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The Red Bulletin Juli 2017 - AT

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ÖSTERREICH

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

SO WIRST DU ASTRONAUT EXKLUSIV:

THE RED BULLETIN IM NASATRAININGSZENTRUM

JULI 2017 € 3,50

INTERVIEW MIT RAP-STAR MARTERIA ÜBER NAZIS, AVOCADOS, NEUGIER UND ANGST

ALLE FACTS ZUM GROSSEN PREIS VON ÖSTERREICH

FORMEL-1-FIEBER AM SPIELBERG


VIDEO STABILISATION

WASSERDICHT SPRACHSTEUERUNG


CONTRIBUTORS

EDITORIAL

Justin Bastien

Der kalifornische Fotograf schwamm für uns bereits im Pazifik und querte die mongolische Steppe hoch zu Ross. Dieses Mal schickten wir ihn auf eine nicht weniger spannende Reise ins Johnson Space Center der NASA. Drei Tage lang porträtierte Bastien dort Astronauten, Trainer und WeltallSpaziergänger. Sein knappes Resümee: „Diese Leute sind Helden.“ SEITE 34.

Daniel Schieferdecker

Als Chefredakteur der Hip-Hop-Bibel „Juice“ ist der 39-jährige Berliner ein Profi im Rap-Geschäft. Kein Wunder, dass er sich mit Superstar Marteria auf Anhieb gut verstand. Als „herzlich, ehrlich und meinungsstark“ beschreibt Autor Schieferdecker Deutschlands derzeit wichtigsten Rapper. Was Marteria zu seiner Lebenshaltung inspiriert, lesen Sie ab SEITE 4 8.

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Raus aus Houston, Texas, Richtung Golf von Mexiko, dann irgendwann links bis zu einem unscheinbaren Pförtnerhaus, wo man seine Einladung vorweist: willkommen im Lyndon B. Johnson Space Center. So unauffällig sich die NASA nach außen hin gibt, so spannend ist es in den Eingeweiden eines Hallengeflechts, das auf einer ehemaligen Rinderweide wuchert: Im größten Swimmingpool der Welt parkt etwa ein Doppelgänger der Raumstation ISS, als Trainingsgerät. Die besten NASA-Mitarbeiter erkennt man an ihrer Kompetenz – bis hin zum Schreiben von Gedichten –, gepaart mit unerschütterlicher Gelassenheit. So ruht etwa Chefastronaut Chris Cassidy derart in sich selbst, dass man gern mit ihm schiffbrüchig werden würde, um diese Gelassenheit zu überprüfen (ab Seite 34). Temperamentvoller geht’s von 7. bis 9. Juli beim Grand-Prix-Wochenende in Spielberg zu: Hauptdarsteller ist die Formel 1, doch dank eines famosen Rahmenprogramms – mit weiteren Rennen, einem Auftritt von Motorsportlegenden und etlichen Konzerten – ist drei Tage für Action gesorgt (ab Seite 82). Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

THE RED BULLETIN

MARK THOMPSON/GETTY IMAGE (COVER)

Die Sanften und die Wilden


INHALT Juli

FEATURES 34 „Kein Jammern im All“

Teamwork, Fitness, Zehenwackeln gegen Panik: was NASAAstronauten beherrschen und wir von ihnen lernen können.

48 „Eine Platte muss weh tun“ Haltung als Lebensphilosophie ist für den Rapper Marteria kein Rucksack, sondern unerlässliches Erfolgsrezept.

54 Aufwind für den Alltag

Mit den Erfolgsstrategien der Red Bull X-Alps-Athleten lassen sich auch ganz banale Probleme meistern.

62 „Brauche keinen Plan B“

Eine Abfuhr inspirierte die englisch-kosovarische PopSängerin Dua Lipa zu einem ihrer größten Hits.

68 Ein Sommer voller Groove Der Insiderplan für Musikfans, samt einem Festivaltipp für alle Daheimgebliebenen. (Hinweis: Er heißt Red Bull TV.)

74 „... aber nie dumm sein“

Der als Rennfahrer mäßig begabte Christian Horner avancierte mit Mitte 20 zum Teambesitzer und dann zum jüngsten Teamchef der F1: weil er sich Respekt verschaffte.

62 DUA LIPA

Ihre Karriere als Model war ein Flop, dafür ver verläuft die Popkarriere der Sängerin wie am Schnür Schnürchen – wohl auch deshalb.

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BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary

14 Hollywoodstar Josh Duhamel:

„Jeder Job, als wär’s der letzte“

16 Red Bull Air Race in Budapest 18 Tauchabenteuer auf Kuba 19 Alltagshelfer mit 3D-Klang 20 Toll essen auf den Faröern 22 Eiza González, Action-Beauty 24 Bike-Trick fürs Wohnzimmer 26 Land Rover mit Drohne 28 Red Bull X-Fighters in Madrid 30 Tattoos mit Ablaufdatum 32 Übernachten am Abgrund

GUIDE

Get it. Do it. See it. 82 Spielberg Special: 84 86 88 94

JUSTIN BASTIEN, ANDREW WOFFINDEN, ZOOOM.AT/FELIX WOELK/RED BULL CONTENT POOL

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Männer, Musik & Motoren Chronographen mit Charisma Red Bull TV: nicht vergessen! Sales Special: was den Kampf gegen die Elemente vereinfacht Top-Termine in diesem Monat Impressum Makes You Fly: Actionfoto des Monats

AUF ZUM MARS

Aktuell arbeiten die Astronauten 400 Kilometer über dem Raumschiff Erde; das nächste Ziel ist mindestens 55 Millionen Kilometer entfernt.

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RED BULL X-ALPS

Ein Rennen über die Berge von Salzburg nach Monaco, nur per Gleitschirm und zu Fuß – das setzt erstaunliche Energien frei. THE RED BULLETIN

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DAS LEBEN IST EIN PONYHOF.

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BULLEVARD

BLEACHER + EVERARD/CONTOUR BY GETTY IMAGES

LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

JOSH DUHAMEL „PASS AUF, WAS DU DIR WÜNSCHST!“ SEITE 14

Der freundliche Actionstar: zurück als Colonel Lennox in „Transformers: The Last Knight“

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ach einem kleinen Time-out bei „Transformers: Ära des Untergangs“ kehrt Josh Duhamel, 44, im fünften Teil von Michael Bays Block Blockbusterreihe wieder zurück: In „Transformers: The Last Knight“ verkörpert er erneut Colonel Lennox. Früher war Duhamel Model und Seifenoperstar, jetzt schlüpft er in Rollen mit ein wenig mehr Autorität: In „Call of Duty: WWII“ (kommt im November) spielt er einen Feldwebel, im Serienpiloten „Unsolved“ von USA Network untersucht er als Detektiv die Morde an Tupac Shakur und Biggie Smalls. Wir erwischten Duhamel in Los Angeles, wo er mit seiner Frau Fergie lebt, der Sängerin der Black Eyed Peas. the Red bulletin: Der erste „Transformers“-Film wird dieses Jahr zehn Jahre alt. Ist dein Leben jetzt total anders als damals?

Josh Duhamel

Einst fand er die Idee für einen Film mit Spielzeugen schrecklich. Umso dankbarer kehrt er zum fünften Teil des „Transformers“-Franchise zurück.

JEDER JOB, ALS WWÄR’S DER LETZTE 14

josh duhamel: Ich bin sicher ein bisschen grauer geworden. Es ist nicht leicht, Teil eines weltweit so erfolgreichen Franchise zu sein. Ich erinnere mich, dass ich Michael Bays Produzent damals, 2002 oder 2003, wegen eines anderen Films traf und Bay plötzlich den Kopf zur Tür reinsteckte: „Ich will dir was zeigen.“ Und ich: „‚Transformers‘? Wie die Cartoons der Achtziger? Klingt nach einer schreck schrecklichen Idee“ (lacht). Aber ich sah es mir trotzdem an. Und kapierte sofort: Die erfinden es komplett neu. Einen Monat später rief Bay an, damit ich für den Film vorspreche. Dann legten wir los. Solche Dinge versuche ich aber nie für selbstverständlich zu nehmen. Ich behandle jeden Job so, als wäre es mein letzter. Du hast einen Abschluss in Biologie, wolltest Zahnarzt werden. Klingt ein wenig nach: „Ich will ein solides Standbein haben, bevor ich in die Schauspielerei gehe.“ Ich wollte schon immer Schauspieler werden. Aber ich komme aus North Dakota, da hatte ich keine Ahnung, wie ich überhaupt anfangen sollte. Oft fragen mich Leute wegen ihrer Kinder: „Wie helfe ich ihnen, in dieses Business zu kommen?“ Ich antworte dann gern: „Wie wär’s, wenn ihr sie die Schule beenden und erst mal erwachsen werden lasst?“ Du musst vorsichtig mit dem sein, was du dir wünschst. Zur Not kannst du dich immer noch in deine Hütte in Minnesota zurückziehen … Ich brauche meinen Freiraum, das liegt mir im Blut. Die Hütte liegt buchstäblich mitten im Wald, an einem See. Ich ziehe mich gerne dorthin zurück. Welche Lektionen deines Vaters bringst du deinem vierjährigen Sohn Axl bei? Versuch eine Frau zu finden, die ihren Vater liebt. Versuch jemanden zu finden, der optimistisch lebt. Und noch etwas

von neulich: Es war Frühlingsbeginn, der See war aufgetaut und das Wasser sehr kalt. Als ich meinen Fuß eintauchte, sagte ich: „Oh Gott, ich kann da nicht reinspringen. Ich kriege einen Herzinfarkt.“ Und mein Vater: „Komm schon, sei tapfer.“ Also sprang ich. Und ich will, dass mein Sohn auch auf diese Art handelt: nicht rücksichtslos, sondern tapfer. Du führst diesen Sommer zum ersten Mal Regie? Sieht ganz danach aus! Ich schrieb das Drehbuch zusammen mit Jude Weng (einer TVDrehbuchautorin, -Regisseurin und -Produzentin; Anm.). Der Film basiert auf etwas, das meine Jugendfreunde und ich „The Buddy Games“ nennen und jedes Jahr machen: Wir reisen zu zwanzigst nach Montana oder Minnesota und liefern uns regelrechte Wettkämpfe – angefangen von Gokart-Rennen über Paintball und Golf bis hin zu Tischtennis und Wiffleball (einer Art Baseball; Anm.). Es wird auch jede Menge Bier gesoffen. Und im Film geht es vor allem darum, dass Freundschaften immer wichtiger werden, je älter du wirst. Er hat etwas Herzerwärmendes an sich, ist aber auch eine Komödie. „Transformers: The Last Knight“: ab 23. Juni im Kino

THE RED BULLETIN

BLEACHER + EVERARD/CONTOUR BY GETTY IMAGES

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JENNA MAROTTA

BULLEVARD


Steckt Josh Duhamel nicht im Anzug, relaxt er gern in seiner WaldhĂźtte in Minnesota.

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Mutprobe

Die neue Dimension im Motorsport bietet in Budapest auch für die besten Piloten eine Herausforderung der speziellen Art.

DIE FARBE DES FLUSSES

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Unter Brücken durchfliegen kannst du im Normalfall nicht trainieren.“ Ob die Mutprobe – der Entry-Speed beträgt maximal 370 km/h – heuer tatsächlich auf dem Programm steht, entscheidet sich kurzfristig: Ist der Wasserstand zu hoch – und färbt das Hochwasser die Donau graubraun –, geht’s oben drüber statt unten durch. Unterflogen wurde das stählerne Monster erstmals 2001 – von Péter Besenyei, dem Miterfinder des Red Bull Air Race. Der Ungar hat mit Budapest noch eine Rechnung offen: Während seiner aktiven Zeit in der

schnellsten Motorsportserie der Welt konnte er sein Heimrennen nie gewinnen. Vielleicht schafft es ja der neue Lokalmatador, Daniel Genevey. Aufgewachsen in Guadeloupe, lebt Genevy nun in Budapest, startet im ungarischen Kunstflugteam und kann sicher auf Besenyeis Tipps zählen. redbullairrace.com

ROBERT SPERL

as Budapester Rennen der Red Bull Air Race World Championship ist höchst speziell: Der Track liegt als einziger mitten im Stadtzentrum – auch wenn die Piloten sich von der prächtigen Szenerie nicht ablenken lassen. Und: Das Startgate liegt knapp hinter der monumentalen Kettenbrücke, die unterflogen werden muss. Für den aktuellen Weltmeister Matthias Dolderer aus Deutschland stets eine Art Premiere: „Wir Piloten müssen nicht nur den Entry-Speed und das erste Gate voll im Fokus haben, sondern auch die Brücke!

SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL

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BULLEVARD

Und los! Michael Goulian (USA) passiert die KettenbrĂźcke und die Startlinie der Red Bull Air Race World Championship in Budapest.

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Abtauchen

Kubas politische Öffnung ist für Liebhaber intakter Unterwasserwelten eine höchst erfreuliche Nachricht.

ie Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA schwemmt immer heftigere Wellen sonnenverbrannter Gringos nach Havanna. Die sind im Wesentlichen damit beschäf beschäftigt, historische Chevrolet Bel Airs zu bestaunen und zu viele Dollars gegen Drinks einzutauschen. Eine der wahren kubanischen Attraktionen, sechs Busstunden und eine Bootsfahrt von der Inselhauptstadt entfernt, bleibt deshalb ver verschont: Jardines de la Reina, einer der großen magischen Orte der Tauchwelt.

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Zudem sind die karibischen Inseln eine Art Zeitmaschine. Wissenschaftler meinen, dass sich hier wenig verändert hat, seit Christoph Kolumbus zum ersten Mal in der Gegend geschäftlich zu tun hatte. Seit über 20 Jahren hält die italienische Tauchfirma Avalon Outdoor die Tauchrechte. Wegen der Entfernung zum Land bucht man eines ihrer Tauchsafari-Boote oder ein Zimmer in ihrem unglaublichen schwimmenden Hotel. Dann sind bequem zwei, drei Tauchgänge täglich möglich, mit bis zu 40 Meter Sichtweite. www.cubandivingcenters.com ANDREAS TZORTZIS

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Das Unterwasserparadies der diskreten Korallenriffe und der namenlosen Artenvielfalt – 2000 Quadratkilometer groß, rund 80 Kilometer von der Küste entfernt, dekorativ mit Mangroven-Inseln gesprenkelt – ist seit 1996 bekannt. Kubas Behörden haben damals schnell und richtig reagiert. Zunächst wurde die Anzahl der jährlich zugelassenen Taucher auf 1500 beschränkt. Was nötig ist: Nirgendwo ist Tauchen facettenreicher und nachhaltiger, wird es in Maßen betrieben. Während weite Teile des Great Barrier Reef zerstört sind, glänzt Jardines mit noch unberührten Korallenbergen. Die reichen bis in Tiefen, in denen eine Handbreit vor deinem Gesicht Rif Riffhaie promenieren (die ungefährliche, dennoch bis zu 1,80 Meter lange Sorte). Die Schutzverordnung umfasst auch ein Fischereiverbot, von dem nur Hummer ausgenommen sind. Für Taucher bedeutet das: kunterbunte Schwärme von Zackenbarsch, Grunzer und Skalar tummeln sich fröhlich und unbehelligt.

DDP IMAGES, INSIGHT MEDIA

EIN PARADIES IN TÜRKIS

Bissecht: An den Mangroven-Inseln patrouillieren seltene Krokodilarten.

Aug’ in Aug’ mit jeder Menge Riff-, Ammenund Seidenhaien

THE RED BULLETIN


BULLEVARD

Vinci

Ein Kopfhörer als smarter Assistent, der Musik vorschlägt, Termine koordiniert und – bei Bedarf – Pizza bestellt.

Alltagshelfer mit 3DKlangkomfort: Vinci kostet rund 200 Euro.

