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The Red Bulletin Juni 2017 - CHD

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SCHWEIZ

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

HIGHLIGHTS

IM JUNI

Javier Bardem Twin Peaks America’s Cup Gorillaz Fit wie ein Stuntman Unsichtbare Hotels

JOEL

BASMAN Unser Mann in Hollywood

KING

ARTHUR CHARLIE HUNNAM:

„Ich hab den Teufel überlistet.“ JUNI 2017 CHF 3,80


VIDEO STABILISATION

WASSERDICHT SPRACHSTEUERUNG


CONTRIBUTORS

EDITORIAL

Jean Pierrot

Josh Dean

Der New Yorker Sportjournalist, der u. a. für „Runner’s World“ und das „Outside“-Magazin schreibt, reiste für uns nach Bermuda – für einen Intensiv-Check des AC50-Katamarans, mit dem Titelverteidiger Oracle Team USA im Juni um den America’s Cup segeln wird. Sein Fazit: „Dieses HightechBoot ist unglaublich schnell. Es sieht aus, als würde es über das Wasser fliegen.“ SEITE 3 4

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Contenance, bitte! Sagen wir es mal so: Intensität ist die halbe, nein, ist eigentlich fast die ganze Miete, wenn’s um Leistungen abseits des Alltäglichen geht. Behaupten nicht wir, sondern Menschen, die in diesem Leistungsbereich heimisch sind. Charlie Hunnam etwa, Titelheld in Guy Ritchies Film „King Arthur“, wagte sich zu diesem Behufe in die tiefsten Abgründe seiner Seele. Er sagt (ab Seite 54): „Du musst erst deine inneren Dämonen besiegen, um die nötige Stärke zu entwickeln.“ Apropos (Fege-)Feuer: Jimmy Spithill, doppelter America’s-Cup-Gewinner mit Oracle Team USA, holt sich den gewissen Drive von seinen deutlich jüngeren Crew-Mitgliedern – nachzulesen ab Seite 34: „Die wollen es einfach wissen, sind hungrig. Die haben dieses Feuer, das übergreift auf dich. Das motiviert dich, weil sie dich abhängen wollen und du mithalten möchtest.“ Bei aller Intensität sollten wir jedoch keinesfalls die Contenance verlieren, rät Hollywoodstar Javier Bardem ab Seite 14: „Ich bewundere Leute, die unter Druck Haltung bewahren.“ Dem ist, wie immer an dieser Stelle, nichts weiter hinzuzufügen – außer: viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion THE RED BULLETIN

MARC HOM/TRUNK ARCHIVE (COVER)

Es gibt Tage, an denen wir Modefotograf Jean Pierrot aus Slowenien um seinen Job beneiden. Zum Beispiel, wenn er Big-Wave-Surferin und Model Imogen Caldwell zum Shooting in Red Bluff trifft. Dass sich der ikonische Surfspot an der Westküste Australiens nicht nur als Foto-Location, sondern auch als Motocross-Track eignet, zeigt uns Multitalent Caldwell ab SEITE 4 8.


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INHALT Juni

BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary

14 Javier Bardem über den

Fluch der Karibik

16 Heavy-Metal-Monster: der

erste Roboter mit Cockpit

18 Bebe Rexha verdreht

Köpfe.

20 Schmerzberg: das Red

Bull Hare Scramble

22 Der Soundpanzer mit

4000 Watt Power

23 Cherry Pie à la „Twin

Peaks“: Bon appétit, Agent Cooper! 24 Baumhotel: Träumen im Spiegelpalast 26 Linkin Park: Die Welt ist ein Hund an der Leine.

GUIDE

Get it, Do it, See it 96 Red Bull TV: Beflügelndes

in bewegten Bildern

98 Smartwatches mit Stil 100 Die wichtigsten Termine

im Mai und Juni

102 Guide-Special: coole

Sommerurlaubsbegleiter 108 Impressum 110 Makes You Fly

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IMOGEN CALDWELL

Model, Surf-Crack, coole Frau: Imogen zeigt uns das Paradies, in dem sie aufgewachsen ist.


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AMERICA’S CUP

JEAN PIERROT, JANE STOCKDALE, SAM GREENFIELD/ORACLE TEAM USA

Fünfmal so schnell, extrem verjüngt: alles über die rasante Entwicklung der Formel 1 des Segelsports.

60 EINE NACHT MIT CAMO & KROOKED

Ein Crashkurs mit den Drum & Bass-Superstars in Bristol, der Geburtsstadt ihres Musikgenres.

FEATURES

28 Joel Basman

über die Kunst, im richtigen Moment „Nein“ zu sagen. Denn nur ein Nein lässt dich wachsen.

34 Quantensprung

Wie der 35. America’s Cup aus Segeln gerade eine völlig neue Sportart macht.

48 Wild und schön

Ein Streifzug durch das westaustralische Paradies von Model und Surferin Imogen Caldwell.

54 Charlie Hunnam

Mit welchem Buch und wessen Hilfe der neue Schauspiel-Superstar den Teufel überlistete.

60 Camo & Krooked

zeigen vor, dass du gerade dann erfolgreich bist, wenn du dich selbst nicht zu ernst nimmst.

66 Fit wie Stuntmen

Wie die wahren Helden des Actionfilm-Business das Beste aus sich herausholen.

76 Gorillaz!

Das große Interview mit der erfolgreichsten Cartoon-Band der Popgeschichte.

THE RED BULLETIN

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VERLEIHT IHREM SOMMER FLÜGEL. MIT GRAPEFRUIT GESCHMACK.

BELEBT GEIST UND KÖRPER®.


BULLEVARD LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

FABRIZIO MALTESE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

RÜDIGER STURM

Der spanische Schauspiel-Superstar spricht über Charakter, Vorbilder und Bruce Springsteen.

JAVIER BARDEM: „ICH GLAUBE NICHT AN GOTT, SONDERN AN AL PACINO.“ SEITE 14 13


BULLEVARD

Javier Bardem

Im neuen „Fluch der Karibik”-Film nimmt es der Oscar-Gewinner mit Johnny Depp auf. Doch eigentlich interessiert er sich mehr für reale Herausforderungen.

„FILME MACHEN IST NUR EIN JOB“ 14

he red bulletin: Nachdem Sie bei den Piraten der Karibik angeheuert haben: Was kann man von Freibeutern lernen? javier bardem: Ich bin mir da nicht so sicher. Wurden Sie nicht zumindest zum Schwertkampf-Crack? Ja, das habe ich reichlich gemacht, obwohl ich eigentlich ziemlich tollpatschig bin. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass du einen Babyschritt nach dem anderen machen

musst, bis du etwas wirklich Großes beherrschst. Sonst sind Piraten aber kein Vorbild für Sie? Nein. Ein echtes Vorbild für mich war mein Vater, der starb, als ich 25 war. Der hatte ein schweres Leben, aber er war stark. Ich lernte ihn erst als junger Erwachsener kennen, denn meine Eltern hatten sich getrennt, als ich zwei war. Es war sehr wichtig für mich, seine Handicaps und seine Fehler zu verstehen, aber auch seine Vorzüge. So erfuhr ich, was man im Leben falsch machen kann und was richtig. Welche Charaktereigenschaften bewundern Sie bei einem Mann? Wenn er alle anderen respek respektiert. Natürlich muss er sich THE RED BULLETIN


Javier Bardem, 48, Ex-Rugbyspieler, OscarPreisträger, Bond-Bösewicht

FABRIZIO MALTESE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

RÜDIGER STURM

Gehör verschaffen und seine Meinung sagen, aber er muss auch die Meinung der anderen anerkennen. Was ich auch be­ wundere, sind Menschen, die sich gegen widrige Umstände behaupten und Haltung be­ wahren, auch wenn sie ums Überleben kämpfen. Nun müssen Sie ja nicht ums Überleben kämpfen. Worin bestehen Ihre Tugenden? Das kann ich nicht sagen. Wenn ich was Positives sage, dann klopfe ich mir auf die Schulter. Ich will aber auch nichts Negatives von mir geben, denn dann klinge ich zu bescheiden. Ach, sagen Sie doch was Nettes über sich … Okay. Ich bin hoffentlich ein geduldiger Mensch, warte ruhig ab, wie sich Dinge ent­ wickeln – oder nicht. Ich setze mich erst mit etwas ausein­ ander, wenn es passiert. Das betrifft besonders Angelegen­ heiten, die wichtig sind. Wie ist es um Ihren Mut bestellt? Der scheint ein Familienmerkmal bei Ihnen zu sein. Ihr Onkel musste ins Gefängnis, weil er anti­ faschistische Filme machte. Ihre Mutter, eine überzeugte Aktivistin, wurde bei einem Anschlag beinah ermordet. Aber mir ist nichts dergleichen passiert. Doch ich bin politisch aktiv und versuche auf der humanitären Ebene so viel zu tun wie möglich. Ich erinnere mich aber noch, wie ich eine Dokumentation über „Ärzte ohne Grenzen“ drehte. Da war ich einen Monat in Äthiopien, und es gab einen Moment, in dem ich fragte: „Was kann ich tun?“ – Die Antwort: „Sind Sie ein Arzt?“ – „Nein.“ – „Sind Sie Krankenpfleger?“ – „Nein.“ – „Kennen Sie sich mit Logis­ tik aus?“ – „Nein.“ – „Beherr­ Beherr Beherr­ schen Sie sonst irgendwas, THE RED BULLETIN

was in der Wüste nützlich ist?“ – „Nein.“ – „Dann gehen Sie nach Hause und drehen Sie Filme. Denn wenn wir wieder zurückkommen, dann möchten wir uns die anschauen.“ Verlieren Sie nicht den Blick auf solche Probleme, wenn Sie sich in der Glamourwelt großer Filme bewegen? Nein, denn ich weiß, dass das nur mein Job ist. Ich schätze mich glücklich, dass ich ihn habe, aber das ist nicht das wahre Leben. Sie als Schauspieler sind also ein normaler Mensch wie jeder andere? Jeder ist ein Schauspieler. Marlon Brando sagte: „Eine Rolle zu spielen ist ganz ein­ fach. Das tun alle jeden Tag, um überleben zu können.“ Was machen Sie, wenn Ihr Job Sie nervt? Dann schmeiße ich alle aus meinem Wohnwagen, sperre die Tür ab und sage: „Gebt Ruhe und lasst mich allein.“ Ernsthaft? Eigentlich nein. Denn norma­ lerweise habe ich eine super Zeit. Aber wenn ich mal aus­ spannen will, dann höre ich Metallica. Vor ein paar Mona­ ten habe ich sie live in Bogotá gesehen – großartig! Sie sind doch Springsteen­ Fan? Bei einem Konzert in Madrid hielten Sie mal die Einführungsansprache. Ja, aber das war eine üble Nummer, denn du sollst nicht vor abertausenden Menschen auftreten, die jemand ganz andern sehen möchten. Gibt es etwas, was Sie vom Boss lernen können? Klar. Ich hatte die Gelegen­ heit, ihn ein paarmal kurz zu treffen. Dieser Mann gibt alles – jedes Mal. Für ihn ist nichts selbstverständlich, und er bleibt seinen Überzeugungen treu. Das verleiht ihm eine einzigartige Energie, und die ist nach so vielen Jahren un­ verändert geblieben. Glauben Sie eigentlich an so etwas wie übersinnliche Energien, höhere Mächte? Nein. Kurz vor dem Tod meines Vaters konnte ich noch mit

„ICH BE­ WUNDERE LEUTE, DIE UNTER DRUCK HALTUNG BEWAHREN.“ ihm sprechen. Ich sagte ihm: „Kannst du bitte an meinem Geburtstag in einem Jahr vor vor­ beischauen und mir sagen, was da so los ist?“ Aber das tat er nicht. Nachdem mein Vater ein netter, höflicher Mensch war, hätte er kommen sollen. Das kann nur bedeuten: Da draußen gibt es nichts. Es gibt allerdings eine Macht, die Sie anbeten … Mein Mantra ist und bleibt: „Ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an Al Pacino.“ Warum eigentlich? Nur ein Beispiel: die Szene in „Der Pate“, als er aufbricht, den Gangster und den Polizis­ ten im Restaurant zu töten. Er ist völlig unbewegt. Aber aus seinen Augen und seiner Körpersprache liest du jeden Gedanken ab, der ihm durch den Kopf geht. Er ist völlig in dieser Energie aufgegangen. Und alles, was du denken kannst, ist: „Wie um alles in der Welt hat er das gemacht?“ „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“: ab 25. Mai im Kino

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Big Boys, Big Toys

Vier Meter groß, anderthalb Tonnen schwer: Method-2 ist der erste Roboter mit Cockpit. Demnächst soll er Menschenleben retten.

HEAVY-METALMONSTER 16

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ransformers“, „Robo­ cop“, „Ghost in the Shell“ – die Liste an Hollywood­Hits, für die der 3D­Designer Vitaly Bulgarov smart­spektakuläre Science­Fiction­Roboter ent­ worfen hat, ist lang. Mithilfe des südkoreanischen Unter Unter­ nehmens Hankook Mirae Technology holt er die Fiktion nun in die Realität. Seit 2014 arbeitete Bulgarov gemeinsam mit dreißig Inge­ nieuren an der Entwicklung eines vier Meter großen Robo­ ters aus Aluminium und Car Car­ bon. Der Method­2 wiegt ein­ einhalb Tonnen, ein einzelner

THE RED BULLETIN

VITALY BULGAROV/HANKOOK MIRAE TECHNOLOGY

Erster RoboterTestgang im südkoreanischen Labor, Ende 2017 kommt er auf den Markt.

Arm 130 Kilogramm. Vom futuristischen Design ab­ gesehen, betritt der Koloss auch technologisch Neuland: Method­2 ist der erste Roboter, der sowohl ferngesteuert als auch von einem Piloten im ver ver­ glasten Rumpf der Maschine gelenkt werden kann. Die Arm­ bewegungen des Passagiers werden auf die Greifer des Apparats übertragen. Dadurch kann der Pilot Objekte heben, die für den Menschen sonst zu schwer wären. Amazon­Chef Jeff Bezos war der erste Promi, der den Koloss bei einer Tech­Konfe­ renz im März testen durfte. Und der milliardenschwere CEO war begeistert. „Warum fühle ich mich wie Sigourney Weaver?“, rief er aus dem Cockpit, in Anspielung auf den Science­Fiction­Film „Aliens“, in dem Weaver einen Riesen­ roboter lenkt. Ab Ende des Jahres soll der Metallgigant in den Verkauf gehen. Preis: 8,3 Millionen Dollar, was angesichts der kolportierten Entwicklungs­ kosten von 200 Millionen Dol­ lar angemessen erscheint. Dass dieses Ding aber weit mehr sei als ein Spielzeug für Millionäre, unterstrich Yang Jin­Ho, Chef von Hankook Mirae. Method­2 sei der erste bipedische Roboter, mit dem sich Menschen in gefährlichen Umgebungen fortbewegen könnten. Damit ist der Gigant prädestiniert für Einsätze bei Kernkraftunfällen oder in Trümmerfeldern. vitalybulgarov.com

FLORIAN OBKIRCHER

BULLEVARD


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Bebe Rexhas neue EP „All Your Fault: Pt. 2“ ist im April erschienen.


BULLEVARD

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eit zwei Jahren ist Bebe Rexha in aller Munde: Sie lieh den Club-Hits der DJ-Stars David Guetta und Martin Garrix ihre Stimme. „Me, Myself & I“, eine Kollaboration mit dem Rapper G-Eazy, war 2016 unter den zwanzig am häufigsten gestreamten Songs. Und mit ihrem eigenen Track „I Got You“ stand sie an der Spitze der US-Dance-Charts. Ein hübsches Sternchen, das uns eine große Plattenfirma aufs Auge drücken will? Nein. Denn auch wenn die 27-jährige New Yorkerin derzeit die Pop-

Bebe Rexha

JARED THOMAS KOCKA/CHILLI MEDIA

FLORIAN OBKIRCHER

hat vermutlich einige deiner Lieblingssongs geschrieben – ohne dass du es weißt. Fünf Gründe, warum die USSängerin das nächste große Ding wird.

DIESE FRAU VERDREHT KÖPFE

Charts weltweit erobert, so ist sie gleichzeitig eine der ehr ehrlichsten und talentiertesten Musikerinnen der Stunde. Fünf Gründe, warum Bebe Rexha auf deine Playlist muss.

1. Sie ist zielstrebig

Rexha hasst es, wenn man ihren Erfolg als „schlagartig“ bezeichnet. Letztes Jahr twitterte sie: „Ich bin kein PopPüppchen. Mir hat keiner was geschenkt, ich habe vom ersten Tag an für meinen Erfolg gekämpft.“ Völlig richtig! In ihrer Jugend nahm sie neun Jahre lang Trompetenunter Trompetenunterricht und brachte sich das Gitarre- und Klavierspielen selbst bei. Genauso autark lernte sie den Umgang mit Musik-Software, um ihre Songs selbst – ohne die Hilfe eines Produzenten – auf aufnehmen zu können.

2. Sie ist eine Hitmaschine

Rexha hat vermutlich einige unserer Lieblingssongs geschrieben – ohne dass wir es wissen. „The Monster“ von Eminem und Rihanna? Stammt aus ihrer Feder. Nick Jonas’ Hit „Under You“? Ebenso. Bevor sie selbst ins Rampenlicht trat, stattete sie Stars wie Selena Gomez, Pitbull und Tinashe mit Hits aus. Ihr Talent wurde schon früh entdeckt: Als Teenager setzte sie sich bei einem Wettbewerb der Grammy Awards als „Best Teen Songwriter“ durch – gegen 700 Konkurrenten.

3. Sie ist stolz auf ihre Wurzeln

sehen betraf. „Damals waren dünne blonde Frauen wie Britney Spears angesagt“, erzählte sie dem „Evening Standard“. „Ich hasste meine Kurven und schwarzen Haare.“ Dass sie sich heute wohl in ihrem Körper fühlt, verdankt sie zum Teil den Kardashians. Die hätten, so sagt sie, den Weg für Popstars geebnet, die nicht dem Schönheitsideal des „American Girl“ entsprechen.

4. Sie greift Stars unter die Arme

Während viele Sängerinnen erst am Ende einer Produktion ins Studio geladen werden, um den Gesang aufzunehmen, ist Rexha bei ihren Kollaborationen voll eingebunden. Der Elektronik-Star David Guetta bat sie sogar um Hilfe, als er mit seinem Song „Hey Mama“ nicht weiterkam. Angeblich hatte sie die Melodie für den Refrain nach zehn Minuten im Kasten, der Song wurde zum Welthit – mit Top-Ten-Chartplatzierungen in 21 Ländern.

5. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund

Viele junge Musiker gehen ihre Karriere vorsichtig an – um es sich mit Radiostationen nicht zu verscherzen. Rexha dagegen nennt Dinge beim Namen. Zum Beispiel in ihrem Song „F. F. F.“ – kurz für „Fuck Fake Friends“ –, in dem sie mit sogenannten (Ex-)Freunden beinhart abrechnet. Ob der Song vielen Radiostationen zu heftig ist, interessiert sie dabei nicht. Wie erzählte Rexha der Zeitung „Toronto Star“? „Ich fluche den ganzen Tag, da werde ich mich in meinen Songs sicher nicht verstellen.“ beberexha.com

In ihrer Jugend war Rexha, deren Eltern aus Albanien stammen, alles andere als selbstbewusst, was ihr AusTHE RED BULLETIN

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BULLEVARD

Red Bull Hare Scramble Das härteste Enduro-Rennen überhaupt: Bist du zu schwach, ist das völlig normal.

SCHMERZBERG

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SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL

WERNER JESSNER

eit 1995 rennen die 500 besten, härtesten und zähesten Biker gegen den steirischen Erzberg an, doch der schüttelt regelmäßig den Großteil von ihnen ab. Die Fahrer scheitern am Steilhang, zerkochen ihre Motoren in der Sektion Hell’s Kitchen, verhungern in Carl’s Diner oder gehen in der Badewanne … genau. Dass die Strecke so brutal ist wie keine

andere, hat Methode, immer immerhin gilt es, den Ruf des selek selektivsten Enduro-Rennens der Welt aufrechtzuerhalten. In manchen Jahren erreicht nur eine Handvoll Fahrer inner innerhalb des 4-Stunden-Zeitlimits das Ziel. Schaffen es mehr als 20, nähert man sich also einer Erfolgsquote von vier Prozent, denken sich die Veranstalter für die nächste Auflage neue Unfahrbarkeiten aus. Selten sonst sieht man selbst gestandene Profis derart leiden, ja manchmal sogar weinen. Und selten sonst schmieden Spitzenathleten eiserne Allianzen, um überhaupt eine Chance zu haben. Gegner sind hier nicht die anderen – der Gegner ist der Berg. Red Bull Hare Scramble, 18. Juni 2017, ab 11.30 Uhr live auf redbull.tv Mehr Hare Scramble? „Parallel Universe“, Kult-Doku mit Seriensieger Taddy Błażusiak, auf: redbull.tv/paralleluniverse

Das ganz normale Stürzen, Aufstehen, Weiterkämpfen – und IrgendwannScheitern.

