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The Red Bulletin Juli 2011 - AT

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Steve Fisher / Alexis Thompson / Ziggy Marley / Ryan Sheckler / Maya Gabeira / Benjamin Karl

DAS MAGAZIN ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

Vettel hautnah

I M W I N D S C H AT T E N EINES CHAMPIONS HART, HÄRTER, RED BULL X-ALPS FLIEG UND LAUF VON SALZBURG NACH MONACO!

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Willkommen! Auf Seite 76 dieses Hefts sieht man Sebastian Vettel in seinem ­Boliden sitzen, eine Momentaufnahme vom frühen Samstagnach­ mittag in Monte Carlo, noch ohne Helm. Als „die ruhigsten Momente des Wochenendes“ bezeichnet der Weltmeister diese Minuten vor dem Beginn des Qualifyings – und tatsächlich hatte er da wenigstens ein paar Augenblicke lang Ruhe von Hektik und Trubel des einzig­ artigen Formel-1-Wochenendes. Ruhe auch von jenem Team des Red Bulletin, das vier Tage lang ausgesprochen investigativ an Vettels Fersen klebte. Das Ergebnis ­dieses gemeinsam durchlebten Wochenendes ist in jeder Hinsicht erfreulich. Vettel war so nett, die Recherchen des Red Bulletin-Teams mit seinem ersten Monte-Carlo-Sieg zu würdigen, und wir dürfen Sie auf ein faszinierendes Formel-1-Weekend einladen, backstage von Vettels und Chefkonstrukteur Adrian Neweys Abendessen unter vier Augen bis zur Pool-Party: „4 Tage Monaco“, ab Seite 72.

coverbild: Sutton Motorsport Images. bild: philipp Horak

Monaco begegnet Ihnen in diesem Heft noch an anderer Stelle, ­wenngleich weitaus weniger mondän und vor allem weitaus, sagen wir, theoretischer. Denn das Fürstentum ist Ziel von Red Bull X-Alps, dem wahrscheinlich härtesten Rennen in diesem Sommer. Die Grundregeln sind leicht erklärt: Man hat Laufschuhe an den Beinen sowie einen Paragleitschirm im Rucksack und muss so schnell wie möglich von Ost nach West die Alpen queren. Von den 30 Extrem­ sportlern, die 2009 bei der bis dato letzten Auflage in Salzburg an den Start gegangen waren, erreichten gerade mal zwei das Ziel, nach einer körperlichen, mentalen und strategischen Ausnahmeleistung. Am 17. Juli ist Start von Red Bull X-Alps 2011 am Salzburger Mozart­ platz. Was die diesjährigen 31 Starter in den darauffolgenden Tagen erwartet, beschreibt unsere Story. Sie heißt, weniger überraschend, dafür umso zutreffender, „Härtetest“ und startet auf Seite 58.

ARBEITSALLTAG. Red Bulletin-Redakteur Andreas Rottenschlager (li.) und Fotograf Philipp Horak in Mumbai, wo sie während der Recherche zur Dabbawala-Story kurz­ fristig vom farbenfrohen indischen Frühlingsfest „Holi“ abgelenkt wurden.

Nicht immer wartet am Ende einer körperlichen, mentalen und strategischen Ausnahmeleistung ein Siegerpodest. Manchmal ist es auch eine karge Einraumwohnung im Vorort einer 20-MillionenMetropole und eine Portion Fladenbrot mit Reis. Andreas Rotten­ schlager und Philipp Horak haben für The Red Bulletin in Mumbai einen Arbeitstag mit den Dabbawalas verbracht, jenen 5000 Männern, denen es tagtäglich gelingt, 200.000 Mahlzeiten pünktlich zuzustellen – ohne Auto, ohne Moped, ohne Computer. Wieso die Arbeit der Dabbawalas funktioniert, ist Wissenschaftlern auch nach ausgiebi­ gerer Betrachtung ein Rätsel. Dass sie funktioniert, ist in diesem Heft eindrucksvoll festgehalten: „Fast Food“, ab Seite 28. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion

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N LOADE DOWN


I N H A LT

DIE WELT VON RED BULL

58

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IM JULI

28 22

40 72

46 54

BODY+ MIND

BILDER: CHRISTIAN PONDELLA/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES, INPHO, OLIVIER LAUGERO/RED BULL CONTENT POOL, PHILIPP HORAK, PICTUREDESK.COM, ROBERT SNOW/RED BULL CONTENT POOL, TED GRAMBEAU

MORE

Bullevard

Action

12 KURZMELDUNGEN Thierry Henrys Rückkehr nach London, das Elektro-Bike von KTM und wie man aus kaputten Skateboards Kunst macht.

28 FAST FOOD Auf den Fersen der Dabbawala-Kuriere durch die indische Mega-Stadt Mumbai.

15 MAYA GABEIRAS KÖRPER Die brasilianische Big-Wave-Surferin wirft sich für uns in Pose. 16 THEOPHILUS LONDON Rapper, Fashion-Ikone, Designer: der Selfmade-Superstar im Interview. 22 HUBERTUS VON HOHENLOHE Der Prinz und Neo-Moderator über Orte, die sein bewegtes Leben geprägt haben. 26 GLÜCKSZAHLEN: DAS ALTER Sehr alte und sehr junge Sport-Champions vereint auf einer Seite.

40 WAHRE WERTE Skate-Hero Ryan Shecklers harter Weg zurück auf die Straße. 46 DIE LUST AM LIMIT Tourist Trophy: Backstage beim gefährlichsten Motorradrennen der Welt. 54 HOHE WELLEN Kopf-an-Kopf-Finale im Surf-Weltcup der Damen. Was die zwei Rivalinnen antreibt. 58 HÄRTEFALL Lauf und paragleite von Salzburg nach Monaco. Red Bull X-Alps. Eine Vorschau.

Standards

66 DIE NUMMER 1 VON NEBENAN US-Golferin Alexis Thompson ist 16, hat aber bereits das Zeug zum Weltstar.

06 KAINRATHS KALENDERBLATT 08 FOTOS DES MONATS 98 IMPRESSUM

72 VIER TAGE MONACO Mit Weltmeister Sebastian Vettel hinter den Kulissen des Formel-1-Klassikers.

82 Auf und davon Islands Vulkane entdecken.

84 Die weltbesten Köche Peter Goossens im Hangar-7. 85 Geschmack von Welt Wir kochen „Tacos de sesos“. 86 Get the Gear Welche Ausrüstung Kajak-Profi Steve Fisher unterwegs braucht. 87 Workout So hält sich Snowboard-Champ Benjamin Karl im Sommer fit. 88 Gott in Frankreich Musiktipps und Katerfrühstück mit Festival-Guru Gilles Peterson. 90 The World’s Best Clubs Das „Drai’s“ in Hollywood. 91 Take Five Was Musiker Ziggy Marley hört. 96 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV. 98 Kolumne Lebenshilfe mit Christian Ankowitsch 5


K a i n r at h s K a l e n d e r b l at t

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Ein gelungenes Foto ist ein Puzzle aus vielen Details (und ein guter Fotograf gesteht ehrlich ein, dass er Helfer hatte). Um „Mystery Falls“ in Chattanooga – mit 281 Fuß (etwas über 85 Meter) die tiefste Höhle in Tennessee und einst für die Wasserversorgung benutzt – ins rechte Licht zu rücken, brauchte Stephen Alvarez vier Assistenten. Einer brachte die Sicherungsseile an, drei bedienten Scheinwerfer und Blitzlichter. Am Ende musste auch Alvarez ans Kletterseil. Immerhin hatte er die Hände frei: Der Fotoapparat war verwacklungssicher auf einem Stativ montiert, das Alvarez in die Kalksteinwand geschraubt hatte. www.alvarezphotography.com

TeamarbeiT

C hat tan o o g a , U Sa


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Bild: Getty Images/National Geographic Creative


B r a S í lia , B r a S i li e n

VersTeckspiel

600 Lastwagenladungen mit roter Erde hatten die Esplanada dos Ministerios im Herzen von Brasília in einen Spielplatz für große Jungs verwandelt. In eine davon versenkte der Australier Robbie Maddison seine Yamaha, als er sich nach dem Finale der Red Bull X-Fighters in einer Staubwolke von den 100.000 Fans verabschiedete. Nur einer kontrollierte an diesem Abend die Schwerkraft noch eleganter: Nate Adams, übrigens Maddisons Nachbar in Kalifornien. Adams war trotz Rekordkulisse cool geblieben – im Gegensatz zu einigen anderen – und übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung vor Andrè Villa (NOR) und Maddison. Das sieht ganz nach erfolgreicher Titelverteidigung aus, obwohl Maddison noch einmal Heimvorteil hat: Das Saisonfinale wird am 17. September in Sydney gesprungen. Red Bull X-Fighters World Tour 2011 live aus Madrid: 15. Juli, 22.15 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV www.redbullxfighters.com


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bild: Balazs Gardi/Red Bull X-Fighters


Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen

MIT HOLZ UND SEELE

Körbe werfen auf Alcatraz Al Capones feste Adresse von 1934 bis 1939 ist nicht nur eine museal-schaurige Touristenattraktion und Schauplatz eines Nicolas-Cage-Blockbusters, sondern auch Austragungsort des Finales von Red Bull King of the Rock, dem Eins-gegen-einsStreet-(Basketball-)Turnier. Am 24. September treten erstmals auch Teilnehmer aus Europa an – was die US-Boys schon jetzt nachdenklich stimmt, wie Vorjahressieger Izeah „Clutch“ Bowman verrät: „Das wird eine ziemliche Herausforderung, weil: Die Jungs in Übersee trainieren härter als wir hier in den USA.“ Wir freuen uns auf die Knast-Schlacht. www.redbullusa.com

Jeder leidenschaftliche Skater kennt das Problem: Jedes Jahr gehen schnell mal fünf Decks in die Brüche. Doch was tun mit den zwei Hälften? Zu Brennholz weiterverarbeiten? Der japanische Künstler Haroshi hatte eine bessere Idee. Er baut aus geschrotteten Boards mosaikartige Skulpturen. Totenköpfe, Körperteile, angebissene Äpfel, Elchtrophäen oder SuperMario-Büsten – so bunt wie vielschichtig. Weil alle Decks unterschiedlich geformt sind, muss der Künstler jedes zuschneiden, abschleifen und polieren. Am Ende setzte er jedem seiner Werke ein kleines Metallobjekt ein. Ein abgebrochenes Stück Achse oder ein kaputtes Kugellager. Als Verbeugung vor einem japanischen Bildhauer des zwölften Jahrhunderts namens Unkei, der den von ihm gefertigten BuddhaHolzstatuen anstelle des Herzens einen kleinen Kristall einpflanzte, um ihnen dadurch quasi Seele zu verleihen. Mehr Holz mit Herz: www.haroshi.com

Kunstwerke, die von blauen Flecken und Abschürfungen erzählen könnten.

BILDER DES MONATS

MOMENT MAL!

Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com

Unter den Einsendern der Fotos wird eine SUUNTO-Multifunktionsuhr im limitierten Red Bull X-Alps Design verlost. Auch zu bestellen unter: www.redbullxalps.com/suunto-watch

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Teheran Hohen Reifenverschleiß gab es unter

der iranischen Nachmittagssone beim Red Bull Car Park Drift. Ashkan Danesh

BILDER: GETTY IMAGES, E. HAIDEN /KTM (2), TARO HIRANO/PICTUREMAN STUDIO (4), ZIV KOREN, CHRISTIAN PONDELLA/RED BULL CONTENT POOL (1), RONEN TOPELBERG, THOMAS URNER (2)

Haroshi ist Künstler und Skater. Der Mann aus Tokio ist einer, der seine Leidenschaften vereint.


Gut gekleidet Die neue Kollektion zugunsten von Wings for Life

Elektro-Downhillbike: 88 Stück weltweit.

KTM eGnition: stromabwärts Exklusiver als jeder Ferrari: KTM legt vom weltweit ersten Elektro-Downhiller 88 Stück auf, um exklusive 8888 Euro. Ein richtig fetter Elektroantrieb (1200 Watt, 150 Nm) sorgt in Verbindung mit satten 18 cm Federweg für neue Erlebnisse: Um mit dem 33-KiloGeschoss am Trail nicht abzufliegen, muss man seine Sensoren neu kalibrieren. Mit dem eGnition ist man bergauf so schnell wie mit anderen Freeridern bergab, was neue Horizonte eröffnet. Zielgruppe: Technik-Geeks und Rider ohne Lift in der Nähe. Die ersten drei gingen passenderweise an Ölscheichs.

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Mit Red Bull New York „heim“ nach London. Sieben Tore, drei Vorlagen in elf Major-League-Soccer-Spielen 2011: Dem Franzosen geht’s in New York prächtig. Nächster Streich: Freundschaftsmatches gegen Paris Saint-Germain und Ex-Klub Arsenal beim Emirates Cup in London (30./31. Juli). Was sind Ihre wichtigsten Erfahrungen mit der MLS? Ich bin positiv überrascht, wie stark die Liga ist. Die Spieler gehen sehr ambitioniert in die Begegnungen. Vermissen Sie England? Nicht besonders. New York und London sind ähnlich. Wie wäre es, gegen Arsenal zu scoren? Da geht’s nicht um Tore oder

den Sieg. Das ist ein Freundschaftsturnier, eine super Gelegenheit für uns. Ich liebe Arsenal, und ich freu mich auf ein Wiedersehen mit meinen alten Freunden. Zeitmaschinen-Frage: Was würde der heutige Thierry sich selbst in seinem ersten Profi-Jahr 1994 sagen? Genieß deinen Trip, Mann, es wird ein guter. Und was sagt der 17-jährige dem 2011er-Thierry? Wow, hab ich viel zu tun! Wie gewinnt Red Bull New York den MLS-Cup 2011? Mehr Spiele als die anderen gewinnen, hart arbeiten und ein wenig Glück haben. www.newyorkredbulls.com

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50.000 jubelten beim Red Bull Flugtag in Tel Aviv, Israel – eine junge Frau auf der Rampe weinte. Aber nicht etwa aus Verzweiflung, sondern aus Rührung: Machte doch der Chefpilot der „Angry Birds“, nachdem er sicher gelandet war, seiner Freundin einen Heiratsantrag. Sie sagte: Ja.

DAS GEWINNERBILD

Charlotte Über 7100 hochgeladene

Bilder von Fans zierten die RBR-NASCARBoliden beim Charlotte 600. Garret Garms

Tallinn Bei der Kürze dieser Radbahn war es

vorteilhaft, nicht zu Schwindelgefühlen zu neigen. Łukasz Nazdraczew, Red Bull Mini Drome

Sofia Holzbretter und Metallrollen. Von Luxusausstattung im Interieur ist man meilenweit entfernt. Liubomir Asenov, Red Bull Lagernica 13


B U L L E VA R D

Aleksandar Milanovic – der 19-Jährige misst zwei Meter und wiegt 130 Kilogramm – ist einer der österreichischen Hoffnungsträger für die Heim-Football-WM (8. – 16. Juli). Der Offensive Lineman der Raiffeisen Vikings kam beim Spiel USA gegen Team World zum Einsatz und empfahl sich sogar für US-College-Teams.

 : Deine Erinnerungen an das Spiel USA gegen Team World?  : Ich war überrascht, dass die USA technisch derart gut, dabei aber eher soft spielten. Leider verloren wir um einen Touchdown. In der WM-Vorrunde geht es gegen Japan, Kanada und Frankreich. Japan ist zweimaliger Weltmeister (1999 und 2003) und hat sehr gute Special-Teams. Gruppen-Favorit ist Kanada. Der Titel wird wie 2007 über die Amerikaner führen. Was sind deine Zukunftspläne? Ich absolvierte im Juni meine HTLReifeprüfung und werde ab August in die USA gehen, um mir einige Colleges anzusehen, von denen ich bereits zu

Talloires Äußerste Präzision war bei Wendelin Ortners Punktlandung gefragt. Vincent Curutchet, Red Bull Éléments 14

Probetrainings eingeladen wurde. Das Niveau des College-Footballs? Absolut professionell. Es wird fünfmal pro Woche trainiert, und es gibt genau abgestimmte Ernährungspläne und spezifisches Krafttraining. Dein Vorbild? Wie man es in die National Football League (NFL) schafft, zeigte Sebastian Vollmer. Der Deutsche hat ungefähr meine Statur und kam vor zwei Jahren als Tackle zu den New England Patriots. Drei Offensive-Lineman-Attribute? Schnelle Hände, ein großer Körper mit breiten Hüften und ein guter Beschützerinstinkt – meine Aufgabe ist es, keinen an den Quarterback zu lassen.

versus Spielzeit: vier Spielviertel zu je 15 Minuten

Spielzeit: vier Spielviertel zu je 12 Minuten

Die Vince Lombardi Trophy wird jährlich bei Tiffany’s aus Sterlingsilber gefertigt. Wert: 17.000 Euro.

Der WM-Pokal des Wiener Künstlers Wolf Mantler ist aus poliertem Messing. Materialwert: 2500 Euro.

Die schwersten NFLSpieler bringen 160 kg auf die Waage.

Mit 150 kg muss sich OL Norbert Baumberger (AUT) nicht verstecken.

ln der NFL müssen für einen gültigen Catch beide Fußsohlen das Spielfeld berühren.

Zumindest ein Fuß hat am Court zu sein, wenn der Spieler beim Catch den Ball kontrolliert.

Phil Rivers, Quarterback der San Diego Chargers, kassierte 2009 mit 25,5 Millionen Dollar die Topgage.

Bei der WM ist Australiens Punter Ben Graham mit einem Jahresgehalt von 720.000 US-Dollar der Bestverdiener.

www.americanfootball2011.com

Hamburg Zu-gleich! Die regnerischen

Bedingungen erschwerten den optimalen Griff. Dirk Mathesius, Red Bull Man Tau

Osaka Keine Sorge. Diese Verrenkungen sehen zwar schmerzhaft aus, blieben aber ohne Folgen. Jason Halayko, Red Bull BC One

BILDER: GEPA PICTURES, HERBERT KRATKY 2011

NEUER BLOCK-BUSTER

Jungstar Aleksandar Milanovic vor der Football-WM.


B U L L E VA R D

MEIN KÖRPER UND ICH

MAYA GABEIRA

Das Leben einer Big-Wave-Surferin hat zwei Seiten. Eine erfreuliche: Sonne, Strand, Meer und die tollsten Wellen der Welt. Und eine leidvolle: gebrochene Knochen, ein schmerzender Rücken und im Fall der Brasilianerin Maya Gabeira sogar chronisches Asthma.

AUF DIE NASE

Im Oktober 2008 brach ich mir bei einem BarrelRide die Nase, als mein Board gegen mein Gesicht flog. Ich hatte eine Schnittwunde, sah das Blut und wusste, dass ich gleich ohnmächtig werde. Ich hob meine Hand und sah noch den ehemaligen Big-Wave-Surfer Eraldo Gueiros auf einem Jet-Ski. Er schaute mir in die Augen … dann wurde es dunkel. Das Nächste, woran ich mich erinnern kann, waren meine Eltern in der Notaufnahme. Meine allererste Frage – die ich übrigens nach jeder Verletzung stelle – war: „Wann kann ich wieder surfen?“

ATEM BE RAUB EN D

TEXT: ANDREAS TZORTZIS. BILD: BARRY J. HOLMES

Einmal hatte ich einen der art heftigen Asthma-Anfall, dass ich ins Spital eingeliefert wurde, wo ich das Bewusstsein verlor und erst wieder zu atmen begann, als man mir eine Sauerstoffmaske aufsetzte. Abgese hen davon denke ich, ist Asthma für eine BigWave-Surferin gar nicht so schlimm. Die größte Angst vieler Sur fer ist es ja, keine Luft zu bekomme n, doch ich habe meine Atemproblem e schon von Geburt an. Also kenne ich das Gefühl, keine Luft zu bekommen, und breche unter Wasser nicht gleich in Panik aus.

E STAB ILE SE ITE NL AG

lich nicht der Mein Rücken ist grundsätz in Trainer me lte wol uar Jan Im beste. Monsterdie , fen sur Carlos Burle Jaws ich mir riss ver ei Dab aii. Haw welle auf terher Hin ch. dur r das Kreuz, hielt abe an: „Bist d fen prü los Car h mic e schaut Schmerdu okay?“ Zuerst waren die dann r abe n, alte zuh aus h zen noc am bek Ich m. wurden sie schlim nte kon und en ritz nsp tiso Kor zehn Stunden nur in Seiten mal ein ht Nic en. ring zub lage mich auf die Toilette konnte ich schleppen.

AU FSTIE G UN D AB WU

RF In letzter Zeit bin ich seh r viel bergauf Rad gefahren – super für meine Lungen, die brennen dann so schön. Im Fitnessstudio mache ich mit meinem Coa ch sehr viel Training mit Gewichten, Gle ichgewichtsübungen und Bauchmusk eltraining. Fürs Paddeln benötigst du sta rke Arme, und du brauchst Balance und Exp losivität, um eine Welle zu schnappen . Um sich mental von kapitalen Abwürfe n zu erholen, braucht man etwas andere s: einfach nur Zeit. Man muss akzept ieren, dass Fehler passieren oder das s man gewisse Risiken lieber nicht hät te eingehen sollen. Andererseits kann man schließlich nicht alles kontrollier en.

SNACKB AR

KohIch esse alles, allerdings nicht sehr viele ks wie lenhydrate. Früher liebte ich kleine Snac reichlich Müsli oder Energieriegel. Darin waren , zu viel für Zucker und Kohlenhydrate enthalten sie durch meinen Geschmack. Daher habe ich oder mehr eiweißhältige Nahrung wie Käse mich für n ware ks Snac zt. erset Truthahnbrust unlängst früher immer süß und knusprig. Doch köstlich! – eisch rrfl n-Dö Pute probierte ich

ENERGIEVERLUST Ich bin eigentlich der Jeden-Tag-Vollgas-Typ. Aber wenn es mich erwischt, liege ich flach – und man findet mich gleich in der Notaufnahme wieder. Vor einigen Wochen hatte ich mit einem hartnäckigen Virus zu kämpfen. Ich war in Tahiti, konnte dort zehn Tage lang nicht surfen und verlor fünf Kilogramm Gewicht. Am Ende verbrachte ich den Vormittag im Krankenhaus, ging zum Mittagessen nach Hause, übergab mich und kehrte ins Spital zurück. Als ich meinen Eltern, die in Rio leben, darüber per Skype berichtete, waren die ganz verrückt vor Sorge. Mehr Videos und Fotos der Big-Wave-Lady auf: de.redbulletin.com/gabeira

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b u l l e va r d

Selfmade SuperStar

Theophilus london

Er ist Rapper, Fashion-Ikone, Stylist und Designer – ein Allroundgenie, das mit seinem Debütalbum kurz vor dem Durchbruch steht. Sollte klappen, schließlich heißt sein Mentor Kanye West.

Geburtsdatum/-ort 23. Februar 1987, Trinidad Erster Arbeitgeber Calvin Klein Selbstvermarktung Er ließ Baseball-Caps mit seinem Markenzeichen „LVRS“ produzieren – limitiert auf 100 Stück. Zwei davon besitzt Kanye West. Girl-Talk Theophilus war als Teenager ein Nerd. Erst nachdem er seinen ersten Freestyle-Rap-Battle gewonnen hatte, klappte es mit den Ladys.

London calling: „Du musst den Leuten die Erleuchtung bringen, Mann!“

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„Timez Are Weird These days“: Für Theo­ philus london ist das mehr als bloß der Titel seines debütalbums. An einem Tag macht er das Styling für sein eigenes Video, am anderen trinkt er mit ViPs Champa­ gner in Cannes. Alles ist bunt, alles geht wahnsinnig schnell für den smarten New Yorker. Seine Platte scharrt dabei noch in den Startlöchern: eine Symphonie Synthe­ sizer­geschwängerter dancefloor­Tracks zwischen Hip­Hop und House, veredelt von Produzenten wie Jokke (Swedish House Mafia) und david Sitek von TV on the radio. Und schon vor dem release ziert er die Cover sämtlicher Hipster­Magazine. red bulletin: Du hast einige Fotos von dir und Kanye auf deinem Tumblr-Blog. Was imponiert dir an ihm? theophilus london: Sein Tatendrang, Mann. der Wille, seine Visionen zu durch­ zusetzen. ein beispiel: er spaziert bei „Sa­ turday Night live“ (legendäre US-SketchShow auf NBC, Anm.) ins Studio und sagt: Wir können das machen, aber wir machen es so, wie ich mir das vorstelle. in den vierzig Jahren Sendung wurde zum ersten Mal auf Wunsch eines Künstlers die Kulisse geändert. ich war beim Soundcheck dabei, es war sehr inspirierend. denn auch mir ist die Kontrolle über meine eigene Musik und erscheinung sehr wichtig. Und ich hoffe, dass meine ersten fünf Platten so durchstarten wie seine. Noch trennen uns Welten, aber – mal sehen.