VINCI

FLORIAN OBKIRCHER

SPRICH MIT DEINEM KOPFHÖRER

THE RED BULLETIN

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or fünf Jahren lernte unser Telefon sprechen, jetzt zieht ein Kopfhörer nach. Anstatt auf Siri hört das erste Paar intelligenter 3D-Kopfhörer auf den Namen Vinci. Und dank seiner vielen Funktionen, die

weit übers Musikhören hinausgehen, könnte Vinci den Audiomarkt revolutionieren. Was kann der Bluetooth-Kopf Bluetooth-Kopfhörer also? Dir Songs vor vorspielen, die du ihm diktierst, klar. Mit einem Betriebssystem ausgestattet (ein Smart-

phone wird für den Betrieb nicht benötigt), verknüpft er außerdem die Accounts deiner Apps – von Spotify über Kalender bis Uber –, entwickelt dar daraus ein Persönlichkeitsprofil und schickt sich an, dir damit den Alltag zu erleichtern. Will heißen: Vinci erkennt Verkehrsprobleme, sucht alternative Routen und bestellt bei Bedarf ein Taxi. Vinci misst beim Joggen die Herzfrequenz und empfiehlt Songs, die zum Lauftempo passen. Falls du nach einer Party hungrig bist, sucht Vinci ein Restaurant, das noch offen hat, oder bestellt Pizza für dich. Ein einfaches „Hey Vinci“ genügt, um den mobilen Assistenten zu aktivieren, der mit 15 Stunden Akkuzeit das Potential hat, dein neuer ständiger Begleiter zu werden. www.vinci.im

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BULLEVARD

„KOKS“

Poul Andrias Ziska erkocht seine Sterne konsequent regional. Auch wenn das auf den FäröerInseln nicht immer einfach ist.

DER BISS DES NORDENS

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er zurzeit stärkste globale kulinarische Trend ist die neue nordische Küche mit ihrem Produkt-Dogma zwischen Exklusivität und Regionalität. Und der neue Champion des genussvollen Zubereitens von Dingen wie Moosen und Rinden ist Poul Andrias Ziska, Chefkoch des Restaurants „KOKS“ in Kirk Kirkjubøur, einem 75-Seelen-Dorf auf den Färöer-Inseln (gesamt nur rund 49.600 Einwohner). Wenig überraschend: Es ist das erste Michelin-prämierte Restaurant des Archipels. Die Abgeschiedenheit der Färöer im nordatlantischen Irgendwo zwischen Schottland und Island führt zu mageren natürlichen Ressourcen – es gibt dort eigentlich nichts, was sich ein Koch so wünscht. Aber Ziska hat die nordische

Küche gerade in seinem meisterlichen Umgang mit diesem Mangel aufs nächste Level gehievt. Der 26-Jährige nimmt deftige Insel-Aromen wie Sauerampfer und Strand-Salzmelde und vermischt sie mit traditionellen färöischen Zutaten. Etwa Schaf Schaffleisch, das so lange in Hütten am Meer trocknet, bis es mit blauem Schimmel überzogen ist: Halb getrocknet heißt es ræst, ganz getrocknet skerpikjøt. Ziska kreiert sogar ein 17-gängiges Menü (um knapp 200 Euro, was auf diesem Niveau sogar wohlfeil zu nennen ist). Einziges Problem: Ziskas Erfolg hat das „KOKS“ zum Fixpunkt auf der Foodie-Landkarte gemacht, wodurch die Tisch-Ressourcen noch knapper sind als die natürlichen. koks.fo

CLAES BECH-POULSEN

JUSTIN HYNES

„KOKS“-Chef Ziska macht in seiner Küche aus jeder natürlichen Ressource ein Kunstwerk: Seeigel mit Petersilie (links), knusprige Kabeljau-Blase (unten)

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THE RED BULLETIN


BULLEVARD Eiza González: „Ich bin ein Fangirl, ein Filmfreak. Mein absoluter Lieblingsfilm ist ‚Reservoir Dogs‘.“

Eiza González

Der Star von „From Dusk Till Dawn: The Series“ verarbeitete im Film „Baby Driver“ eine persönliche Tragödie auf spektakuläre Weise.

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NINO MUNOZ

TOM GUISE

DIE SUCHT NACH ADRENALIN THE RED BULLETIN


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iza González war zwölf, als ihr Vater bei einem Motorradunfall ums Leben kam. 15 Jahre später spielt sie in „Baby Driver“ mit, einem Film über einen Fluchtfahrer namens Baby, der als Kind den tödlichen Autounfall seiner Eltern mitansehen musste. Und seither an Tinnitus leidet, den er durch ständiges Musik Musikhören übertönt. „Die Story berührte mich. Denn im Film geht es um die Sucht nach Adrenalin und Speed, und die kenne auch ich sehr gut“, sagt González. „Ich erbte sie von meinem Vater; er war verrückt nach Autos und Motorrädern. Die Rolle ist meine Hommage an ihn, sie hilft mir, einen schmerzlichen Teil meines Lebens loszulassen. Mein Vater starb, weil er tat, was er liebte – er würde sich sehr freuen, mich gerade in diesem Film zu sehen.“ Eiza gibt freilich gründlichen Anlass zu väterlichem Stolz: Schon mit siebzehn begann ihr kometenhafter Auf Aufstieg. Die Mexikanerin spielte in beiden großen lateinameri-

THE RED BULLETIN

kanischen Serien-Hits „Lola, érase una vez“ und „Sueña conmigo“ jeweils eine Teenagerin, die von einem Leben als Rockstar träumt. Im echten Leben blieb es nicht beim Traum: Eiza veröffentlichte zwei erfolgreiche Solo-Alben, ehe Regisseur Robert Rodriguez sie entdeckte. Er besetzte sie in der Rolle einer sexy Vampirin namens Santánico Pandemonium in „From Dusk Till Dawn: The Series“. González’ Musikgefühl half ihr bei „Baby Driver“, weil so gut wie jede Szene mit Babys vielseitiger Playlist harmoniert. „Wir bekamen das Drehbuch und dazu die Playlist. Als ich zum Vorsprechen fuhr, hörte ich mir die Songs an.“ González’ Charakter im Film, Darling, ist einer authentischen Verbrecherin nachempfunden: Candice, der „Räuberin mit dem Mobiltelefon“, die bei Banküberfällen immer telefonierte. González lernte auch, mit zwei Sturmgewehren gleichzeitig zu schießen („Gott, waren die schwer! Ich musste Gewichte heben, um sie kontrollieren zu können“), und lieferte sich mit Jamie Foxx, Jon Hamm und Ansel Egort wilde Verfolgungsjagden: „Die sehen echt aus, weil sie es sind. Wir saßen 16 Stunden täglich im Auto.“ Der positive Nebeneffekt: „In der Nähe von Robert Rodriguez oder [‚Baby Driver‘-Regisseur] Edgar Wright explodiert meine Kreativität geradezu. Das sind so talentierte Menschen, die das Filmemachen verändert haben. In der Zusammenarbeit ist ihre Energie ansteckend, da kriege ich einen wahren Adrenalinrausch.“ Apropos Adrenalin: Im nächsten Jahr ist González in „Alita: Battle Angel“ zu sehen, einem japanischen Manga, das James Cameron seit 17 Jahren zu verfilmen versucht. Und mit dessen Regie er jetzt Robert Rodriguez betraut hat. babydriver-movie.com

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Crankworx

Das Königsevent der Mountainbike-Szene kommt von 21. bis 25. Juni erstmals nach Innsbruck. Fabio Wibmer bereitet sich schon darauf vor – im Wohnzimmer.

UND JETZT ... MIT GEFÜHL! 24

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eine Videos erreichen Millionen, seine Balance-Skills sind legendär. Außerdem war er 2016 Österreichs Meister im Downhill. Beim Crankworx in Innsbruck wird er neben dem Downhill-Rennen auch den Whip-Contest bestreiten – eine Disziplin, in der es gilt, möglichst kontrolliert außer Kontrolle zu geraten. Die Vor Vorbereitung darauf? Kann jeder machen. Sogar im eigenen Wohnzimmer.

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CARLOS BLANCHARD

Nächste Stufe: auch in der Wohnung rumspringen

THe red bulleTin: Funk­ tioniert das tatsächlich – ein besserer Biker zu werden, ohne die Wohnung zu verlassen? fabio wibmer: Eine Übung, die jeder daheim machen kann: Mit dem Rad am Stand balancieren – braucht kaum Platz, und das Wetter ist keine Ausrede. Du stehst in den Pedalen, der Sattel liegt leicht am Oberschenkel an. Jetzt schlägst du den Lenker leicht ein und versuchst, das Bike durch minimales Vor- und Zurückrollen auszubalancieren. Wie mache ich das genau? Indem du Zug auf die Kette bringst oder reduzierst. Wenn du dich anfangs selbst aus der Balance bringst, kannst du zusätzlich mit der Vorderbremse arbeiten. Und: locker bleiben! Was bringt das Balancieren? Mehr Gefühl fürs Bike. Und damit mehr Sicherheit und Spaß im Gelände. Du wirst sehen, dass du plötzlich Passagen bewältigst, an denen du früher gescheitert bist. Du wirst auch weniger stürzen. Was ist, wenn ich beim Balancieren umfalle? Was soll passieren? Du kannst ja jederzeit die Füße auf den Boden bringen. Du hast keine Geschwindigkeit, und die Möbel sind in der Regel friedlich … meine zumindest. Und wie lange soll ich üben? Früher habe ich das neben dem Fernsehen gemacht. Irgendwann fällt dir nicht mal mehr auf, dass du nicht auf dem Sofa sitzt. Balancieren wird so automatisiert wie Gehen. Noch Tipps? Dreckige Reifen sind nicht so cool. Und Musik hilft. Sie motiviert mich, und die Leistung geht nach oben. Kopfsache. www.crankworx.com/festival/ innsbruck

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*Gültig nur bei den österreichischen Netzbetreibern. Solange der Vorrat reicht. © 2017 Sony Mobile Communications Inc. © 2017 Sony Europe Limited


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Ein Fall für 007

Land Rover baut den ultimativen Lebensretter für das Rote Kreuz – mit an Bord: eine Aufklärungsdrohne.

ICH SEH, ICH SEH, WAS DU NICHT SIEHST

ie gut, die nötigen Spezialisten im eigenen Haus zu haben: Als Land Rover das ultimative Rotkreuz-Rettungsfahrzeug bauen will, muss man sich nur an das SpecialVehicle-Operations(SVO)Department wenden, das bei Jaguar Land Rover für die PSstarken Versionen zuständig ist – und den Bau der JamesBond-Filmfahrzeuge. Das Ergebnis heißt „Project Hero“, Basis ist der 6-Zylinder-240-PSDiscovery mit ausgefeiltem Allradantrieb. Innen haben die SV SVO-J ungs all das installiert,

was Rotkreuzhelfer brauchen – Funkanlage inklusive. Der Clou ist die auf dem Dach montierte Drohne, gesteuert über eine simple Tablet-App. Damit können die Helfer die Umgebung des Discovery er erkunden und sich – entscheidend im Katastrophenfall – aus der Vogelperspektive einen Überblick verschaffen. Eine brandneue Magnethalte-Technologie erlaubt Starts und Landungen auch während der Fahrt. Ebenso können Kamerabilder während der Fahrt live ins Auto übertragen werden. Zum Einsatz kommt der Hero zunächst ein Jahr lang am steirischen Erzberg – wo’s brutal genug zugeht, die RotkreuzTeams perfekt auszubilden. www.landrover.com

LAND ROVER

ROBERT SPERL

„Project Hero“: Die Auf­ klärungsdrohne startet vom Dach des Discovery.

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Ein Heer von Möglichkeiten.

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Auf zu neuen Horizonten. MIT SICHERHEIT.

Foto: Bundesheer/FISCHER MAXIMILIAN

Den Luftraum überwachen, sichern und verteidigen. Und dort helfen, wo andere an ihre Grenzen stoßen. Ob im Hubschrauber oder Jet – die Herausforderungen beim Bundesheer sind vielfältig.


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JOERG MITTER/RED BULL CONTENT POOL, JEAN-FRANÇOIS MUGUET

PIERRE-HENRI CAMY


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Freestyle Motocross

Fliegende Motocross-Maschinen, eine Arena voller Tricks und ein Held namens Tom Pagès. Die Red Bull X-Fighters verblüffen in Madrid mit einer Show der Einzigartigkeit.

HAUSGEMACHTER NERVENKITZEL

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eim Freestyle-Motocross-Wettkampf der Red Bull X-Fighters in der Arena de Las Ventas in Madrid hat entspannte Gelassenheit keine Chance. Die Maschinen fliegen in extremer Choreographie durch die Luft. Die Fahrer reihen einen famosen Trick an den nächsten. Die Zuschauer in diesem Hexenkessel folgen dem Spektakel atemlos, aber nie lautlos: „Mir kommt vor, als wär’s jedes Jahr lauter und als kämen immer mehr Leute“, sagt Tom Pagès, der es als Sieger der vergangenen vier Veranstaltungen wissen muss. Für viele der 24.000 Fans ist der 32-jährige Franzose der Held des Abends und sein Applaus ein Gradmesser, was er sich wieder hat einfallen lassen. Pagès reicht es nicht, zu glänzen – er ist innovativ und verändert permanent seine Show: „Erst Kreativität macht diesen Sport interessant und spielerisch. Es gefällt mir, anders zu sein, es motiviert mich.“ Seine Devise ist simpel, eine Verbeugung vor dem Publikum: „Nach Madrid ohne neuen Trick? Niemals!“ Für jene, die nicht in der Arena de Las Ventas dabei sein können, aber über Red Bull TV am 7. Juli die Live-Übertragung mitverfolgen, hat Pagès einen Tipp: „Worauf sich konzentrieren? Die Tricks sprechen für sich, die Schwierigkeit liegt im Risiko und in der Dimension. Style ist wichtig, aber der Fluss der Aktionen der entscheidende Faktor.“ redbullxfighters.com

Damals im Juni 2016: Die Arena hält den Atem an – und Tom Pagès die Zeit.

Tom Pagès, 32: einer der Helden im internationalen FMX-Geschehen THE RED BULLETIN

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BULLEVARD Dieser Herr sieht in einem Jahr vielleicht ganz anders aus.

Vergängliche Kunst

Originalität ist eine Tugend mit Ablaufdatum.

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Nun könnte das ein Ende haben, zumindest die Sache mit der Ewigkeit: Das New Yorker Start­up Ephemeral verspricht Tattoos, die nach einem Jahr wieder verschwin­ den. Die Idee dazu kam NYU­ Absolvent Seung Shin. Er hatte sich 2011 ein Tattoo stechen lassen, das bei seiner Familie nicht gut ankam. Weil die Ent­ fernung mittels Laser teuer und schmerzhaft war, suchte Shin eine bessere Lösung. Und fand sie in einer simplen Tech­ nologie: Normale Tätowierun­ gen bleiben dauerhaft, weil die Farbstoffmoleküle zu groß sind, um vom Immunsystem aufgespalten zu werden. Ephemerals Tinte besteht aus kleineren Molekülen, die in kompakter Verbindung stehen. Diese ist stark genug, um dem Immunsystem zu widerstehen, kollabiert aber nach einem Jahr. Danach kann man das Tattoo entfernen, oder man lässt es einfach ver ver­ blassen. Wem ein Jahr zu lang dauert: Ephemeral entwickelt

RENDEZVOUS MIT DER EWIGKEIT mittlerweile auch 3­ und 6­Monats­Varianten. ­ ­Varianten. Im Sommer 2018 eröffnet Ephemeral das erste Studio in New York, ein durchschnittlich großes Tattoo wird 50 bis 100 Dollar kosten. Und in 3000 Jahren werden es Historiker schwerhaben, Mumien dieses Jahrhunderts mit witzigen Tattoos von Homer Simpsons Kopf auf dem Po zu finden. ephemeraltattoos.com

TOM GUISE

örperkunst ist weit­ aus älter als unsere Geschichtsschreibung (Tat­ toos fanden sich schon auf 3000 Jahre alten ägyptischen Mumien) und überwindet locker alle gesellschaftlichen Grenzen: Mitglieder traditio­ neller Stämme, Verbrecher oder Soldaten schmücken ihre Haut ebenso wie Matrosen und Modefreaks, auf der Suche nach Status, Ausdruck, Schmerz und Ewigkeit.

GETTY IMAGES

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Nichts ist für immer: Bald kannst du dir sogar ein Tattoo stechen lassen, das mit der Zeit ganz von selbst verschwindet.

THE RED BULLETIN


2017


BULLEVARD

Sky Lodge

In diesem Abenteuerhotel in Peru schläft der Besucher in einer Felswand – über 400 Meter Abgrund.