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BULLEVARD

Nik Nowak

Seine Skulptur „Soundpanzer“ bringt uns die Zwischentöne des Lebens nahe. Mit 4000 Watt Power.

HIER GIBT’S WAS AUF DIE OHREN

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he Red Bulletin: Herr Nowak, erklären Sie uns bitte, was an einem zwei Tonnen schweren, 4000 Watt starken Kettenfahrzeug, mit dem Sie in Museen und bei Festivals Lärm machen, Kunst ist. nik nowak: Meine Sound­ objekte sind meist Skulpturen und Performanceobjekte zu­ gleich. Der Soundpanzer ist das Ergebnis einer Serie mobi­ ler Soundsysteme und ver­ handelt die Verwendung von Sound als Waffe oder als kultu­ reller Katalysator. Er spielt mit dem Betrachter und nimmt akustisch Besitz vom Raum. Drei 18-Zoll-Subwoofer und zwei 4000-Watt-Verstärker, dazu Controller und Mischpulte für Videoprojektionen: klingt, als wäre ein Auftritt des „Soundpanzers“ was fürs vordergründige Vergnügen.

Es geht um mehr als um Tanz­ musik, wenn Sie das meinen. Das Objekt öffnet eine Vielfalt von Klangerlebnissen: und die wirken auf Körper und Psyche. Haben Sie ein Beispiel? Während einer Sequenz der Performance hören wir ein lautes unangenehmes Rau­ schen, wie man es als Test­ signal analoger Fernseher kennt. Dazu wird ein Bild auf die Oberfläche des Sound­ panzers projiziert. Doch dann filtere ich Frequenzen heraus, und plötzlich erinnert das Geräusch an Meeresrauschen und katapultiert uns in die assoziative Sphäre einer Natur­ erfahrung … man kann die Show als audio­visuelles Essay sehen, das uns das Potential von Sound vermittelt. Sie meinen, wir nehmen die meisten Geräusche um uns nicht bewusst genug wahr? Ja, leider. Oft werden Räume akustisch zugemüllt. Der Soundpanzer setzt zum akus­ tischen Gegenschlag an. niknowak.de

THOMAS HANNICH/PLATNUM

AREK PIATEK

Massive Attacke: der deutsche Künstler Nik Nowak und sein 4000 Watt starker Soundpanzer

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BULLEVARD

ZUBEREITUNG Mehl, gemahlene Mandeln, Staubzucker und Salz in einer großen Schüssel ver­ rühren. Butter hinzugeben und mit den Fingern kneten, bis die Mixtur die Konsistenz von Semmelbröseln hat. Das Ei mit Vanilleextrakt und Wasser steif schlagen. Die Flüssigkeit mit der zuvor bereiteten Mixtur erst mit einer Gabel, dann mit den Fingern verrühren und ver­ mengen, bis der Teig fest ist. Den Teig in zwei Hälften teilen und in Scheiben aus­ rollen. Die Hälften in Frisch­ haltefolie einwickeln und mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben. In der Zwischenzeit die Marmelade und den Zucker in einem Kochtopf bei mitt­ lerer Hitze verrühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Aufkochen lassen, Stärke­ mehl und Wasser (oder Bour­ bon) zufügen. Dann unter konstantem Rühren noch ein­ mal aufkochen lassen, bis die Mixtur sich verdickt. Von der Kochstelle nehmen, Kirschen dazugeben, gut vermischen und abkühlen lassen.

„Twin Peaks“

Feiere die Rückkehr von David Lynchs TV-Serie mit dem legendärsten Kuchen der Fernsehgeschichte.

ADDIE CHINN

FLORIAN OBKIRCHER

BON APPÉTIT TIT, AGENT COOPER A

m 21. Mai kehrt eine der prägendsten Serien in der Geschichte des Fernsehens auf die Bildschirme zurück: „Twin Peaks“, David Lynchs surreales TV-Meisterwerk über eine mysteriöse US-Kleinstadt. 18 neue Folgen ver verheißen ein Wiedersehen mit Kultcharakteren wie Laura

THE RED BULLETIN

Palmer, Kellnerin Shelly Johnson oder Agent Dale Cooper, dem nach Kirschkuchen süchtigen Helden der Serie. Zur Einstimmung der Fans auf die neue Staffel verrät Lindsey Bowden, Chefin des Twin Peaks UK Festivals, das Rezept zu besagtem Kirschkuchen aus ihrem Kochbuch zur Serie, „Damn Fine Cherry Pie“. lindseybowden.com

Shelly Johnson’s Cherry Pie Teig 450 g Mehl 50 g Mandeln, gemahlen 100 g Staubzucker 1 Prise Meersalz 250 g ungesalzene Butter, gewürfelt 1 großes Ei ½ TL Vanilleextrakt 5 EL Wasser Füllung 150 g Kirschmarmelade 150 g Streuzucker 1½ EL Stärkemehl 3 EL Wasser oder Bourbon 1,25 kg Kirschen, entkernt (Entkernt-Gewicht: 750 g) 1 großer Eidotter mit 1 EL Wasser zum Glacieren 1 EL Kristallzucker

Den Backofen auf 200 °C vor­ heizen, eine der Teigscheiben auf einer leicht mit Mehl be­ stäubten Arbeitsfläche aus­ rollen. Eine ofenfeste Metall­ pfanne (24 cm Durchmesser) fetten und mit dem Teig aus­ legen, Ränder andrücken. Mit der Kirschmischung füllen und den Teigrand am oberen Ende mit etwas Eiweißglasur bestreichen. Die andere Teigscheibe dünn ausrollen, in lange Zickzack­ streifen schneiden und diese auf den Kuchen legen und an den Rändern fixieren. Die Teigstreifen mit Eiweißglasur bestreichen und etwas Zucker darauf streuen. Den Kuchen 20 Minuten goldbraun backen, dann die Temperatur auf 180 °C reduzieren und noch einmal 35 bis 40 Minuten backen, bis die Füllung an den Rän­ dern Blasen wirft und der Teig knusprig ist. Vor dem Servieren eine Stunde ab­ kühlen lassen.

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BULLEVARD

Mirrorcube Hotel

Im Urlaub mal so richtig abhängen? In Nordschweden baumeln 64 Kubikmeter Stil zwischen Baumstämmen.

ich den Kindheitstraum von einer Nacht im Baumhaus erfüllen? Und das auf kultivierte Art und Weise? Geht am besten in Schwedens hohem Norden. In den dichten Wäldern um die Ortschaft Harads, nur 50 Kilometer vom nördlichen Polarkreis entfernt, hängt zwischen Baumkronen das Mirrorcube Hotel, ein 4 × 4 × 4-Meter-Würfel aus Glas. An Seilen befestigt, nur über eine Art Hängebrücke erreichbar. Wobei du deine Vorstellungen eines grob gezimmerten Baumhauses ein wenig updaten darfst. Den Mirrorcube sieht man zum Beispiel kaum. „Seine komplett verspiegelte Fassade reflektiert die Um-

Genial-rustikal: Birkenholz-Interieur

gebung, wodurch das Konstrukt fast unsichtbar wird“, sagt Hotel-Mitbegründer Kent Lindvall, „so wird es eins mit dem Wald.“ Was durchaus auch als Botschaft aufzufassen ist: „Es geht uns um Nähe zur Natur, um Nachhaltigkeit. Der Gast soll die Zivilisation hinter sich lassen, abschalten und sich auf Ursprüngliches besinnen.“ Der Würfel bietet zwei Personen Platz und einiges an Annehmlichkeiten: Wohn-, Schlaf- und Badezimmer (wie auch der beheizte Fußboden) sind aus Birkenholz gefertigt. Balkon und sechs Fenster mit Panoramablick eröffnen atemberaubende Perspektiven (Stichwort: Nordlichter), nur wenige Meter vom Würfel entfernt gibt es auch eine Sauna. Und wem es mit dem Hinter Hintersichlassen der Zivilisation nicht ganz so ernst ist: Es gibt auch Wi-Fi im Mirrorcube. treehotel.se

PETER LUNDSTRÖM/WDO

AREK PIATEK

TRÄUMEN IN BÄUMEN

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Escape Room: das Baumhotel „Mirrorcube“ in Nordschweden

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THE RED BULLETIN


MAIN PARTNER


BULLEVARD

Kein Geschrei mehr, keine lauten Gitarren: Linkin Parks Frontmann Chester Bennington will uns nichts mehr beibringen.

DIE WELT IST EIN HUND AN DER LEINE 26

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as legendäre Sunset Marquis Hotel mitten in West Hollywood. Direkt am Sunset Strip lümmelt Linkin-ParkSänger Chester Bennington in einem Sessel. Er stellt sein neues Album „One More Light“ vor, ein Werk, das sich den Widrigkeiten des Lebens ohne eine Wand an Gitarren entgegenstellt. „Numb“ oder „In the End“ hießen die Hymnen einer verlorenen Generation, vor über zehn Jahren vorgetragen von ihrem inner innerlich zerfressenen Priester Bennington. Das ist lange her. Aus der lauten Rock-Band Linkin Park ist etwas anderes gewor geworden. Etwas Selbstsicheres. „Es ist nicht mein Job, Menschen etwas beizubringen“, äußert

THE RED BULLETIN

PHT/EXPA/PICTUREDESK.COM

Linkin Park

sich der 41-Jährige zu seiner Rolle als Superstar. „Wir wollen und können die Welt nicht verändern. Doch wir wollen unsere Erfahrungen und Empfindungen mit ihr teilen und hoffen, dass die Menschen etwas für sich selbst herausziehen können.“ Also sagt Chester Bennington Sätze, die man früher von ihm nicht gehört hätte: „Die Welt wird ein immer besserer Ort. Sie ist wie ein Hund an der Leine. Er will immer mal wieder ausbrechen, aber letzten Endes wird er von seinem Herrchen sicher nach Hause geführt.“ Draußen auf dem Strip heult eine Sirene. In Bennington, einst ein Mensch in emotional bedenklicher Schieflage, ist es so ruhig wie nie. Vielleicht auch, weil er eingesehen hat, dass es nicht seine Aufgabe ist, die Welt auf seinen Schultern zu tragen. linkinpark.de

BJÖRN SPRINGORUM

Privileg in Reihe eins: Chester Bennington Aug’ in Aug’ mit Fans


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„TOTALE ZUSTIMMUNG, TOTALE ABLEHNUNG. DANN HAST DU ALLES RICHTIG GEMACHT.“

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Joel Basman beim The Red BulletinShooting im Zürcher Club „Zukunft“ zukunft.cl


„Mich fasziniert an der Schauspielerei, dass du frei bist. Du bist nicht du selbst, obwohl du du selbst bist. Die tausend Widersprüche, die damit verbunden sind, die sind Freiheit.“ Noch nie war ein Schweizer Schauspieler so jung so erfolgreich wie Joel Basman. Ein Gespräch übers Schauspielen, übers Neinsagen, über Scham und über zweieinhalb Minuten mit Bill Murray.

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he red bulletin: Herr Basman, Sie spielen be­ vorzugt Rollen von Menschen, die nicht so zur Identifikation taugen, Nazis, Irre, Süchtige, Mord­ opfer. Kritiker heben besonders die Intensität Ihrer Darstellung hervor. Woher kommt die? joel basman: Die kommt wohl aus einem gewissen Wahn, mich auf das, was ich tue, einzulassen. Das klingt jetzt anspruchsvoll. Sie können auch einfach „Flow“ sagen. So nennt man den Zustand, wenn man in das, was man tut, völlig versinkt, egal was es ist. Als Barkeeper hier hinterm Tresen kannst du genauso im Flow sein, wenn es dir nur darum geht, mit deinen Drinks die Leute glück glücklich zu machen. Das Besondere an meinem Beruf: Wenn Dreharbeiten über Monate gehen, kann der Flow Monate dauern. Und dann wird’s wirklich geil. Unser Gespräch findet wenige Wochen vor Dreh­ arbeiten statt, bei denen Sie Rudolf Höss spielen werden, den Kommandanten des KZ Auschwitz. Wie geht’s Ihrem Flow aktuell? Die intensive Zeit beginnt gerade. Die Zeit, in der ich immer tiefer in diesen Rudolf-Höss-Kosmos reingehe und nicht mehr rauskomme. Wenn ich mich zu Hause einbunkere, immer dieselben Biografien lese, dieselben Bilder gucke, dieselbe Musik höre. Immer mehr Höss werden, darum geht’s die nächsten Wochen. Man wird nach Abschluss der Dreharbeiten aber schon wieder 100 Prozent Basman? Weil ein Stückchen Höss im Charakter, ich weiß nicht … Es ist nicht immer leicht, wieder rauszukommen. Du übernimmst ja enorm viel von der Figur, Bewegungsabläufe, Verhaltensweisen, Gefühle. Ein Dreh macht was mit deinem Kopf. Das geht weit ins Leben rein. 30

Text: Stefan Wagner Fotos: Christoph Köstlin

So weit, dass Ihre Freunde mit Ihnen weniger gern auf ein Bier gehen, wenn Sie einen Nazi spielen? Ich treffe meine Freunde in den nächsten Wochen nicht, das ist richtig. Die Zeit, in der ich zum Höss werde, tu ich niemandem an. Ist es Qualitätskriterium eines Schauspielers, dass sein Privatleben unter dem Beruf leidet? Ja. Auf jeden Fall. In „Wir sind jung. Wir sind stark.“ waren Sie ein richtig überzeugender Neonazi. Waren Sie da vor allem stolz auf die Leistung, oder haben Sie sich vor allem gefürchtet und geekelt vor der Figur? Für den Menschen Joel Basman war das eine sehr unangenehme Erfahrung, als ich den Film gesehen habe, eigentlich zu krass. Für den Schauspieler Joel Basman war es aber geil, diese Furcht und diesen Ekel zu empfinden. Aber eben nicht eindimensional. Inwiefern nicht eindimensional? Meine Begeisterung für diesen Beruf hat auch damit zu tun, dass ich versuchen darf, zu verstehen, was im Menschen vorgeht. Ich glaube ja, dass es kein absolutes Böse und kein absolutes Gut gibt, sondern alles hat einen Anfang, jeder hat eine Erziehung, ein Umfeld, Einflüsse. Das muss ich ergründen. Schwarz und weiß, gut und böse, das wäre zu einfach. Sie sind Jude, Herr Basman. Und Sie spielen einen Nazi aus ganzem Herzen. Ich würde ihn an Ihrer Stelle sabotieren, der Lächerlichkeit preisgeben. Ich muss mega aufpassen, dass ich nicht mit einem fertigen Urteil in eine Rolle reingehe. Wenn ich Rudolf Höss spiele, dann muss ich mit ihm dahin gehen, wo

„ICH TREFFE MEINE FREUNDE IN DEN NÄCHSTEN WOCHEN NICHT. DIE ZEIT, IN DER ... er noch nicht der war, zu dem er wurde. Ich muss in seine Kindheit gehen, muss verstehen, was passiert ist, dass dieser Mensch an einen Punkt gekommen ist, dass das, was er tat, für ihn Sinn ergeben hat, eine Konsequenz war. Ein Kind, das in Nazi-Deutschland geboren ist, ist ja kein Nazi. Es ist in einem Land geboren, wo die Hakenkreuzfahne so normal war wie für mich ein weißes Kreuz auf rotem Grund. So muss ich das sehen. Was ich persönlich als Joel vor und nach dem Projekt von diesem Menschen halte, ist völlig irrelevant. Ich muss einen Menschen erschaffen,

THE RED BULLETIN


... ICH ZUM KZ-KOMMANDANTEN RUDOLF HÖSS WERDE, DIE TU ICH NIEMANDEM AN.“


Nummer eins sind. Das ist mir fremd. Ob dein Beitrag groß oder klein ist: nicht wichtig. Dass das Ding am Ende gut wird: sehr wichtig. In einem Interview haben Sie gesagt: „Eine gute Agentur und ein Gespür dafür, was man will und was man nicht will – dann kann kommen, was will.“ Gute Agentur okay, aber wie entwickelt man dieses Gespür? Schwieriger, als zu erkennen, was richtig oder falsch ist, ist, die Konsequenz zu ziehen. Einfach abzusagen, einfach nein zu sagen, wenn was nicht passt. Das Tattoo auf Ihrem Handrücken sind die hebräischen Schriftzeichen für „Nein“. Ist „Nein“ so wichtig, dass man sich täglich daran erinnern muss? Nein zu sagen ist so viel schwieriger, als ja zu sagen. Aber es ist die Mühe wert. Nur ein Nein lässt dich wachsen. Probieren Sie’s mal: Die Wirkung eines Nein­Moments ist um so viel stärker als die eines Ja­ Moments. Da sind wir wieder bei diesen 100 Prozent Anerkennung von vorhin. Wir glauben, alle müssen dich immer toll finden. Niemand darf dich scheiße finden, mach dir nur ja keine Feinde, sei immer happy und cool mit allen. Aber das stimmt nicht! Akzeptiere, dass es viel mehr bringt, wenn da Zustimmung ist und Ablehnung, beides! Das Böse fasziniert Sie, wie Sie immer wieder sagen, Ihre Traumrolle wäre ein Bond-Bösewicht.

„ZUSTIMMUNG UND ABLEHNUNG, BEIDES MUSS DA SEIN. WENN 100 PROZENT ... mit der ganzen Kraft und Loyalität, die ich habe. Auch wenn ich den im richtigen Leben am liebsten tot sehen möchte. Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Schauspieler, einen guten von einem schlechten Film? Letztens saß ich an einem Tisch, zehn Leute, wir sprachen über „Toni Erdmann“. Die eine Hälfte hielt den Film für absolute Riesenscheiße, die andere Hälfte für das Allergrößte der letzten fünf Jahre. Genauso muss das sein. Totale Zustimmung, totale Ablehnung. Dann hast du alles richtig gemacht. Mir wären 100 Prozent Zustimmung ja lieber. Nein! Woran muss ich denn arbeiten, um 100 Prozent zu erreichen? Welche Kompromisse muss ich ein­ gehen? Dann wird ja alles Fake! Wenn 100 Prozent cool finden, was du tust, hast du was falsch gemacht. Man darf als Schauspieler niemals eitel sein, haben Sie einmal gesagt. Ich glaub Ihnen das nicht. Und ich meine damit gar nicht, dass man gut oder nicht gut aussieht, Sie zum Beispiel müssen ja in vielen Ihrer Rollen schrecklich aussehen. Ich denke etwa an George Clooneys Hollywood-Film „Monuments Men“. Sie waren im Gespräch für die Hauptrolle, genommen wurden Sie dann für eine 2½-MinutenRolle. Gemeinsam mit Bill Murray, immerhin, aber: schon eine Degradierung, nicht? Gar nicht. Eine Szene mit Bill Murray als Degradierung zu empfinden, das wäre eitel gewesen. Natürlich gibt es Kollegen, die machen nur Sachen, wenn sie die 32

Das T-Shirt, das Joel Basman auf diesen Bildern trägt, stammt aus seiner eigenen Kollektion.


Joel Basman

GROOMING: RACHEL WOLFISBERG, WWW.RACHELWOLFISBERG.COM

Geboren am 23. Januar 1990 in Zürich. Der Vater stammt aus Tel Aviv, die Mutter ist Schweizerin, Basman besitzt die israelisch-schweizerische Doppelstaatsbürgerschaft. Erste TV-Rolle als Vierzehnjähriger in „Lüthi und Blanc“, seither Dutzende Rollen in verschiedenen TV- und Kinoproduktionen von „Tatort“ und „Homeland“ bis zu „Wir sind jung. Wir sind stark.“ (Deutscher Filmpreis 2015), „Ziellos“ (Schweizer Fernsehfilmpreis 2015) oder George Clooneys „Monuments Men“. Basmans Familie ist im Modedesign-Business bekannt, er selbst hat bereits mehrere Kollektionen entworfen.