Wie willst du diesen Punkt erreichen? du musst deinen Fans gegenüber immer loyal sein. ihnen ist es egal, auf welchem label du deine Platten rausbringst oder wo du lebst. Sie wollen, dass du für sie alles gibst, wenn sie zu deinen Konzerten kommen. du musst den leuten die er­ leuchtung bringen, Mann! Kanye sagt, an einem Punkt ist es notwendig, als Person mit deiner Kunst zu verschmelzen, um sie auf einen neuen level zu hieven. Wie hat diese Denkweise sich auf dein Album ausgewirkt? die meisten Songs sind von der Pike auf entstanden. ich hab mich mit den Produ­ zenten hingesetzt und zusammen mit ihnen Musik gehört. ich sagte, hey, lasst uns doch etwas machen, was klingt, als wären biggie Smalls, rick James und der Jackson­5­drummer gemeinsam im Stu­ dio. ich arbeite nur mit Jungs, die mit sol­ chen referenzen etwas anfangen können. Meine Plattenfirma wollte mich mit lady Gagas Produzent zusammenspannen, aber das konnte ich meinen Fans nicht antun. So weit gekommen zu sein und dann einen Abklatsch von „Poker Face“ zu singen? das geht echt nicht. Was würdest du machen, wenn du nicht Musiker wärst? ich wäre im Marketing. ich habe schon mit Firmen wie Nike und Gucci gearbeitet. ich kenn mich in dem Gebiet aus. Schon meine ersten Mixtapes haben mich zum Star gemacht, sie sind um die Welt gegangen – ganz ohne fremde Hilfe. Und ich bin noch lange nicht am Ziel.

„Meine ersten Mixtapes haben mich zum Star gemacht, sind um die Welt gegangen – ganz ohne fremde Hilfe. Und ich bin noch lange nicht am Ziel.“

Theophilus London: „Timez Are Weird These Days“ erscheint am 19. Juli theophiluslondon.net

TexT: riCHArd THoMAS. bilder: JoNATHAN MANNioN, roGer KiSbY/GeTTY iMAGeS

Name Theophilus London


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Briefe an die Redaktion. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur sehr ausführlichen und gut gemachten Reportage über die Region Spielberg im Mai-Heft. Nachdem ich regelmäßig in dieser Region bin, ist mir jedoch ein Fehler in Ihrer Grafik (Luftbild) auf Seite 54 aufgefallen: Der Zinken bzw. die Zinken-Südrinne befindet sich am linken Seitenrand ganz oben. Der Offroad Car Track müsste daher nicht wie eingezeichnet ganz rechts im Bild, sondern ganz links oben zu finden sein. Mag. Benedikt Gamillscheg, per E-Mail

KURZ & DENNOCH EINZIGARTIG

Stark, schnell und ausdauernd: Diese Herren fanden den Weg zum Erfolg.

Der Amerikaner Trey Hardee holte sich beim traditionellen Mehrkampfmeeting in Götzis, Vorarlberg (AUT), mit 8689 Punkten den Sieg.

Der vierfache Weltcupsieger Kilian Fischhuber (AUT) kletterte beim Boulder-Weltcup in Vail zu seinem zweiten Erfolg auf amerikanischem Boden.

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Casey Stoner (AUS) dominierte den MotoGP von Silverstone. In der 125-ccm-Klasse krönte sich Jonas Folger (17, GER) zum jüngsten GP-Sieger aller Zeiten.

KayaNach dem Sieg in Tschechien holte sich den Titel ker René Holten Poulsen (DEN) auch r. in Duisburg (GER) über die 1000 Mete

Einen Vergleich zwischen den Rolling Stones und Bob Dylan zu ziehen – wie Sie das in der Juni-Ausgabe gemacht haben – ist so, als würde man einen steirischen Sauvignon Blanc mit einem französischen Burgunder vergleichen. Beide großartig, aber völlig anders. Die letzten Alben der Stones waren sehr gut, die letzten von Dylan auch. Allerdings nicht zu vergleichen. Oder vergleicht ihr auch Adrian Newey mit Sebastian Vettel? Oder Thomas Morgenstern mit Lindsey Vonn? Eben. Michael Jertschin, per Mail

Leserbriefe an The Red Bulletin richten Sie bitte per Fax an +43 (0)1 90221-28809, per E-Mail an leserbriefe@at.redbulletin.com oder per Post an Heinrich-CollinStraße 1, 1140 Wien. Leserreaktionen werden nur veröffentlicht, wenn sie Name, Adresse und Telefonnummer bzw. E-MailAdresse enthalten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor, wenn es Länge und Klarheit erfordern.

BILDER: GETTY IMAGES, GOLD AND GOOOSE PHOTOGRAPHY, PICTUREDESK.COM, RICK LOHRE. ILLUSTRATION: DIETMAR KAINRATH

Die Juni-Ausgabe ist Ihre bisher beste, von niemand zu übertreffen, Gratulation und weiter so! Vielen Dank für so viel Spektakuläres und Atemberaubendes! Peter Neumann, per E-Mail


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2011 MAMMUT 9.5 INFINITY

Dieses Topmodell aus der Mammut-Kollektion besteht im Kern aus Gefahren des Berges ausgesetzt, auch die verwendeten Naturfaserzehn von einem Zwirnmantel geschützten Einlagen von Polyamid-6Kletterseile waren nur unter optimalen Bedingungen völlig zuverVerbindungen. Die Fasern im Kern veredelt eine Teflonschicht, was lässig. Bei Minusgraden wurden sie steif und glitten nur unwillig Reibung reduziert und Belastungen gut verteilt. Die Imprägnierung GIATUT ADIGNIT NULL SEQUAT, SI von sowohl Mantel als auch Kern macht das Seil unempfindlich durch den Karabiner, bei Nässe quollen sie aufEA undCOR machten Knoten unlösbar. Zudem trockneten sie nur an der Oberfläche: Innen fingen gegen Nässe. Selbst ein glatter Durchstich, etwa mit einer spitzen Vel zu doverfaulen odoloreetan, ex so eadass corper sit,ältere corpercil nullamcommy quiscip er siVon tieden facillupsie man Hanfstrickeinci mitbla einem kräfti-ex essecte Steigeisenzacke, nichts an dernim Reißfestigkeit: consequi tatem zzrit iriu-ändert ex etum ver sizerreißen bla autemkonnte. dolore1865 mod kostete molor der wohl tat. Duisseq uipismolum illandiamet gen Handzug Fasern des Seils würden dadurch lediglich rundwiscin500 re tiobekannteste erostrud endion utemzirka irilit,65.000 quat. Duissis alit illaor sim zzrit eui tat,vier vel Bergsteiger iure mod do (darunter cil ut ip ex eliqui blaore weiter faciliquat adipsum Seilriss der Alpingeschichte Charles – die restlichen 64.500 erledigen ihren Job. Eine cil iquisl irit wissis num nosdurchtrennt aliquatin verilla commy nos doloborero odUnser dolobor zzriure do conulputpat. Ut vel utpatetue moHudson) amaugiatum Matterhorn das Leben. Foto zeigt einenconse der letzletzte Achillesferse jedoch: Stürzt ein Kletterer mehrere Male conulla dolore doloboreet do dolobor- bleibt susto con volore exer si. loboreet er über sequisim ventFelskanten, niat aciduip ten Vertreter seiner Gattung: maschinell geflochtener Langhanf, un- at. Bortisl ins Seil und es inläuft dabei jedesut Mal scharfe kann per iure delisi blandit doloreet isciliquat.reißen. Duis nitwww.mammut.ch alit alisisim ver si tat. Ut a Rud dolore eliquat, vel ulput lam, quatem www.alpenverein-austria.at imprägniert und entsprechend verletzlich. dieses High-Tech-Stück issim quam zzrit luptat, si selbst blam irit ullamco 20

TEXT: ARKADIUSZ PIĄTEK. BILDER: KURT KEINRATH

Acil ullutpat, sim quis aci bla aliquisit nummy 1955 nummyHANFSEIL nos nulla consenim ad tem essecte consequat ute mod tatum quisit Vor sechzig Jahren waren Kletterer bei einer Tour nicht allein den


b u l l e va r d

ort-rap

Hubertus von HoHenloHe

Der Prinz, der als Ski-Legende, Musiker, Fotograf und nun auch als Hubertusjäger für Schlagzeilen sorgt, über Stationen einer kosmopolitischen Biographie.

Geboren 2. Februar 1959 in Mexico City, wuchs in Spanien und Österreich auf, ist Staatsbürger von Mexiko, Österreich und Liechtenstein. Sportler Fünfmal erreichte Hohenlohe Top-TenPlatzierungen in Ski-Weltcup-Kombinationen, er ist fünffacher Olympia- und 14facher WM-Teilnehmer. Künstler Freundschaften mit vielen Künstlern (u. a. Falco, Yello-Sänger Dieter Meier) brachten ihn zuerst zur Musik, später zur Fotografie. Hohenlohe wurde von verschiedenen Unternehmen (u. a. Milka, Puma, Palmers) als Fotograf für Kampagnen engagiert.

Der Künstler im Spiegel  seiner Arbeit, diesfalls  New Yorker Porträts  von Thierry Henry und  Diane von Fürstenberg.

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mexico city: der Ort, an dem man ge­ boren wird, gibt einem etwas mit für den rest seines lebens. Mexico City ist eine Stadt mit viel Kultur – außerdem verdan­ ke ich Mexiko, dass ich eine ziemlich individuelle Skikarriere machen durfte. marbella: Meine Heimat, zumindest wenn man Heimat so definiert, dass man den busfahrer kennt und den Kellner vom lokal am Hafen. An ihrem Wandel hab ich miterlebt, wie Menschen aus Geschäfte­ macherei etwas Wunderschönes zerstören können. vaduz: Mein zweiter Wohnort. in liechtenstein hab ich gelernt, dass ich für die formelle Art des Geschäftemachens nicht geeignet bin. val d’isère: 1981 mein erstes Weltcup­ Skirennen, oben ein Klammer, ein Griss­ mann, alle idole. Aber irgendwie bin ich mit wackeligen Knien runtergekommen. Für mich war das Skifahren immer so, wie einen Achttausender zu besteigen, für sich selbst eine tolle leistung zu bringen, nicht, andere zu besiegen. turin: Meiner Familie gehören dort die lifte und der Hang, auf dem 2006 die Olympiarennen gefahren wurden, aber man hat mich nicht fahren lassen. da hab ich Politik kennengelernt. vancouver: Und dann doch noch einmal Olympia! ich hab mir vorher eine Ant­ wort auf die Frage überlegt, wie es sich anfühlt, als ältester Teilnehmer. „it’s like sex“, hab ich gesagt. „When you’re young

Leichtigkeit des Südamerikaners, Schwere der österreichischen Seele, aristokratischer Background – da bleibt nur Kunst! it’s much easier but when you’re old it’s much better.“ zürich: in Wien hatte mich Falco gebeten, bei den Aufnahmen von „America“ meinen Senf dazuzugeben, „du kennst di jo durt aus“, hat er gesagt. Yello habe ich 1987 in Zürich mit Shirley bassey zusammen­ gebracht. eine rührende begegnung, weil „The rhythm divine“ so gut gepasst hat. das wissen die wenigsten, aber Shirley hat sich schwere Vorwürfe wegen des Selbstmords ihrer Tochter gemacht, und dieses Gefühl bringt sie in dieser Nummer zum Ausdruck, das geht wahnsinnig unter die Haut. rio-vienna: der Titel meiner ersten eigenen Cd. dieter Meier von Yello hat gesagt: du hast die leichtigkeit des Süd­ amerikaners und die Schwere der öster­ reichischen Seele, dazu den aristokrati­ schen background, du musst künstlerisch was machen! damals konnte ich eigentlich noch nicht gut genug singen, aber es war der Schritt ins künstlerische Arbeiten. barcelona: 2002 meine erste Ausstellung als Fotograf. die Grundidee, in meinen Fotos die Welt widerzuspiegeln – die Kunst soll ja ihre Zeit spiegeln! –, ist da mit dem einfachsten möglichen Mittel umgesetzt, tatsächlich mit einer Spiege­ lung. erwin Wurm hat das dann auf­ gegriffen und in Wien eine Ausstellung meiner bilder kuratiert. new york: die Stadt, die mir als Zwanzig­ jährigem das Aha­erlebnis verschafft hat, dass es eine Welt außerhalb europas gibt. in der ich Andy Warhol kennenlernen durfte. Und: New York war die Stadt mei­ ner ersten „Hubertusjagd“ auf ServusTV!

„Hubertusjagd“ –  Hubertus von Hohenlohe in Sevilla: 26. Juli,  21.05 Uhr auf ServusTV

TexT: STeFAN WAGNer. bilder: HUberTUS VON HOHeNlOHe (2), FerrY NielSeN/PiCTUredeSK

Name Hubertus Rudolph von Hohenlohe


Dort kriegt man garantiert noch eine. Denn www.urlauburlaub.at ist die internetsuchmaschine Die wirklich jedes freie Bett in Ă–sterreich findet. von Der familienpension bis zur nobelherberge.


B U L L E VA R D

Das ist der beste NachwuchsBadmintonspieler der Welt. Er ist Däne, 17 Jahre alt, heißt Viktor Axelsen und kommt dem weltschnellsten Smash schon auf 50 km/h nahe.

FORMELSAMMLUNG

… UND SMASH! DAS SAGT DER ATHLET* Badminton ist der schnellste Racketsport, und der Smash beschleunigt den Federball am stärksten. Den Rekord hält ein chinesischer Spieler namens Fu Haifeng mit 332 km/h, mein Smash ist ungefähr 270 km/h schnell. Du wirst nie ein guter Badmintonspieler werden, wenn du keinen guten Smash hast. Und „gut“ heißt: aggressiv, hart, präzise. Am wichtigsten sind richtige Technik und perfektes Timing – erst sie verwandeln deine Kraft in Tempo. Der Smash ist ein Überkopfschlag, du springst ab und musst Körper, Arm und Handgelenk perfekt aufeinander abstimmen, um den Federball hart und präzise übers Netz dreschen zu können. Wichtig ist der richtige Knick des Handgelenks, der die ganze Power in den Schlag bringt und die Richtung des Schlags bestimmt – wenn dir ein harter Smash in einem guten Winkel gelingt, wird dein Gegner richtige Probleme haben. DAS SAGT DER PHYSIKER** Der Schlüssel zum Erreichen der enormen Geschwindigkeiten beim schnellsten Racketsport der Welt liegt in der Technologie der Rackets und in der Fertigkeit der Athleten. Der Athlet setzt verschiedene Gliedmaßen in einer zeitlich abgestimmten Reihenfolge ein. Eine fließende Bewegung von Oberarm, Unterarm, Hand und Racket führt zur Summierung der Kräfte. Die Kraft, die durch die Bewegung der Schulter, des Ellbogens und des Handgelenks erzeugt wird, wird um die Kraft der darauf folgenden Gelenksbewegung erhöht. 24

Die Geschwindigkeit in der Mitte des Racketkopfs ist die Summe von Einzelgeschwindigkeiten: des Beitrags der Beine und des Körpers zur Vorwärtsgeschwindigkeit des Rackets und der Geschwindigkeiten durch die koordinierte Bewegung von Schulter, Ellbogen und Handgelenk. Hier wird die Rotationsbewegung um ein Gelenk in eine lineare Bewegung umgewandelt. Rotiert ein Stab der Länge r mit der Winkelgeschwindigkeit ω um ein Ende, ergibt sich für die lineare Geschwindigkeit des anderen Endes v = r ω. Werden nun alle Geschwindigkeiten addiert, so erhalten wir die Geschwindigkeit des Mittelpunkts des Racketkopfs: v = v0 + r1 ω1 + r2 ω2 + r3 ω3. Dabei sind v0 die Vorwärtsgeschindigkeit des Körpers, r1 die Länge des Oberarms, r2 die Länge des Unterarms und r3 die Distanz zwischen Handgelenk und Mittelpunkt des Racketkopfs. Die Winkelgeschwindigkeiten um die Schulter, um den Ellbogen und um das Handgelenk sind ω1, ω2 und ω3. Ist das Tempo des Racketkopfs bekannt, lässt sich die Geschwindigkeit des Federballs mit dem Impulssatz berechnen. Um eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen, ist eine gute zeitliche Koordinierung erforderlich. Der Athlet muss den Federball genau zu dem Zeitpunkt schlagen, zu dem das Racket die maximale Geschwindigkeit erreicht. * Viktor Axelsen, 17, Däne, ist regierender Europa- und Weltmeister der Junioren im Badminton. ** Prof. Thomas Schrefl unterrichtet und forscht an der Fachhochschule St. Pölten, Niederösterreich, und an der Universität Sheffield, Großbritannien. www.viktoraxelsen.dk

BILD: JENS ASTRUP. ILLUSTRATION: MANDY FISCHER

Einen federleichten Federball auf 332 km/h beschleunigen? Das ist möglich, weiß man die Kräfte der Physik auf seiner Seite.


B U L L E VA R D

ZAHLEN DES MONATS

ÜBER DIE JAHRE

Eiserner Wille, einzigartiges Talent, hervorragende körperliche Konstitution: Das sind die Eigenschaften, die außergewöhnliche Leistungen ermöglichen – das Alter ist dabei Nebensache.

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Aleksander Doba Bernard Hopkins

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Als Elternteil ist man glücklich, wenn der dreijährige Sprössling laufen oder sprechen kann. 2003 nahm Reebok das dreijährige Basketball-Talent Mark Walker unter Werbevertrag, das in einem Videoclip 18 Körbe in Folge warf – mit regulär großem Ball und Korb und beidhändiger Wurftechnik hinter dem Kopf. Zwei Jahre zuvor war dem gleichaltrigen Jake Paine ein Hole-in-One auf dem 66 Yards (60,35 m) langen 6. Loch des Lake Forest Golf Course in Kalifornien gelungen.

Immer wieder gab es Versuche alternder Boxlegenden, bei Comebacks noch einmal ordentlich Kasse zu machen. Für Bernard Hopkins geht es um mehr – nämlich tatsächlich um Titel. Im Mai 2011 besiegte der 46-jährige Amerikaner den 18 Jahre jüngeren Jean Pascal (CAN) im Kampf um den WBC- und IBO-Weltmeistergürtel im Halbschwergewicht und krönte sich damit zum ältesten Weltmeister der Boxgeschichte.

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Aaron Brooks

Wenn der Bursche in der Kraftkammer neben Ihnen beim Bankdrücken mehr Gewicht stemmt, muss man nicht gleich an sich zweifeln. Handelt es sich allerdings um ein Kind, sollten Sie vielleicht die Sportart wechseln (oder den Club). Der neunjährige, nur 40 Kilo schwere Aaron Brooks aus Maryland stellte im Juni 2010 einen Rekord von 45 kg auf und verbesserte dabei die alte Bestmarke um 10 kg – umgerechnet 2,5 Xbox-Spielkonsolen.

Oscar Swahn

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Wer ist der älteste Olympiamedaillengewinner der Geschichte? Anhänger nutzlosen Sportwissens wissen die (sportliche) Antwort: Oscar Swahn. Der Schwede gewann in Antwerpen 1920 mit 72 Jahren die Silbermedaille in der Schießdisziplin „Laufender Hirsch (Doppelschuss)“. Umfassender Interessierte entgegnen: Bei der „Kulturellen Olympiade“ 1948 in London holte sich der 73-jährige John Copley ebenfalls eine Silbermedaille – in der Disziplin „Gravur und Kupferstecherei“.

George Atkinson

Am 26. Mai 2011 – drei Tage vor seinem 17. Geburtstag – war George Atkinson der jüngste Mensch, der die Seven Summits (die höchsten Gipfel der „sieben Kontinente“) bestiegen hatte. Als der Brite auf dem Gipfel des Mount Everest stand, toppte er die bis dahin gültige Bestmarke um 299 Tage. Den ersten Gipfel, den des Kilimandscharo, erreichte der Teenager mit elf Jahren. Der jüngste Everest-Besteiger ist übrigens Jordan Romero (USA), der mit 13 Jahren, 317 Tagen am Gipfel stand (Mai 2010). Berechnen Sie Ihre Lebenserwartung auf: www.wie-alt-werde-ich.com

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TEXT: PAUL WILSON. BILDER: ACTION IMAGES (1), ARSOBA TRAVEL (1), COURTESY OF JOHN BROOKS (1), GETTY IMAGES (1), SWNS GROUP (1)

Zwei „Seebären“, gemeinsam 131 Jahre alt, schrieben in diesem Jahr mit Atlantiküberquerungen Geschichte. Seit 4. März ist der Kanadier Tom Butscher, 67, der Älteste, der je den Atlantik durchruderte. Für die 5094 Kilometer von Marokko nach Barbados benötigten er und seine 15 Teamkollegen 52 Tage. Noch beeindruckender mutet die Leistung von Aleksander Doba an. Der 64-jährige Pole paddelte in einem sieben Meter langen Kayakboot in 98 Tagen, 23 Stunden, 12 Minuten solo 5395 Kilometer von Dakar (Senegal) nach Aracaju (Brasilien).


ACTION

FA S T In Indiens Mega­Metropole Mumbai setzt sich jeden Morgen ein einzigartiges Liefernetzwerk in Bewegung: 5000 Männer mit weißen Mützen schwärmen aus und sammeln 200.000 Blech­ dosen ein, gefüllt mit Mittagsmahlzeiten. Diese Dosen werden „Dabbas“ genannt, ihre Liefe­ ranten „Dabbawalas“. Die Dabbawalas bringen die 200.000 Mahlzeiten von den Wohnsiedlun­ gen im Zentrum in die Geschäftsviertel im Süden Mumbais – ohne Autos, ohne Motorräder und doch pünktlich auf die Minute. Jeder ihrer 200.000 Kunden bekommt dabei sein persönliches Mittagsmenü an den Bürotisch geliefert. Dabbawalas sind für ihre Zuverlässigkeit berühmt: In 28


FOOD einer Stadt, deren Verkehr längst außer Kontrolle geraten ist, finden sie jeden Tag den schnells­ ten Weg durch das Chaos. Dabei sind die Dabbawalas einfache Männer: Achtzig Prozent von ihnen können weder lesen noch schreiben – trotzdem funktioniert ihr Lieferservice in Mumbai seit mehr als 120 Jahren. Um herauszufinden, wie 5000 Männer den effizientesten Lieferdienst in Indiens größter Stadt betreiben, gibt es nur eine Möglichkeit: Man muss ihnen quer durch die 20­Millionen­Metropole folgen. Von dem Moment, in dem sie ihre Wohnungen verlassen, bis zum letzten ausgelieferten Menü.

Von Andreas Rottenschlager (Text) und Philipp Horak (Bilder) 29


07:30 Uhr / Das Viertel erwacht

08:00 Uhr / In dunklen Küchen

In den Wohnhäusern von Dadar, im Nordwesten Mumbais, beginnen die Ehefrauen das Mittagessen für ihre Männer zuzubereiten.

Wer nicht selber kochen will, bestellt Menüs aus den zahlreichen Groß­ küchen der Stadt und lässt sie sich vom Dabbawala ins Büro liefern.


08:30 Uhr / Essen für viele

09:00 Uhr / Die Liefertour beginnt

In dieser Großküche werden täglich 300 Mahlzeiten zubereitet und in silberne Blechdosen („Dabbas“) gefüllt. Gekocht wird meistens vegetarisch.

In ganz Mumbai holen insgesamt 5000 Dabbawalas die Blechdosen aus den Wohnungen und Garküchen. Jayram Lohoti (unten) macht das seit 19 Jahren.


09:30 Uhr / Code-Kontrolle

09:50 Uhr / Die Last wird größer

Eine Zahlen-Buchstaben-Kombination auf jeder Dabba weist Lieferant und Zielort des Menüs aus. Die Dose im Bild (oben) muss nach Churchgate.

Jayram muss mittlerweile seinen Handkarren zu Hilfe nehmen. „Allmählich kommen die Rückenschmerzen“, sagt der Achtundvierzigjährige.


10:00 Uhr / Blechlawine mit Fahrrad

10:50 Uhr / Maximale Beladung

Mumbai ist keine Stadt für Radfahrer. Vilas Rahane, seit 18 Jahren Dabba­ wala, kreuzt trotzdem täglich durch Dadar und sammelt Mittagsmahlzeiten.

Kurz vor elf Uhr hängen an Vilas’ Fahrrad 55 Dabbas: 35 hinten, 20 vorne – das sind 65 Kilo Extragewicht. Sein Rad steuert sich träge wie ein Schlachtschiff.


11:00 Uhr / Der kritische Punkt

11:30 Uhr / Ab nach Süden!

Am Bahnhof von Dadar haben die Dabbawalas 30 Sekunden Zeit, die ge­ sammelten Blechdosen in die Waggons der Western Railway zu verladen.

Die Zugverbindungen sind der wichtigste Baustein im Liefersystem der Essenskuriere: Sie verbinden die Wohngegenden mit den Geschäftsvierteln.


12:00 Uhr / Ordnung ins Chaos

12:15 Uhr / Der Billig­Transporter

Vor der Bahn­Endstation Churchgate werden die Dabbas ein letztes Mal sortiert. Die Schutzhüllen halten den Staub ab und das Essen warm.

Warum Dabbawalas keine Motorräder benutzen? Weil Fahrräder kein Benzin brauchen und man am Drahtesel gegen die Einbahn fahren darf.


