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The Red Bulletin Juli 2016 - CHDE

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SCHWEIZ

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

Der Schweizer Fussball-Star Ricardo Rodriguez:

„WER GUT SEIN WILL, BRAUCHT EIER“ Why the actor would rather jump off a bridge than settle for stardom

NOCH MEHR

VIDEOS, BILDER, STORYS

REDBULLETIN.COM JULI 2016 CHF 3,80

TECHNO VISION A Berlin nightlife mogul brings the party to Detroit

DIE THE GHOST RIVALEN NEGOTIATOR A kickboxing VON RIO master spills Diese Duelle hismachen secrets Olympia heiss

NEYMAR JR.

„Zeig, was du draufhast“


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TOMASZ FURMANEK Foto von: Tomasz Furmanek


DIE WELT VON RED BULL

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RICARDO RODRIGUEZ

Der Weltklasse-Verteidiger über seinen Kampf ins Leben, irre Transfersummen und sein ambitioniertes Ziel für die EM.

GRÜEZI! Fussball ist bekanntlich und überhaupt und sowieso die beste Lebensschule der Welt. Beweise ­dafür erbringen wir gleich zweimal in dieser Ausgabe. Ab Seite 46 schildert Neymar Jr., wie er vom Individualisten zum Teamplayer wurde, und garniert das mit Erkenntnissen wie: „Es ist schwierig, gegen eine Mannschaft zu ­gewinnen, die aus Freunden besteht.“ Ab Seite 54 erklärt Ricardo Rodriguez, der womöglich beste Linksverteidiger der Welt: „Schule interessierte mich nicht. Mein Fokus war: Fussball.“ Ganz ohne Plan B? „Ohne Plan B.“ Mutig! „Für mich l­ ogisch.“ Viel Vergnügen beim Lesen! Die Redaktion 6

„Wer im Bett liegen bleibt, gewinnt nichts.“ ´ , SEITE 68 IVANA ŠPANOVIC

THE RED BULLETIN


JULI 2016

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AUF EINEN BLICK GALLERY

STANGEN-PROFI

Calisthenics-Superstar Frank Medrano verrät sieben Regeln, die dich fit (und kreativ) machen.

12 HOT SHOTS!  Die Fotos des Monats

BULLEVARD

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19 IDOLE UND IKONEN  Wie sie wurden, was sie sind. Was sie sagen und tun.

FEATURES 26 Der Workout-Guru

Frank Medranos Fitness-Regeln.

LUKAS MAEDER (COVER), LEO KRUMBACHER, PETER YANG, LUCHO VIDALES/RED BULL CONTENT POOL, PICTUREDESK.COM, MARKUS JAHN, GETTY IMAGES

34 Die Rivalen von Rio

Ein Blick auf die spannendsten Duelle der Olympischen Spiele 2016.

46 NEYMAR JR.s REIFEPRÜFUNG

Er kam als Solokünstler zum FC Barcelona. Uns erklärt Neymar Jr., warum er erst als Teamplayer zum Weltstar reifte.

46 Heroes des Monats POSITIVE POWER

Red Bull Racing-Pilot Daniel Ricciardo über seine Geheimwaffe: Fröhlichkeit, die zum Erfolg führt.

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Neymar Jr., Buzz ­Osborne, Mike O’Shea und Daniel Ricciardo.

54 Ricardo Rodriguez

Der Weltklasse-Verteidiger hasst Inter­ views. Und sprach dennoch mit uns.

62 BMW GS Trophy

Hier ist Teamgeist gefragt: auf dem Motorrad durch Thailands Dschungel.

68 Ivanas Bootcamp

Motivations-Tipps einer Top-Athletin.

ACTION!

62 SHOWDOWN IM URWALD

Bei der BMW GS Trophy kämpfen sich Hobbyteams durch Thailands Dschungel und lernen Teamspirit – oder nicht. THE RED BULLETIN

77 SEE IT. GET IT. DO IT. Reise, Gadgets, Uhren, Musik und Motor

OLYMPISCHE RIVALEN

Phelps gegen Yang, Neuseeland gegen Südafrika, Serena Williams gegen alle. Wir analysieren die Superduelle von Rio.

91 SPECIAL  Sommerliche Action-Reisen 96 READ BULL  Martin Amanshauser 98 MAKES YOU FLY  Magischer Moment

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THE RED BULLETIN BACKSTAGE JULI 2016

CONTRIBUTORS MIT AN BORD

MARKUS JAHN

Ring frei: Krumbacher und Španovic´ in Novi Sad

Im Bootcamp der Top-Athletin Sie ist Weltklasse-Weitspringerin, Medaillenanwärterin bei den Olympischen Spielen in Rio und weiß als Fitness-Studio-Managerin, wie man Hobby-Athleten auf Trab bringt: Ivana Španović hat uns in ihrer Heimat Novi Sad (SRB) verraten, wie man sich für Workouts motiviert, selbst wenn man keine Lust auf Training hat. Sollten Sie nach dem Lesen ihres Interviews dennoch keine Lust auf Sport haben, können Sie zumindest über Leo Krumbachers außergewöhnliche Fotos von Ivana staunen. Und über ihr Sixpack. Seite 68.

MAKING OF DAS SHOOTING DES MONATS

Der deutsche Motorsport-Fotograf arbeitet u. a. für Honda und HarleyDavidson. Mit Red Bulletin-Autor Werner Jessner quälte er sich eine Woche lang durch den Dschungel von Thailand. Seite 62.

RED BULLETIN WELTWEIT LUCHO VIDALES

Obwohl er im Land des Erzrivalen ­Argentinien aufwuchs, genießt der Sportfotograf das Vertrauen von Brasiliens Fußballidol Neymar Jr. Für uns fotografierte Vidales den Ausnahmestürmer in Barcelona. S. 46.

The Red Bulletin erscheint ­aktuell in zehn Ländern. Im Bild das Cover der US-Ausgabe mit Profigolfer Rickie Fowler, 27. Alle Ausgaben zum Download: www.redbulletin.com/howtoget

Dynamisches Foto­ shooting: Lukas Maeder (li.) und Ricardo Rodriguez

„Ricardo blühte vor der Kamera richtig auf.“ FOTOGRAF LUKAS MAEDER ÜBER VERTEIDIGER RICARDO RODRIGUEZ Der Schweizer Lukas Maeder fotografierte schon Bundes­rat Alain Berset, US-Rapper Kendrick Lamar oder NHL-Crack ­Roman Josi. Für The Red Bulletin lockte er Nati-Star Ricardo Rodriguez aus der Reserve. Ab Seite 54.

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THE RED BULLETIN


Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Editor-at-large Boro Petric Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English

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THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894 Länderredaktion Ruth Morgan Redaktion Tom Guise, Florian Obkircher Lektorat Nancy James (Ltg.), Davydd Chong Country Project & Sales Management Sam Warriner Anzeigenverkauf Mark Bishop, +44 (0) 7720 088588, mark.bishop@uk.redbull.com Redaktionsadresse 155-171 Tooley Street, London SE1 2JP, +44 (0)20 3117 2000

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u 4x4: i Subar tis! e b r e a m Wie im radantrieb gr All

WRX STI 4x4 AB FR. 43’900.–. – Der Spitzenathlet mit Köpfchen. – 2.5-Liter-SUBARU-BOXER-Turbomotor mit 300 PS. – SI-Drive (3 Fahrmodi: Intelligent, Sport, Sport Sharp). – 6-Gang-Sportgetriebe. – 407 Nm, DCCD, VDC. – 18”-Leichtmetallfelgen. – Advanced Safety Package (im Modell Luxury): Totwinkelwarner, Rückfahr-Querverkehrwarner, Fernlichtassistent, automatisch abblendender Innenrückspiegel. Abgebildetes Modell: WRX STI 2.5T 4x4 Sport S, man., 4-türig, 300 PS, Energieeffizienzkategorie G, CO 2 242 g/km, Verbrauch gesamt 10,4 l/100 km, Fr. 44’700.– (inkl. Metallic-Farbe), Fr. 43’900.– (mit Farbe Pure Red). Durchschnitt aller in der Schweiz verkauften Neuwagenmodelle (markenübergreifend): CO 2 139 g/km.

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SUBARU Schweiz AG, 5745 Safenwil, Tel. 062 788 89 00. Subaru-Vertreter: rund 200. www.multilease.ch. Unverbindliche Preisempfehlung netto, inkl. 8% MWSt. Preisänderungen vorbehalten.


GALLERY


GUMMI ZUM ABSCHIED PETER FOX/GETTY IMAGES

SOTSCHI, RUSSLAND FOTO: PETER FOX

In seinem letzten Grand-Prix-Training als ToroRosso-Pilot kümmerte sich Max Verstappen liebevoll um die Betriebstemperatur der Reifen seines STR11. Sein Upgrade in das Red Bull ­Racing-Cockpit folgte dann nach dem Rennen. Der 18-jährige Niederländer bedankte sich spektakulär für das Vertrauen. Und kürte sich gleich im ersten Rennen für sein neues Team zum jüngsten Grand-Prix-Sieger seines Sports. Max on Tour: instagram.com/maxverstappen1

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IN DIE WÜSTE GESCHICKT BE’ER SCHEVA, ISRAEL FOTO: DAVY VAN LAERE

Local Hero Boaz Aquino bat vier internationale Top-Skater zu sich nach Israel und führte sie in der Red Bull Shekel Me Not-Tour zu den ­besten Spots des Landes. Darunter auch die Wüstenstadt Be’er Scheva, auf deren Asphalt sich der brasilianische Street-Spezialist Felipe ­Gustavo (hier auf Zwergengröße gespiegelt) ­besonders wohl fühlte. Video-Blog: www.redbull.com/skateboarding

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DAVY VAN LAERE/RED BULL CONTENT POOL


FRÜHLINGSSPAZIERGANG Steph Davis ist eine Ikone des Klettersports. Der Amerikanerin gelang als erster Frau die Besteigung aller sieben Hauptgipfel der Fitz-RoyKette in Patagonien, El Capitan in Kalifornien bezwang sie als erst zweite Kletterin im Freeclimb-Stil innerhalb eines Tages. Im Bild nutzt Davis die Frühlingstemperaturen in ihrem ­Heimatrevier Moab für eine Session. Im Sommer wird’s ungemütlich: Da steigen die Temperaturen im US-Bundesstaat Utah auf 45 Grad, und der rote Fels speichert Wärme hervorragend. Kletter-Blog: www.instagram.com/highsteph

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KRYSTLE WRIGHT

MOAB, UTAH, USA FOTO: KRYSTLE WRIGHT


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BULLEVARD MENSCHEN, DIE UNS INSPIRIEREN

ECHTER KERL ETHAN HAWKE KANN NICHT MAL ERFOLG WAS ANHABEN.

DIEGO UCHITEL/TRUNK ARCHIVE

Bodenständigkeit ist ja meist keine Eigenschaft, deren man Hollywoodstars rühmt. Bei Ethan Hawke ist das anders: Er war schon als Kinderdarsteller (mit Kumpel River Phoenix) erfolgreich. Dann Star in „Der Club der toten Dichter“, heimste Awards ohne Ende ein, heiratete die göttliche Uma Thurman … und dennoch ist der vierfache Vater kein bisschen eingebildet. „Man trifft so oft erfolgreiche Menschen, die derart unglücklich wirken“, sagt der 45-jährige Texaner. „Ich wollte mir immer die Einstellung eines Amateurs bewahren.“ Ah, darum also der Versuch mit der Musik und dem Bücherschreiben. Aber, wie das hochkarätig besetzte Remake von „Die glorreichen Sieben“ zeigt, ist er immer noch ein begnadeter Schauspieler.

THE RED BULLETIN

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BULLEVARD 1972 Dwayne Douglas Johnson wird am 2. Mai in Hayward, Kalifornien, geboren – als Sohn von Rocky Johnson und Enkel von Peter Maivia, beide Profi­wrestler. Opa ­Peter, der im Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ gegen Sean Connery kämpfte, ist Dwaynes Vorbild. „Bis heute“, sagte er, „kenne ich keinen Mann, der beliebter war und mehr Respekt genoss.“

2016 Zeit für sein Erfolgsrezept: „Ich war immer klug genug, zu begreifen, dass ich nicht alles weiß. Ich musste manchmal etwas riskieren. Und ich musste manchmal scheitern.“ Nach seinem ­begeisternden Auftritt bei WrestleMania im April folgt „Central Intelligence“, eine Buddy-Actionkomödie mit Kevin Hart, die ab 16. Juni in den Kinos läuft.

1995 In Johnsons Abschlussjahr an der University of Miami bedeutet eine Rückenverletzung einen empfindlichen Knick für seine ambitionierte American-Football-Karriere. Er wechselt in die Canadian Football League zu den Calgary Stampeders, was aber nur zwei Monate hält und ihn fast pleitegehen lässt. Später nennt er seine Produktionsfirma in Anspielung auf die ­wirtschaftlichen Turbulenzen jener Zeit Seven Bucks.

ALS WRESTLER, SCHAUSPIELER, RAPPER, AUTOR UND – NACH EIGENEN ANGABEN – VIRTUOSE IN DER KÜCHE HATTE DWAYNE „THE ROCK“ JOHNSON BISLANG NOCH NICHT OFT GELEGENHEIT, AUS MISSERFOLGEN ZU LERNEN.

1998 Johnson hört von nun an nur noch auf den Namen „The Rock“ und gewinnt die WWF ­Championship in der Sur­ vivor ­Series. Sein Signature Move ist der People’s Elbow, seine wichtigste Fähigkeit jene, hart zu arbeiten, wie er das schon als Kind gelernt hat. „Du musst morgens auf­ stehen, du musst dein Ziel verfolgen, du musst dich ­abrackern, und du musst schwitzen“, findet er.

2000 Wrestling wird immer populärer, doch seinem Hauptdarsteller reicht der Ring als

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alleinige Bühne nicht mehr. The Rock expandiert als Marke in die Bereiche Musik (Guest Rap für Wyclef Jean), TV und Film als Alienkrieger in „Star Trek: Raumschiff ­Voyager“ und „Die Mumie kehrt zurück“. Zudem setzt er sich ein TV-Denkmal für die Ewigkeit: als Gastgeber bei „Saturday Night Live“.

2011 Nach einigen Rückschlägen in Hollywood – darunter eine Nominierung bei der Goldenen Himbeere 2006 – landet The Rock mit „Fast & Furious Five“ einen Welterfolg. Wie man sich in einem neuen Lebensbereich durchsetzt? „Stillhalten und aufmerksam zuhören. Lass lieber die anderen reden.“

2002 5,5 Millionen Dollar casht er für „The Scorpion King“ – Rekord für ein Hauptrollen-­ Debüt. Der Druck ist riesig, doch The Rock hält ihm stand. Die Showbiz-Bibel „Variety“ urteilt: „Er macht eine um Welten charisma­ tischere und intelligentere Figur in der Schauspielwelt als andere frühere Sportler.“

THE RED BULLETIN

TIM MÖLLER-KAYA

Nachdem aus Plan A nichts wurde, sucht (und findet) Johnson Erfolg auf anderen Wegen. Er wird zum Wrestler, lässt sich von seinem Vater trainieren, nennt sich „Flex Kavana“ und gewinnt im Juni seinen ersten Titel in einer niedrigen Liga. Schon fünf Monate später nimmt er es mit den ganz Großen der WWF auf – als Rocky Maivia alias „The Blue Chipper“.

MEIN WEG NACH OBEN

„Forbes“ listet The Rock als umsatzstärksten Filmstar des Jahres, nachdem seine Filme, darunter „G. I. Joe – Die Abrechnung“ und „Fast & Furious 6“, weltweit 1,3 Milliarden Dollar ein­ spielen. Im Januar gewinnt er seine erste WWE-Meisterschaft nach elf Jahren.

GETTY IMAGES, DDP

1996

2013


Jeep® ist eine eingetragene Marke der FCA US LLC

75 JAHRE FREIHEIT. DOCH DAS ABENTEUER HAT GERADE ERST BEGONNEN.

Die Erfolgsgeschichte von Jeep® begann im Jahr 1941 mit der Produktion des unaufhaltsamen Willys MB. Zum 75-Jahr-Jubiläum der legendären Marke haben wir einzigartige Sondereditionen lanciert. Mehr darüber auf jeep.ch


BULLEVARD

FITNESSTRACKER

STARKE ZAHLEN

SAM OLDHAM

TRENDS FÜR BODY & MIND

DER BRITISCHE TURNER UND HOFFNUNGS­ TRÄGER BEI OLYMPIA IN RIO HÄLT SICH AUF BEEINDRUCKEND VIELE ARTEN FIT. UM DIESE ZEIT STEHT OLDHAM MORGENS AUF „Ich habe es mir angewöhnt, meinen Wecker auf genau diese Zeit zu ­stellen“, sagt er. „Schlaf ist ein be­ deutender Teil meines Trainings. Ich muss neun Stunden schlafen, damit ich mich wohl fühle. Außerdem trinke ich vor dem Schlafengehen einen hal­ ben Liter Milch. Das darin enthaltene ­Protein hilft meinen Muskeln, sich über Nacht zu regenerieren.“

SO VIELE METER LEGT OLDHAM JEDE WOCHE IM SCHWIMMBECKEN ZURÜCK „Ich kraule bei einer Ein­ heit zwanzig 25-MeterLängen mit maximalem Tempo und mache nach jeder Länge eine dreißig­ sekündige Pause“, sagt Oldham. „Das hilft mir, auch bei höchster An­ strengung den Atem zu kontrollieren. Wenn du lieber Fußball spielst oder laufen gehst, kannst du auch das probieren.“

WORKOUT

DIE INTERNATIONALE LICHTSCHWERTKAMPFAKADEMIE VON ­„LUDOSPORT“ Lerne an 21 interna­ tionalen Akademien, mit der Macht zu kämpfen. Bei diesem Muskel- und CardioWorkout wählt man zwischen sieben Kampfstilen und be­ folgt zehn Regeln. ludosport.net

SO VIELE SHOTS ­ROTE‑BETE‑KONZENTRAT TRINKT OLDHAM VOR ­EINEM ­HARTEN TRAINING „Ich trinke 70 Milliliter von dem Zeug“, sagt er. „Schmeckt grauenhaft, aber es wirkt. Es enthält Nitrate, die die Sauer­ sto≠aufnahme im Blut er­höhen und damit die Ausdauer stei­ gern. Ein notwendiges Übel vor jedem größeren Workout.“

KRAFTSTOFF BOWL FOOD

Von Power Bowl bis hin zu Banzai Bowl und sogar Dessert Soup – die Schüssel ist derzeit die einzig akzeptable Mahlzeit nach dem Training. foodfornet.com/­ 31‑recipes-trendfood-power-bowl

THE APP

LEISTUNGSDATEN SO VIELE MINUTEN PRO TAG VERBRINGT OLDHAM IM HANDSTAND „Von den Zehen bis zu den Schultern muss jeder einzelne Muskel angespannt sein, um das Gleichgewicht zu halten“, erklärt er, „deshalb ist das auch ein tolles Ganzkörper-Workout. Es ist ­unerlässlich, dass ich im Training jede Position deutlich länger halten kann, als das im Wettbewerb notwendig ist.“

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Disziplin: Kunstturnen Alter: 23  Größe: 1,68 m Gewicht: 65 kg  Erfolge: Mannschafts-Bronze bei Olympia, Mannschafts-Gold bei den Common­ wealth Games, 4-mal Einzel-EM-Silber

THE RED BULLETIN

PICTUREDESK.COM, CORBIS

CALM

Die Anti-Stress-App beruhigt mit Geräu­ schen aus der Natur, die Seite calm.com bietet 29 entspannen­ de Video-Szenarien. Probier es aus, ganz ohne Stress. Erhältlich für iOS und Android


BULLEVARD

NA KLAR! LIZZY CAPLAN TRAF, ALS SIE 13 WAR, EINE SEHR MUTIGE ENTSCHEIDUNG. SIE BLIEB STUR. TROTZ ALLER WIDERSTÄNDE. MIT 33 WEISS SIE: ZU RECHT.

STEVEN LIPPMAN/CORBIS OUTLINE

Lizzy Caplan war ein gerade mal dreizehnjähriges kali­ fornisches Mädchen, als sie beschloss, Schauspielerin zu werden. Sie bereute den Ent­ schluss nie, obwohl sie zuerst das College sausen ließ und – sogar nach ihrem Durchbruch mit dem Komödien-Hit „Girls Club – Vorsicht bissig!“ 2004 – lange keinen Job hatte. Caplans Beharrlichkeit aber zahlte sich letztlich aus: Für ihre Leistung in der Drama­ serie „Masters of Sex“ wurde sie für den Emmy nominiert. Und mit Filmrollen wie jener der Lula in „Die Unfassbaren 2“ (ab August im Kino) hat sie es nun endgültig nach ganz oben geschafft.

„MANCHE VON UNS WERDEN GANZ EINFACH MIT MEHR ABENTEUERGEIST GEBOREN ALS ANDERE.“ THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

WIE BITTE? LUST AUF EIN WENIG THRILL IM ALLTAG? DIESE AUSGEWIESENEN EXPERTEN IN SACHEN ABENTEUER HABEN EIN PAAR TIPPS FÜR DICH.

„Sag einfach mal ja, alles weitere wirst du sehen.“ TINA FEY

„Mit Angst und Vorsicht kannst du dein Leben nicht genießen. Du hast nur diese eine Chance, mach das Beste draus!“

twitter.com/ hannibalburess

„Das Leben soll keine Reise sein, an deren Ende man mit perfekt erhal­ tenem Körper ins Grab steigt. Besser bremst man sich quer in den Sarg ein, mitten in einer Staubwolke, komplett abgenutzt und laut schreiend: ‚Wow! Was für ein geiler Trip das war!‘“ HUNTER S. THOMPSON

„BEAR“ GRYLLS

„Ohne Risiken lebst du dein Leben nicht richtig.“ DREW BARRYMORE

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„Ich bin keiner, der gern Dinge plant. Ich weiß, viele große Abenteurer tun das. Aber für mich beginnt Abenteuer da­ mit, dass etwas schief­ geht. Ich versuche eben, Dinge unterwegs raus­ zufinden, improvisiere gern und lasse mich auch mal ganz gern vom Schicksal bei einem Blödsinn ertappen.“

„Viele nennen mich einen Abenteurer. Das bin ich vielleicht auch. Aber einer, der seine Haut für seine Ideen und Überzeugungen riskiert.“ CHE GUEVARA

Er ist witzig, er ist ­aktuell, auch dank der Sitcom „Broad City“ und einer Doku über den Versuch, es mit Stand-up-Comedy zu schaffen, und ja, sein Name ist Hannibal. Also genug Gründe, den US-Comedian (und jede Menge Lacher) in sein Leben zu lassen.

