Juli 2014 € 2,50
Abseits des Alltäglichen
12 Seiten
L in k in Pa r k
Reiseziele für Extremsportler
„ Roc k ’n’ Ro l l is t s c h la p p s c h wä n zi g “
Lukas P odol sk i „ E l fe r s c h i e ßen is t g e i l “ Neymar Júnior, Brasiliens Fußballstar
NEYMAR! Ri n g f r e i fü r das I nt e rv i e w z u r S c h i c ksa ls-WM
EUR 2,50
Juli 2014
REPREVE is a registered trademark of Unifi, Inc.
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Abgebildetes Modell: Infiniti Q50 Eau Rouge Concept. Dieses Modell ist ein Konzeptfahrzeug und nicht im Handel erhältlich. Serienfahrzeuge können von der Studie abweichen. Für mehr Informationen zum Infiniti Q50, besuchen sie www.infiniti.eu
Die Welt von Red Bull
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Hauptsache zweirad
Moto-GP-Champion Marc Márquez pflügt mit uns über seinen privaten Dirt Track.
david clerihew (cover), jim krantz
heri irawan (cover)
Willkommen! Kein Sportler steht diesen Sommer so im Mittelpunkt, keiner so unter Erwartungsdruck wie Neymar: Der 22-Jährige, 64 Kilo, 1,75 Meter, soll Brasiliens Nationalteam zum Fußballweltmeister machen. Neymar hat The Red Bulletin in Barcelona zu einem seiner seltenen Interviews empfangen, die Frage nach dem Druck war die erste. Er schüttelte den Kopf, „da sind nur Freude und Stolz“. Und dann sagte er ein paar Worte, in denen alle Kraft und alle Zerbrechlichkeit des Neymar da Silva Santos Júnior stecken: „Wenn man glücklich ist, klappen Dinge ganz von selbst; wenn man unglücklich ist, klappt gar nichts.“ Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion the red bulletin
„Druck? Nie. Ich bin immer locker.“ neymar, SEITE 58
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Juli 2014
Auf einen Blick Bullevard 10 Gallery Die besten Bilder 16 Bullevard Kämpfer für den Frieden: 101 Rebellen für eine bessere Welt.
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Features 34 Into the Wild
Extrem Reisen
Zu Wasser, zu Lande, durch die Luft: wo Urlaub machen richtig weh tut.
Urlaub abseits des Reisebüros: Extremsportler empfehlen ihre aufregendsten Playgrounds.
46 Lukas Podolski
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Die geheimen Leidenschaften des deutschen Teamstürmers.
48 Stefan Bradl
Ein Interview über das Leben eines Motorradfahrers an der Rutschgrenze. Wie Linkin Park der zunehmenden Beliebigkeit des Rock ’n’ Roll trotzen.
58 Interview: Neymar
16 Rebellen für den Frieden
Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Wir ehren 101 Helden, die seither für eine friedvollere Welt kämpften.
Brasiliens WM-Hoffnung über Druck, Dribblings und Kabinen-Gospel.
Bayrischer jäger
Vom Operationstisch direkt zum Interview: Der deutsche MotoGP-Pilot Stefan Bradl kann mit Schmerz umgehen.
79 78 Die Salzwasser-Rakete
Im Super Aviator wie ein Hai durch Hawaiis Unterwasserwelt tauchen. Wir haben die Gebrauchsanleitung für Sie. 6
Bunter Vogel
Rickie Fowler bringt Farbe auf die Golf-Tour. Diese Ausrüstung verhilft ihm zu Birdies und Eagles.
64 Vollgas mit Márquez
Der Racer als Dirt-Dämon: am privaten Track des MotoGP-Champions.
Action! 78 79 80 82 84 86 88 90 92 94 96 98
Travel Im Panorama-U-Boot Pro Tools Damit golft Rickie Fowler city-Guide Schanghai club Das „Fabric“ in London Training Tipps vom Hochsprungprofi Musik Owen Palletts Playlist Starke Uhren 50 Faden tief tauchen Gaming Neue Konsolen-Challenges TV-Highlights Red Bulls TV-Fenster save the date Events zum Merken Read Bull Bernhard Aichner Magic Moment
the red bulletin
Kolesky/Nikon/Red Bull Content Pool, picturedesk.com, lcr honda, stephen frink,getty images
54 New-Metal-Media
wir Danken aLLen, Die Zur HöcHStLeiStung aufgeLaufen SinD. Den Läufern. Den SponSoren. Den HeLfern an Der Strecke. iHr wart rieSig. BiS ZuM näcHSten MaL:
03.05.2015
jetZt inforMieren: wingSforLifeworLDrun.coM
Contributors mit an Bord im Juli
THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Herausgeber und Verleger Red Bull Media House GmbH General Manager Wolfgang Winter Verlagsleitung Franz Renkin Chefredaktion Alexander Macheck, Robert Sperl
jim krantz
bernd aichneR Sein aktueller Thriller „Totenfrau“ wird gerade von Feuilleton und Publikum gelobt, obwohl die Titel heldin eine höchst aktive Serien mörderin ist. Für das Red Bulletin ließ Aichner im Text „Der letzte Zahn des Paul Glückmann“ nicht ganz so viel Blut fließen, wiewohl auch in dieser Kurzgeschichte zu spüren ist, dass der Autor gerne auf nachdrück liche Bilder setzt, die geeignet sind, sich im Hirn des Lesers festzukrallen. Das hat wohl mit Aichners zweitem Beruf zu tun: Der gebürtige Tiroler ist aus gebildeter Fotograf.
Für Jim Krantz und Assistent Ethan Sharkey war es ein echter Herzensauftrag, Marc Márquez, 21, den aktuellen MotoGP-Welt meister, zu fotografieren, sind die beiden doch selbst sportlich ambitionierte Motorradfahrer. Die Chemie zwischen dem amerikani schen Starfotografen und dem spanischen MotoGP-Dominator stimmte jedenfalls von der ersten Sekunde an: „Der Kerl ist ver rückt“, lautete die wechselseitige Einschätzung nach dem gemein samen Tag, an dessen Ende ein infizierter Krantz ein SuperbikeTraining buchte – allerdings nicht beim Weltmeister, sondern einem privaten Anbieter in den USA.
Editor-at-large Boro Petric Creative Director Erik Turek Art Director Kasimir Reimann Fotodirektion Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Werner Jessner (Leitender Redakteur), Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Mitarbeit Stefan Wagner Bullevard Georg Eckelsberger, Sophie Haslinger, Holger Potye, Clemens Stachel, Manon Steiner und das Konsorten-Kollektiv (Raffael Fritz, Marianne Minar, Martina Powell, Mara Simperler, Lukas Wagner) Lektorat Hans Fleißner, Monika Hasleder Grafik Miles English (Ltg.), Martina de Carvalho-Hutter, Silvia Druml, Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Eva Kerschbaum Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Matthias Zimmermann (App) Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Stefan Ebner (Ltg.), Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming
Der Mann mit dem gefährlichen Lächeln Brasiliens Fußballstar Neymar kam, sah und wickelte sowohl Red Bulletin-Fotograf David Clarihew als auch unseren Autor Simon Kuper um den Finger. Clarihew: „Er ist cool, sieht gut aus, war entspannt – die Hälfte des Jobs war bereits vor dem ersten Foto erledigt.“ Kuper: „Kaum ein Fußballer ist pünktlich, wenn er sich mit Leuten trifft, die nichts mit Fußball
Simon Kuper
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David Clerihew
Marketing-Grafik Julia Schweikhardt, Peter Knehtl Abo und Vertrieb Mag. Klaus Pleninger (Vertrieb), Mag. Peter Schiffer (Abo), Nicole Glaser (Vertriebsmarketing), Alexandra Ita (Abo-Marketing), Yoldas Yarar (Abo-Marketing); Abopreis 25,90 Euro, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@de.redbulletin.com Anzeigenverkauf Alfred Vrej Minassian (Koordinator AT, DE, CH), Martin Olesch (Ltg. DE); anzeigen@at.redbulletin.com Internationaler Anzeigenverkauf Patrick Stepanian Anzeigendisposition Sabrina Schneider O∞ce Management/Verlagsassistenz Manuela Geßlbauer (Assistentin der Geschäftsführung), Kristina Krizmanic
David Clarihew (knieend), Neymar: „Es machte Spaß!“
zu tun haben. Neymar schon.“ Und dann war da dieses Lächeln, das man lieben müsse, so Kolumnist („Financial Times“) und Buch autor („Football Against the Enemy“) Kuper: „Nach seinem Dribbling sicher seine gefährlichste Waffe.“ Das Interview mit Neymar hält Kuper für das beste, das dieser
je gegeben hat – und Kuper hat sich inten siv vorbereitet. Noch etwas fiel ihm auf: „Ist es nicht unfair, dass Barcelona nicht nur eine der bezau berndsten Städte der Welt ist, sondern auch einen der besten F ußballklubs besitzt? Sollte sich die Stadt nicht für das eine oder andere entscheiden?“
IT Michael Thaler Firmensitz Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise The Red Bulletin erscheint in Deutschland monatlich im Abonnement, im alternativen Vertrieb und als Eigenbeilage der Leipziger Volkszeitung. Weiters wird The Red Bulletin monatlich in folgenden Ländern vertrieben: in Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Kuwait, Mexiko, Neuseeland, Österreich, der Schweiz, Südafrika und den USA. Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com
the red bulletin
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H i en d el aen c i na , S pan i en
Freizeit vergnügen Alfredo Gómez ist einer der besten Enduro-Piloten der Welt und als solcher üblicherweise im Gelände zu Hause. Denn Enduro heißt: das Bike über Steilhänge prügeln, bis man erschöpft aus dem Sitz fällt. Dieses Bild zeigt den Spanier beim Freizeitvergnügen, er pflügt seine Husqvarna über den fl achen Dirt Track. Kann der Kerl nie abschalten? „Ich liebe einfach alles, was Benzin verbrennt.“ www.alfredogomez.com Bild: Alberto Lessmann/Red Bull Content Pool
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M elb o u rn e , Au str ali en
Schneller Russe Daniil Kvyat ist Experten zufolge eines der weltweit größten Motorsport-Talente. Beim Saisonstart in Melbourne – s einem Formel-1-Debüt – holte der Toro Rosso-Russe Platz neun. Erstes Rennen, erste WM-Punkte mit 19 Jahren und 324 Tagen, das ist neuer Rekord. Den alten hielt kein Geringerer als Sebastian Vettel. Bei Redaktionsschluss hat Daniil seinen 20. Geburtstag hinter sich und beachtliche vier WM-Punkte auf dem Konto. Ist er ein Wunderkind? „Im Motorsport gibt’s keine Wunder“, sagt er. „Nur harte Arbeit.“ www.scuderiatororosso.com Bild: Robert Cianflone/Getty Images/Red Bull Content Pool
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Algarve , P o rtu gal
Wasser-Fall Jari-Matti Latvala ist einer der schnellsten Rallye piloten der Gegenwart – genau wie sein Teamkollege, der amtierende Weltmeister Sébastien Ogier. Wer das VW-interne Duell gewinnt, hat gute Chancen auf den Sieg. Bei der Portugal-Rallye – wo dieses Foto entstand – erwischte Jari-Matti leichtes Untersteuern und überschlug sich spektakulär. „So ist Rallye“, kommentiert er gewohnt lakonisch, um gleich dar auf die Argentinien-Rallye souverän zu gewinnen. www.jmlatvala.com Bild: Richard Balint/Volkswagen Motorsport
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GIVE PEACE A CHANCE!
Lieber kicken statt töten weihnachtswunder Nach Monaten hef tiger Kämpfe im „Großen Krieg“ vereinbaren hunderte deutsche und britische Soldaten in Flandern einen privaten Waffenstill stand. Das Weihnachtsfest geht vor. Und so schießen die verfeindeten Truppen einen Nachmittag lang Tore statt Blei. Das Nie mandsland zwischen den Schützengräben wird zum Fußballplatz, Mützen werden zu Torpfosten. Die deutsche Auswahl siegt der Legende nach 3:2. Dafür spendieren die Gewinner dann auch ein Fass Bier. 16
1915
Working Woman Die Sozialistin Rosa Luxemburg sagt: Streiken statt streiten! Sie setzt sich für Arbeiterrechte und den Frieden ein – und wird wegen „Aufforderung zum Ungehorsam“ eingesperrt.
Blutbank Oswald Hope Robertson gelingt erstmals eine Transfusion mit gelagertem Blut. Ein medizinischer Durchbruch, der Millionen Menschen das Leben rettet – und ein echter Fortschritt, verglichen mit der ersten bekannten „Transfusion“ im Jahr 1492: Damals trank der im Sterben liegende Papst Innozenz VIII. das Blut dreier zehnjähriger Knaben. Das Resultat: Erst starben die Blutspender, dann der Papst.
1916
1917
NOBELPREIS Noch bevor der Krieg zu Ende ist, bekommt das Rote Kreuz für seine Verdienste den Friedensnobelpreis. Bis heute sind Lazarette und Personal mit dem roten Symbol per Völkerrecht im Krieg tabu.
the red bulletin
imperial war museum, Getty Images
1914
Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg, ein Ausbruch des globalen Wahnsinns. Wir ehren 101 Menschen und Ideen, die seither diesem Wahns inn trotzten und sich für Frieden und Menschlichkeit einsetzten. Krieg dem Krieg!
Bullevard
1914
Weihnachtswunder
1915
Rosa LuxemBurg
1916
BlutBank
1917
rotes kreuz
1922 radio Die British Broad-
casting Company (BBC) geht on air und wird zum globalen Grundpfeiler der Presse- und Redefreiheit. Menschen in Kriegs- und Krisen gebieten auf der ganzen Welt hören – oft unter Lebensgefahr – die BBC News. Hear, hear!
1918
Nelson Mandela Der spätere Über winder der Apartheid und das große Vorbild für Vergebung wird in Südafrika geboren.
1919
Suffragetten
1920
Elektromusik
1921
PEACE DOLLAR Lady Liberty schaut entspannt: Die USA prägen Friedensdollars im Art-déco-Stil.
1922
1925
Friedlicher kann t echnologischer Fortschritt nicht sein: Das Theremin, der Vor reiter des Synthe sizers, wird erfunden.
Clarence Darrow ist ein grimmiger Mann auf großer Mission: Gerechtigkeit und Liebe möchte der Anwalt aus Ohio verbreiten. Deshalb vertritt er in einem spektakulären Prozess eine Gruppe schwarzer Männer, denen völlig zu Unrecht der Mord an einem Weißen vorgeworfen wird. In seinem siebenstündigen Schlussplädoyer überzeugt Darrow die Geschworenen von der Unschuld der Angeklagten – und rettet ihnen so das Leben. Seine Mandanten werden alle freigesprochen.
BBC
1923
Hitler Raus! Anwältin Anita Augs purg und Frauenrechtlerin Lida Gustava Heymann beantragen Hitlers Ausweisung aus Deutschland wegen Volksverhetzung – erfolglos.
1924
1919
Peace Award
Sie haben die Wahl
corbis
martin udovicic
powerfrauen Ohne sie gäb’s keine Demokratie: Die Suffragetten der 1910er Jahre wollen nicht mehr in der Küche stehen, sie wollen ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machen. Dafür krempeln sie die Puffärmel hoch, streiken, demonstrieren und werfen auch so manchen Pflasterstein. Nach dem Ersten Weltkrieg tragen die Bemühungen in Nordamerika und Europa Früchte – das Frauenwahlrecht kommt. Schlusslicht: die Schweiz. Im Kanton Appenzell Innerrhoden dürfen Frauen erst seit 1990 wählen.
the red bulletin
Der von Edward W. Bok gestiftete und mit 100.000 Dollar dotierte American Peace Award wird erstmals vergeben. Das zweite Mal: 2008.
1925
clarence darrow
1926
„Pu der Bär“ Ferkel und Bär? Eule und Esel? Kaninchen und Tiger? Kein Pro blem! Alle leben sie im Wald. Denn das Wichtigste ist Freundschaft. Und Honig.
„ Ich glaube nicht an das Gesetz des Hasses. Ich mag meinen Idealen nicht immer treu sein, doch ich glaube an das Gesetz der Liebe, und ich glaube, dass man mit Hass nichts erreichen kann.“ c l a r e n c e da r row ( 18 57 — 193 8)
17
Bullevard
1927
12.000 PUPPEN
1932
sendet der USMissionar Sidney Gulick nach Japan, um Freundschaften zwischen Kindern zu knüpfen.
1928
erich maria remarque schreibt mit „Im Westen nichts Neues“ den pazifistischen Kultroman des 20. Jahrhunderts. Umsonst?
1929
Mutter Teresa kommt nach Indien. Ihre Mission: ein Leben im Dienste der Ärmsten.
1930
Mahatma Gandhi lebt Gewaltfreiheit und führt Indien in die Unabhängigkeit.
Warum Krieg? Albert
1931
KRIEG DEM KATER Und Frieden dem Magen: Alka-Seltzer ist das neue Wundermittel gegen Brummschädel und Übelkeit.
1932
Einstein und Freud
1933
Mutige Oma Die 91-jährige Julie Bonhoeffer durchschreitet eine NaziAbsperrung und kauft demonstrativ im „jüdischen“ Kaufhaus des Westens in Berlin ein. Eine große Frau!
„ Ich bin militanter Pazifist. Ich will für den Frieden kämpfen.“ a l b e rt e i n s t e i n
1934
Einstein ist der klügste Kopf der Welt, aber ein Problem kann er nicht lösen: „Gibt es einen Weg, die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien?“ Die Frage stellt er einem anderen Genie, Sigmund Freud. Der antwortet: „Ein Blick auf die Erfolglosigkeit der Bemühungen der letzten Jahrzehnte, dieses Ziel zu erreichen, lässt jeden deutlich fühlen, dass mächtige psychologische Kräfte am Werke sind, die diese Bemühungen paralysieren.“ Heißt übersetzt? Die Menschen lieben es dummerweise, Dinge kaputtzumachen.
Mutter mit totem Sohn
treffen einander zum ersten Mal: Bleibt trocken und redet darüber!
1936
PHANTOM rettet als erster Strumpfhosen-ComicSuperheld die Welt.
1937
GUERNICA
GUERNICA
Deutsche Bomber zerstören im Spanischen Bürgerkrieg die baskische Stadt Gernika. Pablo Picasso bannt die Ruinen und Leiden in seinem berühmten Gemälde auf Leinwand und verfügt, das Bild soll der künftigen spanischen Republik gehören. Das Geschenk wird erst 44 Jahre später, nach Ende der faschistischen FrancoDiktatur, übergeben. Picasso ist da schon acht Jahre tot.
dietmar kainrath
1935
ANONYME ALKOHOLIKER
1937
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Die deutsche Bildhauerin Käthe Kollwitz verewigt den Schmerz von Millionen Frauen in Stein.
VON DER RENNSTRECKE AUF DIE STRASSE.
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Bullevard
1939
1938
Das Revue-Girl der Résistance josephine baker Ein Mädchen aus Mis souri tanzt sich in skandalösen Revuen zuerst in die Herzen des Pariser Publikums und bezaubert dann ganz Europa. Als die Nazis 1940 Frankreich besetzen, will sie „nicht mehr singen“. Stattdessen arbeitet sie für die Résistance, bezirzt Offiziere, um ihnen Informationen herauszulocken, und schmuggelt geheime Dokumente über die Grenzen. Nach dem Krieg ist vor dem Krieg: Baker unterstützt nun die afro amerikanische Bürgerrechtsbewegung.
Was ist der größere Skandal: nackte Frauen auf der Bühne – oder Männer in Uniform? Josephine Baker kennt die Antwort.
NEIN sagen!
