DEUTSCHLAND
ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
HIGHLIGHTS
IM JUNI
Javier Bardem Twin Peaks Fliegende Autos America’s Cup Gorillaz Unsichtbare Hotels
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FAKTEN ZU DEN 24 STUNDEN
am Nürburgring, die jeder Fan wissen muss
KING
ARTHUR CHARLIE HUNNAM:
„Ich hab den Teufel überlistet.“ JUNI 2017 € 2,50
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WASSERDICHT SPRACHSTEUERUNG
CONTRIBUTORS
EDITORIAL
Jean Pierrot
Josh Dean
Der New Yorker Sportjournalist, der u. a. für „Runner’s World“ und das „Outside“-Magazin schreibt, reiste für uns nach Bermuda – für einen Intensiv-Check des AC50-Katamarans, mit dem Titelverteidiger Oracle Team USA im Juni um den America’s Cup segeln wird. Sein Fazit: „Dieses HightechBoot ist unglaublich schnell. Es sieht aus, als würde es über das Wasser fliegen.“ SEITE 30
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Contenance, bitte! Sagen wir es mal so: Intensität ist die halbe, nein, ist eigentlich fast die ganze Miete, wenn’s um Leistungen abseits des Alltäglichen geht. Behaupten nicht wir, sondern Menschen, die in diesem Leistungsbereich heimisch sind. Charlie Hunnam etwa, Titelheld in Guy Ritchies Film „King Arthur“, wagte sich zu diesem Behufe in die tiefsten Abgründe seiner Seele. Er sagt (ab Seite 52): „Du musst erst deine inneren Dämonen besiegen, um die nötige Stärke zu entwickeln.“ Apropos (Fege-)Feuer: Jimmy Spithill, doppelter America’s-Cup-Gewinner mit Oracle Team USA, holt sich den gewissen Drive von seinen deutlich jüngeren Crew-Mitgliedern – nachzulesen ab Seite 30: „Die wollen es einfach wissen, sind hungrig. Die haben dieses Feuer, das auf dich übergreift. Das motiviert dich, weil sie dich abhängen wollen und du mithalten möchtest.“ Bei aller Intensität sollten wir jedoch keinesfalls die Contenance verlieren, rät Hollywoodstar Javier Bardem ab Seite 14: „Ich bewundere Leute, die unter Druck Haltung bewahren.“ Dem ist, wie immer an dieser Stelle, nichts weiter hinzuzufügen – außer: viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion THE RED BULLETIN
MARC HOM/TRUNK ARCHIVE (COVER)
Es gibt Tage, an denen wir Modefotograf Jean Pierrot aus Slowenien um seinen Job beneiden. Zum Beispiel, wenn er Big-Wave-Surferin und Model Imogen Caldwell zum Shooting in Red Bluff trifft. Dass sich der ikonische Surfspot an der Westküste Australiens nicht nur als Foto-Location, sondern auch als Motocross-Track eignet, zeigt uns Multitalent Caldwell ab SEITE 4 4.
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INHALT Juni
BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary
14 Javier Bardem über den
Fluch der Karibik
16 Heavy-Metal-Monster: der
erste Roboter mit Cockpit
18 Schmerzberg: das Red Bull
Hare Scramble
20 Bebe Rexha verdreht
Köpfe.
22 Der Soundpanzer mit
4000 Watt Power
23 Cherry Pie à la „Twin
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Peaks“: Bon appétit, Agent Cooper! Baumhotel: Träumen im Spiegelpalast Milky Chance: musikalische YouTube-Virtuosen Fliegendes Auto aus dem Hause Airbus Linkin Park: Die Welt ist ein Hund an der Leine.
GUIDE
Get it, Do it, See it 80 Red Bull TV: Beflügelndes
in bewegten Bildern
82 Smartwatches mit Stil 83 Die wichtigsten Termine
im Mai und Juni
84 Guide-Special: coole
Sommerurlaubsbegleiter
90 Kolumne Marcel Reif 96 Impressum 98 Makes You Fly
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IMOGEN CALDWELL
Model, Surf-Crack, coole Frau: Imogen zeigt uns das Paradies, in dem sie aufgewachsen ist.
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AMERICA’S CUP
Fünfmal so schnell, extrem verjüngt: alles über die rasante Entwicklung der Formel 1 des Segelsports.
72 EINE NACHT MIT CAMO & KROOKED
Ein Crashkurs mit den Drum & Bass-Superstars in Bristol, der Geburtsstadt ihres Musikgenres.
FEATURES
30 Quantensprung
Wie der 35. America’s Cup aus Segeln gerade eine völlig neue Sportart macht.
JEAN PIERROT, JANE STOCKDALE, SAM GREENFIELD/ORACLE TEAM USA
44 Wild und schön
Ein Streifzug durch das australische Paradies von Surferin und Model Imogen Caldwell.
52 Charlie Hunnam
Mit welchem Buch und wessen Hilfe der neue Schauspiel-Superstar den Teufel überlistete.
58 Gorillaz!
Das große Interview mit der erfolgreichsten Cartoon-Band der Popgeschichte.
64 Nürburgring
24 Dinge, die du noch nicht übers 24-StundenRennen in der „Grünen Hölle“ wusstest.
72 Camo & Krooked
zeigen vor, dass du grad dann erfolgreich bist, wenn du dich selbst nicht zu ernst nimmst.
THE RED BULLETIN
11
Cola
L o A y l Simp on v Das C BuLL Red
BULLEVARD LIFE
&
STYLE
BEYOND
THE
ORDINARY
FABRIZIO MALTESE/CONTOUR BY GETTY IMAGES
RÜDIGER STURM
Der spanische Schauspiel-Superstar spricht über Charakter, Vorbilder und Bruce Springsteen.
JAVIER BARDEM: „ICH GLAUBE NICHT AN GOTT, SONDERN AN AL PACINO.“ SEITE 14 13
BULLEVARD
Javier Bardem
Im neuen „Fluch der Karibik”-Film nimmt es der Oscar-Gewinner mit Johnny Depp auf. Doch eigentlich interessiert er sich mehr für reale Herausforderungen.
„FILME MACHEN IST NUR EIN JOB“ 14
he red bulletin: Nachdem Sie bei den Piraten der Karibik angeheuert haben: Was kann man von Freibeutern lernen? javier bardem: Ich bin mir da nicht so sicher. Wurden Sie nicht zumindest zum Schwertkampf-Crack? Ja, das habe ich reichlich gemacht, obwohl ich eigentlich ziemlich tollpatschig bin. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass du einen Babyschritt nach dem anderen machen
musst, bis du etwas wirklich Großes beherrschst. Sonst sind Piraten aber kein Vorbild für Sie? Nein. Ein echtes Vorbild für mich war mein Vater, der starb, als ich 25 war. Der hatte ein schweres Leben, aber er war stark. Ich lernte ihn erst als junger Erwachsener kennen, denn meine Eltern hatten sich getrennt, als ich zwei war. Es war sehr wichtig für mich, seine Handicaps und seine Fehler zu verstehen, aber auch seine Vorzüge. So erfuhr ich, was man im Leben falsch machen kann und was richtig. Welche Charaktereigenschaften bewundern Sie bei einem Mann? Wenn er alle anderen respek respektiert. Natürlich muss er sich THE RED BULLETIN
Javier Bardem, 48, Ex-Rugbyspieler, OscarPreisträger, Bond-Bösewicht
FABRIZIO MALTESE/CONTOUR BY GETTY IMAGES
RÜDIGER STURM
Gehör verschaffen und seine Meinung sagen, aber er muss auch die Meinung der anderen anerkennen. Was ich auch be wundere, sind Menschen, die sich gegen widrige Umstände behaupten und Haltung be wahren, auch wenn sie ums Überleben kämpfen. Nun müssen Sie ja nicht ums Überleben kämpfen. Worin bestehen Ihre Tugenden? Das kann ich nicht sagen. Wenn ich was Positives sage, dann klopfe ich mir auf die Schulter. Ich will aber auch nichts Negatives von mir geben, denn dann klinge ich zu bescheiden. Ach, sagen Sie doch was Nettes über sich … Okay. Ich bin hoffentlich ein geduldiger Mensch, warte ruhig ab, wie sich Dinge ent wickeln – oder nicht. Ich setze mich erst mit etwas ausein ander, wenn es passiert. Das betrifft besonders Angelegen heiten, die wichtig sind. Wie ist es um Ihren Mut bestellt? Der scheint ein Familienmerkmal bei Ihnen zu sein. Ihr Onkel musste ins Gefängnis, weil er anti faschistische Filme machte. Ihre Mutter, eine überzeugte Aktivistin, wurde bei einem Anschlag beinah ermordet. Aber mir ist nichts dergleichen passiert. Doch ich bin politisch aktiv und versuche auf der humanitären Ebene so viel zu tun wie möglich. Ich erinnere mich aber noch, wie ich eine Dokumentation über „Ärzte ohne Grenzen“ drehte. Da war ich einen Monat in Äthiopien, und es gab einen Moment, in dem ich fragte: „Was kann ich tun?“ – Die Antwort: „Sind Sie ein Arzt?“ – „Nein.“ – „Sind Sie Krankenpfleger?“ – „Nein.“ – „Kennen Sie sich mit Logis tik aus?“ – „Nein.“ – „Beherr Beherr Beherr schen Sie sonst irgendwas, THE RED BULLETIN
was in der Wüste nützlich ist?“ – „Nein.“ – „Dann gehen Sie nach Hause und drehen Sie Filme. Denn wenn wir wieder zurückkommen, dann möchten wir uns die anschauen.“ Verlieren Sie nicht den Blick auf solche Probleme, wenn Sie sich in der Glamourwelt großer Filme bewegen? Nein, denn ich weiß, dass das nur mein Job ist. Ich schätze mich glücklich, dass ich ihn habe, aber das ist nicht das wahre Leben. Sie als Schauspieler sind also ein normaler Mensch wie jeder andere? Jeder ist ein Schauspieler. Marlon Brando sagte: „Eine Rolle zu spielen ist ganz ein fach. Das tun alle jeden Tag, um überleben zu können.“ Was machen Sie, wenn Ihr Job Sie nervt? Dann schmeiße ich alle aus meinem Wohnwagen, sperre die Tür ab und sage: „Gebt Ruhe und lasst mich allein.“ Ernsthaft? Eigentlich nein. Denn norma lerweise habe ich eine super Zeit. Aber wenn ich mal aus spannen will, dann höre ich Metallica. Vor ein paar Mona ten habe ich sie live in Bogotá gesehen – großartig! Sie sind doch Springsteen Fan? Bei einem Konzert in Madrid hielten Sie mal die Einführungsansprache. Ja, aber das war eine üble Nummer, denn du sollst nicht vor abertausenden Menschen auftreten, die jemand ganz andern sehen möchten. Gibt es etwas, was Sie vom Boss lernen können? Klar. Ich hatte die Gelegen heit, ihn ein paarmal kurz zu treffen. Dieser Mann gibt alles – jedes Mal. Für ihn ist nichts selbstverständlich, und er bleibt seinen Überzeugungen treu. Das verleiht ihm eine einzigartige Energie, und die ist nach so vielen Jahren un verändert geblieben. Glauben Sie eigentlich an so etwas wie übersinnliche Energien, höhere Mächte? Nein. Kurz vor dem Tod meines Vaters konnte ich noch mit
„ICH BE WUNDERE LEUTE, DIE UNTER DRUCK HALTUNG BEWAHREN.“ ihm sprechen. Ich sagte ihm: „Kannst du bitte an meinem Geburtstag in einem Jahr vor vor beischauen und mir sagen, was da so los ist?“ Aber das tat er nicht. Nachdem mein Vater ein netter, höflicher Mensch war, hätte er kommen sollen. Das kann nur bedeuten: Da draußen gibt es nichts. Es gibt allerdings eine Macht, die Sie anbeten … Mein Mantra ist und bleibt: „Ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an Al Pacino.“ Warum eigentlich? Nur ein Beispiel: die Szene in „Der Pate“, als er aufbricht, den Gangster und den Polizis ten im Restaurant zu töten. Er ist völlig unbewegt. Aber aus seinen Augen und seiner Körpersprache liest du jeden Gedanken ab, der ihm durch den Kopf geht. Er ist völlig in dieser Energie aufgegangen. Und alles, was du denken kannst, ist: „Wie um alles in der Welt hat er das gemacht?“ „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“: ab 25. Mai im Kino
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Big Boys, Big Toys
Vier Meter groß, anderthalb Tonnen schwer: Method-2 ist der erste Roboter mit Cockpit. Demnächst soll er Menschenleben retten.
HEAVY-METALMONSTER 16
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ransformers“, „Robo cop“, „Ghost in the Shell“ – die Liste an HollywoodHits, für die der 3DDesigner Vitaly Bulgarov smartspektakuläre ScienceFictionRoboter ent worfen hat, ist lang. Mithilfe des südkoreanischen Unter Unter nehmens Hankook Mirae Technology holt er die Fiktion nun in die Realität. Seit 2014 arbeitete Bulgarov gemeinsam mit dreißig Inge nieuren an der Entwicklung eines vier Meter großen Robo ters aus Aluminium und Car Car bon. Der Method2 wiegt ein einhalb Tonnen, ein einzelner
THE RED BULLETIN
VITALY BULGAROV/HANKOOK MIRAE TECHNOLOGY
Erster RoboterTestgang im südkoreanischen Labor, Ende 2017 kommt er auf den Markt.
Arm 130 Kilogramm. Vom futuristischen Design ab gesehen, betritt der Koloss auch technologisch Neuland: Method2 ist der erste Roboter, der sowohl ferngesteuert als auch von einem Piloten im ver ver glasten Rumpf der Maschine gelenkt werden kann. Die Arm bewegungen des Passagiers werden auf die Greifer des Apparats übertragen. Dadurch kann der Pilot Objekte heben, die für den Menschen sonst zu schwer wären. AmazonChef Jeff Bezos war der erste Promi, der den Koloss bei einer TechKonfe renz im März testen durfte. Und der milliardenschwere CEO war begeistert. „Warum fühle ich mich wie Sigourney Weaver?“, rief er aus dem Cockpit, in Anspielung auf den ScienceFictionFilm „Aliens“, in dem Weaver einen Riesen roboter lenkt. Ab Ende des Jahres soll der Metallgigant in den Verkauf gehen. Preis: 8,3 Millionen Dollar, was angesichts der kolportierten Entwicklungs kosten von 200 Millionen Dol lar angemessen erscheint. Dass dieses Ding aber weit mehr sei als ein Spielzeug für Millionäre, unterstrich Yang JinHo, Chef von Hankook Mirae. Method2 sei der erste bipedische Roboter, mit dem sich Menschen in gefährlichen Umgebungen fortbewegen könnten. Damit ist der Gigant prädestiniert für Einsätze bei Kernkraftunfällen oder in Trümmerfeldern. vitalybulgarov.com
FLORIAN OBKIRCHER
BULLEVARD
GO WITH YOUR PRO DEIN PROFESSIONELLES TRAINING Tipps, Tricks und exklusive Einblicke von den Profis höchstpersönlich. Erlebe ein unvergessliches Training mit einer Motorsportlegende am Red Bull Ring. Streng limitierte Teilnehmerzahl!
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TERMINE AUF 4-RÄDERN:
26. - 27. JULI – MATTIAS EKSTRÖM 31. JULI - 01. AUGUST – DAVID COULTHARD 17. - 18. AUGUST – MARK WEBBER
BULLEVARD
Red Bull Hare Scramble Das härteste Enduro-Rennen überhaupt: Bist du zu schwach, ist das völlig normal.
SCHMERZBERG
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THE RED BULLETIN
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SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL
WERNER JESSNER
eit 1995 rennen die 500 besten, härtesten und zähesten Biker gegen den steirischen Erzberg an, doch der schüttelt regelmäßig den Großteil von ihnen ab. Die Fahrer scheitern am Steilhang, zerkochen ihre Motoren in der Sektion Hell’s Kitchen, verhungern in Carl’s Diner oder gehen in der Badewanne … genau. Dass die Strecke so brutal ist wie keine
andere, hat Methode, immer immerhin gilt es, den Ruf des selek selektivsten Enduro-Rennens der Welt aufrechtzuerhalten. In manchen Jahren erreicht nur eine Handvoll Fahrer inner innerhalb des 4-Stunden-Zeitlimits das Ziel. Schaffen es mehr als 20, nähert man sich also einer Erfolgsquote von vier Prozent, denken sich die Veranstalter für die nächste Auflage neue Unfahrbarkeiten aus. Selten sonst sieht man selbst gestandene Profis derart leiden, ja manchmal sogar weinen. Und selten sonst schmieden Spitzenathleten eiserne Allianzen, um überhaupt eine Chance zu haben. Gegner sind hier nicht die anderen – der Gegner ist der Berg. Red Bull Hare Scramble, 18. Juni 2017, ab 11.30 Uhr live auf redbull.tv Mehr Hare Scramble? „Parallel Universe“, Kult-Doku mit Seriensieger Taddy Błażusiak, auf: redbull.tv/paralleluniverse
Das ganz normale Stürzen, Aufstehen, Weiterkämpfen – und IrgendwannScheitern.