13:00 Uhr / Dabbawala-Lunch In den Horniman Circle Gardens essen jene Dabbawalas zu Mittag, die ihre Liefertour bereits hinter sich haben. Heute gibt es Fladenbrot mit Reis.


13:15 Uhr / Letzter Balance-Akt

13:30 Uhr / Essen ist da!

Jayram hat nur noch wenige Meter vor sich. Die Palette auf seinem Kopf misst 2,5 mal 0,5 Meter und wiegt 75 Kilogramm.

Die Anwältin rechts überrascht es längst nicht mehr: Pünktlich wie jeden Tag steht Jayram mit ihrem Mittagessen im Büro.


KNOCHENARBEIT MIT SYSTEM Eine kurze Einführung in die Welt der Dabbawalas: Warum ihr Lieferservice nur in Mumbai funktioniert, wie sie neue Mitglieder auf die Probe stellen und was man beachten sollte, wenn man vollbeladene Schrott­Fahrräder durch eine 20­Millionen­Metropole lenkt.

DIE ERFOLGSFAKTOREN Die fünf Gründe für das Funktionieren des Dabbawala­Liefersystems.

SAMMELZONE

Dadar

Indien

Bahnhof Dadar We ste rn R ailw ay

Mumbai

Victoria Dock Chowpatty Beach

Bahnhof Churchgate

LIEFERZONE Nariman Point N W

O

2 km 1 Meile

S

1. AUSRÜSTUNG Im Großraum Mumbai drängen sich geschätzte 20 Millionen Menschen, die Straßen der Stadt sind also brechend voll. Die Dabbawalas laufen zu Fuß, fahren Rad oder schieben Handkarren – und können sich dadurch freier bewegen.

2. VORORTZÜGE Sechs Millionen Menschen fahren in Mumbai täglich mit dem Zug. Pro Jahr sterben 3000 von ihnen auf den Gleisen. Dabbawalas dür­ fen die Frachtabteile benutzen, um die Mahlzeiten auf schnells­ tem Weg nach Süden zu trans­ portieren (siehe Grafik links).

3. TRADITION Dabbawalas gibt es in Mumbai seit 121 Jahren. Der Überlieferung nach hatte der Geschäftsmann Mahadeo Havaji Bachche die Idee für den Lieferservice. Seit 1956 sind die Dabbawalas im „Nutan Mumbai Tiffin Box Suppliers Charity Trust“ organisiert. Jeder Kurier zahlt einen Teil seiner Ein­ künfte in die Gemeinschafts­ kasse der Organisation.

4. VERTRAUEN Wer Dabbawala werden will, muss einen Dabbawala kennen, der für den Neuling bürgt. So bleibt die Gruppe unter sich. Der Großteil der Kuriere stammt aus der Gegend rund um die Stadt Pune, 160 Kilometer südöstlich von Mumbai. Gute Kondition ist klarerweise wichtig für den Job – Alter und Religion spielen hin­ gegen keine Rolle.

5. VERDIENST Ein Dabbawala verdient zwischen 7000 und 9000 Rupien im Monat (umgerechnet 108 bis 140 Euro) – je nach Anzahl seiner Kunden und Länge der Lieferroute. In einer Stadt, in der hunderttausende Einwande­ rer ums Überleben kämpfen, bietet der Job ein sicheres Einkommen.

DIE MENSCHEN

DIE TRANSPORTMITTEL

Die beiden Kuriere aus unserer Geschichte erzählen ihre Geschichte.

„Hercules“ und „Hero“: die Sattelschlepper der Dabbawalas.

Vilas Kaluram Rahane

Jayram Ganpal Lohoti

ALTER: 31 Jahre FAMILIE: verheiratet, zwei Töchter, zwei und acht Jahre alt DABBAWALA SEIT: 18 Jahren MEIN ARBEITSTAG: „Natürlich hat man Angst, wenn man mit einem vollbeladenen Rad durch die Straßen fährt. Aber man gewöhnt sich daran. Du darfst nur keine scharfen Kurven fahren.“ MEINE STADT: „Ich habe keine Probleme, zur Arbeit zu kommen. Aber eine Wohnung zu finden ist hier fast unmöglich.“

ALTER: 48 Jahre FAMILIE: verheiratet, zwei Söhne (Anand, 21, und Vikas, 16), eine Tocher (Kavita, 21) DABBAWALA SEIT: 19 Jahren URSPRÜNGLICHER BERUF: Landarbeiter MEINE STADT: „Mumbai hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Es leben einfach viel zu viele Leute hier. Aber die Leute auf der Straße respektieren und helfen uns. Sie wissen, was wir Dabbawalas für sie leisten.“

Wenn es um die Wahl ihrer Fahrräder geht, vertrauen die Dabbawalas auf indische Fabrikate. Eingangräder der Marken Hercules und Hero zeich­ nen sich durch hohe Belastbarkeit (Doppelrahmen) und simple Aus­ führung aus. Manche sind seit mehr als 15 Jahren im Dauereinsatz. Ein geschickter Dabbawala kann mit seinem Fahrrad bis zu 60 Blechdosen transportieren – viel mehr, als auf ein Motorrad passen würden.


Action

wahre werte

Skateboard-SuperStar Ryan SheckleR hat eine unglaubliche karriere hinter Sich: er war wunderkind, X-gameSSenSation, action-Sport-magnat, werbemillionär und reality-t V-Star. Jetzt will er nur noch eineS Sein: Skateboarder. Text: Caroline Ryder, Bilder: Chris Shonting

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Als Teenager verbrachte Skateboard-Wunderkind Ryan Sheckler seine Zeit durchwegs im Rampenlicht. Die MĂźhe zahlte sich aus: Jetzt, mit 21, ist er einer der am besten vermarktbaren Stars.


m

it achtzehn, fünf Jahre nachdem er sensationell Gold bei den X Games gewonnen hatte, ein Jahr nachdem sein Teenie-IdolGesicht dank eigener MTV-Show in ganz Amerika allgegenwärtig geworden war, ließ sich Ryan Sheckler tätowieren. „Skate Life“ steht seither in gotischen Buchstaben auf seinem rechten Unterarm, „Till Death“ auf seinem linken. „Dieser eine Satz sagt das Wesentliche über mich aus“, erklärt Sheckler. Der Satz begleitet den mittlerweile Einundzwanzigjährigen als Konstante durchs Leben. Es ist ein Leben im Rampenlicht, seit er als Dreizehnjähriger Profi wurde, ein Leben voller Ablenkungen, voller Star-Glamour, häufig umjubelt, manchmal von bösen Zungen kommentiert. „Ich selbst, glaube ich, habe mich in meinem Leben nie verändert“, sagt Sheckler. „Wenn auch nicht immer alles geklappt hat, egal. Ich habe immer geskatet. Und an das geglaubt, woran ich auch heute glaube.“ Am 29. Juli könnte Sheckler seine mittlerweile fünfte X-GamesMedaille holen, sein zweites Street-Skating-Gold in Serie. Er verdankt den X Games viel, sie haben den Blitzstart seiner Karriere markiert, als Ryan Sheckler dort mit dreizehn gewann, als jüngster Goldmedaillengewinner in der Geschichte der X Games. Die meiste Zeit in den vergangenen zwölf Monaten hat Ryan Sheckler aber fleißig – und in aller Stille – mit Dreharbeiten verbracht. Der Film wird „Know Future“ heißen, produziert wurde er von der Skateboard-Company Plan B, die Sheckler seit 2007 unter Vertrag hat, einer der ältesten und angesehensten Marken der Szene. „Know Future“ wird Shecklers Technik und Style in Szene setzen und auch einem breiteren Publikum das außergewöhnliche Talent des Skaters aus San Clemente, Kalifornien, nahebringen – ein Talent, das der Kern der Action Sports Community schon seit Jahren kennt. Premiere des Streifens ist in New York, an einem ausgewählten Datum, dem 11. November 2011, was dem Projekt zusätzlich eine gewisse Erhabenheit verleiht. „Der Film ist das letzte fehlende Stück im Karriere-Puzzle von Ryan“, sagt Tom Jones, Vizepräsident von Plan B. „Du kannst jeden Contest in der Welt gewinnen, aber Movies sind der wahre Maßstab eines Skate-Pros. Erst durch sie erkennt die Anhängerschaft, was diesen Pro zu einem Pro macht.“ Als Sechsjähriger erregte Sheckler die Aufmerksamkeit von Tony Hawk, einem der unbestrittenen Pioniere des Skateboardens. Mit dreizehn hatte das Wunderkind X Games, Gravity Games, Vans Triple Crown und Slam City Jam gewonnen. Charmant und selbstsicher zugleich, unwiderstehliches Grinsen, perlweiße Zähne, leuchtend blaue Augen: Sheckler war über sein 42

Talent fürs Skaten hinaus mit reichlich Star-Potential gesegnet. Nach dem X-Games-Triumph 2003 wurde er Pro, in einem Alter, in dem die meisten anderen Kids noch um Aufmerksamkeit in ihrem lokalen Skatepark kämpfen. Rund um ihn war ein kleines Team damit zugange, auf Ryans einzigartigen Fähigkeiten mit dem Skateboard ein kleines Medien- und Vermarktungsimperium zu errichten. Der Aufbau von Ryan Sheckler zu einer Marke geschah an vielen Fronten gleichzeitig. Es gab eine amerikaweit vermarktete Bekleidungslinie „RS“. Es gab lukrative Sponsorship-Deals, unter anderen mit Arnette und Panasonic (mittlerweile kamen Firmen wie Etnies, Oakley und Power Balance dazu). Und nicht genug damit: Sheckler brachte es auch zu einer eigenen Show auf MTV. Von 2007 bis 2009 ging das Reality-Format „The Life of Ryan“ auf Sendung, ein augenzwinkernder Verweis auf die Monty-Python-Komödie „Life of Brian“, in der ein junger Mann irrtümlich für den Messias gehalten wird. Kameras verfolgten den Teenager-Millionär porentief, durchstöberten jeden Winkel seiner 465-Quadratmeter-Villa in Orange County in Südkalifornien, inklusive Blick auf den Pazifik, Skatepark im Hinterhof und Fitnessraum. Natürlich wurde Sheckler auch beim Skaten gezeigt, aber diese Aufnahmen waren kaum mehr als Füllsel zwischen den Episoden um Freunde, Freundin und Familie und den glamourösen Lebensstil des Skate-Champs. Während die Show Ryan auch einer Öffentlichkeit bekannt machte, die mit Skaten nichts am Hut hatte, trug sie nur wenig zu seiner Credibility als Skater bei. „Ach, Reality-TV, das war eine interessante Erfahrung“, sagt er heute. „Wir hatten damals die Möglichkeit, das zu machen, und wir haben’s eben gemacht. Ich kann ja nicht die Zeit zurückdrehen und irgendwas ändern. Jedenfalls bin ich froh, dass es vorbei ist. Es war doch ziemlich verrückt.“ Shecklers „neue Bodenständigkeit“ nach dem Ende von „The Life of Ryan“ umfasste unter anderem das Engagement in seiner Stiftung, in der auch seine Mutter Gretchen mithilft. Die Sheckler Foundation sammelt Geld für verletzte Action-Sportler und für die medizinische Versorgung von Kindern. Im Mai brachte sein Event „Skate for a Cause“ 105.000 Dollar ein, ein Teil des Geldes ging an die Hilfsorganisation „Autism Speaks“. „Es gibt niemanden, der mehr zurückgibt als er“, sagt Shecklers Agent Steve Astephen, Wasserman Media Group. „Er und Tony Hawk sind in dieser Hinsicht im Skate-Bereich die maßgebenden Persönlichkeiten.“ Astephen, der neben anderen auch


Action

„der Film iSt daS letzte Fehlende Stück in ryanS karrierepuzzle. “ tom JoneS, plan b

Hauptsächlich ist Ryan Sheckler als Competition Skater bekannt, doch das letzte Jahr feilte er vornehmlich an seiner Rolle in „Know Future“, seinem sehnsüchtig erwarteten Skate-Film. Produziert wurde der Film von der legendären SkateboardFirma Plan B.

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Action

Welche Tricks er in „Know Future“ zeigt? Sheckler hat „nichts getan, um die Limits künstlich zu pushen. Alles, was man sieht, ist natürlich passiert.“

Extremsport-Ikone Travis Pastrana und den Top-Skater Bucky Lasek vertritt, sagt, Sheckler hatte immer eine klare Vorstellung davon, was er sein wollte – schon als Junge. „Er war sehr reif für sein Alter“, erinnert er sich an das erste Treffen, das sechs Jahre zurückliegt. „Er kam einfach zu mir und sagte: ‚Ich will, dass Sie mich vertreten.‘ Ich hatte so etwas zuvor nicht erlebt.“ Sheckler sagt, er hat viel von der Zusammenarbeit mit Astephen gelernt, der nicht nur Berater ist, sondern auch väterlicher Freund. Als Sheckler seinen 21. Geburtstag mit einem großen Spektakel an mehreren Locations feierte, war Astephen dabei. „Er ist für mich wie ein Sohn“, sagt er. „Obwohl er in meinen Augen längst erwachsen geworden ist. Ich unterstütze und berate ihn, wo immer ich kann. Manchmal sagt er: ‚Fahr zur Hölle, Steve!‘, aber meistens hört er auf mich.“ „Es ist interessant, meinen Agenten, Dad und Mom zu beobachten, wie fokussiert sie alles angehen“, bestätigt Sheckler. Und gemeinsam mit ihnen lernte er auch, mit den Schattenseiten des Erfolgs umzugehen: 2009 wurde Matthew Mercuro verhaftet, damals für den Finanzbereich in Shecklers geschäftlichen Angelegenheiten verantwortlich. Mercuro hatte mehr als 365.000 Dollar von Shecklers Vermögen veruntreut. Ein Weckruf für die ganze Familie, sagt Sheckler. „Ich habe daraus gelernt, niemandem zu vertrauen“, sagt er. „Wenn du ein Unternehmen hast, musst du in alle Bereiche eingebunden sein. Ich dachte, alles sei unter Kontrolle. Jetzt bringe ich mich stärker ein.“ Am wohlsten fühlt er sich dennoch dort, wo er sich am besten 44

auskennt: auf dem Board. Nach Reality-TV, Fashion-Business und der Unmenge weiterer Projekte, die sich rund um ihn aufgetan haben, holt er sich dort den Kick. Und das soll man auch in dem Film zum Ausdruck kommen, der ab November zu sehen ist. „Es war richtig cool, mein ganzes Herz und meine ganze Seele in die Aufnahmen zu legen“, sagt Sheckler, „weil sie mich zeigen, wie ich wirklich bin, und bei dem, was ich am liebsten tue.“ Ob seine Arbeit an „Know Future“ eine Art Rückkehr zu seinen Wurzeln bedeutet, zum Spirit des Street Skating? „Rückkehr? Es ist keine Rückkehr“, sagt er, „ich habe nie etwas anderes getan, als zu skaten. Alles andere war Beiwerk.“ Sheckler möchte auch „nicht zu viel Aufhebens darum machen“, welche Tricks denn auf „Know Future“ zu sehen sein werden, „aber ich kann so viel sagen, dass ich nichts getan habe, um die Limits künstlich zu pushen oder mich selbst in den Vordergrund zu spielen. Alles, was man im Film sieht, ist ganz natürlich so passiert.“ Alle, die vorab schon Szenen aus dem Filmmaterial gesehen haben, das unter anderem in Costa Rica, Australien und Puerto Rico gedreht wurde, sagen, dass Sheckler sein Licht unter den Scheffel stellt: Es sei schlicht atemberaubend. Naheliegende Frage, wenn man Star eines Films ist, der „Know Future“ heißt: Kennt Ryan Sheckler seine Zukunft? „Nein“, sagt er, „und ich will das auch nicht.“ Mit einer kleinen Einschränkung: Der Leitspruch, den er als Tattoo auf seinen Unterarmen trägt, wird immer die Essenz in seinem Leben bleiben. www.ryansheckler.com


www.generali.at

In ungefähr vier Jahren wird er mich für eine Jüngere verlassen.

Nicht, weil er ein Schwein ist. Nicht, weil ich so schrecklich bin. Sondern einfach statistisch gesehen. Weil wir heute so sind. Die ständige Suche nach dem Glück, die fanatische Faszination mit dem Äußeren, mit dem Jungsein, das macht uns rastlos, auch in Beziehungen. Irgendwie traurig, irgendwie auch gut. Vielleicht bleiben wir ja zusammen. Vielleicht lerne aber auch ich wen anderen kennen. Wir werden ja sehen. Wir werden sehen … Um zu verstehen, muss man zuhören. Lebenssituationen sind vielfältig, unsere Lösungen auch.

Unter den Flügeln des Löwen.


Action

DIE LUST AM LIMIT Die Tourist Trophy auf der Isle of Man ist das gefährlichste Motorradrennen der Welt. 234 Fahrer haben in den letzten hundert Jahren hier ihr Leben gelassen. Warum? Wozu? Eine Suche nach der Faszination des Abgrunds. Text: Anthony Rowlinson, Bilder: Niels Ahlmann Olesen 46


Erdgeschoss: Wer direkt an der Strecke wohnt, genieĂ&#x;t den Irrwitz der Tourist Trophy im eigenen Vorgarten.

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„Die TT ist ein egoistisches Vergnügen. Aber als ich damals gefahren bin, hätte mich nichts davon abhalten können.“ Jack Wood, 81, mehrfacher Teilnehmer und Streckenchef 1985 bis 2001 „Wir hatten ein paar tausend Pfund für das Begräbnis gespart. Jetzt haben wir das Geld doch lieber in einen ordentlichen Motor investiert.“ Robin Daykin, 74 und 2011 der älteste TT-Starter.

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homas Radcliffe, zwei Jahre alt, wird gleich böse: Er sieht einfach nicht über die Gartenmauer! Der Dreikäsehoch stellt sich auf die Zehen, streckt seine Ärmchen aus auf der Suche nach den entscheidenden Zentimetern, versucht sich hochzuziehen – vergeblich. Was die Sache noch schlimmer macht: Seine große Schwester Lizzie, vier, trägt nicht nur ein „Isle of Man Tourist Trophy“-T-Shirt, nein, sie sieht sehr wohl schon, was auf der anderen Seite der Wand passiert. Sogar raufsetzen könnte sie sich, wenn sie wollte! Dasselbe gilt für ihren Kumpel Benjamin Willis, dreieinhalb. Thomas’ Frust ist verständlich. Ein schwacher Trost, dass er nicht allein ist. Holly Willis, 15 Monate alt, sieht auch nichts, aber der ist ja fast noch ein Baby. Konsequenterweise hat der Zwerg beschlossen, dass ihn das sowieso nichts angeht, und ist in seinem Maclaren-BabyBuggy tief und fest eingeschlafen. Thomas weiß, dass er gerade etwas versäumt. Nämlich das, was auch seine Mutter Kellie und ihre Freundin Pam, die Mama von Benjamin und Holly, sehen. Es passiert auf der anderen Seite der Mauer, 48

dort, wo die Geräusche herkommen, von der Straße vor dem Haus. Endlich erbarmt sich Mama Radcliffe und hebt den quengeligen Fratz in die Höhe: Das brüllende Geräusch, das sich von Sopran in Bariton verwandelt, je näher es kommt, entpuppt sich als oranger Wischer, für schnelle Augen als Motorradgespann erkennbar, das in kaum einem Meter Abstand an Mutter und Sohn vorbeifetzt, den rechten Reifen an die Gehsteigkante anlehnend. 250 km/h waren das, mein Sohn, zwei-hundert-fünfzig. Die eine Gartenseite: Kinder tollen am Rasen, Gartenstühle, zwei junge Mütter, die versuchen ihre Kids in Zaum zu halten, Kinderjause auf Klapptischen. Auf der anderen Gartenseite: Hängen sich die Großen wirklich so weit über das Gartenmäuerchen, dass sie die Honda Fireblade des späteren Senior-TT-Siegers John McGuinness, 1000 Kubik, über 200 PS stark, fast mit ihren Händen berühren, als der volles Geschäft die Straße vor dem Haus runterkommt, von Ballaugh nach Sulby? Ja, genau das machen sie. Der Garten schmiegt sich an Quarry Bends, einen der schnellsten und wildesten Abschnitte dieses legendären Kurses. Fans lieben die Stelle, sie gucken andächtig, bei jedem Fahrer drehen sie ihre Köpfe wie Erdmännchen. Den Fahrern nötigt die Passage Respekt ab, als tief fliegende Geschosse kommen sie an, das Gas seit Ballaugh Bridge auf Anschlag, das ist eineinhalb Kilometer her. Ein Unfall an dieser Stelle, und der Fahrer hätte keine Chance. Vor ein paar Tagen, am 31. Mai, hat es den Gespannfahrer Bill Currie, 67, und seinen Beifahrer Kevin Morgan, 59, bei Ballacrye erwischt, eine Kurve vor Quarry Bends. Es gibt verdammt wenig Sicherheitsvorkehrungen hier oder sonstwo auf dieser 60,72 Kilometer langen Runde. Um nicht ungerecht zu sein: Manchmal werden Telefonzellen und Laternenmasten mit Strohballen gepolstert. Hie und da werden auch Barrieren aufgestellt. Aber Kiesbetten, Auslaufzonen, all das, was einem von den permanenten Rennstrecken rund um die Welt so geläufig ist, sucht man auf der Isle of Man vergeblich. Selbst Motorrad-Weltmeister wie Mick Doohan oder Nicky Hayden, die dieses Jahr auf der Insel zu Gast sind, um dem hundertjährigen Jubiläum der Veranstaltung ihr Licht zu schenken, schaudert es ungläubig ob des Risikos, das die Rennfahrer auf diesen öffentlichen Straßen nehmen, dabei haben gerade diese zwei schon den einen oder anderen Knochen den Göttern der Geschwindigkeit und des Grenzbereichs geopfert.

TT, im Uhrzeigersinn: Cameron Donald (AUS) nach Tankstopp, John McGuinness (ENG) über Ballaugh Bridge, Seitenwagen beim Aufwärmen, SuperstockTT-Gewinner Michael Dunlop (NIR) in Creg-ny-Baa.