SCHLAFEN WIE EIN STEINADLER

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THe red bulleTin: Wie kam dir die Idee zum Felshotel? ario ferri: Vor neun Jahren kam ich hierher, um einen Klettersteig zu bauen. Die Arbeit daran dauerte über ein Jahr, meistens schlief ich in Portaledge­Zelten in der Fels­ wand. Dieses tolle Gefühl wollte ich mit anderen teilen. Welcher Komfort wird den Besuchern geboten? Die drei Kapseln, die ich selbst gebaut habe, sind jeweils mit drei Betten und vier Tischen ausgestattet. Der Strom für die Lampen kommt aus Solar Solar­ zellen an den Kapseln. Was, wenn ich in der Nacht

auf die Toilette muss? Keine Sorge, es gibt in der Kapsel ein abgetrenntes Bade­ zimmer mit Toilette und Waschbecken. Und für die Katzendusche am Morgen steht täglich ein 25­Liter­ Liter Liter­ Wasserkanister bereit. Wird das Frühstück ans Bett serviert? Das war bis vor kurzem tat­ sächlich so, mittlerweile gibt’s aber eine vierte Kapsel, einen Speiseraum, den die Gäste über eine waagrechte Traverse erreichen. Man kann sagen: Bei uns ist bereits der Weg zum Frühstück ein Abenteuer. naturavive.com

FLORIAN OBKIRCHER

er Aufzug ins Hotel­ zimmer? Keine Chance. Wer hier in sein Quartier – drei an Stahlseilen hängende Glas­ zylinder – gelangen will, muss kräftig schwitzen: zwei Stun­ den Aufstieg via Klettersteig, 400 Höhenmeter über dem Tal. Vor drei Jahren im Heiligen Tal in Peru eröffnet, hat sich Skylodge Adventure Suites mittlerweile als eines der extremsten Hotels der Welt etabliert. Hier der Betreiber Ario Ferri, 37, im Interview.

NATURA VIVE

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Bereit für die Heia in luftiger Höhe? Für 425 Euro pro Nacht (samt Frühstück und Gourmet-Dinner) kann man auf airbnb.com eine Suite buchen. Tipp: drei, vier Monate im Voraus anfragen

THE RED BULLETIN


DER HEADLINER DES SOMMERS. DIE RED BULL SUMMER EDITION.

EBNIS FESTIVAL ERL S AUF DES SOMMER IKESUMMER IL / M O .C L L U B RED E UNTER SICHERN. COD LASCHE. JEDER DOSEN

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ANOTHER DAY AT THE OFFICE Weniger als 220 Menschen qualifizierten sich bisher für Spaziergänge im Weltall. Aber wie bereiten sich Astronauten auf die gefährlichste Mission ihrer Karriere vor?

NASA

TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER FOTOS: JUSTIN BASTIEN


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SEIT 1961 TRAINIEREN NASA-ASTRONAUTEN AM JOHNSON SPACE CENTER IN TEXAS FÜR DIE GRÖSSTEN ABENTEUER DER MENSCHHEIT: FLÜGE INS WELTALL, DAS ÜBERLEBEN AUF RAUMSTATIONEN, DIE REISE ZU FERNEN PLANETEN. ZU BESUCH IM WELTRAUM-BOOTCAMP, BEI DEN EXPERTEN FÜR TEAMWORK, FITNESS UND DAS AUSRADIEREN VON KOMFORTZONEN.

IM POOL Im Neutral Buoyancy Laboratory in Houston üben A ­ stronauten All-Spaziergänge unter Bedingungen, die der Schwerelosigkeit im Weltraum ähneln. Auf dem Boden des hangar­großen Beckens liegt ein Modell der Internationalen Raumstation.


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DER GIGANT Saturn-V-Rakete (Gesamtlänge: 110 Meter) im ­Rocket-Park-Museum in Houston. Die größten je gebauten ­Raketentypen der NASA brachten zwischen 1968 und 1972 24 Astronauten zum Mond.

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ZENTIMETERARBEIT Am Systems Engineering Simulator trainieren ­Astronauten das Andocken von Flugobjekten an die Inter­nationale Raum­ station. Im Bild: eine japanische Versorgungs­kapsel, die auf den Roboterarm der ISS (oben li.) zuschwebt.


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NASA

ie Reise ins Weltall beginnt hinter einem mausgrauen Maschendrahtzaun. Es ist sieben Uhr früh am Eingang des Lyndon B. Johnson Space Center, eine Autostunde südlich von Houston. Klobige Bürogebäude, ein Netz aus endlosen Verbindungsstraßen: Nichts weist darauf hin, dass hier an der Golfküste von Texas die Grenzen des menschlichen Lebensraums verschoben werden. Seit fünf Jahrzehnten übt das Astronauten-Corps der NASA – aktuell 30 Männer und 14 Frauen – in Houston das Überleben im Weltall, unterstützt von 3200 Technikern und Ingenieuren. An kaum einem anderen Ort der Welt arbeiten so viele hochqualifizierte Menschen gemeinsam an der Lösung komplexer Probleme. An kaum einem anderen Ort lernt man mehr über Teamwork, Selbstvertrauen, Angst und weitsichtiges Handeln. The Red Bulletin sprach drei Tage lang mit Veteranen, Ausbildern und Top-Absolventen aktueller Astronauten-Klassen. Das Ergebnis: ein NASA-Trainings-Guide für den Weltraum, mit ExpertenTipps für das Leben auf der Erde.

SO WIRST DU ASTRONAUT EXPERTE: CHRIS CASSIDY (47) STATUS: CHEF-ASTRONAUT DER NASA TAGE IM WELTALL: 181 FRÜHERER BERUF: NAVY SEAL

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he red bulletin: Herr Cassidy, als Chief of the Astronaut Office verantworten Sie das Training und die Auswahl neuer NASA-Astronauten. Was müsste ich besonders gut können, um in Ihr Team zu kommen? chris cassidy: Sie müssen sich gut mit Ihren Kollegen verstehen und in schwierigsten Situationen Ihren Job erledigen. Außerdem sollten Sie ein guter Teamplayer sein, klug, belastbar, technisch top ausgebildet … … uff. Ein schwieriger Job, ich weiß. So wie die Kandidatensuche selbst. Wir verlassen

Cassidys All-Premiere: Start des Space Shuttle „Endeavour“ am 15. Juli 2009 in Florida

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uns nicht auf Zeugnisse. Der Jahrgangsbeste einer Top-Uni ist nicht zwangsläufig ein guter Astronaut. Wer ist ein guter Astronaut? Jemand, der blitzschnell Prioritäten setzen kann. Bei Flügen ins All passieren viele wichtige Dinge gleichzeitig. Ein Astronaut fragt immer: „Was ist das nächste Problem, das mich töten könnte?“ Sie haben 181 Tage im All verbracht. Was war die gefährlichste Situation, die Sie erlebt haben? Die beiden Rückflüge von der Inter Internationalen Raumstation (ISS) auf die Erde. Wenn deine Raumkapsel innerhalb von 45 Minuten von 28.000 km/h auf

„DER ASTRONAUTENTRICK GEGEN PANIK? WACKLE MIT DEN ZEHEN.“ null bremst. Und natürlich Spacewalks. Du verlässt die schützende Hülle der Raumstation, um an der Außenhaut der ISS zu arbeiten. So wie Sie das erzählen, klingt das lapidar. Wahrscheinlich liegt das an Ihrem Lebenslauf. Sie sind einer von nur zwei Menschen, die sowohl das Navy-SEALals auch das NASA-Auswahlverfahren geschafft haben. Was ist Ihr Geheimnis? Der Trick ist, zwischen zwei Gemütszuständen zu unterscheiden: „Ich schaffe das“ oder „Diese Aufgabe überwältigt mich. Ich brauche Hilfe“. Das ist alles? Sie fragen um Hilfe? Exakt. Stellen Sie sich Menschen als Gefäße vor. Ist Ihr Gefäß voll, müssen Sie Aufgaben an Kollegen abgeben. Haben Sie Platz, nehmen Sie den Kollegen Aufgaben ab. Ein guter Teamplayer sieht, wenn ein Kollege Hilfe braucht. Das ist mir im SEAL-Training oft passiert. Mit Teamwork meisterst du die schwierigsten Aufgaben. Schwierige Aufgaben tauchen im Weltall oft spontan auf. Welchen Trick lehren Sie junge Astronauten, die trotz ihres Trainings in Panik geraten? Wackle mit den Zehen. Sie machen Witze. Absolut nicht. Mit den Zehen wackeln ist unglaublich entspannend. Es bringt dich zumindest für einige Sekunden runter. Danach kannst du dich neu orientieren. 41


„BEI JETFLÜGEN KANN JEDER FEHLER FATAL ENDEN. DAS STÄRKT DIE NERVEN.“ VICTOR GLOVER, ASTRONAUT

DIE FLOTTE Am Ellington Air Field nahe Houston wartet die NASA ihre 20 Überschall-Trainings-Jets vom Typ Northrop T-38. Mindestens vier Flugstunden pro Monat sind für Astronauten Pflicht, um ihre Entscheidungskompetenz in Stresssituationen zu schulen.


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SO TRAINIERST DU FÜR DEN ERSTEN ALL-FLUG EXPERTE: VICTOR GLOVER (41) STATUS: TOP-8-ABSOLVENT AUS 6000 ASTRONAUTEN-BEWERBERN TAGE IM WELTALL: 0 FRÜHERER BERUF: F/A-18-KAMPFPILOT

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he red bulletin: Herr Glover, was macht Sie so besonders? victor glover: Wie meinen Sie das? Sie sind einer von acht Mitgliedern der Astronautenklasse von 2013. Um die acht Jobs hatten sich mehr als 6000 Kandidaten beworben. Warum bekamen ausgerechnet Sie die Stelle? Schwierige Frage. Die NASA begründet ihre Entscheidungen nicht. Und ab einer bestimmten Phase des Auswahlverfahrens sind alle Lebensläufe imposant: Militär Militär-

piloten mit Einsatz-Erfahrung, Wissenschaftler, die in der Antarktis geforscht haben. Die Entscheidung fällt letztendlich nach zwei finalen Interviews. Wie laufen die Job-Interviews der NASA ab? Du sitzt vor einer Kommission aus Astronauten und Psychologen. Im ersten Interview wollen sie dich kennenlernen. Im zweiten sezieren sie gezielt Punkte aus deiner Biografie. Es ist kein technisches, sondern ein Interview, das auf dein Ver Verhalten zielt. Deshalb kann man sich nicht darauf vorbereiten. Ich schätze mal, Sie haben sich trotzdem vorbereitet. Ich habe versucht, eine universelle Theorie in meine Antworten einzubauen. Das ist ein guter Tipp für Vorstellungsgespräche: Such dir einen roten Faden. Was war Ihr roter Faden? Dienst als Lebenshaltung. Ich war Nachhilfelehrer an der Highschool, habe Piloten ausgebildet, meinem Land als Kampfpilot gedient. Ich habe viel über meine Familie gesprochen und über die Erziehung meiner vier Töchter. Aber ob das ausschlaggebend war? Vielleicht habe ich einen guten Witz erzählt. Oder der NASA hat mein Gedicht gefallen …

Simulierte Mars-Rundfahrt: Astronaut Victor Glover im Cockpit des Space Exploration Vehicle

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Moment! Sie mussten ein Gedicht schreiben, um Astronaut zu werden? Ja. Die Aufgabe lautete: Verfasse einen Tweet, einen Limerick oder ein Gedicht. Würden Sie … Eyes fixed, gazing off into space/My mind in awe of the human race/This is all dizzy­ ing to me/Because I gave so much blood and pee./Happy to be here, vice the colo­ noscopy place. (Übersetzung der letzten Zeile: „Ich bin froh, hier zu sein, statt bei der Darmspiegelung“ – ein Teil des medizinischen Aufnahmetests; Anm.) Offensichtlich hat der NASA Ihr Humor gefallen. Was war Ihre Strategie, falls Sie eine Frage aus Ihrer Komfortzone geworfen hätte? Ich habe keine Komfortzone. Oh. Okay. Ich habe der NASA erzählt, dass ich einmal beinahe einen F/A-18-Kampfjet gecrasht hätte – während einer Flugshow. Und was ich daraus gelernt habe. Klar ist so eine Story ein Risiko in einem Job-Interview. Aber Astronauten müssen offen mit Fehlern umgehen. Und wenn du offen über Fehler sprechen kannst, bringt dich so schnell nichts aus dem Konzept. Nachdem Sie es in die NASA geschafft hatten, mussten Sie wie jeder Neuling das zweijährige AstronautenKandidaten-Training absolvieren. Sie fielen aus den Top-acht von 6000 Bewerbern innerhalb von 24 Stunden in die Position des Schülers zurück. Wie kam ein High-Performer wie Sie mit diesem Statusverlust zurecht? Sehr gut. Weil im Astronautentraining auf jeden eine neue Herausforderung wartet. Ehemalige Ingenieure müssen russische Vokabeln lernen. Top-Wissenschaftler sitzen im Schüler-Cockpit eines Überschall-Jets. Außerdem lernst du von den Besten. In meinem Büro arbeiten Astronauten, die auf gigantischen Bomben gesessen sind, um ins All zu fliegen. Apropos: Welches Ziel würden Sie auf Ihrer ersten Mission gern anfliegen? Die Chancen stehen gut, dass jemand aus meiner Klasse den ersten bemannten Flug der Orion-Kapsel durchführen wird (das neueste Raumfahrzeug der NASA, der erste bemannte Flug ist für 2019 geplant, Anm.). Mein Traum ist es, auf dem Mond zu landen. Wir haben seine Erforschung in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt. Dabei ist der Mond unsere Schnittstelle ins Universum.

„DIE NASA PRÜFT AUCH KREATIVITÄT. ICH MUSSTE EIN GEDICHT SCHREIBEN.“

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DIE LEGENDE Anzug des NASA-Astronauten John Young für den ersten ­Testflug des Space Shuttle 1981. Als bisher einziger Mensch ­pilotierte der Amerikaner vier Raumschiffe: Gemini- und ApolloKapsel, Mondlandefähre und Space Shuttle.


Astronaut Tom Marshburn im Virtual-Reality-Labor in Houston: „Sie lassen dich im All taumeln.“

SO ÜBERLEBST DU IM WELTRAUM EXPERTE: TOM MARSHBURN (56) STATUS: AKTIVER ASTRONAUT TAGE IM WELTALL: 161 FRÜHERER BERUF: FLUGARZT

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he red bulletin: Herr Marshburn, Sie haben fünfeinhalb Monate auf der ISS gelebt und mit Kollegen aus Kanada und Russland auf engstem Raum gearbeitet. Wie lautet die wich­ tigste Regel für das Zusammenleben im Weltall? tom marshburn: Sorg dafür, dass deine Kollegen nicht hinter dir herräumen müssen. Das klingt eher nach der wichtigsten Regel für das Zusammenleben in WGs. Aber sie stimmt. Jeder hat Stärken und 46

Schwächen. Also musst du deine Schwächen so gut wie möglich optimieren. Mach deine Arbeit. Lass dein Werkzeug nicht herumschweben. Diese kleinen Dinge addieren sich. Wie regeln Sie Streit auf der Internatio­ nalen Raumstation? Gib Input. Wenn dein Commander oder die Gruppe anders entscheiden, nimm die Entscheidung an. Für Führungspersonen gilt: Mach klar, dass alle deiner Vision folgen. Welche Visionen haben Führungs­ personen im Weltall? Mein Kommandant Chris Hadfield hatte drei: 1. Überleben. 2. Den Job erledigen. 3. Eine gute Zeit haben. Nummer drei klingt nicht wichtig. Ist es aber, wenn du so lange in einer stressvollen Umgebung lebst. Die ISS kostete 150 Milliarden Dollar, Weltraumfahrer aus 18 Nationen haben sie bisher „bereist“. Wie schweißt man derart internationale Teams jedes Mal neu zusammen? Wir versuchen, uns so gut wie möglich kennenzulernen – bevor wir fliegen und später an Bord. Als ich 2012 mit meinem russischen Kollegen Weihnachten auf der ISS feierte, erzählten wir einander

unsere Weihnachtsbräuche von zu Hause. Persönliche Erlebnisse teilen ist ein gutes Mittel für Teambuilding. Ein anderes sind gemeinsam über­ standene Gefahren. Sie wurden am 11. Mai 2013 auf einen Notfall­Space­ walk geschickt, um ein Ammoniak Ammoniak­Leck zu reparieren. Normalerweise werden Allspaziergänge neun Wochen im Voraus geplant. Sie und Chris Cassidy hatten 36 Stunden Zeit, um sich vorzu­ bereiten. Kann man solche Situationen einüben? Auch das war eine gute Lektion in Teamwork und im Straffen von Arbeitsabläufen. Ich klappte damals meinen Laptop auf der ISS auf und startete das Virtual-RealityProgramm. Damit kann ich mir jeden Quadratzentimeter der Raumstation von außen ansehen und einprägen. Es gibt diese Horrorszenen aus Science­ Fiction­Filmen, in denen der Astronaut bei Außenarbeiten den Halt verliert und in die Unendlichkeit des Weltalls davonschwebt … Unwahrscheinlich, weil du durch den Roboterarm der ISS oder eine Leine gesichert bist. Aber selbst diesen Notfall trainieren wir in Houston. Du setzt den VR-Helm auf, die Programmierer beamen dich vor ein detailgetreues Modell der ISS und lassen dich dreißig Sekunden lang taumeln, bis dir schwindelig wird. Dann hast du dreißig Sekunden Zeit, um mit den Jet-Düsen in deinem Rucksack zurück zur Station zu steuern. Die Schwierigkeit: Du hast nur einen Versuch, um richtig zu zielen. Der erste Strahl muss sitzen. Nutzen Sie Fähig­ keiten, die Sie im Weltall lernen, eigentlich auch im täglichen Leben? Klar. Ich kann zum Beispiel Frustration und Bedauern blitzschnell in etwas Nützliches umwandeln. Wie bitte geht das? Ganz einfach: Überwinde dein Ego. Frust ist oft keine objektive, sondern eine ichbezogene Reaktion. Im Weltraum hast du aber gar keine Zeit, um auszuflippen, falls etwas nicht nach deiner Vorstellung läuft. Und auf der Erde? Das Auto vor mir bleibt an der Ampel stehen, obwohl es längst grün ist. Soll ich mich ärgern? Wegen einer Minute Zeitverlust? Ich denke nicht.