194 5
G rü n du n g d e r V e reinten Nat i o n e n
„Den Frieden auf der Welt dauerhaft zu sichern“, lautet die Mission der interna tionalen Organisation mit 51 Gründungsmitgliedern (heute: 193). Auch wenn nicht alle ihre Aktionen erfolgreich sind: Ambitionierter kann man einen Auftrag wohl nicht formulieren.
„Dieser Zug fährt in die Hölle“, soll der fromme Franz Jägerstätter im Traum gehört haben, weshalb er als Einziger in seinem Heimatdorf gegen den Anschluss Österreichs an NaziDeutschland stimmt.
1939
Josephine baker
1940
SPORT ALS PROTEST Als Norwegen von Hitler besetzt wird, radelt der Marine offizier Olaf Kullmann protestierend durch das ganze Land.
1941
Mutter Courage zieht in Bertolt Brechts Theaterstück durch den Dreißig jährigen Krieg.
1942
anne Frank bekommt zum 13. Geburtstag ein rot-weiß kariertes Notizbuch geschenkt. Eigentlich als Poesiealbum gedacht, verwendet sie es als Tagebuch und schreibt darin statt über die erste Liebe über den Krieg. Anne stirbt 1945 im KZ.
1943
Ehrensache Der albanische Ehrenkodex Besa rettet nahezu allen Juden des Landes das Leben. Besa besagt: In Zeiten der Not muss jeder die Verantwortung für das Leben anderer übernehmen.
1944
Der deutsche Indus trielle Oskar Schindler listet für die NaziBürokratie alle Mitarbeiter auf, die für den Betrieb seiner Muni tionsfabrik unersetzbar sind – und rettet so 1098 Juden das Leben. Ein Gerechter unter den Völkern.
1945
Vereinte Nationen
20
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Lebensliste
Introducing
NYJAH VULC
T O TA L IM PA C T P R O T E C T I O N & E N H A N C E D B O A R D - F E E L . T W O F E AT U R E S N O T U S U A L LY F O U N D I N T H E S A M E S H O E – U N T IL N O W
Bullevard
1946
VOLL BRIGHT
1958
EIN ZEICHEN Gerald Holtom soll für die „Campaign for Nuclear Disarmament“ ein Logo entwerfen. Dafür wählt er zwei Buchstaben aus dem Winkeralphabet: N und D für N(uclear) D(isarmament). Bei den Matrosen sehen diese Zeichen halt etwas ungewöhnlich aus: nämlich wie ein „I“ und ein verkehrtes „V“. Übereinandergelegt in einem Kreis bilden sie das Peace Sign.
Das Fulbright-Stipendium lässt Studenten die Welt entdecken. Ein Projekt für die Völkerverständigung.
1947
Gegen Genozid Raphael Lemkin prägt den juristischen Begriff des Genozids und schafft damit die Grundlage der Verhütung und Bestrafung von Völkermord.
1948
Friedenstruppen Die junge UNO entsendet erstmals Peacekeeper – nach Israel und Palästina.
1949
Friedenstaube
1950
HELGOLAND
1951
Recht auf Flucht Die UNO regelt den humanitären Umgang mit Flüchtlingen.
1952 „MAD“
Satire und Kritik des US-Magazins inspirieren Studentenbewegungen in aller Welt.
„ Es dauert sehr lange, bis man jung wird.“ pa b l o p i c a s s o
( 1881 — 1 973)
1953
IMRE NAGY
1954
ALBERT SCHWEITZER
1955
ROSA PARKS
1956
NIKITA CHRUSCHTSCHOW Leitet die Ent stalinisierung der Sowjetunion ein.
1957
SPUTNIK 1
1958
PEACE-ZEICHEN
Das Genie Für Frieden pablo picasso erfindet das Symbol nicht neu – denn schon in der Bibel steht die weiße Taube mit Olivenzweig im Schnabel für Frieden. Doch der Maler aus Málaga ist es, der den Vogel zum Wappentier der modernen Friedensbewegung macht. Als er gebeten wird, für den Pariser Weltfriedenskongress ein Plakat zu entwerfen, setzt Picasso die weiße Taube ins Zentrum des Sujets. Vielleicht hat er sich aber auch bloß von seinem Vater inspirieren lassen, der in Pablos Kindheit am liebsten Bilder von Vögeln malte – fürs heimische Esszimmer.
sputnik 1 wird vom heu-
tigen Kasachstan aus in den Weltraum geschossen. Mit dem sowjetischen „Weggefährten“ beginnt das Zeitalter der Raumfahrt. Und es eröffnet sich ein neuer Blick auf die Erde: Denn bald reift die Erkenntnis, dass unser Planet kleiner und schützens werter ist, als wir immer angenommen haben.
1955
warnt vor den Gefahren des atomaren Wettrüstens.
1949
setzt sich im kommunistischen Ungarn für Neutralität und Demokratie ein.
1957
rosa parks, eine afroamerikanische Sekretärin aus Alabama, weigert sich, im Bus ihren Sitzplatz einem weißen Fahrgast zu überlassen – der Beginn der afro amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den USA.
picturedesk.com(2)
Zwei Studenten bewahren die Nordseeinsel vor militärischer Nutzung.
Bullevard
„Trotz der Schwierigkeiten von heute und morgen habe ich einen Traum ...“ m a rt i n lu t h e r k i n g
1959
EisIGER FRIEDEN IM KALTEN KRIEG Zwölf Staaten, dar unter die Sowjetunion und die USA, einigen sich darauf, dass die unbewohnte Antarktis ausschließlich fried lich und zur wissen schaftlichen For schung genutzt werden soll.
1960
IMRE KERTÉSZ
1961 AMNESTY INTERNATIONAL
1962
DAS TELEGRAMM
Getty Images
Der britische Philo soph Bertrand Russell meldet sich mit Tele grammen an Kennedy und Chruschtschow in der Kuba-Krise zu Wort. Er warnt vor den Folgen des drohenden Atomkriegs – und findet Gehör.
1963
MARTIN LUTHER KING
1963 Ich habe einen Traum hunderttausende Menschen versam meln sich vor dem Lincoln Memorial in Washington, D. C., als der Bürgerrechtler Martin Luther King seine Rede über Gleichheit und gegen Rassismus hält. Eigentlich hatten ihm seine Berater die Passage „I have a dream …“ schon raus gestrichen, King improvisiert den Satz jedoch wieder hinzu und geht damit in die Geschichte ein.
1960
Buch des Schicksals Das ungarische Re gime übt politischen Druck auf ihn aus, doch der ungarische Autor Imre Kertész schreibt weiter. An seinem „Roman eines Schicksallosen“ – einem der bedeu tendsten Werke über den Holocaust – wird er 13 Jahre lang schreiben.
Zwei Studenten stoßen in Lissabon auf die Freiheit an und werden deshalb festgenommen. Diese krasse Ungerechtigkeit soll der Anlass für die Gründung von Amnesty International gewesen sein. Ob das nun stimmt oder nicht: Die Organisation kämpft fort an für politische Gefangene in aller Welt – nicht nur für Studenten.
1961 23
Bullevard
1964
„Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“. Der verrückte US- General Jack D. Ripper versucht einen Atomkrieg anzuzetteln, den keine der beiden Seiten überleben würde. Stanley Kubrick führt in seinem satirischen Kultfilm den Unsinn des Wettrüstens vor.
1965
Flower-Power Der Slogan der Antikriegsbewegung fiel dem US-Poeten Allen Ginsberg vermutlich während eines LSDTrips ein. Oder war’s doch Marihuana?
1966
Stimme des Friedens Abie Nathan fliegt mit der „Shalom 1“ von Israel nach Ägypten, um Friedensgespräche zu erwirken. 1973 gründet er ein israelischpalästinensisches Piratenradio an Bord des „Peace Ship“.
1967
Gänseblümchen Jane Rose Kasmir hält bei einer Demo vor dem Pentagon ein Gänseblümchen vor die Bajonette der Soldaten und wird zur Ikone der Anti-Vietnamkriegs-Bewegung.
1968
Black Power Die 200-m-Sprinter Tommie Smith und John Carlos strecken bei der olympischen Siegerehrung in Mexico City die Faust empor aus Protest gegen den US-Rassismus.
1969 Bed in
1970
Óscar Romero Unermüdlich kämpft der Geistliche gegen Armut und kriminelle Banden in El Salvador.
1971
greenpeace Tierschützer aus Vancouver ziehen mit Schlauchboot und Videokamera gegen Walfänger.
1969
Frieden im bett So verbringen John Lennon und s eine große Liebe Yoko Ono ihre Flitterwochen. In der Präsidentensuite des Amsterdamer Hilton Hotels empfangen sie eine Woche lang Journalisten, um den Weltfrieden zu promoten. Die Pressemeute erwartet einen großen Skandal – doch das Pärchen bleibt züchtig. Sie sitzen einfach da zwischen Polstern und Postern. „Wie Engel“, soll John Lennon gesagt haben.
AFP/picturedesk.com
Bullevard
the red bulletin
25
1972
Napalm-Mädchen Nick Úts Foto flüchtender Kinder ist der Anfang vom Ende des Vietnamkrieges.
1973
Aloha from Hawaii Über eine Milliarde Menschen sehen ein Elvis-Presley-Konzert, das als erstes live via Sat übertragen wird.
1974
Gib endlich Frieden! Muhammad Ali gegen George Foreman – und für Menschenrechte
1974
Rumble in the Jungle
1975
FREUNDE im All
1976
community of peace people ist Nordirlands erste Friedensbewegung, die von Katholiken und Protestanten getragen wird.
1977
MUTIGE GROSSMÜTTER In Argentinien wollen die Abuelas de Plaza de Mayo wissen, was mit ihren Enkeln passiert ist, die während der Militärdiktatur verschleppt wurden.
1978
bob marley versöhnt on stage verfeindete jamaikanische Politiker beim One Love PeaceKonzert in Kingston.
1979
„Apocalypse now“ kommt ins Kino.
rumble in the jungle Muhammad Ali und George Foreman schlagen sich die Nasen blutig – und das soll Frieden sein? Nicht unmittelbar im Ring, aber auf der ganzen Welt: Der legendäre Kampf in Kinshasa, Zaïre (der heutigen Demokratischen Republik Kongo), hebt das Selbstwertgefühl eines ganzen Kontinents. Noch nie hatte ein solches Mega-Sportereignis mit angehängtem Großkonzert in Afrika stattgefunden. Es gewinnt Muhammad Ali, der Kriegsdienstverweigerer. 26
1975
Star Peace
In 230 Kilometer Höhe herrscht in den 1970ern höchstens George Lucas’ „Krieg der Sterne“. Im echten Leben kuschelt der Kosmonaut Alexei Leonow schwerelos mit dem Astronauten Deke Slayton (li.). Die Apollo-Sojus-Mission ist das erste russischamerikanische Weltraummeeting – zehn Jahre vor Perestroika. the red bulletin
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bob geldof
1980 Ein Baum
Jadav Payeng pflanzt einen Baum am öden Ufer des Brahma putra in Indien, heute stehen dort über fünf Millionen Bäume.
1981 ein Zelt
William Thomas schlägt aus Protest gegen Atomwaffen vor dem Weißen Haus sein Zelt auf. Er wird 27 Jahre bleiben.
1986
„Give us as much money as we know you have.“
brennstoff Hexenverbrennungen sind so „1586“ – und helfen wirklich niemandem. Vierhundert Jahre später brennt am Baker Beach in San Francisco zum ersten Mal die namensgebende Holzskulptur des BurningMan-Festivals. Mittlerweile treffen sich die Pyromanen in der Black-Rock-Wüste, Nevada, und huldigen ihren zehn Geboten: radikale Inklusion, Beschenken, Dekommodifizierung, radikale Selbstverantwortung, radikale Selbstverwirklichung, gemeinschaftliche Bemühungen, bürgerliche Verantwortung, keine Spuren hinterlassen, Teilnahme und Unmittelbarkeit. Kurz gesagt: Peace!
1982
Ein Brief Samantha Smith, 10, schreibt einen Brief an Juri Andropow, KPdSU-Generalsekre tär. Der antwortet ihr. Samantha erkennt: „Die sind ja wie wir!“
1983
Muhammad yunus gründet die Grameen Bank. Sie vergibt Mikrokredite an die Ärmsten der Armen.
1984
Ein T-Shirt Designerin Katharine Hamnett mogelt sich zu einem Shakehands mit Margaret Thatcher – angetan mit einem großen „58 % don’t want Pershing“-T-Shirt gegen Atomraketen.
1985
live-aid-konzert
1986
28
1985
The Youngbloods „Get Together“
Queen „One Vision“
1987
„Come on people now. Smile on your brother. Everybody get together. Try to love one another. Right now! “
„No hate no fight Just excitation! All through the night It’s celebration. Wowowowo yeah.“
In Kanada protes tieren die Raging Grannies gegen das atomare Wettrüsten.
1988
„Die letzten Glühwürmchen“ Einer der stärksten Antikriegsfilme (Zeichentrick aus Japan) kommt ins Kino.
1989
BERLINER MAUER David Hasselhoff singt vor 100.000 Berlinern „Looking for Freedom“. Und die Mauer bricht zusammen. So erzählt es zumindest The Hoff.
1971
2003
Cat Stevens „Peace Train“
Michael Franti „Bomb the World“
„Everyone jump upon the peace train Come on, come on, come on. Yes, come on the peace train. Yes, it’s a peace train.“
„We can chase down all our enemies, bring them to their knees. We can bomb the world to pieces. But we can’t bomb it into peace.“
the red bulletin
getty images(3), corbis, Reuters
1985
klingelbeutel Wenn Queen, Elton John, Madonna, Tina Turner und Bryan Adams gemeinsam gratis ein Konzert geben, hat wohl Bob Geldof wieder mal eine Rundmail geschickt (pardon, 1985 nannte man das noch Kettenbrief). Für die Bekämpfung des Hungers in Äthiopien (und ein bisschen Publicity) tun sich sogar Led Zeppelin, The Who und Black Sabbath wieder zusammen. Über 1,5 Milliarden Menschen schauen zu – und spenden (umgerechnet) über 100 Millionen Euro für Live Aid.
1967
burning-man-festival Wütende Omas
Wir singen, lasst was springen
beste Peace-Songs der Pop-Geschichte
Design und Technologie in Perfektion.
EQW-A1200DB-1AER • SMART ACCESS Technologie • Funksignalempfang • Solarbetrieb • Stoppuhr • Weltzeit • Alarm • Massives Edelstahlarmband • Wasserdicht bis 10 Bar
EDIFICE – getragen vom vierfachen Weltmeisterteam Infiniti Red Bull Racing.
edifice.de
Bullevard
1990
erfindet das World Wide Web. Dank ihm können wir heute Liebesbotschaften als Hyperlink twittern.
1991
Bruderkuss
1992
cellist von sarajevo
1993
Wiktor Popkow
1991
Abschiedskuss für Kommunisten polit-erotische kunst Leonid Breschnew und Erich Honecker haben sicherlich viel Zeit miteinander verbracht. Dieser Kuss war jedoch keine Liebesbekundung, sondern politisches Statement zweier kommunistischer Politbonzen: Der Bruderkuss sollte für Solidarität und Gleichheit stehen. 1991 zeigt sich die UdSSR endlich mit der DDR solidarisch und vertschüsst sich aus der Weltgeschichte. Und auf der Berliner Mauer, als Teil der East Side Gallery, malt der Moskauer Künstler Dmitri Wrubel sein berühmtestes Bild – ein Abschiedsbussi.
1992
In den Ruinen sarajevos sitzt
tim Berners-Lee
edran Smajlovic´ und spielt auf V seinem Cello das Adagio in g‑Moll von Remo Giazotto, während die Stadt von bosnisch-serbischen Truppen umzingelt ist und heftig beschossen wird. Es wird tausende Tote geben. 22 Zivilisten, die um Brot anstehen, zählen zu den ersten Opfern. Für sie gibt der Cellist an 22 aufeinanderfolgen den Tagen 22 Solokonzerte – exakt am Ort und zum Zeitpunkt des verhängnisvollen Granatein schlags, jedes Mal im Frack und stets unter eigener Lebensgefahr.
Der russische Pazifist liefert Lebensmittel in von Russen belagerte Städte Georgiens.
1994
Sex Bomb
1995
Peace Villages schaffen gewaltfreie Zonen in krisen gebeutelten Regionen Lateinamerikas.
1996
Wunschzettel Yoko Ono bittet Fans, Wünsche auf Papier blättern auf den Wish Trees in ihren Ausstel lungen zu befestigen.
„ Ich bin ein Teil dieser Stadt. Ich tue, was ich kann.“ v e d r a n s m a j l ov i c ´ ( i m b i l d i n s a r a j e vo s z e r b o m b t e r n at i o n a l b i b l i o t h e k )
die SexBombe Sex-Hormone
Musik
Körperduft
Drogen
30
1994
Liebe
the red bulletin
action press, Mikhail Evstafiev
tom mackinger
Love Kills Das US-Pentagon entwickelt das Konzept dieser neuartigen „Waffe“: der Sex Bomb – produziert sie aber (leider?) nie. Aphrodisiaka sollen den Gegner in sexuelle Ekstase bringen und ihn ganz ohne Waffengewalt außer Gefecht setzen. Auch in die Schublade verbannt: die MundgeruchsBombe.
Bullevard
1997
„ Hört auf, euch zu beschweren. Wenn ihr etwas nicht mögt, ändert es.“ ta r a s t i l e s
Bücher-esel Luis Soriano reitet mit seinen Eseln durch entlegene Dörfer Kolumbiens und verleiht von ihren Rücken aus Bücher (Biblioburro). Von 70 Titeln wuchs seine Bibliothek in den folgenden Jahren auf über 4500 an.
1998 viagra
1999
Anna Politkowskaja Die russische Journalistin beginnt ihre Kreml-kritischen Kolumnen über die Schrecken des Tsche tschenien-Kriegs. Sieben Jahre fällt sie einem Schussattentat zum Opfer.
2000 Peng!
2001
Radtour um die WElt
2002
sports united bringt Amerikaner ins Ausland und Jugendliche aus aller Welt in die USA, um gemeinsam Sport zu treiben. Soll internationalen Dialog und Zusammenarbeit fördern.
2004 2001
1998
Geile Pille
CARLOS SERRAO
Bei der Suche nach einem Mittel gegen Bluthochdruck wird ausgerechnet ein Wirkstoff entdeckt, der an einer ganz speziellen Stelle Hochdruck auslöst. Fortan sorgt Viagra für Bettfrieden.
Friedenscrashkurs
2000 PENG!
Die britische Royal Navy befiehlt ihren Soldaten, keine scharfe Munition mehr zu verwenden. Statt dessen sollen sie nur „Peng!“ rufen. Leider gilt das nur während des Trainings. Und nur für neue Rekruten.
Der Koreaner Okhwan Yoon macht sich auf den Weg. Er radelt zehn Jahre lang um die Welt, um Nord- und Südkorea zu versöhnen. Bereiste Länder: 192. Autounfälle: 6.
yoga: Für den inneren Frieden „Sonnengruß“ und „ruhender Berg“. Yoga sorgt seit Jahrtausenden für Harmonie von Körper und Geist. Die verschiedenen YogaStellungen hat aber erst Bellur Krishnamachar Sundararaja Iyengar (*1918) systematisiert. So wurde Yoga im Westen populär. Vom „Time“-Magazin wurde der Guru dafür sogar unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt. Eine Ehre, die Yoga-Starlet Tara Stiles (o.) wohl nie zuteil werden wird. Dafür, finden wir, sieht sie weit besser aus als der alte Guru.
2003
Peace Race Tegla Loroupe gewinnt als erste Afrikanerin den New York City Marathon. In ihrer Heimt Kenia organisiert sie ein alljähr liches „Peace Race“: Politiker und Soldaten aus ganz Ostafrika laufen gemeinsam, statt einander zu bekriegen.