SLINKACHU instagram.com/ slinkachu_official

Manchmal fehlen einem beschissenen Arbeitstag einfach ein paar ­frische Perspektiven. Zum Beispiel die dieses großen Künstlers der Miniaturen. In seiner penibel konstruierten Welt fetzen winzige ­Kitesurfer an Shop-­ Fassaden entlang, und Mini-Spider-Man rettet die Stadt.

RAFAEL NADAL facebook.com/Nadal

Nummer 1 der Tennis-­ Weltrangliste ist er ja nicht mehr, aber der Spanier behauptet ­unter seinen Kollegen nach wie vor den SocialMedia-Thron: 14,6 Mil­ lionen Fans allein auf ­Facebook, da schlägt er sogar Roger Federer (14,5 Millionen) im fünften Satz. Novak Djokovic (6,6 Millionen) erreicht nicht mal das Finale. THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES (8)

„Jedes Abenteuer bedeutet auch eine gewisse Gefahr. Aber die größte Gefahr überhaupt ist, ein bequemes Leben führen zu wollen. Denn das ist der Tod. Jeder muss seinen eigenen Everest bezwingen!“ BRIAN BLESSED

MICHAEL PALIN

FOLGEN, RETWEETEN, LIKEN: INSPIRATION FÜR DIESEN MONAT.

HANNIBAL BURESS

LINDSEY VONN

„Reisefieber ist nicht heilbar, und ich hoffe, bis ans Ende meiner Tage an dieser Krankheit laborieren zu dürfen.“

NETZWERKARBEIT


www.pacha.com


DIESER MANN K I L LT D E I N E AUSREDEN Text: Andreas Rottenschlager Fotos: Peter Yang

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Du besitzt keine Fitness-Geräte, schaffst nur einen Liegestütz und liebst deinen Bürosessel? Macht nichts, sagt Frank Medrano, Superstar der CalisthenicsFitness-Bewegung. Der Kalifornier weiß, wie er dich trotzdem zum Athleten macht.

Workout-Motivator Medrano, 37, in Los Angeles: „Dein Körper ist ein Fitness-Studio.“


WENN ES um das Erreichen von Fitness-Zielen geht, schlägt Frank Medrano mitunter ungewöhnliche Methoden vor: „Du kannst sogar in einer Badewanne trainieren“, sagt er, „drück dich von den Seitenrändern ab, mach TrizepsDips. Das ist eine ordentliche Übung.“ Medrano, 37, Glatze, Muskeln wie aus dem Anatomie­ atlas, hat sein Leben der Workout-Inspiration gewidmet. Der Amerikaner berät sechs Millionen Social-Media-Fans. Sein Sport heißt Calisthenics. Seine wichtigste Regel: „Die Zeit der Ausreden ist vorbei.“ Calisthenics-Athleten trainieren nur mit ihrem Körper­ gewicht und der Schwerkraft. Der Schwierigkeitsgrad der Übungen lässt sich von einfachen Kniebeugen bis zu Klimmzug-Varianten steigern, die an das Programm von Kunstturnern erinnern. Medrano ist der Superstar der Szene. Ein ehemaliger Stabhochspringer aus Los Angeles, Veganer, Körperfettanteil: fünf Prozent. Medranos YouTube-Videos erzielen bis zu 34 Millionen Klicks. Seine Workout-Tipps haben 690.000 Instagram-Follower und 4,7 Millionen FacebookFans. Sein Erfolgsgeheimnis? „Ich lehre Calisthenics als Lebensschule. Du lernst mit Rückschlägen umzugehen und deine Ziele schneller zu erreichen. Außerdem kannst du auch einsteigen, wenn du eine Übung bloß einmal wiederholen kannst. Wir starten alle von eins.“ Für The Red Bulletin hat Medrano seine TrainingsPhilosophie erstmals in sieben Punkten zusammengefasst. Inklusive eines Lektüretipps: „Du solltest den Artikel im Unterarmstütz lesen, der Basisübung für Calisthenics. Wenn du den Stütz bis Punkt drei halten kannst, hast du dein erstes Ziel erreicht.“ Die Lesezeit bis zu Punkt drei beträgt eine Minute.

1 . H ö r a u f, d e i n e Vo r b i l d e r zu kopieren „Mein Job ist es, Menschen für ihr Calisthenics-Training fit zu machen. Dabei gilt mein wichtigster Tipp für alle Lebensbereiche. Er lautet schlicht: Finde heraus, worin du gut bist. Die meisten Leute, die ein Ziel anstreben, eifern ­Idolen nach. Fitness-Models oder erfolgreichen Start-upGründern. Der Haken: Selbst wenn du ein Idol perfekt imitierst, bleibst du am Ende nur eine Kopie. Als ich vor sieben Jahren mit Calisthenics begann, ­bewunderte ich die Videos des Amerikaners Devin Sosa. Ein Schrank von einem Kerl, der für seine explosiven ­Muscle-ups bekannt ist (Klimmzugvariante, bei der man sich aus der Hängeposition in den Unterarmstütz drückt). Ich begann, seine Übungen zu lernen, wie tausende andere auch. Dabei entdeckte ich, dass meine Stärken eigentlich woanders liegen. Also perfektionierte ich Typewriter28

THE RED BULLETIN


„Scheitern ist ein guter Test für deine Leidenschaft. Denn deine Reaktion auf das Scheitern zeigt dir, ob du ein Ziel wirklich erreichen willst.“ Balancetraining: Medrano über den Dächern von L. A.

THE RED BULLETIN

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Pull-ups (Klimmzüge, bei denen man das Kinn über der Stange hin- und herwandern lässt wie den Schlitten einer Schreibmaschine). Und trainierte so lange, bis diese extrem anspruchsvolle Übung ex­ trem mühelos aussah. Ich kreierte meinen eigenen, ästhetischen ­Calisthenics-Stil, drehte ein Video und stellte es online. Das Video wurde 34 Millionen Mal geklickt. Die meisten Menschen unterschätzen ihre Kraft und Kreativität. Bei Calisthenics startest du mit ­einer Wiederholung. Danach bestimmst du, wohin die Reise geht.“

2. Dein Körper ist ein Fitness-Studio „Calisthenics sind alle Übungen, die du allein mit deinem Körper­ gewicht und der Schwerkraft ausführen kannst – von Liegestützen bis zu einarmigen Klimmzügen oder Human Flags. Und das Beste daran: Es gibt keine Ausreden, nicht zu trainieren. Du hast kein Geld? Calisthenics ist gratis. Du bist nicht sportlich genug? Es gibt Workouts, für die du nicht einmal vom Boden aufstehen musst. Dir wird schnell langweilig? Allein auf einer Klimmzugstange kannst du 200 Übungen lernen. Du besitzt keine Klimmzugstange? Dann pump Liegestütze auf Treppen oder zieh dich am Ast ­eines Baumes hoch. Die Welt ist dein Fitness-Park. Und beinahe jede Übung lässt sich steigern, bis sie superschwierig wird. Ich habe dir am Anfang geraten, diesen Artikel im Unterarmstütz zu lesen. Er ist der Grundstein ­jeder Calisthenics-Übung, weil er die Körpermitte stärkt. Man sollte ihn so lang wie möglich halten können. Schmerzen deine Bauchmuskeln schon? Gut so. Schmerzen sind wichtig.“

3. Studiere deinen Schmerz „Viele Leute glauben, Athleten würden keine Schmerzen fühlen, weil ihre Übungen so leicht aus­ sehen. Genau das Gegenteil ist 30

Nie wieder Langeweile: Medrano schätzt die Zahl der möglichen Calisthenics-­ Übungen auf ­einer Klimmzugstange auf „knapp 200“.

„Die meisten Leute unterschätzen ihre Kraft und Kreativität. Weil sie Idolen nacheifern, statt ihren eigenen Weg zu finden.“ der Fall: Athleten studieren ihren Schmerz und nutzen ihn im Training. Schmerz ist ein Kompass. Er zeigt dir, wo dein ­Potential liegt. Brennt dein Bizeps nach acht Klimm­ zügen, ist das ein Zeichen, dass du mehr als acht Klimmzüge schaffen kannst. Denk einfach daran, wie enttäuscht du sein wirst, wenn du wegen zwei lächerlicher Wiederholungen aufgibst. Klimmzüge, die schmerzen, zählen doppelt. Sie bauen Muskeln auf. Natürlich kannst du Calisthenics auch nutzen, um Schmerzen zu verhindern. Vielleicht bist du ein Computermensch und leidest unter Rückenschmerzen. Mein Tipp: Montier dir eine Klimmzugstange im Büro und mach den ‚Dead Hang‘. Dabei hängst du dich einfach mit ­ausgestreckten Armen an eine Stange. Idealerweise für 10 bis 20 Sekunden täglich. Der Dead Hang streckt ­deinen Rücken durch. Und irgendwann bekommst du ­automatisch Lust auf einen Klimmzug.“

4. Wiederhole, was du liebst. Modifiziere, was dich stört. „Um gut zu werden, musst du auch Übungen aus­führen, die dir keinen Spaß machen. Natürlich kannst du diese


„Apropos neue Impulse: Ist dir aufgefallen, dass du immer den­ selben Weg zur Arbeit nimmst?“ Profi-Level: Medrano zeigt die Human Flag.

Übungen – beispielsweise Liegestütze – aus deinem Training ­streichen. Aber besser ist es, sie zu modifizieren. Sind die Liegestütze zu schwer, mach sie auf den Knien. Sind sie zu leicht, probiere Diamond-Pushups (Daumen und Zeigefinger ­beider Hände formen eine Raute) oder Archer-Push-ups (ein Arm wird zur Seite durchgestreckt). Es ist wichtig, Routinen zu durch­ brechen, um deinem Körper neue Impulse zu geben. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass du immer denselben Weg zur Arbeit zurücklegst? Versuche, den Weg nur um hundert Meter zu ändern, indem du etwa durch eine andere Gasse gehst. Du wirst erstaunt sein, was du dabei entdeckst. Ein neues Geschäft vielleicht oder ein Graffito. Du siehst etwas Neues und beschäftigst dich damit. Genau dasselbe tut dein Körper, wenn du Übungen modifizierst.“ 32

5. Werde Linsen-Experte und verzichte auf Bier „Als ich mit Calisthenics begann, erreichte ich meine Trainingsziele, obwohl ich aß, worauf ich Lust hatte. Aber erst nachdem ich meine Ernährung umgestellt hatte, verbesserten sich meine Resultate. Es gibt tausend Ratschläge für gesunde Ernährung. Hier sind meine: Ich ernähre mich vegan. Trinke drei ­Liter Wasser pro Tag, koche viel mit Inkareis, Bohnen, Brokkoli und Spinat. Natürlich musst du kein Veganer werden, um fit zu sein. Aber du kannst Linsen-Experte werden. Linsen sind mein Super-Food. Sie beinhalten High-End-Proteine und -Ballaststoffe, die deinen Muskel­ aufbau fördern. Ich empfehle Linsensalat mit Karotten und Tomaten. Wenn du noch eine Sache ändern willst, verzichte auf Milch. Milch ist schlecht für dich, auch wenn dir deine Eltern anderes erzählt haben. Ich habe sie durch Mandelmilch ersetzt, die der Körper leichter verdauen kann als den Milchzucker in der Kuhmilch. Und weil wir gerade von Getränken reden. Du kannst nach dem Training gern ein Bier trinken. Die schlechte Nachricht ist: Bier stoppt deinen Muskelaufbau, weil dein Körper Alkohol vor Fett abbaut. Athlet wird man eben nicht ohne Opfer. Sorry.“ THE RED BULLETIN


GEGEN DIE SCHWERKRAFT Drei Calisthenics-Übungen für jeden Fitness-Typ Schon die antiken Spartaner nutzten Calisthenics (Altgriechisch; kalos = schön, sthenos = Kraft), um ihren Körper für die Schlacht zu stählen. Mitte der 2010er Jahre verhalfen die YouTube-Videos der BarStarzz-Crew aus Harlem, New York, den Körpergewichtsübungen zu einem Comeback als Fitness-Trend. Die Jungs bereicherten Calisthenics um Hip-HopBeats und Freestyle-Elemente – und machten die Sportart weltweit populär.

F Ü R A N FÄ N G E R : S U P E R M A N

(Rückenstrecken im Liegen)  V O R A U S S E T Z U N G :  eine ebene Fläche  A U S F Ü H R U N G :  sich mit dem Bauch nach unten auf den Boden legen. Arme nach vor und Beine nach hinten ausstrecken. Linken Arm und rechtes Bein so hoch wie möglich anheben. Eine Sekunde halten. Absetzen. Seitenverkehrt wiederholen.  S T Ä R K T :  den Rückenstrecker (Musculus erector spinae)  Z I E L :  eine bis beliebig viele Wiederholungen

F Ü R F O R T G E S C H R I T T E N E : A R C H E R P U L L- U P S (Bogenschützen-Klimmzüge)

V O R A U S S E T Z U N G :  10 bis 15 normale Klimmzüge  A U S F Ü H R U N G :  Stange im weiten Obergriff packen. Beim Hochziehen einen Arm ­strecken, beim anderen Arm den Ellenbogen abwinkeln. An der höchsten Position wird ­dadurch die Armhaltung eines Bogenschützen eingenommen, der einen Bogen spannt. ­Zurück in die Hängeposition. Seiten wechseln.  S T Ä R K T :  den Latissimus dorsi (den Muskel, der den V-Rücken macht)  Z I E L :  vier Wiederholungen

F Ü R AT H L E T E N : H U M A N F L AG (Die Flagge)

V O R A U S S E T Z U N G :  20 normale Klimmzüge  A U S F Ü H R U N G :  Der untere Arm stützt, der obere zieht den Körper. Beine nach oben schwingen und langsam nach unten in die waagrechte Position bringen. Tipp: die Beine ­unterstützt von einem Gummiband oder Trainingspartner nach unten bewegen.  S T Ä R K T :  den Latissimus dorsi und die seitliche Bauch- und Schultermuskulatur  Z I E L :  Wer eine Human Flag drei Sekunden hält, ist Calisthenics-Meister.

6 . Ve r w a n d l e s c h l e c h t e Ta g e in gute „Es wird Tage geben, an denen du an deinen Zielen ­scheiterst. Alle Leute, die erfolgreich sind, sind irgend­ wann gescheitert. Und das ist gut so. Denn deine Re­ aktion auf das Scheitern überprüft deine Leidenschaft. Sie hilft dir, herauszufinden, ob du ein Ziel wirklich er­ reichen willst. Ich musste fünf Monate trainieren, bevor ich meinen ersten Muscle-up schaffte. Während dieser Zeit bin ich mehrere hundert Male an der Übung gescheitert. Es gab tatsächlich Abende, an denen ich deswegen geweint habe. Es macht mir nichts aus, das zuzugeben. Ich war frustriert. Aber der Muscle-up ist eine verdammt coole Übung. Deshalb gab ich nicht auf. THE RED BULLETIN

An einem Aprilabend im Jahr 2010 trainierte ich im Gym in Whittier, Los Angeles. Ich packte die Stange, zog mich hoch und ­erwartete nichts, wie so oft davor. An diesem Abend schaffte ich nicht nur meinen ersten Muscle-up, son­ dern kippte vorn fast wieder über die Stange, weil ich so viel Kraft aufgebaut hatte. Es war einer der schönsten Tage, seit ich trainiere. Ohne die vielen schlechten Tage hätte ich ihn nie erlebt.“

7. E n t w i c k l e e i n e Vision von dir „Es gibt vier Stationen auf deinem Weg zum Ziel: Vision, Inspiration, Aktion und Mission. Nehmen wir an, du bist ein mäßig sportlicher Typ mit einem Schreibtisch-Job, der die Human Flag lernen will, um seine Freun­ din zu beeindrucken. Hier ist, was du dafür tun musst: Nummer eins – erschaffe eine Vision von dir. Entwickle eine Idealvorstellung. Visualisiere, wie du dich feder­ leicht an der Stange hochziehst und durchstreckst. Bei einer Vision geht es nicht um das, was du kannst, sondern darum, was du idealerweise willst. Stufe zwei – decke dich mit ­Inspiration ein: Hier können Idole ausnahmsweise helfen. Schau dir ‚Human Flag‘-Videos auf YouTube an. Studiere, was möglich ist und wie leicht es aussehen kann. Stufe drei – starte die Aktion. Erst jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Recherchier den Trainings­ plan für die Human Flag. Du soll­ test mindestens 20 Klimmzüge machen können. Dann stärke Schultern und Rücken mit Hand­ stand-Liegestützen und trainiere deine seitlichen Bauchmuskeln mit Side-Planks. Und kauf dir ein Gummiband, um deine Beine bei der Bewegung von oben in den 90-Grad-Winkel zu unterstützen. Stufe vier – begib dich auf eine Mission. Jetzt musst du die Sache durchziehen. Du wirst die Human Flag lernen. Auch wenn dein ­Rücken schmerzt, es fünf Monate dauert und du abends im Bett liegst und weinst. Deine Mission ist erst zu Ende, wenn du dich waagrecht von der Stange strecken kannst.“ Workouts: www.frankmedrano.com

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DIE RIVALEN VON RIO


FENG YU/YU-PHOTOGRAPHY.COM, GETTY IMAGES

MICHAEL PHELPS GEGEN SUN YANG. NIKOLA KARABATIĆ GEGEN ANDREAS WOLFF. SERENA WILLIAMS GEGEN ALLE. DIESE DUELLE MACHEN OLYMPIA HEISS. TEXT: MUHAMED BEGANOVIĆ UND FLORIAN WÖRGÖTTER

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SIMONA HALEP Ihre Stärke: Spielwitz

USA VS CHN

Michael Phelps vs. Sun Yang: der Olympia-Rückkehrer gegen den besten Schwimmer Chinas.

MEDAILLENSPIEGEL 2012

USA CHN

Gold

46

38

Silber

28

28

Bronze 29

22

88

36

103

Wenn die USA bei Olympischen Spielen gegen China antreten, liegt mittlerweile ein Hauch von „Risiko“ in der Luft. Es geht um Macht und Dominanz, um Ein­ fluss und Geld. Und niemand weiß so genau, wo der Spitzensport aufhört und die Weltpolitik beginnt. Nachdem der ewige Rivale Sowjetunion sich in den 1990er Jahren selbst zerstückelt hat, haben die Ver­ einigten Staaten nun endlich wieder einen ernstzu­ nehmenden Gegner im Kampf um den Top-Spot im ­Medaillenspiegel. Denn China erntet nun die Früchte einer jahrelangen Aufbauarbeit im Spitzensport. Die Ausbildung der Athleten ist bedingungslos erfolgs­ orientiert – staatlich gefördert werden nur die Besten der Besten. Und Erfolg misst sich nun mal in Olympia­ medaillen. Bei den „Heimspielen“ von 2008 in Peking hatte China erstmals die Nase vorn in der Nationen­ wertung, 2012 erklommen die USA wieder Platz 1. Ein besonders heiß umkämpftes Schlachtfeld des großen Duells werden diesmal die Schwimmbewerbe sein. Die beiden Herolde der Supermächte: Michael Phelps für die USA und Sun Yang für China. Die bald 31-jährige Sportikone Phelps hat sich bereits als ­erfolgreichster Olympionike wohl aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingetragen. 18 Goldmedaillen (und dazu noch vier andersfarbige) sind so sagen­ hafter wie ­ewiger Olympiarekord. 2012 zog er sich zwischenzeitlich vom Profisport zurück, wagt nun aber in Rio sein olympisches Comeback. Sun Yang gilt als Chinas größtes Schwimm­ phänomen. Und das nicht nur, weil er mit 1,98 Meter Körpergröße seinen US-Kontrahenten um fünf Zenti­ meter überragt. Der 24-jährige Sun holte 2012 zwei­ mal Olympiagold und fliegt als amtierender Doppel­ weltmeister (400 und 800 Meter Freistil) nach Rio. Da Phelps sich eher auf die kurzen Distanzen kon­ zentrieren will, treffen die beiden vermutlich nur in wenigen Bewerben tatsächlich aufeinander. Doch genau das werden die Duelle sein, die entscheiden, welches Land den olympischen Pool erobert.

KAROLÍNA PLÍŠKOVÁ Ihre Stärke: Aufschlag

WIKTORYJA ASARANKA Ihre Stärke: Grundschläge

MARTINA HINGIS Ihre Stärke: Netzspiel


SERENA WILLIAMS VS DEN REST DER WELT

REUTERS, PICTUREDESK.COM, CHRISTOPHER GRIFFITH/TRUNKARCHIV, GETTY IMAGES (4)

Diese Frau holt Gold. Denn schlagen könnte sie nur ein Quartett. Wie viele Sätze hat Serena Williams auf dem Weg zum Olympiasieg 2012 in London im Lauf des Turniers abgegeben? a) keinen, b) null oder c) nicht einen einzigen. So lange, wie du nach der richtigen Antwort googelst, braucht Williams im Schnitt, um ein Game zu gewinnen. Wir behaupten: Im DamenEinzelfinale von Rio werden wir wieder Serena sehen. Einzige offene Frage: Gegen wen? Aber auch das scheint fast egal zu sein – sollte es dem Tennis-Weltverband nicht gelingen, eine Hy­ bridspielerin zu kreieren, die alle Stärken ihrer Gegnerinnen in sich vereint: etwa ein Wunderwesen namens SiKaWiMa. Aber das gibt es nicht.


RICO FREIMUTH VS ASHTON EATON Hat Deutschlands bester Zehnkämpfer gegen den Weltrekordhalter eine Chance? Ein kurzer Test in zehn Disziplinen. SOCIAL MEDIA

4000

INSTAGRAM-ABONNENTEN Wie klettert man Arsch voraus ein Seil hoch? Hier entlang: instagram.com/ricofreimuth

57.000 TWITTER-FOLLOWER

Dass der Mann ein echter Science-Geek ist, beweist er hier: twitter.com/ashtonjeaton

KÖRPERGRÖSSE

1,96

METER Der Deutsche ist größer und stärker – 92 Kilo schnell zu bewegen ist aber mühsamer als 84.

38

REUTERS, PICTUREDESK.COM

1,85


ZEHNKAMPF-BESTLEISTUNG WM-PREISGELD

20.000

8561

9045

US-DOLLAR

Preisgeld überwies der Leichtathletik-Weltverband Freimuth für seine WM-Bronzemedaille 2015.