Wenn Sie sich auf das grundsätzlich Böse einer Rolle einlassen, fürchten Sie sich dann auch vor sich selbst? Wie sehr steckt in Ihnen ein Mörder? Jeder Mensch ist fähig, all das zu machen, was auf dieser Welt möglich ist. Wäre ich, Joel Basman, bereit, einer Frau nach Hause zu folgen, sie zu ver­ gewaltigen und zu erwürgen, wie meine Figur in dem Borowski­„Tatort“? Unvorstellbar. Aber was, hätte ich mit zwölf irgendwas Schlimmes erlebt? Was wäre dann? Was hätte sich in meinem Gehirn verändert? Es ist hochnäsig, sich moralisch sicher zu sein. Nimmt das Publikum überhaupt wahr, dass alle diese Gedanken in Ihrer Arbeit stecken? Wären Sie ein schlechterer Neonazi, gingen Sie mit Ihren Freunden während der Dreharbeiten auf ein Bier? Opfern Sie nicht zu viel? Unbewusst nehmen die Leute alles wahr. Ganz sicher. … während sie daneben Popcorn essen oder SMS tippen. Zahlt es sich aus, so viel zu investieren? Es geht nicht anders! Allein schon als Absicherung für mich. Weil ich nur dann das Gefühl habe, ich habe den Job so gut gemacht, so gut ich irgendwie kann. Und die Anerkennung für etwas, in das man alles gesteckt hat, zählt ja auch viel mehr. Wenn es sich ausgezahlt hat, sich zu investieren, das ist die größte Freude, die man haben kann. Sie sagen auch: „Am liebsten spiele ich Rollen, die ich nicht spielen kann.“ Komfortzone ist nicht so Ihr Bereich, oder? Eines kann ich Ihnen sagen, aus Erfahrung: In den Momenten, in denen ich diese Zone verlassen habe, sind die besten Sachen meines Lebens passiert. Oft kam zuerst eine Klatsche in die Fresse, aber danach kam eine noch größere Umarmung. Beispiele? Es geht um alle Situationen, in denen du über deinen Schatten springen musst. Es ist ein unglaublich geiles Gefühl, wenn du etwas getan hast, das du dir nicht zugetraut hast. Wenn du dich einer Situation aus­ gesetzt hast, vor der du Angst hattest. Muss nicht mal hundertprozentig gelingen. Du musst es nur probiert haben. Darum geht’s. Das ist sicher auch einer der Gründe, warum ich diesen Beruf liebe. Weil ich da einfach dauernd Sachen machen darf, vor denen ich Schiss habe. Weil er mir erlaubt, in diese Sphären reinzugehen, die dreckig sind, ekelhaft, voll Hass. Und dort auch die Kontrolle zu verlieren, weil es eben nur dann echt ist. Es genügt also nicht, sich aus der Komfortzone rauszubewegen. Man muss auch die Kontrolle über die Situation aufgeben? Ja, darum geht’s.

Das kann doch nicht immer gehen. Nehmen wir Ihre Mord- und Vergewaltigungsszene im Borowski„Tatort“. Da haben Sie die Kontrolle verloren? Innerhalb klarer Grenzen ja. Erst mal musst du ganz technisch den Ablauf klären: wo du die Hand hintust und wo nicht, wie du sie würgst und so weiter. Das Beleidigen, der Versuch, sie auszuziehen, in sie einzu­ dringen und sie weiter zu würgen, bis sie tot ist, und ihr dann ins Gesicht zu spucken. Das sind Abläufe, die du jedes Mal strikt einhältst, bei jedem Take, da geht es um respektvollen Umgang mit der Kollegin. Aber

innerhalb dieser Grenzen musst du ausflippen. Und wenn sie dann tot ist, geht es los. Du beschimpfst sie, spuckst sie an. Nach der Szene stehst du auf der Seite im Dunkeln und denkst: „Fuck, Alter. Was ist da gerade passiert? Was habe ich gerade gemacht? Es hat sich gerade richtig angefühlt, einer toten Frau ins Gesicht zu spucken.“ Nicht cool. Ein Horror. Aber der Film dann, der Film war gut. joelbasman.ch

... COOL FINDEN, WAS DU MACHST, DANN HAST DU ETWAS FALSCH GEMACHT.“ THE RED BULLETIN

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QUANTEN SPRUNG Text: JOSH DEAN  Fotos: SAM GREENFIELD / ORACLE TEAM USA

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Das Oracle Team USA ist der Sieger des letzten America’s Cup und darf daher den Austragungsort der diesjährigen Segel­ regatta wählen. Im Juni werden sechs Teams auf Bermuda antreten, um auf futuristischen Booten um die älteste Sporttrophäe der Welt zu segeln.


Höhere Geschwindigkeit bedeutet größere Gefahren. Vor­ bereitung ist daher überlebenswichtig.

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Über die letzten zehn Jahre hat sich die Geschwindigkeit bei Segelregatten verfünffacht, und die Teilnehmer sind im Schnitt um zehn Jahre jünger als 2007. Der 35. America’s Cup, der im Juni stattfindet, wird RENNSEGELN AUF EIN VÖLLIG NEUES NIVEAU katapultieren.


as Erste, was einem im Flughafengebäude auf Bermuda auffällt, ist ein Riesenplakat für den America’s Cup. Die kleine Insel, auf der im Juni eine der ältesten Sportveranstaltungen der Welt zum 35. Mal stattfinden wird, ist geradezu gepflastert mit Plakaten mit Bildern von 15-MeterYachten, die aussehen wie TarnkappenTarnkappen flieger. Science-Fiction? Nein, Gegenwart. Die Geschichte des America’s Cup kann man in zwei Epochen einteilen: die 32 Bewerbe von 1851 bis 2007 – und die Zeit ab 2010, geprägt durch die Einführung von Mehrrumpfbooten. Das war das Jahr, in dem Oracle-Gründer Larry Ellison mit BMW Oracle Racing den Titelverteidiger Alinghi aus der Schweiz bezwang. Mit einem Trimaran, der statt eines Segels einen starren Flügel (den größten je her hergestellten) verwendete. Das Oracle-Boot segelte mit 20 Knoten (37 km/h) doppelt so schnell wie bei vorhergehenden Cups. Drei Jahre später wurde es noch ver verrückter: Sowohl Team USA als auch Team Neuseeland segelten mit Katamaranen mit unter Wasser angebrachten „Flügeln“ (Hydrofoils), die das Boot von der Wasser Wasseroberfläche abheben ließen und den Speed auf über 40 Knoten verdoppelten. Es war der Vorbote dessen, was im Grunde genommen eine neue Sportart ist. „Das ist, als nähme man bei einem Auto den 300-PS-Motor raus und ersetzte ihn durch einen mit 3000 PS“, erklärte es diedie

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KNOTEN

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EINE PLÖTZLICHE & DRAMATISCHE BESCHLEUNIGUNG

11 2007 2009 2011 2013 2015 2017

Von 1851 bis 2007 nahm der Speed beim America’s Cup nur unwesentlich zu. Seither stieg diese Kurve jedoch extrem steil an.


„Man stelle sich vor, man steht auf dem Dach eines Autos, das mit 90 Stundenkilometern auf der Autobahn fährt. Das ist die Situation, in der sich diese Jungs befinden, und dann müssen sie in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung treffen, die das Rennen entscheiden könnte – wenden, halsen oder geradeaus segeln?“ Ian „Fresh“ Burns, Performance-Manager, Team Oracle USA

SCHNELLERE BOOTE, KÜRZERE STRECKEN

1851 segelte die „America“ auf einer Strecke von gut 53 Seemeilen gegen 15 andere Boote um die Insel Wight vor der südenglischen Küste. Sie gewann mit acht Minuten Vorsprung, ungefähr ein Drittel der Zeit, die die ganze Regatta 2017 dauern wird. Die Strecke bei Bermuda wird zehn bis zwölf Meilen lang sein und in 20 bis 22 Minuten umsegelt werden.


KAUM NOCH DER GLEICHE SPORT

Die „America“, erster Sieger des America’s Cup, war eine 31 Meter lange Schoneryacht mit grünem Holzrumpf und einer Segelfläche vor dem Wind von knapp 500 Quadrat­ metern. Die AC50 ist 15 Meter lang, hat einen Doppelrumpf aus Karbon­ faser und ein starres Flügelsegel mit einer Fläche von 100 Quadrat­ metern.

ses Jahr Oracle-Performance-Direktor Ian „Fresh“ Burns einem Reporter. Regattasegeln in eine Art Formel 1 auf dem Wasser zu verwandeln war genau, was Ellison im Sinn hatte, und in der Vorbereitung der diesjährigen Titelverteidigung forderte er Organisatoren und Ingenieure auf, noch einmal ans Limit zu gehen, zugleich aber auch die Kosten zu reduzieren, um mehr Wettbewerber anzuziehen. Die neuesten Hydrofoil-Katamarane, die AC50, sind mit einem Topspeed von über 50 Knoten (93 km/h) die schnellsten Segelboote, die es je gab, und dabei nur drei Fünftel so lang wie ihre Vorgänger AC72 vor vier Jahren. Zudem kostete die Entwicklung der AC50 nur die Hälfte. Das führte dazu, dass diesmal fünf Teams dar darum kämpfen werden, Ellison und seinem vorlauten australischen Skipper Jimmy Spithill den Cup abzujagen. Spithill wird das jüngste Team anführen, das je den America’s Cup gesegelt ist, und eines, das Ironman-Triathleten in Sachen Kondition in nichts nachsteht. Dazu kommt eine Gruppe Ingenieure und Bootsbauer, die mit Unternehmen wie Airbus und BMW zusammenarbeiten, um die neuen Mehrrümpfer zu justieren. Spithill kann es selbst kaum glauben, wie weit dieser Sport es gebracht hat. „Was ich mich frage, ist: Was kommt als Nächstes?“ 40

1851– 2007: EINRUMPF-YACHTEN

2013: DER AC72 KATAMARAN

20 bis 28 Meter über der Wasser­ linie, Topspeed: 11 Knoten (20 km/h)

26 Meter lang, 5900 kg, Topspeed: 44 Knoten (81,5 km/h)

DIE KLEINSTEN & SCHNELLSTEN BOOTE DES AMERICA’S CUP Mit 61 Metern war die „Reliance“, das größte America’s­Cup­Siegerboot (1903), viermal so lang wie die AC50s, die 2017 antreten.

2010: DER USA-17 TRIMARAN

2017: DER AC50 KATAMARAN

26 Meter lang, 3500 kg, Topspeed: 32 Knoten (59 km/h)

15 Meter lang, 2300 kg, Topspeed: 50 Knoten (93 km/h) THE RED BULLETIN


DAS SOLL EIN SEGEL SEIN? Das Hauptsegel der AC50 ist eigent­ lich ein starrer Flügel und kein Segel. Aber statt wie bei einem Flug­ zeug Auftrieb zu erzeugen, verleiht es dem Boot einen Vorwärtsschub im Wasser. An der Entwicklung des Flügelsegels, das aus einem Karbon­ fasergerüst besteht, ummantelt mit einer Kunststo≠folie der Firma Clysar, war auch Airbus beteiligt.

WIND OF CHANGE Boote mit Hydrofoils sind so schnell und e∞zient, dass sie ihren eigenen Wind, sogenannten „Scheinwind“, generieren, wodurch sie Geschwin­ digkeiten von bis zu 25 Knoten (46 km/h) bei nur 6 Knoten (11 km/h) Windstärke erreichen können.

das BOOT: AC50

VON EINRUMPF-SCHLACHTSCHIFFEN ZU FLIEGENDEN KATAMARANEN Seit dem ersten America’s Cup 1851 – und für den größten Teil der Geschichte dieser Veranstaltung – waren nur geringe Geschwindigkeitsgewinne möglich. Aber seit der Einführung von Hydrofoils 2013 fliegen die Boote buchstäblich über das Wasser. Foils sind leichte, hydrodynamische Flügel, die den Bootsrumpf aus dem Wasser heben, wenn gewisse Windgeschwindigkeiten er­ reicht werden – beim AC50 reichen schon sechs Knoten (11 km/h). Dadurch wird der Widerstand erheblich verringert, weil nur kleine Teile des Foils (und nicht der ganze Rumpf) das Wasser berühren, was erklärt, wie die Boote praktisch über Nacht exponentiell schneller wurden. Die AC50s haben sogar die 50 Knoten (93 km/h) schon überschritten. „Es ist wie Formel 1 auf dem Was­ ser“, sagt der Skipper von Oracle Team USA, Jimmy Spit­ hill. Der Vergleich ist gar nicht so abwegig. Wie F1­Wagen sind die AC50s speziell angefertigte, hochentwickelte Maschinen, mit Materialien wie Kohlefaser und Titan ge­ baut und mithilfe von Supercomputern entworfen, die strömungsdynamische Berechnungen durchführen.

BIG DATA Die dem Oracle Team USA zur Ver­ fügung stehende Computerleistung ist 100­mal so hoch wie noch vor drei Jahren. Ungefähr 100 kleinste Sensoren am Boot nehmen über 600 Kanäle Daten auf und senden sie in Echtzeit an ein Büro, in dem Ingenieure sie analysieren und bei Bedarf täglich Änderungen vor­ nehmen können.

DAS STEUERRAD Mit über 100 km/h Topspeed bläst der Wind dem Segler ins Gesicht. Daher sind die Steuerelemente so einfach wie möglich. Skipper Jimmy Spithill hat ein zum Teil von BMW entwickeltes Steuer in der Hand mit Tasten zum Heben und Senken sowie Drehgriffen zum Justieren der Neigung der Foils.

HYDRAULIK

HYDROFOILS Jedes Team darf zwei Sets Steck­ schwert­Hydrofoils entwerfen, eines für schwache und eines für starke Winde. Man kann sie mit Reifen bei Autorennen vergleichen, die ja auch je nach Streckenbedingungen ge­ wechselt werden können.

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Die Hydrauliksysteme des Bootes wurden in Zusammenarbeit mit Airbus und dem Raumfahrtunter­ nehmen Parker Hannifin entwickelt. Ingenieure beider Unternehmen sind seit zwei Jahren mit dem Oracle Team USA in Bermuda vor Ort. Air­ bus arbeitet hauptsächlich an den Kontrollsystemen, während Parker sich der Hardware widmet.

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Jeder an Bord trägt Helm und Prall­ schutzweste. Eine Sauersto≠flasche und ein Spezialgurt sollen nach einer Kenterung das Über­ leben sichern.

DIE GRINDER

Sie sind die Muskelmänner an Bord. Ihr Job ist der ­anstrengendste der ganzen Crew, und dafür werden die besten und stärksten Sportler eingesetzt. Idealer­ weise sind sie groß, weil größere Menschen längere „Hebel“ haben und dadurch mehr Leistung generieren können. Dennoch gibt es keine Vorgaben, wie die Leis­ tung erzeugt werden muss. Das Team Neuseeland hat sich zum Beispiel dafür entschieden, Pedale anstelle von Handkurbeln zu verwenden, und hat zu diesem Zweck Profi-Bahnradfahrer angeheuert.

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DER SKIPPER

Das ist der Chef an Bord. Er sucht die Mitglieder seiner Besatzung aus und macht klar, wo es langgeht. Während der Regatta steuert er das Boot und holt in exakter Zusammen­ arbeit mit dem Flügel-Trimmer das Maximum aus dem Schi≠ heraus.

DER TAKTIKER

Er ist das Auge des Bootes, er be­ obachtet die Position im Bezug auf die Rennstrecke und den Gegner. Taktiker schauen und denken vor­ aus, beraten den Skipper bei der Wahl des Kurses. Das ist ein Job, der einerseits sehr viel Segel­ erfahrung voraussetzt. Anderer­ seits hilft sich der Taktiker mit Hightech und zieht Echtzeitdaten aus einem Tablet.

DER WING-TRIMMER

Er ist der kleinste Mann auf dem Boot, und seine Aufgabe ist es, mit nichts als einer Leine das Flügelsegel so zum Wind zu drehen, dass es maximalen Vortrieb erzeugt. Dabei geht es um Millimeter und Winkel, die sich mit ­jeder Bewegung des Bootes verändern können.

die CREW

BEIM AMERICA’S CUP 2013 IN SAN FRANCISCO ­TRATEN AUF JEDER AC72-YACHT ELF SEGLER AN. 2017 AUF BERMUDA WERDEN NUR NOCH SECHS MANN AN BORD DER AC50-YACHTEN SEIN.


550

525

Kilo darf die sechsköpfige Crew insgesamt maximal wiegen.

Kalorien verbrennt ein Grinder durchschnittlich bei einem 22-minütigen Rennen.

9

Prozent Körperfett haben die Crewmitglieder im Durchschnitt. 44

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Jimmy Spithill, Skipper des Oracle Team USA, beim Ergo-Training. Diese Segler sind Hochleistungssportler.

die FITNESS

GEMÜTLICHE TYPEN IM BLAZER SIND OUT. AC50-SEGLER SIND HOCHLEISTUNGSSPORTLER.

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Bio-Eier aus Pennsylvania wurden von der Oracle-Team-USA-Crew in einer einzigen Woche verbraucht.

Kilo schaffen die OracleCrewmitglieder im Durchschnitt beim Bankdrücken.

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PETER HURLEY

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Vor 2013 war der America’s Cup ein ganz anderer Sport. „Es war körperlich nicht besonders anspruchsvoll“, sagt Craig McFarlane, Trainer von Oracle Team USA. Grinder gab es schon immer, sie arbeiteten zwar kurzfristig sehr hart, konnten sich aber danach ausruhen. Diesmal werden die Grinder der Oracle-Crew während des ganzen 22-minütigen Rennens auf 91 bis 93 Prozent ihres Maximalpulses arbeiten. „Was Eliteradfahrer mit ihren Beinen tun müssen, leisten unsere Jungs mit den Armen“, sagt McFarlane. Über an den Griffen angebrachte Sensoren er erfahren der Trainer und sein Team, welche Leistung jeder der Grinder bei welcher Umdrehungszahl der Kurbeltrommeln erbringt, wer am härtesten arbeitet und wer sich wie schnell erholt. McFarlane tüftelt am idealen Mix. Nach jetzigem Wissensstand liegt die „optimale Taktgeschwindigkeit“ seiner Meinung nach bei 85 bis 90 Umdrehungen pro Minute. „Aber wir sind mit der Feinjustierung noch nicht fertig“, sagt er. Faktoren: nicht zu hoch rauf mit dem Puls; Milchsäureaufbau im Blick behalten. McFarlane trainiert die Crew fünfmal die Woche, mit der Option auf eine sechste Trainingseinheit am Samstag (die die meisten nutzen). Dreimal pro Woche liegt der Schwerpunkt auf Kraft. Einen Tag lang steht Ausdauertraining ohne Gewichte im Pool auf dem Programm, und an einem weiteren Tag wird intensiv im Wasser gearbeitet: weit aufs Meer rausschwimmen und eine Kombination aus Unterwasser-Gewichtübungen und Unterwasserrennen absolvieren. Unmittelbar danach wechseln die Segler zu Übungen an Land – meistens Treppensteigen oder Bergauflaufen. „Dieses Übergangstraining verlangt einem viel ab, macht einen aber als Sportler sehr belastbar“, sagt McFarlane. Sogar die Land-Crew (quasi das Bodenpersonal) von Oracle Team USA trainiert jeden Tag morgens um 6.30 Uhr. „Wenn sie übergewichtig oder nicht gesund sind, können sie auch ihre Arbeit nicht machen“, sagt Ernährungsberater Scott Tindal. Auch die Fitness der Land-Crew, meint er, „wird bei dieser Kampagne eine große Rolle spielen“. Über einen Zeitraum von sechs Monaten haben die acht Jungs insgesamt mehr als 40 Kilo Fett verloren. Und ein paar Mal in der Woche boxen alle auch noch mit Box-Coach Brent „Honey Badger“ Humphreys. 45


die NÄCHSTE GENERATION

BEREITS ACHT SEGLER AUS DEM RED BULL-NACHWUCHSPROGRAMM HABEN ES BIS IN DEN AMERICA’S CUP GESCHAFFT. Die zweifachen österreichischen Olympiasieger (2000 und 2004) in der Tornado-Klasse, Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher, entwickelten 2013 das größte Talent-Suchprogramm der Segelwelt und führen dieses seither als Sportdirektoren an. „Wir versuchen den JungSeglern den Geist zu ö≠nen, indem wir unsere Erfahrung mit ihnen teilen. Und hoffentlich führt sie all das in die richtige Richtung für ihre Zukunft“, erklärt Hans-Peter Steinacher. Am Anfang steht die 2015 initiierte Red Bull Foiling Generation. Sie ist eine internationale Regattaserie für alle Nachwuchssegler im Alter von 16 bis 20 Jahren. Gesegelt wird in Zweierteams auf rund 5,5 Meter langen, bis zu 35 Knoten (65 km/h) schnellen FlyingPhantom-Katamaranen. Den nächsten Schritt auf der Karriereleiter stellt dann der Youth America’s Cup dar. Bis zu 16 nationale Jugendteams im Alter zwischen 19 und 25 Jahren kämpfen auf AC45-Foiling-Katamaranen in einer Qualifikationsserie auf den Bermudas (12. bis 16. Juni) um den Einzug in das Finale der besten acht (20./21. Juni) – ausgetragen auf originaler America’sCup-Rennstrecke. „Wir wollen durch alle Serien die weltbesten Segler ihrer Altersgruppen finden“, erklärt Skipper Roman Hagara. Der Erfolg gibt ihm recht: Vom ersten Youth America’s Cup 2013 haben es bereits acht Segler in den America’s Cup geschafft – u. a. Sieger Peter Burling, 2017 Skipper bei Emirates Team Neuseeland, oder Cooper Dressler (beide 26 Jahre alt) als Grinder bei Oracle Team USA. Wichtige Segel-Erfahrungen sammeln Jungprofis nach dem Youth America’s Cup auch in der Extreme Sailing Series, am Boot von Hagara/Steinacher. foilinggeneration.redbull.com

der SKIPPER

JIMMY SPITHILL GREIFT NACH SEINEM DRITTEN SIEG BEIM AMERICA’S CUP.