2004 Yoga
2005
Fussball-Friede Als die Elfenbeinküste sich für die FußballWM in Deutschland qualifiziert, bittet Didier Drogba die Bürgerkriegsparteien seines Landes via TV: „Legt die Waffen nieder!“ Und es passiert.
2006
grenzöffnung Nach 44 Jahren wird der Grenzübergang zwischen Indien und China am Nathu-LaPass wieder geöffnet.
2007
Skateistan
2008
fussball-diplomatie Der armenische Präsident Sersch Sargsjan und der türkische Präsident Abdullah Gül schauen gemeinsam das WMQualifikationsspiel ihrer beiden Länder im TV. Hoffnung auf eine Versöhnung nach dem osmanischen Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg.
2009
KRIEGERISCHE KLÄNGE Das britische Post War Orchestra macht aus alten Waffen Musikinstrumente. Aus Schädlingen werden Nützlinge.
2010
Doppelt gut spielen der Inder Rohan Bopanna und der Pakistani Aisamul-Haq Qureshi und zeigen, dass Sport politische Differenzen überbrücken kann. Die beiden erreichen das Doppelfinale bei den US Open.
2011
Tomo Križnar
2012
Brown Moses
2013
2014
PEACE EVENT SARAJEVO 100 Jahre nach dem Attentat von Sarajevo, das den Ersten Weltkrieg auslöste: In Bosniens Hauptstadt treffen sich tausende Jugendliche, Aktivisten und Friedens forscher aus aller Welt – zum Informieren, zum Diskutieren und zum Feiern. Za mir u svijetu! Für Frieden auf der Welt!
2007
Ein Ollie in Afghanistan oliver percovich reist 2007 zum ersten Mal aus seiner Heimat Australien ins kriegsgebeutelte Kabul. Mit drei Skateboards im Gepäck. Es dauert nicht lange, und die Bretter entfalten ihre Magie: Die Kids fahren drauf ab, soziale Grenzen verschwinden, Glück erhellt den Alltag. Ollie hat eine Idee, und er nennt sie „Skateistan“. Er gibt Lehrgänge, organisiert den Bau einer SkateHalle. Bald sieht man seine jungen Freestyle-Schüler überall in der Stadt. Fast die Hälfte davon sind übrigens Mädchen.
Skateistan
Kid President
Bullevard
Frieden auf Knopfdruck
Sind soziale Medien dein Revier?
Das Internet hat den Peace-Aktivismus entdeckt: Wofür setzt du dich ein? Welcher Pazifismus-Typ bist du? Ein Peace-Test. NEIN
2011
Katzenvideos Wer stundenlang der Nyan Cat zuschaut, kann nicht an Böses denken.
J
J
J
Brown Moses analysiert Waffen aus dem syrischen Bürgerkrieg – anhand von You Tube-Videos.
N
#royalbaby war 2013 einer der häufigsten Hashtags. Bringt gar Knuddel-George den Weltfrieden?
2013
you tube, Getty Images, shutterstock(2)
N
Peace PartYs gibt es überall auf der Welt, nicht nur in Sarajevo. Tanz mit Freunden. Setze dein persönliches Zeichen für eine bessere Welt. Oder stoße ganz einfach nur auf den Frieden an.
2014
J
J Schreibst du gerne in Nullen und Einsen?
J N
N
kid president hält Motivations reden auf YouTube. Danach glaubst du an das Gute im Menschen.
Schnurrst du, wenn dir was gefällt?
N
J Sitzt du am liebsten vor dem Computer?
N
Gehst du gerne feiern?
N
Tomo Križnar bringt Kameras zu den Nuba in den Südsudan. Sie sollen Kriegs verbrechen filmen.
Legst du dich gerne mit Politikern und Konzernen an?
J
2 0 14
Motivierst du dich selbst vorm Spiegel?
N
Kennst du dich mit Waffen aus?
Schaust du gerne Videos auf YouTube?
n
2011
2012
KONY 2012 wollte gleich ganz Afrika retten. Die naive Mega-Kampagne wurde mega kritisiert und verpuffte.
j
Teilst du Inhalte, ohne nachzudenken?
2012
N
N
2013
JA
j
j
anonymous hacken für mehr Freiheit, mehr Unabhängigkeit und mehr großspurige Sprüche im Netz.
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extrem re is e n
into the wild
Paragleiten vor Riesen-Wasserf채llen, Klettern in einer gl체henden Wand, Wildwasser-Kajakfahren 체ber Ruinen. Hier verraten Extremsportler die Playgrounds, von denen sogar sie tr채umen.
eric parker
T e x t: A r e k P i at e k
34
Die zweistufigen ToketeeWasserfälle im US-Bundesstaat Oregon – 36 Meter hoch, abgeschieden, anspruchsvoll, gefährlich – ziehen Extrem-Kajakfahrer unwiderstehlich an. Fred Norquist (USA) nahm einiges auf sich, seilte sein Kajak und sich ab, um zu den Fällen zu gelangen. „Die Belohnung rechtfertigte alle Strapazen: ein grandio ser Ausblick und am Ende ein 20-Meter-Freifall im tosenden Wasser. Herrlich!“
höheren Wellen
als hier. Zu Atem Kommen?
Keine Chance.“
eric parker, John Rathwell/Red Bull Content Pool
„Ich kenne keine
W il dwasserkajak
Ottawa River · Kanada Faszinierend und gefährlich: die Deschênes-Stromschnellen des Ottawa River kurz vor Kanadas Metropole Ottawa. „The Ruins“, die Ruinen eines Staudamms aus dem 19. Jahrhundert, verwandeln die Stromschnellen in ein Kajak-Paradies aus Strudeln und Wellen. Vor allem wenn der Fluss im Frühjahr Hochwasser führt, gibt es für WildwasserFreaks keinen besseren Platz.
Das sagt der Pro Dane Jackson Regierender Freestyle-KajakWeltmeister Vor zehn Jahren wollte die Stadt den verfallenen Damm wieder aufbauen. Zum Glück haben sie es nicht getan. Die Ruinen werfen extreme Wellen auf, die größten, die ich kenne. Das bedeutet: enorme Airtime bei Sprüngen – du kannst also Tricks performen wie nirgendwo sonst. Dazu ist der Fluss verdammt schnell, stark und konstant. Du musst nie auf eine Welle warten. Oder anders gesagt: Du kommst nie zu Atem. Ein Paradies!
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Johannes Mair/Red Bull Content Pool, Elias Holzknecht
„Der rote Sandstein
wird in der Sonne Brennheiss,
doch für dieses Klettergefühl nimmst du das gern in Kauf.“
Spo rt k l et t ern
Badami · Indien Etwa 150 Kilometer südöstlich des bekannten indischen Boulder-Spots Hampi liegt die Kleinstadt Badami – ein Geheimtipp für Sportkletterer. Herrlich zu kletternder Sandstein, viele unberührte Routen. Dass Badami touristisch kaum erschlossen ist, hat den Vorteil der freien Routenwahl und des erfrischenden Abenteuer-Feelings. Und den Nachteil, sagen wir, authentisch indischer Infrastruktur und Hygienestandards.
Das sagt der Pro Kilian Fischhuber Sportkletterer & Boulderer der absoluten Weltklasse Ein Sandsteinparadies. Du kannst aus einem genial großen Angebot anspruchsvoller, unberührter Routen wählen. Das Allerbeste ist die Felsqualität: Der kompakte Sandstein hat nur angenehme Gri≠flächen ohne scharfe Kanten oder Risse. Ein echter Luxus, selbst wenn der Fels bei Hitze so sehr aufheizt, dass Freiklettern in diesem Schwierigkeitsgrad unmöglich wäre. Apropos: aufpassen auf die Affen hier! Sie sind wieselflink und überzeugte Kleptomanen. Egal ob Essen, Rucksack oder Feuerzeug. Niemals deinen Kram aus den Augen lassen!
39
Surfen
Tahiti · FranzösischPolynesien Gesurft wird auf Tahiti seit den 1960er Jahren. Besonders von Mai bis September herr schen konstant gute Bedingun gen. Da erzeugt der Wind in den sogenannten „Roaring Forties“, also rund um den 40. Breiten grad, permanent Wellen, die vor Tahitis Küste brechen.
Das sagt der Pro Michel Bourez Frankreichs TopSurf-Pro, Sieger des Margaret River Pro 2014
„Zum
ersten Mal
auf Teahupoo? warte besser auf die harmlosesten Bedingungen.“ 40
Ben Thouard/red bull content pool, alex laurel/red bull content pool
Auf Tahiti findet das Leben im Wasser statt. Und wir haben mit Teahupoo einen der berüchtigtsten Surfspots der Welt: Seine kraftvollen Wellen und das knapp unter der Wasserober fläche liegende Riff sind eine gefährliche Kombination und jagen auch Top-Surfern Angst ein. Mein Tipp für deinen ersten Teahupoo-Surf-Trip: Warte auf die harmlosesten Bedingungen! Am besten paddelst du bei Ebbe raus, so zwischen fünf und neun Uhr früh. Optimal wären noch Wellen von Südwest, Nordwind und klares Wasser. Viel Glück!
Fallschirmspringen
Eloy (Arizona) · USA „Skydive Arizona“ nennt sich das größte Skydive-Areal der USA, und das Städtchen Eloy mitten in Arizonas Wüste ist sein Zentrum. Die Bedingungen an dieser Pilgerstätte für unzählige Skydiving-Clubs aus aller Welt sind phantastisch: ganzjährig mildes Klima, kaum Regen, Wind und Wolken, atemberaubende Fernsicht.
Das sagt der Pro
michael clark,/red bull content pool(2), Dimitrios Kontzias/Red Bull Illume
Jon DeVore 17.000 Ab sprünge, 500 BASE-Jumps, Leader der„Red Bull Air Force“ Ein echtes Paradies für uns Sky diver. Ein riesiges Gebiet, perfekt isoliert mitten in der Wüste – also garantiert kein Stress mit Anrai nern –, Himmel, so weit das Auge reicht, über die Wüste und Berge kannst du im Freifall sogar nach Mexiko hinübersehen. Ein unver gessliches Erlebnis: Sprünge bei Sonnenuntergang. Herrlich, wenn sich in der Wüste Sand, Felsen und Kakteen in orangenes Licht hüllen, während du mit 300 Sachen kopf über auf die Erde zurast.
coverfoto Extratipp BASE-JumpHotspot: Nava gio-Strand, Za kynthos (GRE). Sonne, Meer und 200 Meter hohe Klippen.
„Mit 300 km/h
Richtung Erde – und den Sonnenuntergang geniessen.“
Victoria Falls · Sambia/Simbabwe Die Victoria Falls im Grenz gebiet von Simbabwe und Sam bia sind Afrikas größte Was serfälle: Auf fast 1700 Meter Breite stürzt der Sambesi über 100 Meter tief in eine kleine Schlucht. Den dabei entstehenden 300 Meter hohen Sprüh nebel nennen Einheimische „Mosi-oa-Tuny“ („donnernder Rauch“). Wer die Falls von oben sehen will, muss einen hiesigen Helikopter mit Pilot buchen. Andere Arten des Sightseeings aus der Luft sind verboten.
42
Das sagt der Pro Thomas de Dorlodot Paragleit-Star, längster Flug: 225 km in acht Stunden Um fünf Uhr früh flogen wir mit Motorschirmen los, bei Sonnenaufgang, knapp über den Bäumen. Der Plan: ein – nicht ganz legaler – Rundflug über die Victoria Falls, bevor die ersten SightseeingHubschrauber kommen. Denn dann wird’s gefährlich: TouristenHelis in der Luft, Militär, das Para gleiter hier gar nicht gern sieht, und keine Lande-Option, falls der Motor Probleme hat. Aber alles ging gut, das Erlebnis war atem beraubend: unglaubliche Regenbögen im Nebel, das gewaltige Tosen des Wassers. Angesichts des weltgrößten Wasservorhangs fühlten wir uns wie Livingstone, der 1855 die Falls als Erster sah.
Thomas de Dorlodot/Red Bull Content Pool, Vitek Ludvik/Red Bull Content Pool
Pa rag l eit en
„Das Erlebnis war
atemberaubend.
Regenbögen im Nebel, gewaltig tosendes Wasser.
Unvergesslich!“
„Jeder Eispickelschlag ging durch
Mark und Bein. Das Eis
schrie richtig.“
Eisb e rg kl et t e rn
Labrador · Kanada
Will Gadd Einer der erfahrensten und besten Eiskletterer der Welt Wer in Makkovik Eisberg klet tern will, muss zunächst Locals überzeugen, einen per Boot zum Eisberg zu bringen. Nicht einfach, denn die Leute halten dich für ver rückt, wenn du sagst, was du vor hast. Der Eisberg rollt ständig und kann dabei brechen, was ihn ex trem gefährlich macht: Jeder Eis pickelschlag fuhr mir bis in die Zehen. Das Eis schrie! Bei jedem Einschlag glaubte ich, der Teil, an dem ich hing, würde abbrechen und mich in die Tiefe reißen. Als ich wieder im Boot saß, wusste ich: Das Klettern war ein unglaub liches Erlebnis, aber ich werd’s nie – niemals! – wiederholen.
Christian Pondella/red bull content pool
Nur 400 Einwohner zählt das Nest Makkovik an Kanadas Nordküste. Jahres-Durchschnittstemperatur: null Grad Celsius. Das heißt: Selbst im Hochsommer ziehen zahlreiche Eisberge an der Küste vorbei. Eine Besonderheit der weißen Kolosse: Die enormen Tempe raturunterschiede zwischen Kern und Oberfläche setzen sie unter derart große Spannung, dass der Eisberg jederzeit explodieren und in zahllose Teile zerbrechen kann.
Das sagt der Pro
45
Lukas Podolski
Der Scharfschütze
Der Kölner Teamstürmer über seine Lehrjahre als Straßenkicker, den Kampf gegen Kinderarmut, gebrochene Torhüter-Hände und seine Liebe zum Elfmeter.
the red bulletin: Im Anfang März er schienenen Buch über Ihren Weg vom Straßenfußballer zum Nationalspieler schreiben Sie, dass Sie als Junge mit Ihrem wuchtigen Schuss drei Tor hütern die Hand gebrochen haben … lukas podolski: … och, am Bolzplatz in Bergheim (bei Köln; Anm.) standen ja keine Profis im Tor. Die haben bei der Abwehr oft die Hand falsch hingehalten. Trotzdem: Wie kriegt man so einen Hammer? Mein linker Fuß war immer schon stark. Als ich kleiner war, habe ich gemeinsam mit meinem Vater trainiert oder allein Bälle gegen Betonwände geknallt, stundenlang, nur mit links. Ich bin eben dran geblieben – auch bei der Schusstechnik. Gab’s Ärger wegen der gebrochenen Hände? Nein. Aber wenn ich mit dem Ball unterm Arm am Platz auftauchte, wollte niemand mehr ins Tor. Von welcher Straßenkicker-Tugend profitieren Sie heute noch, als Profi? Man lernt auf dem Bolzplatz, dass man nie aufgibt. Und dass man sich behauptet. Ich bin in einer Hochhaussiedlung auf gewachsen. Ich kam aus Polen und war der einzige blonde Junge unter Türken, Tunesiern und Marokkanern. Bei uns ging es zur Sache. Trotzdem hatten wir Spaß. Wir kannten keine Vorurteile. Einige der Bolzplatz-Jungs sind heute enge Freunde. Als Nachwuchskicker sammelten Sie Pfandbecher, um Ihr Taschengeld auf zubessern. Heute stürmen Sie für den FC Arsenal, Ihr Marktwert beträgt 23 Millionen Euro. Komisches Gefühl? Das ist eine Summe, die irgendjemand geschätzt hat. Die bedeutet nichts. Ein hoher Marktwert macht dich nicht zu einem besseren Menschen. 46
Wie man hört, fahren Sie in London gelegentlich auch mal Bus? Klar, wozu sind Busse denn da? Nun, Sie könnten auf Fans gegnerischer Mannschaften treffen. Die Rivalität unter den Londoner Vereinen ist sehr ausgeprägt. Die Medien dramatisieren das oft: „Der Podolski fährt Bus!“; „Der Podolski stellt sich in die Fan-Kurve!“ Für mich sind das normale Sachen. Die Medien schreiben aber auch: „Der Podolski hilft Kindern aus sozial schwachen Familien.“ Wie sieht das aus, wenn der Podolski mit seiner 2010 gegründeten Stiftung hilft?
