JUNI 2008
EIN FAST UNABHÄNGIGES MONATSMAGAZIN
EURO 2008: Der Weltmeister im Exklusiv-Interview
MARCO MATERAZZI Warum wir den Kerl lieben, obwohl er Zidane auf dem Gewissen hat
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BULLHORN
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THE RED BULLETIN
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BETRIFFT: NICHT NUR FUSSBALL (ABER AUCH) Manchmal, wenn man die Spannung, zum Beispiel bei einem Krimi, gar nimmer aushält, blättert man verstohlen auf die letzte Seite des Buchs, liest ein paar Zeilen … und setzt dann die Lektüre, wissend und entspannt, an ursprünglicher Stelle fort. Ungefähr so dürfen Sie die Geschichte verstehen, die Sie ab Seite 64 in diesem Heft erwartet: Denn wir haben uns erlaubt, ein wenig vor der Zeit den Fußball-Europameister zu ermitteln. Nach welchem unfehlbar strikten und unerbittlich objektiven Regelwerk wir dabei vorgegangen sind, wer die entscheidenden Treffer erzielte und wie Österreich abgeschnitten hat, erfahren Sie dort. An dieser Stelle verraten wir Ihnen nur so viel: Einer der Gastgeber hat sich wacker geschlagen. Fußball spielt auch sonst eine Rolle in diesem Heft, wie Sie angesichts des Covers wohl schon geahnt haben. Unser Reporter Bernd Fisa, der ein so feines Italienisch haucht, dass man es beinahe Oxford-Italienisch nennen kann, besuchte Marco Materazzi in Mailand zum exklusiven Interview-Termin fürs Red Bulletin (Seite 36). Sie erinnern sich: Materazzi ist der Mann mit dem berühmten blauen Fleck am Brustbein, Absender Zinédine Zidane. Fisa fand heraus, dass dahinter nicht nur das kämpferische Herz des entschlossensten Verteidigers der Fußballwelt schlägt, sondern auch jenes des liebevollen Familienvaters und hoffnungslosen Romantikers. Damit aber wirklich genug mit Fußball. Einen guten Teil des Hefts haben wir Kunst und Kultur gewidmet: Das umfangreiche Dossier zum Thema der anstehenden Musikfestivals ab Seite 44 enthält nicht nur alles Nützliche und Wissenswerte, um taktvoll durch den Sommer zu kommen. Es wird auch von einem ziemlich endgültigen Grundsatzreferat eröffnet, MTV-Kapazunder Markus Kavka war so nett. Sollte Ihnen bei einem der Festivals übrigens Smudo begegnen, nach Meinung vieler der fantastischste der gleichnamigen Vier und im Nebenberuf einer der glühendsten Fans der Red Bull Air Race World Series, dann wissen Sie über ihn jedenfalls Bescheid, mindestens dank des Porträts auf Seite 24.
Ciao, Marco! Dieser Mann ist Opfer eines der berühmtesten Fouls der Fußballgeschichte und zweifacher Autobiograf – in Buchform („Una vita da guerriero“ – Ein Leben als Krieger) sowie mittels flächendeckend applizierter Tattoos. Red Bulletin-Reporter Bernd Fisa hat Raubein Materazzi besucht und kehrte nicht nur unverletzt, sondern sogar verzückt von der Liebenswürdigkeit des italienischen Nationalverteidigers zurück. Und inklusive einer Widmung: „An die Freunde mit den Flügeln, W(orld)C(up)06“.
Und schließlich hat Christian Seiler das große Bisschen Heimatgefühl, das er in fünf Jahren als Gastarbeiter in Zürich aufgebaut hat, sehr schön zu Papier gebracht. Manfred Klimek hat so fotografiert, dass man selbst als Zürich-Nichtkenner fast Heimweh kriegt – ab Seite 76. Anlass für das prachtvolle Porträt der Stadt am Ufer war freilich ein anstehendes ernsthaftes gastronomisches Problem der heimlichen Schweizer Hauptstadt: Horst Petermann, Chef der „Kunststuben“, hat nämlich im Juni ein Auswärtsmatch in Salzburg, als Gastkoch im „Ikarus“ des Hangar-7.
BILD: OLIVER GAST
Viel Vergnügen wünscht Die Redaktion
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THE RED BULLETIN
INHALT
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BILD: PHILIPP HORAK; ILLUSTRATIONEN: ANJE JAGER, HERI IRAWAN
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MITARBEITER MARKUS KAVKA, 40,
Fußball oder Pop: Für eine seiner beiden Leidenschaften musste sich der Ingolstädter Anfang der Neunziger entscheiden. Dass er Pop den Vorzug gab, danken ihm VIVA und sein aktueller Brötchengeber MTV sowie seine Fans, die ihn seit 13 Jahren am Bildschirm bewundern. Ob vom Red Carpet der MTV Europe Music Awards oder dem Backstage-Bereich beim Festival Rock am Ring: Kavka ist der Mann vor Ort. Wenn er gerade mal keine Rockgrößen vorm Mikro hat, trifft man ihn hinter DJ-Pult oder Schreibmaschi-
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ne. Sein aktuelles Buch „Mach mir mal ne Nudelsuppe, bevor ich dich besudel, Puppe!“ ist im Rowohlt Verlag erschienen. Seite 46 CHRISTOPH RIETNER, 30, ist so Action-affin wie kaum einer in der Red Bulletin-Redaktion. In diesem Heft ergänzt Rietner sein bewegtes Leben nach SnowmobilFahren und Crashed-Ice-Rutschen um ein weiteres Kapitel: Er stach mit TornadoOlympiasieger Roman Hagara vor Südfrankreich in See – und zwar ziemlich heftig.
DER NÄCHSTE STAR. Getarnt mit Lausbubenlächeln und Zahnspange, ist Nico Thöni einfach ein beinahe 13-Jähriger. Verkleidet mit Lederanzug und Sturzhelm auf seiner 125er-KTM, ist der Steirer Österreichs Leihgabe beim weltweiten Red Bull Rookies Cup. Und weil es nicht einfach ist, sich für diese Nachwuchsserie zu qualifizieren, trauen wir uns zu behaupten: Nico hat das Talent, unser nächster Grand-Prix-Sieger zu werden. VON WERNER JESSNER Seite 32
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INHALT
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THE RED BULLETIN
HELDEN
DOSSIER
ACTION
Was die Menschen bewegt, die uns im Juni bewegen. Seite 19
Festivalsommer 2008: Musik liegt nicht nur in der Luft. Seite 44
Im Wasser, auf dem Asphalt, auf der Couch, am Herd. Seite 59
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SMUDO
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DOSSIER
Hört die Rufe. Wenn’s mal etwas lauter zugeht, kann das auch an Bandnamen liegen, die sich der Interpunktion verschrieben haben. Hier !!!-Frontman Nic Offer beim Paléo Festival in Nyon, Schweiz.
Hunderte Termine, tausende Bands, Millionen von Fans – wer soll sich da noch auskennen? Natürlich Sie. Denn das Red Bulletin bringt den Guide durch den musikalischen Sommer 2008.
ist der größte deutsche Hip-Hop-Star.
Wenn er nicht mit den Fantastischen Vier unterwegs ist, fährt er Autorennen. Mit einem Boliden, den man kompostieren kann. TEXT CHRISTIAN SEILER BILDER BERND ROSELIEB
DER FESTIVALSOMMER DER MYTHOS
MTV-Festivalprofi Markus Kavka erklärt uns, wieso wir Sturm und Schlamm lieben. Seite 46
DIE TYPEN
Anthropologie: die vier Erscheinungsformen einer hochsommerlichen Spezies. Seite 50
DIE TOUR
Red Bull Brandwagen und Red Bull Tourbus: zwei Vehikel mit der Mission Rock ’n’ Roll. Seite 52
DIE TERMINE
22 strikt verbindliche Empfehlungen für Festivalneulinge und -profis. Seite 54
PLUS: SERVICE
Acht Seiten geballte Festival-Info: was mitnehmen, was essen, wie überleben. Seite 57
WIR SIND EUROPAMEISTER!
MILLIE MILITARU
ALEŠ VALENTA ISE DE
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DEN
16 Länder, 17 Athleten, die sonst mit Fußball wenig am
Hut haben, vier seltsame Fragen pro Runde: Willkommen
CYRIL DESPRES
bei unserer Version der Fußball-EM. Jeder Red Bull-Athlet repräsentiert sein Land. Es gibt nichts zu gewinnen außer Ruhm, Erkenntnis und Trost fürs eigene Nationalteam. NEIGUNGSGRUPPE FUSSBALL: J. CREMER, C. DRECHSLER, W. JESSNER, S. WAGNER
TONY FREY
HUGO
PINHEIRO
IVAN LAZZARINI MATTIAS EKSTRÖM TADDY BLAZUSIAK
JONAS COLTING
ATA NURCAN MIKHAIL ALESHIN
MICHI RÖSCH
MISLAV MIRONOVIC CLEMENS DOPPLER
VIKI GOMEZ
NEEL JANI
KARL WENDLINGER macht einen Tagesausflug nach Le Mans.
MYTHOS FESTIVAL: Fast jeder flucht und kommt trotzdem immer wieder.
OLYMPIASIEGER-VERSENKEN ist viel einfacher, als richtig zu segeln.
VON HERBERT VÖLKER Seite 20
VON MARKUS KAVKA Seite 46
VON CHRISTOPH RIETNER Seite 60
VICKY und VASSO ballen Beachvolley. Ihr Ziel heißt Peking.
PUBLIKUM: vier Prototypen, über die wir bei jedem Festival stolpern. Seite 50
EURO 2008: 16 qualifizierte Red BullAthleten spielen um den Titel. Seite 64
ROCKSTARS AUF RÄDERN: Red Bull Brandwagen, Red Bull Tourbus. Seite 52
KÖNIGSBERGER KLOPSE nach Art des Kochs des Jahrhunderts.
VON ROBERT SPERL Seite 22
SMUDO singt beruflich und hat ein schnelles Hobby.
VON ECKART WITZIGMANN Seite 72
WO DIE MUSI SPIELT: 22 europaweit tonangebende Festivals. Seite 54
VON CHRISTIAN SEILER Seite 24
SAM LAMIROY surft; ob kalt, ob warm.
GO-KARTEN ist die preiswerteste Art, auf Motorsport süchtig zu werden.
VON PETER HOFER Seite 30
MITNEHMSEL: acht Seiten Festivalführer zum Selberfalten. Seite 57
VON MARKUS HUBER Seite 74
MARCO MATERAZZI exklusiv.
VON UNSEREN FESTIVAL-SPEZIALISTEN FELIX FUCHS,
GOLDKÜSTE, Zürich. Das Reiseziel.
VON BERND FISA Seite 36
FLORIAN OBKIRCHER UND SIMON SCHREYER
VON CHRISTIAN SEILER Seite 76
WIR WAREN HIER. FÜR SIE.
LESERBRIEFE und KAINRATHS KALENDERBLATT. Seite 6/7 BULLEVARD. Staunenswertes, häppchenweise einzunehmen. Ab Seite 8
Assen
Nürnberg
TERMINE im Juni. Seite 84
Detroit San Diego
Paris
Linz
Le Mans
PARTY. Life Ball in Wien, Heinz Kinigadners Fullgas Tag in Tirol – beide Male steckt Charity dahinter. Ab Seite 86
Wien Budapest
Barcelona Tirana Hyères Zürich
Mailand
São Paulo
WELT IM CLUB. Diesmal die Skye Bar, über den Dächern von São Paulo. Seite 92 READ BULL. Kurz und gut: die Story von Steve Amick. Seite 94
Red Bulletin live:
SIMPLICISSIMUS. Darüber lacht die Welt. Seite 96
WWW.REDBULLETIN.COM
ZEITSPRUNG und IMPRESSUM. Seite 98
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LESERBRIEFE
THE RED BULLETIN
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Briefe an die Redaktion
Leserbriefe an The Red Bulletin richten Sie bitte per Fax an die Nummer +43 (0)1 90221-28809, per E-Mail an leserbriefe@at.redbulletin.com oder an die Postadresse Heinrich-Collin-Straße 1, 1140 Wien. Leserreaktionen werden nur veröffentlicht, wenn sie Namen, Adresse und Telefonnummer bzw. E-Mail-Adresse enthalten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor, wenn es Länge und Klarheit erfordern.
Die Vorstellung und Abhandlungen zu einzelnen Sportarten mit den biomechanischen Kommentaren aus Dr. Schäfers Formelsammlung finde ich super. Gibt es einige Anmerkungen von Dr. Schäfer zum alpinen Skilauf? MAG. WERNER WÖRNDLE St. Christoph/Arlberg
Natürlich hat sich unser Dr. Schäfer schon Gedanken über jene Kräfte gemacht, die via Stahlkante in den Schnee übertragen werden – kommt die Saison, kommt auch die Formel. Schön gemacht, Ihr Artikel über die Isle of Man. – Haben Sie übrigens gewusst, dass es in Salzburg noch den Rudi Thalhammer gibt? Er ist bei der Tourist Trophy noch gefahren, und vor allem hat er dort 1962 einen fürchterlichen Unfall überlebt, bei dem er mit 116 km/h gegen ein Auto gefahren ist. Außerdem hält er einen Weitflugrekord von 95 Metern – aber ohne
E DEIN FRAGE!
Flugzeug! Auch das hat er überlebt. Wäre schön, wenn Sie das nicht in Vergessenheit geraten lassen würden: Die Wilden/Mutigen von damals werden immer weniger, und vieles geht verloren. GERTI THALHAMMER, per E-Mail
Ich bin langjähriger Abonnent der „SN“ und somit auch Leser Ihres Magazins. In Ihrer Maiausgabe fand ich auf den Seiten 52/53 eine tolle Luftaufnahme meines Geburtsortes Eisenerz. Da ich schon viele Jahre nicht mehr dort zu Hause bin, würden Sie mir einen Herzenswunsch erfüllen, wenn Sie mir bei der Beschaffung dieses Fotos behilflich wären. HANS LANGEDER, Arnfels
Das machen wir gerne: Jede Menge Fotos zum Vertreiben von Heimweh finden Sie unter www.abenteuer-erzberg.at im Internet. Hut ab vor den wirklich tollen Storys und dem wirklich beeindruckenden Aufbau des Red Bulletin. Fesch, informa-
tiv, spannend, sehr kurzweilig – diese Attribute fallen mir dazu ein. Die Vision Red Bull alleine ist einzigartig. Deshalb ist es aber keine Selbstverständlichkeit, die Zeitung ebenfalls jeden Monat so einzigartig zu machen. Ich bin selber (Jung-)Journalist und stets kritisch denkend. Im Moment hätte ich allerdings wenig am Red Bulletin auszusetzen. Mir gefällt vor allem diese Leidenschaft fürs Detail, die selbst lange Texte äußerst „frisch“ wirken lässt. CHRISTIAN ROSENZOPF, per E-Mail
Habe gerade das neue Red Bulletin erhalten – danke für den coolen Artikel über Paris und meinen BASE-Jump-Besuch auf dem höchsten Eisengerüst Frankreichs … Guter Text, hat mich recht zum Schmunzeln gebracht! UELI GEGENSCHATZ, per E-Mail
Beim Anblick Ihres Magazins überkam mich leichte Schulnostalgie, und ich erinnerte mich an Zeiten, als meine Schüler noch am (von mir aus Abfallprodukten) selbst ge-
bauten Erzberg Modellsprengungen durchführen durften und so Siderit, Steirisches Kletzenbrot, Sauberger Kalk (von einer foinen Dame Schweineberger Kalziumkarbonat genannt) usf. kennenlernen konnten. Heute, in der Pension, dümpelt das gute Erzbergmodell im Depot vor sich hin und wartet, wie viele andere auch (Vulkan und Co), auf seinen Einsatz in einem ökopädagogischen Erlebnismuseum (ÖPEM). Aber das ist, wie man aus der Fernsehwerbung weiß, schon wieder eine andere Geschichte. JOHANN MANGOLD, Bischofstetten
Ich muss gestehen, ich freue mich immer, wenn zum Frühstück Ihr Magazin meiner Tageszeitung beiliegt. News, ein bisschen Klatsch und gute Insider-Storys. Die Mischung macht’s! THOMAS DAFERT, Reifnitz
LESER FRAGEN, WELTMEISTER ANTWORTEN
Leopold Steingrabner aus Graz fragt:
WIE TRAINIERT MAN FÜR EINE RALLYE? Das Training heißt bei Rennen zur RallyeWM „Testing“. Die Fahrer dürfen pro Jahr nur eine gewisse Anzahl von Tagen und nur in fünf Ländern (Tests in außereuropäischen Ländern sind nicht erlaubt) testen. Dann gibt es noch das „Recce“ (steht für reconnaissance, Auskundschaften), das am Dienstag/Mittwoch vor der Rallye angesetzt ist. Dabei wird jede Prüfung zweimal abgefahren, wobei ein Tempolimit von 80, maximal 90 km/h gilt. Auf der ersten
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Fahrt diktiere ich Daniel Elena, meinem Beifahrer, die Besonderheiten der Strecke, so wie ich sie sehe. Auf der zweiten Fahrt liest Daniel mir diesen Aufschrieb laut vor, um zu sehen, ob er korrekt ist. Das Schwierige dabei ist dann, jenes Tempo abzuschätzen, mit dem man im Rennen tatsächlich die Kurve nimmt: Manchmal fährt man an Stellen Vollgas, wo man beim Erstellen des Aufschriebs nur mit Tempo 80 unterwegs war. Der Geschwin-
digkeitsunterschied dabei? 120 km/h! Wie viel Prozent sind nun Training und wie viel Prozent Improvisation? Ich versuche, möglichst wenig zu improvisieren – aber ein bisschen Platz ist dafür immer. Ich sage stets: Ich bin nicht verrückt und habe auch nicht das Gefühl, viel zu riskieren. Auf jede Frage antwortet der passende Weltmeister: E-Mails an weltmeisterantworten@at.redbulletin.com
BILD: MCKLEIN/RED BULL PHOTOFILES
Der französische Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb, Titelträger von 2004 bis 2007 und mit 40 ersten Plätzen die Nummer 1 bei Einzelsiegen der Rallye-WM, erklärt es:
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KAINR ATH
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FOTO DES MONATS
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Aus deutschsprachiger Perspektive stellt sich die Heldengalerie des BASE-Jumpens, Skysurfens und Wingsuitens recht überschaubar dar: Sie besteht im Wesentlichen aus dem Salzburger Felix Baumgartner, dem Steirer Hannes Arch (wenn er nicht grad bei der Red Bull Air Race World Series den besten Piloten der Welt um die Ohren fliegt) und dem Schweizer Ueli Gegenschatz. Kunstvoll der Tiefe zuzustreben wissen jedoch auch Athleten anderer Sprachräume, allen voran der französische Wingsuit-Virtuose Loïc Jean-Albert oder sein Landsmann, BASE-Spezialist Cédric Dumont. Hauptdarsteller nebenstehender Aufnahme ist Russlands Nummer eins, Valery Rozov, 43, Skysurf-Goldmedaillengewinner der X Games 1998. Der Moskauer ist darauf spezialisiert, seinen Absprüngen relativ anspruchsvolle Anstiege voranzustellen. So kennt er das 125 Meter hoch gelegene (und durch eine Vielzahl ehrgeiziger Sicherheitsvorrichtungen vom Rest der Welt – fast – hermetisch abgekoppelte) Dach des Swissotel in seiner Heimatstadt ebenso wie die Gipfel von Elbrus, Montblanc, Aconcagua oder Kilimandscharo. In der Sammlung jener Plätze, die Valery auf kürzestmöglichem Weg verließ, findet OZOV sich auch Europas höchste senkrechte RY R LE A Wand, „Trollveggen“, in Norwegen. :V Die Trollwand ragt ziemlich exakt ER 13 % FLÜCHTIGKEIT tausend Meter senkrecht in die 19 % SCHIRMHERRSCHAFT Höhe (respektive in die Tiefe). Ihm nachzueifern ist nicht nur aus diesem Grund nicht zu empfehlen: Norwegens Be17 % ZUGKRAFT 22 % hörden zeigen sich an SPRUNGHAFTIGKEIT Sportlern, die die Wand zur Ausübung von Tätigkeiten wie BASE-Jumpen oder 29 % Wingsuiten nützen, überaus TROLLKÜHNHEIT interessiert. U TZ
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Russischer Paarflug. Im schicken Wingsuit präsentiert sich hier im norwegischen Luftraum Valery Rozov. Sein voranfliegender Kollege ist offenbar bestrebt, allfällig kreuzende Vögel durch die signalfarbene Gestaltung seiner Montur zu vertreiben.
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BILD: NATALIA ROZOVA/RED BULL PHOTOFILES
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UEFA EURO 2008
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Gleich fünf Nationalspieler stellt Red Bull Salzburg für die EM ab. Techniker Johan Vonlanthen (o. re.) verstärkt die Schweizer „Nati“, die Kroaten werden von Kapitän Niko Kovač (u. Mi.) angeführt. Für RotWeiß-Rot starten drei Bullen, Dribblanski
MOZARTS EUROFIGHTER Super Liga, super Spieler: Mein Tipp ist Spanien.
Christoph Leitgeb (u. li.), Kopfballungeheuer René Aufhauser (o. li.) und Sturmtank Marc Janko. Auch wenn’s unmöglich ist: Mögen sie alle ins Finale kommen! UEFA EURO 2008: 7. BIS 29. JUNI 2008, ÖSTERREICH/SCHWEIZ, WWW.EURO2008.UEFA.COM
Für die EM ziehe ich ein beinhartes Trainingsprogramm durch:
Aber Österreich liefert die Überraschung:
Urlaub? Heuer nicht:
kein Ausruhen, keine Pause, nur Fußball!
Wir treten als Team an, das alles geben wird!
Plavi! (Das ist „Immer wieder Österreich“ auf Kroatisch.)
Der absolute Star der EM wird …
Ich singe die Hymne übrigens immer fürchterlich laut mit ...
… der Portugiese Cristiano Ronaldo:
… das werdet ihr ganz bestimmt noch hören!
Der kann einfach alles!
JEDER SCHUSS EIN TREFFER!
PASC HING
WIEN
BILDER: WWW.REDBULLETIN.COM (2)
BILDER DES MONATS
DEIN FOTO!
Aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser: einfach hochladen auf www.RedBulletin.com Jedes veröffentlichte Foto wird mit einem 30-Euro-Gutschein für den Red Bull Online-Shop belohnt! www.redbullshop.com
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Michael Alschner: „Benzinbrüder PlusCity-Chef Ernst Kirchmayer, Andi Goldberger und Thomas Morgenstern.“ Red Bull PlusCity Cart Trophy, Pasching, 26. April 2008
Georg Hain: „Ein Flügel verleihender Engel. Bei diesem Publikumsansturm hatte jeder eine Pause bitter nötig!“ Sommer im Museumsquartier, Wien, 30. April 2008
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THE RED BULLETIN
BRICH DIR NIX, ABER
BEAT THE BEST
Mein Tipp: Österreich kommt ins Finale!
Noch nie war es einfacher, wildeste BreakdanceMoves ganz ohne blaue Flecken zu präsentieren. Zuerst kreierst du dir am Nintendo ein Profil. Dann ab in den Dressing Room zum Umziehen. Schließlich trittst du in Turnieren gegen einen virtuellen Konkurrenten an oder einen aus Fleisch und Blut, der dir vis-à-vis sitzt. Wem nicht nach einem Match ist, der verbessert mit schnellen Daumen seine Performance auf einer Punktetabelle. Spielerisch erwarten uns Puzzle-Herausforderungen: Schnellstmöglich muss man geometrische Figuren zeichnen, damit sich die eigene Spielfigur korrekt bewegt. Flotte Reaktionen sind also erforderlich, sonst gibt es Pfiffe aus dem Publikum.
Dann nur wegen vier Eigentoren und aufgrund inferiorer Schiedsrichterpfiffe!
BILDER: PHILIPP HORAK, JOANNEUM GRAZ, WWW.PICTUREDESK.COM
Und wenn nicht?
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192 KILO HIRNSCHMALZ
SEIFENRAKETE
Konstruieren Fahrzeugtechnik-Studenten an der FH Joanneum in Graz einen Rennmonoposto, kommt das heraus: Kevlar-Stahl-Chassis mit 192 Kilo, 609 ccm, 1-Zylinder-Motor mit 93 PS, 0 auf 100 in 3,5 Sekunden. Die Jury der USSociety of Automotive Engineers war beeindruckt: Das gab Spitzenplätze in den verschiedenen Design-Klassen des Formula-Student-Bewerbs in Detroit. FORMULA STUDENT 2008: 10. BIS 13. JULI, SILVERSTONE, WWW.JOANNEUM-RACING.AT
iere in Happy Crew: Nach der gelungenen Prem Graz nun Detroit startet der jr07evo des Joanneums stone. Silver in wird nen Begon s. Event bei den Euro-
BILDER: MARKUS KUČERA (4)
SAN DIEGO
Markus Kučera: „Packende Szenen wie aus einem James-Bond-Film bzw. 007 lässt grüßen. Der Fallschirmspringer des Red Bull Air Force-Teams bei seiner Punktlandung auf ein fahrendes Motorboot. Red Bull Air Race, San Diego, 4. Mai 2008
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THE RED BULLETIN
ANKOWITSCHS KOLUMNE BELEBT KÖRPER UND GEIST (8)
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SEHR KOMISCH
DIE STERNE LÜGEN NICHT, WEIL WIR ES WOLLEN Wer fest an die Eigenschaften seines Sternbilds glaubt, ähnelt irgendwann diesem Sternbild. Ach wäre doch nur alles so einfach! Von Christian Ankowitsch
ST. LOUIS
SAN DIEGO
BILDER: WWW.REDBULLETIN.COM (3)
CENTR AL FLORIDA
Dieser Umstand beweist freilich nicht, dass die Sterne mächtig sind, sondern erzählt etwas viel Wichtigeres über uns Menschen: Wir haben nämlich die Eigenart, jenen Ideen zu folgen, die wir von uns haben. Oder wie Richard Wiseman in seinem vergnüglichen Buch „Quirkologie“ (Fischer Verlag) schreibt: Menschen, die sich mit dem Lauf der Sterne beschäftigen, „entwickeln sich zu der von den Astrologen vorausgesagten Person“. Das heißt: Weil wir dran glauben, dass wir typische Widder sind, werden wir typische Widder! Wie mächtig unser Geist ist und wie stark er selbst so etwas Endgültiges wie unseren Tod beeinflussen kann, zeigen andere Statistiken: So sinkt die Sterberate von gläubigen Juden vor dem Pessachfest deutlich ab, um danach stark zu steigen. Gleiches kann man unter Chinesen beobachten: Vor dem Erntemondfest sinkt die Sterberate um 35 Prozent. In beiden Fällen wollen die Menschen einen ihnen wichtigen Feiertag unbedingt noch erleben – und zögern den Tod hinaus. Wir sollten immer wieder einmal dran denken, wie mächtig unser Geist sein kann, wenn wir vor einem alltäglichen Problem stehen. Am besten ganz stark an ein gutes Gelingen denken – und schon wird alles gut. Dann stehen die Sterne besonders günstig!
ILLUSTRATIONEN: ANJE JAGER, DIETMAR KAINRATH
Astrologie ist natürlich Unsinn – und doch bestimmt sie unser Leben. Und das kommt so: In unzähligen Studien haben Wissenschaftler bewiesen, dass Sterne keinen Einfluss auf unser Leben haben. Um das herauszufinden, schreckten sie auch vor besonders drastischen Versuchen nicht zurück. So gab beispielsweise ein Wissenschaftler die Geburtsdaten eines Serienmörders an fünf Astrologen weiter und behauptete, es seien seine eigenen. Das Ergebnis: Nicht einer der Sternendeuter kam auch nur in die Nähe der schrecklichen Wahrheit. Einen anderen Weg, das herauszufinden, beschritt ein Wissenschaftler, indem er das Leben von Zeitzwillingen untersuchte – also von Menschen, die zur selben Zeit am selben Ort geboren wurden. Deren Leben müsste ja, würde die Sache mit den kosmischen Einflüssen stimmen, ziemlich ähnlich verlaufen. Doch wieder nichts. Und so reiht sich seit Jahrzehnten eine negative Untersuchung an die andere. Sind die Sterne also vollkommene Versager? Nun, so kann man das nicht sagen, denn: Obwohl sie nachweislich keinen Einfluss auf uns Menschen haben, stimmen die Charakterbeschreibungen bestimmter Tierkreiszeichen sehr oft. Wer Widder ist und liest, was typisch für ihn sei, wird überrascht feststellen, dass viele der Beschreibungen auf ihn zutreffen.
National Surf League: „Damit uns keine einzige perfekte Welle entgeht, war unser Jetski im Dauereinsatz.“ Red Bull Riders Cup, Central Florida, 22. April 2008
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Tyler Willingham: „Close-up. Bei meinen schnellen Turns erwischten die Fotografen nur mein Board.“ Red Bull Lord of the Board, Missouri University, 25. April 2008
Kimberly Delafuente: „Hannes Arch, der Beckham des Red Bull Air Race – wo er auftaucht, umringen ihn heiße Girls!“ Red Bull Air Race, San Diego, 3. Mai 2008
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THE RED BULLETIN
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BITTE LAUF NICHT WEG,
MASSSTAB 1:1
RASEN ZUM REINBEISSEN
SABRINA!
Dass Sabrina Mockenhaupt die beste deutsche Langstreckenläuferin ist, wussten wir. Jetzt erreichte sie einen besonders smarten Stockerlplatz: Die Leser des Magazins „Runner’s World“ wählten sie zur drittschönsten Läuferin der Welt (hinter Tirunesh Dibaba aus Äthiopien und Lokelani McMichael aus den USA).
Spinnzucker
Schokoladensahne
MARATHON, XXIX. OLYMPISCHE SOMMERSPIELE: 8. BIS 24. AUGUST 2008, WWW. SABRINA-MOCKENHAUPT.DE
Schokoladenbiskuit
TIRANA Mohnparfait
Kokosgelee
BILDER: HELGE KIRCHBERGER (2), PUMA, PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL PHOTOFILES
Für die EM-Spiele wird auf der Kunstrasenunterlage der Salzburger Bullen-Arena Naturrasen aufgebaut. Was für Fans eine logistische Großtat ist, bringt Roland Trettl, Executive Chef des Restaurants „Ikarus“ im Hangar-7, auf andere Ideen. Er ersetzt Sand, Erde, Humus und Gras durch Kokosfleisch, Mohn, Marzipan, Gelatine, Schokolade und Zucker. Vorteil des EURO-RasenDesserts: nie ausverkauft und sofort genießbar. (Der Rasen im Stadion durfte erst nach vier Wochen Anwachspause betreten werden.) EURO 2008, BULLEN-ARENA SALZBURG: 10. JUNI GRIECHENLAND – SCHWEDEN, 14. JUNI GRIECHENLAND – RUSSLAND, 18. JUNI GRIECHENLAND – SPANIEN, JEWEILS 20.45 UHR WWW.EM2008INFO.AT, WWW.HANGAR-7.COM
BILDER: WWW.REDBULLETIN.COM (3)
CORONADO ISLAND
SANTA DOMINGO
26 % TREUE FANS 13 % TINNITUS
Nick Chill: „Mit diesem Flugzeug wäre wohl auch Red Bull Air Race-Dominator Paul Bonhomme chancenlos gewesen.“ Red Bull Air Race, San Diego, 2. Mai 2008
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José G. Rodriguez: „Sollten meine Platten nicht den Musikgeschmack der Zuhörer treffen – kein Problem: Deckel zu und weg.“ Santa Domingo, 26. April 2008
Predrag Vuckovic: „Und ich habe mich noch gewundert, wie der Patschen in den Vorderreifen gekommen ist.“ Red Bull X-Fighters Exhibition, Tirana, 17. März 2008
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BULLEVARD
THE RED BULLETIN
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PHILIPP SCHUSTER
cht, ist P. S. einmal Pause ma Wenn der Spor t us-und-HofHa e wi so efredakteur ir“ – Herausgeber, Ch -Magazins „Trotto Fotograf des Skate kt. er em hlg azins wo seines Skate-Mag WIE LANGE VERWENDEST DU EIN BOARD?
Ein paar Wochen, meistens ist das Board perfekt eingelaufen, kurz bevor es auseinanderbricht. Ein schmaler Grat.
DÜMMSTER SATZ, DER JE ÜBER DICH GESCHRIEBEN WURDE.
UNSERE W
Der gemeinsame Nenner von Philipp Schuster und Shaun White? auf dem Snowboard (Halfpipe-Olympiasieger 2006) und ist im Street-Skater. Trotzdem verstehen
DEIN LIEBLINGSTIER? Adler.
Das „yEyO“-Magazin nannte mich mal „Captain Revert“.
WIE HÄLTST DU DICH FIT?
DAS GEHEIMNIS DEINER HAARPFLEGE?
Mit Biertrinken.
Duschen. Fertig.
DAS BESTE SKATE-MAGAZIN ALLER ZEITEN. „Chill“, ein französisches Magazin, gibt’s leider nicht mehr.
LÄNGSTE ZEITSPANNE, IN DER DU NICHT AUF DEM BOARD GESTANDEN BIST? Höchstens ein paar Wochen, und da auch nur verletzungsbedingt.
WER SOLLTE DICH IN EINEM FILM DOUBELN? Hans Moser.
DOPING?
Ich nehme sowie so keine Drogen.
HÖCHSTES PREISGELD, DAS DU BEI EINEM EVENT KASSIERT HAST?
ABBA ODER THE CHIPMUNKS? Abba.
3000 Euro war das höchste der Gefühle.
OLYMPIA?
Ein brennendes Thema. Ich finde, Skateboarden sollte nicht olympisch werden. Das sind zwei verschiedene Welten.
AUTOGRAMME?
Jeder kriegt eins, wenn er nett fragt.
FUSSBALL?
Interessiert mich nicht.
GUNS N’ ROSES ODER PEARL JAM?
SELTSAMSTER ORT, AN DEM DU GESKATET BIST? Bei einem „Red Bull Access All Areas“ im Hof der Justizanstalt Leoben.
GRIND ODER SLIDE? Beides.
SNOOP DOGG ODER NAS?
Mag ich beide, aber wenn ich mich entscheiden müsste, Guns N’ Roses.
Hip-Hop ist nicht so meins.
PLAYSTATION ODER XBOX?
PROTECTION? No Protection.
Ich spiele nicht Computer.
WO BEWAHRST DU DEINE MEDAILLEN UND PREISE AUF? Die werden an jüngere Skater in meinem Freundeskreis verschenkt.
DAS GRÖSSTE NO-NO BEIM SKATEBOARDEN? Des Geldes wegen skaten.
GROUPIES? Ich habe eine Freundin.
GIBSON ODER FENDER? Fender.
LED ZEPPELIN
Auf jeden Fall. Rock on!
WÜRDEST DU EIN GEBRAUCHTES BOARD VON SHAUN KAUFEN?
Ja, wenn ich gar keine Kohle mehr habe, sicher! Früher habe ich von ein paar Wiener Skate-Legenden ausgediente Bretter bekommen.
PODERSDORF
LHASA
BILDER: WWW.REDBULLETIN.COM (3)
PODERSDORF
Thomas Gebhart: „Nicht ganz wie in der Formel 1. So sieht es in der Boxengasse der Surf-Profis aus.“ Surf Weltcup, Podersdorf, 3. Mai 2008
014-14-15_Bullevard 14
Thomas Gebhart: „Sinnvolle Pausenbeschäftigung. Red Bull-Surfer Tine Slabe informiert sich über seine ‚Kollegen‘.“ Surf Weltcup, Podersdorf, 3. Mai 2008
Rainer Übl: „Nie zuvor hatten wir ein Red Bull auf ähnlicher Seehöhe getrunken. Da hätte man fast gar keine Flügel benötigt.“ Lhasa, Tibet, September 2007
20.05.2008 15:32:59 Uhr
BULLEVARD
JUNI 2008
THE RED BULLETIN
15
SHAUN WHITE
E WELTEN
RAMP ODER STREET?
Ramp Streets in Skateparks.
Ein Brett unter ihren Füßen. Der Amerikaner White überwintert Sommer Ramp Skater, der Wiener Schuster ist klassischer sich die beiden ausgezeichnet.
In was hat Shaun sich beim letzten ÖsterreichUrlaub verliebt? Das erraten Sie nie: in einen Trachtenanzug. Kaliforniens Skater werden neidisch sein. WIE LANGE VERWENDEST DU EIN BOARD? Nicht so lange wie früher, als ich mein Board verwendete, bis die Rollen würfelförmig waren.
DÜMMSTER SATZ, DER JE ÜBER DICH GESCHRIEBEN WURDE.
Mich nannten die Lahmärsche vom „Rolling Stone Magazine“ mal „Die fliegende Tomate“. Wenigstens brachten sie mich aufs Cover!
DAS GEHEIMNIS DEINER HAARPFLEGE? Ein bisschen Wasser drüberschütten.
DAS BESTE SKATE-MAGAZIN ALLER ZEITEN?
GROUPIES?
Ich liebe sie alle.
„Transworld Skateboarding“.
Ich werde noch immer regelmäßig getestet. Kein schönes Gefühl, wenn jemand vor dir kniet, um dir beim Pinkeln zuzuschauen.
WO BEWAHRST DU DEINE MEDAILLEN UND PREISE AUF?
In einer Schublade, da kommen sie erst wieder raus, wenn ich ein altes Männchen bin.
DAS GRÖSSTE NO-NO BEIM SKATEBOARDEN? Mongo-Pushen, deswegen wurde ich früher bei Bewerben öfter ausgelacht, gewonnen hab ich aber trotzdem die meisten.
OLYMPIA?
GIBSON ODER FENDER?
SNOOP DOGG ODER NAS?
Ich hab selbst ein paar Gibson Les Paul zu Hause.
Snoop ist lustig, ich hab mal am Freeway zu ihm rübergehupt.
Als Snowboarden olympisch wurde, brauchten die Judges ewig, bis sie verstanden, um was es eigentlich dabei geht. Ich denke, beim Skateboarden wird das ähnlich sein.
PROTECTION?
In der Rampe immer Schützer und Helm, auf der Straße nie.
PLAYSTATION ODER XBOX? PlayStation.