BILD: STEPHEN DAVIDSoN/IoMTT.CoM (1)

„Letzte Woche habe ich zwei Freunde verloren, eine ganze Handvoll Seitenwagen-Beifahrer hat sich verletzt – gebrochene Beine, gebrochene Wirbel … Aber das Gefühl, wenn du an die Startlinie rollst, ist so … bewegend. Und spätestens wenn du zum ersten Mal Bray Hill hinunterdonnerst, bist du in Tränen – zumindest innerlich. Du betest und sprichst mit allen Geistern im Himmel, weil du ganz genau weißt, dass du möglicherweise nicht zurückkommen wirst. Du bist am Limit. Das macht es aus.“ Dipash Chauhan, 29, Seitenwagen-Beifahrer


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Sollte ein Fahrer bei Quarry Bends das Bike verlieren, das Schicksal der Zuschauer wäre tragisch. Was unsere jungen Mütter freilich nicht davon abhält, hier zu stehen und sich das Rennen anzuschauen, sozusagen hautnah. „Wenn du dein ganzes Leben auf der Insel verbracht hast, so wie ich“, sagt Kellie, „dann wächst du ganz normal damit auf. Du wirst zum Fan, ohne dass du es mitkriegst. Wenn du zuschaust, dann stellst du dich eben dorthin, wo du glaubst, dass es sicher ist.“ Das sagen fast alle. Natürlich ist es gefährlich. Und natürlich lieben sie es. Diese beiden Dinge lassen sich nicht trennen: Die Gefahr ist Teil der Faszination, die Faszination ist Teil der Gefahr. Wie sonst ließe es sich erklären, dass jedes Jahr noch mehr Motorradfahrer hierher strömen, zu diesem Rennen, das bislang 234 Rennfahrer getötet hat, nicht mitgezählt Zuschauer, ordner und Alltagskrieger, die es eben auch wissen wollten. Ist es für einen modernen MotorsportEvent heute schon unerhört, den Tod so ins Zentrum zu stellen, was soll man dann vom Mad Sunday halten, dem freien Tag zwischen Trainings- und Rennwoche, wo sich jeder, der ein Motorrad zwischen seinen Beinen balancieren kann, auf der Bergsektion der TT versuchen darf, dem gefährlichsten Streckenteil? Wäre Wimbledon ein potenziell tödlicher Bewerb: Würde man, nachdem sich im Laufe des Turniers schon drei Spieler mit ihren Bällen erschossen hätten, zusätzlich den Zuschauern erlauben, dasselbe zu versuchen wie ihre Helden? Natürlich sind Reflexionen darüber nicht neu. Können sie auch nicht sein,

In den 1950er Jahren scheuchte Jack Wood seine Matchless- und NSU-Maschinen aktiv um den Mountain Course. Mit 81 ist er noch immer ein kompetenter Gesprächspartner, geht es um die Gefährlichkeit der TT: „Wenn du jung bist und voller Begeisterung, dann denkst du: ‚Irgendwann muss ich ohnehin sterben, und wenn, dann auf diese Art.‘ Das ist bei anderen gefährlichen Disziplinen genauso, etwa beim Klettern.“

immerhin ist die TT aus einem Gesetz des Jahres 1903 entstanden, das Rennen auf öffentlichen Straßen am britischen Festland erstens verbot und zweitens ein 20-Meilen/Stunde-Geschwindigkeitslimit einführte. Die Behörden auf Man freilich sahen das etwas lockerer (das tun sie heute noch). Das führte am 28. Mai 1907 zur ersten Tourist Trophy für Motorräder, ausgeschrieben für zwei Klassen: Ein- und Zweizylinder. In der kleineren Kategorie gewann Charlie Collier auf einer dreieinhalb PS starken Matchless, bei den Großen Rem Fowler auf einer PeugeotNorton. Ihr Geschwindigkeitsschnitt über zehn Runden auf dem St. John’s Short Course lag bei kaum 60 km/h. Vier Jahre später fand die TT jene Form, die sie seither unverändert beibehielt: 1911 wurde die „Mountain“-Section integriert. Die Strecke führte ab jetzt von Ramsey am Meer über Snaefell, 422 Me-

Zuschauerzone von Quarry Bends: Zwischen den Rennfahrern, die hier mit 250 km/h in Richtung Ramsey vorbeifauchen, und den Fans liegen nur wenige Meter

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ter über dem Meer. Diese unbezähmbar verschlungene, verrückt schnelle und nach allen Maßstäben hirnrissig gefährliche Bergstraße ist, glaubt man den Geschichtsschreibern, die Seele der Tourist Trophy. Hier wurden Champions gemacht und Legenden geboren. ob Giacomo Agostini, Geoff Duke, Joey Dunlop, Mike Hailwood, Phil Read oder John Surtees: Sie alle haben auf dem Weg hier herauf ihre Berggeister getroffen und mit ihnen gekämpft am Weg zu ihren Siegen, über genau dieses schmale, windige Asphaltband, das nichts verzeiht. Die Befriedigung, die sich aus der fehlerfreien Bewältigung dieser potenziell tödlichen Strecke beziehen lässt, schneller zu sein als jeder andere, immer am Limit, aber nie drüber, das muss die stärkste Droge sein, die das Menschsein zu bieten hat. Die, die zurückkommen, wissen, dass sie an einem ort waren, in einer Dimension, die dem Gros der Menschheit auf ewig verschlossen bleibt. „Bray Hill in der ersten Runde, das ist, als ob du mit einem Katapult vom Ende der Welt abgeschossen würdest“, sagt Anette Daykin, eine freundliche grauhaarige Dame und die eine Hälfte des Seitenwagen-Teams Past It (die andere Hälfte ist ihr Ehemann Robin, 74 und ältester Aktiver in diesem Jahr). Mach einen Fehler und du bist tot. Mindestens. Sorry, das sind die Regeln. 2010 rutschte Lokalmatador Conor Cummins im Kampf um den Sieg bei geschätzten 200 km/h in der Verandah-Kurve am Berg das Vorderrad seiner Kawasaki ZX-10R weg. An dieser Stelle fallen die Wiesen steil ab (wir befinden uns am Berg, nicht vergessen), und Cummins flog, flog, flog. Freilich legte er auf seinem Flug ein paar Zwischenlandungen ein, und die erste davon rettete ihm das Leben: Nach dem Aufschlag katapultierte es den leblosen Körper wieder in die Höhe, er


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JeDen Den mOnat m neu entDeCKen.


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John McGuinness gewinnt die Senior TT 2011 über sechs Runden, sprich: 364 Kilometer: Für den 39-jährigen Engländer war es der 17. TT-Sieg. Damit ist er im ewigen Ranking Zweiter hinter Joey Dunlop (NIR, 26).

Dipash „Dips“ Chauhan, ein Autoverkäufer und derzeit verhinderter Seitenwagen-Passagier, der auf Krücken rumsteht, formuliert die Faszination TT aus der Beifahrerperspektive so: „Weil du so nah am Boden bist, wirkt der Speed noch einmal höher. Verrückt? Gefährlich? Jaaa, Motorsport ist gefährlich. Heuer hat es uns in der Vorbereitung bei Cadwell Park zerlegt, es hat mir eine Arterie aufgerissen und den oberschenkelknochen sauber in zwei Teile geteilt. Zwei Pints Blut habe ich auf der Strecke gelassen! War eine Zeitlang gar nicht lustig. Immerhin: Ich bin

Marion Healey, 75, Fan des bereits verstorbenen TT-Siegers Joey Dunlop: „So ein netter Mann.“

da. An Rennfahren ist leider derzeit zu denken, weil das Bein noch nicht verheilt ist. Macht mich unfroh.“ Pause. „Bill [Currie] und Kev [Morgan] kannte ich gut – wirklich gut. Sie sind bei etwas gestorben, was sie geliebt haben. Wenn meine Zeit gekommen ist, möchte ich auch so sterben.“ Noch beeindruckender als fatalistische Worte, Fahrkönnen und Mut ist die Fähigkeit der Fahrer, die Gefahr zu verdrängen. Sie leugnen schlicht, dass es cojones braucht, um eine Runde in unvorstellbaren 17 Minuten und 23,3 Sekunden zu fahren, das entspricht einem Schnitt von 211,75 km/h (aktueller Rundenrekord, gehalten von McGuinness). Wo diese Superhelden auftauchen, ist der Spaß nicht weit. John McGuinness führt das Kommando mit seinem losen Mundwerk, ausgestattet mit breitem Lancashire-Dialekt. Triftige Erklärung für seinen zweiten Platz beim 600-Kubik-Supersport-Rennen am 9. Juni, live vorgetragen bei der Pressekonferenz: „In der ersten Runde hat es mir in der Senke von Bray Hill die Vorhaut zurückgezogen. Für eine Stunde und 15 Minuten hat der Zipp meines Leders grässlich gewetzt. Meine Frau Becky wird sich nun um die Problemzone kümmern.“ Sieger Gary Johnson hingegen beschrieb seinen Fahrstil so: „Als ob ich das Bike meinem Vater gestohlen hätte.“ Die Pressekonferenz für die Senior-TT endete überhaupt in einer wilden Speiseeisschlacht zwischen den Herren McGuinness, Anstey und Martin. Das ist es, was die TT ausmacht: So tödlich sie ist, so

BILD: SIMoN PATTERSoN/IoMTT.CoM (1)

überwand so fliegend, aber schon bewusstlos eine Steinmauer, die ansonsten garantiert tödlich gewesen wäre, um schließlich 200 Meter abseits der Strecke zur Ruhe zu kommen. Die Bestandsaufnahme im Krankenhaus ergab fünf gebrochene Wirbel, ausgerenktes linkes Bein, linkes Knie eine Großbaustelle (alle Bänder und Sehnen zerfetzt), Beckenbruch, linkes Schulterblatt gebrochen, Lunge zusammengefallen. Der unverzagte Cummins fühlte sich „wie eine Kugel, die in eine Bleiplatte eingeschlagen ist“, erstaunlicherweise war sein Körper zum diesjährigen Rennen wieder einsatzbereit. Ein technischer Defekt verhinderte ein zählbares Ergebnis, für 2012 hat der tapfere Mann aber bereits volle Attacke auf den Senior-TT-Titel geschworen. Es liegt schon auch an der Strecke selbst. Sogar in einem gesichtslosen Leihwagen animieren die Inselstraßen den harmlosen Besucher zum Schnellfahren. Die allgegenwärtigen „Slow Down“-Schilder helfen nur kurz. Die gängigste Durchsage des Strecken- und Radiosprechers während der TT allerdings betrifft anderes: Die werten Bewohner werden darin aufgefordert, ihre Tierherden in Zaum zu halten. (Der Grund dafür liegt im Tod von Gene McDonnell, der 1986 an der Ballaugh Bridge ein entfleuchtes Pferd gerammt hatte.) Das schöne und das schreckliche Gesicht dieser Rennstrecke, hier heroben spürst du sie stets. Der „Mountain“ tötet Fahrer, seit er befahren wird. 1911 erwischte es Victor Surridge in Glen Helen. Dieses Jahr war es – neben Currie und Morgan – der Ire Derek Brien: Yamaha, Gorse Lea. Die ständigen Todesopfer haben dazu geführt, dass die TT seit dem Jahr 1976 nicht mehr zur Motorrad-WM gehört. Giacomo Agostinis Proteste nach dem Tod seines Freundes Gilberto Parlotti 1972 seien dafür ausschlaggebend gewesen, heißt es. Inzwischen hat sich der zehnmalige Sieger mit der Strecke versöhnt; heuer war er der Stargast der Veranstaltung und lobte sie in höchsten Tönen, um danach auf seiner MV Agusta auf eine Demonstrationsrunde zu gehen, fast wie früher. Potenziell tödlich? Die aktuelle Generation schneller Jungs interessiert das wenig. John McGuinness (17facher Sieger), Guy Martin, Bruce Anstey (ein völlig unprätentiöser Neuseeländer, der sich mit den Massen um seinen Burger anstellt) oder Seitenwagen-Titelverteidiger Klaus Klaffenböck und sein Beifahrer von Man, Dan Sayle, leben für die Herausforderung von 200 Kurven pro Runde, von denen keine der anderen gleicht.


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Noch einmal John McGuinness, diesmal wenige Sekunden nach der Zieldurchfahrt. Körperlich ist er schon bei seiner Frau und seiner Tochter angekommen, doch die Augen verraten: Im Kopf ist er noch unterwegs.

lebensbejahend und fröhlich ist sie auch, intim und monumental, ein Erlebnis, wie es sie auch für Zuschauer sonst kaum irgendwo anders auf der Welt gibt. Die Insel brummt vor Geschäftigkeit während der zwei Wochen Training und Rennen. Zu den 80.000 Einheimischen kommen 40.000 Gäste dazu, Biker allesamt. Die Dichte von schwarzem Leder ist weltweit nirgendwo höher als hier, es wird stolz getragen, und zwar von allen. Marion Healey, eine 75 Jahre alte omi (und ehemaliger Streckenposten, eine von 1500 Freiwilligen) ist so eine, die noch

Baum an der Fairy Bridge bei Douglas: der Treffpunkt der Abergläubischen und der Trauernden.

immer nicht genug kriegen kann von dem ganzen Insel-Bohei. Sie und ihr Mann Ben, 77, kommen seit mittlerweile 25 Jahren zur TT und deren kleinem Ableger im August, dem Manx Grand Prix. Irgendwann haben sie eine kleine Ferienwohnung auf der Insel gekauft, und was für eine: Vom Wohnzimmerfenster aus sehen sie genau auf die berühmte Ballaugh Bridge, das ist dort, wo die Bikes bei 120 km/h abheben, dann nach rechts rüberstechen, vorbei am Raven Pub, mit schwänzelndem Hinterrad beschleunigen, hochschalten und den ort mit doppelter Autobahngeschwindigkeit verlassen. Eine ureigene Leidenschaft der Insulaner ist, ihren Gästen die Faszination der TT zu vermitteln, und die rüstige Marion ist da keine Ausnahme: „Joey Dunlop war mein Star“, sagt sie und zeigt auf die Wände rundum, flächendeckend tapeziert mit Bildern des nordirischen Rennfahrerhelden. „Er war so ein netter Mann, und immer ein offenes ohr. Diese Jungs sind wie Filmstars, nur dass sie sich selbst nicht so sehen.“ Dunlop ließ sein Leben anno 2000 in Tallinn, Estland, bei einem unbedeutenden Achtelliter-Rennen, nur einen Monat nachdem er bei der TT alle drei wichtigen Klassen gewonnen hatte. Tallinn war nicht der richtige Platz zum Sterben für den erfolgreichsten TTPiloten der Geschichte (26 Siege in unterschiedlichsten Klassen zwischen 1976 und 2000), und 50.000 Trauergäste bei seinem Begräbnis fühlten ebenso. Sie ehren ihre Toten auch, hier auf der Insel: Die Siegertrophäe ist der Joey Dunlop Cup, eine Statue von ihm auf seiner Honda ziert Bungalow Bend.

Aber sie ehren ihre Toten auch auf eine weniger offensichtliche Art. Der Friedhof gegenüber der Start-Ziel-Geraden hat eine Steintafel für die opfer der TT reserviert: „In Erinnerung an alle, die ihr Leben bei der Tourist Trophy und dem Manx Grand Prix verloren haben. Sie haben ihren Traum gelebt.“ Und dann gibt es Fairy Bridge, eine Viertelstunde südlich der Hauptstadt Douglas. Man nimmt die Rennstrecke Richtung Quarter Bridge, hält sich dort aber links Richtung Stanton statt rechts, wie die Racer es tun würden. Nach ungefähr einem Kilometer überquert die Straße einen Bach, leicht zu übersehen, wenn man nicht weiß, was man suchen muss. Fairy Bridge: Hierher kommen die normalen Menschen, die Abergläubischen, die Trauernden. Wer sich von der Straße durch den wilden Knoblauch ans Ufer des Baches vortastet, sieht von weitem hunderte Münzen am Grund glitzern, jede einzelne von ihnen mit einem Wunsch ins Wasser geworfen, einer Hoffnung. Blumen, Kuscheltiere gibt es da, aber auch Unerwartetes: ein Hexenhut, ein BH, das Modell eines Mini Cooper, ein handgroßer Shrek. Und Botschaften wie diese: Liebe Feen, ich hoffe, es geht euch gut. Bitte passt gut auf Papa auf. Nathan oder diese: Ruhe wohl, Onkel Robert. Du fehlst uns so! Alles Liebe, Debs & Ian Die Tourist Trophy auf der Isle of Man ist kein Rennen wie jedes andere. Wer es nicht glaubt, soll sich einen Tag lang bei der Senior TT auf die Tribüne gegenüber der Start-Ziel-Gerade stellen und schauen, einfach nur schauen. Der Erste, in diesem Jahr John McGuinness, bezieht Position unter dem Startbogen. 3, 2, 1 – er pfeilt los, wütende Mechanik plärrt und verschwindet mit dem Mann am Horizont. Fahrer Nummer zwei hat inzwischen seine Position eingenommen, 10-Sekunden-Intervall, selbe Routine. Nummer drei, vier, … Nummer 41, Roger Maher, bekreuzigt sich. Einige stehen still wie Skulpturen ihrer selbst, andere melken hysterisch am Gasgriff, verzweifelter Versuch, die eigene Nervosität mit Lärm zu betäuben. 62 Fahrer, dann sind alle draußen. Peter Kermode ist der Starter. Jedem, der zu ihm unter den Bogen rollt, legt er die Hand auf die linke Schulter. Ein kurzer Klaps auf das Leder alle zehn Sekunden, so schickt er sie auf die Reise. Für manche von ihnen wird Peters Hand die letzte menschliche Berührung ihres Lebens gewesen sein. 53


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Hohe Wellen

Im Duell der zwei besten Surferinnen der Welt entscheidet sich nicht nur, wer den ASP-Titel 2011 gewinnt. Die Rivalität zwischen der Amerikanerin Carissa Moore und der Australierin Sally Fitzgibbons bestimmt auch die Zukunft dieses Sports.

Carissa Moore

BILDER: BACCONPHOTO (1), BRIAN NEVINS/RED BULL CONTENT POOL(1), SHUTTERSTOCK (1)

Text: Jake Howard

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Sally Fitzgibbons

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Ihr kraftvoller Stil sicherte Carissa Moore (ganz oben und rechts) beim Roxy Pro die erste Trophäe der Saison 2011, an der australischen Goldküste und damit in Sally Fitzgibbons’ Heimat. Sally (oben) antwortete mit zwei Erfolgen in Bells Beach, Australien, und Taranaki, Neuseeland, ehe wieder Carissa zweimal den Bug vorne hatte. Sie merken schon: Die Konkurrenz hat da wenig zu bestellen.

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Große Rivalitäten gehören zum Surfen wie Strand und Wellen: Da gab es den gebürtigen Ungarn Miki Dora und Johnny Fain, die in den 1960ern in Malibu für Gesprächsstoff sorgten. Oder, etwas neuzeitlicher, den Amerikaner Tom Curren und den Australier Mark Occhilupo, die weniger in eine persönliche Fehde verstrickt waren als in den Kampf ihrer Nationen um die Vorherrschaft in der Surfwelt. Umso persönlicher ging es zuletzt zwischen Andy Irons und Kelly Slater zu: Ihr Match endete mit Irons’ plötzlichem, tragischem Tod im November 2010. Bei den Damen gab es diese Gigantenduelle bisher nicht, zu dominant waren die Champions wie Lisa Andersen oder Layne Beachley. Doch das ändert sich nun: Carissa Moore, geboren in Hawaii, 18 Jahre alt, und Sally Fitzgibbons aus Australien, 20, haben Sofía Mulánovich aus Peru und Stephanie Gilmore aus Australien an der Spitze abgelöst – und zwar überlegen. In den Events der bisherigen ASP-World-Tour-Saison hieß die Siegerin entweder Moore oder Fitzgibbons, weshalb die beiden nun Kopf an Kopf in die letzten beiden Stopps in Frankreich und Kalifornien gehen. Die beiden Mädchen beherrschen nicht nur die Szene nach Belieben, sie haben nebenbei das Frauensurfen neu erfunden. „Sally und Carissa gehen daran, die Geschichte unseres Sports neu zu schreiben“, sagt ASP International Media Director Dave Prodan beeindruckt. Wie? Ganz einfach: Sie greifen in jenes Arsenal von Tricks, das bislang Männern vorbehalten war, zeigen also spektakuläre Airs und progressive Tail-Drifting-Manöver. Die Richtungswechsel wurden eleganter, die Technik ausgefeilter, aber dennoch kraftvoller. Carissa und Sally ringen damit sogar den männlichen Stars neidlosen Respekt ab. „Die beiden haben das Frauensurfen wirklich interessant gemacht“, sagt deswegen auch der zweifache ASP World Champion Mick Fanning. Die beiden Mädchen selbst gehen erstaunlich entspannt mit der Situation um. „Wir haben das ganz einfach geregelt“, erklärt Moore. „Im Wasser sind wir Rivalinnen, außerhalb Freundinnen.“


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BILDER: KIRSTIN SCHOLTZ/ASP (3), SHUTTERSTOCK (1), SIMON WILLIAMS/RED BULL CONTENT POOL (1)

Letzteres ist einfach: „Wir kennen einander, seit wir dreizehn sind“, lacht Fitzgibbons, die in der idyllischen Kleinstadt Nowra in New South Wales aufgewachsen ist und in ihrer Jugend eine erfolgreiche Langstreckenläuferin war. „Und du kannst doch nicht jemanden hassen, wenn du ihn dein ganzes Leben lang kennst.“ Noch dazu, wenn man einander durchaus sympathisch ist. „Ich war einmal mit Freunden in Hawaii, an der Nordküste, und wir beschlossen, Carissa in Waikiki zu besuchen“, erzählt Fitzgibbons. „Wir hatten keine Ahnung, wie wir fahren sollten, also nahmen wir den Bus. Wir wurden extrem nett aufgenommen, und Carissas Dad hat uns spätabends sogar den ganzen Weg ans andere Ende der Insel heimgebracht.“ Am 13. Juli beginnt vor Biarritz der bisher härteste Test der Freundschaft zwischen den beiden Rivalinnen. Vorher nehmen die beiden noch ein Time-out vom Surfen und versuchen nicht daran zu denken, dass der kommende Sommer ihr Leben verändern könnte: Für beide wäre der ASP-Titel ihr jeweils erster. Moore übersiedelte in ihre erste eigene Wohnung an der Südküste von Oahu, und sie verbrachte ihre selbst verordnete Auszeit damit, sie einzurichten. Fitzgibbons wiederum war unterwegs in Paris und in Hossegor an der französischen Südwestküste, am Golf von Biskaya. Mitte Juli und Anfang August fällt in Biarritz und in Huntington Beach in Kalifornien also die Entscheidung über einen Titel, den die Experten als historisch einschätzen: als den ersten einer neuen Ära, nachdem die Australierin Stephanie Gilmore mit vier Titeln en suite die letzten Jahre dominiert hatte. Doch die beiden, die diese Ära einläuten, sehen das ganz entspannt. „Wir sind beide noch so jung“, sagt Sally Fitzgibbons, „und es kommt ja noch eine ganze Menge anderer wirklich talentierter Mädchen nach.“ „Und ihr werdet sehen“, ergänzt Carissa Moore, „das alles ist erst der Anfang!“ www.redbullsurfing.com

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www.car4you.at An solche Szenen wird man sich gewöhnen müssen: Sally Fitzgibbons überragt die Konkurrenz.

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ÄRTEFAL

20. Juli 2009: Red Bull X-Alps-Starter Lloyd Pennicuik (Australien) am österreichischen Großglockner.


BILD: JON NASH/RED BULL CONTENT POOL

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Flieg und lauf über die Alpen von Salzburg nach Monaco: Das härteste Adventure-Race der Welt folgt einfachen Regeln – und siebt unbarmherzig aus: Von den 30 Startern des letzten Red Bull X-Alps kamen nur zwei ins Ziel. Was die Teilnehmer 2011 erwartet und was sie brauchen, lesen Sie hier. 59


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„icH ScHULtERE MEinEn SoHn UnD REnn DEn BERG HinAUF.“ HONZA REJMANEK, 36, USA, über seine Vorbereitungen zu Red Bull X-Alps 2011. Rejmanek jr. ist zweieinhalb Jahre alt und bringt mit Kleidung etwas über zwölf Kilogramm auf die Waage. Das entspricht genau dem Gewicht der Ausrüstung, die Honza und seine Gegner immer „am Mann haben“ und über die Alpen schleppen müssen.

„VoRBEREitUnG? icH LAUF Ein PAAR ULtRAMARAtHonS …“ STEVE NASH, 48, Großbritannien, Teilnehmer 2011, über die Liga, in der Red Bull X-Alps spielt: täglich ein UltraMarathon im Gebirge, und das fast zwei Wochen lang. Bei gutem Wetter kann’s kürzer werden, weil die Athleten dann mehr paragleiten als laufen – vorausgesetzt, sie haben die richtige Flugstrategie gefunden.

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BILDER: ARCHIVE/STEVE NASH, DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL, FELIX WOELK/RED BULL CONTENT POOL, ULRICH GRILL/RED BULL CONTENT POOL

LUST

19. Juli 2009: Jouni Makkonen (FIN) kurz nach dem Start im Salzburger Land. Den Berg rauf wird nicht gewandert, sondern gelaufen.


16. Juli 2009: Der spätere Sieger Christian „Chrigel“ Maurer (Schweiz) über Salzburg.


Action

„UnERtRÄGLicHE QUALEn BEi JEDEM ScHRitt.“

22. Juli 2009: Kaoru Ogisawa (Japan) am Sellapass in den italienischen Dolomiten.

„icH Bin Ein WocHEnEnDKRiEGER.“ PIERRE CARTER, quasi 45, Südafrika, über die Herausforderung, Job und Vorbereitungstraining für X-Alps 2011 unter einen Hut zu bringen. Trotzdem läuft er 230 Kilometer pro Woche und fliegt bis zu 80 Stunden pro Monat. „Meine Experten meinen, dass es im Zweifelsfall besser ist, unter- als übertrainiert an den Start zu gehen.“ Ernährung? „Sehr viel Kohlenhydrate – Pasta, Kartoffeln.“ Erwartung? „Mir fehlt die Erfahrung in den Alpen. Dennoch: innerhalb der Top 10.“

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BILDER: DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL, ULRICH GRILL/RED BULL CONTENT POOL

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PAWEŁ FARON, 37, Polen, über die Kombination aus Dauerbelastung Laufen-und-Landen beim Training. „Nach dem Flug war mein Unterschenkel angeschwollen. Jeder Schritt war eine unerträgliche Qual.“ Fazit: 40 Tage Zwangspause. „Die Opfer, die du für die Vorbereitungen bringst, sind nicht nur körperlich. Es ist hart, wenn du nach wochenlanger Abwesenheit zu deiner Familie zurückkommst und deine kleine Tochter vor dir in die Arme ihrer Mutter flüchtet.“


BILDER: DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL, VITEK LUDVIK/RED BULL CONTENT POOL

„GRÖSStER HoRRoR? in DER LUFt EinZUScHLAFEn!“ MICHAEL GEBERT, 31, Deutschland, über Risiken, die ihn bei den Red Bull X-Alps 2011 nach tagelangem Berglauf, kombiniert mit Schlafmangel, erwarten. „Beim Paragleiten geht der Puls runter auf hundert. Das ist ein Signal an den Körper: Sekundenschlaf. Du beginnst zu kreisen, wenn die Thermik gut ist, machst die Augen zu … Ich erzähle mir selbst Geschichten oder bring mich zum Lachen. Wenn das nicht hilft, musst du dich zwicken oder anschreien.“

„LAnDEn in JEDEM GELÄnDE – BittE oHnE BEinBRUcH!“ PAUL GUSCHLBAUER, 27, Österreich, darüber, was die Teilnehmer auch 2011 wieder erwartet. „Die Talwinde sind gefährlich, die werden das größte Problem beim Fliegen, genauso wie die Gewitter. Eine Fähigkeit, die du unbedingt brauchst: In den Alpen musst du in jedem Gelände landen können, ohne dir die Beine zu brechen.“

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21. Juli 2009: Evgenii Griaznov (Russland) schläft in den Osttiroler Bergen an der Grenze von Österreich und Italien.