PUNKTE

160.000

sind Freimuths persönlicher Rekord – aufgestellt ebenfalls bei der letztjährigen Leichtathletik-WM.

PUNKTE

sammelte Eaton bei der Welt­ meisterschaft 2015 in Peking. Und ver­besserte seinen eigenen Welt­ rekord um sechs Punkte.

US-DOLLAR

Preisgeld erhielt der ­ S‑Amerikaner Eaton 2015 für seine U WM‑Goldene plus Weltrekord.

EDELMETALL ERSTE MEDAILLE

23

27 JAHRE

Rico und Ashton sind beide 28 Jahre alt. Doch Ashton holte seine erste Medaille bei einem internationalen Großevent vier Jahre früher als der Deutsche – Silber bei der WM 2011.

SPORTLICHE FAMILIE Ashtons Großvater war American-FootballSpieler, seine Frau ist Vizeweltmeisterin im Siebenkampf.

1

6

1

BRONZE

GOLD

SILBER

Ashton Eaton ist der große Favorit in Rio. Um seinen Hals hängen bereits sechs Medaillen von Olympischen Spielen bzw. Weltmeisterschaften. Rico Freimuth hat eine.

LIEBE

150

STALKERINNEN

Rico war mal auf Facebook. Dort bekam er 150 ein­ deutige Anträge. Seine Reaktion: Tschüss!

2

4

Ricos Vater war Zehn­ kämpfer, seine Mutter Siebenkämpferin, der Onkel Hochspringer, seine Schwester ist Volleyballerin.

1

EHEFRAU

Seit 2013 sind Ashton und Siebenkämpferin Brianne Theisen (CAN) das Leichtathletik-Traumpaar.

STUDIUM TRAINER

1979

2012

Freimuths Trainer Wolfgang Kühne war 1979 DDR-Vizemeister im Zehnkampf. Eatons Trainer Harry Mara wurde 2012 vom US-Leichtathletikverband zum Coach des Jahres gewählt.

Sowohl Ashton als auch Rico kennen Unis von innen. Aber der Amerikaner war schneller: Er hat sein Psychologie-Studium 2010 abgeschlossen, Rico büffelt noch für BWL.

1


MEDAILLEN RUGBY 1924 Gold USA Silber FRA Bronze ROU

NZL VS RSA GILLIES KAKA

ANDREAS WOLFF

MEDAILLEN HANDBALL 1972 – 2012

FRA GER

Gold

2

1

Silber

0

3

Bronze

1

1

3

5

Der Olympiasieger und Weltmeister fordert den neuen Europameister. Frankreich gegen Deutschland: Geht alles mit rechten Dingen zu, so werden die beiden Gold-­Favo­ riten irgendwann im Lauf des ­Turniers von Rio aufeinander­ krachen – spätestens im Finale. Wenn der Franzose Nikola ­Karabatić, für viele der beste Angriffsspieler der Welt, seinen stämmigen Körper in Schwung bringt und zum Wurf ansetzt, hoffen normale Torwarte auf Gottes Gnade: Karabatićs Geschosse fliegen mit bis zu 120 km/h ins Glück. Jedoch ist Andreas Wolff vieles, nur kein normaler Torwart. Der 25-jährige Rheinländer wurde bei der EM im Januar zum Star der deutschen Mannschaft, als er im Finale die spanischen Spieler zur Verzweiflung brachte – Abwehrquote 48 %! Wolffs unheimliche Bruce-LeeReflexe bringen neuen Schwung in die alte Rivalität zwischen Deutschland und Frankreich. Er selbst hat ja noch nie gegen die Franzosen gespielt. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Länder liegt schon drei Jahre zurück – Deutschland siegte bei der WM 2013 knapp mit 32:30. Bester Torschütze damals: Nikola Karabatić.

SEABELO SENATLA

Endlich! Rugby ist wieder olympisch – nach 92-jähriger Pause. Wenn auch „nur“ in der 7er-Variante. Es wird einer der Höhepunkte bei Olympia: In nur zwei Tagen spielen sich zwölf RugbyTeams einen Sieger aus – auf einem normal großen Feld, aber mit sieben Spielern pro Team statt der gewohnten 15. Die Matches sind schneller, spannender und vor allem viel kürzer als jene im 15er-Rugby. Die Neuseeländer, Weltmeister von 2013, gelten neben den Fidschi-Inseln als Favoriten. Ihr großer Heraus­ forderer: Südafrika. Mit Seabelo Senatla bringen die „Blitzboks“ einen der schnellsten Männer des Turniers mit nach Rio. Und Speed zählt bei den ­„Sevens“ doppelt.

ADIDAS, SASCHA KLAHN, GETTY IMAGES (2)

NIKOLA KARABATIĆ VS


Pfeilschnell zum ersten Rugby-Gold seit 1924: Gillies Kaka (links) oder Seabelo Senatla?

41


MEDAILLENSPIEGEL 2012

GBR AUS

Gold

29

7

Silber

17

16

Bronze 19

12

35

65


BROOKE STRATTON

AUS VS GBR

KATARINA JOHNSON-THOMPSON

NIKE, GETTY IMAGES, PICTUREDESK.COM (2)

Olympisches Feuer: Wenn das Vereinigte Königreich gegen die ehemalige Kolonie um Gold und Ehre kämpft. Die Commonwealth-„Kollegen“ Großbritannien und Australien verbindet eine der verbissensten Rivalitäten der Sportgeschichte. Was sie spannender macht als das Duell der Medaillensammler USA und China: Beide Länder sind in denselben Sportarten gut. Ein direktes Duell jagt das andere. Den schönsten Familienkonflikt sehen wir diesmal in der Leichtathletik: Die Britin Katarina Johnson-Thompson (großes Bild) tritt nicht nur im Siebenkampf, sondern auch im Weitsprung an. Dort trifft sie auf die Australierin Brooke Stratton, heiße Favoritin auf die Goldmedaille. Zum Glück hat die Queen zwei Daumen, die sie drücken kann.

ITA VS QTR Mutaz Barshim jagt den Hochsprung-Weltrekord. Aber er sagt: Sein größter Rivale ist nicht Sotomayor. MEDAILLEN HOCHSPRUNG 1896 – 2012

ITA QTR

Gold

1

0

Silber

2

0

Bronze

0

1

3 1

the red bulletin: Mutaz, du hältst mit 2,43 Metern die Bestleistung aller aktiven Hochspringer. Wer ist dein größter Rivale um Olympia-Gold? mutaz barshim: Es gibt fünf Athleten im Feld, die bereits über 2,40 Meter gesprungen sind. Das sind wohl die Top-Favoriten. Aber Hochsprung ist ein Sport, bei dem man sehr auf sich selbst konzen­ triert ist. Wenn ich über mich selbst triumphiere, dann kann ich auch alle anderen besiegen. Einer deiner langjährigen ­Konkurrenten ist der Italiener Gianmarco Tamberi. Kann auch er in Rio Gold holen? Gianmarco ist ein Freund von mir, wir kennen uns schon seit Jahren. Ich mag seinen Sprungstil sehr. Und ich traue ihm in Rio alles zu.

Bei Olympia geht es nur um den Kampf Athlet gegen Athlet. Sobald du es ins Finale geschafft hast, ist für dich alles drin. Da zählt nur, was an diesem einen Tag passiert. Und auch Gianmarco kann eine Medaille holen. Könnt ihr beide voneinander lernen? Nein. Ich habe meinen Stil, ­Gianmarco hat seinen. Es bringt gar nichts, mir von ihm etwas ­abzuschauen, es würde mich nur durcheinanderbringen. Wir können nur an uns selbst arbeiten. Du bist in einer sportverrückten Familie aufgewachsen. Auch dein kleiner Bruder Muamer ist Hochspringer. Hat dir die Geschwisterrivalität geholfen? Sicherlich war das ein entscheidender Faktor. Meine Eltern haben uns Kinder immer, so gut es ging, bei unserer sportlichen Karriere unterstützt. Und klarerweise wollte jeder von uns immer der Beste in der Familie sein. Aber natürlich ist keiner besser als ich (lacht). Kann Muamer in Zukunft mal besser sein als du? Vielleicht, ja. Aber eigentlich ist das gar nicht so wichtig. Im Sport geht es nicht wirklich darum, wer der Beste ist. Sport gehört niemandem. Kein Sportler ist für ­immer an der Spitze. Ja, Rivalität ist wichtig, aber der größte Rivale ist man immer selbst. Und indirekt wahrscheinlich auch Javier Sotomayor, der seit 1993 den Weltrekord hält, oder? Nein, ich sehe Sotomayor nicht als meinen Rivalen. Er ist eine ­Legende. Als ich klein war, war er mein großes Vorbild. Ihn springen zu sehen hat in mir die Liebe zum Hochsprung entfacht. Natürlich haben wir alle seinen Weltrekord, die 2,45 Meter, immer vor Augen. Aber er ist eher ein Idol für mich, kein Rivale. 43


NORD GEGEN SÜD

PRK VS KOR MEDAILLENSPIEGEL 1896 – 2012

KOR PRK

Gold

107

Silber

99

13

Bronze

90

22

296

49

44

Es war ein Überschlag-Strecksalto mit dreifacher Schraube. Mit diesem Sprung über das Seitpferd ­holte Yang Hak-Seon 2012 erstmals Olympiagold in einem Turnbewerb für Südkorea. Niemals zuvor hatte ein Turner ein solches Kunstwerk in die Luft gezeichnet. Der junge Athlet ließ sich feiern, und das inter­ nationale Regelbuch wurde um eine Figur erweitert: Sie erhielt Yangs Namen. Im Jahr darauf holte er sich – logisch – auch noch Gold bei der Weltmeisterschaft. Doch dann wendet sich das Blatt. Bei der WM 2014 verpatzt Yang bei seinen beiden Finalversuchen die Landung. Er wird entthront. Aus­ gerechnet von einem Nordkoreaner. Der neue Weltmeister und Superstar im Pferdsprung heißt Ri Se‑gwang. Der erfahrene Ri – er ist schon über 30 – erlebt so etwas wie seinen zweiten Turner-Frühling. Anders als der Techniker Yang punktet Ri mit Speed und Power, wenn er ­seinen Körper durch die Luft wirbelt. In Rio will Yang jetzt zurückschlagen. Keinesfalls soll ihm sein olympischer Siegerlorbeer von ­einem Nordkoreaner streitig gemacht ­werden. Auf dass das Regelbuch ein zweites Mal umgeschrieben werden muss.

14

Systemkracher: Yang Hak-Seon (oben) und Ri Se-gwang (unten) springen um Gold. THE RED BULLETIN

PICTUREDESK.COM, REUTERS, GETTY IMAGES

Weil der Südkoreaner Yang Hak-Seon 2012 zu Gold wirbelte, will jetzt auch der Norden einen Olympiasieger im Turnen: Game on!


HISTORY

1952 EMIL ZÁTOPEK VS ALAIN MIMOUN Den einen, Emil Zátopek, nannten sie „die tschechische Lokomotive“. Der andere, Alain Mimoun, hatte auch einen Spitznamen: „Zátopeks Schatten“. Keiner rannte so unnachahmlich gleichmäßig auf hohem Tempo wie Emil Zátopek. Und keiner verzweifelte an ihm so sehr wie der Franzose Alain Mimoun. Bei den Olympischen Spielen 1948 und 1952 lief Mimoun bei insgesamt drei Langstreckenrennen dem Sieger Zátopek bis ins Ziel hinterher – immer auf Silber.

Die beiden entwickelten über die Jahre eine enge Freundschaft, auf der Aschenbahn aber blieben sie bittere Konkurrenten. 1956 in Melbourne drehte der Wind des Schicksals: Mimoun trat zum ersten Mal in seinem Leben im Marathon an. Und er lief allen davon. Zum ersten Mal war es Zátopek, der im Schatten blieb.


HEROES

„LASS SIE DOCH ALLE REDEN“ NEYMAR JR. ist fünf Jahre jünger als Messi, sieben Jahre jünger als Ronaldo. Und der nächste beste Fußballer der Welt. Warum? Weil aus einem ­Individualisten ein Teamplayer wurde.

N

eymar Jr. ist ein Jahrhunderttalent. Aus einfachen Ver­ hältnissen stam­ mend, war er in seiner Heimat ­Brasilien schon mit zwanzig ein Volksheld. Dann wagte er den Schritt zum FC Barcelona – an die Seite von Superstars wie Messi, Xavi, Iniesta. Neymar Jr. musste lernen, sich in ein Team einzufügen und taktische Vorgaben umzusetzen – und spielt heute besser denn je. the red bulletin: Fünf ­Titel mit Barcelona im letzten Jahr, Platz 3 bei der Wahl zum Weltfußballer 2015: Wir ­sehen derzeit den besten Neymar Jr., den es je gab. Als Sie 2013 nach Barcelona ­gingen, trauten viele Ihnen diese Entwicklung nicht zu. Sie seien zu sehr Individua­ list, im Spielstil Messi zu ähn­ lich, zu sehr Brasilianer, nicht kompatibel mit Europas Fußball. Hatten Sie damals selbst gar keine Zweifel? neymar jr.: Ach, ich habe mein ganzes Leben lang Dinge ­gehört wie „Dieser Junge ist viel zu dünn, zu klein, der wird niemals ein Fußballer“. Ich bin Zweifel gewohnt. 46

Bedenken anderer lassen Sie kalt? Wirklich? Es kommt darauf an, wie du damit umgehst. Natürlich können Zweifel weh tun. Aber sie können dich auch stärker machen. Sie können dich antreiben. Jemand traut dir etwas nicht zu? Zeig ihm, was du draufhast! Das ist doch eine tolle Motivation! Heute stehe ich hier, spiele für Barce­ lona, schreibe gemeinsam mit meinen Kollegen Geschichte. Also: Lass die Leute doch reden. Lass sie sagen, was sie wollen. Am Ende entscheidet, wie sehr du selbst an deinen­ Traum glaubst. Dass du ­hartnäckig bleibst, dass deine Familie hinter dir steht und dir Kraft gibt. Aber an den Zweifeln war doch objektiv was dran: Messi und Sie sind ähnliche Spielertypen. Das heißt, Sie mussten Ihren Platz in der Mannschaft erst finden – auf Kreativität verzichten, auf den absoluten Führungs­ anspruch, auf spielerische Geniestreiche, also auf genau das, was Sie immer ausgemacht hatte. Ich wollte diese Heraus­ forderung, und ich wusste, worauf ich mich einlasse. Weil ich in Barcelona spielen


LUCHO VIDALES

Neymar Jr., 24, ­Geschichteschreiber: „Zeig ihm, was du draufhast!“


Sie können es mir glauben oder nicht, aber meine Einge­ wöhnungsphase war wunder­ bar. Große Spieler, mit vielen Meistertiteln, vielen Auszeich­ nungen, haben mich wirklich toll aufgenommen. Kein Kon­ kurrenzkampf, im Gegenteil. Und wie war Lionel Messi? Ich erinnere mich ans erste Training. Plötzlich spielte da Messi neben mir, Xavi, Iniesta, Valdés, Piqué … ich habe mich gefühlt wie in einem Com­ puterspiel und nur gedacht: „Wow, ich spiele echt mit all diesen Typen in einer Mann­ schaft!“ Daran muss man sich erst mal gewöhnen, klar. Aber es war entspannt. Vor allem mein Landsmann Dani Alves hat mir sehr geholfen. Und Messi war toll. Er hat mir den Rücken gestärkt. Man hat richtig gemerkt, er will Druck von mir nehmen, er will mir

NEYMAR JR’S FIVE

ist ein 5-gegen-5-Fußballturnier mit einer Knockout-Regel: Bei jedem Tor muss ein Spieler des gegnerischen Teams vom Feld. Teilnehmer aus mehr als vierzig Ländern kämpfen um einen Platz beim großen Finale im Instituto Projeto Neymar Jr. in Praia Grande, Brasilien. Folge Neymar Jr’s Five auf Facebook, finde heraus, wann in deinem Land die Qualifikation für 2017 startet – und spiel sie alle aus. 48

die Chance geben, mich nur aufs Spiel zu konzentrieren. Barcelona gilt heute als ­stärkeres Team als im Jahr 2013. Welchen Anteil haben Sie daran? Einen ebenso großen oder ­kleinen wie jeder andere im Team. Hier geht es nicht um Tennis, wo einer allein über Erfolg oder Misserfolg ent­ scheidet. Hier geht es um Fuß­ ball, da sind elf Spieler auf dem Feld, plus Ersatzspieler und alle Spieler, die zum Kader gehören, Betreuer … jeder ­Erfolg im Fußball ist das Ver­ dienst aller. Wer das nicht ­versteht, spielt besser Tennis. Was haben Sie in den ver­ gangenen drei Jahren ge­ lernt? Allgemein sagt man, Sie seien enorm gereift. Ich habe unglaublich viel ge­ lernt. Ich bin ein besserer Fuß­ baller geworden, taktisch, in Ballbeherrschung und Schuss­ technik, in jeder Hinsicht. Und ich bin ein besserer Vater, Sohn und Freund geworden. Reifer oder nicht, das sollen andere sagen. Aber ich sage: Die Herausforderung Barce­ lona hat mich zu einem glück­ licheren Menschen gemacht. Ich an Ihrer Stelle hätte Angst gehabt, in Europa ­beschnitten zu werden. ­Meine Kreativität und Genia­

lität zu verlieren, die viel mit Freiheit und Individualität zu tun hat. Wie haben Sie sich individuelle Brillanz erhalten, auch als Team­ player? Es ist kein Entweder-oder. Es ist ein Sowohl-als-auch. … aber Sie waren doch in Brasilien ein völlig anderer Spieler, als Sie hier sind, in einer anderen Rolle, mit ganz anderen Freiheiten. Sie haben 21 Jahre lang auf dem Platz getan, was Ihnen gerade eingefallen ist, ohne sich über andere Gedanken zu machen. Plötzlich muss­ ten Sie „vernetzt“ spielen. Sie mussten Fußball doch völlig neu denken! Nein. Das sehen Sie nicht richtig. Meine individuellen Eigenheiten habe ich nie ge­ ändert. Ich habe einfach das in meine Spielweise integriert, was ich bei Barça brauche. Also habe ich keine Fähig­ keiten verloren, sondern wel­ che dazugewonnen. Es wäre auch völlig falsch gewesen, alles Bisherige in Frage zu stellen. Barcelona wollte mich doch, weil ich der Spieler war, der ich war. Ich glaube, man ist im Leben immer besser dran, wenn man nicht in Frage stellt, was man bereits kann. Sondern Neues dazulernt. THE RED BULLETIN

LUCHO VIDALES

wollte, mit Iniesta, mit meinem Idol Messi, der mich damals ­inspirierte und heute noch ­inspiriert. Natürlich ist es nicht einfach, sich hier durch­ zusetzen, das hat ja auch ­keiner behauptet, aber genau das war doch der Reiz! Was muss ich können, um mich als Neuling beim FC Barcelona durchzusetzen? Abgesehen davon, dass ich ziemlich gut Fußball spielen können müsste? Sie haben recht, das allein reicht nicht. Sie brauchen auch Charakter. Es geht nicht nur darum, dass Barcelona eines der besten Teams der Welt ist. Es geht um die Art des Fußballs, der hier gespielt wird, ein Fußball, der vom Spiel lebt. Diese Art Fußball verlangt nach Persönlichkeiten auf dem Platz. Wenn Sie das verstanden haben, dann ist der Rest einfach. Nun ja … jeder neue Spieler ist auch eine neue Kon­ kurrenz für die Arrivierten. Niemand wird zu Ihnen gesagt haben: Herzlich will­ kommen, hier, bitte, über­ nimm meinen Platz im Team.

„HIER GEHT ES UM FUSSBALL, DA SIND ELF SPIELER AM FELD, PLUS ERSATZSPIELER UND ALLE SPIELER, DIE ZUM KADER GEHÖREN, ­BETREUER … JEDER ERFOLG IM FUSSBALL IST DAS VERDIENST VON ALLEN. WER DAS NICHT VERSTEHT, SPIELT BESSER TENNIS.“


In Brasilien haben Sie mit Ihren Tricks Ihre eigenen Mitspieler häufig ebenso überrascht wie die Gegner. Hier in Europa müssen Sie für Ihre Mitspieler be­ rechenbar sein – aber für den Gegner unberechenbar bleiben … War das vielleicht der größte Schritt? Guter Punkt, das ist schwierig. Wirklich schwierig. Fußball ist Improvisation, einfach weil er nicht planbar ist, weil in jedem Spielzug so viele Dinge Einfluss nehmen können. Letztlich entscheidet im Fußball die Fähigkeit zu dieser Improvisation darüber, wer gewinnt und wer verliert. Aber bei den großen Mannschaften ist es eben nicht nur die Fähigkeit des einzelnen Spielers zu improvisieren, sondern die des gesamten Teams, als Einheit. Sie glänzen in Barcelona vor allem als Vorbereiter. Aber Sie sind Stürmer, Sie stehen doch nicht auf dem Platz, um einem anderen zu gratu­ lieren, sondern um selbst bejubelt zu werden. Ich sage nicht, dass ich nicht gern Tore schieße. Aber haben Sie schon mal in einem großen Spiel einem Freund ein Tor aufgelegt? Das ist eine ganz andere Art der Freude. Sie sprechen sehr häufig über die Beziehung der Spieler untereinander. Ist es wirklich nötig, dass man befreundet ist, um als Team zu gewinnen? Es ist nicht unbedingt nötig, dass man befreundet ist, um THE RED BULLETIN

auf dem Spielfeld erfolgreich zu sein. Aber Mannschaften, die das schaffen, verlieren nicht so leicht. Es ist schwierig, gegen eine Mannschaft zu gewinnen, die aus Freunden besteht. Das haben wir in ­Barcelona verstanden, und das haben wir auch erreicht. Sie würden mir also raten, mit den Arbeitskollegen öfter auf ein Getränk zu gehen? Auf jeden Fall. Aber nicht nur, um gemeinsam Erfolg zu

haben. Neue Freundschaften zu schließen ist eines der schönsten Dinge der Welt. Allein zu leben ist schrecklich, nur an sich zu denken ist nicht gut. Wenn du ein glückliches Leben führen willst, dann geh auf Leute zu. Je mehr Leute du kennst, je mehr Leute dir nahestehen, je mehr Freunde du hast, desto besser. Christian Eberle

„Es ist schwierig, ­ egen eine Manng schaft zu gewinnen, die aus Freunden besteht.“

www.neymaroficial.com

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Buzz Osborne, 52, Grouchist: „Diese Haltung ist Voraussetzung für Erfolg.“


„SAG NEIN, WENN ALLE JA SAGEN“ BUZZ OSBORNE ist der Rockstar, den Rockstars

verehren. Hier erklärt der Melvins-Frontmann sein schräges Erfolgsgeheimnis.