„MEIN TIPP: ÜBERWINDE DEIN EGO. IM WELTALL HAST DU KEINE ZEIT ZU JAMMERN.“

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NASAASTRONAUT WERDEN IN VIER SCHRITTEN 1. VORAUSSETZUNGEN: USStaatsbürgerschaft, Bachelor-Diplom in Ingenieurwesen, Biologie, Mathematik, Physik oder verwandten Fächern. Drei Jahre Forschungstätigkeit oder 1000 Jet-Flugstunden. 2. KANDIDATEN-SUCHE: Steigt je nach Bedarf alle zwei bis fünf Jahre. Schick eine schriftliche Bewerbung, absolviere mehrstufige Medizin-Tests und Interviews. Die besten (von bis zu 18.300) Bewerbern schickt die NASA als „Astronaut Candidates“ zum zweijährigen Basistraining nach Houston. 3. AUSBILDUNG: (u. a.) OutdoorSurvival-Training, Simulation von Störfällen in Modellen der ISS, RussischUnterricht und Spacewalk-Training im NASA-Pool. Nach zwei Jahren bist du „aktiver Astronaut“ und kannst für All-Missionen eingesetzt werden. 4. MISSIONEN: Die Vorbereitung von All-Flügen, Arbeit mit NASA-Partnern (z. B: SpaceX). Flüge zur ISS (vier pro Jahr), zum Mond (ab 2019) oder Mars (ca. 2030).

DEIN WORKOUT FÜR DIE MARS-MISSION EXPERTE: REID WISEMAN (41) STATUS: AKTIVER ASTRONAUT TAGE IM WELTALL: 165 FRÜHERER BERUF: TESTPILOT

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he red bulletin: Herr Wiseman, wir wollen über Astronauten-Fitness reden. Was ist der körperlich anstrengendste Part Ihres Berufes? reid wiseman: Die sechs- bis achtstündigen Einsätze in unseren Extravehicular Mobility Units, den Raumanzügen. Sobald der Anzug druckdicht ist, wird er fast starr. Du kannst deine Ellenbogen nicht heben, deine Arme nur in eine Richtung bewegen, deine einzige Verpflegung ist Wasser aus einem dünnen Strohhalm. Klingt anstrengend.

Space-Fitness: Mit Übungen am Advanced Resistive Exercise Device bekämpfen Astronauten an Bord der ISS den Knochenschwund im All (im Bild das Gerät in Houston).

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Zunächst ist es erträglich. Aber nach vier bis fünf Stunden wirst du müde. Wie bekämpft man Müdigkeit im All? Double-Checks in die Arbeitsabläufe einbauen. Sicherstellen, dass jede Bewegung korrekt ausgeführt wird. Wenn das nicht mehr geht: allmählicher Rückzug in die Raumstation. Das ist keine Schande. Na ja, immerhin würden Sie einen Spacewalk abbrechen, dessen Planung mehrere Millionen Dollar gekostet hat. So viel Mumm musst du haben. Wenn du im Weltall stirbst, hilft das niemandem. Wie halten sich NASA-Astronauten für körperlich anstrengende Missionen fit? Ich setze auf Vielfalt: Laufen, Intervalltraining, Crossfit, High-Intensity-Training und Gewichtheben. Haben Sie auch manchmal keine Lust zu trainieren? Klar. Der Trick ist: Du musst es schaffen, deine Trainingskleidung anzuziehen. Dann passiert der Rest von selbst. In Ihrem Beruf ist körperliche Gesundheit ein sensibles Thema. Erhöhter Blutdruck kann eine AstronautenKarriere zerstören, ein verstauchter Knöchel einen All-Flug verhindern. Wie beeinflusst das Ihr Leben? Gar nicht, bis zirka ein Jahr vor dem Start. Dann denkst du ständig daran. Ich kenne Astronauten, die sich einen Monat vor dem Start verletzt haben. Du baust dir eine Sicherheitsblase. Verstaust dein Rad im Schuppen. Fährst ohne Ski in den Familien-Skiurlaub. Du versuchst ein normales Leben zu führen, während du jedes Risiko meidest. Die NASA will in den 2030er Jahren die ersten Menschen zum Mars schicken. Hält unser Körper einem mehrjährigen All-Flug überhaupt stand? Das erforschen wir gerade. Wir haben den Astronauten Scott Kelly für 340 Tage am Stück ins All geschickt. Um zu verstehen, wie sich ein so lange der Schwerelosigkeit ausgesetzter Körper verhält. Was ist mit den mentalen Hürden? Bewältigt unser Hirn die Mars-Reise? Es ist wichtig, die Erwartungen von Beginn an präzis zu definieren: sechs Monate im Raumschiff, 500 Tage auf dem Mars, sechs Monate Rückflug. Das ist für das Gehirn verwertbar. Schwierig wären Störfälle: Du fliegst zum Mars. Kreist 500 Tage um den Planeten, ohne ihn zu betreten. Wir hatten Kollegen auf der ISS, deren Aufenthalt unerwartet verlängert wurde. Das ist mental belastend. Was haben Ihre Kollegen gemacht? Sich auf die neue Situation eingestellt. Und ihren Job erledigt. Weltall-Updates: instagram.com/nasajohnson 47


„HIP-HOP IST DER GRÖSSTE Nazis, Avocados, Neugier und Angst: Marteria über Haltung als Lebensphilosophie als Erfolgsrezept.

GRUNDSATZ ÜBERHAUPT!“ 48


Interview: Daniel Schieferdecker Fotos: Robert Wunsch


the red bulletin: Welche Grundsätze geben deinem Leben Struktur? marteria: Links sein. Sich einbringen, für andere einsetzen. Austausch. Und natürlich Hip-Hop. Hip-Hop ist eine Musikrichtung, kein Grundsatz. Doch. Hip-Hop verbindet Gemeinschaft, Toleranz, Kreativität, Selbstverwirk Selbstverwirklichung. Er steht für Anerkennung und Respekt, für mit- statt gegeneinander, es ist eine Sammlung an Werten. Hip-Hop ist der größte Grundsatz überhaupt! Ohne dir nahetreten zu wollen, aber Hip-Hop steht doch auch für Anti-, auf die Fresse, Abgrenzung. Für mich nicht. Früher war das auch nicht so, da wurden Rapper nicht als Schwuchteln bezeichnet, da wurden Schwule vor solchen Anfeindungen beschützt. Hip-Hop hat sich immer für Minderheiten stark gemacht. Das ist die Haltung, die ich verinnerlicht habe. Erstaunlich für jemanden, der in den 1980ern in Rostock als Sohn einer alleinerziehenden Mutter aufwuchs. Meine Prägung kommt übrigens ganz klar von meiner Mutter. Die war immer schon links und in der Friedensbewegung aktiv – das hat sie mir mitgegeben. Weißt du, was mein erstes Konzert war?

„WENN MAN EINE STIMME HAT, MUSS MAN SIE AUCH EINSETZEN“, SAGT RAP-SUPERSTAR MARTERIA.

Der 34-jährige geborene Rostocker, bürgerlich Marten Laciny, lebt und arbeitet konsequent nach diesem Grundsatz, exponiert sich, bezieht politisch und gesellschaftlich Stellung, engagiert sich für Wohltätigkeitsorganisationen – und ist gerade deswegen einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart. „Haltung ist ein Gerüst von Grundsätzen, die dem Leben erst Struktur geben“, sagt er.

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Nein. Ton Steine Scherben in Ost-Berlin, zu denen hat mich meine Mutter mitgenommen. Ich bin eingeschlafen. Schäm dich. Hey, ich war vier (grinst). Meine Mutter war es, die mir beigebracht hat, anderen Menschen und Kulturen gegenüber offen zu sein, und sie hat mir einen extrem wichtigen Satz mitgegeben: „Die Neugier muss immer größer sein als die Angst.“ Dann war da später wohl kein Platz für eine Rebellionsphase als Teenager? Ganz im Gegenteil. Ich habe richtig viel Scheiße gebaut: Autos geknackt, geklaut, S-Bahn gesurft – ich habe jeden Tag mit einer Mischung aus Wahn- und Leichtsinn mein Leben riskiert. Wenn ich damals nicht Fußball für mich entdeckt hätte (Marteria war Nachwuchsspieler bei Hansa Rostock, wurde sogar ins deutsche U17-Nationalteam einberufen; Anm.), hätte wirklich alles passieren können. Wie gehst du mit Haltungen um, die deinen widersprechen? Ich akzeptiere sie. Mit einer Ausnahme: Nazis. Deren Mindstate spricht gegen alles, was ich bin und wie ich die Welt sehe. Aber selbst mit denen rede ich und höre mir ihre Argumente an. Auch wenn die immer schlechter sind als meine. Mit Nazis diskutieren, was bringt das? In der Schule hatten wir drei Nazis in der Klasse. Statt mich mit denen zu prügeln, habe ich mit ihnen gequatscht. Und was ist passiert? Zwei Wochen später hat einer seine Bomberjacke gegen Baggy Pants getauscht und Rap gehört. Alles nur, weil ich mit ihm geredet habe, statt ihm aufs Maul zu hauen. Auch ich hatte bei meiner Mutter gesehen, welche Kraft das Miteinanderreden hat. Sie war Lehrerin in Rostock und hat mich als Achtjährigen, das war kurz nach der Wende, mal auf eine Klassenfahrt ihrer neunten Klasse nach Niedersachsen mitgenommen. Plötzlich sind Skins in die Jugendherberge eingeritten, einer hat die Tür mit ’nem Beil eingeschlagen, die anderen hatten Baseballschläger in der Hand. Die wollten uns Ossis auf die Fresse hauen. Meine Mutter hat sich vor die gesamte Klasse gestellt und die Nazis gefragt, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Sie hat mit denen diskutiert, geredet und geredet – über eine Stunde! Irgendwann ist der Anführer eingeknickt und hat fast angefangen zu heulen. Meine Mutter hat nicht mal die Polizei gerufen, hat das so mit denen geregelt. Vor diesem Hintergrund ist es einiger einigermaßen überraschend, dass du die politischen Messages in deinen Songs nicht deutlicher formulierst. „Glaubt mir, ihr 51


könnt nicht wollen, dass wir gehen/ Die meisten Fremden haben immer etwas Neues zu geben“, singst du zum Beispiel in „Aliens“. Poetisch, ja, aber kommt die Message auch an? Ich mag keine politischen Statements, die mit der Keule kommen. Man kann mit Songs auch Inhalte vermitteln, wenn die Leute dazu tanzen. Das bringt viel mehr. Du engagierst dich bei „Rock gegen rechts“-Konzerten, für Obdachlose oder für eine bessere Trinkwasser Trinkwasserversorgung in Ländern der Dritten Welt. Du tust das alles, weil …? … ich da Bock drauf habe! Der alte Künstler-Anspruch, die Welt zu retten? Die Welt retten kann man nicht. Aber man kann kleine Dinge verändern, die dich im besten Fall auch noch persönlich weiterbringen. Als ich 2013 mit der Organisation Viva con Agua nach Uganda gefahren bin, war das nicht nur eine gute Sache an sich, sondern hat mir auch den Zugang zu Afrika eröffnet. Mittlerweile war ich schon oft dort, habe in Kenia mit Kids Fußball gespielt, in Südafrika Hühnerfüße gegessen und mit Kuduro-Künstlern in Angola einen Song aufgenommen. Das sind die Momente, für die man das alles macht. Hundertmal geiler als jede verkaufte CD. Gibt es Haltungen, die sich bei dir im Laufe der Jahre verändert haben? Natürlich. Ich bin ein exzessiver Mensch, habe viel gefeiert – mit allem, was dazugehört, Drogen und Alkohol. Als ich 2015 völlig untrainiert bei einem Benefizspiel für Hansa Rostock teilgenommen habe, kam die Quittung: Ich wurde mit akutem Nierenversagen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Arzt konnte mir anfangs

nicht sagen, ob ich überleben werde. Freunde und Familie waren am Boden zerstört. Aber ich dachte nur: Ich habe so vielen geilen Scheiß erlebt. Wenn es jetzt so ist, dann ist es so. Ich habe mein Leben gelebt und bereue keine Sekunde davon. Wenn du das von dir sagen kannst, ist doch alles gut. Und ich hab’s überstanden. Mittlerweile lasse ich die Hände von Drogen und Alkohol.

„EINE MARTERIA MARTERIAPLATTE MUSS AUCH WEH TUN.“

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Künstler mit Botschaft: Marteria beim Red BulletinFotoshooting in Berlin

Diese Phase deines Lebens verarbeitest du im Song „Tauchstation“. Man braucht Abgründe, um Spannung zu erzeugen. Eine Marteria-Platte muss nicht nur autobiografisch und ehrlich sein, sondern auch weh tun. Es wird interessant zu sehen sein, wo ich diese Abgründe für das nächste Album her herholen soll. Mich ruft jetzt ja keiner mehr an, wenn er mal feiern geht (lacht). Gibt es auch unpopuläre Werte, für die du eintrittst? Na ja, ich bin Angler, habe also ständig die PETA im Nacken. Aber ich verstehe deren Kampf und sage anderen Anglern auch: „So wie ihr leidenschaftlich angelt, schützt die PETA leidenschaftlich Tiere. Wie könnt ihr denen also ihre Leidenschaft absprechen? Akzeptiert das!“ THE RED BULLETIN


„ICH BEREUE KEINE SEKUNDE MEINES LEBENS.“

Wie geht der bekennende Moralist Marteria mit seinem Hobby Angeln um? Da gibt es nicht nur schwarz und weiß. Denn wir Angler lieben die Natur. Es sind die Angelvereine, die sich in Deutschland um den Gewässerschutz kümmern und die Seen säubern, nicht die PETA. Wir machen genauso wenig alles falsch, wie die Tierschützer alles richtig machen. THE RED BULLETIN

Man könnte Gewässer auch schützen, ohne Fische rauszuziehen und abzumurksen. Ja, vielleicht. Aber ich bin nicht perfekt. Niemand ist perfekt. Jeder Mensch trägt Gutes und Böses, Licht und Schatten, Yin und Yang in sich. Solange gesunder Menschenverstand im Spiel bleibt, ist schon viel gewonnen. Und solange man

sich informiert. Nur ein Beispiel: Im Moment scheint jeder Avocados essen zu wollen. Und in Mexiko werden riesige Waldflächen illegal abgeholzt, bloß weil wir hier unseren Smashed-Avocado-Bagel mampfen wollen. Das muss man wissen, um für sich eine Entscheidung treffen zu können. marteria.com 53


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SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL -


Noch schwieriger, noch länger: Die Strecke der achten Auflage des härtesten Adventure-Rennens der Welt führt heuer über 1138 Kilometer von Salzburg nach Monaco.

Für den Sieg bei Red Bull X-Alps hat jeder Favorit ein anderes Rezept. Gut für uns: Die Erfolgsstrategien von Chrigel Maurer, Basti Huber und Paul Guschlbauer geben auch im Alltag Aufwind. Text: Alex Lisetz

GLEITEN ODER HETZEN?