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klettern so manchen Extra-Berg hinauf. Beispiel: 2007 betrug die Luftlinie zwischen Start und Ziel 838 Kilometer. Der Sieger, Alex Hofer (SUI), lief und flog insgesamt 1488 Kilometer. Der Zweitplatzierte, Toma Coconea (ROM), legte 145 Kilometer weniger zurück, um ins Ziel zu gelangen. Hofer gewann trotzdem, weil er 61 Prozent der Strecke geflogen war, Coconea aber nur 24. Als „fliegendes Genie“ ging Christian „Chrigel“ Maurer in die Geschichte der seit 2003 alle zwei Jahre stattfindenden Red Bull X-Alps ein. 2009 legte der Schweizer 72 Prozent der Strecke in der Luft zurück. Dabei wählte er Abflugpunkte, die technisch

ROUTE 2011

ÖSTERREICH SALZBURG

SCHWEIZ

1 2

P E N A L E I D

FRANKREICH

5 7

3 4

6 ITALIEN

100 km

50 Meilen 8 MONACO

1 Gaisberg, 2 Dachstein, 3 Großglockner, 4 Tre Cime, 5 Piz Palü, 6 Matterhorn, 7 Mont Blanc, 8 Mont Gros

RED BULL X-ALPSMASTERMIND HANNES ARCH üBER DIE SCHLüSSELSTELLEN DER STRECkE Am Gaisberg (1) erwartet die Teilnehmer die erste psychische Herausforderung. Berge vor dir, so weit das Auge reicht. Spätestens jetzt wird dir klar, wie unendlich anstrengend dieses Rennen wird. Wenn das Wetter am Dachstein (2) passt und du fliegen kannst, kein Problem. Wenn nicht, ist das einer der härtesten Streckenabschnitte. Der Turnpoint liegt auf 2800 Meter Höhe. Da musst du rauf. Am Großglockner (3) überqueren die Athleten erstmals den Alpenhauptkamm. Auch hier gilt: bei guten Flugbedingungen alles gut, wenn nicht, superhart. Bevor du zum Matterhorn (6) kommst, musst du dich entscheiden, ob du die nördliche oder die südliche Zugangsroute wählst. Du musst das Wetter einschätzen, schauen, was deine Verfolger machen. Im Ideal­ fall umfliegst du das Matterhorn von Osten nach Westen. Beim Mont Blanc (7) ändert sich die generelle Wettersituation. Bis dorthin fliegst du immer gegen den Wind. Ab hier macht die Strecke eine 90­Grad­Kurve Richtung Süden. Die letzten 30 Kilometer vor dem Mont Gros (8) sind Karstgelände, mit Schluch­ ten in alle Richtungen. Schwierig zu fliegen, denn durch das Mittelmeer entsteht stabile Luft, also kaum Thermik. Zu Fuß ist die Sache noch anstren­ gender. Das ist der mühsamste Geländelauf der Strecke. Hannes Arch, 43, ist Ex­BASE­Jumper, Testpilot und Red Bull Air Race­Weltmeister 2009.

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„unmöglich“ waren. Etwa auf dem Weisstor-Pass in der Nähe des Matterhorns. Dort zog Maurers Supporter Thomas Theurillat Chrigel an einem Seil hinter sich her, bis dieser aufstieg wie ein Drache und südwärts davonschwebte. Damals war Starthilfe nicht ausdrücklich verboten. Seit 2011 ist sie es. Jeder Athlet muss einen Supporter anmelden. Dieser transportiert Lebensmittel, Schlafsack und derlei und dient als strategischer Sparringpartner und Psychostütze. Für die Red Bull X-Alps 2009 schrieb Thomas Theurillat, Bergführer und Sportpsychologe, mit Chrigel Maurer eine Art Drehbuch, das sich nicht an den offiziellen Etappen orientierte, sondern an sechs „Kapiteln“, die Theurillat definiert hatte. Zuerst starten und Rhythmus finden, dann: Zell am See – Italienische Grenze – Bozen – Domodossola – Chamonix – Südwärts. „Das war unser eigener Film“, sagt Theurillat. „Wir konnten jedes Ziel abhaken und hatten nicht einmal, sondern sechsmal Erfolg.“ Chrigel Maurer gewann 2009 mit neun Stunden und 24 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Alex Hofer. Binnen neun Tagen, 23 Stunden und 54 Minuten hatte er 1379 Kilometer zurückgelegt und zu Fuß 35.520 Höhenmeter überwunden, quasi viermal den Mount Everest bestiegen. Maurer und Hofer waren die einzigen der 30 Teilnehmer, die in Monaco ankamen. Denn 48 Stunden nachdem der Schnellste das Ziel erreicht hat, wird das Rennen beendet – egal wo auf der Strecke sich die restlichen Athleten befinden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Drittplatzierte Honza Rejmanek 139 Kilometer Luftlinie von Monaco entfernt. Auf Rang 18: Peter Vrabec (Slowakei), Entfernung vom Ziel: 457 Kilometer. Alle weiteren Starter hinter Vrabec wurden disqualifiziert bzw. waren ausgeschieden. Red Bull X-Alps ist der Härtetest, und der kennt keine Gnade. Das Rennen online in Echtzeit: per LiveTracking auf www.redbullxalps.com Live-Übertragung auf Servus TV: Montag bis Samstag von 17:45 bis 18:00 Uhr, Sonntag, 24. Juli, von 18:10 bis 18:25 Uhr

BILD: RUTGER PAUW/ RED BULL CONTENT POOL

Kraft, Härte, Flug-Knowhow sind nur Basics. Wer bei Red Bull X-Alps am 17. Juli in Salzburg an den Start geht und gewinnen will, braucht mehr: strategische Cleverness. Wohl ist das Reglement für alle gleich: vom Salzburger Land über die Alpen nach Monaco in einer Art Slalom um acht Wendepunkte (siehe Karte unten). Die Teilnehmer dürfen frei entscheiden, wie sie die Strecke bewältigen – solange sie sich ausschließlich zu Fuß oder per Gleitschirm bewegen. Dabei ist die direkte Verbindung zwischen zwei Wendepunkten meistens nicht die schnellste. Für bessere Paragleit-Startplätze gehen die Athleten Umwege und

CLEVERNESS

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Die FIVB Swatch World Tour als LIVE-Video:

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Die

Nummer 1

von nebenan

Mit ihren 16 Jahren hat Golferin alexis thoMpson bereits alles, was es braucht, uM die beste zu werden: das spiel, den Kopf, das uMfeld, die bodenhaftunG. das einziGe hindernis sind die reGeln der professionellen turnierwelt. Text: Robert Sperl, Bilder: Philipp Forstner 66


Alexis Thompson hat das Spiel von zwei älteren Brüdern gelernt, beides exzellente Golfer. Sie selbst beschreibt ihr Spiel so: „Ich schlage den Ball definitiv nicht wie ein Mädchen.“

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agle Trace Golf Club, Coral Springs, Florida. Die Nachmittagssonne macht die Schatten der Büsche und Bäume entlang der Fairways lang, das Clubhaus mit seinem Uhrturm ragt noch selbstbewusster in den Himmel. Auf der letzten Spielbahn, die vor dem Clubhaus endet, bereitet sich Alexis Thompson auf ihren Schlag vor. Sie ist groß und schlank, Arme und Beine sind sonnengebräunt, das blonde Haar zum Zopf gebändigt. Von den Bewegungen her ist die 16-jährige Amerikanerin noch ein Mädchen, doch viel fehlt nicht mehr zur jungen Frau. Alexis spricht den Ball an. Der Fotograf, der sie und ihren Vater Scott begleitet, nimmt die Kamera hoch. 210 Yards bis zur Fahne, „sie hat keine Chance auf das Grün“, sagt Scott Thompson entschuldigend. „Ich habe Lexi den falschen Schläger gegeben.“ Falsch heißt: Der Schläger ist zu kurz, seine Schlagfläche steht zu flach, als dass der Ball die Distanz überwinden könnte, auch im Golf gilt die Physik. Im Turnier würde Scott seiner Tochter den korrekten Schläger in die Hand geben, denn er ist ein aufmerksamer Caddie, doch jetzt geht’s ja nur um das Foto. Kraftvoll und doch scheinbar mühelos schwingt Alexis durch den Ball, der Übergang vom Auf- in den Rückschwung fließt wie Milch und Honig. Der Ball prellt vom Schlägerblatt, pfeift durch die Luft, verliert sich im Gegenlicht. Sechs, sieben Bälle wirft Scott seiner Tochter noch zu. Die gleiche Routine, und ein Ball saust davon. Man wird süchtig nach dieser Bewegung, die keinen Anfang hat und kein Ende, und das satte Plopp ruft eine Gänsehaut hervor. Dann ist der Fotograf zufrieden. Die kleine Gruppe marschiert in Richtung Grün. Dort liegen Alexis’ Bälle, obwohl: der falsche Schläger? Der Fotograf staunt: Wie geht das?, doch Scott Thompson schaut unschuldig, und Alexis greift ungerührt zum Putter.

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s ist nicht lange her, da hatte Alexis Thompson noch einen mächtigeren Gegner als die Physik, nämlich die US Ladies Professional Golf Association (LPGA). Diese betreibt die größte Profi-Turnierserie für Damen, eine Welttour in zehn Ländern. Das Eintrittsticket namens Tourkarte erreichen Golferinnen über Qualifikationsturniere. Ein wenig gleicht die LPGA einer Gewerkschaft, sie schützt ihre Mitglieder jedoch nicht nur vor der Allmacht der Veranstalter, sondern auch vor jungen Talenten: Die Tourkarte gibt es erst ab achtzehn. Ausnahmen sind rar, quasi nicht existent. Alexis Thompson nützt es deshalb wenig, wenn die Fachpresse sie „the most exciting young female player on the planet“ nennt: Auf der größten Golfbühne ist ihr Talent unerwünscht. Glücklicherweise gibt es Hintertüren, um übers Jahr gerechnet auf eine brauchbare Anzahl von LPGA-Turnieren zu kommen. Eine heißt „Monday Qualifying“: Am Montag vor einem LPGA-Event wer-

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den einige Startplätze ausgespielt. Eine andere Ausnahme sind „Sponsors Invitations“: Damit holen sich Turniere Publikumslieblinge ins Feld, deren beste Zeit vorbei ist oder noch kommt. Eine Ausnahme sind auch die offenen Turniere US Open und British Open: Theoretisch kann jede Golferin, eine gewisse Spielstärke vorausgesetzt, versuchen, sich dafür zu qualifizieren. Alexis spielte ihre ersten US Open 2007, als Zwölfjährige und Jüngste der Geschichte. 2011 ist sie zum fünften Mal dabei: Verblüffend für eine Sechzehnjährige, doch keine Überraschung, kennt man ihre Familie. Die Golf-Gene lieferte eindeutig Mama Judy, die in ihrer Jugend Turniere spielte. Alexis’ „kleiner“ Bruder Curtis, 18, steht im Golfteam der Louisiana State University. Ihr „großer“ Bruder Nicholas, 28, spielte drei Jahre auf der PGA Tour, der höchsten US-Spielklasse, und hat 3,5 Millionen Dollar Preisgeld gewonnen. In den Matches der Geschwister untereinander ging es nicht um Geld: Der Sieger ersparte sich die Hausarbeit. Alexis besiegte ihre Brüder dabei nicht nur einmal und hatte Spaß daran: Um Spielpraxis zu gewinnen, startet sie inzwischen regelmäßig auf einer „männlichen“ Profi-Minitour. (Und hat dort in diesem Februar ein Turnier gewonnen.) Papa Scott tauschte seinen Job im Elektronikgeschäft mittlerweile gegen den eines Caddies. Aktives Golf gab er auf, als er das erste Mal gegen Alexis verlor: Da war sie neun.

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uf der Runde ist Scott der wichtigste Partner seiner Tochter: Er schleppt das 20 Kilo schwere Bag, sagt ihr die jeweilige Distanz für die Schläge an und entscheidet, welchen Schläger sie spielen soll. Alexis vertraut ihrem Vater blind: „Er kennt mein Spiel wahrscheinlich besser als ich selbst.“ Für ihren Golfschwung ist hingegen Jim McLean verantwortlich. Der Amerikaner ist einer der weltbesten Golflehrer, wenn auch publicityscheu. Seine Zentrale in Miami versteckt sich in zwei unscheinbaren Gebäuden an der Rückseite des Doral Resort. Wer am Telefon nicht genau zuhört, wenn er den Weg erklärt, verirrt sich ins Hotel Marriott gleich nebenan.

ALEXIS THOMPSON Geboren am 10. Februar 1995 Spitzname Lexi Lebt in Coral Springs, Fort Lauderdale, Florida Beruf Seit 16. Juni 2010 Profi­ golferin (würde sonst in einer Tierhandlung arbeiten) Erfolge als Amateur 2010 Nummer 1 der Weltrangliste; Junior PGA Championship 2007/2009, US Girls’ Junior Champion 2008, Curtis Cup 2010 (Golfe­ rinnen­Teamvergleich USA vs. GBR&IRL; Alexis blieb ungeschlagen) Erfolge als Profi Platz 2 Evian Masters 2010 Vorbilder Annika Sörenstam, Nan­ cy Lopez, Phil Mickelson Hat einen Traum, in dem sie ihren Namen sieht, eingraviert in die Trophäe der US Women’s Open

uM in forM zu bleiben, startet alexis bei Männer-turnieren. eines hat sie schon Gewonnen. McLeans Liste prominenter Schüler ist lang. Interessanter ist, dass er einige Junioren bis zur Nummer 1 im US-Ranking geführt hat. Alexis lernte er kennen, als sie acht war, und er erlebte mit, wie ein kleines Mädchen mit Zopf und Zahnspange frech ihre Duftmarken setzte, durchwegs gegen ältere Konkurrentinnen. Beim Doral Publix Junior Championship 2006 und 2007 etwa gewinnt sie in der Kategorie „16 bis 18“, mit elf bzw. zwölf Jahren. Als Alexis im Frühling 2010 Profi wird, tut sie das als Nummer eins der Amateur-Weltrangliste. Der Umstieg gelingt mühelos: Nur Wochen später belegt sie bei den US Open Platz zehn. Kurz darauf wird sie beim Evian Masters in Genf, einem der bestbesetzten Profiturniere, Zweite. Auf dem Preisgeldscheck steht 242.711 Dollar. Trotzdem beschreibt McLean als erstes nicht Alexis’ Talent, sondern ihren zu starken Griff, der sie anfangs


Scott Thompson macht seiner Tochter Alexis im Turnier den Caddie. Sie vertraut ihm dabei blind: „Er kennt mein Spiel wahrscheinlich besser als ich selbst.“

limitierte. „Damit wirst du alle Junioren schlagen, aber wenn du wirklich gut werden willst, musst du ihn ändern“, sagte er ihr. Alexis ignorierte stur McLeans Idee, doch dieser fand einen Ausweg: Er verordnete Alexis das Buch „Play Golf the Wright Way“ der vierfachen US-Women’s-Open-Siegerin Mickey Wright, deren Schwung Alexis bewunderte. Lies das, sagte McLean, wenn du deinen Griff dann noch immer nicht ändern willst, soll es mir recht sein. So gewann Alexis ihre erste US-Meisterschaft mit einem neuen Griff und McLean eine Schülerin, die ihm Freude macht: Alexis ist bei allem, was sie tut, wild entschlossen, kapiert schnell und ist sich selbst die schärfste Kritikerin. McLean: „Das ist der wichtigste Teil eines Champions.“ Er nennt Alexis ein Vollblut: „Sie kann jedes Turnier gewinnen, bei dem sie an den Start geht.“ Zudem beherrscht sie Schläge, an die andere Spielerinnen nicht einmal denken können, speziell im langen Spiel: Das passt gut zu McLeans Leitspruch „Talent wird unterschätzt“. Insgesamt verfügt Alexis über ein variantenreiches, aufregendes Golf, kein small game. Und einen wunderbaren Schwung, den künftige pubertäre Turbulenzen hoffentlich nicht durcheinanderbringen. Sie selbst charakterisiert ihr Spiel schlicht so: „Ich schlage den Ball definitiv nicht wie ein Mädchen.“ Sie weiß auch, was ihr noch fehlt, ein präziseres kurzes Spiel und ein smarteres Course Management. Letzteres findet auch die Engländerin Laura Davies, trotz ihrer 48 Jahre noch immer eine der genialsten Golferinnen

und eine gute Freundin von Alexis: „Sie muss lernen, den Ball auch an schlechten Tagen um den Kurs herumzubekommen.“ Bei den German Ladies Open 2011 in München, Davies und Thompson waren dabei zwei Tage zusammengelost, offenbarte sich eine weitere Stärke, die Davies besonders imponiert: „Alexis nimmt das Spiel nicht zu ernst.“

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elbst wenn Alexis Thompson einmal zur Nummer eins avancieren sollte: Es wird ihr nicht zu Kopf steigen. Sie ist so gut geerdet wie die Divots, die sie schlägt. Trotz Rolex als Sponsor (die Uhr trägt sie nur abseits des Platzes, damit es ihren Schwung nicht behindert) ist sie ein normaler Teenager. Sie liebt Musik (im iPod steckt vornehmlich Rap), entwirft Kleider und zeichnet, mag Kino und absolviert ein Home Schooling Program – die Prüfungen werden via Internet absolviert –, knuddelt ihre drei Katzen Bootsy, Misty und Dusty und besitzt als Maskottchen Marienkäfer in allen Größen, von der aufgemalten Ausgabe auf den Golfbällen bis hin zu den Ohrringen. Sie geht ungern shoppen – das erledigt Mama Judy – und verbringt lieber Stunden auf Facebook. Das College ist derzeit kein Thema, doch sie ist vielseitig interessiert: Als Alexis die German Open spielte, besichtigte sie das ehemalige KZ Dachau. Ein Fernsehbeitrag hatte ihr Interesse geweckt, und sie wollte mehr wissen. Am nächsten kommt man Alexis, wenn sie einem ihr Zimmer zeigt und zu erzählen beginnt. Über das Bett, das zu kurz geworden ist (Alexis misst eins acht69


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selbst wenn alexis thoMpson einMal die nuMMer 1 der welt ist: sie hat ausreichend bodenhaftunG, uM das zu verdauen. zig). Die Stofftiersammlung (Überhang an Marienkäfern). Fotos der Freundinnen an der Wand (darunter Jessica Korda, Tochter des Ex-Tennisprofis Petr Korda und Proette auf der LPGA Tour). Das Tagebuch mit all ihren Scores („Ich vergesse sie sonst“). Ein Skateboard mit Autogrammen von Travis Pastrana und Ryan Sheckler. Und eine finster aussehende Puppe, die noch nicht weiß, dass sie deswegen bald aussortiert wird. Eine kleine Welt, die in Zukunft häufiger unbewohnt bleiben wird, wenn Alexis in der großen Golfwelt unterwegs ist. Diese beginnt draußen vor dem Fenster, denn das Haus der Thompsons ist eines, wie sie in den USA zu tausenden in den Golfplatz-Siedlungen stehen: ein schlanker Vorgarten an der Front. nicht größer als ein Putting-Grün, an der Rückseite ein Pool samt Moskitonetz und gleich dahinter die Spielbahn. In diesem Fall ist es Loch 12 des Eagle Trace GC, ein Par 4, das als Dogleg rechts Richtung Grün zieht. Kann Alexis den Ball vom Abschlag der 12 bis in den Garten schlagen? „Nein, keine Chance. Aber der Nachbar rechts, der ist gefährdet …“

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olange sich Alexis auch weiter in ihrer kleinen Welt vom Turnierstress der großen erholen kann, hat Mutter Judy keine Angst, dass ihrer Tochter der künftige Leben als Golfproette zu viel werden könnte: „Ich glaube, das ist ihr Erfolgsgeheimnis.“ Die Familie mit Bodenhaftung hat zudem das passende Management für ihr Wunderkind gefunden. Auch wenn die Agentur Blue Giraffe heißt: Deren Chef Bobby Kreusler ist ebenso geerdet wie Judy, Scott, Alexis, Curtis und Nicholas. Über Letztgenannten kam der Kontakt zur Familie zustande: Nicholas wird seit 2005 von Kreusler vermarktet. Weil Kreusler durch seine Arbeit für Nicholas zum Freund der Familie geworden war, für den Judy oft einen Teller mehr aufdeckte, war es keine Frage: Als Alexis Profi wurde, lehnten die Thompsons ein Angebot des Managementgiganten IMG ab und entschieden sich für die blaue Giraffe. Kreusler, in früheren Jobs eng mit Superstars wie Beyoncé und Top-Golfer Raymond Floyd verbunden, konnte für Alexis ein langfristig denkendes Dreamteam (Rolex, Puma, Cobra, Red Bull) begeistern: „Alexis’ Karriere muss man in Dekaden messen, nicht in Jahren.“ Kreusler hängt Alexis deshalb keine Etiketten um, die Stress erzeugen. Und er plädiert für eine reduzierte Anzahl von Turnieren pro Saison, damit Raum bleibt für Schule, Freunde, Freizeit. Das ist ohnehin eine Doppelmühle, denn andererseits soll Alexis bei möglichst vielen Wettkämpfen Erfahrung sammeln. 2011 etwa spielte sie neben ihren LPGA-Turnieren schon in Dubai, Australien und Deutschland. Im Juli folgen das Evian Masters in Frankreich und die

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British Open im schottischen Carnoustie – und im Herbst könnte ein weiterer Auftritt in Europa dazukommen. Das klingt strapaziös und ist doch wenig im Vergleich zum Pensum der Konkurrenz. Kreusler: „Es kann viel zerbrechen, wenn man nicht vorsichtig ist. Wir arbeiten mit einem jungen Mädchen zusammen, das langsam zur jungen Frau wird und dann zur Frau: Da müssen wir Fehler vermeiden.“

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allstricke will Bobby Kreusler allein schon aus persönlichen Motiven vermeiden: Er will sich nicht um emotionale Erlebnisse bringen, wie er 2007 eines hatte. Da spielte Alexis in Pine Needles, Georgia, ihre ersten US Open, und als sie ihren ersten Ball das Fairway hinunterknallte, diese zwölfjährige Göre mit ihren Marienkäfer-Ohrringen, hatte Kreusler am ganzen Körper eine Gänsehaut: „Alexis war damals noch so klein – man hat sie aus der dritten Reihe ja schon gar nicht mehr gesehen.“ Drei Jahre später war bereits ein anderer schwer beeindruckt: der Australier Greg Norman, ehemalige Nummer eins im Männergolf. Im August 2010 bat Jim McLean seinen Freund Greg, Alexis’ Können abzutesten. 1991 hatte Norman das mit einem Nachwuchsspieler ebenso gemacht, doch Alexis, so schwor Norman nach der Runde, sei technisch schon viel weiter als der Fünfzehnjährige damals, Tiger Woods.

Bei den Thompsons: Alexis mit Bootsy, einer von drei Katzen. Die Wände des Hauses, das direkt an einem Golfplatz liegt, sind mit Golferinnerungen tapeziert, auch von ihren beiden Brüdern. Hinterm Haus parkt ein Einzelstück eines Golfcarts, in poppigem Red Bull-Design und mit integrierter Stereoanlage.

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bilder: jiri krenek

Das Ende eines unglaublich erfreulichen Wochenendes: Wir gehen baden. Und zwar alle. Ausnahmslos.

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näher dran sein geht nicht: Sebastian Vettel führt uns exklusiv durch sein Wochenende in Monte carlo. Wie es sich für einen Formel-1Weltmeister gehört, hat er auch gewonnen.

4 tAge MonAco

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Donnerstag, 26. Mai

ankunft/training/der ganz normale Wahnsinn Die verrückteste Stadt europas wird an diesem Wochenende noch verrückter. Unseretwegen. 8 Uhr. Anreise zur Strecke per Boot. Monaco ist nicht das echte Leben. Wenn du das erst weißt, kannst du die Atmosphäre richtig genießen.

„Rennfahren in Monaco – das ist ganz besonders. Du hast hier null Platz für Fehler, musst aber voll ans Limit gehen. Da schießt Adrenalin ein.“

8:05 Uhr. Der ganz normale Weg zur Arbeit dauert in Monaco noch ein wenig länger. Es ist eben ein ganz besonderes Rennen, das wissen auch die Fans.

17 Uhr. Raubtierfütterung: Die Presse wartet.

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Credit bilder: daniel reinhard (9), getty images (4), jiri krenek (1)

8:15 Uhr. Hinter dem Drehkreuz beginnt die Arbeitswelt. In den beiden ersten Trainings stimmen wir das Auto ab: maximale Downforce, wie immer in Monaco.


Freitag, 27. Mai

trainingsfrei/Fotosession/interviews Modeshooting statt Rennfahren: ein Formel-1-Pilot braucht viele talente.

10 Uhr. Wir machen eine Modekam­ pagne für unseren Team Partner Pepe Jeans. Auch die Frisur muss sitzen.

11 Uhr. Perfekte Welt: Ich sehe bestmöglich aus und hänge mit zwei schönen Frauen auf einem Boot in Monte Carlo ab. Der Weg zu diesem Bild war allerdings von kleinen Schwie­ rigkeiten gepflastert, wie ihr seht. Hat Spaß gemacht!