DIE KLEINSTEN CREWS DER GESCHICHTE Die „Reliance“, das größte Boot, das den America’s Cup gewann (1903), hatte 72 Mann Besatzung. 2017 ist die Crew nur noch sechs Mann stark.

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1992-2007

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2013 2017 46

6

Der Skipper von Oracle Team USA ist buchstäblich auf dem Wasser aufgewachsen. Seine Heimatstadt im ostaustralischen Pittwater war nicht mal mit dem Auto er erreichbar, daher musste er, wann immer er nach Sydney wollte – oder eigentlich egal, wohin – mit dem Boot fahren. Mit zwanzig debütierte Spithill als jüngster Steuer Steuermann in den Annalen des America’s Cup – und hörte seitdem nicht mehr auf, Geschichte zu schreiben. Als Team USA 2010 die Schweizer und Alinghi in Valencia bezwang, war er mit dreißig der jüngste Steuermann, der jemals den Cup gewann. Dann verteidigte er drei Jahre später den Titel erfolgreich mit der dramatischsten Aufholjagd in der Geschichte dieses THE RED BULLETIN


DIE JÜNGSTEN CREWS, DIE ES JE GAB

31 Jahre, 5 Monate ist das Durchschnitts­ alter von Oracle Team USA. Segeln war einst ein Sport für Gentlemen, die Crews bestanden vorwiegend aus Männern mittleren Alters mit jahrelanger Erfah­ rung. Jetzt stellen fast nur noch super­ fitte und, von den Skippern abgesehen, junge Männer die America’s­Cup­Besat­ zungen. Oracles Jüngster, der Grinder Louis Sinclair, ist gerade mal 25.

AMORY ROSS/RED BULL CONTENT POOL

Seit seinem Debüt beim America’s Cup mit 20 war Skipper Jimmy Spithill bei den revolutionären Änderungen in der Segelwelt immer an vorderster Front.

Sports. 2017 wird Spithill versuchen, als erster Skipper den America’s Cup dreimal hintereinander zu gewinnen. the red bulletin: Worin wird sich das Rennen dieses Jahres von dem in San Francisco 2013 unterscheiden? jimmy spithill: Der größte Unterschied ist, dass es sechs wettbewerbsfähige Teams gibt. Beim letzten Mal waren es praktisch nur zwei – Team Neuseeland und wir. Alle haben Talent, Ressourcen und Technologie. Da gibt’s keine Ausreden, und das sehen wir auch draußen auf dem Wasser. Jedes Team gewann Rennen bei der World Series (den Vorausscheidungen; Anm.). Ihr redet immer davon, den Sport für alle zugänglich zu machen. Mit dem Fernsehen heutzutage, den Online-Grafiken und den Mitteln, die die Kommentatoren zur Verfügung haben, ist es einfacher geworden, allem zu folgen. Sogar meine Großmutter versteht es. Sie ist keine Seglerin. Und jetzt haben wir diese enorm leistungsstarken Boote mit Weltklasse-Athleten. Wir haben nicht die Elite-Mentalität dieser reichen, über überTHE RED BULLETIN

gewichtigen Jungs im Blazer aus dem Yachtclub. In der Vergangenheit konnte man außerdem nicht viel falsch machen. Jetzt sind die Risiken real. Andrew Simpson vom Team Artemis starb beim Training während des letzten America’s Cup. Was hat sich bei der Sicherheit verändert? Wenn du an Bord gehst, bist du dir der Gefahren bewusst. Man kann sie nie ganz ausschließen, aber insgesamt – von der Entwicklung über die Sicherheitsausrüstung, die wir tragen, und das Training bis hin zur Kommunikation am Wasser, wenn

„Die Jüngeren wollen es einfach wissen, sie sind hungrig. Die haben dieses Feuer, und das greift auf dich über. Das motiviert dich, weil sie dich abhängen wollen, und du möchtest mithalten.“

jemand in Schwierigkeiten gerät – haben wir große Fortschritte gemacht. Das Coole ist, dass viele dieser Erfahrungen alle Ebenen des Sports durchdringen werden. Zum Beispiel tragen wir jetzt Schutzhelme. Und man sieht jetzt, dass die kleinen Kinder auf Segelbooten Helme tragen. Ihr habt auch Sauerstoffflaschen an euren Westen, stimmt’s? Wir haben Notsauerstoff dabei. Die größte Angst ist wirklich, dass man unterm Boot hängen bleibt, wenn es kentert. Wir sind alle schon bei maximaler Pulsfrequenz, und in dieser Situation ist es praktisch unmöglich, die Luft anzuhalten. Wir machen eine Menge Sicherheitsübungen und haben auch an Freitauchkursen mit den Besten der Welt teilgenommen. Was ist für dich als Skipper der größte Unterschied auf diesen Booten? Ich glaube, es ist die Voraussicht, die man braucht, ein solches Boot zu segeln. Wenn man überreagiert, kann es sehr schnell schiefgehen. Man ist nie perfekt. Man ver versucht einfach, der Situation gerecht zu werden und immer vorauszudenken. Die Crews haben sich auch geändert. Sie sind jünger. Das Alter unserer Segler hat sich infolge der physischen Belastungen im Schnitt um zehn Jahre gesenkt. Die Jüngeren wollen es einfach wissen, sie sind hungrig. Die haben dieses Feuer, und das greift auf dich über. Das motiviert dich, weil sie dich abhängen wollen, und du möchtest mithalten. Das ist das jüngste Team, das ich jemals hatte, und das ist ein wirklich positiver Schritt nach vorn. Ist es für dich besser, einen jungen Spitzensportler dabeizuhaben oder jemand mit 18 Jahren Segelerfahrung? Das Beste ist, beides zu haben. Meiner Erfahrung nach kommt es auf die Person an. Wir haben Ky Hurst, der viermal die australische Ironman-Meisterschaft gewonnen hat. Als er kam, hat er die Messlatte, was physische Grenzen angeht und was man beim Grinden erreichen kann, sehr hoch gelegt. Für uns war es ein Vor Vorteil, diese Herangehensweise – Ernährung und Training – von einem zu sehen, der nicht aus unserem Sport kam. Wie hat sich das Segeln verändert? 2010 hatten wir noch nicht mal Foils. Das war ein gewaltiger Schritt. Diese Boote foilen schon bei Windgeschwindigkeiten von sechs Seemeilen pro Stunde, aber nicht nur das – bei schwächeren Windbedingungen erreichen sie fast die dreifache Windgeschwindigkeit, was einen wirklich umhaut. Wie kann man schneller sein als der Wind, von dreimal so schnell ganz zu schweigen? oracle-team-usa.americascup.com Live auf redbull.tv 47


Wild und schĂśn Model und Big-Wave-Surferin Imogen Caldwell zeigt uns das kleine Paradies, in dem sich Mutter Natur ganz besondere MĂźhe gegeben hat.

Text: Robert Tighe Fotos: Jean Pierrot

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Zum Red Bluff führt nur ein Kiesweg, so holprig und staubig, dass du ihn nur in bester Verfassung oder per SUV an­ gehen solltest. Der Surfspot Red Bluff an der Westküste Westaustraliens ist zwölf Autostunden von der nächsten größeren Stadt entfernt, Perth. Und von der nächsten ernsthafteren menschlichen Siedlung 130 Kilometer. Das Feriencamp bei Red Bluff wird von Imogen Caldwells Eltern geführt. Als Imogen ein Kind war, lebten hier nur zwei Familien mit insgesamt 13 Kindern, und ihr Spielplatz war die Natur. „Mum schickte uns morgens raus und sagte: Seid bei Sonnenuntergang wieder da!“, sagt Caldwell. „Wir ver verbrachten unsere Tage mit Angeln, Tauchen und Surfen. Wir waren acht Mädchen, und alle acht surften. Wenn andere Surfer kamen, wunderten sie sich über diesen Haufen wilder Girls, denen keine Welle zu groß war.“ Vor drei Jahren war einer dieser Urlauber Nathan Webster, ehemaliger Surfprofi und Australien-Chef der Modemarke RVCA. „Wir fuhren in die Wüste. Da sah ich diese kleine Fata Morgana auf einem Felsen sitzen“, sagt Webster über die erste Begegnung mit Imogen Caldwell. „Dann sah ich sie surfen und einige Bilder von ihr. Ich wusste, es wird eine große Story. Sie ist ein unglaubliches Mädchen.“ Seitdem reist dieses Mädchen als Markenbotschafterin und Model für RVCA durch die Welt. Dieses Jahr will sie den nächsten Schritt setzen: Sie will ihre Surf-Skills in den größten Wellen der Welt unter Beweis stellen.

Caldwell ist kein Fan von Fitnessstudios. „Motocross hält mich fit“, sagt sie. the red bulletin: Bist du modelnde Surferin oder surfendes Model? imogen caldwell: Definitiv bin ich zuallererst Surferin. Würdest du mich näher kennenlernen, du hieltest mich niemals für ein Model. Ich bin ja auch gar nicht der Typ dafür. Leute, die mich kennen, können sich nicht vor vorstellen, dass ich überhaupt ruhig sitzen kann, bis mein Make-up fertig ist. Die Modebranche ist ganz anders als die Welt, in der du aufgewachsen bist. Wie kommst du mit dem Tempo und dem Glamour zurecht? Manchmal muss ich mich durchbeißen. Ich habe nicht gerne allzu viele Leute um mich. Ich bin daran gewöhnt, draußen zu sein, in freier Natur, nicht in einer Großstadt. Am glücklichsten bin ich in der Wildnis. Wann hast du erstmals begriffen, dass deine Kindheit ganz anders war als die der meisten Menschen?

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Caldwell stammt aus dem abgelegenen Surf-Resort Red Bluff in Westaustralien. Ihre Kindheit bestand aus Angeln, Surfen und Tauchen.


„Leute, die mich kennen, kĂśnnen sich nicht vorstellen, dass ich ruhig sitzen kann, bis mein Make-up fertig ist.“


Das wusste ich immer schon. Wir hingen ja mit Kindern ab, die in den Schulferien zum Bluff kamen – die gaben uns schon zu verstehen, wie seltsam unser Leben für sie war. Nimm allein die Schule: Wir wurden zu Hause unterrichtet, aber wenn man gut fischen oder surfen konnte, wurde das Lernen zur Nebensache.

„Ich ließ jede Menge Haut am Riff, zerbrach viele Bretter und wäre mehrmals beinah ertrunken.“

The Bluff ist nicht gerade ein idealer Ort, um surfen zu lernen … Wenn die Swells kommen, können die Wellen im Winter ziemlich groß werden. Aber ich habe mich schon früh an sie gewöhnt. Mein Vater stellte mich mit zehn oder elf auf ein Surf Surf­ brett. Ich lernte deswegen so schnell, weil es ja sonst nichts zu tun gab. Entweder ich würde gut werden oder mich zu Tode langweilen. Ich ver ver­ brachte so eigentlich den ganzen Tag im Wasser. Am Bluff bekommen Surfer regelmäßig Besuch von Haien und Walen. Schon mal welchen begegnet? Erst gestern sah ich beim Surfen einen Hai. Was aber in Westaustralien nicht ungewöhnlich ist. Und so leicht bringt mich nichts durcheinander. Ich ließ jede Menge Haut am Riff, zerbrach unzählige Bretter und wäre mehrmals beinahe ertrunken. Aber ich bin glimpflich davongekommen, wenn man all die verrückten Dinge bedenkt, die ich mache. Wie trainierst du Big-Wave-Surfen? Ich versuche täglich zu surfen und tauche viel – das ist auch das beste Atemtraining. Fit halte ich mich durch Motocross. Ich war nie ein Fitness­ studio­Junkie, habe nie Pilates oder Yoga gemacht. Gibt’s beim Yoga nicht diesen Sonnengruß? Das ist die einzige Übung, die ich kenne. Woran arbeitest du aktuell? Ich lerne für meine Pilotenlizenz. Und entwerfe eine Modekollektion, die hoffentlich noch dieses Jahr raus­

THE RED BULLETIN

In diesem Jahr will Caldwell Westaustraliens größte Brandungswellen surfen. kommt. Mode interessiert mich schon, seit ich klein bin. Endlich ist es mit einer Kollektion so weit! Endlich? Du bist erst zwanzig … Ich weiß. Aber ich mag, wenn es schnell zugeht. Mein größtes Projekt in diesem Jahr ziehe ich mit meinem Verlobten Courtney Brown und sei­ nem Bruder Kerby durch. Wir surfen einige der größten Brandungswellen der westaustralischen Küste. Ich freue mich total darauf. Und hoffentlich geh ich nicht drauf dabei. Ich bin auf auf­ geregt, gleichzeitig habe ich Angst. instagram.com/imogencaldwell 53


Charlie Hunnam 55


Wir kennen ihn als Testosteron-Helden aus Serien wie „Sons of Anarchy“. Als „King Arthur“ strahlt Charlie Hunnam eine ähnliche Aura von raubeiniger Männlichkeit aus. Bei näherem Hinsehen wirkt der 37-jährige Brite zerbrechlich und introvertiert, ist mehr Gelehrter als Krieger. Das ist kein Zufall: Es gibt wohl kaum einen Actionstar, der so tief in seiner Seele gewühlt hat. TEXT: RÜDIGER STURM  FOTOS: MARC HOM / TRUNK ARCHIVE

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Charlie Hunnam als Arthur: Als er das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht, ist das Leben, wie er es kannte, vorbei.

„BESIEGE ZUERST DIE INNEREN DÄMONEN, DANN ENTWICKELST DU ST STÄRKE.“

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tief in meinem Innersten gewühlt, um die Faktoren rauszufinden, die gut und hilfreich für mich sind, und die Altlasten, die auf Enttäuschungen oder Traumata meiner Kindheit zurückgehen. Tun Sie das allein, oder haben Sie einen persönlichen Zauberer Merlin, der Ihnen dabei hilft? Zum Glück hatte ich mehrere Mentoren, einer davon war Guy Ritchie, der Regisseur von „King Arthur“. Er hat mir ein Buch des Schriftstellers Napoleon Hill empfohlen – „Outwitting the Devil: The Secret to Freedom and Success“. Das ist im Grunde ein 300-seitiges Zwiegespräch des Autors mit dem Teufel. Wie sich dabei herausstellt, verkörpert der Teufel nur unser inneres Ringen mit uns selbst. Du lernst dabei, deine Ängste in verdauliche Portionen aufzuteilen, dann kannst du sie verstehen und bezwingen. Das ist zwar keine witzige Art, einen Sonntagnachmittag zu verbringen, wenn du doch Reality-TV oder deinen Lieblingsfilm schauen könntest, aber auf lange Sicht ist das ungeheuer wertvoll. An welchen Traumata haben Sie gelitten? Als Junge wurde ich von anderen Jungs ziemlich schikaniert. Ich geriet häufig in Schlägereien, einige verlor ich, und ein paar Mal wurde ich übel verprügelt. Sie fürchten sich also vor Gewalt? Es ist schon ein bisschen komplizierter: Wenn dir das passiert, dann denkst du dir: „Ich tue alles, was in meiner Macht steht, damit ich so etwas nie wieder erlebe.“ Also lernst du zu kämpfen. Klingt nach einer nachvollziehbaren Reaktion. Ich mache auch heute noch Kampfsporttraining, weil ich will, dass mir so etwas nie wieder passiert. Das hat auch meine ganze Einstellung gegenüber anderen geprägt. Ich wollte, dass die Leute kapieren: „Wenn du dich mit mir anlegst, wirst du das bereuen.“ Aber dann dämmerte mir: In Wirklichkeit war ich ein Sklave meiner eigenen Ängste. In vielfacher Hinsicht habe ich meinem Vater nachgeeifert. … laut Wikipedia ein „Gangster und Schrotthändler“ … Er war ein ziemlich respekteinflößender Typ. Ich versuchte so zu sein wie er, ganz besonders in meiner Filmarbeit. Viele Menschen, die in ihrer Jugend Opfer von THE RED BULLETIN

WARNER BROS.

he red bulletin: Was braucht es, um König zu werden? charlie hunnam: Was Arthur angeht, der kommt aus dem Nichts und sieht sich plötzlich mit einem Schicksal konfrontiert, das er für sich nie so geplant hatte. Daher hat er Riesenangst vor dieser Verantwortung, denn keine äußere Her Herausforderung, die du im Leben gemeistert hast, bereitet dich auf so etwas vor. Welche Herausforderung ist es dann? Du musst erst deine inneren Dämonen besiegen, um die nötige Stärke zu entwickeln. Als ich diese Rolle spielte, musste ich viel an Conor McGregor denken, den amtierenden Leichtgewichts-Champion im Ultimate Fighting. Er sagt immer: „Es gibt keinen Gegner. Im Oktagon (dem achteckigen Kampf‚ring‘; Anm.) kämpfe ich gegen mich selbst. Über Sieg oder Niederlage entscheiden nur ich, meine Ängste und meine Fähigkeiten.“ Sie sind zwar weder König noch Fighter, aber kämpfen Sie auch gegen innere Dämonen? Klar. Mit Mitte dreißig kapierst du, dass du ein Produkt der Einflüsse bist, denen du als Kind ausgesetzt warst. In den letzten vier, fünf Jahren habe ich also


„DIE LEUTE SOLLTEN KAPIEREN: WENN DU DICH MIT MIR ANLEGST, WIRST DU ES BEREUEN.“

Charlie Hunnams Credo: Lerne kämpfen, um nicht kämpfen zu müssen.