THE RED BULLETIN
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Bebe Rexhas neue EP „All Your Fault: Pt. 2“ ist im April erschienen.
BULLEVARD
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eit zwei Jahren ist Bebe Rexha in aller Munde: Sie lieh den Club-Hits der DJ-Stars David Guetta und Martin Garrix ihre Stimme. „Me, Myself & I“, eine Kollaboration mit dem Rapper G-Eazy, war 2016 unter den zwanzig am häufigsten gestreamten Songs. Und mit ihrem eigenen Track „I Got You“ stand sie an der Spitze der US-Dance-Charts. Ein hübsches Sternchen, das uns eine große Plattenfirma aufs Auge drücken will? Nein. Denn auch wenn die 27-jährige New Yorkerin derzeit die Pop-
Bebe Rexha
JARED THOMAS KOCKA/CHILLI MEDIA
FLORIAN OBKIRCHER
hat vermutlich einige deiner Lieblingssongs geschrieben – ohne dass du es weißt. Fünf Gründe, warum die USSängerin das nächste große Ding wird.
DIESE FRAU VERDREHT KÖPFE
Charts weltweit erobert, so ist sie gleichzeitig eine der ehr ehrlichsten und talentiertesten Musikerinnen der Stunde. Fünf Gründe, warum Bebe Rexha auf deine Playlist muss.
1. Sie ist zielstrebig
Rexha hasst es, wenn man ihren Erfolg als „schlagartig“ bezeichnet. Letztes Jahr twitterte sie: „Ich bin kein PopPüppchen. Mir hat keiner was geschenkt, ich habe vom ersten Tag an für meinen Erfolg gekämpft.“ Völlig richtig! In ihrer Jugend nahm sie neun Jahre lang Trompetenunter Trompetenunterricht und brachte sich das Gitarre- und Klavierspielen selbst bei. Genauso autark lernte sie den Umgang mit Musik-Software, um ihre Songs selbst – ohne die Hilfe eines Produzenten – auf aufnehmen zu können.
2. Sie ist eine Hitmaschine
Rexha hat vermutlich einige unserer Lieblingssongs geschrieben – ohne dass wir es wissen. „The Monster“ von Eminem und Rihanna? Stammt aus ihrer Feder. Nick Jonas’ Hit „Under You“? Ebenso. Bevor sie selbst ins Rampenlicht trat, stattete sie Stars wie Selena Gomez, Pitbull und Tinashe mit Hits aus. Ihr Talent wurde schon früh entdeckt: Als Teenager setzte sie sich bei einem Wettbewerb der Grammy Awards als „Best Teen Songwriter“ durch – gegen 700 Konkurrenten.
3. Sie ist stolz auf ihre Wurzeln
sehen betraf. „Damals waren dünne blonde Frauen wie Britney Spears angesagt“, erzählte sie dem „Evening Standard“. „Ich hasste meine Kurven und schwarzen Haare.“ Dass sie sich heute wohl in ihrem Körper fühlt, verdankt sie zum Teil den Kardashians. Die hätten, so sagt sie, den Weg für Popstars geebnet, die nicht dem Schönheitsideal des „American Girl“ entsprechen.
4. Sie greift Stars unter die Arme
Während viele Sängerinnen erst am Ende einer Produktion ins Studio geladen werden, um den Gesang aufzunehmen, ist Rexha bei ihren Kollaborationen voll eingebunden. Der Elektronik-Star David Guetta bat sie sogar um Hilfe, als er mit seinem Song „Hey Mama“ nicht weiterkam. Angeblich hatte sie die Melodie für den Refrain nach zehn Minuten im Kasten, der Song wurde zum Welthit – mit Top-Ten-Chartplatzierungen in 21 Ländern.
5. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund
Viele junge Musiker gehen ihre Karriere vorsichtig an – um es sich mit Radiostationen nicht zu verscherzen. Rexha dagegen nennt Dinge beim Namen. Zum Beispiel in ihrem Song „F. F. F.“ – kurz für „Fuck Fake Friends“ –, in dem sie mit sogenannten (Ex-)Freunden beinhart abrechnet. Ob der Song vielen Radiostationen zu heftig ist, interessiert sie dabei nicht. Wie erzählte Rexha der Zeitung „Toronto Star“? „Ich fluche den ganzen Tag, da werde ich mich in meinen Songs sicher nicht verstellen.“ beberexha.com
In ihrer Jugend war Rexha, deren Eltern aus Albanien stammen, alles andere als selbstbewusst, was ihr AusTHE RED BULLETIN
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BULLEVARD
Nik Nowak
Seine Skulptur „Soundpanzer“ bringt uns die Zwischentöne des Lebens nahe. Mit 4000 Watt Power.
HIER GIBT’S WAS AUF DIE OHREN
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he Red Bulletin: Herr Nowak, erklären Sie uns bitte, was an einem zwei Tonnen schweren, 4000 Watt starken Kettenfahrzeug, mit dem Sie in Museen und bei Festivals Lärm machen, Kunst ist. nik nowak: Meine Sound objekte sind meist Skulpturen und Performanceobjekte zu gleich. Der Soundpanzer ist das Ergebnis einer Serie mobi ler Soundsysteme und ver handelt die Verwendung von Sound als Waffe oder als kultu reller Katalysator. Er spielt mit dem Betrachter und nimmt akustisch Besitz vom Raum. Drei 18-Zoll-Subwoofer und zwei 4000-Watt-Verstärker, dazu Controller und Mischpulte für Videoprojektionen: klingt, als wäre ein Auftritt des „Soundpanzers“ was fürs vordergründige Vergnügen.
Es geht um mehr als um Tanz musik, wenn Sie das meinen. Das Objekt öffnet eine Vielfalt von Klangerlebnissen: und die wirken auf Körper und Psyche. Haben Sie ein Beispiel? Während einer Sequenz der Performance hören wir ein lautes unangenehmes Rau schen, wie man es als Test signal analoger Fernseher kennt. Dazu wird ein Bild auf die Oberfläche des Sound panzers projiziert. Doch dann filtere ich Frequenzen heraus, und plötzlich erinnert das Geräusch an Meeresrauschen und katapultiert uns in die assoziative Sphäre einer Natur erfahrung … man kann die Show als audiovisuelles Essay sehen, das uns das Potential von Sound vermittelt. Sie meinen, wir nehmen die meisten Geräusche um uns nicht bewusst genug wahr? Ja, leider. Oft werden Räume akustisch zugemüllt. Der Soundpanzer setzt zum akus tischen Gegenschlag an. niknowak.de
THOMAS HANNICH/PLATNUM
AREK PIATEK
Massive Attacke: der deutsche Künstler Nik Nowak und sein 4000 Watt starker Soundpanzer
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THE RED BULLETIN
BULLEVARD
ZUBEREITUNG Mehl, gemahlene Mandeln, Staubzucker und Salz in einer großen Schüssel ver rühren. Butter hinzugeben und mit den Fingern kneten, bis die Mixtur die Konsistenz von Semmelbröseln hat. Das Ei mit Vanilleextrakt und Wasser steif schlagen. Die Flüssigkeit mit der zuvor bereiteten Mixtur erst mit einer Gabel, dann mit den Fingern verrühren und ver mengen, bis der Teig fest ist. Den Teig in zwei Hälften teilen und in Scheiben aus rollen. Die Hälften in Frisch haltefolie einwickeln und mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben. In der Zwischenzeit die Marmelade und den Zucker in einem Kochtopf bei mitt lerer Hitze verrühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Aufkochen lassen, Stärke mehl und Wasser (oder Bour bon) zufügen. Dann unter konstantem Rühren noch ein mal aufkochen lassen, bis die Mixtur sich verdickt. Von der Kochstelle nehmen, Kirschen dazugeben, gut vermischen und abkühlen lassen.
„Twin Peaks“
Feiere die Rückkehr von David Lynchs TV-Serie mit dem legendärsten Kuchen der Fernsehgeschichte.
ADDIE CHINN
FLORIAN OBKIRCHER
BON APPÉTIT TIT, AGENT COOPER A
m 21. Mai kehrt eine der prägendsten Serien in der Geschichte des Fernsehens auf die Bildschirme zurück: „Twin Peaks“, David Lynchs surreales TV-Meisterwerk über eine mysteriöse US-Kleinstadt. 18 neue Folgen ver verheißen ein Wiedersehen mit Kultcharakteren wie Laura
THE RED BULLETIN
Palmer, Kellnerin Shelly Johnson oder Agent Dale Cooper, dem nach Kirschkuchen süchtigen Helden der Serie. Zur Einstimmung der Fans auf die neue Staffel verrät Lindsey Bowden, Chefin des Twin Peaks UK Festivals, das Rezept zu besagtem Kirschkuchen aus ihrem Kochbuch zur Serie, „Damn Fine Cherry Pie“. lindseybowden.com
Shelly Johnson’s Cherry Pie Teig 450 g Mehl 50 g Mandeln, gemahlen 100 g Staubzucker 1 Prise Meersalz 250 g ungesalzene Butter, gewürfelt 1 großes Ei ½ TL Vanilleextrakt 5 EL Wasser Füllung 150 g Kirschmarmelade 150 g Streuzucker 1½ EL Stärkemehl 3 EL Wasser oder Bourbon 1,25 kg Kirschen, entkernt (Entkernt-Gewicht: 750 g) 1 großer Eidotter mit 1 EL Wasser zum Glacieren 1 EL Kristallzucker
Den Backofen auf 200 °C vor heizen, eine der Teigscheiben auf einer leicht mit Mehl be stäubten Arbeitsfläche aus rollen. Eine ofenfeste Metall pfanne (24 cm Durchmesser) fetten und mit dem Teig aus legen, Ränder andrücken. Mit der Kirschmischung füllen und den Teigrand am oberen Ende mit etwas Eiweißglasur bestreichen. Die andere Teigscheibe dünn ausrollen, in lange Zickzack streifen schneiden und diese auf den Kuchen legen und an den Rändern fixieren. Die Teigstreifen mit Eiweißglasur bestreichen und etwas Zucker darauf streuen. Den Kuchen 20 Minuten goldbraun backen, dann die Temperatur auf 180 °C reduzieren und noch einmal 35 bis 40 Minuten backen, bis die Füllung an den Rän dern Blasen wirft und der Teig knusprig ist. Vor dem Servieren eine Stunde ab kühlen lassen.
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BULLEVARD
Mirrorcube Hotel
Im Urlaub mal so richtig abhängen? In Nordschweden baumeln 64 Kubikmeter Stil zwischen Baumstämmen.
ich den Kindheitstraum von einer Nacht im Baumhaus erfüllen? Und das auf kultivierte Art und Weise? Geht am besten in Schwedens hohem Norden. In den dichten Wäldern um die Ortschaft Harads, nur 50 Kilometer vom nördlichen Polarkreis entfernt, hängt zwischen Baumkronen das Mirrorcube Hotel, ein 4 × 4 × 4-Meter-Würfel aus Glas. An Seilen befestigt, nur über eine Art Hängebrücke erreichbar. Wobei du deine Vorstellungen eines grob gezimmerten Baumhauses ein wenig updaten darfst. Den Mirrorcube sieht man zum Beispiel kaum. „Seine komplett verspiegelte Fassade reflektiert die Um-
Genial-rustikal: Birkenholz-Interieur
gebung, wodurch das Konstrukt fast unsichtbar wird“, sagt Hotel-Mitbegründer Kent Lindvall, „so wird es eins mit dem Wald.“ Was durchaus auch als Botschaft aufzufassen ist: „Es geht uns um Nähe zur Natur, um Nachhaltigkeit. Der Gast soll die Zivilisation hinter sich lassen, abschalten und sich auf Ursprüngliches besinnen.“ Der Würfel bietet zwei Personen Platz und einiges an Annehmlichkeiten: Wohn-, Schlaf- und Badezimmer (wie auch der beheizte Fußboden) sind aus Birkenholz gefertigt. Balkon und sechs Fenster mit Panoramablick eröffnen atemberaubende Perspektiven (Stichwort: Nordlichter), nur wenige Meter vom Würfel entfernt gibt es auch eine Sauna. Und wem es mit dem Hinter Hintersichlassen der Zivilisation nicht ganz so ernst ist: Es gibt auch Wi-Fi im Mirrorcube. treehotel.se
PETER LUNDSTRÖM/WDO
AREK PIATEK
TRÄUMEN IN BÄUMEN
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Escape Room: das Baumhotel „Mirrorcube“ in Nordschweden
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THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
gekommen sind. YouTube ist für Künstler der digitale Placeto-be. Eindeutig. Was würdet ihr nie posten, auch wenn es Klicks brächte? Privates Zeug ist ein No-Go. Ich weiß, dass die Fans ganz erpicht darauf sind, zu er erfahren, mit welchem Antischuppenshampoo wir unter die Dusche gehen, aber das bleibt bei uns. Können wir übrigens jedem empfehlen, der sich selbst schützen möchte. Eure Social-Media-Prognose für die nächsten Jahre? Plattformen wachsen und sterben extrem schnell. Das gesamte TV- und Musikbusiness wurde binnen weniger Jahre völlig digitalisiert, aber wenn ihr uns fragt: Wir glauben an YouTube. Und das solltet ihr auch tun! milkychance.net
Für einen erfolgreichen Clip braucht man im Grunde „nur“ eine geile Idee. Das haben Milky Chance bereits 2014 verstanden. Und umgesetzt.
DAS PERFEKTE VIDEO
Philipp und Clemens wissen genau, was man auf YouTube zeigt. Und was nicht.
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THE RED BULLETIN
ALEXANDER DOLLISCHAL
er die Songs von Milky Chance nicht aus dem Radio kennt, kennt ihre Clips aus dem Internet. Kaum wer hat YouTube so gut kapiert wie das deutsche FolktronicaDuo, das bereits mit seinem ersten Video – „Stolen Dance“ von 2014, einem No-BudgetProjekt der Kunsthochschule Kassel – 300 Millionen Klicks generierte. the red bulletin: Wie können Videos auf YouTube auch ohne BlockbusterFilmset so erfolgreich sein? the red bulletin: Das Wichtigste ist eine geile Idee. Ist die Idee scheiße, wird sich das niemand ansehen. Das ist wie in der Musik: Ein genialer Song klingt auch auf einer verstimmten Ukulele genial. It’s that easy. Welche neue Plattform löst YouTube ab? Wir sehen keine. Trends wie Snapchat verschwinden genauso schnell, wie sie
JEFF HAHN
W
YouTube regieren
BULLEVARD
Ein Prototyp von Airbus’ Pop.Up soll schon im kommenden Jahr abheben.
AIRBUS/WWW.ITALDESIGN.IT
ADAM HAY-NICHOLLS
Airbus
Der direkteste Weg von A nach B ist die Luftlinie. Luftfahrt-Riese Airbus hat sich Gedanken gemacht. Ergebnis: das fliegende Auto.
STAU? POP.IT.UP! THE RED BULLETIN
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ach einem mehr als hundertjährigen Dasein als Standardausstattung in Sci-FiSzenen befinden sich fliegende Autos in einer Art Landeanflug auf die Realität. Verantwortlich dafür ist Europas größter Flugzeughersteller. Airbus entwickelte gemeinsam mit dem Designstudio Italdesign das Flugauto Pop.Up, bestehend aus Fahrgestell mit vier Rädern und Elektromotor, Fahrerkapsel aus Carbonfasern und riesigem Quadrocopter, einer Art Drohne. Pop.Up fährt und fliegt automatisch zum Zielort, sobald du es mit den entsprechenden Daten
gefüttert hast. Steckst du im Stau, forderst du die Drohne an, die Kapsel dockt an und hebt ab. Das Fahrgestell fährt selbständig zur nächsten AkkuLadestation. Pop.Up soll fliegend 95 km/h und fahrend 130 km/h schnell sein. Airbus hat vor, in zwölf Monaten einen funktionsfähigen Prototyp fertig zu haben – aber Behördenwege verlängern die Wartezeit bis zur Marktfähigkeit auf mindestens sieben Jahre. Mathias Thomsen, General Manager der Urban Air Mobility bei Airbus, hält das Ganze dennoch keineswegs für Zukunftsmusik. „Es ist machbar“, betont er. „Städtischer Luftverkehr wird schneller Realität werden, als wir alle das erwarten.“ airbusgroup.com
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BULLEVARD
Kein Geschrei mehr, keine lauten Gitarren: Linkin Parks Frontmann Chester Bennington will uns nichts mehr beibringen.