14 Uhr. Im Fahrerlager wartet die Presse. Die Kolleginnen und Kollegen sind um ihre Jobs auch nicht zu beneiden.

19 Uhr. Abendessen mit Adrian Newey. Es gibt Fleisch und Gemüse, und wir sprechen übers Qualifying am Samstag.


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saMstag, 28. Mai

Qualifying/schrecksekunde/Pole-Position ein guter Startplatz ist gerade in Monaco fast rennentscheidend – trotz der neuen Regeln.

9:30 Uhr. Gemeinsam mit Helmut Marko studiere ich die Donnerstags­Zeiten der Kon­ kurrenz. Langsam wird es Zeit zum Umziehen.

14 Uhr. Die ruhigsten Momente des Wochenendes. Es ist heiß, doch der silberne Föhn verschafft Kühlung.

13:40 Uhr. Mein Ingenieur Guillaume „Rocky“ Rocquelin schaut nicht immer so skeptisch, ehrlich. Außerdem haben wir einen Plan für das Wochenende. Hoffentlich taugt er was.

15:05 Uhr. Gutes Team­Ergebnis: Ich stehe auf Pole, Mark auf drei, dazwi­ schen Jenson Button im McLaren.

15 Uhr. Meine schnellste Runde von 1:13,556 war gut – Pole­Position auf dem Stadtkurs!

„Nach dem Unfall von Sergio Pérez nach der Tunnel­ ausfahrt gab es plötzlich wichtigere Dinge als meine fünfte Pole­Position in dieser Saison.“

15:30 Uhr. Das Pressezentrum ist bis auf den letzten Platz besetzt. Amikale Atmosphäre.

16:15 Uhr. Endlich „heim“ in die Energy Station, wo meine Familie schon wartet. Danach: Debriefing.

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sonntag, 29. Mai

rennen/sieg/Party es gibt auch nicht mehr Punkte als anderswo. trotzdem ist dieser grand Prix unvergleichlich.

11:30 Uhr. Zeit der Promis. Ex­Spice­Girl Geri Halliwell wünscht mir viel Glück.

12:30 Uhr. Da kann man schon Gänsehaut kriegen: Die Tribünen sind längst voll.

13:30 Uhr. Die Girls am Startplatz tragen dieses Jahr die legendären Gulf­Farben Orange­Blau.

bilder: daniel reinhard (5), schlegelmilch photography (3), getty images (3), sutton images (2), lat (2), jiri krenek (1)

„Ferrari, McLaren und Mercedes sehen hier richtig gut aus. Wir brauchen einen guten Start und müssen uns richtig ins Zeug legen.“ 11 Uhr. Fahrerparade. Ich albere mit Timo Glock und Michael Schumacher rum.

13:45 Uhr. Voll konzentriert. Mein Physiothe­ rapeut Tommi Parmakoski sorgt für Schatten.


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sonntag, 29. Mai

rennen/sieg/Party Bei diesem Rennen gibt es immer Zwischenfälle. Darauf ist unsere taktik ausgelegt.

15:15 Uhr. Ich führe das Rennen vor Fernando Alonso im Ferrari an. Wir haben einen kleinen Reifenpoker am Laufen. Hoffentlich geht er auf. 13:50 Uhr. Endlich im Auto. Jetzt gilt’s.

15:40 Uhr. Und durch! Danach werde ich zur Siegerehrung chauf­ fiert. Bin wohl schon genug gefahren heute.

16:00 Uhr. Der Moment, der nie vergeht: Auf dieser Treppe sind schon viele meiner Helden gestanden.

16:20 Uhr. Der Wahnsinn bricht los und hat eine Polizistin ins Zentrum des Orkans gespült.

17:00 Uhr. Großes Poolspringen in der Energy Station. Eine Disziplin, die auch meinem kleinen Bruder ausgesprochen gut liegt.

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bilder: getty images (3), jiri krenek (2), sChlegelmilCh (2), sutton images (2), daniel reinhardt (1)

„Unsere Strategie war, die superweichen Reifen voll auszunutzen. Zum Schluss nahm eine Safety­ Car­Periode glücklicherweise Druck von uns.“


22:00 Uhr. Souvenirs eines erfolgreichen Tages. Das ist es, was ich am Rennfahren so liebe.

17:10 Uhr. Adrian Newey hat schon, wir wollen noch mal: mit Rocky und Christian in den Pool.

Was den Weltmeister bewegt: Momentum – What drives you mit Sebastian Vettel: 25. Juli, 22.30 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV www.redbullracing.com

Reformen für Österreich: Die Pflege-Lösung Finanzministerin Dr. Maria Fekter informiert

Einfacher zum Pflegegeld, schnellere Betreuung. Wer Hilfe braucht, hat keine Zeit zum Diskutieren. Deshalb haben Regierung und Länder gemeinsam eine Lösung gefunden – für mehr Geld und bessere Leistung. • • •

Mehr Geld: 685 Mio. Euro gibt es zusätzlich für Pflege in den nächsten 4 Jahren. Bessere Leistung: Bund, Länder und Gemeinden finanzieren die notwendigen Verbesserungen der stationären Pflege und Betreuung daheim. Schnellere Abwicklung: Pflegegeld-Anträge werden nicht mehr von 303 verschiedenen Stellen abgewickelt, sondern zentral vom Bund – das macht’s klarer, einfacher und schneller. Wir arbeiten dafür, dass was weitergeht. Gemeinsam. Für Sie. Für Österreich.

Dr. Maria Fekter Finanzministerin


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bild: Desre Pickers/Red Bull content pool

More

Wer sich beruflich in solche Situationen begibt, verzichtet beim Equipment auf Kompromisse. PaddelStar Steve Fisher und seine Ausrüstung, Seite 86.

82 REISE-TIPP Wandern in Island 84/85 KULINARIK Peter Goossens, „Tacos de sesos“ 86 Get THE GEAR Steve Fisher 87 TRAINING Benjamin Karl 88 MUSIK Gilles Peterson 90 CLUB & CD 91 TAKE 5 Ziggy Marley 92 TOP-SPOTS 94 SAVE THE DATE 96 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV 98 KOLUMNE von Christian Ankowitsch


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Raue Schale, heißer Kern

Der reise-Tipp Des MonaTs

Islands erfolgreichste Tourismusbeauftragte heißen Eyjafjallajökull und Grimsvötn: Seit ihren Ausbrüchen boomt in Island der Fremdenverkehr. Zum Vulkan-Watching nach island.

Erst legte Island den internationalen Flugverkehr lahm, nun landet dort ein Touristenflieger nach dem anderen: Seit den Ausbrüchen ihrer feuerspuckenden Top-Sehenswürdigkeiten erlebt die größte Vulkaninsel der Welt einen wahren Besucherboom. Dem Asche- folgt nun ein Devisenregen: 2011 erwartet man eine Verdoppelung der Besucherzahlen im 82

Vergleich zu den Vorjahren. Den faszinierenden Kontrast von grenzenloser Stille oberhalb und cholerischer Betriebsamkeit unterhalb der kargen Grasnarbe können Island-Fans auf vielfältige Weise erleben: beim Wandern am größten Gletscher Europas, beim Baden in heißem Vulkanwasser oder im Schmuckgeschäft auf reykjavíks Shopping-Meile.

Island

ReiSe-infoS Anreise Per Flugzeug von London, Frankfurt, Paris oder Amsterdam in zirka 3,5 Stunden Kleidung Islands Winter sind ähnlich kalt wie die in Mitteleuropa, Islands Sommer kühl und launisch. Wer für die extrem wechselhaften Verhältnisse vorbereitet sein möchte, rüstet sich am besten mit der isländischen Traditionsmarke 66°North aus: Laut einer Marktstudie verfügen 99 von 100 isländischen Haushalten über mindestens ein Kleidungsstück dieses Outdoor-Spezialisten (www.66north.de). Bitte daheimlassen Schlangen, Eidechsen und Schildkröten (in Island verboten), Boxhandschuhe und Unterhosen, die die isländische Flagge zeigen (ebenfalls verboten) sowie Aggressionen aller Art: Island ist laut Global Peace Index (GPI) das friedlichste Land der Erde. www.visiticeland.com

TExT: AlExAnDEr lISETz

Auf und dAvon

Aufstieg zum Hvannadalshnúkur: Unter Islands höchstem Gipfel erstreckt sich ein imposantes Vulkansystem.


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in Vulkanwasser baden

Wo sich die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte treffen, liegt die Bláa Lónið, die Blaue Lagune. Das Thermalfreibad auf der ReykjanesHalbinsel nahe dem Flughafen wird von heißem Wasser aus 2000 Meter Tiefe gespeist. An der unterirdischen Entnahmestelle hat das vom Vulkansystem erhitzte Heilwasser 36fachen Überdruck und unwirtliche 240 Grad, im Becken der Wellness förderlichere 39 °C. Wer den Bus zur Lagune verpasst, kann aber auch im eigenen Hotelzimmer in Vulkanwasser baden: In Island bezieht fast jeder Haushalt sein Warmwasser umweltfreundlich aus unterirdischen Quellen (weshalb man sich auch an dessen leichtem Schwefelgeruch nicht stören sollte). Tipp: www.bluelagoon.com

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Mit dem Snowmobile nach Geysir

Den Geysir, dem alle anderen den Namen verdanken, steuert man am besten per Jeep- oder Snowmobile an. PS-starke Monstergefährte gehören in Island zum guten Ton und können sowohl für individuelle als auch für geführte Touren gemietet werden. Vorsicht bei Solofahrten: Markierungen sind spärlich, tückische Flussdurchfahrten häufig und vom letzten Urlaub bekannte Wege infolge Lawinenabgängen oder veränderter Flussläufe womöglich längst nicht mehr existent. Wer gern im Schnee unterwegs sein möchte, muss sich immerhin auf keine Jahreszeit beschränken: Bei kühlen Sommer- und moderaten Wintertemperaturen ist er in Island das ganze Jahr über reichlich vorhanden. Tipp: www.extremiceland.is

Übers Lavagestein breitet sich

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Europas größter Gletsc her.

Bergtour zum eyjafjallajökull

Islands berühmtesten Vulkan korrekt auszusprechen ist eine große, ihn zu besteigen eine noch größere Herausforderung. Der acht- bis zehnstündige Marsch wird mit phantastischen Ausblicken auf die Gletscherlandschaft und die respekteinflößenden Zerstörungen des jüngsten Ausbruchs belohnt. Das Betreten des verwüsteten Gebiets erlaubt der isländische Zivilschutzverband erst wieder seit Dezember, Pickel, Steigeisen und ein professioneller Bergführer sind unbedingt mitzubringen. Nach der Besteigung kann man sich in einem Souvenirshop mit dem meistverkauften Island-Andenken versorgen: einem T-Shirt, auf dem der Name des Vulkans in Lautschrift buchstabiert wird. Tipp: www.mountainguide.is

Lavaasche und ewiger Schnee bilden eine bizarre Landschaft.

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Zwischen Himmel und Hölle

Der 2110 Meter hohe Hvannadalshnúkur ist so etwas wie die Grenzstation zwischen den Welten: Oberhalb des Scheitels ist nur noch Himmel (er ist der höchste Punkt Islands), unter den Sohlen zunächst der größte Gletscher Europas und noch eine Schicht tiefer die Nordwestflanke des Vulkanmassivs Öræfajökull. Die zwölfstündige Tour erfordert Willensund Wadenstärke und erstreckt sich über 22 Kilometer und mehr als 2000 Höhenmeter. Umso entspannter kann man sich nach dem Abstieg im Gras räkeln: Auf Island gibt es nämlich weder Ameisen noch Stechmücken. Tipp: www.mountainguide.is

Nur für Wetterfeste : eine Bootsfahrt en tlang der Steilküste.

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REYKJAVIK Bláa Lónið

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Lava zum Mitbringen Wer schmucke Mitbringsel sucht, kann ebenfalls auf vulkanische Hilfe zurückgreifen: Handgemachter Schmuck aus Lavagestein ist in Island in jeder Form, Größe und Qualität erhältlich – vom Last-Minute-Flughafenkitsch bis zum hochwertigen Kunstwerk aus (rußiger) Meisterhand. Tipp: www.gullkunst.is

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more body & mind

DIe Besten kÖche DeR Welt zu gaSt im haNgar-7

Drei Sterne für ein Bauernhaus PeTeR GoosseNs verleiht flämischen gerichten edles aussehen und geschmack. wie man das macht, bringt er seinen Landsleuten im Fernsehen bei.

Mit seinen 46 Jahren muss Peter goossens wirklich keinem mehr etwas beweisen. immerhin erkochte sich der Flame im Laufe seiner karriere nicht nur 19,5 von 20 möglichen Punkten im gault Millau, sondern schreibt kochbücher (u. a. mit sergio Herman, ikarus-gastkoch im september 2010) und bastelt emsig an seinem eigenen web-Portal. auch aus dem belgischen Fernsehen ist der koch, der mittlerweile drei eigene sendungen moderiert, nicht mehr wegzudenken. sein Hauptaugenmerk gilt aber nach wie vor seinem restaurant, dem „Hof van cleve“, das in einem alten Bauernhaus im ländlichen Teil der Provinz ostflandern untergebracht ist. Hier lässt er die flämisch bodenständige küche aufleben und verfeinert sie mit exklusiven ingredienzien. goossens ist ein Meister der kombination, der weiß, welche edlen Produkte einem gericht das gewisse etwas geben. Mit kaviar, gänsestopfleber oder Trüffeln verleiht er seinen kreationen eine besondere note und sorgt für ein unvergessliches geschmackserlebnis. dass dies der richtige weg ist, beweist sein wiederkehrender erfolg. auch in diesem Jahr ist das „Hof van cleve“ wieder eines von nur zwei belgischen restaurants, die mit drei Michelin-sternen ausgezeichnet wurden. Beeren, Holunderblüten und Pistazien

MeIN RestaURaNt Hof van Cleve Riemegemstraat 1 9770 Kruishoutem Belgien www.hofvancleve.com Betritt man das „Hof van Cleve“, erinnert nichts mehr an die alte Bauernkate, die es einmal war. „Uns ist Eleganz wichtig. Sowohl bei den Materialien und Farben als auch bei den Geschmäckern und Düften. Die Gäste müssen sich wohl fühlen“, sagt Lieve Goossens, Peters Frau und Leiterin des Restaurants.

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Vielfalt. Ob man nun eine Vorliebe für Fleisch- oder Fischgerichte hat oder Vegetarier ist, im „Hof van Cleve“ findet jeder das passende Gericht. Gewählt werden kann aus klangvollen Kategorien wie den „Klassikern des Hauses“, den „Freuden der Saison“, den „Köstlichkeiten aus Meer und Hof“ und dem „Bouquet der Felder, Gärten und Wälder“. Geschmack. „Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den perfekten Geschmack zu finden. Der steht und wird immer an erster Stelle stehen. Ich bin also eine Art Geschmack-Komponist.“ Harmonie. „Ich bin immer auf der Suche nach einer gewissen Harmonie. Ob die jetzt durch Gemeinsamkeiten oder Unterschiede erreicht wird, ist dabei nicht so wichtig. Hauptsache ist, dass am Ende auf den Tellern alles perfekt zusammenpasst.“

Die Gastköche im Hangar-7 Monat für Monat gastiert ein anderer internationaler Spitzenkoch im „Restaurant Ikarus“ des Salzburger Hangar-7 und kreiert dort gemeinsam mit dem Küchenteam zwei einzigartige Menüs. Gastkoch im Juli 2011 ist der Flame Peter Goossens, Küchenchef des Restaurants „Hof van Cleve“ in Belgien. Informationen zu Goossens’ Menüs im „Ikarus“ finden Sie unter www.hangar-7.com, Reservierungen sind sowohl telefonisch (unter +43 662 2197-77) als auch via E-Mail möglich: ikarus@hangar-7.com

TexT: Lisa BLazek. BiLder: HeLge kircHBerger, Bavo swijgers, red BuLL Hangar-7

MeINe pHILOsOpHIe


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Geschmack von Welt

Kopfgeld

NatioNalgerichte zum NachkocheN

Mexikaner lieben Tortillas mit einer Füllung aus Hirn. amerikaner essen sie meist nur als Mutprobe.

text: klaus kamolz. bild: fotostudio eisenhut & mayer

Tacos de sesos.

Tacos mit Teilen des tierischen kopfes sind in Mexiko weit verbreitet. es gibt sie mit wange, mit zunge – und mit Hirn. rind, Lamm, schwein und ziege werden in den Tacos de sesos verarbeitet. um den enormen Bedarf der street-Food-stände – die Hauptumschlagplätze für die meist als Mittagssnack verspeisten Tortillas mit Hirn – zu decken, werden tonnenweise schweinehirne importiert. natürlich trat die mexikanische nationalspeise mit den emigranten auch die reise in die usa an. Hirn-Tacos gibt es, nachdem sie in den zeiten der Bse-krise verboten waren, in vielen us-Taquerías. wenige amerikanische Feinschmecker schätzen sie, oft kommen bloß angeheiterte Jugendliche, die einander zu Mutproben, nämlich dem verzehr einer Tortilla mit Hirn, anstacheln. Mexikanische wanderarbeiter in kalifornien hingegen bieten in den schlachthäusern sogar arbeit ohne Lohn an – wenn sie dafür die köpfe mitnehmen dürfen.

Das Rezept Zutaten für 4 Personen: DIE FÜLLUNG 500 g Kalbshirn ½ Zwiebel 1 fein gehackte Zwiebel 1 geschälte und angedrückte Knoblauchzehe 4 Blätter Jesuitentee (oder 1 TL Matetee) 2 entkernte und gewürfelte Tomaten

4 EL fein gehackter Koriander 4 bis 6 fein gehackte SerranoChili-Schoten Salz, Pfeffer, Öl DIE TORTILLAS 250 g Weizenmehl 1 TL Salz 1 TL Backpulver 80 ml Pflanzenöl ca. 100 ml lauwarmes Wasser

Hirn einige Stunden in kaltem Wasser wässern und dabei dreimal das Wasser wechseln. Anschließend die dünne Haut abziehen. Die halbe Zwiebel, die Knoblauchzehe und den Jesuiten- oder Matetee in einen Topf mit 2 Liter Wasser geben und aufkochen. Das Wasser salzen und das Hirn hineingeben. 10 Minuten kochen, Hirn herausheben, gut abtropfen lassen und in mundgerechte Würfel schneiden. In einer Pfanne wenig Öl erhitzen und die gehackte Zwiebel darin anrösten. Hirn und Serrano-Chili dazugeben und weiter rösten, bis das Hirn leicht zu bräunen beginnt. Dann Tomatenwürfel einrühren und mit Salz, Pfeffer und Koriander abschmecken. Für die Tortillas alle Zutaten zu einem Teig kneten und 20 Minuten zugedeckt rasten lassen. Aus dem Teig hühnereigroße Bällchen formen und mit dem Nudelholz zu dünnen runden Fladen, die in eine beschichtete Pfanne passen, ausrollen. Pfanne ohne Fett erhitzen und die Tortillas beidseitig braten, bis der Teig Blasen wirft. Hirnfülle auf die Tortillas setzen, Fladen einrollen und mit Salat, mexikanischer Salsa verde (Sauce aus grünen Tomaten, Chili und Koriander) oder Guacamole (mexikanischem Avocado-Dip) servieren.

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Meister aller Elemente

GET THE GEAR

7 Riot-Freestyle-Kajak Mein Freestyle-Kajak von Riot ist mit seinem flachen Boden ideal für stehende Wellen.

DIE AUSRÜSTUNG DER PROFIS

STEVE FISHER. Was

der südafrikanische Kajak-Profi so braucht: für seine Ritte über wilde Stromschnellen, ausführliche Road-Trips und Erkundungsflüge in entlegene Täler.

1 Sicherheitsset Ein ordentliches Paar wassertauglicher Schuhe sowie ein 1 Sicherheitsset mit Karabinern, Flaschenzügen und Wurfsack gehören zur Grundausrüstung. Im Notfall kombinieren die Teammitglieder ihre Sicher2 heitssets und bilden ein SeilRettungssystem. 2 Stohlquist-Rettungsweste Eine gute Rettungsweste hält dich nicht nur über Wasser. Darüber hinaus braucht sie Anhängepunkte für Rettungsseile und ein paar praktische Taschen. Was meine Weste so gut macht? Sie bietet Funktionalität ohne Schnickschnack.

3 Sweet-Schutzhelm Eine der größten Gefahren beim Kajakfahren: Man schlägt sich den Kopf an etwas, das unter Wasser liegt und das man deswegen nicht sieht. Schon eine leichte Gehirnerschütterung kann bedeuten, dass du nicht mehr auftauchst. Die norwegische Marke Sweet baut die besten Helme – für Kajak- wie auch für Skifahrer. 4 Core-Paddel Man kann sich an fast jedes Paddel innerhalb weniger Minuten gewöhnen. Die wichtigste Eigenschaft ist seine Belastbarkeit. Ich verwende 3 Modell mit Aluminiumrohr ein und Carbonblättern.

5 Snapdragon-Spritzschutz Er hält das Wasser vom Cockpit des Kajaks fern und ist ein absolutes Muss. Meine Wahl: ein handelsübliches Modell von Snapdragon aus Kevlarverstärktem Neopren mit hoher Elastizität. 6 Dry Bag Kameras, GPS-Systeme und 7 sollten besser Verpflegung trocken bleiben. Ich bin von Hartplastikbehältern auf Dry Bags umgestiegen, nachdem einige meiner Kameras Bekanntschaft mit Flusswasser gemacht hatten.

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8 Riot-Creeking-Kajak Das Creeking-Kajak mit rundem Boden verwende ich für Wasserfälle und Erkundungsfahrten. Das große Plus: Ins Design der Riot-Kajaks fließen meine eigenen Ideen und Erfahrungen mit ein. 9 Riot-River-Running-Kajak Ein River-Running-Kajak wie dieses eignet sich am besten für große Stromschnellen. 10 Transport Ein Rat an künftige Profi-Kajaker: Du wirst mehr Zeit im Auto verbringen als im Kajak. Dein fahrbarer Untersatz sollte also groß genug sein, um bequem darin schlafen oder mit der Crew ein paar Bier trinken zu können. Gleichzeitig sollte er nicht zu groß sein: Es gibt zu viele enge Nebenstraßen …

11 Kleidung Die erste Regel: Zieh dich fürs Wasser an, nicht fürs Wetter. Fließwasser hat meistens fünf bis zehn, manchmal sogar unter null Grad. Umso wichtiger ist die schützende Haut: Ich 14 trage Stohlquist-WaterWareTrockenanzüge und Unterwäsche von Helly Hansen. 12 Gleitschirmmotor Die besten Wildwasser-Passa13 gen fließen oft durch Canyons oder dichtbewachsene Täler. Um sie auszukundschaften, drehe ich eine Runde mit meinem motorisierten Paragleiter. Dazu kombiniere ich das Revolution Flat Top 200 mit meinem … 13 … Nova-Rookie-Schirm Fertig ist der Geländewagen der Lüfte! Von einem flachen Parkplatz aus bin ich innerhalb von 15 Minuten startbereit und kann 80 Kilometer ohne Unterbrechung zurücklegen. 12 www.stevefisher.com

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ERIURE . Eumsandit er alit ut lan henis dolesequi tatet lor ilisl eu feuguero odigniscipis 1 niam, sum do commy nonsectem ser alissent iurem vel doluptat.

DIE AUSRÜSTUNG DER PROFIS

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1 Eniam vendit pratet aliquat ueraessi. Henim dionsequisit ad eum quat. 12 Gait con vel ulla facil 1 Eniam vendit pratet aliquat ueraessi. Henim dionsequisit ad eum quat. Gait con vel ulla facil 1 Eniam vendit pratet aliquat ueraessi. Henim dionsequisit ad eum quat. Gait con vel ulla facil

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vel ulla facil 1 Eniam vendit pratet aliquat ueraessi. Henim dionsequisit ad eum quat. Gait con vel ulla facil 1 Eniam vendit pratet aliquat ueraessi. Henim13 dionsequisit ad eum quat. Gait con vel ulla facil

1 Eniam vendit pra1 Eniam vendit pratet aliquat ueraessi. tet aliquat ueraessi. Henim dionsequisit ad eum quat. Gait con 1 Eniam vendit praHenim dionsequisit tet aliquat ad eumwerden quat. Gait ullaPlatz facil im Auto.“ Steve Fisher:ueraessi. „Wer Profi-Kajaker will,con brauchtvelviel

TEXT: STEVE SMITH. BILD: DESRE TATE

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GET 5 THE GEAR

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Muskelkraft und Zirkuskunst Was der Wintersport-Profi für sein Sommer-Workout braucht? Ein Bike, ein Seil und Dinge zum Jonglieren. Montag Vormittag: Rennradfahren. Dauer der Einheit: 3 Stunden. Die Strecke: „Bergig, weil’s erst ab hundert Höhenmetern Spaß macht.“ Nachmittag: Gleichgewichtstraining. Dauer: 1 Stunde. „Ich hab mir im Garten eine 25-Meter-Slackline gespannt. Darauf kann man die verschiedensten Übungen machen: Vorwärtsgehen, Umdrehen, Rückwärtsgehen. Auf meine Slackline hüpfe ich zwischendurch auch oft, denn zusätzlich zum Gleichgewichts- ist das ein super Rumpftraining.“

workout

So kennen Karl die meisten: als wilden Hund auf der Piste.