Gewalt wurden, entwickeln sich dann selbst zu Schlägertypen und setzen diesen unseligen Zyklus fort. Auch ich habe häufig harte Typen gespielt. Und hatte dabei das Gefühl, meine Ängste auszutreiben, indem ich auf der Leinwand zum Über Über­ macho wurde. Das übertrug sich dann aber auf mein Selbstbild im realen Leben. Ich wurde zwar kein Schläger, doch ich wollte den Respekt anderer Männer, egal in welchem Umfeld. Heute ist mir klar, was für ein völliger Quatsch das war. Denn ich weiß jetzt, wer ich wirklich bin. Welche Technik eignet sich für eine solche Selbstfindung? Du musst dir erst einmal die ganzen sozialen und wirtschaftlichen Zwänge bewusst machen, die auf dir lasten. Denn die verhindern sehr oft, dass du deine innere Essenz, deine wichtigsten Pläne wahr machst. Denk zurück an deine Kind­ heit: „Was war damals mein Lebensplan? Meine Hoffnungen und Träume?“ Aber sind solche Ziele nicht kindisch? Fuck it. Du hast das Recht, das anzu­ streben, was du in deinem Leben willst. Leider verlieren viele Leute den Mut, oder sie verstricken sich in die Erwartungen anderer und vergessen, was sie wirklich wollen. Ich bin ein großer Fan von Joseph Campbell, dem legendären amerikani­ schen Mythenforscher. Er hat sein ganzes Leben darauf verwendet, die Bedeutung unserer Existenz und Reise durchs Dasein zu verstehen. Kurz vor seinem Tod gab er eine Reihe wunderbarer Fernsehinter Fernsehinter­ views, in denen er sich alles noch mal von der Seele redete. Sein Motto war: „Folge deinem Glück.“ Er sagte: Du kannst eines für dich tun, so schwer es auch sein mag. Und das ist: Reserviere dir eine Stunde THE RED BULLETIN

pro Tag, wo du nichts von dem tust, was du machen müsstest. Vergiss deine Rech­ nungen, deine Arbeit, deine Kinder. Ver Ver­ bringe diese Zeit in deinem eigenen Geist und versuche, dir deinen inneren Plan bewusst zu machen und ihn zu entfalten. Du kannst Gedichte schreiben, spazieren gehen oder Musik hören, Hauptsache, du machst etwas für dich. Am Anfang passiert in dieser Stunde vielleicht nichts Besonderes. Aber wenn du am Ball bleibst, dann wird sich nach einiger Zeit dein wahres Selbst zeigen. Okay, sagen wir: Sie haben Ihr wahres Selbst gefunden. Was passiert dann? In meiner Jugend habe ich den amerika­ nischen Philosophen und Dichter Henry David Thoreau verschlungen. Der schrieb: „Bewegt man sich zuversichtlich in die Richtung seiner Träume und strebt da­ nach, das Leben zu führen, das man sich vorstellt, erlebt man Erfolge, die man nicht erwartet hat.“ Was heißt das genau? Stürze dich mit vollem Einsatz in Aktivi­ täten, die dir am Herzen liegen, dann wird das Universum alles tun, um dir zu helfen. Ihr Wort in Gottes Ohr. Mein Leben ist das beste Beispiel dafür. Ich habe meine Ausbildung komplett ver ver­ siebt, weil ich von dem Gedanken besessen war, Filme zu machen. Ursprünglich woll­ te ich Autor und Regisseur werden, dann verlegte ich mich auf die Schauspielerei. Ich ging mit beschissenen Noten und Zukunftsaussichten von der Schule ab und schrieb mich für ein Filmseminar ein. Und ich hängte mich so rein wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich schrieb Briefe an Schauspieleragenten im ganzen Land und startete eine regelrechte Kampagne,

damit die Dinge eine Eigendynamik be­ kamen. Ein Jahr lang konzentrierte ich mich nur auf das Ziel, eine Zukunft, wie ich sie mir vorstellte, zu realisieren. Und am Heiligen Abend passierte es. Am Heiligen Abend – im Ernst? Ja. Ich hatte mit meinen Weihnachts­ einkäufen wie immer bis zum Nachmittag vor Heiligabend gewartet. An diesem Tag war ich um elf im Pub, gegen zwei war ich dann so richtig locker drauf und dachte: „Okay, Zeit für Geschenke.“ Ich wollte Turnschuhe für meinen Bruder kaufen, und im Geschäft tanzte und alberte ich mit einem Kumpel von mir rum. Ich sah, wie mich eine Frau anschaute, und hab ihr eine Kusshand zugeworfen. Sie kam rüber, und es stellte sich heraus: Sie war die Herstellungsleiterin bei „Byker Grove“, der einzigen TV TV­Serie, die in meiner Heimatstadt Newcastle gedreht wurde. Sie fragte mich: „Du bist toll, hast du schon einmal dran gedacht, Schauspieler zu werden?“ Ich zog dann so richtig meine Masche ab, nach dem Motto „Ich hatte nie was anderes vor“. Und sie besetzte mich für drei Folgen. Nachdem ich ein ziemlich schlauer Siebzehnjähriger war, ging ich dann zu einer Agentur, von der ich mich vertreten lassen wollte. Ich sagte: „Ich hab euch einen Haufen Briefe geschrieben, aber ihr habt nie geant­ wortet. Also habe ich mir selbst einen Job besorgt. Eigentlich habt ihr kein Recht auf die Kommission, aber ihr könnt sie dennoch haben, wenn ihr meine Agenten werdet.“ Das wurden sie auch, und sie schickten mich auf Vorsprechtermine. Gleich beim ersten bekam ich eine wich­ tige Rolle in einer TV TV­Serie … Und Sie erlebten Erfolge, wie Sie sie nicht erwartet hatten? Genau. Es war fast so, als würde Arthur das Schwert aus dem Stein ziehen. Dann folgte allerdings eine Zeit andauernder Reinfälle. Aber jetzt reite ich auf der nächsten Erfolgswelle. Zumindest hoffe ich das. Aber was ist dabei Ihr wahres Ziel? Immer näher an meine persönliche Wahr Wahr­ heit heranzukommen. „King Arthur: Legend of the Sword“: ab 11. Mai im Kino

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WIESO ES DICH G R O S S M A C H T, WENN DU DICH SELBST NICHT SO WICHTIG NIMMST: EIN NÄCHTLICHER CRASH-KURS MIT

CAMO & K R O O K E D  IN BRISTOL, DER G E B U R T S S TA D T D E S DRUM AND BASS. TEXT: ALEX LISETZ FOTOS: JANE STOCKDALE

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D R U M,


B A SK A SR T OUF NF DE L C H I P S


Nach drei Minuten zwanzig verschieben sich die Kontinentalplatten. Da ist auf einmal ein Beat, der alles zugleich ist, brachial, von frostiger Perfek Perfektion und trotzdem voller Seele. Dieser Beat zerlegt deine Synapsen in kleine Krümel, du bist nur noch eine Schwingung aus Kohlen- und Wasserstoffteilchen, ein Haufen selbstvergessen vor sich hintanzender Moleküle, und es fühlt sich richtiger an als alles, was du heute, gestern, die ganze letzte Woche getan hast.

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E

Es ist jetzt 1.25 Uhr, und im Bristoler „Motion“ bebt der Dancefloor mit Stärke 10 auf der nach oben offenen Raver-Skala. Das jährliche „Hospitality“-Festival ist an seinem Höhepunkt angelangt, und die Headliner auf der Bühne heißen Camo & Krooked. Fast jeder in der Szene hält die beiden österreichischen DJs für Ausnahme Ausnahmetalente, für moderne Musik-Genies. Sie haben die elektronische Stilrichtung Drum and Bass weiterentwickelt, sie produzier produzierten die Soundtracks für „FIFA Street“ und „Gran Turismo“, sie generieren YouTubeKlicks K licks in zweistelliger Millionenhöhe. Nun N un lassen sie den Beat in eine Melodie übergehen, ü bergehen, so süß und sexy und hypno hypnottisch, isch, dass sogar die Blicke der ruppigen Securities S ecurities ganz weich werden. Von diesem Moment M oment an gibt’s nur noch zwei Personen iim m Raum, die Camo & Krooked nicht ver vergöttern: g öttern: Camo & Krooked.

KEINE LUST AUF SELBSTDARSTELLUNG.

Es gibt ungefähr sieben Millionen Dinge, die Reinhard „Camo“ Rietsch und Markus „Krooked“ Wagner interessanter finden als sich selbst. Zwei Stunden zuvor, bei der Hinfahrt im Mietauto, haken sie im Interview gelangweilt die Eckdaten ihrer Biografie ab. Wohnort Salzburg (Camo) beziehungsweise Lilienfeld Lilien in Niederösterreich, 33 und 27, seit zehn Jahren als Duo unter unterwegs. Dann wendet sich ihr Interesse wieder den Grundsatzfragen zu: PommesKnusprigkeitsgraden, dem YouTube-Video zur Gangster Party Line, HorrorfilmCharakteren, rammelnden Hasen auf der Autobahnraststation, PEZ-Figuren.

Markus „Krooked“ Wagner (links) und Reini „Camo“ Rietsch tun nur so lässig: In Wirklichkeit ist jeder ihrer Tracks ein akribisch ausgetüfteltes Meisterwerk von mathematischer Präzision.

Doch sobald das Gespräch auf Musik kommt, klappt in Camos & Krookeds Gehirn ein Schalter um. Dann beginnen ihre Augen zu leuchten, und sie rutschen im Sitz weit nach vorne. Jetzt können sie stundenlang von alten Funk-Platten er erzählen, von Skrillex und Eurodance, von Breakbeats und von dem Sound, den der Biss in einen Apfel macht. „Wir sind zwei gemütliche Dudes, die gern mal fünf grade sein lassen“, sagt Camo, „aber wenn es um Musik geht, brennen bei uns alle Sicherungen durch.“

PERFEKTIONISMUS HOCH ZEHN.

Camo & Krooked sind seit zehn Jahren hauptberuflich für die Neuerfindung des Genres Drum and Bass zuständig. Im Lauf von fünf Alben haben sie ihr AufgabenAufgaben gebiet etwas ausgeweitet: Inzwischen traut man ihnen die komplette Renovierung elektronischer Musik schlechthin zu. Das liegt nicht daran, dass Camo & Krooked unverwechselbare Bühnenpersönlichkeiten oder außergewöhnlich charismatische Showmacher wären. Es liegt daran, dass sie für ihren Erfolg härter arbeiten als andere. „Manchmal“, sagt Krooked, „sitzen wir zwei Wochen an einer einzigen Snaredrum. Oder ein halbes Jahr an einem Track.“ Camo & Krooked macht lieblos produzierte Musik krank. Eine Schlampigkeit im Arrangement eines Songs, die keinem Normalsterblichen auffallen würde, kann ihnen ein ganzes Album verleiden. Ein neuer technischer Kniff, der einen Sound noch klarer, noch minimaler klingen lässt, kann sie eine Woche lang in Euphorie versetzen.


„WENN ES UM MUSIK G E H T, B R E N N E N B E I U N S A L L E DURCH.“

SICHERUNGEN

Das „DJ Magazine“ wählte das „Motion“ in Bristol zu einem der besten Clubs der Welt. Die Camo & Krooked-Fans würden es in dieser Nacht ganz klar auf Platz eins reihen.


„DU HAST ERST DANN WIRKLICH ERFOLG, WENN DU NICHT ANS

ERFOLGHABEN

Heimspiel in der Geburtsstadt des Drum and Bass: Camo & Krooked legen auch deshalb so gern im „Motion“ auf, weil das Stammpublikum alle Klassiker der Bristoler Pioniere Massive Attack, Portishead und Roni Size auf Anhieb erkennt.

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D E N KST. “


KLASSE, SCHNITZELS.

„Wir suchen mit jedem Tune nach Neuem, nach Überraschendem. Nach technischer Perfektion. Aber auch nach einer Emotion, die berührt“, sagt Krooked. Er ist sich sicher, dass sie beide dieser Zielstrebigkeit ihren Erfolg verdanken. Und dass sich Fleiß letztlich immer auszahlt. „Weil sich die meisten anderen DJs mit neunzig Prozent zufriedengeben. Wir dagegen stecken noch mal so viel Zeit und Power in die letzten zehn Prozent wie in die ersten neunzig Prozent.“

WAS WIRKLICH W E H T U T.

Moment, sagen wir, irgendwas kann da nicht stimmen. Jeden Tag sehen wir in unseren Newsfeeds, dass es in der Welt genau umgekehrt läuft. Es sind nie die fleißigen Arbeitsbienen, die Erfolg haben. Am Ende triumphieren doch immer die lässigen Großmäuler. Die Ego-Typen, die sich geschickt verkaufen können. Camo kontert mit einer Gegenfrage. „Aber haben sie Spaß dabei?“, fragt er. „Können sie sich zehn Jahre lang ganz oben halten? Können sie Trends setzen, die andere kopieren wollen?“ Camo & Krooked sind Ego-Trips so fremd, dass ihnen all das gleichzeitig gelingt. Der Nachteil: Die Musik ist auch ihre Achillesferse. „Würde mich irgendein Fremder als Arschloch beschimpfen, wäre mir das völlig egal“, sagt Krooked. „Aber sobald einer unsere Musik scheiße findet, trifft mich das ins Herz.“ Der Minivan ist jetzt vor dem Motion in Bristol vorgefahren. Camo & Krooked müssen raus in den Regen und werden am Weg zum Backstage-Eingang von dutzenden Fans erkannt. Man verplaudert sich, schießt Selfies. Bald erkennt man im Getümmel gar nicht mehr, wer hier Fan ist und wer Star. Den offensichtlichen Unterschied macht man erst auf den zweiten Blick aus: Camo & Krooked sind die, die sich für den Auftritt weniger her herausgeputzt haben.

Drinnen im Backstage-Raum gibt es ein aus Chips-Tüten bestehendes kaltes Buffet und so wenig Platz, dass man an jeder Stelle des Raums mindestens drei Ellbogen berühmter DJs in den Rippen hat. Camo lümmelt in einem Ledersofa. Er hat irgendwo ein Fläschchen Bier gefunden und sieht auf die Wanduhr. Noch zwanzig Minuten bis zum Auftritt. Erklär uns, sagen wir, warum euch die Leute da draußen unbedingt sehen wollen. Camo fingert sein Smartphone aus der Jackentasche und klickt auf ein Foto aus seinem früheren Leben: kurze Hosen, ein Helm, ein Railslide. Camo war einmal Skateboard-Pro. „Es ist egal, ob du DJ bist oder Skateboarder oder etwas ganz anderes, es geht immer um die gleiche Sache“, sagt er, „du hast Erfolg, wenn du ein kleines bisschen mehr gibst als die anderen.“ Wenn du technisch den nächsten Level erreichst. Wenn du einen neuen Style kreierst oder einen neuen Trend. „Die Leute spüren, wenn’s dir nicht um dich geht, sondern um die Sache“, sagt er, „darum hast du erst dann wirklich Erfolg, wenn du nicht ans Erfolghaben denkst.“ Aber was, wenn du wirklich Erfolg hast? „Dann darfst du dich nicht dafür feiern. Du musst sofort weiterarbeiten. Sonst hast du morgen schon den Anschluss verloren.“ Es trifft sich gut, dass die Crowd mehr als bereit dazu ist, ihren Idolen das Feiern abzunehmen. Die Arme schießen hoch, als Camos & Krookeds Stamm-MC Daxta die Klassiker einzählt. Alles tanzt, als sie das noch ungehörte Material aus ihrem neuen Album „Mosaik“ anspielen. Nach eineinhalb Stunden sitzen sie wieder im Auto, werden nach Birmingham zu einer weiteren Show chauffiert. Auch dort werden sie die einzigen Ausländer unter lauter Brit-Stars sein. „Ihr wart klasse, Schnitzels“, sagt ihr englischer Fahrer. Sie sind um sechs im Hotel, nach drei Stunden Schlaf geht es wieder zum Flughafen. Camo, Krooked und MC Daxta sind gerädert. Aber Krooked hat auf den frühen Flug bestanden. „Ihr wisst ja, da ist dieser eine Drumbeat“, sagt er, „der ist irgendwie noch nicht perfekt.“ Daheim angekommen, wird er auch in dieser Nacht lange wach bleiben. So lange, bis der Beat genauso klingt, wie er soll. Vorher könnte er ohnehin nicht schlafen. Das neue Album „Mosaik“ erscheint am 23. Juni; auf redbull.com/music gibt es außerdem einen monatlichen Blog von Camo & Krooked 65


WAHREN ACTION

DIE

STARS

Text: NORA O’DONNELL Fotos: DAVID HARRY STEWART Performerbetreuung: XAVIER QUIMBO

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Stuntperformer Matt Mullins wird von seiner Ehefrau Alicia Vela-Bailey, dem Double von Gal Gadot in „Wonder Woman“, angefahren.

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BU MS


Hinter den Kulissen von Hollywoods größten Blockbustern verbringen Stuntperformer viele sehr harte Stunden am Set, stets bereit, in der nächsten Sekunde ihre fantastische Körper­ beherrschung zu zeigen. Sie sind die Chamäleons der Fitnessbranche – und lassen Unmögliches möglich aussehen. Auch für sie gibt es keine Zauberformel, um fit zu bleiben. Ihr Geheimnis? Das finden, was für einen selbst funktioniert.

DIE ANMUTIGE KRIEGERIN

KURZINFO Name: ALICIA VELA­BAILEY Alter: 34 Größe: 1,75 m Gewicht: 54 kg Aktuelles Projekt: Gal Gadots Double in „Wonder Woman“

Am Ende ihres ersten Auftritts als Wonder Woman bei „Batman v Superman: Dawn of Justice“ ist es Gal Gadot gelungen, zwei der größten Superhelden aller Zeiten die Show zu stehlen. Sie ist eine knallharte Halbgöttin, die mit ihrer Leidenschaft die zwei Jungs, die über zweieinhalb Stunden lang mehr rumgemeckert als gefightet oder Leben gerettet haben, glatt an die Wand spielt. Aber Wonder Woman ist nicht nur tapfer und stark, sie ist auch extrem zierlich und elegant – genau wie Alicia Vela-Bailey, die Frau, die diese Stunts übernommen hat. Vela-Bailey verdankt ihre Kraft dem Turnen, führt jedoch ihre eleganten Bewegungen auf eine langjährige Ausbildung zur Tänzerin zurück. „Ich habe in meiner Jugend nie Kampfsport gemacht“, sagt sie, „das Tanzen hat mir aber geholfen, die Kampfchoreographien schnell zu lernen.“ Sie empfiehlt jedem einen Tanzkurs – von Hip-Hop und Jazz bis Ballett und Gesellschaftstanz –, um Haltung und Rhythmus beim Kampfsport zu verbessern. Grundsätzlich trainiert sie ohne Gewichte, ihre kräftige, aber schlanke Figur verdankt sie Übungen mit ihrem eigenen Körper Körpergewicht: Klimmzüge, Liegestütze, V-Ups. Wie viele andere ihrer Stuntkollegen baut sie auch Dehnübungen in ihr Workout ein. „Ich hasse Rückendehnungen, zwinge 68

mich aber dazu, sie für mindestens 30 bis 60 Sekunden lang zu halten. Sonst bringen dir die Dehnübungen nicht so viel.“ Vela-Bailey hat auch immer einen Workout-Partner zur Verfügung: ihren Kollegen und Ehemann Matt Mullins, den sie auf dem Set von „Divergent“ kennengelernt hat, wo sie gemeinsam an Kampf Kampfszenen gearbeitet haben. „Das gibt dir einen zusätzlichen Push, und du willst dein Bestes geben.“ Am Ende eines langen Tages am Set oder im Fitnessstudio gönnt sich Alicia Vela-Bailey ein Bittersalz-Bad oder eine Massage, und wenn es nur in der nächsten Shopping-Mall ist. „Möchtest du relaxen“, sagt sie, „dann entspann dich einfach und lass dich verwöhnen.“

DER STRASSENKÄMPFER

KURZINFO Name: MATT MULLINS Alter: 36 Größe: 1,85 m Gewicht: 91 kg Aktuelles Projekt: Stuntkoordi­ nator „The Defenders“/Netflix

Als vor 30 Jahren Videogames wie „Mortal Kombat“ und „Street Fighter“ erschienen, waren sie Inspiration für einen extremen Stil von Martial Arts mit unglaublicher Akrobatik und einer kräftigen Prise Selbstdarstellung. Einer der Vorreiter dieser Entwicklung war Matt Mullins, MartialArts-Champion, Fight-Choreograph und Stuntperformer, der aktuell die Actionszenen für die Netflix-Serie „The Defenders“ entwickelt. „Die Nummern, die man aus Videospielen kennt“, sagt er, „gab’s


H G H U !


