Stunverilla conulla den Handarbeit conse dolore war das doloboreet Boot fertig: do doloborgemäß per iure delisi Reglement 8 Meter blandit lang, at. Bortisl nur 27 Zentimeter doloreet inissimund breit quam 14 zzrit bis 14,5 luptat, Kilogramm si blam irit schwer. ullamco Mit
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TEXT: ALEXANDER MACHECK
1946 GIATUT STÄMPFLI-EINER: ADIGNIT NULL HOLZ-SKIFF EA COR SEQUAT, SI
B U L L E VA R D
BILDER: KURT KEINRATH
2011 GIATUT STÄMPFLI-EINER: ADIGNIT NULL CARBON EA COR ST1 SEQUAT, SI Vorimprägniertes Vel do odoloreet exCarbongewebe, ea corper sit, corpercil bei 130 ex etum si bla autem dolore mod molor– Grad undver 6 bar gepresst, dreifach lackiert sis alit40illaor sim zzrit euiist tat,dieses vel iure mod do nach Arbeitsstunden Skiff commy nos augiatum doloborero od dolobor fertiggestellt und hat exakt dieselben Maße sustodasselbe con volore exer si. und Gewicht wie der Renn-Einer Rud dolore eliquat, vel ulput lam, quatem links aus dem Jahr 1946. Warum? Weil es
das Reglement inci bla consequi soexvorschreibt. essecte tatem Warum zzritdann iriure tio erostrud Carbon? Weil das endion Gewicht utembeim irilit,Bau quat. dorthin Duiscil iquisl gelegt werden irit wissis kann, num wo nos es gebraucht aliquatin verilla wird. conulla Mehr in conse die Mitte dolore etwa. doloboreet Das bringtdoStabilität doloborperder in iure Querachse delisi blandit und at. bessere Bortisl Gleiteigendoloreet inissim quam schaften durchs zzrit Wasser. luptat, siWeiterer blam iritVorteil: ullamco
Die Steifigkeit des nullamcommy nim Materials quiscip erüberträgt si tie facillupdie tat. Duisseq uipismolum illandiamet Kraft des Athleten direkter. Mit einemwiscinBoot cil utdiesem ip ex eliqui blaore faciliquat adipsum wie stellte der Neuseeländer Mahé zzriure do2009 conulputpat. Ut Rekord vel utpatetue Drysdale den neuen von moloboreet utauf. er Das sequisim vent niat aciduip 06:33,35 entspricht einem Schnitt isciliquat. Duis nitwww.staempfli-boats.ch alit alisisim ver si tat. Ut a von 18,3 km/h. 21
b u l l e va r d
„Jahrhunderttorschütze“ Mikael Granlund
Dritte Kraft
Das europäische Eishockey spannt seine Muskeln an und startet diesen August ein Turnier, wie es der Alte Kontinent in dieser Form noch nicht gesehen hat. Northern Division Djurgårdens IF, HC Slavia Praha, HC Sparta Praha, HIFK, Jokerit, Luleå HF. Eastern Division EC Red Bull Salzburg, Eisbären Berlin, Frölunda Indians, Färjestads BK, Tappara, TPS. Southern Division Adler Mannheim, HC Bílí Tygrˇi Liberec, HC CSOB Pojistovna Pardubice, HC Kometa Brno, HV71, Linköpings HC. Western Division HC Mountfield, HC Plzenˇ 1929, HC Slovan Bratislava, KalPa, Oulun Kärpät, Vienna Capitals.
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die NHl oder die russische eliteliga KHl mögen die bessere lobby haben, das beste Hockey der Welt wird trotzdem in europa gespielt. beweise? bitte sehr: bei der letzten WM, kaum vier Monate her, ging Gold an Finnland, Silber an Schweden und bronze an Tschechien. eine Momentaufnahme? Mitnichten. Nicht weniger als vier unterschiedliche länder haben in der letzten dekade WM-Gold geholt. Und wenn man die Kräfte nun auch auf Klubebene konzentrierte? Versuche eines gemeinsamen bewerbs auf höchster europäischer ebene verliefen lange Jahre harzig. im Vorjahr gelang mit der Verschmelzung von Nordic Trophy und red bulls Salute der durchbruch, spätestens in diesem Jahr hat das Kind ein Gesicht: 24 Teams aus den WM-Medaillenländern Finnland, Schweden und der Tschechischen republik, aus der Slowakei, Weltmeister 2002, sowie deutschland und Österreich teilen sich auf vier divisionen auf. das Finalturnier (jeweils für Sieger und Zweiten der division) steigt mit dem red bulls Salute im dezember; Spielorte sind Salzburg und Wien. Und was sind da für Klubs, was sind da für Spieler dabei, was dürfen wir für Partien erwarten! es ist vor allem die junge Garde, die europas Hockey stark macht. Mikael Granlund, das finnische Wunderkind, das bei der letzten WM gegen russland das „Jahr-
hunderttor“ (eine Million Hits auf YouTube) erzielte, spielt mit dem regierenden finnischen Meister iFK Helsinki gegen luleå mit dem österreichischen Supertalent Konstantin Komarek, 18. der auch erst 19-jährige Teemu Pulkkinen wird Jokerit Helsinki nach dieser Saison verlassen, um bei den alternden detroit red Wings leben in die bude zu bringen. ein paar Vorbilder gefällig? Wenn die Frölunda indians mit dem erst 18-jährigen Supertalent Johan Sundström auf TPS „Tepsi“ Turku treffen, dann spielen da die Heimatvereine von New-York-rangers-Stargoalie Henrik lundqvist auf der einen und den Koivubrüdern Saku und Mikko auf der anderen Seite. Pierre Pagé tritt mit seinen red bulls gegen den ersten Salzburger Meistermacher Hardy Nilsson an, inzwischen bei djurgårdens an der bande, um danach die neue Höhle der berliner eisbären zu besuchen, mit denen der sympathische Kanadier seinerseits zwei Meistertitel geholt hat. Alte Helden mischen sich unter die jungen Talente: Petr Nedveˇd gibt sich bei den liberec Tigers die ehre, mit 759 Punkten in 1053 NHl-Spielen eine legende. Ähnliches gilt für Sami Kapanen: 493 Punkte in 918 NHl-Partien, jetzt im dress von KalPa Kuopio. Geschichten und Qualität allüberall also. Wohin kann uns das führen? Salzburg-Headcoach Pierre Pagé, fünffacher Meister in europa und StanleyCup-Finalist in der NHl: „Auch wenn die european Trophy ein Vorbereitungsturnier ist: die Qualität ist enorm. durch den dezember-Termin wird das red bulls Salute zuätzlich aufgewertet. dieser neue bewerb ist eine riesige und sehr schöne Herausforderung für alle Teams.“ Am 11. August geht’s los. www.europeantrophy.com; www.redbullssalute.com
TexT: WerNer JeSSNer. bilder: GePA PiCTUreS/Felix roiTTNer, ToMi NATri
EuropEan Trophy
Und drin ist er: Die Eisbären Berlin gehen nach dem 5:3-Finalsieg gegen die Schweden von HV71 als Titelverteidiger in die heurige European Trophy.
© Paul Gilham/Getty Images
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FOTO
HANDY
COMPUTER
Der Pfeil eines Bogenschützen bewegt sich auf einer ballistischen, asymmetrischen Kurve gen Ziel. Über den Weg dorthin hat sich auch der berühmte Physiker Galileo Galilei seine Gedanken gemacht.
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FORMELSAMMLUNG
PFEILSCHNELL
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BILD: MAURITIUS IMAGES. ILLUSTRATION: MANDY FISCHER
Selbst für Virtuosen des Bogenschießens wie einen Robin Hood gilt die Physik.* Eine knifflige Frage: Sie stehen auf einem fünf Meter hohen Turm und lassen einmal einen Pfeil aus der bloßen Hand senkrecht nach unten fallen, einmal schießen Sie ihn horizontal mit dem Bogen ab. Welcher Pfeil fällt schneller zu Boden? Vor der Antwort ein Zeitsprung: 1605 entdeckt der berühmte Physiker Galileo Galilei eine Gesetzmäßigkeit, die heute als das Unabhängigkeitsprinzip bekannt ist. Man kann dieses so formulieren: Egal welche Horizontalgeschwindigkeit ein Objekt hat, in vertikaler Richtung fällt es in derselben Zeit immer gleich weit nach unten. Die Falltiefe s kann man (unter Vernachlässigung des Luftwiderstandes) mit der Gleichung s = (g/2) · t² berechnen. Dabei ist g die Fallbeschleunigung (etwa 10 m/s²) und t die Fallzeit in Sekunden. Setzt man für t 1 Sekunde ein, erhält man für die Falltiefe 5 Meter. Man kann in diesem Fall das Unabhängigkeitsprinzip so formulieren: Egal welche Horizontalgeschwindigkeit ein Objekt hat, in vertikaler Richtung fällt es in 1 Sekunde immer 5 Meter tief. Unser Pfeil wird also in beiden Fällen in 1 Sekunde auf den Boden fallen, der sich 5 Meter tiefer befindet. Das Unabhängigkeitsprinzip hat im Bogensport große Bedeutung. Bei Meisterschaften wird mit Sportbögen auf Scheiben geschossen, die bis zu 90 Meter entfernt sind. Diese Bögen erzeugen Abschussgeschwindigkeiten bis zu 360 km/h (100 m/s). Der Pfeil benötigte diesfalls 0,9 Sekunden bis ins Ziel. Setzt man diese Zeit in obige Gleichung ein, ergibt sich trotz des Höllentempos eine Falltiefe von rund vier Metern. Der Schütze muss also 4 Meter über die Scheibe halten, sonst bohrt sich der Pfeil vor der Scheibe in den Boden. (In Wirklichkeit ist die Situation komplizierter, weil der Pfeil während des Flugs gebremst wird und daher keine Flugparabel beschreibt, sondern eine ballistische, asymmetrische Kurve.) Unter welchem Winkel muss der Schütze nach oben abschießen? Zwischen dem Abschusswinkel α, der Flugweite x (90 m) und der Flughöhe y im Ziel ohne Berücksichtigung des Unabhängigkeitsprinzips (4 m) besteht der Zusammenhang tan α = ( y/x). Daraus folgt α = arctan ( y/x) = 2,5°. Das ist mit freiem Auge nicht auszumachen. Betrachtet man aber einen fliegenden Pfeil von hinten oder vorn, was die Flugbahn perspektivisch zusammenstaucht, ist die Flugparabel gut erkennbar. Das Unabhängigkeitsprinzip bringt auch Helden wie Robin Hood in Bedrängnis. Horizontale Schüsse, oft in Filmen zu sehen, sind Legende. Und weil Märchenschützen über kein modernes Hightech verfügen und ihre Pfeile somit langsamer sind, heißt es: noch viel, viel höher zielen. * Mag. DDr. Martin Apolin, 46, promovierter Physiker und Sportwissenschafter, arbeitet als AHS-Lehrer (Physik, Sportkunde) und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien und ist mehrfacher Buchautor. www.archery.org
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Briefe an die Redaktion. Danke für den guten Artikel über die Tourist Trophy auf der Isle of Man. Als alter Motorsportfan hätte ich mir gewünscht, dass Sie zwei legendäre deutsche Rennfahrer erwähnt hätten: Ewald Kluge (1909–1964), dessen größter Erfolg der Sieg in der 250er-Klasse bei der TT im Juni 1938 war – mit einem Vorsprung von 11 Minuten und 10 Sekunden auf den Zweitplatzierten –, und Georg „Schorsch“ Meier (1910–1999), der 1939 als erster Nicht-Brite die 500er-Klasse der SeniorTT gewann. Rudolf Stöger, Karlsruhe/D
KURZ & DENNOCH EINZIGARTIG
Von Blockgiganten und Bleifüßen: Hier sind die Sieger des Monats.
Super-Blocker: Der Brasilianer Alison Cerutti (3. v. re.) holte sich in Rom gemeinsam mit Partner Emanuel den WM-Titel im Beachvolle yball.
Wassermann: Dominik Hernler (AUT) setzte sich beim Red Bull Upstream Wakeboard-Contest in Bratislava gegen Konkurrenz aus sieben Nationen durch.
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Speed-Queen: Alysia Montaño ist Amerikas schnellste Frau über 800 Meter. Ihre Siegerzeit am ehrwürdigen Hayward Field in Oregon: 1:58,33 Minuten.
hied die Bleifuß: Sébastien Ogier (FRA) entsc ZweiRallye Akropolis in Griechenland für sich. n Loeb. ter: Vornamensvetter und Landsman
Zwei Anmerkungen zu Ihrer Island-Geschichte im Juli-Heft: Die Webadresse lautet www. extremeiceland.is. Und: Ich sah noch nie jemanden mit einem Snowmobile zum Geysir fahren, denn dieser befindet sich vielleicht 200 Meter neben der Asphaltstraße. Positiv finde ich, dass Sie für Bergtouren einen Bergführer empfehlen, denn obwohl der Eyjafjallajökull ein strapaziöser Fußmarsch ist, den man früher mit Stiefeln machte, kann er bei schlechter Sicht ein riskantes Abenteuer werden, zumindest ohne GPS-Gerät. Johann Dostal, per E-Mail Leserbriefe an The Red Bulletin richten Sie bitte per Fax an +43 (0)1 90221-28809, per E-Mail an leserbriefe@at.redbulletin.com oder per Post an Heinrich-CollinStraße 1, 1140 Wien. Leserreaktionen werden nur veröffentlicht, wenn sie Name, Adresse und Telefonnummer bzw. E-MailAdresse enthalten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor, wenn es Länge und Klarheit erfordern.
BILDER: GETTY IMAGES, GOLD AND GOOOSE PHOTOGRAPHY, PICTUREDESK, RICK LOHRE. ILLUSTRATION: DIETMAR KAINRATH
Ich freue mich am Anfang des Monats nicht nur auf mein Gehalt, sondern immer auch auf das neue Red Bulletin. Die tollen Berichte und Fotos lassen echtes Urlaubsfeeling bei mir aufkommen. Gabriel Lauchard, per E-Mail
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CITROËN BANK CITROËN Verbrauch: 6,0–8,3 l/100 km, kombiniert 5,2 l/100 km. COBANK -Emissionen: kombiniert 144 g/km. Symbolfoto * Auf 3 Jahre verlängerte Neuwagengarantie gemäß den Bedingungen der CITROËN Österreich 2 GmbH für EssentialDrive und 3 Jahre Unterdeckungsschutz bei Totalschaden gemäß den Bedingungen der PSA Insurance Ltd. Eigenleistung 20% vom Barzahlungspreis, Laufzeit 36 Monate, 10.000 km pro Jahr, Restwert garantiert, exkl. Bearbeitungs- und Rechtsgeschäftsgebühr. gültig für Privatkunden, Aktion der CITROËN Bank, Banque PSA Finance Niederlassung Österreich, gültig bis 31.10.2011. CITROËN BANK CITROËN BANK
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CRÉATIVE TECHNOLOGIE
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ZAHLEN DES MONATS
RUDER-WM
Was wird bei der Ruder-WM am meisten benötigt? Kraft, Ausdauer und vor allem viel Luft – denn die riesigen Athleten-Lungen wollen mit Sauerstoff gefüllt werden.
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Die Distanz bei Olympia- und WM-Ruderbewerben beträgt 2000 Meter. Die Rekordzeit erzielte der Achter der USA mit 5:19,85 Minuten bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 – Durchschnittsgeschwindigkeit: unglaubliche 22,5 km/h. Das ist schneller als die 20,4 km/h, die der Äthiopier Haile Gebrselassie bei seinem Marathon-Weltrekord (2:03:59 Stunden) lief. Und viel schneller, als César Cielho Filho (BRA) bei seinem 50-Meter-Freistil-Weltrekord (20:91 sek.) schwamm: Der Brasilianer kam auf einen Schnitt von 8,6 km/h.
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Bei der letztjährigen WM in Karapiro (NZL) dominierte erstmals das britische Team den Medaillenspiegel und holte 4-mal Gold, 4-mal Silber und 1-mal Bronze in den olympischen Bootsklassen. Der erfolgreichste Ruderer bei Weltmeisterschaften ist Daniele Gilardoni (ITA) mit zehn Gold- und einer Silbermedaille mit dem leichten Doppelvierer. Beste Dame ist Kathrin Boron (GER) mit 13 Medaillen – 8-mal Gold und 5-mal Silber im Doppelvierer und -zweier.
Sind Ruderer leistungsfähiger als Radfahrer? Sind Langstreckenläufer fitter als Sprinter? Eine Vergleichsmöglichkeit ist die Messung der Lungenkapazität – denn je größer das Lungenvolumen, desto besser können die Muskeln mit Sauerstoff versorgt werden. 2009 wurde beim britischen Ruderer Pete Reed eine Rekord-Lungenkapazität von 11,68 Litern gemessen – das Doppelte eines durchschnittlichen Mannes.
Bleder See
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Kathrin Boron Pete Reed
Chinesische Steuerfrau
Die Geschichte des Ruderns reicht zirka 3400 Jahre bis zur Herrschaft des ägyptischen Pharaos Amenophis II. zurück, der als eroberungsfreudiges Sport- und Ruder-Ass galt. Mitte des 18. Jahrhunderts waren es die Fährmänner auf der Londoner Themse, deren Ruderrennen die Menschen in Massen anzogen – hauptsächlich, um auf den Ausgang zu wetten. Heute kostet übrigens eine Ein-StoppFahrt mit dem Thames River Bus 408-mal so viel wie seinerzeit eine Flussüberfahrt mit den Londoner Fährmännern.
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Modell eines Boots: Ära Amenophis’ II.
Achter der USA
Ein Wettkampf-Ruderboot besteht aus dem Rumpf, Rollsitzen und Auslegern mit den Dollen, auf die am Boot die Riemen oder Skulls befestigt werden. Bei Zweier und Vierer mit Steuermann liegt dieser im Bug des Bootes. Beim Achter sitzt er im Heck. Laut internationalem Regulativ muss der Steuermann mindestens 55 Kilogramm auf die Waage bringen – andernfalls wird mit Gewichten nachgeholfen.
www.worldrowing.com
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TEXT: PAUL WILSON. BILDER: IMAGO (2), PA, GETTY, HERBERT SACHS/KEYSTONE PRESSEDIENST, JOSE FUSTE RAGA/MARITIUS IMAGES
Die 40. Ruder-Weltmeisterschaften (28. August bis 4. September) finden auf dem Bleder See in Slowenien statt – aufgrund der perfekten Bedingungen und der malerischen Umgebung ein beliebter Ort bei den Athleten. Ob die ausgepowerten Ruderer auf der 2000 Meter langen Strecke Gelegenheit haben werden, die prächtige Kulisse zu genießen, darf bezweifelt werden. Eher zu erwarten ist, dass der eine oder andere die Hilfe einer höheren Macht erbitten wird: Seit dem Jahr 1142 steht eine Marienkirche auf der kleinen Insel im See.
ST. PÖLTEN
18.-20. AUGUST ST. PÖLTEN
E Y E Y D A E B · T S IN A G A E IS R · N IA KASAB NATIONAL · THE TING TINGS THE KOOKS · INTERPOL · THE
KAISER CHIEFS · S HY RP MU CK KI OP DR · LD OR W HURTS · JIMMY EAT · THE KILLS O SC DI E TH AT C! NI PA · E TT LO AR ELBOW · GOOD CH ER · FRIENDLY FIRES
· STEREO MC‘S · FEED CLUESO & BAND · APOCALYPTICA · CRYSTAL FIGHTERS LE KE · A EK NN · CE OI CH K‘S · UB N TWO DOOR CINEMA CL · SIMPLE PLAN · MONO & NIKITAMA CLUB THE VACCINES · BOMBAY BICYCLE RA · THE VIEW · AMY DELUXE · YUCK · FRISKA VILJOR
ORCHEST EW · IRIE RÉVOLTÉS HADOUKEN · CARL BARAT · KAIZERS E HANDS · MONA · SCOTT MATTH
NDRED IN TH YER THE BEWITCHED HANDS · THE HU · YODELICE · JOCHEN DISTELME S ION NS MA I MIN · ON WO IE JAM LOS! · ...AND MANY MORE TO COME! ANNA CALVI · MY JERUSALEM · L · JAPANESE VOYEURS · FERTIG, TRO SOUND OF ARROWS · CLOUD CON
OOTS TR E E B Y D O LO B E TH · K A R -T A · E IZ BOYS NO · MOONBOOTICA
N DIGWEED SUBFOCUS LIVE · JOHAS ME E & STATUS LIVE · CHRIS LAKE · FEED
THE IAMX NOISE CABINET · CH
E SONIC CUBES · DUMME JUNGS TH · Y DA TO Y HE · T IGH KN RK MA · S E MUNIZ BUSY P · NERO · FREESTYLER KROOKED · TIM ANDERSON · JOYC DJ FRICTION · ILL.SKILLZ · CRAZY
SONIC · CAMO &
· POLA RIOT · NEONIX WRED · BODY & SOUL · DISASZT
Y MORE! & BEATS4EDUCATION · ...AND MAN
CKCHAIR ORANGE TIONAL AIRPORT · DE FRANCIS INTERNAB SHOTGUN · NEODISCO · SWEET SWEET MOON · SAWOFF
THE SADO-MASO GUITAR CLU
Tickets sind bei Musicticket (www.musicticket.at; Tel: 01/4051010), bei oeticket (www.oeticket.com; Tel: 01/96096) und in jeder Bank Austria (Ermäßigung für Ticketingkunden und MegaCard-Members) bzw. unter 01/24924 erhältlich.
plingg .com
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Der eisMann Von den Anden bis nach Alaska spürt Eric Guth Orte auf, die noch kein Mensch vor ihm gesehen hat. Und die wohl auch niemand nach ihm mehr zu Gesicht bekommen wird, denn Gletscherhöhlen sind flüchtige Kunstwerke, verborgen unter Tonnen von Eis. Text: Paul Wilson, Bilder: Eric Guth 30
a cUnteraargletscher, tion Schweiz, Juni 2010
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Eric Guth fotografierte seinen Kollegen Justin Gardiner in einer Hรถhle des Viedma-Gletschers in Patagonien, Februar 2010.