M

VALERIE O‘SULLIVAN, MACKIE OSBORNE

it seiner Band The Melvins ­betreibt Buzz Osborne seit 33 Jahren Gitarren-Extremismus, der Zuhörern das Härteste abverlangt. ­Osborne füllt keine Stadien, aber gewinnt umso hoch­ karätigere Fans: Jack Black, Dave Grohl und Trent Reznor von den Nine Inch Nails verehren ihn für seinen Erfindergeist. Wie er der Rockstar der Rockstars wurde? Indem er stets seinen inneren Freak ausgelebt hat, sagt er. Und empfiehlt das auch a ­ nderen als Erfolgsrezept. the red bulletin: Mr. ­Osborne, was bringt es mir, schräg zu sein? buzz osborne: Ganz einfach: Nur wenn du anders bist, bleibst du Menschen im Gedächtnis. Niemand hätte sich für Alice Cooper interessiert, hätte er wie ein KinderTV-Moderator ausgesehen. Es gibt nichts Langweiligeres, als Dinge zu tun, die schon jemand vor dir getan hat! Indem man Dinge anders macht, werden sie aber nicht automatisch besser. Schräg zu sein heißt, den Mut zu haben, Neuland zu be­ treten. Darauf zu pfeifen, was andere sagen. Diese Haltung ist Voraussetzung für Erfolg. Gilt das auch außerhalb der Musik? Klar. Sag nein, wenn alle ja sagen. Jeder Börsenmakler weiß: Kauf nie Aktien, auf die gerade alle setzen. Vereinsamt man mit dieser Anders-sein-Haltung nicht? THE RED BULLETIN

Ich halte es mit Groucho Marx: „Ich will keinem Club angehören, der mich als ­Mitglied akzeptiert.“ Seit ­Anfang meiner Karriere sträube ich mich dagegen, einer Szene anzugehören. Dabei gelten Sie als „Vater der Grunge-Szene“ … … ein Titel, der mir so was von gestohlen bleiben kann! Aber Sie haben Kurt Cobain und Dave Grohl einander vorgestellt. Ihnen verdankt die Welt Nirvana! Man darf das nicht über­ bewerten. Nirvana waren nicht so revolutionär, wie heute alle behaupten. Da würden viele wider­ sprechen. Nirvana gilt als die Band, die mit ihrem authentischen Sound die Rockmusik um 1990 aus dem Würgegriff von Haarspray-Metal-Bands befreite. Sie sahen etwas zotteliger aus. Aber Nirvana waren Teil des Systems: Sie nahmen die gleichen Drogen, sie hatten die gleichen Promi-Frauen, sie spielten in denselben Arenen wie ihre „Feinde“ Guns N’ Roses und Mötley Crüe. Jeder Jungmusiker will erfolgreich sein, Mr. Osborne. Es kommt darauf an, wie man Erfolg definiert. Bei Musikern würde man auf Stadion-Shows tippen? Erstens: Musik gehört nicht in Sportarenen, sondern in Bars. Zweitens: Für mich bedeutet Erfolg künstlerische Freiheit. Dass mir niemand vorschreiben kann, wie meine Musik zu klingen hat. Florian Obkircher Neues Album: „Basses Loaded“ themelvins.net

Mike O’Shea, 46, Extremlegende: „Musste selten ­einen Profi retten.“

„WAHNSINN MIT PLANUNG“ MIKE O’SHEA war mit 14 Bergretter, mit 21 stieg der Ire auf den Everest. Er meint: Extremsport darf keine Tourismus-Attraktion sein.

the red bulletin: Sie sind seit über drei Jahrzehnten Extremsportler von Weltruf. Wie hat sich der Begriff vom Abenteuer in dieser Zeit verändert? mike o’shea: Wir brachen damals frühestens nach zwei Jahren Planung zum Himalaja auf. Heute nehmen sich die Leute grad mal ein paar Monate. Es gibt eine Erwartung an Abenteuer als Konsumprodukt, für das gar keine besonderen Skills mehr ­nötig sind. Man wird ohnehin automatisch alles erleben. Sie sind zugleich Abenteurer und Sicherheitsberater. Wie, bitte, geht denn das zusammen? Das ist doch die logischste Kombination überhaupt! Vorsicht und Professionalität lassen sich nicht trennen. Wenn ich zum Beispiel eisklettern gehe, versuche ich vorher mit Leuten zu ­reden, die wirklich gut darin sind, und von ihnen zu lernen. Ich bin seit über dreißig Jahren Bergretter. Und wissen Sie, was? Ich musste ganz selten einen Profi retten. Bloß Amateure. mikeoshea.ie

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„GUTE LAUNE IST EINE WAFFE“ DANIEL RICCIARDO. Fröhlichkeit ist sein Marken­

zeichen – und noch viel mehr als das. Der F1-­ Star weiß, wie man mit Spaß Erfolg ermöglicht.

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von damals passieren mir heute nicht mehr. Und dann geht schon wieder die innere Sonne auf. Wer ist die mürrischste Person, die du kennst? Als Junior hätte ich Helmut Marko (Red Bull-MotorsportBerater; Anm.) gesagt. Aber er ist schon viel cooler ge­worden. Ich musste lernen, dass es ihm Freude bereitet, wenn wir auf dem Podest stehen, Erfolg ­haben und uns freuen. Wie bringst du sogar ihn zum Lachen? Mit Leistung. Das ist das Ein­ zige, was bei ihm funktioniert.

Woran denkst du in diesen zehn Minuten? An etwas, worauf ich stolz bin. An einen Berg, den ich mit dem Bike Vollgas raufgetreten bin. An ein gutes Workout. Oder an etwas, was mir Freu­ de gemacht hat. Eine Radtour mit Freunden. Schlafen unter freiem Himmel. Eine Szene aus einem Video. Einen Sieg. Ein Lob von jemandem, dessen Meinung zählt. Einen Streich, den ich jemandem gespielt habe. Menschen, die mir nahe­ stehen, haben mir erzählt, sie hätten beobachtet, dass ich manchmal aus heiterem Himmel zu kichern beginne. Hast du nie versucht, ernst zu werden? Doch! Als ich gerade in die

„SCHLAFENDE MENSCHEN ANZUMALEN IST EIN KLASSIKER. ABER DU MUSST AUCH EINSTECKEN KÖNNEN.“ Und andere Menschen rund um dich? In der Formel 1 stehen alle unter Strom. Humor macht viele Situationen erträglicher, weil er kurz Druck rausnimmt. Wenn ich in der Box tanze, wird der müdeste Mechaniker munter. Oder nach dem Ren­ nen: Da blödeln wir rum und hauen uns Filmzitate um die Ohren. Oder ganz handfest: Schlafende Menschen an­ malen ist ein Klassiker. Und du musst auch einstecken

Zehn Minuten Stillstand, oder zehn Minuten nachdem sich die Kolonne wieder in Bewegung gesetzt hat? Stillstand. Ärgernisse, für die ich nichts kann, lasse ich nicht groß an mich heran. Wenn ich unorganisiert war und des­ halb im Stau stehe, ärgere ich mich deutlich mehr. Aber es wird schon nicht das Ende der Welt sein. Verschiebe ich das Meeting eben oder hänge eine Nachtschicht dran. Es gibt ­immer eine Lösung.

Formel 1 gekommen war, habe ich Respekt vor der großen Bühne und dem Business ge­ habt und versucht, möglichst ernst zu sein, weil ich mich an diese Welt anpassen wollte. Aber erst als ich begonnen habe, Spaß zu haben und das auch zu zeigen, ist der Knoten geplatzt. Seither setze ich diese positive Energie ganz bewusst als meine Waffe ein. Werner Jessner redbullshop.com/de/rb-racing THE RED BULLETIN

RED BULL CONTENT POOL

T

he red bulletin: Du bist im ganzen Formel-1-Zirkus bekannt für deine unerschütterlich gute Laune. Wann setzt du eigentlich dein Lachen auf? Schon in der Früh? daniel ricciardo: Eigent­ lich ja. Selbst wenn der Vortag mies war? … beginnt jeder Tag wieder bei null. Mein Leben ist doch schön, also beginne ich jeden Tag fröhlich. Außerdem fallen mir Dinge leichter, wenn ich gut gelaunt bin, auf der Renn­ strecke, aber auch im Alltag. Du stehst niemals mit dem falschen Fuß zuerst auf? Höchstens zu früh! Frühe Flüge gehen mir auf den Wecker. Und dann? Höre ich Musik. Musik hellt meine Stimmung extrem auf. Egal welche? Es gibt die richtige Musik für jede Situation. Manchmal hilft Musik, die ich früher gehört habe, wenn ich in schwierigen Situationen stecke. Inwieweit? Weil ich damit Erinnerungen an Zeiten verknüpfe, als ich noch ein grüner Junge war. Und dann weiß ich: Die Fehler

können. Erst beim letzten Ren­ nen haben die Jungs meine Schuhe am Boden festgeklebt. Warst du schon immer eine Frohnatur, oder kann man das lernen? Ich war immer fröhlich. Es geht mir gut, ich bin gesund, mein Job macht mir Freude. Ein Miesepeter wird vielleicht nie zum Sonnenschein, aber eins ist klar: Bis zu einem ge­ wissen Grad kann man Fröh­ lichkeit trainieren. Machen wir die Probe: Du stehst auf der Autobahn im Stau, nichts bewegt sich, du verpasst gerade einen wichtigen Termin: Wie lange braucht es, bis du wieder lachen kannst? Zehn Minuten.


Daniel Ricciardo, 26, steht nie mit dem falschen Fuß zuerst auf. (Höchstens mit beiden zu früh.)


Ricardo Rodriguez ist der beste Links­ verteidiger der Welt. Und der stille Star der Schweizer Fuss­ ball-Nati. Inter­ v iews hasst er. Für The Red Bulletin machte er eine ­s e l t e n e A u s n a h m e .

DIE RUHE VOR DEM STURM Tex t: A rek Piatek , Stefan Wagner, Fotos: Lukas Maeder 55


„PROFI WERDEN WAR KEIN TRAUM. ES

WAR EIN VORHABEN. UM MEINER FAMILIE ZU HELFEN. WIR WAREN ARM, UND ICH WOLLTE UNS DA RAUSHOLEN.“ the red bulletin: Herr Rodriguez, schlechter als Sie kann ein Neu­ geborenes kaum ins Leben starten. ricardo rodriguez: Sie sprechen die Operation an? (Hebt das T-Shirt ein wenig, man sieht eine Narbe, die sich quer über den Bauch zieht, rund zehn Zentimeter lang.) Ja. Ist die Narbe so etwas wie eine ­Erinnerung an Ihre Herkunft, an die Armut, ans Sich-raufkämpfen-Müssen? Es ist mehr als eine Erinnerung. Ich muss sie immer noch ständig massieren, damit das Gewebe nicht verklebt. Und ich darf nicht alles essen, was schmeckt. Wie Brot oder zu viel fette Sachen. Mein Magen ist anders seither. Man musste Ihnen kurz nach der Geburt den Bauch aufschneiden, die Organe, die durch ein nicht verschlossenes Zwerchfell-Loch in den Brustkorb ge­ langt waren, wieder in den Bauchraum zurückdrücken – sonst wären Sie ­erstickt. Wie darf man sich Ihre Kind­ heit vorstellen? Ich weiss noch, ich musste ständig ins ­Spital zur Kontrolle. Mit der Mutter. Immer und immer wieder. Und immer wieder. Das war aber nicht so schlimm. Schlimmer war, dass ich beim Laufen immer gleich müde wurde und schlecht Luft bekam. Am Spielplatz musste ich immer den anderen Kindern hinterher­hecheln. Wann war klar: Sie würden überleben? Es hätte immer etwas passieren können. Jedes Mal Fussballspielen war ein Risiko. 56

„Ich war ein schlechter Schüler. Mein Fokus war: Fussball.“ „Ganz ohne Plan B?“ „Ohne Plan B.“ „Mutig.“ „Für mich logisch.“


Wie konnte dann aus Ihnen ein Sportler werden? Zumal ein Fussballprofi? Mein Zustand hat mich irgendwie an­ gespornt … ich war ehrgeiziger als die ­anderen. Oder unvernünftiger, ich weiss es nicht. Ich wollte nicht zurückstecken. Ich wollte mit anderen Kids Fussball spielen, ich wollte das mehr als alles andere. Und das hab ich gemacht, jeden Tag, und weil ich körperlich viel aufholen musste, hatte ich die Extraportion Biss. Schon als kleines Kind. Jedes Mal, wenn ich vom Fussball nach Hause kam, dachte ich: „Gott sei Dank hat der Bauch gehalten“, aber auch: „Mein Körper ist jetzt stärker als vorher.“ Wäre ich Ihr Vater gewesen, ich hätte Ihnen das Fussballspielen verboten. Das war aus zwei Gründen nicht möglich. Fussball war in meiner Familie immer ­etwas ganz Besonderes, Fussball war wie ein Teil unserer Familie. Und ich hätte mir das Spielen nicht verbieten lassen. Für mich war Fussball ja nie reiner Spass, sondern ich habe immer auf etwas hin­ gearbeitet, schon als Kind, ich war ganz eigenartig zielorientiert. Ich war auch nicht so verspielt wie andere Kinder, auf eine Weise erwachsener vielleicht. Und mit ungefähr zwölf merkte ich, ich hab’s mehr drauf als die meisten. Da entschied ich mich, Fussballprofi zu werden. Den Traum haben alle Zwölfjährigen. Das war kein Traum. Das war ein Vor­ haben. Ich wollte Fussballprofi werden, um meiner Familie zu helfen. Wir waren arm, und ich wollte uns da rausholen. Aus der Armut, aus der Gegend damals. (Anm.: Schwamendingen, für viele die „Bronx von Zürich“). Mit dem, was ich als Profi verdienen würde. Vor allem meiner Mutter, die so viel für mich getan hatte, wollte ich ein besseres Leben schenken. Aus Liebe, aber auch aus Dankbarkeit. Schule? Ich war ein schlechter Schüler, hatte ­Probleme beim Lernen. Die Schule war kein guter Platz für mich. Mein Fokus war: Fussball. Ganz ohne Plan B? Richtig. Mutig. Für mich logisch. Ich wollte lieber meine Stärken stärken anstatt meine Schwächen ausbessern. In der Schule das tun, was ich nicht gut konnte, war für mich eine Qual. Sollte man sich im Leben nicht auch ein wenig quälen, um etwas zu erreichen? Nein, man sollte hart arbeiten, um etwas zu erreichen. Und wenn man eine Arbeit gerne macht, wird sie nie eine Qual sein. Egal wie hart sie ist. Sie hätten sich den Knöchel brechen können, und alles wäre vorbei gewesen. Wenn du wirklich auf etwas fokussiert 58


„Die Ruhe am Ball ist das Wichtigste. Fehler vermeiden, keinen Blödsinn machen, das Risiko klein halten. Und das kann ich.“


bist, hast du diesen Tunnelblick. Und der lässt solche Gedanken nicht zu. Ausser­ dem: Wenn du denkst, dass was passiert, hast du sehr gute Chancen, dass es pas­ siert. Ich dachte also keine Sekunde dran. Ich denke mich wieder in Ihre Eltern ­hin­ein: Ich hätte das nicht unterstützt. Bei mir hätten Sie zur Schule gehen müssen. Ich ging ja zur Schule. Aber sie hat auch nie vergessen, was ich als Kind durch­ gemacht habe. Und sie wusste, wie sehr mich die Schule quälte. Und sie half mir. Als einmal der Schuldirektor anrief, sagte sie: „Mein Sohn liegt krank im Bett.“ Ob­ wohl sie wusste, ich schwänzte. Und der Vater? Der fussballverrückteste Mensch, den man sich vorstellen kann. Er hatte selbst Profi werden wollen, doch seinen Eltern hatte das Geld gefehlt, ihn regelmässig zum Training zu bringen. Es ist eine traurige Geschichte. Aber seinen eigenen Söhnen (Ricardo und seinen zwei Brüdern, beide mittlerweile auch Profi-Fussballer; Anm.) wollte er wenigstens das ermöglichen, was er nie hatte: eine gute Ausbildung in einem guten Verein. Wir hatten damals ei­ nen alten Hyundai. Fast ein Totalschaden, überall ramponiert, aber er fuhr. Mit dem brachte mein Vater meine Brüder und mich täglich zu unseren Clubs, Grass­ hoppers, FC Zürich, Schwamendingen, und holte uns nacheinander wieder ab. Ich vergesse dieses Bild nie: mein Vater in dem alten, rostigen Hyundai, wir dazu als Passagiere mit unseren Fussballtaschen. Jeden Tag diese irre Expedition quer durch Zürich, hahaha. Mit fünfzehn verdienten Sie bereits ­erstes Geld als Fussballer, 1500 pro ­Monat als Nachwuchsvertrag. Was machten Sie mit der ersten Prämie? Kam in die Familienkasse, wie geplant. Und dann dachte ich: In ein paar Jahren werde ich meiner ganzen Familie ein ­besseres Leben ermöglichen können. Warum wurden Sie eigentlich Ver­ teidiger? Ist es nicht attraktiver für ­einen Jungen, Stürmer zu sein, der den Jubel erntet, wenn er trifft? Ich kenne nichts anderes. Ab meinem sechsten Lebensjahr war ich Verteidiger, weil ich im Verein immer bei den ein bis zwei Jahre Älteren spielen musste. Sie sagten jedes Mal: „Du bist der Jüngste, du spielst hinten.“ Klar, weil sie selber Tore schiessen wollten. Aber irgendwie gefiel mir die Defensivposition von Beginn an. Warum? Wegen der Verantwortung. Alles sauber zu halten, zu schauen, dass die Null steht. Wenn du Mist baust, ist es meistens ein Tor. Das ist ein Kitzel, der erst endet, wenn 60

das Spiel zu Ende ist. Und keine Sekunde früher: Du kannst 90 Minuten gut spielen, eine Unaufmerksamkeit in der 91., und schon bist du der Dumme … und die ­guten 90 Minuten sind vergessen. Das reizte mich. Was ist Ihre grösste Stärke? Die Ruhe am Ball. Das klingt jetzt aber nicht besonders spektakulär, einfach den Ball ruhig und sicher zu beherrschen. Das ist aber das Wichtigste. Fehler ver­

„Ich habe ausgesorgt. Und meine Familie wird auch nie hungern müssen. Was mich noch antreibt: Titel. Die ganz grossen ­T i t e l . I n d e r C h a m p i o n s League und mit der Nationalmannschaf t.“ THE RED BULLETIN


meiden, keinen Blödsinn machen, das ­Risiko klein halten. Und das kann ich. Kann man lernen, Fehler zu vermeiden? Natürlich. Es genügt zu wissen, was man kann und was man nicht kann. Erinnern Sie sich, was ich vorhin über das Konzen­ trieren auf eigene Stärken gesagt habe? Ich halte das bis heute so – auch auf dem Platz: Ich mache, was ich kann. Und was ich nicht kann, lass ich. Sie können aber dann doch ziemlich viel: Als Prototyp eines modernen Verteidigers schalten Sie sich in Angriffe ein, geben Assists – und sind vor allem torgefährlich. Wo haben Sie das her? Aus der Zeit als kleiner Junge im Park. Im Verein musste ich diszipliniert hinten bleiben, aber mit Freunden? Da ging es ab. Ich wollte nur Tore schiessen, sonst nichts. Ich kam, schnappte mir den Ball und schoss aufs Tor, puff, sofort, wie ein Verrückter. Zu Beginn hassten mich alle: „Oh scheisse, jetzt kommt der wieder …“, aber meine Schusstechnik verbesserte sich dann doch. Im Verein wurde ich sogar ­Elfer- und Freistossschütze Nummer eins. Wären Sie heute ein guter Mittelstürmer? Wahrscheinlich kein schlechter. Was wären Ihre Stärken? Ich würde nicht viele Chancen brauchen für ein Tor. Klar, Ihre Ruhe am Ball … Eiskalt würde ich sie alle reinhauen (schaut betont finster drein). Hahaha, klingt so, als wären Ihnen Nervosität oder Angst fremd? Angst darfst du nicht haben, wenn du Grosses erreichen willst. Ob Penalty, Match oder Gegenspieler, man darf sich vor nichts und niemandem fürchten. Das ist der vielleicht wichtigste Tipp von mir für alle, die etwas werden wollen: Im Fussball brauchst du Eier, sonst wirst du es nicht schaffen. Und wenn Ihnen Real Madrid mit ­Ronaldo und Bale gegenübersteht, der Schiedsrichter die Pfeife im Mund hat und es gleich losgehen wird … sind Sie da nicht mal ein wenig nervös? Angespannt. Ja. Aber sobald du den Ball hast und der erste Pass gelingt, vergisst du alles. Dann ist es ein Fussballspiel. Einfach nur ein Spiel? Auch wenn es ein grosses Spiel ist? Je grösser das Spiel, desto geiler. Eier eben. Hahaha, genau: wegen der Eier. Aber wenn der erste Pass nicht ankommt oder, schlimmer, zu einer gefährlichen Aktion oder einem Tor führt? Ich kenne keinen Fussballer, den es kalt­ lässt, wenn er die erste Aktion vergeigt. Dann wird es tatsächlich knifflig. Dann brauchst du … THE RED BULLETIN

„WER GUT SEIN WILL, BRAUCHT EINS: EIER.“ … wir wissen’s schon: Eier! Zunächst mal den Ball. Du musst sofort versuchen, eine gute Aktion zu machen. Du darfst ja nicht ducken oder Alibi-Fuss­ ball spielen, sondern probieren, probieren, probieren. Bis es wieder klappt. Und wenn es das nicht tut? Dann bleibt dir immer noch eins: kämpfen wie ein Schwein. Kämpfen geht immer. Sie sagten in einem Interview, dass Sie besonders ungern gegen Arjen Robben spielen, weil er so unberechenbar ist … … gegen Robben und die Bayern. Als Paket ein Albtraum für jeden Verteidiger. Gegen die Bayern fühlt es sich an, als hätten die 15 Leute auf dem Platz. Du bekommst keinen Zugriff auf den Ball. Sie lassen dich im Kreis laufen. Du rennst und rennst und weisst: Irgendwann sticht einer von denen. Und was hat Robben damit zu tun? Ihm reicht ein Augenblick. Du musst also 90 Minuten wirklich hellwach sein. ­Hochkonzentriert. Und wenn er im Speed auf dich zubraust, ist Reagieren fast ­sinnlos. Du musst entweder spekulieren, also dich für die Seite entscheiden, die er auch hoffentlich für seinen Haken wählt, oder … nun ja, du bremst ihn eben. In Letzterem sind Sie aber nicht grad Experte. Ich sage nur: 35 Spiele für die Nati, keine einzige gelbe Karte. Wie schaffen Sie das auf diesem Niveau? Keine einzige? Wirklich? Ich bin eben ein fairer Spieler … Wie weit geht diese Fairness? Wichtiges Match, letzte Minute, 0:0, ein Stürmer entwischt Ihnen, rennt aufs Tor zu. Sie wissen, Sie können ihn nur mit einem Foul stoppen. Wenn nicht, ist es ein Tor. Was tun Sie? Ich hack ihn um.