SELTSAMSTER ORT, AN DEM DU GESKATET BIST? In der Mojave-Wüste bei Vollmond. Ich musste höllisch auf die Schlangen aufpassen.
AUTOGRAMME?
Mich hat es immer gekränkt, wenn mir ein Held kein Autogramm geben wollte. Also versuche ich netter zu sein.
NATUR?
Ich liebe das Meer und die Berge.
LED ZEPPELIN
Ganz deiner Meinung, Philipp.
MORGENS IM BAD? Eine heiße Minute.
HÖCHSTES PREISGELD, DAS DU BEI EINEM EVENT KASSIERT HAST?
Wahrscheinlich bei den Olympischen Spielen, ich weiß gar nicht mehr, wie viel, aber es war SEHR viel.
HAUSTIER?
Ich habe einen Hund, eine Bulldogge namens Rambo. Er legt sich mit allen großen Hunden an.
DEIN LIEBLINGSTIER?
Löwe, manchmal auch Affe.
FUSSBALL?
Lieber selber spielen als zuschauen. Zum Beispiel mit Red Bull New York. Ich hoffe, die nehmen mich nicht zu hart ran …
BERLIN
AMSTERDAM
BILDER: WWW.REDBULLETIN.COM (3)
SYDNEY
DER: GETTY IMAGES (4), ADAM MORAN (2), WWW.PICTUREDESK.COM, PHILIPP SCHUSTER (2), RED BULL PHOTOFILES (5), WWW.SHUTTERSTOCK.COM (4); ILLUSTRATION: ALMUT BECVAR
DOPING?
Preechar: „Die merkwürdigsten Flugobjekte waren am Start. Ihre Crews fischten wir alle unversehrt aus dem Wasser.“ Red Bull Flugtag, Sydney, 6. Jänner 2008
015-14-15_Bullevard 15
Udo Frei: „Wenn die Puppetmastaz rocken, kann es schon passieren, dass 1500 Fans den Berliner Verkehr lahmlegen.“ Red Bull Tour Bus, Berlin, 29. April 2008
Natalia Ukhanova: „Um den holländischen Nationalfeiertag zu ehren, erfolgt die Fortbewegung traditionsgemäß in Grachten.“ Koninginnedag, Amsterdam, 30. April 2008
20.05.2008 15:33:04 Uhr
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DR. SCHÄFERS FORMELSAMMLUNG (VIII)*
MIT HIRN UND HINTERN
Die Physik ist für alle Motorradfahrer gleich. Doch wenn man Mika Kallio heißt und die 250-ccm-Klasse in der Motorrad-WM anführt, fühlt man sich in der Schräglage erwiesenermaßen deutlich besser. Der Finne Kallio bringt zunächst die Wirkung zweier Kräfte ins Gleichgewicht: zum einen die Zentrifugalkraft (FZ ), die ihn samt Maschine (Gesamtmasse m) nach außen drängt, und zum anderen die Gewichtskraft (FG ), die (proportional zur Fallbeschleunigung g ≈ 9,81 m/s²) senkrecht nach unten wirkt. Beide Kräfte zusammengerechnet (Ftot ) greifen im gemeinsamen Schwerpunkt von Fahrer und Bike an und müssen genau in Richtung der Reifenauflagepunkte wirken, damit das Motorrad nicht nach innen oder nach außen kippt. Der notwendige Neigungswinkel ( ) verändert sich mit dem gewünschten Kurvenradius (R) und der Geschwindigkeit (v), ist aber von der Masse völlig unabhängig. Dieses Gleichgewicht alleine hilft jedoch durch keine Kurve. Ohne die der Zentrifugalkraft entgegenwirkende seitenführende Haftkraft würde das Motorrad der Trägheit gehorchen und aus der Kurve getragen werden. Die zur Gewichtskraft proportionale maximale Haftreibungskraft (FH,max ) der Reifen muss also immer größer sein als die Zentrifugalkraft. Der Haftreibungskoeffizient ( H ), der dem Tangens des maximalen Neigungswinkels entspricht, ist dabei entscheidend: Bei trockener Strecke und neuen, wohltemperierten Reifen liegt sein Wert nahe bei 1 und die maximale Schräglage somit bei etwa 45°. Die weichen Rennreifen von Mika Kallio und Co haben H-Werte von bis zu 1,2 und erlauben daher Neigungswinkel der Fahrer/Bike-Einheit von zirka 50°. Statt ihre Maschinen in solch extreme Kurvenlagen zu versetzen, ziehen es Profis allerdings vor, ihren eigenen Körper zur Verlagerung des Schwerpunktes nach innen zu legen. Die Hanging-off-Technik gibt dem Fahrer nicht nur ein besseres Gespür für seine Position über dem Asphalt. Sie dient auch dazu, das seitliche Aufsetzen der Rennmaschine auf die Piste bei maximalem Speed zu verhindern. Bremst oder beschleunigt der Fahrer am Beginn bzw. am Ende der Kurve, so begrenzen diese Beschleunigungskräfte die maximal mögliche Seitenführungskraft entscheidend. Der Kammsche Kreis beschreibt dieses nicht direkt additive Verhältnis: Nützt etwa der Rennfahrer nur mehr 50 Prozent der Haftreibungskraft der Reifen für die Kurvenfahrt, kann er bereits fast 87 Prozent der auf gerader Strecke möglichen Beschleunigung einsetzen. Für Mika Kallio noch immer quälende 13 Prozent zu wenig. * Dr. Axel Schäfer, 39, forscht am Institut für Experimentalphysik der Universität Wien. GRAN PREMI DE CATALUNYA (MOTOGP, 250 CCM, 125 CCM): 8. JUNI 2008, CIRCUIT DE CATALUNYA, MONTMELÓ, SPANIEN, WWW.MOTOGP.COM
016-16-17_Bullevard_Formel 16
20.05.2008 15:33:31 Uhr
017-16-17_Bullevard_Formel 17
20.05.2008 15:33:36 Uhr
BILD: FRIEDMANN KIRN/RED BULL PHOTOFILES; ILLUSTRATION: MANDY FISCHER
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REKORDE
THE RED BULLETIN
JUNI 2008
Žydrūnas Savickas ist 1,98 Meter groß, 170 Kilogramm schwer und verfügt über Bärenkräfte. Der 32-jährige Strongman aus Litauen stemmte bei einem Wettkampf in Neukirchen, Bayern, einen 205 kg schweren Baumstamm und verbesserte die bestehende Bestmarke um 2,5 kg.
65
BILD: ANDREAS SCHAAD
Ronnie O’Sullivan gilt als der begnadetste und spektakulärste Snooker-Spieler der Welt. Bei der WM im Crucible Theatre von Sheffield lochte „The Rocket“ alle roten Kugeln und jeweils abwechselnd die schwarze Kugel und dann die farbigen Kugeln in richtiger Reihenfolge ein, ohne Unterbrechung. Der Engländer erreichte damit bereits zum neunten Mal 147 Punkte, das sogenannte „Maximum Break“.
Dünne Luft. Andreas Goldbergers Luftstand betrug 13,5 Meter über der Glockner Hochalpenstraße – höher als bei jedem Skifliegen.
GLOCKNERKÖNIG GOLDI
EIN SPRUNG MACHT GESCHICHTE NACH SCHLAFLOSER NACHT Für die Römer war das Hochtor am Großglockner einer der wichtigsten Alpenübergänge. Heutzutage kommen eher die Touristen, und denen geht es um Sightseeing. Zur Feier des „Durchstichs“ – dabei wird die Hochalpenstraße nach dem Winter von beiden Seiten aus per Schneepflug wieder passierbar gemacht – wagte der Skiflugweltmeister von 1996 Andreas Goldberger einen Sprung der besonderen Art: in 2506 Meter Seehöhe, über den dort 30 Meter breiten Straßengraben. „Mir war mulmig zumute, und ich konnte die Tage vor dem Sprung gar nicht gut schlafen“, zeigte sich Goldi vor dem Sprung skeptisch. Das Besondere waren die nicht trainierbaren Bedingungen. Goldberger: „Wir wussten nicht, wie viel Anlauf ich benötige, um nicht im Graben oder im flachen Gelände aufzusetzen.“ Der Satz selbst war dann doch fast Routine: Absprung an der Kante, 13,5 Meter Luftstand (doppelt so hoch wie normal), sauberer Telemark nach 58 Metern. Der erste Gratulant im Auslauf des außergewöhnlichsten Skisprungs der Geschichte war ein enthusiasmierter Gesamtweltcupsieger Thomas Morgenstern: „Seit über zweitausend Jahren überquert der Mensch den Alpenhauptkamm auf diesem Weg, aber auf Sprungskiern hat das vor Goldi noch niemand geschafft.“
018-18_Bullevard_Rekorde 18
9 102
Fedor Konyukhov machte beim Antarctica Cup auf seinem 16.400 Meilen langen Segeltörn unliebsame Bekanntschaft mit Stürmen, Kälte, Eisbergen und Walen. Trotzdem erreichte der Russe bereits nach 102 Tagen, 35 Minuten und 50 Sekunden seinen Ausgangspunkt Albany in Australien: eine neue Bestmarke für Solo-Antarktis-Umseglungen.
205
Alexander Ovechkin zählt zu den derzeit weltbesten Eishockeyspielern. Zwar konnte der Russe das Ausscheiden seiner Washington Capitals in der ersten Play-offRunde nicht verhindern, sicherte sich aber einen weiteren Karriererekord. Nie erzielte ein linker Flügelstürmer mehr Tore in einer NHL-Saison als Ovechkin mit 65.
Steven Purugganan ist erst zehn Jahr alt, aber bereits mehrfacher Weltmeister und Weltrekordhalter einer immer populärer werdenden Geschicklichkeitssportart. Bei der Speed-Stacking-WM in Denver, Colorado, stapelte der junge Amerikaner drei Pyramiden aus je drei Bechern in 1,86 Sekunden auf und wieder ab.
1,86
Oliver Kahn, Bayern Münchens exzentrischer Tormann, wurde Vizeweltmeister, achtmal Deutscher Meister und Champions-League-Sieger. Zum Abschluss seiner Karriere sicherte sich „Olli“ im Finale gegen Borussia Dortmund zum sechsten Mal den DFB-Pokal – so oft wie kein anderer Spieler vor ihm.
6
Der Weg zum Erfolg auf TennisSandplätzen führt zweifelsfrei über Rafael Nadal. Der 22-jährige Spanier, der bei den French Open noch kein Spiel verloren hat, gewann das Turnier von Monte Carlo zum vierten Mal in Folge und sicherte sich seinen insgesamt siebenten Sandplatz-MastersSeries-Titel – beides Rekord.
4 17
Im Mai 2007 wurde Gerlinde Kaltenbrunner beim Versuch, den 8167 Meter hohen Dhaulagiri im Himalaya zu bezwingen, von einer Lawine verschüttet. Ein Jahr später erreichte die österreichische Alpinistin den Gipfel und ist seither die erste Frau, die elf der vierzehn Achttausender bestiegen hat.
11
1:03,72
Leisel Jones wird bei den Olympischen Spielen in Peking zu den Favoriten bei den Schwimmwettkämpfen über die Brustdistanzen zählen. Die Australierin ist bereits beeindruckend in Form: In Canberra schwamm sie in 1:03,72 Minuten beim Grand Prix Meeting Kurzbahn-Weltrekord über 100 Meter.
Der US-Aktionskünstler David Blaine hat oft eigenwillige Ideen. So ließ er sich zum Beispiel lebendig begraben oder in einen Eisblock einschließen. Hin und wieder bricht er auch Rekorde. Live, während der „Oprah Winfrey Show“, hielt Blaine 17 Minuten, 4,4 Sekunden die Luft an (nach vorheriger Inhalation von reinem Sauerstoff). Der Schweizer Peter Colat hatte es vor ihm um 32 Sekunden weniger lang geschafft.
Einfach einen Marathon zu laufen war Jean-Yves Kanyamibwa anscheinend zu fad. Deshalb dribbelte der 19-jährige englische Medizinstudent in London auf der gesamten Strecke einen Basketball: Seine Zeit von 4:30,29 Stunden sicherte ihm eine Eintragung ins „Guinness World Records“-Buch.
4:30,29 20.05.2008 15:33:59 Uhr
Surfen auf englisch. Sam Lamiroy legt keinen Wert auf übertrieben kuschelige Bedingungen beim Ausüben seiner Sportart. Selbst wenn das Wasser gerade einmal vier Grad hat, sieht seine Ausrüstung kaum weniger sommerlich aus.
Helden
Wer uns diesen Monat bewegt.
Smudo ist jenes Viertel der Fantastischen Vier, das sich
bild: Roger SHARP/O‘Neill Europe
durch den prächtigsten Motorsportwahnsinn auszeichnet. Seite 24
Karl Wendlinger wird nach Le Mans und dort mit seinem Aston Martin 24 Stunden im Kreis fahren. Seite 20
Vicky ARVANiti und Vasso Karadassiou
teilen sich 64 Quadratmeter Sand auf höchst olympiawürdige Art. Ihren Männergeschmack teilen sie nicht. Seite 22
019-19_Helden_Inhalt 19
Sam Lamiroy erbringt den Nachweis, dass man auch bei englischstem Sauwetter trefflich surfen kann. Seite 30
Nico Thöni
ist noch zu jung für den größten MotorradNachwuchsbewerb. Aber qualifiziert ist er schon. Seite 32
Marco Materazzi mag man trotzdem.
Seite 36
20.05.2008 15:34:17 Uhr
20
the red bulletin
helden
juni 2008
Karl Wendlinger
hat als
Motorsportler Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Kaum jemand passt in Le Mans besser in den Aston Martin mit der Nummer 007. Text herbert völker Bild flo hagena
Name Karl Wendlinger geburtsdatum/-Ort 20. Dezember 1968, Kufstein, Tirol wohnort Thiersee, Tirol familienstand verheiratet, zwei Kinder Sportliche Erfolge 1989 Deutscher F3Meister; 1991 Sport wagen-Weltmeister mit Sauber-Mercedes; 1991 bis 1995 Formel 1 (Leyton House, March, Sauber); 1999 FIA-GT-Weltmeister; 2000 Sieger 24 Stunden von Daytona web www.karlwendlinger.com
020-20-21_Helden_Wendlinger 20
Juni 1994. Es war eine Riesensache damals, weit über den Motorsport hinaus. Sogar die „Bild“-Zeitung war ganz aufgeregt, ging aber höchst behutsam mit dem Karl um. Er hatte alle Sympathien der Welt. Im Zweifelsfall wurde die Wahrheit höchstens noch ein bisschen verbessert. Als Karl Wendlinger nach drei Wochen zum ersten Mal die Augen aufschlug, sagte er: „Wo bin ich?“ „Bild“ protokollierte: „Sophie, ich liebe dich.“ In jenem Frühling von 1994 war man geschockt durch die tödlichen Formel-1-Unfälle von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger in Imola. Kurz darauf, beim Grand Prix von Monaco, kam der SauberMercedes des Karl Wendlinger auffällig holpernd über die Bodenwellen nach dem Tunnelausgang, ließ sich bei Speed 270 offensichtlich nicht mehr in die Schikane einlenken und prallte an die Leitschiene, die man rund um einen Baum der Hafenpromenade gewickelt hatte. (Die Einrichtungen in Monte Carlo sehen heute etwas fürsorglicher aus.) Wendlingers Erinnerung war drei Tage zuvor stehen geblieben, bei der Fernsehübertragung von der Salzburger Austria bei Inter Mailand. 0:1 verloren, dann nichts mehr. Das Erinnerungsloch hat den Vorteil, dass ihn auch das Unterbewusstsein nicht quälen kann. Er ist im Mai eingeschlafen und im Juni aufgewacht, und er hat danach nie vom Unfall oder vom Drumherum geträumt, kein einziges Mal. Karl war 25, wurde auf behutsame Weise wieder völlig gesund und hatte bald wieder nichts anderes im Schädel als die Formel 1. Mit dem einzigen Problem, dass die Karawane mittlerweile ohne ihn weitergezogen war, auch nach einer Serie durchaus dramatischer Comebackversuche. Sein Leben war total auf die Formel 1 zugespitzt gewesen, von der sensationellen F3-Performance (Endstand der Saison 1989: Wendlinger 164 Punkte, Heinz-Harald Frentzen und Michael Schumacher je 163) über das Sportwagen-Championat im berühmten Mercedes-„Junioren“-Team, wieder mit Schumi und Frentzen. Ganz logisch ergab sich daraus die oberste Liga, wo der knapp zehn Jahre ältere Gerhard Berger schon Fuß gefasst hatte. Der Wesensunterschied zwischen den beiden war allerdings eklatant. Fragte man damals den Karl, wie er das beschreiben könnte, sagte er: „Ja“ und wiegte langsam den Kopf, „ja“, sagte er und wartete noch ein bisserl, „der Gerhard, der kimmt glei am Start, und i kimm
erscht nåcha“. Damals war Sten Nadolnys Buch „Die Entdeckung der Langsamkeit“ äußerst populär, und auch Karl liebte es. Es geht dabei ja um die Idee, dass du erst über die Wahrnehmung der Langsamkeit zur wahren Schnelligkeit (im Sinn des Wortes oder aber auch als Symbol für Erfüllung) finden wirst. Dieses total unhektische Wesen eines alten Indianers in Gestalt eines auffallend feschen jungen Tirolers war als Typ natürlich extrem gefragt, darum gab es auch keine Gefahr, dass man ihn abschreiben würde, nur weil ihm die Formel 1 haarscharf davongedampft war, nach all den Schrecknissen eines unglaublichen Unfalls und dessen Überwindung. Am heikelsten war die neue Ausrichtung für ihn selber: die Schwierigkeit, nach der Formel 1 eine andere Art des Rennsports zu lieben. Es klappte auch nicht auf Anhieb, aber dann war der Zauber von Le Mans zu entdecken und die Köstlichkeit eines Sieges in Daytona. Als die FIA-GTMeisterschaft nach einigen Anläufen ihr modernes Format fand, war auch Karl Wendlinger richtig aufgestellt fürs neue Bild vom klassischen Rennsport mit den „Big Bangers“. Kein Auto könnte da besser passen als Aston Martin mit dem unglaublichen Charme seiner Markengeschichte, dem CEO Ulrich Bez als ultimativem Autotier und der knalligen Erfolgsstory der jüngsten Jahre. Nach hinreichend WendlingerSiegen in „normalen“ FIA-GT-Läufen steht nun der Werkseinsatz in Le Mans an – mit Heinz-Harald Frentzen und Andrea Piccini als Partnern im DBR9 mit der Nummer, die einfach so sein muss: 007. Frentzen also wieder. Soweit man sich good vibrations zwischen Rivalen im Rennsport vorstellen mag, haben Wendlinger und Frentzen ihre freundschaftliche Wellenlänge bewahrt, finden es hetzig, mal mit- statt gegeneinander zu fahren. Wenn wir schon vom menschlichen Antlitz des Rennsports reden: Die wahre Heldenstory, damals, in den dunkelsten Wochen, hat die schöne Sophie geschrieben, und nach dem märchenhaften Erwachen des jungen Prinzen haben sie dann auch geheiratet. Mit Laura und Jonas leben sie jetzt in Tirol nahe am See hinter den Sieben Bergen, ganz schön kitschig, die ganze Geschichte, und wenn man den Karl fotografieren will, stellt man ihn am besten in eine grüne Wiese. ♉ 24 Heures du Mans: 14./15. juni 2008, Le Mans, Frankreich www.lemans.org
20.05.2008 15:34:28 Uhr
Im Körper dieses feschen jungen Tirolers steckt das unhektische Wesen eines alten Indianers.
In der Wiese. Solche Postkartenmotive gibt es nur in Tirol. Vielleicht ist Karl Wendlinger auch deswegen aus Monaco wieder rückübersiedelt.
021-20-21_Helden_Wendlinger 21
20.05.2008 15:34:41 Uhr
22
helden
the red bulletin
vicky
juni 2008
vasso
mag Dustin Hoffman,
schwärmt für Richard Gere. Aber man muss ja nicht gemeinsam ins Kino gehen, um sich auf 64 Quadratmeter Sand blind zu verstehen. Text Robert Sperl bild rutger pauw
Name Vasso Karadassiou Geburtsdatum 8. Jänner 1973 Wohnort Athen Ausbildung Studium der Philosophie, Pädagogik und Psychologie, Beachvolleyball-Profi Name Vicky Arvaniti Geburtsdatum 17. März 1985 Wohnort Athen Ausbildung Beachvolleyball-Profi, Studentin Sportliche Erfolge CEV-Europameister 2007 (gemeinsam), Platz 9 bei den Olympischen Spielen 2004 (mit jeweils anderer Partnerin)
022-22-23_Helden_Volleyball 22
Feuer und Wasser. Vicky Arvaniti ist 23 und Feuer wehrfrau, Vasso Karadassiou ist 35 und Mitglied der Marine. Dass Vicky noch keinen Brand gelöscht und Vasso ihr Büro mit Blick aufs Meer noch nie gesehen hat, mag damit zu tun haben, dass Sport in ihrer Hei mat Griechenland einen hohen Stellenwert besitzt. Nach zwei Beachvolleyball-Europameistertiteln war es deshalb selbstverständlich, dass Vicky und Vasso mit einer staatlichen Pro-forma-Anstellung belohnt wurden. Das ist gut: Auch wenn Turniersiege einige tausend Euro Preisgeld bringen – man reist mit frei erem Kopf und damit leichterem Gepäck acht Mo nate pro Jahr von Turnier zu Turnier durch die Welt, wenn man weiß, dass man nach der Karriere einen fixen Arbeitsplatz hat. Das Karriereende ist jedoch nicht in Sicht: Das nächste große Turnier für Vicky und Vasso sind die Olympischen Spiele. Bei den letzten Spielen 2004 in Athen belegten die beiden – noch mit anderen Partnerinnen – jeweils Platz neun. In Peking heißt das kleine Ziel die Top 8, also Viertelfinale, „und das hätten wir uns verdient“, sagt Vasso bestimmt. „In der Weltspitze sind wir eines der beständigsten Teams.“ Die stärksten Konkurrentinnen um Medail len kommen aus den USA, aus China und Brasilien, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes: Die Topstars aus diesen drei Nationen sind durchwegs größer und athletischer als Vicky und Vasso. Doch wer jemals Beachvolleyball gesehen hat, weiß: Matches werden nicht nur beim Block am Netz entschieden oder durch das Service. Vicky und Vasso gleichen geringere Körpergröße durch gute Kondition – wichtig vor allem bei tiefem, feuchtem Sand, denn gespielt wird bei nahezu jedem Wetter –, smarte Defensive und ein variantenreiches Angriffs spiel aus. Exzellent ihre Raumaufteilung: Bewusst werden Teile des acht mal acht Meter großen Feldes preisgegeben; nimmt der Gegner die Einladung an, schnappt die Falle zu. Plaudert man mit Vicky und Vasso über Spielzüge, muss man nur einige Voka beln ersetzen, schon geht es um Schach. Ihr Trainer Manolis Roumeliotis nennt ihre Fä higkeit, ein Spiel zu lesen, die Stärke von Vicky und Vasso, gemeinsam mit ihrem Selbstbewusstsein: „Sie denken nie daran, dass sie auch verlieren könnten.“ Was sich aus der Körpersprache der zwei ersehen lässt (die Zurufe, mit denen sie sich auf dem Platz di rigieren und motivieren, klingen für Sprachunkun
dige eher nach Kellnerkauderwelsch im Restaurant Poseidon): So haben wohl auch die Amazonen ihre Feinde verwirrt, ehe sie ihnen mir nix, dir nix das Fell über die Ohren gezogen haben. Dazu kommt das Wissen um den richtigen Mo ment für eine Aktion; auch gute Boxer zeichnet das aus. Beim CEV-Turnier im Mai in St. Pölten durften Vasso und Vicky mit diesem Killerinstinkt zufrieden sein: Platz drei. St. Pölten war heuer erst ihr zweites Turnier, Vicky und Vasso lassen wegen Peking ihre Formkurve behutsam ansteigen. Schwächemomente der Gegnerinnen wurden aber bereits, wie eh und je, kaltblütig ausgenützt: Die zwei, drei in diesen Pha sen geholten Punkte entschieden nicht selten über Sieg oder Niederlage. Trotz lautstarker Kommandos: Um die eigene Sandburg vor Begehrlichkeiten zu schützen, ist blin des Verständnis zwischen den Teamkolleginnen Vor aussetzung. Die Führung übernimmt dabei die rou tiniertere Vasso: Sie ist seit 1998 Profi – damals war Vicky, mit der sie seit 2005 spielt, noch unschlüs sig, ob sie sich für Gymnastik, Leichtathletik oder Volleyball entscheiden sollte. Auch außerhalb der Arena sind die Rollen klar verteilt, wenn auch mit beträchtlichem Humoranteil. Vasso streng: „Vicky ist meine kleine Schwester.“ Vicky milde: „Während der Saison machen wir alles gemeinsam, vom Shop pen bis zum Sport. Ich freue mich immer, wenn im November alles vorbei ist – der Winter ist dann wie eine Entschlackung.“ Und wie ist das mit der Finger-Zeichensprache, mit der die am Netz postierte Spielerin der Aufschlä gerin – Vasso und Vicky wechseln sich beim Service ab – für die Gegenspielerinnen unsichtbar letzte Hinweise zumorst? Vasso: „Die Finger der rechten Hand beschreiben die Taktik gegenüber der Gegne rin auf der rechten, die Finger der linken die Taktik gegenüber der Gegnerin auf der linken Seite.“ Vas so, die von unten serviert, und Vicky, die auf ein Sprungservice mit viel Effet setzt, entscheiden erst nach diesen Infos, wie sie den Ball im gegnerischen Feld platzieren. Setzt jedes Team auf ein anderes Zeichensystem? Nein, sagt Vasso, da gebe es kaum Unterschiede: „Warum auch? Wir spielen ja nicht in einem Spiegelkabinett, deshalb bleiben die Informa tionen ja ohnehin geheim.“ ♉ Nestea European Championship Tour: 10. bis 13. Juli 2008, Finale in Hamburg, www.eurobeachtour.com, www.fivb.org
20.05.2008 15:28:32 Uhr
Die gröSSte Stärke von Vicky und Vasso: Die beiden denken nie daran, dass sie auch verlieren könnten.
Das ist unsere Sandburg! Vicky Arvaniti (links) und Vasso Karadassiou verteidigen ihr Revier.
023-22-23_Helden_Volleyball 23
20.05.2008 15:28:36 Uhr
024-24-29_Helden_Smudo 24
20.05.2008 15:29:12 Uhr
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Smudo
ist der größte deutsche Hip-Hop-Star.
Wenn er nicht mit den Fantastischen Vier unterwegs ist, fährt er Autorennen. Mit einem Boliden, den man kompostieren kann. Text Christian Seiler Bilder Bernd Roselieb
025-24-29_Helden_Smudo 25
20.05.2008 15:29:15 Uhr
W
er auf Smudo einen Blick in Cinemascope werfen will, muss bloß ein Konzert der Fantastischen Vier besuchen. Smudo ist dann einer von den drei kleinen Herrschaften dort vorne auf der Bühne, die abwechselnd, aber manchmal auch gemeinsam ins Mikrofon sprechen, singen, stöhnen, schreien. Manchmal steht er in der Mitte, manchmal auf der Außenposition neben Thomas D und Michi Beck, während der vierte Herr, And.Ypsilon, sich im Hintergrund hält und an elektronischen Geräten herumfummelt. Kann sein, dass Smudo nicht ganz scharf zu sehen ist. Er befindet sich ständig in Bewegung. Der Arm, der kein Mikrofon halten muss, unterstützt weit ausholend den Rhythmus. Tolle Beinarbeit. Die Zähne oft gebleckt, Smudo ist lustig. Die Fantastischen Vier sind lustig. Sie sind Deutschlands erfolgreichste Hip-Hop-Gruppe, und sie sind auch mit Abstand am besten aufgelegt. Ihre Songs sind witzig
Rennfahren lernte Smudo auf der Spielkonsole.
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und von konkreter Poesie, sie geben sich nicht mit dem vordergründigen Witz zufrieden, sondern liefern zweite und dritte Bedeutungen en masse, wenn nicht mehr. Seit zwanzig Jahren verabschieden sie Hits. Ihre Konzerte füllen die großen Hallen. Die Fantastischen Vier sind veritable Popstars. Aber Smudo ist auch gern alleine, wobei die Einsamkeit, die er sich ausgesucht hat, eine qualifizierte ist. Zum Beispiel steigt er gern in seine Beechcraft Bonanza, ein viersitziges Sportflugzeug mit Propellerantrieb, Baujahr 1978, und begibt sich auf eine Ausflugsreise. Smudo findet Fliegen entspannend. Er kennt die Regionalflughäfen Deutschlands inzwischen aus dem Effeff, seine Maschine braucht zum Starten und Landen nicht mehr als 600 Meter Landebahn oder Gras. Das Flugzeug, Kennzeichen DEIZK, ist weiß, vom Propeller zum Leitwerk führen ein blauer und ein orangeroter Streifen. Als Smudo auf dem Dahlemer Binz in der Eifel, hundert Kilometer südlich von Köln, landet, riecht es weniger nach Glamour als nach Landwirtschaft. Smudo hüpft aus seinem Flieger, den er auf dem Rasen vor dem Tower geparkt hat, er umarmt den großen, kahlgeschorenen Mann, der gekommen ist, um ihn abzuholen. „Tom!“ „Smudo!“ Tom von Löwis of Menar ist Smudos, tja, Teamchef. Jedenfalls ist er der Mann, der einen Rockertraum Wirklichkeit werden ließ, indem er dem Ro-
bild: akg-images
Die Fantastischen Vier. Smudo (ganz links) rockt mit Thomas D (vorne), Michi Beck (hinten) und And.Ypsilon (an den Tasten): die größte Band Deutschlands. Seit zwanzig Jahren.
20.05.2008 15:29:19 Uhr
JUNI 2008
helden
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the red bulletin
bild: Balazs gardi
cker, der die Idee, Autorennen zu fahren, virtuell immer spannender fand, das wahrhaftige Auto unter den Hintern zauberte. Dieses Auto, ein adaptierter Ford Mustang, ist schwarz und gelb lackiert und steht mitten im Wald, aber das ist jetzt nur ein Detail. Wichtig ist, dass Smudo und sein Auto endlich an ein und denselben Ort gebracht werden, das wird Tom jetzt flott besorgen, als ehemaliger DTM-Pilot hat er ein Händchen für flott besorgen. spielkonsole. Nicht, dass Smudo als Rennfahrer vom Himmel gefallen wäre (auch wenn ihn die Leidenschaft für die Fliegerei dafür prädestinieren würde). Er verspielte sich bloß auf der Spielkonsole. Das Spiel hieß „Grand Prix Legends“. Es stammte aus der Schmiede der Papyrus Design Group, der legendären Klitsche detailbesessener Rennsportfreaks, die Rennautos der Grand-Prix-Saison 1967 so realistisch auf den Bildschirm hinüberdeklinierten, dass der junge Herr Schmidt, wie Smudo in seinem früheren Leben hieß, begann, auf der Tastatur seiner Konsole mit dem Schraubenzieher zu arbeiten, das Fahrgestell musste sich doch, Sakrament!, ein bissle steifer einstellen lassen. Neues Lenkrad aus Spezial anfertigung. Dann auf die Online-Rennbahn, uuh. Das Gefühl war gut. Aber Smudo wollte es besser, echter, wollte anwenden, was er glaubte gelernt zu haben. Er ließ sich in einen Intensivkurs für die Formel Renault in der Zakspeed-Rennfahrerschule am Nürburgring einschreiben, um endlich einmal ein richtiges Rennauto zu pilotieren. Smudo stellte sich geschickt an und war hartnäckig. Er erwarb die Lizenz „International C“ des Deutschen Motor Sport Bundes. Der Zufall wollte es, dass Smudo, zu dieser Zeit bereits fantastisch unterwegs und ein gefragter Aufputz für Veranstaltungen jeder Ordnung, zu einem Prominenten-Kartrennen in die Kölnarena eingeladen wurde. Er zögerte nicht mit seiner Zusage. Zehntausend Zuschauer. Smudos Gefühl trog ihn nicht. Er hatte sich vor der Kiste die Grundlagen eines Gefühls für die Kiste angeeignet, und er lenkte sein Kart zum Amüsement der Zuschauer schnell und beständig durch die Qualifikationskurven. Als das Rennen schließlich in die entscheidende Phase ging, lag Smudo auf Platz zwei. Er hatte nur noch einen Gegner vor sich: den Schlagersänger Haddaway („What Is Love“), der vor dem Rennen die eigenen Talente sehr gelobt hatte, was der Rapper als Motivation für die seinen empfand. Smudo: „Ich sah, wie schlampig er die Kurven nahm – jede Kurve ein Fehler –, konnte mir ausrechnen, was ich tun musste – tat es – vorbei am Großmaul – Zielflagge – gewonnen – ich. Ich. Geil!“ Jetzt wollte Smudo auf die richtige Rennstrecke, raus aus der Halle, weg von der Kiste. Er musste nicht weit laufen, um gehört zu werden. Ein Stuttgarter Eventmanager mit kahlgeschorenem Haupt entpuppte sich als früherer Formel-V- und DTM-Pilot, der nichts lieber wollte als zurück an die Strecke.
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Flugleidenschaft. Smudo (re.), selbst Pilot mit Kunstfluglizenz, mit Red Bull Air Race-Pilot Hannes Arch beim Fachsimpeln.
Er stellte Smudo bloß eine einzige Gewissensfrage: „Willste einmal auf die Strecke? Oder richtig?“ Tom von Löwis of Menar, Platz 79 der ewigen Bestenliste der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft, lenkt einen silbernen Volvo Kombi durch lang gezogene Kurven, in denen Motorradschwadronen in beachtlicher Schräglage entgegenkommen. Die Nordschleife entlässt ihre Kinder. Smudo sitzt auf dem Beifahrersitz und spricht. Er spricht schnell. Warum sollten Rapper langsam sprechen? Können Rapper langsam sprechen? Smudo lobt die landschaftlichen Vorzüge der Eifel, wo sich Kollege Thomas D mit Menschen und Tieren auf einem Hof niedergelassen hat, und er rekapituliert die wichtigsten Fakten zum Nürburgring, der das Ziel dieser Fahrt ist, damit nichts Wesentliches in Vergessenheit gerät. Eröffnung 1927, als Konrad Adenauer noch ein junger Mann ist. Der Ring wurde dann sukzessive zur „Grünen Hölle“, wie Jackie Stewart trefflich bemerkt hat. 28 Kilometer Länge, 300 Meter Höhenunterschied, Wald, unebene Fahrbahn, Kuppen, an denen jedes Fahrzeug, das mit Vollgas ankommt, abhebt und beachtlichen Luftstand generiert, da muss man erst mal drinsitzen wollen. Und natürlich die unglaubliche Niki-Lauda-Geschichte, musst mal ins Archiv gehen und dir rausholen lassen, wie der über die Strecke geschimpft hat. Zu unsicher. Völlig überholt. Und dann verbrennt er um ein Haar. Wahnsinn.
Name Michael Bernd Schmidt künstlername Smudo ALTER vierzig FAMILIENSTAND verheiratet, eine Tochter WOHNORT Hamburg ausbildung Matura, Sichtflugpatent, Kunstflugpatent, C-Lizenz des Deutschen Motor Sport Bundes WEBLInks www.smudo.com, www. diefantastischenvier.de, www.fourmotors.de
aufgemotzt. Die erste Rennserie, die Smudo unter den Fittichen seines neuen Teamchefs Tom von Löwis bestritt, war der VW Beetle Cup. Smudo blieb danach beim Käfer, aber natürlich nicht irgendeinem aufgemotzten Käfer, er hatte schon damals ein Gefühl für das richtige Setzen von Themen und pilotierte ausgerechnet das Geschoss, das mit Rapsöl – Rap-Öl? – betrieben wurde. Erfolge? Smudo lernte, beständig am Limit zu fahren. Keine Autos zu zerstören. „Keine Autos zu zerstören?“, fragt Tom betont lässig. „Wohl den Maserati-Cup vergessen.“
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helden
Fanta 4 sind kein Team. wir sind eine familie. „Da wurde ich abgeschossen. Abgeschossen!“, antwortet Smudo. Er moduliert seine Stimme, als hätte er Helium inhaliert. „O nein. Erinnere mich doch nicht an den Maserati-Cup. Ich war so gut unterwegs. Und dann … abgeschossen. Tom, du … wegen dir kann ich jetzt wieder nicht einschlafen, weil ich dauernd an den Maserati-Cup denken muss. O nein. Tom. Du Teufel.“ Tom gluckst und weicht einem Motorradfahrer aus, der ein bisschen zu sehr Casey Stoner sein will. absturz. Zum Kaffeetrinken ins Dorint am Nürburgring nimmt Smudo seinen Laptop mit, einen schwarzen IBM-PC mit dem Aufkleber „Captain Fornika“ auf der Deckklappe. „Fornika“ hieß das letzte, sehr poppige Fanta-4-Album, und der Captain ist Smudo, wer sonst. Der Computer ist aus unerfindlichen Gründen abgestürzt, und das macht Smudo zu schaffen, weil er gerade für die Instrumentenflugprüfung lernt und die entsprechenden Multiple-Choice-Fragebögen aus den ramponierten Speicherschleifen seines Laptops klauben muss. Mal nachschaun. Hmhm. Er ist ein guter Computerista. Er lernte sein Handwerk auf dem legendären Commodore 64, jenem Computer, der für die Jugendkultur der achtziger Jahre so wichtig war wie die E-Gitarre für jene
Karriere im Schnelldurchlauf
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der siebziger, schrieb Programme, entwickelte das Science-Fiction-Computerspiel „Price of Peril“, das sogar einen Programmierwettbewerb gewann. Hilft alles nichts, wenn die Prüfungsfragen verschwunden bleiben. Sakrament. Im Juni wird sich Smudo mit den Kollegen von der Band zusammenfinden, Thema: neues Album. Das muss man sich so vorstellen. Jeder kommt von irgendwo, bringt Ideen, Ansätze, Impulse mit. Dann werden „Themeninseln“ gebaut, auf denen schließlich erste Text-, erste Refrainentwürfe gedeihen. Ist die Richtung festgelegt, geht der Rest von alleine, man kennt sich ja. Die Fantastischen Vier sind schließlich auch schon zwanzig Jahre ein Team, nein, „eine Familie“. Smudo: „Wir kennen uns gut. Wir streiten vortrefflich. Wir stellen uns als Band nicht in Frage. Dei ne Verwandten kannst du dir schließlich auch nicht aussuchen.“ „Ist es nicht merkwürdig, nach zwanzig Jahren noch immer Pop zu machen?“ „Nein. Das Alter spielt überhaupt keine Rolle.“ „Aber Popmusik stiftet doch Sinn für ganze Generationen.“ „Aber die Botschaften werden vielfältiger.“ „Zum Beispiel?“ „Zum Beispiel verändert sich meine Wut. Früher war ich auf die Elterngeneration zornig. Heute bin ich zornig, dass meine Eltern manchmal doch recht gehabt haben.“ Nachzuhören auf „Du mich auch“ vom letzten Album „Fornika“. Laut, rotzig, kraftvoll. „Die Nummer funktioniert übrigens für Junge und für die Alten. Die Generationsscheiße wird überschätzt“, sagt Smudo. „Wie finden die Kollegen deine Motorhobbys?“ „Sie nehmen’s zur Kenntnis.“ „Schon mal mit der Band einen Ausflug im Flugzeug gemacht?“ „Nur einmal. Thomas fand das nicht so gut.“
Die wichtigsten Alben der Fantastischen Vier auf einen Blick. Jetzt geht’s ab Das Premierenalbum der Combo. Frischer und freier Sprechgesang als Novum in deutscher Sprache.