„Das ganze Stadion ist still, der Druck unbeschreiblich. Ich gehe hin und hau den Ball rein.“ Wenn du helfen willst, musst du zuerst verstehen, dass es um mehr geht als um Kohle. Du kannst nicht einfach einem Kind 100 Euro zustecken und sagen: „Geh mal schön spielen.“ Es geht um Zeit, um Geborgenheit. Ich investiere auch Zeit. Erzähle den Jungs zum Beispiel meine Geschichte. Ich sage ihnen aber auch, dass nicht jeder Profifußballer werden kann. Und dass es genauso viel wert ist, wenn einer Mechaniker, Büroangestellter oder Feuerwehrmann wird. Ein Moment, der Sie berührt hat? Meine Stiftung unterstützt ja den Kölner Verein „Die Arche“, in dem die Kids Sportkurse bekommen, Hilfe bei den Haus
aufgaben und eine warme Mahlzeit. Als ich dort im Dezember auf Besuch war, kam ein Junge im T-Shirt, weil er keine warmen Klamotten hatte. Solche Dinge … Also geht es doch vor allem um Kohle? Nicht nur. Zu Weihnachten haben wir gemeinsam Plätzchen gebacken. Mit meiner Stiftung bringen wir die Idee der Arche nun ins Ausland. Wir sind nach Warschau gefahren und haben dort ein Haus gemietet, in dem bald fünfzig Kinder betreut werden sollen. Ich telefoniere fast täglich mit meinen Mitarbeitern. Polen, mein Geburtsland, liegt mir am Herzen. Nach meiner Karriere möchte ich die Arche dort noch öfter besuchen. Aber zuvor haben Sie noch in Brasilien einen wichtigen Job zu erledigen. In Ihrem Buch steht, Sie würden Elfmeter schießen lieben – die extremste Druck situation, in die ein Fußballer bei einer Weltmeisterschaft geraten kann. Sagen Sie uns: Was soll daran toll sein? Elferschießen ist einfach eine geile Situation. Das glaube ich Ihnen nicht. Nehmen Sie meinen Elfmeter bei der WM 2006 im Viertelfinale gegen Argentinien. Im Stadion ist die Hölle los: Die argenti nischen Fans pfeifen, die deutschen Fans jubeln. Du schnappst dir den Ball. Legst ihn auf den Punkt. Plötzlich ist das ganze Stadion still. (Podolski verwandelte zum 4:2; Anm.) Diese Atmosphäre, der Druck, das ist unbeschreiblich. Der Torwart hat nichts zu verlieren. Schießt der Schütze daneben, heißt es, er hätte gar nicht erst hingehen sollen. Was denken Sie in so einer Situation? Ich denke an gar nichts. Ich gehe hin und hau den Ball rein. Podolskis Buch „Dranbleiben!“ ist im Handel erhältlich; Infos: www.lukas-podolski-stiftung.de the red bulletin
Nina Stiller
Interview: Andreas Rottenschlager
Nationalspieler Podolski (29): Tore schieĂ&#x;en, Plätzchen backen
Stefan Bradl ist der einzige Deutsche in der MotoGP. In seiner erst zweiten Saison jagt der junge Bayer einem Werks-Cockpit hinterher. Ein Interview 端ber das ganz normale Leben am Limit. Text: Werner Jessner
Getty Images
Bayrischer
J채ger
49
or fünf Stunden noch am OP-Tisch, jetzt beim Interview: Was wurde repariert? stefan bradl: Der rechte Unterarm. Es nennt sich Kompartmentsyndrom, auch bekannt als Faszienspaltung. Vereinfacht gesagt hat jeder Muskel eine Hülle, und die wurde bei mir durch die ständige Beanspruchung zu eng. Das resultiert in Taubheit, Schmerzen und vermindertem Gefühl bis hin zu Lähmungserscheinungen – ungünstig, wenn du mit rechts ein 340 km/h schnelles Bike dirigieren musst. Am Bremspunkt ziehen wir mit voller Kraft am Hebel, um die Carbonbremsen auf Temperatur zu bringen, und dosieren tief in die Kurve rein, reduzieren also sehr feinfühlig den Bremsdruck und ziehen mit derselben Hand gefühlvoll das Gas auf. Dafür brauchst du volle Sensibilität. Die Narbe am Unterarm war aber schon vorher da … Ich habe diese Operation vor eineinhalb Jahren schon einmal durchführen lassen. Weil wieder Beschwerden aufgetreten sind, habe ich mich am vorderen und am hinteren Ansatz des Muskels noch mal aufschneiden lassen. Somit ist der gesamte Unterarmmuskel freigelegt. Krass. Du erzählst das so locker. Hätte sich die OP verhindern lassen? Manche sagen, du sollst nicht mit Gewichten trainieren, damit der Muskel nicht wächst. Andererseits brauchst du halt die Kraft. Dehnen und aufwärmen hilft, aber 50
im Rennen kommt dafür der Faktor Stress dazu. In der MotoGP ist diese Operation nahezu Standard: Andrea Dovizioso, Cal Crutchlow und viele andere. Dani Pedrosa hat es einen Tag vor mir machen lassen. Deine heftigsten Verletzungen? Offener Schien- und Wadenbeinbruch. Handgelenk links. Knöchelbruch rechts. Mittelhand links. Wessen bedarf es, um einen Motorradfahrer vom Bike fernzuhalten? Jorge Lorenzo ist einst mit gebrochenem Knöchel gefahren. Wenn der Rennarzt sagt, dass du fit to race bist, dann fährst du. Und du tust alles dafür, fit to race zu sein. Die besten Ärzte, die beste Behandlung, die besten Pain killer. Wenn es um die WM geht, lohnt es, auf die Zähne zu beißen. Der Schmerz ist da, aber der Wille ist stärker. Es gibt Serienmaschinen mit 200 PS und mehr, die auch 300 km/h schaffen. Wie weit ist die MotoGP da entfernt? Das kann man überhaupt nicht ver gleichen. Ein MotoGP-Bike kostet allein drei Millionen Euro an Leasinggebühren pro Jahr und ist ausschließlich zum Schnellfahren konstruiert. Wenn du nur zehn Sekunden auf die Bestzeit verlierst – was ein guter Fahrer vielleicht schaffen könnte –, funktioniert das Bike nicht: Bremsen nicht auf Temperatur, Fahrwerk zu hart, die steinharten Reifen nicht in dem schmalen Temperaturfenster, in dem sie richtig arbeiten, die Regel-Elektronik nicht in ihrem Bereich, in dem sie dir was bringt. Da hat man keine Freude. Ertappst du dich beim Fahren manchmal beim Gedanken: Boah, wie geil ist das denn? Spaß machen tut’s schon, aber es ist auch immer Stress dabei. Du musst immer ans Limit gehen, und an einem Rennwochen-
ende arbeitest du dein Programm ab. Viel mehr als ein keiner Wheelie aus Spaß hie und da ist leider nicht drin. Wie fühlt es sich an, wenn in der Kurve nicht nur die Knie, sondern auch die Ellbogen am Asphalt streifen? Unsere Motorräder erlauben Schräglagen von 63 Grad. Wir wissen nicht mehr, wohin mit den Armen. Wir tragen an den Ellbogen inzwischen ganz normal auswechselbare Schleifpads. Der Fahrstil hat sich so gewandelt, dass wir in Schräglage mit dem durchdrehenden Hinterrad lenken, während das Vorderrad stabil bleibt. Um schnell zu sein, musst du die Phase der Schräglage möglichst kurz halten, damit du beim Beschleunigen die volle Aufstandsfläche der Reifen nutzen kannst. Sonst verpufft die viele Leistung im Reifen. Was brauchst du, um so fahren zu können? Das Motorrad muss mir Gefühl fürs Limit vermitteln. Dann kann ich Gas geben. Das ist einerseits Erfahrung und Talent, andererseits akribische Arbeit am Setup. Wie viel von der Abstimmungsarbeit ist Hardware, wie viel Software? Der elektronische Teil wird immer mehr. Traktionskontrolle, Launch Control, Motorbrems-Kontrolle: Die Kontaktfläche mit der Straße hat die Größe einer Kreditkarte. Wenn du in Schräglage ohne Trak-
„Die besten Ärzte, die beste Behandlung, die besten Painkiller. Der Schmerz ist da, aber der Wille ist stärker.“
Getty Images, James Pipino
V
Auf der Straße fährt Stefan Bradl gemütlich: „Zum Austoben hab ich eh die Rennstrecke.“ Und Kollegen, die Probleme haben, dem 24-jährigen Zahlinger zu folgen.
Schau mir in die Augen: Unter dem Helm von Vettel-Designer Jens Munser steckt ein Racer.
52
gehabt und war viel verletzt, dazu kommt seine geringe Körpergröße: Es ist in der MotoGP kein Vorteil, wenn du so klein und leicht bist wie er (158 cm, 51 kg; Anm.). Wer wird der nächste Márquez, der aus der Moto2 nach oben drängt? Da fällt mir der nächste Spanier ein: Maverick Viñales. Die Spanier haben die beste Nachwuchsarbeit gemacht. Strecken, Sponsoren, Medien: Da findest du Förderer. Davon profitiert das Land. Deine Landsleute? Vielleicht schafft es Philipp Öttl, wenn er das schwierige zweite Jahr in der WM gut meistert. Bei Sandro Cortese und Jonas Folger muss man sehen, wie sie sich in der Moto2 entwickeln. Dein Weg war mit dem WM-Rücktritt 2007 denkbar ungewöhnlich. Würdest du das heute wieder so machen? Es war hart, aber heute bin ich da, wo ich hinwollte. 2005 war ich Deutscher Meister. Der Start in die WM 2006 war wie ein Schlag ins Genick. Die Deutsche Meisterschaft war wie ein Kindergarten, plötzlich stand ich im richtigen Leben. Danach die Spanische Meisterschaft zu fahren war genau die richtige Entscheidung und hat den Grundstein für alles Spätere gelegt.
„Jedem Jungen muss klar sein, dass es nicht leicht ist, MotorradRennfahrer zu werden.“
Viel schneller hätte ich es auch bei einem linearen Karriereverlauf nicht in die MotoGP geschafft. Immerhin muss man nebenbei ja auch die Pubertät bewältigen. Brauchen junge Fahrer Härte? Unbedingt. Zuckerbrot und Peitsche. Jedem muss klar sein, dass es nicht leicht ist, Rennfahrer zu werden. Seit wann lebst du vom Motorrad? Seit dem WM-Titel 2011, auch wenn ich weit von Gagen der Formel 1 entfernt bin. Wirst du auf der Straße erkannt? In Spanien ja, daheim ist mein Name bekannter als mein Gesicht. Liegt wahrscheinlich daran, dass wir mit Helm fahren. Wenn du in Deutschland bekannt werden willst, musst du Fußball spielen oder F1 fahren. Crazy Typen tun sich bei der Selbstvermarktung leichter. Ich hingegen will mich über Leistung verkaufen. Überlegt, nach Spanien zu übersiedeln? Das Wetter ist besser, aber ich bin eh nicht sonderlich kälteempfindlich. Ich könne mir nicht vorstellen, auf Dauer meiner Heimat den Rücken zu kehren. Alt werden möchte ich in Zahling (bei Augsburg; Anm.). Publikumslieblinge am Sachsenring? Motorrad hat im Osten einen höheren Stellenwert als im Westen. Valentino Rossi ist überall Fan-Liebling Nummer 1, Márquez holt auf. Am Sachsenring werde ich wohl auch ein paar Fans anlocken. Dein Vater war 1991 Vizeweltmeister. Sprecht ihr über die Unterschiede zwischen damals und heute? Für uns wurde die Strecke in Laguna Seca völlig umgebaut. Bei ihm gab’s fünf Meter hinter der Zielkurve ein paar Strohballen, dann die Betonmauer. Unvorstellbar! www.sachsenring-gp.de the red bulletin
honda(2)
tionskontrolle das Gas aufmachen würdest, würdest du sofort am Boden liegen. Wie weit ist deine LCR-Honda von den Repsol-Werksmaschinen entfernt? Wenn ich das bloß wüsste! Was fehlt zum ersten Sieg? Von überall muss ein bisschen kommen. An einem sehr guten Wochenende kann ich jetzt schon ums Podium kämpfen, das ist das Ziel für heuer. In der jüngsten Vergangenheit hat kein Fahrer aus einem Satelliten-Team einen Sieg geschafft. Von den vier Plätzen in Werksteams, zwei bei Honda, zwei bei Yamaha, werden nach dieser Saison zwei frei. Ich probiere natürlich, diesen nächsten Schritt zu tun, den Werksfahrern Feuer unterm Hintern zu machen und zu beweisen, dass ich ein Werksmotorrad verdiene. Lernst du schnell? Schneller als die meisten. Aber langsamer als Márquez. Was zeichnet ihn aus? Wir alle versuchen, ihn zu knacken. Er ist der beste Fahrer der Gegenwart, vielleicht aller Zeiten. Seine Lernkurve war brutal, dazu kommt Selbstbewusstsein. Er bremst da, wo wir auch bremsen, aber alles, was er am Limit macht, schaut spielerisch leicht aus. Der macht mit dem Bike, was er will, und hat immer noch Spielraum. Der junge Rossi war auch spektakulär, aber Márquez legt noch was drauf. Was kann Altmeister Rossi noch? Er mag zwar auf eine Runde nicht mehr der Schnellste sein, aber seine Konstanz ist brutal. Und strategisch ist er mit allen Wassern gewaschen. Ex-Weltmeister Lorenzo? Mit der Yamaha wie verheiratet. Schnell, gleichmäßig, und sein größtes Problem kommt aus dem gleichen Land wie er. Wie auch der Vierte im Bunde, Dani Pedrosa. Der wurde von Teamkollege Márquez im ersten Jahr entzaubert. Der Konkurrenzkampf der drei Spanier ist enorm. Dani ist es gewohnt, starke Teamkollegen zu haben. Auch hat er oft Pech
Werkscockpit im Auge: In seiner zweiten Saison im Satellitenteam von Lucio Cecchinello hat sich Stefan als schärfster Verfolger der Werkspiloten etabliert.
Die Beachvolleyball-Stars machen die Welle:
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Kontinental Hockey League Volleyball Handball u.v.m.
Die Musikindustrie steckt in der Krise, Linkin Park geht’s besser denn je: 60 Millionen verkaufte Alben, 62 Mil l ionen Fa ns auf Facebook . Mehr a l s jede a nder e Ba nd.
digital
Chester Bennington, Dave Farrell, Brad Delson, Joe Hahn, Rob Bourdon, Mike Shinoda (v. li.). Oder mit zwei WĂśrtern: Linkin Park
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besser Wie sich die k alifornischen Platin-Rocker seit 1 4 J a h r e n a n d e r Sp i t z e h a l t e n ? M i t t e c h n i s c h e r innovation, musik a lischer Hä rte – und Selbstironie. i n t e r v i e w: A n n D o n a h u e
Bill Boyd
ist
V
or knapp 14 Jahren veröffentlichten Linkin Park ihr Debütalbum „Hybrid Theory“. Im Jahr 2000. Als Alben noch auf Kassette veröffentlicht wurden, Napster sich im Teststadium befand und die Menschen Radio noch mit, ähm, Radiogeräten hörten. Viele Bands überlebten den radikalen Wandel der nächsten Jahre nicht. Linkin Park dagegen sind populärer denn je. Das neue Album der Kalifornier erscheint dieser Tage – und stürmt garantiert auf Nummer eins der US-Charts. Warum so sicher? Weil dem Sextett das auch mit den letzten vier Platten gelang. Dabei klingt „The Hunting Party“ richtig ungestüm. Es ist ein Album, das in seiner Härte an die Anfangstage der Band erinnert. Als wir Rapper Mike Shinoda und Bassist Dave Farrell trafen, wollten wir wissen: Wie begeistert man eine junge Generation für den Nu-Metal-Sound? Und wie hält man 62 Millionen Facebook-Fans bei Laune? The Red Bulletin und Linkin Park, ein Gespräch über Technologie, Telefonzellen und Schlappschwänze-Rock.
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the red bulletin: Euer neues Album klingt entschlossen und hart. Härter als die meisten Rockplatten momentan. Woher kommt dieses Feuer? mike shinoda: Da war vor kurzem ein Artikel im Internet mit einer coolen Überschrift: „Aktueller Rock ’n’ Roll klingt scheiße und depressiv.“ Der Schreiber verglich die Musik zur Zeit von Nirvana mit der von heute. Er meinte: „Mumford and Sons geht heute als Rockmusik durch? Ernsthaft?“ Er beschrieb die Bands der Gegenwart als „schlappschwänzig“. Was du wohl auch so empfindest? shinoda: Ich fand das sehr treffend. Es gibt derzeit zu wenig geile, harte Bands. Und dieses Vakuum wollen wir mit unserem neuen Album füllen. Wir holten uns dazu Inspiration von den Helden unserer Jugend. Von Bands wie Refused, Helmet und At the Drive-In. Wenn du die frühen Platten dieser Gruppen anhörst, spürst du diese Spontaneität, diese Räudigkeit, die der Rockmusik heute fehlen. Songs, die dich zum Schwitzen und Mitgrölen bringen … dave farrell: Ja, Mann! Ein wichtiges Kriterium beim Schreiben eines neuen Songs war: Wird er auf der Bühne ab the red bulletin
Als Neunzehnjähriger gründete Mike Shinoda (re.) Linkin Park mit zwei Schulfreunden. Inzwischen hat man weltweit 60 Millionen Platten verkauft und zwei Grammys gewonnen.
Corbis, getty images
„ A n fa n g s f r ag t e n w i r B e s u c h e r b e i Konzerten nach ihr en A dr essen, um sie über uns auf dem L auf en‑ den zu h alten. Per Br ief ! E‑Ma il-A dr esse h at te ja noch kaum w er .“ gehen? Werden wir Spaß daran haben, ihn live zu spielen? Wird der Plan aufgehen? shinoda: Das sehen wir auf unserer Sommer-Tour mit 30 Seconds to Mars. Wir haben uns dafür viel vorgenommen und uns eine ganz neue Show einfallen lassen. Mit Laser-Blitzen und Pyro-Kanonen? shinoda: Das nicht (lacht). Es geht nicht um eine pompöse Lichtshow. Sondern wie wir unsere Konzerte aufbauen. Was meinst du damit? shinoda: Als wir mit unserer ersten Platte auf Tour gingen, mussten wir alle Songs spielen, die wir hatten – einfach um auf Konzertlänge zu kommen. Nach dem zweiten Album konnten wir selektieren. Bei der dritten Platte wurde es dann aber heikel. Wir hatten schon so viele Hits und Songs, die unsere Fans unbedingt hören wollten, dass es immer schwieriger wurde, einige davon wegzulassen. Weil das Publikum bei Konzerten lautstark danach verlangte. Das nennt man Jammern auf sehr hohem Niveau … shinoda: Klar. Trotzdem wird es einfach langweilig, immer wieder die gleichen Songs in der gleichen Reihenfolge ab zuspulen. Deshalb wollen wir für die the red bulletin
kommende Tour einen neuen Weg finden, um unsere Fans zufriedenzustellen – und die Konzerte für uns spannend zu halten. Der Plan: Wir gestalten die Setlist flexibel. Jedes Konzert klingt anders. Und wir mischen die Songs des neuen Albums unter die Hits, bei jeder Show neu. Euer erstes Album wurde 2000 auch noch als Musikkassette veröffentlicht. Das sagt ziemlich viel über eure Karriere aus, findet ihr nicht? shinoda: Du wirst es nicht glauben, aber unsere Alben werden heute noch auf Kassette gehört. In Asien erleben wir das oft. Die stehen total auf Kassetten. farrell: Genau wie Trucker in Nashville. shinoda: Es ist schon absurd. Als wir mit der Band anfingen, fragten wir Besucher bei Konzerten nach ihren Adressen, um sie über die Band auf dem Laufenden zu halten. Per Brief! E-Mail-Adresse hatte ja damals noch kaum wer. Und keine Handys. farrell: Ja! Hahaha! Wenn wir auf Tour telefonieren wollten, zum Beispiel, um den Club in der nächsten Stadt anzurufen, musste sich der Busfahrer auf die Suche nach einer Telefonzelle machen. Bizarr! Statt Briefe zu schreiben, promotet ihr eure Musik heute über den MusikIdentifikationsdienst Shazam. shinoda: Weil die App genial und sehr verbreitet ist. Ich verwendete sie zum ersten Mal in einer Hotelbar in Mexiko. Im Radio lief ein Song, den ich großartig fand. Aber ich hatte keine Ahnung, von wem er stammte. Ich startete also Shazam, und binnen Sekunden hatte ich Künstler und Songtitel auf meinem Handy-Display. Wie hilft das euren Albumverkäufen? shinoda: Wir arbeiten mit den Jungs zusammen. Wenn du einen unserer Songs via Shazam suchst, bekommst du das Ergebnis – und dazu einen Link zu unserer neuen Single. Die kannst du dann auf Shazam exklusiv vorab hören.
Ihr komponiert Tracks für Computerspiele und entwickelt Musik-Software: Habt ihr als Band die digitale Revo lution aufgrund eurer TechnologieAffinität überlebt? shinoda: Das könnte sein. Technologie war immer ein wichtiger Motor der Band. Nicht, weil wir das Gefühl hatten, mit dem Zeitgeist mithalten zu müssen. Es hat uns einfach immer interessiert. Schon als Kinder waren wir verrückt nach Videospielen auf der Amiga-Konsole. Heute teste ich ständig neue Apps am Smartphone. Eine Empfehlung? shinoda: Kennst du Facetune? Damit kannst du Falten auf Porträtfotos weg retuschieren. Die meisten Leute ver wenden die App, um sich hübscher zu machen. Ich mache genau das Gegenteil damit: Menschen entstellen. Erst jage ich das Foto durch meine Zombify-App, damit das Gesicht schön halbtot aussieht – und dann lasse ich Facetune die Visage glattbügeln. Sieht irre aus: wie ein Zombie, geschminkt für einen Fernsehauftritt. Solche Dinge machen mir Spaß. Klingt, ähm, nach einem amüsanten Zeitvertreib. shinoda: Ich finde Technologie nicht deshalb spannend, weil man damit die Welt verändern kann. Sondern weil du damit Zeit totschlagen und deine Freunde zum Lachen bringen kannst. Für jemanden, der 62 Millionen Face book-Fans hat – mehr als jede andere Band –, klingt das aber gar kokett, nicht? farrell: Da musst du unterscheiden: Klar ist Facebook für Künstler heute extrem wichtig. Auf unserem Band-Profil geben wir uns Mühe, unsere Fans zu verwöhnen. Wir haben Online-Spiele für sie, posten Videos aus dem Studio und lassen unsere Fans so gut wie möglich am BandGeschehen teilhaben. Aber daneben hab ich noch mein privates Profil, auf dem ich meinen eigenen Sinn für Humor pflege. Der mit der Band nicht unbedingt etwas zu tun hat. … das heißt? farrell: Nimm zum Beispiel mein Instagram-Profil. Da habe ich kein Interesse daran, den Leuten unter die Nase zu reiben, wie geil das Rockstarleben ist. Viel lieber poste ich Fotos von den hässlichsten Dingen, die ich finden kann. Nicht, weil ich ein schlechter Mensch bin. Es ist mehr ein soziales Experiment: Folgen mir Leute auch, wenn ich nur Bilder meiner Mülltonne hochlade? Noch hast du 31.000 Instagram-Fans. farrell: Verdammt, wirklich? Dann muss ich wohl noch radikaler werden (lacht). www.linkinpark.com
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Seit Sommer 2013 spielt Neymar in Europa, bei Barcelona, an der Seite des großen Argentiniers Lionel Messi. „Ich habe ihm schon mal gesagt: Diesmal gehört der Pott uns!“
Ich bin nicht unter Druck.