In dieser Unverblümtheit hätte ich das jetzt nicht erwartet. Wollen Sie eine ehrliche Antwort? Das ist sie. Der Erfolg der Mannschaft ist immer das höchste Ziel … aber in einem Halbfinal würde ich vielleicht kurz überlegen, sonst wäre ich ja im Finale gesperrt (lacht). Real Madrid zahlte für Gareth Bale 100 Millionen Euro. Ihr Marktwert vor der EM betrug 30 Millionen. Sind Fussballer diese Summen wert? Nein. Keiner ist diese Summen wert. Das sind Mechanismen im Profimarkt, der vie­ le Facetten hat, Werbung, Medien. Diese ­Zahlen sind für mich nur Theorie. 25 Mil­ lionen oder 100? Was macht das für einen Unterschied, für mich oder meine Fami­ lie? Ich hab mich für den Fussball nicht entschieden, weil ich im Luxus leben wollte. Sondern weil ich meiner Familie aus ihrer Situation raushelfen wollte. Das ist Ihnen mittlerweile gelungen. Sie haben, wie man so sagt, ausgesorgt? Ja. Und meine Familie wird auch nicht mehr hungern. Was treibt Sie noch an? Titel. Die ganz grossen Titel. In der Cham­ pions League und mit der Nati. Tatsächlich, mit der Nati? Sehen Sie das Team für Titel bereit? Wir sind gut für eine Riesenüberraschung bei der EM. Sie engagieren sich oft für soziale Projekte, etwa für Krebskranke, Sie unterstützen Vereine in Schwamendingen … Ja, aber ich rede über diese Sachen nicht gerne. Ich möchte das nicht an die grosse Glocke hängen. Aber Sie können mir glauben: Ich habe nie vergessen, wo ich herkomme. de.uefa.com/uefaeuro

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Alles, was im Moment zählt: Das Bike muss hier rauf. Das Leben kann manchmal so einfach sein, das gemeinsame Ziel so klar.

Wenn du auf einem 250-Kilo-Bike im Dschungel steckst, musst du dich auf deine Jungs verlassen kĂśnnen, sonst wird es bitter: was man im Sattel mit unterschiedlichen Teams bei der BMW GS Trophy in Thailand lernt. Text: Werner Jessner Fotos: Markus Jahn

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SMELLS LIKE TEAM SPIRIT


„JEDE CREW MUSS IHRE INNERE MITTE FINDEN, WILL SIE ERFOLGREICH SEIN.“ ie klein der Einzelne gleich werden wird, sieht er manchmal auf den ersten Blick: Ein Baumstamm von einem Meter Durchmesser liegt quer über den Weg. Keine Chance, das Hindernis mit Fahrtechnik zu überwinden oder das Bike allein drüberzuwuchten. Es wird nur gemeinsam gehen. Bloß wie? Es sind Momente wie dieser, die Sportdirektor Tomm Wolf, Vater der BMW GS Trophy und EnduroFahrer von hohen Gnaden, seinen Teilnehmern in ­regelmäßigen Abständen vor die Räder wirft, auf dass sie sich als Team finden mögen. Schwierig­ keiten, Unvorhergesehenes, zwar konstruiert, aber durchaus aus der Lebenswelt des Abenteurers ab­ geleitet und mittels kleiner Geschichten erzählt: Das Team hat sich verfahren und muss über GPSKoordinaten den schnellsten Weg zurück finden. ­Einem Teammitglied ist der Sprit ausgegangen, sein Bike muss mit Spanngurten abgeschleppt werden. Das gesamte Team muss schnellstmöglich wenden, ohne einen Fuß auf den Boden zu setzen, weil ein wildes Tier – eventuell Tomm Wolf persönlich! – aus dem Dickicht bricht. Eine Brücke ist unpassierbar, die Ausweichroute führt durch ein tiefes Bachbett. Kurz nachdenken, Plan schmieden, umsetzen. Und los! Jedes Team besteht aus drei Amateuren, die sich in lokalen Ausscheidungen für die GS Trophy quali­ fiziert haben, sowie einem Journalisten, der nicht nur dokumentiert, sondern manchmal – aber nicht immer – helfen darf. Der Rest ist fahren, fahren, fahren. Rund 1300 Kilometer sind in sieben Tagesetappen durch Thailand zu bewältigen. Manche Pfade sind so eng, steil und ausgewaschen, dass sie selbst mit einem Mountainbike herausfordernd wären, geschweige denn mit einem 125 PS starken, vollgetankt über 250 Kilo schweren Motorrad, das man eher vor Viersternehotels erwarten würde als im Dschungel. Die BMW GS Trophy ist kein Tourismus-Event, und seien die Bilder noch so schön, die Eindrücke vom Land noch so prägend. Die Route führt von Thailands ­Grenze mit Laos ins Goldene Dreieck an der Grenze zu Myanmar, dann in den Süden über die Berge und schließlich wieder zurück. Asphalt ist selten, bloß in den Dörfern sind die Straßen manchmal betoniert, wegen des alles ­zudeckenden Staubs dennoch nicht weniger rutschig als die normalen Schotterpisten, bei denen die Fahrer wenigstens wissen, was sie erwartet. 64

19 Teams stehen am Start, sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Keine erprobten Seilschaften, jede Crew muss ihre innere Mitte finden, von der aus sie operiert, will sie erfolgreich sein. Zeit für langatmige Diskussionen gibt es nicht, die Schlagzahl ist hoch. Der Start zur Tagesetappe erfolgt am Morgen, vorher will das Zelt abgebaut, Gepäck verladen, gefrühstückt und Wasser aufgefüllt werden: Sieben Liter trinken die Fahrer am Tag bei 38 Grad. Sieben, acht Stunden beträgt die reine tägliche Fahrzeit, unter­ brochen von den Sonderprüfungen, bei denen es die Punkte für die Gesamtwertung zu gewinnen gibt. ­Gegen Einbruch der Dunkelheit fällt der Tross im nächsten Biwak ein, stellt die Zelte auf, duscht den Dreck des Tages mit kaltem Wasser ab, füllt die Landschaftlich reiz­ voll, mit genau der richtigen Prise Aben­ teuer: Die BMW GS Trophy 2016 führte von Chiang Dao im Norden Thailands in sieben Tagesetappen wieder an den Aus­ gangspunkt zurück.

Entscheidungsfindung: mindestens so wichtig wie Fahrkönnen

­ ägen, verschließt die Ohren für einigermaßen erholM samen Schlaf, und viel zu früh am nächsten Morgen geht das Rumoren auch schon wieder los. Regeneration, aber auch ein paar Minuten Privatsphäre sind heilig bei Bewerben wie diesem. Weicheier haben es nicht bis Thailand geschafft, sondern wurden zuvor eliminiert. Und so unterschiedlich wie die Herausforderungen bei der GS Trophy sind auch die Teams und ihre Modi operandi.

MIT GEWALT

Team Germany wählt den klassischen Ansatz: Mit Jens, Peter und Steffen haben sich drei drahtige Kerle qualifiziert, die die Sache mehr als nur ernst nehmen.

Das Gerät: Die BMW 1200 GS ist 125 PS stark und wiegt leer 238 Kilo, dazu kom­ men bis zu 20 Liter Benzin. Umso über­ raschender ist die ­Geländetauglichkeit dieses riesigen Bikes.


Im Laufe des Bewerbs kommt garantiert für jeden Fahrer der ­Moment, in dem die falsche Seite des Bikes oben ist. Korrektes Verhalten in diesem Fall: Bike umdrehen, Krönchen richten, auf­ steigen und weiter­ fahren. Jeder Tag endet an der Tankstelle. Die Bikes wollen Benzin, die Fahrer sehnen sich nach Eis und er­ wischen mit Glück Gratis-WLAN und ­einen wohlgesinnten Stiefel zum Anlehnen.

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„JAMMERN, WEINEN, SCHIMPFEN? NIE! DIE GESAMTE GS TROPHY IST FÜR TEAM OSTEUROPA EIN EINZIGER SPASS, EIN ABENTEUER, EIN PUNK-KONZERT.“


Sie sind gut, sehr gut sogar, aber mindestens ebenso verbissen. Das Regiment ist streng, Lachen gilt beinahe schon als Zeichen mangelnder Ernsthaftigkeit. Lange Zeit kämpfen die Deutschen an der Spitze mit, doch die Tischordnung beim Abendessen verrät, wie es um den Teamgeist bestellt ist: Nach drei Tagen essen nur noch zwei gemeinsam, wortkarg, der dritte Mann und der gelassene journalistische Begleiter haben sich absentiert. Nur auf den Sonderprüfungen arbeitet man nach wie vor erbittert zusammen gegen den Rest der Welt. Das reicht für Platz 2, ex aequo mit dem britischen Team, das die Sache deutlich entspannter angeht.

MIT SPASS

Völlig konträr der Zugang des polnisch-tschechischen Teams, das die Eröffnungsveranstaltung zugunsten eines thailändischen Hardrock-Konzerts geschwänzt hat und auch sonst das exakte Gegenteil deutscher Seriosität ist. Robert, Hanzo und Zbizek erwecken nicht den Eindruck, mit übersteigertem Ernst an die Sache heranzugehen, unterstützt vom Journalisten Andrzej, einem Mann von höchstem Unterhaltungswert. Der frühere Stunt-Rider ist fahrerisch un­ antastbar, nahezu unterfordert. Zwei Sätze wirft er jedem an den Kopf, der es wagt zu jammern: „It’s too easy!“ und „In Poland it’s okay“, selbst wenn es vielleicht nicht immer stimmt. Gefahren wird so hart, bis es einer übertreibt, und als Hanzo beim Versuch, das 250-Kilo-Motorrad wie eine Supermoto zum Driften zu bringen, endlich unkontrolliert absteigt, gibt das schöne Fotos von nackten, aufgescheuerten Hintern für die Lieben daheim. Jammern, schimpfen, weinen? Die gesamte GS Trophy ist für Team Ost­ europa ein einziger Spaß, ein Abenteuer, ein Punk-

Unverzichtbar: Trinkrucksack, Protektoren, gute Brille

Konzert. Sie sind die Gewinner der Lebensfreudeund-Lach-Wertung, und dass sie im offiziellen Schlussklassement dann nur einen einzigen Platz hinter den verbissenen Deutschen landen, ist grundsätzlich schön und überraschend, den vier Jungs aber so wichtig auch wieder nicht. Immerhin haben sie ­etwas von der Landschaft gesehen und sieben Tage lang Spaß gehabt.

MIT VERZWEIFLUNG

Wie man es eher nicht macht, zeigt das Team Alps: Hohe Erwartungen, überschaubare Skills und mangelhafte Selbsteinschätzung setzen eine Abwärtsspirale in Gang, die tragische Momente gebiert. Es gibt keinen echten Leader, bloß ständig jemanden, der für einen Moment die Verantwortung an sich reißt. Ideen und Kommandos werden von den Kollegen blind übernommen. Es gibt keinen, der auch einmal nein sagen würde. Schließlich kommt noch Pech dazu. Selbst einfache Dinge funktionieren nicht mehr. Als die Jungs eine Sonderprüfung endlich einmal nicht verkacken, wird diese aus organisatorischen Gründen prompt gestrichen. Ergebnis: vorletzter Platz, gerade noch das körperlich deutlich unterlegene DamenTeam hinter sich lassend. Und: unterschiedliche Rück­flüge für alle vier Teammitglieder, ein Segen.

MIT EXZELLENZ

Wie aber schmiedet man ein funktionierendes Team? Sieger Südafrika zeigt es vor. John, Charl und Byron stammen aus unterschiedlichen Ecken des Landes, bloß ein einziges Mal sind die Jungs zuvor miteinander gefahren. Das hat aber gereicht, um Respekt voreinander aufzubauen: fahrerisch, menschlich, organisatorisch. Sie waren auf einem ähnlichen Level. Jedem war klar, er würde sich einen schwachen Tag erlauben können, wie jedem klar war, dass er der Leader sein konnte, an dem sich die Teamkollegen aufrichten. Journalist Stefan, gesetztes Alter, ehrfurchtgebietender Schnauzbart, übernahm die Rolle des Spielertrainers, des Hirns und Querverbinders. Die Südafrikaner wussten daher immer, was auf sie zukommen würde. Exzellenz resultiert aus Können plus Information, Liebe zur Sache und Selbstvertrauen. Seltsam, wie manche Gesetze im Dschungel genauso gelten wie im Job. www.bmw-motorrad.ch

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I VA N A S B O O TCAMP Weitsprung-Europameisterin Ivana Španović ist besser trainiert als jeder deiner Fitness-­ Kumpels. Uns verrät sie, wie du dich für jedes Workout motivierst – selbst wenn du keine Lust auf Sport hast. Te x t : A n d r e a s R o t t e n s c h l a g e r, Fo t o s : L e o K r u m b a c h e r

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I va na Špa nov ić ha t eine goldene Regel f ü r ih r Wei tspr ung Tra in ing: „Keine Einhei t endet , bevor ich zu fr ieden b in.“ K la p p t et wa ein A bspr ung n ich t , w ir d so la n ge korr igier t , b is d ie B ewegu n g si t z t. „ Auch wenn das bedeu tet , dass ich dr ei S tunden spä ter nach Ha use kom me.“ Ih r e ex tr eme Diszip lin mach te d ie  26 -jä h r ige Wei tspr inger in a us Nov i S a d zu r gr ößten Spor theld in Ser b iens – dem weib lichen Gegen s tück zu Nova k Djokov ic. Špa nov ić is t a m t ier en de Ha llen - Eur opa ­ meis ter in (per sön liche B es t-­ ma r ke: 7,0 7 Meter) und Meda illen A nwä r ter in bei den Ol y m p ischen Sp ielen in R io. A ls Ma nager in eines F i tness-S t u d ios weiß sie a ußerdem , w ie ma n Hob byspor tler a n tr e ib t.

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he red bulletin: Frau Španović, Sie haben großartige Bauchmuskeln! ivana španović: Danke. Die meisten Männer im Fitness-Studio träumen von so einem Sixpack. Ver­ raten Sie uns Ihr Geheimnis? Ja, ich trainiere, seit 19 Jahren (lacht). Meine Mutter war Sprinterin im damaligen Jugoslawien. Wegen ihr wurde ich Leichtathletin. Und Leichtathletik-Training definiert die Muskeln besonders gut. Wie oft trainieren Sie Ihre Bauch­ muskeln? Zweimal die Woche. Zum Beispiel mit Bauchpressen. Ich mache drei bis fünf ­Serien zu 15 Wiederholungen. Das ist erstaunlich wenig. Es geht nicht nur um Sit-ups. Du musst das Fett über den Bauchmuskeln ver­ brennen. Meine Nachricht an alle Männer: Wer ein Sixpack will, muss Ausdauer­ training machen. Weltklasse-Weitspringer trainieren ­besonders vielfältig: Ausdauerläufe, 200-Meter-Sprints, Stretching, Gewicht­ heben. Welche Übung mögen Sie am wenigsten? Ich hasse Ausdauerläufe. Im Weitsprung zählt der Sprint. Die längste Strecke, die mir Spaß macht, sind 200 Meter – volles Tempo, bis zu zehn Mal hintereinander. Zu den Dauerläufen hingegen muss mich mein Trainer zwingen. Wie motivieren Sie sich für ein Workout, auf das Sie absolut keine Lust haben? Ich sage mir, dass es keine erfolgreichen Tage ohne harte Tage gibt. Meine Rekorde und Medaillen sind ein Resultat der harten Tage. Du gewinnst nichts, wenn du im Bett liegen bleibst. Aber ein Hobbysportler kämpft nicht um WM-Medaillen, sondern um ein Marathon-Finish oder ein Sixpack. THE RED BULLETIN


„VIEL ARBEIT FÜHRT NICHT ZWANGSLÄUFIG ZUM ZIEL. ABER KEINE ARBEIT FÜHRT MIT SICHERHEIT ZUM SCHEITERN. DAS GILT AUCH FÜR HOBBYSPORTLER.“

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Es ist trotzdem dieselbe Motivation: Viel Arbeit führt nicht zwangsläufig zu Erfolg. Aber keine Arbeit führt zum Scheitern. Das gilt auch für Hobbysportler. Gut. Ich bin motiviert. Beginnen wir mit dem Training: Ist es besser, sich ein niedriges Ziel zu setzen, das ich sicher erreiche, oder ein schwieriges Ziel, an dem ich möglicherweise scheitere? Schwierige Ziele sind besser. Um ein ­großes Ziel zu erreichen, musst du Schritt für Schritt trainieren. Jedes Training ist ein neuer Test. Jedes Mal, wenn du den Test bestehst, hast du ein Erfolgserlebnis. Und viele Erfolgserlebnisse sind besser als eines. Das heißt, wenn ich Liegestütze trai­ nieren will, sollte ich mir sechzig als Ziel setzen statt fünf. Auch wenn ich die fünf ganz sicher schaffe und die sechzig vielleicht nicht. Also ich würde sechzig nehmen. Das habe ich mir gedacht. Wichtig ist, dass Sie überhaupt ein Ziel haben. Das ist Schritt eins zum Erfolg. Egal ob Sie fünf Liegestütze machen ­wollen oder sechzig. Irgendwann erreiche ich bei jeder Übung meine Schmerzgrenze. Wie schaffe ich es, nicht aufzugeben, wenn es wehtut? Die letzten Wiederholungen sind die effek­ tivsten. Das gilt für alle Kraftübungen. Zu Beginn ist jeder fit. Gewinnen kann man aber nur, wenn man länger durchhält. Des­ halb versuche ich, bei den letzten Wieder­ holungen immer an den Erfolg zu denken, den sie mir bringen werden. Erfolg. Erfolg. Erfolg. Glauben Sie mir, das wirkt. Wenn Sie nur eine Übung empfehlen könnten, die ein Hobbysportler täglich ausführen soll, welche wäre es?

Wenn Sie laufen, bauen Sie Passagen in Schrittgeschwindigkeit ein und berühren Sie bei jedem Schritt mit dem Knie den Boden. Wenn Sie zu Hause trainieren, machen Sie täglich dreimal 15 Burpees (eine Kombination aus Kniebeuge, Liegestütz und Strecksprung; Anm.). Mit beiden Übungen trainiere ich vor allem die Beine. In den Oberschenkeln stecken die größten Muskeln. Männer vergessen das oft. Und Muskeln helfen bei der Fettverbrennung. Denken Sie an Ihr Sixpack. Darf ich mich nach dem Training mit einem Bier belohnen? Das müssen Sie entscheiden. Ich trinke nicht. Und ich belohne mich erst nach er­ folgreichen Wettbewerben. Ihr Getränketipp als Olympia-Teil­ nehmerin? Ich trinke jeden Morgen ein Glas warmes Wasser mit Zitrone und Honig. Warum gerade warmes Wasser? Weil es der Körper nicht extra aufwärmen muss. Das spart Energie. Ich weiß jetzt über Motivation, Schmerz und Getränke Bescheid. Wie sieht es mit Ihrem Mentaltraining aus? Bei den Olympischen Spielen entscheidet sich an einem Abend, ob sich vier Jahre Vorbereitung gelohnt haben. Wie kommen Sie mit diesem Druck zurecht? Entscheidend war für mich das Jahr 2012, als ich von den Junioren (Španović gewann 2008 den Junioren-WM-Titel; Anm.) zu den Erwachsenen wechselte. Ich fühlte mich wie in einem Haifisch­becken neben meinen Idolen, die ich zuvor jahre­ lang im Fernsehen beobachtet hatte. Ein Jahr später gewann ich Bronze bei der WM in Moskau und merkte, dass auch Idole Menschen sind. Dass sie einen schlechten

STYLIST Mine Uludag/Agentur Uschi Rabe H A A R & M A K E- U P Sina Stölzle/Agentur Uschi Rabe

Tag haben können. Dass man sie schlagen kann. Diese Erkenntnis ist ­extrem befrei­ end: Kein Gegner ist unfehlbar. Bei der Hallen-WM im März in Portland, Oregon, haben Sie mit 7,07 Metern eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt und sind trotzdem Zweite geworden. Was war größer: die Freude über den Rekord oder die Enttäuschung über Platz zwei? Es fühlte sich an, als hätte ich Gold ver­ loren. Ich war physisch und mental bereit für den WM-Titel. Es war nicht abzusehen, dass Brittney (die amerikanische Weltmeisterin und Olympiasiegerin Brittney Reese; Anm.) 7,22 Meter springt. Was kann ich lernen, wenn ich nicht gewinne? Man sollte eine Erkenntnis aus jedem ­Bewerb oder jedem Training mitnehmen. Bei der WM führte ich bis zum fünften Versuch, dann sprang Brittney weiter als ich. Aber ich konterte und legte noch ein­ mal vor, ehe sie ihren Gewinner-Sprung zeigte. Vor vier Jahren hätte ich das nicht gekonnt: auf einen sehr guten Sprung antworten. Diese Erkenntnis nehme ich zu den Olympischen Spielen mit. Ihr Ziel in Rio? Ich werde alles tun, um zu gewinnen. Ivanas Updates: instagram.com/ivanaspanovic

„Beim K raf t training sind die let z ten W iederholungen besonders schmerzhaf t – und besonders ef fek ti v. Deshalb versuche ich, dabei an den Er folg zu denken, den sie bringen. Er folg. Er folg. Er folg. Glauben Sie mir, das hilf t.“ THE RED BULLETIN

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RED BULL FLUGTAG 2016.

JEDE MENGE FLIEGERASSE MIT KLASSE.

16. JULI, LANDIWIESE, ZÜRICH Ab 14.00 Uhr steigen jede Menge tollkühner Männer und Frauen in ihren fliegenden Kisten hoch in die Lüfte, um gleich darauf im Zürisee notzuwassern. Falls Sie sich das nicht entgehen lassen wollen, finden Sie alle weiteren Flug-Infos unter:

www.redbull.ch/flugtag Offizielle Partner:


See it. Get it. Do it.