Live und direkt Geballte Ladung von Fanta4-Hits. Zusätzlich gutes Videomaterial und inter essante Remixes.
4 gewinnt Hier kommt der erste Singlehit „Die da“. Witzig, überraschend, zum Mitsingen. Die vier sind fantastisch.
4:99 Erstes Album der Band auf dem eigenen Label. Nächster Riesenhit mit „MfG – mit freundlichen Grüßen“.
Die 4. Dimension Großer Schritt vom spaßigen deutschen Sprech gesang zu ernsteren Themen. Anti-Gansta-Rap.
Viel Erstes Studioalbum nach fünfjähriger Pause. Motto: Wir sind „Troy“. Eindrucksvoll live auf DVD eingespielt.
Lauschgift Erwachsenes Popmusik album mit heftigem Tanz anteil. Singlehit: „Sie ist weg“. Platz 1 der Charts.
Fornika Erschienen 2007, sehr poppig. Setzt neue Maßstäbe für die musikalische Breite der Fantastischen Vier.
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Bio-rennen. Das Auto, mit dem Smudo in dieser Saison zehn Läufe zur BF Goodrich-Langstreckenmeisterschaft bestreitet, nennt sich BioConcept-Car. Der 280 PS starke RTD-Motor wird mit Biodiesel betrieben, in der Karosserie werden die bisher üblichen Kohlefaserteile durch Bioverbundstoffe – Flachs und Leinöl – ersetzt. Die Tatsache, dass ein Rennauto sozusagen kompostierbar ist, möchte der Teamchef auf einem Foto versinnbildlicht wissen. Er hat deshalb dafür gesorgt, dass der Bio-Ford-Mustang dorthin gebracht wurde, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Dorthin bringt er jetzt Smudo, mitten in den Wald. Smudo lacht. Das ist der nächste Level seines höchstpersönlichen Racing-Spiels. Nachher flott auf die Nordschleife. ♉ 48. ADAC-Reinoldus Langstreckenrennen: 21. Juni 2008, Dortmund, Deutschland, www.vln.de
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Bild: Bernd Roselieb
Computerista. Zurzeit lernt Smudo für die Instrumentenflugprüfung. Jeden Tag. Seit Jänner. Dann geht’s ab in die Wolken.
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the red bulletin
helden
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sam lAmiroy
begann seine Karriere
in Nordengland auf einem Brett, das ihm der Fleischhauer gebastelt hatte. Aber erst als promovierter Ozeanograph wagte sich der Surfer als Profi in die Wellen. Text peter hofer Bild al mackinnon
Name Sam Lamiroy geburtsdatum/-Ort 16. Februar 1976, Blankenberge, Belgien wohnort Perranporth, Cornwall Familienstand verheiratet Beruf Profisurfer, Ozeanograph (Bachelor of Science) ERFOLGE BPSA Tour Champion 2007; Sieger Independence Pro Surfing Championship (Barbados) 2004; Sieger British Pro Surf Association (BPSA) Tour 2003; British Champion 2001
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Oben im Norden. Am schroffen Strand von Thurso, dem nördlichsten Punkt Schottlands. Wo sonst die Möwen auf und ab stelzen und den im Wasser dümpelnden Seelöwen zuschauen, hocken an diesem Tag die Surfer der O’Neill Highland Open by Swatch, eines Events der WQS-Serie im Surf-Weltcup. Die Wassertemperatur liegt bei vier Grad, deswegen tragen die Sportler dicke Neoprenanzüge mit dazupassenden Kapuzen, Handschuhen und Patschen. Keiner schaut glücklich durch die Gischt, die der Wind ins Land hineinträgt. Einer schon: Sam Lamiroy, dessen euphorisches Lächeln alles überstrahlt. Sam ist anders. Er hält Salzwasser für gesund und surft immer ohne Haube und Handschuhe. Selbst in Thurso, wo die Freaks sogar im Winter surfen, zwischen Eisblöcken, weil die Wellen hier eine ähnliche Power entwickeln wie im kuscheligen Hawaii. Kälte und Wind sind für Sam, der im nordenglischen Tynemouth aufgewachsen ist, nichts Neues. Industrieabwässer aus dem nahen Newcastle machten den Black Middens Beach in Tynemouth nicht eben zu einem Postkartenmotiv. Aber als die Eltern seines besten Freundes ein Surfbrett aus Australien mitbrachten, veränderte dies das Leben des damals Achtjährigen. Sams erstes Surfbrett war übrigens legendär hässlich: „Simon, unser Ortsfleischhauer, hat es für mich aus Schaumstoffplatten gebastelt.“ Niemand zeigte Sam damals, wie man surft, keiner erklärte ihm, wie man effektiver paddelt. Er tat einfach, was ihm einfiel und was Spaß machte, und er war bald sehr gut. Die fehlenden Mentoren bedauert Sam jedoch im Nachhinein: „Warum sind die Surfer an der australischen Gold Coast momentan die Besten? Nun, weil sie eine talentierte Gruppe sind, in der sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen. Jeder kann sich von jedem was abschauen. Wächst man nicht in so einem Umfeld auf, gehen einem später wichtige Basics ab, so wie mir.“ Sam beschränkte sich damals darauf, viel zu surfen und gute Athleten aus der Distanz zu kopieren. Allen voran sein Idol Kelly Slater, den er immer wieder auf Video studiert. „Slater ist das große Ding. Er erreichte vor 20 Jahren die Weltspitze, wurde ein Star. Inzwischen trat er sogar in einem meiner Lieblings programme auf, ‚Baywatch‘. Und hey, trotz so langer Zeit on top ist er heuer wieder die Nummer eins.“ Aufgrund der mangelnden Grundausbildung und fehlender Sponsoren sah Sam mit 18 keinen Grund,
Profisurfer zu werden, und studierte stattdessen drei Jahre auf der Universität Plymouth. Ein abgeschlossenes Studium der Ozeanographie und die Frage, wie er weitermachen solle, schauten dabei heraus. Dann die kuriose Wende. Am Abend der Uni-Abschlussfeier brach Sam sich betrunken beim Skateboarden (in einem Kleid einen Hügel hinunter) die Schulter und entschied spontan, doch Profisurfer zu werden. Eine weise Entscheidung: Schon im ersten Jahr gewann er alle möglichen britischen Titel. Seither surft Sam in der erweiterten Weltelite, gehört mit nun 32 Jahren zu den alteingesessenen Veteranen des Surfsports: „Ich habe einige Jahre Contest-Surfen auf dem Buckel, habe einiges erreicht und viele Titel gewonnen. Jetzt möchte ich mich dem Freesurfen widmen, mit einem Kamerateam zu den traumhaftesten Spots der Welt reisen, wo es schön warm ist, und die perfekten Bilder schießen.“ Bevor er sich darauf spezialisiert, räumt Sam grinsend mit einem Klischee auf: „Viele Leute, die von Anfang an nur das pure Freesurfen wollen, weil die stressigen Contests nicht ihr Stil waren, sind womöglich keine besonders guten Surfer. Das muss ich mir sicher nicht vorwerfen lassen.“ Eines ist Sam klar: Will man in einer Sache außerordentlich gut sein, muss diese die absolut wichtigste im Leben sein. Lamiroy: „In der Sekunde, in der man beginnt, sich für neue Sachen zu interessieren, verliert man seinen notwendigen Fokus. Nimm Tiger Woods als Beispiel. Das Fundament in seinem Leben ist es, Golfturniere zu gewinnen. Darum schlägt er täglich acht Stunden Bälle. Kelly Slater wiederum arbeitet täglich stundenlang an seinem Equipment. Das ist ihr Leben, und seht, wo sie stehen.“ Sam Lamiroy macht kein Geheimnis daraus, dass er ein wenig Gefahr läuft, diesen Fokus zu verlieren: Seine Frau Hannah erwartet ein Kind, dem er möglichst viel Aufmerksamkeit schenken möchte. Daher hat Sam sich für ein weiteres Standbein entschieden. Seit kurzem ist die von ihm designte Board short „ONME“ auf den Markt. Geplant sind auch Shirts, Jacken, Hüte und eine komplette Kollektion. Sam Lamiroy hat viele Ideen, mit denen er nach und nach überraschen will. Nur einer Linie wird er immer treu bleiben: „In allem, was ich tue, soll etwas vom Surfen stecken.“ ♉ UK Pro Surf Tour: 25. und 26. Juni 2008, Newquay, Cornwall www.bpsauktour.com
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Spaßvogel. Salzwasser hält gesund, sagt Surfer Sam Lamiroy, und wenn es nur ein Schöpfer täglich ist.
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the red bulletin
helden
nico Thöni
juni 2008
will Motorradrennfahrer werden.
Dabei ist er noch zu jung, um Rennen zu fahren. Die gute Nachricht: Er hat sich für den Red Bull Rookies Cup qualifiziert. Da hat das Warten Ende Juni ein Ende. Text werner jessner Bild Philipp horak
Name Nico Thöni geburtsdatum/-Ort 24. Juni 1995, Bruck an der Mur, Steiermark wohnort Oberaich, Steiermark ausbildung Sporthauptschule Sportliche Erfolge diverse österreichische Pocketbike-Meistertitel, ein 2. und ein 3. Platz bei der Pocketbike-EM Gewicht/grösse 43 kg/1,63 m Hobbys Fußball, PlayStation, Snowboard Web www.redbullrookiescup. com
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Es ist alles eine Frage der Perspektive. Von ganz weit weg betrachtet: Welche bekannten Motorradrennfahrer aus Österreich fallen euch ein? Gustl Auinger, sehr brav. Andi Meklau, richtig. Und weiter? Noch einen Schritt zurück: Wie heißen die letzten zwei MotoGP-Weltmeister? Nein, nicht Valentino Rossi. Casey Stoner, ein Jahr zuvor Nicky Hayden. Noch einen Schritt zurück, Motorrad-Verkaufszahlen in Österreich. 1997 wurden 21.000 verkauft, 2006 muss man sich mit 19.000 zufriedengeben, die 125er für Autofahrer schon eingerechnet. Aus der Distanz muss man diagnostizieren: Dem Motorrad im Allgemeinen ist es schon einmal besser gegangen. Dem Motorradsport im Speziellen auch. Es ist alles eine Frage der Perspektive. Aus der Garage der Einfamilienhaussiedlung in Oberaich bei Bruck an der Mur ist das Motorrad allgegenwärtig, auch wenn da nur ein winziges Pocketbike auf der Werkbank steht. Daheim bei den Thönis dreht sich alles ums Motorrad. Vater Gernot ist früher Rennen gefahren, aber seit Sohn Nico den Lenker eines Minibikes halten kann, kommt der Techniker vom Motorsportspezialisten Pankl Racing nicht mehr zum Selberfahren. Sein letztes Bike hat er längst einem Kollegen verkauft. Papa Thöni ist keine typische Eislaufmutter. Vom Großteil der anderen Eltern unterscheidet er sich nämlich durch ein Kind, das echtes Talent hat. Außerdem sind da der Wille und die Konzentration auf ein Ziel: „Ich will Motorradrennfahrer werden.“ Lieblingsfächer in der Schule neben Turnen: „Englisch, weil man Englisch als Motorradrennfahrer braucht.“ Nach der Sporthauptschule könnte er sich den Besuch einer Maschinenbau-HTL vorstellen, um mehr von der technischen Seite seines künftigen Berufs zu verstehen, des einzigen, den er sich vorstellen kann. Konzentrierter junger Mann? Junger Mann ist übertrieben. Nico ist zwölf. Trotzdem ist er amtierender Vize-Europameister bei den Minibikes und hat eine dreistellige Zahl von Rennstarts auf dem virtuellen Tacho. Es ist alles eine Frage der Perspektive. Vom Streckenrand aus sieht das aus wie ein ganz normales Rennen in einer kleinen Hubraumklasse. Zweitakter fräsen sich schrill aus der Kurve, zehn Fahrer auf der Fläche eines Handtuchs, Knie am Boden, Ellbogen ausgefahren, Helm unter der Verkleidung. „Man darf die Jungs erst beurteilen, wenn sie ih-
ren Helm runternehmen, sonst verwechselt man sie mit GP-Fahrern. Man darf Träume nicht leichtfertig zum Platzen bringen.“ Der das sagt, ist Gustl Auinger, fünffacher GP-Sieger und Chef der europäischen Abteilung des Red Bull Rookies Cup. Wobei Chef sicher nicht die korrekte Bezeichnung für den 53-Jährigen ist; die Jungs (und fallweise auch Mädels) haben in ihm mehr einen Vater/Lehrer/großen Bruder, „am liebsten bin ich ihr Freund“. 24 Rookies aus 17 Nationen tummeln sich im Red Bull Rookies Cup, 23 US-Burschen fahren im identischen Red Bull AMA U.S. Rookies Cup, zweimal im Jahr treffen sich die Besten beider Welten und fahren gegeneinander: einmal in Indianapolis, einmal in Valencia. Das heißt dann Red Bull Riders Cup. Schneller lernen. Jeder Mensch ist anders, und am andersten sind Buben in diesem Alter. Ein halbes Jahr auf oder ab macht oft einen gewaltigen Unterschied. Auinger: „Ich erkenne rasch, was den Buben fehlt, wann man sie auf die Seite nehmen und trösten muss, wann sie einen Rempler vertragen.“ Nachsatz: „Ich habe das ja früher am eigenen Leib erlebt.“ Nachsatz des Nachsatzes: „Aber ich war mit neunzehn noch nicht so weit wie der Großteil der Dreizehn- oder Vierzehnjährigen hier im Red Bull Rookies Cup.“ Man darf zwischen zwölf und siebzehn Jahre alt sein im Red Bull Rookies Cup, Rennen darf man erst ab dem dreizehnten Geburtstag fahren. Nico Thöni wird am 24. Juni dreizehn. Eine Frage der Perspektive, wie man jene Talente findet, die das Potenzial haben, eines Tages Weltmeis ter zu werden, dem Sport, den Menschen rundum neue Impulse zu geben. Der erste Schritt ist eine An meldung auf www.redbullrookiescup.com. Die Meist versprechenden werden zu einer Sichtung eingeladen, „weil es ja keinen Sinn hätte, wenn wir einen Buben, der mit vierzehn schon eins neunzig groß ist und 85 Kilo wiegt, auf ein Metrakit-Bike setzen“. Auch Jux-Bewerber werden im Vorfeld schnell ausgesiebt, dass nur mehr die heißesten Anwärter auch tatsächlich an den Adria Raceway und nach Estoril kommen, damit sie sich dort um die begehrten Red Bull Rookies Cup-Plätze matchen. Rennerfahrung ist keine Bedingung, bei diesen Sichtungen wird nicht einmal groß auf die Zeiten geschaut. „Uns geht es um die individuelle Steigerung: Wie schnell reagieren die Kids auf Feedback, wie sauber gehen sie mit dem
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Klein anfangen. Nico ThĂśni hat schon was erreicht: Vize-Europameister auf dem Minibike, immerhin. Sein Blick, sozusagen, geht aber eher in die Ferne.
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KEVIN SCHWANTZ ist Motorradweltmeister in der Königsklasse (1993 war das). Sein Fahrstil war legendär, sein lustiges Wesen auch. Heute ist er die Integrationsfigur des U.S. Rookies Cup. „Die Arbeit mit den Kids macht unendlich Spaß. Nichts, was ich lieber täte.“
GUSTL AUINGER war WM-Dritter in der Achtelliterklasse (1985). Er ist der Kopf des europäischen Rookies Cup. „Ich will, dass die Kids sagen, die Zeit mit mir im Red Bull Rookies Cup war toll. Ob sie dann Weltmeister sind oder Hausmeister, ist sekundär.“
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Motorrad um, wie schnell lernen sie die Strecke? Wir Juroren schreiben unsere Kandidaten auf ein Blatt Papier, jeder für sich, dann gleichen wir die Namen ab. Erst dann schauen wir auf die Rundenzeiten.“ Die Perspektive eines Rookies ist anders. Nico: „Da waren welche dabei, die hatten viel mehr Erfahrung mit Rennmotorrädern. Ich bin bis zur Sichtung hauptsächlich Minibikes gefahren. Ich kannte die Strecke nicht, auch die Kraft in den Armen ist mir gegen Schluss hin schon ziemlich ausgegangen.“ (Seither macht Nico jeden Tag nach dem Aufstehen Liegestütze.) Erste Sichtung, zweite Sichtung, endlich die Bekanntgabe der Ergebnisse. Würden die Zeiten, die die Väter am Dach des Boxengebäudes mitgestoppt hatten, dem Jury-Ergebnis entsprechen? „Sie haben uns nach Startnummern aufgerufen, ich hab geglaubt, chronologisch. Als eine höhere Nummer als meine verlautbart wurde, ist mir ganz eng geworden. Aber dann hat der Gustl meine Startnummer genannt.“ DIE BESTE CHANCE AUF DIESER WELT. Was das bedeutet hat, versteht man am besten aus der Perspektive eine Sitzreihe hinter Nico. Hier ist Gernot Thöni gesessen, man kann sich richtig vorstellen, wie er sich eine Entspannungszigarette gewünscht hätte in diesem Meeting Room am Circuit Paul Ricard, geht es sich aus mit dem Buben oder nicht? Waren all die Wochenenden auf Minibike-Rennen es wert, die zehntausenden Kilometer im Wohnmobil, die persönlichen Opfer, der finanzielle Fokus auf die Karriere des Buben? „Sponsoren zu finden ist sehr, sehr schwer. Ich hätte es nicht mehr lang durchgehalten, Nicos Talent zu fördern. Der Red Bull Rookies Cup
war nicht unsere letzte Chance. Aber er war bei weitem die beste Chance, die es für einen talentierten Buben auf dieser Welt gibt.“ Im Red Bull Rookies Cup fehlen nämlich zwei Elemente, die Motorsport in kleineren Serien sonst gern mit sich bringt: technische, hm, Kreativität und überschlaue Einflüsterer im Hintergrund. Alle Bikes für die Rookies sind identisch, Performance-Teile werden zwischen den Rennen von Motorrad zu Motorrad getauscht, damit garantiert keiner einen technischen Vorteil hat. Die Rookies dürfen an den Bikes nicht rumbasteln. Das schult die Konzentration aufs Wesentliche. „Ein Valentino Rossi weiß auch nicht, was in einer Gabel drin ist, und zangelt an ihr herum. Er weiß bloß genau, was er wann von einer Gabel will. Dieses Gefühl für ein Motorrad möchten wir bei den Youngsters fördern“, beschreibt KTM-Rennchef Harald Bartol die Idee hinter den einheitlichen KTM-RC-125-Bikes. Richtig, „RC“ steht für Rookies Cup, KTM hat die Bikes extra für den Cup konstruiert. Zu unterschätzen sind freilich weder die Bikes noch die Rookies: „Ich brauche mich mit denen nicht mehr zu messen“, sagt Ex-GP-Sieger Auinger. „Die ziehen mir einen Mittelscheitel, dass es nur so raucht. Aber auch ein aktueller GP-Fahrer würde mit einer RC 125 nicht automatisch Rundenrekord fahren. Das sind bereits Bikes, die sehr speziell sind, wenn du sie wirklich schnell bewegen willst.“ US-Legende Kevin Schwantz, Erfinder des Drifts übers Vorderrad und Auingers Gegenstück im U.S. Rookies Cup, hat den Vergleich gemacht: „Am Anfang des Jahres sind drei bis vier Fahrer schneller als ich. Am Ende des Jahres sind drei langsamer als ich.“
BILDER: IMAGO, MARKUS OBERLAENDER/RED BULL PHOTOFILES, HANS SIMONLEHNER /GEPA PICTURES
Ein Handtuchbreit Platz. Darauf kann sich Nico einstellen: Fight Ellbogen an Ellbogen. Die ersten sechs Läufe lang war er zu jung. Im Bild ein ganz normales Geplänkel im Mittelfeld.
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BILDER: KTM, BRIAN J. NELSON/RED BULL PHOTOFILES
Derlei Vergleiche sind aber nicht unbedingt Teil des Plans, wichtig ist die individuelle Entwicklung der einzelnen Kids. Und dazu gehört auch ein gesteuerter Abnabelungsprozess von den Eltern. Mama und Papa haben in der Box nichts verloren, im Zelt, wo die Mechaniker arbeiten, schon gar nicht. Am Rennplatz ist Gustl Auinger die Ansprechperson. Wobei er nichts dagegen hat, wenn die Buben nach einem verkorksten Training zuerst zum Papa gehen und erst dann zu ihm: „Ansprechpersonen wechselt man nicht von heute auf morgen.“ Auinger bindet die Eltern am Streckenrand in den Rookies Cup ein und löscht die Fragezeichen auf ihren Stirnen: „Geld, Zeit und Erwartungsdruck versuche ich aus der Box draußen zu halten.“ Wichtiger ist das, was er im Alltag im Fahrerlager sieht: „Die Buben haben die größte Gaudi miteinander, sind die besten Kumpel. Auf der Strecke fahren sie wirklich hart, aber die 20 Zentimeter Asphalt, die der andere braucht, kriegt er.“ ZWISCHEN ROSSI UND KALLIO. Nico Thöni freilich hält es nicht mehr auf der Schulbank, auch sein Engagement als defensiver Mittelfeldspieler bei der Jugendmannschaft von Bruck wird wohl noch vor der Bundesliga enden: Nico brennt darauf, sein erstes Rennen zu fahren. Sven Conc, ein Airbrusher aus Bruck, hat Nico für dessen AGV-Helm ein Design gemacht: Rotweißrot, auf der Rückseite eine Schlange, „weil der Gustl gesagt hat, ich habe einen so runden Stil wie eine Schlange“. Das zuerst etwas comichaft geratene Motiv wurde durch ein aggressiveres Exemplar ersetzt. Und eine Nummer hat er auch schon: „36. Ich bin Fan von Valentino Rossi, seit ich fünf bin. Nummer 46 wollte ich nicht nehmen, die gehört ihm. Ich habe nach einer ähnlichen Kombination gesucht, so bin ich auf 36 gekommen. Erst im Nachhinein hab ich gemerkt, dass das die Nummer von Mika Kallio ist.“ Mika Kallio ist Nicos KTM-Markenkollege, er führt in der 250er-WM. Bei der Vorstellung, Kallio bald selber zu treffen, kommt Leben in den ruhigen Nico. Derweil vertreibt er sich die Zeit mit koordinationsfördernden Tätigkeiten: Einrad fahren, Trampolin springen, Motocross hat ihm der Vater verboten: „Zu gefährlich.“ Der hat sich früher im Gelände gern die Haxen gebrochen, die Rennstrecke erschien ihm wie ein Daunenbett danach. Freilich ist auch Nico schon runtergefallen: Einmal hat er sich die Mittelhand gebrochen und ist das Rennen trotzdem zu Ende gefahren. Bei der Sichtung zum Red Bull Rookies Cup hatte er einen Highsider, einen Abgang über die hohe Seite in der Kurve. „Das habe ich vom Minibike nicht gekannt. Da rutschst du eher weg.“ Großartig Gedanken übers Hinfallen und Wehtun macht er sich nicht. Mit kaum 13 Jahren fällt man auch noch anders. Es ist alles eine Frage der Perspektive. Natürlich wäre es leicht, Nico Thöni zum künftigen Superstar hochzujazzen. Der eine oder andere wird das wohl auch tun, sobald er gute Resultate bringt. Genauso leicht wird es aber sein, ihn schlechtzureden, wenn andere besser sind als er. Beim Rennen in Estoril
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… ABER DANN HAT DER GUSTL DOCH NOCH MEINE NUMMER GENANNT. NICOS ARBEITSPLATZ Harald Bartol, KTM-Renndirektor, über die KTM RC 125, das Bike aus dem Red Bull Rookies Cup.
asdf asdfasdf sd: Harald Bartol 6
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Die RC 125 hat einen 1 Zweitaktmotor mit einer Spitzenleistung von 45 PS bei 13.000 Umdrehungen und ein 2 Sechsganggetriebe. Das reicht, um bis auf fünf Sekunden an die Rundenzeiten unserer GP-Maschinen aus der AchtelliterWM heranzukommen. Das Bike selber ist natürlich recht klein: Es hat nur rund 70 Kilo, das Gewichtslimit inklusive Fahrer beträgt 136 Kilo. Eine Idee, wie knapp der Platz auf der RC 125 ist, vermittelt vielleicht der Vergleich des 3 Radstandes mit dem unseres Serien-Superbikes, der RC8: Das Motorrad für die Rookies ist um 22 cm kür-
zer, eine Welt. Das 4 Fahrwerk ist bereits auf hohem Niveau und stammt von WP, die 5 Bremsen mit Stahlscheiben von Brembo. Die Maschinen sind für alle Fahrer gleich, ausschließlich individuelle Parameter wie 6 Sitzposition oder die Härte des Fahrwerks dürfen von den Ridern verändert werden. Sämtliche Performance-Teile wie Motor oder Auspuff tauschen wir regelmäßig unter den Bikes: Der mit dem höchsten Topspeed kriegt im nächsten Lauf die Teile des Langsamsten und umgekehrt. So garantieren wir Chancengleichheit. 7 Die Slicks kommen einheitlich von Dunlop.
finishten die ersten drei innerhalb von fünf Hundertsteln. Der Red Bull Rookies Cup ist nicht nur die global professionellste Nachwuchs-Rennserie, sondern auch eine der knappsten. Für genau diese Serie hat sich Nico qualifiziert, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Hier muss er sich weiter beweisen und gegen die Besten seines Jahrgangs kämpfen. Ab Assen ist er alt genug, um mit den Jungs, die dann schon sechs Rennen gefahren sein werden, mitzufahren. Nicos Perspektive: Es dauert so lang bis Assen. Die Perspektive von ganz weit weg: Der Bub hat noch alle Zeit der Welt. ♉ RED BULL MOTOGP ROOKIES CUP: 27. JUNI 2008, ASSEN, NIEDERLANDE, WWW.REDBULLROOKIESCUP.COM
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BILDTEXT. Tet vel eraesed euis et, vel et, volorsdwe molenibh euiscitat. Ut ad te essequ dsfe sfasea.
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MARCO MATERAZZI zuckt am Spielfeld leicht aus.
Privat kuschelt er am liebsten mit Tochter Anna. Seine zweite Seite nimmt immer mehr von ihm Besitz.
TEXT BERND FISA
REPRO: OLIVER GAST
Nicht ohne meine Tochter. Marco hat sich den Namen seiner Tochter in den Nacken tätowieren lassen. Auch seine Mutter hieß Anna: „So trage ich beide immer bei mir.“ Marcos Lieblingsfoto hängt im Vorzimmer der Wohnung der Familie Materazzi.
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THE RED BULLETIN
HELDEN
Hit him like Zidane. Der Kopfstoß, der Materazzi zur Berühmtheit machte.
NAME Marco Materazzi SPITZNAME Matrix, nach dem gleichnamigen Film (mit Keanu Reeves in der Hauptrolle) GEBURTSDATUM/-ORT 19. August 1973, Lecce, Apulien VEREINE 1993/94 Marsala, 1994/95 Trapani Calcio, 1995 bis 1998 Perugia (1996 bis Jänner ’97 an Carpi verliehen), 1998/ 99 Everton (England), 1999 bis 2001 Perugia, seit 2001 Inter Mailand ERFOLGE italienischer Meister 2005/06, 2006/07, 2007/08, italienischer Pokalsieger 2005/06, jeweils mit Inter; Weltmeister 2006; Teilnehmer an der WM 2002 und EM 2004 WEB
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as Spiel war kaum vorbei, da hatte Frankreich ihn schon zum personifizierten Bösen erklärt. Staatspräsident Jacques Chirac tadelte ihn für seine grobe Unsportlichkeit. Kubas Staatschef Fidel Castro argwöhnte, dass der Kopfstoß eine geradezu schon normale Reaktion auf seine ungeheuerliche Gemeinheit war. Ehud Olmert, Israels Premierminister, unterbrach sogar die Regierungssitzung, nur um den genauen Wortlaut bei Journalisten in Erfahrung zu bringen. Marco Materazzi, mit zwei Toren Italiens Held im WM-Finale, erlangte im Sommer 2006 Weltruhm, als er im Match gegen Frankreich Zinédine Zidane verbal provozierte und dieser sich spektakulär rächte. Tagelang war der Kopfstoß Thema Nummer eins in den Nachrichten. Wobei nicht so sehr die Tätlichkeit zur Diskussion stand als vielmehr die Frage: Was hat Materazzi zu Zidane gesagt? Lippenleser aus aller Herren Länder beschäftigten sich mit der Auflösung des Rätsels. Von taubstummen brasilianischen Kindern bis hin zu einer englischen Boulevardzeitung, die fälschlicherweise behauptet hatte, Materazzi habe Zidane „Sohn einer terroristischen Hure“ geschimpft. Materazzi erhielt daraufhin anonyme Anrufe und Morddrohungen. „All dieser Wahnsinn wegen sechs dummer Worte“, sagt Materazzi heute. „Wenn du mein Trikot haben willst, dann warte bis nach dem Spiel“, spottete Zidane damals, nachdem Materazzi ihn ständig am Leiberl gezupft hatte. Dessen Antwort: „Preferisco la puttana di tua sorella!“ (Deine Schwester, die Hure, wäre mir lieber.) Daraufhin rammte Zidane seinen Kopf in Materazzis Brust. Der Rest ist Geschichte.
www.marcomaterazzi.it
MILANO. Zona San Siro, gleich beim Stadion ums Eck. Ein verhältnismäßig schlichter Achtziger-Jahre-Bau reckt sich gen Himmel. Hier wohnen Inter- und Milan-Spieler Tür an Tür. Zu Marco Materazzi in den vierten Stock führt ein schmaler Aufzug. Das Apartment wirkt freundlich und aufgeräumt. Es trägt die Handschrift seiner Frau. Wiewohl Daniela heute gar nicht da ist. Auch die drei Kids, Gian-
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marco, 11, Davide, 7, und Anna, 2, sind außer Haus. Das herumliegende Spielzeug erinnert an sie. In zerrissenen Designer-Jeans und schwarzem Shirt schlapft Marco durch die Wohnung und macht es sich am Sofa zum Interview gemütlich. So also fühlt es sich an, jenem Kerl gegenüberzusitzen, den sie in Italien ob seiner Brutalo-Attacken „il macellaio“ nennen, den Schlächter. Man möchte meinen, dass er keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Lediglich das linke Augenlid, das leicht hängt, verrät, dass der Verteidiger mit der Rückennummer 23 mitunter grimmig dreinschauen kann. Dabei hätte Marco gerade heute allen Grund, unentspannt zu sein. Erst am Vortag hatte er wieder Rot gesehen. Beim Cup-Halbfinale in Rom sollte er gar nicht auflaufen, doch kaum war er am Feld, trat er wieder zu, wieder von hinten. Der Aufschrei fiel diesmal vergleichsweise verhalten aus. Selbst die „Gazzetta“ bagatellisierte das Vergehen zum kavaliersdeliktartigen Hoppala. „Das passiert im Fußball“, sagt Marco kühl. In Materazzis Brust wohnen von jeher zwei Seelen. Hier der martialische Kicker. Da der fürsorgliche Familienvater. Diese Ambivalenz prägt seine Vita. Auch im Wohnzimmer finden sich diese Gegenpole als immer wiederkehrende Motive. Urkunden, Medaillen, Pokale und Fotos von ihm und seinen Liebsten lächeln von den fliederfarbenen Wänden. Auf dem Kamin steht eine Attrappe des WM-Pokals. Darüber hängt ein altarbildähnliches Gemälde von Marco, wie er den Pokal küsst. Materazzi ist Familienmensch durch und durch. Sein Körper ist tätowiert mit Liebeserklärungen an seine verstorbene Mutter Anna, seine Frau und seine Kinder. Schon bei der Hochzeit hatte Marco seiner Frau versprochen, sich nach der Karriere ausschließlich der Familie zu widmen. Das war vor zehn Jahren. Heute sagt Daniela: „Ich liebe den Marco, der mit all seinen Fehlern so menschlich ist.“ Das Image des Weltmeisterkickers Materazzi hat sich seit dem 9. Juli 2006 ohnehin verselbständigt. RED BULLETIN: Der Vorfall ist nun fast zwei Jahre her.
Je wieder was von Zidane gehört? MARCO MATERAZZI: Nein,
es gibt keinen Kontakt.
Geht das von dir aus? MATERAZZI:
Nein, ich habe ihn ja um Verzeihung ge-
beten. Also keine Versöhnung in Sicht? MATERAZZI: Selbst nach verheerenden Kriegen schließt
man wieder Frieden, warum sollten wir das nicht auch tun? Meine Tür steht grundsätzlich offen. Ich stelle nur eine Bedingung: Auch Zidane muss sich entschuldigen. Eher unwahrscheinlich.
Dann muss er die Wunde sein ganzes Leben mit sich tragen. Es war sicher nicht schön für ihn, die Fußballbühne auf diese Art und Weise zu verlassen. Aber klar ist: Ich muss mich nicht genieren!
MATERAZZI:
BILDER: WWW. PICTUREDESK.COM
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Das, was du gesagt hast, war aber auch nicht gerade nett.
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BILDER: MAURIZIO BORSARI, OLIVER GAST, FILIPPO MONTEFORTE/AFP/GETTY IMAGES
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Ein Leben für den Fußball. Schon als Bub kannte Materazzi nur ein Berufsziel: Fußballprofi. Mangelndes Talent machte er durch extremen Einsatz wett – in jeder Hinsicht: Mit sieben Jahren verdingte er sich als Linienrichter, nur um bei den Großen mitspielen zu dürfen. Freilich verhielt er sich im weiteren Karriereverlauf nicht immer strikt regelkonform: Zlatan Ibrahimovic (oben im Bild, übrigens mittlerweile ein Kollege) machte mit Matrix’ Stoppeln wiederholt unangenehme Bekanntschaft. Der Lohn für Marcos beispiellosen Kampfgeist: der viel umjubelte WM-Pokal, der jetzt als originalgetreue Kopie bei ihm zu Hause steht.
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We are family. Das Wohnzimmer der Familie Materazzi (Frau Daniela, Söhne Gianmarco, 11, Davide 7, und Töchterchen Anna, 2) ist nicht nur ein Museum von Papas Pokalen und Erinnerungsfotos, sondern öffnet auch den Blick in die durchaus romantische Seele eines gefürchteten Raubeins – blumengerahmte Familienfotos, rosafarbene Glücksschweinchen. Die 23 trägt er nicht nur als Rückennummer, sie erinnert auch an den Tag seiner Hochzeit: 23. Juni 1997. Nicht fehlen im Museo Materazzi darf natürlich eine Skulptur, die Zinédine Zidane mit gesenktem Kopf zeigt …
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Materazzi: Jeder, der Fußball gespielt hat, weiß, dass so etwas vorkommt. Nicht, dass ich auf meine Wor te stolz bin. Aber es steckte keine böse Absicht da hinter. Bis zu diesem Tag wusste ich ja nicht einmal, dass Zidane eine Schwester hat.
Viel Lärm um nichts also.
Ich habe den Eindruck, dass es keine echten Probleme auf der Welt geben muss, wenn eine derartige Auseinandersetzung zur wichtigsten Nachricht wird.
Materazzi:
Immerhin ging es um Zidane. Materazzi: Zidane ist zweifelsohne eine große Persön
lichkeit. In dieser Situation hat er aber eine Dumm heit begangen. Reden wir über dich. Bist du wirklich so böse, wie behauptet wird?
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Materazzi: Nein, mich bringt daheim nichts aus der Ruhe. Wieso auch. Es gibt keinen Grund dafür.
Wieso nicht? Was ist zu Hause anders als am Platz? Materazzi: Bei meinen Kindern bin ich ein anderer Mensch. Da kann ich nach einem schlechten Match noch so schlecht gelaunt sein, nach zehn Minuten mit meiner Familie geht mir das Herz auf.
Wie darf man sich dich als Familienvater vorstellen? Materazzi: Ganz normal. Wir spielen, scherzen, lachen, balgen herum. Manchmal habe ich den Eindruck, meine Kids wären meine Geschwister und nicht mei ne Kinder. Als deren erziehungsberechtigter Vater bin ich gelegentlich sicher zu weich.
Zu weich? Materazzi:
vor nichts zurückschrecke und weder mich noch den Gegner schone, dann wahrscheinlich ja, dann bin ich böse. Am Platz gibt’s nun einmal keine Engel. Und Fußball ist ein körperbetonter Sport. Der Umstand, dass ich hart in die Zweikämpfe gehe, bedeutet aber noch lange nicht, dass ich ein böser Mensch bin. Das sind zwei Paar Schuhe, wird aber oft gleichgesetzt.