DIE WELT IST EIN HUND AN DER LEINE 28
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as legendäre Sunset Marquis Hotel mitten in West Hollywood. Direkt am Sunset Strip lümmelt Linkin-ParkSänger Chester Bennington in einem Sessel. Er stellt sein neues Album „One More Light“ vor, ein Werk, das sich den Widrigkeiten des Lebens ohne eine Wand an Gitarren entgegenstellt. „Numb“ oder „In the End“ hießen die Hymnen einer verlorenen Generation, vor über zehn Jahren vorgetragen von ihrem inner innerlich zerfressenen Priester Bennington. Das ist lange her. Aus der lauten Rock-Band Linkin Park ist etwas anderes gewor geworden. Etwas Selbstsicheres. „Es ist nicht mein Job, Menschen etwas beizubringen“, äußert
THE RED BULLETIN
PHT/EXPA/PICTUREDESK.COM
Linkin Park
sich der 41-Jährige zu seiner Rolle als Superstar. „Wir wollen und können die Welt nicht verändern. Doch wir wollen unsere Erfahrungen und Empfindungen mit ihr teilen und hoffen, dass die Menschen etwas für sich selbst herausziehen können.“ Also sagt Chester Bennington Sätze, die man früher von ihm nicht gehört hätte: „Die Welt wird ein immer besserer Ort. Sie ist wie ein Hund an der Leine. Er will immer mal wieder ausbrechen, aber letzten Endes wird er von seinem Herrchen sicher nach Hause geführt.“ Draußen auf dem Strip heult eine Sirene. In Bennington, einst ein Mensch in emotional bedenklicher Schieflage, ist es so ruhig wie nie. Vielleicht auch, weil er eingesehen hat, dass es nicht seine Aufgabe ist, die Welt auf seinen Schultern zu tragen. linkinpark.de
BJÖRN SPRINGORUM
Privileg in Reihe eins: Chester Bennington Aug’ in Aug’ mit Fans
QUANTEN SPRUNG Text: JOSH DEAN Fotos: SAM GREENFIELD / ORACLE TEAM USA
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Das Oracle Team USA ist der Sieger des letzten America’s Cup und darf daher den Austragungsort der diesjährigen Segel regatta wählen. Im Juni werden sechs Teams auf Bermuda antreten, um auf futuristischen Booten um die älteste Sporttrophäe der Welt zu segeln.
Höhere Geschwindigkeit bedeutet größere Gefahren. Vor bereitung ist daher überlebenswichtig.
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Über die letzten zehn Jahre hat sich die Geschwindigkeit bei Segelregatten verfünffacht, und die Teilnehmer sind im Schnitt um zehn Jahre jünger als 2007. Der 35. America’s Cup, der im Juni stattfindet, wird RENNSEGELN AUF EIN VÖLLIG NEUES NIVEAU katapultieren.
as Erste, was einem im Flughafengebäude auf Bermuda auffällt, ist ein Riesenplakat für den America’s Cup. Die kleine Insel, auf der im Juni eine der ältesten Sportveranstaltungen der Welt zum 35. Mal stattfinden wird, ist geradezu gepflastert mit Plakaten mit Bildern von 15-MeterYachten, die aussehen wie TarnkappenTarnkappen flieger. Science-Fiction? Nein, Gegenwart. Die Geschichte des America’s Cup kann man in zwei Epochen einteilen: die 32 Bewerbe von 1851 bis 2007 – und die Zeit ab 2010, geprägt durch die Einführung von Mehrrumpfbooten. Das war das Jahr, in dem Oracle-Gründer Larry Ellison mit BMW Oracle Racing den Titelverteidiger Alinghi aus der Schweiz bezwang. Mit einem Trimaran, der statt eines Segels einen starren Flügel (den größten je her hergestellten) verwendete. Das Oracle-Boot segelte mit 20 Knoten (37 km/h) doppelt so schnell wie bei vorhergehenden Cups. Drei Jahre später wurde es noch ver verrückter: Sowohl Team USA als auch Team Neuseeland segelten mit Katamaranen mit unter Wasser angebrachten „Flügeln“ (Hydrofoils), die das Boot von der Wasser Wasseroberfläche abheben ließen und den Speed auf über 40 Knoten verdoppelten. Es war der Vorbote dessen, was im Grunde genommen eine neue Sportart ist. „Das ist, als nähme man bei einem Auto den 300-PS-Motor raus und ersetzte ihn durch einen mit 3000 PS“, erklärte es diedie
50
KNOTEN
50 45 40 35 30 25 20 15 10 34
44 32
EINE PLÖTZLICHE & DRAMATISCHE BESCHLEUNIGUNG
11 2007 2009 2011 2013 2015 2017
Von 1851 bis 2007 nahm der Speed beim America’s Cup nur unwesentlich zu. Seither stieg diese Kurve jedoch extrem steil an.
„Man stelle sich vor, man steht auf dem Dach eines Autos, das mit 90 Stundenkilometern auf der Autobahn fährt. Das ist die Situation, in der sich diese Jungs befinden, und dann müssen sie in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung treffen, die das Rennen entscheiden könnte – wenden, halsen oder geradeaus segeln?“ Ian „Fresh“ Burns, Performance-Manager, Team Oracle USA
SCHNELLERE BOOTE, KÜRZERE STRECKEN
1851 segelte die „America“ auf einer Strecke von gut 53 Seemeilen gegen 15 andere Boote um die Insel Wight vor der südenglischen Küste. Sie gewann mit acht Minuten Vorsprung, ungefähr ein Drittel der Zeit, die die ganze Regatta 2017 dauern wird. Die Strecke bei Bermuda wird zehn bis zwölf Meilen lang sein und in 20 bis 22 Minuten umsegelt werden.
KAUM NOCH DER GLEICHE SPORT
Die „America“, erster Sieger des America’s Cup, war eine 31 Meter lange Schoneryacht mit grünem Holzrumpf und einer Segelfläche vor dem Wind von knapp 500 Quadrat metern. Die AC50 ist 15 Meter lang, hat einen Doppelrumpf aus Karbon faser und ein starres Flügelsegel mit einer Fläche von 100 Quadrat metern.
ses Jahr Oracle-Performance-Direktor Ian „Fresh“ Burns einem Reporter. Regattasegeln in eine Art Formel 1 auf dem Wasser zu verwandeln war genau, was Ellison im Sinn hatte, und in der Vorbereitung der diesjährigen Titelverteidigung forderte er Organisatoren und Ingenieure auf, noch einmal ans Limit zu gehen, zugleich aber auch die Kosten zu reduzieren, um mehr Wettbewerber anzuziehen. Die neuesten Hydrofoil-Katamarane, die AC50, sind mit einem Topspeed von über 50 Knoten (93 km/h) die schnellsten Segelboote, die es je gab, und dabei nur drei Fünftel so lang wie ihre Vorgänger AC72 vor vier Jahren. Zudem kostete die Entwicklung der AC50 nur die Hälfte. Das führte dazu, dass diesmal fünf Teams dar darum kämpfen werden, Ellison und seinem vorlauten australischen Skipper Jimmy Spithill den Cup abzujagen. Spithill wird das jüngste Team anführen, das je den America’s Cup gesegelt ist, und eines, das Ironman-Triathleten in Sachen Kondition in nichts nachsteht. Dazu kommt eine Gruppe Ingenieure und Bootsbauer, die mit Unternehmen wie Airbus und BMW zusammenarbeiten, um die neuen Mehrrümpfer zu justieren. Spithill kann es selbst kaum glauben, wie weit dieser Sport es gebracht hat. „Was ich mich frage, ist: Was kommt als Nächstes?“ 36
1851– 2007: EINRUMPF-YACHTEN
2013: DER AC72 KATAMARAN
20 bis 28 Meter über der Wasser linie, Topspeed: 11 Knoten (20 km/h)
26 Meter lang, 5900 kg, Topspeed: 44 Knoten (81,5 km/h)
DIE KLEINSTEN & SCHNELLSTEN BOOTE DES AMERICA’S CUP Mit 61 Metern war die „Reliance“, das größte America’sCupSiegerboot (1903), viermal so lang wie die AC50s, die 2017 antreten.
2010: DER USA-17 TRIMARAN
2017: DER AC50 KATAMARAN
26 Meter lang, 3500 kg, Topspeed: 32 Knoten (59 km/h)
15 Meter lang, 2300 kg, Topspeed: 50 Knoten (93 km/h) THE RED BULLETIN
DAS SOLL EIN SEGEL SEIN? Das Hauptsegel der AC50 ist eigent lich ein starrer Flügel und kein Segel. Aber statt wie bei einem Flug zeug Auftrieb zu erzeugen, verleiht es dem Boot einen Vorwärtsschub im Wasser. An der Entwicklung des Flügelsegels, das aus einem Karbon fasergerüst besteht, ummantelt mit einer Kunststo≠folie der Firma Clysar, war auch Airbus beteiligt.
WIND OF CHANGE Boote mit Hydrofoils sind so schnell und e∞zient, dass sie ihren eigenen Wind, sogenannten „Scheinwind“, generieren, wodurch sie Geschwin digkeiten von bis zu 25 Knoten (46 km/h) bei nur 6 Knoten (11 km/h) Windstärke erreichen können.
das BOOT: AC50
VON EINRUMPF-SCHLACHTSCHIFFEN ZU FLIEGENDEN KATAMARANEN Seit dem ersten America’s Cup 1851 – und für den größten Teil der Geschichte dieser Veranstaltung – waren nur geringe Geschwindigkeitsgewinne möglich. Aber seit der Einführung von Hydrofoils 2013 fliegen die Boote buchstäblich über das Wasser. Foils sind leichte, hydrodynamische Flügel, die den Bootsrumpf aus dem Wasser heben, wenn gewisse Windgeschwindigkeiten er reicht werden – beim AC50 reichen schon sechs Knoten (11 km/h). Dadurch wird der Widerstand erheblich verringert, weil nur kleine Teile des Foils (und nicht der ganze Rumpf) das Wasser berühren, was erklärt, wie die Boote praktisch über Nacht exponentiell schneller wurden. Die AC50s haben sogar die 50 Knoten (93 km/h) schon überschritten. „Es ist wie Formel 1 auf dem Was ser“, sagt der Skipper von Oracle Team USA, Jimmy Spit hill. Der Vergleich ist gar nicht so abwegig. Wie F1Wagen sind die AC50s speziell angefertigte, hochentwickelte Maschinen, mit Materialien wie Kohlefaser und Titan ge baut und mithilfe von Supercomputern entworfen, die strömungsdynamische Berechnungen durchführen.
BIG DATA Die dem Oracle Team USA zur Ver fügung stehende Computerleistung ist 100mal so hoch wie noch vor drei Jahren. Ungefähr 100 kleinste Sensoren am Boot nehmen über 600 Kanäle Daten auf und senden sie in Echtzeit an ein Büro, in dem Ingenieure sie analysieren und bei Bedarf täglich Änderungen vor nehmen können.
DAS STEUERRAD Mit über 100 km/h Topspeed bläst der Wind dem Segler ins Gesicht. Daher sind die Steuerelemente so einfach wie möglich. Skipper Jimmy Spithill hat ein zum Teil von BMW entwickeltes Steuer in der Hand mit Tasten zum Heben und Senken sowie Drehgriffen zum Justieren der Neigung der Foils.
HYDRAULIK
HYDROFOILS Jedes Team darf zwei Sets Steck schwertHydrofoils entwerfen, eines für schwache und eines für starke Winde. Man kann sie mit Reifen bei Autorennen vergleichen, die ja auch je nach Streckenbedingungen ge wechselt werden können.
THE RED BULLETIN
Die Hydrauliksysteme des Bootes wurden in Zusammenarbeit mit Airbus und dem Raumfahrtunter nehmen Parker Hannifin entwickelt. Ingenieure beider Unternehmen sind seit zwei Jahren mit dem Oracle Team USA in Bermuda vor Ort. Air bus arbeitet hauptsächlich an den Kontrollsystemen, während Parker sich der Hardware widmet.
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Jeder an Bord trägt Helm und Prall schutzweste. Eine Sauersto≠flasche und ein Spezialgurt sollen nach einer Kenterung das Über leben sichern.
DIE GRINDER
Sie sind die Muskelmänner an Bord. Ihr Job ist der anstrengendste der ganzen Crew, und dafür werden die besten und stärksten Sportler eingesetzt. Idealer weise sind sie groß, weil größere Menschen längere „Hebel“ haben und dadurch mehr Leistung generieren können. Dennoch gibt es keine Vorgaben, wie die Leis tung erzeugt werden muss. Das Team Neuseeland hat sich zum Beispiel dafür entschieden, Pedale anstelle von Handkurbeln zu verwenden, und hat zu diesem Zweck Profi-Bahnradfahrer angeheuert.
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DER SKIPPER
Das ist der Chef an Bord. Er sucht die Mitglieder seiner Besatzung aus und macht klar, wo es langgeht. Während der Regatta steuert er das Boot und holt in exakter Zusammen arbeit mit dem Flügel-Trimmer das Maximum aus dem Schi≠ heraus.
DER TAKTIKER
Er ist das Auge des Bootes, er be obachtet die Position im Bezug auf die Rennstrecke und den Gegner. Taktiker schauen und denken vor aus, beraten den Skipper bei der Wahl des Kurses. Das ist ein Job, der einerseits sehr viel Segel erfahrung voraussetzt. Anderer seits hilft sich der Taktiker mit Hightech und zieht Echtzeitdaten aus einem Tablet.
DER WING-TRIMMER
Er ist der kleinste Mann auf dem Boot, und seine Aufgabe ist es, mit nichts als einer Leine das Flügelsegel so zum Wind zu drehen, dass es maximalen Vortrieb erzeugt. Dabei geht es um Millimeter und Winkel, die sich mit jeder Bewegung des Bootes verändern können.
die CREW
BEIM AMERICA’S CUP 2013 IN SAN FRANCISCO TRATEN AUF JEDER AC72-YACHT ELF SEGLER AN. 2017 AUF BERMUDA WERDEN NUR NOCH SECHS MANN AN BORD DER AC50-YACHTEN SEIN.
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Kilo darf die sechsköpfige Crew insgesamt maximal wiegen.
Kalorien verbrennt ein Grinder durchschnittlich bei einem 22-minütigen Rennen.
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Prozent Körperfett haben die Crewmitglieder im Durchschnitt. 40
THE RED BULLETIN
Jimmy Spithill, Skipper des Oracle Team USA, beim Ergo-Training. Diese Segler sind Hochleistungssportler.
die FITNESS
GEMÜTLICHE TYPEN IM BLAZER SIND OUT. AC50-SEGLER SIND HOCHLEISTUNGSSPORTLER.
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Bio-Eier aus Pennsylvania wurden von der Oracle-Team-USA-Crew in einer einzigen Woche verbraucht.
Kilo schaffen die OracleCrewmitglieder im Durchschnitt beim Bankdrücken.