Oben: Viedma-Gletscher, Februar 2010 Unten: Eric Guth an der grĂśnlandischen KĂźste, Mai 2010 Rechts: Mendenhall-Gletscher, Juneau, Alaska, Juni 2006
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Eric Guth, Selbstporträt, Mendenhall-Gletscher, Juneau, Alaska, 2011
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Im Mendenhall-Gletscher, Juneau, Alaska, Juni 2006 Rechts: Justin Gardiner in einer Höhle des Glaciar Grande, Parque Nacional Los Glaciares, in der Nähe von El Chaltén, Argentinien, Februar 2010
„Es begann alles rein zufällig …“ Juni 2005. Eric Guth arbeitet als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff, das im Expeditionsstil vor Alaska unterwegs ist. Der damals 25-jährige Amerikaner liebt die eisige Szenerie und hat seine Kamera stets griffbereit um den Hals baumeln. Nach einer dieser Touren verbringt Guth eine Woche in Juneau, der Hauptstadt Alaskas, und hält nach Fotomotiven Ausschau. Die finden sich reichlich bei einem Ausflug zum nahe gelegenen Mendenhall-Gletscher. „Ich wusste damals noch nicht, dass unter Gletschern Hohlräume existieren“, erinnert sich Guth. Doch dann sah er einen Spalt im Eis, schlüpfte hindurch – und war hingerissen: „Überall war Wasser. Durch die Höhle floss ein Bach, und sein Rauschen füllte als Echo den Raum aus. Das Licht fiel nicht nur durch den Eingang, es schimmerte auch durch die Wände. Einfach prachtvoll.“ Seit diesem Erlebnis sind sechs Jahre vergangen, in denen Guth Gletscherhöhlen auf vier Kontinenten erforscht und dokumentiert hat. Die Fotos, die er dabei geschossen hat, sind einmalig: Es sind Aufnahmen von Orten, die vor Guth noch kein Mensch gesehen hat – und die nach ihm wohl keiner sehen kann, Schnappschüsse von Wundern der Natur, die ein Ablaufdatum haben. Der Grund ist, dass die Bewegung der Gletscher und ihr Abschmelzen diese Unterwelt permanent verändern. Guth ist wohl der Einzige, der sich so intensiv mit Gletscherhöhlen beschäftigt: „Es gibt da noch ein italienisches Team, das wissenschaftliche Experimente durchführt, aber ohne künstlerischen Anspruch.“ Ihm ist das recht: „Tief in mir drin sagt eine Stimme: Ich will nicht, dass andere Menschen sich in meinen Höhlen herumtreiben. Es ist eben schon etwas Spezielles, sie auf Film zu bannen.“
Dass Guth überhaupt fotografiert, verdankt er seiner Mutter: Sie vermachte ihm, noch während seiner Highschool-Zeit, ihre Fotoausrüstung, Nikon FE2 inklusive. Seine Liebe zur Naturfotografie weckte eine Reise in die High Sierras in Kalifornien, sein Faible für Eis entdeckte er nach seinem Studium der Umwelttechnik, als er 18 Monate in einem Hotel in den deutschen Alpen arbeitete. Es folgten Jobs auf Schiffen, die durch die Arktis, die Antarktis und vor Alaska kreuzten. Während dieser Reisen arbeitete sich Guth vom Schiffsjungen hinauf zum Fotoinstruktor für die Touristen und wurde en passant ein Experte für Aufnahmen unter schwierigen Verhältnissen: Inzwischen kann er drei Stunden in einer Gletscherhöhle arbeiten, ehe seine Hände zu klamm gefroren sind, um den Auslöser seiner aktuellen Nikon D700 zu betätigen. Sein Leben hat Guth längst so organisiert: Auf sechs Monate Arbeit folgt ein Monat Jagd nach Gletscherhöhlen. Weil entsprechendes Kartenmaterial fehlt, ist das Finden reine Glückssache, erzählt Guth. Andererseits konnte er in nahezu jedem Gletscher, den er bislang besuchte, zumindest eine Höhle finden. Der Viedma-Gletscher in Patagonien, in den letzten drei Jahren ein regelmäßiges Ziel, ist besonders ergiebig. Guth: „Ich habe gehört, dass es auch in Grönland eine Menge Höhlen geben soll.“ Hilfreich bei der Suche ist das Feedback von Geologen und von Menschen, die Artikel über Gletscherhöhlen schreiben und ihn kontaktieren. Guth: „Ich bin kein Experte und weiß zu wenig über Glaziologie, aber ich lerne dazu. Zu fotografleren und damit Kunst mit Wissenschaft zu kombinieren ist eine wunderbare Sache.“ www.ericguth.com
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Die
PoP Rakete
Sieben Hit-Singles gleichzeitig in den US-Charts, die bissigsten Lyrics des Hip-Hop und Kurven, Ăźber die sie nicht reden will: Shootingstar Nicki Minaj Ăźber Fakes, Teilzeitjobs und Lady Gaga. Text: Nick Haramis, Bilder: Jill Greenberg/Corbis Outline
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„als sie mich sahen, DRehten sie DuRch – sie schRien: ,oh, mein Gott, Das ist sie! ich muss sie beRühRen!‘“
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egel Nummer eins für ein Interview mit Nicki Minaj: Red nicht über ihren Arsch. Das wollt ich ohnehin nicht. Trotzdem nicke ich den Hinweis der PR-Frau der 26-jährigen Rapperin brav und irgendwie eingeschüchtert ab. Wir fahren soeben mit dem Aufzug in den 50. Stock des London Hotel in Midtown Manhattan. „Das geht nämlich ins Auge“, warnt die PR-Frau mich noch einmal, als wir uns der Suite von Minaj nähern. Neben der Tür liegen drei zerknitterte Take-Away-Tüten der Sea-Food-Kette „Red Lobster“. Festschmaus-Indizien. Vielleicht will Nicki ja deshalb nicht über ihre Proportionen reden. Eine Frage, die ich mir vor wenigen Minuten übrigens noch nicht gestellt hätte. So viel zu PR. Wir treten ein. Nicki weht durch eine Seitentür ins Zimmer. Sie trägt einen braunen Velours-Trainingsanzug und das vermutlich business-casual-mäßigste Haarteil, das sie besitzt: eine Schwarzer-Pony-Perücke. Statt ihrer Doritos-Orangen-Perücke, ihrer Technicolor-, ihrer Leopardenfellmuster-Perücke oder ihrer der Gravitation trotzenden, Marge-Simpson-inspirierten Rosa-Zuckerwatte-Perücke – um nur einige wenige Exponate ihrer endlosen Sammlung haarsträubender Zweitfrisuren zu nennen. Doch heute ist Sittsamkeit angesagt. Artig wie ein Kätzchen, Söckchen an den Füßen, sitzt Minaj auf der cremefarbenen Couch und umarmt das Kissen auf ihrem Schoß. Abgesehen von ihren Kurven (und ja, die sind spektakulär) ist an ihr nichts groß. Nicki Minaj ist klein. Überraschend. Würde man sich von einem Schüchterlein wie Reese Witherspoon erwarten. Aber doch nicht von einer Frau, die in „Roman’s Revenge“ von sich singt: „Bad bitch, I’m a cunt / And I’ll kick that hoe, punt / Forced trauma, blunt.“ Hammerharte Stutenbissigkeit: Minajs Ying zu Nickis GirlieYang, ihrem unschuldigen Lächeln oder ihrer Mädchen-vomLand-Ausdrucksweise. Zwei Seelen leben in der Brust dieser putzigen Frau mit dem sonnigen Gemüt, die heute Abend im Schlabberjogger vor uns sitzt. Minaj ist müde. Die selbsterklärte Harajuku-Barbie ist seit Monaten auf Tour, um ihr Platin-veredeltes Debütalbum „Pink Friday“ zu promoten. Wie letztens in London. „Überall waren Paparazzi. Und Teenager haben vor meinem Hotel kampiert“, sagt sie. So viele, dass die Sicherheitsleute des Dorchester Barrikaden aufstellen mussten, die all die „Barbs“ und „Ken
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Babs“ (so nennt Minaj ihre Fans) davon abhalten sollten, die Lobby zu stürmen. „Die haben dort stundenlang gewartet. Sie waren diszipliniert und total süß – aber als ich ankam, haben sie durchgedreht“, erinnert sich Nicki. „Sie brüllten so Dinge wie ‚Oh mein Gott, da ist sie! Ich muss sie berühren!‘.“ Ihr Aufstieg zum Superstar ist ein Präzedenzfall im Pop. Noch vor der Veröffentlichung von „Pink Friday“ wurde Minaj zur New Queen of Hip-Hop ausgerufen. Sie hatte sieben Hit-Singles zur gleichen Zeit in den US-Charts – Rekord für einen weiblichen MC. Eine Zeitlang fühlte es sich im Musikbusiness sogar so an, als ob einem Hit ohne Minajs verspielt-bissige Reime etwas fehlen würde. Deshalb wollte sie jeder – von Mariah Carey bis Usher, von Ludacris bis Christina Aguilera – als Gastsängerin engagieren. Minaj hat Humor. In Trey Songz’ Track „Bottoms Up“ schlüpft sie zum Beispiel in eines ihrer Alter Egos, einen Gay Boy namens „Roman Zolanski“. Mit einer rauen, tiefen Stimme rappt sie: „Yell fuck her / Then Imma [sic] go and get my Louisville Slugger.“ Bei anderen Stücken nimmt sie die Rolle von Romans Mutter an, „Martha Zolanski“, und verleiht ihr die Stimme einer älteren Britin. Ihre Figur „Rosa“ (ausgesprochen: Rrrrrosa) dagegen hat einen mehr als spanischen Akzent. Nicki lehnt sich zurück und rührt mit einem Sektquirl durch ihren Cocktail. „Jeder wollte eine Nicki-Minaj-Kollabo“, sagt sie, „weil ich in jeden Song etwas ganz Spezielles einarbeite.“ In der ersten Woche verkaufte „Pink Friday“ 375.000 Exemplare und schnellte auf Platz 2 der US-Charts, landete nur knapp hinter Kanye Wests aktuellem Album. Dieser wiederum hatte sie schon für seinen aktuellen Hit „Monster“ am Mikrofon verpflichtet. West meinte damals, Minaj sei die beeindruckendste wie furchterregendste Künstlerin der Gegenwart. Und jetzt gerade kommt sie von einer Tour zurück – im Vorprogramm einer anderen (obwohl: doch schon gereiften) Pop-Prinzessin: Britney Spears. Geboren wurde Nicki Minaj als Onika Tanya Maraj in Trinidad. Sie wuchs in einer Arbeitergegend in South Jamaica auf, im New Yorker Stadtteil Queens. Ihre Mutter lebt noch immer in Queens, in einem Haus, das ihr die Rapperin mit dem Geld ihrer ersten drei Mixtapes kaufte. Nicki pflegt engen Kontakt mit ihr. „Meine Mutter begreift nicht, wie erfolgreich ich bin“, sagt sie. „Ich tu mir auch sehr schwer, ihr das zu erklären. Sie kann nicht einmal Beyoncé und Alicia Keys auseinanderhalten. Aber egal, sie wollte ohnehin lieber darüber reden, dass wir bald einen Installateur rufen müssen.“ An sich spricht Nicki nicht gern über ihre Familie – und wenn, dann klingt das so: Siehst du deine Mutter regelmäßig? „Ja.“
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„ich Glaube an Gott, unD ich hatte anGst um meine Familie.“
Hat deine Mutter dich ins Rampenlicht gestoßen? „Nein.“ Das ging zwanzig Fragen lang so weiter. „Ich traue nur sehr wenigen Menschen“, sagte sie dann. „Vermutlich, weil ich von vielen Leuten enttäuscht wurde.“ Als Fünfjährige kam Nicki Minaj nach Amerika. Ihre Eltern waren bereits zwei Jahre davor in die USA emigriert, um hier eine Existenz aufzubauen. In dieser Zeit lebte Nicki bei ihren Großeltern in Trinidad. In den achtziger Jahren, damals grassierte eine Crack-Epidemie in den Vereinigten Staaten, rutschte ihr Vater in die Drogensucht. Er bestahl seine Familie, stieß Drohungen aus und wurde gewalttätig und zündete das gemeinsame Haus an, in dem sich seine Frau aufhielt. Zu ihrem Vater hat die Rapperin keinen Kontakt. Ihrer Mutter hingegen verdankt sie alles, sagt sie. Mit ihrer Hilfe wurde Minaj an der LaGuardia High School aufgenommen. Sie wollte in die Musikklasse, war am Tag der Aufnahmeprüfung jedoch heiser. Daher wurde Schauspiel ihr Hauptfach. Sie schloss im Jahr 2000 ab und schlug sich in der Folge mit zweitklassigen Teilzeitjobs durch. „Es war eine schlimme Zeit“, erinnert sie sich. „Es war eine verdammte Folter. Ich hasste meine Jobs. Jeden Feierabend warf ich mich in Schale und ging aus. Ich hoffte, dass ich jemanden treffen würde, der mir einen Plattenvertrag gibt. Nachts war ich Künstlerin, tagsüber Sklavin. Wenn ich zurückdenke an all die Leute, die mir damals das Leben zur Hölle gemacht haben, möchte ich ihnen ins Gesicht sagen: Schaut mal her, schaut mal, wo ich jetzt stehe!“
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Nicki war damals 22. Sie verlor einen Job nach dem anderen. „Ich wurde sicher zehnmal gefeuert“, sagt sie. „Ich hatte kein Geld, es gab niemanden, den ich hätte anrufen können. Ich war kurz davor, meiner Mutter zu sagen, dass ich keine Arbeit habe und dass ich bitte wieder bei ihr wohnen will.“ Aufgeben, die Musik Musik sein lassen? „Zwei Dinge haben mich angetrieben“, erzählt die Rapperin. „Ich glaube an Gott. Und ich hatte Angst, was aus meiner Familie wird, wenn ich es nicht schaffe“, sagt sie. „Ich dachte, ich probier’s noch ein allerletztes Mal.“ Ein Jahr später, 2009, kaufte Rap-Superstar Lil Wayne eine von Nickis DVDs bei einem Straßenhändler. Reiner Zufall. Kurz darauf nahm er Minaj bei seinem Label Cash Money unter Vertrag. Wayne ermutigte sie dazu, das Biest rauszulassen, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Typisch Wayne. Er selbst hatte davor acht Monate wegen illegalen Waffenbesitzes im RikersIsland-Gefängnis abgesessen und sich mit seiner großen, mit Diamantenzähnen gespickten Klappe dennoch an die Spitze der Charts gekämpft. Große Klappe, großes Theater. Nickis Fans lieben es. Nickis Kritiker werfen es ihr vor. Unfassbare Körpermaße, Gender-Klischees, Plastik statt Persönlichkeit – Spiel mit dem Barbie-Image versus Glaubwürdigkeit als Künstlerin. „Fake“-Alarm? „Natürlich spiele ich eine Rolle“, sagt sie. „Ich bin eine Entertainerin, und das ist, was Entertainer tun, dafür werden wir bezahlt. Nicht dafür, dass mich die Leute sehen, wie ich mich verschlafen, mit verklebten Augen aus dem Bett rolle und sage: ‚Schaut her, das ist echt!‘ Das Publikum zahlt für die Show.“ Ähnlich wie Lady Gaga wurde Minaj dafür kritisiert, dass sie ihr Image als Außenseiterin pflegt, um mehr Alben zu verkaufen. Dazu meint Minaj: „Wir beide versuchen, nicht diesem Ideal vom hübschen, braven Mädchen zu entsprechen. Ich sage: Es ist okay anders zu sein. Und vielleicht ist ja das, was für dich ‚anders‘ ist, für mich normal.“ Fake, Rolle, emotional? In der MTV-Doku „Nicki Minaj: My Time Now“ weinte sie, als sie auf ihre sterbende Großmutter angesprochen wurde. „Danach hatte ich Angst, ich hätte zu viel von mir hergezeigt“, erklärt sie. „Mir hat mal jemand gesagt, dass die Menschen die Fassade eines Popstars lieben und dass es nicht gut ist, eine reale Person zu sein. Aber dann haben mir viele Leute gesagt, dass sie meine Fans geworden sind, gerade weil sie mich in dem Film als echten Menschen gesehen haben. Ich weiß jetzt, dass ich mich nie an die Spielregeln halten werde. Wichtig ist nur eines: Geh auf die Bühne und spiel!“ Mit freundlicher Genehmigung von: BlackBook/bbook.com Mehr von Nicki Minaj gibt’s unter: www.mypinkfriday.com
NIE WAR ES EINFACHER EIN FAN ZU WERDEN …
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Die erzeNGeL
500 starteN, NeuN kommeN Durch, DazwischeN LieGt Die höLLe. Doch es Gibt meNscheN, Die hoLeN Dich Da raus. Text: Andreas Rottenschlager, Bilder: Jürgen Skarwan
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Was Sie hier sehen, ist ein mittelschwerer Stau vor Checkpoint Nummer fĂźnf beim Red Bull Hare Scramble-Enduro am Erzberg in der Steiermark. Die schlechte Nachricht: Es gibt zwanzig Checkpoints. Die gute: Die Zuseher zeigen aktiv Mitleid.
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wie maN richtiG hiLft? haNDschuhe aNLasseN, festes schuhwerk traGeN uND bitte Nicht iN Die speicheN GreifeN.
Die schöne Seite des ExtremEnduros: Wildfremde Menschen packen gemeinsam an. Als Lohn gibt’s oft nur ein ehrliches „Danke!“.
Credit
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urz vor dem achten Checkpoint ruft Fabio Bossini den Himmel zu Hilfe. Fabio hat seine KtM mitten im Steilhang abge würgt. Um weiterzufahren, fehlt dem Neunundzwanzigjährigen die Kraft. Fabio ist mit seinem weißen Kasten wagen von Norditalien an den steirischen erzberg gereist, um dort die Grenzen sei nes Körpers und seiner Maschine zu testen. er hat sich das red Bull Hare Scramble dafür ausgesucht – das härteste enduro rennen der Welt. Nun hängt er im Hang fest und stößt ein ver zweifeltes „Madonna!“ in seinen Sturzhelm. die heilige Mutter Gottes erscheint Fabio in Gestalt von erik tonesi, einem bärtigen Automechaniker aus Brescia. erik hat ein Kletterseil um seine Schulter geschlungen. Mit vorsichtigen Schritten tastet er sich zu Fabio hinunter. er reißt das Motorrad aus der Spurrille und knotet sein Seil an die Gabel der KtM. dann zieht er die Maschine zum Checkpoint hinauf, und Fabio darf weiterfahren: wieder ein Hoffnungsloser gerettet. Menschen wie erik stehen jedes Jahr an der Strecke des red Bull Hare Scramble. es sind Menschen, die anpacken, wenn die enduroFahrer die Kontrolle über ihre Maschine verlieren –oder zwischen basketballgroßen Felsbrocken stecken bleiben. der erzberg sortiert gnadenlos aus: Beim Prologrennen heizen zunächst 1500 Fahrer auf Schotterpisten in richtung Gipfel. die 500 Schnellsten qualifizieren sich für das red Bull Hare Scramble am Sonntag, ein 35Kilometerextremenduro an der Grenze des Machbaren. 2009 kamen von den 500 Star tern nur 21 ins Ziel, im vergangenen Jahr waren es 16. Vier Stunden haben die teilnehmer Zeit, um die insgesamt zwanzig Checkpoints am erzberg zu passieren. dann wird das rennen für beendet erklärt. der Sieger ist zu diesem Zeitpunkt längst im Ziel. Für den rest der Fahrer gilt: Jeder passierte Checkpoint ist eine trophäe, die man sich Meter für Meter erkämpfen musste. die Besonderheit dabei: Von den Check points eins bis vierzehn dürfen die Fahrer fremde Hilfe anneh men, so definiert es das reglement. Um wildfremde OffroadFreaks aus den Steilpassagen zu ziehen, reisen die Helfer aus ganz europa an. ihre Arbeit ist dreckig und nicht ungefährlich. ihr Lohn? Blasen an den Hän den, wenn alles gutgeht. Blaue Flecken oder Schlimmeres, wenn man nicht aufpasst. Klingt interessant. Warum tun Menschen so was? Wir packen unsere Handschuhe ein und suchen uns drei Streckenabschnitte, an denen es mit Sicherheit krachen wird. erzberg, ende Juni 2011, zehn Minuten vor dem Start: tad dy Błażusiak hat seine Mütze aufgesetzt und blickt richtung Gipfel, wo der Nebel als dicke Suppe über der Strecke hängt. der Pole hat die vergangenen vier Ausgaben des erzbergKlassi kers gewonnen. Wo für ihn der schwierigste Streckenteil liegt? taddy zeigt auf die Startlinie: „Von da“, sagt er, „bis zum Ziel.“ Selbst die topFahrer haben Schlaufen an ihre Motorräder gebunden, damit man die rettungsseile besser festbinden kann. Und für die Helfer haben erzbergVeteranen folgende tipps parat: Handschuhe anlassen, festes Schuhwerk tragen und bit te nicht in die Speichen greifen, wenn man Wert darauf legt, wieder mit zwei ganzen Händen nach Hause zu fahren. Um zwölf Uhr bricht die erste Welle von fünfzig Fahrern vom Fuß des erzbergs los. der erste HelferHotspot ist Checkpoint Nummer fünf. er heißt „devil’s Kitchen“, und es dauert keine 45 Minuten, bis die ersten Maschinen dort ineinanderkrachen. Wer durch „devil’s Kitchen“ will, muss einen 300 Meter lan gen Sandhang hochfahren, der beinahe senkrecht den erzberg
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Der Erzberg in der Steiermark ist unbarmherziger Austragungsort des härtesten Enduro-Rennens der Welt. 2011 standen 500 Fahrer am Start – neun davon kamen ins Ziel.
Lässt die Kraft nach, geht selbst gestandenen EnduroPiloten die Maschine durch. Dann heißt es ducken – auch für die Helfer.