Ich bin
glucklich. Neymar im Interview am Vorabend jener Weltmeisterschaft, die das Leben von 192 Millionen Menschen verändern wird. Und sein eigenes. I n t e rv i e w: S i m o n K u p e r , B i l d e r : Dav i d C l e r i h e w, P r o d u k t i o n: J o s e f S i eg l e
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as Erste, was einem bei der persönlichen Begegnung an Neymar auffällt, am einzigen wirklich großen Fußballer, den Brasilien im letzten Jahrzehnt hervorgebracht hat, am Mädchenschwarm, am globalen Superstar: Der Bursche ist noch viel dünner und kleiner als im Fernsehen. Der Stürmer, der mit 22 Jahren die Hoffnungen seines Landes auf den sechsten WM-Titel auf seinen Schultern trägt, wirkt zerbrechlich. Als er das alte, zum Studio umgebaute Industrie-Loft in einer ruhigen Ecke Barce lonas betritt, grüßt er uns mit diesem magischen Lächeln, mit dem er dich zugleich um den Finger wickelt und auf Distanz hält. Dann geht er in die Umkleidekabine, und wir bekommen das zu sehen, wofür einige wohl töten würden: Neymar zieht sein Shirt aus. Unter den Tätowierungen steckt ein zierlicher, sehniger Körper. Man wundert sich fast darüber, wie unversehrt der nach einem Jahr in Europa aussieht, Ende Juli des Vorjahres bestritt er sein erstes Spiel für den FC Barcelona. Die Kamera liebt Neymar. Er ist nicht klassisch schön, nicht im David-BeckhamSinn schön, doch sein Lächeln ist zauberhaft, und er hat Ginga – diese ureigene brasilianische Art, sich rhythmisch-schwungvoll zu bewegen, es ist fast ein Tanzen. Schließlich setzt er sich hin, die Schultern hochgezogen, dieses Lächeln im Gesicht, und spricht eine Stunde lang darüber, wie es ist, Neymar zu sein.
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Ich bin glucklich, wenn ich spiele.
Wenn man glücklich ist, klappen Dinge ganz von selbst. Wenn man unglücklich ist, klappt gar nichts.“
the red bulletin: Wie erträgt man den Druck Trick so lange probiert, bis er mir in Fleisch und Blut von 192 Millionen Menschen, die einen WM-Titel übergangen war. So sehr, dass ich ihn in einem von einem erwarten? Match einsetzen konnte. neymar: Von der WM träume ich, seit ich ein Kind Woher kommt dieses Talent zum Dribbling? war. Jetzt ist dieser Traum zum Greifen nah. Ich bin Es ist nicht so sehr eine Frage des Talents. Es geht einBrasiliens Nummer zehn, ich werde an der Weltmeisfach um Üben, Üben, Üben. Ich beobachte, kopiere, terschaft teilnehmen, noch dazu in meiner Heimat. übe. Ich habe noch keinen Trick selbst entwickelt. Da ist kein Druck. Nur Freude und Stolz. Ihr Fußball sieht nach purer Freude aus. Emp Kein bisschen Unsicherheit, Angst? finden Sie noch immer Freude beim Spielen, oder Ich höre zwar ständig: „Du stehst unter Druck, weil ist es mittlerweile eher ein Job? du der große Name in der Mannschaft bist“, ich höre Es ist geordneter Spaß. Ja, so kann man das sagen, es von allen Seiten. Aber ich stehe nicht unter Druck. geordneter Spaß. Spaß, den man ernst nehmen muss. Ich bin glücklich. Nichts als glücklich. Wissen Sie, ich Aber ich bin immer glücklich, wenn ich spiele. Wenn habe die Dinge immer schon auf meine Art gemacht. man glücklich ist, klappen Dinge ganz von selbst; Seit ich dreizehn bin, stehe ich unter Beobachtung wenn man unglücklich ist, klappt gar nichts. der P resse, der Öffentlichkeit. Ich bin jemand, der Was würden Sie über Ihre erste Saison in Barce sich über so was nicht wirklich den Kopf zerbricht. lona rückblickend sagen? Ich verspüre keinen Druck. Vielleicht fehlt mir das Sie war nicht perfekt, aber sie war auch nicht schlecht. Sinnesorgan, mit dem man Druck wahrnimmt. Es ist das erste Mal, dass ich außerhalb meines HeimatSie waren zehn Jahre alt, als Brasilien 2002 landes lebe. Ich vermisse meine Freunde und meine zuletzt Weltmeister wurde. Ihre Erinnerungen? Familie. Anfangs war das wirklich hart. Aber ich habe Ich bin noch vor Tagesanbruch aufgestanden, um mir in Europa vor allem eine Menge gelernt, auf profes das Finale anzusehen, es wurde ja in Japan gespielt. sioneller wie auf persönlicher Ebene. Ich lerne von Ich trug sogar Ronaldos Frisur. Meine Eltern und meinen Mitspielern, worüber sie sprechen, wie sie mit meine Schwester sahen sich das Spiel gemeinsam mit anderen Leuten umgehen. Ich schaue mir von vielen mir an. Danach grillten wir bei meiner Oma, und wie Spielern Kleinigkeiten ab und passe sie meinem Stil es sich für richtige Fans gehört, brüllten wir die ganze an. Manche Leute sind gut auf dem Spielfeld, andere Zeit „Wir sind die Champions!“. abseits davon, manche zeigen besonders gutes VerWie war Ihre Kindheit? halten im Training. Man kann von jedem Wir hatten wenig Geld, aber mein Vater lernen. sorgte dafür, dass ich nie hungern musste. Hat Sie an Lionel Messi etwas überName Ich glaube nicht, dass ich jemals unglückrascht, nachdem Sie ihn ja nun jeden Neymar da Silva lich war – auch wenn ich nicht alles hatte, Tag sehen? Santos Júnior was meine Freunde hatten. Zu meiner Er hat mich in jeder Hinsicht überrascht. Geburtsdatum/-ort Mutter sagte ich mal: „Wenn ich reich Bevor ich hierher kam, hörte ich nur die 5. Februar 1992, Mogi werde, kaufe ich mir eine Keks-Fabrik. Dinge, die die Leute über ihn erzählen: das Cruzes, São Paulo Dann kann ich Kekse essen, wann immer dass er sehr reserviert sei und mit nieGröße, Gewicht ich will.“ An solche Dinge erinnere ich mandem rede. Aber er ist völlig anders. 175 cm (das sind 6 mehr mich. Aber ich habe mich nie beschwert, Abgesehen davon, dass er auf dem Feld als Lionel Messi), 64 kg habe nie gejammert. Ich habe immer ein Genie ist, ist er auch sonst immer toll (3 weniger als Messi) um alles gekämpft. Meine ganze Familie zu mir – und nicht nur zu mir. Es gibt nur Vereine tat das. Gutes, was ich über ihn sagen könnte. 2003 – 2013 FC Santos Sie gelten als begnadeter Dribbler. Beschreiben Sie uns die Stimmung in (Brasilien), ab Sommer 2013 FC Barcelona Haben Sie sich Tricks von anderen der Barça-Kabine. (Spanien, Vertrag läuft Spielern abgeschaut? Es geht echt lustig zu, jeder plaudert, bis 2018) Ich habe Robinho studiert, als ich zu albert rum, ähnlich wie bei den BrasiliaRückennummer Santos kam, er war dort der absolute nern. Das ist wahrscheinlich der Grund, 10 (Seleçao), Star. Ich habe mir Ronaldinho, Ronaldo, warum sie so gut zusammenspielen. Es 11 (Barcelona) Messi und Cristiano Ronaldo angesehen. wird auch Musik gespielt in der Kabine – Erfolge (Auswahl) Von jedem talentierten Spieler habe ich vor dem Match und danach, wie in Copa Libertadores 2011, mir immer wieder Videos angesehen, bis Brasilien. Auch bei Santos haben wir Olympia-Silber 2012, zu Zidanes „Roulette“. Im Training oder immer Songs gespielt, wenn wir aufs spanischer Supercup 2013, Confed-Cup 2013 beim Rumkicken habe ich dann jeden Feld gelaufen sind. 60
Beim exklusiven hooting für The Red S Bulletin in Barcelona: Neymar und sein Lächeln, mit dem er zugleich Nähe und Distanz schafft.
Oh Gott, Lass mich
ein so berühmter Fussballer werden, damit ich meiner Familie alles geben kann, was sie will – Darum habe ich schon Als Kind gebetet.“
Die WM ist das harteste Turnier.
Sie ist so kurz, du darfst dir keinen Fehler erlauben. Du musst von der ersten bis zur letzten Sekunde alles geben.“ Es könnte passieren, dass Sie bei der WM gegen einige Teamkollegen von Barça spielen. Sprechen Sie mit denen über so was? Wir scherzen rum, klar. Jeder von uns sagt: „Wir gewinnen die WM!“ Wir wissen, dass die WM für uns alle ziemlich schwierig wird. Deshalb machen wir Witze. Ich habe mit Messi rumgeblödelt und ihm schon mal gesagt: „Diesmal gehört der Pott uns!“ Wie kam es zu Ihrer Social-Media-Kampagne #somostodosmacacos („Wir sind alle Affen“) gegen Rassismus? Das Bild von Ihnen und Ihrem Sohn mit Bananen ging um die Welt … Rassismus ist eine Sache von Hirnlosen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, aus anderen Spielen, wie es sich anfühlt, von Rassismus betroffen zu sein. Also wollten wir etwas dagegen tun. Ich sprach mit meinem Vater und mit ein paar Leuten, die für uns arbeiten, und wir entwarfen diese Kampagne. Die war quasi startklar, dann passierte dieser Zwischenfall mit Dani Alves (Barça-Teamkollege, hob eine Banane, die man während eines Matchs nach ihm geworfen hatte, einfach auf und aß sie; Anm.). Ich dachte, das ist der richtige Moment, um die Kampagne zu starten. Sie stehen mit Ihren Fans über Social-Media-Plattformen in engem Kontakt, aber die Fans verlangen Ihnen auch eine Menge ab. Stört Sie das? Nicht wirklich. Was mich stört, ist, wenn man vor meinem Privatleben nicht haltmacht. Ich verstehe, dass die Fans gerne alles wissen wollen, aber wenn’s um mein Privatleben geht, bin ich wie jeder andere. Das soll meine Sache sein und bleiben. Diego Maradona hat sich nach den Tagen vor dem Ruhm zurückgesehnt. Geht es Ihnen auch so? Nein. Ich verstehe aber, worum es ihm geht. Es ist schwierig für mich, Dinge zu machen, die eine normale Person macht. Zum Beispiel kann ich nicht mit meinem Sohn in Santos an den Strand gehen. Unmöglich. Wir hätten sofort eine Menschenmenge um uns, die Leute würden Fotos machen und alles. Auf der Straße erkennt mich ein Brasilianer aus einem Kilometer Entfernung. Dann kommt er angerannt und brüllt „Neymar, Neymar!“. Hier in Barcelona sind die Leute relaxter, mehr in die Richtung „Neymar, dürfte ich ein Foto mit dir machen?“. Fehlt Ihnen dieses normale Leben? Man vermisst es natürlich, mit seinem Kind an den Strand gehen zu können, ganz normale Sachen zu machen. Ich glaube, das ist, was Maradona gemeint hat. Aber ich beklage mich nicht darüber, denn ein berühmter Fußballer zu werden ist das, worum ich Gott gebeten habe. Ich habe immer zu Ihm gesagt: Ich möchte als Fußballer so gut werden, dass ich meiner Familie alles geben kann, was sie will. Da gehört die
Kehrseite dazu. Wenn ich mit fünfzig Leuten reden muss, rede ich eben mit fünfzig Leuten. Sobald ich auf die Straße gehe, muss ich mich daran erinnern, dass ich Neymar bin, dass das jeder weiß, dass ich mich entsprechend verhalten muss. Aber zu Hause bin ich der Neymar, den die Familie kennt. Zu Hause bin ich nicht mal „Neymar“. Da bin ich „Juninho“. Sprechen wir über die brasilianische Nationalmannschaft, die Seleção. Wer wählt die Musik in der Umkleidekabine aus? Mal der, mal der. Die Stereoanlage ist da, und jeder kann sich einen Song aussuchen. Am häufigsten spielen wir Pagode, Funk, Sertanejo. Auf meinem Weg zum Stadion höre ich immer Gospelmusik aus dem Kopfhörer. Bevor wir rausgehen, spielen wir in der Kabine einen Pagode-Song über die Stereoanlage, laut. Wir stehen da, scherzen rum, die Egos bleiben draußen vor der Tür. Wir wissen, wir haben nur ein Ziel, und das ist ein gemeinsames Ziel. Brasiliens Nationaltrainer Felipe Scolari gewann die WM 2002. Was erzählt er darüber? Er sagt, dass die WM das härteste aller Turniere ist. Weil sie ein so kurzes Turnier ist, darfst du dir keine Fehler erlauben. Du musst von der ersten Sekunde an alles geben. Und er spricht häufig darüber, wie phantastisch es sich anfühlt zu gewinnen. Wie unterscheidet sich das Spiel Brasiliens vom Spiel Barcelonas? Taktisch und technisch ist es sehr ähnlich. Mit weniger brasilianischem Ginga bei Barcelona? Mit ein bisschen weniger, ja. Während des Confed-Cups im Vorjahr gab’s in Brasilien Proteste gegen Korruption, den Zustand des öffentlichen Diensts und die Kosten der Stadien. Auf einem der Banner war zu lesen: „Ein Lehrer ist mehr wert als Neymar.“ Was sagen Sie dazu? Lehrer sollten genauso viel verdienen wie Leute in anderen Berufen. Auch wie Fußballer, denn man vergisst so leicht, dass vielleicht fünf Prozent von uns mehr verdienen als die anderen. Ich stimme voll zu, dass wir alle für eine bessere Welt mit Bildung, Gesundheit und Sicherheit kämpfen müssen. Soll auch während der WM protestiert werden? Solange es ohne Gewalt passiert, sehe ich kein Pro blem darin, dass Leute für ein besseres Brasilien kämpfen. Ich stehe auf ihrer Seite. Aber wir sollten die WM genießen, denke ich. Wir haben die Gelegenheit, der Welt zu zeigen, was für ein Gastgeber wir sind, und wir sollten vor allem zeigen, was toll ist an Brasilien, nicht nur die schlechten Seiten. Wird Brasilien Weltmeister? Das wünsche ich mir mehr als alles andere. www.neymaroficial.com
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MáRQU DEMon of DiRt Lleida, Spanien, ein schöner Frühlingstag: Heimspiel bei MotoGP-Weltmeister Marc Márquez. Kumpels, Bikes, Girls, Dirt Track. Keine Vorderbremse, kein Führerschein, aber viel SpaSS. Aufsteigen bitte! Text: Werner Jessner, Bilder: Jim Krantz
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„Motocross schult die Kreativität“, sagt Marc Márquez. „Die Strecke ändert sich in jeder Runde, du musst permanent improvisieren. Diese Fähigkeit hilft dir auf der Rundstrecke.“
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„An mein erstes Mal an einer Rennstrecke kann ich mich nicht erinnern. Ich war erst ein Jahr alt, da hat mich mein Vater schon zu Motocross-Rennen mitgenommen.“
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Training in der Gruppe macht mehr SpaSS. Die Herausforderung ist, schneller als die anderen zu sein. Und sie wollen den Weltmeister schlagen.
„Mein perfekter Tag? Motocross in der Früh, Dirt Track zu Mittag, MotoGP am Nachmittag. Und abends vielleicht Essen mit einer schönen Frau.“
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or 30 Jahren platzte ein junger Mann in die Straßenmotorrad-Rennszene und machte allen Rekorden den Garaus: Debüt in der Königsklasse mit 19 Jahren, Weltmeister mit 21. Die Experten waren sicher: Niemals würden diese Rekorde gebrochen werden. Der Name des Genies war „Fast“ Freddie Spencer, und Dirt Track war sein Geheimnis: Eine Jugend auf den amerikanischen Sandbahnen hatte sein motorisches Feingefühl geschult. Dirt Track Bikes haben keine Vorderbremse. Man lenkt sie mit Gas und Gewichtsverteilung, permanent sideways im leichten Drift. 2013 platzte wieder ein junger Mann in die Königsklasse. Er war so gut, dass speziell für ihn die Regeln geändert wurden: Normalerweise müssen sich Rookies in Satelliten-Teams hochdienen, bevor sie in Werksteams fahren dürfen. Doch der mächtige Honda-Konzern sah im amtierenden Weltmeister der „kleinen“ Moto2-Kategorie die Zukunft: Man würde ihm auf jeden Fall ein Werksmotorrad geben. So kam es, dass Marc Márquez, gerade 20 Jahre alt geworden, bei Repsol Honda fahren durfte, an der Seite seines erfahrenen Landsmanns Dani Pedrosa. Im ersten MotoGP-Rennen fuhr Márquez aufs Podium, sein zweites gewann er. Im Herbst wurde er, mit 20 Jahren und 266 Tagen, jüngster MotoGP-Weltmeister der Geschichte. Sein Erfolgsgeheimnis: Dirt Track. Die Wiege von Marcs Erfolgen ist idyllisch in die
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Weinberge eingebettet, die seine Heimatstadt Lleida umgeben, 135 Kilometer westlich von Barcelona gelegen. Unten im Flachen ein gepflegter Dirt Track und eine Motocross-Piste, Container zum Umziehen und für eine kleine Kantine. Nicht unbedingt der Platz, an dem man einen Weltmeister vermuten würde, der in seinem Heimatland – wie sonst nur noch Fußballstars – nicht mehr unerkannt vor die Tür gehen kann: „Das erste gemeinsame Foto mit einem Fan löst in der Regel eine Kettenreaktion aus. Auf einer Tribüne in Spanien habe ich ein Transparent entdeckt, auf dem stand: ‚Ich ziehe meine Unterwäsche aus für ein Foto mit dir.‘ Letztes Jahr habe ich Frauenbrüste signiert, einen Männerhintern, ein Baby und einen 500-EuroSchein. Wahrscheinlich hofft der Besitzer, dass der im Wert steigt.“ Hier in Lleida trainieren Marc Márquez, sein jüngerer Bruder Álex, selbst erfolgreicher Rennfahrer in der Moto3, und „Tito“ Rabat aus der Moto2: „Sie wollen mich schlagen; ich will eine halbe Sekunde pro Runde schneller sein als sie.“ Genau wie in der Moto GP schenken sich die Jungs auf der Strecke nichts: „Ich mag harte Kämpfe. Siege mit vier, fünf Sekunden Vorsprung geben mir nicht so viel wie ein adrenalinsattes Rennen, das in der letzten Kurve entschieden wird. Als mich zum Beispiel Jorge Lorenzo in Silverstone in der letzten Kurve aus der Bahn rempelte, hat 73
„Der Moment bis zum Crash dauert ewig, vor allem wenn sich ein Highsider ankündigt. Du kämpfst, kämpfst, kämpfst – und Bamm!, dann geht es blitzschnell.“
Gold & Goose/Red Bull Content Pool
Als amtierender MotoGP-Weltmeister hätte Marc Márquez das Recht auf Startnummer 1. Er behält aber seine vertraute 93.