Trainieren wie die Profis

Ausruhen spielt’s nicht der dreifache snowboard-Weltmeister gibt ganzjährig Vollgas: am berg, in der kraftkammer und am liebsten zu heavy-Metal-hintergrundmusik.

text: andreas rottenschlager. bilder: andreas Panzenberger/red bull content Pool, Mark teo/red bull content Pool, ray deMski/red bull content Pool

Benjamin Karl.

Benjamin Karl: „Wenn’s weh tut, hilft nur AC/DC.“

Wer rastet, rostet. und wer einen gesamtweltcuptitel zu verteidigen hat, kann sich das nicht leisten. Wie benjamin karl generell zur schinderei während der sommermonate steht? „am meisten überwinden muss ich mich fürs intervalltraining. am meisten spaß macht das radfahren.“ die Motivation für besonders harte trainingstage holt sich der 25-Jährige aus dem kopfhörer. „‚highway to hell‘ von ac/dc – einen besseren song gibt es nicht, wenn’s mal richtig weh tut.“

Meine Sommerdroge

Dienstag Vormittag: Intervalltraining am Rennrad. Dauer: 2 Stunden inklusive Pausen. Ablauf: 40 Minuten Einfahren, danach Schwellentraining (3-mal 10 Minuten bei 4 Millimol Laktat), zum Abschluss 40 Minuten Ausfahren. Nachmittag: Regeneration bis 18 Uhr. Danach MountainbikeTour gemeinsam mit dem Probike-Team. Belastung: „Vollgas bergauf – ohne Rücksicht auf den Puls. Wir machen diese Ausfahrt jeden Dienstag und sind unterwegs, bis es finster wird. In der Gruppe kann man sich gegenseitig pushen.“ Mittwoch Vormittag: Krafttraining. Dauer: 75 Minuten. „Ich hab mir zu Hause eine Kraftkammer eingerichtet. Am Programm steht Hypertrophietraining für Beine, Oberkörper und Rumpf. Bei den Einheiten mit Frei- und Langhanteln versuche ich, viel zu variieren. Ergänzend dazu mache ich Übungen am Gymnastikball.“ Nachmittag: „Den halte ich mir

für verschiedene Termine frei. Ich besuche immer wieder Schulklassen und leite dort den Turnunterricht mit den Kindern. Bin ich danach noch motiviert, steige ich eine Stunde aufs Rad.“ Donnerstag Vormittag: Wiederholung des Programms vom Dienstag: Intervalltraining am Rennrad: 40 Minuten Einfahren, danach Schwellentraining (3-mal 10 Minuten bei 4 Millimol Laktat), zum Schluss 40 Minuten Ausfahren. Nachmittag: Koordinations- und Rumpftraining. Dauer: 75 Minuten. „Hier kommt wieder die Slackline zum Einsatz. Dieses Mal wird am Seil jongliert – ich kann das mit bis zu vier Bällen oder drei Keulen. Außerdem versuche ich, mit den Händen in den Hosentaschen über die Slackline zu gehen oder gleich mit geschlossenen Augen. Ebenfalls ein tolles Gerät für Koordinationsübungen: mein Einrad.“ Freitag Ruhetag Samstag 2-mal 4 Stunden Radfahren: zuerst 4 Stunden am Mountainbike, dann 4 Stunden am Rennrad bei lockerer bis mittlerer Intensität. Sonntag Wiederholung des Programms vom Vortag: 4 Stunden am Mountainbike, 4 Stunden am Rennrad. „Wenn Freunde mit dabei sind, gehen wir stattdessen auf eine schöne lange Radtour. Weil’s einfach mehr Spaß macht, wenn man jemanden zum Tratschen dabeihat.“

Aktuelle Blogs: www.benjamin-karl.com

Am Mountainbike beim Red Bull Dolomitenmann 2010.

Warum Herr Karl den Radsport liebt? Weil das Pedaltreten letztendlich Kopfsache ist. Ich fahre ein „Flash“-Mountainbike von Cannondale. Mein Bike ist ein sogenanntes Hardtail, weil es nur vorn gefedert ist. Außerdem ist es mit der besten Gabel der Welt ausgestattet. Die „Lefty“ von Cannondale hat nur einen linken Holm, 110 Millimeter Federweg und wiegt lediglich 1250 Gramm. Ich versuche im Sommer an so vielen Rennen wie möglich teilzunehmen, um mich auch mental fit zu halten. Wettkämpfe sind wichtig für den Kopf, weil man sich Ziele stecken muss. Das Highlight wird 2011 wieder der Red Bull Dolomitenmann am 10. September sein. Du bist dort Teil eines Teams und trägst Verantwortung für die Leistung der ganzen Mannschaft. Vor der Radstrecke haben alle Fahrer Respekt. Aus gutem Grund: Sie ist supersteil.

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SOMMERFESTIVALS

Feiern wie Gott in Frankreich

WORLDWIDE FESTIVAL. Gilles Peterson verwöhnt seine Fans alljährlich mit einem Festival an der südfranzösischen Mittelmeerküste. Der Musik-Guru über seine persönlichen Highlights und das beste Katerfrühstück in Sète.

Vor sechs Jahren erlebte Sète  : Erzähl uns die erste Worldwide-Invasion: doch, wie das Worldwide Fes500 Nachtschwärmer folgten tival angefangen hat. dem Ruf des britischen Musik : Ich hatte Connaisseurs Gilles Peterson in früher beruflich häufig in Montdas verschlafene Fischerstädtpellier zu tun, in der Nähe von chen. Dieses Jahr erwartet der Sète. Ich war von der entspannBBC-Radio-1-Mann mehr als ten Atmosphäre total angetan. 1500 Gäste aus ganz EuroDeshalb schlug ich den Jungs pa, die Badeurlaub und vor Ort vor, hier ein FesMusikleidenschaft tival zu veranstalten. verbinden. Und Und wenn ich auf die falls sich die Sonne letzten Jahre zurückzurückhaltend zeiblicke, dann hat sich gen sollte, mit Acts die Sache genau so Gilles wie James Blake, entwickelt, wie ich mir Peterson Flying Lotus oder Jadas vorgestellt hatte. Die mie xx hat Peterson die Leute sehen Worldwide als frischesten Künstler der Saison Wegweiser, als Überblick der am Start. An vier Locations frischesten Acts des Jahres. wechseln sich Musiker zwiWas ist so toll an Sète? schen Soul, Hip-Hop, Dubstep Erstens ist es kein touristisch und Electronica ab. Auf wen geprägter Ort, der Charme des sich der Kurator selbst schon Städtchens liegt in seiner Orifreut, verrät er im Interview. ginalität. Auch die Einwohner

haben das Festival schätzen, ja lieben gelernt. Das liegt daran, dass unser Publikum – Musikliebhaber – sehr zivilisiert ist. Highlights in diesem Jahr? Schon das Programm am Donnerstag ist großartig: Wir haben die durchgeknallteste Band aus Afrika, Konono N°1. Dann mit Quantic den besten WorldMusic-DJ überhaupt. Außerdem ist der britische ReggaeVeteran David Rodigan dabei sowie der beste Soul-Live-Act der Stunde, Raphael Saadiq, und der britische DubstepJungspund Ramandanman. Wie kommt man nach Sète? Am besten, man fliegt nach Montpellier, wo es übrigens einige der besten Jazz-Clubs Frankreichs gibt. Von dort aus nimmt man den Zug. Wenn man die Küste erreicht, bringt einen entweder der Bus in fünf Minuten ins Stadtzentrum, wo sich das Théâtre de la Mer befindet. Oder an den Strand, wo wir bis zum Morgengrauen feiern. Und wo in Sète gibt’s das beste Katerfrühstück? Es gibt einen Haufen guter Cafés und Boulangeries. Unbedingte Empfehlung vor Ort: der Apfelkuchen. Worldwide Festival: 6. – 10. Juli, Sète, Frankreich; www.worldwidefestival.com

FestivalHighlights

QUANTIC Musikalische Reisen Als DJ spannt der britische Multiinstrumentalist Quantic den Bogen zwischen Salsa, Bossa Nova, Soul, Funk und Jazz.

DAVID RODIGAN Mr. Ram Jam Der sechzigjährige Radiomoderator und DJ gilt als britischer Reggae- und Dancehall-Botschafter der ersten Stunde. Frankreich Sète Marseille Perpignan

50 km 20 Meilen

Soundmassagen im Sonnenuntergang beim Worldwide.

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TEXT: OLIVER PICKUP UND FLORIAN OBKIRCHER. BILDER: B+, EVERYNIGHT IMAGES/REX FEATURES, PIERRE NOCCA, YOURI LENQUETTE

DIE BESTEN SPOTS ZWISCHEN SOUND UND SONNE


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„Wir hassen Gitarren!“

Am Dach des Luxushotels vergnügt sich die Schickeria.

OUt nOw

FrIscHware am Plattenteller

Pole-Position für Paris Hilton

BESt CLUBS Im Herzen Der DIscokugel

Drai’s, HollywooD. Wo doppelmagnumchampagnerflaschen im gegenwert eines luxuswagens geköpft werden: das drai’s ist einer der exklusivsten clubs von los angeles.

Von außen wirkt der Club … … wie ein Penthouse-Palast. 1800 Quadratmeter, ebenso modern wie opulent ausgestattet. mit glasfassaden, durch die man auf unsere dachterrasse sieht. Das Interieur erinnert an … … den film „casablanca“. Richtig los geht’s … … um mitternacht, wenn sich an die tausend gäste am dancefloor tummeln. Um am Türsteher vorbei­ zukommen, solltest du … … modebewusst und char-

mant sein. und eine tischreservierung könnte auch sehr von vorteil sein. Alle Hände gehen nach oben, wenn der DJ … … „save the World tonight“ (swedish house mafia) spielt. Die beste Nacht hattet ihr … … als timbaland seinen neuen hit bei seiner geburtstagsparty präsentierte. Paris hiltons spontane Pole-dancePerformance ist uns in ebenso guter erinnerung wie die bestellung eines stammgasts: eine Jéroboam-, also eine doppelmagnumflasche dom Pérignon um 75.000 dollar. Wenn du erschöpft bist … … ruhst du dich an unserem dach-Pool aus. unter freiem himmel, unter den sternen. Ein Taxi zurück ins Stadt­ zentrum kostet … … quasi nichts. denn hollywood ist der nabel der Welt.

little dragon leben in göteborg. in schweden hat die band aber erst eine handvoll konzerte gespielt. Warum auch, das internationale interesse an dem Quartett ist schon seit dessen debütalbum 2007 riesig. mit ihrem erfrischenden amalgam aus zappelig elektronischen newWave-sounds, elegischen Jazz-melodien und sängerin yukimi naganos souliger verve haben little dragon schon früh kollegen wie gorillaz oder raphael saadiq verzaubert, die little dragon auf tour und ins tonstudio eingeladen haben. nun steht das dritte album, „ritual union“, am start. red bulletin: „Little Dragon“ leitete sich ur­ sprünglich von Yukimis Launen ab. Wird sie dem Spitznamen noch gerecht? erik bodin (drums): gar nicht, das war gemein von uns damals. mittlerweile hätten wir ihn mehr verdient. Klingt das neue Album des­ halb etwas rauer? das hat eher was mit selbstvertrauen zu tun. früher wollten wir alles perfekt

machen. diesmal waren wir lockerer, es ist es eine direktere Platte geworden. Auf Gitarren verzichtet ihr aber immer noch, oder? Wir hassen gitarren! sie verstimmen sich und sind hässlich. aber im ernst, niemand von uns spielt gitarre. ganz simpel. Das „Ritual Union“­Cover zieren alte Bilder von frisch verheirateten Paaren. Eine interessante Wahl … eine notlösung! Wir brauchten dringend ein cover und haben einfach hochzeitsbilder unserer eltern genommen. Keine Anspielung auf eine baldige Band­Hochzeit? Yu­ kimi, du warst ja lange mit dem schwedischen Musiker José González zusammen. yukimi nagano: alle Paare am cover sind mittlerweile getrennt! genau darum geht’s auf „ritual union“: um hoffnungen, die sich nicht immer erfüllen. obwohl auf den bildern alle verkrampft lächeln. Little Dragon: „Ritual Union“ (Peacefrog/EMI) erscheint am 26. Juli, Tourdaten: www.little-dragon.se

Wordrap mit: Bo Burroughs, Marketing-Manager im Drai’s

Drai’s Hollywood 6250 Hollywood Boulevard Hollywood, Kalifornien, USA +1 323-962-1111; www.drais.net

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Vom „kleinen Drachen“ zur großen Sängerin: Yukimi Nagano.

text: florian obkircher. bilder: drais nightclub Press handout (2), steve thorne/getty images, tiffany rose

little Dragon. vier schweden verzaubern die Popwelt mit soul, new Wave und hochzeitsbildern.


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Take Five

Michael Jackson: „Thriller“ Es war das erste Album, das ich mir gekauft habe – zusammen mit meinem ersten Plattenspieler. Natürlich kannte ich Bobs Platten schon davor, aber du weißt schon, es waren eben „nur“ die Platten meines Vaters, nichts Besonderes für uns Kinder. Michael Jackson dagegen hat mich fasziniert, nicht so sehr seine Tanzeinlagen als vielmehr diese leichte, zeitgemäße Soul-Musik. Außerdem kannte ich ihn noch aus meiner Kindheit. Gemeinsam mit den Jackson 5 kam er für ein Konzert nach Jamaika – Michael und ich haben damals backstage zusammen gespielt.

Welche Musik Musiker hören

„Bobs Musik hat mich zum politisch denkenden Menschen gemacht“ text: florian obkircher. bild: Peter dokus

Ziggy Marley. der sohn der reggae-legende über Jugendfreund Michael Jackson, den schweigsamen revoluzzer Miles davis und andere künstler, die ihn geprägt haben.

Vor ziemlich genau dreißig Jahren starb bob Marley. sein ältester sohn Ziggy (geboren 1968) war damals zwölf – und hat auf dem begräbnis seines Vaters eines seiner ersten konzerte gespielt. erdrücken ließ sich der Junior vom übergroßen Vermächtnis des reggae-königs aber auch nachher nicht und ging mit seiner band Melody Makers seinen eigenen Weg. Mit erfolg: 1986 gewann er für sein album „conscious Party“ den ersten Grammy, drei weitere folgten. heute ist Ziggy selbst familienvater. nach seinem kinderalbum „family time“ widmet sich der heute 42-Jährige thematisch wieder der Pflanze, die sein leben (mit) bestimmt. auf „Wild and free“ tritt er mit schauspieler Woody harrelson für die legalisierung von Marihuana ein. Woher der Musiker seine inspiration sonst noch bezieht, verrät er hier.

Bob Marley & The Wailers: „Survival“ Erst in meinen späteren Highschool-Jahren habe ich Bobs Musik wirklich begriffen. Wie vermutlich jeder Teenager habe ich gegen meine Eltern rebelliert – bis ich die Größe seiner Musik durch das Album. „Survival“ erkannt habe. Die Platte ist folglich bei mir jahrelang ununterbrochen gelaufen ist, sie hat mir die Augen geöffnet, der Song „Africa Unite“ hat mich wachgerüttelt. Apartheid, Kolonialvergangenheit, Bürgerrechtsbewegungen – „Survival“ hat mich zum politisch denkenden Menschen gemacht und mein Bewusstsein für unsere afrikanische Herkunft geschärft.

Miles Davis: „Bitches Brew“ Don Was, mein alter Freund und Produzent, hat mich mit Miles Davis’ Musik vertraut gemacht. Etwa mit „Bitches Brew“: Dieses Album hat mich umgehauen – es ist rebellisch, kommt aber gleichzeitig ohne Worte aus. Davis hat immer das gemacht, was er für richtig hielt, auch wenn ihn die JazzPuristen dafür kritisiert haben. Seine Musik hat mich ermutigt, mein Ding durchzuziehen, egal was die anderen sagen.

Fela Kuti: „Zombie“ Zum ersten Mal habe ich den Afro-Beat-Erfinder in den achtziger Jahren in Chicago live gesehen. Und Fela Kutis Konzert war ein Wahnsinn. Weil er ein Rebell war, einer, der für seine Ideale ins Gefängnis gegangen ist. Ein großer Unbeugsamer, dem ich seitdem nacheifere. Gerade sein Song „Zombie“ ist heute so aktuell wie damals. Weil sich die Menschen willenlos von Regierung und Fernsehprogramm steuern lassen.

Green Day: „American Idiot“ Ich bin sehr offen. Mir geht’s bei Musik vor allem um die Texte oder, wie im Fall von Miles Davis, um die Kraft der Kreativität. Das Wichtigste beim Musikmachen ist aber definitiv, den Hörer zum Denken anzuregen: Das ist Green Day auf „American Idiot“ gut gelungen. Kraftvolle Musik, kraftvolle Lyrics mit Tiefgang.

Ziggy Marley: „Wild and Free“ (Tuff Gong); ziggymarley.com Rocksteady – The Roots of Reggae: 26. Juli, 22.30 Uhr im Red Bull TV-Fenster bei ServusTV

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War hier im Vorjahr siegreich: Mark Webber.

MOTORSPORT FORMEL-1-GP VON GROSSBRITANNIEN (1) SILVERSTONE CIRCUIT, 10. 7. 2011 44 Formel-1-Rennen wurden seit 1950 bereits auf dieser legendären Strecke ausgetragen. Jedes Mal ein wichtiger Faktor: das Wetter. In den letzten beiden Jahren hieß der Sieger jeweils Red Bull Racing (Vettel 2009, Webber 2010). RED BULL X-FIGHTERS SPANIEN (2) PLAZA DE TOROS DE LAS VENTAS, MADRID 15. 7. 2011 Es wird laut, wenn die besten Freestyle-Motocrosser durch den Madrider Nachthimmel fliegen – nicht nur wegen der heulenden Motoren, sondern auch wegen der einzigartigen Kulisse mit zehntausenden enthusiastischen Zuschauern in der imposanten Stierkampfarena. RED BULL ROMANIACS RUMÄNIEN (3) SIBIU, 16. – 20. 7. 2011 Geröll, tiefer Schlamm und reißende Flüsse. Weder Mensch noch Maschine werden bei einem der härtesten mehrtägigen EnduroMotorradrennen der Welt geschont. MOTO-GP VON DEUTSCHLAND (4) SACHSENRING, HOHENSTEIN-ERNSTTHAL, 17. 7. 2011 In den letzten Jahren entwickelten sich die Motorradrennen in Sachsen zu wahren Publikumsmagneten. Im Vorjahr strömten knapp 225.000 Zuschauer an dem Wochenende an die Rennstrecke.

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WRC RALLY FINNLAND (5) JYVÄSKYLÄ, 29. – 31. 7. 2011 Bekannt ist die selektive SchotterstraßenRallye vor allem für die gewaltigen Sprünge. 2003 „flog“ Markko Märtin (EST), einer von nur acht nichtfinnischen Siegern, mit 171 km/h über eine Kuppe und landete nach 57 Metern. NASCAR SPRINT CUP SERIES USA (6) INDIANAPOLIS MOTOR SPEEDWAY, 31. 7. 2011 Das Brickyard 400 entwickelte sich seit seiner Einführung 1994 zum bestbesuchten Rennen der Serie. Interessant für die Fahrer: Bei diesem Rennen gibt es das zweithöchste Preisgeld – hinter dem Daytona 500 – zu holen.

Top Events Juli 2011

FIX EINPLANEN: HEISS HER GEHT ES BEI DEN RASANTESTEN MOTOR- UND WASSERSPORT-EVENTS. UNTERHALTUNG IST AUCH BEI DEN BESTEN FESTIVALS DES SOMMERS GARANTIERT. 92

WASSERSPORT ASP WORLD TOUR SÜDAFRIKA (7) JEFFREYS BAY, 14. – 24. 7. 2011 Jeffreys Bay in der Nähe von Port Elizabeth zählt zu den fünf bedeutendsten Surfspots der Welt. Im Vorjahr holte Jordy Smith beim Billabong Pro den ersten Heimsieg. RED BULL NATIONAL WAKE 2.0 USA (8) NATIONAL HARBOR, WASHINGTON, D. C., 23. 7. 2011 Zwanzig Wakeboard-Asse wie Parks Bonifay, Adam Errington, Brian Grubb und JD Webb demonstrieren, wie sie über neuartige Sprungelemente durch die Luft wirbeln. RED BULL CLIFF DIVING WORLD TOUR ITALIEN (9) MALCESINE, 24. 7. 2011 Im Sommer erholen sich tausende Touristen am Gardasee. Nicht ganz so erholsam wird für die besten Klippenspringer der Welt der Sprung in den See aus 27 Meter Höhe. ASP WOMEN’S WORLD TOUR USA (10) HUNTINGTON BEACH (CA), 1. – 6. 8. 2011 Die bisherige Saison stand ganz im Zeichen von Carissa Moore und Sally Fitzgibbons. Doch wer holt sich im finalen Showdown den Weltmeistertitel?


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BILDER: GETTY IMAGES/REDFERNS, PERE MASRAMON/RED BULL MUSIC ACADEMY, SCOTT NEEDHAM/RED BULL CONTENT POOL, VLADIMIR RYS/BONGARTS/GETTY IMAGES

Future-Soul von Fatima in Montreux.

SOMMERFESTIVALS OXEGEN IRLAND (11) NAAS (KILDARE), 7. – 10. 7. 2011 Gigantisch und grün: An die 90.000 Besucher überfluten alljährlich eine Pferderennbahn in Naas (bei Dublin). Trotzdem schafft’s das irische Glastonbury-Pendant, seinen „Carbon Footprint“ zu verwischen: Das Oxegen rühmt sich damit, 100 Prozent CO2-neutral zu sein. Dafür gibt’s den grünen Daumen von den konzertierenden Bands wie den Foo Fighters, Coldplay, The Strokes oder Arctic Monkeys. EXIT SERBIEN (12) PETROVARADIN, NOVI SAD, 7.–10. 7. 2011 2000 von serbischen Studenten gegründet, wurde das Open-Air-Spektakel auf einer Festung über Novi Sad bereits sieben Jahre später bei den „UK Festival Awards“ zum besten seiner Zunft gekürt. Und auch diesmal gibt’s mit Acts wie Arcade Fire, M.I.A., Portishead, Editors oder Magnetic Man nichts zu motzen.

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Brian Grubb bei einem spektakulären Move.

LES ARDENTES BELGIEN (13) LIÈGE, 7. – 10. 7. 2011 „Electro Rock“-Festival: so lautet die Selbsteinschätzung des Les Ardentes in Liège (Lüttich), zirka 45 Zugminuten von Brüssel entfernt. Doch seit seiner Gründung 2006 ist das Festival in die Breite gegangen. Und das nicht nur, was die Zuschauermengen angeht. Neben Elektronikern wie The Human League oder Mr Oizo spielen in diesem Jahr Hip-Hop-Kapazunder wie Snoop Dogg oder Wu-Tang Clan sowie Pop-Darling Mika und Limp Bizkit. RED BULL MUSIC ACADEMY STAGE @ MONTREUX JAZZ FESTIVAL SCHWEIZ (14) MONTREUX, 7., 14. 7. 2011 Zwei Nächte voll elektronischer Delikatessen warten auf die Besucher des Montreux Jazz Festival. Einmal macht das Londoner BassCamp rund um BBC-Radio-1-DJ Benji B, ChartsStürmerin Katy B, Post-Dubstep-Wunderkind Floating Points und Nu-Soul-Newcomerin Fatima einen Ausflug an den Genfer See (7. 7.), einmal loten Pantha du Prince, Efdemin und Cobblestone Jazz die Grenzen zwischen verspieltem House und reduziertem Techno aus (14. 7.). SONISPHERE GROSSBRITANNIEN (15) KNEBWORTH, 8. – 10. 7. 2011 „Schüttel dein Haar für mich“, hat Helge Schneider mal gesungen – und damit unfreiwillig den perfekten Slogan für Europas beste Metal-Festival-Tour gefunden. Denn testosteronprotzende Rocker wie Metallica, Slayer, Slipknot, Motörhead sowie die Bands der Red Bull Bedroom Stage garantieren bei der UK-Edition des Sonisphere für drei Tage feinstes Headbanging. Anschließende Genickstarre garantiert. FIB SPANIEN (16) COSTA AZAHAR, BENICÀSSIM, 14.–17. 7. 2011 Eines der besten Indie-Crossover-Festivals des Sommers: Sonne, Meer, Paella und so ziemlich jede coole Band, die derzeit im Hipster-Olymp sitzt. Von Geheimtipps wie Herman Dune oder Catpeople über britische Rap-Acts wie The Streets und Tinie Tempah bis hin zu FestivalAbräumern wie Arcade Fire, The Strokes oder den Arctic Monkeys.