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es kaNN seiN, Dass Dir eiNe ktm oDer eiNe suzuki im waLD um Die ohreN fLieGt.
hinaufführt. rund um den aufblasbaren Plastik bogen, der als Checkpoint fungiert, hat sich eine Menschentraube gebildet: Kinder, eltern und Groß eltern schauen zu, wie die Fahrer im Minutentakt heraufpreschen – oder kurz vorher in der manns hohen Furche stecken bleiben, die sich an der Kuppe des Hangs gebildet hat. in der Furche stößt ein kahlköpfiger Pole gerade die Startnummer 126 vom Motorrad, um dessen Maschine wieder in Gang zu bekommen. der öster reichische Fahrer ist völlig erschöpft und hat keinen Schimmer, was gerade mit ihm passiert. Als der Motor wieder läuft, hievt der Pole den Fahrer zurück auf den Sattel, und zwei weitere Helfer ziehen Num mer 126 durch den Checkpoint. der Pole, der ein ehemals weißes eishockeydress trägt, hat keine Lust auf lange Gespräche: „Jozef!“, schreit er, heiße er. „Aus Krakau!!“ und dann noch irgendwas von „enduroSpirit!!!“. dann reißt er den nächsten armen teufel durch den Plastikbogen. die Zuseher jubeln. Auch Helfer haben Fans. Zwei Meter neben Jozef tritt ein Mann mit roten Lausbubenbacken und in oranger KtMJacke gegen den Vorderreifen eines festgekeilten Motorrads. der Kerl scheint ein überaus aktiver Helfer zu sein: er knotet Seile aneinander, gibt Kommandos und zieht Motorräder eigenhändig nach oben. Außerdem hat er ein spezielles Helferritual entwickelt: Jeder von ihm gerettete Fahrer bekommt einen Klaps auf den rücken, dass es nur so schnalzt. dazu gibt’s ein breites Grinsen gratis dazu und die information „Checkpoint!“ ins Ohr gebrüllt – damit auch jeder weiß, dass er durch ist. der CheckpointMann heißt Jaap Kole und wohnt in Cothen bei Utrecht. im Zivilberuf dekoriert er Schaufenster. „Jaap, warum macht dir diese Arbeit Spaß?“ „Weil das hier das geilste rennen der Welt ist!“ „Warum das?“ 50
Dieser Mann raucht – vor Anstrengung. Helfer Dan Goodwin aus West Sussex ist der Held von Hintererzberg. Er sagt: „Ich habe für diesen Wahnsinn bezahlt.“
Checkpoint Nummer fünf heißt „Devil’s Kitchen“. Wer hier vorbeikommt, weiß, warum.
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„ich kann Angst in den Augen der Fahrer sehen. Zu helfen ist ein verdammt gutes Gefühl!“ Mittlerweile ist es 14.30 Uhr. Wenn Seriensieger taddy Błażusiak seine Form aus dem Vorjahr bewahren konnte, ist er jetzt bereits im Ziel. (er konnte.) Für die restlichen Fahrer beginnen nun die großen dramen, etwa am HelferHotspot Nummer zwei, einen halben Kilometer südöstlich von „devil’s Kitchen“. die Gegend heißt Hintererzberg, und der Streckenabschnitt ist ein Schlachtfeld: die Motorräder haben eine Schneise in ein bergiges Waldstück gefräst. der Korridor ist nur etwa hundert Meter lang, aber matschig und übersät mit Baumstümpfen und Sträuchern. die Fahrer werden nur noch einzeln hoch gelassen, weil beinahe jeder, der raufdonnert, zu Sturz kommt. Von unten starren Zuseher und wartende Fahrer gebannt auf das wilde Getümmel. in der Schneise selbst stehen keine Großmütter mehr: Hier arbeiten Hardcore Helfer. der Mutigste von ihnen heißt dan Goodwin. der elektroingenieur aus Crawley in West Sussex ist der Forrest Gump von Hintererzberg. Breite Stirn, durchtrainierter Körper: dan Goodwin packt das Seil mit bloßen Händen und rettet Mann für Mann aus dem Hang, genauso wie tom Hanks im Film seine Kamera den aus jenem Waldstück in Vietnam rettete. immer, wenn ein Motorradfahrer sein Glück versucht – und es ihn auf halbem Hang verlässt –, ist dan zur Stelle und zieht. dann geht er wieder in deckung, denn wenn die Hinterräder der Maschinen durchdrehen, fetzen sie jedes Mal eine Ladung dreckklumpen durch die Luft, die wie Paintballkugeln an den Leibern der Helfer zerplatzen. drei Anläufe brauchen wir, um dan zu einem kurzen Gespräch zu überreden. 52
maN hört eiN kerNiGes „DaNke, burscheN!“ oDer eiN schüchterNes „thaNk you!“ Durchs Visier – es ist eiN GrossartiGes GefühL.
Manche ErzbergHelfer werken mit bloßen Händen am Zugseil. Zusätzlich zu den schönen Erinnerungen nehmen sie dafür auch ein paar Blasen mit nach Hause (siehe Bild unten).
Nach dem Rennen folgt die Wundbeschau. Ein kurzer Blick auf den Mittelfinger dieses Mannes reicht, um sicherzugehen: Hier hat jemand fleißig geholfen.
„dan, warum hilfst du?“ „ich bin letztes Jahr beim Hare Scramble mitgefahren und weiß genau, wie sich die Jungs fühlen. die sind jetzt richtig fertig. Aber wir lassen niemand zurück.“ „Bist du nur als Zuseher hier?“ „Nein, verdammt, ich bin den Prolog gefahren und hab’s nur knapp nicht ins rennen geschafft. ich habe für diesen Wahnsinn hier sogar bezahlt!“ es ist mittlerweile 15.30 Uhr. Motorräder fallen, Fahrer hocken im dreck. die Schinderei dauert noch eine halbe Stunde. Wir haben von dan gelernt, wie man die Schutzhaltung einnimmt, wenn dreckbrocken fliegen (Kopf wegdrehen, Arm vors Gesicht), und dass man immer die Fahrer im Auge behalten soll, die ge rade von unten heraufpreschen. Manche Piloten sind so ausgelaugt, dass die Maschine mit ihnen durchgeht. dann kann es sein, dass dir eine KtM, Suzuki oder Gas Gas um die Ohren fliegt. Was wir noch von dan gelernt haben: es wird Zeit, zu helfen. Letzte Station, Checkpoint sieben. ein sandiger Anstieg mit einer fiesen Sförmigen Spurrille am ende. Wenige Helfer, erschöpfte Fahrer. Wir ziehen unsere Handschuhe an, binden das Seil an die Maschine des Nächstbesten, der liegen geblieben ist – und ziehen! es fühlt sich großartig an. Niemand, der hier vorbeikommt, wird gewinnen, aber es ist schön, die verschiedenen Formen der dank barkeit zu beobachten: Mehrmals tönt ein kerniges „danke, Burschen!“ aus dem Visier. einmal ein schüch ternes „thank you!“. Vielleicht sind es diese Momente, welche die Helfer immer wieder hierhertreiben. Um 15.58 Uhr, zwei Minuten vor ende des rennens, hängt Startnummer 383 im Hang fest. Motiviert ist eigentlich niemand mehr, aber nach ein paar aufmun ternden Zurufen ziehen doch wieder alle am Seil, und Nummer 383 schleppt sich durch den Checkpoint. der Fahrer erzählt, dass er sich heuer nach drei Versuchen zum ersten Mal für das Hare Scramble qualifiziert hat. Nur neun Starter haben es 2011 bis ins Ziel geschafft. daniel röder, 27, aus Schwarzenberg im erzgebirge in Sachsen, kam immerhin bis Checkpoint sieben. Zwei Sätze bringt er noch raus, ehe er absteigt: „ich glaub, ich muss kotzen“, und: „danke fürs raufziehen.“ Mehr Action vom Erzberg – die Highlights vom Red Bull Hare Scramble 2011: 7. August, 16 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV
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Rot-schaRfes MysteRiuM
Auszeit-Ende! Die Red Hot Chili Peppers haben einen neuen Gitarristen, ein neues Album und einen heißen Draht zu einer unsichtbaren, geheimnisvollen Kraft. Das Interview. Text: David Wild, Bilder: Warner Music
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ie zählen zu den größten Bands des Rock ’n’ Roll-Zirkus. Zuletzt war es jedoch sehr, sehr still um die Red Hot Chili Peppers geworden. Schlagzeilen gab es nur, wenn die Gruppe etwas nicht tat – ihre Songs der Musical-TV-Serie „Glee“ zur Verfügung zu stellen, etwa. Entsprechend groß war die Aufregung, als die vier die internationale Presse nach Kalifornien einluden, um ihr neues Werk vorzustellen: „I’m with You“ ist die erste Platte der Peppers seit fünf Jahren, ein vierzehn Songs starkes, leidenschaftliches, inspiriertes Album. Vom Eröffnungstrack „The Monarchy of Roses“ bis zum Rausschmeißer „Dance, Dance, Dance“ spannen die RockVeteranen einen Spagat zwischen Classic Rock im Stil der frühen Rolling Stones und locker geschnallten DanceRhythmen und zeigen sich damit von einer neuen Seite. Die Mission? „Unsere Mission ist dieselbe wie immer“, sagt Flea beim Treffen mit dem Red Bulletin in der Hotelsuite in Santa Monica. Der Peppers-Bassist ist muskulös und tätowiert (ein Typ, den man definitiv nicht auf 48 schätzen würde), schaut aufs Meer und sinniert: „Wir vereinen unsere Kräfte. Als Freunde und als Band. Um unsere Kreativität zu beleben und zu steigern.“ Okay? „Mir ist wichtig, dass wir uns verbessern. Und ich weiß, dass Josh (Klinghoffer, der neue Gitarrist der
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Band; Anm.) genauso fühlt.“ Und weiter: „Es geht darum, Musik außerhalb von Schubladen und Trends zu machen. Sich hinzugeben, Mann, es geht darum, das größte Ding aller Zeiten zu machen.“ Fünf Jahre zwischen zwei größten Dingern ist eine lange Zeit. Das vorige Album „Stadium Arcadium“ war ein Bestseller, gefolgt von einem Siegeszug über die Bühnen der Welt. Danach war Pause angesagt. „Zum ersten Mal in unserer Band-Geschichte gönnten wir uns eine längere Auszeit“, sagt Flea. „Genau da hat John (Frusciante, der langjährige Gitarrist; Anm.) die Band verlassen, und Josh ist dazugestoßen.“ Locker dahingesagt. Jeder andere hätte das wohl mit „Inferno-Erdbeben-Tsunami-und-zugenäht!“ kommentiert. Mit John Frusciante hatte Gitarren-Gott höchstpersönlich das Handtuch geworfen. Was sollte jetzt aus dem grazilen, an Jimi Hendrix erinnernden Fingerpicking werden? Und den großen Riffs? Antwort: Die liefert nun Josh Klinghoffer. Josh sitzt bei unserem Interview neben Flea. Er ist gerade mal 31 (sieht dabei aus wie 22, na gut, 25) und ist trotzdem kein Neuling. Er kennt die Chilis, weil er mit ihnen bereits als Support-Act spielte. Und er arbeitete als Studiomusiker mit Kalibern wie Gnarls Barkley, Beck und PJ Harvey. Große Fußstapfen. Vergleich mit Frusciante? „Josh hat einen einzigartigen Stil, ganz anders als John“, sagt Flea. „John ist
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„es geht daRuM, das gRösste ding alleR Zeiten Zu Machen.“
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„es ist unveRgleichlich. die Band fühlt sich an wie eine faMilie.“
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ein Virtuose – vielleicht der verdammt beste Gitarrist der Welt. Josh ist ein großartiger Allrounder. Er spielt Gitarre, Schlagzeug und singt. Und: Er ist subtil.“ Wie das? „Der Junge springt nicht auf dich zu, sondern schleicht sich an dich heran. Du lehnst du dich zurück und schaust ihm zu, wie er aus ein paar Noten etwas Großartiges entwickelt.“ Nachsatz: „Außerdem ist er ein toller Songschreiber.“ Gestern noch auf der Chili-Ersatzbank, heute rosenbestreutes Mitglied der RHCP-Kampfmannschaft. Bammel hat Josh keinen: „Ich hätte gedacht, dass es sich komisch anfühlt, bei einer so kultisch verehrten Band einzusteigen.“ Hat’s aber nicht. Zumindest „im Studio war’s gar nicht eigenartig“, sagt Babyface Klinghoffer. Wenn Bammel, dann vor dem ersten Live-Gig. Aber: „Musik machen war immer mein Ding.“ Und: „Dass ich das mit diesen Jungs tun darf, ist ein Geschenk.“ Ergo: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf der Bühne anders sein wird.“ Zurück zum neuen Album. Ende 2009, während der ersten Jam-Session mit NeoMember Klinghoffer, erfährt die Band vom Tod ihres Freundes und Förderers Brendan Mullen. Ein Schock. Reaktion: Die Chilis schreiben einen Song für Mullen, „Brendan’s Death Song“. Ein Highlight auf „I’m with You“. Genau wie „Factory of Faith“, „Looking Around“, „Goodbye Hooray“ und die erste Single-Auskopplung „The Adventures of Rain Dance Maggie“. Als Produzent sitzt Rick Rubin am Mischpult. Derselbe Rick Rubin, mit dem die Band schon vor zwanzig Jahren ihr Durchbruchsalbum „Blood Sugar Sex Magik“ aufnahm. Nostalgie? Nö. „I’m with You“ ist frisch und ein klassisches Chili-Peppers-Album, und überhaupt ist das den Chilis sowieso wurscht, denn (siehe „Schublade – nein, danke!“ oben): Kiedis und Co geht’s um die Geilheit am Musikanten-Sein. „Als Youngster in der Junior High School stand ich auf Earth, Wind & Fire“, sagt Flea. „Ich konnte ihre Platten mit meinen mexikanischen, mit meinen schwarzen, ja sogar mit meinen weißen Freunden hören. Einfach alle liebten diese Band, Eltern und Kinder, Funk-Fans und intellektuelle Jazzer. Diese breite Zugänglichkeit, dieses Überwinden von Grenzen – das wollten wir auch immer erreichen. Die Songs von Earth, Wind & Fire waren lebensbejahend. Und die Menschen spüren das, egal ob sie sonst Hardcore-Punk, John Coltrane oder Strawinsky hören. Der Sound verbindet sich mit dem Heiligen, was auch immer das sein mag.“ Jawoll, sagen wir und streuen ein Zitat von JazzMessias Duke Ellington ein: „Es gibt nur zwei Arten von Musik, gute und schlechte.“ Da reißt Flea die Augen auf: „Wir empfinden das genauso! Deshalb versuchen wir die beste Musik zu machen, die wir zusammenbringen.“ Chili-Regel Nummer eins also: Heilige die Musik. Chili-Regel Nummer zwei: Die Band ist deine Familie. Weil: Wie gibt’s das, dass vier hochgradig labile wie hochbegabte, geradezu explosive Persönlichkeiten wie
die Peppers beim Zusammentreffen nicht einfach nur einen Bombenkrater in die Erde reißen und verdampfen, sondern zu einer Kapelle fusionieren, die seit den frühen 1980er Jahren konsequent und supererfolgreich musiziert – zuerst als Tony Flow and the Miraculously Majestic Masters of Mayhem in Striptease-Clubs am Sunset Strip, schließlich mit Ikonen-Status als Red Hot Chili Peppers auf den großen Konzertbühnen dieses Planeten. Die Antwort erreicht sie – teilweise – quasi aus spirituellen Gefilden, sagte Frontman Anthony Kiedis schon vor der Veröffentlichung von „Stadium Arcadium“: „Je länger die Band zusammenbleibt, je länger die Band Spaß daran hat, im Team zu arbeiten, desto mehr Inspiration kannst du erwarten – woher auch immer die kommt.“ Ja, woher denn? „Manchmal passiert’s einfach, wie durch Zufall, wie ein Geschenk. Aber manchmal wirst du zum Medium, zum Teil einer unsichtbaren Welt. Echt, seit der ersten Sekunde, die wir zusammenspielen, spürten wir die Verbindung zu dieser geheimnisvollen Kraft.“ Entsprechend apokalyptisch interpretierten Anhänger die Kunde von Frusciantes Ausstieg 2009. Nix da. Das Prinzip „Chili-Family“ erwies sich als stärker. „Es ist unvergleichlich“, schwärmt Flea von der RHCP’schen Gegenwart, „die Band fühlt sich wie eine Familie an. Es fühlt sich an, als ob wir alle Teil eines großen Prozesses wären, den wir alle lieben: Musik machen. Und in diesem Prozess steckt unheimlich viel Kameradschaft und Zusammengehörigkeit – so sieht’s aus.“ Hand aufs Herz, Flea, du hast nicht daran gedacht, alles hinzuschmeißen? Er denkt kurz nach. Dann sagt er: „Ich habe darüber nachgedacht. Sicher schon eine Million Mal. Das ist also nichts Neues.“ Und? „Am Ende der letzten Tour war ich sehr ausgelaugt. Die Sache hat sich nicht mehr gut angefühlt. Ich sagte, lasst uns doch mal zwei Jahre Pause machen. Versteh mich nicht falsch, ich war mit uns als Band sehr zufrieden, aber wir brauchten einfach Abstand voneinander. Durch das viele Touren waren wir einfach viel zu viel zusammen, so dass es einfach gut war, einander nicht zu sehen und sich anderen Dingen zu widmen.“ Das ist eigentlich das, was Kerle ihren Süßen sagen, wenn sie ihnen den Laufpass geben und dabei noch irgendwie charming wirken wollen. „Ganz ehrlich, ich dachte, wenn John die Band verlässt, dann bedeutet das das Ende. Weil er so ein wichtiger Teil der Band ist, gerade was das Songwriting angeht.“ Sprach der Phönix. Und stieg aus der Asche: „Aber wir haben’s als Herausforderung genommen. Das Leben geht weiter. Und ich liebe diese Band, ich liebe Anthony, Mann, ich kenn den Kerl seit meiner Jugend. Die Red Hot Chili Peppers geben mir Geborgenheit, ein Gefühl von Zuhause. Es ist noch nicht an der Zeit, von zu Hause wegzugehen.“ www.redhotchilipeppers.com
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Verbeultes Blech, rutschende Bremsen und explodierende Benzintanks: Willkommen bei den 24 Stunden von LeMons, dem schnellsten Schrottplatz zwischen New York und Nebraska. Text: Ann Donahue, Bilder: Jeremy & Claire Weiss
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ES IST HEISS WIE IN DER HÖLLE Es ist der 21. Mai, zehn Uhr früh, der Carolina Motorsports Park, Kershaw, South Carolina, brütet in der Höllenglut. Die „Vier Porschemänner der Apoka lypse“ rollen mit ihrem 944erFragment durchs Fahrerlager. Mit Bullenhörnern auf dem Kopf verkünden sie das Ende der Welt (in acht Stunden sei es so weit). Die „Tunachuckers“ können sich im Mo ment trotzdem nicht auf die Apokalypse konzentrieren, denn ihr 1975er Ford Landau läuft unrund. Beziehungsweise: läuft gar nicht. Mit anderen Worten: Wir befinden uns im klassischen Vorspiel zu den 24 Stunden von LeMons, der ziemlich frei interpretierten Hommage an die 24 Stunden von Le Mans in Frankreich. „Lemon“ bezeichnet im Amerikanischen übrigens das, was auf Deutsch „Gurke“ heißt: eine Schrottkarre. Statt ernsten (und ernsthaften) Werksteams von Audi, Peugeot, BMW, Porsche oder Aston Mar tin beherrschen beim USPendant wilde Männer in ihren rollenden Schrottlauben die Szenerie, geeint in todesmutigem „Geht schon irgendwie (oder auch nicht)“Geist. 2006 rief Jay Lamm, ehemals Heraus geber von „Sports Car International“, LeMons in Nordkalifornien ins Leben, als Steigerung des „Double 500“. Der Event hieß so, weil maximal 500 Dollar teure Autos bei einem Rennen über 500 Kilometer an den Start gingen. Das erste offizielle LeMonsRace ging im Altamont Motorsports Park über die Bühne. Das Erinnerungsposter mit dem Gemälde eines auf dem Dach liegenden AMC Gremlin, dessen Fahrer wie wahnsinnig vom Auto wegrennt, wird heute noch als Souvenir verkauft. 2008 schwang sich LeMons zur nationalen Rennserie auf: Ein Kult war geboren. Der Tradition entsprechend darf ein rennfertiger LeMonsBolide nicht teurer sein als 500 Dollar. Von diesem Limit nicht betroffen sind die Kosten für das vorgeschriebene SicherheitsEquipment: Überrollkäfig, Feuerlöscher und feuer feste Kleidung für alle Fahrer. Denn: Die Befürchtung, dass ein LeMonsAuto in Flammen aufgeht, besteht zu Recht. Aber davon später mehr.
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HaRT WIE THuNfIScH LeMons ist vom Geist und jenem inneren Feuer der Begeisterung beseelt, das sich nach Genuss eines Sixpacks Bier einstellt. Dem Rechnung tragend, fordert der Veran stalter von die Teams Kreativität, sie müs sen ihren Renneinsatz einem Leitmotiv unterordnen. In Kershaw widmeten sich neben den Porschemännern zwei Teams ganz dem Thema „Simpsons“, eines hatte „Mad Max“ auf seine Fahnen geschrieben, eines Chuck Norris, und ein Auto made in Bayern trug die Aufschrift „Deppen in einem runtergekommenen BMW“. Mit ihrem burgunderroten 2Tonnen Ford im SchlachtschiffFormat bestreiten die Tunachuckers hier in Kershaw klar ein Heimspiel. Die sechs Freunde – fünf
stammen aus Greenville, South Carolina, einer kommt aus New York – arbeiten tagsüber als Ingenieure und verwandeln sich nächtens in Autofreaks. Bereits bei fünf LeMonsRennen waren sie am Start. Bisher mit einem schnittigen 1966er Volvo Amazon, der allerdings bei seinem letzten Einsatz irreparabel crashte. Diesmal setzen sie ihre Hoffnungen auf den Landau, der dem Großvater von Tunachucker Jamie Dewberry gehörte. In den siebziger Jahren war der V8Landau eine echte Protzkarre, die Spitze der LTD Modellreihe. „Das war der erste Wagen, den mein Großvater neu kaufte“, erzählt Dewberry. Als Dewberrys Opa starb, park te sein Vater den Landau hinter dem Haus in Batchley, Georgia. Dort verschwand der Ford im Lauf der Jahre unter einer dicken Schicht von Tannennadeln, Harz und Rost. „Mein Vater hatte ewig den Plan, das Auto zu restaurieren. Bis er sich eines Tages an den Landau lehnte und seine Finger durch das rostige Dach stachen“, sagt Dewberry. Der Landau hatte damit den idealen Zustand für einen LeMons Einsatz erreicht. In memoriam ihres Volvo pinselten die Tunachuckers als erstes Charlie, den Thunfisch, auf das Auto. Wieso Thun fisch? „Wir hatten damals auch einen ErsatzteilVolvo, auf dessen Tür Charlie, das Maskottchen dieser Konservenfabrik StarKist Tuna, prangte. Vermutlich hatte ihn der Vorbesitzer, mit einer Ladung Dope in der Birne, auf den Lack gemalt“, erzählt Teamkollege Mike Pittinaro. „Wir blieben dabei.“ Den Tunachuckers war klar: Der Landau sah toll aus, und er würde auch rollen. Falls er nicht stehen blieb. Aber konnte man mit ihm ein Rennen fahren?