Inwiefern?
Einer, der im Leben nichts geschenkt be kommen hat, muss sich auch am Platz alles hart er arbeiten. Mit meiner Entschlossenheit, Leidenschaft und Kampfkraft mache ich andere Defizite wett. Ich bin der lebende Beweis dafür, dass man mangelndes Talent durch harte Arbeit gutmachen kann.
Materazzi:
Dennoch hatte dein Vater dir schon in frühen Jahren nahegelegt, lieber Basketballer zu werden. Hattest du nie Selbstzweifel?
Nein, ich habe mich mit dem Erreichten nie zufriedengegeben. Dadurch bin ich ständig ge wachsen. Auch an meinen Fehlern. Blödheiten habe ich ja genug begangen. Doch jeder Rückschlag hat mich stärker gemacht. Im Laufe der Jahre haben die Vorzüge zu- und die Fehler abgenommen. Das werte ich als Zeichen von Reife und Intelligenz.
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mensch – in deiner Brust wohnen offensichtlich zwei Seelen. Zuckst du zu Hause eigentlich auch aus?
Materazzi: Wenn du mit böse meinst, dass ich am Feld
Übertreibst du es nicht manchmal?
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Es fällt mir schwer, mit ihnen hart ins Gericht zu gehen. Vielleicht, weil sie meinetwegen, meines Fehlverhaltens am Spielfeld wegen, viel durchmachen mussten.
Materazzi: Kinder sind wie ein Schwamm. Sie saugen
alles auf. Ich weiß, dass sie die Tränen zurückhalten mussten, als sie in der Schule gefragt worden sind, ob der Papa die Mama zu Hause auch schlägt. Das war nicht einfach. Meine Kinder wissen, dass ich kein perfekter Vater bin. Sie wissen aber auch, dass ich für sie durchs Feuer gehen würde.
marco gol Marco Materazzi ist Italiens torgefährlichster Verteidiger – was im Land des bedingungslosen Catenaccio mehr zählt als irgendwo sonst in der Fußballwelt. In 315 Ligaspielen hat der Abwehrhüne 53 Tore geschossen. 2001 stellt er in Perugia mit zwölf Treffern den italienischen Rekord für Verteidigertore auf. Bei der WM 2006 schoss er Italien zum WM-Titel: Kopftor gegen Tschechien, Ausgleich im Finale gegen Frankreich, Treffer im anschließenden Elferschießen. Mit drei Treffern war Materazzi bei der WM in Deutschland Italiens erfolgreichster Schütze – vor Del Piero, Totti, Toni und all den anderen Offensiv-Stars der Squadra Azzurra.
Insbesondere für deine Tochter Anna. Materazzi: Ich
liebe alle meine Kinder. Bei Anna aber schmelze ich dahin. Da verändern sich meine Augen, mein Ausdruck, meine Stimme. Ich habe mir immer
Materazzi:
Im Internet findet sich ein buntes Sammelsurium deiner spektakulärsten Fouls und Aussetzer. 2004 hast du Bruno Cirillo beim Abgang zur Kabine krankenhausreif geschlagen. Daraufhin wurdest du für zwei Monate gesperrt, eigentlich wollte man dich für alle Ewigkeit verbannen. Das war wohl so ziemlich das Dümmste, was dir in deiner Karriere bis dato unterlaufen ist. Materazzi: Das war der Tiefpunkt. Mir war zum Heu len zumute. Immer wieder sagte ich mir: „Marco, jetzt hast du alles verspielt.“ Ich war wie gelähmt. Zur Schadensbegrenzung hatte man mich vor die Ka meras geschleppt, vor denen ich mich bei Bruno und ganz Italien für mein Vergehen entschuldigte. Aber das Schlimmste lag noch vor mir. Wie sollte ich das meiner Frau erklären? Daniela ist mein Gewissen. Sie ist mein härtester Kritiker, wenn ich einen Blödsinn begehe. Ich genierte mich zu Tode. Ich konnte zuerst gar nicht abheben, als Daniela anrief.
Das Kicker-Raubein und der warmherzige Familien-
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Wenn du 15 bist und Deine Mutter stirbt, wirst du sehr früh zum Mann. eine Tochter gewünscht, seit dem Tod meiner Mutter schon. Meine Mutter starb, als ich fünfzehn Jahre alt war. Deshalb habe ich meine Tochter zu Ehren und in Erinnerung an meine Mutter Anna getauft. Der Name Anna ist in deinem Nacken eintätowiert … Materazzi: Auf diese Art sind meine Tochter und mei ne Mutter immer bei mir.
Im Vorwort deiner Autobiografie „Una vita da guerriero“ (Ein Leben als Krieger) schreibt Weltmeister-Coach Marcello Lippi: „Marco ist nicht so, wie er oft dargestellt wird. Ihr solltet sehen, wie zärtlich und einfühlsam er seiner Tochter den Schnuller gibt oder ihr die Windeln wechselt.“ Wieso täuscht sich die Öffentlichkeit so in dir? Materazzi:
Ich kann nachvollziehen, dass man von
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MARCOS TATTOOS
HAUTSACHE Marco Materazzi gehen wichtige Stationen seines Lebens im Wortsinn unter die Haut. Ein Überblick über seine hübschesten Tattoos.
Hart, aber herzlich. Der Wikinger und das Armband mit den Initialen von ihm und seiner Frau.
Buddhistisches Sprichwort, Teil 1. „Wenn man ein Problem hat, für das es keine Lösung gibt, braucht man sich keine Sorgen zu machen.“
Indianer auf dem Kriegspfad. Frustbewältigung à la Materazzi. Als ihn sein Trainer eine Zeitlang auf der Bank schmoren ließ, zeigte er der ganzen Welt seine Wut.
Das Runde und das Viereckige. Das Gemälde von Leonardo da Vinci zeigt den perfekten Kicker.
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Talisman 23. Materazzi trägt die Rückennummer 23 – wie sein Idol, der Ex-Basketballstar Michael Jordan.
Buddhistisches Sprichwort, Teil 2. „Wenn man ein Problem hat, für das es eine Lösung gibt, braucht man sich schon gar keine Sorgen zu machen.“
Sternschnuppen. Zwei Sterne und die Eheringe als Geschenk zum zehnten Hochzeitstag.
Schutzengel. Zwei Flügel zu Ehren seiner Mutter: „Sie ist mein Engel, der über mich wacht.“
Weltmeister. Der Pokal, die Stadt und das Datum in Erinnerung an den WM-Titel 2006.
BILD: IMAGO/IPA PHOTO
Flieg davon. Schmetterlinge begleiten Marco und Daniela. Seine Frau trägt sogar vier am Körper.
Liebeserklärung an Daniela. „Ohne meine Frau wäre ich heute nichts. Sie hat immer an mich geglaubt.“
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Marco Materazzi keinen guten Eindruck gewinnt bei all dem, was in der Vergangenheit über mich geschrieben worden ist. Man hat mir schon viele Etiketten angeheftet, meist negative, ohne mich auch nur im Entferntesten zu kennen. Wie willst du einen Menschen beurteilen, wenn du ihn nicht kennst? Sprechen deine Tattoos keine eindeutige Sprache?
Unmittelbar nach dem WM-Finale habe ich mir einen achtzehn Zentimeter großen Pokal, das Datum vom Endspiel in Berlin und den Schriftzug „campione del mondo“ auf den linken Oberschenkel tätowieren lassen. Ursprünglich wollte ich dem Ganzen noch einen weiteren Satz hinzufügen: „Jetzt könnt ihr mich nicht mehr kritisieren!“ Dann aber habe ich beschlossen, dass ich nur das Bild sprechen lasse, was aber nichts an der Aussage ändert.
Materazzi:
In den Stadien wirst du ausgepfiffen und als Sohn einer Hure beschimpft.
the red bulletin
Meine Kinder wissen, dass ich für sie durchs Feuer gehen würde. deutung und erinnert mich an ein besonderes Ereignis. Die Tätowierungen sind eine Form der Kommunikation und eine Art, meine Gefühle auszudrücken. Dadurch spreche ich in erster Linie mit mir und mit all jenen, die mich gerne haben.
Ich war elf, als meine Mutter krank wurde. Niemand kann sie mir wieder zurückbringen. Und dennoch werde ich jeden Sonntag von gegnerischen Anhängern an sie erinnert. Ich habe mich oft gefragt, ob sich irgendjemand vielleicht einen Gedanken darüber macht, wie es sich anfühlen muss, wenn man mit fünfzehn seine Mutter verliert und sie heute noch aufs Allerschlimmste beleidigt wird.
Weißt du, wie viele du bereits hast?
Was sagst du diesen Menschen?
Ist ein Abstecher ins Ausland vorstellbar?
Materazzi: Ich wäre froh, wenn all jene, die mich ständig attackieren, nur ein Viertel der Liebe für ihre Familie empfänden wie ich für meine. Am Ende zählt: Wer ein reines Gewissen hat, kann sich allen gegenüber stark fühlen. Ich habe ein reines Gewissen. Deshalb fühle ich mich so stark!
Materazzi: Allenfalls in die USA. Ich liebe New York, die Anonymität der Großstadt. Niemand erkennt dich. Du machst, was du willst. Das könnte mich schon reizen. Freilich nur mit meiner Familie.
Alessandra, die Dame, die dich tätowiert, behauptet, dass du Schmerzen sehr gut ertragen kannst. Allein das Eingravieren der Engelsflügel am Rücken hat vier Stunden gedauert.
Materazzi: Ich bin bei Inter bis 2010 unter Vertrag. Aber dann – wer weiß?
Materazzi: Die Schmerzen waren irre, aber sie waren es wert. Die Flügel sollen an meine Mutter erinnern. Sie ist mein Schutzengel. Und sie hat mir auch meine Frau Daniela gebracht.
Materazzi: Glaube ich nicht. Wenn ich aufhöre und wir zurück nach Perugia gehen und ich mich nicht mehr um meine Gegner, sondern bestenfalls um den Garten kümmern muss, wird es bis an mein Lebensende nur noch eine Priorität geben: Daniela und die drei Kids. Dieses Versprechen habe ich meiner Frau schon am Tag unserer Hochzeit gegeben.
Materazzi:
Ein Geschenk des lieben Gottes. Materazzi: Daniela ist mein Lebensmensch. Manche Züge fahren im Leben nur einmal vorbei. Daniela war mein Zug. Sie ist vorbeigerauscht, ich bin aufgesprungen und wusste, dass sie mich bis zum Ende meines Lebens begleiten wird.
Klingt noch immer schwer verliebt. Materazzi: Ohne Daniela wäre ich nicht zu dem geworden, der ich heute bin. Sie ruft in mir das Beste hervor und lässt das Schlechte gar nicht erst hochkommen. Mein Herz schlägt für sie. Deshalb trage ich ihren Namen gleich neben meinem Herzen.
Ihr habt euch einige Tattoos gemeinsam stechen lassen.
Uns gefällt es, die gleichen Symbole auf der Haut zu haben. Zum zehnten Hochzeitstag haben wir uns zwei Sterne mit der Zahl Zehn eintätowieren lassen.
Materazzi:
Gibt es eine generelle Botschaft hinter deinen Tattoos? Materazzi:
Nein. Jedes Tattoo hat eine spezielle Be-
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Nein, ich zähle sie auch nicht und werde sie nie zählen. Ich war noch klein, als ich damit begonnen habe. Nach und nach ist es fast schon zu einer Besessenheit geworden.
Materazzi:
Lass uns abschließend einen Blick in die Kristallkugel werfen. Wo wirst du deine Laufbahn beenden? Materazzi: Bei
Inter Mailand.
Wie wär’s mit Red Bull New York? Nächstes Jahr wird in New Jersey das neue Stadion fertig.
Was machst du nach der Karriere: Bleibst du dem Fußball verbunden?
MATERAZZI hautnah Die Squadra Azzurra, der amtierende Weltmeister, logiert ab 2. Juni in Baden bei Wien, von wo aus die Italiener zu den Gruppenspielen reisen. Das Auftaktspiel bestreitet Italien am 9. Juni gegen die Niederlande in Bern. Die anderen beiden Gruppenspiele finden in Zürich statt, am 13. Juni gegen Rumänien und am 17. Juni gegen Frankreich.
Noch ein Wort zur EURO. Wer wird Europameister? Materazzi: Hoffentlich Italien. Das würde bedeuten, dass der Traum, der 2006 begonnen hat, weitergeht. Im Gegensatz zur EURO 2004, bei der die Griechen gewonnen haben, wird es diesmal keine Überraschung geben. Ich bin überzeugt, dass einer der Favoriten gewinnt.
Was hältst du von der österreichischen Mannschaft? Materazzi: Ich weiß, dass zuletzt starke Vorstellungen
in der ersten Halbzeit sich mit schwachen in Hälfte zwei abgewechselt haben. Beim 3:4 gegen Holland war das ganz besonders eklatant. Eure Mannschaft hat zwei Gesichter. Das macht sie mir irgendwie sympathisch. ♉ euro 2008 in österreich und der schweiz: 7. bis 29. Juni 2008 www.euro2008.uefa.com
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44 Hört die Rufe. Wenn’s mal etwas lauter zugeht, kann das auch an Bandnamen liegen, die sich der Interpunktion verschrieben haben. Hier !!!-Frontman Nic Offer beim Paléo Festival in Nyon, Schweiz.
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DOSSIER Hunderte Termine, tausende Bands, Millionen von Fans – wer soll sich da noch auskennen? Natürlich Sie. Denn das Red Bulletin bringt den Guide durch den musikalischen Sommer 2008.
FESTIVALSOMMER DER MYTHOS
DIE TYPEN
Anthropologie: die vier Erscheinungsformen einer hochsommerlichen Spezies. Seite 50
DIE TOUR
Red Bull Brandwagen und Red Bull Tourbus: zwei Vehikel mit der Mission Rock ’n’ Roll. Seite 52
DIE TERMINE
22 strikt verbindliche Empfehlungen für Festivalneulinge und -profis. Seite 54
PLUS: SERVICE
Acht Seiten geballte Festival-Info: was mitnehmen, was essen, wie überleben. Seite 57
BILD: LAURENT GILLIERON/KEYSTONE/AP PHOTO
MTV-Festivalprofi Markus Kavka erklärt uns, wieso wir Sturm und Schlamm lieben. Seite 46
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DOSSIER
MYTHOS OPEN AIR Schlamm hat etwas Befreiendes. Enge etwas Einmaliges. Zu laut gibt’s nicht, und die Sache mit den Toiletten ist auch nicht weiter schlimm. Und deswegen sind Backstage-Tickets gar nicht so cool, wie alle glauben.
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uerst mein wichtigster Tipp in Sachen Festivals: Nehmt ein Vorhängeschloss fürs Zelt mit. Und zwar nicht, um damit auszuschließen, dass euch jemand das Teil ausräumt, sondern um zu verhindern, dass – Achtung! – einer reinkackt! Ja, richtig gelesen. So und nicht anders erging es nämlich einem Kumpel von mir. Offenbar hatte jemand befunden, dass das nächste Dixi-Klo entweder zu weit weg, zu ungemütlich oder die Schlange davor zu lang war – was lag also näher, als entspannt sein Häufchen in den Gemächern eines Fremden zu hinterlassen? Ist ja nicht persönlich gemeint, war halt nur gerade praktisch. Diese kleine Episode sagt viel über den Mythos Festival aus. Ein Wochenende lang werden kollektiv alle Benimm- und Hygieneregeln über Bord geworfen. Stattdessen wird alles dem Spaß untergeordnet, nach beinahe archaischen Prinzipien wird ein Gemeinschaftsgefühl beschworen, das es, vielleicht mit Ausnahme der Fankurve im Fußballstadion, ansonsten in freier Wildbahn nicht mehr gibt. Längst hat sich eine eigene Festivalkultur gebildet. Während früher die Menschen in erster Linie wegen der Bands hingegangen sind, wird das Ganze heute als Event begriffen, bei dem es fast egal ist, wer da gerade auf der Bühne steht. So manch einer hat noch nicht mal ein Ticket fürs Gelände, sondern genießt einfach als Zaungast die Atmosphäre auf dem Campingplatz. Unbeteiligten ist dieser Hype ein großes Rätsel. Ihre meistgestellte Frage lautet daher: Warum tut sich jemand das alles an? Den Dreck, die Enge, die Lautstärke, die Hitze, die Kälte, den Regen, den Gestank, die Besoffenen, die überzogenen Preise?
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Die Antwort lautet: Weil’s geil ist! Denn wenn man die vermeintlich negativen Begleiterscheinungen eines Festivals erst mal Punkt für Punkt durchgeht, wird man schnell feststellen, dass das eigentlich alles gar nichts ausmacht. DER DRECK. Anders als im Elternhaus oder der mustergültig geführten WG will man bei Festivals gar nicht vom Boden essen können. Man muss auch nicht chic aussehen, schließlich tun das alle anderen ja auch nicht. Im normalen Leben wird man immer komisch angeguckt, wenn die Klamotten mit Schlamm vollgesaut sind, sich der Schmodder unter den Fingernägeln sammelt und man streng riecht. Dabei macht dreckig sein doch so viel Spaß, das war schon als Kind so. Sich im Schlamm rumzuwälzen hat was Befreiendes. Außerdem gibt es ja Waschmaschinen beziehungsweise Müllcontainer, in denen man die komplette Garderobe einschließlich der Schuhe entsorgen kann. DIE ENGE. Mal ehrlich: Was soll das denn für ein Festival sein, bei dem der Nebenmann Meter von einem entfernt ist? Totaler Totentanz, braucht keiner. Das Erlebnis, vor der Bühne zu stehen, ist nur dann vollkommen, wenn zwischen dich und deinen Nebenmann keine Briefmarke mehr passt. Andernfalls wären Stagediven und Crowdsurfen auch reichlich problematische Unterfangen. Schuhabdrücke in der Fresse sind in diesem Zusammenhang auch kein Malheur und werden im Stile einer Auszeichnung auch nicht abgewaschen. DIE LAUTSTÄRKE. Wer kennt es nicht, das leidige Problem mit den Nachbarn, wenn man die Lieblingsband endlich mal in angemessener Dezibelzahl hören will? Da ist es doch ganz wunderbar, wenn man dann vor diesen
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BILDER: ROBERT KOHLHUBER, MTV, BERNHARD RANNER, FRED GREAVES/REUTERS
Markus Kavka ist Autor, DJ und Musikspezialist. Seit dem Jahr 2000 moderiert und betreut er beim Musiksender MTV mehrere Formate.
TEXT MARKUS KAVKA
BILDER: ROBERT KOHLHUBER, MTV, BERNHARD RANNER, FRED GREAVES/REUTERS
Markus Kavka in Aktion. Hier bei Rock am Ring, die Kollegin an seiner Seite ist Mirjam Weichselbraun.
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Veteranen. Die Foo Fighters haben jedes groĂ&#x;e Festival gespielt, das man spielen kann. Ihnen ist somit, wie man sagt, nichts Menschliches mehr fremd.
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DOSSIER
Boxentürmen steht und einem die Hosenbeine flattern. Vorsicht ist natürlich geboten, wenn man links oder rechts vorne direkten Kontakt mit der Lärmquelle hat, aber für so einen Fall gibt es ja immer noch Ohrenstöpsel, die zu tragen entgegen vielen Annahmen nicht weicheierig, sondern vernünftig ist. DIE HITZE. Kommt gefühlt eher selten vor, aber auch dagegen kann man sich wappnen. Vielleicht nicht, indem man noch mehr Bier säuft, sondern eher mit ausreichend Wasserzufuhr, luftigen Klamotten, Sonnencreme, Kopfbedeckung und Taschenventilator. Auch hier gilt das goldene Motto: Lieber erstickt als erfroren. Und damit wären wir schon beim nächsten Punkt.
HEEEELGA! Kein Grund, in Mitleid zu verfallen, wenn in der Zeltnachbarschaft plötzlich lautstark die Suche nach Helga ausbricht. Der Ruf nach der vermeintlich verlorengegangenen Helga ist ein Running Gag, der auf Festivals im deutschen Sprachraum seit 1990 für gruppendynamisches Grinsen sorgt. Wie und wo das Ritual entstanden ist, weiß keiner mehr. Was allerdings zu tun ist, wenn jemand Helga sucht, schon: lautstark mitmachen!
DIE KÄLTE. Hier gilt: Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Da spreche ich aus Erfahrung, seitdem ich damals bei Rock am Ring die Wettervorhersage nicht ernst nahm und deswegen in meinem dünnen Sommerjäckchen bei drei Grad und Schneeregen zu Radiohead gebibbert habe. Daher: Wetterbericht studieren und notfalls die Winterklamotten noch mal rausholen. Auch ein Polardaunenschlafsack kann Leben retten! DER REGEN. Tut mir leid, aber: muss sein. Wo würde denn sonst der Schlamm herkommen, in dem man sich wälzen will? Die richtig legendären Festivals sind ohnehin die Schlammorgien, über die Schönwetterausgaben redet im Nachhinein kein Mensch. Außerdem fördert so ein tüchtiger Schauer zum einen das Gemeinschaftsgefühl, zum anderen spricht er urzeitliche menschliche Überlebens- und Abenteuerinstinkte an, so ganz nach dem Motto „Hier bin ich, und ich trotze allen Naturgewalten, um diese Band zu sehen!“. Bei Regen empfehle ich zudem ein deftiges „Scheiß-Tribüüüüne!“ in Richtung der überdachten VIP-Plätze. DER GESTANK. Hier greift die Regel: Wenn ich selbst stinke, macht mir der Gestank von allem anderen nichts mehr aus. Duschen fällt also für drei Tage aus, es sei denn mit Bier. Zugegeben, bisweilen riecht es besonders in der Nähe der Dixi-Klo-Reihen wie in einem Pumakäfig, vom Aroma in den Teilen drin wollen wir gar
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nicht erst reden. Aber hey, im Mittelalter gab es auch keine Spülung, und es verlangt ja keiner von einem, sich länger als nötig im Dixi-Klo aufzuhalten. Mit einmal ordentlich Luft anhalten haut das schon hin. Ist eh ratsam, sich zügig vom Acker zu machen, um nicht Opfer des derben Festivalstreiches „Klo umschmeißen“ zu werden. DIE BESOFFENEN. Klar nerven die, vor allem, wenn man selbst nicht besoffen ist. Ich weiß noch, wie mir bei Rock am Ring ein torkelnder Typ eine goldgelbe, kohlensäurelose Flüssigkeit aus seinem auf den Rücken geschnallten Trinkschlauch angeboten hat, von der ich bis heute nicht genau weiß, was es war. Apfelsaft fällt bei Festivals ja in der Regel aus. Ich hoffe mal, dass es abgestandenes Bier gewesen sein mag. Wenn man das möchte, ist ein bisschen Alkohol schon in Ordnung. Zu viel rächt sich meistens. Entweder man verpasst seine Lieblingsband und/oder kotzt sich selbst ins Zelt. DIE ÜBERZOGENEN PREISE. Längst überschreiten die Ticketpreise die 100-EuroGrenze, zusammen mit überteuerten Getränken und Junk-Food plus noch ein bisschen Merchandise und die Anreise ist man schnell bei 300 Euro für ein Wochenende. In der Musikbranche sind Festivals die einzige Sache, die boomt. Deswegen wurden sie in den letzten Jahren auch zunehmend kommerzialisiert, professionalisiert und teurer gemacht, weil alle Beteiligten damit noch richtig Zaster verdienen können. Nüchtern betrachtet sind 100 Euro für ebenso viele Bands und das „Money can’t buy“-Gemeinschaftsgefühl on top natürlich ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis, und solange die Besucherzahlen nicht rückläufig sind, werden das auch die Veranstalter so sehen. Da heißt es also leider Augen zu und durch. Am Schluss will ich noch einem weitverbreiteten Irrglauben den Garaus machen, nämlich: Backstage ist cool. Ist es überhaupt nicht. All den Leuten, die es als erstrebenswert erachten, hinter der Bühne rumzuhängen, kann ich nur sagen: Dort ist es arschlangweilig. Die Bands sind so lange unsichtbar, bis sie vor irgendeine Kamera gezerrt werden und Promo machen müssen oder eben auf die Bühne schlappen. Ansonsten sind die alle in ihren Tourbussen oder hängen irgendwo am Buffet rum. Ihnen beim Essen zuzuschauen ist aber auch nicht sonderlich spannend. Außerdem ist der Sound hinter der Bühne beschissen. In diesem Sinne: „Heeeeeeeeelga!“ ♉
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BILDER: KRISTIAN SÆDERUP/AFP/GETTY IMAGES, OPEN AIR ST. GALLEN (2), ROBERT KOHLHUBER/NUKE, DAVID LUTHER/SPLASH, TAUBERTAL FESTIVAL (1)
IN DER MUSIKBRANCHE SIND FESTIVALS DIE EINZIGE SACHE, DIE BOOMT. DESWEGEN WURDEN SIE IN DEN LETZTEN JAHREN AUCH ZUNEHMEND TEURER.
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bilder: Kristian Sæderup/AFP/Getty Images, Open Air St. Gallen (2), Robert Kohlhuber/Nuke, David Luther/Splash, Taubertal Festival (1)
St. Gallen bei Nacht. Beim OpenAir (27. bis 29. Juni) trifft sich das Who’s who der Szene.
Regen bringt nicht nur Segen, sondern zeigt auch, welcher Festivalbesucher in Gatsch und Schlamm ein Mindestmaß an Eleganz bewahrt. Wichtiger noch als das: Wertvolle Dinge sollten stets wasserdicht untergebracht sein.
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DOSSIER
HOMO FESTIVALENSIS
DER MUSTERSCHÜLER
DIE RAVERIN
Er kann durch keine Eventualität erschüttert werden. Ach, wär’n nur alle Besucher so!
An ihren Augen erkennt man präzise, wie lange der Beginn des Festivals zurückliegt.
Typ A, gehüllt in atmungsaktives, wasserabweisendes Funktionsgewand, ist für den Festivalbesuch gerüstet wie für eine Himalaya-Expedition. Keine Eventualität kann ihn überraschen, keine an der Kleidung applizierte Tasche bleibt ungenützt. Ausreichend (antialkoholische) Flüssigkeitsversorgung ist gewährleistet, wohltemperiert durch die Thermoskanne.
Die unverzichtbare Trillerpfeife ist für zwei Hauptaufgaben vorgesehen: erstens zur Akklamation der Leistungen des DJs, zweitens zur eigenen Reanimation, die meist nach der zweiten durchgemachten Nacht erstmals nötig wird. Der Glowstick dient der Orientierung bei nächtlichen Streifzügen von Partyzelt zu Partyzelt, denn Typ B reist ja zumeist ohne Zelt an (wozu auch?).
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20.05.2008 15:19:40 Uhr
51 Eine anthropologische Auseinandersetzung mit den vier Hauptausprägungen einer vor allem im Sommer anzutreffenden Spezies.
DIE HIPPIE-TANTE
ILLUSTRATIONEN HERI IRAWAN
DER ROCKER
Der Hauptact ist sie selbst – dank Didgeridoo und Diavolosticks.
An der Anzahl der Festivalbänder am Handgelenk zu erkennen. Außerdem: am Band-T-Shirt in Schwarz.
Typ C ist im Rudel anzutreffen und am Campingplatz meist in der Rolle des musikalischen Selbstversorgers. Frisurtechnisch ist rudelintern strenge Konformität zu bemerken (inklusive vierbeiniger Begleitung), zumal Dreadlocks den hygienischen Standards eines Festivals in idealtypischer Weise entsprechen. Verfügt über den auch bei Botanikern so beliebten grünen Daumen!
Sie sind die Ernährungsapostel: Flüssige Nahrung geht zu jeder Tages- und Nachtzeit über feste. Das Einser-Menü zum Frühstück? Reparaturseidl und Zigarette. Allzeit dabei selbstverständlich das Demotape der eigenen Band. Man weiß ja nie – vielleicht trifft man den Metallica-Manager ja doch am Campingplatz. Ebenfalls nicht fehlen dürfen Lederjacke und Leatherman.
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20.05.2008 15:19:53 Uhr
DOSSIER
ROCKSTAR AUF RÄDERN
Der Red Bull Brandwagen ist ein Hybrid aus Mini-Tourbus und Freiluftbühne. Der Party-Bolide hat bereits 100.000 Kilometer am Tacho, auf dem Dach des ehemaligen Feuerwehrautos haben schon über 50 Bands konzertiert.
TEXT SIMON SCHREYER
Gut bedachter Auftritt. Der Red Bull Brandwagen durchquert das Land in musikalischer Mission. Hier im Akuteinsatz beim Nova Rock 2007.
Der Red Bull Brandwagen und seine inneren Werte: So lässt sich’s auch auf Tour halbwegs überleben. Gegen eine Reihe wesentlicher Bedrohungen der modernen Zeit hat der Red Bull Brandwagen glücklicherweise geeignete Vorkehrungen getroffen. Zum Beispiel wird aufkeimender Langeweile durch eine PlayStation begegnet. Informations- und Kommunikationsmangel haben dank mobiler Internet-Anbindung keine Chance. Die musikalische Grundversorgung ist durch eine Stereoanlage (sowie eine komplette CD-Sammlung aller Brandwagenbands) gewährleistet. Die Innenausstattung ist in entspannend pinkfarbenem Plüsch gehalten, was die Regeneration nach Auftritten erleichtert. Beinfreiheit in bequemen Lederfauteuils hält die nach Auftritten strapazierte Muskulatur geschmeidig. Fett Laderaum ist auch an Bord, was den Transport von Musikinstrumenten fast jedes Formats ermöglicht (ausgenommen Orgeln und Alphörner). Not least: die Brandwagen-Außenanlage, die bei den Konzerten – am Dach montiert – zum Einsatz kommt. Er fährt. Sebastian, genannt „Mudpunk“.
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BILDER: PHILIPP HORAK, PAUL ZEINER
E
DIE HARDWARE
nde April, Hochbetrieb im Wiener Votivpark. Hunderte Studenten gönnen sich eine sonnige Lernpause. Alles Alltag, tauchte da nicht dieser bunte 409er-Benz plötzlich auf. Fünf Burschen steigen aus, schauen sich verstohlen um, packen Schlagzeug, Gitarren und Trompeten auf das Dach des Kleinbusses. Wenige Minuten später klopft der Drummer den ersten Takt ein, die österreichische Skapunk-Band PBH Club fetzt los. Uni-Skripten sind angesichts der Punkrock-Lektion schnell vergessen, Brandwagen-Lenker Sebastian hält währenddessen Ausschau nach Herrschaften in Blau. Der einzige Polizist, den er erblickt, regelt den Straßenverkehr und hat von der spontanen Fete offenbar nichts mitbekommen. Oder wippt er gar
20.05.2008 16:31:19 Uhr
53 mit? Nach einer halben Stunde ist der Gig vorbei, der Wagen samt Band dahin. Er muss weiter. Der nächste Einsatz im Namen des Rock ’n’ Roll ruft, vielleicht auf einem Campingplatz, vielleicht am Red Carpet der Amadeus-Award-Show.
bild: Martin Nink
Neo-Design. Äußerlich ist der kantige Mercedes-Bulle ein bunter Hund: Einmal im Jahr gibt es für den rollenden Rocker einen Tattoowechsel. Das aktuelle Design stammt aus der Spraydose des Grazer Graffitikünstlers Neo. Das pensionierte Feuerwehrauto – bis 2003 in Esternberg im Innviertel im Einsatz – wartet im Inne ren mit allerlei Luxus auf, der dem Rocker das Tourleben versüßt (siehe Infokasten). Das Brandwagen-Dach ist außen über eine Leiter begehbar und dient als OpenAir-Podium (aus Sicherheitsgründen nur in geparktem Zustand). Der Strom kommt aus einem Generator und sorgt für entsprechende Flexibilität bei der Suche nach dem wirkungsvollsten Konzert-Spot. Nur zum Schlafen gehen Musiker und Chauffeur ins Hotel. Mudpunk lenkt. Apropos Chauffeur: Der aktuelle heißt Sebastian, genannt „Mudpunk“. Er ist der Einzige, der den Brandwagen steuern darf. Er allein verfügt über das nötige Fingerspitzengefühl fürs Getriebe, das fein gestimmte Ohr für den Motor, und nüchtern ist Sebastian auch. „Mudpunk“ lenkt den Bus meistens durch Österreich, manchmal nach Süddeutschland, Budapest oder in die Schweiz. An Bord darf jede Band, deren Bedeutung übers örtliche Jugendzentrum hinausreicht und die ungezwungen und frischen Mutes ist. Im Sinne des Punk zählt im und am Brandwagen eher rebellische Attitüde als Virtuosität der Band, die maximal ein Quintett sein sollte. Sonst wird’s eng zwischen den Plüschwänden. Band-Gäste waren bislang 3 Feet Smaller, Kreisky, Café Drechsler, Mondscheiner, PBH Club oder The Scarves. Erinnerungswürdig war der Auftritt der Metal-Rocker sPout in der Mittagshitze des letztjährigen Nova-Rock-Festivals. Hunderte Fans um ringten den Brandwagen. Gut, dass sPout im Augenblick höchster Fan-Bedrängnis gleich mitsamt dem Backstage-Raum abfahren konnten. Für den Fall einer energetischen Flaute während der Fahrt gibt es übrigens eine verglaste Arznei-Vitrine im Chillout-Bereich des Brandwagens. Einziger Inhalt: eine Dose Red Bull. ♉ WWW.Brandwagen.com
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Legendär. H-Blockx, der Red Bull Tourbus und 20.000 Hände in Münster.
Red Bull Tourbus
Vier Reifen für ein Halleluja Ob in Münster oder Istanbul: Der Red Bull Tourbus ist das Gegenstück zum Brandwagen – und sorgt ebenso für Aufsehen und -horchen. Der Weg ist das Ziel. Das weiß nicht nur Konfuzius, sondern auch so ziem lich jede Band, die schon mal auf Tour war. Lange Stunden auf der Autobahn und unappetitliche Toilettenpausen an der Raststätte – für echte Rock ’n’ Rol ler „on the road“ genauso essenziell wie die Konzerte selbst. Seit Mai 2006 ist der Red Bull Tourbus unterwegs, um diese zweite Seite des Tourlebens zu zelebrieren. Ein Mercedes-Oldtimerbus Baujahr 1969, acht Meter lang, fünf Schlaf kabinen, das Fahrzeugdach als Bühne. Aufgepimpt mit exzellenter Tontechnik, PlayStation und Ledersofas, bietet das Bandmobil alles, was Musiker für die Konzertreise inklusive spontaner LiveAuftritte auf dem Dach brauchen. „Wir haben mit dem Bus schon zigmal Party gemacht. Es ist geil. Zu erst spielst du live am Dach, danach findest im Inneren alles, was du zum Entspannen brauchst: eine fette Soundanlage und einen Kühlschrank“, sagt Arne Schult, Gitarrist der deut schen Indie-Band The Kilians. Und er muss es wissen. Denn seine Band hat die meisten der insgesamt 60 Red Bull Tourbus-Einsätze bestritten. Im schicken beige-roten Retro- Design chauffiert Tourbus-Lenker Olli Deby Bands wie Puppetmastaz oder Mellow Mark durch deutsche Lande,
von Konzert zu Konzert. Für gute Freunde wie H-Blockx darf’s aber auch mal etwas weiter gehen. „Letztes Jahr sind wir mit dem Tourbus zum Red Bull Air Race nach Istanbul gefahren, um dort mit H-Blockx ein Video zu drehen. Ein irrer Trip! 1500 Kilometer durch Griechenland, dann zwei Tage Zwangsstopp an der türkischen Gren ze wegen falscher Papiere. Nach drei wöchiger Reise sind wir zum Glück aber noch rechtzeitig angekommen“, erzählt Olli. Gerade zu H-Blockx hat der Red Bull Tourbus ein besonders inniges Verhältnis, schließlich hat die Band das wohl spektakulärste Konzert am Bus abgeliefert: im Sommer 2007 am Domplatz in Münster vor unglaub lichen 10.000 Fans. „Das war einer der geilsten Momente, die ich mit der Band bisher erleben durfte“, erinnert sich Henning Wehland, Frontmann der Crossover-Combo. Gemeinsam mit Thees Ullmann von Tomte und Radiomoderator Ken Jebsen sitzt Henning in der Jury des derzeit laufenden Red Bull TourbusNachwuchsband-Contests. Wer mit seiner Band selbst einmal Red Bull Tourbus-Luft schnuppern und im August damit auf Konzertreise gehen möchte, bewirbt sich mit einem Mu sikvideo bis spätestens 1. Juli auf www.redbulltourbus.com. ♉
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DOSSIER
WO DIE MUSI SPIELT …
Das Red Bulletin empfiehlt 22 tonangebende Festivals des kommenden Sommers. Europaweit und stilübergreifend, wie’s sich gehört. TEXT FLORIAN OBKIRCHER
Der Musterschüler Die Raverin Die Hippie-Tante Der Rocker Nahe am Badewasser Atemberaubende Atmosphäre Gratis-Camping Kulinarisch fantastisch Hoher Flirtfaktor Grüner Daumen nach oben Garantiert sonnig Oft regnerisch Stadtfestival Bungee. Wenn grad auf der Bühne nichts los ist, kann man sich fallen lassen, wie hier zum Beispiel am Nova Rock.