damals nicht. Da sagten wir uns: Mensch, warum machen wir das nicht selbst?“ Heute sieht man Spuren von Extreme Martial Arts in allen Hollywood Block­ bustern. „Was wir tun, ist das, was man in einem Jackie­Chan­Film sieht – nur ohne die ganzen Seile“, sagt Mullins. „Für die Nummern, die wir ausführen, sind keine Visual Effects nötig.“ Auch wenn es klarer­ weise Jahre dauern kann, bis man ein derart fortgeschrittenes Level erreicht, ist Mullins der Meinung, dass jeder seinen eigenen Stil finden könne. „Wichtig ist, verschiedene Stile auszuprobieren und so herauszufinden, was zu einem passt. Dadurch entwickelt man die Motivation, ins Fitnessstudio zu gehen“, erklärt er. „Für den einen sind es vielleicht Karate­ kicks, für den anderen ist es etwas Ent­ spannteres wie Tai­Chi.“ Neben der Pflege und Verbesserung seines Martial­Arts­Könnens erfindet Mullins „Supersets“, die Übungen mit Gewichten mit anderen Übungen kombi­ nieren, bei denen der ganze Körper zum Einsatz kommt. „Wenn ich Lat­Pulldowns mache, ergänze ich sie mit Klimmzügen und Burpees, weil ich meinen Rumpf bis zum Limit herausfordern möchte“, sagt er. „Das macht mich stärker.“

DIE WITWENMACHERIN

KURZINFO Name: HEIDI MONEYMAKER Alter: 39 Größe: 1,60 m Gewicht: 51 kg Doubelt aktuell: Ruby Rose („John Wick 2“), Michelle Rodríguez („F&F8“)

In der gleichnamigen Marvel­Filmserie Marvel klettert Black Widow an ihren Gegnern hoch wie ein Klammeraffe, schlingt ihre Beine um deren Hals und wirft sie dann blitzartig zu Boden. Diese Kampfskills werden von Stuntveteranin Heidi Money­ maker auf die Leinwand gebracht. Die ehemalige Gymnastikmeisterin war schon immer Fitnessfanatikerin. Um eine Stunt­ performerin zu werden, musste sie die Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer ent­ wickeln, um acht bis zehn Stunden am Stück intensive Kampfszenen zu drehen: „Es gibt Tage, an denen du immer dran bist, das ist erschöpfend. Ich musste lernen, mich selbst so zu trainieren, dass ich auf fast alles vorbereitet bin.“ Eines der ersten Dinge, die ein Stuntperformer

lernen muss, ist hinzufallen, erklärt Moneymaker: „Dafür ist ein Judokurs das Beste. Anfangs schmerzt es, aber dann gewöhnt sich der Körper an den Schock.“ Um Kraft aufzubauen, ist Moneymaker ein Fan von Plyometrie – einem Schnell­ Schnell­ krafttraining mit Übungen wie Box Jumps, Jump Lunges, Burpees und Power Jacks („wie Hampelmänner, aber mit mehr Schmackes“), die ihr Kardioprogramm ergänzen. „Erweitert man sein Workout um plyometrische Übungen, verbessert man seine Reaktionszeit“, erklärt sie. „Man kriegt ein besseres Körpergefühl, sodass man sich auf seine Muskeln ver­ lassen kann, wenn man sie braucht.“ Unlängst hat Moneymaker begonnen, mit all den Übungen, die sie im Laufe ihrer Karriere entwickelt hat, ihr eigenes Fitnessprogramm – Fierce Lotus – aufzu­ bauen. Diese Workout­Abläufe verbinden plyometrische Power Power­Übungen mit Kampf Kampf­ choreographien, in denen die Teilnehmer imaginäre Gegner treten und stoßen. „Dabei entwickeln wir eine fantastische Welt, die sich ähnlich anfühlt wie bei einem Actionfilm“, sagt sie. „Nur dass man dabei nicht im Sessel sitzt, Popcorn futtert und anderen zuschaut, sondern selbst zum Superhelden wird.“

Matt Mullins lernt derzeit Jiu-Jitsu – als Hobby, wie er sagt: „Als ich anfing, wurde ich ordentlich vermöbelt.“

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! „ES GIBT TAGE, AN DENEN DU IMMER DRAN BIST, DEN GANZEN TAG LANG, UND ES IST ERSCHÖPFEND. ICH MUSSTE LERNEN, AUF FAST ALLES VORBEREITET ZU SEIN.“ Für Heidi Moneymaker und Chris Brewster sind perfektes Timing und das Wissen, wie man hinfällt, für diese Übung unverzichtbar.


„WENN DU GROSS UND STARK WERDEN MÖCHTEST, HEBE SCHWERE GEWICHTE UND ISS STEAKS UND KARTOFFELN.“ Cale Schultz sagt, sein Training sei im Grunde nicht anders als zu Großvaters Zeiten. Hier nutzt er seine zusätzliche ­Körpermasse, um einen Kick Heidi Moneymakers abzufedern.

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LE SCH!


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MÖCHTEST DU LERNEN, WIE MAN HINFÄLLT? „MACH EINEN JUDOKURS. ES TUT WEH, ABER IRGENDWANN SPÜRST DU DEN SCHOCK NICHT MEHR.“ Darf ich bitten? Heidi Moneymaker und Cale Schultz führen eine Hebefigur vor, die man im Ballett so sicher nicht sieht.

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„ES GIBT KEINEN TAG, AN DEM ICH NICHT STRETCHE.“ Chris Brewster hält seinen Körper mit einer Schaumsto≠rolle locker: „Verspannt sich der Körper, steigt die Verletzungsgefahr.“

DER TAFFE NINJA

KURZINFO Name: CHRIS BREWSTER Alter: 34 Größe: 1,79 m Gewicht: 82 kg Aktuelles Projekt: Charlie Cox’ Double in „The Defenders“

Am Anfang der ersten „Daredevil“-Staffel kämpft der gleichnamige Held gegen ein knappes Dutzend Männer mit einer Mischung aus Boxen und Martial Arts, angereichert mit Tricking- und Parkour-Einlagen. Diese akrobatischen Twists sind ein Markenzeichen von Stuntperformer Chris Brewster, einem ehemaligen Martial-ArtsKämpfer mit schwarzen Gürteln in Karate, Taekwondo und Kong Soo Do. Auch als Martial-Arts-Meister, so gibt Brewster zu, könne er nicht in allen Disziplinen ein Experte sein. „Die einzige Möglichkeit, in allem als Experte durchzugehen“, sagt er, „ist, geistig und körperlich sehr fit zu sein und außerdem bereit, im Handumdrehen etwas Neues zu lernen. Und es dann so auszuführen, dass man denkt, du würdest es schon seit Jahren beherrschen.“ Um seine Spitzenfitness zu erhalten, betreibt Brewster zwei Formen von Ausdauertraining: kurzzeitig anaerob, langzeitig aerob. Um seine explosive Kurzzeitenergie auszubauen, macht er CrossFit-Workouts wie das sogenannte THE RED BULLETIN

„Murph“, bestehend aus einem Einmeilenlauf, 100 Klimmzügen, 200 Liegestützen und 300 Kniebeugen, gefolgt von einem weiteren Einmeilenlauf, absolviert in der kürzestmöglichen Zeit. Fürs aerobe Training läuft Brewster dreimal die Woche eine längere Strecke (8 bis 20 Kilometer). Dazu kommt fünf fünfmal die Woche Gewichtstraining, zusätzlich zur spezifischen Vorbereitung auf seine jeweilige Arbeit. „Stunts sind für mich ein Fulltime-Job“, sagt er. Letztendlich ist der wichtigste Teil seines Trainings die Zeit, die er in seine Beweglichkeit investiert. „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht mindestens eine halbe Stunde auf der Stretching-Matte oder mit der Schaumstoffrolle verbringe“, sagt er.

DER STRONGMAN

KURZINFO Name: CALE SCHULTZ Alter: 38 Größe: 1,93 m Gewicht: 109 kg Aktuelle Projekte: Stunts in „Logan“ & „The Coldest City“

Stuntmen sollten eigentlich nicht auf auffallen, vor allem nicht als Doubles von Schauspielern. Suchen Regisseure aber einen imposanten, bösen Henkertyp, rufen sie Cale Schultz an. Der Stunt-Veteran

entwickelt als Director of Operations des Stunt-Teams „87eleven Action Design“ Kampfchoreographien für Blockbuster. Was manchmal bedeutet, dass Schultz Schauspielerinnen und Schauspieler in Superheldenform bringen muss. Dann konzentriert er sich auf Kraft- und Ausdauertraining, auch mit Übungen, mit denen er sich selbst fit hält. „Ich halte alles sehr einfach“, sagt er, „indem ich sie schwerere Grundübungen machen lasse, die die Rumpfstabilität und die Rückenbelastung ausbauen. Das bedeutet eine Menge Kreuzheben, Überkopfdrücken und Kniebeugen mit schweren Gewichten – mit ein paar Bizepscurls und ein bisschen Trizepsdrücken, um eine Figur aufzubauen, die sich dann auf der Leinwand sehen lässt.“ Auch den Gewichtsschlitten findet Schultz „großartig, um Muskelausdauer und Explosivkraft aufzubauen“. Die Bahn bei 87eleven ist ungefähr 30 Meter lang; darauf lässt er seine Lehr Lehrlinge den Schlitten, der mit der Hälfte ihres Körpergewichts geladen ist, so hart und so schnell wie möglich einmal hinund zurückschieben. Diese Übung wird, jeweils nach zwei Minuten Pause, fünfmal wiederholt. Insgesamt dauert das nicht mehr als zwölf Minuten. „Aber in dieser Zeit“, so scherzt Schultz, „denkst du nur ans Überleben.“ Für mehr Infos über top Stuntperformer folge den Taurus Awards diesen Mai: taurusworldstuntawards.com 75


„DIE MEISTEN POPSTARS SIND NICHT ECHT“ GORILLAZ

Die erfolgreichste Cartoon-Band der Popgeschichte ist zurück! Anlässlich des ersten Gorillaz-Albums seit sechs Jahren traf sich The Red Bulletin mit Sänger 2D und Schlagzeuger Russel, um über unvermittelt explodierende Bandmitglieder, Kannibalismus, das Erfolgsrezept für gutes Teamwork und ihr neues Erlebnispark-Musikfestival Demon Dayz zu sprechen. Interview: Florian Obkircher 76

THE RED BULLETIN


Gorillaz (v. li.): Russel Hobbs, Stuart „2D“ Pot, Murdoc Niccals und Noodle


Blur-Sänger Damon Albarn schaute mit seinem damaligen WGKollegen, dem Comic-Zeichner Jamie Hewlett, MTV. Erschüttert von der schlechten Qualität der Musikvideos, beschlossen die beiden, Farbe ins öde Popgeschehen zu bringen – und eine Car Cartoon-Band zu starten. Nur drei Jahre später hatte ihre Gruppe Gorillaz über sieben Millionen Stück ihres gleichnamigen Debütalbums verkauft und einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ergattert: als erfolgreichste virtuelle Band der Popgeschichte. Wie das geht? Hauptgrund für den Erfolg der Gorillaz ist Albarns großes Gespür für Melodien und seine Fähigkeit, Genres wie Hip-Hop und Electro zu großen Pop-Hymnen im Stil ihrer Hits à la „Clint Eastwood“ zu verschmelzen. Und dessen Telefonbuch: Jedes Gorillaz-Album glänzt mit einer prominenten Palette an Gastmusikern, die von Rappern wie Snoop Dogg bis hin zu der 77-jährigen Blues-Queen Mavis Staples reicht, die beim neuen, fünften Album „Humanz“ den Gesang beigesteuert hat. Der andere Grund für die große Popularität der Band sind deren Comic-Charaktere, entworfen von Hewlett: der zerstreute Sänger 2D, der von Rapper-Dämonen besessene Schlagzeuger Russel, Bassist Murdoc, das böse Oberhaupt der Band, und die japanische Gitarren-Virtuosin Noodle. Jedes Mitglied hat spezielle Superkräfte und seine eigene, durchgeknallte Hintergrundgeschichte, die mit jeder Gorillaz-Platte ausführlicher wird. So auch diesmal: Bevor sich das Quartett in London traf, um „Humanz“ aufzunehmen, waren die Mitglieder in aller Welt ver verstreut. 2D landete auf einer verlassenen Insel, wo er sich vom vergammelten Fleisch des Wals ernährte, der ihn dorthin ver verschleppt hatte. Russel, aufs Sechzigfache seiner Körpergröße auf aufgebläht, weil er angeblich radioaktiv verseuchten Fisch gegessen hatte, wurde in Nordkorea aufgegriffen und in einem Käfig ausgestellt. Erst als er wegen der strengen Diät wieder auf Normalgröße schrumpfte, kam er frei. Kurz: Es gab viel zu besprechen, als The Red Bulletin 2D und Russel zum Interview traf …

the red bulletin: In knapp 20 Jahren Bandgeschichte habt ihr mit Piraten gekämpft, euch gegenseitig geklont und Yakuza-Bosse in die Flucht geschlagen. Wie bewahrt man bei so viel Action eine erfolgreiche Arbeitsbeziehung? russel: Mit einstweiligen Verfügungen gegen meine Bandkollegen. Nein, Scherz. Aber sich nach intensiven Einsätzen für eine Weile aus dem Weg zu gehen tut jeder Arbeitsbeziehung gut. Wir sind schließlich alle sehr verschieden. Noodle beschäftigt sich mit existentialistischer Philosophie, 2D starrt gerne stundenlang in die Wolken. Ich bin sehr politisch – und Murdoc ist einfach ein übler Typ. 78

Welche speziellen Fähigkeiten eurer Bandkollegen haben sich über die Jahre als besonders hilfreich erwiesen? 2d: Noodle wurde in einer Supersoldatenschule erzogen. Sie wurde im Nahkampf ausgebildet und kann auch mit schweren Waffen umgehen, was im Kampf gegen Piraten und Zombies sehr nützlich ist. Und um Murdoc in den Griff zu kriegen, wenn er zu besoffen ist. russel: Normalerweise nimmt sie ihn in einen Jiu-Jitsu-Schwitzkasten, aber seit Murdoc eine Leidenschaft für Sado-MasoSpielchen entwickelt hat, stellt sie ihn lieber per Betäubungsgewehr ruhig. Russel, mal angenommen, 2D würde während einer Aufnahmesession plötzlich explodieren. Welchen Sänger würdest du als Ersatz anheuern? russel: Halt, halt! Wenn er in die Luft fliegen würde? Dann würde ich den Unfall erst einmal genau untersuchen wollen. Das Studio müsste abgesperrt werden. Niemand käme rein oder raus, bevor das Forensik-Team einträfe. Weil Leute nicht einfach explodieren, weißt du? 2d: Aber wie war das dann mit der auf aufblasbaren Puppe in Murdocs Schrank? russel: Stimmt. Die explodierte tatsächlich einfach, als sich Murdoc eine Zigarette danach anzündete. Aber lass uns mal annehmen, die Forensiker fänden nichts Verdächtiges. Wenn wir 2D ersetzen müssten, dann vermutlich mit Shirley Bassey. Sie singt wie ein Engel. Aber würde sie THE RED BULLETIN

GORILLAZ

ALLES FING 1998 AN EINEM TRÜBEN NACHMITTAG BEIM FERNSEHEN AN.


2D: „Ein Fan warf ihr Höschen auf die Bühne. Ich wusch es und gab es ihr zurück.“


das nicht zur Hauptverdächtigen im Mord an 2D machen? Wie schaut das aus, wenn sich Gorillaz wie Rockstars aufführen? 2d: Da wäre wohl Murdoc der richtige Ansprechpartner. Mir geht das RockstarDing auf die Nerven. Einmal warf ein Fan ihr Höschen auf die Bühne. Es war dreckig, deshalb nahm ich es mit nach Hause und wusch es. Bei unserem nächsten Konzert gab ich den Schlüpfer zurück. Von da an brachte sie regelmäßig ihre Schmutzwäsche zu unseren Shows. Bis es irgendwann zu zeitaufwendig für mich wurde. Hast du trotzdem einen Ratschlag für aufstrebende Rockstars? 2d: Manchmal ist es ja auch cool, prominent zu sein. Zumindest wenn dich nicht gerade wer beim Pissen fotografiert. Ich würde sagen: „Mach’s nicht wegen des Ruhms, sondern weil du die Musik liebst.“ Die beste Zeit meines Lebens hatte ich aber als Rummelplatzwärter. Würde ich sofort gegen meine Rockstar-Karriere tauschen. Aber Murdoc droht mir, mich mit Peitsche und Dreizack zu vermöbeln, wenn ich die Band verlasse. Glaub mir, mit dem Typen ist nicht zu spaßen. Da du vom Leben abseits des Rampen­ lichts schwärmst, welche Erkenntnis hast du von deiner Zeit auf der ver­ lassenen Insel mitgenommen? 2d: Dass du im Leben eigentlich sehr wenig brauchst: Feuer und Essen. Eines Tages möchte ich dorthin zurückkehren. Um mir neue Überlebensfähigkeiten anzutrainieren. Und um meinen Flip-Flop zu finden. Einen hab ich dort verloren. Ich glaube, es war Flip. Oder doch Flop? Ich kann die beiden nicht auseinander auseinanderhalten. Es muss hart für die beiden sein, so weit voneinander getrennt zu sein. Auf der Insel hattest du Walfleisch zum Essen. Stell dir vor, du hättest dich kannibalisieren müssen, mit welchem Körperteil hättest du angefangen? 2D: Als Menschenfreund würde ich kein Menschenfleisch essen. Aber du wärst überrascht, wie viele Nährstoffe in deiner Kleidung stecken. Als Beilage zum Walfischspeck machte ich mir oft und gern T-Shirt-Fetzen-Salat. russel: Was für eine kranke Frage! Was ist los mit dir? Du willst wohl, dass ich sage, ich würde gerne an meinem süßen 80

Russel: „Soll ich vielleicht an meinem süßen großen Arsch knabbern?” großen Arsch knabbern, richtig? Aber den Gefallen tue ich dir nicht. Ich kenn euch Journalisten. Du würdest das Zitat sicher aus dem Zusammenhang reißen. Russel, du bist bei deinem letzten Aben­ teuer auf das 60fache deines Körper­ volumens gewachsen. Wie ändert sich als Riese deine Sicht auf die Welt? russel: Du lernst schnell, wie unhöflich die Leute sind, wenn’s um dein Gewicht geht. Du wirst ständig beurteilt. Zugegeben, ich war ziemlich groß. Aber schuld daran war meine Schilddrüsenunterfunk Schilddrüsenunterfunktion. Die Leute sehen einen Riesen und

nehmen an, du bist die ganze Nacht wach, heulst in einen Eiscremebecher, während du „All by Myself“ von Céline Dion auf Dauerrotation hörst. Aber glaub mir, das Problem war meine SCHILDDRÜSE! Wäre euer neues Album „Humanz“ ein Film, welcher wäre es? 2d: Hm, nicht einfach. Vielleicht „Brazil“ (Fantasy-Film von Terry Gilliam von 1985; Anm.). An der Oberfläche sehr temporeich und heiter, aber im Kern eine richtig furchteinflößende Zukunftsvision. russel: Ich würde tiefer gehen. Überleg doch mal, Mann! Vielleicht sind wir alle THE RED BULLETIN


GORILLAZ

Teil eines Films und wissen es nicht ein­ mal. Eine Milliarde Smartphone­Kameras sind ständig auf uns gerichtet, und irgend­ ein durchgeknallter Regisseur dirigiert vermutlich den Wahnsinn. Deshalb: Zieht den Stecker, Leute! Jetzt! In eurer Vorabsingle „Hallelujah Money“ rechnet ihr mit der sozialen Kälte des Kapitalismus ab. Welche Währung wäre denn besser als Geld? russel: Was sollte es bringen, Geld durch eine andere Währung zu ersetzen? Das würde nur die gegenwärtigen Macht­ strukturen stützen. Scheiß auf andere THE RED BULLETIN

„WIR SIND DIE ECHTESTE BAND, DIE DU FINDEN KANNST.“

Währungen, wir brauchen eine weltweite Revolution. Einen Neustart, um ein Ge­ sellschaftssystem zu etablieren, das auf Gleichheit beruht. 2d: Ähm … Gebäckstangen vielleicht? Zuletzt feierten immer mehr virtuelle Sänger wie die japanische Manga-Figur Hatsune Miku Chart-Erfolge. Könnt ihr mit unechten Stars etwas anfangen? russel: Ich bin kein Verschwörungs­ theoretiker, aber ich hab News für dich: Die meisten Popstars sind nicht echt. Jeder ihrer Schritte ist durchkalkuliert, jede ihrer Ansagen ist vorbereitet. Wir Gorillaz haben Substanz. Wir sind die echteste Band, die du derzeit finden kannst! Am 10. Juni veranstaltet ihr euer erstes Musikfestival, Demon Dayz, in einem Freizeitpark an der englischen Südostküste. Der Event wird auf Red Bull TV live übertragen, was können sich die Besucher und Zuseher erwarten? 2d: Zuckerwatte, Autodrom und fettige Fritten: die drei besten Dinge der Welt. russel: Was 2D meint, ist, dass die Festivalbesucher alle Attraktionen des Parks gratis nützen – und den ersten richtigen Gorillaz­Auftritt seit 2010 er­ leben können. Viele befreundete Künstler werden uns auf der Bühne unterstützen. Aber ich darf noch nicht zu viel verraten. Na gut. Aber dann verratet uns zumindest zum Abschluss, wie die Jahr Jahrmarktattraktion eurer Träume aussehen würde. 2d: Eine aufmunternde, lustige Geister Geister­ bahn: Mit Mandarinenbäumen und Schaukelpferden, die Besucher würden im Autoscooter durch Wolken fahren und gratis Zuckerwatte essen. Und, am aller aller­ wichtigsten, es würde keine Geister geben. Von denen gibt’s im Show­Geschäft ohne­ hin zu viele. russel: Du sagst es! Geister gehen mir echt unter die Haut. Wortwörtlich! Die Seelen von toten Rappern ergreifen regel­ mäßig von mir Besitz. Keine Ahnung, warum ich Geister anziehe. Jedenfalls hab ich wegen denen keine Zeit für Erlebnis­ parks. Ich bin zu beschäftigt mit der Achterbahn, die mein Leben ist. Das neue Album „Humanz“ ist bereits erschienen. Den Live-Stream vom DemonDayz-Festival gibt’s am 10. Juni exklusiv auf redbull.tv; gorillaz.com 81


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Den Frühling schauen und atmen: Chriesiblüte im Fricktal.