Die „The Four Porschemen of the Apocalypse“ verkünden die Botschaft von der Wiederkehr des Herrn (o. li.). Ausbau des Benzintanks im Ford LTD Landau (o.). Zeigen LeMons-Bewusstsein vom Feinsten: die „Idiots Racing Old Crap“-T-Shirts (li. u.). Dazu: die „Tunachuckers“ bei der Parade in Camden, South Carolina (hier im Bild).
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RENNTaG EINS: IcH LIEBE DEN Duf T voN SpR IT am moRGEN Im Titel des Rennens steht ja was von „24 Stunden“. Tatsächlich läuft das Shine Country Classic, das im Rahmen der 24 Hours of LeMons gefahren wird, über 15,5 Stunden, verteilt auf zwei Tage. Angesichts der Autos, die auf dem 1,1MeilenKurs starten – ein Ford Escort aus dem Jahr 1991, ein 1986er Nissan Stanza Kombi, ein 84er Chevy Monte Carlo –, erscheint die Verkürzung wie ein warmherziger Akt der Gnade. McCall Hemingway fährt den ersten Stint für die Tunachuckers. Als er in den Landau klettert, gibt ihm Pittinaro die Rennstrategie mit auf den Weg: „Ver giss nicht die drei F: fahr langsam, fahr gleichmäßig, fahr außen.“ „Ähm – und fahr sicher?“, erinnert Dewberry. Auf den Feuerlöscher haben die Tunachuckers gekritzelt: „Im Brand fall: Beachten Sie dieses Gerät nicht wei ter und sehen Sie zu, dass Sie Ihren Arsch aus dem Auto hieven.“ Die grüne Flagge fällt, und sofort wird klar: Der Landau ist langsam. Sehr langsam. So langsam, dass er sofort einen Verkehrsstau von zehn Autos anführt. He mingway wird überholt. Zuerst von einem Wrack mit einem gigantischen Homer SimpsonKopf aus Papiermaché auf dem Dach. Es folgt ein Pickup mit Couch und einer darauf liegenden Sackkarre. Mit 120 Grad Wassertemperatur bringt Hemingway das Auto zurück ins Fahrer lager. „So ab 110 Grad bin ich doch ein wenig nervös geworden“, sagt er. Das Team stürzt sich aufs Auto. Bastelt, flickt, versucht herauszufinden, wie man die Temperatur runter bekommt. Und warum die Kiste dermaßen langsam ist. Während der nächsten sieben qualvollen Stunden stellen die Tunachuckers fest: Es liegt nicht am Luftfilter. Schuld sind auch nicht die Zündung, der Vergaser, der Unter druckschlauch. Und auch die Spritleitun gen und der Spritfilter scheiden aus. „Hat irgendjemand eine LastMinute Idee?“, fragt Pittinaro. „Zu welchem Thema?“, fragt Team kollege Rob Scharpf zurück. „Wie man ein Auto wiederbeleben kann“, sagt Pittinaro. Und plötzlich ist das Problem erkannt: Es liegt am 80LiterBenzintank. Voll mit dem Mist, Dreck und Rost von 35 Jahren. Das Ethanol im Treibstoff hat die ganze Schmiere aufgelöst. Und die verstopft jetzt die Spritzufuhr. Um den Landau wieder flottzumachen, müssen die Tunachuckers den Tank ausspülen. Aber der ist voll mit Sprit. Der Ford steht auf 62
dem Wagenheber, die Männer machen sich daran, den Tank zu entfernen. Der ist ungefähr so groß wie ein Aktenschrank. Eine heikle, schweißtreibende Schufterei. Endlich ist der Tank draußen. Jetzt füllen die Tunachuckers den Sprit in Kanis ter. Mit einem Trichter. Es ist schwierig, den großen Tank zu balancieren. Aus dem Einfüllstutzen wabern die Dämpfe, und dann schwappt das Benzin über: Pittinaro ist klatschnass, von den Schultern bis zu den Schuhen. Sprit überall: Der Boden um das Auto verwandelt sich in einen Sumpf, bevor das Benzin verdampfen kann. Teammitglied Anthony Fernandez bemerkt: „Wir erleben ein ökologisches Desaster.“ Der Sprittank ist nicht zu retten. Auch nach etlichen Spülungen hat die Brühe aus dem Behälter noch immer die Farbe des Bilgenwassers der „Titanic“. Nach einer Reihe von verzweifelten Telefonnotrufen finden die Tunachuckers einen neuen Tank – um die Wahrheit zu sagen: ist es ein trag barer, verstärkter Kanister. Den pflanzen sie dem Landau in den Kofferraum. Nun sehen die Sicherheitsregeln aber vor, dass sich zwischen dem Fahrer und dem Tank ein Sicherheitsblech befinden muss. „Wir machen jetzt was ziemlich Gefährliches“, sagt Teammitglied Matt Scimone. „Wir schneiden das Dach ab.“ Und genau das tun sie: Mit einem Funkenschauer fräst die Trennscheibe sich durch das rostende Dach. Dann kommt das Blech dahin, wo vorher die Rückbank war. Die Sonne steht schon tief, und es gibt noch Stunden Arbeit. Doch das Team hat Erfahrung mit Widrigkeiten, die sich während eines Rennens einstellen. Einmal hat man übers Wochenende den Motor und das Getriebe beim Volvo aus getauscht und damit den LeMonsPreis für die „heldenhafteste Reparatur“ ge wonnen. Aber jetzt sinkt die Moral doch langsam in den Keller. Die Tunachuckers werden noch immer irgendwo um Platz 60 geführt – bei 70 Startern. „Aber vielleicht verschwinden all die anderen Autos beim Weltuntergang?“ fragt sich Marilyn Scharpf. Tun sie nicht.
auToBÖRSE
Dieser Nissan Sta nza, Baujahr ’86, hat eine Menge mitge macht, man sieht schon es ihm an. Haben wir schon erwähnt, dass er 2011 die Klasse „Hässlich ster Starter“ gewo nnen hat?
Der 1986er Hond a Civic, Vorbesitzer „Roundhouse Kick Racin g“, bezieht seine Inspiration von Chuck Norris . Er fährt nicht, vie lmehr dreht sich die Erd e unter seinen Re ifen weiter.
Wer achtlos an die sem Mercedes 50 0, Baujahr 1998, vorübersch lendert, könnte leic ht das Wesentliche seine s opulenten Auftr itts übersehen: die erstkl assig erhaltenen Felgen.
Wer würde nicht gerne in diesem reizenden 1985er BMW 325i du Weil Sie fragen: Ja, rch die Gegend cruisen? die Flossen auf „R Nemo“ waren im acing Aufkleberpreis inb egriffen.
„Radioactive Racing“, a ugenscheinlich etwas ausgebrannt, fiel nach nur 77 Runden aus (o.). Nach einigen Gläschen während der Parade verwandelte sich der Marshmallow Man des Teams „Stay Puft“ in einen Albtraum-Generator (u.).
Action Nur für den Fall, dass Sie mal das Dach Ihres Automobils zersäbeln On occasion youmüssen, have to um wieder aufoff die Piste zu cut the roof the car to get back – onso the track (li. (top); dürfen geht’s o.); The Tunachuckers’ top Top-Speed der „Tunameasured speed?85 53km/h! mph. chuckers“? Thegleich Most (li. (bottom.) u.) Und hier Horrible Yank Tank trophy noch mal die Tunas – mit (top right); Emptying the dem Pokal für „The Most sludge from the gas tank. Horrible Yank right.) Tank“. (Bottom
RENNTaG zWEI: EIN SoNNTaGSauSfLuG Am Sonntagmorgen liegt der alte Benzin tank vor dem Camp der Tunachuckers. In Gold hat jemand draufgesprayt: „Für Bier zu verkaufen: ein verdammter Sprittank. Wie funktionieren die Dinger?“ Und der Landau läuft wieder. Zu gegeben, bei jedem Start stinkt er nach Benzin. Aber das Team hat den Ford in einer Schicht bis Mitternacht wie der in ein funktionierendes Automobil verwandelt. Nun ist ein Auto selbst unter Ideal bedingungen nichts weiter als eine von uns maßlos verklärte Bombe – nichts anderes als ein kontrolliert ablaufender Verbrennungsvorgang, mittels Zündker zen und Benzin. Einen zur Überhitzung neigenden Ford LTD Landau von 1975 bei 35 Grad Außentemperatur mit einem notdürftig festgezurrten Sprittank gegen dutzende schnellerer, aber ebenso un berechenbarer wie ziemlich explosiver Autos ins Rennen zu schicken, das ent spricht aber nicht unbedingt den besten Umständen. Wobei nicht verschwiegen werden soll, dass der Landau ein komfortables Fahr zeug ist – so ungefähr die beste Couch der Welt für die Straße. Auch nach 35 Jahren
funktioniert die Servolenkung noch wun derbar. Und weil der Motor bei über 65 Sachen noch immer zu heiß wird, gehen ein paar der Tunachuckers das Rennen sehr entspannt an, mit einer Hand am Lenkrad. „Ich hatte das Fenster runter gedreht und winkte den Leuten zu“, sagt Anthony Fernandez hinterher. „Es war ein hübscher Sonntagsausflug.“ Der Landau überholte tatsächlich ein paar Autos – Ha! Merk dir das, Toyota Tercel! –, und am Ende liefen die Tuna chuckers auf Platz 49 ein. Nach 267 Run den. (Der Sieger drehte 768. Aber wer zählt die schon?) Das Team des Landau gewann den durchaus angesehenen „Most Horrible Yank Tank“Preis des Veranstalters für das schrecklichste amerikanische Auto. „Die Mühle drehte Runde um Runde um Runde. Nur eben nicht sehr schnell“, sagt Jay Lamm. „Die Jungs haben diesmal ja die Preise für all die schrecklichen Sachen förmlich abgeräumt. Irgendwie ist das auch eine Leistung.“ Denn es geht hier nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Es geht darum, ob du startest. Und ob du ankommst. „Es ist wie im Baseball“, sagt Fernandez, „manchmal bist du der Schläger, und manchmal bist du der Ball.“
1. TROMMLE EIN PAAR FREUNDE ZUSAMMEN. Rennerfahrung? Nicht nötig. 2. FINDE EIN AUTOWRACk, DAS WENIGER ALS 500 DOLLAR kOSTET. Durchforsche Schrottplätze, kleinanzeigenlisten der Zeitungen und die Hinterhöfe älterer Verwandter. (Für Siegertypen empfehlen kenner betagte Mazda MX-5 oder 3er-BMWs.) 3. FINDE EIN RENNEN IN DEINER NÄHE. In den USA werden 2011 24 Läufe gefahren. Bewerbungen bei: 24HoursofLeMons.com. Einschreibgebühr 500 USD per Auto, 100 USD für jeden Fahrer, 75 USD für jedes Teammitglied oder wahlweise „tolles Weib, das Bier serviert“. Die LeMons-Veranstalter entscheiden, wessen Bewerbung sie annehmen. Wer sie langweilt, kommt nicht rein. 4. JETZT WIRD’S ERNST: Ein Profi muss die Sicherheitsausrüstung einbauen, Überrollkäfig eingeschlossen. Das kann mehr als 1000 USD kosten, lässt das kaufpreislimit von 500 USD jedoch unberührt. Um die technische Abnahme zu überstehen, müssen angeschafft werden: feuerfeste Unterwäsche/Socken/Balaklava, Rennanzug, Integralhelm und Schuhe. LeMons bietet auf der eigenen Website ein „spottbilliges“ kit für 475 USD an. 5. VOLLES ROHR! Oder besser, wegen der lausigen Qualität deiner karre: Volles Rohr?
www.24hoursoflemons.com
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Alles neu und trotzdem besser:
LAOLA1 ist jetzt noch offensiver! www.laola1.at
SPI RI T O F SPO RTS
FĂœSSe: CaRBon
WILLE: STAHL Der Athlet Oscar Pistorius trotzt jeder Definition. Ist er behindert ‌ oder bevorzugt? Ist er ein alarmierendes Omen zur Zukunft menschlicher Athleten? Oder ist er eben ein talentierter Sportler und entschlossener Sprinter? Text: Steve Smith, Bilder: Ross Garrett
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ie sehen seltsam aus. Und sie hören sich noch selt samer an. Wir stehen an der Laufbahn im Trainings zentrum der University of Pretoria, und Oscar Pistorius rast um das TartanOval. Bei jedem Schritt hallt von seinen Füßen ein lauter, scharfer Knall herüber – ganz so, als ob jemand hundert Basebälle in der Minute schlagen würde. Dies sind natürlich keine normalen Füße, nicht aus Fleisch und Blut. Viel leicht sind es Prothesen … vielleicht die Anfänge des Maschinenmenschen, für den es noch gar kein Wort gibt. Was im mer sie sind, sie sind berühmt – oder be rüchtigt. Das kommt ganz darauf an, auf welcher Seite der Kontroverse du stehst. Es gibt da dieses Problem mit Pisto rius, dass er einfach in keine Schublade passt. Noch dazu hat er sich die nervige Angewohnheit zugelegt, nicht zu tun, was Leute von ihm erwarten. Ohne Wadenbeine geboren zu werden bedeutete, keine Vorrichtung zum Gehen zu haben. So standen seine Eltern Hen ke und Sheila Pistorius vor der harten,
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aber unvermeidlichen Entscheidung zur Amputation, als Oscar elf Monate alt war. Seine einzige Möglichkeit zu gehen, so sah es aus, bestand nun darin, seine Stümpfe in Unterschenkelprothesen zu stecken. Und damit begannen auch die Belehrungen darüber, was er tun und was er nicht tun könne. Die meisten davon hat er ignoriert, speziell die eine, die ihm die Fähigkeit ab sprach, bei den Rennen der NichtBehin derten zu starten. Anfangs erlaubte ihm der LeichtathletikWeltverband IAAF, bei Sportfesten für NichtBehinderte anzu treten. Aber dann kam in der Vereinigung leichte Panik auf, als man dort bemerkte, dass dieser behinderte Sprinter das Un denkbare tun und ein „richtiges“ Rennen gewinnen könnte. Die IAAF hatte in ein Wespennest gestochen. Jetzt stand sie da, ratlos und mit dem Knüppel in der Hand. Was, wenn diese Prothesen, die Pistorius trug, ihm einen Vorteil im Wettbewerb brachten? Wenn diese gekrümmten Kohlefaser blätter ihn tatsächlich schneller antrie ben, als normale Knochen, Sehnen und Muskeln es konnten? Das wäre so übel wie leistungssteigernde Drogen, nur
eben ohne die Medikamente. Auch das Schreckgespenst der leistungssteigernden Chirurgie geisterte plötzlich herum. Um die Wurzeln des Kohlefaser Dilemmas der IAAF zu begreifen, ist es vielleicht am besten, die Wurzeln eines gewissen Oscar Leonard Carl Pistorius auszubuddeln. Das hätte auch der IAAF geholfen und ihr vielleicht manche un sägliche Peinlichkeit erspart. Vielleicht hätten sie bei der IAAF herausgefunden, dass Pistorius’ Wettbewerbsvorteil etwas weiter nördlich seiner Kohlefaserfüße angesiedelt ist und auf dem guten alt modischen stählernen Willen fußt. „Du kannst dich nicht einfach im Bett umdrehen und dich totstellen, wenn’s mal ein wenig härter zugeht“, sagt Pistorius. „Außerdem genieße ich es sehr viel mehr, etwas zu überwinden, was schwierig ist. Ich mag es nicht, wenn es einfach geht. Es ist reizlos, etwas zu tun, wenn es eine Million anderer Leute auch tun können. Etwas durch Opferbereitschaft und harte Arbeit zu erreichen ist am Ende weitaus erfreulicher.“ Es braucht eine Weile, zu verstehen, dass Pistorius, wenn er das sagt, nicht dar über spricht, wie er die Herausforderun
„DU KANNST DICH NICHT EINFACH UMDREHEN UND dich TOTSTELLEN, WENN ES EIN WENIG HäRTer ZUGEHT. ICH MAG ES NICHT EINFACH. ES IST REIZLOS, ETWAS ZU TUN, WENN ES EINE MILLION ANDERER LEUTE AUCH TUN KÖNNEN.“
Action gen seiner Behinderung besteht. Dieses Thema ist für ihn abgeschlossen. Nein, Pistorius meint die alltäglichen Herausforderungen, denen ein professio neller Athlet gegenübersteht. Seine ver storbene Mutter hat diese Einstellung ent scheidend mitgeprägt. „Sie hat nie großes Aufhebens um meine Behinderung gemacht“, sagt Pistorius. „Als ich klein war, hab ich sie gefragt, warum ich keine Beine hätte. Sie antwortete dann: ‚Klar hast du Beine. Dein Bruder zieht morgens seine Schuhe an und du diese Dinger. Da gibt’s keinen Unterschied.‘“ „Manche Leute mögen das schwer verstehen, aber ich wuchs nicht wirklich mit dem Gedanken auf, eine Behinderung zu haben. Ich wuchs auf und trieb all den Sport der NichtBehinderten – Fußball, Cricket, Tennis, Rugby, Boxen und Rin gen. Und dann, als ich zur Highschool kam, lief ich bei den Sportfesten der NichtBehinderten. Einen Unterschied konnte ich da wirklich nicht sehen. Und ich sehe auch keinen Unterschied zwi schen den Paralympics und den Olympi schen Spielen. Ich meine, da geht’s um 400 Meter auf derselben Bahn, unter denselben Bedingungen, mit derselben Vorbereitung und Renntaktik.“
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Wenn jemand trotzdem den Unter schied sah, dann war es die IAAF. Als Pis torius 2005 bei den ersten lokalen Events startete, bediente die Presse zuerst ein mal die unvermeidliche Neugierde in der Öffentlichkeit. Aber sehr bald schwenkte der Fokus auf das schiere Ausmaß seines sportlichen Talents. Und die Probleme kamen, als er im Jahr 2007 erstmals inter national antrat. Pistorius beherrschte nicht nur die Klasse T44 bei den 100, 200 und 400MeterSprints für Behinderte, er entpuppte sich auch als echt konkurrenz fähig über die 400MeterDistanz der NichtBehinderten. Mehr noch, seine Zei ten kamen jenen 45,95 Sekunden immer näher, die den Standard der olympischen BQualifikation darstellen (ein Land kann zu den Spielen drei Sportler nennen, wenn sie den AStandard erfüllen, oder einen Athleten, der den BStandard er reicht). Es war, als könnte man die lauten Seufzer aus dem Hauptquartier der IAAF in Monaco hören. „Dieser Junge könnte es tatsächlich zu den Olympischen Spie len schaffen … das darf nicht geschehen. Was sollen wir tun, wenn es ihm gelingt?“ Unvermittelt änderte die IAAF ihre Wettbewerbsregeln – natürlich nicht auf
Pistorius gezielt, wie man versicherte. Die neuen Regeln verboten „jegliche techni sche Vorrichtung, die mit Federn, Rädern oder anderen Elementen ihrem Benutzer einen Vorteil über einen anderen Athleten verschafft, der eine solche Vorrichtung nicht verwendet“. Die Luft schwirrte von allen möglichen und unmöglichen Theorien über Pistorius und seine exotischen CheetahBlades aus Kohlefaser. Meistens ging es darum, aus welchem Grund sie wohl einen unfairen Vorteil darstellten. Am lautesten wurde jenes Argument vertreten, nach dem ge bogene und flexible Kohlefaserprothesen ihm mehr Sprungkraft als Knochen und Fleisch verliehen. Die ausgeklügelteren Argumentationen sprachen von „Schritt länge“ und davon, wie Pistorius mit Hilfe der Cheetahs größere Schritte als seine Konkurrenten machen könne, wodurch er im Rennen weniger Energie benötige. Andere behaupteten, der „Blade Runner“ – so nannten sie Pistorius jetzt – habe weniger unter dem Aufbau von Milchsäure zu leiden, mit dem sich 400MeterLäufer normalerweise herum schlagen müssen, die noch über ihre Wadenmuskulatur verfügen. Und fast alle wiesen auf die Tatsache hin, dass er auf
oSCaRS eRFoLGe PerSÖnlIChe BeStZeIten 100 m
10,91 sek
200 m
21,23 sek
2007 Germiston, Südafrika 2010 Potchefstroom, Südafrika
400 m
45,61 sek
2011 Pretoria, Südafrika
BeDeutenDe tItel IPC leichtathletik-WM 2011 100 m
11,34 sek
Silber
200 m
21,80 sek
Gold
400 m
48,37 sek
Gold
4 × 100 m Staffel 42,80 sek
Gold (Meisterschafts-Rekord)
Paralympics 2008 100 m
11,17 sek
Gold
200 m
21,67 sek
Gold (Paralympics-Rekord)
400 m
47,49 sek
Gold (Weltrekord)
FOTO: GETTy IMAGES (1)
IPC leichtathletik-WM 2006 100 m
11,32 sek
Gold
200 m
21,80 sek
Gold (Weltrekord im Semifinale: 21,66 sek)
400 m
49,42 sek
Gold (Weltrekord)
Paralympics 2004 100 m
11,16 sek
Bronze
200 m
21,97 sek
Gold (Weltrekord)
der 400MeterDistanz die zweiten 200 Meter schneller lief als die ersten. Das habe es angeblich noch nie gegeben und sei ganz eindeutig der Beweis, dass er auf eine Art und Weise Energie konservieren könne, die nicht behinderten Athleten nicht zugänglich war. Um der Sache auf den Grund zu gehen, setzte die IAAF bei den ersten beiden top besetzten Rennen für NichtBehinderte in Europa hochauflösende Filmkameras ein – bei der Golden Gala in Rom am 13. Juli 2007 und beim British Grand Prix in Shef field, zwei Tage später. Pistorius lief in Rom mit einer Zeit von 46,90 auf den zweiten Platz. In Sheffield wurde er disqualifiziert, weil er aus seiner Bahn hinausgelaufen war. Nach der ersten Analyse des Film materials beauftragte die IAAF Wissen schaftler an der Sporthochschule Köln in Deutschland, weitere Tests durchzuführen. Pistorius erinnert sich: „Sie machten einen VO²maxTest, um meine Sauerstoff aufnahme bei Höchstbelastung auszuloten. Dann gab es einen Test, wo mit der Hilfe spezieller Druckplatten die Bewegung meiner Fußgelenke bei Höchstgeschwin digkeit erforscht werden sollte, und einen weiteren Milchsäuretest.“ Bis Ende November des Jahres hatte die IAAF eine Entscheidung gefunden. Und sie fiel nicht so aus, wie Pistorius und sein Management erwartet hatten. 73
„Ich frage mich nicht, ob ich einen Vorteil habe oder nicht. Das ist nicht mein Job. Ich laufe, und das war immer schon mein Ziel.“