mich das nicht aufgeregt. Es gibt ein Limit, aber es ist situationsabhängig. In der letzten Kurve versucht jeder alles.“ Einschätzung seiner Gegner: „Lorenzos Stärke ist seine Konstanz, Rossi ist vor allem in der letzten Runde eine Macht.“ Márquez sieht auf jedem Bike aggressiv aus, driftend, scheinbar außer Kontrolle: „Wenn ich schnell sein will, muss ich so fahren. Ein runder, entspannter Stil funktioniert bei mir nicht.“ Obwohl er WM-Titel in allen Kategorien gewonnen hat, wohnt Marc noch zu Hause in seinem Jugendzimmer, an den Wänden Poster des FC Barcelona und Valentino Rossis. „Rossi war mein Vorbild, Pedrosa mein Maßstab.“ Inzwischen hat er beide hinter sich gelassen und ist Team-Leader des traditionsreichen HRC-Teams: „Vielleicht wird es diese Saison härter, weil jeder Großes von mir erwartet. Aber ich mag Druck.“ Auf die japanische Arbeitsweise hat er sich inzwischen eingestellt: „Japaner evaluieren und besprechen gern. Beim ersten Test wollte ich die Lenker griffe tauschen. Das hatte nichts mit der Performance des Bikes zu tun, bloß mit persönlichem Geschmack. Es hat ein Meeting gebraucht, um sie zu wechseln. Aber diese Akribie macht Hondas Erfolg aus.“ Marc, der „Big Balls“-Strecken wie Phillip Island mit ihren blinden Vollgaskurven liebt, verbindet Furcht losigkeit mit tiefer Entspanntheit: „In der Nacht vor Rennen schlafe ich exzellent: neun, manchmal zehn Stunden.“ Einziges Zugeständnis an den Renntag: „Im Training trage ich blaue Unterhosen, im Rennen rote.“ Eine Überlegung war, diesen Winter endlich den Motorrad-Führerschein zu machen. Der weltschnellste Mann auf zwei Rädern darf auf der Straße zwar legal Auto fahren, nicht aber Motorrad. Doch wenige Tage nach dem entspannten Tag mit Kumpels und dem Red Bulletin in Lleida ist Marc Márquez eine Hauptmeldung der Motorsportnachrichten: Er habe sich ein Bein gebrochen – beim Dirt-Track-Fahren. Was war passiert? „Der Crash war ein bissl blöd: Ein Freund kam vor mir zu Sturz. Ich wich ihm aus, die Situation war schon bereinigt, da drehte ich mich noch mal um, um nach ihm zu sehen. Dabei blieb ich mit einem Fuß an der Streckenbegrenzung hängen. Kein Sturz, aber das rechte Wadenbein war durch.“ Erst zu Saison beginn konnte er wieder aufsteigen und begann eine große Siegesserie, als wäre nichts gewesen. Ist nun trotzdem Schluss mit Dirt Track? „Aber wo. War ja das erste Mal, dass ich mir dabei weh getan habe.“ „On Any Sunday: The Next Chapter“ mit Marc Márquez, Travis Pastrana und Co ab Herbst im Kino www.onanysundayfilm.com
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¨ RED BULL fUR jEDEn gEschmack. CRANBERRY
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Stephen Frink
Runter! An Bord des „Super Aviator“ er leben Sie Hawaiis Unterwasserwelt wie nie zuvor: Ein Tipp mit Tiefgang. Reisen, Seite 78
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Action!
travel
Der UnterwasserFlieger taucht bis 300 Meter tief.
Hawai i mal drei Was Sie im Insel paradies sonst noch unter nehmen sollten
Paddeln Ein 25-KilometerKajak-Trip durch die raue See entlang Kauais abgelegener Na-Pali-Küste ist nichts für schwache Oberarme – aber ein unvergessliches Erlebnis für Abenteurer. hawaiiactive.com
Torpedoooh! U nterwasser extrem Der knapp sieben Meter lange Super Aviator schwimmt nicht, er fliegt.
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Schwitzen Die Besteigung des Kilauea, eines der aktivsten Vulkane der Erde, ist spektakulär: Man kann sich den glühenden Lava-Ausläufern bis auf wenige Meter nähern. kalapanalavaboat.com
Tipps vom Profi Videospielen „Beim Tauchgang mit dem Super Aviator gibt es keine Passagiere. Nur Piloten“, sagt John Lewis. „Beide Cockpits sind mit Steuergeräten ausgestattet. Das Tolle dran: Jeder mit etwas Videospiel-Erfahrung gewöhnt sich mühelos an den Umgang mit Joystick und Steuerpedal.“
Unterwasser-Cabrio
„Wer den Film ‚Das Boot‘ gesehen hat, e rwartet, dass eine Unterwasserfahrt zur klaustrophobischen Grenzerfahrung gerät“, sagt John Englander. „Aber wenn der Super Aviator ins Wasser eintaucht, verschwindet die Glaskuppel scheinbar. Der Ausblick ist klar, es fühlt sich an, wie in einem offenen Doppeldecker zu fliegen.“
Staunen Es gibt nicht viele Surfer, die es mit den Wellen der Jaws-Bucht aufnehmen. Aber die Weltbesten dabei zu beobachten ist schon ein Erlebnis für sich. gohawaii.com
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Stephen Frink, shutterstock(2), Brian Bielmann/Red Bull Content Pool
Sagen Sie niemals U-Boot zu ihm. Der Super Aviator, 6,7 Meter lang und 1,7 Tonnen schwer, sieht aus wie eine ins Meer gefallene Rakete und verhält sich – zumindest ein bisschen – auch so: schnell, stark, wendig. Der Zweisitzer mit der völlig intuitiven Steuerung kann abrupt anhalten und auf der Stelle schweben, enge Kurven ziehen. Und jetzt das Allerbeste: Wenn der Super Aviator gerade nicht für Film- oder Wissen schaftsprojekte im Einsatz ist, kann man ihn tage weise mieten. Freilich nicht für den romantischen Ausflug mit der Dame des Herzens, sondern mit John Lewis als Co-Pilot, dem Geschäftsführer von Sub Aviator Systems. Trotzdem geil. „Der UnterwasserFlieger beschleunigt auf immerhin 11 km/h“, sagt er. „Bubble-Subs (motorisierte Glaskuppeln; Anm.) sind nur halb so schnell. Das reicht, wenn du in der Nähe eines Riffs tauchst. Aber bei Strömung kommst du nicht voran. Mit dem Super Aviator dagegen kannst du als Taucher völlig neue Gefilde erkunden.“ Der US-Ozeanograph John Englander verwendete das Vehikel vor der Küste von Hawaii. „Ich steckte schon tausende Stunden in Taucheranzügen“, sagt er, „ich steuerte U-Boote und Flugzeuge. Aber den Ozean im Super Aviator zu erforschen war selbst für mich eine neue, faszinierende Erfahrung: Die Tagesmiete für Die Ausrüstung ist dir nicht im den Super Aviator Weg. Es ist faszinierend: Du sitzt auf Hawaii beginnt im Trockenen und hast einen bei 3350 Dollar. ganz klaren Blick auf die Meereswww.incredibleadventures.com welt um dich herum.“
Action!
Profi-Gear
B issi g Rickie Fowler spielt Schläger der Marke Cobra. Sein Equipment: Erleichtert Die neue Roven cia-Plus-Mikro faser reduziert das Gewicht des Schuhs auf 366 Gramm.
Gebunden Das Schnürsystem ist vom Ober material abgesetzt und verbessert dadurch den Halt am Mittelfuß.
Tiefer gelegt Standfest: Die austauschbaren Swing Speed Quill Spikes reduzieren die Standhöhe um 32 Prozent.
Cobra Bio Cell Pro Driver Acht verschiedene Loft-Einstellungen: Über die Neigungswinkel der Schlagfläche lässt sich die Flugkurve des Balles feinjustieren.
Cobra Bio Cell Eisen
Angepasst Die 1,4 mm dünne Power-Frame- Außensohle mit Flex-Fugen macht sämtliche Fuß bewegungen mit.
Mehr Fehlertoleranz: Lange und mittlere Eisen sind an Spitze und Ferse mit dem Schwermetall Wolfram gewichtet.
Farbenspiel G olf Rickie Fowler bringt Farbe auf die Grüns. Sein HighTech-Schuh ist aber weit mehr als ein Modegag. Jungstar Rickie Fowler, 25, gilt bei den 114. US Open (12. bis 15. Juni) als e iner der Mitfavoriten.
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2009 tauchte Rickie Fowler als Zwanzigjähriger auf der PGA Tour auf. Und fiel nicht nur mit seinem Spiel auf (der Kalifornier war 2010 „Rookie of the Year“), sondern auch mit individuellen Fashion-Statements. Einen Hang zu extravaganten Outfits drückt er auch in seinem neuen Schuh aus (gibt’s derzeit in
sechs verschiedenen Farben), den er gemeinsam mit Wissenschaftlern und Technikern entwickelt hat. „Flexibilität, Seitenhalt und Tragekomfort sind perfekt – der Biofusion ist der beste Schuh, den ich je getragen habe, die perfekte Unterstützung für meinen Schwung.“ www.rickiefowler.com
Cobra Bio Staff Bag Rund 20 Kilo Ausrüstung und Verpflegung schleppt Fowlers Caddie auf der Runde. www.cobragolf.com
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Action!
City Guide
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Schanghai
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Indoor-Spass in Schanghai
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Schanghai, China
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Cheng Liang, Regisseur und Filmemacher aus Schanghai
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Eine geniale Indoor-Rennstrecke, 4500 Quadrat meter groß, und dazu eine Bar, die alle Stücke spielt. „Drive and drink“, genau in dieser Reihenfolge. kartingchina.com
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Ufer des Suzhou gelegen, briti sches Art déco, innen erinnert es an ein Labyrinth. Ein kleines Hotel ist darin untergebracht, die Aussicht aus den Zimmern ist schlicht phantastisch.
Big E Entertainment
„Das Besondere an Schanghai? Es ist eine Metropole, in der sich die modernsten und traditionellsten Seiten der chinesischen Gesellschaft zeigen“, sagt Cheng Liang, einer der wenigen jungen Regisseure, die sich intensiv mit Schanghai auseinandersetzen. Und das mit Erfolg: Sein Kurzfilm „City of Black and White“ wurde über zwei Millionen Mal gesehen, in diesem Jahr will Cheng in Cannes an den Start gehen. „Schanghai hat als Kolonialstadt Weltoffenheit gelernt, ja lernen müssen“, sagt er. „Die westliche und die chinesische Kultur sind hier miteinander verschmolzen wie nirgends sonst.“ Cheng absolvierte die Pekinger Filmakademie, kehrte aber nach dem Studium bald in seine Heimatstadt zurück. „Keine andere Stadt inspiriert mich so wie Schanghai.“ bit.ly/1rYhkjZ
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2 Gaolan Road Dieser Park im französischen Stil steckt für mich voller Jugend erinnerungen. Du triffst dort Leute aus allen Schichten, junge Liebespaare ebenso wie Groß mütter beim täglichen Tai-Chi.
4 Wanshang Flower
& Bird Market 417 South Xizang Road Für mich der beste Blumen- und Vogelmarkt in ganz China: ein einziges atemberaubendes Spektakel mit Grillenkämpfen und traditionellen Spielen wie dem „Goldfischschöpfen“.
CR Wind
2 Yongkang Road,
Die Bar-Meile Globalisierungs-Trubel neben chinesischer Kontemplation. Ich lebte hier und castete meine Nachbarin, eine elegante ältere Dame, für einen meiner Filme.
3 Schloss am Fluss
400 North Suzhou Road Für mich Schanghais schönstes Gebäude im Kolonialstil. Am
bigecn.com
5 Shanshan Restaurant
774 Xianxia Road Ein völlig unscheinbares Restau rant, aber für mich ein Fixpunkt. Ich frühstücke immer hier. Hier gibt es die besten gedämpften Teigtaschen, die man sich vor stellen kann, zu unschlagbaren Preisen.
Lust auf SkydivingAbenteuer, aber keine Lust auf Skydiving-Risiko? Die einfachste Art, die Schwerkraft zu überwinden, bietet Chinas einziger vertikaler IndoorWindtunnel. www.crwind.com
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Xifan Yang
S changhai Regisseur Cheng Liang über fünf Lieblingsplätze in seiner Heimatstadt – zwischen gedämpften Teigtaschen, kämpfenden Grillen und Grossmüttern beim Tai-Chi.
1 Fuxing Park
corbis(4), shutterstock(3)
Der Westen im Osten
Lasergames, Minigolf? Na ja. Aber wer in Chinas einzigem fluoreszierendem Freizeitpark weiße Klamotten trägt, hat garantiert Spaß.
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Action!
Feierabend Der britische Rapper JME ist Stammgast auf der Fabric-Bühne.
ClubKlang Seit 13 Jahren veröffentlicht Fabric Mix-CDs seiner StammDJs. Die besten drei von bisher 150 Releases:
Jacques Lu Cont Ultimativer PartyMix des MadonnaProduzenten. Sein eleganter Übergang von „Also sprach Zarathus tra“ auf „Sweet Dreams“ von Eurythmics ist bis heute unerreicht.
Bass-Massage
Früher baumelte im Fabric Fleisch von der Decke. Vor der Club-Eröffnung 1999 war das Gebäude in Ostlondon ein Kühlhaus des Fleischmarkts nebenan. „Kulturell war die Gegend damals Brachland. Keine Szene, nicht einmal Taxis“, erinnert sich Betreiber Cameron Leslie. „Wie wir die Besucher anlockten? Wir starteten par allel ein billiges Taxi-Unternehmen. Vor dem Club standen immer Wagen, die dich heimbrachten.“ Die Raver waren begeistert. 2300 m² Tanzfläche, bassige Underground-Sounds von Techno bis Dubstep, drei Floors. Einer davon heißt Bodysonic: Der Boden ist mit 400 Sensoren aus gestattet, die Schallwellen in Vibrationen umwandeln. Dreimal wurde Fabric vom Szene-Organ „DJ Mag“ zum besten Club der Welt gewählt. Was liebt Leslie an seinem Laden? „Viele finden den labyrinthartigen Aufbau des Clubs verwirrend“, sagt Leslie. „Aber genau darin liegt seine Stärke: Oft landest du zufällig in einem Raum – und entdeckst so neue DJs.“ Fabric 77A Charterhouse Street London EC1M 6HJ, England www.fabriclondon.com
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Volles Fabric, das heißt: 2500 Tänzer, drei Nächte pro Woche
After-Party Es ist Sonntag, 8 Uhr Früh. Das Fabric macht dicht, doch du bist noch hellwach. Was tun?
Frühstücken Im Fox & Anchor nebenan treffen einander morgens Marktarbeiter und Raver, Speck und Spiegelei. 115 Charterhouse Street, London EC1M 6AA Stöbern Vom Fabric aus sind’s vier U‑Bahn-Stationen bis zum coolsten Flohmarkt: Am Brick Lane Market gibt’s Hipster-Klamotten und RetroMöbel zu fairen Preisen. Brick Lane, London E1 6PU Weitertanzen Londons beste AfterhourParty heißt Jaded und star‑ tet sonntags um 5 Uhr. Aus‑ dauer-Tänzer sowie Früh aufsteher feiern dort bei Tee und Techno-Beats. Corsica Studios, 4 Elephant Road, London SE17 1LB
David Rodigan Der bald 63-jährige Radio-DJ gilt als Volksheld, weil er Reggae in den 1970ern in England populär machte. Auf seiner CD mixt er sich durch vier Dekaden jamaikanischer Musik.
Four Tet Der Meister der feingliedrigen Electronica trat mit diesem Mix ein Revival des britischen DanceGenres Garage los: Vergessene Klassiker treffen auf Hits junger Talente wie der Floating Points.
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jasper Brown(2), Sarah Ginn(2)
l ondon Vom Kühlhaus zum coolsten Club der Insel: Seit 15 Jahren setzt Fabric auf Underground-Musik und e inen vibrierenden floor.
LIVE-KONZERT GLASPERLENSPIEL GARY PAFFETT MERCEDES-BENZ
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Action!
workout
Stabhochsprung:, das Paradebeispiel leichtathletischer Körperbeherrschung
Raphael Holzdeppe holte 2012 in London OlympiaBronze und wurde 2013 in Moskau Weltmeister.
Höhen training
raphael-holzdeppe.net
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Teil 1: Seitenlage, Arme und Beine strecken, Körperspannung aufbauen, Oberkörper und Unterschenkel anheben, die Balance zehn Sekunden halten.
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Es folgt Teil 2 für die Bauchmuskeln: Oberschenkel und Arme zusammenführen, Balance zehn Sekunden halten. Gesamte Übung fünfmal wiederholen.
R o lle n s p i e le Auf dieses Tool schwört der Weltmeister.
Blackroll
Schneller, härter, höher: „Als Stabhochspringer darfst du keinen Muskel vernachlässigen.“
„Die Blackroll ist Trainingsgerät, Physiotherapeut und Masseur in einem. Für mich ein unverzichtbares Tool. Die Blackroll legst du unter eine beliebige Muskelpartie, etwa den Unterschenkel, und rollst aktiv mit deinem Körpergewicht hin und her. Das Ding löst Verspannungen und fördert die Regeneration in Rekordzeit. Und passt in jede Reisetasche.“
the red bulletin
heri irawan
„Mein tägliches Training ist ein brutales Ganzkörper-Workout“, sagt Raphael Holzdeppe, 24, seit vier Jahren einer der besten Stabhochspringer der Welt, „denn für unseren Sport brauchst du jeden Muskel: starke Beine für einen schnellen Anlauf, einen durchtrainierten Oberkörper, um dich am Stab aufwärts zu ziehen, aus geprägte Bauchmuskeln für einen raschen Hüftknick in der Luft sowie einen kräf tigen Rumpf für die Stabilität: Je stabiler und ruhiger du deinen Körper in der Luft halten kannst, desto mehr Höhe gewinnst du.“ Der Zweibrücker trainiert sechs einhalb Stunden täglich von Montag bis Freitag: „Gewichte stemmen in der Kraftkammer, Sprints auf der Laufbahn, Balancetraining mit Medizinbällen – und nicht zu vergessen: Stabhochsprünge, rund hundert die Woche.“
Rumpf und Bauch kräftigen, Gleichgewichtssinn fördern – alles mit nur einer Übung.
Ray Demski/Red Bull Content Pool(3), blackroll
L eichtathletik Wie macht sich Stabhochspringer Raphael Holzdeppe zum Champion?
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45 Jahre Mondlandung – eine amerikanische Heldensaga
Wie das „venedig afrikas“ gegen den untergang kämpft
Edward White beim ersten US-Weltraumspaziergang, 3. Juni 1965
NEPALS LEBENDE GÖTTINNEN Wie der Kumari-Kult aus Kindern Gottheiten macht WEISSE HAIE, HAUTNAH Mit einem Forscher den Rätseln des Raubfischs auf der Spur BRASILIEN UND DIE LIEBE ZUM FUSSBALL Bilder, die ein Land erklären GEFAHR AUS DEM ALL Wie die Erde vor Asteroiden geschützt werden soll
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DAS GroSSE FlATTE ATTErN Rendezvous mit 12 Millionen Flughunden DEr lETzTE15.05.14 K Kö öNIG voN AMErIKA Julio pinedos kurioses Reich in bolivien 13:54 p u b l i k at i o n v o n UNBEKANNTE MEGACITY 24 Stunden in Chinas Monsterstadt Chongqing
Wie der Kumari-Kult aus Kindern Gottheiten macht
t ibstoff der Zukunft AlTErNATIvE ENErGIE algen – der tre LEBENDE GÖTTINNEN NEUSEElANDS SCHrÄGE vöGEl kiwi, kakapo & Co NEPALS DAS BEDroHTE PArADIES Drama im brasilianischen Regenwald
FOTOS: DOMENICO PUGLIESE, TUI DE ROY
DAS ERWARTET SIE IN DER AKTUELLEN AUSGABE 3. Juni 1965 US-Weltraumspaziergang, beim ersten Edward White
DAS BEDROHTE PARADIES Im Regenwald Brasiliens leben die Awá-Indianer. Weil illegale Holzfäller ihre Reservate zerstören, gilt dieses Volk als das am stärksten bedrohte der Welt. Unser Autor Tiemo Rink hat Zeit mit den Awá im Dschungel verbracht und erfuhr, dass ihre Hoffnung auf eine friedliche Zukunft nicht ganz unberechtigt ist.