AC T I O N !

TRAVEL

FREEZY RIDER

Vorsicht, eisige Straße! (Auf den nächsten 4000 Kilometern.)

RANDALL KILNER

Lust auf eine entspannende Ausfahrt durch malerische Landschaften? Wir hätten da Sibirien anzubieten. Und einen Platz auf einer museumsreifen Beiwagenmaschine.

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TRAVEL

GEAR

WHEELS

CULTURE

EVENTS

HOW TO 77


ACTION

INSIDER-TIPP „Das Eis ist wie ­Narbengewebe“, sagt Katy Willings. „Oft ragt ein dicker Grat wie der Rücken eines Stegosaurus ­heraus.“ Dahinter können sich aber tiefe Risse im Eis verbergen. „Schätz einen davon falsch ein, und du versinkst eine Meile in die ­eisige Tiefe.“

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Jetzt bremsen und schon in einer Woche stehen

HEISSE ÖFEN

Touren in wärmeren Gefilden

Westküste

Sibirien, Russland Moskau Lust, nach Sibirien verfrachtet zu wer­ den? Anmelden auf: theadventurists. com/ice-run

Bremsen blockieren, du schlitterst dahin … üblicherweise geradewegs in das Hinder­ nis, dem du ausweichen wolltest.“ Während einer dreitägigen Orientierung unterweist Tour-Guide Dmitry Yaskin die Fahrer in der Kunst des Navigierens auf Eis: wie man beispielsweise die Dicke einer Eis­ decke mit einem Speer testet, um sicherzu­ gehen, dass sie einer Maschine mit 215 Kilo standhält. Oder wie man über tückische Stellen springt. Das involviert das Ausschau­ halten nach natürlichen Eisrampen – oder das Konstruieren selbiger mit Hilfe einer Ketten­säge – sowie das Niederschlagen von zu r­ auem Eis auf der anderen Seite, um Bruchlandungen zu vermeiden. Richard Fleming fuhr 2015 die Route. „Am ersten Tag auf dem Eis kamen wir an eine Spalte, von der wir dachten, wir müssten sie überspringen“, erzählt er. „Die Landung war ziemlich hart und die Bolzen unseres Gepäckträgers rissen.“ Wenn man bedenkt, dass die Ice Runner bei Minusgraden draußen campen, ist der Verlust des Gepäcks buchstäblich eine ­Frage von Leben und Tod. Glücklicherweise sind die Fahrer nicht ganz auf sich allein ­gestellt: Die Veranstalter geben eine GPSRoute rund um den See vor und platzieren Sprit an der Strecke. Zusätzlich sind für Notfälle alle via Funk miteinander verbun­ den. Die Risiken bleiben dennoch sehr real. Zwei der Fahrer aus dem letzten Jahr, Ala und Efraim, kamen wie durch ein Wunder mit einem verzogenen Vorderrad davon, nachdem sie nur knapp einem Einbruch ­ihrer rollenden Ural entgangen waren. „Auch uns brach das Hinterrad mal ins Eis ein“, sagt Fleming. „Zum Glück hatten wir genug Schwung, um durchzukommen, aber das war schon verdammt knapp.“

Rauf auf die Harley, ab auf den kalifornischen Pacific Coast Highway, und einige Punkte seiner persönlichen Wunschliste abhaken: Death Valley, Sierra Nevada, Yosemites Mammutbäume und Big Sur.  ridefree.com

Himalaja

Auf einer klassischen Royal Enfield Bullet durch Nepal – von den belebten Straßen Kathmandus geht’s rauf in den Himalaja zu den Ausläufern des Everest. blazingtrails tours.com

Fernost

So verbringt man zwölf unvergessliche Tage in Kambodscha: am Dirt-Bike durch den Dschungel – von der vietnamesischen Grenze bis zu den ­Kardamombergen. toursinthe extreme.com

THE RED BULLETIN

RANDALL KILNER

Sibiriens Baikalsee ist mit rund 31.500 Quadratkilometer Fläche und über 1600 Meter Tiefe das weltgrößte Süßwasserreservoir. Im Winter, wenn die Temperaturen unter –20 °C fallen, erstarrt seine Oberfläche zu einer Topo­ graphie glasartiger Ebenen und zerklüfteter Grate. Perfekt, um mit einer sperrigen alten Beiwagenmaschine darauf rumzucruisen. Das ist der Ice Run – 4000 Kilometer Abenteuer durch Taiga-Wälder, auf verwin­ kelten Eisstraßen, über den gefrorenen See. 2-Mann-Teams und ein Einheimischer: das Motorrad, eine Ural, ein absolut hemmungs­ loser Sowjetdesign-Klassiker. Das scheinbar aus Militär-Lego zusammengebastelte Teil – Handling zwischen Öltanker und Ziegel­ stein – wurde von Stalin im Zweiten Weltkrieg in Serie geschickt. Für seine Entwicklung hatte die Rote Armee eine BMW angeschafft und zerlegt. Offensichtlich ging bei der Übersetzung irgendwas schief … „Ihre Schlichtheit und Stabilität machen die Ural ideal für den Ice Run“, sagt Katy Willings vom Veranstaltungsteam. „Sie ist gebaut wie ein Panzer, darauf ausgelegt, dass man sie am Schlachtfeld mit Hammer und Gummiband, oder was auch immer man zur Hand hat, reparieren kann. Die Materia­ lien sind billig, aber quasi unzerstörbar – oft kränklich, aber niemals tot. Eine Ural so zu demolieren, dass sie nie wieder fährt, dafür braucht es schon einiges.“ Was gibt’s sonst? „Wir haben Eis in a­ llen Formen und Arten“, sagt Willings. „Manch­ mal sieht es harmlos aus, du brichst aber sofort ein – das ist tödlich. Dann wieder wirkt es höllisch, aber wenn du mit der Ural ein bisschen Gas gibst, kannst du dir dei­ nen Weg darüber bahnen.“ Das Wichtigste mit einer Ural auf Eis: rechtzeitig auf Ge­ fahren achten. „Wenn du bremst, passiert erst mal nicht viel – außer dass das Motor­ rad stark nach rechts zieht“, sagt Willings. „Dann verselbständigt sich die Lenkung, die

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GEAR

ACTION

Trefecta DRT O≠-road Unlimited

Alles möglich: Fahr­ werk ans Gelände anpassen und Dreh­ moment so ein­ stellen, dass ein Wheelie oder gar ein Überschlag verhindert werden.

Aluminium aus der Luft- und Raumfahrt, dazu ein 4-kW-Elektromotor: Bleiben nicht mehr viele Ausreden übrig. Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h sind möglich.  trefectamobility.com

SPORTGRÖSSEN

Die Euro 2016 kickt einen Sportsommer an. (Der aber nicht auf der Fernseh-Couch ­stattfindet, sondern vor der Tür.) Solos Performance Eyewear Der tretende Kampfpilot: Das Head-Up-Display überträgt Fahr- und Leistungsdaten in Echtzeit vom Smartphone auf diese sehr verkehrssichere Schutzbrille für Biker.  solos-wearables.com

Adidas miCoach Smart Ball

TomTom Golfer 2

Nike Anti-Clog Traction

Den offiziellen Ball der Euro 2016 kennt jeder, ­seinen smarten Bruder nur wenige. Ein interner Sensor übermittelt Geschwindigkeit, Spin und Flugbahn ans Smartphone zur Analyse.  adidas.com

TomToms GPS-Uhr bringt Navi-Expertise auf den Golfplatz und greift dabei auf eine beträchtliche Datensammlung von über 40.000 Golfplätzen zu. tomtom.com

Beim „schönen Spiel“ sauber bleiben: Die Sohlenplatte aus revolutionärem adaptivem Polymer verhindert, dass Schlamm, Dreck oder Gras an den Stollen kleben.  nike.com

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ACTION

GEAR

Statt durch eine Scheibe blickt der Fahrer auf zwei Monitore, das verbessert die Aerodynamik.

Ein Viergang­ getriebe überträgt die Kraft von den Pedalen auf die zwei Räder.

Das rasende Ei hat gerade mal ein Prozent des Luft­ widerstands eines herkömmlichen Autos.

Knapp 140 km/h. Erzeugt aus nichts als der Kraft mensch­ licher Muskeln. Und das ist erst der Anfang.

DIE KÖPFE DAHINTER Todd Reichert (links), 34, Cameron Robertson, 30 Im September 2015 ließen die beiden Raumfahrtingenieure ihr Speedbike Eta auf der State ­Route 305 in Nevada rollen. Motor war Todd Reichert, der 2010 schon ein Flugzeug und 2013 e­ inen Helikopter anget­ rieben hatte – und nun Eta im Liegen zum Rekord trieb.  aerovelo.com

Warum jagt ihr all diese Muskelkraft-Rekorde?

Robertson: „Ein Mensch hat die Kraft eines kleinen Akkuschraubers, im besten Fall drei Viertel einer Pferde­ stärke. Das bedeutet, man muss als Designer umdenken. Aber man kann auf großartige Lösungen kommen, die unsere Wahrnehmung dessen verändern, was möglich ist: Da sitzt nicht nur eine Person im Herzen des

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für eine verbesserte Beschleunigung, ein steifer Rahmen für effiziente Kraftübertragung. Und natürlich ist es aerodynamisch optimiert.“

Seid ihr jetzt die besten Bike-Bauer der Welt?

Vehikels, da fliegt ein Helikopter mit der Größe eines Verkehrsflugzeugs, da schlägt ein Flugzeug seine Flügel.“

Wie kommt man darauf, mit einem Ei-artigen Ding Speed-Rekorde zu brechen? Robertson: „Bei Eta dreht sich alles um mehr Speed, es geht also um mehr Effizienz bei weniger Kraft­ aufwand: niedriger Rollwiderstand, leichtgewichtige Radkomponenten

Robertson: „Wir könnten nie ein her­ kömmliches Bike so gut bauen wie Trek oder Cannondale. Die Leute dort sind supersmart, haben die Tools und Daten für ihre ganz eigenen Probleme. Unser Bike ist nur für einen einzigen Zweck designt: mit der eigenen Kraft Geschwindigkeiten zu erreichen, die bisher Autos vorbehalten waren.“

Ist der Fahrer letztlich der entscheidende Faktor?

Reichert: „Es sind zu 50 Prozent das Bike und zu 50 Prozent der Fahrer. Man kann das beste Bike haben, aber ohne einen richtigen Wettkampf-­ Athleten wird man keine Rekorde brechen. Ein Profi-Rennradfahrer macht das Ganze aber nicht zwingend

schneller. In liegender Position zu fahren, von einem hautengen Käfig umgeben, eingepfercht unter einem Bildschirm … daran muss man sich erst einmal gewöhnen.“

Wie war das, als der Rekord tatsächlich fiel?

Reichert: „In den letzten Jahren waren die Bikes noch nicht gut genug zu kon­ trollieren, man flog von der Straße, geriet ins Rutschen, überschlug sich. Es war nicht sehr gefährlich, denn die Hülle ist widerstandsfähig, aber den­ noch … Ich war nervös. Die tatsäch­ liche Fahrt dauert gut 4 ½ Minuten für 8 Kilometer. Auf der ersten Meile erreicht man fast 100 km/h. Als noch 1,5 Kilometer vor mir lagen, war klar: Wir schaffen den Rekord.“

Wie lange werden eure exakt 139,45 km/h halten?

Robertson: „Wir wollen im September die 88 Meilen pro Stunde (142 km/h, Anm.) schaffen. Dann wollen wir mal sehen, was den nächsten größeren Schritt nach vorn bringt, vielleicht eine aktive Kontrolle der Luft auf der Oberfläche, um den Luftwiderstand weiter zu reduzieren, oder eine Fahrt auf Schienen – der Rollwiderstand von Stahl auf Stahl ist ja viel geringer als der von Gummi auf der Straße. So könnte man dann schon einiges tun.“

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MARK THOMAS

INNOVATION: SCHNELLSTES RAD DER WELT


PROMOTION

Musthaves! 1

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OZ ULTRALEGGERA HLT

Die Ultraleggera HLT ist wohl das zeit­ loseste Rad vom italienischen Felgen­ her­steller OZ. Sie kann fast auf jedes beliebige Fahrzeug verbaut werden und ist immer wieder eine Augenweide. Die High Light-Technologie, kurz HLT ge­ nannt, stammt direkt aus der Entwicklung des Rennsports. Beim speziellen Herstel­ lungsverfahren HLT wird schmal gegos­ sen und mittels Erhitzen, Zentrifugalkraft sowie Walzen in die gewünschte Breite gezogen. So entsteht eine sehr robuste und leichte Felge, die mit der Eigenschaft einer geschmiedeten Felge verglichen werden kann. Verkaufspreis: ab CHF 570.– inkl. MwSt. www.ozracing.ch 2

SWATCH POP IT UP

Wohin läuft die Zeit? Der neuen Swatch POP-Kollektion nach zu urteilen, führt sie uns in die unterschiedlichsten Richtungen! Die auffälligen Uhren mit ihren Pop-Out-­ Köpfen gehen am liebsten ihre ganz ­eigenen Wege. Gerade noch tickten sie an Ihrem Handgelenk, schon hängen sie an einer hübschen Halskette oder warten geduldig an Ihre Yogamatte geklippt auf einen entspannenden Zen-Moment. Verkaufspreis: CHF 85.– www.swatch.ch 3

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OLUMBIA CONSPIRACY C TITANIUM OUTDRY

Dieser leichte, schnelle Schuh wurde ­speziell für Menschen entworfen, die einen bequemen, verlässlichen Schuh für ihre Aktivitäten im Freien brauchen. Der Con­ spiracy Titanium OutDry bietet optimale Passform und beste Technologie. Der Schuh verfügt über eine Premium-Gummi­ mischung für unnachlässigen Schutz bei aussergewöhnlicher Haltbarkeit. Er kommt mit einer Komfort-Einlegesohle, FluidFrame-Technologie und leichtem Aufbau daher und wird so mit allem fertig, was ihm vor die Füsse kommt – Kilometer für Kilometer, Saison für Saison. Und ja, er hält Sie trocken: dank der marktführenden wasserdichten OutDry-Technologie. Verkaufspreis: CHF 149.– www.columbiasportswear.ch 4

TRAIL PROTECT FR 16

Der Trail Protect FR 16 von Scott ist ein speziell für Downhiller entwickelter Bike-Rucksack. Dank integriertem D3O-­ geprüftem Rückenschutz, feuchtigkeits­ regulierender 3D-Rückseite sowie verstell­ barem Hüftgurt bietet er dir Komfort und Sicherheit auf all deinen Touren. Weitere spezifische Features dieses Rucksacks sind: ein höhenverstellbarer Hüftgurt, ein seitliches Kompressionssystem, das unten am Rucksack angebrachte ProtektorenTransportsystem sowie eine separate Netztasche für Bike-Werkzeuge. Verkaufspreis: CHF 189.90 www.transa.ch


ACTION

GEAR

UHREN

Redaktion: Gisbert L. Brunner

ABSEITS DES ­ALLTÄGLICHEN Casio Smart Outdoor Watch 1969 veränderte die erste Quarz-Armbanduhr die Branche für immer. Von der Smartwatch erwartet man sich (allerdings schon seit Jahren) eine ähnliche Revolu­ tion. Nun glaubt Casio, mit einem Zauberwort die Sache ins Rollen bringen zu können: „Outdoor“. Die Smart Outdoor Watch läuft mit Android Wear, aber hinter den herkömmlichen Apps steckt eine robuste Neuinterpretation des Themas Smartwatch, inklusive Kompass, Druck- sowie Beschleunigungssensor. Mit einer phy­ sischen Taste erfragt man Höhenlage, ­Wetter und eigene Aktivitätsdaten. Das hat den Vorteil, dass man die Smartwatch auch mit Handschuhen bedienen kann. Die Uhr entspricht der US-amerikanischen technischen Militärnorm MIL-STD-810 und hält somit Staub, extremen Tempera­ turen, Rost, Pilzbefall und dem Rückstoß von Schusswaffen stand. Wechselt man vom Full-Colour-Display auf Schwarzweiß, hält der Akku einen Monat statt einen Tag und übertrifft damit alle anderen Smartwatches auf dem Markt – das ist die wahre Revolution. wsd.casio.com

Wer keine Lust auf die orange Version hat, kann die Casio Smart Outdoor Watch auch in Rot, Grün und Schwarz bekommen.

THINK TANK Drei weitere Uhren mit intelligentem Mehrwert Tissot Smart-Touch Bei echten quarzbetriebenen Zeigern ­unter dem Saphirglas denkt man gar nicht an über 30 smarte Funktionen. Aber sobald GPS aktiviert ist, zeigt der rote Minuten­ zeiger den Weg an, informiert das digitale Display über Wetter und eigene Aktivität. Bei Sonnenlicht lädt sich der Akku sogar wieder auf. tissotwatches.com

Fossil Q Wander 44-Millimeter-Gehäuse und Android Wear, dazu Fossils feines Gespür für Details: Cleverstes Feature ist die modische Bandbreite austausch­ barer Armbänder und unterschied­ licher Gehäusefarben. fossil.com

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Frédérique Constant Horological Smartwatch Sie verbirgt ihre Cleverness hinter einer analogen Schweizer Anzeige mit echten Zeigern und beherrscht auch den Zeit­ abgleich mit dem Smartphone. Aktivität und Schlafmuster werden an der 6-Uhr-Position angezeigt. frederiqueconstant.com

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ACTION

WHEELS

MOTORMERCH

3,4-Liter-Sechs­ zylindermotor in handgefertigtem Chassis

Anziehen und abfahren

JackenPflicht

KLASSISCHES COMEBACK Jaguar und die Vollendung eines Unvollendeten Nachdem der D-Type die 24 Stunden von Le Mans 1955, 1956 und 1957 gewonnen hatte, zog sich Jaguar mit dem Werksteam zurück und überließ das Rennfahren ­Privatpersonen. Man hielt es für klüger, die unfertigen D-Type-Monocoques für die Straße umzubauen – Resultat war der ­legendäre Supersportler XKSS. Von den geplanten 25 Exemplaren waren aber erst 16 ausgeliefert, als ein Brand im JaguarWerk in Coventry die übrigen neun zerstörte. Nun eröffnete Jaguar, dass diese Serie, 59 Jahre später, komplettiert werden soll. Der Markt für Um- und Nachbauten von Klassikern floriert, aber um so was geht es

hier nicht. Zumindest nicht im herkömm­ lichen Sinn, denn Jaguar spricht nicht von einem Nachfolgemodell, sondern einem „continuation model“, Fortsetzungsmodell – tatsächlich werden ja die neun „­ neuen“ XKSS vom Team von Jaguar C ­ lassic nach Originalspezifikationen im Experimental Shop J­ aguars in aufwendigster Handarbeit gebaut, wie schon der E-Type Lightweight im vergan­genen Jahr. Standesgemäß still steht freilich die Zeit für den XKSS: Nur Materialien und Tech­ niken, die schon 1957 verwendet wurden, kommen dabei zum Einsatz. Die Aus­ lieferung beginnt im kommenden Jahr.

SCHNELLER SHOPPEN

Der sportlichste neue Einkaufswagen der Stadt Fiats Performance-Ableger Abarth meldete sich ja zuletzt schon mit einem Rallye-Modell zu Wort. Nun bringen die Italiener eine Version des 124 Spider für jene, die nicht um Rallye-WM-Punkte kämpfen, denen der Fiat-Roadster trotzdem noch nicht sportlich genug ist: Mit einem 1,4-Liter-MultiAir-Turbo­ motor steigert Abarth die Leistung von 140 auf 170 PS – bei nur 1060 Kilo. Von 0 auf 100 geht es mit entsprechendem Leistungs­ gewicht in 6,8 Sekunden, Schluss ist erst bei 232 km/h Spitze. Der Motor hinter der Vorderachse bedingt zudem eine 50:50-Gewichtsverteilung, die die Performance ­zusätzlich optimiert. Dazu noch das straffer abgestimmte Fahrwerk, Rennsport-Stoßdämpfer und kräftige Überrollbügel, und man denkt eher ans Nachspielen von Szenen aus „The Italian Job“ als an Shopping-Fahrten.  abarth.it

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Das passende Outfit zum Supercar ist obli­ gat, also stimmt Bugatti eine Bekleidungslinie auf seinen neuen Chiron ab. Glanzstück ist eine Kalbslederjacke mit Steppnaht wie bei den Chiron-Sitzen. bugatti.com

ContinentalCatwalk Eine Motorsport-Col­ lection ist das Ergebnis von Bentleys jüngstem Rennsport-Flirt. Grüne Akzente und britische Flaggen schmücken die äußerst Boxengassentauglichen Stücke. bentleymotors.com

GeburtstagsJoppe Richa feiert den 60er. Fünf neue Jacken­ modelle des großarti­ gen Motorrad-Beklei­ dungsherstellers gibt’s zu diesem Anlass – ­allesamt mit D30-Pro­ tektoren an Schultern und Ellbogen sowie ­Rückenprotektor. richa.eu

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ACTION

CULTURE

PLAYLIST MODERAT

BEATS UND BOHNEN Rapper Action Bronson a­ rbeitet gerade an seinem ersten Kochbuch. Am Herd zelebrierten vor ihm schon andere Hip-Hop-Stars. Man nehme:

Es war eine große Sache, als Modeselektor und Apparat, zwei Veteranen elektronischer M ­ usik, 2009 ihr erstes gemeinsames Album verö≠ent­ lichten. Gernot Bronsert und Sebastian S ­ zary von Modeselektor standen für basslastige Dancehallund Techno-Stampfer – sogar Radiohead waren bekennende Fans –, während Sascha Ring alias Apparat eher fragile Ambient-Hymnen fabrizierte. Das Ergebnis der Kooperation? Melancholische Electro-Pop-hybride Charterfolge und europaweit ausverkaufte Konzerte. Zur Feier ihres dritten ­Albums „III“ erzählt Szary von fünf Songs, die ihn maßgeblich beeinflussten.  moderat.fm

The Beach Boys

Laurie Spiegel

„’Til I Die“ (Alternate Mix) (aus „Endless Harmony Soundtrack“)

„Drums“ (aus dem Album „The Expanding Universe“)

„Ich hörte diese Version des BeachBoys-Klassikers erstmals in einer TV-Adaption des Ibsen-Dramas ‚Hedda Gabler‘. Das Vibrafon-Intro ist unglaublich. Die clevere Melodie ist typisch für die Beach Boys, beeindruckt hat mich aber auch der schwebende, zugleich metallische Klang des Instruments – so sehr, dass ich mir ein Vibrafon zulegte. Ich bin noch Anfänger, aber ich habe es bereits für Tracks auf dem neuen Album benutzt.“

„Ich stieß zufällig auf Laurie Spiegel, als ich online nach spannender elektronischer Musik aus den Siebzigern suchte. Sie ist eine faszinierende Person: mit siebzig immer noch ­aktiv, aber sehr zurückgezogen. Diese Perle wurde in meinem Geburtsjahr 1975 aufgenommen, aber sie klingt moderner als die meisten aktuellen Techno-Tracks. Spiegel nutzte besondere Sequenzer, sie ­gaben ihrer Musik eine präzise und futuristische Note.“

Laurel Halo

Speedy J

„Thaw“ (aus dem Album „Quarantine“)

„Evolution“

„Die Cover-Illustration von Laurel Halos Debütalbum ‚Quarantine‘ zeigt Schulmädchen beim Selbstmord, das sagt einiges über ihren radikalen Zugang. Dieser Track ist ein großartiges Beispiel. Aufwühlende, sehr persönliche Texte, enorm ­intensive Musik, schräge Drums. Halo ist aktuell eine der interessantesten Persönlichkeiten im Musikbusiness, sie ignoriert Konventionen und erschließt mit jeder Platte neues Territorium.“

„Dieser Techno-Klassiker aus dem Jahr 1991 veränderte mein Leben. Er bringt mich in den ‚Tresor‘ zurück, einen Berliner Club, in dem ­einige der ersten Technopartys der Stadt stattfanden. Wer am gnadenlosen Türsteher vorbeikam, betrat eine neue Welt, in der nichts zählte außer zuckendes Stroboskoplicht, Trockeneis und harte Beats. Es war eine komplett neue Art zu feiern. Ich war sechzehn, und ich liebte es.“

Depeche Mode „Never Let Me Down Again“ (aus dem Live-Album „101“) „Das ist ein Song, den wir alle drei zutiefst lieben – besonders die Live-Version auf ‚101‘. Bei der Arbeit an Set-Listen für Touren holen wir uns meist Inspiration bei Depeche Mode. Nicht, dass wir annähernd so viele Hits hätten, aber ihre Shows sind perfekt strukturiert. Als sie vor ein paar Jahren in Berlin spielten, konnten wir uns davon überzeugen. Dave Gahans Schrei am Beginn des Songs ist mein persönliches Highlight.“

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COOLIO „Cookin’ with …“

2009 veröffentlichte der Gangsta’s-Paradise-Rapper und heutige YouTube-Koch einen großartigen GhettoGourmet-Guide mit zahl­ reichen budgetfreundlichen Rezepten wie „Bro-ghetti“ und „Soul Rolls“.