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Die IAAF erklärte seine Teilnahme bei den Sportereignissen nicht behinderter Athleten für unzulässig. In einem Inter view mit der Zeitung „Die Welt“ erklärte Professor GertPeter Brüggemann von der Sporthochschule Köln, dass Pistorius „be trächtliche Vorteile gegenüber Athleten ohne künstliche Gliedmaßen hat, die von uns getestet wurden. Es ging um mehr als einige wenige Prozentpunkte. Ich hatte nicht erwartet, dass das Ergebnis so klar ausfallen würde.“ Pistorius protestierte energisch gegen die Entscheidung und beschloss, Exper ten seiner Wahl um ein Urteil zu bitten. Er war nicht von der Fähigkeit des Teams an der Sporthochschule Köln überzeugt, das komplexe Zusammenspiel der kine tischen, biomechanischen und prothe tischen Probleme zu erfassen. Deshalb holte er Spezialisten aus jedem einzelnen dieser Felder an Bord. Anders als das Team der IAAF erhielten die von Pistorius einberufenen Frauen und Männer keine Bezahlung. Sie verbürgten sich mit ihrer Reputation für ihre Ergebnisse. „Wir machten sämtliche IAAFTests noch einmal, sogar den VO²maxTest und den Milchsäuretest“, sagt Pistorius. „Unsere Tests zeigten: Ich lag im Regel bereich. Was die Milchsäure angeht, so
Cheetahanatomie Die Flex-Foot Cheetah des isländischen Orthopädiespezialisten Össur ist ganz auf Vorwärtsbewegung eingestellt. In einem Ausmaß, dass es einfacher ist, zu gehen oder zu laufen, als auf der Stelle zu stehen. Wenn Oscar Pistorius seine speziell angefertigten Cheetahs trägt, bewegt er sich pausenlos von einer Seite zur anderen, um seine Sprintprothesen unter Kontrolle zu halten. DeSIgn Cheetah bildet das Hinterbein einer Katze nach. Der Fuß streckt und dehnt sich in Richtung Boden aus, während die großen Oberschenkelmuskeln den Körper vorwärts ziehen. erFInDer US-Prothesenträger und -forscher Van Phillips SChlüSSelFunKtIOnen 1. Das Speichern und Freisetzen von Energie ist eine inhärente Funktion dieses Kohlefaserdesigns. 2. Vertikale Stoßdämpfung erlaubt einen natürlicheren Gang und schützt die verbleibenden Gelenke an der amputierten Gliedmaße vor übermäßiger Erschütterung. AnWenDer Hauptsächlich Unterschenkelamputierte, aber auch für Oberschenkelamputierte verwendbar. geWICht 512 Gramm PreIS zirka 30.000 US-Dollar
wurde ich ja damals außerhalb der Saison getestet, weshalb der Wert viel höher lag, als er hätte sein sollen – und die testeten in Köln mein Blut so, als ob ich Beine hät te. Wegen meiner Stümpfe fehlen mir auf jeder Seite mindestens 75 Milliliter, aber sie kalkulierten meinen Milchsäurewert auf der Basis jener Blutmenge, die jemand von meinem Gewicht haben sollte. Bei den Fußgelenkbewegungen haben wir nicht nur isoliert untersucht, was die Knöchel tun, denn durch den Fuß laufen ja Sehnen – zum Gelenk und rauf zum Knie. Du kannst nicht nur die Bewegungen des Fußgelenks betrachten, du musst die Auswirkungen auf das ganze Bein berücksichtigen. Auch die Schritt längen haben wir auf einem Laufband mit einem Sensor unter die Lupe genommen, außerdem führten wir eine 3DVideo analyse durch. Es stellte sich heraus, dass meine Schrittlänge 2,70 Meter beträgt – ein paar von den Jungs, gegen die ich antrete, brin gen es auf 3,10 Meter. Und auch meine umgekehrten Sektorenzeiten sind nichts Ungewöhnliches – Angelo Taylor, der im Jahr zuvor die schnellste 400MeterZeit der Welt gelaufen war, war ebenfalls über die zweiten 200 Meter schneller als über die ersten gewesen. Wir führten so gut wie jeden möglichen Test durch … und brach ten die ganze Sache vor den Internatio nalen Sportgerichtshof in Lausanne.“ Pistorius und sein Manager Peet Van Zyl reisten mit ihrem Schiedsmann an, genau wie die IAAF. Unter den Augen des ChefSchiedsmanns am Gerichtshof diskutierten die Parteien drei Tage lang. Diesmal lief die Geschichte völlig anders. Angesichts der neuen Fakten beschlossen alle drei Vermittler – der Vertreter der IAAF eingeschlossen – einstimmig, dass Pistorius aus seinen umstrittenen Blades keinen Vorteil zog. Was die olympische Qualifikation an geht, ist der Auftrag fast erfüllt. Bei den südafrikanischen Provinzmeisterschaften im März 2011 gewann Pistorius seinen Lauf in der persönlichen Bestzeit von 45,61 Sekunden – komfortabel schneller als der olympische BStandard von 45,95 und in Reichweite der 45,55 Sekunden, die den AStandard bedeuten. Er hat sich für die Olympischen Spiele 2012 quali fiziert. Das Einzige, was seinen histori schen Start in London als erster amputier ter Sprinter verhindern könnte, wäre eine Verletzung oder der Entschluss von Athle tics South Africa, ihn nicht auszuwählen. Niemand in Südafrika läuft die 400 Meter derzeit schneller als er. „Das war einer der besten Abende meines Lebens“, sagte Pistorius damals
auf Twitter. „Gott ist gut. Danke an alle für die wirklich freundlichen und motivierenden Erwähnungen.“ Damit könnte unsere Geschichte enden. Die klassische Story, „Underdog Held – in diesem Fall behindert – über windet Vorurteile, um seinen Traum zu erfüllen“, scheint reizvoll. Aber wir brau chen hier keine Geigenbegleitung. Denn erstens hat Pistorius gesagt: Er sieht sich in keiner Weise als benachteiligt an. Und zweitens: Wie er da sitzt, in der Lounge seines Hauses bei Pretoria, ist klar: Dem „schnellsten Mann auf keinen Beinen“, wie die Presse ihn nennt, geht es gut. In der Garage stehen reichlich Spiel zeuge: ein LimitedEditionSuperbike von yamaha im ValentinoRossiOutfit, ein Volvo XC60, ein 1966erMustang, ein Ferrari 360 Modena im Renntrimm und der schwarze Mercedes CL 63 AMG, mit dem wir zum Training an die University of Pretoria fuhren. Er genießt seinen Erfolg. Und war um sollte er das auch nicht tun? Klar, große Marken zahlen Pistorius gerne beachtliches Sponsorgeld, denn sie wis sen: Von ihm kommt reichlich Publicity zurück. Und Pistorius ist in der Presse sehr präsent – speziell im Ausland, ganz besonders in Italien, wo er ebenfalls ei nen Wohnsitz hat. 2008 schrieb er mit dem Journalisten Gianni Merlo seine Autobiografie, „Blade Runner“. Sie wurde zuerst in Italien veröffentlicht. Der fran zösische Modeschöpfer Thierry Mugler wählte ihn als Posterboy für die Kampa gne zum Herrenparfum A*Men. Ein ver chromter Pistorius auf KohlefaserBlades als Star einer futuristischen Kampagne: Das ist mit Sicherheit der Stoff, aus dem die MaschinenmenschenAlbträume der IAAF gewoben sind. Ja, klar, Pistorius hat es geschafft. Aber ebenso klar ist: Er vergisst nicht zu geben. Er unterstützt Menschen mit Be hinderungen und den Behindertensport auf großartige Weise – aber er sieht sich nicht als ihr Flaggenträger. Er betrachtet sich selbst nicht als behindert, und wir sollten es auch nicht tun. Nicht wie ein Mann, der deprimiert ist, weil er ein Bein verloren hat, und deshalb tausende von Möglichkeiten vergisst, die er hat. Und sich nur auf die eine konzentriert, die er verlor. „Die Leute fragen mich, ob ich meine Beine zurücknähme, wenn Gott oder Bud dha oder wer auch immer runterkäme und sie mit anböte. Wahrscheinlich nicht. Ich würde eher einen Lamborghini oder so was nehmen. Ich meine – mit mir ist ja alles in Ordnung.“ www.oscarpistorius.com
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Das ist Jón Gnarr. Er war bis Mai 2010 Komiker und Musiker. Seither ist er Bürgermeister von Reykjavík.
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Was passiert, wenn ein Clown eine Stadt regiert?
Eine aus dem Ruder gelaufene Protestwahl machte Islands populärsten Komiker zu Europas unkonventionellstem Politiker. Der wahre Witz an der Sache wird ein Jahr nach der Wahl deutlich: Denn Jón Gnarr, Bürgermeister von Islands Hauptstadt Reykjavík, macht den Job besser als alle seine Vorgänger. Text: Alexander Lisetz, Bilder: Hörður Sveinsson
Der Bürgermeister von Reykjavík sitzt im Rathaus und weint. „Das passiert mir immer nach anstrengenden Sitzungen“, sagt er, „man macht sich ja keine Vorstellung davon, wie gehässig es in der Politik zugeht.“ Nur damit kein Missverständnis aufkommt: Das blasse Häufchen Elend im großen Lederstuhl ist der Mann, vor dem in Island die Mächtigen zittern. Dass er nicht handelt, spricht und aussieht, wie Entscheidungsträger normalerweise handeln, sprechen und aussehen, macht einen Teil seines Erfolgs aus. Ganz Island liegt ihm deswegen seit der gewonnenen Gemeinderatswahl vor einem Jahr zu Füßen. Mit Ausnahme der Regierung: Die hat Angst, dass er seinen Siegeszug demnächst landesweit fortsetzen könnte. Keine schlechte Bilanz für einen Juxkandidaten, dessen Wahlsieg keinen mehr überrascht hat als ihn selbst. Jón Gnarr, so heißt der Bürgermeister von Reykjavík, ist eigentlich Schriftsteller, Punkrocker und der bekannteste Comedian Islands. Er ist 44 Jahre alt, trägt das blonde Haar an den Seiten rasiert, ist nicht übermäßig groß, nicht übermäßig attraktiv. Dafür ist er komisch: Ganz Island lachte über seine Kinofilme „Bjarnfreðarson“ und „Ein Mann wie ich“, seine Stand-up-Comedy-Show „Ich war ein Nerd“, seine TV-Rollen. Dass ihn vor etwas mehr als einem Jahr die
Mehrheit der Reykjavíker ernst genug für den Bürgermeistersitz nahm, ist so etwas wie sein erster misslungener Witz. „Besti flokkurinn“, die „Beste Partei“ – Gnarrs loser Zusammenschluss prominenter Schauspieler und Musiker – war nämlich anfangs lediglich als satirisches Statement der Politikverdrossenheit gedacht. Man forderte ironisch „bequeme Versorgungsposten für unsere Freunde“, „offene statt verdeckte Korruption“ und „ein drogenfreies Parlament bis 2020“. Im Lauf des Wahlkampfs legte man sich dann für Anliegen wie „einen Eisbären für Islands Zoo“ und „Gratis-Handtücher für alle Bäder“ ins Zeug. Außerdem würde man, so das wichtigste Wahlversprechen, im Fall des Wahlsiegs „alle Wahlversprechen brechen“. Die „Beste Partei“ war als Ohrfeige für jene korrupten Politiker, gierigen Banker und unfähigen Manager gedacht, die Island 2008 in den Staatsbankrott geführt hatten. Ein Ventil für die Wut der Ohnmacht, die eigene und die der Bevölkerung. Parteiprogramm, ideologische Richtung oder Lösungsvorschläge hatte man nicht vorzuweisen. 34,7 Prozent der Reykjavíker wählten Jón Gnarr dennoch am 29. Mai 2010 zum Bürgermeister und sechs Beste-Partei-Mitglieder zu Gemeinderäten. Nun hätte der großen Party eigentlich ein stadtweiter, kollektiver Kater folgen sollen – vier Jahre peinlichen, betretenen
Schweigens schienen als Folge eines zu weit getriebenen Streichs bevorzustehen. Doch stattdessen geschah etwas völlig Unerwartetes. Jón Gnarrs Bande von Greenhorns machte ihren Job richtig gut. Zuallererst sanierten die Quereinsteiger mal eben so das rettungslos überschuldete Stadtbudget. Dann bauten sie Fischereiprivilegien ab, Sozialprojekte für Kinder aus und das Rathaus um: Besucher sind nun jederzeit willkommen, Ausstellungen und ein neues Café machten den einstigen Elfenbeinturm zum beliebten Innenstadt-Treffpunkt. Der größte Kraftakt war die Rosskur für die schwer defizitäre städtische Energiegesellschaft: Gnarr feuerte den Vorstand, erhöhte die Energiepreise und führte die Stadt so gleich in seinem ersten Arbeitsjahr zurück in die schwarzen Zahlen. „Objektiv gesehen ist die Sanierung der Energiegesellschaft sicher unser größter Erfolg“, sagt Gnarr. „Mein schönster Tag im Amt war aber der, an dem ich durchgesetzt habe, dass alle Kinder freien Eintritt in Reykjavíks Bäder bekommen.“ Gnarrs Beliebtheit in großen Teilen der Bevölkerung erklären diese recht konventionell durch höhere Steuern und Lebenskosten erkauften Erfolge aber nur zum Teil. „Mir imponiert nicht so sehr, was er tut, sondern welches Klima er in Reykjavík verbreitet“, sagt Bryndis 77
Sollten Zweifel an seiner AmtsfĂźhrung keimen: Gnarr hat die Stadtfinanzen saniert, die Energieversorgung in Ordnung gebracht und das Vertrauen der Menschen in die Politik wiederhergestellt.
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„Ich bin jetzt dreißig. Jón Gnarr ist der erste Politiker in meinem Leben, dem ich glaube.“ Gunnarsdóttir, Kellnerin in einem Café auf Reykjavíks Flaniermeile Laugavegur. Haukur Magnusson, Redakteur bei der populären Stadtzeitung „The Reykjavík Grapevine“, formuliert es noch ein bisschen drastischer: „Ich bin jetzt dreißig. Gnarr ist der erste Politiker in meinem Leben, dem ich glaube, was er sagt.“ Um zu verstehen, was die beiden meinen, muss man Gnarr nur einen typischen Arbeitstag lang begleiten. Zu einer Pressekonferenz mit US-Journalisten zum Beispiel, die er für Reykjavíks neues Wahrzeichen „Harpa“ begeistern soll. Die todschicke Konzert- und Veranstaltungshalle will Orchester und Kongresse aus aller Welt anlocken, und die Reporter sind hier, um sich die Argumente des Bürgermeisters dafür anzuhören. Doch Gnarr ist keiner, der gerne Erwartungen erfüllt. „Ich fand Harpa schon immer schrecklich“, leitet er die Präsentation ein. Dann erzählt er die ganz und gar unvorteilhafte Hintergrundgeschichte vom Konkurs des Bauherrn während der Errichtung, den Protesten der Bevölkerung, den Millionen, die die Stadt springen lassen musste und seiner schlussendlichen Versöhnung mit dem Projekt. Die Journalisten nicken. So ein Verkaufsgespräch haben sie noch nie gehört. Außerdem sagt Gnarr bei der Pressekonferenz viele andere Dinge, die man von Politikern so noch nie gehört hat: „Das weiß ich nicht“ zum Beispiel oder „Gute Idee, das schreibe ich mir auf“. Zwischendurch lenkt ihn das T-Shirt eines Reporters vom Thema ab. Weil es ein Filmmotiv aus „The Big Lebowski“ zeigt, verheddert sich Gnarr in einem langen Monolog über seine Verehrung des gleichnamigen Films der Coen-Brüder und seinen kürzlich erfolgten Beitritt zur „Church of the Latter-Day Dude“ (die dem Hauptdarsteller dieser Komödie huldigt). Irgendwann wird er gefragt, ob die Öffentlichkeit von ihm als gelerntem Spaßmacher zu jedem Thema einen witzigen Kommentar erwartet. „Ja“, sagt er. Und hält die lange Stille bis zur nächsten Frage aus. Danach muss er zurück in sein Großraumbüro, das auf den lauschigen Stadtteich Tjörnin blickt. Pazifist Gnarr, der unlängst die traditionelle Begrüßung eines deutschen Marinekriegsschiffs verweigerte, nennt das unüberblickbare
Chaos seinen „War Room“. Aktenordner stapeln sich neben iPads und alten Zeitungen. Aus Lautsprecherboxen dringt elektronisches Gewummere von irgendeiner der angesagten isländischen Bands. Hier arbeiten die Frauen und Männer von Gnarrs Team, Leute mit Phantasie im Kopf und Wut im Bauch. Einer von ihnen ist Einar Örn Benediktsson, der in den 1980ern zusammen mit Björk die legendären Sugarcubes gegründet hat. Um ihn in Rage zu bringen, muss man nur ein beliebiges Zitat der Opposition erwähnen, das die Worte „Beste Partei“ und „inkompetent“ enthält. „Fuck them!“, bricht es dann aus ihm heraus, „sie haben unser Land in die Pleite gefahren. Wie viel inkompetenter als das kann man sein?“ Björn Blöndal, so etwas wie Gnarrs rechte Hand, sitzt zwei Schreibtische weiter. Er ist eigentlich Bassist der isländischen Kult-Metalband Ham und sieht aus wie ein Wikinger, den man in einen Maßanzug gesteckt hat. „Ich habe keine Zeit mehr für meine Musik, meine Freunde und meine Familie“, sagt er, „aber das ist die Sache wert.“ Die meisten im Raum haben die gleiche Vorgeschichte wie Gnarr: Man kennt sich aus der isländischen Punk- und Künstlerszene (Gnarr lernte dort auch
Erwachsenen im Bus, wann sie zuletzt Sex hatten. „Mein Kopf ist wie Heathrow“, sagt er, „dauernd kommt und geht etwas Neues.“ Gehörig aus der Ruhe gekommen sind auch Gnarrs politische Gegner. Für Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurðardóttir von den Sozialdemokraten war sein Wahlsieg „ein Schock“. Seit einem Jahr verharrt die Bundespolitik folgerichtig in Starre: Die Regierungskoalition ist hoffnungslos zerstritten, schiebt Neuwahlen aber vor sich her – nur weil Gnarr seine landesweite Kandidatur noch nicht ausgeschlossen hat. „Ich weiß nicht, ob ich kandidieren werde, ich weiß noch nicht mal, ob ich Bürgermeister bleiben will“, sagt er. „Es gibt ein paar Tage, an denen es Spaß macht, es gibt ein paar Tage, an denen ich es bereue, und es gibt viele Tage, da ist es eine Mischung aus beidem.“ Neulich hat Gnarr sein zentrales Wahlversprechen gebrochen: jenes, alle Wahlversprechen zu brechen. „Ich will mich jetzt wirklich dafür einsetzen, dass Islands Zoo einen Eisbären bekommt“, sagt er. „Denn jedes Jahr landen drei oder vier Tiere nach 900 Kilometern im Eismeer völlig entkräftet in Island, und jedes Mal werden sie sofort gnadenlos abgeknallt. Was soll denn das für eine PR für unser Land sein? Ich will, dass sie künftig lebend gefangen, im Zoo aufgepäppelt und dann per Schiff zurück nach Grönland gebracht werden.“ Das könnte, kalkuliert Gnarr, sogar dem Tourismus nützen: „Sobald wir den Ruf des eisbärenfreundlichsten Landes der Welt haben,
„Mein Kopf ist wie Heathrow. Dauernd kommt und geht etwas Neues.“ seine Frau Jóga kennen, die beste Freundin von Popstar Björk) und hatte mit Politik bis vor eineinhalb Jahren wenig am Hut. „Die Idee, dass Wildfremde über mein Leben bestimmen können, habe ich immer abgelehnt“, sagt Gnarr. Darum sei er auch im Herzen Anarchist geblieben. „Aber ich kann allen politischen Strömungen etwas abgewinnen, außer den ganz unappetitlichen.“ Wenn er den Revolutionär gibt, sagt Gnarr Sätze wie „Ich verfolge einen langfristigen Plan zur Zerstörung des Systems“. Wahrscheinlich ist aber auch das nur Ausdruck seiner Leidenschaft zu provozieren. „Ich bin ja mit allem, was ich je getan habe, angeeckt“, sagt er, „das war schon als Kind so.“ Mit zehn las er Kafka, träumte von einer Karriere als Zirkusclown und fragte die
können wir jedem einzelnen Touristen Eisbären-Postkarten und Eisbären-Stofftiere verkaufen.“ So virtuos er zwischen Ernst und Ironie hin- und herzappt, so verwirrt lässt Gnarr seine Zuhörer zurück. Was ist Ernst, was ist Satire, und wie viel von beidem braucht Politik? Für Gnarr scheint es da nur eine Antwort zu geben: von beidem so viel wie möglich. „Die ‚Beste Partei‘ hat noch eine Menge zu tun“, sagt er mit einem Hauch von Pathos in der Stimme, „doch leider sehe ich für manche unserer Projekte völlig schwarz.“ Bedeutungsvolle Pause. „Das drogenfreie Parlament bis 2020 zum Beispiel: Da sind wir noch keinen Schritt weitergekommen.“ www.visitreykjavik.is
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Erleben Sie hautnah mit, wie Red Bull weltweit Topathleten, Musikern und anderen Künstlern Flügel verleiht. Momentum vermittelt Einblicke in die Persönlichkeit der Ausnahmeathleten und stellt ihnen die Frage: What drives you? ServusTV ist in Deutschland, Österreich und in der Schweiz über Satellit, Kabel und IPTV frei empfangbar. Kostenfreie Service-Hotline 0800 100 30 70 oder www.servustv.com
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Body Inhalt 82 REISE-TIPP Tomatenschlacht in Spanien 84/85 KULINARIK „Ikarus“-Team, „Canja de galinha“ 86 GET THE GEAR Chuck Berry 88 TRAINING Aaron Hadlow 90 CLUB & OUT NOW 91 TAKE 5 The Horrors 92 TOP-SPOTS 94 SAVE THE DATE 96 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV
bild: KolesKy/NiKoN/Red bull coNteNt pool
98 KOLUMNE mit Christian Ankowitsch
Hier fliegt der fünffache Weltmeister im Kitesurfen. Was Aaron Hadlow sonst noch macht, um sich fit zu halten, lesen Sie auf Seite 88.