THE RED BULLETIN
PETER HURLEY
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Vor 2013 war der America’s Cup ein ganz anderer Sport. „Es war körperlich nicht besonders anspruchsvoll“, sagt Craig McFarlane, Trainer von Oracle Team USA. Grinder gab es schon immer, sie arbeiteten zwar kurzfristig sehr hart, konnten sich aber danach ausruhen. Diesmal werden die Grinder der Oracle-Crew während des ganzen 22-minütigen Rennens auf 91 bis 93 Prozent ihres Maximalpulses arbeiten. „Was Eliteradfahrer mit ihren Beinen tun müssen, leisten unsere Jungs mit den Armen“, sagt McFarlane. Über an den Griffen angebrachte Sensoren er erfahren der Trainer und sein Team, welche Leistung jeder der Grinder bei welcher Umdrehungszahl der Kurbeltrommeln erbringt, wer am härtesten arbeitet und wer sich wie schnell erholt. McFarlane tüftelt am idealen Mix. Nach jetzigem Wissensstand liegt die „optimale Taktgeschwindigkeit“ seiner Meinung nach bei 85 bis 90 Umdrehungen pro Minute. „Aber wir sind mit der Feinjustierung noch nicht fertig“, sagt er. Faktoren: nicht zu hoch rauf mit dem Puls; Milchsäureaufbau im Blick behalten. McFarlane trainiert die Crew fünfmal die Woche, mit der Option auf eine sechste Trainingseinheit am Samstag (die die meisten nutzen). Dreimal pro Woche liegt der Schwerpunkt auf Kraft. Einen Tag lang steht Ausdauertraining ohne Gewichte im Pool auf dem Programm, und an einem weiteren Tag wird intensiv im Wasser gearbeitet: weit aufs Meer rausschwimmen und eine Kombination aus Unterwasser-Gewichtübungen und Unterwasserrennen absolvieren. Unmittelbar danach wechseln die Segler zu Übungen an Land – meistens Treppensteigen oder Bergauflaufen. „Dieses Übergangstraining verlangt einem viel ab, macht einen aber als Sportler sehr belastbar“, sagt McFarlane. Sogar die Land-Crew (quasi das Bodenpersonal) von Oracle Team USA trainiert jeden Tag morgens um 6.30 Uhr. „Wenn sie übergewichtig oder nicht gesund sind, können sie auch ihre Arbeit nicht machen“, sagt Ernährungsberater Scott Tindal. Auch die Fitness der Land-Crew, meint er, „wird bei dieser Kampagne eine große Rolle spielen“. Über einen Zeitraum von sechs Monaten haben die acht Jungs insgesamt mehr als 40 Kilo Fett verloren. Und ein paar Mal in der Woche boxen alle auch noch mit Box-Coach Brent „Honey Badger“ Humphreys. 41
die NÄCHSTE GENERATION
BEREITS ACHT SEGLER AUS DEM RED BULL-NACHWUCHSPROGRAMM HABEN ES BIS IN DEN AMERICA’S CUP GESCHAFFT. Die zweifachen österreichischen Olympiasieger (2000 und 2004) in der Tornado-Klasse, Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher, entwickelten 2013 das größte Talent-Suchprogramm der Segelwelt und führen dieses seither als Sportdirektoren an. „Wir versuchen den JungSeglern den Geist zu ö≠nen, indem wir unsere Erfahrung mit ihnen teilen. Und hoffentlich führt sie all das in die richtige Richtung für ihre Zukunft“, erklärt Hans-Peter Steinacher. Am Anfang steht die 2015 initiierte Red Bull Foiling Generation. Sie ist eine internationale Regattaserie für alle Nachwuchssegler im Alter von 16 bis 20 Jahren. Gesegelt wird in Zweierteams auf rund 5,5 Meter langen, bis zu 35 Knoten (65 km/h) schnellen FlyingPhantom-Katamaranen. Den nächsten Schritt auf der Karriereleiter stellt dann der Youth America’s Cup dar. Bis zu 16 nationale Jugendteams im Alter zwischen 19 und 25 Jahren kämpfen auf AC45-Foiling-Katamaranen in einer Qualifikationsserie auf den Bermudas (12. bis 16. Juni) um den Einzug in das Finale der besten acht (20./21. Juni) – ausgetragen auf originaler America’sCup-Rennstrecke. „Wir wollen durch alle Serien die weltbesten Segler ihrer Altersgruppen finden“, erklärt Skipper Roman Hagara. Der Erfolg gibt ihm recht: Vom ersten Youth America’s Cup 2013 haben es bereits acht Segler in den America’s Cup geschafft – u. a. Sieger Peter Burling, 2017 Skipper bei Emirates Team Neuseeland, oder Cooper Dressler (beide 26 Jahre alt) als Grinder bei Oracle Team USA. Wichtige Segel-Erfahrungen sammeln Jungprofis nach dem Youth America’s Cup auch in der Extreme Sailing Series, am Boot von Hagara/Steinacher. foilinggeneration.redbull.com
der SKIPPER
JIMMY SPITHILL GREIFT NACH SEINEM DRITTEN SIEG BEIM AMERICA’S CUP.
DIE KLEINSTEN CREWS DER GESCHICHTE Die „Reliance“, das größte Boot, das den America’s Cup gewann (1903), hatte 72 Mann Besatzung. 2017 ist die Crew nur noch sechs Mann stark.
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1992-2007
11
2013 2017 42
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Der Skipper von Oracle Team USA ist buchstäblich auf dem Wasser aufgewachsen. Seine Heimatstadt im ostaustralischen Pittwater war nicht mal mit dem Auto er erreichbar, daher musste er, wann immer er nach Sydney wollte – oder eigentlich egal, wohin – mit dem Boot fahren. Mit zwanzig debütierte Spithill als jüngster Steuer Steuermann in den Annalen des America’s Cup – und hörte seitdem nicht mehr auf, Geschichte zu schreiben. Als Team USA 2010 die Schweizer und Alinghi in Valencia bezwang, war er mit dreißig der jüngste Steuermann, der jemals den Cup gewann. Dann verteidigte er drei Jahre später den Titel erfolgreich mit der dramatischsten Aufholjagd in der Geschichte dieses THE RED BULLETIN
DIE JÜNGSTEN CREWS, DIE ES JE GAB
31 Jahre, 5 Monate ist das Durchschnitts alter von Oracle Team USA. Segeln war einst ein Sport für Gentlemen, die Crews bestanden vorwiegend aus Männern mittleren Alters mit jahrelanger Erfah rung. Jetzt stellen fast nur noch super fitte und, von den Skippern abgesehen, junge Männer die America’sCupBesat zungen. Oracles Jüngster, der Grinder Louis Sinclair, ist gerade mal 25.
AMORY ROSS/RED BULL CONTENT POOL
Seit seinem Debüt beim America’s Cup mit 20 war Skipper Jimmy Spithill bei den revolutionären Änderungen in der Segelwelt immer an vorderster Front.
Sports. 2017 wird Spithill versuchen, als erster Skipper den America’s Cup dreimal hintereinander zu gewinnen. the red bulletin: Worin wird sich das Rennen dieses Jahres von dem in San Francisco 2013 unterscheiden? jimmy spithill: Der größte Unterschied ist, dass es sechs wettbewerbsfähige Teams gibt. Beim letzten Mal waren es praktisch nur zwei – Team Neuseeland und wir. Alle haben Talent, Ressourcen und Technologie. Da gibt’s keine Ausreden, und das sehen wir auch draußen auf dem Wasser. Jedes Team gewann Rennen bei der World Series (den Vorausscheidungen; Anm.). Ihr redet immer davon, den Sport für alle zugänglich zu machen. Mit dem Fernsehen heutzutage, den Online-Grafiken und den Mitteln, die die Kommentatoren zur Verfügung haben, ist es einfacher geworden, allem zu folgen. Sogar meine Großmutter versteht es. Sie ist keine Seglerin. Und jetzt haben wir diese enorm leistungsstarken Boote mit Weltklasse-Athleten. Wir haben nicht die Elite-Mentalität dieser reichen, über überTHE RED BULLETIN
gewichtigen Jungs im Blazer aus dem Yachtclub. In der Vergangenheit konnte man außerdem nicht viel falsch machen. Jetzt sind die Risiken real. Andrew Simpson vom Team Artemis starb beim Training während des letzten America’s Cup. Was hat sich bei der Sicherheit verändert? Wenn du an Bord gehst, bist du dir der Gefahren bewusst. Man kann sie nie ganz ausschließen, aber insgesamt – von der Entwicklung über die Sicherheitsausrüstung, die wir tragen, und das Training bis hin zur Kommunikation am Wasser, wenn
„Die Jüngeren wollen es einfach wissen, sie sind hungrig. Die haben dieses Feuer, und das greift auf dich über. Das motiviert dich, weil sie dich abhängen wollen, und du möchtest mithalten.“
jemand in Schwierigkeiten gerät – haben wir große Fortschritte gemacht. Das Coole ist, dass viele dieser Erfahrungen alle Ebenen des Sports durchdringen werden. Zum Beispiel tragen wir jetzt Schutzhelme. Und man sieht jetzt, dass die kleinen Kinder auf Segelbooten Helme tragen. Ihr habt auch Sauerstoffflaschen an euren Westen, stimmt’s? Wir haben Notsauerstoff dabei. Die größte Angst ist wirklich, dass man unterm Boot hängen bleibt, wenn es kentert. Wir sind alle schon bei maximaler Pulsfrequenz, und in dieser Situation ist es praktisch unmöglich, die Luft anzuhalten. Wir machen eine Menge Sicherheitsübungen und haben auch an Freitauchkursen mit den Besten der Welt teilgenommen. Was ist für dich als Skipper der größte Unterschied auf diesen Booten? Ich glaube, es ist die Voraussicht, die man braucht, ein solches Boot zu segeln. Wenn man überreagiert, kann es sehr schnell schiefgehen. Man ist nie perfekt. Man ver versucht einfach, der Situation gerecht zu werden und immer vorauszudenken. Die Crews haben sich auch geändert. Sie sind jünger. Das Alter unserer Segler hat sich infolge der physischen Belastungen im Schnitt um zehn Jahre gesenkt. Die Jüngeren wollen es einfach wissen, sie sind hungrig. Die haben dieses Feuer, und das greift auf dich über. Das motiviert dich, weil sie dich abhängen wollen, und du möchtest mithalten. Das ist das jüngste Team, das ich jemals hatte, und das ist ein wirklich positiver Schritt nach vorn. Ist es für dich besser, einen jungen Spitzensportler dabeizuhaben oder jemand mit 18 Jahren Segelerfahrung? Das Beste ist, beides zu haben. Meiner Erfahrung nach kommt es auf die Person an. Wir haben Ky Hurst, der viermal die australische Ironman-Meisterschaft gewonnen hat. Als er kam, hat er die Messlatte, was physische Grenzen angeht und was man beim Grinden erreichen kann, sehr hoch gelegt. Für uns war es ein Vor Vorteil, diese Herangehensweise – Ernährung und Training – von einem zu sehen, der nicht aus unserem Sport kam. Wie hat sich das Segeln verändert? 2010 hatten wir noch nicht mal Foils. Das war ein gewaltiger Schritt. Diese Boote foilen schon bei Windgeschwindigkeiten von sechs Seemeilen pro Stunde, aber nicht nur das – bei schwächeren Windbedingungen erreichen sie fast die dreifache Windgeschwindigkeit, was einen wirklich umhaut. Wie kann man schneller sein als der Wind, von dreimal so schnell ganz zu schweigen? oracle-team-usa.americascup.com Live auf ServusTV und redbull.tv 43
Wild und schĂśn Model und Big-Wave-Surferin Imogen Caldwell zeigt uns das kleine Paradies, in dem sich Mutter Natur ganz besondere MĂźhe gegeben hat.
Text: Robert Tighe Fotos: Jean Pierrot
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„Ich bin daran gewöhnt, draußen zu sein, in freier Natur, nicht in einer Großstadt.“
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Zum Red Bluff führt nur ein Kiesweg, so holprig und staubig, dass du ihn nur in bester Verfassung oder per SUV an gehen solltest. Der Surfspot Red Bluff an der Westküste Westaustraliens ist zwölf Autostunden von der nächsten größeren Stadt entfernt, Perth. Und von der nächsten ernsthafteren menschlichen Siedlung 130 Kilometer. Das Feriencamp bei Red Bluff wird von Imogen Caldwells Eltern geführt. Als Imogen ein Kind war, lebten hier nur zwei Familien mit insgesamt 13 Kindern, und ihr Spielplatz war die Natur. „Mum schickte uns morgens raus und sagte: Seid bei Sonnenuntergang wieder da!“, sagt Caldwell. „Wir ver verbrachten unsere Tage mit Angeln, Tauchen und Surfen. Wir waren acht Mädchen, und alle acht surften. Wenn andere Surfer kamen, wunderten sie sich über diesen Haufen wilder Girls, denen keine Welle zu groß war.“ Vor drei Jahren war einer dieser Urlauber Nathan Webster, ehemaliger Surfprofi und Australien-Chef der Modemarke RVCA. „Wir fuhren in die Wüste. Da sah ich diese kleine Fata Morgana auf einem Felsen sitzen“, sagt Webster über die erste Begegnung mit Imogen Caldwell. „Dann sah ich sie surfen und einige Bilder von ihr. Ich wusste, es wird eine große Story. Sie ist ein unglaubliches Mädchen.“ Seitdem reist dieses Mädchen als Markenbotschafterin und Model für RVCA durch die Welt. Dieses Jahr will sie den nächsten Schritt setzen: Sie will ihre Surf-Skills in den größten Wellen der Welt unter Beweis stellen.
Caldwell ist kein Fan von Fitnessstudios. „Motocross hält mich fit“, sagt sie. the red bulletin: Bist du modelnde Surferin oder surfendes Model? imogen caldwell: Definitiv bin ich zuallererst Surferin. Würdest du mich näher kennenlernen, du hieltest mich niemals für ein Model. Ich bin ja auch gar nicht der Typ dafür. Leute, die mich kennen, können sich nicht vor vorstellen, dass ich überhaupt ruhig sitzen kann, bis mein Make-up fertig ist. Die Modebranche ist ganz anders als die Welt, in der du aufgewachsen bist. Wie kommst du mit dem Tempo und dem Glamour zurecht? Manchmal muss ich mich durchbeißen. Ich habe nicht gerne allzu viele Leute um mich. Ich bin daran gewöhnt, draußen zu sein, in freier Natur, nicht in einer Großstadt. Am glücklichsten bin ich in der Wildnis. Wann hast du erstmals begriffen, dass deine Kindheit ganz anders war als die der meisten Menschen?
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THE RED BULLETIN
Caldwell stammt aus dem abgelegenen Surf-Resort Red Bluff in Westaustralien. Ihre Kindheit bestand aus Angeln, Surfen und Tauchen.
„Leute, die mich kennen, kĂśnnen sich nicht vorstellen, dass ich ruhig sitzen kann, bis mein Make-up fertig ist.“
Das wusste ich immer schon. Wir hingen ja mit Kindern ab, die in den Schulferien zum Bluff kamen – die gaben uns schon zu verstehen, wie seltsam unser Leben für sie war. Nimm allein die Schule: Wir wurden zu Hause unterrichtet, aber wenn man gut fischen oder surfen konnte, wurde das Lernen zur Nebensache.
„Ich ließ jede Menge Haut am Riff, zerbrach viele Bretter und wäre mehrmals beinah ertrunken.“
The Bluff ist nicht gerade ein idealer Ort, um surfen zu lernen … Wenn die Swells kommen, können die Wellen im Winter ziemlich groß werden. Aber ich habe mich schon früh an sie gewöhnt. Mein Vater stellte mich mit zehn oder elf auf ein Surf Surf brett. Ich lernte deswegen so schnell, weil es ja sonst nichts zu tun gab. Entweder ich würde gut werden oder mich zu Tode langweilen. Ich ver ver brachte so eigentlich den ganzen Tag im Wasser. Am Bluff bekommen Surfer regelmäßig Besuch von Haien und Walen. Schon mal welchen begegnet? Erst gestern sah ich beim Surfen einen Hai. Was aber in Westaustralien nicht ungewöhnlich ist. Und so leicht bringt mich nichts durcheinander. Ich ließ jede Menge Haut am Riff, zerbrach unzählige Bretter und wäre mehrmals beinahe ertrunken. Aber ich bin glimpflich davongekommen, wenn man all die verrückten Dinge bedenkt, die ich mache. Wie trainierst du Big-Wave-Surfen? Ich versuche täglich zu surfen und tauche viel – das ist auch das beste Atemtraining. Fit halte ich mich durch Motocross. Ich war nie ein Fitness studioJunkie, habe nie Pilates oder Yoga gemacht. Gibt’s beim Yoga nicht diesen Sonnengruß? Das ist die einzige Übung, die ich kenne. Woran arbeitest du aktuell? Ich lerne für meine Pilotenlizenz. Und entwerfe eine Modekollektion, die hoffentlich noch dieses Jahr raus
THE RED BULLETIN
In diesem Jahr will Caldwell Westaustraliens größte Brandungswellen surfen. kommt. Mode interessiert mich schon, seit ich klein bin. Endlich ist es mit einer Kollektion so weit! Endlich? Du bist erst zwanzig … Ich weiß. Aber ich mag, wenn es schnell zugeht. Mein größtes Projekt in diesem Jahr ziehe ich mit meinem Verlobten Courtney Brown und sei nem Bruder Kerby durch. Wir surfen einige der größten Brandungswellen der westaustralischen Küste. Ich freue mich total darauf. Und hoffentlich geh ich nicht drauf dabei. Ich bin auf auf geregt, gleichzeitig habe ich Angst. instagram.com/imogencaldwell 51
Charlie Hunnam 53
Wir kennen ihn als Testosteron-Helden aus Serien wie „Sons of Anarchy“. Als „King Arthur“ strahlt Charlie Hunnam eine ähnliche Aura von raubeiniger Männlichkeit aus. Bei näherem Hinsehen wirkt der 37-jährige Brite zerbrechlich und introvertiert, ist mehr Gelehrter als Krieger. Das ist kein Zufall: Es gibt wohl kaum einen Actionstar, der so tief in seiner Seele gewühlt hat. TEXT: RÜDIGER STURM FOTOS: MARC HOM / TRUNK ARCHIVE
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Charlie Hunnam als Arthur: Als er das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht, ist das Leben, wie er es kannte, vorbei.