ROCK AM RING/ROCK IM PARK
NOVA ROCK
6. bis 8. Juni Nürburgring/Nürnberg, Deutschland
13. bis 15. Juni Nickelsdorf, Österreich
Highlights: Metallica, Bad Religion, The Streets, Queens Of The Stone Age, The Prodigy, Booka Shade 150.000 Besucher www.rockamring.de VVK: 135 Euro (Festivalticket) Peter (Beatsteaks): „Rock am Ring ist jedesmal wieder beeindruckend, schon aufgrund der Masse an Menschen, die dort zusammenfindet. Diese Institution von einem Festival ist immer eine Reise wert, und die Stimmung kann getrost mit ‚ausgelassen‘ beschrieben werden.“
Highlights: Rage Against The Machine, Sex Pistols, Judas Priest, Motörhead 50.000 Besucher www.novarock.at VVK: 99 Euro (Festivalticket) Ingo (Donots): „Das Nova Rock ist uns eines der liebsten Festivals in Österreich. Nicht nur das Line-up ist in jedem Jahr der absolute Hammer, auch Gelände und Publikum sind der absolute Wahnsinn. Wirklich eine grandiose Festival-Erfahrung mit viel Sonne!“
SÓNAR
GLASTONBURY
19. bis 21. Juni Barcelona, Spanien
27. bis 29. Juni Pilton bei Oxford, England
Highlights: Róisín Murphy, M.I.A., Justice, Richie Hawtin, Hercules and Love Affair, Theo Parrish 80.000 Besucher www.sonar.es VVK: 140 Euro (Festivalticket), 30 Euro (Tagesticket), 40 Euro (Nachtticket) Patrick Pulsinger: „Als ich 1997 das erste Mal beim Sónar aufgetreten bin, konnte ich nach dem Gig noch allen Anwesenden persönlich die Hand schütteln. Ein Geheimtipp-Festival eben. Und obwohl das Sónar mittlerweile gewachsen ist, umgibt es immer noch diese spezielle Aura. Das innovative Line-up und Barcelona selbst machen es wohl aus. Da fällt es sogar bleichen Knöpferldrehern schwer, schlecht drauf zu sein.“
Highlights: Hot Chip, Jay-Z, CSS, Neil Diamond, The Verve 150.000 Besucher www.glastonburyfestivals.co.uk VVK: 195 Euro (Festivalticket) Gilt als Mutter europäischer Festivalkultur und wird als englisches Woodstock bezeichnet. Dementsprechend schnell ist es alljährlich ausverkauft. 2003 beispielsweise waren die 150.000 Tickets nach 20 Stunden weg. Ist auch gut so, denn alle Gewinne aus der Festivalkasse fließen an karitative Organisationen.
Dance-Mania. In der Red Bull Music Academy Lounge beim Sónar Festival wechseln sich Absolventen der reisenden Musikhochschule an den Plattenspielern ab.
SOUTHSIDE 20. bis 22. Juni Neuhausen ob Eck bei Stuttgart, Deutschland Highlights: Radiohead, Sigur Rós, Chemical Brothers, Beatsteaks, Calexico 50.000 Besucher www.southside.de VVK: 115 Euro Peter (Beatsteaks): „Das Southside Festival ist eine Klasse für sich. Auf geschätzten 532.441 Bühnen tummeln sich ebenso viele Musikanten. Das lokale Bier schmeckt hervorragend und trägt nicht unwesentlich zum stetig wachsenden Bekanntheitsgrad des Festivals bei.“
Deutschlands Superstar. Bei 150.000 Besuchern ist man kein Geheimtipp mehr: Wer bei Rock am Ring (und zwar Nürburg-) auf der Hauptbühne steht, hat’s geschafft.
054-54-58_Dossier_Festivals_Termine 54
ROSKILDE 3. bis 6. Juli Roskilde bei Kopenhagen, Dänemark Highlights: Slayer, My Bloody Valentine, Motorpsycho, Goldfrapp, MGMT, Bonnie „Prince“ Billy 115.000 Besucher www.roskilde-festival.dk VVK: 240 Euro (Festivalticket) Henning Wehland (H-Blockx): „Ein einmaliges Erlebnis, wahrscheinlich eines der besten Festivals weltweit! Auch wenn der skandinavische Alkoholdrang oft dazu führt, dass man erschöpfte Fans in den Pissrinnen beim Schlafen beobachten kann, Line-up und Atmosphäre sind unschlagbar. Und das Ganze ist mit tausend ehrenamtlichen Helfern organisiert. Respekt!“
MONTREUX JAZZ FESTIVAL 4. bis 19. Juli Montreux, Schweiz Highlights: Gnarls Barkley, Herbie Hancock, Madness, Vampire Weekend, The Kills 200.000 Besucher www.montreuxjazz.com VVK: 900 Euro (Festivalticket) Clara Moto: „Als ich dort letztes Jahr aufgelegt hab, haben mich vor allem das internationale Flair des Festivals und das vielfältige Line-up von Rock bis Techno begeistert. Außerdem ist Montreux eine irrsinnig schöne Stadt.“
BILDER: NOVA ROCK, RED BULL, ROCK AM RING
Gleich hier die Legende, damit man sich auch auskennt: Für wen ist’s geeignet (siehe auch Seite 50), warum wird’s hier eigentlich empfohlen?
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55 FEST VAN CLEEF 25. Juli Messeplatz Mannheim, Deutschland Highlights: The Robocop Kraus, Tomte, Kettcar, Ghost of Tom Joad 5000 Besucher www.ghvc.de VVK: 25 Euro (Festivalticket) Kleines, sympathisches Indie-Festival, das heuer zum dritten Mal stattfindet, und Familientreffen des deutschen Gitarrenpop-Labels Grand Hotel Van Cleef. Danny Simons (Kettcar-Tourmanager): „Das Tolle beim Fest Van Cleef sind die entspannte Atmosphäre, der niedrige Eintrittspreis und die geschmackssicher ausgewählten Bands.“
HALDERN POP 7. bis 9. August Rees-Haldern bei Bocholt, Deutschland Dänen hört man auch zu. Es gibt Moskitos. Das Bier ist unfassbar teuer. Aber Roskilde in Dänemark ist dank des vielfältigen Lineups und der Begeisterung aller (tausend ehrenamtliche Helfer!) ein einzigartiges Erlebnis.
POOLBAR 4. Juli bis 17. August Feldkirch, Österreich Highlights: The Notwist, Soap&Skin, Modeselektor, Roni Size, Patrice, Saul Williams 27.000 Besucher www.poolbar.at VVK: 159 Euro (Festivalticket) Ein Schwimmbad als Konzertlocation. Und das über einen Monat lang! Statt Baden ist den Xibergern im Sommer offensichtlich mehr nach Tanzen. Kein Wunder bei dem hochkarätigen Programm aus internationalen Superstars und dem Besten, was die heimische Musikküche zu bieten hat.
SPLASH!
Highlights: Dynamite Deluxe, Gentleman, Kool Savas, Jay-Z, Culcha Candela 20.000 Besucher www.splash-festival.com VVK: 74 Euro (Festivalticket) Die unumstrittene Nummer 1 der deutschen HipHop-Festivals. Die Halbinsel Pouch, nach eigenen Angaben das „weltweit größte Landschaftskunstprojekt“, bietet mit Heckenlabyrinthen und schwimmenden Steinen die richtige Location für Chiller und Kopfnicker. Außerdem hält sich das Splash! zugute, das CO² -freundlichste Festival Deutschlands zu sein. Warum? Ganz einfach. Weil fast nur heimische Acts auftreten.
BENICÀSSIM 17. bis 20. Juli Benicàssim bei Valencia, Spanien
11. bis 13. Juli Pouch bei Leipzig, Deutschland Highlights: Leonhard Cohen, Siouxsie, Hot Chip, The Glimmers, The Raconteurs, Mika 28.000 Besucher www.fiberfib.de VVK: 170 Euro (Festivalticket) Feiern wie Gott in Spanien beim wahrscheinlich besten iberischen Indie-Festival. Sonne, Meer, Paella und so ziemlich jede Band, die derzeit im Hipness-Olymp sitzt. Was könnte das Festival-Herz mehr begehren?
BILDER: BILDHAUER EVENTS, NUKE, ROSKILDE
MELT! 18. bis 20. Juli Gräfenhainichen bei Berlin, Deutschland
Landschaftskunst. Bei Leipzig warten Heckenlabyrinthe und CO²-Freundlichkeiten auf Fans deutschen HipHops.
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Highlights: Franz Ferdinand, dEUS, Björk, Technotronic, Uffie, Cobblestone Jazz 15.000 Besucher www.meltfestival.de VVK: 85 Euro (Festivalticket), 65 Euro (2-Tage-Ticket)
Nicht genug damit, dass Björk hier ihr einziges Festivalkonzert des Sommers spielt, auch die Veranstalter vom Popkultur-Magazin „INTRO“ haben keine Kosten und Mühen gescheut, das alte Braunkohlegebiet Ferropolis musikalisch zum Erblühen zu bringen.
Highlights: The Flaming Lips, Editors, Foals, Kate Nash, Boren & der Club of Gore 7000 Besucher www.haldern-pop.de VVK: 60 Euro (Festivalticket) The Kilians: „Altehrwürdiges Festival, findet heuer bereits zum 25. Mal statt. Es ist eine Riesenehre für jede Band, da spielen zu dürfen.“
NUKE
SONNEMONDSTERNE
18. und 19. Juli St. Pölten, Österreich
8. bis 10. August Saalburg bei Erfurt, Deutschland
Highlights: Lenny Kravitz, Stereo MCs, Fettes Brot, Morcheeba, The Chemical Brothers 30.000 Besucher www.nuke.at VVK: 80 Euro (Festivalticket) Chill-out wird großgeschrieben beim Nuke. Beinahe in St. Pölten und doch im Grüngürtel des Umlandes, ein Badesee gleich daneben und ein Line-up, das perfekt zu lauen Sommernächten passt.
Highlights: Massive Attack, Moby, Deichkind, Tiefschwarz, DJ Koze, Wighnomy Brothers 25.000 Besucher www.sonnemondsterne.de VVK: 74 Euro (Festivalticket) Mond und Sterne kriegt man beim Dance-Festival oft zu sehen. Und nicht nur, weil der geneigte Raver meist nachts verkehrt. Auch, weil die Zirkuszelte, in denen die erste Riege deutscher und internationaler Club-Acts die Glowsticks schwingt, mit nächtlichen Symbolen geschmückt sind. Sonne gibt’s natürlich auch. Zur vormittäglichen Afterhour oder zum Entspannungsbad an Deutschlands größtem Stausee, der Bleilochtalsperre.
JAZZFEST WIESEN 25. bis 27. Juli Wiesen, Österreich Highlights: Erykah Badu, Macy Gray, Al Jarreau, Jan Garbarek 10.000 Besucher www.wiesen.at VVK: 115 Euro (Festivalticket), 40 Euro (Tagesticket) Zuzee (Waxolutionists): „Für mich ist Wiesen der Inbegriff von Festivalkultur in Österreich. Die decken musikalisch alles ab, es ist immer super organisiert, und es war immer leiwand, dort zu spielen. Für Leute wie mich, denen Campieren nicht so taugt, ist’s außerdem praktisch, weil Wiesen ja recht nah bei Wien liegt.“
Entspannt und entspannend. „Der Liegestuhl unter den großen österreichischen Festivals“, sagt man: Nuke in St. Pölten.
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DOSSIER
TWO DAYS A WEEK 28. und 29. August Wiesen, Österreich Highlights: Slipknot, Gogol Bordello, Pennywise 20.000 Besucher www.wiesen.at VVK: 75 Euro (Festivalticket) Ingo (Donots): „Ein absolutes Highlight unter den Sommerfestivals! Denn das Wiesen-Gelände ist vor und hinter der Bühne gleichermaßen einen Besuch wert! Vor der Bühne eine schöne Wiese, halb überdacht, halb Open Air. Hinter der Bühne ein Backstagebereich, bestehend aus alten Eisenbahnwaggons. Außerdem ist das Line-up immer erstklassig.“ Zusatzangebot. Wie schon letztes Jahr macht der Red Bull Brandwagen auch heuer Station am Frequency. Wenn er am Festivalgelände auftaucht, verwandelt sich der Campingplatz zur Hauptbühne.
12. bis 18. August Budapest, Ungarn Highlights: Kaiser Chiefs, Lauryn Hill, R.E.M., Róisín Murphy, Iron Maiden 400.000 Besucher www.sziget.hu VVK: 150 Euro (Festivalticket inklusive Camping), 32 Euro (Tagesticket) Henning Wehland (H-Blockx): „Das gelebte Woodstock. In unmittelbarer Nähe zu Budapest gelegen, ist dieses Festival ein Muss für jeden Fan. Wer Sziget nicht gesehen hat, sollte bei den Top Ten der Festivals in Europa nicht mitreden.“
FM4 FREQUENCY 14. bis 16. August Hof bei Salzburg, Österreich Highlights: R.E.M., The Roots, Die Fantastischen Vier, The Hives, Maxïmo Park 45.000 Besucher www.frequency.at VVK: 105 Euro (Festivalticket), 50 Euro (Tagesticket Donnerstag)
Guadalajara: „Cooles Festival in der Mitte des Salzburgrings. Das hat den Vorteil, dass man bei Regen zumindest auf hartem Untergrund steht. Und Regen ist in Salzburg ja bekanntlich nicht allzu selten anzutreffen.“
READING/LEEDS 22. bis 24. August Reading bei London/Leeds, England Highlights: Metallica, Bloc Party, The Killers, Manic Street Preachers, We Are Scientists, Dizzee Rascal 80.000 Besucher www.readingfestival.com VVK: 198 Euro (Festivalticket), 83 Euro (Tagesticket) Reading ist das älteste noch aktive PopFestival der Welt. Seit 1961 zieht es alljährlich tausende von Briten auf das Gelände, das den niedlichen Namen Little John’s Farm trägt. Empfehlenswert ist neben den Main Stages vor allem die Carling-Bühne, wo eben aufkeimende Superstars ihre ersten großen Gigs spielen.
CHIEMSEE REGGAE SUMMER 22. bis 24. August Übersee bei München, Deutschland Highlights: Clueso, Shaggy, Patrice, Sizzla, Deichkind, Luciano 25.000 Besucher www.chiemsee-reggae.de VVK: 79 Euro (Festivalticket), 49 Euro (Tagesticket) Zwischen bayrischer Gemütlichkeit und karibischer Party-Atmosphäre pendelt das größte Reggae-Festival Deutschlands. Schon am Tag davor (21. Juli) gibt’s die traditionelle Reggae Cruise, eine Bootsfahrt am Chiemsee mit jeder Menge Rasta-Matrosen und der Firedance-Crew als Live-Kapelle.
Spezialität. Die Kohle mag ausgehen, aber: Ein Grillkotelett geht immer.
ROCK AM SEE 30. August Konstanz, Deutschland Highlights: Iggy Pop & The Stooges, Die Ärzte, The Futureheads, Shout Out Louds, The Kilians 25.000 Besucher www.rock-am-see.de VVK: 52 Euro (Festivalticket) Ein wahres Kleinod zum Ausklang der Festivalsaison. Seit 1985 ein kleines, aber renommiertes Festival direkt am Bodensee. Die Kilians meinen dazu: „Und wir spielen da heuer auch. Muss also gut sein!“ ♉
Salzburgring-Impression. Am Frequency spielen die Fanta 4, siehe dazu Seite 24.
SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM FESTIVALGLÜCK Vor dem Konzertspaß heißt es basteln. Damit die Red Bulletin-Festivalbibel (Seite 57/58) auch in die Hosentasche passt.
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der strichlierten 2. Entlang Linie A falten.
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Seite aus dem Heft trennen, am besten mit einer Schere.
4. Nochmals falten.
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3. Falz glätten.
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Unten auseinanderschneiden. Fertig! (Für Profis: Heftrücken klammern.)
BILDER: FLORIAN AUER/FREQUENCY, TAUBERTAL, PAUL ZEINER; ILLUSTRATION: MANDY FISCHER
SZIGET
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THE RED BULLETIN
TEST
SOMMER 2008
FESTE NAHRUNG
SOMMER 2008
exakt so bei vielen Festivals ums dreifache Geld. Ragout Fin/Lacroix/ 5,99 Euro Exzellenter Auftritt dank guter Rezeptur. Gourmets verfeinern mit Zitronenstückchen und Worcestersauce (ein Scherz!). Stagg Chilli Classic/ Hormel/1,99 Euro Hoher Fleischanteil, feine Bohnen, solide Grundschärfe, und wer genau schaut, entdeckt sogar Chilischoten.
Schnell, da drüben spielt schon wieder die Musik: zwölf gastronomische Grundrechenarten, um ein Festival zu überleben. aber bei jedem Löffel fragt der Gaumen: Wann kommt jetzt endlich der Spargel?
Geschmacksverstärker. Somit ungeeignet, um neue Bekanntschaften zu beeindrucken. Feurige Thai-Suppe/ Erasco/1,69 Euro Viel Suppe, wenig Gemüse, Hühnerfleisch und Glasnudeln. Scharf und somit ideal als Katerfrühstück.
Ratatouille/Cassegrain/ 4,49 Euro Für diesen Preis ein wenig zu zerkocht (was ist eigentlich drin?) und zu lind. Perfekt für alle Fleischfeinde. Szegediner Krautsuppe/ Knorr/2,39 Euro Etwas überwürzt, braucht eine Extraration Brot zum Ausgleich. Sichert das Überleben von Vegetariern. Eintopf/Mama/gratis An dieser Benchmark (Rezeptur streng geheim) zerschellt die Konkurrenz. Weckt Kindheitserinnerungen (auch an Peter Alexander und „Autofahrer unterwegs“). Wir kauften ein bei Merkur, Zielpunkt und Spar-Gourmet.
REGELN
THE RED BULLETIN
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IM ERSTEN JAHR... … ist es noch schwierig. Im zweiten Jahr ist jeder Festivalbesucher bereits klüger.
DOS DON’TS Ticket früh genug zu kaufen. Profitgeile eBay-Anbieter oder dubiose Schwarzmarktverkäufer sind schlechte Alternativen. Behalte deine Getränkedose immer im Auge. Ein nasser Zigarettenstummel im Mund kann den Appetit verderben. Stell dein Zelt im Schatten und fernab der Dixi-KloAnlagen auf. Es sei denn, du möchtest von 40 Grad Innentemperatur oder einem perlenden Geräusch an der Zeltwand geweckt werden.
Juble nicht, wenn auf der Bühne „Smoke on the Water“ ertönt. Meistens keine Coverversion, sondern lediglich ein Soundcheck. Nicht wundern, wenn neben dir jemand „Helga!“ ruft. Das macht man auf Festivals so. Beste Antwort: „Helga wohnt hier nicht mehr!“ Trage kein T-Shirt einer Band, die auf dem Festival spielt. Das gilt als uncool. Finger weg von der Wurstsemmel, die du vor dem Festival im Auto am Parkplatz vergessen hast.
Lass jegliche Klangerzeuger von Gitarre bis Ghettoblaster zu Hause und überlass die Beschallung den Bands. Dann klappt’s auch mit den Zeltnachbarn.
Das Festival muss nicht im Rückreisestau enden. Mach einfach noch einen Abstecher zum nahen Badeteich und lass die anderen in der Hitze glühen.
Jammere nie über schlechtes Wetter. Das gehört für den Festivalprofi genauso dazu wie Schlammsessions.
Zieh dich nachts warm an. Besser die ersten Minuten der Lieblingsband verpassen als den Rest des Festivals mit Schüttelfrost im Zelt zu verbringen.
BILD: ROSKILDE
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Rock a. See
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Kartoffelsuppe/Knorr/ 1,99 Euro Kräftiger Auftritt (zarter PilzUnterton). Für Vegetarier geeignet (homöopathischer Anteil von Räucherspeck).
Gulaschsuppe/Felix/ 1,99 Euro Viel Rindfleisch, angenehm im Geschmack, ohne Konservierungsmittel. Problem: Wo kriegt man frische Semmeln her?
Chili con Carne/Heinz/ 1,69 Euro Gut abgeschmeckter Klassiker aus den USA. Kriegt man
Two Days A Week
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Bauerntopf/Knorr/2,49 Euro Kartoffel-Paradeiser-Schweinefleisch-Eintopf, leicht überwürzt. Schwarzbrot verbessert die Performance.
Bohnengulasch/Inzersdorfer/1,59 Euro Traditionelles Baustellenessen. Wenig Debreziner, viel
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Kreuzworträtsel-Lösungen: 1. Woodstock 2. Jimi Hendrix 3. Poolbar 4. Pogo 16.05.2008 57-58_Dossier_Mickey_WORK.indd 15:34:53 Uhr 5 16.05.2008 15:34:53 Uhr 5. Glas 6. Nirvana 7. Arena 8. Dixi 9. Crowdsurfing 10. Ozzfest
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Der achtseitige Survival Kit für den Festivalsommer 2008
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Nimm mich mit!
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Chiemsee Reggae Summer
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Haldern Pop SonneMondSterne
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Spargelcreme-Suppe/ Erasco/1,99 Euro Gut gemeint, gut gewürzt,
BILD: WWW.VALERIE-ROSENBURG.COM
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Montreux Jazz Festival
Van Cleef
Benicàssim Nuke Splash!
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Genügend Freizeit am Konto? Dann lässt sich der ganze Sommer im Festivaltrubel verbringen.
VON HIER NACH DORT 8
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SOMMER 2008
SOMMER 2008
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TIPPS
THE RED BULLETIN
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R ÄTSEL
SOMMER 2008
SOMMER 2008
FESTIVALESSENTIALS
THE RED BULLETIN
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KREUZWEISE Ob im Stau Richtung Festival oder in der Schlange vorm Dixi-Klo: Ein kurzweiliges Kreuzworträtsel vertreibt die Zeit. Umso besser, wenn man dabei noch sein Festival-Wissen testen kann!
Damit das schönste Wochenende des Sommers nicht zum Horrortrip wird: hier unsere Packlist.
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Klopapier. Bewahrt vor dem bösen Erwachen am Dixi-Klo. Am letzten Tag des Festivals außerdem ein Gegenstand mit hohem Tauschwert. Riesenkorken. Etwas unkonventionell, aber wenn der Zeltnachbar sein Didgeridoo gar nicht mehr weglegen will, sehr hilfreich.
BILDER: WWW.SHUTTERSTOCK.COM (4)
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1. Die Mutter aller Rockfestivals. 2. Wer zündete 1967 beim Monterey Pop Festival seine Gitarre an? 3. Österreichisches Festival, bei dem das Publikum in einem von Wasser befreiten Schwimmbecken Platz nimmt. 4. Wie heißt der ungezügelte Tanz, der speziell bei Punkkonzerten in den ersten Reihen praktiziert wird? 5. Verpackungsmaterial, das am Festivalgelände nicht gestattet ist. 6. Legendäre US-Band, die mehr T-Shirts als Platten verkauft hat. 7. Wiener Open-Air-Gelände, auf dem 2001 das erste Frequency Festival stattfand. 8. Die Herstellerfirma der allseits bekannten Festivaltoiletten. 9. Das Bad in der Menge. 10. Ozzy Osbournes alljährliche Festivalreihe. Auflösung auf der nächsten Seite.
16.05.2008 15:34:53 Uhr
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Yogamatte. Yoga sorgt für angenehme Gefühle von Gleichgültigkeit, wenn Regen und Sturm das Zelt verwehen, die Zeltnachbarn lärmen oder die Dixi-Klos wieder mal verstopft sind.
Ein Autogramm von Jimi Hendrix* oder Kurt Cobain** kostet gut und gern 2000 Euro. Ob auch diese Seite einmal richtig wertvoll sein wird, liegt an deiner Beharrlichkeit.
ABER BITTE LESERLICH! THE RED BULLETIN
HEROES
SOMMER 2008
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Blaulicht. Warum im Stau stehen, wenn der Pannenstreifen auch zum Festivalgelände führt?
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20 Freund. Jemand, der dich davor bewahrt, mit einer Totenkopftätowierung aufzuwachen, oder dir die Hand reicht, wenn du im Schlamm ausgerutscht bist.
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Bargeld. Bankomaten am Festival sind prinzipiell außer Betrieb. Oder die Schlange davor ist länger als die vorm letzten funktionierenden Klo.
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Wäscheklammer. Außerhalb ihrer natürlichen Umgebung ist die Kluppe vor allem für den schnarchenden Zeltkollegen oder das eigene Näschen beim Toilettenbesuch essenziell.
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TIPPS
Red Bull. Wenn man den Brand am Morgen nicht mit einem Reparaturseidl löschen will.
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Mückenspray. Du hast eh ein Gelsengitter am Zelt? Lass es dir gesagt sein: Nein, es reicht nicht.
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Vorhängeschloss. Damit das Zelt unbesudelt bleibt, wie Markus Kavka meint.
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Zahnbürste. Dein Zeltkollege wird es dir danken.
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Badehose. Warum sich in überfüllte Gruppenduschen zwängen, wenn man die Körperhygiene auch mit Badespaß am festivalnahen See erledigen kann?
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THE RED BULLETIN
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Müllsack. Ob als Abdeckplane fürs Zelt, Gummistiefelersatz oder wirklich zum Entsorgen von Abfall – der Plastiksack erweist sich am Festival als Alleskönner.
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Red BulletinFestivalplaner. Acht Seiten geballte Information. Die Miniaturbibel am Festival.
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Feuerzeug. Das Allround-Tool schlechthin. Flaschenöffner, Stimmungsmacher
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Gaskocher. Gelegentlich braucht der Festivalbesucher auch feste Nah-
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Ohrenstöpsel. Hilft bei schnarchenden Zeltgenossen und benachbarten Trommelgruppen genauso wie im Gedränge vor der Bassbox.
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Gummistiefel. So unsexy wie praktisch. Doch spätestens wenn die übercoolen Zeltnachbarn in ihren vollgesoffenen Converse frieren, weiß man, was man an den Latexlatschen hat.
bei Rockballaden und Taschenlampenersatz bei der nächtlichen Zeltsuche.
Kopfschmerztabletten. Klar wären Früchte oder ein Honigbrot gesünder, aber am Festival muss es rasch gehen: Tabletten sind schnelle Heilsbringer bei Kater und Katzenjammer.
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rung. Und wer lieber Bandshirts als überteuertes Standerl-FastFood kauft, ist mit Eigengas gut bedient.
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Festival-Bändchen. Die Abzeichensammlung am Handgelenk des Festivalbesuchers. Im Gegensatz zu Wolfgang Petry sollte man sie am Ende des Sommers aber entfernen.
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action Kart als Kunst. Zuerst ist frau/mann Fan, dann, nach hunderten Runden, Routinier. Wer will, den erwarten höchste Weihen, etwa die Teilnahme an der Art of Cart Trophy, Österreichs bestorganisierter Kart-Rennserie für ambitionierte Amateure. Also: Gebt Gummi!
Was wir Ihnen in diesem Monat ans Herz legen.
bild: michael Alschner
EXKLUSIV Das Red Bulletin versenkt für Sie einen Segel-
EINGEKOCHT
Eckart Witzigmann, der Koch des Jahrhunderts aus dem Hangar-7, versucht sich an Königsberger Klopsen. Wir applaudieren mit vollem Mund. Seite 72
Erdnah
Olympiasieger – wenn das nur kein schlechtes Omen ist für die Spiele in Peking. Seite 60
Es gibt keine Motorsportdisziplin, bei der unser Hintern der Haftgrenze näher ist als Kartfahren. Seite 74
EUROPAMEISTERLICH
EIDGENÖSSISCH Ein Reisebericht von der Zürcher
Der Sieger der Fußball-EM steht bereits fest, ehe auch nur ein Match gespielt worden ist. Die überraschende Auflösung ab Seite 64.
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Goldküste, verfasst von einem, der jahrelang Exil beim Nachbarn gefunden hat. Seite 76
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Olympiasieger versenken Wie es ist, mit Roman Hagara einen Tornado zu segeln. Und wie es besser nicht ausgehen sollte. Text Christoph Rietner Bilder sabine kรถnig
Das war ich. Was Hans-Peter Steinacher in Jahren nicht gelungen ist, erledigte Red Bulletin-Redakteur Christoph Rietner in zehn Minuten: Er verschaffte Roman Hagara eine unfreiwillig aussichtsreiche Position.
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Action
the red bulletin
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Locker abhängen. Spielt es am Tornado nicht. Wind, Wellen und hunderte Schnürln sind der Feind des Leichtmatrosen.
Z
wei Cuts habe ich, eine ge prellte Rippe, einen Blut erguss, der über den ganzen rechten Oberschenkel ver läuft, unzählige andere blaue Flecken und einen Muskel kater, der es mir fast un möglich macht, meine Arme auf Schulterhöhe zu heben. Auch wenn es unglaubwürdig klingt: Ich habe keine Sparringseinheit mit ei nem Profiboxer hinter mir. Ich war ein fach nur segeln. Wind, Wasser, ein Boot mit einem Segel drauf. Millionen von Menschen machen es täglich, entspan nen sich dabei und krümmen sich vor allem kein Haar. Nicht so in meinem Fall. Ich habe mir für mein erstes Abenteuer mit den Ele menten ein Prachtstück ausgesucht: den Tornado. Ein Katamaran, ein Doppelrumpf boot, sechs Meter lang, drei Meter breit, mit einer Masthöhe von fast zehn Metern. Das Ungetüm wiegt nur 165 Kilogramm, weil es zur Hälfte aus Carbon gefertigt ist. Es ist der Formel-1-Bolide unter den Se gelbooten. Alle Bootsklassen tragen ein besonderes Zeichen auf den Segeln: Den Tornado ziert ein symbolisierter Wirbel sturm mit zwei Strichen darunter. Mein Segelkumpan ist Roman Hagara. Der 42-Jährige ist Doppelolympiasieger und bereitet sich mit seinem Vorschoter Hans-Peter Steinacher gerade auf die Spie le in Peking vor. Ich bin die lustige Ab wechslung vom ernsten Trainingsalltag.
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Wir stehen am Strand von Hyères in Südfrankreich. Der Urlaubsort 80 Kilo meter östlich von Marseille ist das Stark windgebiet in Europa. Zehn Grad Was sertemperatur und zwölf an Land, die sich aber dank des mit 25 Knoten (knapp 47 km/h) wehenden Windes höchstens wie fünf anfühlen. Mir wird flau im Ma gen, als ich beobachte, wie sich ein Cam pingsessel am Strand selbständig macht. Das Gefühl in meinem Bauch wird nicht besser, als ich Romans erste drei Fragen mit Nein beantworten muss. „Bist du schon einmal gesegelt?“ „Hast einen Helm mit?“ „Hast eh eine gute Versicherung?“ Hagara kichert, wie er es in der folgen den Stunde noch öfter tun wird, ich er kenne dahinter aber bereits eine leichte Sorge um das 35.000 Euro teure Boot und natürlich um mich, den Ballast. Roman lässt nun den Kapitän raushän gen: „Du bist statt dem Steini Vorschoter. Der Chef bin ich, und du machst, was ich sag. Und jetzt ab in die Segelausrüstung!“ Letzte Vorbereitungen. Ich komme erst mals ins Schwitzen. Da ich auf dem Boot die Rolle von Hans-Peter Steinacher über nehmen werde, muss ich mich auch in seinen Neoprenanzug zwängen. Das Pro blem ist, dass Hans-Peter um einige Zen timeter kleiner ist als ich und mich das Ding an den unangenehmsten Stellen zwickt. Trapezgurt, Schwimmweste, Neo prenschuhe und -handschuhe lassen mich
20.05.2008 16:43:32 Uhr
Mir kommt es vor, als würde ich über einer 100 Meter hohen Felswand hängen.
Redakteur im Temporausch. Als der Olympiasieger Roman Hagara alle Leinen an sich gerissen hatte, konnte auch unsere Wasserratte die perfekte Galionsfigur abgeben.
bereits wie einen Profi aussehen. Damit ich wenigstens mit den Grundkenntnis sen und wichtigsten Begriffen vertraut bin, befiehlt mich Vorschoter Steini zum Trockentraining im Schnelldurchlauf. Er zeigt mir meinen Platz, alle Segel und die dazugehörigen Seile, an denen ich in Kürze ziehen soll. Ich merke mir nichts. Was einerseits an der Aufregung liegen kann, andererseits aber auch am See bärisch, das mir Steinacher um die Ohren haut. Unzählige Fachausdrücke und hun derte Schnürln machen mich schwinde lig. Bin ich bereits seekrank, bevor ich
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überhaupt mit dem Wasser in Berührung gekommen bin? Auf See. Zu dritt hieven wir den Tornado ins Wasser. Der Wind ist ablandig. „Das ist gut, dadurch sind die Wellen nicht so groß“, erklärt mir Roman, als wir im Boot sitzen. Ich kann nur zustimmend nicken, weil ich damit beschäftigt bin, mich an einem der vielen Seile festzuhalten, da mit mich die kleinen Wellen nicht vom Boot schwemmen. Der Wind bläst in das gehisste Großund Focksegel. Wir nehmen schon ganz
gut Fahrt auf. Das eiskalte Wasser spritzt mir ins Gesicht. Als sich meine anfängli che Anspannung gelöst hat, leitet Roman die erste Wende ein. Beim Trockentrai ning zuvor habe ich gelernt, dass ich jetzt auf die andere Seite des Katamarans wechseln, dabei aber auf meinen Kopf achtgeben muss, damit dieser nicht vom Großbaum zerschmettert wird. Um das zu verhindern, robbe ich über das Tram polin, das zwischen den beiden Rümpfen gespannt ist. Wir haben mittlerweile den Vorwind kurs eingeschlagen. „Hol den Gennaker
20.05.2008 16:43:35 Uhr
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JUNI 2008
raus, Christoph!“, schreit mein Käptn. Beim dritten Versuch erwische ich die richtige Schnur. Aus dem Gennaker-Kasten schält sich ein Ding, das zunächst aussieht wie ein zerknülltes Plastiksackerl, sich aber durch meine Züge zu einem 25 Quadratmeter großen Segel entfaltet. Die 25 Quadratmeter und die 25 Knoten Wind verstehen sich prächtig. Das Boot schneidet nun doppelt so schnell durchs Wasser. Die Kraft, die an meinen Armen zieht, hat sich hingegen verzehnfacht. „Gemma, ins Trapez, sonst haut’s dich vom Boot“, ruft mir Roman zu. LAND UNTER. Mir kommt es vor, als würde ich über einer 100 Meter hohen Felswand hängen und nicht 30 Zentimeter über dem Wasser. Ich spreize mich gegen den Bootsrumpf, um Stabilität zu finden. Doch ich scheitere. Ich rutsche aus. Mein Oberkörper taucht unter Wasser. Angst. Meine ersten zwei Rettungsversuche dürften noch als solche durchgehen. Ich schaffe es, meinen Kopf kurz zum Luftholen aus dem Wasser zu ziehen. Beim dritten tauche ich endgültig ab, werde unter das Boot gezogen und merke, dass man sich auch an Holzschwertern blutige Schnitte an den Händen zuziehen kann. Ich schnappe nach Luft. Doch ein Ruck zieht mich wieder unter Wasser. Die Leine des Gennakers, die ich in meiner Not nicht losgelassen habe, hat sich um mein rechtes Knie gewickelt und schleift mich jetzt wie einen nassen Sack hinter dem Boot her. Panik. Ich drehe mich auf den Rücken, um wieder Luft zu kriegen. Durch die Drehung löst sich die Leine. Ich tauche auf und erschrecke: Der Tornado ist gekentert, und Roman sitzt auf einem der
Verdammt. Der Rumpf ist rutschig, wie ich gerade merke. Mein Neopren-Patscherl verliert Grip.
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Rümpfe. Der Schreibtischattentäter hat den Olympiasieger versenkt. Während die beiden Profis – Steinacher greift nun ein – das Boot wieder aufrichten, versuche ich das Salzwasser aus Mund, Nase und Ohren zu pressen. Leider habe ich auch eine ordentliche Rachenspülung abbekommen. Mir ist schlecht. Mit den letzten mir verbliebenen Kräften ziehe ich mich wieder auf den Tornado. Roman hat offenbar erkannt, dass der Gennaker und ich heute keine Freunde mehr werden, und einen Kreuzkurs, gegen den Wind, eingeschlagen. Wir hängen beide nebeneinander im Trapez, und ich soll das Großsegel übernehmen. Doch meine brennenden Unterarme meutern. Am Großbaum ist eine Skala bis zwölf angeschraubt, die Auskunft über die Segelposition gibt. Viel Zug bedeutet eine niedrige Zahl. Der Idealwert liegt zwischen vier und fünf. Ich schaffe es gerade einmal bis acht. Kurz und mit beiden Händen. Roman grinst wieder einmal, nimmt mir die Leine weg und zieht sie ganz locker mit einer Hand bis zur Vier. In der anderen hält er das Steuer und lenkt uns zurück Richtung Hafen. Jetzt endlich, von allen Aufgaben und Schnürlziehereien befreit, kann ich unsere Fahrt ein wenig genießen. Die harte Arbeit, die Hagara und Steinacher auf ihrem Tornado leisten, lässt sich nach meinem Martyrium erahnen. Die Antwort auf die Frage, warum Hans-Peters Unterarme so dick sind wie meine Oberschenkel, habe ich vor der Küste von Hyères auch gefunden. Ich helfe Roman und Hans-Peter noch beim Putzen. Ich übernehme den Rumpf. Für die Segel reicht die Kraft in meinen zitternden Armen nicht mehr aus. ♉
KLEINE KNOTENKUNDE Seile und Knoten sind das Um und Auf am Segelboot. Hier sind die wichtigsten zum Selberknüpfen.
Halber Schlag. Ist die Grundlage für viele andere Knoten. Er dient zur Befestigung für kurze Zeit, da er sich bei starker Belastung sehr fest zusammenziehen und bei schwacher Belastung leicht lösen kann.
Einfacher Achter. Ist eine Schlaufe am Ende eines Seils. Der Achter ist jeder anderen Schlaufe überlegen, da das Seil durch die Festigkeit des Knotens 70 Prozent seiner Reißfestigkeit behält. Perfekt, um Karabiner daran anzubringen.
Palstek. Der Palstek ist der wichtigste Knoten an Bord. Mit ihm lässt sich ein beliebig großes Auge herstellen, das sich nicht zusammenziehen kann. Er dient zum Festmachen an Pfählen, Ringen oder um im Notfall jemanden, der über Bord gefallen ist, im Wasser zu sichern.
KIELER WOCHE: 21. BIS 29. JUNI 2008 WWW.HAGARA-STEINACHER.AT
Service. Sieht so aus, als hätte ich die Kontrolle verloren. In Wahrheit check ich das Schwert.
Eleganz. Hier fabriziere ich einen Auf-die-Schnauze-Crash mit perfekter Beinhaltung.
Mann über Bord. Aber nein! Ich hab eine Leine am Bein. Der Plan: Wasserskifahren.
Lustig. Was haben wir auf dieser Seefahrt gelacht. Vor allem Roman und Hans-Peter. Über mich.
20.05.2008 16:43:43 Uhr
WIR SIND EUROPAMEISTER!