2 CHAINZ „#MEALTIME“ Zu seinem 2013er-Album „B.O.A.T.S II: #METIME“ veröffentlichte der Rapper ein im Tourbus verfasstes Kochbuch. Zu den 14 Rezepten gibt es Style-Tipps, darunter dieses Juwel: Machst du Lachs in Teriyaki, „trag die Schürze von Versace“.

GADGET Mighty

Das streichholzschachtelgroße Gerät mit Klipp richtet sich an Läufer, die Musik von Streaming-Diensten hören, aber das sperrige Smartphone lieber zu Hause lassen möchten. Mighty ist der erste dezidierte Audioplayer, bei dem man Spotify-Playlisten ohne Umweg über den Computer direkt auf dem 4-Gigabyte-Speicher ablegen kann. Der Akku hält mindestens fünf Stunden. mighty.audio

PRODIGY „Commissary Kitchen: My ­Infamous Prison Cookbook“ Im Oktober veröffentlicht der Mobb-Deep-Rapper dieses Werk, in dem er über drei Jahre Knastfutter reflektiert. Und er erklärt, wie man einseitigen Fraß in miserabler Qualität übersteht.

THE RED BULLETIN


CULTURE

ACTION

KUNST IN KLEINEN DOSEN

DIETMAR KAINRATH

Dietmar Kainraths spitze Feder

THE CHAMPIONSHIPS, WIMBLEDON, 27. JUNI BIS 10. JULI

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ACTION

CULTURE NEU UND GUT

Fürchtet euch, Geister!

Was man demnächst am Schirm haben sollte

FILM „The Legend of Tarzan“

WHO YOU GONNA CALL?

Da sich der „Ghostbusters“-Reboot und „The Conjuring 2“ gerade in den Kinos materialisieren: Wer gibt die bessere Geisterjagd ab? Eine der beiden Geschichten ist wahr … „The Conjuring 2“ basiert auf dem Fall des Enfield-Poltergeists aus dem London der 1970er Jahre, den man weitgehend für erfunden hält. Anders die Inspiration für „Ghostbusters“: Sie stammt von Dan Aykroyds Urgroßvater, der sich der Erforschung des Paranormalen widmete. Aykroyds Vater Peter dokumentierte dessen Arbeit im Buch „A History of Ghosts“. Er hält die Bücherei­ szene am Beginn des 1984 erschienenen Originals für authentisch: „Ein Poltergeist-Phänomen, wie es im Buche steht!“ Eine der beiden setzt auf glaubhafte Technologie … Die realen Dämonologen Ed und Lorraine Warren (in den „Conjuring“-Filmen gespielt von Patrick Wilson und Vera Farmiga) nutzten Mikrofone, Kameras, Bewegungsdetektoren und Wärmebildkameras. Die Ghostbusters hingegen haben Psychokinetic Energy Meter, Geisterfallen und partikelbeschleunigende Protonen-Rucksäcke. „Ghostbusters“-Regisseur Paul Feig engagierte den Teilchenphysiker James Maxwell vom MIT, um dem Ganzen einen wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen. „Sie fragten mich, wie es funktionieren würde“, erzählt der. „Partikelbeschleuniger und supraleitende Magnete sind echt – der Glaube an das Funktionieren der Technologie liegt im Rahmen des Machbaren.“ Eine zeigt realistische Geistererscheinungen … „Ghostbusters“ kommt mit massig Ektoplasma, dem Schleim, mit dem Geister Form annehmen. Dan Aykroyd möchte, „dass sich Physiker fragen: Verschmelzen so Sauerstoff-, Stickstoffund Wasserstoffmoleküle?“ Vielleicht sollte ihm jemand sagen, dass Bill Murray mit chinesischer Speisestärke vollgemacht ­wurde.  „The Conjuring 2“ ab 16. Juni (theconjuring2.com), „Ghostbusters“ ab 28. Juli (ghostbusters.com) in den Kinos

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GEISTERSTUNDE Großartige Lach- und FürchtGeschichten. „The Frighteners“ (1996) In Peter Jacksons Film bringt Michael J. Fox als Hochstapler mit übernatürlicher Gabe Geister in die Häuser gutgläubiger Leute und zockt sie per vor­ getäuschten Exorzismus ab. Das geht gut, bis der Sensenmann (Jake Busey) kommt. Herrlich. „Poltergeist“ (1982) Steven Spielberg schrieb das Drehbuch, und „Texas Chainsaw Massacre“-Mastermind Tobe Hooper führte Regie im Horrorklassiker zwischen „Unheim­ liche Begegnung der dritten Art“ und „Amityville Horror“. Die Clown-Szene ist auch 30 Jahre später noch zum Fürchten.

BUCH „Dazeworld“ Gra∞ti-Künstler Chris „Daze“ Ellis prägte die New Yorker Subways der 70er. Heute findet man seine Werke in Büchern wie „Dazeworld“, die einen Bogen von Sprayarbeiten auf Häusermauern bis zu Ausstellungen in berühmten Galerien schlagen.  dazeworld.com

„Beetlejuice“ (1988) Tim Burton dreht die Geisterhaus-Story um: Michael Keatons titelgebender Bio-Exorzist (u.), beschworen von Geena Davis und Alec Baldwin, muss lästige Hausbewohner loswerden.

FILM „BFG – Big Friendly Giant“ Eine Realverfilmung von Roald Dahl unter Spielberg-Regie hört sich schon gut an. Spielbergs Entscheidung, diese Mädchen-trifft-Riesen-Geschichte für Walt Disney umzusetzen, ist aber auch ein klarer Hinweis für einen weiteren „Indiana Jones“-Film. Im Kino ab dem 21. Juli.  twitter.com/BFGMovie

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PICTUREDESK.COM

FILM

In diesem Sequel lebt Lord Greystoke/ Tarzan (Alexander Skarsgård) mit Frau Jane (Margot Robbie) in London, als ihm der böse Captain Rom (Christoph Waltz) das Weib entführt und ihn erneut in den Dschungel lockt. Im Kino ab dem 28. Juli.  legendoftarzan.com


ACTION

CULTURE

MEIN SPIELE-LEBEN ADAM ORTH

MOBIL ZOCKEN

Nach seinem Aus bei Microsoft widmete er sich in seinem ersten eigenen Spiel „ADR1FT“ dem Verschollensein im Weltraum. Und was inspiriert ihn sonst so? MEIN ALLERERSTES SPIEL ALS KIND „SPACE INVADERS“

„Im Familienurlaub entdeckten mein Bruder und ich einen ‚Space Invaders‘-Automaten im Spielzimmer. Pure Magie, die uns in ihren Bann zog. Wir konnten unbegrenzt spielen; einen regnerischen Sommertag versuchten wir, das Spiel zu meistern. ‚Space Invaders‘ ­haben mich für immer süchtig nach ­Videospielen gemacht.“

DAS SPIEL FÜR DIE EINSAME INSEL „NO MAN’S SKY“

„Es ist noch nicht erschienen, und ich habe nicht eine einzige Sekunde gespielt, aber alles, was man darüber hört, ist sehr vielversprechend. In einem ganzen Universum herumzufliegen, unzählige Welten zu erkunden – auf einer einsamen ­Insel sollte einem wohl genug Zeit dafür bleiben. Ich freue mich auf keine andere Spiele-Neuerscheinung in diesem Jahr mehr als auf diese.“

GETTY IMAGES

MEIN AKTUELLES GAME „ADR1FT“

TOP-TIPP „Vertrau in ‚ADR1FT‘ dem Sauersto≠Balken; im Raumanzug und in der Gegend ist reichlich Sauersto≠ deponiert. Hast du ­einen Level beendet, kannst du die jewei­ lige Umgebung mit unbegrenzt Sauer­ sto≠ erforschen.“

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„Wir haben mit ‚ADR1FT‘ etwas Einzigartiges versucht – eine ­gewisse Dynamik zwischen dem Kampf ums Überleben und ­einer gewissen Schönheit in der Zerstörung der Umgebung, das Ganze in VR. Wir haben das ­Gefühl, ein besonderes Spiel geschaffen zu haben, und sind ziemlich stolz darauf. Ich kann es kaum erwarten, dass endlich ein paar Menschen im Weltraum verlorengehen!“

Raus mit dir, die Sonne genießen! Diese Spiele sind am Smartphone dabei.

„Disney Crossy Road“ „Crossy Road“ hat den Klassiker „Frogger“ wiederbelebt. Jetzt hat ­Disney ein „Crossy Road“ mit eigenen Charakteren entwickelt. Sei ­Mickey, Donald, Buzz Lightyear, Simba und sogar Randale-Ralph.

DAS SPIEL, DAS MICH AM MEISTEN PRÄGTE „METAL GEAR SOLID 3: SNAKE EATER“ „Ein absolutes Lieblingsspiel, das beste der ‚Metal Gear‘-­ Reihe. Vom Aufbau über Spielmechanik bis hin zu den Bosskämpfen ist es ein brillantes, zeitloses Stück Kunst. Ich spiele es mindestens einmal im Jahr.“

„Miitomo“ Wenn du ohnehin den ganzen Tag im Web rumhängst, dann spiel halt dabei. In Nintendos erstem SmartphoneSpiel schlüpfst du in ­einen Mii-Charakter, der schlüpft in verschiedene Klamotten, und chatten geht auch.

MEIN ERSTES SPIELPROJEKT „TWISTED METAL: BLACK“

„Als Spieletester ‚Barbie – ­Zauberhafte Pferdewelt‘; als Game-Designer ‚Twisted Metal: Black‘. Beide haben meine Sichtweise auf die Spielindustrie enorm b ­ eeinflusst und mir dabei geholfen, die Zusammenarbeit der Fachbereiche in der Entwicklung zu verstehen. Ich bin stolz darauf, an diesen beiden Titeln gearbeitet zu haben.“

„Futurama: Game of Drones“ Sci-Fi erobert die Welt des Mobile Gaming, ­besticht mit 3D-Action sowie Puzzle-Herausforderungen und enthält natürlich viele ­Anspielungen für Fans der Serie.

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ACTION

EVENTS SAVE THE DATE Weitere Pflichttermine in den nächsten Wochen

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Juli Züri Fäscht Mit über zwei Millionen Besuchern das grösste Fest der Schweiz. Am Programm: Live-Konzerte, BikeShows, Marktstände und große Chilbis. zuerifaescht.ch

1.  – 3.  Juli Free4Style Estavayer-le-Lac Drei packende Disziplinen als gemeinsames Event: Im Freestyle-Motocross dreht unter anderen Lokalmatador Mat Rebeaud am Gasgriff; was auf einem Jetski möglich ist, zeigt Niels Willens (der Belgier gewann 2015 den Freestyle-Contest); im Wakeboarding messen Europas beste Rider ihre Skills. Abendprogramm für die 25.000 Fans am Lac de Neuchâtel? Die Party mit Star-DJs Pedro Winter, Florian Picasso und DJ Premiere.  free4style.com

16.  – 24.  Juli Swiss Open

1.  – 16.  Juli Montreux Jazz

Gstaad

Montreux

Die Tennis-Weltelite zu Gast in Gstaad: Das älteste Tennisturnier der Schweiz gewannen schon ­Grössen wie John Newcombe, Roy Emerson, Sergi Bruguera und Roger Federer. Steter Geheimfavorit ist Thomaz Bellucci (Bild): Der Brasilianer gewann die Swiss Open bereits zweimal.  swissopengstaad.ch

Europas prägendes Jazzfestival feiert seine fünfzigste Ausgabe mit Konzerten von PianistenLegende Herbie Hancock (er selbst ist zum 37. Mal dabei) und R ’n’ B-Ikone Al Jarreau. Am Programm ausserdem: die Rockbands Muse und Deep Purple, Jean-Michel Jarre und Moderat als Vertreter des elektronischen Fachs sowie die Grammy-prämierte Angélique Kidjo. montreuxjazzfestival.com

20.  – 28.  August Vision Art Festival Crans-Montana Street Art goes Walliser Alpen: Zehn internationale Urban Artists verwandeln die grauen Betonwände von Seilbahnstationen und Hütten auf bis zu 2500 Metern Seehöhe in Kunstwerke. Den Schaffensprozess der Maler, etwa des Litauer StreetArt-Surrealisten Ernest Zacharevic, können Besucher live mitverfolgen. Alle Kunstwerke liegen entlang ­einer vierstündigen Wanderroute. Rahmenprogramm: Live-Konzerte, Paint-Battles und Mal-Workshops. visionartfestival.com

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Willkommen in Montreux, Angélique Kidjo!

24 Juli Ironman Zürich

Zum 20. Jubiläum des Ironman verläuft die Laufstrecke zuschauerfreundlich erstmals durch Zürichs Altstadt. ironman.ch

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August Swiss FPV Air Race Beim ersten schweizweiten QuadcopterDrohnenrennen geht es am Flughafen Payerne für 64 Piloten um die Quali zu EM und WM. swissdronenationals.ch

24 August Zürich Openair

Headliner beim beliebtesten Festival Zürichs sind Amy Macdonald, The Chemical Brothers und Sigur Rós. Karten: zurichopenair.ch

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SEBASTIAN MARKO, VALERIANO DI DOMENICO, IAN COX, GILLES MARIE ZIMMERMANN

Backflip am Jetski, in Perfektion gezeigt von Niels Willens


ACTION

HOW TO

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Sei wählerisch

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Sei gut vorbereitet

4

Arbeite an deiner Technik

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Hör auf den Körper

„Mein Lieblings­ gericht? Hängt vom Event ab, für den ich trainiere. Wenn es dir schmeckt, kannst du mehr essen. Die meisten Profi-Esser nehmen an vielen verschiedenen Wettbewer­ ben teil – es gibt jede Menge tolle Sponsoren mit super Essen da draußen. Aber auf­ passen: Auf der Bühne geht es um Konzentration und Tempo, nicht um Genuss. Wer genießt, wird langsamer und verliert.“

„Fitnesstraining r­ eduziere ich in der Wett­ kampf-Saison. In Kombina­ tion mit dem Essen belastet es den Körper zu sehr. Wich­ tig ist, sich gesund zu ernäh­ ren, mit Obst und Gemüse, salzarmen Lebensmitteln wie Nüssen, dazu sehr viel Wasser. 24 Stunden vor dem Wettbewerb nehme ich dann flüssige Kalorien zu mir, Pro­ tein-Shakes spülen meinen Körper durch. Das alles ist auch Kopfsache. Man muss sich auf jede Veranstaltung richtig freuen!“

MARK THOMAS

SO WIRST DU ZUM ESS-CHAMPION Du isst gerne? Und magst Wettkampf? Gute Kombination. Dann kannst du tatsächlich Geld verdienen, während du Essen in dich reinstopfst. Matt Stonie aus Kalifornien zum Beispiel tut das. Vor sechs Jahren nahm er an einem Hummerbrötchen-Wettessen teil. Und gewann. „1000 Dollar für zehn Minuten Arbeit, nicht schlecht“, erinnert sich der 23-jährige amtierende Weltmeister („Major League Eating“ ist tatsächlich eine anerkannte US-Sport­ liga!). Vergangenen Juli verdrückte Stonie bei „Nathan’s Hotdog Eating Contest“ in zehn Minuten 62 Hotdogs – zwei mehr als der achtfache Champion Joey Chestnut. 40.000 Zuseher waren vor Ort, ESPN übertrug. Vor dem Rückkampf am 4. Juli verrät „The Megatoad“ (so nennt sich Stonie), wie er seinen Erfolgs­hunger am Maximum hält.  youtube.com/megatoadstonie

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Denk dran: Es ist Sport!

„Wie jeder Profisport­ ler trainiere ich das, was ich im Wettkampf können muss. Ich arbeite mit der Speise des nächsten Contests an Technik, Geschwindigkeit und Ausdauer. Wenn der Wettbewerb zehn Minuten dauert, trainiere ich wochen­ lang mit 12-Minuten-Ein­ heiten plus zwei oder drei Hotdogs extra. Gegen De­ hydratation und Blähungen hilft es, eine Menge Wasser zu trinken und viele Nicker­ chen zu machen. Am Start kann ich dann mehr als 50 Hotdogs verputzen!“

„Hotdogs sind schwierig. Man darf sie nicht auf her­ kömmliche Weise essen, sondern muss Wurst und Brötchen trennen – Wurst runterschlucken, das Bröt­ chen in Wasser tränken, weil es trocken ist. Viele Leute schaffen nur eins auf einmal, ich esse zwei gleichzeitig. Und ich bewege mich beim Con­ test. Ich schüttle das Essen richtig runter in den Magen.“

„Das Essen rauszu­ kotzen ist schlecht für deine Halsmuskeln. Also tu ich’s nur in Notfällen. Vor allem bei Wettessen mit Süßigkeiten, da sammelt sich im Magen reiner Zucker an, und man fängt an zu zittern. Manch­ mal muss man also die ­Notbremse ziehen und das Essen loswerden. Aber dann braucht man ausreichend Zeit zur Erholung.“

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SOMMER

2016

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REISE SPECIAL

SOMMERZEIT DER SOMMER KANN KOMMEN. WIR PRÄSENTIEREN ZEHN ­ACTIONGELADENE ­AKTIVITÄTEN AN 22 EINZIGARTIGEN LOCATIONS.

PARAMOTEUR IN TUNESIEN Wer einmal die endlosen Sanddünen der Sahara wirklich hautnah erleben möchte, quartiert sich in einem der traditionellen, aber komfortablen Zelte von Camp Mars in Timbaine ein (270 Kilometer

FVA TUNESIEN

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vom internationalen Flug-­ hafen Djerba entfernt). Von dort starten dann geführte ­Adventure-Ausflüge mit Quads oder Geländewagen in die Wüste. Einmal die überwältigende Sahara aus der Vogelperspektive erleben geht auch: Mit Gleitschirm und ­einem rund zwei Kilogramm leichten und 25 PS starken ­Motorsystem, das wie ein Rucksack getragen wird, ist das möglich. Ab Oktober bietet die französische ParamoteurFlugschule Auvergne Tandemflüge sowie Flugscheinaus­ bildungen an.  tunesien.info

›› WO NOCH:

La Cumbre/Argentinien  Andy ­Hediger gründete in der Provinz Córdoba das Zentrum für Flugsport „Aeroatelier“. Dort kann man vom Schweizer Gleitschirm-Weltmeister mit fast allem lernen, was fliegt – von den Propellermaschinen Cessna und Pipistrel Virus über ­Segelflugzeuge (Swift) bis hin zu Trike-Motorseglern. Nach der Flugaction kann der Adrenalinspiegel in der argentinischen Steppenlandschaft beim Reiten oder Wandern gesenkt werden.  aeroatelier.com

TAUCHEN IN PORT-CROS Die gesamte Insel PortCros – nur wenige Kilo­ meter vor der südfran­ zösischen Côte d’Azur gelegen – ist Teil eines Nationalparks. Strenger Naturschutz (zur Freude der Fischpopulation) wird hier seit Jahren großgeschrieben. Daher gibt es auch schon in geringer Tiefe ­riesige Zackenbarsche und MittelmeerBarra­cudas zu sehen. Ebenfalls spektakulär: die bekannten Schiffswracks der „Grec“ und der „Donator“. portcrosparcnational.fr

IMMER ANS ZIEL FINDEN Hochempfindliches Outdoor-GPS GarminGPSMAP 64st mit vorinstallierten Karten von 44 europäischen Ländern. garmin.com

TREKKING IM ENGADIN Wandern im Hochtal des Oberengadins ist ein Naturerlebnis für die ganze Familie (es gibt auch kinderwagentaugliche Wege). Gewaltige 580 Kilometer umfasst das Wegnetz, vorbei an sanften Bergkuppen, saftigen Alpwiesen, mächtigen Gletschern und kristallklaren Bergseen. Wer eine intensivere Tour möchte, fährt mit der Gondelbahn auf den Piz Nair (3056 m) und wandert in knapp fünf Stunden über Corviglia, Alp Nova und Heidis Blumenweg zurück nach St. Moritz (1856 m).  grandtour.myswitzerland.com

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SCHICKER KURZTRIPBEGLEITER Burton Backhill Duffel Bag 70L mit versteckten Rucksackträgern, Mesh-­ Innenfächern und separatem Schuh- und Wäsche­ fach.  burton.com

›› WO NOCH:

Griechenland Der Olymp ist das höchste Gebirge und zugleich der älteste Nationalpark des Landes. Für die Besteigung des Mytikas (2918 m) mit herrlichen Ausblicken und einzigartigen Pflanzen­ arten sollte man zwei Tage einplanen.  olympusfd.gr.com

FÜR DIE KÜHLEN ABENDSTUNDEN Schlichter Baumwoll-­ Kapuzensweater Dynafit Logo-Hoody aus angenehmem, pflegeleichtem Baumwoll/Polyester-Mix. dynafit.com

›› WO NOCH:

Island In der Silfra-Spalte (max. Tiefe: 63 m) driften die eurasische und nordamerikanische Kontinentalplatte auseinander. Das Wasser ist auch im Sommer eiskalt (ca. 4 °C), dafür wird man mit ­einzigartigen Blautönen und Sicht bis zu 100 Meter belohnt.  islandtauchen.de

GETTY IMAGES, SWISS-IMAGE.CH

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5 KITESURFEN AUF SYLT Die größte nordfriesische Insel gilt seit Jahren als mitteleuropäisches Wassersportmekka für Windsurfer, Segler oder Wellenreiter. Zahlreiche Kitesurfschulen führen im Sommer in diesen rasanten Sport ein. Schon ab Windstärke 2 lassen sich Geschwindigkeiten bis 60 km/h ­erzielen. Die ambitionierten Kitesurfer kommen eher ab September – wenn die Badegäste (fast) verschwunden sind und der Wind merklich auffrischt.