FRICKTALER HÖHENWEG

Es blüht im Garten Eden Die gepflegten Hecken, die weissrosa Kirschbäume, das vielschichtige Grün, das Zwitschern der Vögel und Summen der Bienen: Das Paradies ist bei Basel ums Eck und in zwei Tagen zu durchwandern. TEXT: THOMAS WIDMER

W FOTOS: SWITZERLAND TOURISM

arum denn weiterwandern? Wir haben den Sonnenberg-Turm bereits vor Augen, zu ihm, auf ihn wollen wir. Doch genauso gut könnten wir innehalten, den Rucksack zur Seite schmeissen, uns in den Löwenzahnteppich legen, den Frühling schauen und atmen. Gegen das Dorf mit dem passenden Namen Maisprach breitet sich ein Meer in Weissrosa. Kirschblüten. Die Chriesiblüte im Fricktal, dieser im Kern ländlich gebliebenen Region 30 Kilometer östlich der Stadt Basel – sie weckt in vielen Menschen fast schon religiöse Gefühle, Ehrfurcht und Frohlocken wechseln sich ab. Etwa Mitte April beginnt das Schauspiel in der Regel und zieht sich über Wochen; eine Zeitung spricht vom Hochzeitskleid der Natur und nennt das Ritual der Blütenwanderer «Brautschau».

Gruppenweise begeben sich die Leute auf Stauntour. Für uns aber, die wir seit Rheinfelden anderthalb Stunden auf dem Fricktaler Höhenweg gewandert sind, zeichnet sich bereits eine Regel ab: Angesichts der At Attraktionen des gut 60 Kilometer langen Weges müssen wir uns immer wieder losreissen. Schon der Startort hat seine Verlockungen. Bevor wir am Bahnhof Rheinfelden richtig loslegen, lohnt sich eine kurze Exkursion ins Städtchen hinein und zur Rheinbrücke. Im Rhein sind Wirbel er erkennbar. Das St.-Anna-Loch direkt auf der Grenze zu Deutschland ist Teil eines tektonischen Grabenbruchs. 32 Meter kippt der Flussgrund an dieser Stelle in die Tiefe. Den Namen hat das Loch von der Adelsdame Anna. Als einst die Hunnen anrückten, warfen die Bewohner des

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Fricktaler Höhenweg Die gepegten Hecken, die weissrosa Kirschbäume, das vielschichtige Grün, das Zwitschern der Vögel und Summen der Bienen: Das Paradies liegt bei Basel ums Eck und ist in zwei Tagen zu durchwandern.

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Ausrüstung

GEPÄCKKONTROLLE

Schweizer Uhrwerk In 2 Stunden 22 Minuten durch die berüchtigtste Wand der Alpen: Mit wie wenig Ueli Steck auf den Eiger stürmte. TEXT: KLAUS HASELBÖCK

Gepäckkontrolle In 2 Stunden 22 Minuten durch die berüchtigtste Wand der Alpen: mit wie wenig Extrembergsteiger Ueli Steck auf den Eiger stürmte.

06.

FOTO: MICHAEL ZECHANY & KURT KEINRATH

01.

05.

01. Daunenjacke

03.

02. Rucksack 20 Liter 03. Fleecejacke mit Kapuze 04. Eisgeräte (Prototyp von Petzl) 05. Softshell-Hose 06. Unterwäsche 07. 20 Meter Reepschnur (4 mm) 04.

08. T-Shirt 02.

09. Steinschlaghelm (Petzl) 10. Handy (Apple) 1 1. Stirnband

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1 2. Schuhe mit Steigeisen (Scarpa, Petzl) 07.

1 3. Primaloft-Socken (Lorpen)

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1 4. dünne Handschuhe 1 5. Klettergurt (Petzl) 1 6. Handschlaufen für Eisgeräte

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1 7. warme Handschuhe

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1 8. Selbstsicherungsschlinge

08.

1 9. Abseilachter, Karabiner und Prusikschlinge 10.

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20. Schlinge 21. Windjacke (Karpos) 2 2. Stirnlampe (Petzl) 23. GPS-Uhr (Suunto) 24. Sonnenbrille (Julbo) 25. Rettungsdecke 26. Schmerzmittel 27. Blasenpflaster 28. Energieriegel (Powerbar) 29. Energy-Gel (Powerbar) 30. Wasserflasche

ACTIONFOTO: UELI STECK COLLECTION

Was für die vier Erstbesteiger im Jahr 1938 ein und Überforderung für dich möglich ist. Denn epischer dreitägiger Kampf war, ist heute für es zählt, ob du mit dem Erlebnis zufrieden bist.» Für Rekordzeiten wie am Eiger hat der akriUeli Steck ein sportlicher Nachmittagsausflug: 42 Mal hat der gelernte Zimmermann die Nord- bische Planer seine Ausrüstung extrem abgewand des Eiger schon durchstiegen. Im Herbst speckt: Essenziell sind für Steck Eisgeräte (04) und Steigeisen (12), die 2015 sprintete er solo er auch bei Felspassaund seilfrei in 2 Stungen benutzt. In seinem den 22 Minuten 50 SeRucksack (02) sind nur kunden durch die einst ein dünnes Seil (07) für gefürchtete Vertikale. Notfälle, eine DaunenSo schnell war dort jacke (01), Reservenoch niemand unter unterhandschuhe (17) und wegs. An sein körperstarke Schmerzmittel liches Limit ist er trotz(26): «Damit ich auch dem nicht gegangen. mit einem gebrocheAus gutem Grund: Keine Toleranz für Fehler: Ueli Steck solo nen Bein noch hinun«Am Eiger kannst du in der 1.800 Meter hohen Nordwand des Eiger. terkomme.» In Bescheinicht am Anschlag undenheit übt er sich bei terwegs sein, da musst du Reserven einbauen», so Steck, der ursprüng- der Verpflegung (28) und begnügt sich für die lich aus Langnau im Emmental stammt und 1.800 Meter Wand mit einem halben Liter Washeute in Ringgenberg bei Interlaken lebt. ser: «Ich bin ja nicht lange unterwegs.» Für einen Athleten, der das Dreigestirn des «Wenn du dich bei einem Stadtmarathon über überforderst, dann kippst du einfach um. In so ei- Berner Oberlands – Eiger, Mönch und Jungfrau – an einem Tag bestiegen hat und am nem Gelände sind Fehler nicht drinnen.» Mont Blanc 4.500 Höhenmeter in 16 Stunden KLETTERN STATT EISHOCKEY geklettert und abgestiegen ist, werden irgendZum Bergsteigen kam der heute vierzigjährige wann selbst die grossen Alpenberge zu klein. Top-Alpinist durch einen Freund seines Vaters. Diesen Mai nimmt er sich deshalb den höchsDer nahm den jungen Ueli zum Klettern mit, ten und den vierthöchsten Gipfel der Welt vor: und plötzlich war es um ihn geschehen: All sei- Mit einem nepalesischen Partner will er Everest ne Begeisterung, die er bislang ins Eishockey und Lhotse in einem Stück überschreiten, was gesteckt hatte, übertrug er nun auf die Berge. bisher noch niemandem gelungen ist. Motivierten ihn anfangs immer höhere Da gibt sich auch ein Ueli Steck bescheiden: Schwierigkeiten am Fels, so haben es ihm mo- Um die Zeit geht es nicht. «Das zu schaffen mentan lange Routen auf hohe Berge angetan. reicht mir.» Die Uhr läuft diesmal für ihn. Dort ist die Uhr der Gradmesser seiner Leistung: «Du musst den Wettkampf persönlich ma- bergwelten.com/uelisteck: eine kleine Bildergalerie chen und sehen, was zwischen Herausforderung über Ueli Stecks Training im Himalaya

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Hüttenporträt

Die Hundsteinhütte: aussen ein Hauch Klassische Moderne auf 1.554 Metern, drinnen Gastfreund­ schaft in ihrer gemüt­ lichen Ausprägung.

HU

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HOCHGEHEIM In der Alpsteinregion, dort, wo sich schroffe Zinnen zu einem grandiosen Panorama verdichten, pflegt ein emsiges Wirtsehepaar in der Hundsteinhütte die reine Lehre der Appenzeller Küche. TEXT: STEFAN SCHLÖGL

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ersteckte Hütten gibt es ja viele. Aber diese ist so ver versteckt, dass sie sich nicht einmal finden lässt. Zumindest nicht auf dem Umgebungsplan neben der Seilbahntalstation in Brülisau, dem letzten Vorposten, von dem aus Wanderer und Kletterer auf die Berge des Alpsteinmassivs ausrücken. Auch auf den vielschildrigen Wegweisern, die von dem kleinen Ort über das Plattenbödeli hinauf zum knapp 1.500 Meter hoch gelegenen Fälensee führen, findet sich kein Hinweis. Also folgst du vorerst nur den Spuren in der Wanderkarte und denkst dir: mysteriös. Erst nach zweieinhalb Stunden, wenn du nach einem knackigen Anstieg den von jäh abfallenden Hängen eingefriedeten Bergsee erobert hast, taucht tatsächlich ein Schild auf, das zur Hundsteinhütte weist. Dann sind’s noch zehn Minuten hinauf bis zu Anita und Hans

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FOTOS: FREDERIK VAN DEN BERG

Lieberherr – hinauf mit ein paar Fragen im Rucksack: Wie ist es möglich, dass diese Hütte sich so gut verstecken kann? Wollen gar die hiesigen Bergler da oben, quasi hochgeheim, unter sich bleiben? «Ach wo», sagt Anita Lieberherr, schüt schüttelt den Kopf und knipst ein burschikoses Lächeln an. «Vor kurzem haben wir neue Wegweiser bekommen, dabei hat uns der Schildermaler vergessen. Ich hab’s ihm aber schon gesagt.» Womit dann auch gleich eines geklärt ist: Hier oben, auf 1.554 Meter Seehöhe, gibt es Wichtigeres, vor allem Verheissungsvolleres als vergessliche Schildermaler. Wie von einem Panoramabalkon fällt der Blick auf das Alpsteinmassiv, das sich einer Riesenhand gleich gegen das dahinterliegende Rheintal erhebt. Direkt gegenüber der Hundsteinhütte, neben der Saxer Lücke, ragen auf dem Furgglenfirst die Hüser auf, drei Charaktergipfel, die mit ihren abgeflachten Kuppen aussehen,

als hätte jemand ein paar Hochhäuser auf dem Grat abgestellt. Säntis und Altmann heissen die beiden Hauptberge der Region, sie sind 2.502 und 2.435 Meter hoch. Das klingt jetzt nicht besonders imposant, doch die schorfigen Kalksteinwände steigen hier an der Grenze zwischen Ost Ost-- und Westalpen ziemlich unvermittelt an – was von den Wanderwegen aus nicht nur spektakuläre Blickwinkel eröffnet, sondern der Region den Ruf eines Kletter Kletter-Dorados beschert hat. Sogar aus dem nahen Vorarlberg kommen die Spezialisten herüber, um zu üben. 1959 hat die Hundsteinhütte auf einer Lichtung eines steil abfallenden Waldstücks, geschmiegt an die Widderalpstöck, ein Plätzchen gefunden. Wobei: Wie eine Hütte wirkt die Herberge ganz und gar nicht. Viel eher sieht das schlichte Haus mit den Steinquadern an den Flanken und der dunkelbraunen Holz-

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Über versteckte Hütten In der Alpsteinregion, dort, wo sich schroffe Zinnen zu einem grandiosen Panorama verdichten, pegt ein emsiges Wirtsehepaar in der Hundsteinhütte die reine Lehre der Appenzeller Küche.


All diese Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von

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Eine gewaltige Bergkulisse im Hintergrund und noch einige Höhenmeter vor sich: mit dem Velo auf der Moosalp im Wallis.

UNTERWEGS MIT DEM RENNVELO

Nach oben kurven

Unterwegs mit dem Rennvelo Auf zwei Rädern unter Viertausendern: Bilder einer ersten Ausfahrt im Wallis, wo sich spektakuläre Passübergänge und einsame Bergstrassen zu einem grossartigen Erlebnis für alle Rennrad-Enthusiasten zusammenfügen.

Auf zwei Rädern unter Viertausendern: Bilder einer ersten Ausfahrt im Wallis, wo sich spektakuläre Passübergänge und einsame Bergstrassen zu einem grossartigen Erlebnis für alle Rennrad-Enthusiasten zusammenfügen. TEXT: WOLFGANG GERLICH

FOTOS: PHILIPP FORSTNER

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Hüttenführer

Der Geschmack der Berge

Ehrlich gekocht Aufsteigen, ankommen, Ruhe nden. In der Sonne sitzen und Älplermagronen bestellen. Das Leben geniessen. Sieben Hütten in den Schweizer Bergen mit Küche auf höchstem Niveau.

Aufsteigen, ankommen, Ruhe finden. In der Sonne sitzen und Älplermagronen bestellen. Das Leben geniessen. Sieben Hütten in den Schweizer Bergen mit Küche auf höchstem Niveau. REDAKTION: CHRISTIAN ANDIEL

ILLUSTRATIONEN: KAJA PARADIEK

BEVERIN

Ehrlich gekocht

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Einfach und genial – das passt als Motto zur Cufercalhütte und vor allem zu den Pizzoccheri.

FOTOS: GUIDO & RENATA KNECHT

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Wer gerne Steinböcke sehen möchte, ist hier richtig. Im Naturpark Beverin wurde 1954 der König der Alpen wieder angesiedelt. Ein idealer Start Startpunkt für Entdeckungstouren ist die Cufercalhütte. Und sie ist ein Etappenziel einer fünftägigen Genusswanderung rund um den Piz Beverin. Das hat auch seinen Grund: Das Hüttenwirtspaar Renata und Guido Knecht legt sehr viel Wert auf die Kulinarik. Ihr überzeugendes Motto: «einfach und genial», was auch für die Zutaten der Speisen gilt, die

direkt von Biobauern und Sennereien aus der nahen Umgebung kommen. Wer den schönen Zustieg zur Cufercalhütte hinter sich hat, sollte sich auf jeden Fall die Pizzoccheri (Bild) gönnen. Meist gibt es diesen Klassiker am Freitag. Da jede Beiz ihr eigenes Pizzoccheri-Rezept hat, zeigt sich hier das Können in der Küche. Von der Getränkekarte sei auf eine sehr spezielle Kreation verwiesen: den Kaffee Calandari, er wird mit Amaretto und Rahm zubereitet. Und schliesst einen Tag perfekt ab. >

CUFERCALHÜTTE 2.385 m Ausstattung 23 Schlafplätze Geöffnet Juni bis Oktober Kürzester Zustieg Von der Postauto­ haltestelle Sufers über Glattenberg und Versais in 3 h. Strecke: 5,2 km, Höhendifferenz: 970 m Preise Übernachtung: CHF 71 (für SAC: CHF 61) cufercalhuette.ch Tel.: +41 79 954 65 71

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Wanderregionen

Von der Motta Naluns an einer privaten Hütte vorbei in Richtung Fuorcla Champatsch. So gelangt man in rund sechs Stunden ins Val Sinestra.

HERZKLOPFEN IM MUNGGENÄSCHT Schöne Bergdörfer und stille Bergseen, wachsame Murmeltiere und gemütliche Beizen: Das Unterengadin ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Unterwegs im ältesten Nationalpark Europas. TEXT: TOBIAS MICKE

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FOTOS: PHILIPP FORSTNER

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Unterwegs im ältesten Nationalpark Europas Schöne Bergdörfer und stille Bergseen, wachsame Murmeltiere und gemütliche Beizen: Das Unterengadin ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber.


Unsere Redaktion Top-Alpinisten, renommierte Journalisten: Die Bergwelten-Redaktion hat die Experten, um die Berge in all ihren Facetten erlebbar und verständlich zu machen. Und der Humor hat auch seinen Platz.

NIK HARTMANN Er ist der «Wanderer der Nation». Wenn er für seine TV-Sendung «SRF bi de Lüt» quer durchs ganze Land unterwegs ist, erlebt er lustige, berührende, überraschende Geschichten. Und mit diesen Geschichten wird er auch uns in seiner Kolumne ab sofort in jeder Ausgabe erfreuen und unterhalten.

REINHOLD MESSNER 1944 in Brixen geboren, stand er als erster Mensch auf allen vierzehn Achttausendern der Erde. Er ist erfolgreicher Buchautor und baute das Messner Mountain Museum an mittlerweile sechs Standorten in Südtirol auf. Als Bergwelten-Kolumnist wird er auch den Schweizer Lesern Erlebtes zum Besten geben.

THOMAS WIDMER Der Journalist aus Leidenschaft ist ein wanderndes Lexikon. Und extrem neugierig. Er kann an keiner Beiz vorbei, die ein Gericht anpreist, das er nicht kennt. Das macht ihm Sorgen bezüglich seiner Fitness, führt aber dazu, dass er Speisen genossen hat, von denen die meisten von uns keine Ahnung haben, dass es sie überhaupt gibt.

CHRISTIAN ANDIEL Das kann man einen Traum nennen: als begeisterter Berggänger ein Magazin wie Bergwelten Schweiz machen zu dürfen. Gipfel sind dem Chefredaktor weniger wichtig als das Erleben der Natur, der Abgeschiedenheit – und der Genuss eines Salsiz oder eines Mockens Käse, der unterwegs bei Sennen auf der Alp gekauft wurde.

Panorama

AM MALOJA Der Graubündner Polygraf Marco Bäni ist mit seiner Kamera auf der Suche nach den schönsten Plätzen in der Schweiz. Einen fand er für dieses Bild an einem frühen Sommermorgen am Piz Grevasalvas im Engadin. instagram.com/marcobaeni

PORTRAITFOTO: GIA HAN LE

Die schönsten Bilder aus den Schweizer Bergen. Täglich neue Fotos gibt es auf instagram.com/bergwelten


Von der Stadt in die Berge

berg welt en tour .com/ e n Meh ra Wan ls 8.000 de im g rungen esam te Alpe nrau n m

Von der Haustüre zum Einstieg in weniger als einer Stunde: sechs Empfehlungen für stadtnahe Touren mit

FOTOS: MYSWITZERLAND.COM (5), GENÈVE TOURISME

Wanderkarten zum Herausnehmen.

UNTERWEGS AUF DER VIA RHENANA

PANORAMAWEG ÜBER ZÜRICH

Von Schaffhausen nach Rheinau

Vom Uetliberg zur Felsenegg

DER RHEINPFAD

RIGIHÖHENWANDERUNG

Von Basel nach Kaiseraugst

Von Rigi Kaltbad zum Urmiberg

SENTIER DU RHÔNE

HÖHENWEG SAN SALVATORE

Von Genf nach La Plaine

Von Lugano nach Morcote

In Kooperation mit MySwitzerland

und swisstopo


«Manchmal müssen wir hoch hinaufsteigen, um tief in uns hineinzublicken.» Reinhold Messner


FOTO: PHILIPP HORAK

Der Pilatus hat keinen eindeutigen Gipfel. Macht nichts, die Aussicht ist ßberall grandios. In einem 14-seitigen Bergporträt widmet sich die aktuelle Bergwelten-SchweizAusgabe dem Haus- und Lieblingsberg der Luzerner.