MILLIE MILITARU
16 Länder, 17 Athleten, die sonst mit Fußball wenig am
Hut haben, vier seltsame Fragen pro Runde: Willkommen bei unserer Version der Fußball-EM. Jeder Red Bull-Athlet repräsentiert sein Land. Es gibt nichts zu gewinnen außer Ruhm, Erkenntnis und Trost fürs eigene Nationalteam. NEIGUNGSGRUPPE FUSSBALL: J. CREMER, C. DRECHSLER, W. JESSNER, S. WAGNER
TONY FREY
IVAN LAZZARINI
TADDY BLAZUSIAK
ATA NURCAN
BILDER: AP PHOTO/LIONEL CIRONNEAU, EDMUNDS J./KTM, ATA NURCAN, RED BULL PHOTOFILES (14)
MIKHAIL ALESHIN
MISLAV MIRONOVIC CLEMENS DOPPLER
064-64-65_Action_Fußballquiz_Aufmacher 64
20.05.2008 15:16:15 Uhr
ALEŠ VALENTA
E HA
ED ENIS
AN
D
CYRIL DESPRES
HUGO
PINHE
IRO
MATTIAS EKSTRÖM
BILDER: AP PHOTO/LIONEL CIRONNEAU, EDMUNDS J./KTM, ATA NURCAN, RED BULL PHOTOFILES (14)
JONAS COLTING
MICHI RÖSCH VIKI GOMEZ
065-64-65_Action_Fußballquiz_Aufmacher 65
NEEL JANI
20.05.2008 15:19:02 Uhr
VORRUNDE A.B Schweiz
Tschechien
Portugal
Türkei
Sport: Champ Car EM-Tipp: Frankreich
Sport: Skiakrobatik EM-Tipp: Deutschland
Sport: Bodyboarding EM-Tipp: Portugal
Sport: Motocross, Supermoto EM-Tipp: Frankreich, Italien
Fußball … spiele ich
Fußball … gefällt mir von
Fußball … hab ich früher selber gespielt, links im Mittelfeld. Ich mag Chelsea und Sporting Lissabon.
Fußball … habe
NEEL JANI
ALEŠ VALENTA
auf der PlayStation 3: „FIFA“. Meine Clubs sind Liverpool und Young Boys Bern.
Chelsea und Slavia Prag am besten. Unser Nationalteam wird das Fehlen von Pavel Nedvěd bei der EM spüren.
Gab’s bei uns nicht. Schade. Novak? Fast. Karel Brückner. Wembleytor! Na gut.
Goal, offside, bist deppert? Häphm … ja.
Sparta Prag. Genau.
Basel. Grasshoppers.
1:0
Keine Ahnung. Fatih Terim. Wie heißt der? Fatih Terim. Interessant.
??? Luiz Felipe Scolari. Aaah, könnte man wissen.
Zählt es, wenn ich die Abseitsregel erkläre? Nein, leider.
Gol, offside, keine Ahnung. Golo, fora de jogo, árbitro, estás cego? Leider.
Türkische Meisterschaft ist nicht so meine Stärke. Fenerbahçe wär’s gewesen.
Sporting Lissabon? Fast. Porto? Nein, Benfica Lissabon.
1:2 Ja.
Keine Ahnung. Scolari. Nein, nie gehört.
Weiß nicht? Karel Brückner. Ah.
Goooool! Den Rest weiß ich nicht. Der authentische Brüller ist ein Tor wert.
Goal, offside, keine Ahnung. Gól, ofsajd, rozhodčí, jsi slepý? Phonetisch korrekt.
Porto. Richtig ist trotzdem Benfica Lissabon.
Tschechische Meisterschaft ist nicht so meine Stärke. Sparta Prag.
2:1 Nö.
Mustafa Ozgu??? Und wer soll das bitte sein???
Matthias Sammer? Nein, der ist Sportdirektor des DFB. Köbi Kuhn.
Das einzige Wort, das ich auf Türkisch kenne, ist Esel. Hallo?
Goal, Abseits, Schiedsrichter, bisch blind? Respekt für dein Schwyzerdütsch!
Sicher Fenerbahçe Istanbul. Ja.
Young Boys Bern. Nein, die Grasshoppers wären es gewesen.
2:2
PORTUGAL
Ja.
Ja.
Das ist der Brasilianer, der schon Brasilien trainiert hat ... Scolari! Respekt!
Den weiß ich nicht. Köbi Kuhn wär’s gewesen.
Gul? Uffside? Keine Ahnung. Golo, fora de jogo, árbitro, estás cego?
Goal, offside und sicher irgendwas Unaussprechliches. Na ja … na gut.
Porto! Benfica Lissabon. Nicht Porto?
Schweizer Meisterschaft ist nicht so meine Stärke. Grasshoppers Zürich.
2:1
TSCHECHEIN
Nein.
Auch nicht.
Ich glaube, den weiß ich … nicht. Karel Brückner, es gibt nur einen Karel.
Das weiß ich nicht. Fatih Terim. Bitte buchstabieren.
Goal, offside und … rozhodčí, jsi slepý? Hab ich ja gesagt!
Gol, offside, Üglrzü bülmüt?!? Kör müsün be hakim? Perfekte Aussprache!
Sparta Prag. Sparta Prag.
Istanbul! Und welches? Gibt’s da mehrere???
Echt, das ist sich ausgegangen? Super! Neel Jani (SUI)
066-66-71_Action_Fußballquiz 66
Portugal, Portugal! Hugo Pinheiro (POR)
ERGEBNIS GRUPPE A
A
1 2 3 4
SPIELE
TORE
PUNKTE
Schweiz
3
8:4
7
Portugal
3
5:3
7
Türkei
3
3:4
3
Tschechien
3
3:8
0
20.05.2008 15:07:27 Uhr
BILDER: J. EDMUNDS/KTM, RED BULL PHOTOFILES (5)
TÜRKEI 1 2 3 4
TÜRKEI
Ja. Klar.
SCHWEIZ 1 2 3 4
PORTUGAL
Nein.
SCHWEIZ 1 2 3 4
TÜRKEI Kenne ich nicht. Schade.
Erstes Tor.
BILDER: AP/IMAGES, ATA NURCAN, RED BULL PHOTOFILES (4)
Ja.
TSCHECHIEN 1 2 3 4
Weiß nicht. Köbi Kuhn.
Goal, offside, Schiri was??? Gól, ofsajd, rozhodčí, jsi slepý? Zählt.
PORTUGAL 1 2 3 4
ich drei Jahre lang in der türkischen Jugendliga gespielt. Bestes Team: Manchester United!
TSCHECHIEN
Ja, klar! Klar. Karel, Karel ...
ATA NURCAN
4:1
SCHWEIZ 1 2 3 4
HUGO PINHEIRO
FRAGE1 HAST DU PANINI-BILDCHEN GESAMMELT? FRAGE2 WIE HEISST DER TRAINER DES GEGNERS? FRAGE3 WAS HEISSEN „TOR“, „ABSEITS“ UND „SCHIEDSRICHTER, BIST DU BLIND?“ IN DER LANDESSPRACHE DEINES GEGNERS? FRAGE4 WER IST REKORDMEISTER IM LAND DEINES GEGNERS? Österreich
Kroatien
Deutschland
Polen
Sport: Beachvolleyball EM-Tipp: Österreich
Sport: MTB Freeride EM-Tipp: Kroatien
Sport: Biathlon EM-Tipp:
Sport: Enduro EM-Tipp: Polen
Fußball … ist das Tollste,
Fußball … mag ich,
CLEMENS DOPPLER
MISLAV MIRONOVIC
seitdem ich OÖ-Herbstmeister mit der U9 von USV Dietach geworden bin.
MICHI RÖSCH
Ja, obwohl immer welche gefehlt haben! Gab es keine Tauschbörsen? Nee! Haben die einen Trainer? Ja, und er heißt Josef Hickersberger.
Gol, ofsidce, Ref, ti Ku …? Gol, ofsajd, sudac, jesi slijep? Pfosten, aber drin.
Dow, Offizier, das Dritte weiß nicht. Tor, Abseits, Schiri, bist du blind?
Zagreb? Gibt ja nicht soviele große Clubs, leider ist es doch Hajduk Split.
Red Bull Salzburg? Wird noch dauern.
2:2 Ja, als ich ganz klein war, in der Grundschule. Gut.
Oh, nee. Warte, ich guck schnell bei Google nach. Verboten, verschossen.
Null Idee. Joachim Löw. Jogi hätten wir auch akzeptiert.
Gol, Absize. Krass, zählt „Guten Tag“ auf Tschechisch? Na okay, Fleißpunkt.
??? Tor, Abseits, Schiri, bist du blind? Ist doch nicht so schwer …
Hab ich gelesen … Łódź vielleicht? Nein, Górnik Zabrze und Ruch Chorzów.
Bayern München. Stimmt.
2:3
Ja, das hat mein Grundschul-Taschengeld verschlungen. Dachten wir’s uns.
Null Idee. Joachim Löw. Prinz Eisenherz hätten wir auch akzeptiert.
Ich weiß, wie deren Trikot aussieht, hatte so eins als Junge. Na toll.
Dow, Offizier, das Dritte weiß nicht. Gilt auch diesmal nicht, sorry.
Gol, ofsajd, Kovač gegen Kovač? Den Ball gerade noch reingejanckert.
Bayern München. Der ist drin. Bayern kennt man eben.
Hajduk Split. Hajduk Split, ganz unsere Worte.
2:1
BILDER: J. EDMUNDS/KTM, RED BULL PHOTOFILES (5)
BILDER: AP/IMAGES, ATA NURCAN, RED BULL PHOTOFILES (4)
POLEN
Ja, die hatten zum Teil echt geile Frisuren. Sportler eben …
In der Grundschule. Frühes Tor, quasi.
Habe mir doch extra das Magazin „GOAL“ gekauft. Trotzdem nix. Leo Beenhakker.
Kenne ich leider nicht. Der Herr Hickersberger dich wahrscheinlich auch nicht.
Gol, ofsidy, Rest in Russisch? Danke, sędzia, jesteś ślepy? Passt gerade so.
Weiß nicht? Tor, Abseits, Schiri, bist du blind?
Puh, dass das so schwer sein muss. Wieso? Górnik Zabrze, Ruch Chorzów.
Keine Ahnung. Rapid Wien. Ganz schwache Offensive!
1:2
KROATIEN
Ja, ganz früher. Etwa in der Grundschule?
Waren mir damals wichtiger als Geld. Und du hattest mehr davon.
Null Ahnung. Slaven Bilić? Enduro-Racer ist er jedenfalls keiner.
Weiß nicht. Leo Beenkakker.
Keine Ahnung. Gol, ofsajd, sudac, jesi slijep? Aus dem Stand schwer zu treffen.
Gol, offside, das Dritte kann man nicht wissen. Sędzia, jesteś ślepy? Gilt.
Äh …? Hajduk Split.
Keine Ahnung. Dabei gäb’s gleich zwei: Górnik Zabrze, Ruch Chorzów.
Das war aber kein Offensivfeuerwerk!
Muss man das wissen? Nun …
4:4
DEUTSCHLAND
Ehrensache! Vorbildlich.
Und bei uns gab’s die sicher früher als in Österreich. Mag sein.
Easy, Jogi. Jaja, der Herr Löw.
Hape Kerkeling.
Tor, Abseits, Schiri, bist du blind? Sind wir also doch nicht so verschieden …
Tor, Abseits, Schiri, bist du blind? Zugegeben: Das war leicht.
Ist doch völlig klar: Big Bayern.
Rapid Wien. Und manche finden das sogar in Ordnung so.
ERGEBNIS GRUPPE B 1 2 3 4
DEUTSCHLAND
Ja, bei der WM 98 … hattest du 98 % aller Bilder, erkennen wir hier Parallelen?
ÖSTERREICH 1 2 3 4
POLEN
Na klar, was für eine Frage! Wir haben ja nur gefragt.
POLEN 1 2 3 4
KROATIEN
Geiler Typ, der mit der Mütze – Bilić? Vorname Slaven.
ÖSTERREICH 1 2 3 4
ich mir an, wenn das Nationalteam wichtige Spiele hat.
Klar, war doch früher selber Fußballer. Okay, okay, sind im Bilde.
KROATIEN 1 2 3 4
Fußball … schaue
3:1
DEUTSCHLAND 1 2 3 4
vielleicht
Deutschland Fußball … ist mir sehr wichtig. Ich schaue, soviel ich kriegen kann, und spiele selber zum Spaß.
wenn ich mit Freunden kicken kann. Hardcore-Fan bin ich keiner.
ÖSTERREICH 1 2 3 4
TADDY BLAZUSIAK
Danke, Abpfiff.
SPIELE
TORE
PUNKTE
Österreich
3
9:6
7
Deutschland
3
9:8
5
Kroatien
3
5:7
3
Polen
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3
4:6
1
B
Der hat mal den GAK trainiert. Traumtor!
Interims-Torschützenkönig, Gruppensieger: Den Heimvorteil souverän ausgenutzt, würd ich sagen.
Platz zwei hinter den Ösis, zweimal unentschieden … Das war eine Hammergruppe. Michi Rösch (GER)
Clemens Doppler (AUT)
20.05.2008 15:08:15 Uhr
VORRUNDE C.D Rumänien
Frankreich
Niederlande
Italien
Sport: Skating EM-Tipp: nicht Rumänien
Sport: Enduro EM-Tipp: Frankreich
Sport: Wakeboard EM-Tipp: Niederlande!
Sport: Supermoto EM-Tipp: Italien
Fußball … habe ich bis vor
Fußball … ist schön, wenn es unser Nationalteam spielt. Unsere Kicker sind die besten der Welt, echte Stars.
Fußball … habe ich pro-
Fußball … spiele ich
sechs Jahren mit meinen Freunden hinterm Haus gespielt. Heute nur noch auf der PlayStation.
Ja, mein Vater hat mir die immer mitgebracht. Braver Vater.
Ich weiß nicht. Raymond Domenech.
Sein Name endet sicher mit -cu. Fast: Victor Piţurcă.
Je suis désolé, mais je ne sais pas: goal, offside? Je suis désolé aussi.
Goal, arbitrule heißt Schiri, für den Rest müsste ich den Frejn anrufen. Okay.
Olympique Lyon. Nein, Saint-Étienne.
Vor drei Wochen erst am Stadion in Bukarest vorbeigefahren … Von Steaua?
1:3
Hie und da habe ich angefangen, aber nach zwei Tagen war’s fad. Immerhin.
Da muss ich mich erst einlesen. Roberto Donadoni.
Marco van Basten. Exakt.
Gol. Und forza sagen sie oft. Ja, aber auch fuorigioco und arbitro, sei cieco?
? Und jetzt alle gemeinsam: Doelpunt, Buitenspel, Scheidsrechter, ben je blind?
Juventus Turin.
Ajax Amsterdam. Ja.
Völlig korrekt.
1:1 Zum letzten Mal bei der WM 98. Ah ja, genau.
Trapattoni? Irland ist nicht Rumänien!
Keine Idee. Roberto Donadoni. Aha.
Für diese Frage sind Rumänen prädestiniert. Eh. Wäre aber wie ein Eigentor.
In Italien spreche ich immer englisch. Äh, wir eigentlich auch. Trotzdem nix.
Pfuh. Falsch! Steaua Bukarest.
Auf der PlayStation spiele ich mit AC Milan. Die sind gut. Aber Juve ist besser.
0:3
Ja, mein Vater … Manche Teams hatte ich komplett. Aber kein Album, korrekt?
Der war bei der WM auch schon Trainer, aber der Name? Raymond Domenech.
Der Kerl, der bei Milan so viele Tore geschossen hat … van Basten! Ja.
Sagen die goal und offside? Eher but, hors-jeu und arbitre, t’es aveugle?
Mein Holländisch … Doelpunt, Buitenspel, Scheidsrechter, ben je blind?
Olympique Lyon? Nein. Marseille? Saint-Étienne. Die waren einmal ganz stark.
Amsterdam, Amsterdam … Ajax! Ja.
2:2
RUMÄNIEN
Das Geld haben meine Eltern für Sportsachen ausgegeben. Hm. Leider.
Ja, aber ich habe das Album nie voll bekommen. Tor.
Absolut keine Ahnung. Victor Piţurcă.
Ich habe den Namen sicher schon einmal gehört. Marco van Basten?
Goal und Offside sagen sie wahrscheinlich. Und außerdem Arbitrule, eşti orb?
Keine Idee. Auf Rumänisch hieße es: Schiri, bist du einäugig?
Wahrscheinlich ein Haptstadtklub: aus Bukarest also? Genau. Steaua.
Ehrlich gesagt kenne ich keinen einzigen holländischen Verein. Schade.
3:2
FRANKREICH 1 2 3 4
FRANKREICH
Während die anderen gesammelt haben, hab ich gekickt. Tja.
NIEDERLANDE 1 2 3 4
RUMÄNIEN
Nicht so, dass man es ernst nehmen müsste. Der Klassiker.
NIEDERLANDE 1 2 3 4
ITALIEN
Nein, ich habe lieber draußen gespielt. Gut. Nicht so gut hier.
ITALIEN 1 2 3 4
FRANKREICH
Bei der WM 98 haben mir drei Sticker gefehlt. Ganz kriegt man die ja nie voll.
NIEDERLANDE 1 2 3 4
nur zum Spaß. Und auf der PlayStation: „Pro Evolution Soccer“. Mein Team ist Juve.
fessionell gespielt. Ich war Stürmerin im DamenNationalteam und hab sicher 40 Tore geschossen.
1:2
RUMÄNIEN 1 2 3 4
IVAN LAZZARINI
DENISE DE HAAN
ITALIEN
Ja, auch wenn ich kein Album je ganz voll gekriegt habe. Wir ja auch nicht.
Nur ein paar. Schwacher Schuss, trotzdem drin.
Der Typ hat uns im WM-Finale besiegt: schlechte Frage! Gute Antwort!
Domenech. Da lacht das Herz des Italieners.
Gol, fuorigioco, arbitro, non vedi cazzo? Wow!
Nein. But, hors-jeu, arbitre, t’es aveugle?
Milan oder Juve. Was jetzt? Milan. Juve.
Marseille. Saint-Étienne.
Im schwierigen Rumänien-Match hat mir geholfen, dass ich oft bei Frejn* Enduro fahre. Cyril Despres (FR A)
068-66-71_Action_Fußballquiz 68
lch bin in letzter Sekunde für Tony Cairoli eingesprungen, drum bin ich doppelt froh über den Aufstieg. Forza, forza! Ivan Lazzarini (ITA)
Danke. Tor.
ERGEBNIS GRUPPE C
C
1 2 3 4
SPIELE
TORE
PUNKTE
Niederlande Frankreich
3
8:3 4:3
5 9
Italien
3
6:5 4:3
5 4
Rumänien
3
4:5 4:3
5 2
Frankreich Niederlande
3
3:8 4:3
5 1
* Martin „Frejn“ Freinademetz, Tiroler Snowboard-Legende, veranstaltet die Red Bull Romaniacs in seiner Wahlheimat Rumänien.
20.05.2008 15:08:39 Uhr
BILDER: RED BULL PHOTOFILES (6)
CYRIL DESPRES
BILDER: MILLIE MILITARU, OERS/KTM (2), RED BULL PHOTOFILES (3)
MILLIE MILITARU
FRAGE1 HAST DU PANINI-BILDCHEN GESAMMELT? FRAGE2 WIE HEISST DER TRAINER DES GEGNERS? FRAGE3 WAS HEISSEN „TOR“, „ABSEITS“ UND „SCHIEDSRICHTER, BIST DU BLIND?“ IN DER LANDESSPRACHE DEINES GEGNERS? FRAGE4 WER IST REKORDMEISTER IM LAND DEINES GEGNERS? Spanien
Russland
Griechenland
Schweden
Sport: BMX Flatland EM-Tipp: Spanien
Sport: Formel Renault EM-Tipp: Russland.
Sport: Windsurferin EM-Tipp: Brasilien (!)
Sport: DTM EM-Tipp: Italien
Fußball … hasse ich. Ich
Fußball … gefällt mir
VIKI GOMEZ
MIKHAIL ALESHIN
TONY FREY
Zu optimistisch?
Fußball … habe
ich in der Schule gespielt – rechter Stürmer. Real Madrid und Sergio Ramos mag ich besonders.
habe zwar mitbekommen, dass wir Europameister sind, aber so wichtig ist das echt nicht.
Fußball … hat mich
schon als Kind nicht sonderlich interessiert. Ich bin Rennfahrer!
In Russland? Da gab’s wahrscheinlich keine Paninows.
Keine Ahnung. Guus Hiddink wär’s gewesen.
Weiß nicht? Luis …? Hamilton!
Goal, keine Ahnung, irgendwas mit Wodka?
Barcelona. Nein, die anderen. Real. Na gut, war eine 50:50-Chance.
1:1
Ja. In Schweden gab’s das auch für Eishockey, da war ich erfolgreicher. Okay.
Stachelbaum! Lars „Stachelbaum“ Lagerbäck? Lustig.
Weiß nicht. Ein Deutscher. Hilft mir nicht. Otto Rehhagel.
Schon, nie gehört, oh mein Gott. Oh mein Gott.
Mein Griechisch verlässst mich.
Woher soll ich das wissen? IFK Göteborg. Nur, um den Namen genannt zu haben.
Athen.
Eishockey und Fußball. Ein Tor. Ich habe den FC Barcelona schon live gesehen. Wow! War aber nicht die Frage.
Keine Ahnung. Klingt zwar schwedisch, korrekt wäre aber Lars Lagerbäck.
Die schreien gern gol. Furea de juego und árbitro, estás ciego? schreit man auch.
Gol, upsät, keine Ahnung. Mål, offside, domare är du blind?
Real Madrid. Ganz real.
Habe gar nicht gewusst, dass die Schweden Fußball spielen. So wird das nix..
0:1
BILDER: RED BULL PHOTOFILES (6)
BILDER: MILLIE MILITARU, OERS/KTM (2), RED BULL PHOTOFILES (3)
RUSSLAND
Nein. Aha. Wie auch.
Nein. Auch nicht.
Der muss Tschechowitsch heißen. Den Gefallen tut dir Guus Hiddink aber nicht.
Weiß nicht. Ein Deutscher, Otto … Heißen nicht alle Deutschen Wolfgang?
Tschoch, Itschkitsch, Ochside. Diese Sprache muss erst erfunden werden.
Gol, offside, slepojos klänge gut. Na gut. Klingt ja fast russisch.
Spiel wegen sportlicher Wertlosigkeit abgebrochen.
Mykonos. Olympiakos. Machen die nicht Kameras?
0:2
SPANIEN
Nein. Warst wahrscheinlich surfen, oder?
Echt. Ihr könnt mir glauben. Tun wir auch.
Juan. Eher Luis. Luis Aragonés.
? Otto …? Otto, aha. Interessant. Rehhagel heißt der Herr weiter. Reh-wie?
Dore wird Tor heißen, derniro muss der Schiri sein. Pfuh.
Gol, offside, Richteros, full ouzosos? Guter Einsatz. Ball ist über der Linie.
Schlimm, wenn ich das nicht weiß? Real Madrid sollte man schon kennen.
Keine Idee. Olympiakos Piräus.
0:1
SCHWEDEN
Noch immer nicht. Schade.
Ja. Passt.
Er heißt sicher Björn. Er heißt aber Lars. Lagerbäck nämlich.
Darf ich googeln und die Antwort in 10 Minuten geben? Verwarnung!
Goal, offside, Referee jävel? Böses Schimpfwort! Mål, domare, är du blind?
Goal, offside?
Keine Ahnung. IFK Göteborg.
St. Petersburg. Aktueller UEFA-Cup-Sieger, Rekordmeister ist Spartak Moskau.
ERGEBNIS GRUPPE D 1 2 3 4
SPANIEN Ja. Gut.
RUSSLAND 1 2 3 4
Olympiakos Piräus.
2:1
GRIECHENLAND 1 2 3 4
SCHWEDEN
Ich wäre nie auf die Idee gekommen. Kein Tor.
GRIECHENLAND 1 2 3 4
Oioioi.
Gol, out, Schimpfworte kenne ich, sage sie aber nicht. Mangelnder Einsatz.
Definitiv nicht.
Moskau. Moskau ist groß. Spartak wäre richtig gewesen.
SCHWEDEN 1 2 3 4
RUSSLAND
Ja, hab ich. Und nie komplett, stimmt’s?
GRIECHENLAND 1 2 3 4
am besten, wenn Zlatan Ibrahimovic mitspielt. Als Wahlschweizer werde ich die EM sicher verfolgen.
1:0
SPANIEN 1 2 3 4
MATTIAS EKSTRÖM
SPIELE
TORE
PUNKTE
Schweden
3
4:2
7
Spanien
3
4:2
6
Russland
3
1:2
4
Griechenland
3
1:4
2
069-66-71_Action_Fußballquiz 69
D
Sehr effizient ins Viertelfinale gespielt. Kräfte schonen für das, was sich das Red Bulletin noch so ausgedacht hat.
Und das sollen die leichten Fragen gewesen sein? Da bin ich ja schon aufs Viertelfinale gespannt. Mattias Ekström (SWE)
Viki Gomez (ESP)
20.05.2008 15:09:31 Uhr
VIERTELFINALE
FRAGE1 WIE GROSS IST EIN FUSSBALLFELD EXAKT? FRAGE2 ZUM WIEVIELTEN MAL IST ÖSTERREICH BEI EINER EUROPAMEISTERSCHAFT DABEI? FRAGE3 WER SAGTE: „MAILAND ODER MADRID – HAUPTSACHE ITALIEN!“ FRAGE4 WER IST NEUER TRAINER VON RED BULL SALZBURG? ELFMETERFRAGE WARUM HABEN DIE DEUTSCHEN IMMER GLÜCK?
3:0
ÖSTERREICH 1 2 3 4
110 × 65 m. Richtig, Herr Doktor Fußball.
90 × 50 m. Das wär was für Lauffaule.
Die waren doch noch nie dabei! Und da zappelt der Ball schon wieder im Netz.
Neunmal. Sie überschätzen uns, Geehrtester.
Matthäus? Immer ein guter Tipp, war aber Geografie-Professor Andreas Möller.
Ich glaube, ein Franzose. Miroslav Klose? Hallo???
Ach ja, der Holländer, wie war der Name noch gleich? Co Adriaanse.
Weiß nicht. Fehlender Einsatz.
0:3
SCHWEIZ 1 2 3 4
DEUTSCHLAND
90 × 45 m. Sieht nur im Fernsehen so klein aus.
80 × 35 m. Komisch eigentlich. Wie soll da eine 100-m-Bahn Platz haben? Tja.
Sicher irgendwann früher.
Zum ersten Mal. Und das auch nur, weil sie Gastgeber sind. Stimmt.
Ich sag: zweimal. Leider nein.
Giovanni Trapattoni. Was erlauben? Der Möller war’s.
Möller war’s doch, der Schwalbenkönig.
Matthäus, Trapattoni, aber dann? Was dann?
Advocaat, Rijkaard? Richtiger Pass, falscher Name: Adriaanse.
Die Fragen sind eine gute Ablenkung: Ich bin am Weg zum Zahnarzt.
lch bin gerade beim Training in Österreich. Ich geb dir auch die Telefonnummer meines Trainers, damit ich das nächste Match ja nicht verpasse. Neel Jani (SUI)
Michi Rösch (GER)
Der Druck der Nation lastet auf meinen Schultern.
Schon wieder richtig.
Das Duell mit Deutschla nd jetzt ist mir wichtiger als mein nächstes Volleybal lmatch. Clemens Doppler (AU T)
Hugo Pinheiro (POR)
0:0
SPANIEN 1 2 3 4 E
PORTUGAL
FRANKREICH
400 × 800 m, äh, das ist ja das Stadion!? Genau, Feld ist 100–110 × 64–75 m.
180 × 40 m? Na dankschön, das würde ein Spiel ergeben!
Zum zehnten Mal? Fast, ist eher die Premiere. Oh, herzlichen Glückwunsch!
Nicht so oft: zweimal? Das ist genau zweimal zu oft.
Michael Schumacher. Bitte? Das soll hier schon ein Fußballquiz sein. Andi Möller!
Dieser deutsche Goalie … Kahn!
Mein finnischer Kumpel Martti Kuoppa. Unser holländischer Freund Co Adriaanse.
Da gab’s doch diesen lustigen Italiener … Der ist aber leider schon weg.
Weil sie schmutzig spielen und den Elfer suchen.
Weil sie so dicke Köpfe haben.
Dieser deutsche Laufmeter: Möller!
Hm, meine gute Frühform aus der Vorrunde ist weg. Das war jetzt ganz schön knapp! Cyril Despres (FRA)
Sport: Triathlon EM-Tipp: Deutschland Fußball … beschäftigt mich,
da Elfsborg IF der Verein meiner Heimatstadt Borås ist. Und die stellen den Stamm des Nationalteams.
SCHWEDEN 1 2 3 4
Späte Entscheidung gegen Italien: Erinnert mich an das legendäre Ibrahimovic-Tor!
Tragisch. Mein Ausscheiden erinnert mich an die spanische Nationalmannschaft. Viki Gomez (ESP)
Jonas Colting (SWE)
Ciao! I. Lazzarini (ITA)
2:1
ITALIEN
100 × 70 m. Drin!
110 × 65 m. Wow!
Dreimal? Danke, sehr höflich.
Zweimal. Wir werden überschätzt.
Kahn? Möller.
Ballack? Möller.
Ein Holländer: nicht Hiddink oder Cruyff … sondern Adriaanse. Reingenudelt.
Trapattoni. Der hat grad seinen Spind ausgeräumt. Dann bin ich wohl zu spät.
070-66-71_Action_Fußballquiz 70
20.05.2008 15:10:16 Uhr
BILDER: J. EDMUNDS/KTM, OERS/KTM, RED BULL PHOTOFILES (4)
JONAS COLTING
BILDER: OERS/KTM, RED BULL PHOTOFILES (9)
Ekström verletzt sich am Fuß: Schweden wechselt ein!
HALBFINALE ACTION
MONAT 2008
THE RED BULLETIN
71
FRAGE1 WER SAGTE: „ICH HABE VIEL GELD FÜR ALKOHOL, FRAUEN UND SCHNELLE AUTOS AUSGEGEBEN. DEN REST HABE ICH EINFACH VERPRASST.“? FRAGE2 WIE HEISSEN DIE EURO-2008-MASKOTTCHEN? FRAGE3 WER IST DER BERÜHMTESTE FUSSBALLER IM LAND DEINES GEGNERS? FRAGE4 WELCHER SCHWEIZER TEAMSPIELER IST LEGIONÄR IN ÖSTERREICH? BEI WELCHEM VEREIN SPIELT ER?
3:2
ÖSTERREICH 1 2 3 4
Ach der Engländer, mmh … Maradona good, Pelé better – George Best!
Eindeutig Mario Basler. Ähnlicher Charakter, dennoch war’s George Best.
Eine Freundin ist eins! Trix und Flix.
Wie sehen die denn aus?!? Will ich gar nicht wissen. Tor am grünen Tisch.
Hat die eine Wette verloren?!
Kaiser Franz. „Volley in den Winkel“ nennt man das!
Bist deppert, der Polster-Toni natürlich. Okay.
Vonlanthen bei Red Bull Salzburg. Einfach, als bester Kumpel von Mark Janko.
Ich kenn nicht mal die Schweizer in Deutschland. Schade.
3:2
FRANKREICH 1 2 3 4
DEUTSCHLAND
SCHWEDEN
Ronaldo? Wär ihm zuzutrauen. War aber George Best.
Georgie Best! Das kam schnell.
Rot und weiß, sehen aus wie Joker, einen Stern oben … Das sind die beiden!
Oh mein Gott. Sag’s. Trix und Flix. (Brüllendes Gelächter.)
Gustavsson. Gilt.
Trézeguet. Vorn mit dabei.
Der Junge von Red Bull Salzburg, der gegen Frankreich gescort hat … Vonlanthen.
Ich kenne keine Schweizer.
Gegen die Ösis ausgeschieden! Happy bin ich nicht. War aber ein gutes Match!
Mein EurosportKonsum macht sich bezahlt! C. Despres (FRA)
-
Frankreich war besser. Ich gratuliere!
)
Jonas Colting (SWE)
nd
Könnte sich jetzt ändern: Johan Vonlanthen.
Jetzt will ich den Titel! Clemens Doppler (AUT)
Michi Rösch (GER)
FINALE
FRAGE1 WAS WÜRDEST DU TUN, UM EIN FINALTICKET ZU BEKOMMEN? FRAGE2 ERNST HAPPEL: WER WAR DER MANN, NACH DEM DAS FINALSTADION BENANNT IST? FRAGE3 WIE VIELE TORE SCHOSS DER HEUTIGE UEFA-PRÄSIDENT BEI JENER ENDRUNDE, IN DER SEIN LAND EUROPAMEISTER WURDE? FRAGE4 WELCHES IST DAS AM BESTEN, WELCHES DAS SCHLECHTESTPLATZIERTE EUROPÄISCHE LAND IN DER FIFA-WELTRANGLISTE?
1:2
BILDER: J. EDMUNDS/KTM, OERS/KTM, RED BULL PHOTOFILES (4)
BILDER: OERS/KTM, RED BULL PHOTOFILES (9)
FRANKREICH
ÖSTERREICH
1
Ich tausche gegen einen Startplatz beim Erzberg-Enduro. Das ist eine Ansage.
„Die Hard“-mäßig verhöhnt. Harter
2
Noch nie gehört. Hat der was mit Kultur zu tun? Höchstens mit Fußballkultur.
Klarer Heimvorteil: einer der größten Trainer, die Österreich je hatte. Klar.
3
Sieben? Knapp zu niedrig. Michel Platini erzielte bei der EM 84 in fünf Spielen neun Tore.
Platini war so eine Tormaschine: zwölf? Knapp drüber.
4
England und meine Wahlheimat Andorra. San Marino ist 19 Plätze dahinter, England nur Elfter.
Italien. Und wahrscheinlich San Marino. Wow! Stimmt genau. Italien liegt hinter Argentinien und Brasilien auf Platz drei.
Hat mir echt Spaß gemacht. Jederzeit wieder! Cyril Despres (FRA)
nackt bis auf ein Plakat, das deutsche Fans Einsatz!
Das glaubt uns wieder kein Mensch: Österreich ist Europameister! Zugegeben: Der Heimvorteil hat geholfen. Clemens Doppler (AUT)
071-66-71_Action_Fußballquiz 71
20.05.2008 15:11:58 Uhr
72
ACTION
THE RED BULLETIN
JUNI 2008
KÖNIGSBERGER KLOPSE Witzigmanns Welttournee (8): Wie einfachste Gerichte mit wenigen Handgriffen zur Delikatesse werden. Station des Monats: Deutschland. TEXT CHRISTIAN GRÜNWALD BILDER MANFRED KLIMEK
Die Zubereitung
1
Semmel in Wasser einweichen, danach gut ausdrücken. Zwiebeln und Knoblauch schälen, fein schneiden und in der Butter glasig dünsten. Die Masse mit Ei, Sardellen, Kapern und Petersilie vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vorsicht beim Salzen: Die Kapern und Sardellen sind ohnehin recht salzig!
072-72-73_Action_Witzigmann 72
2
Aus der Masse mit befeuchteten Händen Klopse in Größe eines Tischtennisballs formen. Sollte die Masse zu weich sein, kann man sie zur Not mit etwas Weißbrotbröseln stabilisieren.
3
In einem geräumigen Topf Hühnersuppe zum Kochen bringen, Petersilienstängel einlegen. Klopse darin etwa 10 Minuten garen, dabei mehr ziehen lassen und nicht sprudelnd kochen. Danach die Klopse herausnehmen und warm halten.
4
Für die Sauce Champignons putzen, dabei möglichst nicht waschen, sondern nur abreiben bzw. Erdreste mit einem Pinsel entfernen. Champignons feinwürfelig schneiden. Schalotten schälen und fein schneiden.
20.05.2008 15:01:23 Uhr
ACTION
JUNI 2008
Die Zutaten
Geniale Hausmannskost
FÜR 4 PERSONEN 500 g Faschiertes (Schweinefleisch von der Schulter oder vom Hals; auch Kalbfleisch oder gemischte Fleischsorten sind möglich), 1 Semmel, 2 weiße Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Butter, 1 Ei, 6 Sardellenfilets (fein gehackt), 2 Kapern (fein gehackt), 12 EL Petersilie (fein gehackt), Salz, Pfeffer, 3 Stängel Petersilie, 1 Liter Hühnersuppe. Für die Sauce: 120 g Champignons, 2 Schalotten, 1 EL Butter, 50 ml Weißwein, 500 ml Hühnersuppe (Kochfond der Klopse), 1½ EL Kapern, 12 TL grober Senf, Salz, Prise Cayennepfeffer, 150 ml Obers, einige EL geschlagenes Obers. Zum Garnieren: 8 Kapernäpfel, 1 EL Schnittlauch.
KLOPS. Deutscher kann ein Essen schwerlich klingen. Ein Blick ins Gourmetlexikon definiert Klops als „teigähnlichen, platten oder kugeligen Rundling, der Fleisch enthält, wenn er nicht Kloß heißen will“. In Süddeutschland würden sie Fleischpflanzl sagen, hierzulande Fleischbällchen oder faschiertes Laibchen. Genug der Eingrenzungen: Der berühmteste Klops stammt aus dem ostpreußischen Königsberg, das heute Kaliningrad heißt. Die Stadt besitzt inzwischen Stellenwert als ganzjährig eisfreier Seehafen für die Fischerei und als Adresse für Möbel- und Autoindustrie. Königsberger Klopse sind eines der berühmtesten Gerichte der deutschen Küche. Und wohl deshalb kann man sie mit Pech auch grauenvoll schlecht serviert bekommen. Gerade die sogenannte einfache Traditionsküche ist eben nur dann gut, wenn alle Zutaten und Zubereitungsschritte optimal passen. Was die Königsberger anders machen? Sie kochen ihre Klopse nicht bloß in Salzwasser, sondern in bester Suppe, dadurch vermählen sich die Aromen von Fleisch und Flüssigkeit vortrefflich. Eckart Witzigmann präferiert selbstgemachte Hühnersuppe, man darf sich aber auch milde Rindsuppe vorstellen. Die Suppe ist auch die Grundlage für die Sauce, die als stützende Basis traditionell auf einer klassischen Mehlschwitze aufbaut. Im Interesse einer zeitgemäßen Leichtigkeit bereitet
5
In einer Pfanne mit hohem Rand Butter aufschäumen lassen, Champignons und Schalotten darin anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen, fast völlig einkochen lassen.