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KELVIN TRAUTMAN/RED BULL CONTENT POOL

as ist eigentlich der Unterschied zwischen Red Bull X-Alps und dem Leben? In beiden geht es ständig steil bergauf oder rasant bergab. Hier wie da führen viele Wege zum Ziel. Und da wie dort ist die kürzeste Strecke nicht zwangsläufig die schnellste. Ach ja, einen Unterschied gibt es allerdings: Das Red Bull X-Alps gewinnt immer Chrigel Maurer. Der 34-jährige Christian „Chrigel“ Maurer ist vierfacher Sieger des härtesten Abenteuerrennens der Welt, seit 2009 ist er ungeschlagen. „Es wird höchste Zeit, dass einmal ein anderer gewinnt“, sagt er freundlich. Aber Maurer ist Schweizer, und in der Schweiz hetzt man sich nicht. Mit „höchste Zeit“ meint er deshalb nicht zwangsläufig dieses Jahr. Der Deutsche Sebastian Huber und der Österreicher Paul Guschlbauer, Zweiter und Dritter der letzten Red Bull X-Alps und Maurers gefährlichste Konkurrenten, sehen das ganz ähnlich. Auch sie sind der Meinung, es wäre höchste Zeit, dass einmal ein anderer gewinnt. Anders als Maurer fänden sie aber schon 2017 recht passend dafür. Tatsächlich stehen die Chancen für Huber und Guschlbauer gar nicht schlecht. Beim letzten Red Bull X-Alps saßen sie Maurer dichter im Nacken als irgendein Konkurrent je zuvor. Guschlbauer konnte sogar den psychologisch wichtigen Prolog für sich entscheiden. Doch Maurer setzte seine Siegesserie fort, weil er in Serie die richtigen Entscheidungen traf. Große wie die Streckenführung oder die Wahl der richtigen Ausrüstung. Und tausende kleine, Tag für Tag: in eine andere Richtung laufen, um von dort weiterfliegen zu können; ein paar Meter sinken oder steigen, um einen Hauch von Aufwind auszunützen; einen Landeplatz weitab der Ideallinie wählen, der den bevorstehenden Wetter Wetterumschwung miteinberechnet. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen, in denen Maurers Konkurrenten neue Erfahrung sammeln konnten. Zwei Jahre, in denen sie sich fliegerisch und konditionell auf die Revanche für 2015 vorbereitet haben. Kann es sein, dass wir 2017 den spannendsten Bewerb, seit es Red Bull X Alps gibt, erleben? „Ich hoffe nicht“, sagt XChrigel Maurer. Und lächelt freundlich.


„Ich besichtige die Strecke dreimal. Man darf nichts dem Zufall überlassen.“ Paul Guschlbauer

Lieber laufen oder auf guten Wind warten? Beim letzten Red Bull X-Alps legte Paul Guschlbauer 446 Kilometer zu Fuß und 1616 mit dem Gleitschirm zurück.


Erfolgsfaktor:

Sebastian Huber, 31 (GER) 2. RED BULL X-ALPS 2015

the red bulletin: Herr Huber, bei Red Bull X-Alps 2015 ist Ihnen ein Missgeschick passiert: Sie hätten beinahe gewonnen. sebastian huber: Ja, das war überhaupt nicht geplant. Eigentlich lautet Ihre Strategie ja, Red Bull X-Alps gar nicht als Wettkampf zu sehen. Aber was ist es dann? Ein saugeiles Abenteuer. Und bei diesem Abenteuer möchte ich einfach nur Spaß haben. Alles andere ergibt sich dann ohnehin von selber. Aber das erklärt nicht, warum Sie so schnell sind. Vielleicht, weil ich nicht nach­ denke? Ich glaube, wenn man den Dingen ihren Flow lässt, passiert das Richtige ganz automatisch. Was macht denn für Sie ein Abenteuer aus? Ein Beispiel: Sagt der Wetter­ bericht Schönwetter an, packe ich Schlafsack und Zelt zusammen, nehme mir den Gleitschirm her und fliege los. Am Abend lande ich, wo es mir gefällt, und biwakiere dort. Am nächsten Morgen fliege ich weiter. Da erlebst du Sachen, die sind unbezahlbar. Und dieser Moment, wenn du nach ein paar Tagen in der Luft wieder genau vor deiner Haus­ tür landest, der ist sowieso die Befriedigung schlechthin.

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Und was ist das Abenteuer an Red Bull X-Alps? Die neue Strecke mit den vie­ len unbekannten Abschnitten. Den Turnpoint in Slowenien mag ich besonders, von mir aus hätte es ruhig noch weiter südlich gehen können. Und die vielen Überraschungen unterwegs. Oft musst du irgendwo landen, wo du über über­ haupt nicht landen wolltest. Und dann musst du dir über­ legen, wie du aus der Nummer wieder herauskommst. Wenn man Ihnen so zuhört, bekommt man selbst Lust darauf, mehr Abenteuer zu erleben. Ja, weil heute jeder nur noch in sein Smartphone schaut oder seinen Facebook Facebook­Account checkt. Dabei brauchst du doch nur in die Natur raus­ zulatschen und die Augen aufzumachen. Um Abenteuer zu erleben, muss man keine Reise buchen und kein Geld ausgeben. Man braucht nicht einmal ein Sportgerät zu kaufen. Man muss nur vor die Türe gehen. 2015, beim letzten Red Bull X-Alps, hatten Sie den geringsten Rückstand auf Chrigel Maurer seit Beginn seiner Siegesserie. Was passiert, wenn Sie dieses Jahr wieder so konsequent „einfach nur Spaß haben“? Ganz ehrlich, das interessiert mich gar nicht so besonders. Ich habe auch letztes Mal unterwegs nie nachgeschaut, wer gerade vor oder hinter mir liegt und wie weit. Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich nach Monaco zu kommen. Aber nicht, schneller als irgendjemand anderer nach Monaco zu kommen. Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie an Red Bull X-Alps denken? Wenn’s endlich losgeht.

HARALD TAUDERER/RED BULL CONTENT POOL

ABENTEUERGEIST


Konditionswunder und geschickter Pilot: Der unbekümmerte Niederbayer Basti Huber wurde 2015 überraschend Zweiter.

„Red Bull X-Alps ist für mich in erster Linie ein saugeiles Abenteuer.“ Sebastian Huber


Erfolgsfaktor:

BIS INS DETAIL

Paul Guschlbauer, 33 (AUT) 3. RED BULL X-ALPS 2011, 2015 9. RED BULL X-ALPS 2013

the red bulletin: Herr Guschlbauer, Sie kennen jeden Flecken zwischen Salzburg und Monaco. Könnten Sie mich tele­ fonisch ins Tal lotsen, wenn meinem GPS beim Wandern der Saft ausgeht? paul guschlbauer: Ich könnte es versuchen. Am Alpenhauptkamm kenne ich mich ziemlich gut aus, südlich des Gardasees immer noch einigermaßen. Wie werden Sie sich denn auf die neue Strecke vor­ bereiten? Ziemlich penibel. Ich werde sie vor dem Start dreimal be­ sichtigen: mit dem Flugzeug, dem Auto und zu Fuß. Warum dieser Aufwand? Ich möchte im Detail die Zu­ sammenhänge verstehen, die mir am Weg begegnen: Wo schwappt der Talwind über den Berg? Wo gibt es ein Lee, weil die Berge so hoch sind? Können Details wie diese über Sieg und Niederlage entscheiden? Möglicherweise, denn das Niveau ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und das Spitzenfeld zusammen­ gerückt. Du kannst heute nicht mehr einfach drauflosfliegen, sondern musst Red Bull X­Alps so methodisch angehen wie ein Schachspiel. Nur wer drei Züge vorausplant, kann seine Gegner schlagen. Zur perfekten Planung gehört auch die perfekte Ausrüstung. Gehen Sie da ähnlich akribisch zur Sache? Noch so ein Bereich, in dem


X-Faktor Red Bull X-Alps wird 2017 zum achten Mal ausgetragen. 32 Athleten aus 21 Nationen legen zu Fuß und mit dem Paragleiter mindestens 1138 Kilometer von Salzburg nach Monaco zurück und müssen dabei sieben Turnpoints in sieben verschiedenen Ländern passieren. Bereits am 29. Juni findet im Salzburger Land ein 1-TagesRennen statt, der Leatherman Prolog. Dabei wird jeder Schritt der Teilnehmer von modernster Tracking-Technologie festgehalten und via Live-Tracking auf redbull xalps.com zugänglich sein.

SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL, PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL, FELIX WOELK/RED BULL CONTENT POOL

Red Bull X-Alps 2017 startet am 2. Juli am Mozartplatz in Salzburg.

Paul Guschlbauer beim Landeanflug auf den Yachthafen von Monte Carlo: Auch dieses Jahr wird nur eine Handvoll Athleten das Ziel erreichen.

Erfolgsfaktor:

INTUITION alles professioneller geworden ist. Am Anfang meiner Red Bull X­Alps­Karriere haben wir Sitz und Gurtzeug noch selbst zusammengenäht. Die Schirme waren ein fauler Kompromiss: entweder leicht zu tragen und schwierig zu fliegen, oder um­ gekehrt. Heute stellt mir mein Ausrüster Hightech­Material Hightech zur Verfügung, das extra für diesen Wettkampf entwickelt wurde. Klingt alles nach Riesenaufwand. Im Gegenteil, es spart Zeit und Energie. Ich definiere zu­ erst meine Ziele und dann die Maßnahmen, die mich dort­ hin führen. Jetzt muss ich nur noch meinen Plan umsetzen, um meine Ziele zu erreichen. Eigentlich ganz einfach. Und auch im Job oder für den Hobbysportler umsetzbar. Und doch schlawinern wir uns meist lieber planlos durch den Alltag. Sogar die Management-Bücher sagen, dass wir mit 20 Prozent Einsatz 80 Prozent des Ergebnisses hinkriegen. Das reicht doch auch, oder? Aber nur, wenn uns die Auf­ gabe keinen Spaß macht. Sobald wir für etwas Leiden­ schaft empfinden, interessieren wir uns für jedes Detail. Ist die perfekte Vorbereitung letztlich auch ein psychologischer Vorteil? Natürlich ist sie das. Es nimmt mir Druck, wenn ich weiß, dass ich nichts dem Zufall überlassen habe. Und ich war bei Red Bull X­Alps immer dann am besten, wenn ich ohne Druck gestartet bin.

Christian „Chrigel“ Maurer, 34 (SUI) 1. RED BULL X-ALPS 2009, 2011, 2013, 2015

the red bulletin: Herr Maurer, Sie sagen oft, wie wichtig das Bauchgefühl für Sie ist. War es Ihr Bauch, der viermal Red Bull X-Alps gewonnen hat? chrigel maurer: Irgendwie schon. Ich habe mich mit Berg­ läufen und Skitourenrennen fit gemacht, da reicht es, Voll­ gas zu geben. Aber bei einer komplexen Aufgabe wie Red Bull X­Alps musst du auf deine Intuition hören. Was erkennt Ihr Bauch schneller, gründlicher, klarer als Ihr Kopf? Es gibt bei Red Bull X­Alps Entscheidungen, für die hat man Zeit: Gehe ich zu Fuß, oder will ich fliegen? Wann esse ich wie viel? Solche Ent­ scheidungen kann man bis zu einem gewissen Grad im Kopf lösen – auch wenn es ef ef­ fektiver ist, seinem Gefühl zu folgen. Aber dann gibt es auch Entscheidungen, für die man keine Zeit hat. Die muss man einfach mit dem Bauch treffen. Wenn ich in einer Extrem­ situation zu denken anfange, reagiere ich zu langsam. Gilt das nur für Red Bull X-Alps? Oder soll man auch im Alltag nicht zu verkopft an Probleme herangehen? Das kommt darauf an. Man

„Bei einer so komplexen Aufgabe musst du auf deine Intuition hören.“ Chrigel Maurer

sollte sich sowohl bei Red Bull X­Alps als auch im Alltag an seinen eigenen Stärken orien­ tieren, nicht an dem, was andere gut finden. Was heißt das in der Praxis? Wenn du ein Kopfmensch bist, musst du logisch an die Dinge herangehen. Wenn du ein Ge­ fühlsmensch bist, intuitiv. Es geht darum, das Beste aus sei­ nen Möglichkeiten zu machen. Manche Ihrer Konkurrenten besichtigen akribisch die Strecke. Sie, Herr Maurer, trainieren am liebsten daheim in Adelboden. Ist es nicht sinnvoll, sich umfassend auf bevorstehende Herausforderungen vor vorzubereiten? Natürlich ist es das. Man muss seine Hausaufgaben gemacht haben, man braucht Können, Wissen, Routine, bevor man auf seine Intuitionen zurück zurück­ greifen kann. Aber? Aber diese Taktik ist trotzdem Unsinn. Wenn ich in Italien einen Startplatz besichtige, können die Bedingungen am nächsten Tag schon wieder andere sein. Am Ende hat man den Kopf voll mit falschen Daten und blockiert sich selbst. In einem Vortrag haben Sie gesagt, die beste Ausgangslage für Erfolg sei „ein Zustand, bei dem man ein bisschen verunsichert“ sei. Machen Selbstzweifel erfolgreich? Unsicherheit hat zwei posi­ tive Effekte. Zunächst zwingt sie dich, alle Faktoren, die dich unsicher machen, aus dem Weg zu räumen. Dann trainierst du zum Beispiel härter, oder du beobachtest die Wettersituation genauer. Und der zweite positive Effekt? Wenn man sich selber zu toll findet, kann man eine Zeitlang erfolgreich sein. Aber auf Dauer bleibt man damit nicht an der Spitze. www.redbullxalps.com 61


„ SCHEISS AUF PLAN B“ Text: Florian Obkircher Fotos: Andrew Woffinden

Auf der Überholspur in Richtung Pop-Olymp: Mit gleichzeitig drei Hits in den Charts gilt Dua Lipa als Aufsteigerin des Jahres. Im Interview erklärt die englisch-kosovarische Sängerin, warum im Job nur ein Ziel zum Erfolg führt – und wie man Ent­täuschungen in kreativen Kraftstoff verwandelt. 62


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o geht Raketenstart: 2015 von Lana Del Reys Management entdeckt, 2016 von englischen Medien wie NME und BBC zur Newcomerin des Jahres erklärt, 2017 mit drei Singles gleich­ zeitig in den britischen Top­15­Charts, jede davon hält bei über 100 Millionen Klicks auf YouTube. Für jeden etablierten Popstar wäre das ein eindrucksvoller Erfolg. Für einen Newcomer wie Dua Lipa, die vor drei Jahren noch als Empfangsdame in einem Restaurant arbeitete, ist das unfassbar. 1995 wurde Lipa in England geboren. Mit zwölf Jahren zog sie mit ihren Eltern zurück in deren Heimat, in den Kosovo. Am Balkan hielt es sie aber nur vier Jahre. Mit sechzehn zog sie auf eigene Faust zurück nach London – mit einem klaren Ziel: Popstar­Karriere. Doch in einer Zeit, in der die Musikindustrie am Boden liegt, in der Plattenfirmen Einheitsbrei und aus­ tauschbare Marionetten in die Charts hieven, ist die Luft für authentische Künstlerinnen an der Spitze dünn geworden. Wie es Lipa trotzdem geschafft hat, sich durchzusetzen? Indem sie sich gegen die alten Regeln des Popstar­Daseins auflehnt: Anstatt sich unnahbar zu geben, steht sie mit ihren Fans in direktem Kontakt. Anstatt brave, radiotaugliche Songs zu schreiben, garniert sie ihre Dance­Hits mit so ehrlichen wie unverblümten Texten. Ihr wichtigstes Erfolgsrezept dabei: fokussiert sein und sich selbst keine Wahlmöglichkeiten zugestehen, wie die 21­Jährige im Interview erklärt. THE RED BULLETIN