Bergwelten für Geniesser Gipfelgefühle für daheim. Zum Runterkommen gibt es in der Rubrik «Après-Berg» in jeder Ausgabe Hüttenrezepte zum Nachkochen. BÜNDNER GERSTENSUPPE Die Gerstensuppe ist das klassische Gericht in den Bündner Bergen. Und sie hat zwei Vorzüge: Sie lässt sich schnell und einfach zubereiten, und man kann quasi alles darin verkochen, was man möchte. Aus diesem Grund schmeckt die Gerstensuppe auf jeder Hütte anders. ZUTATEN für 4 Personen 100 g Gerste 100 g Speck 200 g Zwiebeln 150 g Rüebli 80 g Sellerie 2 Knoblauchzehen in Scheiben 800 ml Wasser 200 ml Milch 150 ml Rahm 2 EL Sonnenblumenöl 1 TL Salz 1 Prise Pfeffer 1 Prise Muskat

ZUBEREITUNG 1. Die Gerste am Vortag einweichen, vor dem Kochen abseihen. 2. Zwiebeln und Speck in kleine Würfel, Rüebli und Sellerie in Streifen schneiden. 3. Zwiebeln mit ein wenig Öl farblos anschwitzen, danach den Speck zugeben. 4. Das restliche Gemüse und die vorbereitete Gerste zugeben. 5. In einem Topf die Gerste-GemüseMischung mit Wasser zum Kochen bringen, 30 Minuten lang köcheln lassen. 6. Milch, Rahm und Gewürze daruntermischen und nochmals aufkochen lassen. 7. Fertig ist die wärmende Suppe. Löffeln und geniessen!

Um dem Rezept eine edle Würze zu verleihen, verringert man die Menge des Specks um ein Drittel und ersetzt ihn durch Bündnereisch. Besonders gute Gerstensuppen servieren die Chamanna Boval im Bernina-Gebiet, die Lischanahütte im Unterengadin und das Heimeli in Sapün.

bergwelten.com/rezepte: Hüttenrezepte zum Nachkochen


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Mai 2017

DAS MEHR AN MENSCHEN

JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL

Die Rallye-Weltmeisterschaft WRC lässt die Dämme der Begeisterung kaum wo so heftig brechen wie in Portugal: Vorjahressieger Sébastien Ogier visiert dort seinen fünften Sieg an (live auf Red Bull TV, Seite 97).

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GUIDE

See it Mit ihrem zehnten Weltcupsieg in Serie schrieb Rachel Atherton (GBR) 2016 in Leogang Geschichte.

FRÜHLINGSERWACHEN Der Frühling zieht ins Land. Mit ihm das aufregendste Programm bei Red Bull TV: packende Mountainbike-, Rallye- und SkateboardAction sowie das FestivalHighlight des Jahres.

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL Red Bull TV ist deine globale digitale Destination für Enter­ tainment abseits des Alltäg­ lichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart TV. Alle Infos auf: redbull.tv

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Aaron Gwin (USA) gewann nach 2015 auch im Vorjahr, diesmal mit intaktem Bike.

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Mai/Juni

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Juni

LIVE

UCI LEOGANG

Die Downhill-MountainbikerWeltelite kommt auch heuer nach Saalbach-Leogang. Der 2001 eröffnete Park mit Highspeed-Passagen, massiven Wurzelteppichen und gewaltigen Sprüngen war in den letzten Jahren mehrfach Schauplatz epischer Rennen. 2015 gewann Aaron Gwin trotz gerissener Fahrradkette. Im Vorjahr sicherte sich Rachel Atherton mit dem zehnten Weltcupsieg in Folge einen Eintrag in die Geschichtsbücher des Mountainbikens.

BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, ANTHONY ACOSTA, AITOR MATAUCO/RED BULL CONTENT POOL, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL

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Mai

LIVE

VANS PARK SERIES, MALMÖ

Malmö gilt als Skateboarding-Hotspot, nachdem Vans hier einen neuen Park für das Finale der letztjährigen Park Series gebaut hat. Erlebe Skateboard-Stars wie Pedro Barros oder Titelverteidiger Alex Sorgente bei ihrer Rückkehr in die schwedische Küstenstadt.

bis 3. Juni

LIVE

FESTIVAL PRIMAVERA SOUND

Das seit 2001 in Barcelona veranstaltete Festival ist ein Dorado für Indie-Fans und bietet das wohl geschmackssicherste Programm in ganz Europa. 2017 mit dabei: die kanadischen Indierocker Arcade Fire, US-R&B-Star Frank Ocean und der britische DJ Aphex Twin.

bis 21. Mai

LIVE

WRC 2017: PORTUGAL-RALLYE

Der Rallye-Klassiker war schon Teil des ersten WM-Kalenders 1973. Heuer werden die 19 Sonderprüfungen wieder im Norden des Landes (in Matosinhos) ausgetragen. Bei den Fahrern besonders unbeliebt: der raue Schotter, der vor allem bei Hitze den Reifen zusetzt.

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GUIDE Edited by Gisbert L. Brunner

Get it

CASIO EDIFICE RACE LAP CHRONOGRAPH EQB-800

Tempo

Von der Rennszene inspiriert, hat diese analoge Uhr einen retrograden Zeiger auf der 9-Uhr-Position, welcher die Rundenzeiten an eine App sendet. casio­watches.com

Montblanc Summit: Die Band-Lederoptionen reichen von Kalb bis Alligator.

MONTBLANCS KURZE GESCHICHTE DER ZEIT Geschichte schreiben die Sieger, heißt es. Das gilt umso mehr, wenn sie Montblanc heißen: Der Hersteller edler Schreibgeräte hielt 1924 mit seiner Füllfeder Meisterstück einen Erfolg für die Ewigkeit fest. Um mit Dauerhafterem als Tinte Geschichte zu machen, versuchte sich Montblanc ab 1997 an der Zeitmessung. Modell eins, das ebenfalls Meisterstück hieß, wurde anfangs noch spöttisch begrüßt: „Wo füllt man die Tinte ein?“ 20 Jahre später stellt keiner mehr Montblancs Ruf als haute horologiste in Frage. Dem Sieger gehört die Beute.

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MONTBLANC SUMMIT

Neue Höhen 2015 fand Montblanc eine einzig­ artige Lösung für die aufkommende Smartwatch­Szene, ohne mit seinen mechanischen Zeitmessern Kom­ promisse eingehen zu müssen – das e­Strap, ein Armband, das zu jeder normalen Uhr passt, Schlaf und Ak­ tivitäten aufnimmt und an Termine erinnert. Auf dem eingebauten Pro­ zessor läuft Googles Android­Wear­ Wear Wear­ 2.0­Betriebssystem und wird auf einem AMOLED­Display angezeigt. Sämtliches Drumherum ist echtes schweizerisches Materialdesign – die gewölbte Saphirglas­Linse und das aus Edelstahl, Schwarzstahl oder Titan gefräste Gehäuse. Der Preis – mindestens doppelt so hoch wie der normaler Android­Wear­ Wear Wear­ Geräte – hängt ab vom gewählten Gehäuse und Armband. Auf Wunsch kann man sich sogar ein einzig­ artiges Zifferblatt entwerfen lassen. montblanc.com

SKAGEN SKT 1110

Ein starker Verbündeter Die hybride Uhr mit TrackingFunktionen ist so mit deinem Smartphone verbunden, dass du Kamera und Musikplayer über die Tasten bedienen kannst. skagen.com

FRÉDÉRIQUE CONSTANT E-STRAP

Aus eins wird zwei Mit diesem Armband wird jede Analog-Uhr von Frédérique Constant mit 20- oder 22-mmBandanstößen zur Smartwatch mit gleicher Technik wie Constants Horological Smartwatch. frederiqueconstant.com

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Die Premium Wetter App


GUIDE

Do it

Mai/Juni

20 Mai

OPEN AIR LUMNEZIA

Sympathische Festivals lassen auch mal die Kirche im Dorf. Siehe die feine 18.000-Personen-Party im 300-SeelenIdyll Degen, wo die Bühne direkt neben der Kapelle St. Sebastian steht. 2017 mit ganz direktem Draht nach ganz oben: Sido, Foals und zum Schluss die Sportis (Bild). Degen (GR); openair-lumnezia.ch

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Für die einen ist’s die prägende Technologie des 21. Jahrhunderts, für andere Anlass, Freundlichkeiten mit sich selbst auszutauschen. Wohin sich Virtual Reality entwickelt, klärt das World VR Forum, das Speaker, Forscher und Entwickler nach Crans-Montana bringt. Kongresszentrum Le Régent, Crans-Montana; worldvrforum.com

20

Mai The Dance Alles ausser Standardtänze: Bei The Dance batteln zehn der weltbesten Urban-Dance-Crews vor 8 000 Fans um den Sieg. Neben Technik zählt auch Style, und den bewertet kein Geringerer als Snoop Dogg. Der legendäre Rapper chillt nicht nur im Jury-Sessel, er präsentiert live auch seine grössten Hits und feiert auf der Aftershow-Party im Kameha Grand Zürich – „fo shizzle!“. Hallenstadion, Zürich; thedance.ch

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Mai bis 18. Juni bike’sessions Freude am Motorradfahren: Bei den BMW bike’sessions kann man an je einem Wochenende in Betzholz, Rivera, Cossonay, Derendingen & Stockental die neuesten Maschinen testen, beim Enduro-Training an der Offroad-Performance feilen oder sich im Kurvenkurs schräg legen. Kleiner Nervenkitzel: Unter der Anleitung der TCS-Instruktoren dürfen auch Einsteiger ohne Führerschein am Gasgriff drehen. Test-Wochenenden schweizweit; bikesessions.ch

Mai bis 18. Juni Neymar Jr’s Five „Olá, Neymar!“: Der direkteste Weg, sein Idol in dessen Muttersprache begrüssen zu können, führt nicht über Sprach-, sondern über Kleinfeld-Skills. Neymar Jr’s Five ist ein 5-gegen-5Amateurfussballturnier, bei dem die besten Schweizer beim World Final in Brasilien auf 50 nationale Sieger und Neymar treffen. Tricky: Wer ein Tor kassiert, muss einen Spieler rausnehmen. Antreten in: St. Gallen, Rapperswill, Lugano, Basel, Bern, Lausanne und Zürich. Qualifier in der ganzen Schweiz; neymarjrsfive.com

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PHILIPP SCHUSTER/RED BULL CONTENT POOL

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bis 14. Mai World VR Forum


PROMOTION

must-haves

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1 MONTFORT STRATA 3330-3 „BRUCE“

Die neue Schweizer Uhrenmarke Montfort wurde von Enthusiasten gegründet und wird die Liebhaber der Berge erfreuen. Dieser Swissmade Zeitmesser mit sehr konkurrenzfähigem Preis gewährleistet eine qualitätvolle Uhr mit vielen Funktionen wie Kratzfestigkeit. www.montfort watches.com

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2 COLUMBIA ECO

Die OutDry Extreme Eco Tech Shell ist die erste Performance-Regenjacke, die Columbia völlig ohne poly- und perflourierte Chemikalien (PFCs) und dafür zu 100 % aus recycelten Materialien auf den Markt bringt. www.columbia sportswear.ch

3 PC-NIKKOR 19MM F/4E ED

Als erstes PC-NIKKOR (Perspektivkorrektur) mit zwei PC-Rotationsmechanismen bietet dieses Objektiv für das FX-Format neue Möglichkeiten der Bildkomposition und ein neues Niveau an Flexibilität. Das PC-NIKKOR 19mm f/4E ED ist ideal für Tilt/Shift-Fotografie im Bereich Ultraweitwinkel. www.nikon.ch

4 SCOTT SPARK 710 PLUS

Mit dem neu aufgelegten Spark kommt SCOTT der eierlegenden Wollmilchsau einen grossen Schritt näher. Das erfolgreiche Weltcup-Bike verspricht nicht nur schnelle Zeiten, sondern auch richtig viel Spass. Damit bedient es sowohl ambitionierte Racer als auch den Otto Normalverbraucher. www.squadra mondo.com

5 EASTPAK CYCLONE II

Der ultimative SurfRucksack wurde für 2017 mit einem neuen Styling versehen und bestätigt seinen Platz als idealer, völlig wasserdichter Rucksack. Stressfreie Reisen und 100 % wasserdichter Schutz am Strand, auf dem Fahrrad oder bei nassem Wetter. www.eastpak.com

6 EXTREME DINING

Extreme Dining ist der neue Trend, der unsere Esskultur verändert. Damit kannst du ein exklusives Nachtessen inmitten atemberaubender Natur buchen. Ob auf einer Bergspitze, im duftenden Blumenfeld oder auf einer Waldlichtung – Extreme Dining zaubert am Ort deiner Wahl kulinarisch ausgeklügelte Kombinationen und versetzt dich in eine epische, naturechte Atmosphäre. www.extremedining.ch

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GUIDE

Der Aquaman

Ein echter Meeresbewohner hat stets die richtige Ausrüstung im Gepäck – egal ob für das 4K-Video beim Hai-Tauchen, das Sonnenbad im Luxusresort oder den Ritt auf der Monsterwelle.

OGIO BIG MOUTH WHEELED TEALIO RUCKSACK ogio.com; FRESCOBOL CARIOCA TRANSCOCO BEACH RACKETS frescobolcarioca.com; PROTEST MUTANT BOARDSHORTS protest.eu; ANIMAL LAVA WETSUIT und RIPPLE FLIP FLOPS animal.co.uk; VANS DAVIS 5 PANEL CAMPER-KAPPE vans.com; BAREDIVE DUO C TAUCHERBRILLE baresports.com; NIXON ULTRATIDE WATCH und MINI BLASTER BLUETOOTH-LAUTSPRECHER nixon.com; SONY FDR-X1000VR 4K ACTION-CAM MIT WASSERDICHTEM CASE sony.com; POLO TWO-TONE SONNENBRILLE ralphlauren.com; PROTEST BOWTIE STRIPED T-SHIRT protest.eu

DER RED BULLETIN GUIDE FÜR DEN PERFEKTEN

SOMMERURLAUB Bilder LUKE KIRWAN Styling SARAH ANN MURRAY

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GUIDE

Der Technik-Nerd

Ständig vernetzte Weltbürger glänzen beim Einchecken mit schnörkel­ losem Stil und sorgen beim Langstreckenflug für ihr ganz individuelles Entertainmentprogramm an Bord.

TUMI SHORT TRIP ALUMINIUMKOFFER tumi.com; NINTENDO SWITCH SPIELEKONSOLE nintendo.com; SONY SRS X11 TRAGBARER BLUETOOTH­LAUTSPRECHER sony.com; TROUBADOUR LEDER­VISITENKARTENETUI troubadourgoods.com; OAKLEY HOLBROOK METALL­SONNENBRILLE Oakley.com; BEATS SOLO3 WIRELESS­KOPFHÖRER beatsbydre.com; ALICE MADE THIS MORRIS SCHLÜSSELRING alicemadethis.com; APPLE WATCH SERIES 2 apple.com; THE THORPLEY SHORT SHORT­SLEEVE SHIRT farah.co.uk

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THE RED BULLETIN


Der Power Ranger Er jagt und kocht sein Abendessen eigenhändig – weitab jeglicher IBIZA Zivilisation. Doch wer behauptet, dass man das nicht auch mit Chic und Eleganz tun kann? A reliable wristwatch was a vital instrument for early pilots – and it’s a requirement that conNORTH FACE TANKENPATAGONIA LIGHTWEIGHT tinuedBLACK whenHOLE man JACKE thenorthface. RUCKSACK 30L free ofcom; LEATHERMAN finally broke OHT MULTITOOL ­patagonia.com; gravity andCAMO launched ­leatherman.com; ­ANIMAL PILAR STANCE FUSION PRINT SHORTS into space.

animal.co.uk; NIXON THE PATRIOT LEATHER UHR nixon.com; ­KINDLE PAPERWHITE amazon.com; SILVA EXPEDITIONS-KOMPASS silvacompass. com; CORNER­ STONE LEATHER KULTUR­TASCHE ­cornerstone.co.uk;

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GUI D E

Der „Club"-Urlauber Stets auf der Suche nach den fettesten Beats, jedoch ganz ohne Radlershorts, Bodypainting und Glühstäbe. Denn der Kultur-Clubber kennt den geschmackssicheren Style.

RADEN A22 GOLD ­CARRY REISEKOFFER raden.com; SONY MDR100ABN WIRELESSKOPFHÖRER sony.com; FRESCOBOL COPACABANA BADESHORTS frescobolcarioca.com; PROTEST NEWBEAT STRIPED COTTON ­T-SHIRT protest.eu; MONTBLANC SARTO­ RIAL ELECTRIC BLUE LEATHER REISEPASSETUI montblanc.com; RAY-BAN CARAVAN SONNENBRILLE rayban. com; ALPINESTARS AGELESS CURVE ­KAPPE alpinestars.com; ALICE MADE THIS EDWIN BLUE LEATHER ARMBAND alicemadethis. com; CORNERSTONE GESICHTSPEELING, ­RASIERSCHAUM UND RASIERER cornerstone. co.uk; SONY XPERIA XZ PREMIUM SMARTPHONE sony.com


Der Scharfschütze weiß, worauf es beim Reisen im 21. Jahrhundert ankommt: auf das perfekte Instagram-Urlaubsbild vom hinreißenden Sonnenuntergang und dem malerischen Bergpanorama.

DOUCHEBAGS THE AVIATOR REISETROLLEY douchebags.com; SONY A6500 APS-C KAMERA und VARIO-TESSAR T* E 16–70MM F4 ZA OSS OBJEKTIV sony.com; BEATS PILL+ WIRELESS-LAUTSPRECHER beatsbydre.com; APPLE iPHONE 7 apple.com; CARAN D’ACHE Nº 6 SCENTED BLEISTIFTE carandache.com; MONTBLANC TIMEWALKER CHRONOGRAPH UTC montblanc.com THE RED BULLETIN

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THE RED BULLETIN WELTWEIT UK EDITION

BEYOND THE ORDINARY

The Arthurian legend on a journey of self-discovery

FANTASTIC VOYAGE

GORILLAZ!

Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster

CHARLIE HUNNAM

THE “WE’RE REAL MOST OUT BAND THERE”

IMPRESSUM

The America’s Cup powers up for the future

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NÄHERE INFORMATIONEN UNTER: PROJEKT-SPIELBERG.COM Das F1 FORMULA 1 Logo, F1, FORMULA 1, FIA FORMULA ONE WORLD CHAMPIONSHIP, GRAND PRIX, GROSSER PREIS VON ÖSTERREICH und verwandte Zeichen sind Marken der Formula One Licensing BV, einem Formula 1 Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.


GUIDE

Action-Highlight

Tritt Kirby Chambliss aus dem Haus, steht er auf dem Flugplatz: Der amerikanische Red Bull Air Race-Pilot wohnt praktischerweise auf einer Ranch mit angeschlossener Start- und Landebahn. Blicken seine Nachbarn wenig später gen Himmel, wissen sie gleich: Kirby ist heute wieder besonders guter Laune. Mehr Aeronautisches auf: redbullairrace.com

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„Ein Zug am Steuerknüppel, und ein Haus sitzt auf meiner Brust.“ Red Bull Air Race-Pilot Kirby Chambliss über den Nervenkitzel der Beschleunigung seines Rennflugzeugs Zivko Edge 540 V3

MICHAEL CLARK/RED BULL CONTENT POOL

Eloy, Arizona, USA

Makes You Fly

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 15. Juni 2017.

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RED BULL SEIFENKISTENRENNEN. 10.09.2017, LAUSANNE

LENKER UND DENKER GESUCHT! Das ist die Chance Spuren im Asphalt und in den Köpfen von Tausenden Zuschauer zu hinterlassen! Bewerben Sie sich jetzt mit einer Skizze Ihrer visionären Seifenkiste um einen der begehrten Plätze auf der Startrampe. Einsendeschluss ist der 02. Juni 2017. Mehr Informationen auf www.redbull.ch/seifenkistenrennen


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