›› WO NOCH:

Maui/Hawaii  Von Juni bis September wehen auf der Trauminsel die besten Winde. Besonders beliebt: der Kanaha Beach an der Nordküste der Insel, wo ein Strandabschnitt exklusiv für Kitesurfer reserviert ist. to-hawaii.com

6 CANYONING IM TESSIN

MOUNTAINBIKEN IN LEOGANG Nicht umsonst findet in der Region Saalfelden-Leogang jeden Juni der UCI MTB Downhill-Weltcup statt. Doch hier kommt jeder auf seine Kosten. Rookies wählen die 3,5 Kilometer lange Hot-Shots-Strecke (Ø-Gefälle: 11 %), die sich idyllisch durch den Wald schlängelt. Routinierte Biker wagen sich an die Downhill-Weltcup-Strecke heran. Aber Vorsicht: Auf der 2300 Meter langen „Speedster“ (Ø-Gefälle: 20,7 %) warten steile Abschnitte in Falllinie, ruppige Wurzelteppiche und enge Kehren. Weiteres Highlight in Leogang: der schwierige Flowmaster Dirt Jump Park mit neun großen Jumps und zwei Kurven.  bike.saalfelden-leogang.com

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SVEN MARTIN

›› WO NOCH:

Semmering  Mountainbike-Spaß für Profis, Anfänger und Familien. Die Höhendifferenz aller Strecken des niederösterreichischen Bikeparks beträgt 350 Meter. Angenehm: Ausgangs- und Endpunkte aller Routen sind gleich. Tipp: 24h Downhill Race the Night am 13./14. August.  bikeparksemmering.at Wales  Ihre endlosen Singletrails machen diesen reizvollen britischen Landesteil zum MountainbikeParadies. Für Ambitionierte: Die 420 Kilometer lange Route vom Hafenstädtchen Holyhead bis zur Hauptstadt Cardiff gilt als schwierigste Strecke des britischen Radwegnetzes.  mbwales.com THE RED BULLETIN

Abseilen, Rutschen, Springen. Das ­Tessin in der italienischen Schweiz ist geradezu ideal für Canyoning. Die Felsen sind speziell pittoresk ausgewaschen, das Wasser ist kristallklar. Hier kommen Anfänger ebenso auf ihre Rechnung wie Experten. Wer den Extra-Kick sucht: Den gibt’s beim Heli-Canyoning bei der Broggera Challenge (Schwierigkeitsgrad: schwierig bis sehr schwierig). Sprünge aus bis zu 14 Meter Höhe und zahlreiche Abseilstellen (max. 45 m) warten bei der sechsstündigen Tour in der Schlucht auf erfahrene und konditionsstarke Schluchtengeher.  swisschallenge.ch

›› WO NOCH:

Wadi Mujib  Vier markierte Routen ­führen durch den „jordanischen Grand Canyon“. Von Wasserfällen abseilen, schwimmen, tauchen, klettern … alles wird einem auf der 12-Stunden-Tour abverlangt. Im Sommer wird es mit über 40 Grad noch dazu gnadenlos heiß. rscn.org.jo

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SO MMER

2016

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REISE SPECIAL

STAND-UPPADDELN AM BLINDSEE Perfekt für einen Tagesausflug bei brütender Hitze. Eine knappe Auto­ stunde westlich von Innsbruck liegt auf 1150 Meter Seehöhe der idyllische Bergsee mit glas­ klarem smaragdgrünem Wasser (im Sommer mit bis zu 24 Grad angenehm warm) und dem Pan­ orama der Zugspitze im Hinter­ grund. (Das ideale Gerät dafür: das breite und stabil gleitende Board Bellagio Expedition 14.0 SUP.)  croslake.com

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›› WO NOCH

Holland  Früher war in kalten Wintern die 220 Kilometer lange „11-StädteTour“ bei Eisläufern beliebt. Nun hat man die landestypischen Wasser­ kanäle (Grachten) – vorbei an Windmühlen oder Schafen – für Paddler entdeckt.  sup11citytour.com Starnberger See  Ideal für Entspannung suchende Paddel-Einsteiger: Vor den Toren Münchens bilden die Berge im Süden und der malerische Hafen im Norden eine traumhafte Kulisse.  sup-club.bayern


KLETTERN IM MONTAFON Das Vorarlberger Mon­ tafon gilt als Kletter-­ Eldorado. Neu 2016: der 2,5 Kilometer lange Klettersteig „Wasserfall St. Anton“. Bei dem rund zweistündigen Anstieg warten zwei fordernde Abschnitte (Schwierigkeitsgrad D), doch am Ende wird man mit dem fantastischen Ausblick auf zwei tosende Wasserfälle und eine senkrechte Felswand belohnt. Für einen kurzen Kletterausflug mit der ­ganzen Familie (Kinder ab acht Jahren ­erlaubt) zwischendurch ist der Klettergarten Rifa Gaschurn ein Tipp. montafon.at/klettern

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›› WO NOCH

Paklenica Park  Klettern für jedermann mit Blick über die kroatische Adria. Die Hauptattraktionen: die atemberaubenden, jeweils 400 Meter tiefen Schluchten Velika und Mala Paklenica mit vielen karstigen Reliefformen.  paklenica.hr

KOMFORTABLER KLETTERSTEIGER Anatomisch geschnittener Allround-Kletterschuh (Bouldern bis Alpinrouten) – der Scarpa Vapor 5 mit bequemem asymmetrischem Leisten. scarpa-schuhe.de

10 RAFTING IN IMST

AUF SCHNELLER WANDERSCHAFT

HANSI HECKMAIR, GETTY IMAGES, MAURITIUS IMAGES

MOTORRADFAHREN AUF SARDINIEN Italiens zweitgrößte Insel bietet passionierten Motorradfahrern alles: malerische Küsten­ straßen, serpentinenreiche Passstrecken, ­gemütliche Abschnitte zum Cruisen. Das meiste Können erfordern die extremen Pässe im GennargentuGebirge von Fonni bis Seui, geübten Offroad-Fahrern sei der Norden mit seinen Schotterstraßen und schmalen Eselpfaden empfohlen. (Direktflüge mit Austrian Airlines von Wien nach Cagliari/Sardinien ab 149 €.)  austrian.com

Leichte Short (157 g) für Wanderungen und Speed­ hiking: Salewa Pedroc Bermuda DST M – wasserabweisend, schnelltrocknend und atmungsaktiv. salewa.ch

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›› WO NOCH:

Khardung La  Einmal den höchsten befahrbaren Pass der Welt überqueren. Auf rund 5360 Meter Seehöhe wird auch für das Motorrad die Luft dünn. Landschaftlich genial: die Abfahrt durchs NubraTal mit zahlreichen Klöstern und heißen Quellen.  travel.india.com THE RED BULLETIN

Die Imster Schlucht in Tirol ist Europas beliebteste Raftingstrecke: Das sind die 14,5 Kilo­meter auf dem Inn von Imst bis zur Ortschaft Haiming. Wildwasser-­ Novizen buchen am besten eine Tour bei einem örtlichen Anbieter. Nach kurzer (Sicherheits-)Einweisung geht es knapp drei Stunden lang im r­ eißenden Gebirgswasser die herausfordernden Stromschnellen flussabwärts. Wer noch mehr Adrenalin ausschütten will, wählt die rund zweistündige Tour (13 km) in der Ötztaler Ache – einem Nebenfluss des Inn und die Königsstrecke der Rafter mit schäumenden Walzen und hohen Strömungsgeschwindigkeiten. (Noch mehr Action-Sport gibt’s auf:  area47.at)

›› WO NOCH:

ELEKTRISCHER FREERIDER KTM Freeride-E Umweltschonender MotocrossSpaß. 110 Kilo leicht, ein­ faches Handling ohne Benzin- und Ölverbrauch. ktm.com/e-ride

Bovec Der slowenische Ort gilt als Hauptstadt des Abenteuersports. Zu Sommerbeginn lässt die Schneeschmelze der Alpen ab Juni die 96 Kilometer lange Socˇa anschwellen. Dennoch bietet der unwirklich türkis schimmernde Fluss für alle was: Die Qualität der Strom­ schnellen reicht von einfach bis extrem (Schwierigkeitsgrad I bis VI).  bovec.si

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LETZTE ÜBERLEGUNGEN AUF SITZ 8B VON MARTIN AMANSHAUSER

H

enning auf 8B wusste, dass es zu Ende war. Draußen nur Schwarz, oder war das Nebel? Joey – er saß am Fenstersitz 8A – presste sich seitlich an ihn, zwei Speichelfäden rannen aus seinem Mund. Der Gurt schien den mageren Körper des Kindes nur behelfsmäßig festzuhalten, als könnte er jederzeit durchrutschen. Durchsagen gab es keine mehr. Das war fast schon Sturzflug, dachte Henning. Einige Frauen schrien jetzt, lauter noch als das Jaulen und Donnern der Laufwerke, die gegen das Unvermeidliche ankämpften. Henning hasste sinnloses Geheul. Er fand es unredlich, wenn ein paar Nervenschwache die Kinder verunsicherten, statt sich zu einem Zeitpunkt, zu dem man sich sammeln sollte, aufrecht dem Lauf hinzugeben. Eine der Heraus­ forderungen des Lebens bestand doch darin, ange­ sichts des Todes Haltung zu bewahren, umso mehr, wenn man Verantwortung für Minderjährige trug. Ein pfeifendes Geräusch mischte sich in das um­ fassende Grollen. Hoffentlich durchstießen sie bei diesem Fall nicht die Schallmauer. Der dicke Skandinavier auf 8C versuchte panisch, eine Flugbegleiterin zu rufen. Viel zu spät, und wozu. Er drohte mit einer Beschwerde bei der Fluglinie. „Joey, erinnerst du dich an die Märchenwelt?“, fragte Henning. „Ja“, sagte Joey langgezogen, als würde er aus einem schweren Traum geweckt. „Die Märchenwelt.“ „In die man kommen kann, ganz selten im Leben …“, fügte Henning hinzu, „ganz wenige schaffen das.“

Martin Amanshauser

Geboren 1968 in Salzburg. Studierte Geschichte, Portugiesisch, Spanisch und Afrikanistik, 2001 ­Promotion über muslimische Kleinkönigreiche im mittelalterlichen Spanien. Amanshauser arbeitet als Schriftsteller, Übersetzer und Journalist, wobei er sich vor allem dem Thema Reisen widmet. ­Bereits sein erster Roman, der Wiener Stadtkrimi „Im Magen einer kranken Hyäne“ (1997), deutete die Befähigung des Autors zu Komik, Skurrilität und Sprachwitz an. Amanshausers bis dato letzter Roman „Der Fisch in der Streichholzschachtel“ (Deuticke) wurde 2015 zum Bestseller. Amanshauser lebt, falls das technisch möglich ist, in Berlin und Wien.

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„Ja“, sagte Joey. „Aber du hast gesagt, wir beide kommen da niemals hin.“ „Tun wir auch nicht. Ist nur ein Beispiel“, sagte Henning, und damit gewann er an Überzeugungs­ kraft. „Das eine ist die Märchenwelt. Aber es existieren auch Parallelwelten. Du erinnerst dich doch, dass ich dir von Parallelwelten erzählt habe. Andere Welten, die neben unserer existieren. Die kann es geben.“ „Die kann es geben“, wiederholte Joey, und weil eine der Halbwüchsigen schrie, musste jetzt auch er schreien, übertönte sie, „aber wir wissen ja nicht, ob es sie gibt!“ „Genau“, sagte Henning, „das heißt, die Leute hier wissen nichts davon.“ „Warum wissen die Leute hier nichts davon?“ „Wovon wissen die Leute nichts, müsstest du ­fragen. Ich sag’s dir. Sie wissen nicht, dass wir in eine solche Parallelwelt fliegen.“ „Stürzen wir nicht nach unten?“, fragte Joey, ­während Henning wahrnahm, dass der Junge eigent­ lich nur noch von seinem Unterarm im Sitz gehalten wurde, den er ihm wie einen zweiten Gurt über die Brust mit den dünnen Rippen drückte. „Tun wir nicht, wir vollführen ein besonderes Manöver. Ein steiles Manöver.“ „Machst du wieder Spaß, Papa?“ Joey wirkte verzweifelt, mit einem Hauch ­Hoffnung. „Nein, ich weiß es, nur die anderen wissen es nicht. Das steile Manöver bringt uns in die Parallelwelt.“ „Die Parallelwelt“, wiederholte Joey. „Ist die so weit unten?“ Eine der Hühner ein paar Reihen vor ihnen ließ wieder so ein Wimmern los. Aber das machte ­Hennings Stimme nur fester. „Wir werden zuerst auf einer Wiese landen, wo die Sonne scheint. Keine Wolke auf dem Himmel. Wir ­rutschen über die Notrutsche raus, denn wir werden eine Notlandung haben. Hundert Meter weiter stehen ein paar Kühe. Braun gefleckt. Es riecht nach Früh­ ling. Man hört das Meckern von einem Ziegenbock.“ „Hören Sie auf mit dem Scheiß“, rief der Dicke auf 8C und rammte ihm den Ellbogen rein, „lassen Sie doch Ihr Kind in Ruhe! Wir stürzen ab.“ „Sieh mal an, das ist einer der ganz Dummen“, winkte Henning ab, ohne auch nur den Kopf zum Aggressor zu drehen, er suchte nur den Blickkontakt mit Joey. „Die Dummen machen so eine Landung schwierig, man darf nur nicht an sie glauben, wir wollen ja schließlich in die Parallelwelt.“ Der Dicke ließ es zum Glück wieder sein. Er ­jammerte, dass dies alles eine Sauerei sei, und ver­ suchte erneut, eine Flugbegleiterin heranzurufen. Es gab keine, wo auch. „Kommt der auch in die Parallelwelt?“, fragte Joey. „Wir alle“, sagte Henning, das Licht flackerte, sein Unterarm vor der Brust des Jungen schmerzte. „Wir

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HERIBERT CORN

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alle kommen dort an, auch der Mann. Der kennt ­dieses Manöver nicht.“ Henning zog mit dem Fuß seine Tasche nach vorne, mehr nach oben als nach vorne. Es war selt­ sam, im Gurt zu hängen, doch der Gurt hielt und gab ihm die nötige Bewegungsfreiheit. „Was machst du?“, fragte Joey. „Ich hole die Kamera“, sagte Henning schnell ­entschlossen, „wir drehen ein Video für Mama!“ Bei ihrer Erwähnung stürzten die Tränen aus Joeys Augen. „Kommt Mama?“ „Natürlich kommt Mama in die Parallelwelt“, sagte Henning, er merkte, dass ihm das Sprechen schwerfiel, dass er nach Luft schnappen musste. „Sie hat ihren Kongress abgebrochen und ist nach dorthin unterwegs. Für sie ist es eine weite Fahrt mit Flug­ zeug und Zug und Bus, aber wenn es schon mal die Möglichkeit zu einer Parallelwelt gibt, wird sie auch kommen.“ „Warum haben wir nicht vorher von der Parallel­ welt gewusst?“ „Sie sagen es nicht. Aber wenn man es erlebt, ist es wunderbar. Du wirst sehen. Die Leute haben Angst. Wir beide müssen keine Angst haben.“ „Warum haben sie Angst und wir nicht?“ In das Dröhnen mischte sich ein metallisches Schlagen. Hennings Arm schmerzte. Er durfte nicht aufgeben, nicht stocken. „Sie wissen es nicht, weil sie es nicht erkennen. Du kannst mir glauben, dass ich es erkenne. Glaubst du mir?“ „Arschloch“, wimmerte der Dicke, „ich breche dir das Genick, wenn ich die Chance dazu kriege!“ „Der Mann und ich“, sagte Henning unbeein­ druckt zu Joey, „wir trinken dann auf der Wiese ein Bier gemeinsam.“ „Willst den Helden spielen, verdammtes Arsch­ loch! … ich habe auch Kinder!“ Der Dicke hyperventilierte, aber Hennings P ­ roblem war nicht dieser Mann auf 8C. „Seine Kinder kommen auch auf die Wiese, du wirst sehen“, sagte Henning. „Wir alle freuen uns, dass wir das erleben dürfen. Es ist etwas Besonderes.“ „Warum ist es etwas Besonderes?“, fragte Joey.

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ald hatte er es geschafft, laut seinem Gefühl musste ein Einschlag jeden Moment erfolgen. Aber das hatte er schon vorhin geglaubt. Der verdammte Nebel lag möglicherweise sehr tief. Es fiel so schwer, bis zum Ende durchzuhalten. Das flackernde Licht war endgültig weg, nun mischten sich auch Männerstimmen in den Chor der spitzen Schreie, es klang wie Kirmes. Am liebsten hätte er ein­ gestimmt, es kostete ihn Kraft, die Stimme zu erheben. „Es geschieht wenigen Menschen. Aber es steht dann in den Zeitungen, rund um die ganze Welt wird

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„Aber Papa sagt, wir fliegen in eine Parallelwelt, und du kommst.“

es in den Zeitungen ­stehen, und wir werden Interviews geben, denn wir waren die Ersten in dieser Parallelwelt.“ „Arschloch, ich reiß dir die Brust auf und kack dir ins Herz“, stieß der Dicke hervor, der, wie Henning erst jetzt sah, nicht nur dick, sondern auch ziemlich muskulös war. Alles schon gleichgültig, nie wieder würde er sich mit jemandem schlagen, dachte Henning, wie schade. „Ist die Parallelwelt auch in unserer Welt?“, fragte Joey. „Man kann wieder zurück, aber dafür muss man noch einmal fliegen, und wer in einer Parallelwelt ist, bleibt zuerst eine gewisse Zeit dort. Man hat die Chance nur einmal.“ „Okay.“

B

is zu einem gewissen Grad glaubte Joey ihm jetzt. Hennings Unterarm platzte fast vor Schmerz. Der Dicke hatte sich mit seiner Stänkerei offenbar selbst lahmgelegt, er hing wie eine Leiche im Gurt. „Aber was machen die Leute am Flughafen, die diese hier abholen?“, fragte Joey, dessen Stimme sich den Weg durch das Heulen, Schreien und panische Nachfragen bahnte, das sie umgab. „Werden sich zuerst ärgern – aber sobald sie begreifen, dass wir in eine Parallelwelt …“, Henning musste direkt ins Ohr von Joey reden, und der Dicke schrie ihnen mit überraschender Unflätigkeit etwas zu, zum Glück unverständlich, „… geflogen sind, dann werden sie Augen machen und froh sein.“ „Gut, dass uns niemand abholt.“ „Stimmt. So, jetzt machen wir das Video für Mama.“ „Wir stehen ganz schief, Mama“, sagte Joey in die Kamera, „und ich habe Angst, aber Papa sagt, wir ­fliegen in eine Parallelwelt, und du kommst. Stimmt das?“ „Super, Joey, ja hallo, wir wollen es festhalten für dich und geben dir einen dicken Kuss, denn wir ­lieben dich, und wir sehen dich in der …“ „Papa, ich hab trotzdem Angst, alle haben Angst!“ „… in der Parallelwelt“, sagte Henning auf 8B und drückte den Jungen neben sich nach oben und die Angst nieder, „sind wir bald auf der Wiese …“ „Warum ist dort eine Wiese?“, fragte Joey auf 8A.

READ BULL Lesevergnügen im Red Bulletin

Jeden Monat widmet ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte. Diesmal ist es der ­Österreicher Martin Amanshauser, dessen aktueller Roman „Der Fisch in der Streichholzschachtel“ 2015 im Deuticke Verlag ­erschienen ist.

Wenn es laut gewesen war, so wurde es nun viel ­lauter, alles wurde von diesem Lautesten zerrissen und zersplittert, alles reagierte miteinander und transformierte sich zu etwas anderem im Aufprall, bei dem es zischte und funkte wie ein Vulkan, ein Bauer am Westhang sagte, wenn er die Maschine nicht hätte auf die Halde stürzen sehen, hätte er zuerst an einen Vulkanausbruch gedacht.

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MAKES YOU FLY

„Ein Tag, den ich nicht so schnell vergessen werde.“ Surf-Professional Sebastian Zietz und der ultimative ­Belastungstest für eine Fangleine

„Wenn ich im Wasser bin, vergesse ich den Rest der Welt“, sagt Surf-Ass Sebastian Zietz von ­Hawaii. Als ihn vor Australiens Goldküste eine Welle vom Brett spült, bringt sich der Rest der Welt jedoch nachdrücklichst in Erinnerung. Zum Glück sorgt die Fangleine dafür, dass Sebastian nicht auch sein Brett vergessen muss. Surf-Action: instagram.com/seabassz

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 12. JULI 2016. 98

THE RED BULLETIN

RYAN MILLER/RED BULL CONTENT POOL

COOLANGATTA, AUSTRALIEN, 10.  MÄRZ 2016


10. AUG. 2016

HEITERE ZOFINGEN

FOREIGNER TEXAS THE ORIGINAL

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