„BESIEGE ZUERST DIE INNEREN DÄMONEN, DANN ENTWICKELST DU ST STÄRKE.“
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tief in meinem Innersten gewühlt, um die Faktoren rauszufinden, die gut und hilfreich für mich sind, und die Altlasten, die auf Enttäuschungen oder Traumata meiner Kindheit zurückgehen. Tun Sie das allein, oder haben Sie einen persönlichen Zauberer Merlin, der Ihnen dabei hilft? Zum Glück hatte ich mehrere Mentoren, einer davon war Guy Ritchie, der Regisseur von „King Arthur“. Er hat mir ein Buch des Schriftstellers Napoleon Hill empfohlen – „Outwitting the Devil: The Secret to Freedom and Success“. Das ist im Grunde ein 300-seitiges Zwiegespräch des Autors mit dem Teufel. Wie sich dabei herausstellt, verkörpert der Teufel nur unser inneres Ringen mit uns selbst. Du lernst dabei, deine Ängste in verdauliche Portionen aufzuteilen, dann kannst du sie verstehen und bezwingen. Das ist zwar keine witzige Art, einen Sonntagnachmittag zu verbringen, wenn du doch Reality-TV oder deinen Lieblingsfilm schauen könntest, aber auf lange Sicht ist das ungeheuer wertvoll. An welchen Traumata haben Sie gelitten? Als Junge wurde ich von anderen Jungs ziemlich schikaniert. Ich geriet häufig in Schlägereien, einige verlor ich, und ein paar Mal wurde ich übel verprügelt. Sie fürchten sich also vor Gewalt? Es ist schon ein bisschen komplizierter: Wenn dir das passiert, dann denkst du dir: „Ich tue alles, was in meiner Macht steht, damit ich so etwas nie wieder erlebe.“ Also lernst du zu kämpfen. Klingt nach einer nachvollziehbaren Reaktion. Ich mache auch heute noch Kampfsporttraining, weil ich will, dass mir so etwas nie wieder passiert. Das hat auch meine ganze Einstellung gegenüber anderen geprägt. Ich wollte, dass die Leute kapieren: „Wenn du dich mit mir anlegst, wirst du das bereuen.“ Aber dann dämmerte mir: In Wirklichkeit war ich ein Sklave meiner eigenen Ängste. In vielfacher Hinsicht habe ich meinem Vater nachgeeifert. … laut Wikipedia ein „Gangster und Schrotthändler“ … Er war ein ziemlich respekteinflößender Typ. Ich versuchte so zu sein wie er, ganz besonders in meiner Filmarbeit. Viele Menschen, die in ihrer Jugend Opfer von THE RED BULLETIN
WARNER BROS.
he red bulletin: Was braucht es, um König zu werden? charlie hunnam: Was Arthur angeht, der kommt aus dem Nichts und sieht sich plötzlich mit einem Schicksal konfrontiert, das er für sich nie so geplant hatte. Daher hat er Riesenangst vor dieser Verantwortung, denn keine äußere Her Herausforderung, die du im Leben gemeistert hast, bereitet dich auf so etwas vor. Welche Herausforderung ist es dann? Du musst erst deine inneren Dämonen besiegen, um die nötige Stärke zu entwickeln. Als ich diese Rolle spielte, musste ich viel an Conor McGregor denken, den amtierenden Leichtgewichts-Champion im Ultimate Fighting. Er sagt immer: „Es gibt keinen Gegner. Im Oktagon (dem achteckigen Kampf‚ring‘; Anm.) kämpfe ich gegen mich selbst. Über Sieg oder Niederlage entscheiden nur ich, meine Ängste und meine Fähigkeiten.“ Sie sind zwar weder König noch Fighter, aber kämpfen Sie auch gegen innere Dämonen? Klar. Mit Mitte dreißig kapierst du, dass du ein Produkt der Einflüsse bist, denen du als Kind ausgesetzt warst. In den letzten vier, fünf Jahren habe ich also
„DIE LEUTE SOLLTEN KAPIEREN: WENN DU DICH MIT MIR ANLEGST, WIRST DU ES BEREUEN.“
Charlie Hunnams Credo: Lerne kämpfen, um nicht kämpfen zu müssen.
Gewalt wurden, entwickeln sich dann selbst zu Schlägertypen und setzen diesen unseligen Zyklus fort. Auch ich habe häufig harte Typen gespielt. Und hatte dabei das Gefühl, meine Ängste auszutreiben, indem ich auf der Leinwand zum Über Über macho wurde. Das übertrug sich dann aber auf mein Selbstbild im realen Leben. Ich wurde zwar kein Schläger, doch ich wollte den Respekt anderer Männer, egal in welchem Umfeld. Heute ist mir klar, was für ein völliger Quatsch das war. Denn ich weiß jetzt, wer ich wirklich bin. Welche Technik eignet sich für eine solche Selbstfindung? Du musst dir erst einmal die ganzen sozialen und wirtschaftlichen Zwänge bewusst machen, die auf dir lasten. Denn die verhindern sehr oft, dass du deine innere Essenz, deine wichtigsten Pläne wahr machst. Denk zurück an deine Kind heit: „Was war damals mein Lebensplan? Meine Hoffnungen und Träume?“ Aber sind solche Ziele nicht kindisch? Fuck it. Du hast das Recht, das anzu streben, was du in deinem Leben willst. Leider verlieren viele Leute den Mut, oder sie verstricken sich in die Erwartungen anderer und vergessen, was sie wirklich wollen. Ich bin ein großer Fan von Joseph Campbell, dem legendären amerikani schen Mythenforscher. Er hat sein ganzes Leben darauf verwendet, die Bedeutung unserer Existenz und Reise durchs Dasein zu verstehen. Kurz vor seinem Tod gab er eine Reihe wunderbarer Fernsehinter Fernsehinter views, in denen er sich alles noch mal von der Seele redete. Sein Motto war: „Folge deinem Glück.“ Er sagte: Du kannst eines für dich tun, so schwer es auch sein mag. Und das ist: Reserviere dir eine Stunde THE RED BULLETIN
pro Tag, wo du nichts von dem tust, was du machen müsstest. Vergiss deine Rech nungen, deine Arbeit, deine Kinder. Ver Ver bringe diese Zeit in deinem eigenen Geist und versuche, dir deinen inneren Plan bewusst zu machen und ihn zu entfalten. Du kannst Gedichte schreiben, spazieren gehen oder Musik hören, Hauptsache, du machst etwas für dich. Am Anfang passiert in dieser Stunde vielleicht nichts Besonderes. Aber wenn du am Ball bleibst, dann wird sich nach einiger Zeit dein wahres Selbst zeigen. Okay, sagen wir: Sie haben Ihr wahres Selbst gefunden. Was passiert dann? In meiner Jugend habe ich den amerika nischen Philosophen und Dichter Henry David Thoreau verschlungen. Der schrieb: „Bewegt man sich zuversichtlich in die Richtung seiner Träume und strebt da nach, das Leben zu führen, das man sich vorstellt, erlebt man Erfolge, die man nicht erwartet hat.“ Was heißt das genau? Stürze dich mit vollem Einsatz in Aktivi täten, die dir am Herzen liegen, dann wird das Universum alles tun, um dir zu helfen. Ihr Wort in Gottes Ohr. Mein Leben ist das beste Beispiel dafür. Ich habe meine Ausbildung komplett ver ver siebt, weil ich von dem Gedanken besessen war, Filme zu machen. Ursprünglich woll te ich Autor und Regisseur werden, dann verlegte ich mich auf die Schauspielerei. Ich ging mit beschissenen Noten und Zukunftsaussichten von der Schule ab und schrieb mich für ein Filmseminar ein. Und ich hängte mich so rein wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich schrieb Briefe an Schauspieleragenten im ganzen Land und startete eine regelrechte Kampagne,
damit die Dinge eine Eigendynamik be kamen. Ein Jahr lang konzentrierte ich mich nur auf das Ziel, eine Zukunft, wie ich sie mir vorstellte, zu realisieren. Und am Heiligen Abend passierte es. Am Heiligen Abend – im Ernst? Ja. Ich hatte mit meinen Weihnachts einkäufen wie immer bis zum Nachmittag vor Heiligabend gewartet. An diesem Tag war ich um elf im Pub, gegen zwei war ich dann so richtig locker drauf und dachte: „Okay, Zeit für Geschenke.“ Ich wollte Turnschuhe für meinen Bruder kaufen, und im Geschäft tanzte und alberte ich mit einem Kumpel von mir rum. Ich sah, wie mich eine Frau anschaute, und hab ihr eine Kusshand zugeworfen. Sie kam rüber, und es stellte sich heraus: Sie war die Herstellungsleiterin bei „Byker Grove“, der einzigen TV TVSerie, die in meiner Heimatstadt Newcastle gedreht wurde. Sie fragte mich: „Du bist toll, hast du schon einmal dran gedacht, Schauspieler zu werden?“ Ich zog dann so richtig meine Masche ab, nach dem Motto „Ich hatte nie was anderes vor“. Und sie besetzte mich für drei Folgen. Nachdem ich ein ziemlich schlauer Siebzehnjähriger war, ging ich dann zu einer Agentur, von der ich mich vertreten lassen wollte. Ich sagte: „Ich hab euch einen Haufen Briefe geschrieben, aber ihr habt nie geant wortet. Also habe ich mir selbst einen Job besorgt. Eigentlich habt ihr kein Recht auf die Kommission, aber ihr könnt sie dennoch haben, wenn ihr meine Agenten werdet.“ Das wurden sie auch, und sie schickten mich auf Vorsprechtermine. Gleich beim ersten bekam ich eine wich tige Rolle in einer TV TVSerie … Und Sie erlebten Erfolge, wie Sie sie nicht erwartet hatten? Genau. Es war fast so, als würde Arthur das Schwert aus dem Stein ziehen. Dann folgte allerdings eine Zeit andauernder Reinfälle. Aber jetzt reite ich auf der nächsten Erfolgswelle. Zumindest hoffe ich das. Aber was ist dabei Ihr wahres Ziel? Immer näher an meine persönliche Wahr Wahr heit heranzukommen. „King Arthur: Legend of the Sword“: ab 11. Mai im Kino
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„DIE MEISTEN POPSTARS SIND NICHT ECHT“ GORILLAZ
Die erfolgreichste Cartoon-Band der Popgeschichte ist zurück! Anlässlich des ersten Gorillaz-Albums seit sechs Jahren traf sich The Red Bulletin mit Sänger 2D und Schlagzeuger Russel, um über unvermittelt explodierende Bandmitglieder, Kannibalismus, das Erfolgsrezept für gutes Teamwork und ihr neues Erlebnispark-Musikfestival Demon Dayz zu sprechen. Interview: Florian Obkircher 58
THE RED BULLETIN
Gorillaz (v. li.): Russel Hobbs, Stuart „2D“ Pot, Murdoc Niccals und Noodle
Blur-Sänger Damon Albarn schaute mit seinem damaligen WGKollegen, dem Comic-Zeichner Jamie Hewlett, MTV. Erschüttert von der schlechten Qualität der Musikvideos, beschlossen die beiden, Farbe ins öde Popgeschehen zu bringen – und eine Car Cartoon-Band zu starten. Nur drei Jahre später hatte ihre Gruppe Gorillaz über sieben Millionen Stück ihres gleichnamigen Debütalbums verkauft und einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ergattert: als erfolgreichste virtuelle Band der Popgeschichte. Wie das geht? Hauptgrund für den Erfolg der Gorillaz ist Albarns großes Gespür für Melodien und seine Fähigkeit, Genres wie Hip-Hop und Electro zu großen Pop-Hymnen im Stil ihrer Hits à la „Clint Eastwood“ zu verschmelzen. Und dessen Telefonbuch: Jedes Gorillaz-Album glänzt mit einer prominenten Palette an Gastmusikern, die von Rappern wie Snoop Dogg bis hin zu der 77-jährigen Blues-Queen Mavis Staples reicht, die beim neuen, fünften Album „Humanz“ den Gesang beigesteuert hat. Der andere Grund für die große Popularität der Band sind deren Comic-Charaktere, entworfen von Hewlett: der zerstreute Sänger 2D, der von Rapper-Dämonen besessene Schlagzeuger Russel, Bassist Murdoc, das böse Oberhaupt der Band, und die japanische Gitarren-Virtuosin Noodle. Jedes Mitglied hat spezielle Superkräfte und seine eigene, durchgeknallte Hintergrundgeschichte, die mit jeder Gorillaz-Platte ausführlicher wird. So auch diesmal: Bevor sich das Quartett in London traf, um „Humanz“ aufzunehmen, waren die Mitglieder in aller Welt ver verstreut. 2D landete auf einer verlassenen Insel, wo er sich vom vergammelten Fleisch des Wals ernährte, der ihn dorthin ver verschleppt hatte. Russel, aufs Sechzigfache seiner Körpergröße auf aufgebläht, weil er angeblich radioaktiv verseuchten Fisch gegessen hatte, wurde in Nordkorea aufgegriffen und in einem Käfig ausgestellt. Erst als er wegen der strengen Diät wieder auf Normalgröße schrumpfte, kam er frei. Kurz: Es gab viel zu besprechen, als The Red Bulletin 2D und Russel zum Interview traf …
the red bulletin: In knapp 20 Jahren Bandgeschichte habt ihr mit Piraten gekämpft, euch gegenseitig geklont und Yakuza-Bosse in die Flucht geschlagen. Wie bewahrt man bei so viel Action eine erfolgreiche Arbeitsbeziehung? russel: Mit einstweiligen Verfügungen gegen meine Bandkollegen. Nein, Scherz. Aber sich nach intensiven Einsätzen für eine Weile aus dem Weg zu gehen tut jeder Arbeitsbeziehung gut. Wir sind schließlich alle sehr verschieden. Noodle beschäftigt sich mit existentialistischer Philosophie, 2D starrt gerne stundenlang in die Wolken. Ich bin sehr politisch – und Murdoc ist einfach ein übler Typ. 60
Welche speziellen Fähigkeiten eurer Bandkollegen haben sich über die Jahre als besonders hilfreich erwiesen? 2d: Noodle wurde in einer Supersoldatenschule erzogen. Sie wurde im Nahkampf ausgebildet und kann auch mit schweren Waffen umgehen, was im Kampf gegen Piraten und Zombies sehr nützlich ist. Und um Murdoc in den Griff zu kriegen, wenn er zu besoffen ist. russel: Normalerweise nimmt sie ihn in einen Jiu-Jitsu-Schwitzkasten, aber seit Murdoc eine Leidenschaft für Sado-MasoSpielchen entwickelt hat, stellt sie ihn lieber per Betäubungsgewehr ruhig. Russel, mal angenommen, 2D würde während einer Aufnahmesession plötzlich explodieren. Welchen Sänger würdest du als Ersatz anheuern? russel: Halt, halt! Wenn er in die Luft fliegen würde? Dann würde ich den Unfall erst einmal genau untersuchen wollen. Das Studio müsste abgesperrt werden. Niemand käme rein oder raus, bevor das Forensik-Team einträfe. Weil Leute nicht einfach explodieren, weißt du? 2d: Aber wie war das dann mit der auf aufblasbaren Puppe in Murdocs Schrank? russel: Stimmt. Die explodierte tatsächlich einfach, als sich Murdoc eine Zigarette danach anzündete. Aber lass uns mal annehmen, die Forensiker fänden nichts Verdächtiges. Wenn wir 2D ersetzen müssten, dann vermutlich mit Shirley Bassey. Sie singt wie ein Engel. Aber würde sie THE RED BULLETIN
GORILLAZ
ALLES FING 1998 AN EINEM TRÜBEN NACHMITTAG BEIM FERNSEHEN AN.