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Come on, Ketchup
La TomaTina. Elf zentrale Fragen zum sicherlich sinnbefreitesten, aber möglicherweise lustigsten Sommerfest der Welt: der Tomatenschlacht La Tomatina in der ostspanischen Kleinstadt Buñol Ende August.
Wo wird geworfen? La Tomatina steigt in Buñol, das ist ein 10.000-Einwohner-Städtchen knapp 40 Kilometer westlich von Valencia. Buñol hat dank des Festes erstens weltweite Bekanntheit erlangt und durchlebt zweitens innerhalb weniger Stunden eine bemerkenswerte Wandlung, auch in den Augen Kunstkennender: Vor La Tomatina sieht es aus wie ein christo-Objekt (Häuser werden zum Schutz in große Planen und Folien verpackt), nach dem Fest wie ein monumentalwerk von Hermann Nitsch.
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Wann wird geworfen? Jährlich am letzten mittwoch des August (2011 fällt dieser auf den 31.).
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das Fest zeigt über die Jahrzehnte auch die Entwicklung spanischer Behörden in Sachen Humorbegabung und Sensibilität für touristische Attraktionen: La Tomatina war bei ihrem Beginn im Jahr 1945 verboten, wird seit 1959 behördlich geduldet, seit 1975 von der Stadtverwaltung aktiv unterstützt und seit 1980 von ihr sogar veranstaltet. Selbst die Tomaten sponsert mittlerweile die Stadtverwaltung. (in den frühen Jahren mussten die Teilnehmer die „munition“ selbst mitbringen.) Wann genau wird geworfen? Anfang und Ende werden durch einen selbst im infernalischen Schlachtenlärm Buñols unüberhörbaren Böllerschuss markiert. La Tomatina dauert von Punkt 11 bis Punkt 12 uhr. Andere menschen vor 11 oder nach 12 uhr mit Tomaten zu bewerfen wird in Buñol als ebenso wenig originell empfunden wie im rest der Welt.
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Der Sinn der Veranstaltung? La Tomatina ist Teil des Volksfestes von Buñol, das dem Heiligen Sant Lluis Bertrán und der heiligen Jungfrau mare de déu dels desemparats gewidmet ist. La Tomatina selbst huldigt aber weder einem Schutzheiligen der Tomate noch formuliert es ein politisches Statement für oder gegen rot. man trifft sich einfach, um einander mit Tomaten zu bewerfen.
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Wo kommen die Tomaten her? die werden mit Lastern in die Stadt gebracht. im Vorjahr waren es mehr als 100 Tonnen, bei über 30.000 Teilnehmern macht das rund drei Kilo munition pro Nase. damit lässt sich schon so manches T-Shirt in sattes rot tauchen.
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Ist es nicht bedenklich, mit Lebensmitteln zu werfen? Grundsätzlich schon, natürlich. Aber der Ausnahme La Tomatina wegen braucht niemand ein schlechtes Gewissen zu
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BiLdEr: BiEL ALiNO/EPA/PicTurEdESK.cOm(4), mANuEL BruQuE/EPA/PicTurEdESK.cOm
Worum geht’s? mehrere zehntausend menschen (im Vorjahr waren’s über 30.000) aus aller Welt treffen sich, um einander mit überreifen Tomaten zu bewerfen. das Fest heißt La Tomatina.
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Drei Zugänge zum Thema Schutz vor Tomaten: Häuser (links oben), Köpfe (rechts unten) und Augen (rechts oben).
Auf und dAvon Der reise-Tipp Des MonaTs
haben: Als Tomate qualifiziert man sich für die Teilnahme an La Tomatina erst im Stadium der Überreife. Anreisen? Schlafen? Ganz einfach individuell: Flug nach Valencia, den rest mit mietwagen, Bus oder Bahn. Erfahrene Tomatenschlachtenbummler empfehlen, zur korrekten atmosphärischen Einstimmung im rahmen des laufenden Volksfestes schon den Vorabend in der Stadt zu verbringen und die Nacht durchzumachen, weniger ein Akt des freien Willens als der Alternativlosigkeit: Es gibt in Buñol nur eine Handvoll Quartiere. die Organisatoren selbst raten dazu, in Valencia zu übernachten und frühmorgens anzureisen. Was die Wiedererlangung halbwegs zivilisationstauglichen Aussehens für die rückreise nach Valencia betrifft: die Bevölkerung von Buñol hat Spaß daran, die Teilnehmer der Tomatenschlacht nach deren Ende mit Wasserkübeln und
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Schläuchen zu säubern. Auch die Feuerwehr beteiligt sich mit Löschwagen daran, was die Straßen Buñols in wahre Sturzbäche kalter Tomatensuppe verwandelt. Regeln? Existieren in überschaubarer Zahl und Komplexität. die wichtigsten: Flaschen und andere Gegenstände, die im Tumult gefährlich werden könnten, zu Hause lassen. Fremde menschen nicht an T-Shirts oder Hemden reißen. (diese regel wird jedoch – und zwar geschlechtsunabhängig – nur lückenhaft befolgt.) und: die Tomaten vor dem Wurf zerdrücken. (diese regel zu befolgen ist Ehrensache und dient der Verletzungsprophylaxe.)
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Equipment? Wer sich als perfektes Opfer zu erkennen geben möchte, trägt designerhemd und teure Sonnenbrille. der Kenner trägt Badesandalen und (unbedingt weißes!) altes T-Shirt. manche Teilnehmer
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suchen ihr Heil in Badehauben und Taucherbrillen. Badehauben mögen dafür sorgen, dass wenigstens ein kleiner Teil des Körpers um 12 uhr nicht tiefrot eingefärbt ist, Brillen hingegen sind schon nach minuten hoffnungslos tomatiert. Irgendwelche anderen, hm, Voraussetzungen für die Teilnahme? Wer Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt, nicht gerne durch knöcheltiefen Tomatenmatsch watet oder sich als Teil einer drängenden und kreischenden menschenmasse unwohl fühlt, wird an La Tomatina keine Freude haben: Buñol sieht während des Festes so aus, wie eine 10.000-Einwohner-Stadt eben aussieht, wenn mehr als 30.000 Leute 100 Tonnen Tomaten durch die Gegend werfen.
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Die offizielle Website informiert lückenloser auf Spanisch als auf Englisch, aber tatsächlich hilfreich bei der Reisevorbereitung ist die Pinnwand des FacebookAuftritts des Fests: Fragen werden prompt, fachkundig und freundlich beantwortet. www.latomatina.es
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DIE BESTEN KÖCHE DER WELT ZU GAST IM HANGAR-7
Heimspiel im Hangar-7
Statt eines Gastkochs: Einmal im Jahr übernimmt das Stammteam des „Ikarus“ selbst das Kommando.
Mozzarella – Tomate
BUCHTIPP
UNSER RESTAURANT Ikarus Red Bull Hangar-7 Wilhelm-Spazier-Straße 7A 5020 Salzburg www.hangar-7.com „Eigentlich sind wir ein Flughafenrestaurant“, sagt Trettl. „Allerdings kein normales.“ Der Hangar-7 kombiniert Haubenküche mit Exponaten aus Sport, Kultur und Fliegerei. Neben dem Gastkochmenü bietet das „Ikarus“ außerdem ein eigenes und ein vegetarisches Menü sowie den täglichen Business Lunch.
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„Smart Food“ von Roland Trettl. Die kleinen Leckerbissen der hauseigenen „Mayday-Bar“ können Sie ab sofort auch zu Hause nachkochen. Der Hangar-7 und Roland Trettl präsentieren 136 Gerichte, die alles fürs Gehirn („Brain Food“), die gute Stimmung („Mood Food“) und die Attraktivität („Beauty Food“) Notwendige liefern. Erhältlich ist das Buch für € 29,90 im OnlineShop auf www.hangar-7.com.
Das Team des Hangar-7 Diese Herren sind für die Küche und den Service im „Ikarus“ zuständig: Serviceleiter Ondrej Kovar, Küchenchef Martin Klein, Executive-Chef Roland Trettl, Sous-Chef Jörg Bruch (hinten, v. li.), Restaurantleiter Matthias Berger und der zweite Sous-Chef Tommy Dananic (vorn, v. re.). Informationen zu den Menüs finden Sie unter www.hangar-7.com, Reservierungen sind telefonisch (unter +43 662 2197-77) und via E-Mail möglich: ikarus@hangar-7.com. Besuchen Sie uns auch auf Facebook: www.facebook.com/hangar7
TEXT: LISA BLAZEK. BILDER: HELGE KIRCHBERGER/RED BULL HANGAR-7 (3), GERALD RIHAR/RED BULL HANGAR-7 (1)
Elf Monate im Jahr komponieren Spitzenköche aus aller Welt die Menüs des Restaurants „Ikarus“. Jeweils im Festspielmonat August, in dem internationales Publikum besonders zahlreich in Salzburg weilt, kochen die Hausherren rund um Executive-Chef Roland Trettl ihre eigenen Rezepte. „Wir haben uns diesen Sommer die Aufgabe gestellt, das Produkt und seinen Eigengeschmack in den Mittelpunkt zu rücken. Was das heißt? Dass wir zum Beispiel Steinbutt mit dem eigenen Sud und Fischöl servieren.“ Es gibt keine Beilagen, die vom Geschmack ablenken, jedes Gericht steht für sich selbst. Ihren besonderen Charme beziehen die Speisen aus ihrer liebevollen Präsentation und außergewöhnlichen optischen Umsetzung. Was einfach „Mozzarella – Tomate“ heißt, entpuppt sich am Teller schon mal als Schwarzwälder Kirschtorte (siehe Bild). Die simple Beschreibung ist volle Absicht. Trettl: „Oft klingen Speisen auf der Karte zu kompliziert und lenken vom Kern der Speise ab.“ Nicht so im Hangar-7: Hier gibt es zum Beispiel „Garnele mit Grünzeug“, „Thunfisch und Rote Beete“ und „Kirsche und Schokolade“. Klingt köstlich, schmeckt auch so. Wie das im Einzelfall aber tatsächlich aussieht, ist Gang für Gang eine neue Überraschung.
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Die besten Köche Der Welt
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Zu Gast im HanGar-7
On vendrer alit praestis dion et
Daniel Humm. El ut seller aliquat. Ut praestrud digna facipsummy non velis elesequisi tat, sent nulla
On vendrer alit praestis dion et, quipit ing ea alis ad el ut aliquat. Ut praestrud digna facipsummy non velis elesequisi tat, sent nulla amcon velenit volor susciliquis nim venisim volum quat aut nosto eugiat. Unt adio odionulla feugait wis non eugiat, vero od ercidunt essi.Ex et acilla feum veleniat. Ed min et dolore magniss equiscilla augiam, sit, commy num velesto conse modit irit lummolobore mod tincidunt iusci tet prat. Am, commolorero elesto erci blaortisit wisi. Liqui tet voloreetummy nim zzriliquip enim quatie dolortio od tet loborperilis nulluptatue diat, conum quation sequamet nonsecte consed tet pra esequi enibh eliquat.Ulputpat irilit ate er alissi. Gait, quamconse dolor suscipi scilit niat. Ulla commy niscil inisit ut ad min henis et adit alit nisl ero od del iustis nit vero commy nulputpate dolor ipsum augait lum inis nit amconummodo consequismod dolese ex ex et vel utatuer acilit eum vendiat nos aliquam zzriustrud tin utate conse ent ea feugiam, coreet dolent lore con utem et, si. Im euguero con ut aciduis nulluta tuerosto od tionsequat, si. Liqui tet voloreetummy nim zzriliquip enim quatie dolortio od tet loborperilis nulluptatue diat, conum quation sequamet. Enisim volum quat aut nosto eugiat.
GeschmacK von Welt nationalGericHte Zum nacHkocHen
Meine pHilosopHie
Das Rezept
Ibh et alit at. Aciliquat, conse min henim quis et luptatinis nullandigna facin vulCanja De galinHa. Die kräftige Hühnersuppe Zutaten für 4 Personen: 2 reife Tomaten put vel ute mincidunt adigna feuguer (ca. 1,5 kg) mit 2 Stangen Sellerie, in dünne summy nos atumsandiate1 Suppenhuhn consequis ist auf den Kapverden bei Hochzeiten und Innereien Scheiben geschnitten nullan hendre minciduisl dolut adiamet Verkühlungen gefragt. 3 ELdunt Butter 150 g Langkornreis ut ing esequis num autet lore num 3 ELdoluptat. Olivenöl Salz zzrit er sit nullamcon ea facil In welche Richtung diese Suppe ihren Weg dentatisciduip euissequam, 2 rote Chilischoten Pfeffer Pateüber exer sed Atlantik nahm, ist nicht restlos geklärt. quam Fest steht jeden 1 mittlere Zwiebel, fein gehackt 2 Zweige Minze augait, consequat erci te modoTL grobes Meersalz 4 EL gehackte Petersilie lobor sisit vel utpat, con 1elessendre falls, dass sie in Portugal und Brasilien gleichermaßen Mein RestauRant 2 Knoblauchzehen Saft von 1 Zitrone faccum do dolorem conumbeliebt war – und unterwegs auf dem Seeweg auch die nos augiat, mo dolendio odipissit amet lummy Name Restaurant Kapverdischen Inseln eroberte. Peter II., Kaiser von Brasi nullum nos nim vel er inHuhn utat. Ut ip in 10 bis 12 At,Stücke con el ip et, veratInnereien ut illametwie atie modipisim häuten, zerteilen, Magen und Name Restaurant lien, pflegte Canja de galinha als Mahlzeit zwischen dem eugiat. Duipisis aliquat volore do odoloreet ipit acil tiefen ut irit iustrud molor Lebercommy ganz lassen. Olivenöl und Butter in la einer Pfanne erhitzen, Straßeweg 00zweiten und dritten Akt eines Theaterstücks zu essen. nulputpat nullandreet, consecte dolordarin anbraten iure faccum iriurem verat niat lore dolortis Hühnerteile und wieder herausnehmen. Sellerie, ent12345 Ort Stadt Die Vorstellung ging erst weiter, nachdem der Kaiser zu sectem adipsusci blam, verit, venisi bla alisci tie dolobore ionulla kernte und gehackte Chilischoten, Zwiebelfeugiat sowie die mit core etwasdelit, growww.adresse.com commy nonummo dionulpute dolorero fein gehackten Ende gelöffelt hatte. Später wurde Canja de galinha demo conulput velestrud et atdazugeben et, sequip et alisl eum bem Meersalz Knoblauchzehen und glasig eugiamcore con henit eugait, qui tet, Am, commy nulla facillanund utpatet volor deliquis nonumsa er atuer dünsten. Tomaten schälen, entkernen undndipsustrud grob würfelntieund mit 2 si EL kratisiert sehr oftiliquis in Krankenhäusern zur Labung conummozu dolorer faccumund del geschrotetem nim doloreet nonullaortio diat, si tat acinauch ut auf den Kapverden ero consequat tat acil euipsusto Petersilie Pfeffer invelisse die Pfanne rühren. Huhnconse wieserviert. Huhn gehört den irit fürlore eu dolummy nis eriure doloreder cordazugeben, siscidunt mit Wasser nim nis nim zzriustisit alit alit, quis doloreet eugait, conse min bedecken undutat. eine knappe Stunde sanft die ärmere Bevölkerung am ehesten verfügbaren Fleisch lorer augait amcore feum vel in elesto consequisl Olorem zzrilisi. Uguervom sit wisisit nonsed tem köcheln lassen. Hühnerteile herausnehmen, Knochen lösen, speisen, weshalb dieuipsum Suppe heute längst ein National dit vendion sequatio odolobo reriliq quisi. Innereien würfeln und warmstellen. Reis mit 2 Tassen Wasser in die gericht ist, das beiaccum Verkühlungen den Körper kräftigen il elessisit lut inibh et, quisim verit zzIgnismoHühnerteile lobore velestrud min etum non Pfanne geben und garkochen. wiedermod dazugeben, Suppe soll. ipsummo Ganz andere Kräfte riliquis nonsectem luptatu mm allerdings scheint die Suppe als lor ipsuscilund iriusci lluptat, sit nit exer il kurz ziehen lassen undeugait mit Zitronensaft Salz abschmecken. Mit grob gezupfter Minze und weiteren 2 EL Petersilie bestreuen. obligates Gericht bei Hochzeiten zu beschwören.
Die Gastköche im Hangar-7
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text: klaus kamolz. Bild: fotostudio eisenhut & mayer
Heilende Suppe
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GET THE GEAR
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DIE AUSRÜSTUNG DER PROFIS
Ein Mann für alle Fälle
CHUCK BERRY. Der Skydiver aus Neuseeland bastelt Flugzeuge, fotografiert im Sturzflug und hackt sich danach den Weg nach Hause frei. (Ob er auch Gitarre spielt – wie sein Namensvetter –, wissen wir leider nicht.)
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1 Statikseil Dieses 600 Meter lange Seil brauche ich, um mich an Felswänden abzuseilen. Ich bin ein Entdecker: Seil und Klettergurt bringen dich an Plätze, die du sonst nicht erreichst.
2 Rans S6 Microlight Ich habe zwei Jahre lang an meinem Zweisitzer-Flugzeug gebaut. Vor kurzem habe ich den Jungfernflug absolviert. Der Vogel fliegt sich großartig. 3 Nikon D70 Digital SLR Von meinen Stunts brauche ich Fotos. Und anständige Bilder bekommst du nur mit einer anständigen Kamera.
4 Videokamera Auf meinen Helm habe ich mir eine Canon-HF10-Kamera montiert, um meine Sprünge in High Definition festzuhalten. 5 Dynamikseil Dieses Seil ist nur 60 Meter lang, superleicht und sehr praktisch. Denn auf den meisten Touren gilt: je weniger Gewicht, desto besser.
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BILD: GRAEME MURRAY/RED BULL CONTENT POOL
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11 6 Charlet-Moser-Eispickel Diese Firma baut großartige Werkzeuge für Eiskletterer. Aber auch im Busch leisten die Dinger gute Dienste. Du kannst dich in eine Eiswand hängen oder an Ästen festhaken. Manchmal benutze ich nur einen Pickel, aber in schwierigem Terrain brauchst du beide.
7 Gerber-Survival-Axt Äußerst hilfreich, wenn du dir den Weg durch dichtes Gestrüpp freihacken musst. Eine Axt ist sowieso das nützlichste Überlebenswerkzeug: Denn egal, wo du dich draußen herumtreibst, Feuerholz brauchst du immer. Bei diesem Modell befindet sich zusätzlich ein herausziehbares Messer im Griff.
8 Sauerstoffsystem Ich will mit meiner Microlight natürlich hoch hinaus. Wenn du länger als 30 Minuten über einer Höhe von 3000 Metern fliegst, brauchst du Sauerstoff. 9 Klettergurt Ich benutze den Petzl-„Guru“Felsenklettergurt. Das ist ein verlässliches Allroundmodell.
10 Skydiving-Equipment Meine Wahl: ein „Wings“-Gurtgeschirr- und Container-System mit einer 204-Quadratmeter-BASE-Fallschirmkappe. Ich besitze außerdem einen 204-Quadratmeter-Ace-Fallschirm sowie einen Icarus VX für High-Speed-Manöver. Und dann gibt’s da noch die anderen Schirme, mit denen meine Hütte vollgestopft ist.
11 Schuhe Die Five Ten Exum haben Gummisohlen und eignen sich perfekt zum Klettern. Chuck Berry fliegt: de.redbulletin.com/berry
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Schirm-Herrschaft Hadlows Trainings-Mottos: Lieber ein paar Stunden mehr am Wasser als endlose Einheiten auf dem Laufband. Und: Der Mensch braucht genügend Schlaf!
workout Trainieren wie die Profis
Höhenflüge auf solider Basis
AAron HAdlow. Das Berufsleben des fünffachen Kitesurf-Champs besteht aus Reisen an die Traumstrände dieser Welt – und gezielter Schinderei.
Aaron Hadlow: „Mein Job? Alles andere als Urlaub.“
Für einen 22-Jährigen liest sich die Bilanz nicht schlecht: Fünf Weltmeistertitel hat Englands Kitesurf-Wunder Aaron Hadlow bereits in der Tasche. Wer wie Hadlow mit innovativen Tricks punkten will, braucht aber solide konditionelle Grundlagen: „Natürlich gefällt es mir, um die Welt zu reisen – ich bin immer auf der Jagd nach dem Wind. Aber mein Job ist alles andere als Urlaub. Du musst dich im Training täglich überwinden, um dich körperlich weiterzuentwickeln.“
Mein Tipp: die TV-und-Sofa-Methode Die Arbeit hört nicht auf, nur weil man den Kiteschirm weglegt. Dank Papas Videokamera übt Hadlow auch im Wohnzimmer. Seit seinem zehnten Lebensjahr verfeinert Aaron Hadlow sein Trick-Repertoire am Wasser. Doch die besten Einfälle hat er oft am Trockenen: „Seit meiner Kindheit filmt mein Vater meine Trainingseinheiten mit. Es ist gar nicht so einfach, die Vorstellungen, die man im Kopf hat, in der Realität umzusetzen. Aber wenn man sich das Ganze auf Video ansieht, sieht man die eigenen Bewegungen aus einer neuen Perspektive.“ Heutzutage sind Hadlows Videos nicht mehr nur fürs eigene Wohnzimmer, sondern für ein größeres Publikum bestimmt: „Ich lade immer frisches Material auf meine Website hoch, damit meine Fans sehen, was ich gerade mache. Dabei überlege ich mir immer neue Schauplätze oder Arten der Inszenierung – was eine reizvolle Herausforderung ist.“
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Dienstag Tagwache: 10 Uhr. Eine Stunde Fitnesstraining mit Fokus auf den Oberkörper: Brustpressen, Bankdrücken und Gewichtheben mit leichten Gewichten. Am Nachmittag: zwei Stunden Wakeboard-Training im Cable Park. Diese Form des Trainings (bei der man von einem Lift übers Wasser gezogen wird) ist optimal, wenn es fürs Kitesurfen zu wenig Wind gibt. Mittwoch Tagwache: 9 Uhr. Eine Stunde Fitnessprogramm für Rücken und Schultern: 15 Minuten Aufwärmen am Ergometer, danach 45 Minuten Training
mit freien Gewichten. Am Nachmittag: zwei Stunden WakeboardTraining im Cable-Park. Donnerstag Tagwache: 9 Uhr. Treffen mit Freunden für ein 40-minütiges Fußballmatch zum Aufwärmen, gefolgt von zwei bis drei Stunden Kitesurfen. Freitag Tagwache: 10 Uhr. Eine Stunde Fitnessstudio mit dem Programm von Montag. Am Nachmittag: Ausdauertraining bei einem zweistündigen Fußballmatch, gefolgt von einer einstündigen Kitesurf-Einheit. Samstag Tagwache: 10 Uhr. Eine Stunde Fitnessstudio mit Fokus auf den Oberkörper (siehe Dienstag). Zwei Stunden WakeboardTraining im Cable Park, danach zwei Stunden Kitesurfen. Sonntag Eine Stunde Fitnessstudio mit Konzentration auf Rücken und Schultern (siehe Mittwoch). Danach: Aufwärmen fürs Kitesurfen mit einem 40-minütigen Fußballmatch und zwei Stunden KitesurfTraining. www.aaronhadlow.com
Und jetzt: Standbild! Hadlow setzt auf Videoanalysen.