073-72-73_Action_Witzigmann 73
6
Hühnersuppe zugießen, auf die Hälfte der ursprünglichen Flüssigkeitsmenge einkochen. Die Reduktion mit Kapern, Senf, Salz und Cayennepfeffer sehr würzig abschmecken.
7
THE RED BULLETIN
73
Eckart Witzigmann die Sauce daher mit Obers zu, wobei die Zugabe von fein gehackten Champignons für zusätzliche Rafinesse sorgt. Alles andere ist eine Sache der Gewürze, und da spielen Kapern die Hauptrolle. Noch vor hundert Jahren waren Kapern übrigens so kostbar, dass sich manche Gauner die Mühe machten, sie zu fälschen. Sie drehten ihren ahnungslosen Kunden in Essig oder Salz eingelegte Blütenknospen von anderen Pflanzen an. Größe ist bei Kapern kein Leistungsbeweis. Die kleinsten Kapern sind die wertvollsten und geschmackvollsten. Die besten überhaupt kommen nach übereinstimmender Ansicht aus Südfrankreich. Die kleinsten, gerade pfefferkorngroßen Kapern heißen „Nonpareilles“, gefolgt von den Größen „Surfines“ (7 bis 8 mm Durchmesser) und „Fines“ (11 und 13 mm). ♉ MOTOCROSS WORLD CHAMPIONSHIP, MX1 UND MX2: 28./29. JUNI 2008, TEUTSCHENTHAL, DEUTSCHLAND WWW.MOTOCROSSMX1.COM
Sauce mit Obers aufgießen, sämig einkochen lassen. Die Klopse zum Erwärmen nochmals in die Sauce legen. Unmittelbar vor dem Servieren dann auch noch das geschlagene Obers unter die nun nicht mehr kochende Sauce heben.
ECKART WITZIGMANN, 66, wurde aufgrund seiner außergewöhnlichen Karriere als Küchenchef zum „Koch des Jahrhunderts“ gewählt. Der Österreicher verantwortet das kulinarische Programm des Restaurants „Ikarus“ im Hangar-7 in Salzburg. www.hangar-7.com
8
Als Beilage sind Dampfkartoffeln Pflicht. Zusätzlichen Pep geben in dünne Scheiben geschnittene Salzgurken, die man abwechselnd mit gleich großen Rote-Rüben-Scheiben aneinanderschichtet. Zum Anrichten die Klopse auf Tellern verteilen, mit der Sauce überziehen. Mit Kapernäpfeln und Schnittlauch garnieren.
20.05.2008 15:01:38 Uhr
74
ACTION
THE RED BULLETIN
JUNI 2008
GO, KART! Glücklicher Motorsport in Bodenhaltung: Das Kart als idealer Einstieg für die schnelle Runde zwischendurch.
S E Y
! N A C YOU
TEXT MARKUS HUBER BILDER MICHAEL ALSCHNER
Z
wei Sekunden sind nichts. In zwei Sekunden kannst du weder einen Film anschauen noch ein Bier trinken, und wenn du für eine Freundin nur zwei Sekunden Zeit hast, kannst du es gleich als Single probieren. Zwei Sekunden sind unerheblich. Es sei denn, du verbringst sie in einem Kart: Dann können dich zwei Sekunden fertigmachen. Vor allem, wenn du sie pro Runde auf die anderen Kartfahrer verlierst – und nicht weißt, wo du die Zeit liegen gelassen hast, und auch nicht, wie du das verlorene Terrain wieder aufholen sollst. Kartfahren, wie wir es bei PlusCity Art of Cart Trophy ausprobiert haben, ist eine der gemeinsten Sportarten, und das liegt vor allem daran, dass es im Grun-
TEMPO IM ANZUG Schaut nicht nur gut aus, sondern schützt auch vor Schrammen beim unvermeidlichen Infight. Schutzweste. Verringert die Anzahl blauer Flecken.
Schutzgürtel. Die Achillesferse eines Kartfahrers sind seine Nieren.
Helm. Kein Motorsport ohne Kopfschutz. Overall. Feuerfest, für den Fall der Fälle. Handschuhe. Zum BesserZupacken. Schuhe. Rutschfest Gas geben.
074-74-75_Action_Gokart 74
de simpel ist. Jeder, der ein Lenkrad halten kann, kann ein Kart steuern. Es gibt zahllose Karthallen und Freianlagen im Land – mit einer Bahnlänge von bis zu einem Kilometer –, in und auf denen man es versuchen kann (eine gute Liste auf www.kartsport.at). Kartfahren ist Rennsport aus dem Automaten: Oben werfen wir 40, 50 Euro rein, unten kommen 20, 30 Runden Vergnügen heraus. Ein Kart besteht grundsätzlich aus Lenkrad, Gaspedal, Bremse. Keine Kupplung, keine Schaltung, keine Handbremse. Es gibt nur links, rechts, geradeaus, Vollgas und stehen bleiben. Autofahren und Kartfahren unterscheiden sich noch auf andere Art: Wer ein Kart so rücksichtsvoll bewegt wie ein Auto, zuckelt hoffnungslos hinterher. Denn: Kartfahren ist mehr Adrenalin als alles, was man auf einer dreispurigen Autobahn während der Rushhour je erlebt hat. Das beginnt bei der Kostümierung. Keine Kartbahn lässt einen ohne Helm auf die Strecke, und wer es einmal ohne Handschuhe probiert hat, wird diesen Fehler nicht wiederholen. Die Lenkung der Karts ist extrem direkt, wie ein Lichtschalter. Auch Stöße morsen sich mitleidlos durch, weshalb man kräftig zupacken muss, und ohne Handschuhe gibt das schmerzhafte Schwielen. Die restliche Sicherheitsausrüstung ist nicht verpflichtend, doch es gilt das Gleiche wie bei den Handschuhen: Einmal ohne, und man ist geheilt. Ohne Nierenschutz und Brustpanzer tätowiert einem der ungepolsterte Schalensitz in jeder Kurve einen blauen Fleck in die Flanken. Kartfahren ist demokratisch: Die etwa 150 Kilo schweren Vehikel sind an sich
DAS KART MACHT ALLE GLEICH: WER LANGSAM IST, HAT NICHT GENÜGEND SCHNEID. alle gleich. (Umso bitterer, fährt man dem Feld zwei Sekunden hinterher.) Auf normalen Bahnen leisten die Viertaktmotoren rund neun PS. Wer langsam ist, kann sich nicht auf das Kart ausreden, obwohl es gut und besser gewartete Exemplare gibt. Grundsätzlich können an schwachen Rundenzeiten, die elektronisch unbarmherzig per Anzeigetafel ausgewiesen werden, das Körpergewicht (zu viel), der Mut (zu wenig) und die Fahrtechnik (zu unsauber) schuld sein. Profis sagen, dass man fürs Kartfahren vor allem Schneid braucht: Auf der Kartbahn gibt es weniger Bremspunkte als im realen Leben. Mit „Schön-langsamAnbremsen“ ist hier nix: Wenn Verzögern, dann kurz und hart, und bevor die Drehzahl in den Keller rasselt, muss der
20.05.2008 14:53:02 Uhr
Erdgeschoss. Knapp zehn PS reichen, um beim Kartfahren in den Motorsport hineinzuschnuppern.
rechte Fuß das Gaspedal bereits wieder Richtung Bodenplatte durchtreten. Der Feind des flotten Kartfahrers ist die niedrige Drehzahl: Untertourig werden die Motoren zu Honigtöpfen, das hat auch mit dem Automatikgetriebe zu tun, und es dauert endlos zähe Sekunden, bis man wieder Fahrt aufgenommen hat. Routiniers lupfen selbst bei 90-Grad-Turns bloß an der Kurveneinfahrt für den Bruchteil einer Sekunde den Fuß vom Gaspedal.
bereits in die erste Runde mitgeben: Wer im Kart rutscht, driftet oder sich im Extremfall sogar einringelt, der verliert. Und wenn man’s dann kann und ein Rennen fahren möchte? Die vielleicht spektakulärste Serie ist die Art of Cart Trophy, die jährlich an vier verschiedenen Stationen ausgetragen wird. Bis zu
UND IN DER KURVE? Beim Karting sitzt der Fahrer nur ein paar Zentimeter über dem Asphalt. In dieser Position übt der Körper erstaunlich großen Einfluss auf das Fahrverhalten aus. In voll gefahrenen Kurven – also in fast allen – gilt es, den Oberkörper so weit wie möglich aus der Kurve hinauszulehnen. Aerodynamisch ist das zwar nicht besonders sinnvoll, und für jeden Radfahrer bedeutet dieser Balanceakt auch eine spezielle Überwindung, aber: Diese Gewichtsverlagerung bringt Druck auf die äußeren Räder. Das sorgt für zusätzlichen Grip und dieser wiederum für wertvolle Sekundenbruchteile. Denn, und das ist der wichtigste Satz, den Kart-Profis einem Kart-Amateur
Griffige Zitate aus der Welt des Rennsports. Schon wächst die Lust auf schnelle Runden.
075-74-75_Action_Gokart 75
40 Teams, bestehend aus maximal neun Fahrern, treten dabei gegeneinander an. Wechsel- und Tankstopps (die Rennen dauern bis zu fünf Stunden) garantieren echte Rennatmosphäre. Aber Vorsicht: Zwei Sekunden sind schnell verloren. ♉ ART OF CART TROPHY: 27. BIS 29. JUNI 2008, ISCHGL WWW.ARTOFCART.COM
FLACH, ABER FLINK Schalensitz. Schalenförmig, gepolstert, schmerzhaft.
Motor. Nur neun PS, aber das Ding geht schneidig.
Lenkrad. Abgeflacht für gutes Handling, griffiges Leder.
Ballast-Parkplatz. Im Rennen kriegen leichte Fahrer Zusatzgewicht montiert.
Gas und Bremse. Automatikgetriebe, zwei Pedale reichen.
Rammschutzleiste. Eh klar, das kennen wir vom Autodrom.
20.05.2008 14:53:13 Uhr
goldene zeiten
Der See und die Stadt. Schöner Blick vom in Zürich, Bürkliplatz, landenden Ausflugsschiff. Wobei: Was heißt hier Ausflugsschiff? Es gibt Menschen, die fahren mit diesem Schiff in die Arbeit. Und in der Mittagspause gehen sie schwimmen.
076-76-82_Action_Reise_Zürich 76
20.05.2008 14:50:37 Uhr
Action
the red bulletin
77
Horst Petermann und seine Gattin Iris an Küsnachts Goldküste.
Im Juni gastiert Horst Petermann, Chef der legendären „Kunststuben“ in Küsnacht, im Restaurant „Ikarus“ im Hangar-7. Das Zürichsee-Ufer, an dem Petermann residiert, heißt Goldküste. Zeit für einen Gegenbesuch. Text christian seiler Bilder manfred klimek
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uerst die schlechte Nachricht: Du musst immer aufmerksam nach links und rechts schauen, wenn du die von Zü rich nach Rapperswil führende See strasse überquerst, der Verkehr ist dicht und flüssig. Jetzt die gute: Wenn du überfahren wirst, hast du nirgendwo in der Welt eine bessere Chance, dass dich ein Jaguar, Bentley oder Rolls-Royce ins Jenseits befördert. Prächtige Aussichten. Ich nahm das Schiff. Die Stadt. Das Schiff legt mitten in der Stadt an, schon das ist eine Geschichte, die in einer echten Stadt niemand glauben würde. Aber Zürich ist keine echte Stadt, wenigstens keine Großstadt, auch wenn die Zürcher sich als Bewohner einer solchen empfinden, so wie sie sich als Hauptstäd ter fühlen, was sie nun garantiert nicht sind. Hauptstadt der Schweiz ist nicht das schicke Zü rich, sondern das behäbige Bern. Und jenes „Mil
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Rapperswil. Das südöstliche Ende der Goldküste. Bester Witz über das wunderschöne mittelalterliche Städtchen: Rapperswil, die Stadt, wo der Rap erfunden wurde. Nur die Rapperswiler lachen nicht. Sie glauben es.
lionenzürich“, wie die Fraktion der Großstädter ihre Stadt unter Einberechnung der umliegenden Gemeinden gern nennt, hat gerade einmal 370.000 Einwohner. Verglichen mit London oder Paris, mit denen man sich als Finanz- oder Kulturzentrum gern in einem Atemzug nennen lässt, hat das nun tatsächlich Stadtteilgröße. Aber wie beautiful small sein kann. Das Schiff legt mitten in der Stadt an, Station Bürkliplatz, und als ich mich in die lange Schlange derer einreihte, die einen Platz auf dem Sonnendeck ergattern wollten, standen links und rechts von mir nicht nur Herr und Frau Krause, die sich vergeblich bemühten, das Schiffsticket – „Billett“, wie der Schweizer sagt – mit Euro zu kaufen, sondern auch einige Herrschaften in gut geschnittenen Anzügen bzw. Businesskostümen, die so aussahen, als würden sie zu einem Teambuilding-Event aufbrechen.
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Ich war neugierig und grüßte freundlich: „Guten Tag.“ „Grüezi.“ „Speed-Meeting auf dem Schiff?“ „Wieso? Ich fahre nach Hause!“ Ich spendierte ein Getränk vom Buffet, dann ließ ich mir erklären, wie sich Herr Hügi, Kadermitglied der Schweizer Bankgesellschaft, seinen Tag einteilt. Er wohnt in der Gemeinde Meilen, 15 Kilometer von der Stadtgrenze, am Ufer des Zürichsees. In die Arbeit fährt er mit der S-Bahn, für den Heimweg nimmt er das Schiff. Zur Schiffs station geht er zu Fuß, vom zentralen Paradeplatz über die berühmte Bahnhofstrasse, vorbei an der Konditorei Sprüngli, einem Prada-Shop und dem Traditionshotel Baur au Lac, dann ist er schon am Bürkliplatz angekommen, wo zweimal pro Woche der berühmte Gemüsemarkt stattfindet, Bio-Karotten zu Apothekerpreisen.
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Goldküsten-Vielfalt. Tauchgang nach der Arbeit vor Feldmeilen (li. o.). Auf den Steilhängen über dem See wird vor allem Clevner und Pinot Noir angebaut (re. o.). Blick vom Pfannenstil (li. u.). Zürcher Seeufer, drei Minuten vom Bellevue entfernt (re. u.).
Von hier schaut er nach Südosten. Der See. Hinter dem rechten Ufer steigt, sanft und dicht besiedelt, die Hügelkette des Zimmerbergs auf, die das Panorama mit einem grünen Rahmen ab schließt. Rechts die in der Sonne strahlende Gold küste, benannt nach dem Goldbach, der bei Küs nacht von den Hügeln des Pfannenstils kommend in den Zürichsee mündet. Wobei, ganz ehrlich, je der Zweite denkt, die Goldküste habe ihren Na men vom Besitzstand ihrer Bewohner geerbt. Oder wenigstens von der Farbe des Abendlichts, das die Häuser und Wiesen am See in Orte verwandelt, die man nie wieder verlassen möchte. Im Hintergrund die Berge. Die brillante, schnee weiße Geometrie alpiner Formen. „Sie machen nach Feierabend Ferien“, sagte ich einfühlsam zu Herrn Hügi, der mir bereitwillig Stoff für meine Schwärmereien geliefert hatte.
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Er aber musterte mich verständnislos. „Wieso? Ferien mache ich in der Mittagspause.“ Dann erzählte er mir die Geschichte, um die ich Zürich mehr beneide als um jede andere. Zu Mit tag, pünktlich um zwölf, legen die Wirtschafts kapitäne in den Etagen der großen Banken, Ver sicherungen, Rückversicherungen ihre Krawatten ab, schnappen sich das sorgfältig gepackte Sport täschchen und pilgern ans Ufer des Sees, betreten entweder eine der pittoresk schönen Badeanstal ten, die „Enge“ oder das „Utoquai“, oder breiten sich ganz einfach am Seeufer aus, wo sie anschlie ßend ein erfrischendes Bad nehmen und dann vielleicht einen Sandwich verzehren. Um 14 Uhr sind sie zurück bei ihren Millionen. Und am Abend nehmen sie das Schiff, um mit ihrem Roadster am Heimweg nicht im Stau zu stehen. „Ich bin neidisch“, sagte ich. „Kann ich verstehen“, sagte Herr Hügi.
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Freizeitlandschaft Goldküste. Autofähre von Meilen nach Horgen (li. o.), Segelboot vor Küsnacht (re. o.), Festung in Rapperswil (li. u.), Uferwiese bei Uetikon (re. u.).
Das Pfeifen der Schiffssirene. Wir legten ab. Der See. Der Zürichsee liegt im Mittelland der Schweizer Kantone Zürich, St. Gallen und Schwyz und krümmt sich wie eine Banane. An seiner brei testen Stelle zwischen Stäfa und Richterswil ist er fast vier Kilometer breit. Die an den Extremitäten des Sees gelegenen Städte Zürich und RapperswilJona sind 28 Kilometer voneinander entfernt, sie verbindet die Goldküste. Der See ist klar und tief. Vor Herrliberg ist die mit 143 Metern tiefste Stelle. Der See ist ein landschaftliches Ruhekissen. Ein paar Drehungen der Schiffsschraube, und vom Himmel fällt Ruhe – fast. Wenn die Sonne scheint, und in Zürich scheint oft die Sonne, schwärmen häufig ganze Armaden von Elektrobooten aus, sprenkeln das Seebecken bunt, wo sich der See verjüngt und in die Limmat ergießt.
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Erstaunlich. Ich kannte keine Stadt, wo man vom Elektroboot aus die Straßenbahn – das Tram, mit den Artikeln sind die Schweizer ein bisschen eigenwillig – so nah vorbeifahren sieht, dass man mit ein bisschen Adleraugen die Schlagzeilen der Abendzeitungen entziffern kann. Außerdem ist der See kalt. Ich probierte das aus. Ich probierte das aus, weil man es so gut aus probieren kann und weil kein Mensch es komisch findet, wenn du am Zürichhorn, der Spazierland schaft der Stadtzürcher, auf und ab marschierst, langsam aus dem Gewand fährst und dich ent schlossen ins Wasser schmeißt. Okay, es wirkte vielleicht nicht besonders ent schlossen, wie ich, mit großem Anlauf gestartet, abrupt stehen blieb, als der Wasserstand meine Knöchel erreichte, ich sage nur: Arktis. Der Schweizer sagt: frisch. Dann gleitet er in sein geliebtes Wasser und durchquert mit ruhigen,
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der klassiker In Horst Petermanns Restaurant heißt das Motto nicht Innovation, sondern: Perfektion. Im Juni wird Horst Petermann Gastkoch im Restaurant „Ikarus“ im Salzburger Hangar-7 sein. Er setzt damit die Linie außergewöhnlicher Küchenchefs fort, die das „Ikarus“ zu einem weltweit einmaligen kulinarischen Brennpunkt gemacht haben. Jeden Monat, so das gleichermaßen innovative wie aufwen dige Konzept, macht einer der besten Köche der Welt im „Ikarus“ Station, so dass die interessantesten Geschmäcker der Welt sich in Salzburg ein Stelldichein geben. Horst Petermann leitet seit 25 Jahren das Restaurant „Kunststuben“ in Küsnacht an der sogenannten „Goldküste“ (siehe großen Artikel). Das Res taurant ist klein und elegant eingerichtet, hinter dem Haus wird bei Schönwetter in einem noch kleineren Garten serviert, von dem es nur noch ein paar Schritte bis hinunter zum See sind. Petermann, seine Frau Iris, die dem Service vorsteht, und sein Souschef Rico Zandonella folgen dem Konzept, die klassische französische Küche so nahe wie möglich an die Perfektion zu führen, mit erheblichem Aufwand und großer Leidenschaft. Der Gault Millau urteilte begeistert, dass man auch nach vielen Jahren absoluter Spitzenleistungen in der „Kunststuben“ vergeblich nach Abnützungserscheinungen suche. „Ganz im Gegenteil: Im kleinen Küsnachter ‚Küchen-Labor‘ wird experimentiert, getüftelt, verfeinert, dass es eine wahre Freude ist.“
„Kunststuben“-Garten. Für eine Handvoll Gäste kocht Horst Petermann auch im Freien.
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Vorspeise comme il faut. Horst Petermanns „Gänseleberzigarre“.
Was man aus der kleinen „Kunst stuben“-Küche unter anderem erwarten darf: das Lachsfilet in der Pfefferkruste auf Spargel, pochiertes Ei in Gemüsegelee und neue Kartoffeln, soufflierte Zucchiniblüten mit Langustinen auf Orangenvinaigrette, Kalbsmilken-Grenadins in der Mandelkruste, Artischockenböden mit getrüffelten Kartoffeln, Risotto mit Zitronenconfit und gegrillten Jakobsmuscheln, getrüffeltes Karree vom SisteronLamm mit einem Sandwich von Stopf leber und Schalottenconfit. Über besagtes Lammkarree schrieb der Gourmetkritiker der „Frankfurter Allgemeinen“, Jürgen Dollase, der Petermann erst unlängst seinen Besuch abgestattet hat, eine kulinarische Hymne und gewann dessen Konzentration auf das klassisch Französische die Einsicht ab, „dass man auch innerhalb des Rahmens einer meisterlich gereiften Küche einige Gewichte verschieben kann und so zu überraschend individuellen und damit durchaus modernen Lösungen kommt“.
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Damit die Gerichte der internationalen Spitzenköche im „Ikarus“ auch perfekt auf den Tisch kommen, reist „Ikarus“Küchenchef Roland Trettl, der gemein-
sam mit Patron Eckart Witzigmann für die Qualität der Speisen verantwortlich ist, persönlich in die jeweiligen Restaurants, wo er sich so lange in der Küche aufhält und den Dialog mit dem Chef de Cuisine sucht, bis er die jeweilige Küchenlinie „inhaliert“ hat und im Sinne des Erfinders an seine Brigade vermitteln kann. Als Trettl Horst Petermann fragte, ob er als Gastkoch in den Hangar-7 komme, wollte dieser bescheiden abwinken. Was er mache, sei doch zu wenig spektakulär. Trettl hielt dies zu Recht für Understatement, schließlich wird Petermann seit 1989 ohne Durchhänger mit 19 von 20 möglichen Gault-Millau-Punkten bewertet, eine Konstanz ohne Beispiel. Trettl erzählt, dass er, als er in Küsnacht zu Gast war, Teller aus der Küche kommen sah, die ihn ganz und gar nicht überrascht hätten, „Beispiel: die souf flierten Zucchiniblüten mit Kaisergranat auf Orangenvinaigrette“. Aber der Geschmack: „Sobald Gabel oder Löffel in den Mund eintauchen, setzt es Explosionen. Da geht jemand bis an die Grenzen des Geschmacks, jedes Mal. Mit dieser Intensität können das nur ganz Große.“ Ab 1. Juni im Restaurant Ikarus, Wilhelm-Spazier-StraSSe 7A, 5020 Salzburg, Tel.: +43 (0)662 2197-77, ikarus@hangar-7.com, www.hangar-7.com
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DER SEE IST MIT DER FREIZEIT SEINER ANWOHNER VERLIEBT, VERLOBT, VERHEIRATET.
Pracht in der Stadt. Der Zürichsee verabschiedet sich in Form des Flusses Limmat in Richtung Rhein. Das verleiht der Stadt Zürich Spaß, Freude und Glamour – zum Beispiel in Gestalt am Wasser gelegener Spitzenhotels.
aber kräftigen Schwimmzügen das Hafenbecken, und, ja, nachher geht er wieder arbeiten. Dieses Muster wiederholt sich in unterschied licher Ausprägung überall entlang dem See. Ich sah Menschen, die ihre Autos auf den zahl reichen Parkplätzen entlang der Seestrasse abstell ten, die Fahrertür öffneten, sich eine Dose auf machten und in der Sonne den alten Songs von Sade lauschten, die der Popsender DRS 3 offenbar noch immer im Programm hat. Sie hatten eine ähn liche Auffassung von Wassertemperatur wie ich. Ich sah große Kombis vom Außendienst kom men, sah ihre Fahrer aus dem Jackett schlüpfen, den Anzug ordentlich über einen Bügel hängen und anschließend in die Gummipanier steigen, die ein Taucher braucht, wenn er eine Stunde lang den Boden des Sees nach unentdeckten Pflanzen ab suchen will, blubb. Ich sah elastische Menschen schlanke Rennruderboote aus dem Zeughaus tra gen, die sie im Licht der Nachmittagssonne auf polierten, um sie anschließend für eine energische, kontemplative Ausfahrt entlang der Küste ins Wasser zu lassen. Ich ließ mir von einem kräftigen Herrn in Gummistiefeln, der den Kiel einer mäch tigen, von einem Kran aus dem Wasser gehievten Segelyacht reinigte, erklären, wie ihm die Besitzer dieser dicken Boote auf die Nerven gingen, nichts andres im Kopf als jede Minute raus aufs Wasser, noch freizeitdepperter wie die Golfspieler. Als ich
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ihn fragte, wessen Yacht er da mit Schlauch und Schmirgelpapier auf Hochglanz bringe, reagierte er freilich erstaunt: „Wieso? Das ist meine!“ Der See ist mit der Freizeit seiner Anwohner verheiratet, und wenn er gerade nicht benützt wird, ist er eine glänzende Oberfläche für die Träu me und Sehnsüchte jener, die ihn aus der Ferne betrachten, aus dem Büro oder dem Fenster der Bahn, die streckenweise direkt am Seeufer ihre Trasse hat, von den wunderbaren Wanderwegen entlang schattigen Bachtobeln hinauf auf den Pfannenstil, wo der Blick über die gegenüber liegenden Hügel des Zimmerbergs, des Albis, des Hirzel weit ins alpine Herz der Schweiz schweift, von der Rigi bis ins Berner Oberland. Kein Wun der, dass jede zweite Jausenstation „Bellevue“ oder „Rigiblick“ heißt. Das Ufer. Soll ich sagen, dass die Goldküste ele gant ist? Die Goldküste ist so elegant, dass man die Hän de an die Hosennaht legt, wenn man vom Schiff aus die prächtigen Villen betrachtet, ihre Gärten mit den alten Obstbäumen, die Stege, an denen unprätentiöse Ruderboote liegen. An der Goldküs te residiert wie selbstverständlich das beste Res taurant der Schweiz, Horst Petermanns „Kunst stuben“, sein Publikum schätzt Petermann für die sorgfältige, konsequente Art, wie er die klassische, französische Küche in eine Erlebnislandschaft ver wandelt. Selbstverständlich ist die Goldküste auch ein Tummelplatz für Prominente, hier wohnt Tina Turner, dort wohnt der Fabrikant, dessen Name man nur als Schriftzug auf dem teuren Füllfeder halter kennt, ohne den man längst nicht mehr auskommt, und außerdem sind die meisten der Goldküstenpromis auf die schweizerische Art pro minent: Sie sind so bekannt, dass sie niemand er kennt. Sie müssen nicht einmal mehr diskret sein und sich hinter dem Lenkrad eines kleinen Hybrid fahrzeugs verstecken, sie fahren im alten engli schen Edelschlitten spazieren, und jeder, der sie sieht, denkt: wird schon seine Ordnung haben. Aber die Goldküste ist nicht nur elegant. Im mer wieder, man muss nur genau hinschauen, öff net sie sich großzügig und geheimnisvoll für uns alle. Ein kleiner Parkplatz, dahinter ein schattiger Park. Ein Steg. Ein Stück Wiese. Ein Wäldchen. Eine Halbinsel. Plötzlich eine Armada von Skateboardern, ein Gewitter kräftigen Sounds, hoher Luftstand, Span nung, Gelächter. Am Ufer ein Feuer, süßer Rauch, ein paar Würste und der Samt der Dämmerung. Dann beginnen die Lichter zu zittern, und selbst vom Schiff aus ist nicht mehr zu unterschei den, für welchen Glanz des Goldes der Abend sich heute entschieden hat. ♉ Das Zürcher Stadion Letzigrund ist Schauplatz von drei EM-Spielen der Gruppe C: am 9., 13. und 17. Juni 2008
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TIPPS & INFOS
ZÜRICH ANREISE
Per Flugzeug: Flüge von Wien nach Zürich sind bei zeitgerechter Buchung günstig. Die Austrian Airlines bieten „Red Tickets“ für Hin- und Rückflug unter 100 Euro an, Flyniki ist sogar noch minimal billiger, Swiss einen Hauch teurer. Es empfiehlt sich, etwa acht Wochen im Voraus zu buchen. Je kurzfristiger die Buchung, desto teurer. Wer flexibel Business fliegen will, kann für seinen Flug auch mehr als 1000 Euro loswerden. Von Salzburg nach Zürich fliegt die Lufthansa-Tochter Cirrus Airlines mehrmals täglich (ab etwa 250 Euro). Per Bahn: Der Zug von Wien nach Zürich fährt direkt zweimal täglich (8 Stunden, 40 Minuten) und sehr komfortabel nachts. Tickets kosten zwischen 51,90 (2. Klasse, Vorteilscard) und 254,90 (Schlafwagen, 1. Klasse, Vollzahler). Die Reise von Salzburg nach Zürich dauert knapp sechs Stunden und kostet zwischen 41 und 113 Euro. Per Auto: Anreise fast durchgehend auf der Autobahn. Bedenkenswert: In und um Zürich sind Parkplätze rar und verhältnismäßig teuer, öffentliche Verkehrsmittel hingegen schnell, billig und unwahrscheinlich pünktlich. Selbst hartnäckigen Autofahrern sei deshalb eine Reise mit Flugzeug oder Bahn ans Herz gelegt.
WOHNEN ZÜRICH Hotel Seegarten (Seegartenstrasse 14, CH-8008 Zürich, Tel. +41 44 3883737, Fax +41 44 3833738, contact@hotel-seegarten.ch) Schön gelegen im Zürcher Seefeld, sehr familiäre Atmosphäre. Im Erdgeschoss das nette Restaurant „Latino“. Wenige Schritte zum See, eine Minute in die Badeanstalt „Utoquai“ (119 bis 253 Euro). Hotel Seefeld (Seefeldstrasse 63, CH-8008 Zürich, Tel. +41 44 3874141, Fax +41 44 3874151) Schickes Hotel mit spektakulärer Dachterrasse. Frisch renovierte, angenehme Zimmer. Umgeben von guten Einkaufsmöglichkeiten, Bars, wenige Minuten zur Seepromenade (150 bis 275 Euro).
BILD: MANFRED KLIMEK
KÜSNACHT Romantik Seehotel Sonne (Seestrasse 120, CH-8700 Küsnacht am Zürichsee, Tel. +41 44 9141818, Fax +41 44 9141800, home@sonne.ch) Direkt am See, vereint Schweizer Charme mit professioneller Gastfreundschaft. Schöne, große Zimmer, idealerweise mit Blick auf den See. Schiffsanlegestelle vor der Tür (135 bis 315 Euro). ERLENBACH Gästehaus Schönau (Schiffländestr. 1, CH-8703 Erlenbach, Tel. +41 44 9143080, Fax +41 44 9143099, info@schoenau.ch) Direkt am See, genug Abstand zum Verkehr, kaum denkbar, dass es für diesen Preis (100 bis 160 Euro) idyllischer geht.
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Hafenrätsel. Einer der beiden Herren ist Besitzer dieser Yacht. Nein, der andere.
Nur fünf Zimmer, rechtzeitig bestellen. Restaurant mit spektakulärem Garten und anständiger Küche. RAPPERSWIL Hotel Schwanen (Seequai 1, CH-8640 Rapperswil, Tel. +41 55 2208500 Fax +41 55 2107777, reservation@schwanen.ch) Spektakulär an der Seepromenade im mittelalterlichen Stadtkern, erlaubt der „Schwanen“ Ruhe und aufregende Beobachtung zugleich. Schönes, solides Hotel mit Freude an frischem Design. Restaurant im Erdgeschoss. Zimmer zwischen 115 und 315 Euro (Turmsuite).
ESSEN ZÜRICH Strozzi’s Seefeld (Seefeldstrasse 187, CH-8008 Zürich, Tel. +41 44 3821382, Fax +41 44 3821383, strozzisseefeld@strozzis.ch) Tolles Takeaway, frequentiert vom gesamten Szenequartier „Seefeld“. Ausgezeichnete Happen, gute Säfte, wunderbare Stimmung. Täglich geöffnet. KÜSNACHT Petermanns Kunststuben (Horst und Iris Petermann, Seestrasse 160, CH-8700 Küsnacht, Tel. +41 44 9100715, Fax +41 44 9100495, Info@kunststuben.com) Das beste Restaurant der Schweiz (siehe Kasten). Wunderbar, um einen ganz besonderen Anlass entsprechend zu feiern. Sonntag, Montag Ruhetag.
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Hotel Seegarten, Zürich Strozzi’s Seefeld, Zürich Petermanns Kunststuben, Küsnacht Hotel Seefeld, Zürich
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HERRLIBERG Blüemlisalp (CH-8704 Herrliberg, Tel. +41 44 9153490) Für einen kurzen Abschied von der Glamourwelt ein Ausflug den Pfannenstil hinauf: herrliche Sicht über den See, eine bäuerliche Ausflugskneipe in bester schweizerischer Tradition, ideal, um draußen zu sitzen, Speckbrot zu essen und die Schweiz kennenzulernen, wie sie nur die Schweizer kennen. Dienstag und Mittwoch geschlossen, keine Kreditkarten.
WANDERN Zahlreiche leichte Wanderungen, deren Ausgangspunkte perfekt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können. Exemplarisch dafür diese wunderschöne, einfache Wanderung von der Forch nach Küsnacht: Von Zürich Stadelhofen mit der Forchbahn bis zur Station Forch. Von dort entlang dem „Küsnachter Tobel“ den Berg hinunter. Romantische Strecke mit Wasserfällen und kleinen Brücken, „Drachenund Fledermaushöhlen“, einladenden Picknickplätzen und wunderbaren Aussichtspunkten. Schließlich entlang der alten Landstraße zur S-Bahn-Station Küsnacht. Die Schiffsstation (mit einer Gartenwirtschaft am See) befindet sich fünf Minuten unterhalb der Bahnstation. Mehr Anregungen in den äußerst empfehlenswerten Wanderbüchern des Journalisten Thomas Widmer im Echtzeit-Verlag: „Zu Fuss 1“ und „Zu Fuss 2“.
SCHIFF
Gästehaus Schönau, Erlenbach Blüemisalp, Herrliberg Hotel Schwanen, Rapperswil
Vom Zürcher Bürkliplatz aus fahren regelmäßig Zürichseeschiffe entweder auf dem Linienkurs oder auf Ausflugsrundfahrten. Diese Reise lohnt sich. Die Ausflüge dauern zwischen einer und drei Stunden und bieten sowohl landschaftliche Sensationen wie auch spektakuläre Einblicke in die Wohnwelten begüterter Schweizer. Genaueres unter www.zvv.ch
Goldküste. Überblick über die wichtigsten Adressen zwischen Zürich und Rapperswil.
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HOT SPOTS Juni
8. 6. 2008 Kate Allens peinvoller Weg nach Peking: Bei der Triathlon-WM in Vancouver will sie ihr Olympia-Ticket lösen.
8. 6. 2008 F1-Grand-Prix von Kanada: zum 30. Mal auf der Île Notre-Dame.
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In Österreich … A TEAM WINGS FOR LIFE – RED BULL SALZBURG 5. 6. 2008, USV-PLATZ, FUSCHL AM SEE
Kicken für einen guten Zweck: Der Gewinner der „Wings for Life“-eBay-Auktion ist erster Testspielpartner der Roten Bullen.
Europas bestes MTB Freeride Festival. Highlights: Der Dirt Jump Contest 26TRIX und der Kona Top To Bottom Terminator-Doppelslalom. A IN BED WITH SPACE WORLD TOUR 6. 6. 2008, NACHTSCHICHT, HARD
Die legendäre House-Clubnacht aus Ibiza auf Welttournee. A BOB DYLAN 10. 6. 2008, WIENER STADTHALLE 11. 6. 2008, SALZBURGARENA, SALZBURG
Seine Never Ending Tour führt den amerikanischen Folk-Poeten wieder nach Österreich. A BLUE REVOLUTION 13. 6. 2008, REMEMBAR, LINZ
Club-Kultfigur an den Turntables: DJ Oliver aus dem Space auf Ibiza. A ASVÖ ÖSTERREICH MOUNTAINBIKE GRAND PRIX 14./15. 6. 2008, WINDHAAG BEI PERG
Elisabeth Osl und Michi Weiss können hier ihr Ticket für Peking lösen.
HELL/DJ CRAZY SONIC 17. 6. 2008, FLEX, WIEN A
Sein Technohouse leuchtet teuflisch: Einen Tag nach Österreich vs. Deutschland tröstet der Münchner Hell seine Wiener Fans. A USI SPORTFEST 20. 6. 2008, UNIVERSITÄTS-SPORTZENTRUM, ROSENHAIN, GRAZ
Österreichs größte Semesterabschlussparty. Davor der traditionelle Kleeblattlauf.
A THEATERFESTIVAL SHÄXPIR: STEHT AUF, WENN IHR FÜR SALZBURG SEID 23. 6. 2008, AKADEMISCHES GYMNASIUM, LINZ
A HUBERT VON GOISERN: LINZ EUROPA TOUR 27. 6. 2008, OPEN-AIR-GELÄNDE BEIM GASTHOF GIERLINGER, SCHLÖGENER SCHLINGE, OBERMÜHL
Die Linz Europa Tour führt Hubert von Goisern vom Schwarzen Meer bis zur Nordsee: zwei Jahre Reise und Konzerte in der Donauregion.