2D: „Ein Fan warf ihr Höschen auf die Bühne. Ich wusch es und gab es ihr zurück.“
das nicht zur Hauptverdächtigen im Mord an 2D machen? Wie schaut das aus, wenn sich Gorillaz wie Rockstars aufführen? 2d: Da wäre wohl Murdoc der richtige Ansprechpartner. Mir geht das RockstarDing auf die Nerven. Einmal warf ein Fan ihr Höschen auf die Bühne. Es war dreckig, deshalb nahm ich es mit nach Hause und wusch es. Bei unserem nächsten Konzert gab ich den Schlüpfer zurück. Von da an brachte sie regelmäßig ihre Schmutzwäsche zu unseren Shows. Bis es irgendwann zu zeitaufwendig für mich wurde. Hast du trotzdem einen Ratschlag für aufstrebende Rockstars? 2d: Manchmal ist es ja auch cool, prominent zu sein. Zumindest wenn dich nicht gerade wer beim Pissen fotografiert. Ich würde sagen: „Mach’s nicht wegen des Ruhms, sondern weil du die Musik liebst.“ Die beste Zeit meines Lebens hatte ich aber als Rummelplatzwärter. Würde ich sofort gegen meine Rockstar-Karriere tauschen. Aber Murdoc droht mir, mich mit Peitsche und Dreizack zu vermöbeln, wenn ich die Band verlasse. Glaub mir, mit dem Typen ist nicht zu spaßen. Da du vom Leben abseits des Rampen lichts schwärmst, welche Erkenntnis hast du von deiner Zeit auf der ver lassenen Insel mitgenommen? 2d: Dass du im Leben eigentlich sehr wenig brauchst: Feuer und Essen. Eines Tages möchte ich dorthin zurückkehren. Um mir neue Überlebensfähigkeiten anzutrainieren. Und um meinen Flip-Flop zu finden. Einen hab ich dort verloren. Ich glaube, es war Flip. Oder doch Flop? Ich kann die beiden nicht auseinander auseinanderhalten. Es muss hart für die beiden sein, so weit voneinander getrennt zu sein. Auf der Insel hattest du Walfleisch zum Essen. Stell dir vor, du hättest dich kannibalisieren müssen, mit welchem Körperteil hättest du angefangen? 2D: Als Menschenfreund würde ich kein Menschenfleisch essen. Aber du wärst überrascht, wie viele Nährstoffe in deiner Kleidung stecken. Als Beilage zum Walfischspeck machte ich mir oft und gern T-Shirt-Fetzen-Salat. russel: Was für eine kranke Frage! Was ist los mit dir? Du willst wohl, dass ich sage, ich würde gerne an meinem süßen 62
Russel: „Soll ich vielleicht an meinem süßen großen Arsch knabbern?” großen Arsch knabbern, richtig? Aber den Gefallen tue ich dir nicht. Ich kenn euch Journalisten. Du würdest das Zitat sicher aus dem Zusammenhang reißen. Russel, du bist bei deinem letzten Aben teuer auf das 60fache deines Körper volumens gewachsen. Wie ändert sich als Riese deine Sicht auf die Welt? russel: Du lernst schnell, wie unhöflich die Leute sind, wenn’s um dein Gewicht geht. Du wirst ständig beurteilt. Zugegeben, ich war ziemlich groß. Aber schuld daran war meine Schilddrüsenunterfunk Schilddrüsenunterfunktion. Die Leute sehen einen Riesen und
nehmen an, du bist die ganze Nacht wach, heulst in einen Eiscremebecher, während du „All by Myself“ von Céline Dion auf Dauerrotation hörst. Aber glaub mir, das Problem war meine SCHILDDRÜSE! Wäre euer neues Album „Humanz“ ein Film, welcher wäre es? 2d: Hm, nicht einfach. Vielleicht „Brazil“ (Fantasy-Film von Terry Gilliam von 1985; Anm.). An der Oberfläche sehr temporeich und heiter, aber im Kern eine richtig furchteinflößende Zukunftsvision. russel: Ich würde tiefer gehen. Überleg doch mal, Mann! Vielleicht sind wir alle THE RED BULLETIN
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Teil eines Films und wissen es nicht ein mal. Eine Milliarde SmartphoneKameras sind ständig auf uns gerichtet, und irgend ein durchgeknallter Regisseur dirigiert vermutlich den Wahnsinn. Deshalb: Zieht den Stecker, Leute! Jetzt! In eurer Vorabsingle „Hallelujah Money“ rechnet ihr mit der sozialen Kälte des Kapitalismus ab. Welche Währung wäre denn besser als Geld? russel: Was sollte es bringen, Geld durch eine andere Währung zu ersetzen? Das würde nur die gegenwärtigen Macht strukturen stützen. Scheiß auf andere THE RED BULLETIN
„WIR SIND DIE ECHTESTE BAND, DIE DU FINDEN KANNST.“
Währungen, wir brauchen eine weltweite Revolution. Einen Neustart, um ein Ge sellschaftssystem zu etablieren, das auf Gleichheit beruht. 2d: Ähm … Gebäckstangen vielleicht? Zuletzt feierten immer mehr virtuelle Sänger wie die japanische Manga-Figur Hatsune Miku Chart-Erfolge. Könnt ihr mit unechten Stars etwas anfangen? russel: Ich bin kein Verschwörungs theoretiker, aber ich hab News für dich: Die meisten Popstars sind nicht echt. Jeder ihrer Schritte ist durchkalkuliert, jede ihrer Ansagen ist vorbereitet. Wir Gorillaz haben Substanz. Wir sind die echteste Band, die du derzeit finden kannst! Am 10. Juni veranstaltet ihr euer erstes Musikfestival, Demon Dayz, in einem Freizeitpark an der englischen Südostküste. Der Event wird auf Red Bull TV live übertragen, was können sich die Besucher und Zuseher erwarten? 2d: Zuckerwatte, Autodrom und fettige Fritten: die drei besten Dinge der Welt. russel: Was 2D meint, ist, dass die Festivalbesucher alle Attraktionen des Parks gratis nützen – und den ersten richtigen GorillazAuftritt seit 2010 er leben können. Viele befreundete Künstler werden uns auf der Bühne unterstützen. Aber ich darf noch nicht zu viel verraten. Na gut. Aber dann verratet uns zumindest zum Abschluss, wie die Jahr Jahrmarktattraktion eurer Träume aussehen würde. 2d: Eine aufmunternde, lustige Geister Geister bahn: Mit Mandarinenbäumen und Schaukelpferden, die Besucher würden im Autoscooter durch Wolken fahren und gratis Zuckerwatte essen. Und, am aller aller wichtigsten, es würde keine Geister geben. Von denen gibt’s im ShowGeschäft ohne hin zu viele. russel: Du sagst es! Geister gehen mir echt unter die Haut. Wortwörtlich! Die Seelen von toten Rappern ergreifen regel mäßig von mir Besitz. Keine Ahnung, warum ich Geister anziehe. Jedenfalls hab ich wegen denen keine Zeit für Erlebnis parks. Ich bin zu beschäftigt mit der Achterbahn, die mein Leben ist. Das neue Album „Humanz“ ist bereits erschienen. Den Live-Stream vom DemonDayz-Festival gibt’s am 10. Juni exklusiv auf redbull.tv; gorillaz.com 63
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Gefahren wird unter allen Bedingungen: Auch das macht den Reiz des 24-StundenRennens aus (dieses Jahr von 25. bis 28. Mai).
24 DINGE ÜBER DIE 24 STUNDEN VOM NÜRBURGRING, DIE DER MOTORSPORT-FAN EINFACH WISSEN MUSS. GRUPPE C GMBH
VON WERNER JESSNER
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Was brauche ich, um am Nürburgring starten zu dürfen?
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Du brauchst eine internationale C‑Lizenz, die eine nationale Motor‑ sportlizenz voraussetzt. Okay, Letztere ist eher eine Formsache. Aber um wirklich starten zu dürfen, musst du nicht nur Rennerfahrung und Resultate nachweisen, sondern auch ein so‑ genanntes „Permit“. Das bescheinigt, dass du dir in einem Lehrgang Nord‑ schleifen‑Kenntnisse geholt hast.
Wie viele Autos teilen sich die Strecke (und die Boxen)?
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Realistischerweise starten rund 700 Piloten in knapp 170 Autos. Ja, das ist kuschelig. Erste gute Nachricht: Eigentlich dürften 190 Autos starten, aber es schaffen nie alle bis zum Rennen. Zweite gute Nachricht: Auch die Gruppe jener, die es ins Rennen geschafft haben, wird im Normalfall stündlich kleiner.
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Der Umsteiger: Marco Wittmann
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Gibt es eine gefährlichste Stelle?
Korrekte Antwort: immer jene, an der du deinen letzten Unfall hattest. Schwedenkreuz ist so eine Passage, in der du keinen Fehler machen willst. Fuchsröhre ebenso. Aber Pflanzgarten gilt als Antwort genauso, weil die Autos hier abheben. Und in der Luft ist schlecht lenken.
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Welche ist die schwierigste Kurve?
Karussell, aber auch das ist eine Geschmacksfrage. Fehler kannst du überall machen. Was das Karussell speziell macht: Diese Art von Kurve mit rumpeliger Überhöhung kannst du nirgendwo sonst trainieren – nur hier.
Wie viele Starter gibt es pro Team?
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Mindestens zwei, maximal vier.
Wie viele Zuseher werden heuer in der Eifel erwartet?
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Der zweifache DTM‑Gesamtsieger über die Herausforderung 24 Stunden am Nürburgring. Unterschiede zwischen DTM und Langstrecke für den Fahrer? MARCO WITTMANN: Bei den 24 Stunden am Nürburgring ist mehr als nur der reine Speed gefragt. Du musst mate‑ rialschonend fahren, das Auto durch‑ bringen, im Verkehr achtgeben und wissen, wie viele Kompromisse du eingehen darfst. Gilt das auch für die Technik? Ja, die Abstimmung des Fahrwerks zum Beispiel muss für alle Piloten im Team funktionieren. Da muss jeder Abstriche machen – um als Team schneller zu sein. Reagieren DTM-Autos nervöser? Nein, sie haben mehr Abtrieb, daher bremsen sie besser und fahren höhere Kurvengeschwindigkeiten. Die Abstimmung in der DTM geht mehr ins Detail. Auf der Langstrecke sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Autos größer.
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Im letzten Jahr waren es 240.000, das war Rekord. Heißt aber nicht, dass es 2017 weniger sein werden.
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Wer ist die Queen of Nordschleife?
Sabine Schmitz. Die heutige „Top Gear“-Moderatorin hat 1996 und 1997 hier gewonnen und zeigt im Ring-Taxi auch vermeintlich guten Autofahrern, wie es richtig ginge.
Wenn – wie in den letzten Jahren – bloß Sekunden die Besten trennen, stehen die Boxencrews besonders unter Druck.
GRUPPE C GMBH, IMAGO SPORTFOTO, BMW, PIXATHLON
THE RED BULLETIN: Wo liegen die
„HIER IST MEHR ALS NUR DER REINE SPEED GEFRAGT.“ Marco Wittmann, DTM-Umsteiger
Joe Hountondji, Driftbrother
Pokerface: In der entscheidenden Rennphase am Sonntag willst du dir nicht in die Augen blicken lassen.
GRUPPE C GMBH (2), DRIFTBROTHERS, AKG IMAGES, CHRISTIAN STADLER/RED BULL CONTENT POOL, JOERG HALISCH
„DIE NORD SCHLEIFE IST DIE ULTIMATIVE HERAUS FORDERUNG.“
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Die Entertainer: Driftbrothers
Joe und Elias Hountondji werden im Rahmen der 24 Stunden die Nordschleife im Drift befahren – zumindest Teile davon –, und zwar im Paar. THE RED BULLETIN: Wie kommt man
auf die Idee, zu driften, wo andere schon geradeaus Probleme haben? DRIFTBROTHERS: Wir stecken uns immer hohe Ziele. Vieles, was für normale Rennfahrer wichtig ist, zählt auch für uns Drifter: Linienwahl, Präzision, Technik. So sind wir auf die Nordschleife gekommen, weil sie die ultimative Herausforderung ist. Was sind die Limits? Ganz klar die Reifen. Mit drei Wechseln werden wir die Stellen mit den meisten Zuschauern im Drift fahren können. Das werden etwa vier Minuten sein. Sollte ein Hersteller einen Reifen bauen, der die komplette Runde hält: bitte melden! Welche Autos werdet ihr einsetzen? Einen BMW der Bauserie E30 und einen Nissan, der einmal ein 200 SX war, inzwischen aber aussieht wie ein Pick-up. Beide Autos sind Unikate. Die Motoren kommen zum Beispiel von Chevrolet und leisten zwischen 610 und 700 PS.
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Was heißt „Balance of Performance“?
Driftbrothers: quer, bis die Reifen aufgeben
Warum gibt es drei Startgruppen?
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Wo sind die besten Plätze zum Campen?
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Weil die Startphase auch so schon hektisch genug ist. Durch drei Gruppen mit drei Safety Cars versucht man, die unterschiedlichen Leistungsklassen wenigstens am Anfang zu entflechten.
Warum musste Niki Lauda bei seinem Sieg 1973 nur 16 Stunden fahren?
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Durch technische Vorgaben wie Zusatzgewicht, Tankgröße, Aerodynamik oder maximale Kraftsto≠Durchflussmenge werden höchst unterschiedliche Autos auf ein einheitliches Niveau gebracht. Das garantiert spannende Rennen: In den letzten Jahren entschieden am Nürburgring immer nur Sekunden über den Sieg – nach 24 Stunden, wohlgemerkt.
Wo auch immer du einen Platz findest. (Erwarte nicht, dass es dort sauber und ruhig ist. Aber das tust du ohnehin nicht.)
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Was gibt’s zu essen?
Schniposa (Schnitzel mit Pommes und Salat) und Gegrilltes.
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Fankultur: laut, wild, hemmungslos.
Alternative Technologien: Wie erging es Dieselund Hybridfahrzeugen?
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BMW hat 1998 mit einem Diesel gewonnen. Versuche mit Hybridfahrzeugen gingen trotz prominenter Fahrer bislang in die Hose.
Was war die schnellste Runde bei den 24 Stunden?
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8:10,921 min, gefahren von Kévin Estre, 2014, McLaren MP4-12C.
Weil man sich zwischen Mitternacht und acht Uhr morgens eine Ruhepause für alle gönnte. Fad war das trotzdem nicht: Niki Lauda fuhr mit seinem BMW 3.0 CSL in seiner schnellsten Runde immerhin einen Schnitt von 158 km/h. Sein Partner Hans-Peter Joisten verunglückte zwei Monate nach dem Sieg beim 24-Stunden-Rennen in SpaFrancorchamps tödlich.
Profis reisen bereits zu Wochenbeginn an und lassen die Party nicht mehr enden. Nirgendwo sonst feiern sich die Fans selbst so wie hier.
Wie beschäftige ich in der Zwischenzeit die Kinder?
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Das ring°werk mit Museum ist immer einen Besuch wert.
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MOTOR
COCKPIT
AERODYNAMIK
Der V8 mit 4,4 Litern Hubraum und Doppelturbo hat Potential für bis zu 585 PS und klingt gewaltig.
Ein Farbdisplay informiert unter anderem über Gang, Pit-Limiter oder Status der Traktionskontrolle.
Entspricht dem Reglement der GT3-Klasse. Der M6 wurde im BMW-Windkanal ausführlichst getestet.
BREMSEN
PEDALBOX
RÄDER
KAROSSERIE
Stammen vom Spezialisten AP und haben vorn sechs, hinten vier Kolben. Außerdem: Renn-ABS von Bosch.
Nicht der Sitz ist verstellbar, sondern die Pedalerie. Wichtig bei unterschiedlich großen Fahrern.
18-Zoll-Felgen von BBS, vorn 13 Zoll, hinten 18 Zoll breit. Rennreifen von Michelin.
Carbon, so weit das Auge blickt – und darunter. Bei Einschlägen: Crashboxen an Front und Heck.
1999 gegründet, gehört das Team zu den besten am Platz – und zählt 2017 zu den Favoriten.
Gilt das Tempolimit von 250 km/h an zwei Stellen noch?
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Das legendärste Auto, das durch die „Grüne Hölle“ ging?
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Nein, die berühmten Schilder, die nach dem tragischen Unfall 2015, bei dem ein Zuschauer getötet worden war, auf der Döttinger Höhe und am Schwedenkreuz montiert wurden, sind wieder weg.
Wer hat die Rennen in den letzten zehn Jahren gewonnen?
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2016 2015 2014
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Wie wird das Wetter?
2013 Eindeutig der Opel Manta mit Fuchs schwanz, der seit 1994 ununter brochen am Start ist. Unter der Haube des liebevoll „Fuchsschwanz“ ge nannten Autos stecken über 250 PS.
2012 2011 2010
Wer ist der erfolgreichste Fahrer, welche die erfolgreichste Marke in der Geschichte?
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Wechselhaft wie immer. Doch selbst für lang gediente EifelHelden war 2016 unerhört: Eis und Hagel machten die Strecke zeitweise unpassierbar. Die Bilder von Rennautos, die auf ihren Slicks hilflos im Schritttempo rumrutschten, gingen um die Welt.
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Marcel Tiemann, Pedro Lamy und Timo Bernhard haben jeweils fünfmal gewonnen. Für BMW stehen 19 Siege zu Buche, gefolgt von Porsche mit elf.
2009 2008 2007
Black Falcon / Mercedes-AMG GT3
B. Schneider, M. Engel, A. Christodoulou, M. Metzger
Audi Sport Team WRT / Audi R8 LMS
Ch. Mies, E. Sandström, N. Müller, L. Vanthoor
Team Phoenix / Audi R8 LMS ultra
Ch. Haase, M. Winkelhock, Ch. Mamerow, R. Rast
Black Falcon / Mercedes-Benz SLS AMG GT3
B. Schneider, J. Bleekenmolen, S. Edwards, N. Thiim
Team Phoenix / Audi R8 LMS ultra
M. Basseng, Ch. Haase, F. Stippler, M. Winkelhock
Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
M. Lieb, T. Bernhard, R. Dumas, L. Luhr
Schnitzer Motorsport / BMW M3 GT2
J. Müller, A. Farfus, U. Alzen, P. Lamy
Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
T. Bernhard, M. Lieb, R. Dumas, M. Tiemann
Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
T. Bernhard, M. Lieb, R. Dumas, M. Tiemann
Manthey Racing / Porsche 997 GT3 RSR
T. Bernhard, M. Lieb, R. Dumas, M. Tiemann
www.24h-rennen.de www.nuerburgring.de
THE RED BULLETIN
BERZERKDESIGN, DDP IMAGES, RTL NITRO
Das Auto: der BMW M6 GT3 von Schubert Motorsport
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Der Moment, in dem aller Druck abfällt: Zieldurchfahrt nach 24 langen Stunden
„SO HARTE BEDINGUNGEN WIE LETZTES JAHR HABE ICH NOCH NIE ERLEBT.“ Jörg Müller, zweifacher Sieger
WIESO ES DICH G R O S S M A C H T, WENN DU DICH SELBST NICHT SO WICHTIG NIMMST: EIN NÄCHTLICHER CRASH-KURS MIT
CAMO & K R O O K E D IN BRISTOL, DER G E B U R T S S TA D T D E S DRUM AND BASS. TEXT: ALEX LISETZ FOTOS: JANE STOCKDALE
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D R U M,
B A SK A SR T OUF NF DE L C H I P S
Nach drei Minuten zwanzig verschieben sich die Kontinentalplatten. Da ist auf einmal ein Beat, der alles zugleich ist, brachial, von frostiger Perfek Perfektion und trotzdem voller Seele. Dieser Beat zerlegt deine Synapsen in kleine Krümel, du bist nur noch eine Schwingung aus Kohlen- und Wasserstoffteilchen, ein Haufen selbstvergessen vor sich hintanzender Moleküle, und es fühlt sich richtiger an als alles, was du heute, gestern, die ganze letzte Woche getan hast.