TExT: RUTH MoRGAN. BilDER: RiCK GUEST/RED BUll CoNTENT Pool, KolESKy/NiKoN/lExAR, JUliEN CRoSNiER/RED BUll CoNTENT Pool
Körperspannung, Kreativität, Kraft: So hebt ein Weltmeister ab.
Montag Meistens stehe ich um 10 Uhr auf (ich weiß, das ist nicht besonders früh, aber in meinem Sport ist früh aufzustehen Gott sei Dank nicht wichtig), danach gibt es ein gesundes Frühstück mit Früchten und Joghurt. Am Vormittag geht es für eine Stunde ins Fitnessstudio. Mein Programm dort: 15 Minuten Ergometer, danach Schnellkraft- und Gleichgewichtsübungen, danach Kniebeugen, Ausfallschritte und Stretching. Am Nachmittag: Eine zweistündige KitesurfSession – es gibt kein besseres Training.
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„Es war wie bei ‚Big Brother‘“
OUt nOw
FrIscHware am Plattenteller
CanseI de ser sexy. So geht bandcamp auf brasilianisch: entspannen und gleichzeitig Party-bomben aus dem Ärmel schütteln.
Strandbar mit Dalí und Gaudí
BESt CLUBS Im Herzen der dIscokugel
IbIza, Odessa. Strand, Sonne und Surrealismus: der beste Club der ukraine vereint all das. und bringt ibizenkisches Flair ans Schwarze Meer.
Ihr habt den Club eröffnet … … weil die gegend hier was von Spanien hat. und wir es uns zur aufgabe gemacht haben, den ukrainern eine authentisch ibizenkische Party-atmosphäre zu bieten. Ihr habt euch für diesen Teil von Odessa entschieden … … weil das arcadia-Viertel in der altstadt im Sommer von leuten nur so wimmelt – und wir sind der Mittelpunkt. Von außen sieht das Ibiza … … wie ein gebäude aus, das antoni gaudí gemeinsam mit Salvador dalí gestaltet haben könnte. Betrittst du den Club … … siehst du als erstes schöne Menschen, die Sterne und das Meer in weniger als hundert Meter entfernung. Los geht’s … … kurz nach Mitternacht.
der dancefloor bleibt bis sechs uhr morgens gefüllt, die Strandbar sogar bis acht. Um am Türsteher vorbei zukommen, solltest du … … adrett gekleidet und gut gelaunt sein. Der beste Drink, um die Nacht zu beginnen … … ist der energy Mojito: granatapfel-Mojito, Red bull und Wodka oder Whiskey. Voll ist’s wenn … … 2500 leute tanzen. Vom Tanzen ausruhen kann man sich … … vorne am Strand. am besten bei Sonnenaufgang. Den besten Nachtsnack nach der Party gibt es … ... im Palace del Mar, keine 300 Meter entfernt. Ein Taxi zurück ins Stadt zentrum kostet … … fünf bis zehn euro. Wordrap: Alezander Mazurik, Art Director, Ibiza Club Ibiza Club Plyazh (= Strand) „Arkadiya“, Odessa, Ukraine +380 48 777 0205 www.ibiza.ua
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CSS sind Luiza Sá, Ana Rezende, Carolina Parra, Adriano Cintra & Lovefoxxx
text: Ruth MoRgan. bildeR: MaRiana Juliano (1)
Weiße Wonne in Odessa
glücklichen Phase. Wir haben 2003 gründeten vier junge schwierige Zeiten überwunbrasilianerinnen plus ein den, sind uns aber immer Quotenmann eine band. Vor treu geblieben. Jetzt fühlen allem als ausgleich zu ihren wir uns frei. Jobs in Mode und Medien. Schreibt euer Schlagzeuger als Cansei de Ser Sexy (CSS) Adriano immer noch den vermählten sie Punk, KuhGroßteil der Songs? glocken-Funk, Synthies und ana rezende: Wir haben beats – und landeten mit ihdiesmal sehr intensiv zusamrer ersten Single prompt auf mengearbeitet. das lag darder höchsten Charts-Position, an, dass wir ein Jahr lang die eine brasilianische band gemeinsam in einem haus in je in den uSa erreicht hat. São Paulo gewohnt beide it-giganten, haben. es war wie bei apple und Microsoft, „big brother“. verwendeten „Music Das Album ist voller is My hot hot Sex“ Ohrwurmmelodien, für ihre Werbespots, ja strahlt geradezu eine lange Welttourvor positiver Energie. nee folgte. letztes „La Liberación“ lovefoxxx: Yeah, Jahr legten CSS erst ich kann es kaum erwarten, mal die beine hoch, um nun die Songs live zu spielen! einen „befreiungsschlag“ zu ich wollte texte schreiben, tun: „la liberación“. die mich selbst dann noch red bulletin: Ihr seid Bra begeistern, wenn ich sie für silianer, singt aber meist ich weiß nicht wie lange jede auf Englisch. Euer neuer nacht singen muss. und ich Albumtitel ist spanisch. hoffe mal für mich selbst, lovefoxxx: uns hat einfach dass mir das gelungen ist. die idee von „la liberación“ gefallen: Freiheit ist für uns unmittelbar mit glück verCSS: „La Liberación“ (V2) bunden, und nach acht geerscheint am 19. August 2011. meinsamen Jahren befinden Einen Vorgeschmack gibt’s auf csshurtssuxxx.blogspot.com wir uns gerade in einer sehr
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Kraftwerk: „The Catalogue“ Josh: Kraftwerk hatten immer einen Rieseneinfluss auf uns. Wie sie Melodien einsetzen, mit Stille spielen, hat gerade unser neues Album sehr geprägt. Es ist schwierig, ein Album aus ihrem großen Schaffen herauszugreifen, deswegen entscheiden wir uns für ihre Sammlerbox. Tom: Sie haben so viele Genres begründet. Durch sie bin ich auf Synthesizer gestoßen. Für mich sind Kraftwerk wichtiger als die Beatles.
tAKE FIVE welcHe musIk musIker HÖren
„Kraftwerk sind wichtiger als die Beatles“
John Lennon: „Imagine“ Josh: Das ist pure Inspiration. Ich hab mir Lennons Solozeug eigentlich nie wirklich angehört, bis ich auf den Film „Gimme Some Truth“ gestoßen bin. Eine Doku über den Entstehungsprozess von „Imagine“. Die Person Lennon hat mich in dem Film sehr fasziniert. Danach habe ich mir alle seine Alben besorgt und sie prominent im Plattenregal platziert.
TExT: ArNO rAffEINEr. BILDEr: xL rECOrDINGS (1)
THe HOrrOrs. neil Young ist der grund dafür, dass es gitarren auf ihrem neuen album gibt, Kraftwerk hat ihr leben umgekrempelt: englands frischeste indie-band offenbart ihre fünf wichtigsten inspirationsquellen.
eine band, die ihren Sound perfekt verkörpert: auf der bühne tragen the horrors Schwarz, reichlich eyeliner und ihre haare toupiert. entsprechend düster fiel das debütalbum „Strange house“ (2007) aus. ein lärmiger, aufbrausender höllenritt. beim nachfolger „Primary Colours“ zeigte sich das Quintett von seiner ruhigeren, psychedelischen Seite, was the horrors 2009 eine Mercury-Prize-nominierung einbrachte. ihre neue, „Skying“, steht pressfrisch in den Plattenläden. tom Cowan (bass) und Josh hayward (gitarre) erzählen, welche Musik diesmal zur inspiration im tonstudio lief. The Horrors: „Skying“ (XL Recordings) ist bereits erschienen. Tourdaten und mehr auf www.thehorrors.co.uk
Neil Young: „Everybody Knows This Is Nowhere“ Josh: Manchmal liebe ich Gitarren, manchmal hasse ich sie. Und als wir anfingen, das neue Album aufzunehmen, war Zweiteres der Fall. Bis irgendwer diese Platte aufgelegt hat und ich sie zwei Wochen am Stück gehört habe. Die Art, wie Young seine Gitarre sprechen lässt, ist faszinierend. Tom: Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, dass es diesmal keine Gitarren gibt. Josh: Aber Neil Young hat uns bekehrt.
Connan Mockasin: „Forever Dolphin Love“ Tom: Das ist eine neue Platte, aber sie ist sehr wichtig für uns. Weil sie genial ist – moderner Psychedelic-Pop. Wunderschön, aber durchzogen von echt komischen Melodien. Auf Connan Mockasin können wir uns derzeit alle einigen. Er hat die Platte angeblich im Flur seines Elternhauses aufgenommen. Das wird mal ein Klassiker. Josh: Übrigens, Mockasin ist angeblich mit den Kindern der Band Crowded House in die Schule gegangen.
Tame Impala: „Innerspeaker“ Tom: Dieses Album war eine Zeitlang unser Grundnahrungsmittel. Die Band ist aus Australien, wir waren mit ihnen auf Tour. Wir mochten psychedelische Musik aus den sechziger und siebziger Jahren schon immer. Und zu hören, dass es auf der anderen Seite der Welt eine Band gibt, der es ähnlich geht, war großartig. Als wir uns schließlich trafen, haben wir uns tagelang gegenseitig Musik vorgespielt.
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In Trier eine Klasse für sich: Sébastien Loeb
MOTORSPORT RED BULL X-FIGHTERS WORLD SERIES POLEN (1) STADION MIEJSKI, POZNAŃ, 6. 8. 2011 Der Austragungsort des 5. Stopps des MXFreestyle-Spektakels musste kurzerhand in das 43.000 Zuschauer fassende Fußballstadion der EURO 2012 verlegt werden. WRC RALLY DEUTSCHLAND (2) TRIER, 18. – 21. 8. 2011 Schnelle Geraden und tückische Spitzkehren, Streckenführung unter anderem durch Weinberge und über einen Truppenübungsplatz: Bei der seit 2002 mit WM-Status ausgetragenen Rallye im Raum Trier war bisher ein Mann nicht zu schlagen: Sébastien Loeb. MOTOCROSS GP VON GROSSBRITANNIEN (3) MATTERLEY BASIN, WINCHESTER 20./21. 8. 2011 2006 fand vor über 80.000 Fans am Rennwochenende bereits das Motocross of Nations statt. Nun kehrt die World Motocross Championship nach Winchester zurück. Ideal für die Zuseher: Sie überblicken die komplette Strecke. FORMEL-1-GP VON BELGIEN (4) SPA-FRANCORCHAMPS, 28. 8. 2011 Belgien ist noch ein weißer Fleck auf der GPSieges-Karte von Red Bull Racing. Berüchtigt ist die Strecke für die Eau-Rouge-Kurve, in der die Fahrer Fliehkräften bis 5g ausgesetzt sind. Ein ebenso entscheidender Faktor in den Ardennen ist gern der Regen.
MOTO-GP DER USA (5) INDIANAPOLIS MOTOR SPEEDWAY, 28. 8. 2011 Das Infield des legendären Oval-Kurses wurde mit einem neuen Straßenbelag versehen. Im Vorjahr gab es mit Nicolás Terol (125 ccm), Toni Elias (Moto2) und Dani Pedrosa (MotoGP) ausschließlich spanische Sieger. FIM TRIAL WM JAPAN (6) MOTEGI, 20. 8. 2011 Die Trial-Weltmeisterschaft geht nun am verschobenen Austragungstermin in Japan zu Ende. Kann der Spanier Toni Bou seinen Titel verteidigen und den bereits fünften Weltmeistertitel in Serie feiern?
Top Events August 2011
DIE MOTORSPORTSAISON GEHT IN DIE HEISSE PHASE, BEI WELTMEISTERSCHAFTEN WIRD NACH EDELMETALL GESCHÜRFT, UND NACHTSCHWÄRMER FINDEN HIER DIE BESTEN EVENTS. 92
WELTMEISTERSCHAFTEN BADMINTON-WM GROSSBRITANNIEN (7) WEMBLEY ARENA, LONDON, 14. 8. 2011 Wer durchbricht die „chinesische Mauer“? Im Vorjahr gingen alle fünf Goldmedaillen an China. Den einzigen nichtasiatischen WM-Titel in den letzten drei Jahre holten Laybourn/ Rytter Juhl (DEN) im Mixed Doppel 2009. KANU-WM UNGARN (8) SZEGED, 17. – 21. 8. 2011 In insgesamt 35 Bewerben wird im Canadier, Kajak und Paracanoeing um Medaillen gepaddelt. Was nicht unbedeutend ist: Bei der WM werden 70 Prozent der Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2012 vergeben. LEICHTATHLETIK-WM SÜDKOREA (9) DAEGU, 27. 8. – 4. 9. 2011 Im Daegu Stadium werden in 47 Bewerben die besten Leichtathleten ermittelt. Avanciert Sprinter Usain Bolt, der 2009 in Berlin mit 9,58 Sekunden einen Fabel-Weltrekord über 100 Meter aufstellte, neuerlich zum WM-Superstar? MOUNTAINBIKE-WM SCHWEIZ (10) Champéry, 29. 8. – 4. 9. 2011 Im idyllischen Örtchen im Wallis kämpfen die besten Mountainbiker im Cross-Country, Four Cross, Downhill und Trial um Edelmetall.
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BILDER: ACTION PRESS/REX FEATURES, GEPA PICTURES/RED BULL CONTENT POOL, ACTION IMAGES/REUTERS, PERE MASRAMON/RED BULL MUSIC ACADEMY
Die Foo Fighters touren mit neuem Album LOLLAPALOOZA USA (13) GRANT PARK, CHICAGO, 5. – 7. 8. 2011 Es ist das einzige Sommerfestival, dem „The Simpsons“ eine Folge gewidmet haben: 1991 gründete Jane’s-Addiction-Sänger Perry Farrell sein Freiluft-Musikparadies, in den Neunzigern war es der Inbegriff von Coolness. Und seinen Ruf hat sich das Festival bewahrt. Mit Künstlern wie Foo Fighters, Kid Cudi, Lykke Li, Eminem oder Beirut auch kein Wunder.
NACHTVISIER STADTMUSIK SCHWEIZ (11) KUNSTMUSEUM, BASEL, 4. 8. – 3. 9. 2011 Nicht in Bremen, sondern in Basel treffen sich Stadtmusikanten, wenn der Radiosender Living.FM ins Kunstmuseum lädt und von dort einen Monat lang live sendet. Beiträge zu Literatur, Design, Film und Kunst stehen am Programm sowie Konzerte von Acts zwischen wackeligen Hip-Hop-Beats, Dubstep und Future-Soul: Electric Wire Hustle, DJ Lefto, Gaslamp Killer oder Africa Hitech. AQUASELLA SPANIEN (12) ARRIONDAS, ASTURIEN, 5./6. 8. 2011 1997 waren’s 1000 Raver, die nach Asturien pilgerten, um sich beim ersten Aquasella die Ohren durchputzen zu lassen. 14 Jahre später sind’s über 30.000. Und wenn 2ManyDJs, Kevin Saunderson, Henrik Schwarz und Co diesmal ihre Tracks auspacken, dann braucht man auch dieses Jahr keine Wattestäbchen.
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Menschliche Rakete: Sprint-Star Usain Bolt
NATURE ONE DEUTSCHLAND (14) PYDNA, KASTELLAUN, 5. – 7. 8. 2011 Auf dem Gelände der Pydna (im Hunsrück) sollten ab 1986 als Folge eines NATO-Beschlusses 96 abschussbereite Cruise-Missiles mit nuklearen Sprengköpfen gelagert werden. Heute gibt’s in Pydna nur noch Bass-Bomben, alljährlich beim größten Dance-Festival Europas. Mit 60.000 Ravern und Acts wie Tiefschwarz, Turntablerocker, Dave Clarke oder Planetary Assault Systems.
RAW DÄNEMARK (18) CARLSBERG, KOPENHAGEN, 13. 8. 2011 Wie gut, dass es Sommerfestivals gibt, die nichts mit Dixie-Klos, überteuertem Fastfood oder Campingdörfern zu tun haben. So wie das RAW in Kopenhagen. Untertags schauen sich die Elektronik-Aficionados die Stadt an, nachts tanzen sie zu Acts wie Audiofly, Oneman oder US-Techno-Ikone Joey Beltram. RED BULL BREAKING SALSA KOLUMBIEN (19) CALI, 13. 8. 2011 Verkehrte Welt: Beim Red Bull Breaking Salsa treten Salsa-Tanzpaare gegen B-Boys an. Allerdings müssen sie ihr Können in der jeweils anderen Disziplin unter Beweis stellen. Vor dem Hintergrund der großen Salsa-Tradition in Cali sollen die beiden Stile verschmelzen. RED BULL THRE3STYLE PERU (20) VOCE, LIMA, 20. 8. 2011 Gäb’s ein Gymnasium für DJs, das hier wäre ihre Riefeprüfung. Lokalhelden treten an den Plattenspielern gegeneinander an. Genau 15 Minuten lang haben sie Zeit, um drei Musikrichtungen möglichst stilvoll ineinander zu mixen – und die Party zum Kochen zu bringen. V FESTIVAL ENGLAND (21) WESTON PARK, SOUTH STAFFORDSHIRE & HYLANDS PARK, CHELMSFORD, 20./21. 8. 2011 Ein Festival an zwei Orten gleichzeitig, da braucht’s keine Telekinese, geschickte Planung sollte reichen. Künstler wie Arctic Monkeys, Kaiser Chiefs, Katy B oder Dizzee Rascal spielen am 20. 8. in Chelmsford und reisen am nächsten Tag nach Staffordshire weiter, bei Acts wie Primal Scream, Mark Ronson oder Rihanna verhält es sich genau anders rum. NOWA MUZYKA POLEN (22) KWK, KATOWICE, 25. – 28. 8. 2011 Während Katowice architektonisch den Charme der Vergangenheit atmet, wird auf einer nahen Anhöhe einmal im Jahr akustisch der Zukunft gehuldigt. Ein aufgelassenes Kohlebergbaugelände, geprägt von Fördertürmen und verfallenen Ziegelgebäuden, bildet die Homebase des Nowa-Muzyka-Festivals – atmosphärischer geht’s kaum. Mit Modeselektor, Lamb, Ramadanman, Bonaparte, Roska, Superpitcher u. a.
HARD SUMMER USA (15) STATE HISTORIC PARK, L. A., 6. 8. 2011 Bratz-Electro. Klingt so, wie es klingt – im onomatopoetischen Sinn. Laut, verzerrt, krachig, verklöppelt, bratzig eben. Und das Hard Summer Festival in L. A. ist jenes US-Festival, das die Bratz-Keule am wildesten schwingt. Mit Genre-Granden wie Boys Noize, Digitalism, Chromeo oder Ed-Banger-Label-Chef Busy P.
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MULTIRÃO METE MÃO BRASILIEN (16) SARAMANDAIA, SALVADOR, 7. 8. 2011 Boxentürme auf der Straße, Graffiti-Dosen im Großeinsatz. So sieht es aus, das große Straßenfest Multirão Mete Mão in Saramandaia, einer der ärmsten Favelas von Salvador. Einmal im Jahr treffen sich die Kreativen des Viertels – DJs, Raper, Tänzer, Sprayer –, um ihre Nachbarschaft künstlerisch zu beleben. FLOW FINNLAND (17) HELSINKI, 12. – 14. 8. 2011 Zwischen Sauna und Soundsystem, zwischen Hip-Hop-Superstars und Hipster-Acts: Seit 2007 findet das Flow Festival auf dem Gelände eines alten Kraftwerks nahe dem Stadtzentrum statt und fährt, abgesehen von einer DampfbadStage, schier alle mit dem Coolness-Gütesiegel bedachten Künstler der Gegenwart auf: Kanye West, Q-Tip, Lykke Li, James Blake, DJ Koze u. a.
Kiwi-Newcomer: Electric Wire Hustle
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Save the Date August 2011
WO SIE DIESEN MONAT IN ÖSTERREICH ABROCKEN UND GAS GEBEN KÖNNEN.
4. – 6. AUGUST, ROCKHOUSE, SALZBURG
Stuck! Festival Gerade mal ein Jahr alt und bereits eines der geschmackssichersten Festivals des Landes. Beim Stuck! 2011 sorgen (unter anderem) Mount Kimbie für melancholischen Dubstep, die Vivian Girls verzaubern mit energischem Punk, und mit Metronomy sind die Indie-Darlings schlechthin zu Gast.