„Ein Plan B hindert dich daran, für deinen Traum alles zu geben.“


„Meine Kurzkarriere als Model war ein Flop.“


the red bulletin: Die Musikbranche steckt tief in der Krise, das Popstar-Dasein hat an Glanz verloren. Warum wolltest du trotzdem eine Pop-Karriere einschlagen? dua lipa: Aus Mangel an Alternativen. Wie meinst du das? Ich hatte nie einen Plan B, Musik war immer meine große Leidenschaft. Ist das nicht etwas leichtsinnig, angesichts der großen Konkurrenz in dem Geschäft? Wenn du Erfolg haben willst, musst du alles auf eine Karte setzen. Scheiß auf Plan B, der hält dich karrieretechnisch nur zurück. Weil du dir bei jedem Rückschlag denkst: „Okay, wenn das nicht klappt, kann ich ja etwas anderes probieren.“ Viele würden das als Erleichterung sehen. Aber im Prinzip hindert es dich daran, für deinen Traum alles zu geben. Ich schloss eine Alternative für mich immer aus. Gerade deshalb arbeite ich umso härter an meiner Karriere. Wann hast du erkannt, dass du Popstar werden willst? Als ich im Kosovo zur Schule ging. In den Pausen stellte ich mich auf meine Bank und sang für meine Freunde. Das war total mein Ding. Doch ich wusste: Um eine Pop-Karriere zu starten, muss ich zurück nach London. Wie alt warst du zur Zeit dieser Erkenntnis? Sechzehn. Und deine Eltern erlaubten dir den Umzug? Die waren erst schockiert: „Mädchen, du bist sechzehn! Willst du nicht erst auf die Uni gehen?“ Zum Glück bot eine Londoner Freundin meiner Eltern an, mich bei ihr aufzunehmen. Irgendwann gaben meine Eltern nach – nach zäher Überzeugungsarbeit. Wie widersteht man als Sechzehnjährige ohne elterliche Aufsicht den Versuchungen einer Party-Stadt wie London? Ich glaube, dass mich gerade der Vertrauensvorschuss meiner Eltern davon abhielt, Blödsinn zu treiben. Es war mir wichtig, sie nicht zu enttäuschen. Wurdest du jemals enttäuscht im Laufe deiner jungen Karriere? Ich hatte viel Glück. Aber meine Kurzkarriere als Model war ein Flop. Nach einiger Zeit ohne nennenswerte Aufträge meinte meine Agentur: „Wenn du etwas abnimmst, können wir dir mehr Jobs besorgen.“ Diese Aussage kratzte sehr an meinem Selbstbewusstsein. Gleichzeitig inspirierte sie mich zu dem Song „Blow Your Mind“. Eine Abfuhr inspirierte dich zu einem deiner größten Hits? Alle meine Songs beruhen auf persönlichen Erfahrungen. Sie mit anderen Menschen zu teilen ist mein Ziel. Um die Hörer zu ermutigen und ihnen zu zeigen: Wir machen alle die gleiche Scheiße durch. styling: Lorenzo Posocco make-up: Francesca Brazzo hair styling: Anna Cofone styling assistant: Megan Mandeville look 1: top: Marieyat; jaCke, hose und boxer: Palm Angels; schuhe: Manolo Blahnik look : top: Palm Angels THE RED BULLETIN

„Hab keine Angst vor Traurigkeit, schreib Songs darüber!“ Das heißt, du verwandelst Enttäuschungen in Kreativität? Meine größte Inspirationsquelle ist Traurigkeit! Auf meinem Debütalbum geht’s vorwiegend um Trennungen, Heimweh und Katerstimmung. Ich schreibe Texte über diese Gefühle – und packe einen unbeschwerten Beat dazu. Weshalb? Mein Motto ist: Du überwindest jeden Tiefschlag leichter, wenn du dazu tanzen kannst. Ich nehme schmerzvolle Erfahrungen und kehre sie um. Indem ich einen Dance-Beat dazupacke, verändere ich meinen Blick Blickwinkel auf das Negativgefühl. Ein Plädoyer für genussvollen Umgang mit Enttäuschungen? Genau das! Menschen sollten ihre Emotionen annehmen, anstatt sie zu verdrängen. Hab keine Angst vor gelegentlicher Traurigkeit. Sprich mit deinen Freunden über deine Gefühle. Schreib Songs darüber. Oder führe Tagebuch. Das Wichtigste ist, Emotionen rauszulassen. Egal ob im Gespräch oder am Papier. Schreib deine Gedanken auf, allein das hilft extrem dabei, Enttäuschungen zu überwinden. Gibt’s im derzeitigen Pop-Betrieb Platz für echte Emotionen? Charts-Musik befindet sich aktuell im Wandel. Popstars genießen heute mehr Freiheiten als früher. Nimm Rihanna: Auf ihrem aktuellen Album „Anti“ gibt’s kaum offensichtliche Hits. Und trotzdem ist sie derzeit der Inbegriff von Popmusik. Weil ihre Fans sie gerade für ihren Mut lieben. Mut braucht man auch, um einen Song „IDGAF“ – kurz für „I Don’t Give a Fuck“ – zu nennen, oder?

Viele Radiostationen werden den Song schon allein wegen des Titels nicht spielen. Aber Radio-Airplay ist mir fast egal. Weil ich keinen Bock habe, mich zu zensieren. Und weil du als Nutzer von Streaming-Services heute quasi dein eigenes Radioprogramm zusammenstellst. Die Digitalisierung hat gewissermaßen eine Demokratisierung in der Musik Musikindustrie ausgelöst. Weil Musiker nicht mehr auf Magazinartikel angewiesen sind, sondern mit Fans via Social Media direkt kommunizieren können? Genau. Ich betreibe alle meine SocialMedia-Profile von Twitter bis Facebook selbst. Und das ist mir extrem wichtig. Weil ich so auf direktem Weg mit meinen Fans kommunizieren kann. Das heißt, ich könnte dir eine Nachricht schreiben und du würdest mir darauf antworten? Du könntest mich auch auf der Straße ansprechen, und ich würde mit dir reden. Letztens war ich in Madrid. Als ich mit Freunden vor einer Bar abhing, kam ein junger Typ zu mir herüber und bedankte sich bei mir. Für meine Songs, die ihm über schwierige Zeiten hinweggeholfen hätten. Dann zeigte er mir seine Tätowierung auf der Schulter: „ANGEL“. Ich habe auch so eine. Irgendwie unheimlich … Im Gegenteil! Ich fand es rührend und überwältigend zugleich. Für mich eine weitere Bestätigung dafür, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Welchen Rat würdest du deinem vierzehnjährigen Selbst auf Twitter geben? Ich würde mir raten, an meinen Traum zu glauben und hart daran zu arbeiten. Und dass ich mit dieser Einstellung keinen Plan B brauche. „Dua Lipa“ ist bereits erschienen; dualipa.com

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DER INSIDER-PLAN FÜR MUSIKFANS: RED BULL TV ÜBERTRÄGT DEN GANZEN SOMMER ÜBER EINE REIHE DER WICHTIGSTEN FESTIVALS DER WELT LIVE. HIER VERRATEN SUPERSTARS, WELCHE DER DORT AUFTRETENDEN NEWCOMER SIE NICHT VERPASSEN DÜRFEN. TEXT: FLORIAN OBKIRCHER

GETTY IMAGES/MICHAEL HICKEY

Am US-Festival Lollapalooza huldigen 160.000 Pilger ihrer Dreifaltigkeit: Sommer, Sonne, Sound


KENNEN SIE DIE?

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Ihren ersten Song schrieb sie mit elf, das Gitarrespielen lernte sie erst mit achtzehn: ­Lianne La Havas


PRINCE

LIANNE LA HAVAS MONTREUX JAZZ FESTIVAL

„FÜR MICH IST SIE DIE NEUE JONI MITCHELL. DURCH DIE ART, WIE SIE GESCHICHTEN ERZÄHLT UND DIESE MIT SPANNENDEN GITARRENAKKORDEN UNTERLEGT.“ PRINCE ÜBER LIANNE LA HAVAS (2012)

G

inge es nach Trendforschern, dürfte die 27-jährige Britin eigentlich nicht erfolgreich sein. Sind ihre soulig sanf sanften, oft nur mit der Gitarre begleiteten Songs wie „Age“ doch zu fragil, um im marktschreierischen Pop-Geschäft gehört zu werden. Zum Glück gab’s schon am Anfang ihrer Karriere namhafte Kollegen, die ihr Talent ins Rampenlicht rückten: Indie-Rock-Gigant Bon Iver nahm La Havas 2011 auf US-Tour mit. Prince war seinerzeit so angetan, dass er sie zu einem gemeinsamen Auftritt bei der legendären US-Comedy-Show „Saturday Night Live“ einlud und 2014 das Auftakt-Konzert seiner England-Tour in ihrer kleinen Wohnung in London spielte. Mit ihrem zweiten Album „Blood“ (2015) landete La Havas auf Platz 2 der britischen Charts – und bei ihrem neuen, etwas poppigeren Sound ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Rest der Welt ihrem Charme verfällt.

MONTREUX JAZZ FESTIVAL

30. Juni – 15. Juli, Montreux, Schweiz

GAVIN BOND, GETTY IMAGES (2)

Mit dem Jazz im Namen nahm es der legendäre Festivalgründer Claude Nobs († 2013) nie so genau. Von 1967 an lud er alljährlich Musiker aus allen Sparten an den Genfer See, Legenden wie Santana und Van Morrison zählen seit Jahrzehnten zu den wiederkehrenden Stammkünstlern des Festivals. Line-up: Usher & The Roots, Lauryn Hill, Kasabian, Brian Wilson, Erykah Badu, Sampha; montreuxjazzfestival.com

CALVIN HARRIS

FIREBEATZ

ELECTRIC DAISY CARNIVAL

„DAS DUO ZÄHLT IM MOMENT ZU MEINEN TOP-5-LIEBLINGSPRODUZENTEN. SIE HABEN ORIGINELLE IDEEN UND EIN EINZIGARTIGES GESPÜR FÜR GROOVE.“ CALVIN HARRIS ÜBER FIREBEATZ

E

nergie, Groove – und Feuer! So beschreibt das niederländische ElectroHouse-Duo die Grundzutaten seiner ClubTracks. Und angesichts von Hits wie „Sausage Fest“ von 2013 kann man den beiden nur recht geben: Der Bass grollt, der Beat peitscht, der Track schraubt sich nach oben – um sich am Höhepunkt in einer Explosion zu entladen. Wodurch sich Firebeatz von der Konkurrenz abhebt: Trotz der schweißtreibenden Härte ihrer Hits wohnt ihnen stets ein spielerisches Element inne. Mal wird die pumpende Bass-Drum von einem Breakbeat unter unterbrochen, mal taucht plötzlich ein Kontrabass zwischen den synthetischen Sounds auf. Diese Querdenkerei hat den beiden in den letzten Jahren Remix-Aufträge für Stars wie Rihanna, Justin Timberlake und Pitbull eingebracht – und eine Kollaboration mit Calvin Harris. Keine schlechte Startrampe für eine große Karriere, schließlich ist Harris derzeit der erfolgreichste DJ der Welt.

ELECTRIC DAISY CARNIVAL

16.– 18. Juni, Las Vegas (Nevada), USA Vor zwanzig Jahren mit 5000 Besuchern gestartet, ist der EDC heute das größte Dance-Music-Festival der Welt. Mit 400.000 Ravern und Spin-off-Events in Ländern wie Mexiko, Indien und England. Programm: Martin Garrix, Tiësto, Tommy Trash, Afrojack, Green Velvet, Zomby, DJ Khaled; electricdaisycarnival.com

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JIMMY PAGE

ROYAL BLOOD

LOLLAPALOOZA

„ICH SAH SIE LIVE IN NEW YORK. SIE WAREN FANTASTISCH, ABSOLUT FESSELND. AUSGEZEICHNETE MUSIKER. MIT IHREM ALBUM HABEN SIE EINEN NEUEN STANDARD IM ROCK GESETZT.“ JIMMY PAGE (LED ZEPPELIN) ÜBER ROYAL BLOOD

S

chlagzeug, Bassgitarre, Gesang. Mehr braucht das britische Duo Royal Blood nicht, um riesige Festival­ bühnen zu rocken. Ja es ist sogar genau dieser puristische Ansatz, mit dem die Band begeistert. Während junge Rocker immer öfter auf elektronische Sounds zurückgreifen, um dem Trend zu ent­ sprechen, finden Mike Kerr und Ben Thatcher Inspiration bei den Blues­Rock­ Rock Rock­ Bands der 1970er Jahren. Nachzuhören gibt’s den wuchtigen Sound des Duos auf deren Debütalbum, das 2014 die Nummer eins der UK UK­Charts eroberte und ihnen Vergleiche mit Rock Rock­Helden wie Led Zeppelin und Queens of the Stone Age einbrachte. Ihre neue Scheibe „How Did We Get So Dark?“ erscheint am 16. Juni.

3.– 6. August, Chicago (Illinois), USA In den 1990er Jahren von Rockstar Perry Farrell als durch die USA tingelndes Tour-Festival gestartet, findet Lollapalooza heute im Zentrum von Chicago statt und ist für seine Party-Stimmung berüchtigt. Programm: Chance the Rapper, The Killers, The xx, Muse, Arcade Fire, Wiz Khalifa, Big Sean; lollapalooza.com

Alle erwähnten Festivals werden zum jeweiligen Datum live auf Red Bull TV übertragen; www.redbull.tv 72

VEGARD S.KRISTIANSEN, GETTY IMAGES (3)

LOLLAPALOOZA


DRAKE

POPCAAN ROSKILDE

„DANKE FÜR DEINE WEISHEIT, DANKE FÜR DIE MUSIK, DIE DU MACHST. ES IST MIR EINE EHRE, ZEUGE DES AUFSTIEGS EINER LEGENDE ZU SEIN.“ DRAKE AN POPCAAN VIA TWITTER

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aribische Klänge sind derzeit im Pop groß angesagt: Stars wie Justin Bieber und Drake setzen bei ihren aktuellen Hits auf synkopische Dancehall-Beats aus Jamaika. Angefixt wurden sie dabei vom 28-jährigen Sänger Andrae Sutherland, in seiner Heimatstadt Kingston besser bekannt als Popcaan. Der Durchbruch daheim gelang ihm 2010 mit dem Song „Clarks“. Der Track war so populär, dass der Verkauf der gleichnamigen Schuhe in Jamaika in die Höhe schoss und Kanye West ihn als Gastsänger für sein Album „Yeezus“ rekrutierte. Als Popcaan 2014 sein Debüt „Where We Come From“ ver veröffentlichte, waren die Augen der Trendsetter auf ihn gerichtet. Und er wurde den Erwartungen gerecht: Mit luftig-poppigen Electronic Beats und seinem für Dancehall-Verhältnisse sanften Gesang revolutionierte er das karibische Genre – und löste einen weltweiten Trend aus.

ROSKILDE

Die Hauptbühne am Roskilde heißt Orange Stage. 2017 wird sie von den dänischen R ’n’ B-Durchstartern Phlake eröffnet.

24. Juni – 1. Juli, Roskilde, Dänemark Mit 46 Dienstjahren zählt Roskilde zu den ältesten noch aktiven Musikfestivals der Welt. Trotzdem sind die Macher für ihre Spürnase bekannt: Jahr für Jahr finden sich unter den 200 auftretenden Künstlern viele der aufregendsten Newcomer der Welt. Programm: Foo Fighters, A Tribe Called Quest, Arcade Fire, Solange, The Weeknd, Justice; roskilde-festival.dk


RESPEKT! Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner darüber, wie man ihn verdient, behält und vor wem er ihn hat. Interview: Werner Jessner

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GETTY IMAGES/RED BULL CONTENT POOL


D

er am Steuer durchschnittlich begabte englische Rennfahrer Christian Horner avancierte mit Mitte 20 zum erfolgreichsten Teambesitzer der höchsten Nachwuchsserie und kurz darauf zum jüngsten Teamchef in der Geschichte der Formel 1. Er hat keine Universität absolviert, nur wenige Pokale zeugen von seinen Erfolgen auf der Strecke. In einer Welt, die ebenso schnell vergisst wie sie fährt, etabliert er sich in kürzester Zeit nachhaltig und wird als Partner auf Augenhöhe wahrgenommen – weil er seine Werte lebt: Zielstrebigkeit, Handschlagqualität, kein Bullshit. Bei allen Erfolgen in der Geschichte von Red Bull Racing stand Christian Horner am Kommandostand. Mit gerade einmal 40 Jahren erhob ihn die Queen in den Ritterstand.