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E
Es ist jetzt 1.25 Uhr, und im Bristoler „Motion“ bebt der Dancefloor mit Stärke 10 auf der nach oben offenen Raver-Skala. Das jährliche „Hospitality“-Festival ist an seinem Höhepunkt angelangt, und die Headliner auf der Bühne heißen Camo & Krooked. Fast jeder in der Szene hält die beiden österreichischen DJs für Ausnahme Ausnahmetalente, für moderne Musik-Genies. Sie haben die elektronische Stilrichtung Drum and Bass weiterentwickelt, sie produzier produzierten die Soundtracks für „FIFA Street“ und „Gran Turismo“, sie generieren YouTubeKlicks K licks in zweistelliger Millionenhöhe. Nun N un lassen sie den Beat in eine Melodie übergehen, ü bergehen, so süß und sexy und hypno hypnottisch, isch, dass sogar die Blicke der ruppigen Securities S ecurities ganz weich werden. Von diesem Moment M oment an gibt’s nur noch zwei Personen iim m Raum, die Camo & Krooked nicht ver vergöttern: g öttern: Camo & Krooked.
KEINE LUST AUF SELBSTDARSTELLUNG.
Es gibt ungefähr sieben Millionen Dinge, die Reinhard „Camo“ Rietsch und Markus „Krooked“ Wagner interessanter finden als sich selbst. Zwei Stunden zuvor, bei der Hinfahrt im Mietauto, haken sie im Interview gelangweilt die Eckdaten ihrer Biografie ab. Wohnort Salzburg (Camo) beziehungsweise Lilienfeld Lilien in Niederösterreich, 33 und 27, seit zehn Jahren als Duo unter unterwegs. Dann wendet sich ihr Interesse wieder den Grundsatzfragen zu: PommesKnusprigkeitsgraden, dem YouTube-Video zur Gangster Party Line, HorrorfilmCharakteren, rammelnden Hasen auf der Autobahnraststation, PEZ-Figuren.
Markus „Krooked“ Wagner (links) und Reini „Camo“ Rietsch tun nur so lässig: In Wirklichkeit ist jeder ihrer Tracks ein akribisch ausgetüfteltes Meisterwerk von mathematischer Präzision.
Doch sobald das Gespräch auf Musik kommt, klappt in Camos & Krookeds Gehirn ein Schalter um. Dann beginnen ihre Augen zu leuchten, und sie rutschen im Sitz weit nach vorne. Jetzt können sie stundenlang von alten Funk-Platten er erzählen, von Skrillex und Eurodance, von Breakbeats und von dem Sound, den der Biss in einen Apfel macht. „Wir sind zwei gemütliche Dudes, die gern mal fünf grade sein lassen“, sagt Camo, „aber wenn es um Musik geht, brennen bei uns alle Sicherungen durch.“
PERFEKTIONISMUS HOCH ZEHN.
Camo & Krooked sind seit zehn Jahren hauptberuflich für die Neuerfindung des Genres Drum and Bass zuständig. Im Lauf von fünf Alben haben sie ihr AufgabenAufgaben gebiet etwas ausgeweitet: Inzwischen traut man ihnen die komplette Renovierung elektronischer Musik schlechthin zu. Das liegt nicht daran, dass Camo & Krooked unverwechselbare Bühnenpersönlichkeiten oder außergewöhnlich charismatische Showmacher wären. Es liegt daran, dass sie für ihren Erfolg härter arbeiten als andere. „Manchmal“, sagt Krooked, „sitzen wir zwei Wochen an einer einzigen Snaredrum. Oder ein halbes Jahr an einem Track.“ Camo & Krooked macht lieblos produzierte Musik krank. Eine Schlampigkeit im Arrangement eines Songs, die keinem Normalsterblichen auffallen würde, kann ihnen ein ganzes Album verleiden. Ein neuer technischer Kniff, der einen Sound noch klarer, noch minimaler klingen lässt, kann sie eine Woche lang in Euphorie versetzen.
„WENN ES UM MUSIK G E H T, B R E N N E N B E I U N S A L L E DURCH.“
SICHERUNGEN
Das „DJ Magazine“ wählte das „Motion“ in Bristol zu einem der besten Clubs der Welt. Die Camo & Krooked-Fans würden es in dieser Nacht ganz klar auf Platz eins reihen.
„DU HAST ERST DANN WIRKLICH ERFOLG, WENN DU NICHT ANS
ERFOLGHABEN
Heimspiel in der Geburtsstadt des Drum and Bass: Camo & Krooked legen auch deshalb so gern im „Motion“ auf, weil das Stammpublikum alle Klassiker der Bristoler Pioniere Massive Attack, Portishead und Roni Size auf Anhieb erkennt.
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D E N KST. “
KLASSE, SCHNITZELS.
„Wir suchen mit jedem Tune nach Neuem, nach Überraschendem. Nach technischer Perfektion. Aber auch nach einer Emotion, die berührt“, sagt Krooked. Er ist sich sicher, dass sie beide dieser Zielstrebigkeit ihren Erfolg verdanken. Und dass sich Fleiß letztlich immer auszahlt. „Weil sich die meisten anderen DJs mit neunzig Prozent zufriedengeben. Wir dagegen stecken noch mal so viel Zeit und Power in die letzten zehn Prozent wie in die ersten neunzig Prozent.“
WAS WIRKLICH W E H T U T.
Moment, sagen wir, irgendwas kann da nicht stimmen. Jeden Tag sehen wir in unseren Newsfeeds, dass es in der Welt genau umgekehrt läuft. Es sind nie die fleißigen Arbeitsbienen, die Erfolg haben. Am Ende triumphieren doch immer die lässigen Großmäuler. Die Ego-Typen, die sich geschickt verkaufen können. Camo kontert mit einer Gegenfrage. „Aber haben sie Spaß dabei?“, fragt er. „Können sie sich zehn Jahre lang ganz oben halten? Können sie Trends setzen, die andere kopieren wollen?“ Camo & Krooked sind Ego-Trips so fremd, dass ihnen all das gleichzeitig gelingt. Der Nachteil: Die Musik ist auch ihre Achillesferse. „Würde mich irgendein Fremder als Arschloch beschimpfen, wäre mir das völlig egal“, sagt Krooked. „Aber sobald einer unsere Musik scheiße findet, trifft mich das ins Herz.“ Der Minivan ist jetzt vor dem Motion in Bristol vorgefahren. Camo & Krooked müssen raus in den Regen und werden am Weg zum Backstage-Eingang von dutzenden Fans erkannt. Man verplaudert sich, schießt Selfies. Bald erkennt man im Getümmel gar nicht mehr, wer hier Fan ist und wer Star. Den offensichtlichen Unterschied macht man erst auf den zweiten Blick aus: Camo & Krooked sind die, die sich für den Auftritt weniger her herausgeputzt haben.
Drinnen im Backstage-Raum gibt es ein aus Chips-Tüten bestehendes kaltes Buffet und so wenig Platz, dass man an jeder Stelle des Raums mindestens drei Ellbogen berühmter DJs in den Rippen hat. Camo lümmelt in einem Ledersofa. Er hat irgendwo ein Fläschchen Bier gefunden und sieht auf die Wanduhr. Noch zwanzig Minuten bis zum Auftritt. Erklär uns, sagen wir, warum euch die Leute da draußen unbedingt sehen wollen. Camo fingert sein Smartphone aus der Jackentasche und klickt auf ein Foto aus seinem früheren Leben: kurze Hosen, ein Helm, ein Railslide. Camo war einmal Skateboard-Pro. „Es ist egal, ob du DJ bist oder Skateboarder oder etwas ganz anderes, es geht immer um die gleiche Sache“, sagt er, „du hast Erfolg, wenn du ein kleines bisschen mehr gibst als die anderen.“ Wenn du technisch den nächsten Level erreichst. Wenn du einen neuen Style kreierst oder einen neuen Trend. „Die Leute spüren, wenn’s dir nicht um dich geht, sondern um die Sache“, sagt er, „darum hast du erst dann wirklich Erfolg, wenn du nicht ans Erfolghaben denkst.“ Aber was, wenn du wirklich Erfolg hast? „Dann darfst du dich nicht dafür feiern. Du musst sofort weiterarbeiten. Sonst hast du morgen schon den Anschluss verloren.“ Es trifft sich gut, dass die Crowd mehr als bereit dazu ist, ihren Idolen das Feiern abzunehmen. Die Arme schießen hoch, als Camos & Krookeds Stamm-MC Daxta die Klassiker einzählt. Alles tanzt, als sie das noch ungehörte Material aus ihrem neuen Album „Mosaik“ anspielen. Nach eineinhalb Stunden sitzen sie wieder im Auto, werden nach Birmingham zu einer weiteren Show chauffiert. Auch dort werden sie die einzigen Ausländer unter lauter Brit-Stars sein. „Ihr wart klasse, Schnitzels“, sagt ihr englischer Fahrer. Sie sind um sechs im Hotel, nach drei Stunden Schlaf geht es wieder zum Flughafen. Camo, Krooked und MC Daxta sind gerädert. Aber Krooked hat auf den frühen Flug bestanden. „Ihr wisst ja, da ist dieser eine Drumbeat“, sagt er, „der ist irgendwie noch nicht perfekt.“ Daheim angekommen, wird er auch in dieser Nacht lange wach bleiben. So lange, bis der Beat genauso klingt, wie er soll. Vorher könnte er ohnehin nicht schlafen. Das neue Album „Mosaik“ erscheint am 23. Juni; auf redbull.com/music gibt es außerdem einen monatlichen Blog von Camo & Krooked 77
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung startet im Wahljahr 2017 die Initiative „80 % für Deutschland“. Schüler, Lehrer und Erstwähler können mithelfen, die Wahlbeteiligung auf über 80 % zu steigern. Für Schülerinnen und Schüler: Mitmachen und eine eigene 80 %-Challenge in deiner Stadt starten! Für Lehrerinnen und Lehrer: Kostenlose Abos und Unterrichtsmaterialien für teilnehmende Schulklassen erhalten! Für alle Erstwählerinnen und Erstwähler: Angebot mit der digitalen F.A.Z. PLUS und der F.A.Z. Woche sichern! Alle Informationen und Materialien zum Mitmachen gibt es unter faz.net/80Prozent
guide Get it. Do it. See it.
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Mai 2017
DAS MEHR AN MENSCHEN
JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL
Die Rallye-Weltmeisterschaft WRC lässt die Dämme der Begeisterung kaum wo so heftig brechen wie in Portugal: Vorjahressieger Sébastien Ogier visiert dort seinen fünften Sieg an (live auf Red Bull TV, Seite 81).
THE RED BULLETIN
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GUIDE
See it Mit ihrem zehnten Weltcupsieg in Serie schrieb Rachel Atherton (GBR) 2016 in Leogang Geschichte.
FRÜHLINGSERWACHEN Der Frühling zieht ins Land. Mit ihm das aufregendste Programm bei Red Bull TV: packende Mountainbike-, Rallye- und SkateboardAction sowie das FestivalHighlight des Jahres.
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Aaron Gwin (USA) gewann nach 2015 auch im Vorjahr, diesmal mit intaktem Bike.
THE RED BULLETIN
Mai/Juni
11 THE RED BULLETIN
Juni
LIVE
UCI LEOGANG
Die Downhill-MountainbikerWeltelite kommt auch heuer nach Saalbach-Leogang. Der 2001 eröffnete Park mit Highspeed-Passagen, massiven Wurzelteppichen und gewaltigen Sprüngen war in den letzten Jahren mehrfach Schauplatz epischer Rennen. 2015 gewann Aaron Gwin trotz gerissener Fahrradkette. Im Vorjahr sicherte sich Rachel Atherton mit dem zehnten Weltcupsieg in Folge einen Eintrag in die Geschichtsbücher des Mountainbikens.
BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, ANTHONY ACOSTA, AITOR MATAUCO/RED BULL CONTENT POOL, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL
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Mai
LIVE
VANS PARK SERIES, MALMÖ
Malmö gilt als Skateboarding-Hotspot, nachdem Vans hier einen neuen Park für das Finale der letztjährigen Park Series gebaut hat. Erlebe Skateboard-Stars wie Pedro Barros oder Titelverteidiger Alex Sorgente bei ihrer Rückkehr in die schwedische Küstenstadt.
bis 3. Juni
LIVE
FESTIVAL PRIMAVERA SOUND
Das seit 2001 in Barcelona veranstaltete Festival ist ein Dorado für Indie-Fans und bietet das wohl geschmackssicherste Programm in ganz Europa. 2017 mit dabei: die kanadischen Indierocker Arcade Fire, US-R&B-Star Frank Ocean und der britische DJ Aphex Twin.
bis 21. Mai
LIVE
WRC 2017: PORTUGAL-RALLYE
Der Rallye-Klassiker war schon Teil des ersten WM-Kalenders 1973. Heuer werden die 19 Sonderprüfungen wieder im Norden des Landes (in Matosinhos) ausgetragen. Bei den Fahrern besonders unbeliebt: der raue Schotter, der vor allem bei Hitze den Reifen zusetzt.
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GUIDE Edited by Gisbert L. Brunner
Get it
CASIO EDIFICE RACE LAP CHRONOGRAPH EQB-800
Tempo
Von der Rennszene inspiriert, hat diese analoge Uhr einen retrograden Zeiger auf der 9-Uhr-Position, welcher die Rundenzeiten an eine App sendet. casiowatches.com
Montblanc Summit: Die Band-Lederoptionen reichen von Kalb bis Alligator.
MONTBLANCS KURZE GESCHICHTE DER ZEIT Geschichte schreiben die Sieger, heißt es. Das gilt umso mehr, wenn sie Montblanc heißen: Der Hersteller edler Schreibgeräte hielt 1924 mit seiner Füllfeder Meisterstück einen Erfolg für die Ewigkeit fest. Um mit Dauerhafterem als Tinte Geschichte zu machen, versuchte sich Montblanc ab 1997 an der Zeitmessung. Modell eins, das ebenfalls Meisterstück hieß, wurde anfangs noch spöttisch begrüßt: „Wo füllt man die Tinte ein?“ 20 Jahre später stellt keiner mehr Montblancs Ruf als haute horologiste in Frage. Dem Sieger gehört die Beute.