Auf „Warm Up Tour“ im Red Bull Brandwagen: Francis International Airport
31. AUGUST – 4. SEPTEMBER, BREGENZ
Reichlich Partystimmung, kombiniert mit Wassersport, bietet der Wakeboard Invitational Contest im Strandbad am Bodensee. Unbedingt selber ausprobieren: Stand Up Paddling oder Slacklining. 18. – 21. AUGUST, BIKE-ARENA WILDKOGEL, NEUKIRCHEN/BRAMBERG
Trailmaster Wildkogel Drei Tage lang wird der Salzburger Wildkogel zum Treffpunkt der Mountainbike-Szene. Freerider aus ganz Europa kämpfen im Enduro Race, Forest Pump und Supercross um den Sieg. 20. – 28. AUGUST, SÖLDEN
Ötztaler Radmarathon
18. – 20. AUGUST, GREEN PARK, ST. PÖLTEN
FM4 Frequency Festival plus Warm Up Tour Seit zehn Jahren lädt der alternative Jugendradiosender FM4 seine LieblingsActs zum sommerlichen Stelldichein. Bands wie Foo Fighters, Seed, The Chemical Brothers, Kasabian oder Interpol sind in diesem Jahr mit von der Partie. Um das Land schon vorab auf den Festival-Leckerbissen einzustimmen, begibt sich der Red Bull Brandwagen von 16. bis 18. August auf „Warm Up Tour“. Heuer an Bord: die österreichischen Indie-Rocker Francis International Airport, die mit ihrem aktuellen Album „In the Woods“ sowohl Publikum als auch Kritiker überzeugen konnten. Die Warm-Up-Termine: 16. August, Faak am See (Support-Act: Human Shout); 17. August, Bruno-Kreisky-Park, Wien (mit Destroy Munich); 18. August, Frequency-Festivalgelände, St. Pölten (mit Sweet, Sweet Moon). Infos: www.redbullbrandwagen.com
4000 Teilnehmer quälen sich über eine 238-Kilometer-Strecke inklusive der vier Pässe Kühtaisattel, Brennerpass, Jaufenpass und Timmelsjoch. 12. – 14. AUGUST, KAOLINWERK, ASPANG 21. AUGUST, NEUKIRCHEN AM WILDKOGEL
Nine Knights MTB Eines der Mountainbike-Freeride-Highlights des Jahres mit Darren Berrecloth, Martin Söderström und Niki Leitner.
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Kaolinwerkrennen 2011 Eine einmalige Gelegenheit für alle, die sich mit einem der besten EnduroPiloten der Welt messen wollen, denn zum diesjährigen Kaolinwerkrennen am niederösterreichischen Wechsel hat sich kein Geringerer als Marc Coma angekündigt – Sieger der Rallye Dakar 2011, 2009 und 2006. Der Spanier wird auf der äußerst selektiven Strecke (Wald- und Schotterpassagen sowie schwierige Steilhänge) seine neue 350 KTM EXC zum Einsatz brin-
gen. Das Programm: Freitag ist offizieller Trainingstag. Durchhaltevermögen gilt es bei den Renntagen am Samstag (drei Stunden Fahrzeit) und Sonntag (zwei Stunden Fahrzeit) zu beweisen. www.kaolinwerkrennen.at
BILDER: DIRK HARTUNG/AGENTUR AUTOSPORT.AT, JOHN GIBSON/RED BULL CONTENT POOL, INGO PERTRAMER
Freakwave Festival
PROMOTION
MUST-HAVES! 1
1 FASZINATION VIER JAHRESZEITEN Die bekannte Guangdong Acrobatic Troupe aus China zeigt eine außergewöhnliche Interpretation von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Siebzig Akrobat(inn)en und Tanzkünstler(inn)en gastieren mit dieser neuen Show erstmals weltweit und feiern am 13. September in Wien Weltpremiere. Fernöstliche Körperkunst auf höchstem Niveau. Dienstag, 13. 9., bis Samstag, 17. 9., 20 Uhr, Tickets unter +43 (0)1 79 999 79
www.stadthalle.com 2 TRAG DEINE LEGENDE Legendäre Förderinitiative: das „Sporthilfe Legenden-Armband“. Damit werden große Idole und Sportlegenden wie Hans Krankl, Hermann Maier, Andi Goldberger, Mirna Jukic, Jürgen Melzer oder Gregor Schlierenzauer mit einer tollen Idee geehrt und Österreichs Nachwuchssportler unterstützt. Erhältlich exklusiv bei BP. Armbänder „junge Legenden“ und „ewige Legenden“, in Schwarz oder Braun, zwei verschiedene Größen – um je € 3,99. Sammel-Sticker: Packungen mit je 4 Stickern um je € 0,50.
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www.legendenarmband.at 3 HIGH DEFINITION Innovation, Präzision und exklusives Design kennzeichnen die SEACAM silver Unterwassergehäuse aus Österreich. Hergestellt in modernsten Fertigungsschritten und in aufwendiger Handarbeit, ermöglichen die neuesten SEACAM Gehäuse für Canon- und Nikon-Spiegelreflexkameras erstmals HDVideos höchster Qualität. Die Kombination mit dem leistungsstarken Dauerlichtsystem eröffnet eine neue Dimension in der digitalen Bildaufzeichnung – eine Verlängerung Ihres Auges und Ihrer Kreativität.
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www.seacam.com
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4 FAHRRAD ON TOUR Für jeden Fahrradfahrer die optimale Transportlösung: das im Stoßfänger integrierte FlexFix®-Fahrradträgersystem. Denn es ist immer dabei und quasi unsichtbar – und das ohne Einschränkung des Kofferraumvolumens. Nach wenigen Handgriffen einsatzbereit, erlaubt das System durch seine niedrige Ladehöhe eine rückenschonende Montage von Fahrrädern. Exklusiv für Opel-Modelle.
www.opel.at
Sei dabei und treffe die Stars des Internets – von Google bis Facebook
3. bis 7. Oktober 2011
1000 70 13 50 Teilnehmer Wo:
Speakers
Events
Startups
Industriellenvereinigung Schwarzenbergplatz 4, 1031 Wien
Europas erstes Startup Festival, die STARTUP WEEK 2011 (www.startupweek2011.com) wird für Jungunternehmer das Event des Jahres. Bei diesem Startup Festival, das vom 3. bis 7. Oktober in Wien über die Bühne gehen wird, treffen die 50 besten Internet- und Mobilestartups aus Deutschland, Österreich und Zentral- und Osteuropa auf über 100 Investoren, 70 Top-Speakers der Internetbranche, 1000 Gäste täglich. ➞ 50 Startups kämpfen in einer Challenge darum, ihre Business-Idee vor einer hochkarätigen Jury zu präsentieren ➞ 70 Branchengrößen wie Steve Rogers (Google, Director EMEA), Morten Lund (Skype), Mike Butcher (Techcrunch Europe) und viele mehr berichten über ihre Erfahrungen ➞ 12 Focus-Events rund um die Themen E-Health, Social Entrepreneurship, Design und Mode finden statt ➞ Abgerundet wird das Startup Festival durch eine große Abschlussparty Sei auch du dabei: Anmeldung / Tickets unter: www.startupweek2011.com
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VOLLES PROGRAMM
Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm, jetzt auch täglich von 16 bis 17 Uhr.
SONNTAG, 28. AUGUST, 16.00 UHR
SONNTAG, 7. AUGUST, 16:00 UHR
SPECIAL: Erzberg Rodeo 2011
Lady Gaga: One Sequin at a Time
Motorengeheul dröhnt einmal im Jahr vom steirischen Erzberg. Keine Frage, es ist wieder Zeit für das härteste Enduro-Rennen der Welt, das Red Bull Hare Scramble. Mann und Motorrad kämpfen gemeinsam gegen den eisernen Berg und jagen Seriensieger Taddy Błaz˙usiak, der auch in diesem Jahr wieder zu den Favoriten zählte. Die ebenso spannende wie umstrittene Entscheidung zeigen wir in den Highlights vom Erzberg Rodeo 2011 auf ServusTV.
Sie verkauft Millionen Alben und polarisiert wie kein anderer Popstar zuvor. Wie ein Meteor schlug Lady Gaga (oder Stefani Joanne Angelina Germanotta, wie sie bürgerlich heißt) 2008 in der Musikszene ein und ist bis heute auf einem nicht enden wollenden Erfolgstrip. Doch wer steckt wirklich hinter all dem vielen Make-up und den aufsehenerregenden Kostümen? Ist am Ende alles nur ein Bluff, oder ist die Gaga einfach nur genial?
MITTWOCH, 10. AUGUST, 16:00 UHR
SONNTAG, 28. AUGUST, 22:15 UHR
SAMSTAG, 13. AUGUST, 16:30 UHR
The Wingman meets …
Rise Up
INK – Alter Ego Exposed
Ganz im Sinne des Chiemsee Reggae Summer begleiten wir in „Rise Up“ drei jamaikanische Musiker auf ihrem Weg zum Erfolg und zeigen im Anschluss „Why Do Jamaicans Run So Fast?“.
Wie wurde aus Strichzeichnungen Kult? Zusammen mit Legenden wie Stan Lee und Jack Kirby, die das Medium „Comic“ zu dem gemacht haben, was es heute ist, begibt sich „INK“ auf die Suche.
Ed Leigh macht wirklich alles mit. Ob Cliff Diving oder Street Style – es gibt nichts, wovor unser Reporter zurückschreckt. Zum Glück erhält er dabei aber stets die Unterstützung echter Profis.
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Bilder: PhiliPP PlaTzer/red BUll ConTenT Pool, Theo Wargo/Wireimage, Three FeeT high, riSeUP enTerTainmenT llC ProdUCTion, SUmmerhill TV
DIE HI G H LI G HTS D E S M O NATS
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AUGUST Montag, 1. August 16.00 Focused Norwegian Gods of Thunder 22.30 Young Guns Rising Season 1/Episode 5 22.30 Momentum – What drives you? Ashley Fiolek
Sonntag, 7. August 16.00 Special Rodeo Erzberg 2011 22.10 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Highwater Surfdokumentation, uSA 2008 23.45 Mountainbike Chronicles uCi Windham Montag, 8. August
23.45 Surf Chronicles Billabong pro Jeffreys Bay 00.00 AdvENTurE CirCuS F1RST Montag, 15. August
Dienstag, 2. August
16.00 Focused how the West was won
16.00 Epic Conditions Surfing in Mavericks
16.00 Focused Quest for the Classic of the Alps (1)
22.30 Young Guns Rising Season 1 /Ep. 6
16.30 Young Guns Rising Season 1/Episode 7
22.30 Momentum – What drives you? Mario Gomez
22.30 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Honeyboy Musikdokumentation, uSA 2001 Mittwoch, 3. August 16.00 On Thin Ice Episode 5 Donnerstag, 4. August 16.00 Highlights iXS dirt Masters Festival 2011 23.00 Live from Abbey Road The Black Keys, The hoosiers, Manu Chao Freitag, 5. August 16.15 Highlights MotoGp meets red Bull racing 16.30 Bullet Points Mit Freeride Mountainbiker darren Berrecloth 22.15 360FivE Red Bull X-Fighters Madrid Samstag, 6. August 16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke 16.30 On the Loose Serie, 10/10 20.15 Red Bull X-Fighters World Tour 2011 live aus posen, polen
Dienstag, 16. August Dienstag, 9. August
16.30 Bubba’s World The Call, 3/10
16:30 Bubba’s World The Nap, 2/10
22.30 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Part of the Weekend Never Dies Musikdokumentation, uK 2008
22.45 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Leningrad – The Man Who Sings Musikdokumentation, ruS 2008 Mittwoch, 10. August 16.00 The Wingman meets Cliff diving Donnerstag, 11. August 16.00 Highlights pWA World Tour Aruba Freestyle 23.00 Live from Abbey Road Matchbox Twenty, The Script, def leppard Freitag, 12. August 16.15 Highlights Kletter WM Arco
Sonntag, 21. August 22.00 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Klunkerz Mountainbikedokumentation, uSA 2006 23.35 Mountainbike Chronicles FMB Crankworx/Joyride 23.40 AdvENTurE CirCuS Sipping Jetstreams Montag, 22. August 16.00 Focused Quest for the Classic of the Alps (2) 16.30 Young Guns Rising Start der 2. Staffel! 22.30 Momentum – What drives you? Sébastien loeb
Mittwoch, 17. August 16.00 The Wingman meets Street Style Donnerstag, 18. August 16.00 Highlights pWA World Tour Aruba – Slalom 23.00 Live from Abbey Road Kate Nash, rascal Flatts, herbie hancock Freitag, 19. August 16.15 Highlights innerpartysystem 16.30 Bullet Points
Dienstag, 23. August 16.00 Epic Conditions rock Climbing El Capitan 16.30 Bubba’s World The Game, 4/10 22.30 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Speaking in Code Musikdokumentation, uSA 2009 Mittwoch, 24. August 16.00 The Wingman meets Art of Motion Donnerstag, 25. August
16.30 Bullet Points
Freitag, 26. August
16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke
22.15 360FivE PWA World Tour Gran Canaria Wave
16.30 INK – Alter Ego Exposed Serie, 2/10
Samstag, 27. August 16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke 16:30 INK – Alter Ego Exposed Serie, 3/10
22.30 Live from Abbey Road The Subways, Gnarls Barkley, herbie hancock Freitag, 2. September 16.00 Highlights The ultimate Goal São paulo 16.30 Bullet Points 22.30 360Five FMB World Tour – Bearclaw invitational (CAN) Samstag, 3. September 16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke 16:30 INK – Alter Ego Exposed Serie, 4/10 01.00 Play! 01.15 Nightflight Aquarius, Zrc´e, Kroatien Sonntag, 4. September
16.30 Young Guns Rising Season 2, Episode 2 22.30 Momentum – What drives you? david lama Dienstag, 30. August 16.00 Epic Conditions Mountainbiking in Whistler 16.30 Bubba’s World The Trip, 5/10 22.30 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Metallica – Some Kind of Monster Musikdokumentation, uSA 2004 Mittwoch, 31. August
Donnerstag, 1. September
Samstag, 20. August
02.10 Nightflight Bolgia, Mailand
23.20 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Why do Jamaicans Run So Fast? Sportdukumentation, JAM, 2009
23.00 Live from Abbey Road The Kills, Sara Bareilles, The Fratellis
16.15 Highlights Motoboys São paulo
01.20 Play!
22.15 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Rise Up Musikdokumentation, JAM 2009
16.00 The Wingman meets Air race
22.45 360FivE UCI World Cup 2011 – DHI & 4X la Bresse (FrA)
01.55 Play!
22.00 Surf Chronicles Backstage Mid Season
16.00 Corinth Gap – Over the Scar of Nature robbie Maddison
22.15 360FivE PWA World Tour Aruba Freestyle
16.30 INK – Alter Ego Exposed Serie, 1/10
16.00 Lady Gaga – One Sequin at a Time Musikdokumentation, uSA 2010
16.00 Focused White Gold
16.30 Bullet Points mit Biker danny MacAskill
16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke
Sonntag, 28. August
Montag, 29. August
22.15 360FivE Red Bull Cliff Diving 2011 italien
22.45 360FivE FMB World Tour 2011 Chatel Mountain Style
01.30 NASCAR Sprint Cup Series 2011 live aus Bristol
23.00 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Michigan international Speedway, Brooklyn (Mi)
16.00 Epic Conditions Kayaking in Montana
16.00 Epic Conditions Skydiving in Arizona
Samstag, 13. August
01.30 Play! das Neueste aus der Welt der Computerspiele.
22.30 Momentum – What drives you? Andreu lacondeguy 23.00 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Watkins Glen
16.30 Bubba’s World ThE CoMpouNd, 1/10
Bilder: The WeaTher Channel US, Predrag VUCkoViC/red BUll ConTenT Pool, goldengirlS FilmProdUkTion, geTTy imageS/red BUll ConTenT Pool
Sonntag, 14. August 22.10 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Dust to Glory Sportdokumentation, uSA 2005
SEPTEMBER
16.00 Highlights Boulder World Cup Sheffield
22.10 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Learning from Light dokumentation, uSA 2009 23.45 Mountainbike Chronicles FMB Crankworx/Colorado 00.00 AdvENTurE CirCuS Roam Montag, 5. September 16.00 Focused New School, old World 16.30 Young Guns Rising Season 2/Ep. 3 22.30 Momentum – What drives you? Mick Fanning Dienstag, 6. September 16.00 Epic Conditions Kiteboarding in Cape hatteras 16.30 Bubba’s World Serie, The Tourist 6/10 22.30 FilMFESTivAl iN your liviNG rooM Separado! Musikdokumentation, uK 2010
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ines der größten Rätsel der Menschheit lautet: Warum stehen wir morgens auf? Warten da draußen nicht bloß unaufgeräumte Schubladen, volle Terminkalender und fehlende Parkplätze auf uns? Dass wir dann doch irgendwann aufstehen und sogar Spaß daran haben, unsere Terminkalender mit weiteren Verpflichtungen zu füllen, muss also einen triftigen Grund haben. Und den hat es natürlich auch: unser Belohnungssystem! Um dessen Funktionsweise zu verstehen, müssen wir nicht lange nach ausgefallenen Beispielen suchen. Es genügt, wenn Sie an jene Momente denken, in denen Sie als Kind für einen Einser fünf Schilling/eine Mark bekommen haben respektive für einen Zweier zwei Euro. Sobald Sie die Geldmünze in der Hand hielten, schüttete Ihr Gehirn „endogene Opioide“ aus, körpereigene opiumähnliche Substanzen, die Sie mit einem Gefühl des Glücks erfüllten. Genauso funktioniert das heute noch: Gelingt uns ein Abendessen besonders gut, schaffen wir drei Joggingrunden statt zwei, entdecken wir im Antiquariat ein seltenes Buch, finden wir auf Facebook einen alten Freund wieder – jedes Mal springt unser Belohnungszentrum an, und wir fühlen uns bestens. Das „dopaminerge mesolimbischmesokortikale System“ – so dessen hochoffizieller Name – hat aber noch eine zweite, ebenso wichtige Aufgabe. Es hält nämlich ständig danach Ausschau, welche Dinge uns Freude machen könnten. Und schüttet, sobald es welche entdeckt, eine andere Substanz aus, Dopamin. Die Folge: Uns durchströmt eine erwartungsvolle Vorfreude, bald belohnt zu werden. Der Sinn: dass wir alles in die Wege leiten, um das glückverheißende Ziel zu erreichen. Womit auch beantwortet wäre, warum wir jeden Morgen von neuem aufstehen: weil wir uns von den Dingen, die
Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist
Kobrazüchten leicht gemacht Dass wir die Mühen des Alltags auf uns nehmen, ist auch der Aussicht auf eine Ausschüttung „endogener Opioide“ geschuldet. da kommen, eine Belohnung versprechen und – als kleinen Vorschuss – mit ein paar Glücksgefühlen honoriert werden. So weit, so überschaubar. Das Durcheinander beginnt damit, dass wir nicht alle Prozesse durchschauen, die uns steuern. Vielmehr laufen viele davon unbewusst ab, also ohne dass wir etwas von ihnen ahnen. Was einige unvorhersehbare Aus-
wirkungen hat: So verstecken wir zum Beispiel geheime Versprechen in unseren Angeboten, von denen wir nichts wissen. Das bekannteste Beispiel, wozu das führen kann, ist die Sache mit den Giftschlangen: Als es einmal während der britischen Kolonialzeit in Indien eine Kobra-Plage gab, versprach man jedem, der den Kopf einer Schlange brachte, eine Prämie. „Ha“, dachte man, „damit schaffen wir das Problem aus der Welt.“ Das Gegenteil geschah: Weil sie möglichst viele Prämien kassieren wollten, begannen die Menschen Kobras zu züchten, und die Briten hatten eine Sorge mehr. Das zweite Beispiel ist ebenso klassisch: Als man im 19. Jahrhundert in China Knochen von Dinosauriern fand, verhießen die Wissenschaftler allen Bauern, die bei der Suche halfen, einen Finderlohn. Mit dem Ergebnis, dass die Landwirte gefundene Knochenreste in viele kleine zertrümmerten, um die erwartete Belohnung solcherart zu multiplizieren. Sollten Sie nun glauben, heute würde so was nicht mehr geschehen – täuschen Sie sich nicht! So erzählte mir ein Freund, dass man in seiner Firma ein neues Prämiensystem eingeführt hat, dessen Grundlage die Anzahl der abgegebenen Forschungsarbeiten bildet. Das Ergebnis: Gaben seine Kollegen früher lange, fundierte Papiere ab, füttern sie heute ihre Chefs mit einzelnen, halbfertigen Kapiteln, ohne sich mehr anzustrengen. Nachdem Sie jetzt also wissen, wie Sie das Belohnungssystem richtig ködern, dürfen Sie diese neue Erkenntnis gleich mal anwenden. Und sich mit dem Finden einer gelungenen Schlusspointe für diese Kolumne selbst belohnen. Ich gehe zwischenzeitlich auf einen Kaffee. Christian Ankowitsch, 52, ist ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Alexander Macheck (Stv.), Stefan Wagner (Consulting) Geschäftsführung Mag. Alexander Koppel, Rudolf Theierl Creative Director Erik Turek Art Director Markus Kietreiber Fotodirektion Susie Forman, Fritz Schuster (Stv.) Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitender Redakteur Werner Jessner Redaktion Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arkadiusz Pia˛tek, Andreas Rottenschlager Grafik Martina Decarvalho-Hutter, Miles English, Judit Fortelný, Esther Straganz Fotoredaktion Valerie Rosenburg, Catherine Shaw, Rudolf Übelhör Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Multimedia Martin Herz Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailovic, Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher, Thomas Posvanc, Thomas Safranek Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Christian Graf-Simpson, Walter Omar Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Corporate Publishing Boro Petric (Ltg.); Christoph Rietner, Nadja Žele (CR); Dominik Uhl (AD); Markus Kucˇera (FD); Lisa Blazek (Red.) Finanzen Mag. Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing Mag. Barbara Kaiser (Ltg.), Mag. Stefan Ebner, Birgit Lohmann, Mag. Klaus Pleninger, Lukas Scharmbacher, Daniela Schwarz, Johanna Troger Anzeigenverkauf Frauke Landi (Ltg.), Thomas Hutterer, Marcus Zinn; anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Susanne Thurner Office Management Martina Bozecsky, Sabrina Pichl IT Michael Thaler Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com ErscheiEin Produkt des nungsweise Das Red Bulletin erscheint monatlich als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Niederösterreichische Nachrichten. In Deutschland liegt das Red Bulletin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei. In Großbritannien: The Sunday Telegraph. In Nordirland: Belfast Telegraph. In Irland: The Irish Times. In Polen: Gazeta Wyborcza. In Südafrika: Cape Argus, Cape Times, Daily News, Pretoria News, The Star. In Neuseeland: The New Zealand Herald. In Kuwait: Kuwait Times Gesamtauflage 4,6 Millionen Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com Als Beilage in:
DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 6. SEPTEMBER 2011.
ILLUSTRATION: ALBERT EXERGIAN
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