War denn der Altersunterschied kein Problem? Nicht für mich. Nicht nach oben und nicht nach unten. Meine Überzeugung ist, dass man dich für das respektiert, was du tust, nicht für dein Alter. Respekt kann man nicht verlangen. Man muss ihn sich verdienen – immer und immer wieder. Okay, die Fahrer auf der Rennstrecke machen sich das schon aus: meine Kurve, deine Kurve. Mein Bremspunkt, dein Bremspunkt. Aber im Geschäftsleben? Halte dein Wort. Steh zu deinen Prinzi­ pien. Hab Handschlagqualität. Trau dich, unpopulär zu sein. Steh auf, wenn dir etwas wichtig ist. Und allein damit verschafft man sich Respekt? Dazu erzähle ich Ihnen eine Anekdote aus der Frühzeit. Ich war noch keine dreißig und hatte ein Team in der Formel 3000, der Nachwuchsklasse unter der Formel 1. Für die bevorstehende Saison sollte die

Zahl der Teams von 25 auf 12 reduziert werden, und mein Team stand auf der Liste jener, die eliminiert werden sollten. Was habe ich gemacht? Ein geharnischtes Fax an Bernie Ecclestone geschrieben, dass sein Vorgehen EU­Recht wider­ spreche, dass ich alle Instanzen durch­ gehen würde, um diesen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung zu verhindern. Keiner hat sich das getraut. Ich schon. Ich hatte ja nichts zu verlieren. Da konnte ich mich auch mit dem mäch­ tigsten Mann im Sport anlegen. Und dann? Keine 45 Minuten später hatte ich ihn am Telefon. Verdammt, war ich nervös. „Was soll der Scheiß?“, hat er getobt. Und dann hat er mir gesagt, dass ich in allen Punkten recht hätte, er aber trotzdem keinen Milli­ meter nachgeben würde. Das konnte ich so natürlich auch nicht stehen lassen, und ich begann zu kämpfen. Schließ­ lich fanden wir eine Lösung: Ich konnte ein anderes Team übernehmen und ver­

Zwei Tage vor seinem 37. Geburtstag gewann Christian Horner im November 2010 mit Sebastian Vettel und Mark Webber sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurs-WM – als jüngster Teamchef der Geschichte.

„ E C C L E S T O N E H AT G E S A G T, DASS ICH IN ALLEN PUNKTEN R E C H T H ÄT T E – E R A B E R

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TROTZDEM KEINEN MILLI­ METER NACHGEBEN WÜRDE.“ handelte in Zukunft die Position aller Teams gegenüber Ecclestone. Ich hatte seinen Respekt gewonnen. Weil Sie sich getraut hatten, die großen Karten zu spielen? Weil ich für meine Überzeugung auf­ gestanden bin. Das hat ihm imponiert. Und ich respektiere seine Art, Business zu machen – bis heute. Ist Egoismus Respekt zuträglich? Manchmal lohnt es sich, über den Teller Teller­ rand zu schauen und den Blick auf das THE RED BULLETIN

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the red bulletin: Sie waren 31, als Sie ins Haifischbecken Formel 1 geworfen wurden. Die großen Namen damals waren Bernie Ecclestone, Max Mosley, Flavio Briatore, Frank Williams oder Ron Dennis – lauter Männer, die doppelt so alt waren wie Sie. Wie verschafft man sich in diesem Umfeld Respekt? christian horner: Ja, diese Männer waren wohl etabliert. Ich habe ihnen zugehört, und wenn ich in der Runde den Mund aufgemacht habe, dann hatte ich etwas zu sagen. Rede nicht um des Redens willen. Das ist ein guter Anfang.


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große Ganze zu behalten – und manch­ mal ist es kontraproduktiv. Ein Beispiel: die hässlichen Heckflossen der aktuellen Autos. Sie beleidigen mein Gefühl für Ästhetik, darum möchte ich gern, dass sie verschwinden. Als ich das zu Saison­ beginn den anderen Teams vorgeschlagen habe, wurden sie hellhörig: Was führt er im Schilde? Welchen persönlichen Vorteil verspricht er sich davon? Die alte Garde vor zehn Jahren hätte noch gesagt: „Gute Idee, Junge, machen wir.“ Vielleicht ist das auch eine Art von Respekt, der einem entgegengebracht wird: dass hinter allem, was man tut, eine verborgene Absicht vermutet wird. Muss man Risiken eingehen, um sich Respekt zu verdienen? Ja, aber kalkulierte Risiken. Viel wagen, aber nie dumm sein. Oh ja, ich habe in

Weil ich kapiert hatte, dass Menschen der Schlüssel zu allem sind. Weil ich selbst nicht gut genug war, habe ich alles dafür getan, um die besten Ingenieure, die bes­ ten Mechaniker für mein Team zu gewin­ nen. Diese Leute antworten nicht auf Job­ Inserate. Du musst sie selbst finden und überzeugen. Meine Leute haben gespürt, dass ich keine Kompromisse mache. Diese Einstellung bekommen auch die Gegner mit. Als Team­Eigner war ich es, der abends Pizza für die Mechaniker geholt oder die Räder gewaschen hat.

„ I C H H A B E K A P I E R T, D A S S MENSCHEN DER SCHLÜSSEL ZU ALLEM SIND. DU MUSST SIE FINDEN UND ÜBERZEUGEN.“

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zwei Jahre hintereinander geschlagen. Er ist ein Racer mit viel Erfahrung. Er wusste, mit welchen Mitteln ich ihn geschlagen hatte. Wir haben einander respektiert. So wurden aus Gegnern Partner. Dennoch hatten Sie den Teamchef-Job anfangs nur auf Probe … Ehrlich: Hätte ich mir darüber den Kopf zerbrechen sollen? Ein wenig Selbst­ vertrauen darf schon sein. Als Rennfahrer waren Sie eher durchschnittlich. Sogar die Mutter von Max Verstappen hat Sie geschlagen … Moment, die hat sogar David Coulthard geschlagen! Okay, was ich sagen wollte: Der durchschnittliche Rennfahrer Christian Horner wechselt die Position, bleibt aber im selben Geschäft. Warum wird er in der neuen Rolle mehr akzeptiert als in der alten?

Warum? Damit sie sehen, dass ich mir für nichts zu schade bin und alles tue, um dem Team zu helfen. Daran denken sie, wenn es abends wieder länger dauert und sie noch reinbeißen müssen, während in den anderen Boxen bereits das Licht aus ist. Leading by example? Du kannst von niemandem etwas ver­ langen, zu dem du nicht selbst bereit bist. Das ist meine volle Überzeugung. Nur wenn du die Menschen rund um dich und ihre Arbeit respektierst, hast auch du Respekt verdient. Und noch etwas: Gib in einer Führungsrolle klare An­ weisungen. Organisationen respektieren keine Leader, die rumeiern. Großer Preis von Österreich: 7. bis 9. Juli, Tickets auf: www.projekt-spielberg.com

THE RED BULLETIN

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diesem Geschäft viel riskiert. Aber zu viel? Niemals. Wie lernt man das? Instinkt. Ich habe die Schule mit acht­ zehn verlassen, danach habe ich aus dem Bauch heraus agiert. Ich wurde Renn­ fahrer, obwohl ich kein Geld hatte. Die günstigste Art war, auf Kredit ein eigenes Auto zu kaufen und Mechaniker anzu­ heuern, statt mich in ein fertiges Team einzumieten. Plötzlich war ich Team­ chef. Ich bin in die Management­Rolle reingestolpert. Aber ab diesem Moment habe ich alles dafür getan, um zu über über­ leben. Später wurde ich in die Formel 1 geschmissen und hatte keine Ahnung, ob das gutgehen würde und wie lang. Ja, das alles war riskant. Aber was hatte ich schon zu verlieren? Was hat man im noch immer jungen Christian Horner gesehen, um ihm die Führung eines mehrere hundert Leute starken Unternehmens anzuvertrauen? Helmut Marko war mein Gegner in der Formel 3000. Ich habe ihn und sein Team

Von 228 Rennen am Kommandostand hat Horner mit Vettel, Webber (Bild), Ricciardo und Verstappen unglaubliche 52 gewonnen. Lehrmeister auch: Bernie Ecclestone (li.)


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Juni 2017

LET’S ROCK THE SUMMER

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Lollapalooza (Bild: M83 im Vorjahr in Action), das Montreux Jazz Festival, Electric Daisy Carnival, Roskilde: vier Top-Festivals dieses Sommers, bei denen es Neues zu entdecken gibt. Und das auch live auf: www.redbull.tv

THE RED BULLETIN

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GUIDE

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Do it

bis 9. Juli

FORMEL 1 GP SPIELBERG

Näher am Fan, näher am Star, einfach mehr drin ums selbe Geld: Kein anderer Grand Prix bietet – neben Spannung auf der Strecke – so viel Rahmen­ programm und Nähe zu den Großen. Hier kommt die beste Action zwischen Pitlane­Walk und Mega­Konzert. www.projekt-spielberg.com

Michael Kogelmann aus dem Burgenland, der „Flagman“ 2016: „Unvergesslich!“

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Großer Preis von Österreich: immer eine gute Show

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Champions: 2017 steigt der 36. Große Preis von Österreich, und zwar auf der vierten Strecke – Flugplatz Zeltweg, Österreichring, A1 Ring, seit 2014 Red Bull Ring. Rekordsieger: Alain Prost, Gewinner 1983, 85 und 86. Den aktuellen Rundenrekord hält Lewis Hamilton mit 1:06,228 Minuten. 2017 sollte er fallen, auch wegen des neuen technischen Reglements.

3,2,1,0

für die Fans: Nirgendwo sonst sind Zuschauer so nah an der Action – mit dem 3 Corner Ticket sitzen Fans an jedem Tag auf einer anderen Tribüne. Für zwei Fans wird das Rennen überhaupt unvergesslich bleiben: Der „Flagman“ darf das Rennen abwinken. Und ein Fan darf bei Bernd Mayländer im Safety Car mitfahren. Ein spezielles Goodie: Für Kinder unter 14 Jahren kostet ein Ticket null Euro.

THE RED BULLETIN


Juli Rahmenprogramm: Den ganzen Tag ist ordentlich was los Formel 2

GP3

Porsche Mobil 1 Supercup

Die letzte Stufe vor der Formel 1 garantiert Action auf höchstem Niveau. Die Stars von morgen holen sich in dieser Serie, die erstmals in Spielberg fährt, ihren Feinschliff – seien es Pierre Gasly, Test- und Entwicklungsfahrer bei Red Bull Racing, McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne oder Renault-Mann Jolyon Palmer –, womit die letzten drei Gesamtsieger genannt wären.

Eine Stufe unter der Formel 2 kriegen es die Youngsters bereits mit 400 PS starken Monoposti zu tun. Weil es unter den jungen Wilden gern etwas turbulenter zugeht, erfüllen die Chassis die gleichen hohen Sicherheitsstandards wie in der Formel 1. Die Liste ehemaliger Gesamtsieger umfasst zum Beispiel Valtteri Bottas, Daniil Kwjat und Esteban Ocon.

Seit 25 Jahren aus dem Rahmenprogramm der Formel 1 nicht wegzudenken: Die Supercup-Porsches mit ihren 485 PS klingen nicht nur großartig, auch die Rennen haben es traditionell in sich. Das erfolgreichste Team in der Geschichte dieses Serienpokals kommt aus Österreich: Lechner Racing reist auch 2017 als Titelverteidiger nach Spielberg.

8 Helmut Marko im Porsche 917 K

Seiler und Speer

„GAS UND DRUCK!“ GEPA PICTURES/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES, PICTUREDESK.COM

THE RED BULLETIN: Wie begeistert man

eine Crowd, die eigentlich wegen etwas ganz anderem da ist? SEILER UND SPEER: Indem wir uns nicht zu zweit mit einer Akustikgitarre auf die Bühne stellen, sondern mit einer riesigen Band und Lichtshow. Wir geben Gas und machen so viel Druck, dass noch der Letzte zu tanzen beginnt. Schätze, wir haben die Leute nach dem ersten Liedl. Da wird’s schon zugehen. Ein Konzert muss mehr sein als Musik? So ist es. So wie die Formel 1 mehr ist als Sport. Show ist elementar, darum trifft sich das sicher gut und wird für uns alle die volle Gaudi. Wird Spielberg das größte Konzert, das ihr je gegeben habt? Bleibt abzuwarten. Auf der Donauinsel haben wir vor 110.000 Zuschauern gespielt. Die waren zwar wegen Bob Geldof da, der nach uns kam, aber da sind die Leute schon wieder abgewandert, hat man uns erzählt. Wie stimmt man die Setlist auf das Formel-1-Publikum ab? Keine Superballaden, mehr fetzige Sachen. „Ham kummst“ darf auf keinen Fall fehlen.

THE RED BULLETIN

und 9. Juli

LEGENDS PARADE

Nach Formel-1-Autos der Turbo-Ära und den legendären BMW-Procars geben sich heuer die wildesten, schönsten und begehrenswertesten Autos von Le Mans & Co die Ehre bei der Legends Parade. Vom offenen Zwölfzylinder-BWW über den Porsche 917, mit dem Helmut Marko Le Mans gewann, und die ikonischen 936 und 962 bis zum ultramodernen Audi R18 der letzten Generation reicht das Feld. Am Volant: große Namen wie Gerhard Berger, Jean Alesi, Mark Webber und „Strietzel“ Stuck.

Wie sieht euer Bezug zur Formel 1 aus? Wir sind damit aufgewachsen, dass die Mama am Sonntag aufgekocht und der Papa Formel 1 geschaut hat. Das war in der Zeit von Lauda und Berger. Im Track „Cabrio“ auf eurem aktuellen Album kommt Niki Lauda schon in der ersten Strophe vor. Wenn ihr ihn trefft:

Was werdet ihr ihn dann fragen? Keine Ahnung, was man mit einem Niki Lauda redet. Am liebsten hören wir ihn ja, wenn er vom großen Stimmenimitator Alex Kristan nachgemacht wird. Aber wir würden ihn sehr gern treffen. Und mit ihm ins Cabrio einsteigen? Wenn er uns mitnimmt: unbedingt!

Große Bühne: Seiler und Speer am Red Bull Ring

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GUIDE Redaktion: Gisbert L. Brunner

Get It

SEIKO PRESAGE CHRONOGRAPH

Prägt seine Zeit

Mit der Präzision des hauseigenen mechanischen Uhrwerks können nur die Lackmarkierungen auf dem Emaille-Zifferblatt mithalten. Es wurde nicht weniger als zehnmal bemalt und poliert. www.seiko­presage.com

Die Drücker neben der Krone sind von Tudors originalen Chronographen inspiriert.

AUS LIEBE ZUM SPIEL Frankreichs König Ludwig XVIII. war ein begeisterter Freund von Pferderennen. Auf sein Geheiß baute der Pariser Uhrmacher Nicolas Mathieu Rieussec im Jahr 1821 die erste Stoppuhr der Welt und nannte sie „Chronograph“, abgeleitet aus den altgriechischen Wörtern chrónos und gráphein, wörtlich also „Zeit-Schreiber“. Durchaus passend, denn um die verstrichene Zeit bei Pferderennen zu messen, musste man bei Start und Ziel einen Knopf drücken, der Tinte aufs Zifferblatt tropfen ließ.