2. SALZBURGER BEACH SOCCER MASTERS 2008 27. – 29. 6. 2008, MARIA ALM A
Vier Altersgruppen auf feinem Sand: drei Tage EURO zum Selbermachen. A ISCHGL ART OF CART TROPHY 27. – 29. 6. 2008, ISCHGL
32 Teams auf dem Paznauntal-Kurs: ein volles Rennwochenende.
STARGATE PREMIUM SERIES II: FATBOY SLIM 28. 6. 2008, PYRAMIDE VÖSENDORF A
Big Beat vom Brighton Beach: Norman Cook beschallt Wien vom Süden her. A ÖSTERREICHISCHE KAJAK FREESTYLE MEISTERSCHAFT, 2. LAUF 28. 6. 2008, HAUPTBRÜCKE, GRAZ
Rodeo über die wilden Wasser der Mur: Österreichs beste Kajak-Cracks zaubern akrobatische Styles in die Wellen.
A ÖSTERREICHISCHE SUPERMOTO STAATSMEISTERSCHAFT 21./22. 6. 2008, FAHRSICHERHEITSZENTRUM NEUTAL
A TESTSPIEL: RED BULL SALZBURG – SPARTAK MOSKAU 28. 6. 2008, FUSSBALLPLATZ MITTERSILL
Die zweite Station im Kampf um den nationalen Meistertitel. Mit dabei in der Klasse S1: René Esterbauer.
Die Salzburger kleckern nicht in der Liga-Vorbereitung: Der russische Vizemeister kommt. Einen Tag vor dem EURO-Finale.
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14. 6. 2008 Die Red Bull X-Fighters machen Rodeo: Runde 3 der abgefahrensten FMX-Tour der Welt steigt in Texas.
Packendes, witziges Ein-Frau-Theaterstück von Jörg Menke-Peitzmeyer mit Melanie Kogler: der leidenschaftliche Monolog eines Fußballfans.
… und in der Welt 1 RED BULL STREET STYLE: ITALIEN 6. 6. 2008, PONTE MILVIO, ROM, ITALIEN
Die nationale Battle der Fußball-Künstler: 3 Minuten, 2 Spieler, 1 Ball. Nur der Sieger darf im November zum Weltfinale nach São Paulo. 32 2 MASTERCRAFT PRO WAKEBOARD TOUR: TWIN CITIES 7./8. 6. 2008, ISLAND LAKE PARK, MINNEAPOLIS-SAINT PAUL, MINNESOTA, USA
Dritte Station in der amerikanischen FünfStädte-Tour der Wakeboarder. 3 TRIATHLON-WELTMEISTERSCHAFT 8. 6. 2008, STANLEY PARK, VANCOUVER, KANADA
Schafft Kate Allen das Comeback? Österreichs Olympiasiegerin kämpft auf der Kurzdistanz für ihr Ticket nach Peking: 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen. 4 FORMEL 1: GRAND PRIX VON KANADA 8. 6. 2008, CIRCUIT GILLES VILLENEUVE, MONTRÉAL, KANADA
Das Inselrennen im Sankt-Lorenz-Strom: Kann sich Ferrari entscheidend absetzen?
6 MOTOGP: GRAN PREMI CINZANO DE CATALUNYA 8. 6. 2008, CIRCUIT DE CATALUNYA, MONTMELÓ, SPANIEN
Aufstand der Youngsters: Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo sind die Überraschungen der Saison. Kann „il Dottore“ Rossi kontern? 7 DAY DREAM 12. 6. 2008, PARC DEL FÒRUM, BARCELONA, SPANIEN
Barcelonas neues Indie/Rock-Festival mit unübersehbarem Headliner: Radiohead!
RED BULL TROKOLICA RACE 8. 6. 2008, DOBRAČINA, BELGRAD, SERBIEN
8 KROATISCHE BEACHHANDBALLTOUR: ZAGREB OPEN 12. – 15. 6. 2008, RSC JARUN, ZAGREB, KROATIEN
Der Downhill-Klassiker mit 30-jähriger Geschichte: nichts für schwache Nerven.
Handball wird Sandball: Der 2. von 4 TourStopps steigt am Ufer von Zagrebs Stadtsee.
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BILDER: GEPA PICTURES (2), RED BULL PHOTOFILES
A OUT OF BOUNDS WEEKEND 2008 5. – 8. 6. 2008, BIKEPARK LEOGANG
20.05.2008 14:48:10 Uhr
KALENDER
JUNI 2008
THE RED BULLETIN
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17. 6. 2008 Hell yeah! Der Münchner Gigolo auf Elektro-Besuch in Wien.
19 17 15 6 23 7
24 10 14 A 9 11 16 21 8 5
15. 6. 2008 14 Kilometer, verteilt auf 1700 Höhenmeter: der 7-fache Dolomitenmann Markus Kröll beim Meraner Berglauf.
27./28. 6. 2008 Lead-Weltcup-Start mitten in China: Angy Eiter packt’s an. 22
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13. – 15. 6. 2008 Red Bull Trailfox: MTB-Contest im Dunkel der Nacht.
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6. 6. 2008 Wer wird König der Fußballartisten? Das italienische Finale in Rom entscheidet jedoch nur über einen von 49 Startern für das Finale in São Paulo kommenden November.
9 GREENFIELD FESTIVAL 13. – 15. 6. 2008, INTERLAKEN, SCHWEIZ
Von Linkin Park über Die Ärzte und Kettcar bis zu The Kilians und Apocalyptica: Diversifiziertes Line-up nennt man das. 10
IFSC BOULDER WELTCUP 14./15. 6. 2008, FIERA DI PRIMIERO, ITALIEN
Das ist die Schweizer Rock-Nati: 28 Bands auf 1500 Meter Seehöhe.
Die vorletzte Station im Weltcup der BoulderKletterer. Sieganwärter: Kilian Fischhuber.
11 RED BULL TRAILFOX 13. – 15. 6. 2008, SPORTZENTRUM PRAU LA SELVA, FLIMS, SCHWEIZ
15 MOTOCROSS-WM: GRAND PRIX VON FRANKREICH 15. 6. 2008, CIRCUIT DU PUY DE POURSAY, SAINT-JEAN-D’ANGÉLY, FRANKREICH
OPEN AIR HOCH-YBRIG 13. – 15. 6. 2008, HOCH-YBRIG, WEGLOSEN, SCHWEIZ
BILDER: WWW.PICTUREDESK.COM, RED BULL PHOTOFILES (4)
Legendäre Freeride-Rallye für Mountainbiker: 2 Nachtetappen und 1 High-Noon-Etappe. 12 RED BULL X-FIGHTERS 14. 6. 2008, FORT WORTH STOCKYARDS, TEXAS, USA
Freestyle Motocross meets Rodeo: Mat Rebeaud, Dany Torres und Co springen ins Zentrum der texanischen Cowboy-Kultur.
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Max Nagl und Tony Cairoli fighten in der MX1bzw. in der MX2-Klasse.
WMRA GRAND PRIX: BERGLAUF MERAN 2000 15. 6. 2008, MERAN, ITALIEN 16
Extrembergläufer Markus Kröll startet beim 3. Grand-Prix-Lauf des Jahres.
18 AST TOUR: PANASONIC OPEN 19. – 22. 6. 2008, CAMDEN YARDS SPORTS COMPLEX, BALTIMORE, MARYLAND, USA
Saisonstart der wichtigsten US-Tour für Skater und BMXer. Shaun White, Ryan Sheckler, Daniel Dhers, Jamie Bestwick, alle da. 19 HURRICANE FESTIVAL 20. – 22. 6. 2008, EICHENRING, SCHEESSEL, DEUTSCHLAND
Rocken tut der Hurricane: Was schon Neil Young wusste, verstehen auch die Beatsteaks, The Notwist, Deichkind, Calexico, Sigur Rós, ... 20 NASCAR SPRINT CUP: TOYOTA/SAVE MART 350 20. – 22. 6. 2008, INFINEON RACEWAY, SONOMA, KALIFORNIEN, USA
22 IFSC LEAD WELTCUP 27./28. 6. 2008, QINGHAI, CHINA
Die österreichische Mitfavoritin Angela Eiter startet in den Lead-Weltcup. 23 ROCK IN RIO MADRID 27./28. 6. UND 4. – 6. 7. 2008, CIUDAD DEL ROCK, MADRID, SPANIEN
Seltenes Vergnügen an der Westcoast: die NASCAR-Racer auf einem Straßenkurs.
Exklusives Doppel-Wochenend-Festival: Neil Young himself, Amy Winehouse, Bob Dylan, Franz Ferdinand, The Police, Jack Johnson. Und Tokio Hotel.
13 QUIKSILVER KING OF THE GROMS: GARDEN ROUTE 14./15. 6. 2008, MOSSEL BAY, GARDEN ROUTE, SÜDAFRIKA
17 SWATCH FIVB BEACHVOLLEYBALL WORLD TOUR: HENKEL GRAND CHELEM 16. – 22. 6. 2008, CHAMP DU MARS, PARIS, FRANKREICH
21 RED BULL BIKE NIGHT 27./28. 6. 2008, PIAZZA UNITÀ D’ITALIA, TRIEST, ITALIEN
24 DTM: NORISRING 29. 6. 2008, NORISRING, NÜRNBERG, DEUTSCHLAND
Hier schnuppert die Surf-Elite der Zukunft Wettkampfluft: weltweite U16-Event-Serie.
Mit Clemens Doppler und Peter Gartmayer: Grand Slam im Schatten des Eiffelturms.
Senad Grosic am Start: BMX-meets-MTB-Teambewerb im Bikepark mitten in der Stadt.
Mitten durch Nürnberg: der einzige Stadtkurs der Deutschen Tourenwagen Masters.
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20.05.2008 14:48:48 Uhr
PART Y
JUNI 2008
VANESSA DE LAMPEDUSA entstammt einem sizilianischen Adelsgeschlecht, lebt in New York und Capri und schmückt die Einladungslisten der interessantesten Partys der Welt. Für das Red Bulletin führt sie monatlich Protokoll.
Bist du Moped!
Wer am Life Ball auf die inneren Werte achtet, hat’s echt nicht kapiert. Also waren wir vor allem zum Schauen da. UNFASSBAR! Fünf Uhr früh, und Kim Cattrall ist immer noch am Life Ball. Da, an der Red Bull Bar „Silver Moments“, steht die Serien-Ikone und trinkt mir nix, dir nix ein Bierchen. Also, Frage: „What do you think about this party?“ Sie, in breitem Wienerisch: „Is echt a leiwandes Festl!“ Grins. Hm, also doch nur eine Doppelgängerin. Aber was für eine, ich schau mir die Augen aus dem Kopf! Zeitsprung. Kurz vor Mitternacht. Auf der Bühne lässt sich die echte Cattrall blicken, redet ein paar Worte, lächelt, und ab geht’s in den VIP-Bereich. Dort warten schon ihresgleichen – Sophie Ellis Bextor in Latex, Stefan Effenberg mit seiner Claudia, Linda Evangelista, Designer Joseph Corre mit den supersexy Agent-Provocateur-Models. Jetzt kommt auch Sharon Stone, flankiert von zwei Bodyguards. Mit grimmigem Blick bahnen sie der Schauspielerin den Weg. Autogramme? Nix gibt’s. Interview? Schon gar nicht. Schnell ein paar Häppchen vom Buffet, ein kurzes Anstands-Prosit mit Gery Keszler, und schon geht’s wieder ab ins Hotel Imperial. Wer glaubt, die Hollywood-Diva macht sofort Heia – von wegen. Sie schlüpft in ihren Pyjama, setzt sich an die Bar. Klingt komisch, ist aber so. Ein Gute-N8-
TEXT VANESSA DE LAMPEDUSA BILDER MARTIN KUCERA, ALICE LUSCHIN RATHAUS, WIEN WAS Life Ball 2008 WANN 17. 5. 2008 WER Kim Cattrall, Sharon Stone, Sophie Ellis Bextor, Linda Evangelista, Sonya Kraus, Markus Schenkenberg, Stefan Ruzowitzky, Elton, Niki Lauda, Debbie Harry, Nina Hagen, Hubertus von Hohenlohe, Amanda Lepore, Markus Rogan, Christine Reiler, Elke Winkens, Joseph Corre, Julian Khol.
Großes Schaulaufen. Wer auf den Life Ball geht, will auch gesehen werden. Also hat sich Sophie Ellis Bextor (oben links) in Latex geworfen. Promi-Transe Amanda Lepore (oben Mitte) ist so oder so nicht zu übersehen, und wen Sharon Stone (oben rechts) da ziert, ist Mr. Life Ball höchstpersönlich – Gery Keszler. Supermodel Linda Evangelista (rechts) hat auch längst erkannt, was man tun muss, um munter zu bleiben, also schlürft sie Red Bull. Und was machen Markus Rogan und Christine Reiler (ganz rechts) da? Einfach mit dem Strom schwimmen.
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20.05.2008 15:22:31 Uhr
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Wer bremst, verliert. Offiziell ist am Life Ball das gesamte Wiener Rathaus eine einzige Partyburg. Wer aber wirklich Gas geben möchte, ist an der Red Bull Bar „Silver Moments“ (oben) genau richtig aufgehoben: Die ist rund, also geht’s da auch rund. Deshalb ist wohl auch Nina Hagen (unten links) längst Stammgast, und Hubertus von Hohenlohe (unten rechts) treibt es hier auch schon seit Jahren bunter, als die Polizei erlaubt. Premiere war heuer allerdings für Kim Cattrall (links). Und weil’s ihr so was von Spaß gemacht hat, fällt sie hier auch gleich Alfons Haider um den Hals.
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20.05.2008 15:22:54 Uhr
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Wozu Schlüsselloch? Tiefe Einblicke sind fein, am Life Ball gibt’s aber noch mehr zu sehen. Die Topmodels von „Agent Provocateur“ (ganz links) beweisen das eindrucksvoll. Und weil Stars hier endlich einmal machen können, was sie wollen, zeigt uns Elke Winkens (unten Mitte) ihr schrägstes Lachen, Niki Lauda (unten), dass er auch als Motorradrocker sein Kapperl tragen kann, und Markus Schenkenberg (unten links), warum er in Wahrheit da ist – zum Flirten. Dass sich Stefan Ruzowitzky (unten Mitte) selbst als Schlachter inszeniert, ist sein Kaffee, Hauptsache, Elton (ganz oben) hat Glück im Spiel: Er kommt jedes Jahr und pokert die ganze Nacht hoch. Full House? Genau!
Cocktail, zum Erholen vom Wirbel. Auch Niki Lauda hält’s nicht lange auf dem schrillen Spektakel. Mit seiner Lebensliebe Birgit Wetzinger ist er angetanzt und murrt vor sich hin: „Viel zu viel nackte Haut da.“ Ab nach Hause. Ob da wer was missverstanden hat? Scheint so. Jedenfalls finden’s die restlichen VIPs und VIPchen einfach genial. Elke Winkens shakt sich die Seele aus dem Leib, Sonya Kraus ist mit Boris Nemšić sichtlich auf der gleichen Wellenlänge, und Stefan Ruzowitzky wundert sich: „Ich bin am Pissoir schon dreimal auf meinen Oscar angesprochen worden!“ Doppelbödig? Genau so ist der Life Ball. Und das ist gut so. ♉
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20.05.2008 15:23:33 Uhr
Sie sehen: eine Rotphase. Sie denken: „Wie schön, die Farbe der Liebe.“ Die Straße entspannt erleben. Der Honda
Mit dem Honda CR-V immer gelassen unterwegs sein: dank der kraftvollen i-CTDi ® -Dieseltechnologie mit geringem Kraftstoffverbrauch von nur 6,5 l/100 km und seiner umfangreichen Sicherheitsausstattung. Als erstes Auto seiner Klasse bietet der CR-V das optionale, präventive Fahrerassistenzsystem CMBS. Es erkennt bevorstehende Kollisionen und warnt den Fahrer. In Notfällen werden die Sicherheitsgurte gestrafft und das System bremst das Fahrzeug automatisch ab. Aber der Honda CR-V bietet noch mehr: Zum Beispiel das elektronische Stabilitätssystem VSA und den automatisch zuschaltenden Allradantrieb. Was sonst noch im Honda CR-V steckt, erfahren Sie am besten bei einer Probefahrt bei Ihrem Honda-Händler oder auf www.honda-crv.at Kombinierter Verbrauch (ECE101): 6,5 – 8,2 l/100 km, CO 2-Emission: 173 – 195 g/km
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VANESSA DE LAMPEDUSA entstammt einem sizilianischen Adelsgeschlecht, lebt in New York und Capri und schmückt die Einladungslisten der interessantesten Partys der Welt. Für das Red Bulletin führt sie monatlich Protokoll.
Es gibt nur ein Gas! Und welches das ist, erörterte Heinz Kinigadner mit Freunden zum dritten Mal im schönen Land Tirol.
TEXT VANESSA DE LAMPEDUSA BILDER TOBI BAUER
LAUTES ERWACHEN. Für gewöhnlich hört man in Uderns das Gras wachsen. 1620 Menschen leben in der beschaulichen Gemeinde im Zillertal, im Sommer sind’s ein paar mehr, weil die Berge rundum zum Wandern einladen. Die paar mehr kommen, weil man hier Ruhe finden kann. Das gilt jedoch nicht immer. Am „Kini Fullgas Tag“ nämlich ist Schluss mit ruhig. Denn da bittet Motocross-Legende Heinz Kinigadner zu einem Tag, der seinen Namen womit trägt? Mit, jawohl, Recht. „Vollgas“ war (übrigens zum bereits dritten Mal) freilich nicht nur ein motorisches Motto. Am Vorabend des 1. Mai bat man in der BAWA Lounge in Fügen zum Warm-up in Form eines Clubbings. Dort entwickelte sich eine derart gute Stimmung, dass der Wettergott tags darauf ein Einsehen hatte und den für zehn Uhr geplanten Start der Veranstaltung durch gnädigen Morgenregen auf elf Uhr verschob. Die Aufgabe des Weckers (und diese war an diesem Morgen speziell zu besetzen) hatte Kini in weiser Voraussicht speziell besetzt: „Spätestens als die B-25 der Flying Bulls übers Dach geflogen ist, waren dann alle wach.“ Zu sehen gab’s im Anschluss bis in die Abendstunden so gut wie alles, was zwei oder vier Räder hat sowie Spaß und Tempo hervorbringt, originellerweise auf dem Gelände des Bahnhofs. Letzter Gast? Sebastian Vettel, Formel-1-Jungstar. Der Toro Rosso-Pilot reiste erst am 1. Mai an, dafür wollte er gar nimmer weg. Kini: „Der Sebastian war noch da, als wir schon z’samm’g’räumt haben.“ Highlight? Chris Pfeiffers sensationelle Stunt-Show. Und das Beste? Der Tag brachte satte 10.000 Euro an Spenden für Kinis Stiftung „Wings for Life“ (nähere Infos unter www.wingsforlife.com). ♉
UDERNS, TIROL WAS Kini Fullgas-Tag WANN 30. April und 1. Mai 2008 WER Sebastian Vettel, Heinz & Hannes & Isabella & Klaus Kinigadner, Matthias Lanzinger, Marc Coma, Felix Baumgartner, Reini Sampl, Pit Beirer, Stefan Everts, Max Nagl, Chris Pfeiffer, Eva Priewasser, Tommy Searle
Lauter nette Leut. Im Uhrzeigersinn, beginnend links oben, erkennen wir: Felix Baumgartner (mit schmuckem „Born to Fly“Schriftzug an der Elle) mit Heinz und Isabella Kinigadner, einen topfitten Matthias Lanzinger mit Freundin, Sebastian Vettel mit „Formel-1-Stimme“ Walter Zipser sowie drei Damen, deren mittlere, Ex-Formula Una Andrea Fischer, neckisch an der Simply-Cola-Dose knabbert.
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Gas geben auf zweierlei Art. Am Mittwochabend wurde die BAWA Lounge in Fügen (Bild oben) belebt, der Donnerstag war dem Motorsport gewidmet: Stunt-Weltmeister Chris Pfeiffer zauberte auf regennasser (!) Straße eine Show vom Allervirtuosesten. Bild rechts: Eva Priewasser (KTM Marketing) und der britische Motocrosser Tommy Searle widmeten sich anregender Lektüre. Bild unten: Hannes Kinigadner im Mittelpunkt.
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20.05.2008 14:41:34 Uhr
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Die Besten CLUBs der Welt
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Über den Dächern der Nacht Alles ist extrem in São Paulo, und die Skye Bar ist das angenehme Ende von extrem. Text werner jessner
São Paulo, Brasilien WAS Skye Bar im Hotel Unique WANN Party nicht immer, schöne Aussicht täglich WER Reichtum, Glamour, Schönheit in Person. Und alle so cool, wie es der durchschnittliche Besucher unmöglich schafft vor lauter Überwältigtsein.
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atemlos. Schwer zu sagen, was spektakulärer ist: die Taxifahrt zum Unique oder das Design des Hotels, ein futuristischer architektonischer Coup mit japanischem Einschlag. Wir kommen perfekt vorbereitet: Gerhard, ein in São Paulo lebender Österreicher, hat uns in seinem Steakhaus drei Stunden lang bekocht. Längst ist die Geisterstunde vorbei, und das ist gut so. Vor Mitternacht ist nichts los in den Clubs von São Paulo. Mit dem Lift fahren wir in den letzten Stock des Unique. Was jetzt kommt, raubt dem unvorbereiteten Besucher den Atem: ein spektakulärer Rundumblick über den niemals schlafenden, nur scheinbar ruhigen Moloch, wo sich Favelas an Hochhäuser und Parks an Wohnsilos drängen, bunt, chaotisch, von Millionen Lichtern erhellt. Die Vogelperspektive erklärt nichts in São Paulo, sie macht die Stadt nur noch rätselhafter. Wie kann das hier funktionieren? Völlig schleierhaft auch, wo diese unfassbar schönen Frauen alle herkommen, die am Rand des seichten Pools der Skye Bar stehen: Ist hier jeden Tag Miss-Brasilien-Wahl, oder was?
20.05.2008 14:55:20 Uhr
Bilder: Kristian Dowling/Getty Images, Laif, Lalo De Almeida/Laif Plus
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S k y e Ba r , São Pau lo
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In São Paulo ist die Nacht nie zu Ende. Der japanische Einschlag des futuristisch aussehenden Hotels Unique und der Skye Bar auf dem Dach ist einfach erklärt: São Paulo hat eine starke japanische Community. Als Gast packst du die unsagbare Coolness, welche die Einheimischen hier an den Tag legen, erst einmal nicht und tust gut daran, das brasilianische Wesen zu beobachten, diese Leichtigkeit, diesen Ennui, dieses selbstverständliche Zurschaustellen von Reichtum, Glamour und Schönheit. Wenn es dann hell wird im Osten der Stadt, wenn die morgendliche Luftfeuchtigkeit ein zartes Frösteln auf die Arme der Schönheiten zaubert, wird es Zeit weiterzuziehen, in einen der Musikclubs vielleicht. Dort mag die Aussicht nicht so toll sein wie in der Skye Bar, die Frauen nicht so schön, die Drinks nicht so gut. Dafür ist es dort länger dunkel als am Dach des Unique.
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Warte, bis wir zu Hause sind Erzählung von Steve Amick.
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studierte deren Cover derart genau, als wäre der darauf abahrscheinlich wollte der Junge gebildete Cheerleader aus der TV-Serie „Heroes“ tatsächlich Süßigkeiten. Oder er hat den Vater so faszinierend, wie die Herausgeber offenbar dachten. wegen irgendeines Spielzeugs Niemand war bereit, den Mann anzublicken, der seinen genervt. Paul wusste nicht genau, kleinen Sohn anbrüllte. was den Ausbruch ausgelöst hatte. „Sir?“ Die Kassiererin versuchte den zürnenden Vater Als er die beiden im Geschäft beauf sich aufmerksam zu machen. „Das macht achtundvierzig merkte, war der Vater bereits ziemlich zornig – der massige, neunundzwanzig.“ verdrießlich wirkende Mann schüttelte seinen Sohn, seine Der Mann richtete sich auf und wandte sich der KasFinger krallten sich in den kleinen Arm wie die Fänge eines siererin zu. Der Junge drehte sein errötetes Gesicht zum riesigen Greifvogels, sein Gesicht zeichnete sich als zorniger Süßigkeitenregal, als wollte er sich verstecken. Er rieb, wie hochroter Ballon über dem Buben ab. Er schrie: „Was hab Paul bemerkte, seinen Arm an der Stelle, an der ihn sein ich dir gesagt! Hm?! Was hab ich gesagt?!“ Vater festgehalten hatte. Paul verstand nicht, was der Junge erwiderte, doch Scheißkerl … aufgrund der sich überschlagenden Wut des Vaters war klar, Der Mann bezahlte die Lebensmittel und schob den dass dieser mit der Antwort nicht zufrieden war. Er riss das Einkaufswagen zur Tür, wobei er den Jungen mit sich Kind an beiden Armen und schüttelte noch heftiger. zerrte und seine Schimpftirade fortsetzte, ein Gemurre, „Jaja, das wirkt Wunder …“, sagte Paul, aber so leise, das zu einem fernen Bellen wurde, als die beiden durch die dass er nicht wusste, ob es überhaupt jemand gehört hatte. Schiebetüren gingen und den Spießrutenlauf vorbei an den Der Mann sagte: „Na warte, bis wir zu Hause sind, einladenden Kaugummiautomaten bewältigten. Alle in der Bürschchen.“ Warteschlange atmeten plötzlich auf, schüttelten ungeniert Er trug adrette Freizeithosen – ungewöhnlich für einen den Kopf – übertrieben und theatralisch, als müssten sie so jungen Mann – und ein gestärktes weißes kurzärmeliges ihre Abscheu körperlich zeigen. Anzughemd. Wäre er freundlicher gewesen, hätte ihn Paul „Mensch!“, sagte der Student, als die Kassiererin seine vielleicht für einen Mormonen oder einen Angestellten der Kekspackung und sein Red Bull über den Scanner zog. NASA gehalten. „Armer Kleiner“, meinte die Kassiererin und Sie standen drei Plätze vor ihm an der Kasse, schüttelte den Kopf. doch sogar aus der Entfernung waren sie kaum zu GesuchT: die besten „Mann!“, sagte Paul, weil er auch wenigstens übersehen. Überhaupt beschlich ihn das Gefühl, kurzgeschichten irgendwas sagen wollte. dass jedermann sie bemerkte, anhand der Art, wie unserer leser. Er wusste, dass er etwas tun, nicht bloß sagen die Gesichter abgewendet wurden; jeder gab sich Schicken Sie Ihren sollte. Er wollte aber nichts tun. Nicht wirklich. den Anschein, auf einmal nicht achtzugeben. Die Text an readbull@ Aber er wusste, dass er sollte. Frau unmittelbar vor Paul drehte sich von Vater und redbulletin.at: Das Natürlich tat kein anderer etwas. Jeder hatte es Sohn weg und begann an den Apfelmusgläsern in Thema ist frei, doch gesehen, und niemand unternahm das Geringste. ihrem Einkaufswagen herumzufummeln. Der Kunde, irgendwo kann eine Der Student bezahlte seine Kekse und das Red der dem Getöse am nächsten stand – er sah wie ein Dose versteckt sein. Bull, und die ältere Frau machte sich daran, ihren Student aus –, wendete sich dem ZeitschriftenstänDie besten Storys Wagen auszuladen, die ganzen Apfelmusgläser. der zu, schnappte sich eine Fernsehzeitschrift und werden veröffentlicht.
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illustration: anje jager
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Paul sah den Studenten durch die Schiebetüren verschwinden und fragte sich, ob er ihnen vielleicht nachlaufen und dem Typen etwas sagen würde. Das wollten Studenten doch – sich engagieren, Leute selbstgerecht zur Rede stellen, protestieren. Doch durch die großen Auslagenfenster konnte er sehen, dass der Student ihnen nicht folgte. Er beugte sich gerade über sein Fahrrad, um das Schloss aufzusperren. Scheiße, dachte Paul. Ich will das nicht machen. Vielleicht könnte er es melden. Genau, dachte er. Anzeige erstatten. Aber was sollte er anzeigen? Dass ein Mann zu seinem Kind „Warte, bis wir zu Hause sind“ gesagt hatte? Wenn man nicht dabei gewesen war, konnte das alles und nichts heißen. Es könnte aufs Klo gehen bedeuten – wart mit dem Pinkeln, bis wir zu Hause sind. Paul konnte regelrecht sehen, wie die Polizisten die Augen verdrehten. Aber immer noch sah er das Kind vor sich – den Kopf gesenkt, ein Zusammenzucken wie das eines ängstlichen Tieres. Und er hatte diesen Mistkerl förmlich vor Augen, der sicher irgendein Requisit hatte, das er immer benutzte – einen Rohr- oder Holzstock oder einen Riemen, den er noch von seinem Arschlochvater geerbt hatte, irgendein offizielles Foltergerät eben. Das war nur allzu leicht vorstellbar. Solche Sachen standen ja dauernd in der Zeitung, Beschreibungen von geschundenen kleinen Körpern, gebrochenen Armen, Brandmalen. Doch bald ließen einen diese Horrorgeschichten nichts mehr empfinden. Du kannst dich nicht um jeden kümmern – das wusste er. Aber was wäre, wenn er nächste Woche die Zeitung aufschlagen und das Foto dieses Kindes sehen würde? Wie würde er sich dann fühlen? „Papier oder Plastik?“, fragte die Kassiererin. Und ihm wurde bewusst, dass die Frau jetzt mit ihm sprach. Er hob die Hand, um sie innehalten zu lassen. „Einen Moment“, sagte er, „einen Moment!“ Dann stürzte er zur Tür und ließ seine „Cherry Garcia“-Eiscreme, seine „Emergen-C“-Vitaminbrause, seine „Healthy Choice“-Tiefkühlkost und alles Übrige zurück. Er erreichte die Schiebetüren schneller, als ihre Automatik reagieren konnte, und wurde einen Augenblick aufgehalten. Schon stand er in der glühenden Sonne, kniff die Augen zusammen und überblickte den Parkplatz. Er hatte sie rechts rübergehen sehen, und wirklich, da war ein blauer Lieferwagen am Ende des Parkplatzes, der gerade ausparkte. Er rannte auf den Wagen zu, vorbei am geistig behinderten Mann, der die Einkaufswagen zusammenschob, und der Dame mit dem Extra-Apfelmus. Auf dem Auto prangte das Logo irgendeiner kirchlichen Tagesschule. Verdammter Heuchler …! Pauls Gesicht kribbelte, und seine Lunge arbeitete heftig, als er schneller zu laufen begann. Er erinnerte sich an die Adrenalinschübe bei den Raufereien in der Schule, an zerfetzte Windjacken, aufgeschlagene Knie und Rangeleien auf dem Spielplatz. Angst packte seine Eingeweide. Doch er musste es tun. Der Lieferwagen streifte ihn beinahe, setzte weiter zurück, und Paul schlug mit der Hand auf die Seitenwand. Er wollte dieses Arschloch auf sich aufmerksam machen, bereitete sich schon auf den Streit vor. „He!“, rief er, aber
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es klang wie ein Jaulen, seine Kehle war wie zugeschnürt, so als würgte er an einem zu großen Bissen. Er versuchte es noch einmal. „Was willst du machen, hm? Was?“ Der Wagen fuhr los, als hätte der Fahrer nichts bemerkt. „He! Harter Bursche!“, schrie Paul. Er rannte dem Wagen nach und schlug nochmals auf ihn ein, stärker, lauter. Da leuchteten die Bremslichter auf – der Blödmann ignorierte ihn nicht länger –, und Paul torkelte Richtung Fahrerfenster, bereit zur Auseinandersetzung. „Was passiert, wenn ihr zu Hause seid, hm, Arschloch?! Was?“ Da tauchte ein Gesicht im Rückspiegel auf, der verzerrte Mund einer Frau, wirbelnde Haarlocken. Sie kurbelte das Fenster hinauf, fassungslos, erschrocken, und machte sich mit zittrigen Händen an ihrem Handy zu schaffen. „Ich ruf die Polizei!“, kreischte sie. „Bleiben Sie weg von mir!“ Wie benommen trat Paul einen Schritt zurück. Da war niemand sonst im Wagen, bloß volle Einkaufstüten und etliche leere Kartons. Als er sich umdrehte, sah er zwei andere Lieferwagen vom Parkplatz auf die belebte Straße einbiegen. Es konnte jeder dieser Wagen sein. Wenn er bloß eine Sekunde früher reagiert hätte, dann hätte er die beiden noch gesehen, hätte er etwas tun können. „Entschuldigung“, murmelte er. Er meinte seine Stimme zu verlieren. „Es tut mir sehr, sehr leid.“ Und das tat es. Noch nie hatte ihm etwas mehr leid getan. ♉ Aus dem Englischen vom österreichischen Autor Thomas Raab.
Steve Amick ist ein US-amerikanischer Schrifts teller (Novellen und Kurzgeschichten, erschienen unter anderem in „Playboy“, „New England Review“), Musiker, Songwriter und Drehbuchautor. Sein bekanntestes Werk „The Lake, the River & the Other Lake“ (Pantheon Books) beschreibt auf amüsante Weise den fiktiven Ferienort Weneshkeen in der Nähe des M ichigansees. Amick lebt in Ann Arbor, Michigan.
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RR!
KNU
DARÜBER LACHT DIE WELT Bissig wie einst der „Simplicissimus“: der Mai im Spiegel
der witzigsten Kommentare internationaler Zeitungen und Magazine.
EVOLUTION, WIE SIE WIRKLICH GELAUFEN IST Im „New Yorker“ setzte man sich mit einem für unsere heutigen Lebensumstände nicht ganz unwichtigen Moment auseinander.
LIEGESTUHL-FÜNFKAMPF Gerhard Haderer beschäftigt sich im „Stern“ mit der in vielen Sportarten aktuellen schwierigen Umstellung von der Indoorauf die Outdoor-Saison. KOSTEN-NUTZEN-RECHNUNG Die „Frankfurter Allgemeine“ wirft einen besorgten Blick in die Zukunft der Medizin, die neben der Gesundheit der Patienten immer stärker auch die Wirtschaftlichkeit im Auge haben wird.
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RED BULLDOG
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REFLEXZONE Die „Frankfurter Allgemeine“ macht sich Gedanken zu standesgemäßer Gesundheitsförderung bei stressgeplagten Managern.
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SPARE IN DER ZEIT Angesichts der explodierenden Treibstoffpreise beobachtet die „Welt am Sonntag“ eine auffällige Veränderung im Verkehrsverhalten der unterschiedlichsten Berufsgruppen.
BETRIFFT: SMALL TALK In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ belauscht Nicolas Mahler zwei honorige Zeitdiebe der New Economy.
PAARLAUF „View“ mit einer seltenen Aufnahme von, äh, Robbe Naish.
mir ’ Ich lach nen Ast … ! DIE NICHT GANZ SO LIEBEN KLEINEN In den USA hat der Konfliktbewältigungsunterricht bei Kindern in den vergangenen Jahren bedauerliche Irrwege genommen, wie der „New Yorker“ feststellt.
Etwas Witziges entdeckt? Schicken Sie uns ein Mail an: redaktion@at.redbulletin.com
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ES WAR EINMAL Til Mette im „Stern“ ist der Erste, der sich diesem Problem widmet. Wir warten gespannt auf weitere Momentaufnahmen von Batman, Asterix und Donald Duck.
20.05.2008 16:51:22 Uhr
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zeitsprung
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sturm auf paris
In den 1920er Jahren war der Begriff „Roadshow“ bei weitem nicht so geläufig wie heutzutage. Die umgesetzten Ideen waren jedoch durchaus ähnlich, wie dieses Dokument belegt: Der vom Norweger Thor Åge Asbjørnsen (Bild) sehr rührig geführte Skijöring-Weltverband gab sich alle Mühe, die Bevölkerung europäischer Metropolen für diese zu Unrecht wenig populäre Sportart zu begeistern. Kurzfristig große Aufmerksamkeitserfolge verliefen letzten Endes, freilich sinnbildlich, im Sand.
bild: edition nathan/keystone
Concrete Skijoering: 12. bis 26. November 1922, Paris/London/ Oslo/Prag/Budapest/Rom
Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Stefan Wagner (Stv.) Art-Direktion Erik Turek, Markus Kietreiber (Stv.) Fotodirektion Moira Matthews, Fritz Schuster (Stv.) Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitende Redakteure Werner Jessner, Alexander Macheck, Boro Petric Redaktion Ulrich Corazza, Christoph Rietner, Simon Schreyer, Clemens Stachel, Nadja Žele Grafik Claudia Drechsler, Mandy Fischer, Simone Fischer, Sebastian Tschugmell, Dominik Uhl Fotoredaktion Manfred Klimek (Schlussredaktion), Markus Kučera, Valerie Rosenburg Senior Illustrator EIN FAST UNABHÄNGIGES MONATSMAGAZIN Dietmar Kainrath Autoren Christian Ankowitsch, Christian Seiler Mitarbeiter dieser Ausgabe Steve Amick, Felix Fuchs, Christian Grünwald, Peter Hofer, Markus Huber, Ursula Macher, Florian Obkircher, Jonny Stühlinger, Herbert Völker Illustratoren Almut Becvar, Heri Irawan, Anje Jager, Martin Udovicic Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Christian Graf-Simpson, Nenad Isailovic Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Geschäftsführung Karl Abentheuer, Rudolf Theierl Projektleitung Bernd Fisa Finanzen Siegmar Hofstetter Verlagsleitung Joachim Zieger Marketing Martina Kurtz Projektmanagement Jan Cremer, Jürgen Eckstein, Tom Kern, Dagmar Kiefer, Daniela Kubak, Sandra Sieder, Sara Varming Anzeigenverkauf Bull Verlags GmbH, Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien; anzeigen@at.redbulletin.com IT-Support Martin Ribitsch Office Management Martina Bozecsky, Katharina Reinisch, Julia Savic Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869 m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.RedBulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin erscheint jeweils am ersten Dienstag des Monats als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen: Kleine Zeitung, Oberösterreichische Nachrichten, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Burgenländische Volkszeitung, Niederösterreichische Nachrichten Gesamtauflage 1,1 Millionen Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com
DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 1. juli 2008.
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UNSERE VISION: QUERSCHNITTSLÄHMUNG HEILBAR MACHEN. Unterstützen Sie Wings for Life – und damit die Forschung zur Heilung des geschädigten Rückenmarks. w w w.wingsforlife.com
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20.05.2008 Uhr 11/19/0717:27:26 12:11:05 PM
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16.05.2008 17:27:18 15:00:45 Uhr Uhr 20.05.2008