NEUSEELANDS SCHRÄGE VÖGEL Die Insel überrascht mit einzigartigen, vom Aussterben bedrohten Kreaturen: Flugunfähige Vögel, die wie Fahrradpumpen klingen, und einfältiges Federvieh, das die Kappe eines Rangers für einen Artgenossen hält. Wir berichten über die Bemühungen, den schrägen Vögeln das Überleben zu sichern.
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Action!
laden & Lauschen
In den letzten zehn Jahren hat sich Owen Pallett den Ruf eines Paganini des Pop erarbeitet: 2004 heuerte er als Violinist bei Arcade Fire an und schreibt seitdem alle Streicher-Arrangements für ihre Alben. Heute lassen auch Kollegen wie Robbie Williams und The National ihre Songs von ihm symphonisch veredeln. Palletts Herzensangelegenheit ist aber sein Soloprojekt. Seine emotionalen, melodiös komplexen Indie-PopSongs klingen, als würde Brian Eno den jungen David Bowie auf einer Stradivari begleiten. Im Februar war Palletts Soundtrack für Spike Jonzes Film „Her“ für einen Oscar nominiert, nun veröffentlicht er sein viertes Album „In Conflict“. Welche Songs ihn bei der Arbeit daran inspirierten, verrät er hier.
Songs, durch dacht wie ein Schachspiel P laylist Gespenstische Gitarren, primitive Grooves: Der Arcade-FireGeiger über die fünf Platten, die in seinem neuen Album stecken.
www.owenpalletteternal.com
1 Eurythmics
2 Silver Apples
3 The Luyas
Als ich fünf Jahre alt war, hörte ich fast nur klassische Musik – Bach, Mozart. Aber Eurythmics passten auch irgendwie dazu. Weil der Synth-Pop des Duos so präzise und mathematisch ist, so durchdacht wie ein Schachspiel. Dieser Song ist die perfekte Fusion aus sterilen, synthetischen Klängen und emotionaler Tiefe in der Melodie.
Ich war 19, als mir ein Schall plattenver käufer diese Scheibe in die Hand drückte. „Brauchst du“, meinte er. Und hatte recht. Der trockene Beat dieses PsychedelicKlassikers ist genial. Auf meinem Album kopierte ich den Drum-Sound. Der Trick: Mein Schlagzeuger spielte ohne Tempovorgabe. Dadurch klingen Songs wie „The Sky Behind the Flag“ sehr lebendig.
Das Haupt instrument dieser kana dischen Band heißt Mood swinger. Eine Kreuzung aus Zither und Gitarre, die aussieht, als hätte sie ein Kind entworfen. Der Klang ist gespenstisch, die Sounds der Saiten verschwimmen ineinander. Genial! Auf Songs wie „The Passions“ stellte ich den Klang mit meiner Geige und vielen Effekten nach.
4 The Blue Nile
5 Green Velvet
Diese schot tische Band brachte in den 1980ern zwei Alben raus. Das erste trägt den Titel dieses Songs – und ist ein Meisterwerk. Seine eisige Stimmung und klangliche Klarheit hatten großen Einfluss auf meinen Song „The Secret Seven“: Die Stille am Anfang, dazu trillernde Synthesizer – den Aufbau hab ich mir von The Blue Nile abgeschaut.
Bis vor kurzem konnte ich mit House- Musik wenig anfangen. Das änderte sich, als ich auf diesen Klassiker aus Chicago stieß. Er besteht aus zwei primitiven Rhythmus-Mustern, die übereinandergeschichtet einen extrem packenden Groove erzeugen. Ebendiese rohe Atmosphäre versuchte ich auch mit den Beats auf meiner Platte zu kreieren.
„Love Is a Stranger“
„A Walk Across the Rooftops“
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„Program“
„The Stalker“
Drei Must-haves für den FestivalSommer:
Yelpie Der mobile Tresor für kleine Wert sachen. Wird seine Position ohne Eingabe der Nummernkombi ver ändert, ertönt ein 90-Dezibel-Alarm.
„Moodslayer“
SpeakaBoo Handlicher Bambus-Lautsprecher fürs iPhone. Verstärkt die Musik ohne Stromquelle, daher perfekt für lauschige Partys am Lagerfeuer.
M o b i les M ixen Gadget des Monats
Monster Go-DJ
Das erste Profi-DJ-Pult für die Jacken tasche: auf den zwei Touchscreens die am Gerät gespeicherten Tracks aus wählen und in Echtzeit bearbeiten. Mit dem Mikro-Mischpult in der Mitte die Stücke einfach ineinandermixen. Danach an die Clubanlage anschließen und loslegen!
Opteka BP-SC4000 Solar-Ladegerät, kleiner als ein Smartphone. Nach acht Sonnen stunden reicht die Energie, um Handys oder Kameras voll aufzuladen.
Peter Juhl
Owen Pallett, 35, kanadischer Indie-Pop- Musiker und Filmkomponist
Feiern mit Plan
the red bulletin
Aufgenommen mit Nokia Lumia 1020
Foto: Ray Demski
Norwegisches Eis „Ich war das erste Mal im nördlichen Norwegen unterwegs und ich muss sagen: es war einmalig. Die Landschaft ist atemberaubend und wohin das Auge auch blickt – überall ist Eis. Und das Licht ist unglaublich. Noch nie in meinem Leben habe ich solches Licht gesehen. Wie ein Sonnenuntergang, der den ganzen Tag andauert. Angesichts der ganzen Ausrüstung, die ich fürs Eisklettern mit mir herumschleppen musste, war ich froh, mit dem Nokia Lumia eine leichte Kamera dabei gehabt zu haben, die bequem in die Tasche passt. Nach dem Aufstieg kamen die Jungs herunter und ich begann, meine Ausrüstung zu packen. Ich schaute mir kurz die Fotos an und da waren einige ganz erstaunliche Aufnahmen dabei. Schier unglaublich, welche Details in diesen Aufnahmen beim Vergrößern sichtbar werden. Einsame Klasse, wie ich finde.“ – Ray Demski, Red Bull-Fotograf
Nokia Lumia 1020
Weitere Informationen über Red Bull Photography in Zusammenarbeit mit Nokia Lumia finden Sie unter
www.redbullphotography.com/partners
Action!
Starke Uhren
Frische Fifties Aktuelle VErsionen der Legende:
Die TaucherU(h)rmutter B lancpain „Fifty Fathoms“ Ein visionärer Tüftler und ein Kampfschwimmer ent wickelten die erste moderne Taucheruhr der Welt.
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KLassisch
Die „Fifty“ von heute ist bis 300 Meter wasserdicht.
Uhren war eingraviert: „Danger. If found return to nearest military facility.“ Um damals rein zivile Ausführungen klar von militäri schen zu unterscheiden, ersetzte Blancpain den Feuchtigkeitsindi kator durch das gelbe RadioaktivZeichen, strich es zweimal durch und schrieb „No Radiations“ dar unter. Eine Legende war geboren. Robert „Bob“ Maloubier heute (li.) und 1955 (u.) bei der Rückkehr von einem Tauchgang, mit seiner „Fifty“ am Handgelenk
Massivgold
Die Edelmetall- Version des Blanc pain-Klassikers
500 Fathoms Auf 500 Stück l imitiert. Wasserdicht bis 914,4 m
Alexander Linz
Taucheruhren? Haben keine Zukunft. Das war die generelle Meinung der Schweizer Uhren hersteller zu Beginn der 1950er Jahre. Ein Mann sah das jedoch anders: der Sporttaucher JeanJacques Fiechter. Er war CEO von Blancpain und tüftelte gerade an Eine „Fifty seiner ersten Taucheruhr. Fathoms“ aus Etwa zur selben Zeit gründete dem Jahr 1953 Hauptmann Robert „Bob“ Malou bier die „École des Nageurs de Combat“, eine KampfschwimmerBeginn des Tauchgangs in Rich Einheit der französischen Armee. tung „früher“, aber nicht „später“. Maloubier suchte Armbanduhren, Tauchgänge konnten also nicht die seine Männer bei Unterwasser irrtümlich (und damit über den einsätzen tragen konnten. Atemluftvorrat hinaus) „verlän Fiechter und Maloubier fanden gert“ werden. zusammen. Der Hauptmann Maloubier bekam mit der wünschte sich eine bis zu „Fifty Fathoms“ (50 Faden 100 Meter wasserdichte, entsprechen einer Tiefe robuste, gut ablesbare Uhr von 91,44 Metern) die mit drehbarer Lünette erste moderne Taucheruhr (Ring am Außenrand der Welt. Aber nicht nur der Uhr). Zifferblatt und er, auch amerikanische, „No Radia Lünette sollten schwarz deutsche, israelische und tions“-Zeichen sein, die Indexe und Zahlen spanische Spezialeinheiten auf dem Zifferhell, groß und auch im blatt einer „Fifty“ und sogar Jacques Cous Dunkeln ablesbar. teau kauften sie. Letzterer aus 1968 Fiechter entwickelte ein verschaffte der „Fifty doppeltes Kronen-Dichtungssys Fathoms“ einen prominenten Auf tem, verpasste dem Gehäuse einen tritt in dem preisgekrönten Unter verschraubten Boden, verbaute ein wasserfilm „Silent World“. Automatikwerk, schützte es durch Radioaktiv? Besonders beliebt einen Weicheisen-Innenkäfig vor unter Sammlern sind alte „Fifty Magnetfeldern und brachte am Fathoms“ mit einem „No Radia Zifferblatt auf sechs Uhr einen tions“-Zeichen auf dem Zifferblatt. Feuchtigkeitsindikator in Form Hintergrund: Für eine „Mil-Spec 1“eines blau-rosa Kreises an. Wurde Einstufung durch das US-Militär er feucht, wechselte er seine Farbe ist die uneingeschränkte Ablesbar von Blau-Rosa zu Rosa. keit der Uhrzeit bei Dunkelheit Nebenbei revolutionierte Fiech erforderlich. Deshalb kam bei eini ter die Lünette: Sie war nur noch gen Modellen ein Promethium-Iso gegen den Uhrzeigersinn drehbar. top als Leuchtmittel zum Einsatz. Drehte man versehentlich an ihr, Am Gehäuseboden dieser US-Navyso veränderte man den markierten
the red bulletin
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#RISINGHIGH
Action!
games
12.000 E-Sport-Fans besuchten die „Dota 2“-Finals 2013 in Katowice.
Let’s P l ay drei der erfolgreichsten Multiplayer-Games der Welt
League of Legends Das mit monatlich rund 67 Millionen aktiven Usern populärste kostenlose MultiplayerStrategiespiel. Bei Pro-Turnieren geht es um sechs- bis siebenstellige Beträge. leagueoflegends.com
E-Gaming-Profi: Kuro „KuroKy“ Salehi Takhasomi (21) aus Berlin
fac t b o x
ESL ONE
E SL ONE FRANKFURT Profi-Gamer KuroKy kämpft bei Europas gröSStem „DOTA 2“-Turnier um 200.000 Dollar Preisgeld. the red bulletin: Mehr als sieben Millionen Menschen zocken das Multiplayer-Game „DotA 2“. Du bist einer von nur 109 Profis weltweit. Wie hast du das geschafft? kuroky: Ich spiele seit acht Jahren und wollte schon immer der Beste sein. Dafür trainiere ich oft acht Stunden täglich. Wir arbeiten mit Videoanalyse und Ernährungsplan. Softdrinks und Pizza? Nein, ungesundes Essen verschlechtert die Hand-AugenKoordination. Als Profi isst du Fleisch, Fisch, Reis und viel Gemüse. Deine größte Stärke? Strategisches Denken. „DotA 2“ ist wie Schach, du musst die Aktionen deiner Gegner vorhersehen. Wie trainierst du das? Ich simuliere Spielsituationen 90
mit meinem Team. Nebenbei studiere ich Psychologie und lerne so, eine positive Wettkampfmentalität aufzubauen. Wie viel verdient man als Pro-Gamer? Vor ein paar Jahren ging es noch um Headsets, mittlerweile um Beträge von 100.000 Dollar aufwärts. Die Preisgelder haben sich 2013 verzehnfacht. Beim europaweit größten „DotA 2“-Turnier der ESL One Frankfurt winken 200.000 Dollar Preisgeld. Dein Team Na’Vi zählt zu den engeren Favoriten. Eure Siegchancen? Es wird hart. Jedes der acht Teams hat reelle Chancen auf den Sieg. Entscheidend ist die Tagesform. Und dir muss egal sein, vor über 20.000 Leuten in einem Stadion zu spielen. „DotA 2“-Turnier, ESL One Frankfurt: 28./29. 6. in der Commerzbank-Arena
An die 20.000 Besucher werden erwartet. Bisheriger Europarekord für E-SportEvents: 12.000 (Katowice 2013). Eine 400 m² große Leinwand wird in der Commerzbank-Arena aufgebaut, der laut Stadion betreiber weltgrößten Public-Viewing-Stage. Veranstalter Electronic Sports League rechnet mit über 40 Millionen Streaming-Aufrufen im Netz. Das Tagesticket für den Event kostet 19,90, ein Wochenendticket 34,90 Euro. www.esl-one.com
World of Warcraft 2004 vom amerikanischen Spieleentwickler Blizzard erstveröffentlicht, wird das Multi player-Rollenspiel derzeit von zirka 8,7 Millionen aktiven Abonnenten genutzt. worldofwarcraft.com
DOTA 2 Worum geht’s?
2003 von HobbyProgrammierern als Nachfolger des MultiplayerGames „Defense of the Ancients“ entwickelt. Zwei Teams mit je fünf Spielern treffen aufeinander und versuchen, das Hauptgebäude des Gegners zu zerstören. Im Rahmen der gamescom Köln fand 2011 das erste internationale „DotA 2“-Turnier statt. 2013 kürte das Computer-Onlinemagazin „IGN“ das Spiel zum „Best PC Multiplayer Game“. www.dota2.com
fifa 14 Der Fußballklassiker ist auch online ein Hit: Weltweit werden Ligen ausgetragen, allein an der virtuellen „Bundesliga 2013/14“ nahmen mehr als 200.000 Gamer teil. www.ea.com/fifa-14
the red bulletin
Helena Kristiansson
Krieger mit Grips
Die Zahlen zum Gaming-Gipfel
p ro m ot i o n
Must-haves! 2
gloryfy – Icon by Werner Schreyer Die Icon „Werner!“ im Havanna-Look mit schwarzen Bügeln und goldenen Metall- Logos ist das neueste Mitglied in der gloryfy LIFEstyle Kollektion. Ein modischer Schnitt, kombiniert mit innovativer Technologie, macht aus der Icon ein unverzichtbares modisches Must-have. Durch den filigranen, dennoch unzerbrechlichen Rahmen mit unbreakable STRATOS Gläsern in Anthrazit ist diese Brille noch dazu ein absolutes Leichtgewicht und bietet besten Tragekomfort. 1
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www.gloryfy.com 2 Ich steh auf Edeltreter Zünftig, rockig und frech sind die EDEL TRETER-Schmuckstücke der Trachtenmarke EDELZEIT! Der ausgelatschte Bergschuh aus gelb- oder roségoldbeschichtetem Edelstahl baumelt an einem Lederband als Kette. Doch auch als Schlüsselanhänger oder als CharmAnhänger verwendet, ist seinem Träger die Aufmerksamkeit auf jedem zünftigen Fest von Bayern bis Brandenburg gewiss!
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3 J OOP! lanciert MADE TO MOVE Die internationale Fashion- und Lifestyle marke JOOP! lanciert ab Herbst 2014 die Limited Edition „MADE TO MOVE“. Von der Dynamik und Präzision eines Parkourläufers inspiriert, vereint die exklusive Business-Kollektion traditionelle Bekleidungsstücke mit Hightech-Elementen und kommt dem Bedürfnis nach avantgardistischer, stilvoller und trotzdem bequemer Bekleidung entgegen.
joop.com
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4 Kompromisslos kompakt Das neue Sony Xperia™ Z1 Compact ver bindet Premium-Ausstattung mit einem Gerät in Hosentaschen-Format: Die 20,7-MegapixelKamera hält die wichtigen Momente im Leben fest, die extralange Akkulaufzeit ermöglicht bis zu 94 Stunden Musikgenuss, und obendrein ist das schicke Smartphone auch noch wasserdicht (bis zu 1,5 Meter für 30 min.).
dare-to-compare.at
D anny MacAskills Traumwelt – jetzt auf DVD/Blu-Ray Ein riesiges Kinderzimmer mit lebensgroßen Spielfiguren und Fahrmanöver auf allerhöchstem Niveau – so verwirklichte Street-Trial- Legende Danny MacAskill seinen Kindheitstraum im jüngsten Meisterwerk „MacAskill’s Imaginate“. Dieses gibt es ab sofort zusammen mit einer packenden Behind-the-ScenesDoku und dem Bonusfilm „Way Back Home“ als DVD (14,99 Euro) und Blu-ray Disc (16,99 Euro) zu kaufen. 5
www.imaginate.redbull.com
Action!
TV-Highlights
M ust See
Volles Programm
Helden auf ihrem Bildschirm
das red bull tv-fenster bei servus-tv
Ring frei für die SPeedgang
Mountain bike World cup Erstbegehung: Berger (hi.) und Vettel (2. v. re.) 2011 bei der Eröffnung des Red Bull Rings mit Bernie Ecclestone, Niki Lauda und Heinz Kinigadner (3. v. li.)
In Leogang will Steve Smith (CAN), Gesamtsieger 2013, neuerlich gewinnen. 21. 6., 10.30 Uhr
Freitag, 20. 6., 20.15 Uhr
Das Comeback der Formel 1 1997 bestritt Gerhard Berger in Spielberg seinen letzten Großen Preis von Österreich. 2014 fährt Sebastian Vettel auf dem Red Bull Ring seinen ersten – und dreht zuvor mit Berger einige Aufwärmrunden. Berger sitzt dabei in einem 1988er-Ferrari, Vettel im RB8 (mit dem er 2012 Weltmeister wurde). Und die Kamera ist dabei. Zudem gibt’s auf ServusTV noch zwei Sendungen zum Thema Motorsport am Ring („Drehmomente“, 16./23. 6., 20.15 Uhr).
Polen-Rallye Mittwoch, 18. 6., 21.15 Uhr
Weekend of a Champion Samstag, 21. 6., 12.00 Uhr
Mittwoch, 2. 7., 21.15 Uhr
Samstag, 5. 7., 12.00 Uhr
Red Bull Cliff Diving: USA
Operation Erebus
X-Fighters: Madrid
Nach ihrem ersten Stopp in der kubanischen Hauptstadt machen die Red Bull Cliff Diver nun Halt im texanischen Fort Worth.
1979 stürzt in der Antarktis ein Jet mit 257 Passagieren ab. Elf Polizisten sollen dar aufhin das mysteriöse Unglück vor Ort untersuchen.