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MONTBLANC SUMMIT
Neue Höhen 2015 fand Montblanc eine einzig artige Lösung für die aufkommende SmartwatchSzene, ohne mit seinen mechanischen Zeitmessern Kom promisse eingehen zu müssen – das eStrap, ein Armband, das zu jeder normalen Uhr passt, Schlaf und Ak tivitäten aufnimmt und an Termine erinnert. Auf dem eingebauten Pro zessor läuft Googles AndroidWear Wear Wear 2.0Betriebssystem und wird auf einem AMOLEDDisplay angezeigt. Sämtliches Drumherum ist echtes schweizerisches Materialdesign – die gewölbte SaphirglasLinse und das aus Edelstahl, Schwarzstahl oder Titan gefräste Gehäuse. Der Preis – mindestens doppelt so hoch wie der normaler AndroidWear Wear Wear Geräte – hängt ab vom gewählten Gehäuse und Armband. Auf Wunsch kann man sich sogar ein einzig artiges Zifferblatt entwerfen lassen. montblanc.com
SKAGEN SKT 1110
Ein starker Verbündeter Die hybride Uhr mit TrackingFunktionen ist so mit deinem Smartphone verbunden, dass du Kamera und Musikplayer über die Tasten bedienen kannst. skagen.com
FRÉDÉRIQUE CONSTANT E-STRAP
Aus eins wird zwei Mit diesem Armband wird jede Analog-Uhr von Frédérique Constant mit 20- oder 22-mmBandanstößen zur Smartwatch mit gleicher Technik wie Constants Horological Smartwatch. frederiqueconstant.com
THE RED BULLETIN
GUIDE
Do it
Mai/Juni/Juli
21 Juni
RED BULL MUSIC ACADEMY STAGE
Die Fête de la Musique ist ein Musik festival mit über 100 Bühnen in ganz Berlin. Kann man sich natür lich durchklicken und einen Plan machen. Besser, weil weniger müh sam: zur Red Bull Music Academy Stage im Mauerpark spazieren und sich FunkBassist Thundercat (Bild) sowie Electronica von Flying Lotus bis Dorian Concept gönnen. Mauerpark, Berlin; redbullmusicacademy.com
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Mai „Alien: Covenant“ Pech ist, wenn man unter Milliarden Planeten genau jenen wählt, den richtig schlecht gelaunte Bestien für sich beanspruchen. Anderer seits: Ein neuer „Alien“ mit fried lichen Xenomorphen (und erstmals auch Neomorphen) wäre auch nicht das Gelbe vom Facehugger Ei. Ridley Scott setzt beim Sequel zu „Prometheus – Dunkle Zeichen“ wieder mehr auf Horror, gut so. Kinos in ganz Deutschland; fox.de/alien-covenant
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bis 21. Mai DTM am Lausitzring Die beiden beliebtesten Motorsport serien Deutschlands an einem Wochen ende: Am Lausitzring kann man neben zwei Rennen und Qualifyings der DTM Serie auch das Dröhnen der GT3Sport wagen der ADAC GT Masters verfolgen. Was das ohnehin schon lässige Motor sportfestival noch besser macht? Richtig, zweimal beim GridgirlFoto shooting mit den schönen Damen vor der Linse zu stehen. Lausitzring, Schipkau; dtm.com
MATEJ HAKAR/RED BULL CONTENT POOL
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bis 4. Juni Rock am Ring Thema Lebensmittelpunkt er ledigt: Nach Auswärtsspielen in Mendig ist Deutschlands größtes Rockfestival wieder zurück am Nürburgring. Neben ausreichend Bier und Dosen ravioli muss man sich also nur noch die Gigs notieren. Die Power Show von Kraftklub zum Power Beispiel oder das dicke Come back von System of a Down. Nürburgring, Eifel; rock-am-ring.com
bis 10. Juli Red Bull Drahtesel Vor 200 Jahren erfand Karl von Drais die sogenannte Laufmaschine, ein Rad ohne Pedale. Die Idee war Folge der Ernteausfälle im „Jahr ohne Sommer“ 1816, die zu einer Versorgungsnot bei Pferden führten. Heute überstehen Pferde auch miese Sommer, und Mann heim hat mit Red Bull Drahtesel ein Event, das den Erfinder mit abgefahrenen RadKonstruktionen würdigt. Es zählen Kreativität und Ingenieurskunst, und natürlich muss das Teil auch ins Ziel kommen. Die Gewinner besuchen Specialized in Kalifornien. Monnem Bike, Mannheim; redbull.com/drahtesel
THE RED BULLETIN
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GUIDE
Der Aquaman
Ein echter Meeresbewohner hat stets die richtige Ausrüstung im Gepäck – egal ob für das 4K-Video beim Hai-Tauchen, das Sonnenbad im Luxusresort oder den Ritt auf der Monsterwelle.
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DER RED BULLETIN GUIDE FÜR DEN PERFEKTEN
SOMMERURLAUB Bilder LUKE KIRWAN Styling SARAH ANN MURRAY
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GUIDE
Der Technik-Nerd
Ständig vernetzte Weltbürger glänzen beim Einchecken mit schnörkel losem Stil und sorgen beim Langstreckenflug für ihr ganz individuelles Entertainmentprogramm an Bord.
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Der Power Ranger Er jagt und kocht sein Abendessen eigenhändig – weitab jeglicher IBIZA Zivilisation. Doch wer behauptet, dass man das nicht auch mit Chic und Eleganz tun kann? A reliable wristwatch was a vital instrument for early pilots – and it’s a requirement that conNORTH FACE TANKENPATAGONIA LIGHTWEIGHT tinuedBLACK whenHOLE man JACKE thenorthface. RUCKSACK 30L free ofcom; LEATHERMAN finally broke OHT MULTITOOL patagonia.com; gravity andCAMO launched leatherman.com; ANIMAL PILAR STANCE FUSION PRINT SHORTS into space.
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Read it
Marcel Reif
TV-Kommentator, Sportjournalist, Buchautor: Der Fußballexperte hat dank seiner Leidenschaft und Präzision eine Fangemeinde – auch wenn seine scharfen Analysen mitunter das Publikum spalten. Diesmal macht sich Reif Sorgen um das deutsche Nationalteam – gerade weil dieses aktuell so gut agiert.
DER
GUTEN TAT 90
ie Bilanz des Fußball-Weltmeisters in der Qualifikation für das in etwas mehr als einem Jahr startende Turnier in Russland liest sich makellos: Fünf Spiele, 15 Punkte, gerade mal ein Gegentor kassierte Jogi Löws Mannschaft bisher. Über die Qualitäten des Bundestrainers mag ich nicht diskutieren, er macht offensichtlich alles richtig. Dass er als Ziel für 2018 ganz unaufgeregt die Verteidigung des Titels ausgerufen hat, ist nur logisch. Soll er angesichts der in Deutschland wie immer extrem hoch gesteckten Er Erwartungen sagen, er sei bereits mit dem Erreichen des Finales zufrieden? Und dennoch schleichen sich leichte Zweifel ein, ob der Weltmeister auch tatsächlich über diese Messlatte springen kann. Denn viele aus dem DFB-Kader von 2014 gehen sprichwörtlich am Stock oder haben nach dem großen Coup abgedankt.
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BLAGOVESTA BAKARDJIEVA
DER FLUCH
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Reif für die Bundesliga
Wer erinnert sich nicht an dieses kleine Kunstwerk von Tor durch André Schürrle und Mario Götze nach einer wunderbaren Kombination im Endspiel gegen Argen tinien? Götze hat sich davon sportlich nie wieder erholt. Zu viel, zu früh, zu jung – jetzt muss der Dortmunder erst mal gesund werden und dann seine ver lorene Leichtigkeit wiederentdecken. Teamkollege Schürrle hat im Zuge seiner häufigen Transfers viele Millionen be wegt, aber nie wieder an die Leistungen seiner Großes versprechenden Anfänge anknüpfen können.
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ieses Duo steht symbolhaft für einen bedeutenden Teil des Kaders aus Brasilien, der seither im Mittel maß gestrandet ist oder sich von der großen Bühne ganz zurückgezogen hat. Ginter, Weidenfeller, Durm, Großkreutz, Podolski und Zieler sind Weltmeister, auch wenn sie nicht oder nur wenige Minuten gespielt haben. Was haben sie daraus gemacht? Dazu ist Löw mit Lahm, Schweinsteiger und Klose die „Wirbelsäule“ abhanden gekommen. Drei Säulen, die nicht mehr die Jüngsten waren, aber wir reden hier auch im Zeitalter flacher Hierarchien von unverzichtbaren Führungspersönlich keiten. Wie Schweinsteiger in Brasilien vorangegangen ist, war von fußball historischer Dimension. An Lahm und Klose konnten sich die Jungen aufrichten – solche herausragenden Typen finden sich derzeit nicht mehr. Ist adäquater Nachschub vorhanden, und was kann der Weltmeister ein Jahr vor dem Ernstfall auf der Habenseite verbuchen? Die sicherlich beste Innen verteidigung der Welt und einen Torhüter, der grandiose Leistungen mit der Regel mäßigkeit eines Schweizer Uhrwerks abliefert. Bei den Außenverteidigern drängen sich bereits erste Fragezeichen auf. Jonas Hector ist nicht wirklich Welt klasse, und sein rechtes Pendant Joshua Kimmich sieht sich in Schweinsteigers Fußstapfen und träumt von einer zen tralen Position. Ähnlich wie David Alaba, dem aber Carlo Ancelotti offenbar die Flausen ausgetrieben hat. Im Mittelfeld ist Sami Khedira eine Leaderfigur, jedoch nicht der brillante Ideengeber. Daneben werkt Toni Kroos wie ein Metronom und ist seit seinem Wechsel zu Real Madrid um eine weitere
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Das Duo Götze und Schürrle steht symbol haft für einen Teil des Kaders aus Brasilien, der seit der WM im Mittelmaß gestrandet ist oder sich von der großen Bühne zurück gezogen hat. Dazu ist Löw mit Lahm, Klose und Schweinsteiger die „Wirbelsäule“ ab handengekommen.
Stufe besser geworden. Reus? Er wäre ein Großer, wenn er endlich über längere Phasen gesund bleiben sollte. Ich würde es ihm wünschen, denn diese ewigen RehaBemühungen – genauso wie im Fall von Ilkay Gündoğan – müssen ihm auf Dauer schwer zusetzen.
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ass Mesut Özil ein konstanter Welt klassespieler ist, glaube ich erst, wenn ich es sehe, und ich musste zu oft die Frage stellen: „Wo bist du?“ Wenn es wirklich drauf ankommt, taucht der ArsenalProfi leider allzu häufig ab ins Nirwana des brotlosen Alibikicks. Julian Draxler ist schon zu lange ein Versprechen für die Zukunft und hat außerdem die historische Schmach von Barcelona zu verarbeiten. Mit Lukas Podolski hat sich jetzt auch der „Vergnügungsminister“ der National mannschaft in einer pathetischen Insze nierung verabschiedet. Nein, er war kein alternativloser Spieler, aber er hat wunder wunder bare Geschichten geschrieben, und es war völlig richtig, dass er 13 Jahre da war. Podolski ist für eine jungenhafte Fröhlich keit gestanden, solche Typen gibt’s nicht
viele. Und er hat es angenommen, schon länger keine entscheidende Rolle auf dem Platz auszufüllen. Mittelstürmer zu entwickeln, die sich ein besseres Prädikat als „brauchbar“ verdienen, wurde im deutschen Fußball massiv verschlafen. Was bleibt, ist die Hoffnung auf Mario Gomez, der im kränkelnden Wolfsburg seine Stabilität teilweise wiedergefunden hat. Thomas Müller kann diese Rolle nicht. Dabei reden wir hier nicht vom typischen Neuner, sondern einem beweglichen Stoßstürmer, der Bälle verarbeiten und mit ausgefeilter Technik und körperlicher Präsenz jede Abwehr „anbohren“ kann. Ein Robert Lewandowski made in Germany ist nicht in Sicht, und bei allem Respekt vor Sandro Wagner und Kevin Volland: Zur Welt klasse ist noch einiger Raum. Das Reservoir an Talenten ist zweifel los gefüllt, aber für Sané, Brandt oder Werner gilt eine gerne bemühte Platitüde – für sie kommt die WM zu früh. Löws erster Anzug passt trotz einiger Falten ganz gut. Wenn man jedoch genauer hin schaut und die rosarote Brille absetzt, sind die Ärmel zu kurz. Es ist (noch) nicht so, dass ein Kader nach Russland fahren wird, bei dem jeder ersetzbar ist.
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uffällig ist, dass der obligate Bay ernBlock in der Nationalmann schaft zerbröselt. Waren in Brasilien noch sieben Mann vom Serienmeister am Werk, hat sich deren Anzahl mittler mittler weile fast halbiert. Dafür kann man dem FC Bayern keinen Vorwurf machen. Jedes deutsche Talent, das nach München wechselt, muss wissen, was es tut und dass marginale Einsatzzeiten drohen. Die Bayern sind längst ein der Bundesliga entwachsener Global Player mit höchsten internationalen Ansprüchen und können auf die Bedürfnisse des DFB keine Rück Rück sicht nehmen. Die Bayern brauchen Fuß baller, die ihnen sofort helfen, und sind keine Versuchsanstalt für den Nachwuchs, der dort Luft schnappen will. Dafür ist jeder, der sich dort durchsetzt, auf allerhöchstem Niveau konkurrenz fähig. Zwar will Uli Hoeneß mit dem Bau eines elitären Jugendzentrums wieder verstärkt bajuwarische Duftnoten setzen – bis diese Kuh gemolken werden kann, wird es aber dauern. Und zumindest bei der WM wird auch der DFB davon noch nicht profitieren können.
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UNOLD GUSTO EISMASCHINE I scream. You scream. We all scream for Ice Cream! Zutaten rein. Vollautomatisch runterkühlen bis –35 °C. Schon schleckt ihr zwei Liter zartes Speiseeis. Sprachlos! PERFEKT FÜR DICH, WENN … … deine Party etwas Abkühlung braucht.
THE RED BULLETIN WELTWEIT UK EDITION
BEYOND THE ORDINARY
The Arthurian legend on a journey of self-discovery
FANTASTIC VOYAGE
GORILLAZ!
Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster
CHARLIE HUNNAM
THE “WE’RE REAL MOST OUT BAND THERE”
IMPRESSUM
The America’s Cup powers up for the future
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Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Ulrich Corazza, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Clemens Stachel, Florian Wörgötter
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Aktuell erscheint The Red Bulletin in acht Ländern. Im Bild: das Cover der England-Ausgabe mit den Gorillaz, der erfolgreichsten Cartoon-Band der Popgeschichte. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com
Web Christian Eberle, Vanda Gyuris, Inmaculada Sánchez Trejo, Andrew Swann, Christine Vitel Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Verlagsleitung Franz Renkin
THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Länderredaktion Andreas Rottenschlager
Länderredaktion Arek Piatek
Anzeigenverkauf Martin Olesch, martin.olesch@de.redbulletin.com
Lektorat Hans Fleißner
Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@de.redbulletin.com Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg
THE RED BULLETIN Frankreich, ISSN 2225-4722 Länderredaktion Pierre-Henri Camy Country Coordinator Christine Vitel
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THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894 Länderredaktion Justin Hynes Redaktion Tom Guise, Florian Obkircher Lektorat Nancy James (Ltg.), Davydd Chong Country Channel Management Tom Reding Publishing Manager Ollie Stretton
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Redaktion Marco Payán, Inmaculada Sánchez Trejo
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Fotos: Michael Jackson ONE by Cirque du Soleil, Las Vegas News Bureau, Robinson Krause
L a s Veg a s is t i m m e r e i n e R e is e we r t – e s g i b t u n e n d l i c h v i e l zu e n t d ec ke n u n d zu e r l e b e n!
WELCOME TO LAS VEGAS Was würdest du als Erstes tun? Vartan Bassil und Benny Kimoto von der erfolgreichen Breakdance-Company Flying Steps wissen, dass die Möglichkeiten grenzenlos sind – vom Las Vegas Strip bis zur Fremont Street. Vartan und Benny waren in Las Vegas, um ihrem Traum von einer eigenen Show etwas näher zu kommen. Ihre Reise begann in den luxuriösen Suiten des „The Venetian Las Vegas“. Das Hotel ist der Stadt Venedig so authentisch wie möglich nachempfunden – samt den weltberühmten Kanälen, Gondeln und italienischer Kunst. Da Las Vegas als Entertainment Capital of the World bekannt ist, war für Vartan und Benny der Besuch ihrer zwei Lieblingsshows in
Vegas ein Muss: „Michael Jackson ONE“ des Cirque du Soleil und JABBAWOCKEEZ. Der Cirque du Soleil hat sieben verschiedene Shows in der Stadt, von Musik über Illusion bis Akrobatik. Die JABBAWOCKEEZ begeistern ihre Zuschauer mit einer einzigartigen Kombination aus Musik, Tanz und Schauspiel – und hier durfte Vartan sogar selbst erste Vegas-Bühnenluft schnuppern. Den Adrenalinkick holten sich die beiden mit einem Flug über den Las Vegas Strip mit Maverick Helicopters. Und Benny musste seine Höhenangst überwinden, als sie mit derr SlotZilla Zipline über die Fremont Street Experience schwebten.
www.visitlasvegas.de
Oben: Show „Michael Jackson ONE“ des Cirque du Soleil; darunter: SlotZilla Zipline über der Fremont Street; unten: Vartan und Benny bei Maverick Helicopters und auf den Spuren erfolgreicher Acts
GUIDE
Action-Highlight
Tritt Kirby Chambliss aus dem Haus, steht er auf dem Flugplatz: Der amerikanische Red Bull Air Race-Pilot wohnt praktischerweise auf einer Ranch mit angeschlossener Start- und Landebahn. Blicken seine Nachbarn wenig später gen Himmel, wissen sie gleich: Kirby ist heute wieder besonders guter Laune. Mehr Aeronautisches auf: redbullairrace.com
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„Ein Zug am Steuerknüppel, und ein Haus sitzt auf meiner Brust.“ Red Bull Air Race-Pilot Kirby Chambliss über den Nervenkitzel der Beschleunigung seines Rennflugzeugs Zivko Edge 540 V3
MICHAEL CLARK/RED BULL CONTENT POOL
Eloy, Arizona, USA
Makes You Fly
Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 13. Juni 2017.
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Photo: R. Schedl
ROCKET THROUGH EVERY CORNER Make an aggressive statement with the new fullblooded, super naked look of the KTM 390 DUKE. Developed from READY TO RACE DNA, its stateof-the-art single-cylinder engine possesses lively capabilities to launch you from one corner to the next. The new LED headlight screams DUKE attitude and the “Corner Rocket� is ready to show you its unique character.
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KTM 390 DUKE