PITCHFORK FESTIVAL USA (17) UNION PARK, CHICAGO, 15. – 17. 7. 2011 Die Website pitchfork.com gilt als „New York Times“ der Musikmagazin-Welt. Wer dort eine gute Review erhält, darf mit großem Medieninteresse und ausverkauften Gigs rechnen. Alljährlich laden die Meinungsmacher zum Coolness-Gipfel nach Chicago. Mit Animal Collective, Fleet Foxes, James Blake, Das Racist, TV on the Radio oder Deerhunter. MELT! DEUTSCHLAND (18) FERROPOLIS, 15. – 17. 7. 2011 Einmal im Jahr demonstriert das deutsche Musikmagazin „Intro“ seine Expertise nicht schwarz auf weiß, sondern „live on stage“. Mit einem feinen Line-up zwischen Rock, Electro und Hip-Hop, das das ehemalige Braunkohleabbaugebiet akustisch erblühen lässt. Mit Pulp, Robyn, Beardy Eye, Azari & III, Cut Copy, DAF, Patrick Wolf oder Paul Kalkbrenner u. a. POSITIVUS LETTLAND (19) SALACGRĪVA, 15./16. 7. 2011 Salacgrīva ist ein Dörfchen am Rigaer Meerbusen und zählt knapp 3000 Einwohner, zumindest an 363 Tagen im Jahr. An den verbleibenden zwei wächst die Population um das Zehnfache. Nämlich dann, wenn das Positivus dort seine Bühnen aufschlägt. Hurts, Editors, Royksopp, OK Go, Austra, Mark Ronson sowie die Scratch Perverts auf der Red Bull Music Academy Stage sorgen für zwei lange Nächte zwischen Pop und Elektronik. BLACK NA CENA BRASILIEN (20) SÃO PAULO, 22. – 24. 7. 2011 Samba und Hip-Hop, Bossa Nova und Funk. Das Festival Black na Cena baut eine Brücke zwischen brasilianischer und afroamerikanischer Musikkultur. Zwischen Acts wie Seu Jorge, Baile do Simonal oder Funk Como le Gusta und Rappern à la Red Man, Method Man und Public Enemy. SPLENDOUR IN THE GRASS AUSTRALIEN (21) WOODFORD, BRISBANE, 29. – 31. 7. 2011 Während in Europa der Festivalsommer seinen Höhepunkt erreicht, herrscht in Australien tiefster Winter. Was in Brisbane bedeuten kann, dass das Thermometer frische 10 °C anzeigt. Doch das hält 30.000 Aussies nicht vom Feiern im Freien ab. Mit ihnen frösteln in diesem Jahr Künstler wie Kanye West, Jane’s Addiction, Pulp, Wild Beasts, The Kills und Friendly Fires.

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Rolo Tomassi sprengen die Red Bull Bedroom Jam Stage am Sonisphere Festival.

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MORE BODY & MIND

Save the Date Juli 2011

MUSIK, MOTORSPORT, WAKEBOARDEN: EINE KLEINE AUSWAHL VON SOMMERLICHEN PFLICHTTERMINEN IN ÖSTERREICH.

7. UND 23. JULI, POOLBAR, FELDKIRCH

Red Bull Music Academy @Poolbar Festival Die amerikanischen Disco-Revivalisten Hercules and Love Affair (am 7.) und DJ Feadz aus Paris (am 23. 7.) rocken im aufgelassenen Hallenbad.

Dakine Freeride Festival Die Freestyle-Bike-Elite trifft sich zur zweiten Auflage des Festivals im Salzburger Land. Für gute Musik sorgt der Red Bull Brandwagen. 12. – 16. JULI, GRÖBMING

Ennstal-Classic Diese Oldtimer-Rallye etablierte sich in den vergangenen 18 Jahren als eine der bedeutendsten ihrer Art in Europa. Wichtigste Teilnahmebedingung: Das Fahrzeug muss vor 1973 gebaut worden sein. 16. JULI, BAD GOISERN

Salzkammergut Trophy Über 4000 Teilnehmer werden bei Österreichs größtem Mountainbike-Marathon erwartet. Auf der mit 211,3 Kilometern längsten Bewerbsstrecke sind exakt 7049 Höhenmeter zu überwinden. 10. SEPTEMBER, INZERSDORF/NÖ

Trash Can Race

Es braucht Mut, Balancegefühl – und eine Mülltonne, die man wie ein Skeleton mit Tempo 60 über eine Bergstraße zu Tal reitet. Gefahren wird im Head-to-Head-Format, verkleidet als Motorradfahrer. Infos/Anmeldung/Traingstipps/Bauanleitungen: www.brantner-trash-can-race.at I can ride: Bitte gut festhal-

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6. AUGUST, GMUNDEN

H2O Wakeparade

Die Kraft des Wassers, vereint mit den besten Wakeboardern der Welt – das garantiert eine spektakuläre Show. Bei der ersten H²O Wakeparade der Energie AG Oberösterreich im Staubereich des Wasserkraftwerks Gmunden wird allen voran der amerikanische Wakeboard-Superstar Parks Bonifay (Bild) für Action sorgen. 16 der besten internationalen Brett-Artisten – sie bringen es gemeinsam auf 13 Weltmeistertiel – werden in einem Head-to-Head-Modus auf der Traun ihren Sieger ermitteln, darunter der Brite Rick Davies, Alex Leat aus Singapur, der Koreaner Kim Yongil und die Österreicher Dominik Hernler und Daniel Fetz. Das Publikum hat immer den Überblick, nicht nur wegen der tollen Lage der Location: Die Judges geben direkt nach den Läufen ihre Bewertung ab und entscheiden, wer in die nächste Runde aufsteigt – bis zum Showdown im Finale. www.wake-parade.at

2. – 7. AUGUST, KLAGENFURT

A1 Beachvolleyball Grand Slam Das Turnier am Wörthersee ist für die meisten teilnehmenden Spieler das absolute Highlight der Saison: Im Vorjahr sorgten knapp 120.000 Zuschauer an den Spieltagen – aber auch bei den zahlreichen Side-Events – für eine unglaubliche Atmosphäre und ausgelassene Partystimmung. Mit einstudierten Choreographien wird das Publikum das Stadion neuerlich zum Kochen bringen – was sich bei der 15. Auflage auf das Abschneiden der heimischen Stars auswirken soll. Im Vorjahr erreichten Hansel/Montagnolli

sensationell das Damen-Semifinale, die Herren Doppler/Mellitzer und die Schwaiger-Schwestern schafften Top-Ten-Plätze. Titelverteidiger bei den Damen sind die Brasilianerinnen Larissa/Juliana, Dalhausser/Rogers (USA) siegten bei den Herren. www.fivb.org

BILDER: BRANTNER TRASH CAN RACE, ERWIN POLANC/RED BULL CONTENT POOL, JOEY MEDDOCK/RED BULL CONTENT POOL

8. – 10. JULI, BIKE CIRCUS, SAALBACH


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www.blue-tomato.com 3 FÜR ALLE WETTER Damit Schnee und Regen, Kälte und Wind nicht länger als Schlechtwetter diffamiert werden, wurde diese hochwertige OutdoorBekleidung erfunden. Die isländische Traditionsmarke 66°North schützt seit 1926 Islands Fischer, Feuerwehrleute und Polizisten, ab sofort Wanderer und Outdoor-Sportler in aller Welt vor den Launen der Natur. Trumpf der durchdachten Bekleidungskonzepte: maximale Bewegungsfreiheit und Atmungsaktivität bei höchster Wind- und Wasserdichtheit.

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VOLLES PROGRAMM

Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf deinem Bildschirm, jetzt auch täglich von 16 bis 17 Uhr.

DONNERSTAG, 7. JULI, 23.00 UHR

DIENSTAG, 19. JULI, 22:30 UHR

Live from Abbey Road

How Bruce Lee Changed the World

Die intime Atmosphäre des legendären Abbey-Road-Studios fördert bis dato unentdeckte Seiten der Stars zu Tage. In der ersten Folge der 24-teiligen Musikdokumentation spricht R&B-Sängerin Mary J. Blige über ihre Hits „Come to Me (Peace)“ und „Family Affair“, die Band Dashboard Confessional (Bild), warum sie froh sind, dass man über TV keine Gerüche empfangen kann, und James Blunt vom nackten Leben und über seinen Dienst bei der Army.

Auf den Spuren des Martial-Arts-Großmeisters. Mit gestähltem Körper, unglaublicher Anmut und nie versiegender Leidenschaft sorgte Bruce Lee dafür, dass die chinesische Kampfkunst in die westliche (Film-)Welt Einzug halten konnte. Filmkollegen wie Jackie Chan und Regisseure wie John Woo oder Quentin Tarantino sprechen in dieser Dokumentation über den Einfluss des Mannes mit den fliegenden Händen, Armen und Beinen auf ihre Arbeit.

SONNTAG, 10. JULI, 23:50 UHR

SONNTAG, 17. JULI, 22:15 UHR

SONNTAG, 24. JULI, 18:25 UHR

Moto the Movie 2

Moonwalk One

Red Bull X-Alps

Am 20. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Dieser Dokumentarfilm zeigt die Mission der „Apollo 11“ und gibt in farbenprächtigen Bildern die Stimmung der Menschen wieder.

31 Extremsportler kämpfen wieder zu Fuß und per Gleitschirm um die Bestzeit auf der 864 km langen Strecke (Luftlinie) von Salzburg nach Monaco. Die Highlights der ersten Woche voller Strapazen.

Auch im zweiten Teil des Films im Zeichen des Motocross zeigen MX-Stars wie Ben Townley, Antonio Cairoli, David Ritter, Ken Roczen oder Julien Dupont die Vielfalt des Zweirad-Motorsports.

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Bilder: the assignMent, everett ColleCtion /PiCturedesk, andrea hunnisett, nasa, dean treMl/red Bull Content Pool

DIE HIGHLIGHTS DES MONATS


more body & mind

JULI Dienstag, 5. Juli 16.00 Epic Conditions Jaws – Big Wave Surfing 16.30 Mentawais Dreams Making the Difference, 1/4 22.30 FilMFeStival in your living rooM Upside Down

Bilder: Joerg Mitter/red Bull Content Pool, Muse, Yasir nisar/red Bull Content Pool, Jürgen skarwan/red Bull Content Pool, sonY PiCtures ClassiCs, Mark thoMPson/gettY iMages

Mittwoch, 6. Juli 16.00 On Thin Ice Dokumentation. Fast hundert Jahre nach Scott und amundsen – James Cracknell und Ben Fogle beim ersten organisierten rennen auf Skiern zum Südpol, episode 1 Donnerstag, 7. Juli 16.00 Highlights red Bull Donkey Cross Freitag, 8. Juli 16.00 Mountainbike Chronicles uCi Fort William 16.15 Highlights Canal Cross Panama 16.30 Bullet Points Mit rallye-Fahrerin Burcu Çetinkaya

23.50 aDventure CirCuS Moto the Movie 2 Motocrossfilm Montag, 11. Juli 16.00 Focused Dokumentation 22.30 Momentum – What drives you Mark Webber 23.00 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Quaker State 400, Kentucky Speedway, Sparta Dienstag, 12. Juli 16.00 Epic Conditions Whitewater rafting, lochsa river, idaho 16.30 Mentawais Dreams the new School (2/4) 22.30 FilMFeStival in your living rooM Gimme Shelter Musikdokumentation über die uSa-tour der rolling Stones 1969 Mittwoch, 13. Juli 16.00 On Thin Ice episode 2 Donnerstag, 14. Juli 16.00 Highlights Proximity Flight Monterrey 23.00 Live from Abbey Road Sheryl Crow, HardFi, Diana Krall Freitag, 15. Juli

22.15 360Five Red Bull X-Fighters World Tour 2011 Highlights vom FMX-tourstopp in rom Samstag, 9. Juli 16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke 16.30 On the Loose road trip uSa, Serie (6/10) 01.05 Play! Das neueste aus der Welt der Computerspiele

16.00 Mountainbike Chronicles FMB 26 trix 16.15 Highlights Jamnesia: ian Walsh besucht Surflegende Billy Mystic im jamaikanischen Surfcamp. 16:30 Bullet Points Mit enduro-Fahrer taddy Błaz˙usiak 22:15 Red Bull X-Fighters World Tour 2011 live aus der Plaza de toros de las ventas, Madrid

02.20 Nightflight White angel – Budapest Sonntag, 17. Juli 22.15 FilMFeStival in your living rooM Moonwalk One Dokumentarfilm über den Flug der „apollo 11“ zum Mond 00.05 Mountainbike Chronicles uCi leogang 00.20 aDventure CirCuS Innersection Hervorgegangen aus einem video-Wettbewerb, schafften es nur die besten und kreativsten „Sections“ in diesen einzigartigen Surffilm. Montag, 18. Juli 16.00 Focused Hold on loosely 16.30 Young Guns Rising Saison 1/episode 3 22.30 Momentum – What drives you James Stewart 23.00 NASCAR Sprint Cup Series 2011 lenox industrial tools 301, new Hampshire Motor Speedway Dienstag, 19. Juli 16.00 Epic Conditions Mountainbiking, Moab 16.30 Mentawais Dreams Between rookie and Pro (3/4) 22.30 FilMFeStival in your living rooM How Bruce Lee Changed the World Dokumentarfilm über das leben und Wirken des wohl bedeutendsten Martial-arts-Künstlers Mittwoch, 20. Juli 16.00 On Thin Ice episode 3

Sonntag, 10. Juli 22.10 FilM FeStival in your living rooM Der Traum Sogakope ein Film über zwei junge Fußballtalente aus ghana, die den Sprung in europäische Fußballklubs schaffen möchten

16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke

23:35 Mountainbike Chronicles FMB 26 trix

02.05 Play! Das neueste aus der Welt der Computerspiele

Samstag, 16. Juli

16.30 On the Loose gorge Slider Jam

22.45 360Five UCI World Cup 2011 – Downhill & 4-Cross, Mont-Sainte-anne (Can)

22.55 Live from Abbey Road Stereophonics, Colbie Caillat, Joan armatrading Freitag, 22. Juli 16.15 Highlights red Bull 4 Skinas 16.30 Bullet Points 22.15 360Five 1. Triathlon ITU World

of Reggae Dokumentarfilm über die goldene Zeit der jamaikanischen Musikkultur

16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke 16.30 On the Loose Serie 8/10 02.10 Play! Das neueste aus der Welt der Computerspiele 02.20 Nightflight Miami (teil 1) Sonntag, 24. Juli 18.25 Red Bull X-Alps Highlights der 1. Woche 22.15 FilMFeStival in your living rooM Riding Giants uSa 2004, Monumentaler und bildgewaltiger Film über die ursprünge und geschichte der Surf-Kultur

00.10 aDventure CirCuS Vast abseits des rennzirkus zeigen uns Fahrer wie rené Wildhaber, ross Schnell und Carlo Dieckmann die schönsten MountainbikePlätze europas. Montag, 25. Juli 16.00 Focused rolling Dirty in Marokko 16.30 Young Guns Rising Saison 1/episode 4 22.30 Momentum – What drives you Sebastian vettel

23.00 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Highlightsendung Dienstag, 26. Juli 16.00 Epic Conditions Segeln, Chesapeake Bay 16.30 Mentawais Dreams a Difference Made (4/4) 22.30 FilMFeStival in your living rooM Rocksteady – The Roots

Montag, 1. August

16.30 Young Guns Rising Saison 1/episode 5 Mittwowch, 27. Juli 16.00 On Thin Ice episode 4 Donnerstag, 28. Juli 16.00 Highlights red Bull alpenbrevet

22.30 Momentum – What drives you ashley Fiolek 23.00 NASCAR Sprint Cup Series 2011 Brickyard 400, indianapolis Motor Speedway

23.00 Live from Abbey Road Panic at the Disco, David gray, Suzanne vega Freitag, 29. Juli 16.15 Highlights Beats & rhymes 16:30 Bullet Points 22.15 360Five IXS Downhill Cup 2011 todtnau (ger) und leogang (aut) 22.45 360Five UCI World Cup 2011 – DHi & 4X, Windham (uSa)

23.55 Mountainbike Chronicles Mont-Sainte-anne

AUGUST

16.00 Focused norwegian gods of thunder

Samstag, 23. Juli

Donnerstag, 21. Juli 16.00 The China Tidal Bore Surfing the Silver Dragon

01.45 Nightflight Big Beach Festival tokyo

Championships Series Highlights Hamburg

Samstag, 30. Juli 16.00 Cliptomaniacs Mit Basti & Mücke 16.30 On The Loose 01.15 Play! Das neueste aus der Welt der Computerspiele Sonntag, 31. Juli 22.10 FilMFeStival in your living rooM Waveriders Surffilm, uK/irl 23.30 Mountainbike Chronicles FMB Chatel Mountain Style 23.45 aDventure CirCuS Seasons Der Mountainbikefilm begleitet sieben top-athleten wie Darren Berrecloth, Matt Hunter oder thomas vanderham durch die vier Jahreszeiten eines vollzeit-Bikers.

Dienstag, 2. August 16.00 Epic Conditions Surfing in Mavericks 16.30 Bubba’s World episode 1 22.30 FilMFeStival in your living rooM Honeyboy Biographie des 96-jährigen legendären DeltaBlues-gitarristen David „Honeyboy“ edwards Mittwoch, 3. August 16.00 On Thin Ice episode 5 Donnerstag, 4. August 16.00 Highlights Dirt Masters Festival 2011 23.00 Live from Abbey Road the Black Keys, the Hossiers, Manu Chao Freitag, 5. August 16.00 Mountainbike Chronicles FMB Chatel Mountain Style 16.15 Highlights red Bull Dirt Pipe 2011 16.30 Bullet Points 23.00 360Five Red Bull X-Fighters World Tour Plaza de toros de las ventas, Madrid

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ch bin mir nicht ganz sicher, ob sich meine kleine Kolumne eher an Männer oder an Frauen wendet. Irgendwie habe ich das Gefühl, sie tut Ersteres. Daher will ich mich diesmal mit einem reinen Frauenthema beschäftigen. Männer unerwünscht. Es geht nämlich um eine Frage, die jede Frau jeden zweiten Tag stellt und die daher jeder Mann jeden zweiten Tag hört. Sie lautet: „Was soll ich bloß anziehen?“ Dabei stehen die Frauen vor ihrem großen, gut gefüllten Kleiderschrank und schauen verzweifelt auf ihre Kleidersammlung. Wie kann das sein? Da gibt es so viel Auswahl, und doch hat das Klagen kein Ende? Keine Angst, das läuft jetzt nicht auf die Frage „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ (so ein berühmter Buchtitel) hinaus. Vielmehr will ich mich des Themas mit Hilfe einer Disziplin annehmen, die eine Antwort auf Ihr Kleiderschrank-Problem gefunden hat. Sie heißt „Neuroökonomie“ und vereint drei spannende Fachrichtungen in sich: Hirnforschung, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften. Ziel ihrer Forschung ist es, das mitunter eigenartige ökonomische Verhalten von uns Menschen zu ergründen. Wir tun nämlich oft das gerade Gegenteil dessen, was gut für uns wäre. So bevorzugen wir zum Beispiel sichere kleine Geldgewinne und lassen dafür die Chance sausen, größere zu machen. Geht es hingegen um mögliche Verluste, werden wir plötzlich mutig und riskieren, mehr Geld zu verlieren, anstatt sichere kleine Verluste zu realisieren. Eine andere unserer rätselhaften Eigenarten besteht darin, dass uns angesichts langer Supermarktregale voller Marmeladensorten bzw. gut gefüllter Kleiderschränke der Schweiß ausbricht. Das ist deshalb rätselhaft, weil wir ja alle an folgendes einfache Gesetz glauben: Auswahl ist gut – mehr Auswahl ist besser

Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist

Was Sie über Sechs wissen sollten Sie haben sich nicht verlesen: Hier geht es um die Zahl. Und darum, wie weniger Auswahl Ihr Leben erleichtert. – total viel Auswahl ist am besten. Einziges Problem: Dieses Gesetz ist falsch. Während uns nämlich eine überschaubare Auswahl glücklich macht, stürzt uns ein Übermaß davon in Verzweiflung. Diese Erkenntnis wurde durch eine Reihe von Studien bestätigt. Womit wir bei unserem Thema gelandet wären: Wenn Sie also, liebe Leserin,

vor Ihrem Schrank voller wunderbarer Kleider stehen und das Gefühl den Rücken hochkriechen fühlen, sich nicht entscheiden zu können, ist das völlig normal. So weit die gute Nachricht. Nun die schlechte: Es liegt nicht daran, dass Sie nichts anzuziehen hätten, wie Sie angesichts Ihres vollen Schrankes ebenfalls gerne ausrufen, sondern weil Sie zu viel Klamotten besitzen. Ihr Gehirn ist mit dieser Menge einfach überfordert. Und es kommt noch schlimmer, leider. Die erwähnten Studien haben auch ergeben, ab welcher Anzahl von Kleidern (oder Marmeladen) es mit dem Auswahl-Spaß ein Ende hat. Sitzen Sie auch? Ja? Bei sechs! Sie haben richtig gelesen: sechs! Doch keine Angst, diese Kolumne ist nicht dazu da, Ihnen den Spaß zu verderben, sondern das Leben leichter zu machen. Daher präsentiere ich Ihnen auch exakt eine einzige Option, wie Sie Ihr Problem lösen können: Zählen Sie Ihre Kleider durch. Dividieren Sie das Ergebnis durch sechs. Mal angenommen, Sie kommen auf die magische Zahl Zehn (60 Kleider dividiert durch 6 ergibt 10), dann lassen Sie sich einen Schrank, bestehend aus zehn Elementen mit zehn einzelnen Türen, bauen. Und hängen Sie jeweils sechs Kleider rein. Von nun an werden Sie eine Türe nach der anderen öffnen und mit Freude etwas aussuchen. Das Allerbeste an dieser Idee: Sie ist beliebig erweiterbar. Sie können sich also auch einen Schrank mit 25 Elementen bauen lassen. Das macht dann … das Anziehparadies auf Erden. Nein, nichts zu danken, gern geschehen. Bis bald. Christian Ankowitsch, 51, ist ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bulletin GmbH Chefredaktion Robert Sperl, Alexander Macheck (Stv.), Stefan Wagner (Consulting) Geschäftsführung Mag. Alexander Koppel, Rudolf Theierl Creative Director Erik Turek Art Director Markus Kietreiber Fotodirektion Susie Forman, Fritz Schuster (Stv.) Chefin vom Dienst Marion Wildmann Leitender Redakteur Werner Jessner Redaktion Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arkadiusz Pia˛tek, Andreas Rottenschlager Grafik Miles English, Judit Fortelný, Esther Straganz Fotoredaktion Valerie Rosenburg, Catherine Shaw Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Multimedia Martin Herz Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Christian Graf-Simpson, Claudia Heis, Nenad Isailovic, Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher, Thomas Posvanc, Thomas Safranek Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter Omar Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Corporate Publishing Boro Petric (Ltg.); Christoph Rietner, Nadja Žele (CR); Dominik Uhl (AD); Markus Kucˇera (FD); Lisa Blazek (Red.) Finanzen Mag. Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing Mag. Barbara Kaiser (Ltg.), Mag. Stefan Ebner, Regina Köstler, Birgit Lohmann, Mag. Klaus Pleninger, Lukas Scharmbacher, Daniela Schwarz Anzeigenverkauf Frauke Landi (Ltg.), Thomas Hutterer, Marcus Zinn; anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Susanne Thurner Office Management Martina Bozecsky, Sabrina Pichl IT Michael Thaler Firmensitz Red Bulletin GmbH, Am Brunnen 1, A-5330 Fuschl am See, FN 287869 m, ATU 63087028 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin Ein Produkt des erscheint monatlich als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten; Niederösterreichische Nachrichten. In Deutschland liegt das Red Bulletin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei. In Großbritannien: The Sunday Telegraph. In Nordirland: Belfast Telegraph. In Irland: The Irish Times. In Polen: Gazeta Wyborcza. In Südafrika: Cape Argus, Cape Times, Daily News, Pretoria News, The Star. In Neuseeland: The New Zealand Herald. In Kuwait: Kuwait Times Gesamtauflage 4,6 Millionen Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com Als Beilage in:

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 2. AUGUST 2011.

ILLUSTRATION: ALBERT EXERGIAN

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abseits des alltäglichen. the red bulletin.


VINCENT CASSEL

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Der neue Lancia Ypsilon: kompaktes Coupé Design mit dem Komfort einer 5-türigen Limousine. Wählen Sie aus 16 verschiedenen Farbvarianten, 6 exklusiven Innenausstattungen, Blue & Me™ Freisprecheinrichtung und integriertem Navigationssystem mit Media-Player. Der neue TwinAir Motor – bester Motor des Jahres 2011 – bietet Top-Leistung bei reduziertem Verbrauch. Luxus hat eine neue Größe: 3,84 m – um genau zu sein. www.lancia.at

Gesamtverbrauch 3,8–4,9 l/100 km, CO 2 -Emissionen 97–115 g/km. Symbolfoto. Satz- und Druckfehler sowie Änderungen vorbehalten. Stand 06/2011

Luxus is t ei n r echt.


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