Die weltbesten FreestyleMotocrosser gastieren einmal mehr in Madrids gewaltiger Stierkampfarena Plaza de Toros de Las Ventas.
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Für den Grand Prix von Monaco 1971 hatte Jackie Stewart, britischer Formel-1-Weltmeister 1969, nur ein Ziel – zu gewinnen, um jeden Preis. Filmemacher Roman Polanski begleitete Stewart damals das gesamte Wochenende mit seiner Kamera und gewann Einblick in das Leben des Rennfahrers, auf der Strecke und abseits davon. 40 Jahre später treffen die zwei erneut aufeinander.
Auf der Strecke in Mikołajki steht er im Mittelpunkt: Lokalmatador und Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica. 30. 6., 22.45 Uhr
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0800 100 30 70 the red bulletin
GEPA pictures/Red Bull Content Pool, Dean Treml/Red Bull Cliff Diving, Rogue Films, Jörg Mitter/Red Bull Content Pool, JoachimHausleitner, Alfred Jürgen Westermeyer/Red Bull Content Pool, Paris Gore / Red Bull Content Pool, McKlein/Red Bull Content Pool
Die Speedgangster rund um David Coulthard treiben Schabernack mit schellen Geräten. 11. 6., 22.20 Uhr
RING FREI FÜR DIE SPEEDGANG.
Mittwoch
22:20
© Philip Platzer/Red Bull Content Pool
© Philip Platzer/Red Bull Content Pool
© Philip Platzer/Red Bull Content Pool
Das etwas andere Motorsport-Magazin.
JUNGS MIT SPRIT IM BLUT. Die Speedgang geht in die 3. Staffel. David Coulthard hat als kreativer Kopf der Truppe erneut viele Ideen im Gepäck. Unterstützt wird er dabei von anderen PS-Junkies wie Mark Webber, Heinz Kinigadner oder Sébastien Loeb. Das Ergebnis sind waghalsige Duelle, rasante Tests und spektakuläre Aktionen, die man in keinem anderen Motorsport-Magazin zu sehen bekommt. ServusTV Deutschland ist über Satellit, Kabel und IPTV empfangbar. Kostenfreie Service-Hotline 0800 100 30 70 | www.servustv.com
Wir wünschen Ihnen bessere Unterhaltung.
Action!
Einer der Sieg anwärter in Aichwald: Dennis Ullrich 28./29. 6., Aichwald (bei Stuttgart)
ADAC Motocross Masters Europas beste Motocrosser messen sich vor 18.000 Fans „in den Horben“. Noch gut in Erinnerung ist Max Nagls Sensationsshow aus dem Vorjahr: Von Platz elf ins Rennen gehend, raste der Weltmeisterschaftszweite von 2009 nach unwiderstehlicher Aufholjagd mit 16 Sekunden Vorsprung zum Sieg. Nagl ist, ebenso wie Dennis Ullrich (Bild), auch in diesem Jahr Aushängeschild. www.adac-mx-masters.de
5. 7., Reitstadion, Stuttgart
HipHop Open
ab 6. 7., Musik-Arena, München
Max Herre Der Rapper und Singer/Songwriter geht mit seiner „MTV Unplugged Kahedi Radio Show“ auf eine 30-Konzerte-Tour quer durch Deutschland. Alle Termine: www.maxherre.de
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Wieder lockt ein WeltklasseLine-up 14.000 Besucher zu Deutschlands größtem HipHop-Festival. Internationale Highlights in diesem Jahr: Nas, der seit seinem Rap-Meilenstein „Illmatic“ aus dem Jahr 1994 die Szene wesentlich mitprägt, und Angel Haze (im Bild), die Hits von Eminem oder Jay Z neu interpretiert. Dazu Deutschlands erste Rap-Liga mit Casper oder Genetikk. www.mixeryhiphopopen.de
22. 6., Wasserskianlage, Hamm
Red Bull Rising High Dieser Big-Air-Contest für Wakeboarder ist weltweit einzigartig: Top-Rider wie die Deutschen Dominik Gührs und Felix Georgii oder der Thailänder Daniel Grant duellieren sich auf der größten Rampe ihres Sports (ab 12 Uhr). Das Obstacle mit einer Gesamtlänge von 60 Metern erlaubt Sprünge an die 24 Meter, die Athleten führen ihre Tricks in bis zu acht Meter Höhe aus. www.redbull.com/risinghigh
the red bulletin
ADAC/Steve Bauerschmidt, Erik Weiss, Florian SüSS/Red Bull Content Pool, Richard Walch/Red Bull Content Pool, TRANSFILM INTERNATIONAL, Dutch Photo Agency/Red Bull Content Pool, Jörg Mitter/Red Bull Content Pool, Michael Kremer
Events
20. – 22. 6., Porsche Arena, Stuttg. 27. – 29. 6., Lanxess Arena, Köln
seit 5. 6. in den Kinos
29. 6., Norisring, Nürnberg
„Brick Mansions“
DTM
Der am 30. November 2013 tragisch ums Leben gekommene Hollywoodstar Paul Walker in seiner letzten vollständig ab gedrehten Hauptrolle. Walker sorgt als Undercover-Cop Da mien Collier für Action, Rapper RZA verkörpert seinen Gegen spieler, Drogenboss Tremaine. Schauplatz des Duells: ein fik tives, durch eine Mauer abge trenntes Ghetto in Detroit. www.universumfilm.de
Das „Monaco Deutschlands“ nennt man den Stadtkurs in Nürnberg. Eigenschaften: 2,3 Kilometer lang, Top-Speed bis 260 km/h und die berüchtigte „Grundig-Kehre“, in der die Autos von 250 km/h auf 50 gebremst werden müssen. Ende Juni gastiert hier wieder der populärste Tourenwagen bewerb der Welt. Bei der spektakulären Materialschlacht – mit dabei: der amtierende DTM-Champ Mike Rockenfeller (Audi) – werden wie jedes Jahr 140.000 Motorsport-Fans erwartet. www.dtm.com
Save the Date Unverzichtbare Termine in den nächsten Wochen
19 juni
24-StundenRennen Die „Grüne Hölle“ wird für einen Tag zum Spielplatz der Tourenwagen(Neo-)Stars. Unter anderen am Start: StratosphärenSpringer Felix Baumgartner.
Red Bull Flying Illusion Nach ihrem Welterfolg Red Bull Flying Bach präsen tiert die BreakdanceCrew Flying Steps nun ihre neue Show. Einige der weltbesten Tänzer in szenieren einen packenden Kampf zwischen Gut und Böse, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen. Tickets: www.redbullflyingillusion.com
19. – 22. 6., Nürburgring 24h-rennen.de
6. 7., Suhl
Red Bull Vogelfrei Zum 50-jährigen Jubiläum der „Schwalbe“ findet in Thüringen Deutschlands kultigstes Moped rennen statt. Am Start: die Modelle „Schwalbe“, „Spatz“, „Star“, „Sperber“ oder „Habicht“ aus der Simson-Vogelserie. Im Rahmen der 50 Kilometer langen Ausfahrt sind sechs Wertungsprüfungen zu absolvieren, Rad-an-Rad-Duelle sind dabei unerwünscht, der Top-Speed ist unwichtig. Preise winken unter anderem jenem Fahrer, der bei seiner Ausfahrt der Durchschnittsgeschwindigkeit aller Teilnehmer am nächsten kommt.
27 Juni
The BossHoss Die Rock-’n’-RollCowboys live – mit ihrem aktuel len Hit-Album „Flames of Fame“, von dem bereits über 100.000 Stück verkauft wurden. 27. 6., Balingen; 28. 6., Meiningen thebosshoss.com
www.redbull.com/vogelfrei
19. 7., Olympiapark, München
Red Bull X-Fighters
26 Juni
„Unter Be obachtung“
Nach dem umjubelten Debüt 2012 gastiert die Elite des Freestyle-Motocross erneut in Bayerns Landeshauptstadt. Dabei wird auch eine Weltneuheit präsentiert: Erstmals in der Freestyle-Motocross-Geschichte messen sich die Rider vor 28.000 Zuschauern auf einem FMX-Kurs auf dem Olympiasee. Unter anderen am Start: das erst 16-jährige deutsche Ausnahmetalent Luc Ackermann und der amtierende World Tour Champion Thomas Pagès aus Frankreich. Tickets ab 39 Euro, ServusTV überträgt live.
Actionthriller mit Eric Bana: Nach einem vermeint lichen Terror anschlag in Lon don kommt der Anwalt Martin Rose einer gigan tischen Verschwö rung auf die Spur.
www.redbullxfighters.com; www.servustv.com/redbullxfighters
ab 26. 6. in den Kinos
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Glückmann Von Bernhard Aichner
Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller in Innsbruck. Für seine Arbeiten erhielt Aichner bereits mehrere Literaturpreise und -stipendien. Neben Romanen schreibt er Theater stücke und Hörspiele, er veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien. Nach den Spannungsromanen „Nur Blau“ und „Schnee kommt“ erschienen drei Krimis mit dem auf eigene Faust ermittelnden Totengräber Max Broll, „Die Schöne und der Tod“ (2010), „Für immer tot“ (2011) und „Leichenspiele“ (2012). Der Thriller „Totenfrau“ erschien im März 2014 bei btb und schaffte es auf Anhieb in die Bestsellerlisten. Die „Totenfrau“ wurde bereits in mehr als 15 Länder verkauft, unter anderem in die USA und nach Großbritannien, eine Verfilmung ist in Vorbereitung.
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fotowerk aichner
Der I letzte Zahn des Paul
mmer schon war ich neugierig. Ich will mehr wissen, frage nach, höre zu. Es sind diese Momente, die überraschen und schockieren, die inspirieren und wärmen. Irgendwo aufgeschnappt, eingeatmet, bewegende Schicksale, Begegnungen, einfach das Leben. Wahre Geschichten. Oder auch nicht. Irgendwo in Südamerika war ich. Unterwegs im Spätherbst, um meinen Thriller fertig zu schreiben. Auszeit von Familie und Alltag, nur mein Text und ich, irgendwo am Ende der Welt, auf einer Hochebene in einem kleinen Dorf. Exotisch alles, was ich gesehen, gerochen und gegessen habe, drei Wochen lang nur mein Schreiben, die Landschaft und die Menschen, die dort lebten. Anders alles, langsamer, stille Tage, die am Abend bei einem Bier zu Ende gingen. In der einzigen Bar weit und breit saß ich und schaute der untergehenden Sonne und spielenden Kindern zu, als der Zahnarzt sich einfach neben mich setzte. Der einzige Mensch weit und breit, der Deutsch sprach. Er wollte sich unterhalten und trinken mit mir. Begeistert war ich von dem, was er erzählte. Über das Leben im Hochtal, über einen jungen Sportler, den er behandelt hatte. In langen Schlucken die Geschichte von Paul Glückmann. Einer der weltbesten Kletterer, verschollen seit Jahren. Von heute auf morgen verschwunden. Glückmann, ein Star in der Szene, einer, der tatsächlich gut von diesem Sport leben konnte, einer, der ständig Rekorde brach, immer noch weiter ging als andere. Schneller, höher. Ein Verrückter. Lebensmüde, sagten die einen, visionär, die anderen. Free Solo heißt dieser Sport, beeindruckend und verstörend zugleich. Klettern ohne Seil und Sicherung, kein Karabiner, kein Haken, nur der Mensch und der Fels, hunderte Meter über dem Boden. Nur die Luft unter den Füßen, immer bereit, zu sterben, das Leben in sich aufzusaugen, Adrenalin, wo man hinfühlt, russisches Roulette. Momente des Glücks. Solange man nicht fällt. Ich fand ihn dort, wo mich sein Zahnarzt hingeschickt hatte. Eine kleine Holzhütte am Waldrand, ein Mann und eine Frau, wie sie nebeneinandersaßen und Kartoffeln schälten. Ein offenes Feuer und ein Topf, in dem eine Suppe kochte. Kein Luxus, kein Strom, nur das Leben. Reduziert alles, nur das Wesentliche war an diesem Ort, Paul Glückmann und seine Frau Luiza. Wie sie mich anlachten und einluden, zu bleiben. Mit eigenen Worten erzählte er mir alles noch einmal. Noch eindringlicher war alles. Dieses Gesicht vor meinen Augen, unwirklich alles, ein Aussteiger mitten im Nirgendwo, diese Zufriedenheit, der ich nicht trauen wollte, die mir unangenehm war. Mit so wenig glücklich zu sein, auf so vieles zu verzichten. Kein Strom, kein Telefon, nichts. Was sein Name sagte, es stand in seinem Gesicht. Glück war in seinen Augen. Ich hatte den Eindruck, dass er alles hatte, als er mit mir zu dieser Wand ging und mir zeigte, wo es passiert war.
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Siebenhundert Meter steil nach oben. Spiegelglatter Fels, fast kein Griff. Unvorstellbar war es für mich, dass er ohne Hilfsmittel sein Ziel erreicht hatte. Wie ein Hohn, dass er es sich zugetraut hatte und dass es ihm tatsächlich gelungen war. Nach zwei Stunden und vierunddreißig Minuten war er oben angekommen. Das YouTube-Video, das seinen Aufstieg zeigte, habe ich mir mittlerweile unzählige Male angesehen. Der Blick nach oben, nach unten, die Kamera auf seinem Kopf befestigt. Der Beweis, dass es gelungen ist, dass er geschafft hat, woran viele vor ihm gescheitert waren. Eine der schwierigsten Wände der Welt, Paul Glückmann hat sie bezwungen, heil und glücklich am Ende seines Traumes. Dann der Abstieg. Auch den sieht man auf dem Video. Der Weg zurück. Wie er atmet, der Fels, wie sich seine Finger festklammern. Und dann wie er fällt. Dokumentiert alles. Zuerst rutscht Paul Glückmann die Wand entlang, dann der freie Fall. Wie er den Halt verliert, wie er schreit, wie er versucht, sich irgendwo festzuhalten. Man sieht einen Mann kurz vor seinem Tod. Keine Sekunde glaubt man daran, dass es gut ausgehen könnte, dass er überleben würde. Man hat gesehen, wie er nach oben gestiegen ist, wie weit es nach unten ging. Keine Hoffnung mehr in diesem Moment, vier Millionen Klicks, vier Millionen Mal Angst. Die Welt kann zusehen, wie er stirbt. Neugier, Voyeurismus, auch ich habe es mir immer wieder angesehen, weil ich es nicht glauben konnte, dass seine Hand diesen Griff noch finden würde. Dass er weiterleben würde. Finger, die sich festhalten. Und sein Kopf, der wild auf den Stein schlägt.
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it Wucht verschont. Wie ein Tausch war es, sagte er. Seine Zähne für sein Leben. Fünf Stück hat er verloren, zwei oben, drei unten. Paul Glückmann hat den Absturz wie durch ein Wunder überlebt. Kein Schädeltrauma, kein Kieferbruch, nur eine Gehirn erschütterung, ein gebrochener Arm und seine verlorenen Zähne. Aus seinem Mund in die Tiefe. Wie es ihm gelang, nach unten zu kommen, zurück ins Dorf zu laufen. Der Schock ließ ihn einfach immer weiter rennen, er spürte keine Schmerzen, er lief einfach. Ein junger Mann am Ende. Wie er am Dorfplatz stand und nach Hilfe schrie. Kaputt alles in diesem Moment, sein Leben, seine Träume, nichts mehr war ganz. Da war nur noch ein Mund voller Blut. Paul Glückmann beschrieb es. Alles, woran er sich noch erinnerte. Der Transport in die Klinik, der Arzt, der ihm sagte, dass er die Zahnhälse und die Wurzeln entfernen müsse, die Narkose, aus der er erwachte. Ein Albtraum war es. Alles, was kurz vorher noch gut gewesen war, war jetzt kaputt. Von diesem Tag an war da nur noch Angst. Angst zu sterben, Angst zu leben, Angst, nie wieder zurückzufinden, dorthin, wo er hergekommen war. Angst. Ein Gefühl, das er nicht gekannt hatte, gegen das er sich immer gestellt hatte. Von diesem Tag an beherrschte sie ihn, lähmte ihn. Paul hatte sein Glück verloren. the red bulletin
Vier Millionen Klicks, vier Millionen Mal Angst. Die Welt kann zusehen, wie er stirbt.
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ber Paul blieb. Anstatt nach Hause zu fliegen, versuchte er mit den Löchern in seinem Mund zu leben. Keine Brücken, kein Zahnersatz, nur die Erinnerung an den Sturz, jedes Mal, wenn er in den Spiegel starrte. Ein widerliches Bild. Und trotzdem weigerte er sich, neue Zähne machen zu lassen. Paul hörte nicht auf den Zahnarzt, er wollte nicht, dass sein altes Leben damit aufhörte. Er wollte es zurück. Mit Gewalt hielt er daran fest, er war davon überzeugt, dass sein Glück nicht zurückkommen würde, solange er seine Zähne nicht wiedergefunden hatte. Aberglaube, der ihn immer wieder zu dieser Wand gehen ließ. Gesichert stieg er nach oben und suchte den Fels ab, die Wiese unten. Jeden Zentimeter Erde grub er um. Er suchte nach seinen Zähnen. Kleine weiße Stummel, die sich vor ihm versteckten. Paul Glückmann wollte daran glauben, dass die Angst verschwinden würde, wenn er alles wiederherstellte, wie es gewesen war. Zahn für Zahn zurück. Vier Monate lang suchte er. Besessen am Anfang. So, als wäre ihm nichts wichtiger. Als würde er sterben müssen, würde er scheitern. Ein Mann am Boden. Wie er herumkroch und seine Zähne suchte. Ein Spinner, über den man sich lustig machte im Dorf. Woche um Woche verging. Und Paul begann wieder zu leben. Aber anders als vorher. Früher sei da nur diese Leidenschaft gewesen, sagte er. Plötzlich war da noch vieles andere mehr. Der Alltag im Dorf, die Hütte, die er sich baute, die Menschen, die er kennenlernte, der Tischler, bei dem er arbeitete. Und Luiza. Zahn für Zahn veränderte sich alles. Der Wunsch, in sein altes Leben zurückzukehren, wurde von Tag zu Tag kleiner. Der Wunsch, in die Wand zu steigen, verging. Weit weg war plötzlich alles. Vier Zähne hat Paul Glückmann gefunden. Vier Implantate hat er sich von dem deutschen Zahnarzt ein setzen lassen. Vier, nicht fünf. Eine Zahnlücke ist geblieben. Als ich ihn fragte, warum er aufgegeben hatte, nach dem letzten Zahn zu suchen, schüttelte er nur den Kopf. Ich habe nicht damit aufgehört, sagte er. Zufrieden schaute er mich an. Paul Glückmann lächelte.
Read Bull Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte. Diesmal der Österreicher Bernhard Aichner, der aktuell mit seinem Krimi „Totenfrau“ (btb Verlag) von sich reden macht.
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Magic Moment
35.397 Läufer legten gleichzeitig an 34 Orten weltweit insgesamt 530.928 Kilometer im Dienst der Rückenmarksforschung zurück, ehe sie von den Catcher Cars, die ihnen mit zunehmendem Tempo folgten, eingeholt wurden. Last Man Running war der Äthiopier Lemawork Ketema. Nach 78,58 km setzte er sich gegen den Peruaner Remigio Huamán Quispe durch – der in Lima, 11.200 km entfernt, um bloß 90 Meter zurücklag. www.wingsforlifeworldrun.com
Nach 78 Kilometern: „Ich wusste, am Ende muss ich sprinten. Dafür sparte ich Kraft.“ Lemawork Ketema, 28, aus Äthiopien, Sieger des Wings for Life World Run
Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 8. Juli 2014. 98
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Philip Platzer/Red Bull Content Pool
Donautal, Österreich, 4. Mai 2014
Daniel Ricciardo f端r Pepe Jeans London