TUDOR HERITAGE BLACK BAY CHRONO

Perfekte Kombination Tintenmarkierungen hat der heutige Chronograph längst hinter sich. Schon 1844 schuf der Schweizer Uhrmacher Adolphe Nicole den Me­ chanismus, der den zweiten Zeiger stoppen und zurücksetzen konnte. Als Pionier gilt jedoch Breitling: Die Schweizer lancierten 1915 den ersten unabhängigen Chronographen­ drücker und entwarfen 1969 den ersten Automatik­Chronographen mit. 2009 präsentierte Breitling zum 125. Jubiläum das Kaliber B01, das mit Achtelsekunden­Präzision misst. Das gelang so gut, dass Rolex mit Breitling kooperierte, um für seine Zweitmarke Tudor eine Spiel­ art dieses Uhrwerks mit 45­Minuten­ Zähler zu verwenden – perfekt also für ein spezielles Spiel mit zwei Hälften in entsprechender Länge. tudorwatch.com

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ALPINA „FULL BLACK“ ALPINER 4 MANUFACTURE FLYBACK CHRONOGRAPH

Voll ins Schwarze

Im schwarz beschichteten Edelstahlgehäuse sitzt Alpinas eigenes Flyback-ChronographenKaliber, ummantelt von einer Weicheisenhülle, welche diese Uhr vor magnetischen Störungen schützt. alpinawatches.com

TAG HEUER AUTAVIA

Comeback-King

Als TAG Heuer fragte, welche ihrer 16 ikonischen Autavias der ersten Generation wiederbelebt werden soll, gaben 50.000 Fans ihre Stimme ab. Der Sieger: die 1966er Ref. 2446 mit Mark-3-Zifferblatt, einst von Jochen Rindt getragen. tagheuer.com

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PROMOTION

must-haves

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3 24-HOURS A DAY 4 CROSLAKE Sowohl durch das STAND UP skelettierte Zifferblatt als auch durch den Glas­ PADDLE BOARDS boden kann man das

5 MIT SUUNTO AM PULS DER ZEIT

1 SCHUBERTH R2 NEMESIS YELLOW

Der klassische Integral­ helm im modernen Design und auf dem neuesten Stand der SCHUBERTH­Technolo­ gie bietet besten Style. Weltpremiere: vor­ bereitet für das unsicht­ bare Kommunikations­ system SC1. Der R2 wird ab Mitte 2017 in den Größen XS (53) bis XXL (63) erhältlich sein – in klassischen Uni­Farben sowie mit attraktivem Dekor. Mehr unter: www.schuberth.com

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2 SOMETIMES SIZE MATTERS

Vieles ist ohne Vergleich nur schwer vorstellbar: Wie viele Fußballfelder groß ist gleich noch ein­ mal der Central Park? Wer weiß schon, dass das Herz eines Blauwals so groß ist wie ein VW Käfer? Dieser Band ist randvoll mit Über­ raschungseffekten, Ahas und Wows, unter­ haltsam getextet und großartig illustriert. www.ecowin.at

brandneue Seiko­Werk der SEVEN­24 Watch be­ obachten. Erhältlich in neun coolen Varianten mit Edelstahlgehäuse, zum Teil im trendigen Antique­Look mit Mesh­ oder Lederband, ist die SEVEN­24 Automatik­ Uhr ein Must­have für mutige, starke Männer mit Durchblick. www.SEVEN-24.watch

CrosLake, die SUP­ Marke aus Tirol, ver­ kauft dein Board direkt an dich, ohne Zwischen­ handel. So bekommst du bei uns das beste Board zum besten Preis. Auch unseren Testsieger – das Cros­ Lake Marin­Vollcarbon­ paddel – bekommst du bei uns. Bestell dir dein CrosLake auf: www.CrosLake.com

Einfach zu bedienen, robust, hoch funktionell: Die neue SUUNTO Spartan Sport Wrist HR mit optischer Herz­ frequenzmessung am Handgelenk ist der optimale Begleiter für alle Outdoor­Abenteuer. In Zusammenarbeit mit dem Branchenführer Valencell ist sie eine Multisport­GPS­Uhr der Extraklasse und kom­ patibel mit der SUUNTO Movescount App. www.suunto.com

6 SOCRATES – DAS DENKENDE SPORTMAGAZIN

Storys statt Ergebnisse, Tiefe statt Schnelligkeit, Wirkung statt Moment­ aufnahme. SOCRATES verkörpert Slow Jour­ nalism mit Geschichten und Figuren des Sports: ein Magazin für den Coffee Table, die Couch oder die Leseecke. Der Konsum ist lang und intensiv, die Nach­ wirkung hoch. socratesmagazin.de/ socrates-abo

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GUIDE

See it Die Welt steht kopf: Yannick Granieri (FRA) zählt im Slopestyle zu den Favoriten.

PARTYSTIMMUNG

Keine Tickets mehr ge­ kriegt für die beste Sport­ action oder das Lieblings­ festival? Kein Problem: Auf Red Bull TV bist du immer live dabei. Oder notfalls nach dem Event – on demand.

Crankworx: Brook Macdonald (NZL) wurde 2016 in Neuseeland Dritter im Downhill.

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL Red Bull TV ist deine globale digitale Destination für Enter­ tainment abseits des Alltäg­ lichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart TV. Alle Infos: www.redbull.tv

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Juni/Juli

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Juni

LIVE

CRANKWORX INNSBRUCK

Das westkanadische Whistler war 2003 Geburtsstätte des größten Gravity-MountainbikeEvents. 2017 ist erstmals auch Innsbruck Austragungsort der Serie. Crankworx-Highlights? Downhill, Slopestyle, Dual Speed & Style Whip-off und Pumptrack Contest. (Am 18. Juni ebenfalls live auf Red Bull TV: Crankworx Les Gets [FRA])

GRAEME MURRAY/RED BULL CONTENT POOL (2), FLEMMING BO JENSEN/RED BULL CONTENT POOL, AITOR MATAUCO/RED BULL CONTENT POOL, MIHAI STETCU/SWATCH BEACH VOLLEYBALL MAJOR SERIES/RED BULL CONTENT POOL

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Juli

LIVE

RED BULL X-FIGHTERS

Elf der weltbesten Freestyle-Motocross-Fahrer (oder eher -Flieger?) – darunter Dany Torres und Levi Sherwood – versuchen in der legendären Stierkampfarena von Las Ventas, Madrid, Seriensieger Tom Pagès (FRA) zu entthronen. Ab 22 Uhr live auf Red Bull TV.

Juni bis 1. Juli

LIVE

THE BEST ARTISTS. THE BIGGEST FESTIVALS

Der Festivalsommer ist da: mit dem Electric Daisy Carnival in Las Vegas und Nordeuropas größtem Musikfestival in Roskilde, Dänemark, wo 175 Acts (u. a. Foo Fighters und Arcade Fire) Gas geben werden.

und 9. Juli

LIVE

SWATCH MAJOR SERIES

Beachvolleyball muss man nicht zwangsläufig am Strand spielen: Der dritte Tourstopp der World Tour 5* zeigt das vor und gastiert vor dem idyllischen Bergpanorama der Schweizer Alpen in Gstaad. Die Sieger erhalten den einzig passenden Preis – eine goldene Kuhglocke.

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KAMPF DER ELEMENTE

DER RED BULLETIN-GUIDE FÜR OUTDOOR-EQUIPMENT. DER MENSCH IST DAS ANPASSUNGSFÄHIGSTE WESEN AUF ERDEN – SEIN EINFALLSREICHTUM BEI DER ENTWICKLUNG VON BEKLEIDUNG UND TECHNOLOGIE LÄSST IHN AUCH DIE HÄRTESTEN HERAUSFORDERUNGEN ÜBERLEBEN.

FOTOS: MARC BEAUSSART STYLING: SARAH ANN MURRAY

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GIPFELSTURM Die höchsten Berge zu erklimmen ist ein beinharter Kampf. Mehr als 200 Todesopfer allein auf dem Mount Everest sind ein Indiz dafür. Die wenigsten von ihnen starben an Erschöpfung. Viel öfter machten Kälte, Lawinen, Höhenkrankheit, Schneestürme und Gletscherspalten das Match mit dem Berg zu einer lebensgefährlichen Herausforderung. Daher gilt: Nütze mit der richtigen Ausrüstung jeden erdenklichen Vorteil. 1. Lowe Alpine Ascent Superlight 30 Rucksack, lowealpine.com; 2. Garmin fe¯nix 5S GPS‑Uhr, garmin.com; 3. Salomon S‑Lab X Alp Pro Hose, salomon.com; 4. Arc’teryx Acrux AR Bergschuhe, arcteryx.com; 5. Black Yak Emergency Jacke, global.blackyak.com; 6. Boost Oxygen, boostoxygen.com THE RED BULLETIN


GUIDE Hoch hinaus mit der Rab Batura-Jacke: mit wasserabweisendem Daunenfutter innen und einer wind- und wasserdichten Pertex ShieldSchicht außen … sowie Sturmklappen, wenn das Wetter am Berg mal richtig ungemütlich wird. rab.equipment

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GUIDE Der Full Wetsuit O’Neill Sector 5mm gehört unter Wasser – mit 100 % dichten Außennähten, wärmenden Firewalls an Brust, Oberschenkeln und Rücken sowie einer Schlüsseltasche. oneill.com

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UNTER WASSER Im Jahr 1960 erreichte der Mensch den tiefsten Punkt in den Ozeanen, das sogenannte Challengertief im Marianengraben in 10.984 (––| 25) Meter Tiefe – nur ein Jahr bevor man in den Weltraum vordrang. In vielerlei Hinsicht ist uns der Ozean so fremd wie das All. Doch mit moderner Technologie lässt er sich immer besser erkunden. 1. Octomask Tauchermaske mit GoPro-Halterung, octomask.com; 2. Suunto D6i Novo Black Zulu Tauchcomputer, suunto.com; 3. Exposure Lights Action 9+ Tauchlampe, exposurelights.com; 4. Ameo Powerbreather PB01 Lap Edition Doppelschnorchel, powerbreather.com

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ANTARKTISCH Die größte Wüste der Erde ist nicht heiß, sondern bitterkalt: Die Antarktis ist ein Ödland mit weniger Niederschlag als die Sahara. Für ein Überleben in dieser Gegend ist der Mensch nicht geschaffen. Doch mit dieser Ausrüstung hat er beste Chancen. 1. Montane Featherlite Down Pro Pull-On Daunenjacke, montane.co.uk montane.co.uk;; 2. Ortovox Ascent 30 Avabag Lawinenrucksack, ortovox.com ortovox.com;; 3. Burton Approach Handschuhe, burton.com;; burton.com 4. Buff R-Jam Blue Stirnband, buffwear.com;; buffwear.com 5. Mammut Blackfin II High WP Winterstiefel, mammut.ch

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Mountain Hardwear HyperLamina Flame 20F/-6C KunstfasterSchlafsack, mountainhardwear.com

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Alles im Blick: Die pola­ risierenden Gläser der Oakley Crossrange XL Prizm filtern Licht von reflektierenden Ober­ flächen. oakley.com

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TEMPERATORTUR Durchglühte Tage, eiskalte Nächte, gleißendes Sonnenlicht, unbarmherzige Sandstürme. Um in einer heißen, trockenen Sandwüste überleben zu können, braucht es eine besonders findige Form der Anpassung … und stets die richtigen Begleiter, um in der brütenden, schatten­ losen Hitze dennoch kühlen Kopf zu behalten. 1. Camelbak Rubicon Hydration Plus Cargo Rucksack mit 3­ 3­Liter Liter­­Reservoir, camelbak.com;; 2. Powertraveller Solar­ camelbak.com Solar­ monkey Expedition wasserdichtes Solar­Ladegerät, Solar Ladegerät, powertraveller.com powertraveller.com;; 3. Otterbox Drybox 3250 Series Con­ tainer, otterbox.com otterbox.com;; 4. Adidas Terrex Scope GTX Zustiegschuh, adidas.com

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FEUCHTGEBIET Die Gefahren in den tropischen RegenRegenwäldern lauern überall: giftige Fauna und Flora, Virus-tragende Insekten, von Parasiten verseuchtes Wasser. Mit diesen Hilfsmitteln nimmst du diese Herausforderung an. 1. Crosscall Trekker-X3 Outdoor-Smartphone, crosscall.com;; 2. VSSL Flasche/Taschenlampe/ crosscall.com Kompass, vsslgear.com vsslgear.com;; 3. TomTom Adventurer GPS-Outdoor-Uhr, tomtom.com tomtom.com;; 4. Jack Wolfskin Gravity Flex Hose, jack-wolfskin.at jack-wolfskin.at;; 5. Mountain Hardwear Rainshadow 26 OutDry Rucksack, mountainhardwear.com

SET DESIGN: SARAH GOBOURNE; PHOTOGRAPHY ASSISTANT: SARAH GOBLE; RE-TOUCH: DELPHINE JACQUIN; STYLIST ASSISTANT: EMILY BULFORD

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Der wetterfeste Thule Perspektiv-Rucksack bietet bestmöglichen Schutz für Kameras und Objektive. thule.com

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GUIDE

Do it

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Juni mozart 100 Österreichs größter Ultra-LaufEvent. Bei der Königsdistanz „mozart 100“ (105 Kilometer, 4700 Höhenmeter und gut 80 % Trail-Anteil) entschädigen die landschaftlichen Reize des Salzkammerguts für die UltraStrapazen. Wer sich nicht ganz so übernehmen möchte: Es gibt auch Einzel- und Staffelbewerbe über 62½, 42, 30 und 12,5 Kilometer. Residenzplatz, Salzburg; mozart100.com

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Juni WU Sommerfest Zwei Teilnahmen an TV-CastingShows („Die große Chance“ und „Herz von Österreich“) sorgten für überschaubares Aufsehen. Erst ein Neubeginn mit sanften Indie-PopHits wie „Sinn“ führte Tagträumer zum Erfolg: Das steirische Quintett wurde bei den Amadeus Awards 2015 zur Band des Jahres gekürt. Beim WU Sommerfest rocken Tagträumer am Red Bull Brandwagen. WU Campus, Wien; wu.ac.at

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bis 24. Juni Festland Music Festival Musikfans, die keinen Bock auf überfüllte Campingplätze und Riesenbühnen haben, fühlen sich hier wohl: Das Festland findet an einer kleinen Waldlichtung statt, das internationale Line-up zwischen IndieRock und Synth-Pop ist ein Traum für Musikentdecker. Tipp: der britisch-simbabwische Songwriter Kelvin Jones. Mayrhofen; festlandmusic.at

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bis 18. Juni

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Das härteste O≠road-Single-Race der Welt (am 18. 6. live bei Red Bull TV) ist Höhepunkt des seit 1995 stattfindenden viertägigen Erzbergrodeos. 500 Motocrosser, darunter Stars wie Taddy Błaz˙usiak (Bild) und Vorjahressieger Graham Jarvis, haben vier Stunden Zeit, 23 knallharte Checkpoints zu bewältigen. Kaum fünf Prozent der Starter sehen das Ziel. Eisenerz; Tickets auf: erzbergrodeo.at

Juli Ironman Austria Die großen Stars über die Ironman-Distanz (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,195 km Laufen) versammeln sich zum 19. Mal am Wörthersee. Für die 3000 Triathleten geht es um 75.000 Dollar Preisgeld – und um 40 Startplätze für die am 14. Oktober auf Hawaii ausgetragene Ironman-WM. Klagenfurt-Titelverteidiger sind Marino Vanhoenacker (BEL) und Mirinda Carfrae (AUS). Start ist um 6.40 Uhr. Der Zieleinlauf wird ab 14.30 Uhr im Strandbad erwartet. Strandbad, Klagenfurt; eu.ironman.com

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YANA STANCHEVA / RED BULL CONTENT POOL, NIGEL RODDIS/GETTY IMAGES FOR IRONMAN, FRANK MADDOCKS

RED BULL HARE SCRAMBLE


Juni/Juli

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bis 17. Juni

NOVA ROCK FESTIVAL

Jahreshauptversammlung von Freunden der harten Klänge: Über 80 Bands aus den Genres Metal, Punk und Hip-Hop, darunter Legenden wie Linkin Park, Green Day (Foto) und Slayer, treten 2017 beim Nova Rock auf. Die spannendsten Newcomer der Szene wie Coyotes und Moose Blood gibt’s auf der Red Bull Brandwagen Stage zu entdecken. Pannonia Fields II; novarock.at

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ALLES FÜR


THE RED BULLETIN WELTWEIT

IMPRESSUM Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Ulrich Corazza, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Clemens Stachel, Florian Wörgötter

Aktuell erscheint The Red Bulletin in sieben Ländern. Im Bild: das Cover der Mexiko-Ausgabe mit Pop-Superstar „Poncho“ Herrera. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com

Web Christian Eberle, Vanda Gyuris, Inmaculada Sánchez Trejo, Andrew Swann, Christine Vitel Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Head of Sales Franz Renkin

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www.relexsmile.at

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Action-Highlight

Makes You Fly

Fußballparty Gut 20.000 Teams und 100.000 Spieler. Beim Kleinfeld-Fußballturnier Neymar Jr’s Five spielen Fünferteams aus 53 Ländern gegeneinander. Die verschärften Regeln: Wer ein Tor bekommt, muss einen Spieler abgeben. Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Team keine Spieler mehr hat. Das Finalturnier steigt am 7. und 8. Juli in Neymar Jr.s Heimatstadt Praia Grande nahe São Paulo und ist live auf Red Bull TV zu sehen. neymarjrsfive.com

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„Das Finale 2016 war unglaublich - all die Spieler in meiner Heimatstadt zu haben.“ Neymar Jr. wird auch beim Finale 2017 selbst wieder dabei sein – und vielleicht gegen die Gewinner kicken.

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 11. Juli 2017.

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MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL, RASMUS KAESSMANN/RED BULL CONTENT POOL

Spiel im kühlen Nass in Macapá, Nordbrasilien


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Form folgt Faszination.

Der neue Arteon. Der neue Arteon wurde vor allem nach einem Maßstab gebaut: Entstanden ist eine völlig neue Form von Volkswagen. Sie erkennen dies zum Beispiel an seiner konsequenten Linienführung. Oder am konsequenten Anstieg Ihres Herzschlags.

Wir bringen die Zukunft in Serie. Verbrauch: 4,4 – 7,3 l/100 km. CO2-Emission: 114 – 164 g/km. Symbolfoto.


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